K a r Nr. 1. her Zeitung. Mnötag, den 1. Januar 183Z. Deutscher B u n v. Auszug des Protokolls der 46. Sitzung der deutschen Bundesversammlung vom 6. Dezember 1832. §. 543. Aufstellung eines kön. preuß. Truppenkorps zur Deckung der auf dem rechten Maasufer gelegenen Gränze. Preuffen. Wie dem durchlauchtigsten Bunde bekannt ist, beabsichtigen Großbritannien und Frankreich, ZwangS- maaßregeln gegen Holland eintretcn zu lasten, um die in dem Londoner Traktat vom 15. Nov. v. I. aufgenommenen 24 Artikel, wie solche durch spatere Verhandlungen modi- fizirt worden sind, zur Ausführung zu bringen. Obwohl diese Awangsmaaßregeln, nach einem über deren Modalitäten zwischen den genannten beiden Mächten abgeschlossenen Vertrage, auf die Einnahme der Zitadelle von Antwerpen sich beschränken sollen; so laßt sichdoch schon ein solches Unternehmen, im Falle des Widerstandes von Seiten Hollands, nicht ohne Krieg, der Krieg zwischen den genannten Mächten und Holland aber, bei dem nicht vorherzusehenden Gange der Ereignisse, kaum ohne ernstliche Gefährdung des allgemeinen FricdcnSzusrandcs vonEn- ropa denken. An Gegenvorstellungen zur Vermeidung solcherZwangs- maaßregeln gegen einen unabhängigen Staat, wie Holland , haben eL Oesterreich, Preuffen und Rußland nicht fehlen lassen, indem sie sich zugleich von der Thcilnahme an solchen ausgeschlossen und selbigen die Billigung versagt haben. Da jedoch Großbritannien und Frankreich, in ihrer eigenthümlichen Stellung und auch Belgien gegenüber, Gründe zu finden glauben, um bei dem einmal gefaßten Vorhaben zu beharren; so ist der Gesandte beauftragt worden, mit Bezug auf die schon vor einiger Zeit den verehelichen Bundcstagsgcsandtschaften vertraulich gemachte Mittheilung, hierdurch die förmliche Anzeige in das Bundcsprotokoll zu legen, daß von des Königs seines al- lcrgnädigsten Herrn Majestät dem bisher in der Provinz Westphalcn stationirt gewesenen siebenten Armeekorps der Befehl erthcilt worden ist, über den Rhein zu rücken und zwischen Aachen und Geldern, zur Deckung der auf dem rechten Maasufer gegen Belgien sind Holland gelegenen Gränze, eine Stellung einzunehmen, während das am Rhein stehende achte Armeekorps befehligt worden ist, crst- geSachten Truppen zur Unterstützung zu dienen. Ueber den Zweck dieser Sicherheüsmaaßregcl, der dahin geht, zu verhindern, daß vo >' Truppen derjenigen Mächte, welche der Zitadelle von Antwerpen halben in Kampf mit einander gerathcn könnten — seycn es französische, belgische oder niederländische — die Maas überschritten und deren rechtes Ufer irgendwo und irgendwie berührt werde, ist kön. preuß. Seils bereits an Großbritannien u. Frankreich Nachricht gegeben worden. In Folge allerhöchsten Auftrags, bringt der Gesandte Vorerwähntes zur Kenntniß der hohen Bundesversammlung. Präsidium wolle über vorstehende Eröffnung des königk. preuß. Hofs die Erklärungen der BundeLtagsgesandtschaf- ten vernehmen. Oesterreich. Der kaif. kön. Hof ist der Ansicht, daß der den fche Bunddievon Sr.M. dem KönigevonPreuffen bei denobwallenden dringenden und Gefahr drohenden Verhältnissen im eigenen wie im Interesse des gesammten Bundes getroffene weise und kräftige Maaßregel, als acht föderativ vorgckehrt, nur mit wahrer Genuglhuung zur Nachricht zu nehmen, und Sr. königl. preuß. Maj. für diese zweckmäßige Fürsorge den einstimmigen Dank des Bundes auszudrucken habe, zugleich aber Allerhöchstdenselbcn auch ferner die Wahrnehmung der Interessen des Bundes an dessen bedrohter nordwestlicher Gränze vertrauensvoll an- empfchlen möge, damit die, nach Lage der Ereignisse allenfalls erforderlichen , verfassungsmäßigen weiteren Beschlüsse des Bundes bei Zeilen gefaßt werden können. Baiern tritt dem so wohl begründeten Anträge der sehr verehrten k. öftere. Präsidialgesandtschaft, daß Sr.M. dem Könige von Preuffen der Dank für die Sorgfalt zu erkennen gegeben werde , welche Allerhöchstdicselben durch Aufstellung der angegebenen Truppen für Deutschlands Sicherheit bewiesen haben, bei. Königreich Sachsen: Der Gesandte ist angewiesen, zw , erklären, daß die kön. preuß. Seils beschlossene Aufstellung cincS Observatronskorps an dem rechten MaaSufcr als durch die zunehmende Verwickelung der holläudisch-belgr- schen Angelegenheiten hervorgerufen erscheine, und daß die dabei zugleich für die Sicherheit des Bundesgebiets genommene Rücksicht dankbarst anzuerkennen sey. Der Gesandte hat sich daher der Abstimmung dcr kaiscrt. östcrreich. Gesandtschaft anzuschließcn. Hannover, wie Oesterreich. Würtemberg r Die königl. Gesandtschaft vereinigt sich' mit der kais. kön. vsterreich. Abstimmung zu Dankbarer Anerkennung der bei den kön. preuß. Seits getroffenen V.or- sichtsmaaßrcgeln, zugleich dem Wohle des Bundes uuk> Der Wahrung seiner friedlichen Stellung gebracht werdenden Opfer. Baden: schließt sich dein östcrccich. Anträge an, Kurheflen, 2 Großherzogthum Hessen, Dänemark, wegen Holstein und Lauenburg, und Niederlande, wegen des Großherzogthums Luxemburg, gleichfalls wie Oesterreich. Großherzogl.- und herzogl. - sächs. Hauser, Braunschwcig und Nassau, Mecklenburg Schwerin und Mccklenburg-Strelitz, Oldenburg, Anhalt und Schwarzburg, Hohenzollern, Liechtenstein, Rcuß, Schaumburg-Lippe, Lippe, und Waldeck, dann die freien Städte, Lübeck, Frankfurt, Bremen und Hamburg: schließen stch ebenfalls der kaiscrl.-österr. Abstimmung an. Hiernach wurde beschlossen: Der deutsche Bund nimmt die von Se. Maj. dem König von Preussen bei den obwaltenden dringenden und Gefahr drohenden Verhältnissen in eigenem wie im Interesse des gesammten Bundes getroffene weise und kräftige Maaßrcgel, als ächt föderativ vorgekehrt, mit wahrer Ge- nugthuung zur Nachricht, und indem derselbe Se. königl.- preuß. Maj. für diese zweckmäßige Fürsorge den einstimmigen Dank des Bundes ausdrückt, empficlt er zugleich Al- lerhöchstdensclben auch ferner die Wahrnehmung der Interessen des Bundes an dessen bedrohter nordwestlicher Grän- ze vertrauensvoll an, damit die, nach Lage der Ereignisse allenfalls erforderlichen, verfassungsmäßigen weitern Beschlüsse des Bundes bei Zeiten gefaßt werden können. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 23. Dez. Seit einigen Tagen zirkulirt hier eine Broschüre gegen den Vertrag, welchen Frankfurt mit England abgeschlossen hat. In den „Jahrbüchern" war nämlich ein Gutachten eines Theils der Handelskammer in diesem Betreff zur Kenntniß gebracht worden. Die Sache verhielt sich aber so: die Handelskammer war von dem Senate zur Begutachtung jenes Vertrags gar nicht aufgefordert, sondern früher ihr aufgegebcn worden, ein Gutachten über die Lage des hiesigen Handels zu erstatten. Wie unser ganzer Handelsstand, so theilt sich natürlich auch die Handelskammer in zwei Parteien: in Anhänger des preusstschcn Zollsystems, »nd in Anhänger vollkommener Handelsfreiheit; die Mehrheit der Mitglieder der Handelskammer gehört zur ersten Partei, und daher fiel das Gutachten der Kammer für den Anschluß an Preussen aus. Die Minderzahl aber legte ihren Ansichten, welche jenen Gründen geradezu entgegengesetzt sind, in einer besonder» Erklärung nieder. Diese Gutachten, beide sehr gut bearbeitet, beide alle Gründe für ihre Ansicht her- vorhebcnd, wurden dem Senate, und von diesem der gesetzgebenden Versammlung vorgelegt, welche beide Behörden sich für Beibehaltung des bisher befolgten Handelssystems erklärten. Das von der Majorität der Handelskammer — also eigentlich von der Kammer selbst — für den Anschluß an daS preussisch-hessische Zollsystem erstattete Gutachten ist nun im Drucke erschienen, und verbreitet worden; auch ist der Druckschrift eine später von denselben Gliedern der Handelskammer erlassene Protestatio» darüber, daß vor dem Abschluß des englisch-frankfurtischen Vertrags sie nicht deshalb vernommen worden, beigcfügt. Dieses Schriftchen macht viel Aufsehen; eö ist indessen be- merkenswerth, daß schon einige Tage vordem Bekanntwerden desselben die Kasseler Zeitung davon unterrichtet war, und erzählte, daß eine energische Erklärung der Handelskammer erschienen sey. (N. K.) Frankfurt, 30. Dez. Don durchpasstrten Polen sind bisher 5725 Offiziere, 444 Unteroffiziere und 206 Gemeine in Frankfurt verpflegt worden. Die gesetzgebende Versammlung hat dem Senate einen Gesammtkredit für die Rubrik durchpasfirenve Polen von 37,000 fl. bewilligt. Großherzogl hum Hessen. AuS Oberhessen, 23. Dez. Wie man erfährt haben wir zu Anfang des neuen Jahrs sehr beträchtliche Durchmärsche preussischcr Truppen m unserer Provinz zu erwarten. Das Kreiskommiffariat zu Gießen ist bereits vorläufig davon benachrichtigt worden, damit es auf der Obcrheffen durchziehenden Militärstraße die erforderlichen Anstalten zur konventionsmäßigen Einquartirung und Verpflegung bei Zeiten treffen könne. Da indessen die, nach getroffener Uebereinkunft von Seiten der preussischen Regierung zu leistende Vergütung, besonders bei den gegenwärtig ziemlich hohen Preisen der ersten Lebensmittel, den Quartiergebern keine hinreichende Entschädigung gewährt; so sind von mehrern Vorständen der an der Straße liegenden Etappenorte Vorstellungen gemacht worden, die eine weitere Schadloshaltung bezwecken. (N. K.) Kurhessen. Hanau, den 27. Dez. Es ist nunmehr vom Kriminalsenat des hiesigen Obergerichts ein Straferkenntniß gegen die bei der letzten Meuterei an der Mainkur betheilig- tcn Individuen erlassen worden. Gemäß demselben haben sie, je nach dem Grade ihrer ermittelten Schuldbarkeit, eine Zestungsstrafe von 6 bis 18 Monaten zu erstehen. (S. M.) Preussen. Aus Preussen, 25. Dez. Das Gerücht von dem Besuche, den Feldmarschall Paskcwitsch hier in Kurzem abstatten würde, hat bei Manchem Besorgnisse über die Erhaltung des Friedens erregt. Man erinnert sich bei diesem Anlaß desjenigen Besuchs, den des Fürsten von Warschau Vorgänger im Kommando, Fcldmarschall Dicbitsch, vor etwas länger als zwei Jahren hier abstattete. Durch den Eintritt eines unerwarteten Zwischenfalles, des polni- scheu Aufstandes, ward der vermuthcte Zweck jenes Besuches freilich vereitelt; da sich aber inzwischen die Zeitum- stände günstiger gestaltet haben, so hält man cs für möglich, daß der dies fällige Plan neuerdings könnte wieder ausgenommen werden. An der Börse hegt man dagegen stets Hoffnung, daß die obschwebenden politischen Fragen auf gütlichem Wege ausgeglichen werden möchten, wcS- Z halb dem auch die Fondskurse, augenblickliche Unterbrechungen abgerechnet, im Steigen begriffen sind. (S. M.) Frankreich. * Paris, 27. Dez. Obschon von Seiten derBcwoh- ner durchaus kein Anzeichen von unruhiger Bewegung und von Lust zu Meutereien gegeben worden, so sind doch alle Truppen in ihren Kasernen in Bereitschaft, und auf alles gefaßt. Man sagte unter den Offizieren, daß es sich um ein Komplot handle, welches dahin ziele, direkt auf die Tuillericn loszugehen, und den König wegzuführcn, und sich so der Regierung zu entledigen. Das Ganze bezweckt vielleicht nichts anders, als der polizeilichen Strenge gegen die Bälle zum Deckmantel zu dienen. Die gestern gemachte Mittheilung über die Weigerung des Königs von Holland, die Forts Lillo und Liefkenshoek betreffend, bestätigt sich ganz, obschon die ministeriellen Blatter keine Erwähnung davon machen, und sogar das Journal des Debats ein verdächtiges Stillschweigen beobachtet. Die Börse zeigte anfangs Lust zum Steigen, allein die Bestätigung dieser Nachricht verursachte ein plötzliches Weichen. Man weiß bis jetzt bloß von London, welche Wirkung die Uebergabe der Zitadelle in der Fremde hervorgcbracht hat, das diplomatische Korps, und vorzüglich Hr. von Werthcr und Hr. Pozzo di Borgo sind in großer Bewegung. Unser Kabinet kann nichts bestimmen, bevor es offizielle Antwort vom Haager Hof bekommen hat. Die beiden fremden Minister haben heute neue Noten eingereicht, worin dem Hrn. von Broglie angeführt wird, daß Frankreich erklärt habe, gleich nach Einnahme der Zitadelle seine Truppen zurück zu rufen. Die Gesandten von Oesterreich, England und Preuffen haben Kuriere aus London erhalten, welche sich vcrmuthlich auf den wichtigen Gegenstand beziehen. Bei Hrn. von Broglie sind zwei Eilboten von Talleyrand angefahren. Paris, 27. Dez. Nach einem Berichte des Handels- Ministers hat der König auf den 25. Januar den allgemeinen Rath über Handel, Gewerb und Ackerbau einberufen. Dieser Rath besteht aus 60 Mitgliedern für die Manufakturen, der Minister kann 40 davon ernennen. Die Han- delßmitglieder werden durch die Handelskammern der Städte Amiens, Avignon, Carcaffonne, Laval, Mühlhausen, Nismes, Rheims und Troyes gewählt. — Der Marschall Gerard sagt in seinem Bericht vom S4.: Ich habe mich in daß Innere der Zitadelle begeben.. Es ist unmöglich , diesen Anblick der Zerstörung zu beschreiben, den der Platz gegenwärtig darbietet. Alle Gebäude sind gänzlich zerstört, und die Trümmer, die noch stehen, sind von den Spuren unserer Bomben und Kugeln zerrissen. Diese Zerstörung gereicht deni General und der Gar- nison zum größten Lobe, die unserm Angriff widerstanden haben. Ich konnte mich nicht enthalten, dem Kommandanten der Zitadelle die Achtung auszudrücken, die ihm jeder Militär über eine so ehrenvolle Vcrtheidigung zollen muß. — Die Verbrennung der Holland. Flottille vorAntwer- pen, der versuchte Ausfall von Liefkenshoek zeigt, von welchem Geiste der Erbitterung die Holländer beseelt sind. Nach solchen Handlungen ist cs zweifelhaft, ob der König Wilhelm die Forts Lillo und Liefkenshoek räumen wird. Er weiß wohl, daß England sich der Gefangenschaft der Garnison widersctzcn wird. Schon hat der engl. Courier angckündigt, daß Hr. van Zuylen aus London abreist, und die neuen Unterhandlungen zu Frankfurt a. M. angeknüpft würden, weil der deutsche Bund mit bcthciligt ist. (Gazette.) Großbritannien. London, 24. Dez. John Hill, der am 12. d. M. zu Westminstcr in seinem 88. Jahre starb, warvieleIahre hindurch der wohlthätigste Beförderer gemeinnütziger Anstalten. Er hinterließ in seinem Testament Vermächtnisse für 40 milde Stiftungen, Schulen und religiöse Anstalten, im Betrage von 4030 Pf. St. (gegen 48,000 fl.) (Atlas.) — Die Toryblätter, namentlich die Post, machen sich nun zum Zwecke, in ihren Artikeln über die letzte Korrespondenz des Hrn. van Zuylen mit Lord Grey dem englischen Ministerium stark zuzusetzen. Dagegen erklärten der Globe und Courier, obgleich van Zuylen mit großer Gewandtheit die Sache des Königs Wilhelm geführt habe, so seyen doch die Schreiben des Lords Grey gar nicht zu beantworten. Das mag in mancher Hinsicht wahr seyn. Holland. Haag, 22. Dez. Einer der ersten Kaufleute auS Rotterdam zeigte mir Briefe aus London und Liverpool: die Ministeriellen haben die Oberhand bei den Wahlen erhalten, man glaubte jedoch immer noch den Zusammentritt des Parlaments erwarten zu muffen, um so mehr, als die auswärtige Politik des Kabinets fortwährend von den höher» und reichern Klaffen laut gemißbilligt wurde; ja die Marineoffiziere, welche nicht bei der aktiven Flotte verwendet sind, wurden, was nie vorher geschehen war, deshalb von ihren Kameraden beglückwünscht. Die Volks- maffe aber zeigt sich mit jedem Tage furchtbarer und drohender, worüber die Rechtlichen aller Meinungen eine lebhafte Unruhe bezeugten. '— Ich kann mir. nicht erlauben, Ihnen Nachrichten aus Deutschland zu geben, muß jedoch bemerken, daß die Nachrichten aus Berlin, welche dasheu- tige Handelsblad enthält, kriegerischer lauten, als es die yon Preuffen am 6. Dez. zu Frankfurt gegebene Erklärung erwarten ließ; auch stimmen sie mit dem zusammen, was von Köln unterm 19. aus sehr acktungswerther Quelle geschrieben wird. Unsre Regierung scheint nicht alle Hoffnung auf eine Intervention aufgegeben zu haben. Wenn unterdeß auch die Zitadelle fällt, so entscheidet dieses nichts. (Mg. Ztg.) * Haag, 27. Dez. Das Zeichen der Zufriedenheit welches der König dem General Chaise für seine hcldenmü- thige Verteidigung der Zitadelle vorläufig ertheilte, erhält durch die Umstände einen hohen Werth. Chasse ist ausser Den Söhnen des Königs jetzt wohl der einzige Mann in Holland, der die Großkrcuze der beiden Orden (des niederländischen Löwen und des militärischen WilhelmsordcnS) zugleich besitzt, dabei gab ihm auch der König das Ehrenzeichen, das er selbst im Jahr l8>5 bei der feierlichen Huldigung und Beschwörung der Verfassung zu Brüssel getragen hatte. Damit hat der König zugleich der Besatzung einen hohen Beweis seiner Anerkennung gegeben, der seine Wirkung auf die Armee nicht verfehlen wird. Alle Berichte aus der Zitadelle stimmen darin überein, daß die jüdischen Militärs der Garnison sich mit der größten Tapferkeit und Hartnäckigkeit geschlagen haben. Sie nahmen mit kühner Unerschrockenheit an allen Ausfällen und Gefahren Theil. Das mag dem Ausland beweisen, daß wir weder politisch noch religiös getrennt sind; alle reihen sich um die Regierung, welcher Meinung und welchen Glaubens sie auch seyn mögen. Haag, 27. Dez. Depesche des Generals Chassv: „An Se- Exz. den Generaldirektor des Kriegs. Hauptquartier Zitadelle von Antwerpen am 24. Dez. Die Schwierigkeiten, die sich täglich häufen, um längere Zeit mit Ehre den Posten zu halten, der mir anvertraut, haben mich wider Willen gcnöthigl, mit dem Feinde in Unterhandlung zu treten. Die Strapatzen und Entbehrungen, die meine Truppen seit 3 Wochen erduldet haben, sind unbeschreiblich, und haben die Kräfte der Garnison gänzlich erschöpft. Dazu kommt, daß das Trinkwasser, durch den Ablauf des Grabenwasscrs, dergestalt in denBrunnen sich mindert, daß man sich nur mit größter Mühe daS nöthige Wasser verschaffen kann, und um das Unglück vollkommen zu machen, sind die beiden letzten Brunnen in letzlcrNachl durch feindliche Bomben zerstört worden. Alle bombenfe- - sten Orte sind gänzlich ruinirt, so daß die Soldaten mitten unter dem fürchterlichsten Bombardement dergestalt in den Ausfallgangen, den Verbindungswegen und Gallerien eingepfercht sind, daß sie fast keinen Augenblick Ruhe haben. Das bombenfeste Spital, worin sich alle verwundeten und amputirtcn Soldaten befinden, deren Zustand nicht erlaubt, sie zu transportiren, droht jeden Augenblick zusammen zu fallen, und die Unglücklichen unter seinen Trümmern zu begraben. In der linken Faoe der Bastion Nr. 2 hat der Feind eine Bresche von 80 — !0> Mctres gelegt, die fast die Hälfte des Grabens füllt. Die Descentc des Grabens wurde bewerkstelligt, und der Feind darf nur seine Mine springen lassen, um die Kvntrcescarpe in den Graben zu werfen, und den Weg zum Sturm zu bahnen. Aus allen diesen Beweggründen, und da ich die Unmöglichkeit sah, einen Sturm abzuschlagen, und bei ferncrm verwegenen Zögern aller bis jetzt errungene Ruhm eingebüßt morden wäre, habe ich dem Marschaü Gerard Vorschläge gemacht, mir freien Rückzug zu gewähren, und habe mich geneigt gezeigt, die am 3u. Nov. von ihm verlangte Räumung zu bewerkstelligen. Der Marschall gab abschlägige Antwort, und nachdem den ganzen Tag hindurch parlamentirt worden war, habe ich in Ueberstimmung mit dem Vertheidi- gungskonseil die Kapitulation abgeschlossen, und bchrcmich, selbige hier beizuschließcn. Ich habe mich und einige mei- I ner Offiziere als kriegsgefangen unter der Bedingung dargeboten , frei die übrige Garnison nach den nördlichen Provinzen abziehen zu lassen; allein es war vergebens. Aus dem Zufayartikcl werden E. E. ersehen, daß die Flottille vor der Stadt nicht in die Kapitulation mit eingeschlosscn ist. Dieser Artikel wurde auf die Bitten des Marinekapitäns Koopmann beigefügt. In Folge dieses Arrangements war ich mit ihm übercingekommcn, mit Hülfe der Nacht mit Ü der besten Kanonenboote die Schelde hinab zu fahren; und die übrigen zu zerstören. Der erste Plan scheint unausführbar gewesen zu seyn, denn ich höre so eben, daß nur ein einziges Kanonenboot abgegangen ist, die übrigen aber von der Schiffsmannschaft theils verbrannt, thcils in Grund gebohrt worden sind. Dies ist also der unglücklichste Tag in meinem Leben; ich hätte gewünscht, meine Laufbahn durch einen rühmlichen Tod zu endigen; allein es war mir nicht erlaubt. Mit erster Gelegenheit werde ich die Ehre haben, E E. mit den Namen derjenigen bekannt zu machen, die sich bei dieser unglücklichen Belagerung am meisten ausgezeichnet, um deren Namen zur Kcnntniß Sr. Maj. unseres erhabenen Souveräns zu bringen rc. Baron Lhassö." Beschluß des Königs: „Wir Wilhelm von Gottes Gnaden, König der Niederlande, Prinz von Naffau-Oranien, Großhcrzog von Luxemburg rc. Da wir Unscrm General der Infanterie, Baron Chasse, bei Gelegenheit als er sich als Oberbefehlshaber der Zitadelle von Antwerpen, nach einer ruhmvollen Vcrtheidigung dieses Platzes gegen eine überlegene franz. Armee gcnötbigt gesehen, dieselbe zu übergeben, und in seiner Person allen Offizieren und Soldaten der höchst tapfern Garnison einen vorläufigen, aber öffentlichen Beweis Unserer Zufriedenheit und Unseres Dankes für den Muth, die Beharrlichkeit und den Patriotismus geben wollen, von welchen sie, trotz der größten Slra- patzen und Entbehrungen, während einer langen und strengen Belagerung Beweise gegeben haben, und Alles dies indem Wir die näheren Berichte erwarten, in Folge deren wir uns Vorbehalten, das Verdienst der Offiziere und Soldaten , die sich ausgezeichnet haben, anzuerkcnnen und später zu belohnen : finden Wir es für recht und angemessen, durch Gegenwärtiges Unsern General der Infanterie, Baron Chasse, Kommandeur Unseres militärischen Wil- helmsordcnS, zum Rittergroßkreuz dieses Ordens zu ernennen. Aus dem Haag, vom 25. Dez. 1832. Gez. Wilhelm. I. G. v. Mey van Streefkerk.-" (Daß Schreiben des Kriegsministers folgt morgen.) — Nach den letzten Miktheilungcn des Ministers Ver- stolk van Soelen hat der Präsident der zweiten Kammer erklärt: daß er im Namen der Kammer dem Minister seinen Dank bezeuge für diese so wichtigen Eröffnungen und ihn zugleich ersuche, dem König die Erkenntlichkeit der Kammer dafür auszudrücken und Höchstdemselben zu versichern, daß sein Volk sich gegen den unruhigen französ. Geist stets als ächte Nachkommen seiner Vorfahren zeigen werde, die für ihre Freiheit und ihr Vaterland selbst einstanden un» auch den Mächtigsten Achtung einfiößtcn. 5 Belgien. Brüssel, 26. Dez. General Chasse leidet an Rheumatismen und sitzt noch in seiner Kasematte, die fast ganz beschädigt und durchlöchert ist. Er hat der Waffenablegung nicht beigewohnt. Dem gefangenen Marinekapitan Meersman, der ein sehr tüchtiger Mann ist, hat der General Achard seinen Degen zurückgeschickt. Nichts gleicht der Kühnheit und Schlauheit der Matrosen, womit sie mit ihren Schaluppen dem Kugelregen der Vorposten und Forts zu entrinnen suchten. Als sie endlich gefangen wurden (mehrere sind verwundet) und das Volk in Antwerpen sie mit Koth und Steinen zu werfen ansieng, waren cs die französ. Offiziere, die mit größter Entrüstung dem Pöbel entgegentraten und unter strengen Drohungen Ruhe geboten. In Bcrchem erneuerte sich dieselbe Szene, da trat die Wache unter das Gewehr und stieß das Volk zurück. Eine große Anzahl franz. Offiziere unterhielten sich wie Kameraden auf der Faschinenbrücke der Zitadelle mit den holl. Offizieren. Unter den Franzosen war der Sohn des Herzogs von Montebello, Sohn des Marschallö Lannes und der Sohn des Generals Lasalle. Einige belgische Offiziere, welche der Vorwitz herbeitrieb, kamen auch dahin, und bemühten sich, mit einem verächtlichen Lächeln sich geltend zu machen, während die Franzosen sich ruhig verhielten. Die Holländer, entrüstet über das Benehmender Belgier, erklärten denselben, sie hätten wahrlich nicht nö- thig, sich groß zu machen, solche Feiglinge, wie sie seyen. Ein Holländer sagte zu den Franzosen: »Ihnen, meine Herren, haben die Belgier die Einnahme der Zitadelle zu banken, und ich weiß nicht, warum Sie sich erniedrigen, mit ihnen nur zu reden." Man muß gestehen, hier waren die Belgier nicht an ihrem Playe (on ost toioo Meist heiter. Psychromctrische Differenzen: 1.3 Gr. -1.4 Gr. -1.4 Gr. Literarische Anzeigen. Bei G. Basse in Quedlinburg sind so eben erschienen : Auguste Hcindorfs praktischer Unterricht im Maaßnehmen u. Zuschnelden aller Arten weiblicher Kleidungsstücke, so wie auch der hauptsächlichsten männlichen. Nebst Anweisungen zur Vcr« sertigung der vorzüglichsten und schönsten weiblichen Handarbeiten und Stickereien. Für junge Frauenzimmer jedes Standes. Mit 121 Abbildungen. 8. Preis i fi. 50 kr. 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Ausser den Beiträgen der Eltern an Schulgeld bestritt die hiesige Sradt den Hauszins und das Holz, zu dessen Si- silrung sich jedoch der Gemeindcrath nach seinem Beschluß vom 10 . Dez. 1832 Nr. 1791 "wegen der geringen Anzahl der Zöglinge (18) und wegen der bereits derStadt "zur Last liegenden bedeutenden Verwendungen auf Schufen, namentlich bei dem guten Bestand der allgemeinen "Industrieschule, mit dem 23. April 1833 veranlaßt sah.« Hierdurch genöthigt, hat die großh Regierung des Mit- tclrheinkreises durch Rescript vom 18. Dez. 1632 Nr. 22.695 verfügt: "Nachdem der dortige Gemeinderath und Bürgeraus- "schuß ihren Beitrag zum Fortbestehen der Töchtcr- "schule verweigere, und weil er nicht als ständig verbilligt war, dazu nicht ferner angehalten werden "könne, so bleibt Nichts übrig, als diese bisher dor- "ten bestandene Schule mit dem Aufhören der zu ih- "rem Bestehen nöthigen Beiträge aufzulösen und zu "schließen. "Das großh. Oberamt wird jedoch beauftragt, dieses mit dem Anlasse dazu, und zugleich das Bedauern "der diesseitigen Stelle, daß diese Anstalt dadurch "aufhöre» mußte, öffentlich bekannt zu machen«, weicher höheren Verfügung durch diese Bekanntmachung mit dem Bewußtsepn entsprochen wird, daß diesseitige Behörde kein zu Gebot stehendes Mittel unversucht ließ, da- Institut zu erhalten und zu pflegen. Durlach, den 23. Dez. 1632. Großhcrzogl. Oberamt und Dekanat. Bauinüller. Fr. Sachs. Karlsruhe. (Anerbieten.) Eine stille Familie wünscht «och einige gebildete Leute zu Tische aufzunehmen, und ist das Nähere zu erfahren,in der Neulhvrstraße Nr. 8 im dritten Stock. Durlach. (Diebstahl.) Den beiden Mahlknechten Joh. Marlin Lutz und Sebastian Orians, dermalen in Berzhausen, wurde in der Nacht vom 22. — sS. d. M. Folgendes entwendet: Dem erster» ein dunkelblauer Ucberrock; dem letzter» ein königblauer Ucberrock, ein mausfarbiger Frack und Hosen und ein Paar lederne Handschuhe. Was wir Behufs der Fahndung auf den Dieb und die gestohlenen Effekten andurch zur öffentlichen Äenntniß bringen. Durlach, den aZ, Dez. 18Z2. Großherzogllchcs Oberamt. Baumüller. vät. Dümas. B lankenloch. (Holla »bereichenholzverstelge- rung.) Dem genehmigten Hiebsplan zufolge werden bis Montag, den 14 . Januar ,633, Morgens g Uhr, zu Blankenloch ans dem Rathhause, 54 Stämme Holländereichen, aus dasigcm Gemeindswald, öffentlich versteigert werde», und die SteigerungsUebhaber mit dem Bemerken zu dieser Steige, rung eingeladen, daß ihnen die bereits schon ausgezeichneten Stämme, auf jedesmaliges Verlangen, von dem Unterzeichnete» Bürgermeister vorgezeigt werden. Blankenloch, den 26. Dez. , 632 . Bürgermeister Pfatthcicher. Karlsruhe. (Brennholzversteigerung.) Mittwoch, den 9. Jan. ,833 , Morgens 8 Uhr, werden im herrschaftliche» Rliliiertwald, Berghauser Forst, 643)4 Klafter Buchen, 221)2 - Eichen, 6 -)4 - Klötzholz und 3 >oo Wellen öffentlich an den Meistbietenden versteigert werben, Wozu wir die Steigerungslustigen mit dem Bemerken einladen, daß sie sich zu obgedachter Zeit auf dem Rittnerthof einfinden können, und von dort aus zu dem nahen Versteigerungsort in den Wald geleitet werden. Karlsruhe, den 26. Dez. , 632 . Großhcrzoglrches Fvrsiamt. Fischer. Gerlachseim. sFahrnißversteigerung-j) Aus der Erbmasse des verlebten Apothekers Andreas Hergt zu Lauda werden Montag und Dienstag, den 7. und 6. Januar , 633 , jedesmal Vormittags g Uhr anfangend, folgende, dem Verkauf noch nicht ausgesetzte Gegenstände, versteigert werden, als; 6a Maas Arrak. 6 Ohm Awerschgenbranntwein. 2 - Hesenbranniwein. 24 Maas Kirschcnwaffer. 8 Eine Quantität gemischt» und Trübwcin, -sodann Linsen, Wicken, Hans- und Lelnsaamen- Eine große Parihe EiLenschälrinde». Eine große Waage mit GewlLt. 18 Bouteillcn Citronensaft. ,o Malier Eicheln. 4 Crnr. gelber und weißer Jucker. — - 80 Pfo. Cichorien. — - s 5 - Schwefel. . L - - - rothe, gelbe und grüne Hausfarbc. 2 « 33 - geschälte und uogejchältt Cacaobohnen. 2 - 66 - Kreide. .— > io - gebleite» Leinöl. — - 8 - Weiiistemöl. — - — - »6 Loth Vanille. Auch noch sonstige Apothekerwaare,» und Geräihschasten, sodann allerhand Hausralh und andere verschiedene Fährnisse. Gerlachsheim, den 22- Dez. 1862. Großherzvglichcs Amisrevisorat. G a p e r. Karlsruhe. sV e rsch ollen hei t s erk lär u n g.) Da sich Georg Martin und dessen Schwester Margaretha Martin, geehelichre Pferrer, von Darlanden, auf die öffentliche Vorladung vom 17. De;. > 83 a innerhalb der gesetzlichen Frist weder se bst noch durch gehörig Bevollmächeigtezum Empfang ihres in 204 fl. 47 kr. bestehenden Vermögens gemeldet haben, so werden dieselben hiermit für verschollen erklärt, und deren Vermögen ihren, nächsten sich gemeldet habenden Verwandten, gegen Kaüiion, zugewicse». Karlsruhe, de» g. Dez. i 83 r. Großherzogliches Landamt. v. Fische r. Vckr. Guide. Heidelberg. sAuffordcrung.s In dem hiesigen Etadlpfandbuche vol. I Rp, 2-8 sinder sich ei» Pfandeimrag v> 3 o. Dez. >816 auf den Kehlhöfer Eibbcstäudcr GeorgFrey zum Besten der ledigen Sophia Handln dahier auf eine» Morgen städtischen Erbbestand im Neureit iler Gewann über > 5 o fl. Kapital eingetragen, wovon der Schuldner nichts wisse» will und die Gläubigerin schon vor mehreren Jahren verstorben ist; es sonnte aber doch der Fall sepn, daß auf diesen Psandeinirag ei. ne Obligation ausgefertigt worden und mittelst Cessicn in der Hand des einen oder andern befindlich wäre, daher aus den Antrag des hicsi. en Pfandgerichis der Besitzer einer solchen Pfand, uikunde hiermit aufgeforderl wird, dieselbe binnen 3 Monaten hei dem Unterzeichneten Oderamte vcrzulegen und sein Pfandrecht auf das ebenbemcrtte städtische Erbbestandsstück gegen den Erbbeständer Georg Frey unter dem RechrrnaLthc>le nachzuweisen. daß der frag! che Kfandeiittrag für erloschen erklärt, und das Pfandgericht zu dessen Durchstrich ermächtigt weiden soll. Heidelberg, den 10. Dez. i 63 r. Grvßherzvgliches Oberamt. Eichrodt. vät. Gr über. Radolphzell. (Aufforderung.) In Nr. 5 , 4 und 5 der Karlsruher Zeitung vom Jahr >e> 3 ', ergieng eineRuf- forterunz an Melchior Schnebie von Gailingen, wegen einer Forderung des Johann Nepomuk Schnebie von da aus Rechtsübertragung des Müller» Fidel Meyer von Rielasingcn. Allein diese Aufforderung war wegen Melchior Auer, welcher'im Jahr i7gg als Bäcker in k. k. österreichische Militärdienste g-trcien, und im Jahr ,8,6 aus Bandslau in Böhmen die letzte Nachricht von sich gegeben — geiichter, und aus einem Versehen wurde der Geschlecbtsname verwechselt. Wir fordern daher diesen Melchior Auer von Gailingen auf, binnen 3 Monaten n äetto seine Einreden auf die gegen ihn erhobene Klage wegen 585 fl. 3 o kr. nebst Zinsen um so gewisser hier bei Amt entweder selbst, oder durch einen Bevollmächtigten, vorzuiragen, als er widrigenfalls mit allen Schutzreden ausgeschlossen, und nach Lage der Akten erkannt wird. Da diesem Melchior Auer während seiner Abwesenheit ei» Vermögen von 3 o 3 fl. r kr. 22/3 hl. eingefallen, so hat er auch in dieser Beziehung innerhalb gleicher Frist um so gewisser sich zu melden, als das weiter G-Ictzliche ansonst deshalb ange- ordnet werden soll. Radolphzell, den 4. Dez. >832- Großherzvglichcs Bezirksamt. Felder. Offenburg. ( E d i k t a l l a d u n g.) Sebastian König von Urloffen soll in den >7601- Jahren nach Ungarn aüs- gewandcrt sepn, und hat bisbcr seine Nachricht von sich gegeben. Derselbe wird hiermit aufgcfordert, sich binnen Jahresfrist zur Empfangnahme des ihm von seinem verstorbenen Bruder Jakvb König im Jahr >812 anerfallenen Erbiheils von 25> fl. anzumelden, ansonst solches seinen beiannren nächsten Erben, gegen KautionSlcisiung, in fürsorglichen Besitz ausgcUcfert wer» den wird. Offenburg, den 4- Dez. 1832. Großherzogliches Obcrämt. Rüttin g er. Mannheim. sEd 1 kta l ladu n g. 1 Amalia Maria? Tochter des verlebten hiesigen Bürger« und Küfers Philipp Maier,, soll im Jahr 1822 ertrunken sryn, ohne daß ihr Too kcnstaiirt werde» tonnle, und wird seit dl.ser Zelt vermißt. Viesekbe wird ausgesorderi, sich binnen Jahresfrist zum Empfang ihres in 6go fl. bestehenden, unter pflegschostls- cher Vermattung, siebenden Vermögens, dahier zu melden, ansonst sie für verschollen erklärt, und solches ihren sich darum gemeldet habenden nächsten Anverwandten, gegen Sicherheit, in fürsorglichen Besitz gegeben 'werden wird. Mannheim, den 14. Dez. >832. Eroßherzogliches Sladtamt. Orff, vflt. Leer». Kenzingen. (Vorladung,) Apotheker Friedrich V ul. plus von Müllheim ist wegen des Vcrdaches der Thkili,ahme an hvchverrälherischcn Verbindungen, sodann wegen Majestäts» ve-b^cchcn in UiuersuLung gekommen. Derselbe hat aber dr« Flucht ergriffen. 'In Folae hoher hofgericktlicher Verfügung vom , 5 . v. M.',' Nr. 344g I S-, wird derselbe nunmehr aufgefordcrt, sich bei der unlerzeichnetcn, als der kompetenten Unlerjuchungsbehörde, binnen 6 Wochen um so gewisser zu stellen, widrigenfalls, nach Umfluß dieser Frist, nach LandcSgcsctzcn gegen ihn verfahren, und das Weikere gegen ihn erkanne werden wird. Kenzingen, den Z. Dez. >832. ' Großherzogliches Bezirksamt. Riegel. Karlsruhe, (Verlornes.) Eine arme Wittfrau Hai am Sonntag. Nachmittags um r Uhr, vvn der Amalienstraßc über den kaihol. K irchenpluy bis zum keil Haus zwei seidene Foulärücher verloren. Der redliche Finder wolle solche in der Amalienstraße Nr. ,2 bei der Wiltwe Hofmann abzugeben. Verleger und.Trucker: PH. Macklot.