4 Karlsruher Zeitun Ne. 2Z0. Montag, den 9. September 1833 Baden. * Baden, 6. Sept. Bereits vorgestern sind Ihre kö' nigliche Hoheit die Frau Großherzogin mir den erlauchten Kindern von Schloß Eberstein, und gestern nun auch Gei ne königliche Hoheit der Großderzog nebst Gefolge dahier eingetroffen, um zur großen Freude der gesammten Einwohnerschaft einige Wochen in deren Mitte zu verweilen. Lanvlagsverhrinvlungkn. * 52ste und 53ste Sitzung der zweiten Kammer am 6. und 7. Sept. In der gestrigen Sitzung nahm der Abg. Herr in Beziehung auf das in dem Zeitgeist enthaltene Schreiben an den Abg. Knapp das Wort, mißbilligte mit eindringender Darstellung dergleichen Ausfälle gegen Deputirte, bemerkte unter andern-, auch, daß der angegriffene ehrcnwer- the Abgeordnete kein Novize, sondern ein Veteran in dieser Kammer sey, und stellte den Antrag, die Kammer möge sich darüber aub>prechen, damit in Zukunft AchnlicheS unterbleibe. Der Präsident drückt den Wunsch aus, daß die Kammer in diesem Augenblick nicht in eine weitere Erörterung der Sache cingehen, sondern wenn man glaube, daß die Kammer wirklich bei dieser Sache betheiligt sey, lieber in einem schicklicheren Zeitpunkte darauf zurückkommen möchte. ! Rcttig v. K. trägt auf eine geheime Sitzung nach dem ! Schluß der öffentlichen in Bezug auf denselben G genstand an, und wird darin von mehreren Mitgliedern unterstützt. Knapp beseitigte jedoch, als cs später »» dieser geheimen Sitzung kommen sollte, die Sache mit der Bem-r- kung, daß er zwar dem Abg. Herr für seine Theilnahme danke, dabei aber nur bedauern könne, daß dieser Gegenstand hier zur Sprache gekommen sey, indem er cs unter seiner Würde hielte, auch nur ein Wort weiter darüber zu verlieren. Der Tagesordnung gemäß wird hierauf diskukirt über den Bericht des Abg. Speyerer in Beziehung auf den Voranschlag der Steuern pro >833/31, und zwar Vudget- satz kl. Finanzministerium IV. Steueravministrat'on. Die Kommission stellte bei dieser Gelegenheit noch folgende allgemeine Anträge: I) Eine Verminderung am Personalsteuerkapltal der untersten GewerbSklaffen insoweit etnirelen zu lassen, als die Summe am Schluffe des Budgets erübrigt werden kann. 2) In Beziehung auf die Klaffensteuer die hohe Regie» rung zu bitten: a) die Frage der Einverleibung dieser Steuergat- tung in die Gewerbsteuer, jedoch mit Ausschluß der Appanagen und Pcnsionssteucr, in Erwägung zu ziehen, b) inzwischen aber die jährliche Fusion dieser Steuerpflichtigen in die Hände einer Steuerkommis- ston zu legen, wie sie für die Gewerbesteuer längst besteht. 3) In Beziehung auf das Ohmgeld vom Wein die hohe Regierung zu bitten, dessen Einverleibung mit dem AcciS in Erwägung zu ziehen. 4) In Beziehung auf die Tox - und Sportelordnunz die hohe Regierung zu bitten: a) dem nächsten Landtage ein neues Gesetz vorzulegen, welches, den Grundsätzen der Gerechtigkeit gemäß, Gradationen enthält, und insbesondere die Amtsrevrsoratssporteln ermäßig:; b) inzwischen aber die.Erhebung der Taxen vi> - Sporteln bei der Rechtspflege und Polizeivcr- waitung anzuvrdnen, wie siefür jene derÄmtS- rcvisorate bereits besteht. 5) Die hohe Regierung zu bitten, zur Gleichstellung aller LandeStheilc eie Aufhebung der bisher in einigen Töeilen noch erhobenen Zunftzelder anzuordnen. 6) Die hohe Regierung zu bitten, dem gegenwärtigen Landtage einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch eine Chauffeegetdabgsbe an der Kränze von ausländischen Hauderern, jedoch mit möglichster Berücksichtigung des Verkehrs, erhoben werde. Die Beratdunz über Nr. 1 wird auf den Antrag des FinanzmimsterS auSgesetzk. Statt Nr. 2 lrt. rr wird auf den Antrag des Abgeordneten Hoffmann beschlossen, die Regierung zu bitten, di? Frage über die Besteuerung der StaakSdiener in nähereEr- wägung zu ziehen. Nr. 3 wird von der Kammer verworfen. Die Beraihung über Nr. 4 Ir't. n wird bis zur Erörterung einer dicSfaüö eingekommenen Petition verschoben. Desgleichen die Diskussion über5, bis der Finanzminister die von ihm in diesem Betreff zugesichcrten Vorschläge in die Kammer bringen wird. Statt Nr. 6 wird auf den Antrag der Aba. Hoffmann- und Martin beschlossen, die Regierung zu bitten, durch diplomatische Verhandlungen zu bewirken, daß das Lhouf- 2156 seegeld, das den badischen Hauderern im Ausland abgenommen wird, unterbleibe, und im Fall des MißlingenS dieser Verbandlungen in Erwägung zu ziehen, ob nicht Re- torsionsmaaßregeln angewendet werden sollen. Ausserdem wurde noch auf den Antrag einzelner Mitglieder unter Anderm beschlossen: 1) Auf den Antrag der Abg. Hoffman» und Duttlin- ger die Regierung zu bitten, untersuchen zu lassen, ob die Flußbaubeitrage der einzelnen Gemeinden im Verhaltniß zu dem ihnen zu gut kommenden Nutzen stehe, und nach dem Resultat einen Gesetzesentwurf der Kammer vsrzulegcn. 2) Auf den von mehreren Mitgliedern aufgenommenen Antrag des Finanzministers, die Regierung zu bitten, erforschen zu lassen, ob nicht bei der gegenwärtigen Erhebungsweise das Fuder gebrautes Bier höher kommt, als auf 13 fl., und wenn dieses sich ergibt, alsdann eine Herabsetzung der Abgabe eintreten zu lassen. 3) Durch den Antrag des Abg. Duttlinger, die Regierung zu bitten, die Mittel zu erwägen, daß die Abschaffung der Liegenschaftsaccise bewirkt werden könne. Berichtigung. In Nr. 247 ist bei den Verhandlungen der zweiten Kammer zu lesen 51 sie Sitzung, und beizufügen, daß an der Diskussion über die Preßangelegen- heit die Abgeordneten Fecht und Schaaff ebenfalls Theil genommen. B a i e r n. Franke ntbal. Die Opposition der Staatsbehörde wider die Entscheidung des hiesigen Gerichts, wonach Bürstenmacher Becker gegen Kaution in Freiheit gesetzt werden sollte, ist vor dem Appellbofe verworfen, und Becker nun wirklich in Freiheit gesetzt worden. (Sp. Ztg.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 3. Sept. Wir befinden uns fortwährend in großer Erwartung der Dinge, welche die nächste Zukunft uns bringen wird; denn eS unterliegt wobl keinem Zweifel, daß große Ereignisse in der politischen Welt vorbereitet werden, und daß der deutsche Bund bei denselben betheiligt seyn dürfte. Wir können uns nur Glück wünschen, wenn diese Ereignisse ein gemeinsames Handeln aller deutschen Regierungen berbeifüdren, und Deutschland dem AuSlande gegenüber seine frühere würdige Stellung einnimmt. Durch die gestern erfolgte Zurückkunft des Hrn. Grafen Münch Vellinghausen möchten wohl bald die den Bund betreffenden Angelegenheiten in Anregung kommen. Gelingt es auch diesmal den Bemühungen der Diplomaten, den Frieden zu erhalten — was gewiß der Kaiser von Oesterreich und der König von Preuffen sedr wünschen — dann möchte er wohl auf lange Zeit gesichert erscheinen. Die Schweiz und Luxemburg sind zwei Punkte, bei welchen der deutsche Bund ganz besonders interessirt erscheint; namentlich aber ist die letztere Angelegenheit für Deutschland von höchstem Interesse. Ein Bundesbeschluß soll jedoch, wieman aus guter Quelle vernimmt, noch nicht gefaßt seyn. Wegen der Polen soll dagegen eine Uebereinkunft getroffen seyn, wonach denselben der Durchgang durch die Bundesstaaten auf einer bestimmten Straße von der Schweiz bis an den UeberfahrtSort nach England gestattet, und die Verpflegungskosten von dem Bunde übernommen würden. — Der Kurierwechsel ist fortwährend sehr lebhaft; hauptsächlich stark ist die Kommunikation zwischen Paris, Wien, Prag unh Berlin. — Man vernimmt, daß mehrere angesehene Familien von Basel, denen die neue Ordnung der Dinge in ihre, Vaterstadt nicht zusagt, die Absicht haben, hieher zu ziehen. (N. K ) Frankfurt, 7. Sept. Se. Durchl. der regierende Herzog von Nassau sind gestern dahier angekommen und im Gasthaus zum römischen Kaiser abgestiegen; ferner sind angekommen: Se. Durchl. der Herzog Bernhard von Sachsen- Weimar, königl. nieder!. Generallieutenant; Se. Exz.Hr. Graf Mensdorf, k. k. östr. Generalfeldmarschalllieutenant und Vizegouverneur der BuydeSfestung Mainz; Se. Exz. Hr. Baron v. Byström, Generaladjutant Sr. Maj. des Kaisers von Rußland und General der Gardeinfanterie. (Ztg. d. O. u. N.RH.) Königreich Sachsen. Leipzig, 2. Sept. Ein Prioatbrief auS Man'enkad spricht von einem Kurier auS Neapel, der mit wichtigen Depeschen nach Königswart geeilt scy. (Lpz. A.) P r e u s s e n. Während, der preuß. StaatSzeitung zufolge, der Kaiser von Rußland noch immer in Stettin erwartet wird, meldet die Leipziger Zeitung auS der Lausitz vom 2. Sept.Folgendes: »Se. Maj. der Kaiser Nikolaus ist gestern Abend in Görlltz erwartet worden. ES heißt, daß er von dort nach Friedland gehen werde." Oesterreich. Wien, 2. Sept. Unter den angeblich zu Lissabon aufgefangenen, in Londoner Blättern abgedruckten Briefen Miguelistischer Agenten, auk denen wir in unserm Blatte vom 30. v. M. Auszüge mitgetheilt haben, befindet sich einer, worin von dem k. k. Botscdafksrathe Baron von Neumann und den Unterredungen, die derselbe mitdem Mar> schall Bourmont, während dessen Anwesenheit in London, gepflogen haben sollte, die Rede ist. Wir haben dieser Angabe, da wir in die Richtigkeit derselben sogleich Zweifel setzten, gar nickt erwähnt, und sind nun ermäch'igt, alles, was sich hierauf bezieht, für einen Irrthum des Berichterstatters, Hrn. von Saravia, oder für eine spätere Erfindung der Bekanntmacher dieser Korrespondenzen zu erklären. Für den aufmerksamen Leser bedarf eS übrigens kaum dieser Erklärung; eS genügt an den Widersprüchen, welche fick in dem Texte des angeblichen Schreibens deS Hrn. von Ssraiva vorfinden, nm gerechten Zweifel an der Aechtheit desselben oder an der Richtigkeit der darin enthaltenen Angaben zu erregen. Wie sollte z. B. Baron Neu- 2157 mann Hrn. von Saraiva gebeten haben, ibn bei dem Marschall Bourmont einzufühlen, nachdem er, wie dasselbe Schreiben sagt, schon früher bei ihm eingeführt worden war? Sie sollte ferner Baron Reumann Hrn. von Saraiva durch den spanischen Legalionssekretär haben wissen lassen, daß er Bourmont, sobalo er käme, zu sehen wünsche, da es unmittelbar darauf in demselben Schreiben heißt, daß Hr. von Saraiva selbst dem Baron Neumann mitgetheilt hatte, daß Bourmont in London ankommen solle, in wel chem Fall es viel natürlicher war, daß Hr. von Neumann einem Wunsch, wenn er ihn gehabt hätte, Hrn. von Saraiva selbst zu erkennen gegeben hätte, ohne sich deßhalb an den spanischen Legationssckretät, als Mittelsperson, zu wenden? — Endlich aber wird in dem mehrerwähnten Schreiben Hrn. von Saraiva in den Mund gelegt, Baron Neumann habe erklärt: »daß die drei Mächte den Entschluß „Don MiguelS, den Marschall Bourmont in Dienst zu nehmen, höchlich billigten u. s. w" — Dies kann Baron Neumann nicht gesagt haben, denn weder seine Regierung noch die andern Mächte konnten damals Kenntniß von jenem Entschlüsse besitzen und Hr. von Neumann würde gewiß sich nicht unterfangen haben, eine solche Versicherung zu geben. — Unter diesen Umständen ist man, wi^schon gesagt, vollkommen berechtigt, die Aechthcit oder Richtigkeit dieser ganzen Korrespondenz in Zweifel zu ziehen. (Oest. Beob.) Wien, 2. Sept. Meine setzte Mittheilung von der bevorstehenden Zusammenkunft der Monarchen von Oesterreich, Preuffen und Rußland in Troppau wird beute durch Briefe aus Prag dahin berichtigt, daß diese Zusammenkunft nicht in Troppau, sondern in Friedland, einem böhmischen Städtchen im Bunzlauer Kreise, und zwar am 5. Sept statt finden solle. Se. Maj. der Kaiser wollte zu diesem Ende am 3. d. von Prag abreisen, während Se. Maj. der Kaiser von Rußland schon am 27. Aug. — obigen Nachrichten zufolge — seine Hauptstadt verlassen hat, um sich über die Ostsee, dann durch Preussen und vermuth- lich in Gesellschaft seines Schwiegervaters, des Königs von Preuffen Maj., nach demOrte der Zusammenkunft zu verfügen. (Allg. Itg.) Frankreich. Paris, 4. Sept. Die Börse wurde gestern auf sonderbare Art hintcrgangen. Man ließ daselbst die zweite Ausgabe von Galignani'S Mcffenger herumgehen, worin ein Artikel einer angeblichen zweiten Ausgabe des Sun gegeben wurde, in welchem man von dem Befehl sprach, den die englische Regierung sollte gegeben haben, zwei Transportschiffe nach Portugal zu miethen. ES findet sich jetzt, daß der Sun vom 3l. August gar keine zweite Ausgabe hat erscheinen lassen, und daß die englischen Blätter vom 2. Sept. von dieser Mietdung von Transportschiffen kein Wort sprechen. Der in Galignani'S Messenger von gestern eingerückte Artikel war nichts, als die Wiederholung eines Artikels des Sun, der in diesem Journal vom vori- gen 6. August stand. — Hr.TLierS, MinisterdeS Handels und veröffentlichen Arbeiten, hat den 27. August an die Handelskammern und an die berathenden Kammern deS Königreichs ein Umlaufschreiben gerichtet, über mehrere sehr wichtige Fragen, welche den oberen Rächen des Handels, der Manufakturen und deS Ackerbaus, bei ihrer nächsten Versammlung, zur Berathung sollen vorgelegt werden, und die in dem neuen Mauihgcsetze, das in der nächsten Session den Kammern wird vorgelegt werden, ihre Stelle finden sollen. Der Moniteur du Commerce macht in Betreff diefe- UmlaufschreibenS einen Artikel bekannt, au- dem wir folgende Stellen auSziehen: »Wir hoffen, daß an den bestehenden Tarifen für das Eisen bedeutende Aenderungcn gemacht werden; wir hoffen, daß diese Aenderungen auch die Zölle begreifen, die auf den Steinkohlen lasten, und daß die, womit die Wolle belegt ist, hinlänglich vermindert werden, daß cS unfern Fabrikanten möglich sey, sie zu Mischungen zu gebrauchen, die allein gewisse Qualitäten Tücher hervor- dringen können, die mit unserer französischen Wolle unmöglich hervorgebracht werden. So wird nach und nach dieses Verbotsystem zu sinken anfangen, daS un» schon so viel geschadet hat, daS seit einiger Zeit besonders unS gleichsam von allen Nationen Eu- ropa's abgesondert, uns von ihren Märkten vertrieben hatte, und dessen Wirkungen auf unsere verschiedenen Ge- werbszweige von der Art waren, daß auf den Märkten jenseits deü Meeres unsere manufakturirten Produkte nur mit lehr vieler Mühe die fremde Konkurrenz aushallen konnten. Es wird gewiß für unsere Gewerbleute ein sehr wichtiger Punkt seyn, wenn sie sich Eisen und Steinkohlen zu mäßigen Preisen verschaffen können; dies allein wird aber nicht hinreichen, um zwischen den Preisen ihrer Erzeugnisse und denen der ähnlichen Erzeugnisse der ankern Länder vollkommene Gleichheit herzustellen. In England, in Belgien, in Preussen, und im allgemeinen in allen Manufakturländern ist als Grundsatz ange- nommen worden, daß jeder Stoff, dessen sich die Industrie bedient, wo nicht ganz von Zöllen frei, doch wenigstens blos einfachen Wägegeldern unterworfen seyn soll. So bezahlen der Indigo, der Sumach, das Kampefchen- holz, und andere zum Färben dienende Holzarten, nur so geringe Zölle, daß sie unmöglich auf den Preis der fabri- zirten Gegenstände einwirken können. In Frankreich ist eS nicht so: die Gebühren, welche diese Färbereiartikel dem FiSkus bezahlen, sind hoch genug, um daß eine Verminderung, die sie denen gleichstellcn würde, welche sie bei unfern Nachbarn bezahlen, einen günstigen Einfluß aufden Preis vieler unserer Maaren ausüben könirle. Die Handelskammern und die berathenden Kammern, denen der Minister die Frage vorgekeqt hat, ob eS »weckmä- ßig wäre, die Zölle der rohen Stoffe, wie die Färberhöl- zer, der Sumach, die Oele die in den Fabriken gebraucht werden u. s. w. zu vermindern, werden diese Frage ohne Zweifel mit aller Aufmerksamkeit untersuchen, die sie verdient, und wir sind überzeugt, daß ihre einstimmige Snt- 21-38 wort den Minister bewegen wird, auf dem Entschlüsse zu beharren, den er scheint gefaßt zu haben, nämlich diese Zölle zu vermindern. Im allgemeinen dünkt uns, daß die Grundregeln, die bei der Verfertigung einrö MauthzesetzeS befolgt werden sollten, folgende sind: 1) Zollfrei: Alle Artikel, welche aus rohen Stoffen bestehen, die zur Industrie erforderlich sind. 2) Zollfrei: Die zum Lebensunterhalt nothwendigen Artikel. 3) Mit Zöllen behaftet: Die Luxusartikel und die Lebensmittel , die bloscr Luxus sind." — Die Nachrichten auö Calais und Boulogne geben traurige Berichte üdcrdie Unglücksfälle, welche der Sturm, der diese letzten Tage zu Boulogne und auf der ganzen Küste geherrscht, verursacht hat; viele Fischerschiffe sind zu Grunde gegangen. -Zu Calais konnte SamStagS und Sonntags kein Paketboot aus dem Hafen auslaufen; die Sec war furchtbar während zwei Tage. Sonntag Morgens ist ein Schiff der osiinvischen Gesellschaft, das mit Zucker, Baumwolle und Indigo beladen war, im Angesicht deS Hafens gescheitert. In einem Augenblick war das Meer mit Trümmern bedeckt; alleS kam um, sechs Leute vcn der Schiffsmannschaft ausgenommen. Selten noch hat man ein Schiff auf solche Art scheitern sehen. Mehrere Schiffe, die in den Hafen einzulaufen suchten, machten vergebliche Anstrengungen, es konnte ihnen nicht gelingen. Eine engl. Brigg ist bei der höchsten Fluth an dem Ufer gestrandet. Bei der Abreise des Kuriers meldete man, daß ein Schiff, welches Veruriheiltc an Bord hatte, die mau nach Botany Bay bringen wollte, bei Boulogne untergcganzen sey. Man war der traurigsten Nachrichten gewärtig. Auf der Küste der Normandie war der Sturm vom 1. Sept. weniger heftig, oder brachie wenigstens weniger Schaden. Der Dimrnche auS Havre drückt sich folgendermaßen auS: „Der Sturm, der seit 33 Stunden bei uns herrscht, hat sich weit hin in dem Lande verspüren macken. Viele Aepfclbäume sind von dem Winde umgeworfen worden, und die, welche ihm widerstanden, haben beinahe alle ihre Früchte verloren." * Paris, 5. Sept. Die Gewißheit, daß die nordischen Mächte ernstlich darauf binarbeiten, den Einfluß Frankreichs und Englands auf den Kontinent durch Festsetzung eines der Zeit und den Umständen anzemeffenern europäischen StaaiSrechtS, ohne Breinirachügung der beste hendcn Rechte, zu hemmen, gewinnt mit jedem Tage an Umfang. Vielleicht war zu diesem Unternehmen kein Augenblick günstiger, als der gegenwärtig?; die streitenden Parteien sind des Kampfes müde; ihr Vorraid an Kriegsmaterial ist erschöpft und sie selbst sehen eS vielleicht, wenn ihre Eitelkeit dieses Gcständniß erlaubt, nicht ungern, wenn eine kräftige Hand sich inS Mittel schlägt. Die Armuth der ins Unendliche fort verbessernden, zu allen Mitteln ihre Zuflucht nehmenden Aufwiegler kömmt jedem ernstlich« Wollen ,gar trefflich zu stallen. Deshalb werden die Zusammenkünfte der nordischen Monarchen nicht ohne Erfolg bleiben, vorausgesetzt, daß man ernstlich gesonnen ist, dem Uebel abzuhelfen. Schon den ganzen Tag über unterhält man sich von der Zusammenkunft des Kaisers von Rußland mit dem König von Preuffen. Viele behaupten, daS Resultat davon sey unserm Kabinete schon mitgetheilt worden. (? ?) Der Herzog von Orleans ist nicht nach Cherbourg, sondern nach Compiegne in'S Lager abgereiSt. Auch dieser Umstand wird auf eine eigene Weise auSgelegt; man sagt nämlich, kriegerische Maaßregeln seyen die Veranlassung. Die Reise nach Cherbourg, obschon lange beschlossen, soll ebenfalls nur aus dem Grunde beschleunigt werden, damit eine nähere Verabredung zwischen dem englischen und französischen Kabinette stattfinden kann, ohne gewisse Lauscher befürchten zu müssen. Das ministerielle Manifest deS englischen Kabinets kömmt gerade zur gelegensten Zeit; und scheint absichtlich auf einen gewiffen Effekt berechnet zu seyn. Der Verfasser Lord Trougham setzt den Torries heftig zu; Neues findet sich aber in dieser AuS- einandersetzung deS Whigischen Systems nicht viel. Im Publikum macht diese diplomatische Wirre nicht da- geringste Aufsehen. Ein KriegSgeschrei würde daS Iuste Milieu uM die Republikaner in eine Partei verwandeln, die Karlisten aber der größten Gefahr auSsetzen, da die Erbitterung gegen die ältere Familie in nichts nachgelassen, ja in gewissem Betrachte selbst zugenommen hat. Schon beißt eS, Soutt trete vom Schauplatze und werde durch Gcrard ersetzt. Sonderbar, gerade als Letzterer durch den Helden von Toulouse ersetzt worden, gab man als Ursache an, die schwierigsten Umstande erforderten einen thatkräf- tigen Mann, und in Soult glaube man einen solchen zu finden; nun nach mehrjähriger Erfahrung, und in densek- den schwierigen Umständen, scheint daS Verhältniß umgekehrt zu seyn. Straßburg, 3. Sept. Zwei Abgeordnete der Regierung des schweizerischen KantonS Neuenburg, die HH. Friedrich Baron v. Alexander, Mitglied des "kleinen" RaidS, Rittereiniger Orden, und Guilberi, Dekan der ehrwürdigen Geistlichkeit dieses Landes, sind heute, direkt von Neucnburg, über Besannen und Betört kommend, hier durch nach Berlin gereist. Der eigenen laut ausgesprochenen Aeufferung dieser Herren zufolge, besteht der von der Regierung von Neuenburg ihnen erthcilte Auftrag darin, das preusstsche Kabinet zu einer gänzlichen Einverleibung deS Fürstenlhums Neuenburg in die preusstsche Monarchie zu vermögen, damit das Land als eine unmittelbare Provinz verwalket und durch preusstsche Truppen besetzt werde. Glaubwürdig? Personen, welche mit vorgenannten beiden "Diplomaten" zu sprechen Gelegenheit gehabt, versichern, daß dieselben sogar bei Tiftbc im Gasthoke zur Stadt Paris über Veranlassung und Zweck ihrer Mission auf eine Weise sich geäuffert, die jedenfalls wenig Hoffnung lasse, daß das Fürffenthum Neuenburg wieder alS Kanton oder Bundesland der Schweiz sich anschlicßen werde. Bekanntlich hat dieses Jürstenthum nur eine Oberfläche von ! 6 Quadratmeilen und höchsten 56,WO Einwohner. 0 erinnert man sich keines so furchtbaren Naturereignisses. Portugal. Man schreibt ausValongo, vom 11. August, daß das ObservationökorpS, welches die Umgegend von Porto verlaßen hat, autz folgenden Korps bestehe: Die Jäger von Alentejo; die JnfanIcriercgimcnter Nr. 5 71117 und 20; die königlichen Volontärs von Chaves, von Viana, von Lastro-Dacro, von Oliveira, von AzemaiS, von Vil- lafior, von Arganil und von Mirandella; die Milizen von Arganil, von Lamego, von Barcellos, von Vosire, von Trancozo, von Lartello-Branco, von Tondella, von Öli- veira, von AzemaiS, von Pennafiel und von Barca; das Kavallerieregimentvon Fundam, nebsteinerfür dieseStreit- kräfte gehörigen Artillerie. Villa-Real de San-Antonio, den <8. August. Die ganze Provinz Algarvien ist jetzt von Feinden frei, Faro ausgenommen, das von dem Grafen von Alba besetzt ist, welcher sich, an der Spitze einiger Truppen, hin- tcrseinen Festungswerken verschanzt hält. Wir wißen auch daß ganz Alentejo von den Rebellen geräumt worden ist. Unser würdiger Gouverneur, Don Sebastian-Martinez- Mestro, hat die Kriegsdrigg und die andern Schiffe Don Pedro's, vermitielst Batterien, die er nahe bei der Barre errichten ließ, aus dem Flusse fliehen machen. Elsas, 23 August. Ww haben seit zwei Tagen er fahren, daß Genera! Graf von Larochejacguelm, der im Namen Sr. Maj Do» M'guel'ö, seitdem 18. daS Kommando dieser Provinz von Alentejo übernommen hat, zu Alpiaza über den Tajo gesetzt, und mit einer Division, de ren Vorposten schon zu AloeaGallega eingerückt sind, daS ganze linke Ufer dieses Stromes besetzt habe. Diese Bewegung hat den Bevölkerungen dieser Provinz neuen Antrieb gegeben, und ihre Begeisterung vermehrt. Die ganze Jugend des Landes eilt unter die Fahnen des rechtmäßigen Königs, und täglich vermehrt sich ihre Zahl. Eine Partei pedristische Guerillas, die sich in der Gegen von Aviv gezeigt hat, ist von den Truppen des Königs zernichtet worden. ' (Mnv. Ztg.) Schweiz. Von der Westgränze der Schweiz, 2. Sept. Basel ist in neuester Zeit in Jedermanns Mund gekommen und hat durcd die Ereignisse der letzten drei Jahre leider eine europäische Eeledrilät erlangt. Ein merkwürdiger und einer näheren Untersuchung würdiger Umstand hierbei ist die Thatsache, daß eS verhällnißmäßig nur Wenige gab, die Basels gerechte Sache anerkannten und die öffentliche Meinung durch ganz Europa sich verdammend über diese Stadt auSsprach. Den einzigen Grund dieser allgemein ungünstigen Stimmung über Basel wollen Manche in der Verläumdung und den Lügen suchen, welche durch die liberale und radikale Presse absichtlich über erwähnte Stadt verbreitet wurden. Allerdings liegt in dieser Annahme sehr viel Wahres, denn sicherlich ist nie schamloser und mit bestimmterer Absicht über jemand gelogen worden, als über die BaSler, und nie ist man systematischer verfahren, den guten Ruf eines Gegners in der öffentlichen Meinung durch die grundlosesten Beschuldigungen zu vernichten, als dies die nächsten Feinde Basels getban haben; und so gut ist ihnen ihr Plan auch gelungen, daß von einer Ecke Europa'S bis zur andern jedesBlatt die Lügen deö andern nachschrieb, sobald sie nur dieser Stadt nachkheilig waren. Allein die Ursache deö allgemeinen Haffes, der Basel getroffen hat, liegt gewiß nicht einzig in dem angeführten Umstande. Basel war eigentlich von jeher nie sonderlich geliebt, weder in der Schweiz noch im AuSlande, und diese Abneigung lag in mehr als einer Sache begründet. Zuerst hat Basel daS Glück oder Unglück, reich zu seyn, und Reichthum findet in der ganzen Welt seine Neider; dann zeichneten sich Basels Einwohner, bei all ihrer sonstigen Vortcefflichkeit, eben nicht durch allzugroße Urbanität in ihrem Betragen gegen Auswärtige auS, ließen bisweilen zu sehr ihre eigene Wichtigkeit fühlen, schloffen sich engherzig von dem aus, was nicht BaSlerisch war, sahen etwas hochmüthig auf Alles herab, was nicht auf eigenem Boden wuchs und betrachteten namentlich jeden Fremden ungefähr als das, was sich die Griechen unter einem Barbaren dachten. Solche Charakterzüge konnten Basel auswärts unmöglich beliebt machen. Hierzu kommt nun noch daß leidige Pietistenwesen, daS Basel zu einem seiner Zenlralpunkte auSersehen har Wie in aller Welt könnten auch die tausend Abgeschmacktheiten, welche von da aus, schwarz auf weiß, täglich durch die Schweiz und Deutschland verbreitet werden, ei» günstiges Vorurtheil für eine Stadt erwecken, die (freilich bis zur Stunde glücklicher Weise noch ungegründet) im Rufe steht, ganz in das Interesse dieser Sekte gezogen zu seyn. Ist eS Basel daran gelegen, in der öffentlichen Meinung sich wieder zu heben, so muß es sich namentlich in sozialer Hinsicht radikaliker ändern und vorallererst hat es sich seines engherzigen Stolzes zu entledigen, urbaners und geselligere Sitten anzunebmen, in einen weiteren geistigen Verkehr nach Aussen zu treten, und von der kindischen Meinung zurückkommen, als ob es sich selbst genügen könne und das nee plus ultra von Vollkommenheit sey, das keines weitern Fortschrittes und der übrigen Welt nicht bedürfe. Zur Steuer der Wahrheit und zur Ehre Bafels muß es gesagt werde» , daß es diesem an Männern nicht fehlt, welche fühlen und einsehen, daß ihrer Vaterstadt ein solcher sozialer Umschwung, ja eine gesellige Wiedergeburt noch thut, und welche ihrerseits all ihren Einfluß anwenden, möglichst bald ein solch erwünschtes Ziel hcrbeizuführen. 2160 Allerdings wird es an Geburtsweben nicht fehlen, denn > was das Werk von Jahrbundertenist, an dessen Stelle läßt > sich schwer etwas anderes setzen. — Wird nun daö harte Anglück, daö Basel in den letzten Wochen betroffen hat, zu dem angeveuteten Resultate führen, so ist jenes, trotz seiner augenblicklichen Bitterkeit nicht zu beklagen, undder Weise, der seinen Blick über die Gegenwart zu erheben weiß und Ursache und Wirkung in ihrem Zusammenhangs erkennt, wird in dem traurigen Ereigniß deS 3. August ein Höheres Geschick, aber in einem ganz andern Sinne finden, als dies die Frömmler thun. ) (Fr. O. P. A. Ztg) ^ — Auch die sonst so ergebene, aber auch vor allen andern so glänzend begünstigte, Pruntruter Helvetie steht sich mun — unter de» hiesigen liberalen Zeitungen die erste — in einen Preßprozeß verwickelt. In bittern Klagen über Die den Zeitgeist nicht begreifende, immer wieder zu- rückstnkende, stets im lustv-milieu befangene Generation, . macht sie der Welt daS erlittene Unrecht bekannt. ^ (A. Schw. I.) i — Man schreibt aus dem Kanton Tburgau, 4. Sept. Die Herzogin von Dino, die voriges )ahr in diesen Kanton gekommen war, batte ihren Oheim, den Fürsten Tal- leyrand, das schöne Schloß Sandegg kaufen machen, in welchem stenun Ausbesserungen vorgenommen hatte,die vermachen ließen, daß eS bald solle bewohnt werden. Diese Nackt, um 2 Uhr Morgens, brach durch Nachlässigkeit einer Arbeiters Feuer aus; es wehte ein so heftiger Wind, Daß in einem Augenblick das ganze Schloß in Flammen stand. Die Herzogin von Sb Leu, die ihr Landgut Arenenberg, in kleiner Entfernung von Sandegg, bewohnt, sandte schnell alle mögliche Hülfe; ihre Pferde brachten die "Feuerspritzen, und ihr Sohn, Ludwig Napoleon, eilte an Den Ort der Feuersbrunst. Alle diese Hüsfe vermochte nicht, zweien Arbeitern, die in dem zweiten Stockwerk schliefen, das Leben zu retten; fie wurden vom Rauch erstickt, ehe man zu ihnen gelangen konnte. Diesen Morgen bietet Vas Schloß nur noch den Anblick einer Ruine dar. Da es auf einem hohen Berge liegt, wo es an Wasser fehlt, und der Wind diese Nacht furchtbar war, so konnte man nur daö kleine Gebäude der Meierei, welches an daS Schloß stößt, vor den Flammen retten. (Nied. Kur.) Zürich, 3. Sept. Auf einmüthigen Antrag ihrer Kommission beschloß die Tagsatzung beute mit 12 Stimmen, Ncuenburg aufzufordert, daß eS bis zum 11. Sept. eine Gesandtschaft an die Tagsatzung abordne, widrigenfalls eS militärisch besetzt werden solle, zu welchem Ende der eidgenössische Kriegsrath die erforderliche Truppenzahl bereit zu Hallen habe. (Abg. Ztg.) StaatSpapiere. Wien, den 2. Sept. 4prozcnt. Metalliques 84'-.; Bankaktien 1206'-,». Pariser Börse vom 5. Sept. 5prozent. konsol. l04Fr. 80Ccnt. 3proj. konsol. 75 Fr, 80 Et. Cours der Staatspapicre in Frankfurt. Den 7. September. Schluß 1 Uhr. pCt.jPapier.Geld. / Partial, b. Rothsch. Compt. 4 133'), ist. 100 Loose Comp. 196'/, — »Metalliq. Oblig. Comp. 2'/- 51 " — ) ditto ditto Comp. 1 21'). — Oesterreich (Oblig. bei Bethmann 4 82'/. 87'-", 1 ditto ditto 4'-. — r Stadtbanko-Obligatt'onen 2'-, — I Domestikalobligationen — , Staatsschuldscheine 4 987. Prenffen t Oblg.b Rothschild in Frst. ldo.do b Lst. 4 12'), st. 5 4 97'/, 91'/. s Prämienscheine 50'/. Baiern .Obligationen ! Lotterieanlehen 4500 fl.lll lll 4 —> 100'/, 4 — Baden «Rentenscheine 'fl. 50Loose bei Gollu. S. 4 85'/. 103 Darmstadt t Obligationen t fl. 50 Loose 4 99), 62'/. — Nassau Obligationen bei Rothschild 4. 5 100'/. — Holland 11ntegrale 'Neue in Certifikate 47 89'/, Neapel Certiftkate bei Falconet 5 — Spanien (Rte perpet. bei Will, k ditto 5 3 647, 40'/, — Parma Certifikate bei Rothschild 5 Polen Lotterieloose Rthlr. 59 — Rußland Cert. bei Grunelius et Comp. 8 -- — Frankfurt Obligationen 4 103 — Nach dem Schluffe der Börse (17, Uhr) Zproz.Metalliq. 92*-,. 4proz. Metall. 82'),. Bankaktien—. Integrale 47. 5proz. Holland. 89'/, Geld. Rrdigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug aus den Karlsruher Witterungsbeobachtungen. 7. Sept. Barometer Therm. Hygr. Wind. MT"?-" 27Z. 7^1 L. 1l.3 G. 63 G. 'S. M. 1'/. 27Z. 7.3 L. 12.3G. 65 G. SW- N. 7'/- 273- 7.3 L. 11.8G. 63 G. SW- Trüb und etwas regnerisch. Pschyrometrische Differenzen: 1.0 Gr. -1.0 Gr. - 1.3 Gr. Theareranzeige. DienStag, den 10. Sept.: Mirandolina, Lustspiel in 3 Aufzügen, nach Goldoni von Blum. Hierauf: Braut und Bräutigam in einer Person, Lustspiel in 2 Aufzügen, von Kotzcbue. 2161 Donnerstag- den IS. Sept. (auf Begehren): Die Schweizerfamilie, Oper in 3 Aufzügen, von Weigl. Sonntag, den 15. Sept.r Faust, dramatisches Gedicht in 6 Abthellungen, von Göthe. Karlsruhe. (Büchcranzeige.Z Buchbinder Fei gl er dahier verkauft aus Auftrag und zu den bcige- fttzten Preisen: Kind's Gedichte, Sie Aufl. 4 Bdchn. 54 kr. — W. Scott's Jungfrau vom Sec, übers, von W. Alcris. Zwickau 1824. 2 Bdchn. 30 kr. — W. Scott's Lied des letzten Minstrel, übers, von W. Alexis. Zwickau I824. 2 Bdchn. 30 kr. — Kupftrsammlung zu W. Scott's Werken, gez. und gcst. von guten Meistern. Frankfurt a. M. 1s, 3 s — 7 s Heft mit 27 Kupf. kl. 8- 1 st. 4ü kr. — Fouque, Frauemaschenbued auf l 828 , mit ti Kupf. 54 kr. — Jakobi, Iris, aus > 8 l 3 . mit 5 Kupf. 36 lr. — Damentaschenbuch, Coita'sches, auf 1613 , mit l0 Kupf. 36 kr. — Ortlepp, Polcnlieder. Altcnburg, lü 3 >. 30 kr. — Shakespeare, Tuno» von Athen, übers, von Ragis. 182>. 8 kr. — Lebensgeschichtc der Giftmördcrin Gefche Gottfrieds hcrausg. von Vogel; mit deren Bildniß. 1631 . Ist. — Allgemeine geographische Laschenbiblivthek. Dresden 1626 . ff. 10 Bdchn. (Sachsen, Preusscn, Wüttcm- berg enthaltend). 2 fl. 30 kr. — Cannabich, Lehrbuch der Geographie. 6te Aufl. 181 9 . 48 kr. —- Bredow, Handbuch d. alt. Geschichte. 3 te Aufl. 1 fl. 21 kr. — Kohlrausch, Abriß der Weltgeschichte. 3 te Aufl. 16 kr. — Kunstkabinct, phystsch-bkonomischeS und chemisch-technisches» Ulm 1806. 30 kr- — Llngard, Geschichte von England; übers, von E. von S. 1 Bdchn. 12 kr. — B. Roch, vermischte Abhandlungen. Karlst. 1824. 3 Hefte. 1 fl. 6 kr. — Rheinländer, badischeGampraris. KarlSr. t 625 . 30 kr. — 611120t, sie ia poine cto irrort en mstierv politicsuo. ksris 1822. Z4 kr. — I)e 6kois^, Lle- inoires p. serv. a l kist. cle I-ouis XIV- 3 Vvls. Vtieoirl >727. 18 kr. — ülümvires cl'uno Lonlemzio- rsine. 4 Vols. (t? Bändchen). Ltuttzurt »828. r tl. — i^ouvello Libliollre^ue cli amsticjuo (die besten Stück« von Scribe, Dclavigne :c. enthaltend). 7 Bände. ,826 — 24. 2 II. 42 kr. — Lims. 6ottln, Llissketk et Llairs ci 4 ^Il>e. >8-8. 3 o kr. — Lrssino, Lueo- ruio clolla kssriis (ital. und latein.) 1761. 12 kr. — Aarnrontel, Lelissrio. (ital.) 8 kr. — L^roa's 6kilct Hsrolfls ki>F,in->ge. Lanlo I et II. >2 kr. — Hr. Noore's kootiesl Works. 2 Vols. 182t. 24 kr. — (Briefe und Gelder frei.) Heidelberg. (Klaviere zu verk aufen.) Bei Uni- verstiätsmusiklehrcr Faulhaber sieden mehrere gut gehaltene «laviere und Flügel um billigen Preis zu verkaufen. Heidelberg, den 6. Sept. i65Z. Meersdurg. (Aufforderung.'! Am ig. dieses kam der unten signalisirte, dem Namen nach unbekannte Fremde, der sich übrigens für den Hofkoch Sr. Durchlaucht des Fürsten von Fursienberg aus. uns in Geschäften nach Konstanz zu rei. fen vorgab, mit dem unten näher bezeichnet«» Pferde und Reisewagen in dem Gasthaus zum Wilbcnmann dahier an, und ließ sich nach kurzem Aufenthalte mit Aücklafsung seines Wagens und Pferdes, welch letzteres er bis zu seiner des andern Tag- spätestens erfolgenden Rückkunft der sorgfältigen Pflege des Wirths empfohlen hatte, nach Konstanz überschlffen; kehrte jedoch bis jetzt nicht mehr zurück. Aus dessen ebenfalls rückgclassenen Papieren, bestehend aus Manuscripten über den neuen Laboriruntcrricht, auf den Lieutenant Grundherr als Eigcnthümer sprechend; insbesondere aus einem Lagebuch vom >Z. März > 65 - anfangend, läßt sich schließen, daß der Fremde im königl. baierischen Militär war, aus allem aber vermuthen, daß derselbe das dahier rückgelaffene Fuhrwerk irgendwo gcmiethet oder entwendet hat. Indem man nun diesen Vorgang mit dem Ersuchen um baldige AnSkunftSertheilung über eins und das andere öffentlich bekannt macht, fordert man den vorigen Besitzer oder Eigentümer des Pferdes und Wagens auf in Frist von ,4 Tagen mit gehöriger Legitimation hierüber zu verfügen, sonst solche der Ersparung der Koste» wegen öffentlich verkauft, und der Erlös deponirt werden soll. Meersburg, den 26. August 18ZZ. GroßherzoglicheS Bezirksamt. M a i n h a r d. Signalement des Fremden. Derselbe war etwa 40 Jahre alt, von großer korpulenter Statur, vollem Gesicht und frischer Gesichtsfarbe. — Naher konnte er in Beziehung auf seine Gcsichtszüge nicht beschrieben werden. Seine Kleidung war folgende. Eine braune tuchene runde Kappe mit ledernem Schilde, ein dunkelblauer tuchener Ueberrock mit überzogenen Knöpfen von gleichem Luche, weiße Weste, weiße lange Hosen und Stiefel. Er soll die niederbaierische oder oberösterreichische Mundart gesprochen haben. Beschreibung des Pferdes und Wagens. Das Pferd ist eine schwarzbraune Stuttr mit einem kleinen weißen Stern auf dem Kopfe, und 8 — 10 Jahre alt. Der Wagen ist ein s. g- Bernerwagcn. Bornen und hinten mit Epriheleder, in der Mitte befindet sich ein mit Leder gedeckter, gelb angestrichener Ehaiscnkasten. Emmendingen. (Fahndung.) In der Nacht von gestern auf heute ist der sehr gefährliche Jauner Joseph Kadler von Immenstaad (Bezirksamts Heiligenberg), dessen Signalement unten folgt, gewaltsam aus dem Gefängnisse dahier aus- gebrochen. Sämmtliche Polizeibehörden werden dringend ersucht, auf diesen höchst gefährlichen Jauner zu fahnden und ihn im Bctre- tlingsfalle wohlverwahrt anher cinlicfern zu lassen. Emmendingen, den 4. Sept. 16ZZ. GroßherzoglicheS Oberamt. d Rieder. Signalement. Aller, Z8 Jahre. Größe, 5 ^ 6". Haare, schwarz. Gesichtsfarbe, schwarzgelb. Augen, braun. Nase, etwas spitzig. Mund, mittler. Kinn, lang. Zähne, gut. Bart, schwarz. Backenbart, gering. 2162 Kleidung. Bei der Flucht trug er ein baumwollenes roth- und gelbgeblümtes Halstuch — grauiüchcnen Tschobcn — graulcinene Sommerhosen — blautüchene Kappe mit langem Schild — und Schuhe mit Riemen- Er treibt sich gewöhnlich als Rcgenschirmmacher herum. Lahr. (Fahndung.) Sämmrliche großherzogliche Behörden werden ersucht, auf een unten beschriebenen ledigen We- berSzeselle» Jakob Keller von hier, welcher arbeitslos umherzieht, aus de» Namen Anderer Käufe abzuschließen und die Leute zu prellen sucht, zu fahnden und ihn im Berretungsfall anher einzuliefcrn. Lahr, den Z>. Aug. 1833. Großherzogliches Oberamt. R ü t t i n g e r. Signalement. Jakob Keller ist 5, Jahre alt, schlanker Statur, hat blonoe Haare, dergleichen Augenbraunen und Bart, ein lang- Iichtis blasses Gesiwt, eine etwas zischende Sprache. Baden. (Aufforderung.) Auf Antrag der Gläubiger des diestn Sommer am hiesigen Theater engagirt gewesenen Schauspielers C. Unzelmann, wird, da der dermaljge Aufenthalt desselben dahier nicht bekannt lst, gedachter Unzelmann hiemit öffentlich ausgesordert, die bei seinem Abgang von hier unberichtigt gelassenen Aahlungsvcrbtiidlichkeitcn binnen 14 Tagen um so gewisser zu erfüllen, als sonst das hiesür hinterlegte Faustpfand gerichtlich versteigert werden würde Baden, den 3. Scpt. ,333. Großherzoglichcs Bezirksamt. Mahler. vclr. Wagner, Akt. Rastatt (Aufforderung, st Auf Antrag der Relikten des verstorbenen Hofgeiichisraths Frhrn. v. Stetten dahier werde» alle diejenigen, welche Ansprüche an dessen Verlassen- schast mache» können und wollen, hiermit ausgesordert, dieselbe» in Frist von 2 Monaten, Staufen, s S ck> u I d e n l i e> u i d a t i 0 n.) Gegenden Dermögensnachlaß des Maurers Gaudenz Bau mann von hier haben wir Gant erkannt, und Tagfahrr zum Richtigstcllungs- unb Vorzugsverfahren auf Montag, den 16 . Sept. d. I., Vormittags 3 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei angeordnet. Es werden daher alle dic>enigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgcfor- bert, solche in der angesegten Tagsahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Ganc, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Uiuerpfandsrcchte zu bezeichnen, die sie geltend zu machen gedenken, u. zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkundcn oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Dabei verbindet man die Anzeige, daß bei dieser Tagfahrt ein Maffepfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt werden wird. Staufen, dm ,5- August ,633. Gtvßherzogliches Bezirksamt. L e 0 . Lahr. (Schulden! iau idatio n. ) Die Georg Ru- der'schen Eheleute von Dinglinge,, sind gesonnen nach Nordamerika auszuwandern; daher werden alle diele,rigen, welche an diese Eheleute Ansprüche zu machen haben, ausgesordert, solche Freilag, de» 20 . Sept. d. I., Vormittags 8 Uhr, bei dem Oberarme dahier anzumclden, widrigenfalls ihnen sonst später zu ihren Forderungen nicht mehr geholfen werden könne, g Lahr, den 2 . Sept. 1833. Großherzogliches Oberamt. Rüttl » ger. dx ahr. (Sck u l d e» l i q u i da t io n.)> Die Schmied I,- kob Velrers Eheleute von Friesenheim sind gesonnen, nach Nordamerika ausjüwandern ; daher alle diejenigen, welche an di.se Eheleute Ansprüche zu machen haben, ausgesordert werden, solche ! SamStag, den 14 . dieses Monats, Vormittags 8 Uhr, bei diesseitigem Oberamte anzumclden, ansonsten spater ihnen Hi, ihren Forderungen nicht mehr verholst» werden könnte: Lahr, den 4 . Scvt. ,633. Gioßl-rrvgÜches Oberamt. R ü t l i n g e r. a dato um so gewisser dahier gellend zu machen, als ihnen sonst, im Falle sie sich nicht gemeldet habe» , solche blos auf denjenigen Lheil der Verlasscnschaft noch zustehen, welche nach Befriedigung der Lrbschaflsgläubigcr auf die Erben gekommen ist. Rastatt, den 3- Aug. i83Z. Großherzoglichcs Oberamt, istcr Bezirk. Bosch. -rät. Burgarb, Akt. Unterö-wis - ei m. s W e i n v e rst e i g cr u ng. 1 Montag,, den ,K. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werdrn dahier ca. 44 Ohm Wein, »Kar hiesiges Gewächs, einer öffentlichen Versteigerung aus- geuht. ^ Untervwisheim, den st. Scpt. ,833. Großherzogliche Domanenvcrwaltung. Steinwar z. Rohrbach (Bezirksamts Sinsheim). sEssi g fi e d »r e i- Versteigerung..! Die zur Vermögensmasic des vertcbten Haiidclrmanntz Allton Franz von Bruchsal gehörige Neu einge- richnte Essigsiederci, bestehend in einem jw>ij.öcki.,t,n Gebaute m»l geräumigem Hvfplaye an der Straße gegen Steiirsfurth wird auf Anrrag der Eibinreressenten Montag, den > 6 . September d I , Vormittags A Uhr, in Leco Achrbach, auf dem dortigen Gemeindehaus öffentlich versteigert, und hierzu die Liebhaber eingeladen. Sinsheim, den 26 . Aug. ,833. Großherzogliches Amtsrcvisorat. Leibfr ied. Karlsruhe. (Hau ^Versteigerung.) Nachstkom. mcnten DicnSrag, den ,c>. dieses Monars, Nachmittags 3 Uhr, wird das den Oberrechnungsralh Hütlenschmid t'schen Eheleuten dahier gehörige zweistöckige massiv erbaute in derE/bprin- zensiraße Nr. 3 gelegene Wohnhaus nebst Seitengebäude und daran stoßendem Garten, im Gasthaus zum König von Preus- sen, der Erbtheilung wegen, öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und bei einem annehmharen Gebote sogleich, ohne Raiifikationsvorbehalt, für eigen zugeschlage» werden ; wozu man bi« Liebhaber einlader. Karlsruhe, den 2 . Sept. ,833. Großherzogliche Sradikommandantschaft. v. Sentker. Verleger und Trucker: PH. Macklot