Karlsruher Zeitung. Nr. 2 . Mittwoch, den 2. Januar 1833. B a i e r n. München, 28. Dez. Aus Griechenland lauten die Nachrichten wieder sehr ungünstig, doch hofft man, daß die Ankunft des Königs, der Regentschaft und der baicri- schen Truppen zu Beruhigung des Landes beitragen wird. Der Abzug der angeworbenen griechischen Truppen ist nun bestimmt auf den 14. Jan. festgesetzt. Die Infanterie beträgt 300, die Kavallerie 80 Mann. — Der Haupterlverbszweig von München, die Bierbrauereien, scheint, wie manche andere Gewerbe, im Abnehmen zu seyn, wenn man anders aus dem Ergebnisse des heutigen Aufschlags einen Schluß zehen darf. Daß Oberaufschlagamt hat nämlich in diesem Jahre >32,000 fl. weniger als lm vorigen eingenommen. Auch weist die sich jährlich vermindernde Zahl der Bierbrauer auf dasselbe Resultat hin. (S.M.) Königreich Sachsen. Die Stände des Königreichs Sachsen sind auf den 22. Jan. cinberufen. A!S Grund, weshalb im Jahre 1832 der Landtag noch nicht einberufen worden, wird in der Bekanntmachung des Gefammtministeriums angegeben, weil «die Wahlen der landschaftlichen Abgeordneten, bei der Neuheit des Geschäftes und den dazu erforderlichen müh- vollcn und zeitraubenden Vorbereitungen, solchen Anstand gefunden, daß erst mit dem Schluffe dieses Jahres zu deren völliger Beendigung zu gelangen seyn wird." Würtembcrg. Stuttgart, I.Jan. Se. königl. Maj. haben durch höchste Entschließung vom 26. v. M. den Fürsten August von Hohenlohe-Oehringen zum Präsidenten der Kammer der Standesherrcn für den verfassungsmäßigen Zeitraum der nächsten Ständeversammlung ernannt. Oesterreich. Wien, 26. Dez. Das Publikum istdurcheinen ernstlichen Krankheusanfall, welcher Se. Maj. den jüngern König von Ungarn betroffen hat, in sichtbare Bestürzung versetzt. Der König hat auf Verlangen der Aerztc in der Nacht schnell mit den Sterbsakramenten versehen werden müssen, diesen Morgen sollen jedoch die Nervenanfalle, woran der durchlauchtigste Patient besonders leidet, nachgelassen haben, so daß man sich der Hoffnung überläßt, daß bald Besserung eintrcten werde. Bei dieser Gelegenheit hat sich die aufrichtige Anhänglichkeit der Bewohner Wiens an die kaiserl.Familic wieder bewährt, denn aus jedem Munde hört man den sehnlichen Wunsch, daß es der Vorsehung gefallen möge, das theure Leben des von allen Dolksklaffrn geliebten Prinzen zu erhalten. — Im Bereiche der Politik gibt es wenig Neues; man sieht mit Spannung den weitern Ereignissen in Belgien entgegen. Die Sendung des Hrn. Strakford-Lannmg nach Madrid macht einiges Aufsehen. Man erinnert sich, daß dieser Diplomat der Pforte viele Verlegenheiten bereitete, als er in Konstantinopcl mit der Mission beauftragt war, eine gütliche Ausgleichung mit den Griechen zu bewirken; und Manche besorgen, daß er in Spanien ähnliche Versuche machen möchte, die Angelegenheiten der Halbinsel zu verwirren. Allein die Spanier sind keine Tücken, und es dürfte mehr dazu gehören, bas spanische Ministerium über seine und des Landes wahre Interesse zu tauschen, als dies bei dem in sich uneinigen Divan damals der Fall sem, mochte. (Allg. Ztg.) P r c u s s e n. Köln, 29. Dez. Se. Exz. der Generallieutenant, Gouverneur des Fürstenthums Neufchatel und Valangin, Kommandeur der >5. Division , erster Kommandant von Köln, Hr. v. Pfuel, ist gestern von Neufchatel wieder hier cingctroffen. Aachen, 29. Dez. Se. Exz. der General der Infc terie und kommandircnde General, Hr. v. Müffling, ist gestern hier angekommen. Dänemark. Kopenhagen; >4. Dez. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Veränderung in den Direktorien einiger der höchsten Kollegien erhalten sich. Auch die Aarhufer Stifts- zeitung enthält, es werde hier viel von einer bevorstehenden Ministerialveränderung gesprochen, und ein ausgezeichneter Rechtsgclehrtcr dürfte zu einem der ersten Staals- ämter auserkohren seyn. — Auf Befehl des Prinzen Christian wurde kürzlich in Odensee ein i l ijähriger Invalide portraitirt, der aus Baireuth ist, und sich hier im Alter von >00 Jahren mit einer dOjährigenJungfrau verheirachet hat. (Allg. Ztg.) Frankreich. * Paris, 28. Dez. Seit der Einnahme der Zitadelle gewinnen die Tuillerien wieder ein frisches Leben, das Auf-, Ab - und Zufahrcn nimmt kein Ende; selbst die Damen nehmen einiges Interesse an dieser politisch-kriegerischen Begebenheit. Heute ist ein Adjutant des Marschallö Ge- rard mit den holländischen Fahnen hier angelangt, und sogleich von Soult dem Könige vorgestcllt worden. Unser 40 Gefandtenwechsel, den das Journal des Debats halbamtlich anzcigt, gibt zu vielen Glossen Anlaß, vorzüglich aber begreift Niemand, weshalb St. Aulaire nach Wien, und Maison von da nach St. Petersburg versetzt wird. Der Reise des Grafen Pozzo di Borgo nach England werden mancherlei Gründe untergelegt, die Tagcsblätter sind in der That verlegen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Die türkische Angelegenheit dürfte wohl eine Hauptrolle dabei spielen, aber nicht ausschlicßcnd damit gemeint seyn. Trotz den bedeutend höher,, englischen Kursen scheinen unsere Papiere nicht hinauf zu wollen, und eher eine Neigung zum Fallen zu haben. Die Spekulanten schreiben diesen Auffand den neuen diplomatischen Schwierigkeiten zu. Im Westen ist noch keine Ruhe. Die Choua- nerie scheint so tief eingewurzelt zu seyn, daß sie in eine organisirte Räuberei sich gebildet hat, und nach allen Niederlagen sich stets wieder rekrutirt. Vereinzelte Todschlage und andere Grauelthaten kommen häufig vor. In dem Departement Maine und Loire zeigen sich die Lhouans mit neuer Frechheit. — Das Gerücht gewinnt immer mehr Bestand, daß unsre Trupen aus Morea zurückgezogen werden, und die Besatzung von Ankona verstärken sollen. Andere behaupten dagegen, jene Brigade solle zum Kern einer Observationsarmee gegen Savoyen und Piemont verwendet werden. In Toulon erwartet man den Admiral Rousin, der als Gesandter nach Konstantinopel bestimmt ist. — Was hier am meisten Aufsehen erregt, ist der Umstand, daß der engl. Gesandte in Brüssel, Sir R. Adair,dagegen protestier hat, daß die Holländer in der Kapitulation alsKriegs- gefangene bezeichnet werden. SirAdaie erklärt streng, daß England und Frankreich nicht im Krieg mit Holland seyen, jene Qualifikation der Besatzung daher nicht statt «.nden dürfe. Dieser Punkt so wie die Weigerung des Königs Wilhelm, die beiden Forts herauszugeben, verwickeln die Folgen des Feldzugs in neue unerwartete Schwierigkeiten. Um England und den nordischen Höfen zu genügen, sind von dem Marschall Soult gleich nach Ankunft der Kapitulation die Befehle an die Nördarmee ausgcfer- tigt worden, sich unverweilt auf den Rückzug zu begeben, was in Belgien bereits verkündet ist. Die neue Verwickelung hat aber Gegenbefehle hervorgerufen, wonach der Rückzug nicht so eilig stakt finden möchte. Die holländische Garnison wird also als kriegsgefangen mit nach Frankreich marschieren, die Regierung muß dies schon der Kapitulation wegen thun, und scheint keine größere Gefahr darin zu sehen, als bei dem Feldzug selbst, bei welchem ganz Europa nach großen und ernsthaften Demonstrationen ruhig blieb, so daß nicht zu vermutben ist, es werde wegen ein paar tausend Gefangenen weiter als zu Worten kommen. Die Franzosen scheuen sich nicht, glücklicheErfolge auch mit großen Opfern zu kaufen, und die Negierung kann auf solchen moralischen Eindruck hin schon etwas wagen. Diesen Nachmittag erwartet man die beiden Prinzen hier zurück. Paris, AN Dez. Der Marschall Gerard sagt in seinem Berichte vom 2.,.d.: Die Garnison der Zitadelle besieht aus 3797 Unteroffizieren und Soldaten, 129 Offizieren mit dem General Chasso, 300 Verwundeten, worunter >6 Offiziere. Von den Kanonenbooten haben die Holländer 4 an dem flandrischen Kopf versenkt, 7 andere und 2 Dampfschiffe, die am Polder von Burght lagen, haben sie verbrannt. Die Mannschaft hat sich in dem flandrischen Kopf ergeben und ist mit der dortigen Besatzung gefangen. — Die Quotidiennc bemerkt, die Iulirevolution habe sonderbare Folgen, z. B. das russische Anleihen zu London, das österreichische zu Wien, das römische zu Paris, das portugiesische zu Paris und London , das belgische zu Brüssel, das holländische zu Amsterdam, das griechische und endlich das neue französische, das nächster Tage kommen werde. — Die Pariser Blätter versichern fortwährend, daß die Reservearmee an der Maas auseinander gelegt wird, — Die Dcbats sagen unter Anderm: Die Kanonen haben gedonnert, aber Europa ist ruhig geblieben, und nach so vielen Noten , die sich in die Blätter einschlichcn, um unsrer Regierung den Puls zu fühlen, nach so vielen drohenden Artikeln folgt ein friedliches Schweigen; diejenigen, die nicht zusiimmten, ließen uns gewähren. Europa hat der Belagerung der Zitadelle beigcwohnt, es hat unsre Soldaten handeln sehen, dieses Schauspiel wird nicht ohne Wirkung auf die künftigen Verhandlungen seyn. — Der Nouvelliste kündigt an, daß Hr. Guizot wieder ganz hcrgesicüt sey, und Hr. Pozzo di Borgo heute oder morgen nach London abreise, — Es scheint, daß der deutsche Bundestag gegen Frankreich protokollirt, weil eine franz. Kompagnie durch Arlon gezogen ist, um nach Belgien zu marschiren. Diesen Durchmarsch der Franzosen durch das belgische Luxemburg betrachtet der Bund als eine Verletzung seines Gebiets. Er hat seine Beschwerden in den Tuilcrien angebracht, und die deutschen Staaten aufgefordert, ihre Kontingente marschfertig zu halten. Umsonst bemerkte das französische Kabinet, daß es zum Vollzug eines Konferenzbeschluffcs, ohne Jemand zu beleidigen, durch eine Stadt marschiren lassen konnte, die den Belgiern gehört, und nach dem Traktat vom 15. Nov. gehören muß. Der Bundestag hat geantwortet, daß die Belgierin Arlon alsllnterthanen des Großherzogs zu betrachten seyen und die luxemburgische Frage, die von dem Bunde abhängt, nicht durch die Konferenz entschieden werden könne, daß dazu selbst die Einwilligung des Königs Wilhelm nicht hinrciche, sondern dazu die Einstimmung aller Agnaten des Hauses Nassau und zuletzt des deutschen Bundes nolhwendig sey. Der Herzog von Vroglie hat sich dadurch herausgezogen, daß er versprach, das Bundesgebiet in Zukunft heilig zu halten. (Messager.) * Paris, 29. Dez. Die Antwort des Königs von Holland ist nun fast amtlich bekannt, und wie zu vermu- thcn war, verneinend. Man behauptet, Se. holl. Majestät sey jetzt auch weit strenger als zuvor. Sie sollen sich folgender Ausdrücke bedient haben: Man nehme, was man haben will, ich werde nichts abtreten. Nun heißt es aber auch, daß die Franzosen keineswegs gesonnen sind, Lillo und Liefkenshoes-itt offener Gewalt wegzunehmcn. — Die längst erwartete Flugschrift Chateaubriands, die gefangene Prinzessin betreffend, ist endlich heute erschienen, und findet reiffcnden Absatz. Der edle Vcrtheidiger bedient sich aller ihm stets zu Gebote stehenden rednerischen Mittel, um das Recht seiner Klientin, Frankreich einen Besuch abzustatten, darzuthun. Politisches Interesse haben diese 121 Seiten keines. Es ist abermals darin die Rede von der royalischen, republikanischen und napoleonischen Jugend, welche mit Nichten die rechte Mitte annchmcn kann. Rebellion gegen Rebellen sey ein erlaubtes Ding. Eine Erbfolge von 30 Monaten müsse erwarten, von einer andern, welche 8 Jahrhunderte zählt, angegriffen zu werden. Es wird auch von der Fakton orleaniste gesprochen, und der Advokat des Juste-milieu redend ein- gcführt, welcher der Sonne eine Mütze aufsetzen muß (in Bezug auf die Julitage). Die rechte Mitte hätte, nach Hrn. von Chateaubriand, gleich nachdem Juliaufstand an den Rhein verrücken sollen. N. S. Als eine unerwartete Folge der Weigerung des Königs Wilhelm versichert man, daß die Garnisonen der Zitadelle und der Forts nicht als Gefangene nach Frankreich kommen, sondern nach Holland zurückkehrcn soll, und zwar auf ihr Ehrenwort, daß sie nicht gegen Frankreich die Waffen tragen wolle. Ob die Garnison dies Versprechen geben werde, ist sehr zu bezweifeln. Die Nichtauö- lieferung der beiden Fors hat doch die Börse zum Sinken gebracht, denn man verhehlt sich nicht, daß jetzt Schwierigkeiten eigner Art entstehen. Da man jenen Forts nur durch Schiffe bcikommen kann, so soll die Armee zurück gehen und die Flotte handeln lassen. Da dies ohne England nicht geschehen und dieses deutlich gezeigt hat, daß es jene Forts nicht angreifen will, so wird sich unser Ministerium vielleicht dadurch helfen, daß es England Schuld geben wird, wenn die Konvention vom 22. Okt. nichtvollständig ausgeführt wird. Am 4. Jan. soll die Armee zurückkommen, aber in Antwerpen eine französisch-belgische Garnison bleiben. — Heute ist die Tribüne versteigert worden. Hr. Sarrut, eines der Hauptmitglieder der älter» Gesellschaft, hat sie um 03,000 Fr. an sich gebracht. Paris, 29. Dez. In mehreren Städten des nördlichen Frankreichs wurde die Einnahme der Zitadelle von Antwerpen gefeiert. Die Gazette bemerkt auf die Verhöhnung, welche sich belgische Offiziere gegen die Holländer erlaubten, das sey die einzige Art, wie sich jene Belgier für ihre Flucht bei Löwen gerächt hätten. Großbritannien. London, 27. Dez. Nach den Wahlen zu urtheilen, geht die Reform vorwärts. Aber da so viel zu ändern ist, Aristokratie, Bürgerschaft, Universitäten, Geistlichkeit u. s w., so muß man ja nicht glauben, daß es so geschwind geht, wie man sich auf dem Kontinente vielleicht einbildet. Die Hälfte des Unterhauses möchte wohl aus Grundeigen- thümern bestehen, aber damit ist keineswegs der Ackerbau repräsentirt, denn die wahren Bauern sind die Erb - und j 14 Zcitpachter, deren Interesse von jenem der Eigenthümer sehr verschieden ist. Ausser jenen kommen auch eine Menge Mitglieder in das Haus, die mit Pärs verwandt sind, oder von ihnen abhängen, so wie Staalsdiener und Militärs, nur die Advokaten bilden bis jetzt eine kleine Anzahl, und es ist nicht zu läugncn, daß manche derselben beiden Wahlen verdrängt wurden, während Leute an ihre Stelle kamen, die sie keineswegs ersetzen. So ist LH. Wethcrell durchgesallen, dem man ohne Rücksicht auf seine politische UcberzcugungTalcnt und Redlichkeit nicht absprechen kann. (Engl. Blätter.) Holland Haag, 27. Dez. Nachfolgendes ist das Schreiben des Kriegsministers: „An S. E. den General der Infanterie, Baron Chasssi, Oberbefehlshaber der Zitadelle von Antwerpen. Aus dem Haag, vom 20. Dez. Gestern Morgen habe ich die Depesche E.E. vom 24. d. M> Nr. 1784 erhalten, durch welche Sie mich mit den Unterhandlungen bekannt machen, die Sie mit dem Feinde angc- knüpft haben, wie mit den Beweggründen die Sie dazu gebracht, und durch welche Sic mir, unter andern Beilagen, eine Kopie der zwischen E.E. u. dem franz. Marschall Gcrard abgeschlossenen Kapitulation übersenden. Nachdem ich augenblicklich diese wichtigen Dokumente Sr. Maj. dem Könige vorgelegt, wurde ich beauftragt. Ihnen folgende Mittheilung zu machen. S. M. nimmt die Kapitulation, so wie sie abgeschlossen, nicht an: allein der König hat mir von Neuem die angenehme Pflicht aufcrlegt. Ihnen bei dieser Gelegenheit die feierliche Versicherung zu wiederholen, daß das Benehmen E.E. und das der hcldenmüthigen Garnison der Zitadelle von Antwerpen, während der ganzen Dauer der Derlheidigung dieses Platzes, weit entfernt, irgendEtwas zu wünschen übrig gelassen zu haben; die vollkommene Zufriedenheit S. M. verdient habe; daß diese Vertyeidigung in jeder Beziehung der gerechten Erwartung des Königs entsprochen habe; daß Se. M. während d r ganzen Dauer der Belagerung unaufhörlich den lebhaftesten Anthei! an dem Schicksal so vieler Tapfer« genommen, die daselbst ihr Blut fürs Vaterland vergossen, und daß der König aus ihrem letzten Berichte mit Rührung die Entbehrungen und Strapatzen ohne Zahl ersehen, welche die tapfere Garnisonfo lange Zeit mit Resignation erduldet. Da Se. Maj. schon jetzt ein Zeichen der königl. Zufriedenheit L. E. als auch der ganzen Garnison der Zitadelle in Ihrer Person geben wollen, so fand cs unser erhabener Souverän für angemessen, Sie, Hr. General, zum Großkreuz des Militärwilhelmsordens zu ernennen. Diese Ernennung datirt sich von gestern. Ich habe die Ehre, Ihnen die hier beigefügke Abschrift zuzusenden. Diese Auszeichnung wirb ohne Zweifel einen doppelten Werth für E. E. haben, wenn Sie wissen, daß Se. M. der König in meiner Gegenwart die eigene Dekoration von der Brust genommen mit dem Kordon und den Diamanten, welche der König selbst bei einer neu- lichen Feierlichkeit getragen, um diese Insignien von Seiten Sr. M. E. E. zu senden. Sie werden Ihnen mit 12 diesem Schreib?» übergeben werden. Auch habe ich noch Vas Vergnügen, Ihnen zu sagen, daß der König augenblicklich die provisorischen Ernennungen von Ritter 4. Klaffe des genannten Ordens, welche E. E. vorgenommen, und in Ihrer Depesche vom i li. d. M. angezeigt, bewilligt, und daß sich der König später in Betreff der iiv dieser Depesche weiter empfohlenen Personen entschließen werde. Der König wird aufferdcm mit Vergnügen die Vorschläge zu Belohnungen erwarten, welche die Umstände Ihnen zu Ihun befehlen. Ich darf noch die Versicherung hinzufügen daß cs Sr. M. zur besondern Zufriedenheit gereichen würde, wenn es Ihnen gelingen könnte, die Verwundeten hierher transporliren zu laffen. Ich habe endlich die Ehre Sie zu benachrichtigen, daß ich unverweilt meinen Adjutanten, Kapitän Verhörst, nach den Vorposten vonGroot- Zundert abgchcn lasse, um sich daselbst mit dem franz. Offizier und dem Legationssekretär, die den Lieutenant Hcöhusius dahin begleitet, zu besprechen, um von denselben zu hören, welche Vorschläge sie zu machen beauftragt seyen. Jedenfalls kann ich E. E. bereits vorläufig die förmliche Versicherung geben, daß wenn diese Vorschläge nur die Räumung der Forts Lillo und Liefkenshoek von unfern Truppen betroffen, man dieselben auf keine Weise annehmen werde. Empfangen Sie, Hr. General, bei dieser wichtigen Gelegenheit meine herzlichen Glückwünsche. Der Generaldirektor des Kries. Von Ecrens." Belgien. Brüssel, 17. Dez. Der Moniteur belge meldet in seiner Privatkorrespondenz aus dem franz. Hauptquartier Berchem, vom 27. d. u. A. Folgendes: Eine Depesche des Marschalls Soult ist gestern im Hauptquartier mit dem Befehl für die Nordarmee cingetroffen, unverzüglich nach Frankreich zurückzukehren, um daselbst die nämlichen Positionen einzunehmen, welche sie vor ihrem Einmärsche in Belgien besetzt hielt, und sich alsbald mit den im Osten Frankreichs stationirten Armeekorps in Verbindung zu setzen. Die Nordarmec wird auf ihrem jetzigen Fuß organi- sirt bleiben und die Ereignisse abwarlcn. — Die holländ. Gefangenen werden wahrscheinlich morgen nach Frankreich abgchen; sie werden in Transporten von ungefähr 1000 Mann eingetheilt und von einer hinlänglichen Macht trans- portirt werden. Den ganzen Tag über hörte man starkes Artillericfeuer in der Richtung der Scheldemündung. Man glaubt, daß die Flotte einen neuen Angriff gemacht habe. Auf den Scheldeufern unterscheidet man vollkommen die Salven der Schiffe. Man versichert, daß sich Gen. Chaffö sehr unwohl befinde, Jedermann wurde heute zur Besichtigung der Trancheearbeiten zugelassen. Das Gedränge war sehr groß. Man bemerkte darunter viele Damen, von denen mehrere Gegenstand sehr bizarrer Misty- fikationen von Seiten der Militärs waren, die deren Gegenwart sehr sonderbar finden. — 4 '4 Uhr. KapitänKoop- mann ist aus der Zitadelle abgehvlt und von französ. Gendarmerie nach Berchem geführt worden. Dies ist auf Befehl des Marschalls geschehen, und bezieht sich, wie man versichert, auf das Benehmen dieses Offiziers, der sich nicht ergeben wollte, und lieber seine Flottille in Brand steckte.,, A nt werpen, 27. Dez. Das verbrannte Magazin der Zitadelle enthielt für 2 Monate Lebensmittel. Nichtsdestoweniger war noch Ucberfluß an denselben, denn blos an lebenden Ochsen waren noch 134 vorrärhig. — Kapitän Koopmann, der noch gestern der Kapitulation sich nicht unterwerfen wollte, ist ihr heute bcigetreten. (Independant.) — Der Phare meldet, daß die Garnisonen der flandrischen Spitze und der benachbarten Forts auf Schiffen nach Holland gebracht würden, indem in ihrer Beziehung eine von der Kapitulation der Zitadelle verschiedene Ueberein- kunft bestehe, weil seit einiger Zeit die Zitadelle keinen Oberbefehl mehr über die Flottille und die Forts ausge- übt habe. — Die Gentcr Spritzenmannschaft ist gestern mit ihren Spritzen wieder hcimgezogen. — Man versichert, der französ. Gcneralstab werde heute nach Frankreich zu- rückkehren. — Ein mit holl. Verwundeten beladenes Schiff, dessen Ankunft man den an der Unterscheide stehenden Franzosen nicht angezeigt hatte, wurde von den Batterien derselben mit einigen Kanonenschüssen begrüßt. — Die belgischen Artilleristen und Mineurs, welche sich zu Berchem befanden, sind nach dem Limburgischen abgegangen. — Gestern ist es einem belgischen Offizier gelungen , in die Zitadelle zu dringen, wo er mit einem holl. Major eine unangenehme Szene hatte. Der belg. Offizier hat die Flucht genommen, und soll, wenn er ergriffen wird, vor ein Kriegsgericht gestellt werden. (Lourrier belge.) Italien. Rom, 20. Dez. Die Entscheidung über die Forderungen der Provinzialconsiglien dürfte nun sehr nahe rücken, Die vollständige Zahl der in Bologna gemachten Forderungen beläuft sich auf 32. Unter diesen befinden sich denn, auffer den sieben schon mitgetheilten, auch jene Forderungen, weiche ich bereits vor mehreren Monaten Ursache fand anzukündigcn, nämlich die Konzentration der von Leo KU. getrennten Kommunen, und die Einrichtung von Oiullioi oonoiliswr'l (Friedensrichter). Die wichtigsten der andern verlangten Punkte sind: Ein Handclstribunal in Bologna, Verbesserung des Kommunalcinnahmesy- stems; verbesserte Grundstcuereinrichtung; Verbesserung des Poststraßensystcms; Verbesserung des öffentlichen Unterrichts; Verbesserung des Advokatenwcsens und des Notariats; bessere Abstufung geringer Strafen. Das klebrige betrifft Lokalverhältniffe. Die andern Legationen stimmen in ihren Forderungen ziemlich mir Bologna überein. Vortrefflich abgefaßt sind die von Forli. Elemente, Gutes darauf zu bauen, bieten sich nun dar; hoffentlich wird Ersprießliches bewerkstelligt werden. (Allg. Ztg.) Schweiz. Im Bezirk Zofingen hat sich ein Bezirksschulverein gebildet, der bereits in 10 Gemeinden eine nicht unbedeuten- 1Z de Anzahl von Mitgliedern zahlt. Sein allgemeiner Zweck ist Unterstützung des Volksschulwesens durch Privatkräfte, welche er zu sammeln und nach Gutfinden, aber im Einklänge mit den bestehenden Schulgesetzen, Behörden und Einrichtungen für den Bezirk Zofingen zu verwenden sich vornimmt. Oie Privatkräfte bestehen in freiwilligen wöchentlichen Beitragen von 2 Rappen bis 2 Batzen. Seit dem Bestehen des Vereins werden Schreibmaterialien für die ärmsten Schulkinder im Bezirke angeschafft, und der Kantonsschulrakh um Genehmigung einer Anzahl von Büchern angegangen, welche für Primärschulen angekauft werden sollen. Aehnliche Unterstützungen der Volksschulen gicngcn auch anderwärts im Kanton Aargau schon vor Jahren von Privatgesellschaften aus; mehrere der Bczirksgesellschaften für vaterländische Kultur errichteten Bibliotheken für Landschullehrer, unterstützten Arbeitsschulen für Mädchen, und bekümmerten sich so oder anders auch um das aufwachsende Geschlecht. (Aarg. Ztg.) Spanien. Note des Ritters von Zea-Bermudez an Lord Palmerston. (Fortsetzung.) Die wiederholten Bemühungen Sr. kath. Maj. waren noch mals und immer fruchtlos, da die Regierung Sr. brilt. Maj. beständig Alles von sich ablehnte, was ihr zu diesem Ende von dem Madrider Kabinette zugestellt ward. Erst nachdem Sc. kathol. Maj. vergeblich alle Hülfsmittel ihrer Freundschaft und alle Kombinationen ihrer wohlwollenden Politik in Bezug auf das königliche Haus Braganza erschöpft, und alle Hoffnung verloren hatte, eine glückliche Annäherung zu Stande kommen zu sehen, ergriff sie, — in Erwägung, daß ihre eigenen Staaten ausgesetzt seyen, den Folgender Unfälle zu erliegen, zu welchen das benachbarte Königreich offenkundig verurthcilt ward, da sie ohne Preisgebung ihrer Grundsätze und ihrer Würde und ohne ihr verpflichtetes Wort zu brechen, den ihr von der Regierung Sr. brittischen Maj. gemachten Eröffnungen, nemlich dahin mitzuwirken, den König Don Miguel zu überreden, von seinem Throne zu steigen, nicht beitretcn konnte, und da sie endlich Portugal dem Geschicke einer Lüstern und gefährlichen Zukunft preisgegcbcn sah, — die einzige ihr unter so ernsten Umständen übrig gebliebene Partei, ein Beobachtungsarmeckorps an die Gränzen vorrücken zu lassen, um über die Sicherheit Spaniens zu wachen gegen welche diejenigen, die sich zu einem Einfälle in Portugal vorbereiteten, ihre feindlichen Gesinnungen und ihre Verbindungen milden unseligen Leuten schlecht verborgen halten, die auf diese Unternehmung verbrecherische Hoffnungen gründeten, um Unruhen anzustiften, und Haß und Spaltungen in ihrem Vaterlande aufzufrischen. Diese dringenden und unbestreitbar höchst ernsten Beweggründe hatten Spanien bestimmt, auf seiner Hut zu bleiben, ohne sich gegen die Angreifer Portugals feindselig zu zeigen Die Regierung Sr. britischen Maj. befahl gleichwohl ihrem Gesandten zu Madrid, in ihrem Namen eine kategorische Erklärung von der spanischen Regierung über die Haltung zu verlangen, die sie dadurch angenommen, daß sie ihre Truppen in Bewegung gesetzt hatte. Spanien antwortete sogleich mit Bestimmtheit, deß das von England vorgefchlagene und angenommene System vollkommener Neutralität auch das (einige seyn würde. Es that noch mehr. Es legte feine politischen Ansichten ganz offen dar und stellte feine Wünsche und seine Absichten in das klarste Licht, um England und die andern Mächte in Stand zu setzen, die Gerechtigkeit und Nolhwendigkeit dessen, was cs sowohl zu Aufrechthaltung des Friedens als für die Ehre und die Sicherheit Spaniens that, einzufehcn. Diese aufrichtige und vollständige Erläuterung konnte nicht ermangeln, das Londoner Kabinct zu befriedigen, das bei diesem Anlässe, sowie bei so manchem andern im Laufe dieser peinlichen Erörterung der Rechtlichkeit des spanischen Hofs seine Huldigung zollte, und die englische Regierung bestätigte hierauf nicht nur ihre frühem Versprechungen, sondern gab auch späterhin sowohl mündlich als schriftlich neue höchst feierliche Versicherungen von der größten Bestimmtheit -,aufs redlichste cinegenaue und unbedingteNeu- tralitäl" unter der einzigen Bedingung zu beobachten, daß die andern Machte von Europa, und namentlich Spanien, ebenso wenig bei diesem Streite intervenircn würden. Dies war neuerdings in Bezug auf diese Frage die genaue und bestimmte Erklärung, die im Namen Sr. brittischen Maj. durch ihren Gesandten in Madrid in einer Note vom ck. Juni d. I. gemacht wurde, und die Antwort, die er von Sr. Exz. dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten Sr. kath. Maj. am l l. desselben Monats erhielt, ist ein auffallender Beweis der Deferenz Sr. M. für England, und des lebhaften Wunsches die Achtung und das Vertrauen dieser Macht durch ihre Aufrichtigkeit zu verdienen, womit sie ohne Umschweife die Beweggründe und den einzigen Zweck der neuen Entschließungen Spaniens entwickelt hatte, Entschließungen einer weisen Voraussicht, die ihrem Wesen nach friedlich, und durch die unerwarteten Maaß- regeln, welche die englische Regierung selbst ergriffen halte unerläßlich geworden sind." (Fortsetzung folgt.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 26. Dez. Der seit Ostern in Heidelberg in Postangelegenbeitcn versammelte Kongreß preussi- scher, baierischer, badischer und thurn-taxisscher Bevollmächtigter hat sich in vergangener Woche aufgelöst. Man vernimmt, daß er nicht das Resultat gehabt, das man von verschiedenen Seiten von ihm erwartete, und vermu- thet, daß die Verhandlungen späterhin, dem Vernehmen nach in Frankfurt, wieder ausgenommen werden sollen. (Mg-) D i c n st n a ch r i ch t c n. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden, die erledigte evangelische Pfarrei Schriesheim dem bisherigen Pfarrer zu La- e-4 14 denburg, Dekan Johann Friedrich Allmüng, zu übertragen. Staatspap iere. Wien, den 26. Dezember. 5proz. Metalliques 86'/.; Bankaktien 1123. Pariser Börse vom 28. Dez. 5prozent. konsol. 99 Fr. 65 Ct. 3proz. konsol. 69 Fr. 40 Ct. Pariser Börse vom 2ff. Dez. 5prozent. konsol. 99 Fr. 60 Lt. 3proz. konsol. 69 Fr. 40 Ct. Rcdigirt unter Berantwortlichkeit von PH, Macklot. Auszug auö den Karlsruher Witterungsbeobachtungen. 3l. Dez. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7ft. M. N- 7/. 27 Z. 9.7 t'. 27 g. 8 8". 27Z. 9 6L ! . . . TDD Q l I I 75 G. 76 G. 76 G. Windstille Windstille Windstille Trüb uud etwas Schnee. Psychrometrische Differenzen: 1.0 Gr. -1.0 Gr. - 0.9 Gr. Theateranzeigc. Donnerstag, den 3. Jan. (zum Erstenmale): Die beiden Briten, Lustspiel in 3 Aufzügen, von Blum. Hierauf: Oie Braut aus Pommern, Lustspiel in 1 Aufzuge, von Angely. Bekanntmachun g. Die verebrlichcn Mitglieder des Kunstvereins für das Großhcrzozthum Baden werden in Folge des istten Paragraphen der Vereinsstatutcn auf künftigen Sonntag, de» 6. Januar ,635, Bormittags um ,o Uhr, zur gesetzlichen Generalversammlung im Lokale des Vereins berufen. Karlsruhe, den 3l. Dez. 1852. Von Vorstands wegen. Literarische Anzeigen. Bei G. Basse in Quedlinburg sind so eben erschienen, und bei (8. Braun in Karlsruhe zu haben: Der SLrohhutfabrikant. Oder gründlicher Unterricht, nickt nur alle Sorten feiner italienischer Strohhüte in höchster Vollkommenheit selbst zu verfertigen, sondern solche auch aus inläubljchm Gras- u. Getreidehalmen täuschend nachzuahmen. Für Modehändler und Putzmacherinnen. Nach dem Italienischen des Aut. Verölt und mit englischen, französischen und deutsche» Zusätzen vermehrt. Mit 2 Abbildungen. 6. Preis 1 fl. 30 kr. Der Federschmuckes Oder Anweisung, alle Arten Hutfcdern zu appretire«, zu färben und zu waschen. Nach dem Franz, des Lcnormand und Anderer, ö. Preis 36 kr. So eben ist erschienen: Der Komet deö Zahreö 1834 oder welche merkwürdige Begebenheiten wird uns dieses göttliche Zeichen verkündigen, wann und auf welche Weise wird der Antichrist in der Welt herrschen rc. Hanau, in Kommission bei Fr. König. Noch ein Jahr und die Zeit des große» Propheten ist da. Niemand zweifelt mehr, daß die Erscheinung dieses göttlichen Zeichen von ausserordentliche» Wirkungen in der Natur und Menschenwelt scyn wird. Ungeheure, nie gc- ahnetc Folge» soll dieses große HimmelSzeichen für die Verhältnisse der Menschen nach sich ziehen. Willst du sehen, frommer Christ, was deiner harrt, so komme und lies dies Büchlein, das dir der Schlüssel zu den Prophezeiungen sepn wird, welche für dich, der du diese Zeit erlebst, schon vor mehr als 1000 Jahren ergangen sind. Exemplare dieser Schrift sind geheftet für 9 kr. zu haben bei G. Braun in Karlsruhe. Anzeige. So eben ist erschienen und wird gratis auszegcben: Verzeichniß neuer Schriften Nr. 5, welche in die D. R. Marx'sche Lesebibliothek ausgenommen wurden. Anzeige für Auswanderer nach Nordamerika. Unter Beziehung an meine früheren Anzeigen, bezwecke ich hiermit, diejenigen Individuen, welche über Bremen nach den vereinigten Staaten von Nordamerika zu reisen beabsichtigen, auf die hier unterm t. October d. I erlassene obrigkeitliche Verordnung aufmerksam zu wachen. Zugleich verbinde ich damit die Anzeige, daß der größere Theil der hiesigen Schiffsrheeder über die Bedingungen sich vereinbaret haben, unter denen sie die Schiffskontrakte zur Ueberfahrt abznschließcn bereit sind. In der. obrigkeitlichen Verordnung werden die Auswanderer dringend aufgesorbert, vor ihrer Reise nach 15 Bremen die für ihre demiiächsti'ge Einschiffung nölhigen Einrichtungen zu treffen, zu welchem Zwecke sie sich an die hiesigen Verfrachter oder Schiffsmakler oder an die auswärtigen Bevollmächtigten derselben zu wenden haben; ich bringe demnach hiermit zur öffentlichen Kunde daß, ich fortwährend mit dem Hrn. Georg Schepeler in Frankfurt °/M. (wohnhaft am Roßmarkt) in Verbindung stehe, und derselbe beauftragt ist, die Anmeldungen zur Annahme so wie die demnächst zu entrichtenden -> 6w. oder darauf Gelder in Empfang zu nehmen. Nach Empfang der Personcnverzeichnisse wird es dann meine Sorge seyn, die Schiffsgelegenheiten dafür .prompt möglichst zu besorgen, und die Contrakte darüber cinzuscnden. Da zu erwarten steht, daß die Zahl der Auswanderer im Laufe des nächsten Jahres nicht unbedeutend seyn werde, so dürfte mein Rath wohl zu berücksichtigen seyn, die Aufgaben zur Einzeichnung, möglichst frühzeitig ein- znreichen, und sich dadurch die Ueberfahrt zu einer bestimmten Zeit zu versichern. Die obenerwähnte obrigkeitliche Verordnung sowohl, als die Bedingungen sind bei dem Herrn Georg Sche- pelcr zur Einsicht und Vertheilung niedergelegt. Wiederholt bemerke ich, daß die Besorgung der Schiffs- gelegenheitcn unentgeldlich geschieht, und daß auf direkte Anfragen in frankirten Briefen die erwünschte Auskunft ertheilt wird. Bremen, im November 1832. Joh. Dntttze, beeidigter Schiffsmäkler. Baden. (Warnung.) Wer meinem Sohn Alois W eigner, Bäcker, ledig, fernerhin elwas borgen oder anverlrauen wird, kann den Schaden selbst leiden. Baden, den 26. Dez. 1L32. Janatz Wagner, Rothgerbcrmeister. Heidelberg. (Bekanntmachung.^ Bei der im Oktober vorgenommenen Ziehung der Heidelberger Museums. Aktien sind die Nummern 170, 20, 7, 121 herausgekommen, und kann reren Betrag, so wie jener der verfallenen Zinsen der übrigen Aktien bei Handelsmann Bassermann in Heidelberg vom 1. Januar i 6 Z 3 an in Empfang genommen werden. Karlsruhe. (Kap i talg csuch.) 55 oc> fl. werden ge- gen hinlängliche Versicherung zu leihen gesucht. Im ZeltUNgs- komptvir das Nähere. Karlsruhe. (Verkauf von Wagenpferde nJ Ein paar Wagenpferde, Füchse, 6 Jahre alt, >5 Faust hoch, engli- firt, fehlerfrei, und auch zum Reiten zu gebrauchen, sind dahier aus der Hand zu verkaufen. Das Zcilungskomptvir gibt nähere Auskunft. Karlsruhe. (Pferde rc. z u v crka ufe n.^ Inder Waldhoinstraße Nr. g sind ei» Paar sehr brauchbare Wagenpferde, verschiedene Pferdegeschirre in silberplatiirte und in Breitet, 2 Bärcndeeken mit Tuch besetz!, ein Kuischervclz und mehrere Wenter- und Sommerstalldeckcn, dann ein viersitzjger ganz guter Stadtwagen, eine Reisekalefche und ein Schlittengestell zu «erlaufen. Karlsruhe. (Versteigerung.) Nächsten Freitag, den 4. Jan. 18ZZ, Vormittags 9 Uhr, werden in dem großherzoglichen Marstall mehrere brauchbare Kastenschlitten, Schliuen- geschirre und andere Zuggcschirre gegen baare Bezahlung versteigert, wozu die Liebhaber andurch eingeladen werden. Karlsruhe, de» Z>. Dez. 1832. Großherzogliche Stallverwaltung. K 0 ch. Lörrach. (Versteigerung eines Nachrichter- und Wasenmeisterci-Erblehens.) In Sachen mehrerer Gläubiger gegen Thierarzt Heinrich Kiefer in Haagcn, Forderungen betreffend, ist auf das dem Schuldner zugehörige Nachriwter- und Wasenmeisterci-Erblehen der Gerichtszugriffmittelst öffentlichen Verkaufs angevrdnet. Zu diesem Erblehen, das für den damit verbundenen Scharfrichters- und Wasenmeistereidienst La Orte umfaßt, gehört ein von dem Ort Haagen abgesondert, in einer sehr angenehmen Lage angebrachtes vstöckigles, massiv aus Stein gebautes Wohnhaus, dabei befindlicher Scheuer, Stallung, Schopf, Trotte u»d Waschhaus, nebst Hosraithe und Küchengarten, letzterer 2 Vrtl. 8 Rihn. haltend. Mit diesem Dienst, aus dem der unbedeutende, jährlich an großherzogl. Amtskaffe zu entrichtende Wasenzins von Z fl- ruht, ist «ine jährliche Besoldung von 40 fl., dann 4 Malter Roggen und 12 Klafter buchenes Holz verbunden, welche Naturalien zu flren Preisen in Geld angeschlagen sind, an die sich noch das freie Eckerich auf 4 Stück Schweine, so wie die Frohndsreiheit für die zu haltenden Dicnstpfcrde anschließt. Jur Versteigerung dieses Erblchens, das sich sowohl durch feine in dem reizenden Wiesenthale an einem schöne» Ort liegenden Realitäten, als durch die mit dem Dienst verbundene Besoldung und bedeutenden Verdienste empfehlungswcrth macht, wird Tagfahrt auf Montag; den resi Januar k. I,, Nachmittags 2 Uhr, in dem Gemcindewirthshaus in Haagen festgesetzt, und dabei ausser den gewöhnlichen Steigerungs - und den im Lchnbrief enthaltene» Bedingungen — die täglich auf der diesseitigen Kanzlei eingesehen werden können — die weitere gemacht, daß nur Inländer zur Steigerung zuaelassen - werden, zur Versetzung des Dienstes tauglich seyn muffe», und sich darüber, wie über ihren Leumund und Vermögensverhällmsse, mit legale» Zeugnissen auszuweiscn haben. Der AusrufsprciS beträgt die Summe von 5 ooc> fl. Lörrach, den 17. Dez. 16Z2. Großherzogliches Bezirksamt. Teurer. vät. Näher, Theilungskommissär. Wolfach. (Kraftlos erklärte Pfandurkunden.) Da die gerichtliche Aufforderung vom 14. Scpt. d. I. wegen der in Verstoß gerathenen Pfandurkundcn, welche die Stadt Wolfach für 2 Kapiialpvsten ad 2öS fl. und 100 fl. an Magdalena Armbrust er in Wolfach ausgestellt, die Schuld aber bezahlt hat, ohne Eifolg blieb, so werden solche nunmehr für kraftlos und der Strich des Eintrags im Pfandbuch für zulässig erklärt. Wolfach, den >1. Dez. 1832. Großherzogl. bad. fürstl. fürstenb. Bezirksamt. ^ Fernbach. Offenburg. (Schulden! i quidat i 0 n. 1 Johann Fischer und Kaspar Lehmann von Hofweier, sodann Anron Ku de rer von Waltersweier, wollen mit ihren Familie» Nach 'Nordamerika auswandcrn. Zur Richtigstellung ihrer Schulden ist Tagfahrt auf Montag, den 7 Jan. k. I., Vormittags 8 Uhr, in diesseitiger Oberamtskanzlei anberaunu; deren Gläubiger werden daher aüfgescrdcri, ihre Ansprüche an die- pH 16 sem Lage um so gewisser anzumelden, alr man ihnen später sonst zu keiner Zahlung mehr verhelfen kann. Offenburg, den 6. Dez. 16Z2. Großherzogliches Oberamt. R ü l r i n g e r. Neckargemünd, (Schulde 11 liquidatio n-j Zur Kvnsialirung des wahren Schuloenstandes, w.lcher aufdcmVermögensnachlaß des verstorbenen Pfarrers Hall bau er zu Dils- derg haftet, wird Tagfahrt zur Vornahme der Sckuldcnliqui- dalion auf Mittwoch, den - 3 . Jan. , 855 , anbereumt, und dessen sämmtliche Krcdnoreu werden daher aufgefordert, an besagtem Tage vor der Unterzeichneten Stelle zu er scheinen, und ihre Forderungen, unter Vorlegung der besitzenden Bcweisurkunden, zu liguidiren, «uck ihre etwaigen Voizugs- rcchte zu begründen, widrigcnsalls und zwar wenn sich nach Maaßgabe des liquidirte» Schuldenstanocs noch ein reiner Vcr- mögensnachlaß Herausstellen sollte, ihre Ansprüche nur auf denjenigen Theil der Erbschaftsmaffe erhalten werden, der nach Befriedigung drr Erbschaftsgläubiger auf die vorhandene Jntesiat- crbin gefallen ist, und wenn der ltguidine SÄuldcnnand den Wcrmögensnachlaß übersteigen sollte, folglich das Gantverfahrrn cingeleitet werden müßte, sie den Ausschluß von der Muffe zu gewärtigen haben. Neckargemünd, den 4. Dez. 18S2. Großherzvglickcs Bezirksamt. L1 n d e m a n n. vät. Schrodt. Frei bürg. (Schuldenliquidation.) Gegen Ober- rechnungsrath Friedrich Christoph Kreuzbauer von Freiburg haben wir Gant erkannt, und Talfahrt zum Richtlgstellungs- UNd Vorzugsverfahren auf Mittwoch , den Sa. Januar k. I., Morgens 8 Uhr, «ngeordnek, wobei alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Eanimasse machen wollen, solche bei Vermeidung de« Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzu- mcldcn, und unter gleichzeitiger Vorlage der B.weisurkundcn oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln ihre etwaigen Vorzugs- oder Uiuerpfandsrechte zu bezeichnen haben; dabei verbindet man die Anzeige, daß bei dieser Tagfahrt ein Maffepfleger und ein Giänbigcrausschuß ernannt, Borg < und Nachlaßoergleiede versucht werden, mit dem Beisätze, daß in Bezug aus Borgvergleiche und Ernennung des Massepstegers u. Gläubigerausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Freiburg, de» 18. Dez. 1832 . Großherzogliches Stadtamt. Kettenacker. Kork, sS chu ldenlllqui d a ti 0 n. j Gegen Bäcker Georg Schütterle von Stadt Kehl ist Gant erkannt, und Tag- sahrt zum Richtigstellungs- und Vorzugsverfahren auf Freitag, den ,1. Jan. k. I., Vormittags 3 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wo alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Darlegung der Beweisurkunden 'oder Antretung des Beweises mit «rudern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffepfleger und ein Gläubigerausscbuß ernannt, Borg - und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Massepstegers und Gläubigerausschusses die Nicherscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Kork, den ü. Dez. 18Z2. Eroßherzoglichis Bezirksamt. Eichrodt. vät. Hä nie- Bruchsal. sEdiktalladung.fi Margaretha Doll von Bruchsal, welche nach eingezogcnen Nachrichten sich mit einem rusi. Regiment im Jahr rb.S von hier wegbegab und seitdem nichts mehr von sich hören ließ, oder ihre etwaige Leibeser- ben, werden hiermit aufgesordert, sich innerhalb i 2 Monaten a dato dahier zu sisiiien, und über ihr Vermögen von circa 120 fl. zu verfügen, widrigenfalls man sie für verschollen erkläre» und ihr Vermögen ihren Jiuestaterbe» in fürsorglichen Besitz, gegen Sicherheitsleistung, übergeben werde. Bruchsal, den rtt. Nov. rttZa. Großherzogliches Oberamt. W u n d t. Bruchsal. fE d i kta l l ad u n g.fj Iahann Roos von Neuthard, welcher vor etwa So Jahren als Schustergcselle IN die Fremde gieng, und vor etwa So Jahren von London aus die letzte Nachricht von sich in seine Heimakh gab, oder dessen etwaige Leibererben, werden hiermit aufgesordert, binnen einem Jahre ihre Ansprüche auf dessen bisher unter Pflegschaft verwaltetes Vermöge» von 282 fl- 5 g kr. geltend zu machen, da sonst derselbe für verschollen erklärt, und gedachtes Vermöge» seinen durch das Gesetz zur Einweisung in fürsorglichen Besitz desselben beiuftne» nächsten Anverwandten in-solchen überlaßen werden soll. Bruchsal, den 12. Nov. 18Z2. Großherzogliches Obcramt. Ge mehl. "«Ir. Kohner. Philippsburg. (Aufforderung.) Alle diejenige» welche an die Verlassensebastsmaffe des dahier verstorbenen Stadt- pfaircrs und Delans Joseph Stafflinger eine Forderung au« irgend einem Rcchtstiiel zu haben glauben, «Verden aufgesor- deit, solche binnen 4 Wochen a dato bei dem Tbeilungstommissanat dahier unter dem Rechts« nachiheil zu liguidir.n, daß nach umlaufener Frist das Vermögen ebne Rücksicht auf diejenigen, welche ihre Forderungen nicht angemkldel haben, dem Haupte,be» und den Vermächinißneh» mein ausgcfolgk werden soll. Philippsburg, den 21. Dez. , 652 - Großherzogliches Bezirksamt. Keller. vät, Fabcr, Rprkt. Ackern. kHolzverst eigerung. 1 SamStag, den S. Jan. i«ZZ, Vormittags g Uhr, werden bei der Thalkircke zu Ouenhöfcn aus dem herrschaftlichen Höllwald, Allerheiliger Reviers, r5Zj4 Klafter Bucken, H4 - Tannen und 5 a 6 g Stück Wellen öffentlicher Steigciung anrgesetzt, wozu die Liebhaber eingeladsn weite». Ackern, den - 4 - Dez. , 852 . Großherzogliches Forstamt. S ch r i ck e l. Verleger und Drucker: PH. Macklot.