Karlsruher Zeitung. Nr. 53. Freitag, den 22. Februar 1828. Baden. — Frankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Ocstreich. — Portugal. — Rußland. — Schweiz. — Spanien. — Türkei. — Aegpptcn. — Dienstnachrichten. Baden. Wegen Ableben Sr. Durchlaucht des Prinzen Friedrich zu Waldeck und Pyrmont hat der Großherzvgliche Hof, von heute an, die gewöhnliche Hoftrauer auf 6 Lage angelegt. Karlsruhe, den 22. Febr. 1828. Großherzogliches Oberhofmarfchallamt. Frcihr. v. Gayling. Frankreich. Pariser Börse vom <6. Febr. 5prozent. konfol. log, Fr. 55 Cent. — Zproz. konsol. 70 Fr. 20 Cent. — Der Moniteur vom ly. und die Gazette de France vom 2o. Februar enthalten mehrere Ordonnanzen des Königs. In der ersten verordnen Se. Majestät: Art. i. ES soll ein Oberkriegsralh, unter dem Präsidium Sr. k. H. des Herrn Dauphin, errichtet werden. Art. 2. Die Gescz - Ordonnanz - und Reglements- Entwürfe, betreffend die militärische Organisation und Gefezgebung, sollen in Ankunft durch den Oberkriegsrath erörtert werden, che sie der kdn. Genehmigung unterworfen werden. Art. 5. Der Oberkriegsrath wird die gegenwärtig bestehenden Gefeze und Ordonnanzen über die Organisation und die Gefezgebung der Armeen prüfen, um nach und nach die Verbesserungen anzuzeigen, deren sie etwa bedürfen. Art. Der Oberkriegsrath soll bestehen: Aus dem Kriegsminister, 3 Marschällen von Frankreich, und 12 General-Lieutenants. Zwei Mrlitär-Jntendanten sollen dem Oberkriegsrathe mit berathender Stimme beigegeben werden. Ein Marochal-de-camp, oder ein Obrist soll das Amt eines Sekretärs verwalten. Durch die zweite Ordonnanz Sr. Maj. werden zu Mitgliedern deS OberkriegSratheS ernannt: der Marschall Herzog von Belluno, der Marfchall Herzog von Ragusa, der Marschall Graf Molitor. Die General-Lieutenants Graf Reille, Vicomte Rog- niat, GrafBalbe, Graf Bordesoulle, Graf Ruty, Graf Girardin, Graf Bourmont, Vicomte Preval, Bc- comte Dode de la Brunerie, Graf Loverdo, Vicomte Pelleport, Graf d'Ambrugeac. — Auszug aus der Rede des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten bei der Eröffnung der Diskussion über den AdreßEntwurf. (Schluß.) "Sie werden , edle Pairs, in dem Benehmen Frank reichs gegen Spanien die Eingebungen dieser großmüthi- gen Politik wieder finden, die den Bourbons so natürlich ist. Das Ziel der Opfer ist gekommen; der Ruhm allein bleibt unfern Waffen und dem edlen Schwerste, das im ersten Range glänzte.« Se. Exz. weist den Grundsaz, mit der Gewalt der Waffen, in Betreff der inner» Regierung Spaniens , in das Mittel zu treten zurück: Eine natürlichere, obgleich indirektere Einwirkung wurde von den Bourbonen Frankreichs, seit ihrer Restauration, auf die Beschlüsse der spanischen Regierung ausgeübt. "Die Souveraiue von Spanien und Frankreich hatten sich durch drei Konventionen das gleiche Recht Vorbehalten, zu begehren, daß die Okkupation aufhöre. Au Ende des I. i626 bezeigte Se. kalh. M. zum erstenmal das Verlangen , zu wissen, wann der König glaube , feine Truppen zurückziehen zu können ? Se. M. erklärten: im Monat April 1827. Allein die in Portugal erfolgten Ereignisse machten es beiden Souverainen zur Pflicht, diese Masiezel weiter hinauszuschieben. Jezt sind die Gefahren, diesen in Portugal bewirkten Veränderungen anzuhangcn schienen, verschwunden, um den Hoffnungen Plaz zu machen, die sich auf einen neuen Vertrag zwischen den Rechten und Formen der Sou- verainetät gründen. Sie wissen, daß die Truppen, welche zur Verfügung Portugals von dem ältesten seiner Al- lrirtcn waren gestellt worden, zurückberufen sind. "Andererseits schmeichelt sich Spanien, die Elemente der Stärke und Sicherheit wieder gefunden zu haben. Seine Armee ist neu vrganisirt worden. Sie zeigte sich bei einer treulichen Gelegenheit treu und ergeben, und die Regierung Sr. kath. M. glaubt: sie habe die nö- thigen Mittel, um den Geist des Aufruhrs, wenn er es wagen sollte, sich wieder zu zeigen, zu bannen. Diese Umstände zusammen erlauben dem Könige seine Truppen aus den Festungen zurückzurufen, die sie noch in Spanien befezt halten, und Se.M. haben vor, hierzu den Befehl zu geben.« Von den Republiken Südamerika's, sagt der H. Minister, daß sie noch nicht die erforderlichen Stabili- tätS-Bedingnisse darbieten, um ihre Unabhängigkeit förmlich anzuerkennen. , Auch glaubte Se. Maj., zur Anerkennung der Unabhängigkeit dieser Staaten nicht den Augenblick wählen zu dürfen, wo die wichtigsten Festungen 290 Spaniens in der Gewalt der französischen Truppen waren. Dte Gründe einer solchen Zurückhaltung werden von Frankreich, werden in diesen Kammern gewürdigt werden« rc. — Die Anzahl der wirklichen Pairs ist 334 : 308 haben an der Berathung über die Adresse Theil genommen. — Die Adresse derPairskammerfolgtPunkt für Punkt der Thronrede des Königs. "Der Traktat, heißt es darin, welchen Ew. Maj. mit zwei großen Machten unterzeichnet haben, verspricht Frankreich, daß der Friede, den eS zu genießen so glücklich ist, nicht lange im Orrent bedroht seyn werde. "Belehrt durch das Beispiel mehrerer großen Machte, die nach minder blutigen Kämpfen, in verschiedenen Epochen, noch größere Opfer gebracht baben, wird die Pforte nicht lange der Vermittlung dreier friedliebenden und uneigennüzigen Fürsten widerstehen. Ihre Flaggen, durch den bei der Schlacht von Navarino erworbenen gleichen Ruhm vereinigt, werden die Reste eines unglücklichen Volkes wieder sammeln, das, durch großmüthige Hülfe belehrt, jenes Ranges, der ihm bestimmt ist, sich würdig machen wird, und den zu seinen Gunsten die Gerechtigkeit und Menschenliebe fordern. "Mir haben, Sire, die Empfindungen getheilt, wovon Ihr Herz, indem Sie von der Halbinsel sprachen, erfüllt war. Die Opfer, welche die Halbinsel veranlaß- tc, werden weniger empfindlich seyn, wenn Gnade und Gerechtigkeit, durch dre Beispiele des erlauchten Sohnes Eurer Maj. aufgeklärt, dort jene Bürgerzwietracht, die selbst für die Nachbarstaaten traurig ist, ersticken. "Das Heer, stolz auf die Lorbeern, die es unter den Befehlen Ihres vielgeliebten Sohnes gepflückt hat, sicht mit vollem Vertrauen mit seinen Hauptinteressen ganz insbesondere sich einen Prinzen befassen, der im Rathe eben so weise, als tapfer in der Schlacht ist. "Die von E. M. befohlene Errichtung eines neuen Ministeriums beweist Höchstihren Willen , Gewerbe und Handel, deren Fortschritte für den Ackerbau täglich wichtiger werden, noch vorzüglicher zu schüzen. "Indem die Pairskammer die hohe Weisheit anerkennt, die E. M. bewogen, den öffentlichen Unterricht und die kirchlichen Angelegenheiten getrennter Leitung anzuvertrauen, wird sich dieselbe immer zur Pflicht machen, des Königs Wünsche für den beständigen und sanften Einfluß der Religion auf die Erziehung der Jugend zu fördern. "Ihre ersten Unterthancn, die Pairs von Frankreich, beglückwünschen sich, die ersten Dolmetsche der allgemeinen Freude zu seyn, die das Versprechen, unsere Gcseze mit der konstitutionellen Charte immer mehr in.Einklang zu bringen, erzeugt hat. "Unser angelegentlichster Gedanke wird der seyn, Eurer Maj. täglich mebr Liebe zu erwerben, und Höchstsie auf solche Weise glücklicher zu machen.« Der König antwortete: "Ich empfange mit wahrem Vergnügen den Ausdruck der Gesinnungen und Wünsche der Pairskammer. "Ich sehe mit Zufriedenheit, daß Meine Worte verstanden wurden, und nehme herzlich die Versicherung auf, daß das erste Korps des Staats mit dem Beispiele der Ehr, furcht vor unsrer heiligen Religion, der Treue gegen Meine Person und der unerschütterlichen Anhänglichkeit an unsre wirklichen Institutionen, allen Franzosen voi- anleuchten will. "Sie haben Recht, Meine Herren: Ich kann nicht glücklich seyn, als durch das Glück Meiner Unterthancn, und alle Gesinnungen, die Sie für einen Sohn aus- drücken, der mir sehr theuer ist, geben Mir die süße und tröstende Gewißheit, daß am Tage, wo es Gott gefällt, mein irdisches Daseyn zu endigen, nichts den Ruhm und das Glück Frankreichs wird schmälern können.« Großbritannien. Hr. Watson will eine Erfindung gemacht haben, die, wenn sie sich bewährt, von erster Wichtigkeit für die Welt seyn wird. Um die Schiffe gegen das Untergehen zu bewahren, muß man nämlich zwischen den Planken des Verdecks und des Kiels Kupferrohren von 8 bis 14 Zoll Durchmesser anlegen, die atmosphärische Luft enthalten und hermetisch verschlossen sind. Wenn auch daS Schiff auseinander geht, so kann die Mannschaft durch diese Röhren doch gerettet werden. Aber nicht blos gegen das Ertrinken, sondern auch gegen daS Verbrennen gewähren diese Rohren einen Schuz; denn da das Schiff durchaus nicht untergehen kann, so lange die Röhren daran sind, so kann man im Fall emes Brandes daS Schiff getrost mit Wasser füllen und so daS Feuer im Augenblick löschen. Die Kosten dieser Röhren werden die Kosten, die der Bau des Schiffis verursacht, nur um S Prozent vermehren. — H. Huskisson hat am 14. Febr. Desiz von dem Hotel in Downing Street genommen, das für H. Carv ning war bestimmt worden. Augenscheinlich sind als» die Gerüchte von seiner Abdankung grundlos. London, den 16. Febr. Gestern hat H. Peel in der Kammer der Gemeinen die Ernennung des Finanz- Komito's vorgeschlagen, von dem man soviel gesprochen hat. Se. Exz. ist in verschiedene Details über den Finanz-Zustand Englands eingegangen. Wir geben hier kurz zusammcngefaßt die wichtigsten Theile seiner Rede: "Das Könnt« wird eingedenk seyn, daß man den Staats gläubiger im Genuß seiner Rechte nicht stören muß. Es thuir, wäre weder zuträglich noch gerecht zu irgend einer Epoche; denn wir sind schuldig, unsere Verbind, lichkciten gegen den Staatsgläubiger ohne die geringste Verminderung zu erfüllen. Hierauf gründet sich die Ehre , und Wohlfahrt des Landes.« Das Finanz-Komitü besteht aus folgenden 19 Personen : H. Tierney, H. Herries, Sir I. Newport, H. Ward, Lord Althorp, H. Ashurst, Lord Lowther, H. Hume, Lord Howick, Sir E. Knatchbull, H. Maber, ly, H. Henry Drummvnd, H. V. Fitzgerald, Sir H. Parncll, H. W. Horton, Sir M. W. Ridley, H. S. 1 291 G. Stanley, dem Kanzler der Schazkammer (H. Goul- burn) und H. Huskrsson. Niederlande. Brüssel, den 10. Febr. Es hat sich zu Antwerpen eine Assekuranz-Gesellschaft gebildet, bei welcher Kauffahrtei- sowohl als Kriegsschiffe aller Nazionen sammt ihren Ladungen versichert werden können. — In der Nacht vom 2. zum s. d. M. trug sich zu Flessingen folgendes, schreckliche Ereigniß zu. Gegen einen gewissen Schreuder, der schon mehrmals vor Gericht gestanden, war ein Verhaftbefehl erlassen worden , weil er einem Mädchen gedroht hatte, sie zu ermorden. Er entwischte der Polizei, die erst spät in der Nacht seinen Aufenthaltsort entdeckte. Nun bemächtigten sich 4 Polizeidiener seiner Person, allein in dem nämlichen Augenblick verwundete er alle 4, und entkam abermals. Einer der Verwundeten ist bereits gestorben und zwei liegen ohne Hoffnung darnieder. Am andern Morgen bemächtigte sich die Polizei, von der bewaffneten Macht nnterstüzt, des Mörders. (So eben erfahren wir, daß auch der zweite Verwundete bereits gestorben ist. Zwei angesehene Männer in Flessingen veranstalten eine Kollekte für die 19 Waisen, die diese Unglücklichen hinterlassen. O e ft r e i ch. Wien, den 16. Febr. Metalliques90'^i Bankaktien 1046. Portugal. Die Kammer der Parrs hat am 25. Jan. auf das Gutachten ihrer Kommission , durch welches die 4 Pairs, der Erzbischof von Elvas, der Markts Fronteira, der Graf Cunha und der Graf Taipa, wegen der Vorfälle vom Juli m I. in Anklagestand versezt wurden, mit einer Mehrheit von 2Z Stimmen gegen 7 beschlossen, sie von ihren Stellen zu suspendiren. R ri ß l a n d. Petersburg, den 5. Febr. Zur Unterstüzung der Unglücklichen Abgebrannten in Abo haben Se. k. H. der Thronfolger Großfürst Alexander Nikolajewitsch 10,000 Rubel B. Afsign.; Se. k. H. der Großfürst Konstantin Nikolajewitsch 5000 Rubel, und II. kk. HH. die Großfürstinnen Maria, Olga und Alexandra Nikolajewna, jede 5o»0 Rub. beizutragen geruhet. Diese Beisteuer, zusammen so,ovo Rubel B. Assign., ist am 21. Dez. v. I- (2. Jan. d. I.) dem Unterstüzungs-Komito zugestellt worden. — Unter den im Jahr 1626 in Rußland verstorbenen Personen war einer von 160 Jahren (gestorben in Smolensk), 7 von 130 bis 135 I., 24 von 125 bis iso I., 35 von 120 bis 125 I., 75 von 115 bis 120 I., 126 von 110 bis 115 I., 553 von 105 bis 110 I., 1432 von roo bis 105 I., 2765 von 95 bis 100 Jahren. Schweiz. Im I. 1827 wurden auf dem Fruchtmarkt zn Ror- schach, im Kanton St. Gallen, 1,166,663 Viertel ab- gesezt, wofür 1,264,677 fl. erlöst wurden. (Etwas Weniger als im I. 1626 , und im Durchschnitte das Viertel um 4 Bazen theurer.) Spanien. Madrid, den 7. Febr. (Privat - Korrespondenz.) Die drei Provinzial-Regimenter Segbvia, Avila und Mondonedo erhielten gestern Befehl, sich zum Marsche nach Teres bereit zu halten. Diese 3 Regimenter, mit den 3 Korps, die sich von Castilien, und noch 3 andern, die sich von Catalonien aus nach Cadix in Marsch sezten, wird die spanische Garnison, welche in Cadix die französische erfezen soll, in den Umgebungen dieser Stadt bis zum 20. März vollständig versammelt feyn. Seit gestern Abend sagt man auch: der Papst habe der Bulle, wodurch Se. Heil, dem verstorbenen Könige Karl IV. gestatteten, zum Vortheil seines Schazes den siebenten Theil aller Liegenschaften der 4 Mönchs-Orden zu verkaufen, eine größere Ausdehnung gegeben. Die neue Bulle, welche, wie es heißt, bereits angekommen ist, soll den Verkauf des fünften Theils jener Güter erlauben. Barcellona, den 11. Febr. Mit der Gesundheit des H. Calomarde geht es wieder ein wenig besser, und es heißt, er scy jezt ausser Gefahr. Türkei. K 0 nstantin 0 pel, den 26. Jan. Die Proklamation der Pforte ist in volle Kraft gesczt, der Geist der Muselmänner dadurch aufgeregt worden, und das allgemeine Aufgebot nimmt fernen Anfang. Die Verfolgungen dauern fort, mehr als 6000 umrte Armenier haben seit den lezten 14 Tagen die Stadt verlassen, und sind nach Asien verwiesen. So werden die fleißigsten und sittlichsten Unterthanen ihrem Gewerbe entrissen, und die Hauptstadt dürfte deren Verlust empfindlich fühlen. Viele dieser Unglücklichen sollen sich nach Odessa geflüchtet, und daselbst eine gute Aufnahme gefunden haben. In der Administration dauert der Wechsel des Personals fort; der Kiaya-Bei, Minister des Innern, wurde vor einigen Tagen seiner Stelle entsezt; dagegen ist Tahir Pascha, den man in Ungnade, ja enthauptet wissen wollte, in völliger Aktivität, und nach Mitylene abgegangen, um daselbst das Kommando über die türkische Eskadre zu übernehmen, die nach Sciv bestimmt ist. Der Pascha von Smyrna wirb diese Erpedition durch einige taufend Mann Landtruppen unterstüzen. Wie man aus Smyrna vom 16. Jan. erfährt, war der dortige Pascha nach Tschesme abgegangen, um daselbst Alles zur Einschiffung der Truppen zu veranstalten. — Die europäischen Konsuln der vermittelnden Mächte zu Smyrna haben am 14. Jan. ihre Amtsverrichtungen eingestellt; da sie insgesammt Kaufleute sind, und wegen ihrer Handclsinteressen mit dem hiesigen Plaze in enger Verbindung sichen, so hat keiner derselben Smyrna verlassen. Der französische und englische Konsul haben die Unterthanen ihrer Nazion dem 292 mederländischen Konsul empfohlen; der russische Konsul hiiMegen har die in Smyrna verweilenden Russen unter bstreichischen Schuz gestellt. Der Redakteur des Spec- tateur Oriental, H. Plaque, der auf Befehl des französischen Konsuls verhaftet und auf ein französisches Kriegsschiff gebracht worden war, hat seine Freiheit wieder erhalten ; H. Blaque wird dem Vernehmen nach sein - Blatt fortsezen, doch dürfte ein Anderer sich als Redakteur nennen. Smyrna, den lg. Jan. Graf Capodistrias wird mit seinem zahlreichen Gefolge noch immer zu Aegina erwartet. Auf Morea hat sich die Lage der Dinge, seitdem die Ueberbleibsel der ägyptischen Flotte nach Alexandrien abgegangen sind, wenig verändert. Man weiß hier bereits, daß diese Flotte am 5 . Januar zu Alexandrien eingelaufen ist, und daß man daselbst über den traurigen Anblick derselben höchst betroffen war. Es befinden sich jezt nur noch sechs Kriegsschiffe zur Verfügung Ibrahim Pascha's bei Navarin. Aegypten. Triest, den 14. Febr. Briefe auS Alexandria vom 3. Januar melden, daß daselbst Alles ruhig sey, und auch die Aurückkunft der Ueberreste der Flotte von Navarin mit ungefähr 20,000 Mann keine Aenderung hervorgebracht haoe. Wegen eines Schiffs mit 50« Kranken u. Verwundeten, das schon leck war, als es sich von der übrigen Flotte trennte, war man in Sorgen; da jedoch auch eine große Fregatte noch fehlte, und sich mehrere Schiffe wahrscheinlich nach Abukir geflüchtet hatten, um dem Sturme zu entgehen, womit sich das alte Jahr schloß, und das neue begann, so hofft man, daß es sich gleichfalls gerettet haben werde. D i e n st n a ch r i ch t e n. Seine Königliche Hoheit der Großherzvg haben gnädigst geruht, die Pfarrei Wangen (Bezirksamts Radolphzell) dem Joseph Anton Meßmer, bisherigen Kaplan in Leipferdingen, zu übertragen. Dadurch ist das zur Seelsorge bestimmte Kaplaneibenefi- zium in LelpferSingen (Amts Blumenfeld), womit die Pastoration des zur Pfarrei Kirchen gehörigen Filials Stetten durch den dahin exkurrirenden Benefiziaten provisorisch verbunden ist, mit einem beiläufigen Erträgniß von 400 fl. in Geld, Naturalien und Güterertrag, wozu von Stetten noch ungefähr 200 fl. kommen, erledigt. Durch das Ableben deS Kaplans Heßler in Pfoh- ren (Amts Hüfingen) ist daS dortige Kaplaneibenefizium mit einem jährlichen Ertrage zwischen 400 — 500 fl. in Geld, Jinsfrüchten und Güternuzung bestehend, mit der Verpflichtung zur seelsorglichen Aushülfe erledigt worden. Die Bewerber um diese Stelle haben sich vorschriftsmäßig bei der fürstlichen Standesherrschüft Fürstenberg als Patron zu melden. Die fürstl. Fürsienbergische Präsentatwn des Pfarr- verwesers Anton Fr sch er in Lonndorf auf die Pfarrei Unterbaldingen hat die Staatsgenehmigung erhalten. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 15 . Febr. Barometer Therm. Hygr. Wind M 11 27 A. 5 ,öL. — l, 5 G. 65 G. NO. M 2 27 I. 5,5 L. 5 ,o G> 6,G. W. N Y/- 27 Z. 4,6 L. 0,6 G. 66 G. W. Leicht bedeckt —- es wird klarer — ganz heiter. Aecht englische Univcrsal-Glanzwichse vonG. F lec r w 0 rd t i n L 0 >1 b 0 n. 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Durlach, sDleb stahl. ^ Gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurden dem Maier Lichtenbcrg in Gröyingcn, mittelst Einbruchs in seine Wohnung, 142 fl., bestehend «Heils aus neuen Bäurischen Konvenrionski erlern, theils aus großen und kleinen Thalern, so wie nachstehend verzcichnetc Gegenstände entwendet: 6 silberne Eßlöffel, mit hebräischen Buchstaben bezeichnet; a silberne, übergoldete Saizbüchse; 2 silberne Kaffeelöffel, »nd 1 do. Zuckerzange. Eine nähere Spur, wer der Thätcr sey, konnte bis jezt nicht entdeckt werden. Sämmtliche Behörden werden daher dienstfreundschaftlich.ersucht, auf die entwendeten Gegenstände, so wie auf den Thäter selbst zu fahnden, und lezteni im etwaigen Betretungsfalle zu «rretircn, und gefänglich anher gefällig zu überliefern. Durlach, den ,6. Febr. 1828. Großhcrzogliches Obcramt. Baumüller. Heidelberg. (Vorladung K 0 n fc r i b r r t c r.ss Die abwesenden Konscn'birten pro 1826, 1) Georg Friedrich Süinelbach von Zicgclhausen, 2) Johann Michael Rohr mann von Heidelberg, wurden von Attiv-Nummern getroffen, und zum.Eintritt berufen. Dieselben haben sich binnen sechs Wochen dahier zu sistiren, oder zu gewärtigen, daß die gcsczlichen Der- mögensstrafen gegen sie erkannt, und im Betrctungsfalle nach §. 58 des KonscriptionS-Edikts gegen sic verfahren wird. Heidelberg, den r>. Febr. 1628. Großherzoglichcs -Oberamt. Wild. Verleger und Drucker: P. Mackl 0 t.