Karlsruher Zeitung. Nr. 3. Donnerstag, den 3. Januar 1833. Baden. Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 3l. Dez., Nr. 07, enthält: 1) Eine landesherrliche Verordnung, wonach die Be- zirksverrechner, welche mit der Erhebung und Ablieferung der Beiträge für die Generalwittwen- und Brandkaffen beauftragt sind, ausdrücklich als Partikularverrechner dieser Zentralkaffen mit der Verantwortlichkeit als Staatsrechner erklärt werden. 2) Folgende Verordnung des großherzogl. Ministeriums des Aeuffern: Um die Weitläufigkeiten zu beseitigen, womit die Wie- dercinbringung der Bestellungsgebühren für die an großh. Staatsbehörden frankirt aufzugebende Postwagenpakete in Parthiesachen bisher verknüpft gewesen ist, sieht man sich hiermit zu verordnen veranlaßt, daß künftig bei der Aufgabe solcher Pakete nebst dem tarifmäßigen Franko jedesmal auch zugleich die herkömmliche Bestellungsgebühr (Packerbatzen) mit 4 kr. per Stück zu bezahlen und solche dagegen am Ort der Abgabe aus der Postkaffe an den Packer zu vergüten sey. 3) Folgende Verordnung des großh. Ministeriums des Innern: In jenen Orten, wo das zu Dürgergaben angewiesene Stammholz nebst der Deckung des Brandholzbedürfniffes einen Uebcrschuß abwirft, welchen die Gemeinde vortbeil- Hafter zu Bau- und Nutzholz, namentlich zu Rebpfählen verwenden, oder wo der steilen Lage der Waldungen wegen das Holz nicht leicht abgefahren, sondern nur in den ganzen Stämmen aus den Waldungen verbracht werden kann, ist das Ganze unter gemeinschaftlicher Aufsicht zu fällen, abzulängen und auszuästen und das Abholz aufzu- machcn; alsdann aber werden die Stämme oder Plöcher nach gehöriger Vermessung in Loose eingetheilt und mit dem Abholz unter die Bürger vcrthcilt, wornach jedem Empfänger überlassen bleibt, nach der Abfuhr das Stammholz nach Gutdünken zu Nutzholz und Rebpfählen zu verwenden oder als Brennholz aufzuspalten. 44 Eine Bekanntmachung des großh. Ministeriums des Aeuffern, welche die Uebereinkunft mit der königk. würtem- bcrgischen Regierung enthält in Betreff der Militärkon- scription in dem Kondominatort Widdern. 5) Die Bekanntmachung des großh. Ministeriums des Innern über die diesjährige Preisvertheilung an der Universität zu Heidelberg. Den juristischen Preis erhielt der Etud.I. Schnell aus Basel, den medizinischen Otto Urich »vn Erbach im Großherzogthum Hessen, den ökonomischen Ludwig Hambel aus Karlsruhe, den physikalischen Joseph Wallcrstein von Karlsruhe. 6) Bekanntmachung desselben Ministeriums, wornach für den Jahrgang 1832 des Regierungsblattes gemäß früherer Verordnungen 1 fl. 4 kr. mehr bezahlt werden muß, weil es 76 Bogen stark ist, also 16 Bogen mehr beträgt als der größte Umfang für den Normalpreis (60 Bogen zu 1 fl. 12 kr.) bestimmt. 7) Uebersicht der Studircndcn zu Heidelberg und Freiburg im vorigen Sommerhalbjahr. Zu Heidelberg studir- ten 207 Inländer, 698 Ausländer, zusammen 905. Zu Freiburg 450 Inländer, 107 Ausländer, zusammen 557. 8) Folgende Bekanntmachung: In dem weiblichen Lehr- und Erzichungsinstitute zu Baden wird durch den Austritt der Wilhelmine Thibaut auf den l. Januar 1833 ein Freiplatz für eine baden-badische Tochter offen. Die Bewerber um denselben haben ihr Gesuch unter Anlegung der erforderlichen Zeugnisse über Alter, Herkommen, Vermögensumstände, Aufführung». Fähigkeiten bei dem großh. Ministerium des Innern, kath. Kirchcnsektion, binnen 4 Wochen einzureichen. 9) Die Staatsgenehmigung einer Stiftung. 10) Folgende Ordensverleihungen: Seine königliche Hoheit der Großhcrzog haben dem kön. würtemb. Generalmajor, Gcneralquartier- meister und Gencraladjutanten v. Bangold das Großkreuz, dem kön. baier. wirklichen geh. Rath v. Klcnze daS Kom- mandeurkrcuz und dem geh. Rath Deimling zu Pforzheim das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen gnädigst zu verleihen geruht. 11) Folgende Medaillenverleihung: Seine königliche Hoheit der Gro ßherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden, dem Polizeikom- miffär Hoffmann in Mannheim als Beweis HöchstihrerZu- fricdenheit mit seinen bisherigen Dienstleistungen die größere Zivilverdienstmedaille mit Oehr und Band huldreichst zu verleihen. Bei der heute erfolgten »tcn Serien-Iiehung für daS ahr 1853 wurden nachstehende Nummern gezogen: Serie-Nr. YL3 enthaltend Loos-Nr. 9820 l bis 9830» - - 336 - , - 33501 - 3360» , « 173 - - - 17201 - 1730» » - 545 - - - 5440t - 5450» - - 428 - - - 42701 - 4280» - - 205 L - - 20401 - 2050» , . 22» - - . 2 >901 » 2206» » - 319 - - - 31801 . 3190» 18 welches hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Karlsruhe, den 2. Jan. löZZ. Großherzogl. bad. Amortisationskasse. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 28. Dez. OeffentlicheBlätter haben wiederholt von einer Anleihe gesprochen, welche die kais. österreichische Regierung zu ncgoziiren gedenke, und deren Betrag verschieden angegeben wird. Wir können versichern, baß alle diesfallsigcn Angaben grundlos sind, indem bis jetzt keinerlei Unterhandlungen angeknüpft wurden, welche die Ausführung einer solchen Operation zum Zwecke haben könnten. (Allg. Z.) Oesterreich. Wien, 27. Dez. In demKrankheitszustandedesKönigs von Ungarn ist leider keine Besserung eingetreten. Das ärztliche Bülletin spricht sich darüber besorgter als ge stern aus, und dem erlauchten Kranken ist noch gestern spät, nach Abgabe meines Schreibens auf der Post, die letzte Oelung administrirt worden. Man fürchtet für das Leben des Prinzen, inzwischen hat crdicsen Morgen etwas Suppe genossen, und scheint etwas weniger angegriffen, was wieder einen Strahl von Hoffnung gibt. Gestern Abend, als die Theater bereits mit Zuschauern gefüllt waren, wurden die Vorstellungen eingestellt, und die Säle geschlossen, weil der Zustand Sr. Mas. einen so gefährlichen Charakter angenommen hatte, daß man jeden Augen- blick das Schrecklichste befürchten mußte. Ungeachtet der seit diesen Morgen erfolgten Erleichterung bleiben sie auch heute noch gesperrt; hingegen füllen sich die Kirchen seit frühem Morgen mir frommen Betenden für die Erhaltung des allgemein geliebten Kranken; Ihre Maj. die Königin, und Ihre durchlauchtige Schwester, die Frau Herzogin von Lucca, verlassen das Krankenlager kaum auf Äugenblicke. In Preßburg, wo bekanntlich eben die ungarischen Stände zum Reichstage versammelt sind, hat die Nachricht pon der Gefahr des Königs den tiefsten Eindruck gemacht; auch dort wurden sogleich Gebete in allen Kirchen angeordnet. Ein anderes Privatschrciben aus Wien vom nämlichen Tage sagt: "Der Zustand des jüngcrn Königs von Ungarn, welcher am 19. dieses Monats von einer in früheren Zeiten schon öfters wiederholten Krankheit befallen wurde, hat sich seit einigen Tagen fortdauernd verschlimmert, und nach dem heute ausgegebenen ärztlichen Berichte hatte sich in dem gefahrvollen Krankheitsumstande Seiner Majestät noch nichts geändert." (Allg. Ztg.) Wien, 26. Dez. Wie man hier versichert, sind die Unterhandlungen der großen Höfe über die portugiesischen Angelegenheiten schon ziemlich weit vorgerückt. Die Sendung, welche Sir Stratford-Canning nach Parisund Madrid erhallen, soll hiemit in genauem Zusammenhang stehen. Gelingt diese, von England und Frankreich ausgehende Unterhandlung, .so werden die Rechte Donna Maria's auf den portugiesische« Thron von allen Machten anerkannt; Don Miguel aber bleibt im Besitz seiner fammtli- chen Schätze, und lebt — nach förmlicher Entsagung auf die Krone (?) — als Privatmann in Wien. — An einen allgemeinen Krieg wird bei der friedfertigen Stellung der franz. Deputirtenkammer gegen die Regierung und bei dem Ergebniß der engl. Parlamentöwahlen hier nicht mehr geglaubt. (N. K.) Preussenl Elberfeld, 29. Dez. Bekanntlich hat das k. Ministerium, auf den Antrag der westphälischen Provinzialstän- de, die Anlage ei«er Eisenbahn zur Verbindung der Weser mit der Lippe genehmigt, und von dem Konnte, welches sich in Minden zur Ausführung dieses Planes gebildet hat, ist der Vorschlag zur Fortsetzung der Bahn durch die Kohlenreviere und durch das Wuppcrthal nach Köln gemacht worden. Auch in unserer Mitte sind bereit- Schritte zur Beförderung dieses Unternehmens geschehen. Nach einer Bekanntmachung ist nämlich eine Deputation der königl. Handelskammer von Elberfeld und Barmen mildem Hrn. Oberbürgermeister Brüning, dem Hrn. Bürgermeister Wilkhaus und dem Hrn. Or. Egen zusammen, und mit dem Mindencr Komitv in Korrespondenz getreten, und fordert ihre Mitbürger auf, zur Bestreitung der Kosten, welche die Ermittelung der für Elberfeld und Barmen günstigsten Bahnlinie und des erforderlichen Baukapitals, so wie die Verhandlungen mit andern Komitö'- u. s. w. erfordern wird, Beiträge von 5 Thlrn. zu unterzeichnen, durch deren Entrichtung man Teilnehmer deS provisorischen Vereins werden, und an den Verhandlungen Theil nehmen kann, bis solche zur Erörterung und Festhaltung des Statuts für die wirkliche Aktienbetheiligung gediehen sind. Frankreich. * ^ Paris, 28. Dez. Der Fall der Zitadelle von Antwerpen erregt hierund in ganz Frankreich den größten, aufrichtigsten Jubel bei allen Klaffen. Selbst die Opposition muß dem Strom folgen, und das Ereigniß, in seinen moralischen Folgen wenigstens, als ein glückliches für die Nation preißen. Lhaffu hat als Ehrenmann gekämpft, die französische Armee aber das Unglaubliche geleistet. Lhö- richt benehmen sich dabei die Legitimisten; statt Theil zu nehmen an dem Stolze des Volkes, trennen sie ihre Sache von der scinigcn, und verbergen ihren Aerger nicht. Damit aber thun sie ihrer Partei selbst empfindlich wehe, und befestigen die Ansicht, sie wünschten die Intervention des Auslands. Uebcrhaupt ist cs beklagenswerth, daß selbst die bessern Köpfe unter den Karlisten, Männer, die mit. einsichtsvollem Gebrauche ihrer Talente, auch unter den jetzigen Umstanden noch, dem Gemeinwohl nützen könnten, in neuester Zeit allen Takt verloren haben, und ihreSache völlig zu Grunde richten, indem sie dieselbe der fürchterlichsten aller Waffen in Frankreich — dem Spotte — preis geben. Den liebenswürdigen Schwärmer Chateaubriand gar nicht zu erwähnen, auf den, mehr als auf Jemand, die Napolconifche Bezeichnung: Ideologe, paßt, ist cs doch 19 wahrlich ein Jammer (U ksiirxitiä), Männer wie den Herzog von Fitz-James und gar den sonst als geistvoll bekannten Grafen de la Ferronays öffentliche Briefe in die Welt hinein schicken zu sehen, worin sie sich als Geisel für die Frau Herzogin von Berry anbieten. Ein solches Anerbieten kann vielleicht einige alte Damen des Faubourgs St. Germain rühren , vernünftige Menschen macht es lachen. Wo in aller Welt existirt denn noch unter zivilisirten Völkern die Sitte, daß man Einen für den Andern einsperrt, gleichsam als sey es nur darum zu thun, die Festung nicht unbenutzt zu lassen. Was soll daß heißen: Griffet für die Frau Herzogin von Berry. Wenn General Chaffü und seine brave Mannschaft als Geiffel bis zur Uebergabe der Forts Lillo und Licfkenshoek zurückbehalten werden, so hat cs einen Sinn, denn die Garnison fehlt numerisch der holländischen Armee, und König Wilhelm von Niederland muß wünschen, brave Krieger, die ihr Leben für ihn wagten, der Gefangenschaft zu entreiffen. Diese Berücksichtigungen könnten ihn wohl bewegen nachzugeben. Aber was sollte die Regierung z. B- mit dem Herzog von Fitz-James thun, wenn es der Frau Herzogin von Berry gefiele, spater einen abermaligen romantischen Krcuzzug zu unternehmen? Der Hr. Herzog von Fitz-James wie der Hr. von Ferronays könnten oder wollen vielleicht da sehr wohlfeil die pronx «chevsliera (tapferen Ritter) aus dem Mittelalter spielen, wohl wissend, daß das Strafgesetz keine Bestimmung hat, welche erlaubt, Einen für den Andern ein- zusperrcn, zu henken u. dgl. — Leben denn diese Leute, wie geistvoll sie auch scyen, wirklich noch in ihren Ideen, in der Zeit der feudalen Ritterschaft, oder stellen sie sich nur so? Das Letztere supponirt doch bei ihnen die Ansicht, das könnte immer noch Epoche machen, was wieder auf einer total irrigen Idee beruht. Hat doch dieser Tage noch unser alter Mr. de Bonald alles Ernstes in der Gazette ausgerufen : Ihre königliche Hoheit die Frau Herzogin von Berry habe sich nur nach Frankreich begeben, um sich zu überzeugen, ob es denn nichts Französisches mehr unter uns gäbe? Paris, 29. Dez. Wegen der Eroberung der Zitadelle wurde in keiner Stadt in Belgien auch nur die geringste Illumination veranstaltet. (Mess.) — Der Marsch nach Belgien im Jahr 1831 hat uns u. Belgien nichts genützt, wohl aber 20 Millionen gekostet. Wir wurden von Europa ausgelacht. Der Feldzug von 1832 kostet uns einige und 50 Millionen, 1000 Mann, verschafft uns einige Plätze und die Frage bleibt nach wie vor. Es ist wahr, daß Sir R.Adair durch seine Protesta- tionen mit uns Komödie spielt, daß die Belgier ihren Undank nicht verbergen, daß sie sich weigern, die französ. Armee zu ernähren, und man wird uns, statt aller Erkenntlichkeit, eben so gleichgültig abziehen lassen, wie wir empfangen wurden. Aber wenn wir Belgien verlassen, mit dem Haß der Belgier als Zugabe, mit dem Verlust der Verbindung mit Holland, und zum Abschied mit den Drohungen Preussens und den Schikanen Englands, was haben wir denn mit unfern Kanonen gewonnen? Die Freiheit der Schelde tst zum Dorthcil Englands und wrrd mi- serm Handel in Havre und Dünkirchen schaden. Ts nützt uns gar nichts, mag die Schelde englisch, preussisch oder europäisch seyn, wenn sie nicht französisch ist. (Tempß.) — In dem Feldzug gegen Antwerpen hatten England und Holland einen politischen Zweck, Frankreich nur einen militärischen. England wollte die Zerstörung Antwerpens als einer Festung, Holland wollte dasselbe, um den Belgiern nicht eine so furchtbare Stellung an der Schelde zu überlassen, und die Belgier wollen die Zitadelle nur zum Thcil schleifen, womit jene beiden Kabinette zufrieden seyn werden. (Gazette. — Vor einigen Tagen hat die Gazette noch diese Ansicht bekämpft.) — Die beiden Prinzen sind von der Nordarmee zu Paris angekommcn. Großbritannien. London, 25. Dez. Ein brittischer Offizier schreibt vom Bord des Orestes aus Oporto unterm I5.d. an seinen Vater unter Anderm: Unsere Landsleute im Dienste Don Pedro's sind so unzufrieden, daß 2 Regimenter derselben ihre Waffen niedergelegt, weil man ihre gerechten Forderungen zu befriedigen sich geweigert hat. Ucbcrhaupt richten Krankheiten im Heere Don Pedro's jetzt größere Verheerungen an, als es bisher alle Gefechte gethan. London, 26. Dez. Die Einnahme der Zitadelle von Antwerpen gibt den Blattern Stoff zu mancherlei Erklärungen. Der Globe jubelt und frohlockt, daß die Partei des Königs Wilhelm in England diese Niederlage erlitten hat, gegen welche Anhänger das Blatt mit Bitterkeit Herfahrt. Der Courier betrachtet die Sache, und fragt: Was kommt jetzt ? So schwer dies zu beantworten ist , so besteht doch der Courier darauf, daß die Franzosen Belgien räumen müssen, ohne die Forts Lillo und Lief- kenshoek zu nehmen, weil die Zitadelle mit den von ihr abhängigen Forts übergeben sey. Gemäß der Konvention müßten aber nun die Belgier auf der Stelle das holländische Gebiet räumen. Der Hera'd ist mit der ganzen Sache unzufrieden und sagt, der Feldzug habe nur eine einzige Thatsache erwiesen, daß nämlich Belgien nicht im Stand sey, unabhängig zu seyn, cs müsse zu Frankreich oder Holland gehören. Der Zug habe den König Leopold in die verdächtigste Lage gebracht, in die ein Rönig kommen könne, dieser Friedenskrieg habe die Dauer und Sicherheit des Friedens in Europa schwankender gemacht alS je. Der Standard gibt zu bedenken, daß unter dem Titel der Verwandtschaft das Pariser Kabinet alles Ungemach, was Belgien zustößt, als eine Verletzung der Ehre und Würde Frankreichs geltend machen würde. Holland. Haag, 29. Dez. Der Staats Courant meldet in Betreff der Expedition nach dem Doel unter Anderm: Als der tapfere Major Boelen seine Mannschaft zu einem Ba- jonetangriff auf den Feind führte, enipficng er eine schwere : Wunde an der Schulter, während sein Adjutant, dcrOber- j lieutcnanl Menso, im selbigen Augenblicke getödtet wurde. 20 Diese traurigen Ereignisse waren Mitursachc, daß man die anfänglich errungenen Vortheile nicht weiter verfolgen konnte. Auch der Oberlieutenant Paravicini, der sich mit den Freiwilligen des Marschbataillons unter freudigem Hur- rah! auf die franz. Vorposten warf, fand gleich zu Anfang den Tod der Tapfern. Ungefähr eine Stunde vor dem Ausfall aus Liefkcnshoek auf den Doel, machten 2 Offiziere einen Ausfall mit 50 Mann auf derSüdscite dieses Forts. Diese Abtheilung, die ihre Demonstration sehr glücklich bewerkstelligte, marschirte den Scheldedeich entlang, und wurde, so gut cs der Wind zuließ, von 3 Kanonierbooten unterstützt. Der Feind warf Kongreve'sche Raketen aus der Kruysschans, während die Bombarve Medusa und Fort Liefkcnshoek diesen Gruß mit Bomben crwiederten. Das Dctaschement warf einen feindlichen Vorposten, drang bis nahe an Fort Perle, und zog unter stetem Feuer verabrcdetermaßen wieder zurück. Der Lieutenant Beelaert van Blokland, der bei dieser Gelegenheit Beweise von hohem Muthe und vieler Kaltblütigkeit gab, wurde von eine Granate berührt. — Unsere tapferen Landsleute, die bei Belagerung der Zitadelle verwundet wurden, sind zu Bergen-op-Zoom angekommen, mit Ausnahme solcher, die so schwere Wunden erhalten haben, daß sie das Weitcrschaffen nicht vertragen, und deshalb mit Menschlichkeit im Antwerpener Spital, unter dem wohlwollenden Schutze der Franzosen, verpflegt werden. — Ein Schreiben aus Antwerpen vom 27. Dez. sagt: „Als die holländischen Seeleute, nachdem sie ihre Kanonierboote in Brand gesteckt, sich durch Schwimmen zu retten suchten, liefen die Belgier längs dem Ufer und schossen auf die Schwimmenden. Sie nannten dies die „Enten- Iagd." Vlic, 26. Dez. Das vorgestern gestrandete Schiff ist keine Fregatte, sondern ein Kauffahrteischiff; sein Name ist unbekannt. Belgien. FranzöfischesHauptquartier, 28. Dez., 3 Uhr Nachmittags. Man hat im Hauptquartier vernommen, daß der König die Truppen zu Lille den 8. und 9., zu Valenciennes den 11. und 12., und zu Douai den 14. Ne- vüe passiren lassen wird. Bis dahin wird die ganze Armee in Frankreich zurück seyn. Man arbeitet daran, die Effekten der Garnison aufzunehmen, welche gefangen nach Frankreich geführt werden soll. Morgen Abend oder übermorgen früh, sobald die Holländer die Zitadelle verlassen haben, wird dieselbe der belgischen Regierung überlassen werden. Gestern hat die Artillerie die Bresche-, die Kontre - und die Steinmörserbatterie dcsarmirt. Heute arbeitet man an der Desarmirung der Batterien 7 und 8 auf der linken, und 3, 4 und 5 auf der rechten Seite; alles Material, welches sich vorder Zitadelle befand, sollte in Antwerpen cingeschifft werden; da man aber die Schwierigkeiten erkannt hat, das Geschütz wegen der Barrikaden, die vorher demolirt werden müßten, bis in den Hafen zu bringen, so wird alles in Boom eingeschifft werden.. Man ! hat gestern Nachmittag eine lebhafte Kanonade von der Seite von Lillo gehört. Es war aus Fort Liefkenshoek, welches seine Kanonen entlud. — Aus dem Hauptquartier Berchem vom 28. Dez. schreibt man ferner: Endlich ist das Schicksal der Gefangenen entschieden. Die Diplomatie hatte sich derselben bemächtigen wollen, um sie Holland auf das Ehrenwort, nicht gegen Frankreich und dessen Verbündete zu dienen, zurückzugeben. Man wollte das System des friedlichen Krieges fortsetzcn; allein diese Nacht kamen Befehle von Paris an; das Soult'sche Ministerium hat die Frage anders begriffen; es erblicke ein wirkliches Unterpfand der Lösung in dem Besitze dieser Gefangenen, und entschied, daß sie sogleich nach Frankreich gebracht werden sollten. Die zweite Division (Gen. Achard) wird sie eskortiren. Morgen geht die erste Abtheilung, und übermorgen die zweite nach Dünkirchen ab. Man hat Dünkirchen aus dem Grunde zum Depot der Gefangenen gewählt, damit, sobald es ihrem Souverain gefallen wird, sie der Freiheit rviedcrzu- gcben, sie nach Holland eingeschifft werden können, ohne gcnöthigt zu seyn, zum Zweitenmale einen Theil von Belgien zu durchziehen. Der Kapitän Koopmann und die andern gefangen genommenen Seeleute werden gleichfalls nach Frankreich gebracht. Ausser den Gefangenen führt die Nordarmee als Siegestrophäen 6 Stück Geschütz von der Zitadelle, welche vom König Leopold dem Marschall angeboren worden, mit. Man vermuthet, daß sie zur Errichtung eines Monuments zu Ehren der Armee dienen werden. Spanien. Note des Ritters von Zea-Bcrmudez an Lord Palmerston. (Fortsetzung.) „Der Unterzeichnete hat gewiß nicht nöthi'g, hier die gewissenhafte Genauigkeit hervorzuheben, mit welcher Se. kath. Maj. die Neutralität Spaniens unter den mit England ausgemachten Bedingungen und Ausdrücken beobachtet hat, und durch ihre Unterthanen beobachten ließ. Es dürfte hinreichend seyn zu bemerken, daß das Betragen der spanischen Regierung in dieser Hinsicht die Lobsprüche der Regierung Sr. brittischen Maj. verdient hat, und daß man ihr nicht die geringste direkte oder indirekte Verletzung verwerfen kann, und dies trotz des Umstandes, daß die Feinde der portugiesischen Regierung Spanien mehrmals, sowohl zu Oportoals auf dem Meere, gcrechteund ernste Beweggründe an die Hand gegeben hätten, das Recht der Repressalien gegen sie zu gebrauchen, wovon Se. kath. Maj. in ihrer ausnehmenden Mäßigung und in dem Vertrauen sich enthalten hat, daß England, bei der Wirklichkeit und der so auffallenden Größe dieser Beschwerden, seiner Ankündigung zufolge, für Mittel, denselben zu steuern, sorgen würde. Spanien hatte zum Lohne für eine so getreue Erfüllung seiner Verpflichtungen vollen Grund zu glauben, daß das Londoner Kabinetdie vonihm eingegangenen Verpflichtungen nicht mißkcnnen würde. Es erwartete daß die brittische Regierung — durch Erfahrung über die Kunstgriffe belehrt und enttäuscht, zu welchen die 21 Agenten Don Pedro's im Nov. des vorigen Jahrs ihre Zuflucht genommen, um trotz der Protestation des Generalkonsuls von Portugal, auf eine in voller Kraft bestehende Parlamcntsakte gestützt, den peremtorischen Befehl der Lords der Schatzkammer ausfertigcn zu lassen, die Schiffe in Freiheit zu setzen, welche gegenwärtig die Hauptmacht des besagten Prinzen ausmachen, — sich endlich, wie Spanien so oft nachgesucht hat, bereit gezeigt hätte die englischen Gesetze anzuwenden und wirksam zu machen, welche die Eguipirung und Ausrüstung von Kriegsschiffen so wie jede Rckrutirung oder Anwerbung in dem vereinigten Königreiche, mit der Bestimmung zur Begehung von Feindseligkeiten gegen ein mit Sr. brittischen Maj. im Frieden befindliches fremdes Land, streng verbieten. Inzwischen hat Se. kath. Maj. mit Bedauern vernommen, daß man seither nicht aufgehört hat, aus London,und selbst aus mchrern militärischen Häfen von Großbritannien, unter den Augen der Behörden, Verstärkungen an öffentlich angcworbcncn Offizieren, Unteroffizieren, Soldaten und Matrosen, an Pferden, Waffen und Munition aller Art, die ebenfalls bei Hellem Tage eingeschifft wurden, und kürzlich noch ein großes für den Krieg ausgerüstetes Schiff, nach Oporto ohne die geringste Abhaltung abzuschicken, so daß nicht nur die Unterthancn Sr. brittischen Maj. bereits die Reihen einer der kämpfenden Parteien in Portugal, zum großen Nachtheil der andern bedeutend verstärken, sondern cs ist auch die Seemacht Don Pedro's der Wirklichkeit nach sowohl in dem Material als in dem Personal der Ausrüstung aller Schiffe, ohne Ausnahme so zusammengesetzt, daß sie nurals englische Seemacht betrachtet werden kann. Diese von einer so großen Zahl von englischen Unterthanen gegen die Neutralität ihres Landes verübten Verletzungen sind so wirklich bestehend, so andauernd und so faktisch be- stimmt, daß sie keiner andern Beweise bedürfen, als derjenigen ihrer nur allzu offenbaren Notorität; und so groß auch der Drang und das Bestreben Sr. kath. Maj. seyn mögen, dahin zu gelangen, die Beweggründe der Abwesenheit jeder Regierungshandlung Sr. brittischen Maj. zur Verhinderung dieses Verfahrens zu durchschauen und sich zu erklären, so kann sie doch dieselben nicht begreifen. Sie wünscht gleichwohl lebhaft hierüber belehrt zu werden, um so mehr, als die Regierung Sr. brittischen Maj. ein- sthcn muß, daß der offenbare Widerspruch, der zwischen dieser offenen Duldung und den Verpflichtungen besteht, welche ihr deren „pünktliche und unbedingte" und „feierlich versprochene" Neutralität auflegt, nothwendig ein Gefühl der Besorgniß und des Kummers bei dem spanischen Kabinette erwecken mußte. Se. kath. Maj. hat in der That mit Schmerz gesehen, daß ihre Besorgnisse und Ermahnungen von der Regierung Sr. brittischen Maj. nicht gewürdigt wurden, und was sie am meisten bedauert hat, ist, daß der ununterbrochene Beistand, welchen die Feinde der portugiesischen Regierung von England und Frankreich erfahren, der Unternehmung des Don Pedro täglich mehr den Charakter eines fremden Einfalls aufdrücke, der auf eine grausame Art die Lage der portugiesischen Regierung erschwert, und die Nation in ihrer gesetzmäßigen Ver- theidigung zur Erbitterung und zur Wuth der Verzweiflung treibt, und der schon durchseine Natur und die Gewalt der Dinge in Spanien eine Gährung in den Gemüthern und ein wenigstens entschuldigbarcs Gefühl des Nationalmißtrauens gegen die Fremden erzeugt hat, das dahin strebt, selbst die Handlungsweise der Regierung ihrer Herrschaft zu unterwerfen. Es ist sonach unmöglich, nicht anzuer- kennen, daß dieser Beistand gegenwärtig die einzige Ursache der Verlängerung des Bürgerkriegs ist, daß die Unternehmung Don Pedro's keine andere Bedingung der Kraft und der Dauer, keine andere Hoffnung und keine andern selbst defensiven Mittel mehr hat, als die Unterstützung, die ihm von Aussen her, in Gemäßheit einer dem Prinzip nach eben so ungesetzmäßigen, als in Portugal im höchsten Grade gehässigen und unpopulairen Allianz mit einigen aufbrausenden und ehrgeizigen Fremden, zukommt, die durchdcn bloßen Umstand, daß sie an diesem Streite Theil nehmen nurdas erreichen, daß siedie Fahne, welche sic umgeben, und die Sache, welche sie aufrecht zu erhalten und zu befestigen vorgeben, den Portugiesen immer verhaßter machen, und zu großem Blutvergießen Anlaß geben. Sollte sich wohl England immer unempfindlich bei einem so schauderhaften Zustande der Dinge zeigen, woraus nothwendig eine stillschweigende Billigung von seiner Seite hervorginge? Kann cs den einstimmigen Ruf einer ganzen Nation nicht hören wollen, die mit lauter Stimme verlangt, daß man ihre Rechte, ihre Unabhängigkeit, und den König einer Wahl nach den Grundgesetzen des Königreichs achtes Hat nicht die englische Regierung selbst, vor wenigen Monaten, in einer ihrer Mittheilungen an das spanische Ministeriumfeierlichfolgende merkwürdige Aeufferung gemacht „daß die Unabhängigkeit Portugals ein Wort ohne Sinn werden würde, wenn der Souverain dieses Landes seinen Thron nicht seiner Geburt, nicht der Unterstützung der Nation, sondern fremden Bajonetten verdanken sollte?" Diese Aeufferung ist, man muß es gestehn, voll Vernunft und Wahrheit; damit sie nun aber in ihrer Anwendung auf Portugal irgend eine Bedeutung und einen wirklichen Werth erhalte, so ist wesentlich nöthig, daß England ebenso wie Spanien gewissenhaft und redlich die Grundsätze und Folgerungen aus derselben als gleichförmige und unveränderliche Vorschrift seines Betragens gegen die beiden streitenden Parteien annehme. Ein cntgegengesetzer Gang von Seite einer der beiden neutralen Mächte würde aus dem Gebiete des Rechts und der Unparteilichkeit heraustreten, um unter die Herrschaft der Laune und der Tyrannei zu fallen, welche, indem siedie andere Macht von ihrer einfachen und regelmäßigen Richtung abbrächte, sie vielleicht zwänge, in Betracht ihrer inncrn Lage Einflüssen zu gehorchen, die aufs höchste im Widerspruche ständen mit ihren Wünschen sowohl als mitdem Zwecke, an dessen Erreichung aller Mächten, und besonders Spanien und England, so äufferst viel gelegen ist, — nemlich Portugal eine wirkliche und dauernde Ruhe so wie den friedlichen Vollgenuß seiner Rechte zu sichern, indem man diesem Königreiche die Stelle wieder cinräumt, dieihmindem Systeme des europäischen Gleichgewichts gebührt, einem Systeme das 22 gegründet und garantirt wurde durch die diplomatischen Akte, an denen es in Gemeinschaft mit den andern Mächten als unabhängiger Staat Theil nahm, nachdem es mit ihnen glorreich dazu beigetrogcn hatte, den Kontinent von der schauderhaftesten militärischen Unterdrückung zu befreien. (Schluß folgt.) DaS großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 31. Dez., Nr. 67, enthält folgende D i e n st n a ch r i ch t e n. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden: den Amtmann Mainhard in Rastatt als Beamten nach Mecrsburg zu versetzen; den Assessor Böhme in Müllheim zum Amtmann in Hornberg zu ernennen; den Assessor Leo in Neckargcmünd, unter Ernennung zum Amtmann, die zweite Beamtcnstclle bei dem Bezirksamt Staufen zu übertragen; den Assessor von Bömble in Gengenbach zum Amtmann und zweiten Beamten bei dem Landamt Freiburg, den bei dem Bezirksamt Waldkirch als besoldeten Rcchtspraktikanten angestellten August v. Tcuffel zum Assessor daselbst, und den Rechtspraktikanten Grafen von Hennin zum Assessor bei dem Bezirksamt Kenzinzen zu ernennen; ferner dem Amtmann Ertel in Breiten den Charakter als Oberamtmann zu erthcilen, und den Rechtspraktikanten Bausch bei dem Oberamt Rastatt zum Assessor daselbst huldreichst zu ernennen. Höchstdieselben haben gnädigst geruht, dem bisherigen Kellcreiverweser Christian Ludwig Ulmcr die Kellerei Schriesheim, mit Verleihung des Charakters als geistlicher Verwalter, dem Hof- u. Stadtvikar Wilhelm Cnefelius zu Karlsruhe die erledigte evangelische Pfarrei Deukschneureuth, dem Repetitor im erzbischöflichen Seminar in Freiburg, Konrad Kriechbaum aus Staufen, die erledigte katholische Pfarrei Höhenschwand (Bezirksamts St. Blasien, und dem Pfqrrverweser Georg Ott zu Heudorf die erledigte katholische Pfarrei Worblingcn (Bezirksamts Radolph- zcll) zu übertragen. Durch Beschluß großh. Justizministeriums vom 18. Dez. wurde dem Rechtspraktikanten Philipp Kuenzcr von Freiburg, und durch Beschluß vom 21. Dez. dem Rechtspraktikanten Joseph Wintermantel von Donaueschingen daS Recht zu Verfassung gerichtlicher Schriften crtheilt. Staatspapicre. Frankfurt, den 3l. Dez. Großherzogl. badische 50 fl. Lotterieloose von S. Haber ssn. und Goll u. Söhne 1820 fl. — 4proz. Metalligues 76'-,; Bankaktien 1384 (Geld). Wien, 27.Dej. 4prozent. Metalliaueö 74; Bankaktien 1119. Rcdigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug auS den Karlsruher WitterungS- beobachtungen. 1. Jan. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 8 M. 11. N. 7 '4 283- 0,7 L. 283- 1.40. 283. 2 0S. — 0,9 G. — 1,2 G. — 1,6 G. 74 G. NO. 73 G. NO. 72 G NO. Trüb. Psychrometrischc Differenzen: 1.2 Gr. - 0.6 Br. -1.6 Gr. Bekanntmachung. Die verehrlichen Mitglieder des Kunstvereins für das Großhcrzozthum Baden werden in Folge des igten Paragraphen der Vcreinsstatlitcn auf künftige» Sonntag, den L. Januar »öZZ, Vormittags um io Uhr, zur gesetzlichen Generalversammlung im Lokale des Vereins berufcir. Karlsruhe, den 31 . Dez. 1632 . Von Vorstands wegen. Karlsruhe. ^Bürgercasino.^ Mittwoch, den 9. d-, wird für die Mitglieder des Bürgcrcasino's ein Maskenball statt finden. Mit der bisherigen Eintrittskarte kann Niemand eingelassen werden; für jedes Mitglied und für jede einzuführende Person wird daher ein besonderes Billct unentgeldlich abgegeben, welches entweder Sonntag, den 6>, oder Mittwoch, den 9. d., Nachmittags von 1 — 3 Uhr, im Gasthaus zum badischen Hof abvcrlangt werden kann. Karlsruhe, den l. Januar l833. Der Vorstand des Bürgercastno'S. Bruchsal. lHvlzversteigerung-H Montag, dm ig. d. M-, wird in dem Unieröwisheimer Forstrevier lgZjg Klafter buchen, 8 - gut eichen, lsZjg - alt eichen Scheitholz, 7>Za Prügelholz, Wellen, S2 eichene Klotz, l welche zu Bau- und Nutzholz 2» forlcnc do. 1 taugen, versteigert. Der Anfang ist Morgens 6 Uhr, und die Zusammenkunft auf der Reit. Bruchsal, 1. Jan. , 833 . Großherzegliches Oberfvrstamt. v. Lhrenberg. Bruchsal. fH o Iz ve rsi c i g er u n g.) Mittwoch, den 16. d» M., werden in dem Förster Forstrevier 23 ,8 Stämme Erlen, welche zu Holzschuh taugen, ,o - Eschen, l welche zu Bau - und Nutzholz 12 - Eichen,! taugen, S - Weißrulchen, Sn - Aspen, ,2000 duchene Hopfenstangen, ,1000 Bohnenstecken »ersteigert. Die Zusammenkunft ist Morgen» S Uhr am Forflhau» zu Forst. Bruchsal, den Jan. »853. Großherzoglicher Oberforstamt. v. Ehrenberg. Ger lach «heim. sLiegenschaft«- und Fahrnisversteigerung.^ Au» der Verlaffenschastsmasse de» verstorbenen Apotheker» Andrea» Herzt zu Lauda werden Dien»iag, den ,5. Januar ,833, Vormittag» g Uhr, auf dem Rathhause daselbst, folgende Gebäulichkeiten öffentlich versteigert: i) Ein große» dreistöckige» Eckgebaude mit Hof, Keller, zwei großen Speichern und Keller, neben Binzen» Schlütter. lein und Besitzer. ,) Ein dreistöckige» Wohnhaus mit zwei Kellern, bequemen großen Einfahrt und drei großen Speicher»; beiderseit» Besitzer selbst. 3) Ei» dreistöckiges Wohnhau» mit Keller, Hof, Speicher und Schwcinställe»; ebenfalls beiderseits Besitzer selbst, mit einem Heuboden, der sich zur Scheuer eignet. Diese drei Gebäude liegen auf dem Marktplatze und sind an einander angebaut. 4) Ein zweistöckiges Wohnhau», hinten an den vorstehenden, in der Kapellcngaffe, mit einem großen Keller, Scheuer, Keller und zwei großen Speichern; neben selbst u. Franz Schmitt. Diese 4 Gebäude, besonder» Nr. 2 und 3, können, wenn Liebhaber da sind, wieder zusammen verkauft werden. Nr. 2 und 3 würde sich vorzüglich zu einer Weinhandlung eignen. 5) Ein zwcistöckigte» Wohnhau» in der Kapellengaffe, neben Franz Schmitt Wittib und Georg Michael Popp. 6) Lin großes drcistöcklgtes Gebäude, der ehemalige Amthof, neben Besitzer und Georg Michael Popp, ganz von Stein, der untere Stock als Keller geeignet, nebst einem Dorkel- ler unterm Hau», einem großen, mit Glaser Popp gemeinschaftlichen Hof und drei Speichern, Hiezu gehören noch beiläufig 6 Ruthen Garten. 7) Einen halben Morgen Pflanzaarten vor rem untern Thor, mit einem großen Gartenhau» und ganz mit einer Mauer umgeben, neben Andreas Herrmann» Erben und Weg. Sodannn auf Mittwoch, den »7., und Donner-tag, den ,8. Jan. i633, jedesmal Morgen» g Uhr anfangend, Versteigerung sämmtlicher Fässer von allen Gattungen, von ,20 Eimer bis 1)2 Eimer, alte» Maa», oder 7 Fuder bi» 5 Stützen neue» Maar, in Eisen und Holz, sämmtlich weingrün, Butten, Krisen und sonstigem BülinerSgeschirr. BerlachSheim, den 27. Dez. ,832. Grvßherzoglichc» AmrSrevisorat. A, A. Behren», Theilk. Blankenloch. (Holla ndereichenholzversteige- rung.) Dem genehmigten Hiebsplan zufolae werden bi» Montag, den ,4. Januar ,833, Morgens g Uhr, zu Blankenloch auf dem Rathhause, 54 Stamme Helländcreichen, «ns dasigem GemeiudSwald, öffentlich »ersteigert werden, und die StekgerungSliebhaker mit dem Bemerken zu dieser Steigerung eingeladen, daß ihnen die bereit» schon ausgezeichneten Stämme, auf jedesmaliges Verlangen, von dem Unterzeichneten Bürgermeister vvrgezeigt werden. Blankenloch, den 26. Dez. ,832. Bürgermeister Pfattheicher. Bruchsal. (Diebstahl.) In der Nacht vam 22. aus den 23. d. M. wurden dem israelitischen Handelsmann Elia« Werth he im er zu Oestringen unten verzeichnet- Gegenstände mittelst gewaltsamen Einbruch« entwendet, war zum Behuf der Fahndung auf die noch zur Zeit unbekannten Lha'ter und die entwendeten Sachen öffentlich bekannt gemacht wird. Bruchsal, den r3- Dez. 1832. Grvßherzoglichc» Oberamk. Wundt. Beschreibn n g der entwendeten Gegenstände. 1) 1 Stück dunkelblau Tuch v. 18 — 20 Ell. mit Nr. 2000 bez. 2) 1 - do. » i5— ,6 - - - 1844 » 3) i » do» - 20 - - , Zo36 » 4) > - do. - 20 « - « »644 « 5) « - do. - 2n - - - ro32 - 6) r - dv. « 20 — 24 - » » ,»48 - (bei letzterem waren auf dem Mantel gilbe Seidenbuchstaben «ingenäht) 7) 1 - mittclgran Tuch, mit Nr. ioc>3 bezeichnet. U> 8 — in Ellen königblau Tuch mit Nr. ,noZ bez. g) Mehrere Reste Tuch, die nicht genau bezeichnet werden können. 10) 4 Stück Cotiun mit meergrünem Grund, dem am Ende das Fabrikzeichen »llsusmeislar« und Nr. 107 beige- fttzt ist. 11) 2 Stück braunen Cotiun, wovon ein» gestreift und einr gs- blümi und beide mit Nr. »o5 bezeichnet sind. 12) Mehrere Reste Cottun. ,3) 2 St. schwarzen Merino mit Nr. 107 bez. ,4) 1 - dv. - - io5 - i5) 1 - do. - - io3 » ,6) 1 - carmoisinrothen Merino. 1?) 1 - hellgrünen do. 18) Mehrere Reste hellblauen und schwarzen Merino, ig) Z,o — 3,5 fl. baar Geld,, worunter Z. Dez. , 832 . Gkoßherzogllches Bezirksamt. B e ck. Gerlachsheim. (Glaubigekaufruf.) Wer aus irgend einem Grunde an die Dcrlaffenschaftsmaffe deS gewesene» Apothekers Andreas yergt zu Lauda Ansprüche zu machen gehenkt, hat solche ^ Donnerstag, den ,c>. -zan. k. I., Vormittags 8 Uhr, Lei der Theilungskommisston auf dem Rathhause zu Lauda um so gewisser zu liquideren, als sonst bei Vertheilung der Erbmasse darauf die gehörige Rücksicht nicht genommen werden könnte. Gerlachsheim, den 20. Dez. 18)2. GroßherzoglichcS Amtsrevisorat, G a y e r. Mannheim. fAufforderung-l Auf eine von dem grvßherzogl. Staatsanwalde gegen Franz S ch l u n d von Mannheim erhobene Anklage wegen. Preßvergehm in Nr. 5 », 5 .,, 5 -, 62' 6S, 76, ,o 3 und 107 wird der Angeklagte, da er sich von hier entfernt hat, und dessen gegenwärtiger Aufenthalt dahier unbekannt ist, hierdurch aufgefordert, Mittwoch, den 6. Febr. k. I., ,,m so gewisser in Person in der Gerichtssitzung zu erscheinen, und wenigstens 8 Tage zuvor diejenigen Zeugen, die er etwa dazu vorgcladen haben will, so wie den etwa gewählten Ver- theidiger zu benennen, als er sonst der angeschuldigten Thatsa- chen, deren Gegentheii Nicht hergestellt wird, als geständig betrachtet werden wird. Verfügt Mannheim, den aZ. Dez. ,8Z-. Grvßherzogl. bad. Hofgericht. Frhr. v. Stengel. v. St. Georgen. Radolphzell. (Aufforderung.) In Nr. 5 , 4 und 5 der Karlsruher Zeitung vom Jahr Er ergieng eine Aufforderung an Melchior Sckneble von Gailinge», wegen einer Forderung des Johann Nepomuk Sch neble von da aus Rechtsübertragung des Müllers Fidel Meyer von Rielasingen. Allein diese Aufforderung war wegen Melchior Auer, welcher im Jahr 1799 als Bäcker in k. k. österreichische Militärdienste getreten, und im Jahr 1816 ans Bandslau in Böhmen die letzte Nachricht von sich gogeben — gerichtet, und aus einem Versehen wurde der Gcschlechtsname verwechselt. Wir fordern daher diesen Melchior Auer von Gailinge» auf, binnen 3 Monaten a äato seine Einreden auf die gegen ihn erhobene Klage wegen 385 fl. 3o kr. nebst Zinsen um so gewisser hier bei Amt entweder selbst, oder durch einen Bevollmächtigten, vorzutragen, als er widrigenfalls mit allen Schutzreden ausgeschlossen, und nach Lage der Akten erkannt wird. Da diesem Melchior Auer während seiner Abwesenheit ein Vermögen von 3o3 fl. 1 kr. 2 2/8 hl. angcfallen, so hat er auch in dieser Beziehung innerhalb gleicher Frist um so gewisser sich zu melden, als das weiter Gesetzliche ansonst deshalb angeordnet werden soll. - Radolphzell, den 4. Dez. ,832. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Felder. Heidelberg. (Zl u ffo rd e ru n g -1 In dem hiesigen Stadlpfandbuche vol. , Rp, s,6 findet sich ein Pfandeintrag v. 3 o. Dez. ,8,6 auf den Kehlhöfer Erbbeständer GcorgFrey zum Vesten der ledigen Sophia Haudin dahier aus einen Morgen städtischen Erbbestand im Ncurctt iter Gewann über , 5 o fl. Kapital eingetragen, wovon der Schuldner nichts wissen will und die Gläubigerin schon vor mehreren Jahren verstorben ist; es sonnte aber doch der Fall scyn, daß auf diesen Pfandeintrag eine Obligation ausgefertigt worden und mittelst Cession in der Hand des einen oder andern befindlich wäre, daher auf den Antrag des hiesigen Pfandgerichts der Besitzer einer solchen Pfandurkunde hiermit aufgefordert wird, dieselbe binnen 3 Monaten bei dem Unterzeichneten Oberamte vorzulegen und sein Pfandrecht auf das ebenbemerkte städtische Erbbestandsstück gegen den Erbbeständer Georg Frey unter dem Rechtsnachtheile nachzuweisen, daß der fragliche Pfandeintrag für erloschen erklärt, und das Pfandgericht zu dessen Durchstrich ermächtigt werden soll. Heidelberg, den ,o. Dez. ,632. GroßherzoglicheS Oberamt. Eichrodt. vät. Gruber. Ettlingen. (Ediktalladung.) Anton Walzer von Schielberg, welcher sich im Jahr i8»r aus seiner Heimach entfernte und bis jetzt keine Nachricht von fick gegeben hat, oder seine etwaigen Erbe», werden aufgefordert, sich binnen 12 Monaten a daro bei Unterzeichneter Stelle zu melden, widrigenfalls Anton Walzer für verschollen erklärt, und dessen in in ca 276 fl. 40 kr. bestehender Vermögen seinen nächsten Verwandten, gegen Sicherheitsleistung, in fürsorglichen Besitz gegeben weiden soll. Ettlingen, den 4. Dez. ,832. Großherzogliches Bezirksamt. Keller. vstt. Do er ff er. Borberg. sVerschollenheitserklärung.j Da Johann Kaspar Ficderling von Sachsenflur auf die öffentliche Vorladung vom 21. Sept. v. I. sich weder gestellt, noch aber Nachricht von sich gegeben hat, so wird er hiermit für verschollen erklärt, und sein Vermögen seinen Geschwistern, gegen Sicherheit ausgefolgt. Vorbirg, den iZ. Dez. , 832 . Häfelin. -rät. Hartnagek. Osfenburg. (Ediktalladung.) Sebastian König von Urloffen soll in den ,7600 Jahren nach Ungarn auS- gewandert seyn, und hat bisher keine Nachricht von sich gegeben. Derselbe wird hiermit aufgefordert, sich binnen Jahresfrist zur Empfangnahme des ihm von seinem verstorbenen Bruder Iatvb König im Jahr ,612 anerfallenen Erbiheils von 25 , fl. anzumeldcn, ansonst solches seine» bekannten nächsten Erben, gegen Kautionsleisiung, tn fürsorglichen Besitz ausgeliefert werde» wird. Offenburg, den 4 - Dez. , 83 a. Großherzvgliches Oberamt. R ü t t t n g e r. Karlsruhe. (Versteigerung.) Nächsten Freitag, den 4. Jan. , 833 , Vormittags 9 Uhr, werden in dem großher- zoglichen Marsiall mehrere brauchbare Kastcnschlitien, Schlinen- geschirre und andere Juggeschirre gegen baare Bezahlung versteigert, wozu die Liebhaber andurch eingeladcn werden. Karlsruhe, den A,. Dez. ibZa- Großherzvgliche Stallverwallung. K o ch. Karlsruhe. (Anerbieten.) Eine stille Familie wünscht »och einige gebildete Leute zu Tische aufzunehmen, und ist das Nähere zu erfahren in der Neulhorstraße Nr. 8 im dritten Stock. Verleger und Trucker: PH. Macklot.