Nr. 174 Dienstag, den 25. Juni 1833. B a d e ni Dai großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 22. Juni, Nr. 26, enthalt: I. Eine Bekanntmachung des großh. Ministeriums deS Innern über die unter dem Namen altbadische Stiftungskaffe" zu Offenburg verwalteten Stiftungen des höchstseligen Herrn Markgrafen August Georg und Höchstdeffen Frau Gemahlin Maria Victoria Paulina von Baden Baden. Diese Stiftungen haben sich durch drei Urkunden der höchsten Geber gebildet. Nach dem am 2l. Okt. 1771 erfolgten Ableben deS Herrn Markgrafen August Georg hatten sich über den Vollzug der in jenen Urkunden bezeichneten und beziehungsweise beabstchteten Stiftungen einige Anstände erhoben, zu deren Beseitigung die höchstselige Frau Markgrafin in einer Urkunde d. d. Wien den 15. Sept. 1778 die Summe von 233,000 an Ihre Majestät die Kaiserin Königin Maria Theresia cevirte, um die näher bezeichneten Stiftungen vollziehen zu lassen. An den, größeren Theils in den k. k. österreich. Staaten angelegt gewesenen Kapitalien der redirten 233,000 fl. hatten sich sehr bedeutende Verluste ergeben, und es war daher der vollständige Vollzug aller einzelnen Stiftungszwecke erst iw neuerer Zeit wieder möglich geworden, nachdem daS Stiftung-Vermögen, insoweit solches durch den Staatsoerlrag d. d. 27. Sept. 1808 noch flüssig gemacht werden konnte, durch Admassirung der Zinse wieder ergänzt worden war. Jetzt besteht das Stiftungskapltak, welches zu Offenburg verwaltet wird, nach Abzug von 31,000 fl., welche an 3 Stiftungen autbezablt wurden, aus 202,000 fl., welche einen Ertrag von 10)159 fl abwcrfen, wovon 9110 fl. stif- tungsmäßig verwendet und ein Zehntel als Rescrvefond zu- rückdehaltcn wird, so daß sich ein disponibler Ueberschuß von 33 fl. 41 kr. ergibt. Die Vergleichung deS Vermögensstandes stellt ein Aktivum von 2 l 7,481 fl. 48 kr. und ein Passivum von 19,320 fl. heraus. II. Folgende Verordnung: Da von jedem Physikus nach der Metizinalordnung Kenntnisse in der Thicrarzneikunde verlangt werden, und das, was von einem Physikus gefordert wird, auch zur Vollständigkeit des medizinischen Studiums gehört, so findet man sich veranlaßt, zu verordnen, daß alle diejenigen Kandidaten der Medizin, welche späterhin Ansprüche auf Slaalsanstellung machen wollen, gehalten seyn sollen, sich vor ihrer Zulassung zur Staatsprüfung mit Zeugnissen darüber auswcisen, daß sie Vorlesungen über die Lehre von Seuchen und Kontagionen der größern Hausthiere, über gerichtliche Thierheilkunde und über thierärztliche Polizei besucht haben und sich selbst einer Prüfung in diesen Fachern unterwerfen. Karlsruhe, den 14. Juni 1833. Ministerium deS Innern. Winter. vär. Graf». Kageneck. UI. Die Bekanntmachung, daß Seine königliche Hoheit der Großherzog auf die unterthänigste Bitte der Gemeinde und deS HandelösiandeS zu Schröck, daß der Ort und Hafen Schröck in Zukunft den Namen ,,Leo- poldshafen" führe, gnädigst genehmigt haben. I V. Eine fernere Bekanntmachung deS großherzogl. Ministeriums des Innern über den Stand den Zivildiener- gcneralwittwenkaffe fürdaS Rechnungsjahr 1831 /32. Der Rechnungsauszug ist in einer besonder» Beilage angefügtt V. Die Staatsgenehmigung von drei milden Stiftungen. LsndtAgsverhanvlungen. * Karlsruhe, 24. Juni. 13te öffentliche Sitzung der ersten Kammer, unter dem Präsidium Sr. Durch!, des Herrn Fürsten von Fürstenberg. Geh. Hofratb Rau verlas den Entwurf der Adresse an Seine königliche Hoheit den Großherzog über seine mehrerwähnte Motion auf Interpretation einiger Paragraphen der W. O. Derselbe wurde von der Kammer einstimmig genehmigt und deren Mittheilung an die zweite Kammer beschlossen. Sodann machte das Sekretariat die Anzeige von der in letzter Vorberathung zur Prüfung deS von der zweiten Kammer angenommenen Gesetzentwurfs über Herabsetzung des MilitärmaaßeS niedergesetzten Kommission, bestehend aus den HH. Oberst v. Laffolaye, Generallieutenant v. Stockhorn und v. Freystädt. Die Tagesordnung führte sodann zur Diskussion über den zweiten Kommissionsbericht, den Gesetzeseniwurf über das Verbot der Errichtung von Vereinen betr. Die einzelnen Artikel deS Entwurfs wurden nach langer Erörterung von der Mehrheit, dem bereits mitgetheikten Anträge der Minorität in der Kommission gemäß, angenommen. * 15te Sitzung der zweiten Kammer am 22. Juni. (Nachtrag.) In Bezug auf die vielfachen Anfragen an den Regie- rungSkommiffär, geh. Referendar Ziegler, erklärte StaakS- rath Winter im Wesentlichen Folgendes: Er äuffere sich zuvörderst über die Frage, ob ein RegierungSkommiffar verbunden sey zu antworten, wenn er gefragt werde, ««S 1386 er behaupte, jeder Abgeordnete habe zwar daß Recht zu fragen, aber der Regierungskommiffär habe auch das Recht, nicht zu antworten. Er werde dies aber nicht tbun, sondern Erläuterung geben, wenn ihm nicht auf einmal Fragen von solcher Ausdehnung auf den Leib geworfen würden, daß er gar nicht mehr im Stande sey, im Augenblick vollständige Auskunft zu ertheilen. Er habe daher auch schon oft gebeten, wenn Mitglieder Fragen an ihn stellen wollten, ihn einige Zeit vorher davon in Kenntniß zu setzen, damit er vorher über die Antwort nachforfcken könne. Die Mitglieder der Kammer könnten in dieser Hinsicht sprechen, was ihnen gefällig sey; in dieser glücklichen Loge sey aber kein Regierungskommiffär, denn seine Antworten müßten bestimmt seyn, und Zusicherungen oder Verweigerungen enthalten. Alle Mitglieder in der Kammer würden aber so billig seyn, zuzugeben, daß ein Regierungskommiffär für seine Person nicht jedeSmal die bestimmte Versicherung oder Verweigerungaussprechen könne, wie denn auch schon einigemal mehrere Mitglieder so gerecht gewesen seyen, dieses anzuerkennen. Die »weite Frage betreffe das Verlangen, daß immerhin der Vorstand der Stelle, die er zu verwaltenbat, hier anwesend sey. Darüber bestehe keine Verordnung und kein Gesetz, sondern es sey blos von Regie- rungskommiffären die Rede. Man könne dies auch in der Allgemeinheit nicht einmal verlangen, denn es könne Jemand ein ganz vortrefflicher Vorstand einer Stelle, und ein sehr guter und fleißiger Arbeiter seyn, jedoch die Gabe der öffentlichen Rede nicht besitzen, weil er in seiner Jugend nicht darin geübt worden sey. Wie man ihm also zumuthen könne, indem Ständesaale öffentlich aufzutreten, und mit stotternder Stimme, mit unterbrochenen Worten Erklärungen zu geben, die ihn nur kompromittiren würden? ES werde jedesmal ein Regierungskommiffär da seyn, welcher der Kammer Antwort gebe, und der anwesende Regierungskommiffär gelte ja dafür, daß er den Auftrag habe, die erforderlichen Erläuterungen bei den Verhandlungen zu ertheilen, und die Gesetze der Regierung zu ver- theidigen. Was nun die Vorlage der Gesetze selbst betreffe, die heute gefordert worden, so müsse er doch bitten, auf den Stand der Dinge, wie er sey, und wie erdcrNa- tm nach seyn könne, einige Rücksicht zu nehmen. Wenn die Kammer fordere, daß in dem Zeitraum von einem Landtag zum andern die Gesetze in der Fülle bearbeitet werden sollten, wovon heute die Rede gewesen, so müsse nothwendig eine eigene Gesetzgebungßkommission bezahlt, und ganz unabhängige Männer ausgestellt werden, die sonst gar nichts zu thun hätten, als Gesetze zu machen. AlS- dann könne man fordern, daß solche Personen im Jahr drei Gesetze mehr ausarbeiten, als die Regierung sonst vorzulegen im Stande sey. Der vorige Landtag sey am letzten Dezember 1831 geschloffen worden, auf demselben seyen, wie er glaube, 30 Gesetze vorgelegt, genehmigt und später bekanntgemacht worden. Der Vollzug dieser Gesetze habe auch Zeit erfordert, die Instruktionen hätten entworfen, und zwar von Männern ausgearbeitet werden müssen, die sammtlich die laufenden Geschäfte noch daneben besorgten, und daher unmöglich auch noch eine Menge anderer Gesetze hatten bearbeiten können. Ferner müsse er darauf aufmerksam machen, daß Einer ein ganz vortreffliches Kollegialmitglied seyn könne, baß er die Gesetze mit allem Scharfsinn und aller Gewissenhaftigkeit anzuwenden wisse, aber nicht dazu geeignet sey, Gesetze selbst zu entwerfen; er habe den schaffenden Genius nicht erhalten, der dazu gehöre, ein Gesetz selbst zu entwerfen, kurz er besitze kein Produktionsvermögcn. Unter diesen Umständen befänden > sich gewöhnlich bei einer Stelle nur eines oder zwei Mitglieder , welche die Gabe hätten, zu schaffen und hervorzu- < bringen. Was nun die einzelnen Gesetze betreffe, so scy , besonders der Trennung der Justiz von der Administration, also gerade eines der tief eingreifendsten Gegenstände, die nur in einem Lande Vorkommen könnten, erwähnt worden, . weshalb auch jede Regierung, und besonders eine Regie- ! rung wie die badische, die zwar nach und nach fortschreile, aber besonnen und ruhig ihren Weg gehe, die nicht gerne etwas auf die Spitze stelle, und wo möglich die Erfahrung anderer Lander benutzen möchte, hierin sehr vorsichtig zu Werk gehe. ES sey zwar richtig, daß dieser Gegenstand auf mehreren Landtagen zur Sprache gekommen , und die ! Mehrheit der Kammer, so lange die Frage allgemein ge wesen, beigcstimmt habe. Man habe jedoch die Erfahrung mehrmals gemacht, daß, wenn auch solche allgemeine Beschlüsse gefaßt, und nachher ein Gesetz in diesem Sinn vorgelegt worden, die Ansichten ganz verschieden ausgefallen sind, weil alsdann jedes Mitglied genauer gesehen habe, >>> worauf es ankomme. Dieser Fall würde gerade bei der Trennung der Justiz von der Administration cintreten, denn diese greife so tief in die Lokalverhältniffe ein, sie hänge so sehr mit örtlichen, besonders ökonomischen Verhältnissen zusammen, daß er zum Voraus besorge, ei möchte durch einen solchen Gesetzentwurf, fast möchte er sagen, der Apfel der Zwietracht in die Kammer geworfen > werden. Damit wolle er aber nicht behaupten, daß ein > solches Gesetz nicht so früh als möglich vorgelegt werden müsse, sondern er wolle nur die Folgerung daraus ziehen, . daß die Kammer es der Regierung nicht übel nehmen könne, wenn sie sich vorher besinne, da die nämlichen Zweifel, die ! in dieser Kammer über einen derartigen Gesetzentwurf ent- ^ stünden, auch bei der Regierung obwalteten. Man könne die Sache auf diese oder jene Weise einrichten, allein eS sey nicht gewiß, wie sie ausfalle; und da besonder» jährlich über hundertausend Gulden mehr erfordert würden, so werde wohl ein großer Theil der Kammer so billig seyn, der Regierung nicht zu verdenken, wenn sie sich etwas mehr Zeit dazu nehme. WaS die Amtsrevisoratc betreffe, so mache eigentlich bei der ganzen Einrichtung bloi ein Punkt dieselbe dem Landmann verhaßt, d. h. nicht da» Institut selbst, nicht die Theilungskommiffäre an und für sich, sondern der Gulden, der in die Staatskasse beiahlt werden müsse. Wenn cs möglich sey, b'er eine Abänderung eintreten zu lassen, so sey er überzeugt, daß nicht viele Klagen mehr gehört würden. Man hat in einem Nachbarstaate die Amtsschreibereien aufgehoben und Notariate dafür einzeführt; allein er wisse aus sicheren Quellen, daß die Klagen jetzt noch viel größer seyen als vothcr. 1387 Bei solchen Klagen könne man nicht auf Theorien hin bauen, sondern man komme zurück und frage, ob daS Me, das man habe, und an das sich Jedermann gewöhnt, nicht besser sey, als daS Neue, dessen Erfolg Niemand voraus zu sehen vermöge? WaS daS Sportelwesen betreffe, so habe er schon auf dem vorigen Landtag bemerkt, daß von dem Ministerium des Innern zwei Entwürfe, deren Bearbeitung viele Zeit gekostet, dem StaatSministe- rium vorgelegt scyen, von diesem aber nicht als zweckmäßig erkannt worden; und in diesem Augenblick könne man nicht einen andern Entwurf bearbeiten. Ls sey überdies auch eine Veränderung eingetreten, indem dasAmtskaffen- wesen als ein Theil der indirekten Steuerverwaltung dem Finanzministerium untergeordnet worden. Taxen und Sporteln scyen ein Gegenstand der Steuer, und es müsse nun dieser Stelle überlassen bleiben, ob sie einen bessern Vorschlag machen könne als das Ministerium das Innern. Darüber würden der Kammer auf dem nächsten Landtage Vorschläge gemacht werden, und er glaube durch seine Bemerkungen alle vorgelegten Fragen auf eine genügende Weise beantwortet zu haben. Würtemberg. Stuttgart, 23. Juni. Die Sterblichkeit war hier in den letzten Woche vom 14.—2l. Juni noch um 7 Personen größer als in vorhergehender. Es starben 10 erwachsene Personen und 43 Kinder; zusammen 53 Personen. — Nächstens werden Offiziere des königl. baierischen Generalstabs in verschiedenen Gegenden des Donau-, Jaxt-und Neckarkreises sich einfinden, um für militärisch-topographische Karten Aufnahmen zu bewerkstelligen, wozu von Seiten der königl. würtembergischen Regierung die Einwilligung gegeben ist. (S. M.) — Ein Artikel im heutigen schwäbischen Merkur (s. uns. Nr. 17?) berichtet über das Ergebniß einer Besprechung, die Verschmelzung der würtembergisch bäu rischen und preus- sisch-hessischen Zollvereine betreffend, welche unter dem Vorsitz deS Herrn Chefs des Finanzdepartements mit mehreren hiesigen und auswärtigen Mitgliedern des Handels- und Gewcrbestandes statt gehabt hat. Es wird dort behauptet, daß dabei im Allgemeinen einstimmig der beabsichtigte neue Zustand als gut und zweckmäßig anerkannt worden seyn solle. Wir ziehen nicht in Abrede, und erkennen sogar mit Dank, daß unsere Staaksregierung bei den Zollunterhandlungen mit Preussen sich bcmüdt hat, die durch unbeschränkte Annahme des preussischen Zollsystems gefährdeten Interessen unseres Handels durch Beibehaltung bisheriger erprobter Anordnungen, als z. B. die der Halleinrichlung , der Transitbefreiung u. s. w. sicher zu stellen, allein wir verwahren uns gegen einen ohnedies nur vom Hörensagen re- ferirendcn Korrespondenten des schwäbischen Merkurs dahier, daß er nicht den Schluß daraus ziehen dürfe, wir hätten uns durchaus beifällig über den Anschluß an Preus- sen, Sachsen, u. s. w. geäussert. Die Aufgabe der anwesenden Handelsleute und Fabrikanten, worunter sich die Unterzeichneten befanden, bestund blos darin, sich über die preussischen Tarifsätze, welche nun auch die unseligen werden sollen, gulächtlich zu auffern; sie suchten diese Aufgabe treu zu erfüllen, und durch unparteiische Erwägung die Sätze den Bedürfnissen Würtembergs anzupaffen, und so die gefährliche Klippe überspannter Zollsätze zu umgehen. Das Ergebniß bestund darin, daß man sich besonders bei den wichtigsten Waarenartikeln als Zucker. Seidenwaaren, Baumwollstoffen, rohen Metallen rc. beinahe einstimmig gegen die Höhe der preussischen Zollsätze erklärte, und so weit es die Form einer vertraulichen Besprechung erlaubte zu aufrichtigem Bedauern im Widerspruch blieb, wenn schon bei einzelnen Ansätzen die Versicherung einer Beachtung der vorgebrachlen Wünsche, jedoch mit zweifelhaft gemachter Erhörung von Seiten der übrigen Kontrahenten, crtheilt wurde. Zu einer Aeufferung über den Vertrag selbst wurden wir nicht aufgefordert, und enthielten unS daher jedes Urtheils um so mehr darüber, als derselbe seinem ganzen Umfange nach demnächst der ständischen Berathung unterstellt werden wird. Wir schließen übrigens mit dem Wunsche, daß die »Offenheit, mit welcher die Staatsre- gicrung bei diesem Anlässe handelt" und die zugesagte Verwendung zur Erreichung der von uns bei der Besprechung vertrauensvoll niedergelegten Wünsche führen möge, sind aber bei gegenseitiger Offenheit auch berechtigt, zu verlan- gen, daß nicht jede aus Besorgniß für den vaterländischen Handel und Gewerbsfleiß laut werdende Stimme, als aus Selbstsucht und zu weit getriebener Rechthaberei hervorgegangen erklärt werde, welche Eigenschaften der heutige Korrespondenzartikel, zwar etwas umschrieben, allen Zweiflern über den Nutzen einer Zollvereinigung auf die Grundlage des preussischen Systems unterschiebt. Den 22. Juni 1833 Die derzeit hier anwesenden Deffner von Eßlingen, Dör- tenbach von Calw, Schuttes von Ulm, Schnabelin Stuttgart. Preussen. Berlin, 17. Juni. Der König gebt erst zu Anfang des Juli nach Tepliz, zum Theil weil der vormatzge König von Frankreich Karl X. bis jetzt seine Wohnung inne hat, und der König keine andere beziehen mag. Es war viel von einer Zusammenkunft des österreichischen Kaisers mit dem Könige und der vertriebenen Königöfamilie in Prag die Rede, es soll aber der König Abneigung gezeigt haben, weßhalb der Plan unterblieb. — Die Sendung des Prinzen Friedrich der Niederlande hatte den Zweck, dem preuf- sischen Hofe die unumwundene Entschließung des Königs von Holland mitzutbeilen, nicht um Einen Schritt mehr als durch den letzten Vertrag geschehen, nachzugeben. Der Prinz soll dem Minister deö Auswärtigen erklärt haben, daß sein Vater nach Erfüllung aller möglich zu gewährenden Anforderungen, jetzt mit der ganzen Festigkeit seines Charakters entschieden habe, daß das Maß der Zugeständnisse erfüllt sey, und daß er, sollten England und Frankreich mehr von ihm fordern, auf die alte Freundschaft des Hause- Brandenburg und die Erfüllung neuerer Versprechungen rechne, aber selbst wenn diese ausblieben, nicht anstehen werde, mit Hollands Kräften allein drn Kampf für die Nationalehre auszufechten. Hr. Antillen soll diesen Erklärungen 1438 alles entgegengesetzt haben, was für die Erhaltung eines, selbst mit Opern erkauften, Friedens spricht, der Prinz aber auf den entschiedenen und unabänderlichen Willen seines Vaters verwiesen haben. Unter solchen Umständen möchte die Reihe nachzugeden wieder an Belgien kommen. Prinz Friederich der Niederlande rciSt heute oder morgen wieder nach dem Haag zurück. — Wegen deS Wettrennens und des Wollmarkts sind bereits über 3000 Fremde mehr als gewöhnlich in der Stadt. (S. M.) Dänemark. Kopenhagen, 10. Juni. Vorgestern Morgen um 8 Uhr traten Se. Maj. die tntendirte Reise nach den Herzogtümern an; der Abend sollte nach der Bestimmung in Worvingdorg zugebracht werden, von wo den andern Tag das Dampfdoot Kiel Allerhöchstvieselben nach Gabensee u. Falster zu bringen bestimmt war. Se. Maj. werden auf der Reise von Sr. k. H. dem Prinzen Karl Friedrich Christian begleitet. Der Oberkammerherrvon Hauch und Ge- nerallieutenant von Bülow waren schon um 0 Uhr Morgens im Voraus abgereist. Frankreich. ^ Paris, 21. Juni. Die Sitzung der zeitigen Pairs- kammer, welche später als gewöhnlich endigte, hätte ein großes Interesse gehabt, wenn die Abgeordnetenkammer noch zur gesetzgebenden Arbeit aufgelegt und nicht bereit- auf dem Wege nach der Heimath begriffen wäre. Das Ehescheidungsgesetz gefällt einmal den Herren im Luxemburg nicht, und nichts kann sie bewegen, dem Willen der Abgeordneten hierin zu willfahren. Zum Glück hat eS keine Eile mit der Erlaffung dieses Gesetzes. Andererseits ist eS aber von größter Wichtigkeit, die Kammern in diesem Punkte uneinig zu sehen, da aber die Sitzung zu Ende ist, so hat die Uneinigkeit keine Bedeutung mehr. — Die Berichte aus den Provinzen lauten seit 14 Tagen ruhiger. Diese Lage der Dinge bringt die Karlisten zurVer- zweiflung. Friede von Aussen, Ruhe im Innern, Handel und Wandel im Blühen, Rückkehr deS Zutrauens, Annäherung vieler Ueberspannten an das Bestehende, und all dies ohne Heinrich V. Als Trost für die Legitimisten kündigt man wieder eine neue Flugschrift des edlen Vicomte von Chateaubriand an; diese wird dem Verfasser woD Geld, aber seiner Partei wenig Glück bringen. — Das Ministerium scheint befriedigende Nachrichten hinsichtlich der Abfahrt der Russen auS Konstantinopel zu haben. — Heuer wird der Wallfischfang inS Große getrieben und mehrere Kriegsschiffe dazu in Bereitschaft gehalten werden, um jeder dabei vorfallenden Unordnung vorzubeugen. — Die Karlisten sprechen jetzt wieder von der Krankheit Po- lignac's und von der Lebensgefahr, in welcher er sich durch seine Gefangenschaft befinde. Hr. von Peyrvnnet soll manchmal nicht bei Sinnen seyn. Man erwähnt nicht mit einer Sylbe der HH. Chantelauze und Guernon de Ran- ville. — Trotz der hohen englischen Kurse war unsere Börse heute sehr flau. Als Ursache gibt man einen dem Ministerium drohenden Bruch an, welcher vorzüglich durch die verschiedenen Meinungen über die Auflösung und Beibe- > Haltung der Kammern herbeigeführt worden. Man kann ! daher eine theilweise Veränderung des Kabinets erwarten. Die Spekulanten erschraken zum Voraus darüber. Paris, 21. Juni. Das Depot der italienischen Flüchtlinge zu Moulins ist aufgelöst und dieselben sind in die Departements Nordküste, Morbiban und Landsende vertheilt worden. (Patr. de l'Mier.) Großbritannien. * London, 19. Juni. Unsere Börse hat sich wieder durch die Hoffnung belebt, daß die Minister sich mit den TorieS versöhnen und allem Zwiespalt ein Ende gemacht werde. Gleich gestern, als man in der Handelswelt Nachricht davon bekam, giengen die Fonds hinauf, und obschon sie nur zu 89'/, gemacht wurden, so blickte doch der 90«r hindurch. Heute ward er bald erreicht und man schloß zu 90'/. sehr fest. Nun weiß man aus sicherer Hand, daß durch Vermittlung des Grafen Harrowby ein Vergleich zu Stande gekommen ist, nach welchem die Regierung die Nothwene igkeit anerkennt, eine Reformbill für die englische Kirche durchzubringcn, doch sollte der Thcil, welcher die Einkünfte betrifft, auf die nächste Sitzung verschoben werden. Die Zeitungen auS Porto bis zum 8. d. sprechen nicht von der Krankheit des Sartorius. Briefe aus Porto sind so oben mit der Nachricht angc- langt, daß Don Pedro mit einer Macht von 6000 Mann nach Lissabon zu segle; den 12. war die Einschiffung schon begonnen. Der Exkaiser ist fest entschlossen, sich der Hauptstadt zu bemeistern. General Solignac wird wäh- rend seiner Abwesenheit Porto bewachen. — Dem Unterhause wurden Papiere vorgelegt, au! welchen erhellt, daß in Großbritannien und Irland die Einfuhr im I. 183l 49,727,108 Pfd. Sterl, die Ausfuhr 7l,43l,49l Pfd. Sterl. betrug; im Jahr 1831 44,586,241 Pfd. Sterl. die Ausfuhr. Holland. Haag, 20. Juni. ObristKoopman, Obristlieutenant de Bocr und der tapfere Matrose, der unter dem heftigsten Bombardement die Fahne auf die Antwerpener Zitadelle wiederum aufpflanzte, hatten beim Könige Audienz. Im Theater wurde Obrist de Bocr mit Jubel empfangen; die Prinzessin Albrecht von Preuffen grüßte den greisen Krieger auf's freundlichste. General Chaffü wird hier erwartet. Belgien. Brüssel, 20. Juni. Der von der Belagerung der Zitadelle von Antwerpen her bekannte ungeheure Mörser ist nicht mehr. Am 18. d. wurden nämlich auf dem Polygon von Broffchaet in Gegenwart mehrerer höhcrn Offiziere, u. A. der Generale Daine und Langermann, mitdcm- sclben Versuche angestellt, welche anfänglich zur Zufrir- denheit ausfieien, zuletzt aber zersprang das Ungeheuersei- ner Länge nach in zwei große Stücke. Zum Glück ward niemand verwundet, waS leicht hätte der Fall seyn können, wenn die Zerplatzung in mehrere Stück erfolgt wäre. — Am 17. batten zu Gent, so wie man befürchtete, noch mehrere Gewalttdätigkeiten statt. So wurde ein angeblicher Orangist von der Todischlägerbande in einem WirthShause mißhandelt, zur Thür hinauSgew'orfen, und unter dem Geschrei: löstet ihn! tödtet ihn! er ist ein Holländer! verfolgt. Ein anderes Individuum wurde auf der Straße niedergeworfen, im Koth herumgezogen, und wäre beinahe ermordet worden. Rußland. St. Petersburg, 12. Juni. Ueber die Reise Ihrer Majestäten wird in den hiesigen Zeitungen Folgendes gemeldet: »Am 6. Juni langten Se. Maj. der Kaiser in Reval an. Dort benachrichtigt, daß Ihre Maj. die Kaiserin von St. Petersburg abgcrcist sey, eilte der Monarch sogleich ohne alle Begleitung auf dem Fuhrwerk eines Feldjägers seiner durchlauchtigen Gemahlin entgegen, begegnete Ihrer Maj. 15 Werst von Reval, und kehrte, von verdoppelten Freudensbczeugunzcn des Volkes empfangen, mit der Kaiserin zusammen wieder zurück, worauf Ihre Majestäten im Schloß von Katharinenthal abstiegcn, bis wohin daS Volk den Wagen begleitete." — DcrHandclSzeitung zufolge hat die Regierung Maaß- rcgeln getroffen, um auf dem kaspischcn Meere die Dampfschifffahrt in Gang zu bringen, und tüchtige Lootscn für dieselbe zu bilden. — Am 9. und 10. Mai wurde daS Gouvernement Gärstoff von einem kalten Sturmwinde und Schnee heimgesucht. Dieses Wetter dauerte fast 24 Stunden, während welcher Zeit in den deutschen Kolonien SoSnowoSk, Ja- godopol, Norsk, KrasnojarSk und Pemnsk 10 auf den Feldern beschäftigte Kolonisten erfroren; mehrere andere werden noch vermißt. Auch sollen während dieses WetterS in den genannten Bezirken über 1600 Pferde und andere- Vieh umgekommen seyn. Schweden. Christian!», 10. Juni. DaS Storthing beschäftigt sich seit einiger Zeit täglich mit dem Zolltarif. Gestern schlug der Präsident Hr. Falsen eine Adresse an Se. Maj. vor, (die einstimmig angenommen wurde), daß daS Storthing sich nicht im Stande sehe, die notbwcndigsten, ihm obliegenden Geschäfte vor dem Ende des nächsten MonalS zu beschließen, und wird die kürzeste Zeit, innerhalb welcher dieses angehcn dürfte, untcrthänigst bezeichnet. Türkei. V on der serbisch en Gra nze, 10. Juni. Han- delLbriefe melden aus Konstantinopel, daß der russische Hauptmann Licven, welcher von dem Grafen Orloff inS Hauptquartier Ibrahim Pascha'« geschickt worden, um sich von dem Abzüge der ägyptischen Armee zu überzeugen, zu- rückgckommrn sey, und die Räumung Nataliens bestätigt habe- In Folge dessen soll bereits zur Einschiffung der russischen Truppen geschritten worden seyn. Ueberdaupt scheint der völligen Ausgleichung der statt gehabten Differenzen kein bedeutendes Hinderniß mehr im Wege zu stehen. Bemerkenswerth bleibt, daß kurz nachdem der Sultan Adana abgetreten hatte, die Nachricht aus Alexandria eintraf, daß Mehemed Ali seinem Sohne aufgetragen habe, über diesen Punkt keine Schwierigkeiten weiter zu erheben, weil leicht Kollisionen mit der englischen Regierung dadurch herbeigeführt werden könnten. Mehemed Ali soll auch dem Hm. Campbell die Versicherung gegeben haben, er bestehe nicht auf Adana, sobald man in London dagegen sey, oder die Interessen deS SultanS durch den Verlust dieser Provinz für sehr benachthciligt halte. Leztercs ist nun der Fall und man kann nicht genug den Leichtsinn bedauern, womit die Verhandlungen in Konstantinopel behandelt wurden. Nur die Feinde des SultanS konnten ihn zu einem Schritte verleiten, der früher oder später den gewissen Untergangder Pforte berbeiführen muß; und doch soll von allen Seiten daS Interesse des SultanS beherzigt worden seyn! — In Serbien herrscht fortwährend große Bewegung. Fürst Mi- losch hat das allgemeine Aufgebot berufen, und ist zur Vertreibung der türkischen Behörden in denjenigen Distrikten geschritten, die nach dem Frieden von Adrianopel Serbien einoerleibt werden sollten. Er scheint die Verlegenheit der Pforte benützt zu haben, um sich ohne weitere Umstände in den Besitz der Länder zu setzen, die Serbien freilich zugc- sichcrt waren, worüber aber die Gränzen noch näher bestimmt werden sollten. Seine viel verlobte Anhänglichkeit an die Pforte wird dadurch etwas zweifelhaft; aber obgleich man in Konstantinopel darüber sehr betreten seyn dürfte, ist doch die Sache nicht zu ändern, und der Sultan wird auch hiezu eine freundliche Miene machen müssen. — Die Bosnier scheinen offener als die Serbier zu verfahren; sie tragen frei und unumwunden ihre Klagen vor, und schreiten zur Gewalt, wenn man ihnen Gehör versagt; die Serbier dagegen nehmen die Worte der Freundschaft an, und machen die größten Versicherungen von Treue, während sie der Autorität deS Sultans spotten und seine Delegirtcn vertreiben. Dies Ercigniß wird viel Aufsehen in Konstantinopel wie überall machen. (Allg. Ztg,) Dienstnachrichten. Seine königliche Hoheit der Großhcrzog haben sich gnädigst bewogen gefunden, die erledigte cvang. protestantische Pfarrei Leutershausen dem Pfarrer Maximilian Wundt von Neckarau zu übertragen. Erledigte Stellen. Die durch den Tod des Obereinnchmers Glaser erledigte Obereinnehmerei Sinsheim soll definitiv wieder besetzt werden. Die Bewerber um diese Stelle haben sich innerhalb 6 Wochen, von heute an, der höchsten landesherrlichen Verordnung vom 3. März 1831 Regierungsblatt Nr. 6 gemäß, bei der Steucrdirektion zu melden. StaatSpapiere. Wien, den 18.Juni. 4prozent. MetalliqueS 56'^; Bankaktien 1254'5°. 1490 Pariser Börse vom 21. Juni. 5prozent. konsol. 104 Fr. 25 Ct. 3proz. konsol. 78 Fr. 25 Ct. Redkgtrt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug aut den Karlsruher Witterungü- beobachtungen. 23. Juni Barometer Therm. Hygr. Windi M 6!/. 27 Z. 90L. 12 5 G. 57 G. W M. 2 27Z. 7.5 L. 20.8 G. 45 G. SW. St. 8 27 Z. 7.2 r. 17.5 G. 48 G. SW. Heiterer Morgen — halbklar — meist bewölkt. Psychrometrische Differenzen r 2 0 Gr. - 6 9 Gr. - 4.4 Gr. Rheinische Dampfschifffahrt. Die rheinischen Dampfschiffe fahren fortwährend in folgender Weise: Von Köln nach Koblenz, von Koblenz nach Mainz und von Mainz nach Köln täglich Morgens um 6 Uhr. Von Mainz nach Worms und Mannheim täglich Morgens um 5 Uhr; von Mannheim nach Speyer und GermerS- heim täglich Nachmittags um 2 Uhr; von GermerSheim nach Sckröck täglich Morgens um 5 Uhr; von Schröck Mannheim, Mainz, Koblenz und Köln täglich Morgen- um 10 Uhr. Der Landtransport der Passagiere nach Karlsruhe und Baden-Baden ist auf das Bequemste eingerichtet. Die Preise der Plätze und der sehr ermäßigten Waaren- frachten sind aus den in den Geschäftrimmern der Agenten und Schiffskondukteure angebefeten Äffischen zu ersehen. Schröck, den 21. Mai 1833. Der Agent der rheinischen Dampfschifffahrt. F. A. Dannbacher. Hins auserlesene gut konservirls 6 6 m ä I ä 6 8 a IN IN 1 u 11 A in reich verZoldeton Kähmen, vrelelro rur Hinterlassenschaft dos in liier vorstorhencn Dräsidenlcn Herrn I. L. Artois gehört, ist hei dessen Wittvv daselbst irn 6anson verkaufen. Nie eimrelaen Oiemalde. irZ an der2ahl, worunter Ouitla Non!, 8alvator Nosa, Dürer, Nul- dein etc. sich boünden, sind in einem an Kunst- liehhaber LU versendenden Nslalogo näher sage- geben. Bekanntmachung. Vor einigen Tagen wurde dahier und in der Umgegend eine Druckschrift unter dem Titel: Fisch eriade oder Die Wühler Bürgermeisterwahl. Anekdoten und Scenen aus dem Leben gegriffen. Ein humoristisches Sittengemälde aus dem 4ten Dezennium des neunzehnten Jahrhunderts von Peregrinus Zickzack 18 3 3 ungefüllt mit den gröbsten Ehrenkränkungen gegen den Bürgermeister, die Gemeinderäthe, Bürgerausschußmilglieder, und die Gemeinde selbst, verbreitet. Die darin angegriffenen Vertreter der Gemeinde haben mich zu Verfolgung dieses Vergehens beauftragt, was ich mit dem Bemerken zur öffentlichen Kcnnlniß bringe, daß ich gegen den Verbreiter gedachter Schrift bei großherzogl. Bezirksamte dahier bereits Klage erhoben habe, deren Resultat ich seiner Zeit mittheilen werde. Bühl, den 10. Juni 1833. Huck, Rechtsprkt. Wiener Bleistifte. Durch Ankauf einer Quantität dieser berühmten Stil«, bin ich in den Stand gesetzt, dieselben im Fabrikpreis ab» geben zu tönnen, und empfehle mich zu gütigem Zuspruch. Karlsruhe, den 23. Juni 1833. Karl Leopold Döring, lange Straße Nr. tZ7. Karlsruhe. sWein feil.^I Bei Hos- vergolder A. Bi lg er, Zäbringer Straße Nr. 52, sind in Kommission reingcbaltene Kaiser- stnhler Weine nm sehr billigen Preis zn HM, Duriach. sDiebstahl.l Dem Bürger Jakob Geiß, ler von Aue wurden aus einem v.rscbloffcnen Trog aus dem Speicher mittelst gewaltsamen Einbruchs folgende Effekte» e»i. wendet: ,) Dhngefa'hr 70 Ellen Luch, wovon der Jettet von Hanf, der Eintrag von Baumwolle ist. Das Tuch ist besonder» daran kenntlich, daß von dem Weber duich dar ganz« Stück schwarze Dupfe» gemacht sind, und an dem «nie» Ende, wo das Tueb angeschnitten, ohngefäjir eine Elle werken Tuch angcwvben ist. 2 ) Ohngefähr 10 Mannsbemden mit I. 6. bezeichnet. Z) Zwei reihe kölschen« Deckbettzicchcn mit großen und ein« mit kleinen Ecksteinen. L) Eine blaue do. mit roth und blauen Ecksteinen. s) Zwei neu« Lkintücher ohne Zeichen. 1491 6 ) Mehrere Tischtücher, Zwehlen, alle Leinlücker rc. Sämmtliche »Polizeibehörden ersuchen wir um gefällige Fahndung auf die gestohlenen Effekten und den unbekannten Thäler. Durlach, den , 8 . Juni ,633. GroßberzogliebeS Oberamt. B a u m ü l l e r. vät. DümaS. Karlsruhe. (Diebstahl und Fahndung.) Sonntag«, den ,o. dieses, des Nachmittags, »vurde aus der Wohnung des Bürgers Jakob Westenfelder zu Schreck ein noch M erhaltener dunkelblautüchener mit Knöpfen vom nämlichen Tuch besetzter Uederrock, im Wcrthe von riss. < entwendet. De- Berdacht dieses Diebstahls fällt aus den ledigen Heinrich J ahrr aus von Schröck, welcher sich der Untersuchung durch die Flucht entzogen hak. Wir ersuchen sämmtlicke Polizeibehörden, auf diesen für die öffentliche Sicherheit gefährlichen Purschen und den entwcndUen Gegenstand zu fahnden, Ersteren im Berretungsfallc zu arreti- ren, und wohlverwahrt anher ablicfern zu lassen, zu dessen Be« Hufe dessen Signalement hier beigcsügl wird. Karlsruhe, den ri. Juni >833. Großherzogliches Landamt. v. Fischer. vclt. Gulde. Signalement. Heinrich Jahraus ist Z> Jahr alt, 5^ 2 " 3"' groß, von schwachem Körperbau, hat blonde Haare, blaue Augen, mittlere Nase, breites Gesicht, frische Gesichtsfarbe und keinen Bart. Derselbe trug vor seiner Entweichung gewöhnlich eine mit schwarzem Wachstuch überzogene Schildkappe, einen Wammes von hellblauem Sommerzeug, lange dunkelfarbige Beinkleider von s. g. englischem Leder, Stiefel, und grünseidenes Halstuch mit Fransen. Wieskoch. (Fahndung.) Gestern Vormittag wurde einem HandwerkSPurschen, der sich Heinrich Rohmeper nennt, von Einbek im Königreich Hannover gebürtig und von Präses- sion ein Schuhmacher sevn will, auf der Landstraße zwischen MingolSheim und hier, sein unter dem 4 . Jan. d. I., von dem Polizeiamte in Hamburg ausgestellte« Wanderbuch, sein von dem Schuhmachermeister Meyer in Einbek ausgcfertigter Lehrbrief u. «ine rothsasfianene Brieftasche mit 6 schwarzen Steintafeln, in welcher sich zwei prrussische Thaler in Papier befunden haben sollen , entwendet. Wir bringen dieses zum Zweck der Fahndung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennrniß, daß in dem fraglichen Won- derbuche bei dem Personalbeschrieb des Beraubten unter beson- dern Kennzeichen eingetragen sepn soll, daß dieser eine Narbe auf der Seite des Grsichts habe und am linken Beine lahm sey Wiesloch, den , 4 - Juni >833 Großherzogliches Bezirksamt. Bleibimhaus. vät. Oehlsch lägen. Ackern. IJagdverpachtung:) In Bezug auf das Verordnungsblatt großhcrzoglicher Forst - und BergwerkSadmini- stration vom 12 . Mai ,63a wird Mittwoch, den 3. Juli d. I., Vormittags g Uhr, auf dem Fvrstamtsbureau dahier, die zum Easbachwalde, Seebacher, Grimerswaldcr und Oberachercr Bann gehörige herrschaftliche Jagd, deren Terrain aus Hoch-, Mitrel- und Vorgebirg mit Holz, Rittfeld und nur wenig urbarem Boden bestanden, und einen Flächengehalt von ca. 4 äoo Morgen enthält, auf 5 Jahre an den Meistbietenden mit der Bemerkung öffentlicher Steigerung ausgesetzt, daß von ausländischen Pächtern ein inländischer annehmbarer Bürge gestellt, kein Nachgebot angenommen, der Pachrlusiige über sein Vermögen, Gewerk» und sonstige, besonders dem letzter« keinen Nachtheil bringenden Verhältnisse, ein ortsgerichtlichcs Jeugniß beizubringen hat, tiud wenn die Taxation fraglicher Jagd in der Steigerung erreicht ist, der Zuschlag ohne Ratisikarionsvorbehalt sogleich erfolgen, auch daß sowohl unterfertigte Dienststelle, so wie Revierförster Linden moier zu Rencken, den etwaigen Pachtliebhakern auf nähere Anfrage weitere Auskunft errheilen w>rd. Ackern, den Juni >833- Großherzogliches Forstamt. Schrickel. Rastatt. (Bekanntmachung.) Auf den Antrag der Verwandten des Johann Adam Melcher zu Waldprechtsweier wurde demselben wegen Verstandesschwäche ein Kurator in der Person de« Binzens S t ri ckfa den daselbst beigegeben, ohne dessen Bciwirkung er für die Zukunft weder reckten, noch Vergleiche schließen, Anlehen oufnehm-n, angreifliche Kapitalien erheben, noch hierüber Empfangsscheine gebe», und Güter ver- äussern oder verpfänden darf. Dies wird andurch öffentlich bekannt gemacht. Rastatt, den 7 . Juni >833. Großherzogliches Obcramt. B a u sch. vät. Walther. Rastatt. (Entmündigung. 7 Der ledige Joseph Baumer von Au wurde wegen Blödsinns entmündigt, und ihm der Bürger Zachäus Hertwek allda als Aussichtspfleger beigegeben, ohne dessen Mitwirkung der erstere keine der im L. R. S. 5,3 angeführten Handlungen rechtsverbindlich vornehmen kann, was hiermit zur Warnung bekannt gemacht wird. Rastatt, den 7 . Juni ,833. Großherzogliches Oberamt. Bosch. «flt. Walther. Villingen. (Mundtodterklarung.) Der ledige Ignaz Lauser von Dauchingen wurde im ersten Grade für mund- tvdt erklärt, und Johann Georg Lauser von da für denselben als Pfleger aufgestellt, ohne dessen Mitwirkung der Entmündigt« keines von dem im L. R. S. 5,3 benannten Rechtsgeschäfte rechtsgültig absckließcn kann; was andurch zurWarnung öffentlich bekannt gemacht wird. Vtllingen, den ,3. Juni i833. Großherzogliches Bezirksamt. Pezvld. Bruchsal, (Aufforderu u g.) Alle jene, welche aus irgend einem RecktStitel Forderungen an die Veriass-nschastSmaffe der verstorbenen Pfarrers Andres Weizel in Neuthard zu machen haben, werden hiermit ausgeforden, dieselbe im Verlaufe von 4 Wochen a dato vor dem TheilungSkommissariat zu liquidiren, indem bas TheilungSgeschäfr noch Ablauf dieser Frist geschloffen, und das Vermögen den Testamentserben ausgefolgt werden wird, somit später angemcldet werdende Forderungen nicht mehr in dasselbe ausgenommen werden können. Bruchsal, den 17 . Juni >833. Großherzogliches AmtSrevisorat. Scknaibel. vät. Steinle, Lhl. Kommissär. Radolphzell. sSchuldenliquidation.) Gegen den Israeliten und Waarenhandler Jako- Hai mann zu Gailingen hat men unterm 23. Mai die Gant eröffnet, und Tag- fahrl zum Richtigstellung«- und Vorzugsverfahren auf Donnerstag, den 4 . Juli d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei angeordnet. , Es werden daher olle diejenigen, welche aus was immer fureinem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgefvr» dert, solche in der eingesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung des 1492 Ausschlusses von der Gant, persönlich ober durch gehörig Bevoll- mächrigre, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die eiwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, die sie geltend zu machen gedenken, u. zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Bewetsurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismilteln. Zugleich wird angezcigt, daß nach Umstanden in der Lag» fahrt ein Maffepffeger und Gläubigcrausschuß ernannt, auch Borg- und Nachlaßvergleiche versucht werden sollen, mit dem Beisätze, daß in Bezug auf Borgvergleichs und Ernennung des Maffepflegers und GläubigerauSschuffes die Nichterscheinenden als deiMehrheet der Erschienenen beimtend angesehen werden. Radolphzell, den 3- Juni »835. Großherzoglichcs Bezirksamt. Haffennegger. Tauberbischofshrim. sSchuldenliquidation-H Ueber die Derlassenschaft des David Adler von Hochhäuser) haben wir Gant erkannt, und wird Tagfahrt zum Richtigstellunge- und Dorzugsverfahren auf Dienstag, den 2. Juli d. I., Vormittags 8 Uhr anbcraumt. Wer nun aus was immer für einem Grund einen Anspruch an diesen Schuldner zu machen hat, hat solchen in genannter Tagsahrr, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, schriftlich oder mündlich, persönlich oder duich gehörig Bevollmächtigte dahier anzumelden, die etwaigen Vorzugs - oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, und zugleich die ihm zu Gebote stehenden Beweise sowohl hinsichtlich der Richtigkeit als auch wegen dem Vorzugsrecht der Forderung anzutreten. Auch wird an diesem Tage ein Borg - oder Nachlaßvcrgleich versucht, dann ein Massipfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt, und sollen hinsichtlich der beiden letzten Dünkte und hinsichtlich des Borgvergleichs die N^chterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beilretend angesehen werden. Tauberbischofsheim, den 2». Mai »853. Großherzoglichcs Bezirksamt. Back. Müllheim. sSchuldenliqui'dation. 1 Gegen Handelsmann Karl Philipp Staib, von Müllheim, welcher seit 2 Jahren die Handlung unter der Firma Dorn Mangold allda getrieben hat, haben wir das Gantvcrfahren eröffnet, und dessen sämmtliche Gläubiger werden demnach aufgefordert, Mittwoch, den 5., u»d Donnerstag, de» Juli d. I., Vormittags ^ und Nachmittags 2 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlci, bei der angeordneten Schuldenli- quidation ihre Forderungen und etwaigen Vorzugsrechte, bei Vermeidung des Ausschlusses, geltend zu machen, und zugleich über die Ernennung eine» Maffepflegers und Gläubigerausschus- seS ihre Erklärung abzugeben, widrigenfalls sie in dieser Bezie, hung und beim Abschluß eines Borg, und NachlaßvcrgleichS als übereinstimmend mit der Mehrzahl der Erschienenen betrachtet und behandelt werden. Müllheim, den 3>- Mai ,833. GroßherzoglichkS Bezirksamt. Leuß ler. väk. Gmelin. Philipp S bürg. sSchuldenlfquidation.j Gegen die Vermö-enSmaffe dcS Handelsmanns Fr. Georg Sieger von St. Leo» habe« wir Gant erkam.t, und Tagfahrt zum Richtig- stellungS - und Vorzugsverfahren auf Mittwoch, den Z. Juli d. I., Bormittags g Uhr, auf diesseitiger Amtskanziei anberaumt. ES werden daher alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgeftr- dert, solche in der angesetzten Tagfahrt bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs - oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, die der Lnmeldende geltend machen will, mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweißes mit andern Be- weißmitteln. Da in dieser Lagfahrt zugleich ein definitiver Maffepffeger ernannt und dessen Belohnung festgesetzt, so wie auch Borg- u. Nachlaßverglciche versucht werden wird, so werden indiesee Beziehung die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschien« beitrctend angesehen. Philippsburg, den -3. Mai ,633- Großherzogliches Bezirksamt. Keller. Kork. sAufforderung.j Handelsmann Michael Göpper und dessen Ehefrau, weiche unterm 8. Oktober v. I. mit ihre» Gläubigern einen Borg» und Nachlaßvergleich abschloffen, haben durch vorgelegte Urkunden dargethan, daß dieselben die Verbinde lichkeiten des Vergleichs jetzt schon erfüllt haben. Da nun Handelsmann Göpper um seine förmliche Wiederbefahigung nachgesucht hat, so werden olle diejenigen Gläubiger, welche gegen dieses Gesuch auf den Grund des gedachten Vergleichs vom 8. Oktober v. I. eine Einsprache zu machen haben, aufgefordert, solche mit dm nöthigen Beweisstücken binnen 4 Wochen a äato vor Unterzeichneter Behörde vorzutragen, widrigenM die Wiederbefähigung erkannt werden wird. Kork, den 24. Mai 1833. Grvßherzogliches Bezirksamt. Eichrodt. Eppingen. (Verschollenheitserklärung.) ?a sich der Jakob Sinn von Jttlingen auf die öffentliche Dorla, düng vom 7. April v. I., Nr. 55?4, innerhalb der gesetzlich» Frist weder selbst, noch durch), gehörig Bevollmächtigte, noch dessen etwaige Leibeserben zum Empfang des in »266 fl. Sg Ir. bestehenden Vermögens gemeldet haben, so wird dersribe hiermit für verschollen erklärt, und dessen Vermögen de» sich darum gemeldet habenden Verwandten, gegen Kaution, zugewiesen. Eppingen, den »g. April ,633. Grvßherzogliches Bezirksamt. O r t a l l 0. Wokfach. (EdiktaNadung.) -kaver Wölfle von Wotfach, weicher schon vor 40 Jahren als Schustergesclle du Wanderschaft angetreten, seither aber nichts mehr von sich hören ließ, wird andurch ausgesordert. binnen Jahresfrist sich dahier zu melden, und sein in 28 fl. 4 kr. bestehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigens er für verschollen er. klärt, und das Vermögen seinen nächsten Verwandten i» ffir- svrgtichen Besitz übergeben werden wird. Welfach, den 3o- Mai »833. Grvßherzvgl. bad. f. si Bezirksamt. Fernbach. Vilkingen. sVermißte Schulburkunbe.) Eine Pfandurkunde über ,vo st von Bernhard Meder zu Rictheim am »6. Mai 1627 zu Gunsten der hiesigen Me zischen Stiftung ausgestellt, ist in Verfloß geraihen, daher Jedermann nach h. 780 der Prozeßordnung vor dem Erwerb dieser Urkunde gewarnt wird. Dillingen, den ,3- Juui ,833- Großherzogliches Bezirksamt. Pezold. Verleger und Drucker: PH. Mackkot