Karlsruher Zeitung. Nr. 83. Sonntag, den 23. März 1828. Vaiern. — Könige. Sachsen. — Frankreich. — Großbritannien. — Destreich. — Portugal. — Preußen. — Rußland. — Schweiz. — Spanten. — Verschiedenes. — Cours der Gr. Bad. Staatspapiere -i B a r e r n. München, den iö. März. In der gestrigen öffentlichen Sizung der Kammer der Abgeordneten wurde von Seite des Grafen v. Armansperg dessen Ernennung zum Reichsrath schriftlich angezeigt, und der Kammer der Dank dieses ihres bisherigen Mitglieds für das ihm geschenkte Vertrauen bezeigt. Die Kammer beschloß verbindliche Rückantwort und Einberufung der Ersazmän- ner für die zwei aus ihrer Mitte tretenden Abgeordneten, nämlich für den Minister Grafen Armansperg den Grafen Leopold von Taufkirchen-Kleeberg, für den App. Ger. Dir. Frhrn. von Leonrod den Kreis- und Stadtgerichtsrath Christoph von Harsdorf in Nürnberg. Nachdem der bisherige zweite Präsident der Kammer der Abgeordneten, Frhr. von Leonrod, zum Reichsrathe ernannt worden, so versammelten sich heute die Mitglieder gedachter Kammer, um aus ihrer Mitte — zur allerhöchsten Aus wähl eines zw eitenPräsidenten — die erforderliche Anzahl von Kandidaten zu bezeichnen. Nach dem Ergebnisse des ersten Scrutiniums sollen sich für den Abgeordneten und zweiten Sekretär Häcker 70 Stimmen, für den Abgeordneten von Dresch 60 , für den Abgeordneten und ersten Sekretär Vetterlein 56, für den Abgeordneten Hefner 56 ,, und für den Abgeordneten von Reindl SZ Stimmen erklärt haben. Königreich Sachsen. Dresden, den iö. März. Ihre Mai. die verwitt- wete Königin von Baiern langten gestern Abends mtt Al- lerhöchstdero beiden Töchtern, den Prinzessinnen Marie und Louise kön. Hoheiten, allhier im königl. Palais am Taschenberge an, und wurden allda von Sr. M. dem Könige und den höchsten Prinzlichen Herrschaften, karserl. und königl. Hoheiten, empfangen. Frankreich. Pariser Börse vom 19. März. Zprozent. konsol. 5. üe goyr. 104 Fr. 35 Cent. Käs msi-z 102 Fr. 15, 20 , 25 Cent. — 3proz. konsol. 68 Fr. 90, 95 Cent. — Deputirtenkammer. H. von Conny hatte jüngsthin den Vorschlag gemacht: jeden Deputaten, der nach seiner Ernennung eine Staatsstelle mit Gehalt annehmen würde, einer wiederholten Wahl zu unterwerfen, mit Ausnahme der Minister-Staatssekretäre, und der Land- und See-Offiziere, die zu höhern Graden vorgerückt wären. Die zur Prüfung dieses Vorschlags niedergesezte Kommission besteht aus neun Mitgliedern, worunter sich der H. Baron von Jankowitz, Graf von Lascours , Vi- comte de Conny und H. Pardessus befinden. — Es heißt, H. von Rayneval werde den H. Herzog von Mortemart nach Rußland begleiten. — Die Gazette de France vom 20 . sagt: Man liest in dem Courrier franoais, dem vertrauten Journal einiger Minister: ''Seit einiger Zeit hat man sich vielen Vermuthungen über den Wiedereintritt des Hrn. Vicomte von Chateaubriand in das Ministerium überlassen. Dieser Wiedereintritt scheint sehr nahe zu scyn. Die Personen, die am besten unterrichtet zu seyn pflegen, versicherten heute Abend, daß die Präsidentenstelle im Ministerrath dem edlen Pcnr sey angeboten worden. Man sagte auch: ein Theil des Ministeriums des Innern sey zu seiner Beifügung gestellt worden; man spricht sogar davon, daß der öffentliche Unterricht seiner Leitung und Oberaufsicht solle anvertraut werden. Das wenigstens wird für ganz gewiß angenommen, daß H. von Chateaubriand Minister ohne Portefeuille werden wird, und man würde sich nicht wundern, wenn man die Ordonnanz seiner Ernennung schon in dem morgigen offiziellen Blatte finden würde.« — Man liest im Messager des Chambres und im I. des Dcbats vom 19.: ''Es hieß vor einiger Zeit: die ottvmanische Pforte, bestürzt über die Abreise der Botschafter der 3 alliirteü Mächte, hatte ihnen einen Könner nachgeschickt, mitder dringenden Einladung, zurückzukvmmen. Man zweifelte seither an der Wahrheit dieser Thatsache; allem nach dem, was der niederländische Minister zu Konstantinopel nach dem Haag berichtet hat, ist es gewiß, daß diese Frie, densbotschaft nach Korfu abgefertigt wurde; nur ist sie daselbst zu spät angekommen: drei Tage vorher hatten sich die bevollmächtigten Minister der 3 alliirten Mächte getrennt. Wenn sie in die Rückkehr eingewilligt hätten, so würde der Sultan zu wichtigen Verwilligungen sich verstanden haben.« — Wenn man den Wünschen und Rathschlägcn des Constitutionel Gehör geben wollte, so wäre die orientalische Frage rasch gelöst: er schlägt nämlich vor, einige Provinzen des türkischen Reichs unter dre großen Mächte zu vertheilen. "Ließe man jede derselben an der Theilung Antheil nehmen, meint er, so würde der Friede für jede zur Nothwendigkeit, weil der Friede allem ihnen den Besiz zu sichern im Stande wäre.« — Aus den Anstalten, die man zu Toulon zur Einschiffung eines beträchtlichen Trains Belagcrungs-Artil- 470 lene macht, schließt die Quotidienne, daß Algier das Ziel der auszurüstenden Expedition seyn müsse; in Moira bedürfe es keiner Belagerungen; Algier hingegen sey durch seine sehr starke» Batterien gegen ein Bombardement von der Seeseite gesichert: wolle man es also bezwingen, so müsse man Truppen ans Land sezen, und eine regelmäßige Belagerung anfangen. — Man will hier nicht mehr an die Räumung Portugals und Spaniens glauben, um so weniger, als die Tripel-Allianz zur Intervention wegen Griechenland hier für aufgelöst gehalten wird. — H. Dominik Mottet-Deqerando, Abgeordneter des Rhone-Departements in die Deputirtenkammer, und H. Michaud, Abgeordneter des Jsere-DepartementS, sind mit Tod abgegangen. — Das Theater von Madame hat am 18. die erste Vorstellung der russischen Waise gegeben. Dieses Werk erhielt sehr großen Beifall; es zeigt eine sehr angenehme Mischung von Wiz und Gefühl. — Der Eilwagen von Nyons nach Montclimart ist vor einigen Tagen von Räubern angehaltcn worden. Er trug 15,000 Fr., die dem Staate gehörten, und von den Räubern genommen wurden, obgleich 2 Gendarmen den Eilwagen geleiteten. Großbritannien. London, den 17 . März. Man liest in dem heutigen Globe and Traveller: "Der Fürst von Polignac hatte diesen Morgen eine Konferenz mit dem Grafen Dudley im Bureau der auswärtigen Angelegenheiten. Der Fürst von Polignac wird heute Abend, nach Beendigung des Minisierrathes, einen KabinctSkourier nach Paris absenden. Er hatte vor, schon gestern Abend einen abzufertigen; allein wahrscheinlich hat die Vertagung des Minisierrathes ihn vermocht, die Absendung bis auf heule zu verschieben. — Die Fürsten Esterhazy und von Polignac haben mit dem russischen Großbotschafter, Fürsten Lieven, eine lange Konferenz gehabt. (Globe and Traveller.) —> Man liest in dem Standard vom 17 .: Heute morgen hat man von Lord Granville, unserm Botschafter in Paris, Depeschen erhalten. Dian glaubt, daß ein Bote des Königs heut Abend aus dem Bureau der Kolonien, mit Depeschen an Sir -F. Adam, General-Gouverneur der Jonischen Inseln, werde abgesendet werden. Man hält wirklich einen Kabinetsrath; um 3 Uhr versammelten sich die Minister im Bureau der auswärtigen Angelegenheiten. Der Stand unserer auswärtigen Verhältnisse ist unstreitig eine der Hauptursachen dieser häufigen Kabinetsvereine. — Heute 'Abend versammelte sich die Pairskammer auf einige Augenblicke. ES ist kein Wort über die auswärtigen Verhältnisse Englands gesprochen worden. In der Kammer der Gemeinen ist, bis zum Abgang des Kouricrö, auch nichts Wichtiges vorgekommen. — Daö englische Ministerium hat von dem Parlamente eine Zusazsumme von üoo,ooo Pf. Sterl. (S Mill. Loo,ooo ss.) für die ausserordentlichen Ausgaben der Armee begehrt. — Man liest in dem Standard: "Der russische Großbotschafter Fürst Lieven ist in Abrede, daß das Dokument , welches er erhielt, als eine Kriegserklärung könne angesehen werden, und die Minister Sr. M. sind seiner Meinung.« "Man glaubt: der entschlossene Ton, den der Herzog von Wellington genommen, müsse den Krieg verhindern, oder nichts werde ihn verhindern.« — Die neuen Staatsgemächer am nordwestlichen Flügel des Windsor-SchlosseS werden gegen Mai vollendet seyn, und von Sr. Mai. im Jum oder Juli bezogen werden. — Die für die Ausbesserungen und Vergrößerungen des Schlosses von Windsor bereits ausgegebenen Summen belaufen sich auf 400,000 Pf. St. (4,400,000 fl.), und man schäzt die Summe, die nach dem Bauplane noch aufgewendet werden muß, auf 2,44,500 Pf. Sterling ( 2 , 669,500 fl-) — Die Regierungszeitung von Ealcutta meldet, daß der Rajah von Kolapore bei'm Anblick der gegen ihn ausgesandten Truppen der Kompagnie sich unterworfen, und den englischen Truppen die Stadt jenes Namens, sowie alle kleinen, auf dem Hauptgebiete gelegenen Forts übergeben habe. Da in Kolapore ansteckende Krankheiten herrschten, so haben unsere Truppen unter den Mauern der Stadt kampiren müssen. Der Rajah ist in alle ihm vorgeschriebenen Bedingungen eingegangen. — Der Herzog von Buccleugh wird sich in Kurzem mit der schönen und talentvollen Miß Sheridan vermählen. Der Herzog hat gegenwärtig ein jährliches Einkommen von 140,000 Pf. Sterl. (mehr als 1V2 Million Gulden), und wird nach dem Tode seiner Großmutter noch 20,000 Pf. mehr bekommen. Miß Sheridan ist die Enkelin des berühmten Redners. O e st r e r ch. Wien, den 16. März. Privatbriefe aus Odessa bringen die Nachricht, daß der Krieg zwischen Rußland und Persien von Neuem ausgebrochen ist. Nach einigen dieser Briefe hätte sich Abbas Mirza eine schändliche Verrätherei gegen den General Paskewitsch und best sen Generalstab zu Schulden kommen lassen; er soll sie nämlich bei einem von ihm veranstalteten Feste gefangen genommen, und alle nach Teheran geschickt haben. Ändere Briefe gehen noch weiter, und lassen den russischen Obergeneral mit seinem Generalstabe bei dieser Gelegenheit umkommen. Das verräterische Verfahren dcS Abbas Mirza soll mit einem gelungenen Uebersalle der sorglos bivouacquirenden russischen Truppen verbunden gewesen seyn. Wie weit diese leztern Angaben Glauben verdienen, wird vielleicht die nächste Post aus Kon- stantinopel aufklären; daß aber der Krieg zwischen den Persern und Russen wieder begonnen hat, wird selbst au» Petersburg bestätigt. (Allg. Ztg.) Wir entlehnen obigen Artikel aus der allgemeinen Zeitung. Anderweitige Nachrichten besagen dagegen, 471 daß der Friede förmlich abgeschlossen, und vom Schah ratifizirt, auch die stipulirte Entschädigungssumme dem General Paskewrtsch bezahlt worden ist, indem lezterer mit seinem tapfer« Armeekorps, bis aus wenige Werste von Teheran, der Residenz des Schah, vorgedrungen war. (Siehe Rubrik Rußland.) Portugal. Ein Privatbrief aus Lissabon vom 3. März meldet, daß am i. d. M. daselbst große Unruhen statt halten. Eine beträchtliche Anzahl Offiziere ohne Dienst und andere Personen drangen in den Palast Ajuda, unter dem Geschrei: "Es lebe der unumschränkte König! nieder mit der Konstitution! Tod den Liberalen»! Der General Caula, General-Kommandant der Provinz, sah sich von einer zahlreichen Gruppe umringt, aus welcher er nur mit einer Wunde am Arm und mit Hülfe einer Patrouille entkam. Der ehrwürdige Patriarch begab sich in den Palast; von den Empörern aufgefordnt, m das aufrührerische Geschrei, das sie auSftießen, mit einzusiimmen, rettete er seine Würde dadurch, daß er rhnen seinen Segen gab, worauf sie ihn gehen ließen. Der östreichische Gesandte, Fürst von Schwarzenberg, befand sich in der größten Gefahr; auch sagte er Tags darauf einem edeln Pair, wenn der englische Gesandte, Sir W. A'Court, ihn nicht an Lord seiner Fregatte aufgenommen hätte, würde er lieber zu Lande abgereist, als noch 2 Tage hier geblieben seyn, nach all dem, was im Palaste Ajuda vorgefallen war. Tags darauf gieng er mit Sir W. A'Court unter Segel. Am 2. und 3. März dauerten die Zusammenrottungen fort, so wie das Geschrei: "Es lebe der unumschränkte König! weg mit der Charte! ES lebe die Königin Carlöttarc.! (Journ. d. Deb.) P r e u s s e n. Berlin, den 19. März. Se. Maj. der König haben dem General-Major von Lettow, Kommandeur der 4. Jnfanteriebrigade, den rothen Adlerorden 2ter Klaffe mit Eichenlaub zu verleihen geruhet. — Sc. M. der König haben Sr. kön. Hoh. dem Infanten von Spanien, Karl von Bourbon, Herzog von Lucca, best schwarzen Adlerorden zu verleihen geruht. Rußland. Petersburg, den L. März. Die Besorgnisse, welche die mögliche Erneuerung der Feindseligkeiten gegen Persien erregt hatte, scheinen als beseitigt betrachtet werten zu können; da nach den neuesten Nachrichten der Schah von Persien, in Folge des von dem General Pas- kewitsch ungeordneten Vorrückens der russischen Truppen, seine Bereitwilligkeit zur Annahme des Friedenstraktats zu erkennen gegeben hat. Demzufolge sollen die an Rußland zu zahlenden Kontributions-Gelder bereits abge- sendct seyn, und Abbas-Mirza den Auftrag erhalten haben , sofort zur Vollziehung des Friedenstraktates zu schmikü. ' (Pr. Staatsztg.) — H. von Stroganoff soll, dem Vernehmen nach, den Kaiser Nikolaus begleiten, wenn Se. Maj., wie Alles anzeigt, sich zur Armee nach Bessarabien begibt. Schwerz. Se. Em. der päpstliche Jnternunzius Ghizzi hat, in Folge der jüngsthin beschlossenen Verwerfung des Konkordats durch den Kanton Aargau, die Diözesan- Kantone in einer Note dringend eingeladen, das Konkordat ohne Aargau abzuschließen. Er verhieß, in Alles einzuwilligen, waS ihnen angenehm seyn könnte, und selbst bedeutende Abänderungen zuzugestehen, vorausge- sezt, daß der wesentliche Inhalt nicht verändert würde. Luzern scheint sehr geneigt, auch die meisten andern Stände halten es für angemessen, das Provisorium nicht länger dauern zu lassen. Spanien. Gegenwärtig werden 3 Fregatten, zwei in Ferro! und eme in Carthagena erbaut. Verschiedenes. Aus Stockholm wird unter'm 7. März geschrieben: Heute haben wir hier eine Kälte von 22 Gr. Reaumur, und das Meer ist bis Landsort zugefroren. Tories und Whigs. In der neuern Geschichte der Politik erscheint diese Benennung zweier einander gegenüber stehenden Parteien in England wieder öfters, ohne daß wahrscheinlich ein großer Theck unserer Leser ihre Herkunft und eigentliche Bedeutung kennt. Der Ursprung dieser zwei Parteien datirt sich aus den Zeiten König Jakobs I. (also vom Anfang des 17. Jahrhunderts), der mit einem großen Theil der englischen Nazion in Mißhelligkeit kam. Diese erweiterte sich unter seinem Sohne Karl I. (dem im Jahr 164Y enthaupteten Könige). In dem innerlichen Kriege, der zwischen ihm und dem Parlament ausgebrochen war, nannten die Anhänger des Leztern die Königlichgesinnten Tories, ein irländisches Wort, welches so viel bedeutet, als Räuber. Die von der Partei des Königs belegten dafür ihre Gegner mit dem Namen Whigh, ein schottisches Wort, das einen kleinen Hut bedeutet, und zielten damit auf ihre Verbindung mit den Schottländern, besonders auf die puritanische Partei in Schottland, welche sich durch ihre Hüte auszeichnete, und schon gegen Jakob I. die Waffen ergriffen hatte. Inzwischen wurden die Schimpfnamen, welche beide Theile einander gaben, wenig bekannt. Erst unter Karl II. wurden Tory und Whig ansehnliche Namen und zwar 1678 bei Gelegenheit der Verschwörung gegen den König, deren die Katholiken beschuldigt wurden. Diejenigen, welche die Verschwörung für eine leere Erdichtung ansahcn , wurden Tories, und die, welche sie für wahr hielten, Whigs genannt. Denn ihre Verschiedenheit in der Gesinnung wirkte auch auf die Beurt Heilung der Wahrscheinlichkeitjener Sache. Die Tories waren nämlich Freunde des Königs, welche das Vorrecht der Krone vertheidigten; die Whigs hinge- 472 gen wollten dem Parlamente mehr Unabhängigkeit gehen. Bis zum Tode der Königin Anna (1714), dem lezten Sprbßling der Stuarts, worauf dann das Haus Hannover in den Lesiz des englischen Thrones gelangte, war bald die eine, bald die andere die herrschende Partei. Von Georgs II. Regierung an hörte man aber ihre Benennung seltener, obgleich die Grundsäze beider Parteien sich entgegengesezt blieben. Die Freunde der Stuarts verwandelten sich allmahlig in die Schuzredner der Krone und der Regierung (Ministerialpartei), und die Feinde der Stuarts, oder die ehemaligen Whigs, wurden wieder, was sie ursprünglich gewesen waren: Sie bildeten seitdem fortdauernd die Opposition. Jndeß hatten beide Parteien viel von ihrer gegenseitigen Erbitterung und Heftigkeit nachgelassen. Nur bei wichtigen Anlässen zeigte sich die leztere auf's Neue. Ungeachtet des mehrmals eingestellten Versuchs, beide Parteien in einander zu verschmelzen, und sie dadurch unwirksamzu machen, gibt es noch immer strenge Tories oder Verfechter der Vorrechte der bischöflichen Kirche und der Krone; gemäßigte Whigs oder Freunde der bestehenden Bolksrepräsen- tation, und strenge Whigs oder Verfechter der Parlamentsreform , ,die jährliche Parlamentswahl, allgemeines Sttmmrecht u. s. w. Vorschlägen. Mgn nennt leztere auch Reformers. Folglich unterscheiden sich die Tories und Whigs noch jezt durch ihre Grundsäze in Absicht auf Kirche und Staat. Frankfurt am Main, den 20. März. Cours der Großh. Bad. Staatspapiere. 50 fl. Lott. Loose bei S. Haber sei». und Goll u. Söhne 1Ü20.67 dito herausgekommene Serien ..... 92 Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 21. März Barometer Therm. Hygr. Wind M. 7 7^ 27 A. 3,7 L. 7,6 G. 61G. W. M. 27-, 27 K. 1,3L. 10,0 G. 6 l G. W. N. 9/4 27 A. 3,0 L. 6,1 G. 59 G. W. Wenig heiter — Regen — dichtes Gewölk und stürmisch. Einladung. Künftigen Donnerstag, den 27. März, wird zum Dortheil des Unterzeichneten gegeben: Der Barbier von Sevilla, komische Oper in 2 Akten; Musik von Rossini. Hr. Fischer, den Figaro. Wozu gehorsamst einladet M a y e r h vf e r , Hofschauspieler. Karlsruhe, l An § eige. ^ Bci Unterzeichnetem sind wieder Mailänder Seidenhuthe angckommen, und um sehr billigen Preis zu haben. Karl Helmlc, Huthmacher, Spitalsiraße Nr. 69. Karlsruhe. sLeihha»Spfander-Versteigerung.^ In dem Gasthaus zum König von Preußen werden öffentlich versteigert: Montag, den 24. Marz, Nachmittags 2 Uhr, Manns - und Frauenklcidcr von allen Gattungen. Dienstag, den 28. Marz, Nachmittags 2 Uhr, Leib-, Lisch- und Bettweißzeug, und 466 Ellen verschieden« Leinwand und 106 Ellen Gcbild. Mittwoch, den 2b. Marz, Nachmittags 2 Uhr. Gold und Silber, als 4 gvld. Rep. Uhren, 9 gold. Uhren, gold. Finger- und Ohrenringe w., 2 selb. Rep. Uhren, 17 silb. Taschenuhren; 5ri Loth Silber, nämlich: Eß - und Kaffeelöffel, Juckerklammen rc. Donnerstag, den 27. Marz, Nachmittags 2 Uhr, ,1 Ober- und 2 Unterbette«, 12 Phülben, 26 Kiffen, 76 Pf. Jinngeschirr, 12Z Pf. verschiedenes Garn, i» Bügcleiseu rc. Freitag, den 28. März, Nachmittags 2 Uhr, Ellcnwaaren, als: wollenes Tuch, 46 Ellen Cotton, 49 Ellen Vaumwollzeug, Zr Ellen Merino, und verschiedene Lcihhaus- pfändcr. Karlsruhe, den 22. Marz 1828. Leihhaus-Verrechnung. Epth. Karlsruhe. sNe r st ei ge r u n g des Promenade- Hause s. 7 Iu der nochmaligen Versteigerung des in die Ver- lassenschastsmaffe des verstorbenen Hrn. GehcimerathsSck ricke l des älter», gehörigen Promenadehauses nebst darauf ruhender Wirthschaftsgercchtigkeit — und der dabei liegenden i 5 halbe» Morgen Gärten, wird Termin auf Freitag, den 28. März d I., Nachmittags 2 Uhr, festgesezt, und zuerst die einzelnen Theile besonders, sodann aber das Ganze, öffentlich versteigert, und den Meistbietenden für eigen, ohne Ratifikationsvorbehalt, zugeschlagen werden. Die Versteigerung geschieht im Promenadehaus selbst. Karlsruhe, den 22. März 1628. Großherzogliches Qbcrhofmarschallamtsrevisorat. Rath Ziegler. Karlsruhe. sH a u s - Vcrstci'geru ng.H Montag, den 3 i. Marz d. I., Vormittags, wird dahier eine zweistöckige Behausung nebst Mansarten, Hintergebäude, Holz- und Chaisenremise und Garten, Nr. 5 in der Erbprinzenstraße, einseüs neben Hrn. Obcrrcchnungsrath H ü t ten sch m i dt, anderseits neben den Baulichkeiten des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten, derLrbthcilung unter den Kammerrath Reinhard'sehen Erben wegen, in dem Hause selbst,- öffentlich versteigert werden. Die nähern Bedingungen werden bci der Steigerung selbst bekannt gemacht werden. Karlsruhe, den 21. März 1828. Karlsruhe. sHaus zu vermiethe n.ss Im vordem Zirkel ist das Haus Nr. ig, bestehend in drei Logien, 14 Zimmer enthaltend, entweder an eine Herrschaft ganz, oder in belie« gcn Abthcilungen zu vermiethen; auch kann erforderlichenfalls Stallung und Remis- dazu gegeben werden, und ist sowohl ganz als auch theilwcise den 2Z. Juli dieses Jahrs zu beziehen- Allenfallsige Liebhaber wollen ,sich um nahhere Auskunft an Unterzeichneten Eigenthümcr gefälligst wenden. " ° Franz Schmidt, Stadtkutscher. Verleger und Drucker: P. Macklot.