Karlsruher Zeitung. Nr. 48. Sonntag, den 17. Februar 1833. B a i e r n. Zweibrücken, 10. Febr. Das Intelligenzblatt vom 7. Febr. enthält wieder eine Anzahl von 04 Personen, welche um die Erlaubniß der Auswanderung nachgesucht haben. — Auch in den jenseitigen Kreisen dauern die Versetzungen fort, und selbst bei dem Forstpersonale nimmt inan dieselben vor. — Dieser Tage wurde Hrn. Sieben- Pfeifer ein prächtiger, mit Früchten reich beladener Traubenmost, nebst einem Korbe voll Trauben aus Landau über- M (Z. I.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 13. Febr. Zur Erbauung einer in Wiesbaden zu errichtenden Krankenanstalt für arme auswärtige Araeliten, die dahin kommen, um durch den Gebrauch der dortigen Heilquellen ihre Gesundheit wicderherzustel- lm, traten unlängst, um diesem tiefgefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, die israelitischen Gemeindegkieder Wiesbadens zusammen. Da indessen die Kräfte der dortigen Gemeinde einem solchen Unternehmen nicht gewachsen waren, so wendete sich dieser Tage der Gemeindevorstand in einem Rundschreiben an auswärtige Glaubensgenossen. Als dasselbe hier in Frankfurt erschien, gab sich alsbald der bekannte Wohlthätigkeitssinn der hiesigen israelitischen Gemeinde auf die herrlichste Weise kund: Hr. v. Rothschild Unterzeichnete 1000 st.; andere reiche Gemeindeglieder unterschrieben mit 300, 200, 150 und 100 fl.; sehr viele mit iO fl. und auch die Geringsten reichten ihre geringe Gabe. Da von hier aus das Zirkular nach andern bedeutenden kiadien Deutschlands versandt werden soll, so steht zu hoflcn, daß der berührte edle Zweck bald erreicht werde. Großherzogt hum Hessen. Darmstadt. Den Antrag auf Vollziehung des 50. Artikels der Wiener Kongreßakte bat der Freiherr v. Ga- M in der ersten Kammer der Stände auf folgende Weise begründet: „Wenn ich Sie hier direkt nach Hambach führe, so bitte ich eingedenk zu seyn, daß ich in Rhein- baiern geboren bin; daß mein Haus und Hof, warum ich hier erscheine, die letzten in Rheinhesscn gegen dieses andre kand hiiistehen, in welchem ich ohnehin noch andere bedeutende Familienintereffcn habe; daßRheinbaiernund Rhein- tcflcn Theile derselben Departements und was mehr ist, Theist jener gesegneten vormaligen Unterpfalz sind. Es ui unmöglich, daß Unruhen, falsche Ansichten, Mißstimmungen jenes Nachbarlandes erscheinen, ohne daß sic uns berühren und schädlich werden. Und wem, Rheinhesscn eben in diesem Zeiträume die Treue und Dankbarkeit, bürgerlichen Frieden und Ordnung besser bewahrte, so dürfen wir doch in Wahrheit nicht mit dem Pharisäer sagen: ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie andre Menschen. Wir sind von EinemSchlag, reizbar, rasch, rüstig, munter, weintrinkend; — aberarbeitsam, kräftig, undunsselbst fühlend. Jene Mißstimmung ist noch keineswegs vorüber noch die Ursachen alle gehoben. Bevor ich diese Ursachen ergründe, und bevor ich zu dem Zustande und den Gesinnungen jener Länder übergehe, die in so engem Ver- hältniß zu den Erscheinungen oder Maaßregeln unserer Zeit, und zu dem stehen, was hier auf uns wartet, lassen Sie mich einen Blick auf Deutschland überhaupt werfen, und unser großes Staatswesen von der vortheilhafteren Seite betrachten, und noch einmal mit der innigsten Ueberzeu- gung sagen: keinem andern Volke möchte ich lieber angehören. Deutschland über Alles! Deutschland, seit Jahrhunderten, stand nie auf einer höhern Stufe der Macht, des Ansehens, der Sicherheit, des Flors, des Gewerb- fleißes und des inner» Reichthums. Zum erstenmal seit Jahrhunderten traten wir rühmlich aus den Kriegen mit den Feinden. Endlich ruhen unsre Bürgerkriege, die noch das 1s. und 19. Jahrhunderts» blutig machten, und unsre Fluren verwüsteten. Ein starker, unauflöslicher Bund umschließt uns. Jede andre Einheit ist jetzt ein Unding, jedes Trachten darnach ist eine Thorheit und ein Verbrechen. Nein, cs ist kein wesentlicher Zwiespalt unter uns; der Feind würde unsre geschlossenen Massen finden. Zu keiner Zeit waren unsre Heere gerüsteter, disziplimrter, gebildeter, in den Augen der Kenner, trefflicher. Und ohne Unterschied — der Badener, Hesse, Nassauer, wie der Oesterreicher und Preusse. Kein Stand hat mehr gestrebt empor zu steigen, sich die Pflichten und die Bildung seines Berufs mehr zu eigen zu machen. — Nie war der Ackerbau mit der Pflege der Reben und des Waldes in irgend einer Zeit, in irgend einem Lande, auf höherer Stufe. Der Bauernstand, diese wichtigste und unentbehrlichste Klaffe unter den Menschen, ist so selbstständig, so allgemein, es ist so für seine Freiheit und seinen Unterricht gesorgt worden, daß ganz Europa diese so wesentliche Su- periorität der Deutschen anerkennt: England', das gepriesene England, steht namentlich zurück. Und eben diese rüstigen Pfälzer haben nicht nur Pensnlvanien, sondern so viele Wüsten des europäischen Nordens auögerodet, verschönert und bevölkert. In unfern Städten und Ländern, und namentlich in den vor Kurzem aufgeregtesten, wie in Baven und Rheinbaiern, ist ungcnreiner Wohlstand, ein vorher niemals erreichter Wohlstand, wo ich auch meine Blicke hinwende; eine Ueberzeugung, die nur durch Ue- bervölkerung ermäßiget wird. Aber wenn ich die Darf- li 378 tigkeit von der Seite betrachte, dann wäre England das l sehr günstig sind. Und obgleich ich unter diesen letzt»» ^ ärmste! Das ist ein Gesichtspunkt, für andere Zeiten und I selbst Freunde zähle, so predigen doch Viele das Christen- r Erörterungen aufzusparen. Unsre Abgabensysteme sind er- ! thum, ohne den Christus, und das Königthum mit Her- d träglich, die wenigsten Abgaben gleichen der Kopfsteuer, I absctzung des Königs. 4) Viele dieser kleinen Städten,»- , und sie betreffen vorzüglich die Habe, den Verbrauch, I ren ehemals Residenzen und haben alle die Vortheile vcr- x also die reichern Klaffen. Unsere Staatsschuldenwescn sind I loren und noch in der Erinnerung, die damit unläugb« x im Vergleiche mit allen großen europäischen Reichen die verknüpft waren. Ja es sind jenseits Rheins viele de»!- § mäßigsten und erträglichsten. Alle Wissenschaften blühen sche Staaten , die den geistlichen Fürsten gehörten — und ^ ungestört. Unsre Litteratur, unsre Sprache hat einen ho- 1 das Sprüchwort war nicht ohne Wahrheit: unterm Krumm- § hen Standpunkt erreicht, den die fremden Nationen willig I stab ist gut wohnen. Wären sie nur zur Wehre und Ei- « anerkennenund sich aneignen. Also in so Vielem sind i cherheit, eben so geeignet gewesen! Jener Oesterreich», ^ wir Muster, und in so Vielem wetteifern wir mit den Er- I Sabregondi glaube ich, der die päpstlichen Staaten ei- ^ stcn- Alsdann ist kein solch Grundübel unter uns, das I forscht und vergleicht, einen bessern Zustand vorbereitet, ; der menschliche Verstand zu beschwichtigen nicht vermöchte; I kann sicher die Lehren aus der klugen Herrschaft, aus dm i in unserm Bering ist weder ein Irland, noch eine Vendee I Geiste der Verwaltung der Schönborn, Breidbach, Erthal, ; noch ein Polen; kein solch trostloserund doch unverschul- ! zu Mainz, oder aus den großen Anstalten entnehme», , dcter Zustand wie auf der westlichen Halbinsel. Kein re- I die die Bischöffe zu Würzburg noch ehren und ihr Anden- i ligieuser Zwist von Bedeutung unter uns, und die alten Ani- ! ken segnen. Sie ließen lieber durch Familienvater »er- ? mositäten der Völkerschaften schwinden mit jedem Tage. ! walten, die den menschlichen Bedürfnissen und natürliche ^ Ueberall Friede, Folgsamkeit und Verträglichkeit in unfern I Wünschen näher stehen mochten, als durch Priester, si) , Gauen. Alle Nebel, die uns treffen mögen, bestehenalso ! Nach dem, was ich vom Wohlstände des Landes und de» ^ entweder in übertriebenen und darum getäuschten Erwar- I kleinen Städten gesagt habe, fehlte sicher bei dem Rufe i tungen, oder sie sind unvermeidlich, sind von der Natur i nach panom er eireenses das Brod nicht. Aber bi! > uns aufgelegt, wie die Extreme, die jeweilen erscheinen, I Mittel und der Ableiter unsrer Zeit, der Zeitvertreib du , der Theurung und Wohlfeilheit; oder jene Uebervölkerung; ! Schauspiele, fehlt dort. Klubs und Schenken vertrete» ; oder es sind eben jene übertriebenen politischen Meinungen. I diese Stellen, und weil sie die Stumme zu Portici nicht > Andre sind von der Art, daß es nur des kräftigen Willens I auf der Bühne sehen, theiten sie die Rollen unter sich, , und der Beharrlichkeit bedarf, um sie zu haben. Wir sind ! iverden zum Masaniello hingezogen, und auch dieFcnclle« < undankbar fürwahr gegen die Gottheit, wenn wir in die I fehlen nicht, nur daß ihnen die Sprache nicht, mangelt. j Beschuldigung des Dichters verfallen: ! H) Alsdann drückten cs die französischen Blätter selbstmik, , „Laßt uns der Himmel den Stof zum Grame fehlen, I die des Gegenstandes mit sichtbarer Freude erwähnte». - „so suchen wir ihn mns zu stehlen. I Ls Laviere rsiensno c^ui est fi sneaise par Is Ivgü- So komme ich meinem Zwecke näher. Au jeder Zeit bin I Isiiou. Auf diesen großen Mißstand ^ auf dieses zu sch , ich bereit, unserer Regierung das gebührende Lob der Mil- I stehen gebliebene Erinnerungs- und Bindungsmittel, m- de und verständigen Haltung der Verfassung beizulegen. I deichanderwärlszurückkommen,ohnedasWesentlichel>e- Aber ganz dasselbe war in Rheinbaiern der Fall. Ich war I siebter Institutionen zu verwerfen. 7) Zahlen Sie dam noch vor ganz wenigen Jahren persönlicher Zeuge des cn- ! die geographische unmittelbare Berührung mit FrankM thusiastischen Empfangs beider Majestäten. Womit hätten ! jenem Paradies der Advokaten, die unverhohlene Propi- sie die verdiente Liebe des Volkes eingebüßt? Woher also I ganda, die Aisnckes journeo» mit dem Programm^ jene Aufregung, jener unruhige Zustand? l) Es ist nicht I'siölel clo villo, die Erinnerung dieser Generation and!« zu mißkennen, und die baierische Staatsregierung hat es ! fühlbaren Zusammenhang mit einem großen Reiche; und i- wohl gefühlt, daß es ein Nachtheil sey, wenn fener schö- ! glaube, Sie haben der Schlüssel genug. Aber ist km ne Landcstheil nicht mit der übrigen Monarchie zusammen- I achter Klagesioff jener Gegenden und auch der unsrigc»? hängt. Die Leute isoliren sich, empfangen nicht die Im- I Ich nenne stets dasZollwesen oben an — je lästiger, Impression der Hauptnation, sondern schaffen sich eine cige- ! moralischer, je mehr die Staaten zersplittert sind. Dej ne , eigne Ansichten, getrennte Wünsche. 2) Und hier I ich weise auf unsere notorischen und steten Bem- weiß ich wohl, daß ich in ein Wespennest steche. Ein so- I Hungen von allen Seiten, und die schwebenden Traktat! lider, wohl verbreiteter Landadel, der den Ton geben mö- I Hin, die sicher noch zum Bessern führen werden. — W ge, ist dort im Strudel der Revolutionen verschwunden; I dann habe ich wohl die Beschwerde hin und wieder gehört, —- und es sind viele, aber kleine Städte, die den Begriff I daß Anstellung oder Berufung in den Dienst derMom- reichcr Kaufmannschaft apsschließen. Beides Klaffen, de- chie nicht in den gehörigen Proportionen geschehe; das;» nen ich nicht eingebildete Tugend, aber Bildung, Welt- I beurtheilen, bin ich gänzlich ausser Stand, noch viel m- kenntniß und Zusammerlhang mit der Welt beimesse. Man r niger ist es hier mein Beruf. Aber ich begreife wohl M schaue nach Irland: dort ist es eine ihrer wesentlichenKla- I räume ein, daß die freiere Auswanderung in die Mt gen, daß der Adel nicht einheimisch ist. 3) Die tonge- 1 unfruchtbaren Regionen der Kuren und Sinekure» ui- bendcn ersten Klaffen, — die Aristokratie des Landes be- zcnd und wünschenswerth genug erscheine. Endlich ko»>- steht also in solchen, die der Monarchie gewöhnlich nicht > me ich zu dieser kleineren Zersplitterung jener DeM- 379 mente durch den 49sten Artikel. Die ganze Bevölkerung hat es für eine Beleidigung angesehen, und ich theile diese Empfindungen vollkommen, lebhafter vielleicht in meiner aristokratischen Eigenschaft, und nenne es ohne Hehl das Widersinnigste, was man begehen konnte. Was bedarf cs eines stärkern Beweises und Selbstbekenntnisses, als den 50. Artikel, der unmittelbar darauf die Remedur verspricht? — die jedoch noch gänzlich außgeblicben ist. Eicher bin ich eben so geneigt als berufen, die Verhandlungen, die redlichen Absichten dev Männer des WienerKcn- greffes in Schutz zu nehmen. Hier beschlich sie der cssus pro smico; nicht wie bei der polnischen, sächsischen Frage der cssus noeessüsüs. Der Mann, der von Elba kam, drängte. Jeder der bctheiligten drei oder vier Herren hatte den spezielleren Freund und Gönner. Jene Fürstenhäuser mochten vorstellen, daß so viele andere zu ihrem Nach- lheilc in der Vergleichung cmporgestiegen seyen. Und ihre Würdigkeit will ich gewiß nicht in Frage ziehen. Welches andere fürstliche Haus hatte mit solcher Widmung unausgesetzt in den deutschen Reihen gesockten, alS jene hessischen Prinzen? Und sicher will ich sic nicht berauben, sondern lediglich für möglich halten, die Vollziehung dessen begehren, was der Kongreß selbst im 50. Artikel für möglich und räthlich gehalten hat. Er hat es zwar eingekleidet in die Gemächlichkeit der Administration. Aber sicher hat er vor Allem die Gemächlichkeit der Administration darunter verstanden, ihr Heil, ihre Zufriedenheit, ihre Sicherheit, ihre, andern Deutschcnähnliche, Lebensweise, ihren leidlicheren Zustand, die dort höchlich gefährdet sind. Entfernt von aller Aussicht, Hoffnung, Protektion—von den größeren Verzweigungen des Lebens, entblößt von den unläugbaren Vortheilen kleiner Residenzen, entfremdet den Sitten, Einrichtungen, Maximen des Hauptlandes — und das Alles ganz in der Nähe von Frankreich. Und jenes St. Wendel, statt diesem Frankreich, oder einem großen Departement von 300 bis 400H00 Seelen anzugehören, gehört kaum zu l^O,000 ganz isolirten Menschen. Man glaubte mit Recht in Wien, dem starken Nachbar und präsumtiven Feinde die stärker» Hörner zeigen zu müssen, und schuf Rheinpreusscn und Rheinbaicrn. Rheinhesscn thut der Absicht keineswegs Abbruch, und insofern war Alles von der Klugheit geboten. Aber man entschloß sich zu Wien, die Mcdiatisirung, jenes gewiß an sich schreiende Unrecht, aufrecht zu erhalten, weil solche Staaten zu gering seyen, und schuf hier ohne alle Nothwcndigkeit noch geringere, zur offenbaren Beleidigung der hochahnsehnli- chen Klaffe, die sich zahlreich hier versammlet befindet. Ich wiederhole also den von der Pflicht gebotenen Antrag, der fürwahr aus meiner vollsten Ueberzeugung hervorgeht, auf die fortgesetzte Bemühung, daß dieser Mißstand, dieses beständige Element der Unzufriedenheit, der Aufreizung und höchst gefährlicher Vergleichungen, je eher je besser, im Sinne des 50. Artikels gehoben, und der Nation, der Nachbarschaft, diesen kleinen, so unbehaglich gestellten Völkerschaften, Wort gehalten werde. Und zum Schluffe seo es mir erlaubt zu unterstellen, daß diese meine Worte sämmtlich jenseits Rheins gehört werden. Also,- geliebte Landsleute und eng verbündtete Nachbarn, die ihr euch anschickt, über ferne Meere zu ziehen, wißt, daß ich dieser Auswanderung in gewissem Betrachte stets das Wort gesprochen habe; — und wenn der Zustand eures Hauswesens, Trachten nach Ausbreitung und größerem Besitze euch testen, so segelt! Aber wenn politische Grillen euch verleiten, so überlegt es noch einmal im Schooß eurer Familie; betrachtet den Zustand des großen Vaterlandes, den Wohlstand um euch her, die Stärke des Bundes, die Würdigkeit, die Klugheit, die Milde eurer Fürsten, dieThätig- keit eurce Landstände — und verbleibt unter uns! K u r h e s s e n. Kassel, 10. Febr. Das Hindcrniß, welches durch Anfechtung der Gültigkeit der Wahl der Kandidaten für die Präsidentschaft und Vizcpräsidentschaft von Seilen der Regierung der Eröffnung des Landtags in den Weg getreten ist, dauert noch fort, und die Ungewißheit wegen des Zeitpunktes dieser Eröffnung ist noch heute die nämliche. Ein Antwortschreiben auf die Eingabe deS ständischen Ausschusses ist noch nicht erfolgt; heute soll ein Ministerrakh statt finden , worin man sich mit diesem Gegenstände beschäftigen wird. Es hat gestern eine Konferenz zwischen dem Vorstande des Ministeriums des Innern (geh. Rath Hassenpflug) und zwei Mitgliedern des ständischen Ausschusses, Oberappellationsgerichtsralh Pfeiffer und Bürgermeister Eberhard aus Hanau, statt gefunden; aber man ist auseinander gegangen, ohne sich über den fraglichen Streitpunkt verständigen zu können, da beide Theile bei ihren Ansichten bcharrtcn. (.S. M.) Königreich Sachse n. Leipz i g , 8. Febr. Die indirekten Abgaben, deren Einführung an der Stelle der bisherigen, gleichzeitig aufzuhebenden, nachdem schon kurz erwähnten neuen Abgabensystem beabsichtigt wird, bestehen in einem Gränzzolle von der Ein-, Durch - oder Ausfuhr zollbarer Waaren, einer Branntweinsteuer, einer Biermalzsteuer, einer Schlachtsteuer vom Verkehr ausländischer Handelsreisen. Um diese Abgaben mit den Grundabgaben zw einem vollständigen System zu verbinden , ist noch die Umgestaltung der Personalabgabe erforderlich. Es soll noch im Laufe des gegenwärtigui Landtags ein Entwurf für ein Gewcrbe- und Personalsteucrgesetz den Ständen vorgelegt werden. Die Ausführung eines neuen Systems der indirekten Abgaben gestattet nicht, daß eine provinzielle Verschiedenheit, wie sie bisher zwischen den verschiedenen Landestheilen statt gefunden, ferner beibehalten werde. P reu sse n. Berlin, 9. Febr. Die Protestation der Referendaren des Kammcrgerichts ist vom Iusiizminister jetzt beantwortet und zwar mit der kurzen Erklärung: cs könne an der früheren Bestimmung Nichts geändert werden. Zugleich ifi der Präsident aufgcfordert, die Listen der in ihren Arbeiten rückständigen Rcferendarien einzureichen, wahrscheinlich um jene' Verfügung gleich in Ausübung zu bringen. Jetzt mnß man bedauern, daß der grö- Z80 ßere Theil derjenigen, welche ihren Abschied forderten, im Falle ihre Protcstation nicht berücksichtigt würde, einen übereilten Schritt gcthan hat. Nur wenige scheinen im Stande zu seyn, wegen ihren Verhältnissen dieses thun zu können, oder die zu einem solchen Schritte erforderliche Kraft zu besitzen. (Neckarztg-) Berlin, 13. Febr. Se kön. Hoh. der Herzog von Cambridge ist von Hannover hier cingetroffen. — Die Dorfzeitung bemerkt, cö sey doch sonderbar, daß in dem oft so verschrieenen Preussen nicht nur das Auswandern nicht recht Mode wird, sondern sogar Städte, in welchen durch die Cholera mehr Menschen starben, als geboren wurden, durch Einwanderung viel volkreicher geworden sind. Oesterreich. Wien, 9. Febr. Aus Konstantinopcl ist noch immer kein Kurier mit dem Traktat zwischen der Pforte und Me- demed Ali oder Ibrahim cingetroffen; indessen sollte er doch jetzt nicht lange mehr ausbleibcn. (Allg. Ztg.) — In den Hafen von Triest sind im Jahr 1831 cinge- laufen 847 Schiffe, im Jahr 1832 aber 1046. Ausgelaufen in jenen Jahren 952 und 99z Schiffe. Die Zahl der »m 1:1832 angekommenen österreichischen Schiffe betrug 499, jene der abgesegelten 491. Ausser obgedachten Schiffen beschäftigte die Küstenfahrt im verflossenen Jahre gegen 15,000 Fahrzeuge, wovon 7481 ankamen und 7293 abgiengcn. Die Ladung dieser letzteren gar nicht in Anschlag gebracht, ergibt sich, daß im Jahr 1832 199 Schiffe mehr ankamcn und 44 mehr ab- giengen als im Jahre zuvor; im Ganzen also 243 Schiffe mehr. Der Werth der Ladung eines Schiffes im Durchschnitt auf 30,000 fl. geschätzt, ergibt sich auf 243 Schiffe, im Vergleich mit dem Jahre 1831, als Vermehrung des Handelskapitals die Summe von 7,290,000 fl. Aus diesem so glücklichen Aufschwung des Handels in Triest in einem Jahre, welches für den Kaufmann keineswegs einge- fahr - und sorgenfreies war, läßt sich mit Wahrscheinlichkeit schließen, wie bedeutend die Zunahme desselben bei vollkommen gesichertem Friedensstande seyn würde. (Oest. Beob.) Frankreich. Paris, 12. Febr. DcrTemps bemerkt, dieAbstim- mung der Adreßverhandlung im englischen Unterhaus habe den Stand der Parteien nicht gezeigt, denn über die irische Frage gäbe cs nur Irländer und Engländer im Parlament, und da diese die größe An;abl bilden, so müßten jene stets unterliegen. Freilich hat diese Abstimmung den Irländern gezeigt, daß sie keine Hoffnung zur Selbstständigkeit haben, und es ist zu fürchten, daß sie ihrerseits nun auch nicht aufhören werden, rücksichtslos gegen die Engländer zu verfahren. — Der ehemalige Minister Sebastian! ist seit einigen Tagen aus Italien wieder hier angekommen. — Das Dampfboot auf der Garonne soll zersprungen seyn, und dadurch 80 Personen getödtct haben. Doch hat man noch keine weiteren Berichte, und bezweifelt diese I Angabe. Die Ueberschwemmung derDordogne hatschreik- liche Verwüstungen ungerichtet. Das Wasser ist seit 1783 nicht so hoch gestiegen. Bei Bergerac stand sie am höchsten, und das Waffer kam so schnell, daß sich die Reisenden gleichsam nur durch ein Wunder von den Straßen retten konnten. Dennoch sind viele Menschen und Hausthiere in den Fluchen umgekommen. Von den Flüssen Lot und Tarn hat man noch keine Nachrichten. — Gestern war eine lange Konferenz zwischen Hrn. v. Broglie und v. Weither in Betreff der belgischen Sache. Neue Vorschläge wurden verhandelt, in deren Folge heute ein Gesandtschaftssekrctär, der noch vorher mit Hrn. v. Werther eine Unterredung hatte, nach Berlin gereist ist. Auch die Unterhandlungen in Betreff eines Handelsvertrags zwischen Frankreich und Belgien werden eifrig fortgesetzt. (Gaz.) Großbritannien. London, 6. Febr. Der Markis von Palmclla hat, wie wir neulich schon meldeten, dem Herzoge von Bra- ganza seine Entlassung eingesandt, sich aber zugleich erboten, die Angelegenheiten der Königin Donna Maria fernerhin zu besorgen. Der erste Theil seines Antrags ward angenommen, der zweite auf das entschiedenste abgelehnt. Dieser Umstand ist wichtig; er scheint zu beweisen, daß Don Pedro nicht mehr für seine Tochter opcrirt, sondern bei der Forschung seines Eroberungsplans nur noch sein eigenes Interesse verfolgt. (Allg. Ztg.) London, 9. Febr. Unterhaus; Schluß der Adreß- sache. Ruthven: WaS O'Conncll über den Zustand Irlands gesagt hat, ist auch meine Ansicht. Man hat mit Unrecht den Irländern vorgeworfen, sic scyen gekommen, um die Negierung des Königs anzugreifen; keineswegs, aber die Rede sprach in Bezug auf Irland Gesinnungen aus, die kein Irländer gleichgültig hinnehmen kann. Solche Gesinnungen kann man den Ministern nicht verzeihen, denn sie haben alle Mittel in Händen, um sich von den wahren Verhältnissen zu unterrichten, ohne Üch an Parteigänger und Achselträger zu halten. Jhr,«ößtcr Fehler war jedoch, daß sie einen Mann als Vizekönig nach Irland schickten (Lord Anglesea), der in keinem Falle daS Vertrauen der Irländer erwerben konnte. Ich muß daher den Vorschlag O'Connell's unterstützen, eine Kommission niedcrzusetzen, welche den Zustand Irlands untersuchen und darüber berichten soll. — Browne: Ich bin dagegen, weil nicht politische, sondern ökonomische Ursachen Irlands Elend hcrbeigeführt. Was sollen veränderte Geschwornen- gerichte helfen, in einem Lande, wo man bereits darauf hin gearbeitet hat, daß bereits tausende von Verbrechen nicht mehr bestrast werden? — Rourke: In England sind die Minister für Reform, in Irland für Beibehaltung des Alten, in äusserer Politik sind sie Anliunionisten, daheim Unionisten, für Trennung sind sie in Belgien, in Betreff Irlands sind sie Unionisten --bis auf den Tod". — Nachdem noch mehrere bisher unbekannte Mitglieder gesprochen hatten, schritt man endlich zur Abstimmung über denVor- schlag O'Connell's, eine Kommission über den Zustand 381 Irlands m'cberzusetzcn: ja -10, nein 428. Mehrheit für die Minister 388. Sodann wurde abgestimmt über den Vorschlag des Hrn. Tennyson, die Bewilligung ausserordentlicher Gewalt nur unter bestimmten Bedingungen ein- zuräumcn. Lord Althorp bemerkte, das könnne ja geschehen, wenn es zu den Maaßregeln käme, sey aber bei der Adresse unnöthig. Für den Vorschlag 60, dagegen 393. Mehrheit für die Minister 333. Die Adresse ward ohne Acnderung angenommen. — Das Toryblatt Albion bemerkt, daß man aus der Mehrheit für die Minister in der Adreßsache nicht auf dieselbe Mehrheit in andern Gegenständen schließen könne. Die Tories hätten sich als Erhaltende in der Trennungs- frazc Irlands an die Minister angeschlossen. (Die Radikalen sind stärker, als die Blätter früher angaben, man kann sic bis jetzt auf 60 anschlagcn. Sind die Tories, die man zu 244 berechnete, auch zahlreicher, so wird in andern Fragen, wo sich die Radikalen den Tories anschlie- ßcn könnten, die ministerielle Mehrheit zweifelhaft-) Nordamerika. New york, 31. Dez. Nach der neuesten 5ten Volkszählung vom Jahre 1832 besteht die Gesammtbevölkerung der vereinigten nordamerikanischen Staaten aus 12,858,670 Seelen, darunter 10,849,620 Freie und 2,009,050 Sklaven. Die 11 nördlichen Staaten mit einer im Verhältniß zu ihrem Flächeninhalt weit größeren Bevölkerung als die 17 südlichen Staaten, zählen im Ganzen nur 574 Sklaven, alle übrigen kommen auf die südlichen. D i e n st n a ch r i ch t e n. Die fürstl. leiningensche Präsentation des Priesters Johann Joseph Achstctter von Königheim, bisherigen Pfarr- verwalters zu Durmersheim, auf die erledigte kath. Pfarrei Liersheim (Amts Tauberbischofsheim) hat die Staatsgenehmigung erhalten. Die fürstlich löwenstein-rosenbergische Präsentation des Priesters Georg Ehrmann von Wertheim, bisherigen Pfarrverwesers zu Unterschüpf, aufdie erledigte kath. Pfarrei Wenkheim (Amts Tauberbischofsheim) hat die Staats- zenchmigung erhalten. Verschiedenes. In der Hanauer Zeitung vom 15. Febr. steht folgender Druckfehler: »Auf der Eisenbahn zwischen Liverpool und Maest rieht hat sich ein neues Unglück ereignet." Perkins hat eine neue sehr wichtige Entdeckung hinsichtlich der Dampfcrzeugung gemacht. Er füttert nämlich den Dampfkessel aus, und bewirkt dadurch nicht allein eine beständige Zirkulation des beißen Wassers, sondern auch die Beschleunigung der Erzeugung des Dampfes, wobei auch derKessel sich länger erhält, und bedeutend an Brennmaterial gespart wird. Perkins hat in den letzten 14 Wochen diese neue Erfindung bei den Wagen auf der Eisenbahn zwischen Manchester und Liverpool in Anwendung gebracht, und einer seiner Dampfwagcn, welcher auf dieser fährt, hat mit dieser Fütterung im Kessel 360 Fahrten hin und zurück, also mehr als 20,000 englische Meilen gemacht, ohne daß man die geringste Spur der Abnutzung bemerkte. Die Röhren des Kessels waren zu Ende der Fahrten noch eben so wenig angefressen, als bei der ersten Fahrt, und an Brennmaterial 40 Tonnen (80,000 Pfd.) gespart worden, was sich bei dem Vergleich mit einer andern Maschine ergab. Die Eisenbahn für Dampfwagen zwischen Liverpool nnd Manchester. Das Projekt zu derselben wurde im Jahr 1821 entworfen, und am 15. Sept. 1830 wurde dieselbe schon dem öffentlichen Gebrauch übergeben. Der Kostenaufwand hat 820,000 Pf. Stcrl. betragen. Georg Stephenson heißt der Ingenieur, der den Bau leitete. Die Bahn ist 31 englische (beinahe 7 deutsche) Meilen lang, und läuft, zwei unbedeutende Senkungen abgerechnet, schnurgerade fort. Das Ende bei Liverpool liegt in- deß 46 Fuß höher, als das bei Manchester. Die Wagen laufen auf Geleisen, aus eisernen Schienen gebildet, 2 Zoll breit, 1 Zoll dick. Ihr Abstand beträgt 4 Fuß 8 Zoll. Es sind auf den ganzen zwei Paar gelegt, um die Hin - und Herfahrt nicht zu stören. Die ganze Bahn, welche sich bald Platz durch ausgehöhlte Berge und gesprengte Felsen macht, bald über Thäler, Wasser und Moorgründe sich erhebt, ruht in einer Länge von 18 Meilen auf Steinblöcken und 13 Meilen lang auf hölzernen Unterlagen von Eichen - oder Lerchenholz. Um eine gerade Linie für die Bahn zu erhalten, sind 63 Brücken gebaut worden: eine von 9, eine von 4, zwei von 2, die übrigen von 1 Bogen; 30 unter, 28 über Straßen; 5 über kleine Flüsse; 22 von Backsteinen, 17 von Holz und Backsteinen, 11 von Backsteinen mit massiven Steinen, 11 von Holz, 2 von Steinen und Holz. Der ganze Weg von 31 Meilen wurde von dem Wagen Mercury, dem Erbauer gehörig, in 67 Minuten zurückgelegt, von einem andern, der Planet genannt, in 62 Minuten. Einer der größten, der Sampson, der aus 31 Fuhrwerken zusammengesetzt war und 151 Tonnen geladen hatte (eine Tonne beträgt 2160 Pfund; also 3261 Zentner), brauchte 2 Stunden 34 Minuten, und es würden sonst dazu 200 Pferde nöthig gewesen seyn. Das Personengcld ist 5 Schillinge für den ganzen Weg, das Gepäck mitgerechnet. Staatkpap iere. Pariser Börse vom 13. Febr. öprozcnt. konsol.103 Fr. 50 Ct. 3proz. konsol. 77 Fr. Cours der Staatspapiere in Frankfurt. °Dcn 15. Februar. Schluß 4 Uhr. jpLtsPapiersGeld. s fl. 100 Loose Comp. ^Metalliq.Oblig. Comp, ditto ditto Comp. Oesterreich ^ Oblig. bei Bcthmann ditto ditto s Stadtbanko-Obligationcn ^ Domestikalobligationen / Staalsschuldscheine lOblg.b. Rothschild inFrft do.do. b.Lst.ä12'>. fl. 'Prämienscheine , Obligationen sLotterieanlehen «500 fl. L31 Frankfurt ' Obligationen ist. Rentcnscheine ' 50 Loose bei Goll u.S. l Obligationen -fl. 50 Loose Obligationen bei Rothschild Preuffen Baicrn Baden Darmstadt! Naffan Holland Neapel Spanien Polen Rußland j Integrale ' Neue in Certifikate Certifikate bei Falconet (Rte. pcrpet. bei Will. ( ditto Lotterieloose Rthlr. 2/2 47'/. 1 21 4 80 4/ 84/« 2'/- — 2/2 35 4 — 3 — 4 88'/ 52'/. 4 4 108/ 4 — 4 —- 4 4 Z I 2'4 — 3 — 5 83'/^ 3 3 38'-. 6 — 102'/, 102V 83 09'/. 99/. 44'/., 84 X 60/ 59/ l,2 Nach dem Schluffe der Börse (I'/. Uhr) 5proz. Metalliq. 91 4proz. Metall. bO/., Bankaktien 1450, Integrale 44 ''2 Geld. Redigirt unter VerantrsvrtUchkcir von PH. vDcktor. (E lngesa n d t.) Die mit ihrem Vater gegenwärtig auf einer Kunstreise begriffenen beiden Töchter des Hrn. Mutschl echncr aus Tyrol, deren musikalische Talente in mehreren öffentlichen Blättern, namentlich dem Münchner Konversationsblatte, bereits die ehrenvollsten Anpreisungen erhielten, bereiteten auch in hiesiger Residenz einem Vereine von Kunstfreunden einen überraschenden süßen Genuß. Die liebenswürdigen Kinder — Iosepbine 15 Jahre, Anna 14Iahre alt, erregten bei der bewundernswürdig frühzeitigen Entwickelung ihrer metallreichen Stimmen, deren Reinheit und Umfang jede Schilderung übertrifft, allgemeine Bewunderung. Dem Vernehmen nach hat die kunstsinnige Münchner Hofthearcrintendanz die Sorge für höhere Ausbildung Vieser jugendlichen, von der Natur so reich und herrlich ausgcstatteten Talente übernommen, und bei solchen bezaubernden Anlagen ist nicht zu zweifeln, daß diese beiden lieblichen Erscheinungen einst in der Zahl der glänzendsten Sangeiinnen eine würdige Stelle cüwehmcn werden. — 101 '/. 15- Febr. Barometer Therm. Hvgr. 98'/- M. 7/. M. 1/- N. 8 27 Z. 3.3 L 27 Z. 4 2 b. 273. 4,4L 8.1 G. 5,0 G. 4,7 G. 64 G, 62 G. 67 G- 191'/. 50'/. 95 Wir reihen zugleich den Wunsch an, daß die hiesige Hof- theaterintendanz dem Publikum Gelegenheit geben, sich während dem noch kurzen Aufenthalt dieser holden Sängerinnen einen nicht zu beschreibenden Kunstgenuß verschaffen zu können, und so dem jungen Talente die Bahn zu brechen helfen möge!. Auszug aus den Karlsruher Witterung-- beobachtun gen. Äind^ SW SW, SW Trüb — Mittags: Graupeln. Psychrometrische Differenzen: 3.1 Gr.-2.0Gr- - 1-9Tr. Theater« n z e i g e. Dienstag,, den 19. Febr.: List und Phlegma, Liederspiel in l Aufzuge. Hierauf (zum Erstenmal) r Der neue Paris, Liederspiel in 1 Aufzuge. Maökenballanzeige. Bevorstehende Fastnacht, den 19. d. M., wird der Unterzeichnete einen Kolermen Maskenball abhalten, zu welchem Jedermann, der sich der vorgeschriebenen Maskenball-Ordnung fügen will, gegen ein Entree von 48 kr. der Zutritt gestattet ist. Von der Einnahme werden sowohl die hiesigen Armen als auch die durch Brand ver- Mglückten Einwohner von Brettcn verhaltmff- inaßige Unterstützung empfangen. Billets sind vom Sonntag, den 17. d., i» meinem Gafthofe und Abends an der Kaffe zu erhalten. Karlsruhe, den 14. Febr. 1833. H. Windholz, zmn Badischen Hof. Literarische A n z e i g e. In der Chr. Fr. M riller'schen Hotbuchhandlumz ist erschienen, und an alle solldr Buchhandinngen Deutschlands versandt worden-: 383 Briefe über die Unsterblichkeit der menschlichen Seele von vr. Ludwig Hüffell, greßherzoglich badischem Prälaten, Ministtrial - und Äirchen- rathe. Zweite verbesserte und mit einem Anhang versehene Austage. Preis 1 fl. Wie sehr dieses Wcrkchen des berühmten Verfassers den Wünschen und Bedürfnissen unserer Zeitgenossen entsprochen habe, beweißt diese zweite Auslage, welche nach Verfluß weniger Monate nöthig wurde. Wenn auch das Gemüth chie wechselnden Ereignisse u. Erscheinungen einer sturmbewegten Zeit nicht unbeachtet lasst» kann, ja oft unwillkührlich von dem Strome derselben mit fortgerissen wird, so gibt es doch auch wieder Stunden und Augenblicke im Leben, wo der Geist u. das Herz, des irdischen Thuns und Treibens müde, sich nach Oben richten, und die Blicke nach jenem bessern Lande erheben, daS in so mancher Stunde der einsamen Andacht als schönes heiliges Ziel unserer Laufbahn uns vorschwebt, und die Seele mit Hoffnung und Sehnsucht erfüllt. Wer mit seinem Gemüthe gern in jenem himmlischen Reiche der Vollendung verweilt, wer den großen Gedanken Unsterblichkeit freudig denkt und die Gewißheit deiselben in der Liefe seiner Seele begründen will, der lasse dieses Büchlein seinen Freund und den Gefährten seiner stillen Andachtsstunden sepn. Zwar wird es seinen Geist nicht durch schulgerechte spitzfindige Verstandesbeweise in die Enge treiben; aber es wird sc>n Herz erweitern, mit dem milden Geiste des Evangeliums erwärmen, und mit jenem Glaubensmu- ihe und jener freudigen Kraft ausrüsten, die auch im lehren Kampfe nicht sinken laßt. Die Zugaben, mit welchen der Herr Verfasser diese zweite Auflage ausstattcte, sind eine bedeutende Erweiterung und Vermehrung der ersten, und stellen die berührten Wahrheiten theils i» helleres Licht, theils auf festeren Grund. Karlsruhe, den 12. Febr. IgZZ. Ehr. Fr. Müllcr'sche Hofbuchhandlung. Karlsruhe. sAn zeige.) Frische saftige Genueser und Messiner Zitronen, in großen und kleinen Kisten, von ca. 700 und von ca. 480 Stück, so wie Messiner Pomeranzen von 280 Stück, Apfelsinen von 300 Stück, Orangen in Kisten von 480 Stück in schönster Auswahl, sowohl en xi -08 wie auch Hundertweise, find billig zu haben in Karlsruhe bei Jakob Giani. Karlsruhe. sEmpfehl u ng-Z Mit reinen und gu- ten Saamen (für deren Aelbttzeit garantirt wird), so wie mit ajährigep Spargelpflanzen aus Ulmer Saamen, pr. 100 a 48kl-., wie aua> zu Zeichnung von Plänen für Gartenanlagen , empfiehlt sich einem hohen Adel und verehelichen Publikum Karl Asall, Handelsgärtner, ^ Hirschstraße Nr. 5 . Karlsruhe. sHausverkauf oder Vermiet» nng-I Das vor 4 Jahren massiv erbaute zweistöckige Haus Nr. 8-7, nächst dein Mühlburger-Thor, mit Seitengebäude, Hof und großem Garten, nebst allen Bequemlichkeiten, welches täglich cingesehe» werden kann, ist aus freier Hand zu verkaufen; es wird auch ganz oder nur der untere Stock, mit oder ohneStall und Remise, vermiethet. Die annehmbaren Kauf, und sonstigen Bedingungen sind im Hause selbst zu erfahren. Mosbach. sGefundener Leichnam-H Am g. dieses wurde in dem Neckar bei Haßmersheim ein männlicher Leichnam, welcher schon stark in Verwesung überzcgangen war, und von welchem daher nur eine unvollkommene Beschreibung gemacht werden kann, aufgefunden. Derselbe ist 5 Schuh lang und von einem Alter von -5 bis Zo Jahren. Er hat ein rundes Gesicht mit einer stumpfen Nase und einen dunkelrolhen Backenbart, welcher unter dem Kinn zusammeniäuft. Er war angekleidet mit einem guten hänfene Hemd, auf welchem die Buchstaben Nv 8 gezeichnet sind, mit groben zwilchenen Unterhosen, wollene» Socken, zerrissenen Halbstieseln, groben blauturbenen zerrisienen Oberhofen, einer Weste von weiß- und roihgestreiftem Baumwollenzeug, und einem geflickten Wam- meS von Srmmerzcug. Da bisher nicht in Erfahrung gebracht werden konnte, wer der Verunglückte ist, so bringt man dieses zur öffentlichen Kennt- niß, und bittet die Behörden im Enideckungsfalle um Mit- theiliing. Mosbach, den g. Febr. ,8ZS. Großherzogliches Bezirksamt. D r e y e r. Karlsruhe. (Fahrnißversteigerung.) Montag, den > 9 . d., Nachmittags 2 Uhr, werden aus der Verlaffenschaft der Frau geh. Rälhin GrooS, in Nr. go der langen ^Straße dahier mehrere mit Marmor belegte Mahagoni- und andere Meu- bl-s (worunter 2 Kanapees), einige Violinen und Blasinstrumente, -eine Anzahl «ingerahmter'Kupferstiche, worunter mehrere von Kunz, Haldenwang und Fromme! rc. gegen haare Bezahlung öffentlich versteigert; wozu die Liebhaber tingeladen werden. Karlsruhe, den »6. Febr. röZZ. A. A. Fr. Seippel. Emmendingen. fH 0 lzv er stei geru n g.) Aus den Dvmainenwaldungen des Reviers Ettenheimmünster, im Distrikt Heidenkeller, unweit Münchweier, werden bis Montag, den 28. Februar d. I., Morgens g Uhr, 4841)2 Klafter allgatiig'eS Prügelhvlj, 7 Birkenstangen, 8 Loos Rkisach, und aus dem Rothenberg 10 Loos Reisack ferner im Neuen Wald beim Kachcrhvf bis 384 Dienstag, den -6. Febr. d. I., Morgens halbio Uhr, ca- 4„ Stamme tannen Bauhvljsparren UNb ibo Klafter Prügelholz öffentlich versteigert. Emmendingen, in. Fcbr. , 833 . Großherzogliches Forstamt. v. B l it ters do rff. Karlsruhe. fKlaster- und Wellenholzversteiger ung-I Mittwoch, den ro. d. M., Morgens g Uhr, werden im herrschaftlichen Rittnertwald, Berghäuser Forstes, 66 Klafter Buchen, 4g . Eichen, Lisa - Klotzholz und 7100 - Wellen öffentlich versteigert werden, wozu wir die SteigerungSliebhaber mit dem Bemerken hiermit einladen, daß sie sich zu obgedachter Zeit auf dem Thomashäuschen einfinden können, und von dort aus zu dem nahen Versteigerungsort in den Wald geführt werden. Karlsruhe, den 10. Febr. i8ZZ. Großherzogliches Forstamt. Fischer. Karlsruhe. (Forlen Bau-, Nutz- und Brennholz,, ersteig eru ng.) Montag, den 18. d. M.. Morgens g Uhr, werden in dem herrschaftlichen Forlengartenwald, Dur- mersheimer Forsts, Sr Stämme forlen Bau - und Nutzholz, 271)2 Master forlen Scheiterholz, so wie 1700 dergleichen Wellen öffentlich versteigert werden, und die SteigerungSliebhaber mit dem Bemerken hierzu ungeladen, daß sie sich in obgedachier Zeit auf dam Hardthof einfinden können, und von dort aus zu dem nahen Versteigerungsort geleitet werden. Karlsruhe, den ,k>. Fcbr. , 833 . Großherzogliches Forstamt. Fischer. Obenheim. (Stammholz», Hopfenstangen- u. B oh n en ste ckcnv ersteig eru n g.) Montag und Diensrag, de» rS' und 26 d. M., werden in verschiedenen Distrikten der herrschaftlichen Waldungen des Kronauer Forstreviers nackbc- ,rannte Hölzer einer öffentlichen Versteigerung ausgcsetzt werden, als: Am Montag, den 2S. dieses, 3 a Stämme Eichen, 8 - Buchen, 54 - Forlen, 6 - Erlen, 2 - Ruschen und 2 - Pappeln; sodann ^ am Dienstag, den 26. d., '»<,,000 Stück Hopfenstangen und ir,000 - Bohnenstecken- Die Zusammenkunft ist jeden Tag früh halb g Uhr, und zwar am Montag am alten Kühbrunnen beim Hirschsprung, unh am Dienstag am schöneicher Richtweg, auf der Straße, welche von Kirrlach nach St. Leon führt. Ocenhejm, den > 3 . Febr. , 833 - Großherzogliche Forstinspektion. Wahl. Bruchsal. (Versteigerung.) Unterzeichneter laßt vor seinem Abzüge von hier folgende Gegenstände versteigern: i) Am 2S. dieses sein dahier in der Huttenstraße gelegen«! Haus mit 16 Zimmern, 3 Küchen, 1 Waschküche, Lm> fahrt, Pferdstall, Remise, 2 gewölbten Kellern und Gärt- che»; sodann gegen 4 Morgen Weinberg und Baumga,- ten mit einem Gartenhaus (der sogenannte Schoffnersb.rzj. s) Am 27 . eine Parthie tbeils Markgräfler, theils Affenthaler, »Heils Brutheiner Weine; dann 20 Fuder Faß, ein, fast ganz neue leichte Chaise, und verschiedenes Hausgeräts!. Bruchsal, den 5 . Febr. , 333 . Tresurt. Durlach. (B au a k korb verst eigeru n g,) In d» Stadt Durlach soll ein Pfarr- und Schulhaud für die kathel. Gemeinde erbaut, und die Ausführung desselben mittelst Versteigerung in Akkord gegeben werden. Hiezu ist Montag, der a 5 . Febr. d. I., Morgens g Uhr, im größer« Rathhaussaale dahier, bestimmt. Fähige Handwerksleute und Bauunternehmer werden dazu mit dem Bemerken eingeladen, daß Riß, Ileberfchlag und Bedin- gungen vorher bei dem grvßherzogl. Baumeister Schwarz in Karlsruhe, und am Lage vor der Steigerung bei dem hiesigen Kirchenvörstand eingeseh.n werden können. Der Bauanschl-z beträgt ungefähr 6ono fl., und der Akkordant hat eine verhäli- Nißmäßige Kaution zu stellen. - Durlach, den »2. Febr. , 833 . Großherzogliches Oberamt. B a u m ü l l e r. vstt. Fried. Dumas. Buchen. sFahrnißversteigerung.s Die Unitm, salerbin des verstorbenen Pfarrers Weidend» sch zu Hclln- bach, BenefiziatverwalterS S ch mitts Wittwe von Lauberti- schofsheim, läßt Montag, den , 3 . d. M. , in dem Pfarrhaufe zu Hollerbach, auf öffentki'chee Steigerung veraussern: Hausmobilien durch alle Rubriken, Bettwerk, Leinwand, und den folgenden Lag: , Pferd, 3 Milchkühe, «instar- kes Quantum Früchte/Futter, Stroh und Fuhrgeschirr, auch ca. an Eimer Taubergründerwein. Buchen, n. Febr. , 833 . Großherzogliches Amtsrevisörat. Heinz ma nn. vstt. Ed. Seufert, Theilunglcmmtssar. Ettlingen. (Aufforderung.) Die ledigen Purscht Ignaz und Joseph Kistner und Karl Hartmann ve» Malsch, welche der Verwundung des Anton Dechler von» angeklagt sind, werden aufgefoedert, sich innerhalb 6 Wochen s flato bei Unterzeichnetem Gericht zu sifiiren und zu verantworten, widrigenfalls nach den Landesgesctzen in evutnmLcisia gegen sie werde erkannt werden. Ettlingen, den 7. Fcbr. , 633 - Großherzogliches Bezirksamt. Keller. vstk. Doerffer. Tauöerbischofsheim. (Erk e n nr» i ß.) Da Sebastian Joseph Fried sey von Tauberbischofsheim sich ans die unterm rZ, Januar v. I. erlassene Ediktalladung bisher nicht gestellt hat, so wird er in die gesetzliche Vermögensstraft verfällt, seines angebornen Bürgerrechts für verlustig erklärt, und die persönliche Bestrafung auf den BettetUiigSfall Vorbehalten, Tauberbischvftheim, den 5 . Fcbr, , 633 . Großherzogliches Bezirksamt. Bach. Verleger u.id Drucker: PH. Mackkor,