K a r l s r u h e r Zeitung. Nr. 258 Dienstag, den 17. September 1833 * B a i e r n. Weder die Oeffcntlichkeit der Verhandlungen in Landau, noch daS Institut der Jury, ist an dem Erfolge und den wichtigeren Erfolgen, die man erwarten mag, Schuld. So wenig ich, der ich sonst ein großer Freund beider Institutionen bin, in politischen Anklagen und Preßvcrgchen Vir Jury, wie stein Rhembaiern organisirt ist, gut zu heißen vermag, so gewiß ist cs doch, daß unter andern Umständen ein ganz verschiedenes Resultat erfolgt seyn würde. — Das, waü das Kind der Asstse so ungestaltet erzeugte, hat in den folgenden Thatsachen Grund und Ursprung. 1) Die Kreisregierung nahm Vorsichtsmaaßregcln zur guten Wahl der Geschwornen, wie sie nur ein durchaus übel- berathener Eifer anrakhen konnte. Zum erstenmale wurden Staatsbeamte, und sogarzehn, und war noch mehr ist, sehr untergeordnete, in mancher Beziehung abhängige Beamte (gegen deren Zulässigkeit manche Gründe zu sprechen schienen, wie sich auS den Verhandlungen ergibt) in die Liste der 24 Geschwornen eingetragen. Die Liste der 48 war noch auffallender. Die nun gewählten und nicht re- kusirten Geschwornen sahen sich selbst gewiffermaahen als Kommiffarien der Regierung an, die dazu bestimmt scyen, die Angeklagten jedenfalls zu verurtheilen, wodurch sie sich tief gekränkt fühlten. DaS Publikum theiltc die Ansicht, und dieses wirkte auf die Geschwornen mit verdoppelter Kraft zurück. Ich bin überzeugt, daß diese falsche Maaß- regel auf die Entscheidung der Geschwornen tausendmal größeren Einfluß hatte, als der Abcrw z der Demosiheneund die Sophismen der Advokaten. 2) Zu dieser Mißllim- mung de» Publikums und der Jury kam nun noch die Veranstaltung der Zensur und die Ernennung eines jungen Menschen zum Kontrolleur. »Die Regierung will Kondemnation und Unterdrückung der Verteidigung!" — wurde die — gleichviel ob wahre oder solche— Ueberzcu- gung der Leute, der Geschwornen, — und vielleicht mehr als Eines d.r höheren Staatsdiencr, die, meist sehr gui- müthize Männer, sich des durch jene Maaßregel erzeugten allgemeinen Gefühls wohl nicht ganz crwehien konnten, und dadurch einen großen Theil der Energie verloren, deren sie diesmal mehr, a!S je, bedurften. 3) Die Am geklagten und Advokaten benutzte» diese ihnen so günstigen Verhältnisse mit einer Frechheit, die sich nicht einmal in den zügellosesten Preßprozeffen zu Paris in solchem Maa- ße zeigte. Da man durch jene vorangegangenen äuffern Mittel die Verhandlungen mit Schranken umgeben zu können geglaubt hatte, so war natürlich die innere Gegenwirkung im Gemüthe derer, welchen zunächst die Leitung der Verhandlungen oblag, um so größer, so daß da, wo ihnen blos Pflicht, Klugheit und Anstand hätten gebieten sollen, sie vielleicht die Besorgniß befangen hielt, daß man ihnen im Publikum den Vorwurf machen möchte, die Verthei- digung der Angeklagten zu beschränken. 4) Die vielen Zeugen, welche blos über den Jnha't der Hambacher Reden hätten vernommen werden sollen, gaben nun den Rednern Beifall. Es wurden Diskussionen darüber und über eine Menge Dinge, die nicht in der geringsten Beziehung mit der Anklage und Vertheidigung standen, eröffnet, — sogar Anekdoten von beiden Tbcilcn vorgebracht, die die Ehre und die Achtung deS Gouvernements tief — tief erschütterten, und diese Diskussionen selbst (ohnehin schon zur Unrechten Zeit, während der Zeugenabhörung, erhoben und gestattet) gaben den Verhandlungen eine unwürdige Gestaltung; man hätte sich oft in eine Iudenschule versetzt glauben können. 5) Nun hielten die Angeklagten Vorlesungen über ihre politischen Grundsätze und Träumereien: eS war da- Hambacher Fest im vergrößerten Maaßstab! DaS ungelehrte Publikum, die Halb-, Achtels- und Sc- dezge'ehrten sperrten Nasen und Mäuler auf, hielten die Prediger der Menschenrechte nicht blos für die grundgelehrtesten MLmer, die Europa aufzuweisen habe, sondern für Luther, für ChnstuS und Apostel. Der Präsident und der Generalprokurator ließen sich ein wenig auf die Politik ein und suchten — als wenn daö Staatsrccht aus dem Zwiigefrtze abgeleitet werden könnte, dürfte und müßte,— daS Recht, die StaatSverfaffung gegen Revolution zu erhalten, auf die Prinzipien deö Besitzstandes, sogar dicdeS Oolis Aüp. über den Besitz beweglicher Sachen, zu gründen! Die Zurechtweisung der Angeklagten auf das, was ihnen oblag und zusiand, — auf die Thatsache der Aufwiegelung, Zweck und Intention — unterblieb, wo nicht völlig, doch so, daß der einzige Gegenstand der Untcrsu- ckuna und Entscheidung ganz in den Hintergrund gestellt blieb! 6) Durch die Mißgriffe und unbeschränkte Duldung erhielten die Angeklagten eine Stellung, die ihnen in den Augen des Publikums und der Jury höchst günstig ward. Sic benutzlensie meisterhaft: sie stellten sich als Märtyrer dar, und bevrohetcn die Geschwornen, wenn sich nicht die Freisprechung erklärten, mit der Verachtung und dem Hasse der Welt und— dem jüngsten Gerichte. 7) Die Fragen an die Geschwornen beschränkten sich nicht auf die Thatsachen, aus welchen daS Assiscngericht die direkte Provokation zum Umstürze der Regierung abzuleiten oder zu verwerfen berufen ist, sondern machten die Geschwornen zu Richtern der Rechtsfrage. Und nicht genug damit, wurde ihnen nicht einmal begreiflich gemacht, daß sich die Worte: direkte Aufreizung nicht auf die Art und Weise derselben, 2220 sondern bloß auf den Gezcnstand, — Umsturz der Verfassung (im Gegensätze einer blos zufälligen Wirkung der verdienen Handlungen) beziehen u- s. w. 8) Gleichwohl erfolgte die Entscheidung der Jury nicht einstimmig. Selost Wirth erhielt drei Stimmen gegen sich, manche Stimmen für ihn sollen ihren Grund darin haben, daß man »dem Wahnsinnigen, dem Schwärmer" die Handlung nicht im- putiren könne. Hochdörfer erhielt sechs Stimmen gegen sich und verdankt seine Freisprechung nur der der Mitangeklagten. Siebenpfeiffer hatte fünf unbiegsame und, wie behauptet wird, einige nachgiebigere Stimmen gegen sich; die übrigen wurden als unbedeutende politische Kannegießer — begnadigt, und Baumann konnte freilich nach diesen Vorgängen nicht für schuldig erklärt werden. (Allg. Ztg.) Ingolstadt, 11. Sept. Die Festungsarbeiten verzögern sich durch Mangel an Arbeitern. Man hoffte, deren in Kurzem über 4000 zusammen zu bringen; allein noch hat sich nicht die Hälfte dieser Zahl gemeldet. In den Jahren 1820 und >830 hatte man stets über 4000 Arbeiter, und mußte täglich eine Menge Verdienstsuchende abweisen. Zum Theil mag wohl die heurige, stets wechselnde Witterung die Schuld tragen, daß die Frage rach Arbeit aufgehört hat. ES sind aber durchgehenbs Erdarbeiten auf dem linken Donauufer, welche in Akkord gegeben werden, und wobei ein fleißiger Arbeiter 40 bis 45 kr. per Tag sich verdienen kann. Inzwischen sind die Werke auf dem rechten Donauufer ihrer Vollendung nahe, und werden täglich oon Fremden besucht. (Nürnb. Korresp.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 4. Sept. Es wird hier sehr viel davon gesprochen, daß die deutschen Regierungen darin überein- gekommen wären, dem Unwesen der französischen Journalistik in ihren Staaten ein Ende zu machen, indem eS doch auch wirklich fabelhaft ist, daß Z.itunzsd'.ätter, welche die unverschämtesten Beleidigungen und Lügen über Deutschlands Fürsten und Regierungen enthalten, von den Postanstalten aber dieser Regierungen wohlfeiler als Briefe befördert werden müffen. Ein Verbot zum Eindringen wird, wie man sagt, zwar nicht erfolgen, doch sollen die französischen politischen Journale einem eben so hohen Poriosatze unterworfen werden, als Briefe von dieser Schwere und Dicke zu zahlen haben würden. (Lpz. Ztg.) Königreich Sachsen. Dresden, 10. Sept. Man weiß hier, wo man allerdings unterrichtet seyn kann, nichts von einer Reise des Königs von Preuffen zu einer neuen Zusammenkunft mit dem Kaiser Franz in Münchcngräz in Böhmen in Gesellschaft des Kaisers Nikolaus, nicht» von einer diplomatischen Reise Ancillons eben dahin (der muß ja wohl in Töplitz alles Nölhige schon verabredet haben), nichts von einer Akte, die dort unterzeichnet werden sollte. Kaiser Nikolaus hielt sich allerdings nach seiner glücklichen Ankunft in Schwedt im Schooße der ganzen königl. Familie,' wozu in den letzten Tagen auch noch der jüngste Sohn deS Königs, der auS den Niederlanden zurückgekehrte Prinz Albert kam, einige Tage in der alten markgräflichen Residenz in Schwedt auf, wo auch alle Privathäu'er von illu- stren Fremden angefüllt waren. Die Unlerrichteten lach ln zu allen Sagen und Gerüchten von gewaltigen Maaß- regeln und Vorbereitungen, welche von den drei Monarchen des Nordens beschlossen seyn sollen, und erlauben» sich über die Reise deS Kaisers Nikolaus blos die Bemerr kunz: Wäre e» denn etwa« so Unbegreifliches . daß der jetzige Kaiser von Rußland die persönliche Bekanntschaft de» ehrwürdigen Oberhauptes der österreichischen Monarchie zu machen, und was einst sein Bruder so großartig begonnen und angeknüpft hatte, fortzusetzen gewünscht hätte? Daran knüpft sich aber auch wohl eine zweite Bemerkung: Möchte eS wohl den 3 Monarchen zum Vorwurf gemacht werden können, wenn sie gegen daS Vorwärts ohne Ende und BeruhigungdaS: Soweit aussprächen, ohne damit der freien, geistigen und industriellen Selbstent- Wicklung der Völker Fesseln anlegcn zu wollen? (?pj. Ztg.) Oesterreich. Preßburg, 22. August. A/s in dem ungarischen Reichstage der Artikel von den UrbariaOchuldigkeiten, oder den Abgaben der Unker.'hanen an die Herrschaft, zur Verhandlung kam, wollten viele Abgeordnete den Eingang desselben weggelaffen wissen, welcher so lautet: »Nachdem alles Grunveigcnthum der Herrschaft gehört, und aller Grund den der Bauer bearbeitet, so ist es dem Rechte und der Billigkeit entsprechend, daß von demselben dem Herrn Abgaben und Leistungen entrichtet werden." Dennoch wurde dieser Artikel nach anhaltender Berathung beibehakten. Ebenso die Bestimmung, wornach jeder Unterthan von seinem Sitze jährlich 1 fl. der Herrschaft zu entrichten hat, wobei noch zu bemerken kommt, daß, wenn Jemand mehrere Jntravillangründe besäße, von jedem besonders 1 fi. zu entrichten ist. (Preßb. Z.) Frankreich. * Paris, den 13. Sept. Der König ist^lücklichund wohlgemuth in St. C/oud angekommen. Die Zeilu->gßop- position ist ganz verlegen, und weiß nicht wie sic ihren Lesern de., überaus günstigen Empfang des Königs in den bereisten Departements verheimlichen oder verdrehen soll, denn die Hauptkunst der geübten Polemiker besteht, wie bekannt darin, sonnenklare Thatsachen zu verdunkeln. Diesmal dürfte eS aber schwer seyn, die gewöhnliche Kunsttaschenspielerei anzubringen und auszuüben. Die Leser sind nicht mehr so orthodox als ehemals, man kennt nachgerade das ganze Maschinenwesen eines ewig verneinenden Zei- tung»menschen. Selbst das Volk fängt an die Augen zu öffnen: »ves gons 1s, sagen sie, ns 80 nt PS4 sr clis- bli.-» «ju'ilz en onl l'gii." (Diese Leute sind keine solche Teufel, wie sie auSfeden.) Auch die republikanische^ Unfehlbarkeit wird zu Grabe getragen. Mitunter hörte der 2221 König recht «restlicheReden, feine Antworten waren sammt- lich den Umständen angemessen. Auch die Widersacher der Regierung finden fie so, und sprechen ihr Unheil unumwunden aus. Ausserken Karkisten, welche ihre Augen auf Portugal heften, während sie im Innern bei lichtem Tage Verschwärungen anzetleln, verhalten sich die andern Parteien ziemlich ruhig. Die vor einigen Monaten im Militär hin und wieder bemerkte Währung ist verschwunden, durch angewandte Strenge bat man so manche Verzweigung entdeckt, so daß jetzt von dieser Seite nicht« mehr zu befürchten ist. Was sonst so viel zu schaffen machte, die Vo'.kKgesellsckafien im Zaume zu halten, ist nun keiner Schwierigkeit mehr unterworfen. Die Talentlosigkeit und Verschollenheit der ersten Mitglieder ist hinreichend, jeden Gedanken von Gefahr zu entfernen. Daß Journal le Po- pulaire, unter Laders Schutze herausaegeben, wird aus vollem Halse auf dem Pontneuf ausacschnen. aber nicht verkauft. Beweis, dass Hr. Labet ganz unbekannt ist. — Die Monarch.enzusammcnkmrft gibt b'os denen Stoff zu politischen Betrachtungen, welche ernstlich Politik treiben,- sonst denkt gewiß N emand daran, weil es im Bewußtscyn Aller liegt, daß keine fremde Macht es wagen wird, Frankreichs und Europa'« Ruhe zu stören , um das Wunderkind auf den Thron zu setzen. Das innige- Bündniß zwischen Frankreich und England macht jede Einmischung unmöglich. — Die englischen Blätter vom 13. bringen weder Veränderungen in den Konsols (88!/»), noch sonstige frische Nachrichten.. Straßburg, 13. Sept. Bewahren wir den Frieden, was, mit Ausnahme der übrigens keineswegs unbedeutenden republikanischen «der revolutionären Partei, welche durch den Krez ihr Propagandensystcm zu verbreiten hofft, der allgemeine Wunsch ist, so dürfen wir hoffen, daß Handel und Gewerbflciß bei unS immer mehr in Aufschwung kommen werden. Zu den Kanälen und Eisenbahnen gesellt stch nun ein neues, ungemein schnelles Ver- kedrtmittcl in der Errichtung der neuen Telegraphen, die dem Handel und überhaupt allen Privatoerhältmssen gewidmet sind. An der Spitze des Unternehmens steht Hr. Ferricr, der hierüber von der Regierung selbst ein Erfin- dungödip'om erhaben bat. Sie bewegen sich nach einer bechndern Methode, und haben vor den bisherigen den Vorzug, daß sie auch in der Nacht gebraucht werden können. Die gelch'ckte Einrichtung der Signale macht, daß eine Nachricht in Zeit von einer Minute 9 — 12 Stunden Weg machen kann. Bekanntlich wollte die Regierung und besonders die Postverwaltung sich der Errichtung dieser Telegraphen, als einem Eingriffe-in dos Monopolrecht derselben, wider-ctzcn, allein die berühmtesten Advvkalen Frankreichs haben in einer gedruckten Konsultation daS Unstatthafte und Gesetzwidrige einer so'chen Maoßregel mit so siegreichen Gründen dargetban, baß die Regierung, wie die Pariser Briefe melden, auf allen Widerstand verzichtet haben soll. Die Privattelcgraphen werden nun errichtet; Paris wird der Mittelpunkt dieser Korrespondenz senn, von! wo die Radien sich vorerst nach Havre, Calais, L>lle, Straßburg, Marseille,, Tyuiouse, Bordeaux und MnteS- ausdehnen werden. Die te'cgravhische Linie von Paris bis Siroßburg soll über Cdalons, Verdun, Metz und Nancy gehen, man will sie mit Deutschland in Verbindung bringen. (S. M.) — Die Ztg. v. O. u. N. Rh sagt in einem Artikel über die Landleute und Fabrikanten Folgendes : Emen Unterschied zwischen den Bürgern wegen ihrer Profession aufstel- lcn wollen , einen Thci! der Nation gegen den andern Hetzen , alle diese Dinge sind dem Geiste des neuern Frankreichs und der von ihm bewerkstelligten Revolution so sehr zuwider, daß die Urheber solcher Projekte dieselben nicht in ihrer ursprünglichen Form und unter der Bezeichnung ihres eigentlichen Namens verleg -n kennten, obne zum Voraus versichert zu seyn, daß sie bei ihren Mitbürgern keine Theilnahme erregen würden. Sie haben slw ihre Versuche unter einem ehrenvollen Namen verkappt; und dadurch, daß man an die ewigen Gefühle von Gleichocir und Gerechtigkeit einen Aufruf ergehen ließ, dadurch, daß man die Fabrikanten beschuldigte, alles an sich reissen zu wollen, und eine Tendenz zur Aristokratie zu hegen, glaubte man bei den Massen eine günstigere Aufnahme zu finden. Wäre dies in der That der Ur- und Grundgedanke alles dessen , was bei dieser Gelegenheit im Namen der ackerbautreibenden Bevölkerung getban undgesagtworden, würde es sich nur darum handeln, für sie und die industrielle Bevölkerung eine gle che Verthe-kung der politischen Rechte und der mit ihnen korrcspondircnden Lasten zu begehren, dann würden wir gerne und aus vollem Herzen den Advokaten beistimmen, die auf diese Weife pflichtgemäß die Der- theidigung der landwirthschaftlichen Interessen übernommen hätten, dann würden wir uns aus Leibeskräften bemühen, unfern ganzen Einfluß auf ihre Unterstützung zu verwenden. Allein unglücklicherweise dürfen wir nicht glauben, dass sich die unfern Mitbürgern in den Landgemeinden ertheil- ten dienstfertigen Rathschläge darauf beschränkt haben sol- kdn; alles verkündig im Gegentheil, daß die Urheber dieser Ränke nichts weniger denn eine Koalition gegen die Fabrikanten begehren, deren Ziel und Zweck darin bestände, dieselben von allen wählbaren Funktionen, den einzigen, um die sie sich, im Gefühl ihrer politsschen Unabhängigkeit, bewerben dürfen, völlig auszuschließem Man hat laut und öffentlich gerufen: Nieder mit den Fabrikanten! und um diesem Kricgsgeschrci, das in einem Lande, dem die Fabrikanten zum Rudme gereichen, noth- wendigcrweise ohnmächtig und erfolglos verhallen würde, mehr Gewicht zu geben, ha', man die allesvermögende Hülfe der religiösen Dorurtheile angesprochen, und hinzugefügt: Nieder mit den Protestanten! Dieses letztere Mittel ist so gehässig, so niedrig, Allem, was in unseren modernen GlaubenSanstchtm Großes und Heiliges liegt, so sehr entgegengesetzt und zuwider, daß wir vnS dabei gar nicht aufhalten mögen, und uns noch durch den Gedanken trösten, daß ec nur einzeln, bin und wieder, und von Leuten angewandt worden, die selbst unwissend sind, und ein erhaltenes in ihrer Dummheit übertrieben. Im Prinzip untersuchen, ob eS gut und klug seyn kön- 2222 ne, die Fabrikanten von den Departement«!-, Bczirkü- und Munizipalräthen auszuschließen, die ist eine Frage, über die wir uns in Wahrheit nicht getrauen eine ernstliche Diskussion beginnen. Großbritannien- London, im Sept. Die Fortschritte, welche die Engländer in den Südseeinseln machen, sind äufferst rasch, die weöleianischen Missionen in den Freundschaftsinseln (Tongatabu rc.) sollen von England mit der Kommission von Friedensrichtern versehen werden, und alle englischen Unterthanen, welche dort angefledelt sind oder anlanden unter ihrer Gerichtsbarkeit stehen. Die Bonininseln, welche sehr bequem für Kontrebande mit China und für Ausrüstung von Schiffen für den Wallfischfang liegen, sind kürzlich von den Engländern kolonisirt worden. Es soll künftig ein englisches Kriegsschiff bei den Südseeinscln sta- tionirt werden, um die verschiedenen EiabliffementS jährlich zu besuchen, und ihnen Hülfe verschaffen zu können, wenn sie es nöthig haben sollten. Der Einfluß der englischen Missionen im ganzen südlichen Archipel dehnt sich mit groß-r Schnelligkeit auS, sic haben überall Pressen, und auf vielen Inseln Manufakturen. Uebrigens haben sie nicht überall ihre Macht auf eine günstige Art angcwen- dct, besonders klagt man über das Betragen der Mission in Neuseeland, wo sie große Bedrückungen auszuüben scheinen. Sie zwingen die Eingebornen , vier Tage für Kirche und Schule zu bestimmen, den fünften müssen sie für ihre Häuptlinge arbeiten, so daß ihnen nur zwei Tage für sich und ihre Familien übrig bleiben, die Bevölkerung nimmt bei diesem System schnell ab, und der englische Gouverneur von Neusüdwales muß dabei einsckreiten. Die Zunahme des Handels im ganzen Südmc re ist ausserordentlich. Auf einer der Sandwichinseln Woahoo, legten im Jahr 1831 dreißig englische, 83 amerikanische und fünf Schiffe anderer Nationen an. Die Insel Mauü in derselben Inselgruppe ist eben so besucht, und im Dezember 1831 lagen zu gleicher Zeit 33 Schiffe vor ihr vor Anker. (Allg. Ztg.) London, 28. Sept. ES wird die Station auf dem Tajo von unS sowohl, wie durch französische Schiffe verstärkt werden, auch wird man ein wachsames Auge auf die spanische karlistische Partei haben, und ihr entgegen arbeiten. Wie diese Partei sich in Klubs und Assoziationen zu verstärken sucht, will man der konstitutionell Partei in Spanien gleichfalls zur Hand gehen. Da er aber für diese gefährlich, ja bei dem allerforschenden Auge dcS PnelierstandeS in Spanien kaum möglich scheint, gegen Willen dieses Standes geheim: Verbindungen zu unterbauen, so dürfte man in Gibraltar ein (lomito äü-ecreun errichten, daß für die Interessen der Konstitutionellen zu wachen hätte und dieselben nach Möglichkeit zu befördern suchte. In wie weit unsere Regierung es für rathsam hält, der Wirksamkeit jenes Komitü's direkt oder indirekt Vorschub ru leisten, weiß ich nicht zu sagen; daß aber ein Plan entworfen, und von einflußreichen Personen tieJn- stallirung eines konstitutionellen Komite's für Spanien zu Gibraltar für zweckmäßig erachtet wird, kann ich versichern. (Allg. Ztg.) Italien. Neapel, 3. Sept. Die Dinge haben sich hier sehr geändert. Man weiß, daß der König sich angelegen seyn laßt, alle Gerüchte zu zerstreuen, die auf seine Rechnung verbreitet waren, und daß er plötzlich einen großen Werth darauf legt, nicht für den Beförderer der neuen Ideen gehalten zu werden. Sein einziges Bestreben geht dahin, in den verschiedenen Zweigen der Administration Verbesserungen einzusühren, und vorzüglich den tief gesunkenen Geist der Armee zu heben. Dadurch wird er sich den Dank aller Wohldenkenden erwerben. Hauptsächlich scheint ihm eine Korrespondenz die Augen geöffnet zu haben, die zwischen einem ausgezeichneien Deputieren in Paris und einem im Römischen sich aufhaltenden Franzosen gewechselt worden ist. Es soll daraus deutlich hervorgeben, wohin man eS zu bringen suchte. Die alten Doktrinen von 93 scheinen in dieser Korrespondenz wieder erneuert worden zu seyn. Man muß gestehen, daß die entschiedensten Anhänger des Liberalismus durch solche Meinungen nicht sehr erbaut seyn können, und gewiß vorziehen werden, den Gang der Wcltbegebenheiten ruhig mir anzusehcn, statt um solchen Preis ihre Ideen zu fördern. Wie viel starker müssen sie auf das königliche Gemkth gewirkt haben, das, im Feuer der Jugend erglühend , nur bas Gute zu verwirklichen glaubte. Für die Beruhigung von ganz Italien ist es wichtig, daß die verschiedenen Re- aierunacn von gleichen Prinzipien auSgehen, und über die AcitvcrhLltni'ffc gemeinschaftlich berathcn. Sonst hätten die Gegner leichtes Splel. Finden nicht wieder Sinncß- veränderungcn statt, was leider häufig geschieht, so würde auch auf den Kirchenstaat die jetzige Gestaltung der diesigen Verhältnisse wenigstens insofern einen guten Erfolg äussern, als es leichter würde, ihn von der Last fremder Truppen zu befreien. Biö jetzt wäre es gewagt, fast unmöglich gewesen, die Legationen ohne fremdes Militär «m Zügel zu halten; herrscht aber einmal mehr Uebereinstimmung unter den italienischen Regierungen , fällt das ängstliche Wesen und Mißtrauen weg, das eine gegen die andere äuffert, so besitzen sie Mittel genug, um sich gegenseitig zu unterstützen , und den Frieden dem gemeinschaftlichen Vaterlands zu erhalten. Italien hat darin viel Aehnliches mit Deutschland; so lange die deutschen Regierungen sich nicht genau verständigt hatten, und der Bundesversammlung die Kraft mangelte, die man ihr in der letzten Zeit zu verleiben bemüht war, waren überall Störungen zu befürchten. Hätten die Italiener eine Institution, wie die deutsche Bundesversammlung, so würden die Regierungen bald eine größere Kraft entwickeln, als cS jetzt geschehen kann. (Allg. Ztg.) Rußland. St. Petersburg, 3 l. August. Die ausserordentliche Sterblichkeit, welche einen großen Theil der Kinder bald noch ihrer Geburt dinwegrasst, hat die Kais, freie ökonomische Gesellschaft bewogen, folgende Preisfrage aufzu- 2223 stellen: "Die Erfahrung aller Völker und aller Zeitalter lehrt, daß unsere Kinder fast alle gesund zur Welt kommen und doch bleibt kaum die Hälfte davon am Leben. Zum Beweis dessen kann unter andern der Bericht über die Sterblichkeit in Moskau dienen, wo im Jahre 1832 die Zahl der neugeborncn Kinder 4594 betrug, von denen im ersten Lebensjahre 108l, im zweiten 213, im dritten 104 im vierten 54 starben. Je alter die Kinder werden, desto geringer wird die Zahl der Sterbenden. Die freie ökonomische Gesellschaft, deren Pflicht cs zum Theil auch ist, überden öffentlichen Gesundheitszustand zu wachen, wünscht die Ursachen dieser so unnatürlichen Sterblichkeit unter den Kindern in ihrem ersten Lebensjahre genau kennen zu lernen, wie auch die Mittel, diesem Uebe! vorzubeugen; es müssen jedoch solche Mittel scyn, welche der Lebensweise der Bauern angemessen sind, und deren Anwendung unter die Aufsicht der Gutsbesitzer, Gutsverwalter und Dorfältesten gestellt werden kann. Für eine befriedigende zum 1. Marz 1834 einzuschickende Beantwortung dieser Frage, setzt die ökonomische Gesellschaft einen Preis von 2000 Rubel und eine Medaille von 50 Dukaten an Werth, aus. Die hierauf bezüglichen Abhandlungen können in russischer, französischer und deutscher Sprache abgefaßt seyn und müssender ökonomischen Gesellschaft, unter beliebigen Epigraphen eingesandt werden. Die Verfasser werden ersucht, ihre Namen und Adressen den Abhandlungen unter besonderem Siegel be^zufügen." (Ruff. B.) Schweden. Chrisiiania, 29.Aug. Vorgestern wurde der Stor- thing von Sr. k. Hoh. dem Kronprinzen mit einer Rede geschloffen, worin hauptsächlich die vom Storthing getroffenen Maaßrcgeln derauSgehoben wurden, um den Werth tcS Keldrepräscntativs aufrecht zu erhallen. Der Präsident des StortbingS, so w'e sämmtliche StorthingSmän- ncr, brachen hierauf in den Ruf auS: Gott erhalte den König und die vereinigten Reiche! Spater machte der ganze Storthing dem Kronprinzen seine Aufwartung, um ihm ihre und der ganzen Nation Ergebenheit zu bezeugen, was der Prinz in den huldvollsten Ausdrücken erwiedcrte. (Nv. Bllr.) Schweiz. Zürich, 11. Scpt. Die vielbesprochenen Anträge Berns sind noch nicht aufgegeben. In der nächsten Woche werden sie, wie man versichert, von den bekannten Leitern der Schutzvereine auch im hiesigen großen Rathe auf die Bahn gebracht werden. Man darf aber hoffen, die Mehrheit dieser Behörde werde sich mit Nachdruck dagegen erklären. Den geradesten Weg zum langersehnten Heile zu gelangen, findet man in der letzten Nummer des St. Gallcr "Freimüthigcn" anactragen, wahrscheinlich von Troxler selbst. "Keine Tagsatzung mehr", ist der langen Rede kurzer Sinn. Aehnlichc Aufrufe lieSt man in andern Blättern; sie machen aber wenig Eindruckmchr, wcilman diese Leute durchschaut und ihres Geschreies müde ist. (Allg. Ztg.) Staatspapiere: Wien, den 10. Sept. 4prozent. Metalliques 83'/«; Bankaktien 1195. Pariser Börse vom 13. Sept. 5prozent. konsol. 102 Fr. 10 Cent. 3proz. konsol. 75 Fr. 75 Ct. Redigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Für den Freund der Wahrheit sind eS schmerzliche Erfahrungen, wenn in öffentlichen Vertheidigungen irgend eines Gegenstandes das Wahre nur halb erkannt, daher auch nur halb gegeben wird. Darin zeichnet sich vorzüglich der Aufsatz in Nr. 250 der Karlsruher Zeitung aus, welcher unter dem 2. Sept. von der Westgränze der Schweiz die Stadt Basel gegen die Vcrläumdungen und Lügen vertheidigen will, welche bisher in verschiedenen Blättern so willig als zahlreich gegen sie ausgenommen wurden. So gründlich, freimütdig und männlich die Wahrheit über diesen Gegenstand gesagt wurde, so große Blößen gibt der Herr Verfasser jenes Aufsatzes in demjenigen Theil desselben, wo er von dem religiösen Stand der Stadt Basel redet. Mit Bedauern sieht man da sogleich, wie er auf ein fremdes Gebiet tritt, und in dem beliebten Ton der Welt über eine Sache feindselig abspricht, die eine so gründliche als gewissenhafte Prüfung erfordert. Es fällt dem ruhigen Beobachter dabei unwillkührlich die Aeufferung eines der würdigsten Theologen ein, womit er ähnlichen Ausfällen begegnete, indem er sagt; "Wer in dieser Zeit eifrig die wahre Gottseligkeit treibt, "die im Wissen sowohl, als besonders auch in der Erfüllung deS Wissens bestehet, der wird bald für einen Pieti- "sten gehalten werden, und man hängt ihm einen Kleck „nach dem andern an. Viele giftige Lästerungen sind von „jeher über wahre Christen ergangen, und die Gedichte "ihrer Feinde haben immer auch Glauben gefunden unter „denen, die lieber nachbcllen, als untersuchen. Christus „hat dieses zwar deutlich genug vorhergesagt — bei Jo- "hannes 15 V. 18 bis 21 — allein, von denen, die es „thun, ist ek eine große Blindheit, und unverständiges "Urtheilen; solche Menschen sollten vorher erst lernen, was „wahres Lhristenthum ist, ehe sie rechten. Wie aber „dunkle Wolken durch die Sonnenstrahlen erhellt werden, "so hat auch das Licht der Wahrheit immer daS Falsche "dergestalten erleuchtet, daß es desto deutlicher anerkannt "werden konnte. Bei Behandlung christlicher Sachen muß „man auf die Analogie der beiden Reiche des Lichtes und ,/der Finsterniß wohl acht geben." Und könnte man mit den eigenen Worten deS angeführten Aufsatzes (nach einer kleinen Abänderung) auch schließen, und sagen: Der Weise, der seinen Blick über die Gegenwart zu erheben weiß, und Ursache und Wirkung in ihrem Zusammenhänge erkennt, wird in dem 2224 traurigen Ereigniß des 3ten August s ein höheres Gosrhick für Basel finden, und »war ganz in dem Sinn eines wahren Christen, denen alle Dinge zum Besten di men. Ein wahrer Freund der Sladt Basel. Auszug aus den Karlsruher Wrtternngs- beobachr.ungen. 15. Sepk. ss Barometer > Lherm, Hygr. Wind. M. 6^1^27z.1oue. 7?7U7° !U?Ä7"NW. M. 2 Z27Z. 9.7L. 10.1 G. 52 G. Windstill. N. 8 Z27-Z. 9.0 L- 12.8G. 58 G. Windstill. Halbheiicr. Pschyrvmetrische Differenzen: 1.3 Gr. - 3.8 Gr. -1.9 Gr. T h e a r e r a n z e l g e. Donnerstag, den. 19. Sep>.: Die Dame von Av Litt el, Oper in 3 Auszügen, von BoiLdieu. Todesanzeige. Meinen Freunden und Bekannten zeige ich an, daß am 8. diesqs der großherzogl. badische Proseffor Medr, Oi. Fr. Lao. Moser, in einem Alter von. 87 Jahren, dahier verstorben ist. Heidelberg, den 10. Sept. 1833. Amimann Frey, als Schwiegersohn des Verstorbenen. Handelslehranstalt in Darmstadt. Zu Anfang des im Laufe des Monats Oktober d. I. neu beginnenden Lehrtursus können wieder einige Zöglinge in meine Handeiölehransialt — in volle Pension auf-- genommen werden- — Den ausführlichen Plan der Anstalt , so wie jede nähere Auskunft über dieselbe eltheilt Darmstadt, im Sept. 1833. Ludw. Venator. Dampfschifffahrt zwischen Köln und London. Dienst zwischen Köln, Düsseldorf, Rnhrort, Wesel, Emmerich, Nymwegen, oder Arnheim, Rotterdam und London. Zufolge der wiedercröffneten Fahrt von Holland nach England und Frankreich, hat die Direktion der nikderl«»-- bischen Dampfschifffahrt die Fahrt auf dem Niederrhein so eingerichtet, daß täglich ei» Dampfschiff von Köln nach Rotterdam und eins von diesem Or,c nach^Köln geht. Die Dampfschiffe legen diesen Weg mit möglichster Schnelligkeit zurück, und die Direktion hat gesucht, alle Einrichtungen zu wessen, die zur Bequemlichkeit und Annehmlichkeit der Reisenden beitrage» können. Es ist für anständige tublu st'hoie, so wie dergleichen Restauration anf's beste gesorgt, die alles zu mäßigen Preisen bieien, was Gegend und Jahreszeit liefern. Die Adfahrt und Ankunft dieser Schiffe andenHaupt- orren ist so eingerichtci; daß die Reisenden sich der Dili- geiizen und sonstigen Gelegcnhe teu zu ihrem weitern Fortkommen auf daS zweckmäßigste dedienen könne». Das i» jeder Beziehung rühmlich dekanme Dampfschiff "der Batavier" mit Maschinen von 2UO Pferden Krott und t20 Betten, geführt vom Kapitän Dav-d Dun Iop, fährt wieder wie früher zwischen Rotterdam und London. Die Direktion hat Alles gethan, »m daS Schiff in jeder Hinsicht zu vervollkommnen. Ueberflüssig würde es seyu, etwas zum Lode desselben sagen zu wollen, beim es tst als das schneilfahrendste, sicherste, schönste und bequemste allgemein berühmt. Es macht seine Fahrten wöchentlich und fährt: jeden Dienstag von Rotterdam und jeden Sonntag von London ab. lieber die Preise der Plätze und den Versand von W«a- ren enheile» die Agenten und Schiffsconducteure der over- tiud nicdcrchet,tischen Dampfschiffe nähere Auskunft. Plätze von Köhi und den üdrigen Orten nach Liverpool, Cork, Dublin, Bristol, Newbp, Dundalk werde» mit einer Erhöhung von L. > des bestehenden Tarifs für die große Kajüte und tO Sch. tO Pce. für den Pavillon, nach Ererer, Eow-es. Plymouth sür^die große Kajüte mit L. 1 und für de» Pavillon mit 9 Dch. 2 Pce. Erhöhung abgegeben. Bei direkten Einschreibungen von Köln nach London genießt man wesentlicher Vonhelle. Lgvlsroulie. (^.vis.) 8 e souosi^nü a I'hon- neuv ci unnonuvr ä llionorshlv puhliv r^uil uontinuu ä stoniiLt- oes lueuns eie lunguv Ivunouisv et sto eai- lic-imphio. ll eot scluLUeiwonl tlomiuiliu ruu ste la Lroier dir. 5. iluAuiu. Der Unterzeichnete hat die Ehre, einem verehrungs- würdigen Publikum hiermit anzuzrsgen, daß er sorlsetzt, Stunden in der französtf.hen Sprache und Cailigraphte sSchönschreiben) zu gebe». Er wohnt gegenwärtig in der Kreuzstraße Nr. 5. A. B o guin. Rastatt. sDiebstahl.s Dem Weber Vetnhard Seiler zu Stollbofe» wurden in der Nacht vom 5 . aus den b. d. M. folgende Gegenstände entwendet r r) 7 Siück Frauenhcmdcr, mit M. 8 . gezeichnet, 2 ) 2 Mannshemder ohne Zeichen. 2225 z) 2 Tllibtüibrr. , Handtuch. . .. ... 8) » neuer Oberbeltuberzug von schwarz und weiß gestreiftem Barchent. 6) , Mehlsack, mit I. 8. und Nr. ,24 gezeichnet. 7) » baumwollener roch und weiß karrirter Bettüberzug. N) , Äopsk'ffenübttjUg vom nämlichen Zeuge. g) , neuer Franenrock von roch und weiß gestreiftem Baum- wollenzeug. Dies wird Behufs der Fahndung öffentlich bekannt gemacht. Rastatt, den 6. Sept. , 833 . GroßherzogliLes Oberamt. Bausch. vär. Piuma. Karlsruhe. fDiebstahl.s In der verwichencn Nacht wurden aus einem hiesigen Gasthause die unten verzeichneten Effekten entwendet, was wrr Behufs der Fahndung zur öffentlichen ÄenNtniß bringen. Karlsruhe, den >L. Sept. , 633 . GroßherzogllcheS Stadtamt. Baumgärtner. vstt. Hacker, Acr. jur. Beschreibung der entwendeten Effekten. ») Ein Tonliermesser mit der Aufschrift »ktratt«. 2) Eene ganz große stählerne neue Handfchuhmachersscheere. S) Ein stählernes Piquctmesser. 4) Lin blauer neuer Frack von feinem Tuch mit blauseidenen Knöpfen und grauem Futter. 5) Ein Paar blaue Hofen von demselben Tuch, mit desgleichen Knöpfen- 6) Ein getragener, übrigens »och guter schwarzer Frack von ganz feinem Luch, mit desgleichen'Knöpfen und schwarz, grauem Füller. 7) Ein Paar kornblaue Tuchhosen, schon etwas abgetragen, v) Drei Paar leinene neue Hemden, das eine noch gar nicht getragen, die beiden andern verschwatzt, vielleicht mit L. II. bezeichnet. g) Ei» Paar weiße leinene Strümpfe. ,0) Zwei Sacktücher, das eine roih und weiß, das andere gelb mit Blumen. ,,) Eine blauseioene Schnallkrawalre, noch ganz neu, ,2) Ein weißes Piguethaisluch. ,3) E»> Paar neue noch nicht getragene Stiefel. .14) Eine roth fttfianene Brieftasche, worin sich befand: n) Ein Lehrbrief vom , 3 . Mat >635 aus Erlangen; d) . Empfehlungsbrief an Gebrüder Bar ,n Luneville. e) Briefe a» 0. Löwenstein in Landau. 2?) Ein leinenes Vorhemd iliit Knopflöchern. 16) Eine grüntuchene Mütze mit schwarzem Lederschild und Sturmband. a?) Zwei s. g. GesetzroUen, d. H. lederne Kapseln, viereckig. ,8) Eine Haarbürste. ,g) Eine Kleiderbürste. 2v) Zwei Schuhbürsten. 2>> Lin rundes Stück Seife. 22) Lin SchäLteichen Glanzwichse von Trier. 2Z) Drei Hemdkrägcn. 24) Lin Päckchen Laback mit der Aufschrift grichischer Cnaster. 2Z) Ein Gilet von fchwarzbraunem Wollcnzeug, mit Schalkragen, Knöpfen vom nämlichen Zeug, noch ganz neu, am rechten Armloch die Nach etwas aufgeriffen. 26) Ein Gilet mit weiße» Streifen von rvthem Zeug und Knöpfen vom nämlichen Zeug. »7) Lin schwarzes alles Felleisen Bruchsal. sDiebstahl.^ Aus einem hiesigen Privat- hause wurde mittelst Einstcigen in die Küche und Erbrechung eines Glasschrankes unten folgende Gegenstände, deren Werth bis jetzr nicht angegeben werden kann, entwendet; waswirzum Behuf der Fahndung auf Thäter und Gestohlenes zur öffentlichen Kennttiiß bringen. Bruchsal, den 7 - Sept. > 633 . GroßherzogllcheS Oberamt. B l a l t man n. Verzei chniß der entwendeten Gegenstände. 1) 24 Stück soodni'rte Teller von feinem englischen Zinn, das Stück im Gewicht von > >s 4 Pfd. 2) 5 Stück glatte dv. im nämlichen Gewicht. S) 4 Stück große faconirte Platten, pr. Stück zu 2 Pfd. 4) 1 großer zinnener Salatiöie zu 2 Pfd. 5) 1 do. ho. Suppenschüssel zu 4 Pfd. 6) , do. do. dv. zu S Pfd. 7) S Suppenschüsseln mit Henkeln zu > Pfd. 8) 1 . do. - dv. zu 2 Pfd. g) 1 do> ohne do. zu 2 Pfd. 10) 5 Beilagenplättchen, pr. Stück 1)2 Pfd. >1) , großer messingener Mörser mit Stößer, im Gewicht von 8 bis 10 Pfd., oben auswärts gebogen, und mit Iierra» then versehen. 12) > schon abgenutzter Wafferkübel von gewöhnlicher Form. Das sä mmtliche unter Nr. > bis 10benannte Zinngeschirrist Heils ohne Probezeichen, theilS mit »I-onsto»« — worunter 3 Engel - versehen, theilS sind auch die Zeichen abgeschliffen und die Buchstaben unleserlich. Meersburg, f A u ffor der un g. s Am ,g. dieses kam der-unten signalisirte, dem Namen nach unbekannte Fremde, der sich übrigens für den Hofkoch Sr. Dundlauchr des Fürsten von Fürstenberg aus. und in Geschäften nach Konstanz zu reisen vorgab, mit dem unten näher bezeichnet«,, Pferde und Reise, wagen in dem Gasthaus zum Wildenmann dahier an, und ließ sich nach kurzem Aufenthalte mit Nücklaffung seines Wagens und Pferdes, welch letzteres er bis zu seiner des andern Tags spätestens erfolgenden Rückkunft der sorgfältigen Pflege des Wir,Hs empfohlen hatte, nach Konstanz übcrslhiffen; kehrte jedoch h,s jetzt nicht mehr zurück. Aus deffcn ebenfalls rückgelaffcnen Papieren, bestehend aus Manuscttpten über den neuen Laborirunirrrrchl, aus den Lieutt- nant Grundherr als Eigen,hümer sprechend; insbesondere aus einem Tagebuch vom >3. März >832 anfangend, läßt sich schließen, daß der Fremde im königl. baienschen Militär war aus allem aber vermulhen,. daß derselbe das dahier rückgelassene Fuhrwerk irgendwo gemietber oder enrwendet Hai. Indem man nun diesen Vorgang mit dem Ersuchen um bal. dige Aiiskunftseriheilung über eins und das andere öffentlich bekannt macht, fordert man den vorigen Besitzer oder Eigenthü- mer des Pferdes und Wagens auf in Frist von ,4 Tagen mit gehöriger Legitimation hierüber zu verfügen, sonst solche der Ersparung der Kosten wegen öffentlich verkauft, und der Erlös deponirt werden soll. Meersburg, den 28. August ,633 GroßherzogllcheS Bezirksamt. ' Main hard. Signalement der Fremden. Derselbe war etwa 40 Jahre alt, von großer korpulenter Statur, vollem Gesicht und frischer Gesichtsfarbe. — Näher konnte er in Beziehung auf seine Gesichrszüge nicht beschrieben werden. Seine Kleidung war folgende. Eine braune tuchene runde Kappe mit ledernem Schilde, ein 2226 dunkelblauer tuckentr Ueberrock mit überzogenen Knöpfen von gleichem Tuche, weiße Weste, weiße lang« Hosen und «Stiefel. Er soll die niederbaierische oder oberösterreichische Mundart gesprochen haben. Beschreibung des Pferdes und Wagens. Das Pferd ist eine schwarzbraune Stutte mit einem kleinen weißen Stern auf dem Kopfe, und 8 — io Jahre alt. Der Wagen ist ein s. g. Bernerwagen. Vornen und hinten mit Spritzeleder, in der Mitte befindet sich ein mit Leder gedeckter, gelb angestrichener Chaisenkasten. Haus zu verkaufen. Ein schönes kleines Haus mit Garten, zu Korck (Baden) 2 Stunde» von Straß-urg gelegen, der Garten an der Straße von Straßburg nach Offenburg; daS Haus, im Hintergrund des Barrens, ist seit seiner Vergrößerung nicht bewohnt; dasselbe ist ganz neu rcparirk, gemalt, und alle Zimwer desselben mit frischen Tapeien garnirt, um die Summe von i6öo deutsche Gul- den oder Z6oo Francs zu verkaufen. Wegen den Bedingungen sich zu melden in Straßburg bei Hrn. Reinhart Martin, Gartnersmarkt Rr. 3 im Rapger'. scheu Hause, Sinsheim. (Fr u ch t v erka u f.) Dienstag, den 24. d. M., Nachmittags 2 Uhr, wird in dem Gasthaus zur Krone in Eppingen der Rest der disponiblen Fruchtvvrräthc auf dem Speicher zu Eppingen vom Jahrgang i 3 Zr von ungefähr ,8 Malter Korn und 60 - Dinkel öffentlich verkauft und bei annehmbaren Geboten sogleich ralifi- zirr werden. Sinsheim, den 6. Seht. 18LZ. Großh. Sitflschaffliei. C 0 n z. Lenzingen, f Straferkenn tniß.sj Der dem groß- herzoglichen Linieninfanterieregim-nt Erbgroßhcrzog Nr. 2 zuge- theilte und deserline Soldat Mathias Gerber von Forchhcim ist ohngrachtet der öffentlichen Vorladung vom 14. Juni d. I. nicht zurückgekehrt. Derselbe wird nunmehr seines Ortsbürgcr- rcchts für verlustig erklärt, und, mit Vorbehalt seiner persönlichen Bestrafung im BetretungSfalle, in die angeordnele Zivil- strafe der Zahlung des geschlichen TheilS des Vermögens, wel- ch-s sich bei dessen künftigem Anfalle Herausstellen wird, vrrur- theilt. Lenzingen, den 2,. Aug. r 833 . Großherzogliches Bezirksamt. Riegel. Villingen. ßMundtodterklarung.ss Der Wagner Christian Ivo« von Weller wurde wegen seiner verschwenderischen Lebensweise und seines Hanges zur Trunkenheit im er sten Grade mundtodt erklärt, und Mathias Rapp von da als Auffichtspfleger für ihn ausgestellt, ohne dessen Mitwirkung kein im L. R. S. 5,3 genanntes Rechtsgeschäft rechtsgültig mit ihm abgeschlossen werden kann. Villingen, den ,6. Aug. 18ZZ. Großherzogliches Bezirksamt. Pezold. -vär. Kappler, R. Prakt. Karlsruhe. (Ediktalladung.) In den Büchern der großherzsgl. Generaleinstandsgelderkaffe dahier findet sich auf de» Name» eines gewissen Kaspar BosL ert ein Einstandska- pilal von >3o fl. sammt Zins verzeichnet. Ueber die Heirath so wie die übrigen persönlichen Verhältnisse dieses Einflchers, ob er überhaupt beim badischen Militär gedient, und was er für ein Schicksal gehabt har, konnte bisher durch ungezogene Er. kundigungen nicht das Geringste ausgemittelt werden, weshalb der besagte Kaspar Bescher t oder seine etwaigen geschlichen Erben hiermit öffentlich aufgefordert werden, binnen 3 Monaten a dato ihre Ansprüche an das fragliche Einstandsgeld vor der Unterzeichneten Behörde anzumclden und rechtsgenügefid darzuthun, ansonst den bestehenden Gesetzen gemäß darüber.anderweit ver. fügt werden wird. Karlsruhe, den »4. Sevt. , 833 . Der Oberst und Stadtkommandant, v. Seutter. Durlach. fSchuldenliguidation. 1 Ueber das Vermögen des verstorbenen Andreas Jok von Aue wurde Gant erkannt, und Lagfahrt zur Schuldenliguidation auf Donnerstag, den ,g. d. M., Morgens ra Uhr, anberaumt; alle diejenigen, welche etwas zu fordern haben, werden daher aufgefordert, an dieser Tagfahrt selbst oder durch hinlänglich Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre Beweisurkunden mitzubringen, und ihre Forderungen, so wie etw« angesprochene Vorzugsrechte zu liguidiren, unter dem Rechtsnachtheil, daß sie sonst von der vorhandenen Masse ausgeschlossen werden. Bei der nämlichen Tagfahrt wird ein Maffekurator erwählt, und seine Belohnung festgesetzt. Von den Nichterscheinenden aber wird angenommen, daß sie der Mehrheit beitreten, auch wird der bereits erhobene Aktiv, und Passivstand der Masse zur Kcnntniß der Gläubiger gebracht, uno über einen etwaigen Nachlaß- und Borgverrrag verhandelt werden. Durlach, den 3 Scpt. 18ZZ. Großherzogliches Oberamt. Baumüller. vät. Dü maS. Heidelberg. fSrbu ld enlrq uibat ion.^ Der hiesige Bürger und Handelsmann August Ernst Stepp hat seine Zahlungsunvcrmögenheit angezeigt, und sich solche auch durch die ergangene Dermögensuntersuchung als richtig dahin heraus, gestellt habe» , daß die Aktivmasse nach dem gerichtlichen An- schlage nur in 840 si. ,8 kr. besteht, die Schulden sich überaus 4087 si- 33 kr. belaufen, und hiernach der Gant erkannt werden müßte; zu deren Abwendung sind ftdoch seine Ehefrau und der Handelsmann I. M. Saffcrling dahier gesonnen, mit den Gläubigern noch vordersamfi einen Nachlaßvergleich zu ver- suchen, daher dazu Tagfahrt auf Mittwoch, den 2. Okt. b. I., Vormittags 8 Uhr, aus diesseitiger Oberamtrkanzlei festgesetzt wird. Es werden daher alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an den Schuldner machen wollen, aufgcfor- derr, solche in der angesevm, Tagfahrt, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich, mit Vorlegung der Beweisurkunde» oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln anzumelden, und zugleich über den gemacht wer» denden Nachlaßvergleich unter dem Rechtsnachtheile zu erklären, daß hi« Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen bei- tretend angesehen werden sollen. Heidelberg, den 3 . Scpt. 18ZZ. Großherzogliches Obcramt. Eichrodt. vät. Trüber. Verleger und Drucker: PH. Macklor