Karlsruher Zeitung. . - Nr. 17. Donnerstag, den 17. Januar 1833. B a i e r n. Wie es heißt, wird in dem Ministerium des Innern die durch den letzten Landtagsabschied zugesagte Revision des Gemcindeedikts vorbereitet. Zu diesem Zweck soll eine eigene Kommission, aus den rechtskundigen Bürgermei-, stern der Städt erster Klaffe, dann dem Polizcidirrktor von Meng in München und dem Regierungsrath von Braunmühl bestehend, berufen worden seyn. (Baier. Bl.) Nassau. (In Bezug auf einen Artikel über die Dampfschifffahrt auf dem Rheine, den wir aus dcr allg. Zkg. ausgenommen haben, enthält dasselbe Blatt folgende Erläuterung.) Es ist schon seit der Konvention von 1804 Hauptprinzip, daß keine einzige Ladung, die auf dem Rheine fährt, von der Bezahlung des übrigens sehr mäßigen Rheinoktroi's ganz frei seyn sollz wo das Oktroi in Rücksicht auf die Qualität der Ladung zu hoch erscheinen würde, nimmt man nur oder des vollen Satzes. Kein cinzigcrGegenstand iß aber frei, und selbst dieneren Schiffe müssen, wenn sie an einer Rbeinzsllstätte vorbcifahren, ein gewisses Rc- kognitionsgcld bezahlen. Der Rheinzoll wird nach dem Gewichte der Ladung angesetzt, und man kann nach der Einsenkung des Schiffs bestimmen, wie schwer die Gegenstände der Ladung sind, Am jvdoch der Unzuträglichkciten, welche mit der Beobachtung der Einsenkung verbunden sind, übcrhoben zu seyn, ist schon in der Konvention vom Jahre 1804 bestimmt worden, daß die damaligen Rhein- jachken aversionell den vierten Theil ihrer Ladungsfähigkeit zu verzollen hätten. Unter den gesetzlichen Ausnahmen für diejenigen Ladungen, welche nicht den vollen, nur den vierten Theil zu bezahlen haben, stehen selbst die Schiffe aufgeführt, welche blessirtes Militär fahren. Als die Dampfschifffahrt auf den Rhein verpflanzt wurde, sahen es die Untenrehmer als eine Begünstigung an, daß das Gewicht der jedesmaligen Ladung nach dem Vorgänge mit den Rbcinjachten ebenfalls aversionell bestimmt würde. Man hatte nach dem Gepäcke der Reisenden nicht weiter zu fragen, die Dampfboote verzollten überhaupt nur das Gewicht, was der vierte Theil der Räume, welche für Passagiere bestimmtsind, hätte aufnehmen können. Die Passagiere selbst haben natürlich mit dieser Bezahlung nichts zu thun, die Abgabe ruht auf dem Unternehmer. Die neueste Rheinschifffahrtskvnvention hält das Prinzip aufrecht, daß keine Ladung, von welcher Beschaffenheit sie auch seyu möge, ganz frei passircn könne, erwähnt aber nicht besonders der Art, wie das Gewicht der PersonsLransporte bisher. aversionell ausgemittelt worden war. Daraus folgt aber noch keine Freiheit für diese Ladungen, sondern nur der Schluff, daß man jetzt wieder auf die Einsenkung re- kurrrren muffe, um das Gewicht der ganzen Ladung von den Personen und ihrem Gepäck z» finden, falls man sich nicht bei der bisherigen Art und Weise, dieses Gewicht zu finden, beruhigen wollte. Der Ncbenbegriff, der mit dem Worte des Menschenzolls verbunden ist, wird bloß ausgesucht, um etwas Gehässiges auf den Gegenstand der Kon- testation zu werfen: im Grunde ist es eben so billig, von dem Gewerbe der Dampfboote, das überdies sehr theuer bezahltwird, eineAbgabe zuerheben, alsvonjedemandern Gewerb oder Verbrauch. Würtemberg. Am 15. Jan. wurde der Landtag eröffnet. Da der König wegen Unwohlfeyns diesen Akt nicht vornehmen konnte, so beauftragte er damit den provisorischen Chef des Departements des Innern- Hm. ». Schlayer, welcher folgende Rede im Namen des Königs ablas. Durchs lauchtigste. Durchlauchtig Hochgeborne, Hochwohlgeborne, Hochwürdige, Hochzuverehrende Herren l In dem durch unsere Verfassung hicfür bestimmten Zeitpunkt haben Se. Maj. der König Ihre getreuen Stände versammelt. Der Ihrer Einberufung vorangegangene Zeitabschnitt ist zu Entwerfung verschiedener Gesetze sorgfältig benützt worden, welche sich auf wichtige Verhältnisse der Staatsgenoffen beziehen, und welche die königl. MinisterienIhnen mitzu- thciten beauftragt sind. Durch die Vorlegung eines Krimi- nalgesetzbuches geschieht einem Bedürfnisse Genüge, dessen Nothwendigkeit durch die früher mehrfach ausgesprochenen Wünsche der Stände, se wie durch die hierauf gerichteten Anträge aller Justizbehörden laut anerkannt worden ist. Die bei dem königl. Heere bestehenden Einrichtungen die bei ihrerEinfachheit und strengen Ockonomie doch allen Anforderungen des deutschen Bundes entsprechen, haben sich vorzüglich unter den jetzigen Verhältnissen bewährt, so daß keine ausserordentliche Anstrengung erforderlich war, und alle wöglichen Fälle ruhig erwartet werden konnten. Sie beruhen theilweiseauf denzu ErgänzungunsereSWchr- standes verabschiedeten Gesetzen, zu deren Vervollständigung der Entwurf der längst vorbehaltenen Landwchrord- nung Ihnen vorgekegt werden soll. Zu Höchstihrcm wahren Vergnügen finden Se. königl. Maj. Sich in dem Fall, Ihnen anzukünvigcn, daß der Zustand unserer Finanzen, in Folge ihrer geregelten und auf zweckmäßige Sparsamkeit zielenden Verwaltung, es gestattet, eine merkliche Herabsetzung des Salzpreises und der Notariatssporleln 130 in Ankrag zu bringen. Eine in ihren Wirkungen noch bedeutendere Erleichterung wird bei der Mittheilung verschiedener Gescyesenkwürfc beabsichtigt, deren gemeinschaftlicher Zweck auf die Vereinfachung und Minderung der Abgaben von Grund und Boden gerichtet ist. Hiebei sind die gerechten und billigen Ansprüche der Berechtigten sorgfältig im Auge behalten worden, zu deren Befriedigung Ersparnisse der vergangenen Jahre einen angemessenen Beitrag darbieten werden. Mit Zuversicht sprechen Se. kön. Maj. die Hoffnung aus, daß cs den unabläßigeN Bemühungen Höchstihrer Regierung gelingen werde, die derfrcie- rcn Entwicklung unserer Handelsvcrhältniffe noch cntge- genstchenden Hindernisse zu überwinden, wenn gleich solche in der Maße sich mehren, in welcher der Kreis unserer Unterhandlungen sich erweitert. In den 16 Jahren, seit welchen Se. königl. Maj. durch die Vorsehung zu der Regierung dieses Landes berufen sind, sind die Grundsätze Ihrer Regierung, der Gang Ihrer Verwaltung allgemein bekannt geworden; sie haben HZchstdenselben die dankbare Anerkennung Ihrer Unterthanen, wie das Vertrauen Ihrer deutschen Bundesgenossen erworben. Nichts wird in diesem, von Se. Maj. Sich Selbst vorgezeichneten Gang Höchstdieselben jemals wankend machen. Mit Rührung haben Se. königl. Maj. in dieser bewegten Zeit von allen Ständen Ihres geliebten Volks manchfache Beweise treuer Anhänglichkeit an Höchstihre Person empfangen, ufld Sich aufS Neue von dessen rechtlichem Sinn überzeugt, der durch unverrückten Gehorsam gegen die Gesetze sich ausgesprochen hat. Dieses Volk versammelte Stände des Königreichs, heftet jetzt auf Sie Blicke gespannter Aufmerksamkeit; ihnen folgen die des gesammten deutschen Vaterlandes. Werden Ihre Verhandlungen durch wohlverstandenen Eifer für das Vaterland geleitet, durch treue Liebe für dasselbe beseelt, dann dürfen Sie auf allgemeine Zustimmung, dann auf den Dank und den Beifall eines Regenten zählen, dessen höchstens Bestreben dahin gerichtet ist, dem Vaterlands Vater zu seyn. Sachsen-Weimar. Das großhcrzogl. Dekret, wodurch die Oeffentlichkeit der Landtagßvcrhandlungen verweigert ist, kautet also: »Karl Friedrich rc. rr. Der Antrag auf Oeffentlichkeit der Landtagssitzungen, zu welchem der getreue Landtag, auf eine bei ihm eingereichte Petition, durch die Mehrheit von 18 gegen 1 I Stimmen in seiner Mitte sich bewogen gesehen hat, ist Uns in der unterthänigsten Erklärungsschrift vom 2<>. Dez. 1832 vorgelegt, und von Uns wiederholt Mit der Aufmerksamkeit in Erwägung gezogen worden, welche ""der hochwichtige Gegenstand"" sowohl im Allgemeinen als in besonderer Rücksicht auf Unser Großherzogthum und dessen Eigenthümlichkeiten verdient. Aber 1) mit Beziehung auf den letzten darüber ausgesprochenen Willen Unseres in Gott ruhenden Herrn Vaters, des Stifters der Verfassung; 2) mit Beziehung auf Unser eigenes Wort vom 1 l. Äugusi >828: daß Wir die Verfassung des Groß- hcrzogthums nach dem ganzen mit Rücksicht auf die Rechte des deutschen Bundes gegebenen und unter der Garantie desselben stehenden Inhalte des Grundgesetzes vom 5. Mai 1816 beobachten, aufrecht erhalten und schützen wollen; 3) mit Beziehung auf das unter 21 in Abschrift beiliegende Gutachten Unsers Staatsministeriums; 4) mit Beziehung auf die landständische Erklärungsschrift vom 20. Dez. 1820 und auf die über denselben Gegenstand indem Landtage 1823 gepflogenen Verhandlungen; 5) mit Beziehung auf die für die Festhaltung deS Bestehenden in der Landtagssitzung vom 19. Dez. 1832 verthcidigten und auS den Protokollen zu Unserer Kenntniß gekommenen Gründen, so weit dieselben mit früheren Aeußernngen des Landtages und in dem Landtage im Einklang stehen; 6) mit Beziehung auf das Grundgesetz vom 5. Mai 1816, §. 123, entscheiden und bestimmen Wir im Gebrauche Unseres durch die Verfassung bestätigten landesfürstlichcn Rechtes, wie in landesfürstlicher Sorge für das Beste des Großherzog- thums in seinen innern und seinen äussern Verhältnissen: daß es bei der Nichtöffcntlichkeit der Landtagßsitzungen, welche schon die Berathungsversammlunq im 1.1816 angenommen, und welche damals die Genehmigung und Sanktion des Grundgesetzes, als eines folgerecht zusammenhängenden Ganzen, mit bedingt hat — bei dem Grundgesetze selbst — sein Verbleiben noch forthin behalten soll. In diesem Entschlüsse vermochte Uns eine Petition mit angeblich zahlreichen Unterschriften keineswegs wanken zu machen. Die Wünsche, die Bitten, die Klagen, die Beschwerden Unserer Unterthanen zu erwägen, und, soweit cs, auch von dem Uns angewiesenen Standpunkte aus, thunlich erscheint, weiter zu beachten, wird Uns stets eine heilige Pflicht seyn, und Wir meinen davon einen zureichenden Beweis erst jüngsthin durch die Berücksichtigung gegeben zu haben, welche den Interzessioncn des getreuen Landtages im 1.1829, nach Satz ! Unserer Propositionsschrift vom 18. Nov. 1832, zu Theil geworden ist. Aber gleichwie es überhaupt nur der wahre innere Gehalt der Sachgründe seyn darf, welcher Uns bestimmt, zu gewähren oder zu versagen, versichern Wir hiermit, dnß nie und nimmermehr irgend Jemand noch irgend eine Anzahl Unserer Unterthanen ihre Bestrebungen erlangen werden, wenn sie durch Anwendung des Mittels im Lande umher gesammelter Unterschriften auf Unfern Willen, und gleichzeitig oder voraus auf die Beschlüsse des Landtages einen, nicht durch die Sache selbst bevorworteten Einfluß zu gewinnen vermeinen, daß im Gegentheil ein solches Unternehmen, ganz abgesehen von den dabei hcrvortreten- den und der gesetzwidrigen Ahndung besonders noch Vorbehalten?» Gesetzwidrigkeiten, immer geeignet seyn wird, Uns den innern Gehalt der Gründe eines Antrages und dicZwe- Üe derer zu verdächtigen, welche auf diese Weise ausserder Ordnung zu wirken suchen. — Wir bestätigen übrigens auch bei dieser Gelegenheit sämmtlichen Abgeordneten im Landtage, und durch solche sämmtlichen geliebten Unterthanen noch wörtlich die Fortdauer Unserer festbegründeten Huld und Gnade. Weimar, den 4. Jan. 1833. (Gez.) Karl Friedrich. C.W. Freihr. v. Fritsch, v. Gcrs- dorff. Dr. Schweitzer." 131 Oesterreich. Wien, 7. Jan. Die Verlegung der Residenz des jünger» "Königs von Ungarn nach Preßburg hat zwar durch die jüngste Krankheit einigen Aufschub'erfahren; indessen wird solche, wenn nur keine hindernden Zwischenfalle cin- tretcn, bis zum nächkommendcn Frühjahr stattfinden. (S. M.) Frankreich. * Paris, 12. Jan. Im Fall die Unterhandlungen des Grafen Pozzo di Borgo in London gelingen, dürfte er wahrscheinlich als Gesandter daselbst verbleiben, Graf Matuschewitz käme dann hierher und Fürst Liesen würde nach Rußland zurückkchren. Was aber Hr. Pozzo di Borgo unterhandelt, ist noch uncrgründet, wie viele zum Theil abenteuerliche Gerüchte auch deshalb in Umlauf gesetzt werden, wobei man selbst die Mitglieder der Borra- partischcn Familie eine Rolle spielen läßt. Zu Llichy ist es heute wieder ruhig. Vom Westen kann man leider dasselbe nicht sagen. Eine zahlreiche Räuberbande hält sich noch immer im Walde von Cellier auf, und steht unter mehreren Anführern. Man hat geschärfte Befehle gegeben, ihrer habhaft zu werden, indem man hofft, die Kalle werde sie zwingen, sich den Wohnungen zu nähern. Jn der Vendee werden fortwährend Ausrcisscr verhaftet, die manchmal auch Anführer von Rotten sind. In den beiden Severn sind die Abtheilungen der Truppen Tag u. Nacht auf den Beinen, da am 3. d. die Lhouanö den Gutsbesitzer Grellicr erschossen und mehrere andere geplündert haben. Man meldet aus Redon (im Morbihan), daß die Anwesenheit der Karlisten Cadoudal, Guillemot und kahouffaye kein Gebeimniß mehr sey, und der Präfekt ausserordentliche Maaßregeln gegen sic ergriffen habe. Am Lage, wo König Ferdinand von Spanien das Testament zu Gunsten des Don Carlos zurücknahm, versammelten sich die Karlisten, 1500 an der Zahl, so wie die Geistlichkeit von Toledo, und erklärten sich gegen die Regierung; allein durch Erscheinung der Truppen ward die Ordnung wieder hergestellt. Paris, 12. Jan. Auch der Messager sucht ausführlich zu beweisen, daß eine Theilung Belgiens der Sprache nach zwischen Holland und Frankreich das Vortheilhafteste für den Weltfrieden wie für die Belgier gewesen sey, aber England habe das alles vereitelt. Bei dem Messager spielen natürlich die natürlichen Gränzen eine große Rolle; nach seiner Meinung könnte Frankreich dem König Wilhelm für die Abtretung der Schelde die Weser bis nach Bremen geben u. f. w. — Der Lloyd francais meldet aus Brüssel, die Schelde sey nur für franz. und engl. Schiffe geschlossen. Das An-, halten dcL österreichischen Schiffes beruhe auf einem Jrr- thum. — Der Bezirk Winnoxbergen (Nord) hak den Dichter imarline zum Deputaten gewählt; er ist aber jetzt im gelebten Lande. — Gestern hat der Finanzminister Humann mbrr Kammerbegchrr, sie niögc die Mehrausgaben seines Ministeriums,'m vorigen Jahre, die nur 54 Millionen betragen, bewilligen. (Gaz.) — Unsere Moselarmee ist noch nicht auseinander gelegt. (Temps.) — Der Temps weist nach, daß die Kriege gegen Frankreich von 1793 bis 1815 England allein gekostet haben über 34,680 Millionen Franken. * Paris, 13. Januar. Die unruhigen Auftritte in Spanien lassen fürchten, daß nach dem Tode des Königs jenes Land in einen noch gefährlicheren Bürgerkrieg verwickelt werde, als der ist, den jetzt die beiden Brüder in Portugal uni die Thronfolge führen. Es ist zwar die Rede, die Cortes für die Bestätigung des pragmatischen Gesetzes zu berufen, und die Königin läßt dafür die Vorschläge der Cortes von 1789, die Erbfolge betreffend^ drucken und ausgeben, um Jedermann von dem Stande der Frage zu unterrichten, allein wenn der König sterben sollte, ehe die Cortes sein Gesetz bestätigt haben, so sind die Folgen der politischen und legislativen Verwirrung nicht abzusehen. Es handelt sich dabei gar nicht um eine neue politische Gestaltung Spaniens, daher auch dasjetzigeMinisterium im-Jnnern wie im Aeusscrn der Stabilität huldigt, die sich mit der weiblichen Linie der Erbfolge so gut verträgt, wie mit der männlichen. Paris, 13. Jan. Welchen Übeln Eindruck die Verwerfung der letzten Vorschläge durch den König der Niederlande bei der französ. Regierung gemacht hat, sieht man an einem Artikel im Journal des Dcbats, worin dem König Wilhelm angedcutet wird, es sey die höchste Zeck, den gemäßigten und vernünftigen Vorschlägen Englands und Frankreichs nachzugcbcn, wenn er sich nicht seinen Untergang bereiten wolle. Die Debats suchen wir die englischen ministeriellen Blätter die Holländer von ihrer Regierung zu trennen und ihnen begreiflich zu machen, sie würden weiter kommen und mehr gewinnen, wenn sie ihre Regierung im Stich ließen, und den Engländern und Franzosen sich in die Arme werfen wollten. Aus der Hartnäckigkeit aber, womit die Holländer zusammen halten, ist indessen klar, daß sie ihre Verhältnisse anders beurtheilcn, als jene beiden Regierungen es haben wollen. DieDebats sagen, der König Wilhelm hofft in Belgien auf eine Restauration, Frankreich will sie nicht, denn das Prinzip der Legitimität ist in Brüssel überwunden worden, und wenn er Belgien noch einmal angreift, so kommt Frankreich wieder und wird diesen letzten Versuch vereiteln. Dabei wird den Belgiern vorgemalt, in welch glücklichen Verhältnissen ihre politische Lage sich befindet, indem sic. noch das holländische Gebiet besitzen und Europa für die Schelde sorgen werde. DaS Blatt läßt den Holländern, ihrem Muthe, ihrer Ausdauer Gerechtigkeit widerfahren, beleidigt sie aber auf eine empfindliche Weise,' indem es ihre Gcneralstaaten eine »fingirte Repräsentation" nennt, die sei! zwei Jahren das Land mit unerträglichen Abgaben belastet habe. Was in diesem und in manchen ähnlichen Artikeln widerkehrt, ist der Mangel an Rechtsgrundsätzcn, ohne welche sich über solche Staaksfragcn nicht urtheilui 132 laßt. Statt dessen halten sich die Verfasser der Debatö an die Politik der Thatsachen und an den Nutzen des Augenblicks, der sich aus den jetzigen Behältnissen ziehen läßt, ohne auf die nothwendige Garantie seiner Dauer Rücksicht zu nehmen. Großbritannien. London, 8. Jan. Die Baumwollenmanufakturen sind im Zunchmcn. Voriges Jahr wurden in Großbritannien gesponnen 288 Mill. Pfd. Baumwolle, ^,o davon in Schottland. Die vereinten Staaten nehmen davon ab b/z des Verbrauchs, Ostindien gegen 20 Mill. Pfd., West- " Indien 1,600,000 Pfd. Alle Baumwolle mit Ausnahme der von Ost- und Westindien zahlt einen Zoll von ^Pfenning pr. Pfd. Zu Stockport sind 1 0,000 Dampfwebstühle, jeder liefert wöchentlich 125 Ellen Baumwollenzeug, alle zusammen 1,250,000 Ellen jede Woche. Die Gebäude und Werkzeuge dazu kosten 800,000 Pfd. Stcrl., eS sind dabei gegen 15,000 Menschen beschäftigt, und für die Maschinen sind 1428 Pferdckräfte erforderlich. An Steinkohlen werden in jeder Stunde 22,^28 Pfund oder wöchentlich 734 Tonnen 17 Zentner verbraucht. (Glasgow "Chrom) — Zu London sind 1832 gestorben 28,403 Menschen, nämlich, die in die Register eingetragen wurden; als: todt- gcboren 912, unter 2 Jahren 5443, bis 5 Jahre 2078, bis 10 Jahre 1270, bis 20 Jahre 1113, bis 30 Jahre 2215, bis 40 Jahre 2749, bis 50 Jahre 3086, bis 60 Jahre 3041, bis 70 Jahre 2946, bis 80 Jahre 2194, bis 90 Jahre 848- bis 100 Jahre >05, bis 102 Jahre 1, von 103 Jahren 1, von 108 Jahren 1. (John Bull.) London, 9. Jan. Ein Gerücht, welches jetzt vorherrscht, und von kcnntnißreichcn Leuten unterstützt wird, behauptet, Lord Palmerston ziehe sich von den Geschäften zurück und würde -den Lord Durham als Nachfolger erhalten. (Sun.) — Wie es in Irland aussieht und zugcht, mögen unter vielen andern folgende Lhatsachen beweisen. Als neulich die Deputieren der Stadt Cork ihren feierlichen Aufzug hatten, hielt die Menge an einer Brücke, und ein Mann stieg auf den Wagen und las eine Adresse der armen Weiber an die Deputirten, worin Folgendes vorkommt: »Erinnert euch, ihr Herren, daß in Cork 21,000 verlassene menschliche Wesen sind, daß in den zwei Pfarreien, wozu wir gehören, 6000 Menschen täglich aufstehcn, ohne nur zu wissen, woher sie ihr Frühstück nehmen sollen, erinnert euch, daß von den 8 Millonen Einwohnern Irlands 2 Millionen ohne Arbeit, ohne Nahrung und Hülfe sind. Nicht mit Kleinigkeiten kann dieses Elend abgewendct werden, große Maaßrcgeln sind nöthig, nur die Trennung von England kann uns retten, wir beschwören euch, ihr Herren, diese Trennung herbeizuführen, wir beschwören euch bei unfern Lumpen, unscrm Hunger und unserm Elend." (Cork Report.) — Die Geistlichen kommen mit ihren Familien aus den Provinzen in der Stadt Cork an, um der Ermordung zu entgehen; sie haben ihre Kirchen schließen und ihre Gläubigen verlassen müssen. Vor kurzer Zeit hätte man so etwas noch nicht für möglich gehalten. (Cork Constitut.) — Viele Personen haben sich zu ihrer persönlichen Sicherheit bewaffnet, mehreren werden jedoch in der Dämmerung die Waffen abgenommen, und wenn sie sich wehren, so werden sie schrecklich geschlagen. London, >0. Jan. Gegen alle Erwartung zeigt sich die spanische Regierung feindselig gegen DonPedro. Sie hat dem Admiral Sartorius befohlen, die Bucht von Vigo zu verlassen, und in keinen spanischen Hafen mehr einzulaufen. — Wegen Irland geht man mit einer allgemeinen Maaßregel um, alle Vereine mit einem Schlage zu vernichten, da die Radikalen durch die Vereine eine gefährliche Stärke erlangt haben. Es verlautet, Holland begehre einen allgemeinen Kongreß zu Achen oder Berlin, um die schwebenden Fragen zu entscheiden. Frankreich und England werden dies nicht annehmen, denn es würde beide in nachtheilige Unterhandlungen verwickeln. DerKönig Wilhelm hat die Vorschläge nicht geradezu verworfen, sondern ein Gegenprojekt vorgelegt. oGlobe.) Belgien. Br üssel, II. Jan. Die Brüsseler Bank- fährt fort, für den Schatz auszuzahlen. Die Diskussionen, welche zwischen der Regierung und der Bank obzuwaltcn schienen, sind, wie man sagt, beseitigt worden. — Der Assiscnhof von Osiflandern war am 7. Januar mit der Sache wegen der am 4. April 1831 an dem Fabrikanten Hrn. I. P. Doortmann verübten gräßlichen Mißhandlungen beschäftigt. Die Zahl der Angeklagten betrug 23, wovon 22 auf den Bänken erschienen. Die Verlesung einiger Beschlüsse und des Anklageaktes dauerte länger als 2 Stunden, worauf das Zeugcnverhör begann, deren 69 vorgeladen und 66 erschienen waren. Hr. Voort- mann ward als erster Zeuge aufgerufen, er ist nur 29 Jahr alt. Sein Gang war leidend, er schien ergriffen und man bemerkte, daß er daS Gesicht von der Bank der Angeklagten abzuwcnden suchte. Hr. Voorlmann erzählte mit gedämpfter Stimme die Vorfälle an jenem schrecklichen Tage, wie er sich derselben noch erinnerte, wobei er immer mehr ergriffen wurde. Endlich durch den Präsidenten aufgefordert, seinen Blick gegen die Angeklagten zu wenden, um zu sehen, ob er deren einige wiedererkenne, sah man, wie er sich anstrengte, dje Augen auf sie zu werfen. Doch er wendete sie gleich ab und fiel in Ohnmacht. Dieses Ereigniß machte den größten Eidruck auf den Gerichtshof, die Geschwornen und das ganze Auditorium. Hr. Voorlmann ward aus dem Saale getragen und blieb lange ohne Bcwußtseyn. Nachdem er wieder zu sich gekommen, hatte er mehrere Nervenzufälle. Die Sitzung wurde beinahe eine halbe Stunde ausgesctzt. Vier Aerztc und Wundärzte, welche Hrn. Voortman behandelt hatten, wurden jetzt als Zeugen verhört. Die Details ihrer Aussagen sind schrecklich, Nach ihnen vernahm man den ehemaligen Un- terlieutcnant der Munizipalgarden, Hrn. Vandczande. Seine Aussagen dauerken lange, und fesselten die ganze Aufmerksamkeit des Publikums. Hr. Voortmann, der sich ein wenig erholt hatte, tratwieder in den Saal; allein als man sah, daß er im Begriff war, in seinen ersten Zustand von Schwäche zurückzufallcn, hob der Präsident die Sitzung auf. Am 0. währte das Zeugenoerdör fort. Gent, 10. Jan. Sechs holländ. Gefangene, die, weil sie sich flüchten wollten, in das hiesige Gefängniß gebracht worden waren, sind unter Gendarmeriebcdeckung nach Frankreich abgeganzen. Italien. Ankona, 6. Jan. Die drei hier liegenden französ. Gabarren werden nun bestimmt am 10. d. nach Morea absegeln, um die dorligcn Truppen ihrer Nation nach Frankreich üdcrzuführen. — In dcrRomagna, namentlich zu Ravenna, dauern die Verhaftungen fort; sie haben neuerlich viele Personen von Rang, auch einige Professoren , getroffen. Der Advokat Vicini wurde von Bologna exilirt, und der eine Zeit lang in Pesaro versteckt gewesene Obrist Bussi reiste nach Frankreich ab. (Mg. Z.) R u ß la nd. Nach einer Bekanntmachung der Regierung vom 18. Nov. v. I. sind im Gouvernement Kiew folgende Güter konfiezirt, und die Gläubiger aufgefordert, ihre Ansprüche nach bestimmten Vorschriften bei der Liquidationskommission in Kiew geltend zu machen. Nach Allerhöchster sowohl, als auch des Herrn Ober- befehlshabcrS der I. Armee, Generalfeldmarschall Fürst von der Ostensacken, Bestätigung sind im Kicwschen Gouvernement folgende, Aufrührern zugehörige, Güter kon- fiszirt worden, und zwar: die dem Basilianerklostcr zu Owrutsch zugehörigen im Radomisler Kreise belegenen Dörfer, Altschcpclitzi mir 107 männlichen Seelen; Neusche- pclitzi mit 102; Koscharofka mit 02; Beniofka mit 80 ; Tschistogalofka mit <7.5; Denisowitschi mit 102; Rudki mit 42; Rudniasachvnia mit 28; in Allem 854 männliche Seelen. — Ferner in dem den Grafen Herrmann und Joseph Potocki, im Machnower Kreise belegenen, Marktflecken Bielolowka 368 und in den Dörfern Pckowza 37; Dcrganvwka 202; Sestrenowka 402; Rastawitza 48,Kur- sowka 2l6; Socinia 60: Radziwilowka 68; in Allem 1503 männliche Seelen. — Ferner dem Valerian Wachsmann, in dessen im Swenegorodschen Kreise belegenem Dorfe Wstiasewka 20 Seelen; — dem Baltasar Biclosu- kny, in dessen im Radomisler Kreise bdlegenem Dorfe Neustawistschi >6 Seelen; dcmOnufry Galetzky, in dessen im Radomisler Kreise belegenem Dorfe Slobodka 2l3 Seelen; dem Heinrich Smiewski, indessen im Radomisler Kreise belegenem Dorfe Krapiwnia 45 Seelen; — dem Karl Swentsky, indessen im OumanschenKreisebclc- gencn Dörfern Swinarka und Talalaewka (welches Vermögen noch der Theilung mit seinem Bruder Eduard un- 1ZZ terliegt)456 Seelen; —dem Grafen Wladislas Ber- schinsky, in dessen im Swenigorodschen Kreise belegenen Dörfern Schawlich 223; Berschinka 281; Weffeloi KUt 200; Antonowka 148; Onufriewka 395 und Hofgesinde 33; in Allem 1280 Seelen; —dem Oberstlieutenant Schimansky und seinen Stiefsöhnen Ignatz und Joseph Iasinsky in ihrem im Skwirer Kreise belegenen Dorfe Malie Gertschiki l 00 Seelen, und dem Michael Grud- zinski, in dessen im Machnower Kreise belegenem Dorfe Kikitowka 52 Seelen. Spanien. Madrid, 3. Jan. Gestern Abends, eine halbe Stunde vor Mitternacht, fanden beträchtliche Aufläufe statt; auf dem Platze St. Michel hörte man rufen: es lebe Karl V., Tod den Liberalen, nieder mit der Regierung der Weiber! u. s. w. Die Insurgenten schossen auf den Hauptposten; die Schildwachc wurde verwundet; die Wache griff an; mehrere Salven wurden gegeben, und Je« bcrmann zerstreute sich in Unordnung. Fünf oder sechs bedeutende Personen wurden fcstgehalten, und in geheime Haft gebracht. Der Gencralkapitän der Provinz und der Polizeipräfekt ergriffen Maaßregeln, um die vorzüglichsten Agenten festzuhalten, und während des ganzen gestrigen Tages machte man Nachsuchungcn. Heute noch waren sämmtlichc Truppen in den Kasernen konsignirt, und man theilte Patronen aus. Man befürchtete eine zweite aufrührerische Bewegung; alle Leibgarden, welche den Dienst im Palast versahen, wurden festgehalten; man spricht sogar von der Auflösung dieses Korps. Die Regierung setzt ihr ganzes Vertrauen auf die Li- nientruppcn, und wir möchten gern glauben, daß ihre Hoffnungen nicht werden getäuscht werden. Ein heute erschienener Tagsbefehl fordert sehr nachdrücklich die Soldaten auf, der neuen Regierung beizustehen, und gegen die karlistischc Partei zu dienen. Umlaufschrcibcn wurden an alle Generalkapitäne und Präfekten der Provinzen gerichtet, um sie zu benachrichtigen, daß die Empörung in der Hauptstadt unterdrückt worden ist, und um sie zu ersuchen, mit der ganzen Strenge der Gesetze zu handeln. Man versichert, 6000 Liberale, welche durch ihren Haß gegen das vorige System wohl bekannt sind, haben der gegenwärtigen Regierung ihren Beistand angeboten. Man spricht heute aufs Neue von der nahen Zusammenberufung der Cortes. Es ist auch von einem schließlichen Vergleiche mit den amerikanischen Staaten die Rede, vermittelst einer jährlich abzutragendcn Steuer. Man sagt, daß England und Frankreich sich bemühen, dieses Vorhaben gelingen zu machen. S t a a t s p a p i e r c. Wien, 10. Jan. 4prozent. Metalliaucs76^s; Bankaktien 1156/ Pariser Börse vom 12. Jan. bprozcnt. konsol. 101 Fr. 10 Ct. 3proz. konsol. 72 Fr. 45 Ct. Frankfurt, den 13. Jan. Großherzogl. badische 1Z4 50- fl. Loiicn'eloose von S. Haber sen. und Goll u. Söhne 1520 82X fl. — 4prvz. Mctalliqueö 77'N; Bankaktien >309 (Geld). Redigier unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Deutsche Oper in London. London, 24. Dez. (Von Hrn. Kapellmeister Chelard ist uns folgendes Schreiben zugekommen:) „Ich ersuche Sie höflichst um Bekanntmachung nachfolgender Zeilen, im Interesse deutscher Künstler. Eine deutsche Oper ist nunmehr definitiv in London organisirt und wird während der Monats Mai und Juni 1833 im königl. Theater Drury-Lane Vorstellungen geben. Die neue Unternehmung, welche allen vorhcrgegangncn gänzlich fremd ist, geht für Rechnung des Hrn. Kapitän Polhill, Eigenthü- mcrdieses Theaters; derselbe macht es sichzur Pflicht, den deutschen Künstlern alle Garantieen zu gewahren, die englischer Loyalität würdig sind. Generaldirektor ist Hr.Bunn schon seit längerer Zeit in dieser Eigenschaft bei der englischen Bühne angestcllt. Das Singpersonal besteht aus den Damen Schröder-Devrient, Fischer-Achten und Lamp- mann (Soprani), den Herren Haitzinger und Dietz (Tenor!); "den Herren Dobler und Fischer Basti) und dem Hrn Haffe! (Baffo Buffo). Regisseur und Chvrdirektor ist Hr. de Rossi. Die Funktionen eines Kapellmeisters sind mir gleichfalls von der neuen Unternehmung übertragen worden, welche mich noch übcrdieß mit hinlänglicher Vollmacht versehen hat, um mit den Künstlern zu unterhandeln. Deßhalb sind alle Engagements durch mich geschloffen, und von Hrn. Bunn im Namen des Hrn. Kapitän Polhillkon- trasignirt worden. Wenn mehrere Künstler, die verflossenes Jahr mit ehrenvollem Erfolg aufgetreten sind, diese Saison nicht bei der deutschen Oper engagirt sind, so ist dieses lediglich dem Bcdürfniß des neuen Repertoirs zuzuschreiben , und der ökonomischen Einrichtung, welche nicht gestattet, mehrere Künstler für ein und dasselbe Fach zu engagiren. Wenn übrigens der Erfolg der Unternehmung den Wünschen der Kunstfreunde, den Anforderungen der Kunst, der Wahl der Künstler und dem Eifer der Direktion entspricht, so sollen nach und nach alle Werke, welche die öffentliche Stimme Deutschlands für würdig erklärt, dem englischen Publikum vorgeführt werden. Debütsund noch nicht bereits gegebenen Opern, muß indessen, wofern nicht ausserordentliche Fälle eine Ausnahme erlauben, die Annnahme verweigert werden. Unerachtet der wohlwollenden Nachsicht, mit welcher eines meiner WerkedasGlück hatte, verflossene Saison in London ausgenommen zu werden, becifre ich mich dennoch disma! den Kranz andern Tonsetzern zu überlassen, die dieser Ehre würdiger sind. Hr. Spohr bat, auf mein Ersuchen, mir alle Mittel an Hand gegeben, um feine schöne Oper „Jcssonda" des Kompost- teurs würdig aufzuführen; so gleichfalls Hr. Marschner für „Templer und Jüdin"; Hrn. Reissiger L „Libel!a„ wird ebenfalls gegeben werden. Dies sind die drei neuen Opern welche Personale und Zeit, während dieser kurzen Saison, zu geben gestatten. Beehrt mit dem Vertrauen der Direktion und zu gleicher Zeit derselben als Vertreter der Rechte und Ansprüche der deutschen Künstler gegenübcrstehend, habe ich cs dem allgemeinen Interesse angemessen geglaubt, die Grundlagen und die hauptsächlichsten musikalischen Anordnungen dieser Unternehmung unter die Garantie der Publizität zu stellen. Empfangen Sie u. s. w. A. H. Chelard. Kapellmeister Sr. Maj. des Königs von Baiern und verdeutschen Oper im kön. Theater Drury-Lane in London." Auszug aus den Karlsruher Witterungb- beobachtungen. 15. Jan. Barometer Thenn. Hygr. Wind. M. 8 M. 17, N- 8 27Z.11.6N 27Z.10.8N 27 Z. 10,9 L. — 0,6 G. 88 K. ND — 0,3 G. 87 G. SW. — 1,5 G. 86 G SW. Trub. Psychrometrische Differenzen: 0.6 Gr. - 0.7 Gr. - 0>6 Gr Literarische Anzeigen. Geschenk für Neuverehelichte, oder Enthüllung der Geheimnisse. Ein Lesebuch für junge und nl'chtiunge Eheleute, welche sich über Alles, was die Schamhaftigkeit oft zu erfragen abhält, hier Raths erholen können. Entworfen von einem prakt. Arzt. 5ke reich vermehrte Auflage, geh. 54 kr. In einem zarten und sorgsam gewählten Style wird hier der Schleier der Natur gehoben, ohne die Grenzen des Anstandes nur im Geringsten zu überspringen, weshalb diese reich vermehrte Auflage, welche im Anhänge noch über Zeichen und Berechnung der Schwangerschaft belehrt, gewiß nur beifällig ausgenommen werden wird. Es ist in der D. R. Marx'scheu Buchhandlung in Karlsruhe und Baden zu haben. 2» der Jos. Lind au fr'scheu Buchhandlung in München ist so eben erschienen, und in allen Buchhandlungen zu haben, in Karlsruhe'bei G. Braun: Die historischen Fresken unter den Arkaden des Hofgartens zu München. Erläutert durch A. v. Schade». Nebst ! 6 Abbildungen der geschichtlichen Fresken. Eleg. br. HZ kr. 135 So eben ist erschienen, und in Karlsruhe bei G. Braun zu haben: Die Kunst dm Taufnamen, den Wohnort, das Wohnhaus, den Charakter, die Lieblingsneigung, das im Sinn Habende, das im Beutel habende Geld und das Alter eines Person zu wissen. Von I. C. Schäfer, Verfasser der Wunder der Rechenkunst u. s. w. «r. L. Leipzig, Rein'sche >Duchhandlu»g. geh, ,8 kr. Der Inhalt dieser interessanten kleinen Schrift wird jeden, der sich näher damit bekannt macht, überzeugen, daß der Titel derselben nicht zu viel verspricht. Der Verfasser verband Kürze mit mdglichster Deutlichkeit, und gibt die Voltheile und Kunstgriffe so klar und unwiderlegbar an, daß sie sich Jedermann sehr leicht zucignm kann, und man sich bei Anwendung derselben durch den Erfolg überraschte finden wird. SLiltach. sDienstantrag.fi Da bei der hiesigen Egel. Schule durch Zufall daö Prvvisorat wieder eröffnet ist, so wird zur Besetzung desselben ein tüchtiger Gehürfe gesucht, dir sogleich cintteten kann. Karlsruhe. s, Verkauf einer Balkenwaage, sj ks ist eine Balkenwaage mit dazu gehörigem neuen Gewicht, nämlich eine Pyramide aä 100 Pfd. und 4 Glück jedes zu 5 o Psd , um billigen Preis zu verkaufen. Das Nähere erfährt man bei der Domainenverwaltung dahier u, dem Mrtterer Zoller in Rüppurr. Kappel-Windeck ( Bez. Amt» Bühl), sGutsver- steigerung.j Erlaß des großhcrzoglichen StadtamtsrevisvralS Karlsruhe vom 3 ,. Dez. v. I., Nr. 14.827, wornach zufolge Verfügung des großherzoglichcn Stadtamts Karlsruhe vom 12. Dez. v. I., Nr. 16.1 ,3 und 16,128, eine nochmalige Versteigerung de» zur Ganrmaffe des verstorbenen ObristlieurcnantS Kreiherrn von Preen gehörigen Guts zu Rittersbach vorgenom- men werden soll. Diesem zufolge wird der Versteigcrungstag auf Dienstag, den 5 . Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, zu Rittersbach aus dem Gute selbst, festgesetzt, nämlich: 1. Eine zweistöckigtc von Stein erbaute Behausung mit 2 Balkenkellern, Holz, und Wagenremise, Weinrrotie, Pftrd- und Rindviehstallungcn mit daraus befindlichem Heuboden, und einem besonder» stehenden Waschhause. 2. Güter bei obiger Behausung befindlich: 'la Morgen Gernüs- und Baumgarten mit einer englischen Anlage; >/- Morgen ,0 Ruthen Ackerfeld; ä Morgen 1 Dril. Wiese; b> Eteckhaufcn tragbare Reben; > Viel. Kastanienbosch mit einer Kirschrnbaumanlage; > DrrK Taiinenbosch. Die Steigerungsbedlngnisse können bei dem Bürgermeisteramt in Kappel ringesehen werden, mit dem Nnfügen, da be. bereits mehr geboten wird als der Anschlag beträgt, so wird dem Meistbietenden in dieser Steigerung definitiver Zuschlag ertheilt. Kappel-Windeck, den >2. Jan. i 833 . Das Bürgermeisteramt. Rapp. Karlsruhe. sPferdeverstei gerung.j Freitags, den - 5 . d. M., Vormittags 9 Uhr, werden in den Stallungen des Landgistütte» nächst dem Durlacher Thor zwei ausrangirte Pferde versteigert werden. Karlsruhe, den i 5 . Jan. i 833 . Großherzvgliche.Landesgrsiüttskvmmission. Karlsruhe. sPferdev erst eiger ung.^s Donnerstag, den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, läßr Hr. Gras von Vouill«. fön. französ. Gesandter dahier, im Hause Nr. 227 der langen Straße 2 braune gut eingefahrene Wallachen, Mecklenburger Ra- ce, 6jährig, sammt Geschirr, öffentlich versteigern; wozu die Liebhaber cingeladen werden. Karlsruhe, den 14. Ja». i 833 . Großherzogliches Stadtamisrcyisorat. K e r l e r. Karlsruhe. sFahrnißversteigerung. j Freitags, den 18. d,, Vormittags g Uhr, läßt der kör,, f-anzös. Gesandte dahier, Herr Graf von Bouillä, folgende Fahrnisse, im Hause Nr. 227 der langen Straße, als; Mehrere ganz guterhaltene Kanapee'» und Ruhebette mit den dazu gehörigen Sesseln und Fauteuils, verschiedene Chiffo- niers, Cvnsoltische, Schreibtische, Kommode, Bettladen, von Mahagonieholz, einige große Trumeauxspirgel, Dettwerk u. sonstigen Hausrath, öffentlich versteigern. Karlsruhe, den >4. Jan. i 833 . Großherzogliches Stadtamtsrcvisorat. Kerl er. Offenburg. sHolzversteigerung.) Freitag, den 28. Jan., früh g Uhr, werden in den herrschaftlichen Waldungen Hintrerwörrh und Wahrhaag, Reviers Rheinblschofshcim 22 Vau - und Hvlländercichcn, 281/2 Klafter eichen Spätierholz und 26 Loose unaufgcmachies Reiß öffentlich versteigert. Die Liebhaber haben sich zur bestimmten Zeit auf der Landstraße bei dem Wahrhaagwald einzufinden und sichele Bürge» u. Selbstschuldner zu stellen, welche letzter« über ihre Zahlungssä- higkeit sich durch ein gerichtliches Jeugniß auSweiftn müssen. Offenburg, den 9. Jan. , 633 . Großherzogliches Forstamt. v. Neveu. Bekanntmachung. Bei der sürstl. sürstenbergischen Rechnungsrevision dahier sollen Nach cingekommencr höchsten Entschließung Sr. Durchlaucht des gnädigsten Fürsten vom 3 . d. M. zur Erledigung der rückständigen Prüfung der Kammrraliechnungen aus dm Jahren ,629/30 bis i 83 r/ 3 a drei ausserordentliche Revidenten aufgestellt werden. Die Unterzeichnete Stelle siebt sich daher veranlaßt, diejenigen Individuen, welche sich diesem Geschäfte zu unterziehen Lust , tragen sollte», aufzufordern, längstens binnen 4 Wochen ihre Erklärung in dieser Beziehung bei ihr einzurei'chm, und ! hiermit die Vorlage glaubwürdiger Zeugnisse über eine mehr- ! jährige praktische Ausbildung bei Kammeral- 4Z6 «nb Renteibeamtungen, über vorzügliche Kenntnisse im Rechnungsfache, oder schon geleistete Dienste iin Revisions,vesen, ü b er e tw a erst an de- ne Prüfungen, und besonders noch über untadel- haftenmoraltscken Charakter zu verbinden. Der für einen jeden der drei ausserordentlichen Revidenten hv- -ern OrtS bestimmte Gehalt besteht ur jährlich 5oofl. und freier Wohnung, oder ein Surrogat hiesür von 3-, fl., womit noch die Zusicherung verbunden wird, daß im Falle besonderer Brauchbarkeit und Tdarigkeie nach gänzlicher Beendigung des Geschäftes , welche erst im Laufe des IahreS iSZb einrreten dürste, noch auf ein angemessenes Honorar Rechnung gemacht werden könne. Donaueschiugen, den 8. Jan. -8ZZ> Fürstl. sürstenbergische Domanialkanzlei. I. E. e. P. R a u t t e r. vfl.e de Liste. SchopfHeim» sSchukdenliguidation. 1 Gegen Johannes Jost von Hasel wird hiermit Gant erkannt und Lag» fahrt zur SLuldenliquidation auf Dienstag, den 12. k. M-, Morgens 8 Uhr, in diesseitiger AmtSkanzlei anberaumt. Diejenigen, welche an die Gantmasse Ansprüche macke» wollen, werden aufgefvrdert, solche persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich, bei Vermeidung des Ausschlusses, unter Vorlage der VeweiSurkunden oder beim Mangel derselben duich Antretung anderer Beweise, zu liquidsten und etwaige Vorzugs, oder Pfandsrechte anzumelden. Zugleich soll >n dieser Lagfahrt ein Maffepfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt, und ein Borg - oder Nachlaßvergleich versucht werden. Ntcb'erscheinende Kreditoren werden in kiese» Beziehungen als de» Erklärungen der Mehrheit der Erschienenen beuretend angesehen. Schopfhejm, den 6. Jan. «833. Großherzogl. Bezirksamt. Rettig. vär. Sievert. A. j> Lörrach. fAufforderung. j Philipp Friedrich Winter von Lörrach und Lambert HaaS von Stetten sind, als in dle ordentliche Konscription pro ,833 gehörig, bei der gestrigen Assentrrung unentschuldigt ausgeblieben. Sie werden hiermit öffentlich vorgeladcn, längstens bis zum ,r. Februar d. I. dahier sich zu stellen und über ihren Ungehorsam zu verantworten, widrigenfalls sie Nach dem Gesetz vom Jahr i3-c> und nach dem KonseriptionSgesetz behandelt und bestraft werden sollen. Lörrach , den io. Jan. »8ZZ. GroßherzogliLeS Bezirksamt. Den rer. üät. Hoffman». Karlsruhe. lVerschollenheitSerklärung.s Da aus die gerichtliche Aufforderung vom 14 Ja» >«Zr Peter Ha u l h von Stassorth sich zur Empfangnahme feines Vermögens >iiü>t gemeldet, er auch kn der gesetzlichen Frist von seinem Aufenthalt keine Nachricht in feine Heimath gegeben hat, so wird inlnmcbr derselbe für verschollen erklärt, und sein Vermögen seinen nächsten Eiben, gegen Kaution, auSgefvlgt. Karlsruhe, den '4- Jan. 1853. ' Großherzogliches Landamt. Meßtisch. sEdiktall ad un g. ^ Der schon längs vermißte Konrad Cnab von Göggingen wird Hierdurch auf- gefordert, sich innerhalb ,2 Monaten bei Unterzeichneter Stelle persönlich oder schriftlich zu melde», widrigenfalls er für verschollen erklärt und seine nächsten Erbe» in fürsorglichen Besitz seines Vermögens, gegen Kaution, eingr- setzt werden. Meßkirch, den 3. Jan. i8Z3. Großherzogl. bad. f. s. Bezirksamt- Schwel. väk. Ebbeckb. Meßkirch. sEdiktalladungj Der unbekannt abwesende Martin Kirner von Langenhardt wird hierdurch nuf« gefordert, sich innerhalb 12 Monaten der Unterzeichneter Stelle persönlich oder schriftlich zu melden, widrigenfalls er für verschollen erklärt, und seine bekannten nächsten Erben in den fürsorglichen Besitz seines Vermögens, gegen Kaution, eingesetzt würden. Meßkirch, den 3, Jan. 18ZZ. Großherzogl. bad. f. f. Bezirksamt. Schwel. vät. Eb bellt. Offenburg. fEddiktalladuna-^ Joseph Wehr- mann von Durbach, welcher vor Za Jahren als Schneider aus die Wanderschaft gicng, und seither nichts mehr von sin, hören ließ, wird hiermit aufgefvrdert, sich zur Empfangnahme seines in s3» fl. 34 kr. bestehenden Vermögens binnen Jahresfrist zu melden, widrigenfalls solches seinen bekannt-n nächsten A». verwandten, gegen KantionSleistung, ln fürsorgliche,, BcW übergeben werden wird. Offenburg, den 2. Jan. i6Z3. Großherzvgliches Oberamt. R ü t 1 i n g e r. Mosbach. sS träfe rke n n t n iß.^ Nachdem sich dm Dragoner Philipp Senk von Diedesheim, der Vorladung vom Z. Sept. ungeachtet, bisher nicht gestellt har , so wstd d-ige-be des GemeindebürgerrrchtS für verlustig erklärt, und die gesegu-ar Geldstrafe aus den Dcriuögensansall, so wie die persönlich« Bt- sirafung auf den Berretungsfall Vorbehalten. Mosbach, den 19. Dez. 18Z2. Großherzogkrches Bezirksamt. D r e p e r. vllt. Bode. Rastatt. fVerkaufSanzeige.s Das ehemals Kauf, mann Joseph Geiger'sche Fabrikgebäude zu Niederdühl, deff« Verkauf am iS. Dez. v. I. keinen Erfolg gehabt hat» wir), gemäß Einschließung der Äanalbauaescllschast, nunmehr auf Freitag, den -5. laufenden Monats, Vormittags 10 Uhr, im Gebäude selbst, auf den Abbruch zur Versteigerung aus«,- setzt, und hiebei sowohl der Hansplatz sammt Garten, als aut das Recht zu Etbauung einer Taback- und GxpSmühle an de» neuen Murqkanak einzeln feil geboten; wozu die respekt. Kaust, liebhaber mit dem Anfügen wiederholt eingeladen werden, des kein Nachgebot angenommen, jedoch Ratifikation Vorbehalt«« wird. Rastalt, den 9. Jan- i6Z3. Großherzogliche Domainenvekwaltung. Gl aß. Derlcger u:ü> Drucker: PH. Mackkot.