Karlsruher Zeitung. Nr. 262. Samötag, den 21. September 183Z Würtemberg. Stuttgart, 19. Srpt. Der berühmte französische Gelehrte und Menschenfreund Hr v. Gerando hat sich eint- ge Tage hier aufgehalten, um unsere WohlthätigkeitSan staltcn, Hospitäler, Gemeinveeinrichtunqcn u. s.w., kennen zu lernen. Es soll sich derselbe mit großem Beifalle darüber ausgesprochen haben. Er ist gestern nach Gmünd abzereist; um das dortige Taubstummeninstitut zu besuchen. — Hr. v. Gerando wird von Allen, die ihn kennen zu lernen Gelegenheit batten, als ei» geistvoller patriarchalischer Mann geschildert. — Wir erwarten in einigen Tagenden genialen Publizisten und Professor an der Pariser Universität, Hrn. Saint-Marc-Girardin, welcher, wie die Pariser Blätter berichteten, in Antrag der königl. französischen Regierung unsere Real- und Mittelschule genauer kennen lernen will. (Würt. Z.) Oesterreich. Wien, 13. Sept. Heute gieng hier Nachricht ein, daß Se. Maj. der Kaiservon Rußland am 10. d. in Mün- chengrätz eingetroffen ist. Die Gemahlin des hiesigen russischen Botschafters reiStc hicraufdiesen Morgen noch Münchengratz ab, woraus man schließen will, daß die Monarchen doch vielleicht länger, als vermuhct ward, beisammen bleiben wollen. Einem unverbürgten Gerüchte zufolge soll man auch Se. Mas. den König von Baiern in Müncben- grätz erwarten, und eS sollen bereits Appartements sür dessen Empfang in Bereitschaft gesetzt seyn. (Mg. Ztg.) Wien, 13. Sept. Nachrichten auS Münckengrätz zufolge, sind Se. Maj. der Kaisr von Rußland am 10. Abends zwischen 7 und 8 Uhr im erwünschtesten Woblseyn daselbst eingetroffen. (Oest. Bcob.) Preussen. Berlin, 16. Sept. In Bielefeld sind im vorig?» Monate 4005 Stück feine, undim Kreise Lübbecke 121,563 Ellen grobe Leinwans zur Legge gekommen, und letztere lst zu dem Preist von 19,627 Rtdlr. verkauft worden. Garn- und Leinwandprcise sind überhaupt in Westphalen im verflossenen Monate bei bedeutend vermehrtem Absatz gestiegen. Auch Wolle wurde sehr gesucht und gut bezahlt. Zu EmSdctlcn hat sich die früher stark betriebene Wanncn- (Kornschwingen ) Fabrication wieder etwa! gehoben. Frankreich. ^ Paris, 17. Sept. So viel man auch von der Rückkunft des Königs erwartet hatte, eS ist bis jetzt noch nichts in Erfüllung gegangen; die Opposilionsblätter jubeln darüber. »Seht ihrs nun", sprechen sie, „washabt ihr mit euerm Enthusiasmus gewonnen?" Der National greift den Fürsten unumwunden an, bebalt aber die von dem Gesetze gesteckte Gränze stets vor Augen. Nicht so die rücksichtslose Tribüne, die beinahe 90 Prozesse zu überstehen hatte, und bald das hundert ersteigen wird. Zu wundern ist dick aber nicht, weil das Robeepierre'scheund Marat'sche Blatt den könial. Anwalt zur Beschlagnahme nöthigt, indem die angegriffenen Aufsätze jeden Gutgesinnten empören und gewöhnlich ein Ausbund von Rohheit u. unsinnigen Deklamationen ist. Die Presse hat vor der Hand ihren Einfluß verloren, sie kann nur dann wieder gewinnen, wenn eine ausserordentliche Begebenheit die ein- geschläserte Politik wieder aufweckt. — Dieser Tage batten die Volksfreunde eine Zusammenkunft, welche aber ohne alle Bedeutung war und ganz ruhig ablief. — Die Berichterstatter in der allgemeinen Zeitung sind in einem sonderbaren Wahn, indem sie die Lage der Parteien nach alter Klassifizirung darstellen. So hat z. B. Dupin d a. gar keinen Einfluß mehr; so gibt eS kemen Tiers parti mehr, sondern es hat sich aus der Mitte der verständigen Iuste Milieu und den vernünftigen Republikanern eine eigene Meinung gebildet, die in der nächsten Kammer wohl die Mehrheit erhalten und auch bei Hofe einen kräftigen Stützpunkt haben möchte. Die Karlisten behalten ihre Wichtigkeit da, wo sie immer welche hatten, gewonnen haben sie aber nichts, trotz ihren heuchlerischen Versicherungen. Von Aussen wird der Horizont immer trüber; nach den ernstlichen Maaßreg.'ln zu schließen, welche Soult zu nehmen beginnt, ist man nicht obne Besorgniß über den Ausgang gewisser freundlichen Besprechungen. Viele Regimenter marschiren nach den verschiedenen Granzcn, kein Urlaub wird mehr ertheilt, die abwesenden Oberoffiziere werden einberufen. Dos Iuste milieu würde im Fall eines Krieges freilich von seinem bisher befolgten Systemab- weichen müssen. Gestern hieng bei den Karlisten der Himmel voll Geigen. Bourmont hatte sich, wie sie sagten, der festen Punkte Lissabons bemeistert. D e Miguelisten st egen auch bedeutend. An der hcu'igen Börse verhalt sich die Sacke aber anders; Bourmont soll gefangen worden seyn. Jetzt fall n die Miguelistcnschrine. So viel weiß man, daß die Regierung Nachrich'en erhalten hat; man hofft deute Abend im LuIIoun cku soir- Näheres zu erfahren. Holland. Haag, 15. Sept. Obgleich mehrere Blätter behaupten, die Konferenz setze ihre Arbeiten fort, so ist dessen- 2252 ungeachtet das Gegentheil zu gewiß. Die Konferenz wird nicht wieder wirksam zusammenirelen, bis von König Wilhelm die Anfrage wegen der Tdeilung Luxemburgs bei dem deutschen Bunde geschehen ist. (Handelsblad.) Belgien. Brüssel, 13. Sept. GeneralHaxo, P-irvonFrank- reich, ist am 9. d. durch Luxemburg passtet. Er begibt stch nach Frankfurt. — Die Trennung Luxemburgs von dem bischöflichen Stuhle zu Namur ist bewilligt worden. Die Transition geschieht durch das Interregnum eines apostolischen Vikarius; die Kandidaten sind schon dem päpstlichen Stuhle vorgelegt worden. (Eingesandt.) Das landwirthschaftliche Centralfest bei Karlsruhe, am 16 . September 1833 . An diesem Tage ward in Baden das erste Fest dieser Art gefeiert, indem das im Jahr 1825 angesagte thcil- weise nicht in Vollzug gekommen ist. Der große Erer- zierplatz bei Karlsruhe, auf welchem dasselbe abgehalten wurde, war ganz geeignet, die große Zahl der Theil- nehmer und Zuschauer zu fassen und die Ausführung der einzelnen Festlichkeiten zn begünstigen. Ein Theil dieses Platzes war in Form einer Ovale umgranzt und in dessen Mitte ein Pavillon für die höchsten Herrschaften errichtet, den man zwar einfach aber geschmackvoll angeordnet hatte. Diesem gegenüber stand eine sehr schöne Säule, welche von oben bis unten mit Obst und Feldfrüchten auf die mannigfaltigste Art geziert war. Sie enthielt die Namenszüge Ihrer königlichen Hoheiten, das großherzogliche Wappen, den Tag und die Jahrzahl des Festes, und das Sinnbild des Vereins. Der änsserste Umfang her Ovale war mit besonder,! Barrieren umgeben und bildete die Rennbahn; auf dem untersten und obersten Theile hatte man besondere Platze für die preiswürdigen Thiere und die Rennpferde errichtet. Den Stufen des großb. Pavillons gegenüber waren ausserhalb der Ovale 2 Tribünen für die Musik und die Preisträger erbaut, in den untern Räumen derselben standen Modelle landwirthschastl. Geräthe, landw. Produkte, sowie die Doppelspinnerei. An andern Stellen waren Tribünen für die Zuschauer, hinter denselben die Buden der Wir- the, und die welche zu andern Volksbelustigungen dienten. Weiterhin war eine geräumigere Bude errichtet für die größer» landw. Gerathe und Maschinen, und insbesondere ein Dampfbrennapparat für Seine Hoheit den Herrn Markgrafen Wilhelm durch Kupferschmied Keßler von Wcinheim gefertigt. Hierauf kamen die Einrichtungen der Schützengescllschaft. Auf der entgegengesetzten Seite war der Platz zum Viehmarkte ausgesteckt. Das Fest begann Morgens'um 8 Uhr mit dem Wett- pslügen. In Gegenwart Sr. Hobelt des Herrn Markgrafen Wilhelm, Präsidenten des Vereins, und einer großen Volksmenge^ wurden Versuche mit den im Lande üblichen Beet- und Wendepflügen, sowie mit dem Schwerz- schen Pfluge gemacht. Jakob Rediger, Sohn des Pächters zu Scheibenhardt und Jakob Friedrich Beck von Muhlburg erhielten die ersten Preise» ersterer mit dem Schwerz',chen, letzterer mit dem Landpfluge. Ihre königl. HH. der Großherzog und die Frau Großber- zogin trafen mit Höchst Ihrer Familie, begleitet von Sr. Hoheit dem Herrn Markgrafen Maximilian von Baden und Sr. Durchs, dem Herrn Fürsten von Fürstenberg, von der Burgerkavallerie und den berittenen Bürgern von Karlsruhe, um 11 Uhr auf dem Festplatze ein, wurden von Sr. Hoheit dem Herrn Markgrafen Wilhelm als Präsidenten sowie von dem Ausschüsse des landw. Vereins, den Preisrichtern und einer Deputation des Gemeinderaths von Karlsruhe vor dem großh. Pavillon empfangen. Seine königl. Hoheit der Großherzog hatten in Ihren Pavillon die am großherzogl. Hofe beglaubigten Gesandten, die Herrn und Damen, welche bei Hof den Zutritt haben, die Mitglieder der beiden Kammern, den Ausschuß des landw. Vereins, die Preisrichter und eine Deputation des Gemeinderaths der Stadt Karlsruhe geladen. Um den großh. Pavillon sammelten sich die Mitglieder des landw. Vereins, von denen, aus der bis auf 1200 angewachsenen Gesammtza! l, ungefähr ein Drittheil aus den verschiedensten Gegenden des Landes anwesend waren. Gleich nach der Ankunft Sr. königlichen Hoheit des Großherzogs begann der Zug der Thiere, welche Preise erhielten, und der Rennpferde um die Bahn- Schöne Farren und Kühe wurden vorgeführt, die größte Aufmerksamkeit aber erregte» die ausgezeichnet schonen Pferde von der Haard, welche Gegend stch in der Pferdezucht mit jeder andern in Deutschland messen kann. Das Pferderennen war nur allein für Landwirthe und Pferdezüchter mit inländischen Pferden bestimmt, und begann gleich nach erfolgtem Umzuge; 40 Renner umliefen die Bahn je 4 in 10 Abtheilungen. Die Bahn war 4300 neu badische Fuß lang und wurde von Heinrich WLeser von Bulach in 1 Minute 50 Sekunden, von Peter König aus Knielingen in 1 Minute 59 Sek. und von Georg Braun aus Beiertheim, Adam Backen stos aus Eggenstein und Ruf von Knielingen in 2 Minuten umritten, welche letztere 3 den 3len Preis unter sich theilten. Die Preisvertheilung wurde unter den Augen Seiner königl. Hoheit des Großherzogs vorgenommen und von dem Chef des Ministeriums des Innern Herrn Staatsrath Winter, dem des Herrn Markgrafen Wilhelm von Baden Hoheit, der Ausschuß des landw. Vereins und die Preisrichter zur Seite standen, mit folgenden Worten über den Zweck und die Bedeutung des Festes eröffnet: »Es ist ein erfreuliches, ich möchte sagen, es ist ein wahrhaft erfrischendes Gefühl, seinen Blick einmal abwcn- den zu können von den Gegenständen, die seit mehr als einem Menschenalter die Welt in Bewegung erhalten, unsere Seelen erfüllen, unsere Thätigkeit mehr oder minder in Anspruch nehmen, beinahe ausschließend unsere tag- 2253 liche Unterhaltung bilden, ich meine von den Umwälzungen der Reiche, den Zwisten der Könige, den Zerwürfnissen der Völker, dem Streit und Kampf über Staats- nnd Verwaltuugsformen, und ihn hinzuwerfen auf die Künste, diese Kinder des Friedens und der Ruhe, und auf die Ergebnisse der Wissenschaft, angewendet auf die Gewerbe und den Verkehr. Mag man immerhin unser Zeitalter anklagen, daß es die Welt in zwei sich feindlich entgegenstchende Parthien gespalten, den Frieden der Ge- müther gestört habe, ich will darüber nicht entscheiden, aber es würde undankbar, es würde eine Ungerechtigkeit seyn, nicht anerkennen zu wollen, daß auch unsere Zeit herrliches und großes hervorgebracht hat, das eingetragen bleibt in dem Buch des ewigen Lebens. Dieses große und herrliche muß in jeder gut gebauten Menschenbrust das fröhliche Bcwußtscyn erwecken von dem was der Mensch kann, was er vermag, wenn er will, und zur Aussöhnung führen mit so manchen Unbilden eben dieser Zeit. Was die Wissenschaft in dem Gebiet der Natur, dieser unerschöpflichen Fundgrube für den Forscher, in Jahrtausenden entdeckt, und unseren Zeiten überliefert hat, das haben diese dankbar ausgenommen, und in unendlich kürzeren Zeiträumen erweitert und bereichert; sie haben noch mehr gcthan, fle haben das was früher nur das Geheimniß der Eingeweihten war, der Schule entrissen, auf das Leben angewen« dct, und es zum Gemeingut gemacht. Der Menschenverstand kann es kaum begreifen und erfassen, welche zahllose Entdeckungen auf diesem Feld in kaum etwas mehr als einem halben Menschenalter gemacht worden, und welch ungeheuere Wirkung diese Ergebnisse im Großen angewendet, auf die Gewerbe, den Verkehr und die Produktion gehabt haben. Die Völker sind sich näher gerückt, und die Pflanzen aller Welttheile blühen auf allen Weltteilen, und werden darauf blühen, so weit nicht die Na- rur selbst eine unübersteigliche Schranke gezogen hat. Auch auf den Ackerbau haben sich diese Wirkungen ausgedehnt. Man hat die verschiedenen Erdarten in ihre Stoffe aufgelöst, die Kräfte der einzelnen und in ihrer Mischung erforscht, die Pflanzen aus den entgegengesetzten Climaten in ihre Bestandteile zerlegt; und aus beiden Resultate gezogen, welche Erdart dieser oder jener Pflanze zu ihrem Gedeihen zuträglich sey; neue Werkzeuge erfunden, theilö um die Erde für die Bedürfnisse jeder Pflanze vvrzubereiten, oder sie zur Aufnahme der in der Atmosphäre zerstreuten, dem Gedeihen der Pflanzen förderlichen Stoffe empfänglicher zu machen, theils um die eingeerndtetcn Erzeugnisse zu ihrem künftigen Gebrauch wolfeiler und zweckmäßiger zuzurichten; die Mittel genauer untersucht, mit welcher man derProduktions- krast der Natur nach den verschiedenen Erdarten zu Hülfe kommen muß; uneigennützige patriotische Männer haben sich vereiniget, um die Resultate der Lehre durch Versuche zu erproben, solche, wenn sie gelingen, ihren Mitbürgern zur Nachahmung zu empfehlen, und durch aus gesetzte Preise auf die Thatigkeit und den Eifer zu wirken. Zn diesem Zweck hat sich auch vor ungefähr einem Jahrzehnt in dem schönen Land, welches wir mit Stolz unser Vaterland nennen, und in welchem seine Lage und der Reichthum seines Bodens die Arbeit des Landmanns so reichlich lohnt, ein solcher Verein gebildet, der beute in seiner größeren Ausdehnung sein erstes Fest feiert, der Erde, unser aller gemeinschaftlichen Mutter und Ernährerin, dem Ackerbau zu Ehren, dem ältesten und ehrwürdigsten Gewerbe. Ich habe den höchsten Auftrag erhalten, die Preise für die Erzeugnisse der Gewerbe und der Landwirthschaft, welche der Auszeichnung würdig erachtet worden sind, auszutheilen. Ich freue mich, ja! es ist ein Gefühl ohne Gleichen, dieses thun zu dürfen, unter den Augen des höchsten Beschützers und Beförderers dieses Vereins, eines Fürsten, dem das Wohl seines Volkes daS Streben seines ganzen Lebens ist und seyn wird, der die Gesetze der Gerechtigkeit und der Sittlichkeit, dieser ewigen Grundlagen aller fürstlichen und aller bürgerlichen'Lugenden, auf sich und in seinem hohen Beruf anwcndet, und fle anzuwenden sich zur Pflicht macht; seiner erhabenen Gemahlin, die mit Anmuth den Scepter der Sitte führt, der Sitte, des schönsten Juweels in der Krone der Frauen; wohlgebildeter fürstlicher Kinder, der Hoffnungen dieses Landes, in deren zarten Herzen diese Versammlung unauslöschliche Eindrücke hinterlassen wird, die in Zukunft nicht ohne wohlthätige Folgen seyn werden; im Namen und an der Seite eines Prinzen aus dem großherzogl. Hause, dem die Vorsehung das häusliche Glück an der Hand einer geliebten, der höchsten Verehrung würdigen Gemahlin gewährt, der den Werth des Ackerbaus kennt, und solchen mit Liebe und Einsicht treibt und pflegt, und mit unermüdetcr Thatigkeit als erster Vorsteher deS landwirthschaftlichcn Vereins solchen von einem kleinen Anfang über das ganze Land ausgedehnt hat; und unterstützt von einem kenntnißreichen Mann, der mit einem Eifer, den kein Hinderniß erschüttert, seinem Beruf sich hingiebt, unterstützt von so vielen in allen Landesthei- len zerstreuten würdigen, edlen und uneigennützigen Männern, die alle mit Lust und Freude zu einem gemeinschaftlichen Zweck Zusammenwirken; umgeben von den Abgeordneten des Volkes, die die Uebcrzeugung erhalten, und es rühmend sagen können, wie Fürst und Volk den Stand des Landmanns ehren , und in ihm die Grundsäule des Staatsvereins erblicken; umgeben von so vielen Tausenden, die mit Freude erfüllten Herzen die Erzeugnisse des heimischen Bodens, die reichen Gaben ihres gesegneten Vaterlandes um sich aufgestellt erblicken. Ich lade nun diejenigen, welchen die Preise zuerkannt worden sind, ein, solche in Empfang zu nehmen, nicht als Lohn, sondern als Anerkennung ihrer Thätigkeit.-- Allgemeine Preise für Baden erhielten hierauf: l. Für Konstruktion guter Oefen: l) Chemiker Fischer von Karltruhe 30 Dukaten und eine große silberne Medaille; 2) Freiherr y. Draiö in Mannheim eine große silberne Medaille; 3) Schlosser Rohm htld in Karlsruhe eine gleiche Prämie. Ferner erhielten kleine silberne Medaillen: 4) Hafnermeister Dominik Kraus in Frciburg; 5) Arnold, Major und Baudirektor von hier; 6) I. 2254 I. Schnerr, Magistraltrath in Nürnberg; 7) Friedrich Bisch off in Mühlburg, und 8) VinzenSlSieg warth, Hafnergcselle in Freiburg. U. Für Konstruktion guter Brandweinbrennapparate: Kupferschmied Keßler in Weinheim eine große goldene Medaille. III. Für Fertigung der besten und wohlfeilsten landw- Geräthschaficn: l) Florian Maurer in Gaggenau eine kleine goldene Medaille; 2) Georg Weikum in Step- pach eine große silberne Medaille. IV. Allgemeine Preise für Baden erhielten: 1) Johann Georg Frank von Hasmereheim eine große stlberne Medaille; 2) Jakob Sp eck in Oertigheim ebenso; 3) Bürgermeister Becker in Iöhlingen gleichfalls; 4) Al.bürger- meistcr Hau in Altbreisach dieselbe Prämie; 5) Gastwirth Knecht von Karlsruhe wegen Kuln.-imng eines öden Platzes ebenso Belobungen für verdienstliche der Land- wirtvschaft förderliche Leistungen eck) e tcn: 8) die Gemeinde Muggensturm; 7) Ziegler Halter in Schutterwald. Besondere Preise für den Mittelrheinkreis erhielten im Gebiete res I. Ackerbaues. 1) Geometer B lum e in Grünwinkel eure große stlberne Medaille; 2) Bürgermeister Haß von Ottenheim ebenso. U. Wiesenbau. Geometer Blume in Grünwinkel eine große silberne Medaille. 111. Weinbau, l) Rudo'ph Deimling von Pforz- hemr 5 Dukaten in Gold; 2) GemeinderathÄöl d n er in Bruchsal eine große silverne Merawe; 3) Feldmesser Anselm in Mickelbach ebenso; 4) Joseph Rieger d. ä. von da, gleichfalls eine große st be ne Medaille; 5) Rebmann Adam Schwarz von Niesern eine kleine silberne Medaille. Oeffeiitlrche Belobungen erhielten: 6) Doktor Michenfelder von Ubstadt; 7) Bürgermeister Ursini in Bruchsal, 8) Adam Spangler von da. Preise für die besten Weine erhielten: 1) Pfarrer Heil in Langenbrücken eine große silberne Medaille; 2) der freiherrl. v. Göler'sche Rentammrann Schmolk in Sulzfeid eine kleine silberne Medaille. Oeffentliche Belobung für gleich vorzügliche Produkte erhielten: 3) Christian Heiligenthal in Langenbrücken; 4) Gcme-nde- rath Göldner in Bruchsal; 5) Rosenwirch Moser in Malsch, und 6) Einhornwirkh Hildenstab in Phi- lippöburg. VI. Obstbau. 1) Schullehrer Bregenzer in Karlsdorf eine große stlberne Medaille; 2) Ortsdaumauffeher Meier in Weingarten. Prciszcugniffe und öffentliche Belobung: 3) Schullehrer M o r l o ck in Oeltighci-n; 4) Gemeinde Muggensturm. V. Thierzucht. Rindviehzucht, s) Für die besten Zuchtsriere empfiengen 1) Franz Bubl von Ettlingen den IsteaPreis mit tO Dukaten, 2) die Gemeinde Deutsch- neureuth den 2ten mit 3 Dukaten und einer großen silbernen Medaille; 3) MatheuS Härtweck vonOberndmf den 3ten mit 2 Dukaten und einer kleinen silbernen Medaille; d:e übrigen empfiengen kleine stlberne Medaillen, und zwar: 5) Adam Zitsch von GLlShausen, 6) Bürgermeister Holz müller von Oberöwisheim, 7) Thierarzt Hördt von Rastatt für einen einjährigen Gurtenhum- mel Appenzeller Race, und 8) Kreuzwirth Höllmann von Rastatt für einen schwarzen ungehörnten Farren auS dem Holderneß-Stamme. K) Für die besten Zuchlkühe erhielten l) Johann Jakob Fuchsvon Diedelsheim den Isten Preis mit 5 Dukaten; 2) Florian Buhl von Ettlingen den 2ten mit 2 Dukaten; 3) Apotheker Katzenbcrger von da, ebenso 2 Dukaten; endlich 4) Friedrich Siegel Ui. von Kniclingcn einen Dukaten, c) Für die schönsten trächtigen Kalbinnen empfiengen den erste« Preis i) Bürgermeister Ulrich von Ettlingen mit 3 Dukaten; den Ben Pieis 2) Johann Michael Stribivon Deutschneureuth 2 Dukaten; endlich 3) Georg Geggus von Weingarten einen Dukaten. Wegen Errichtung von ViehverstcherungSgesellschaften wurden öffentlich belobt und Preise zugestchert, soba'd die Gesellschafisstatuten vorgelegt seyn werden: 1) der Bürgermeister Trutsch in Sulzfeld und 2.) Bürgermeister Holz müller in OberLwishem; endlich wurde öffentlich belobt 3) Bürgermeister Scherer von Bischweier. Wegen Errichtung eines Gänsegartens erhielt Bürgermeister Franz Nied er meier in Neuthard eine kleine silberne Medaille. Pferdezucht. 1) Den ersten Preis für die schönste, beste inländische Stute erhielt Hutmacher Herzer von Liedolsheim mit 10 Dukaten. Nachprcise crhc'ten: 2) Bürgermeister Nagel von Eggenstein mit einer großen silbernen Medaille; 3) Friedrich Schn «er er von Eggen- stcin, 4) Michael Neeß von Knielingen eine kleine silberne Medaille; 5) Martin Gaßmann I. von da eine gleiche Prämie. Für Errichtung einer Fohlenweide em- psteng Bürgermeister Schäfer von Muggensturm eine große silberne Medaille. Vl. Seidenzucht. 1) Joseph Brenneisen von Waldprechtsweier eine große silberne Medaille; 2) Hirsch- wirtd Müller von hier eine kleine stlberne Medaille. Oeffentliche Anerkennung Hofgärtner Held dahier. vu. Hauswirlhschaft. Wegen Errrchttmg eines Gemeindebackofens Bürgermeister Wcinreuter in Schlüchtern eine große silberne Medaille. Die Preise für die treuesten Dienstboten, welche am längsten bei einem Herrn gedient haben, empfiengen: 1) Johann Georg Breithaupt für 44jährige treuer Dienste bei der Familie des verstorben n AdlcrwirthS Leicht in Willstädt, eine große stlbeine Medaille; 2) BastliuS Riother, KnechtdeS Leo- po d Mußler in Schuttern, für 38jähnze treue Dienstleistungen, eine gleiche Prämie; 3) Maria Eva Vogel, Dienstmazd deS Lorenz Gros köpf in Weingarten, für 25jährige treue Dienste, eine kleine stlberne Medaille; 4) Jakob Backof, welcher seit 22 Jahren ununterbrochen bei Franz Peter Grätz in Jöhlingen g.dient hat, eine kleine silberne Med-ille. Oeffcntlich belobt wurde 5) Gcno- vefa Gütemann, Dienstmagd des Förster Holz inWein- garlen. Den für den eifrigsten Feldschützen ausgefttzten Preis 2255 erhielt Feldschütz Jakob Goren fl o in Friedrichsthal mit einer kleinen silbernen Medaille nebst 2 Dukaten in Gold. Folgende 8 Mädchen, welche die größte Fertigkeit in Behandlung und Anwendung des 2spuligen Spinnrades an den Tag gelegt haben, erhielten als Belohnung und zum Anerkenntnisse ihres Fleißes und ihrer Lernbegierde jede ein Sspuliges Sinnrad und eine kleine silberne Medaille, als: 1) Christine Wagner von Jöblingen; 2) Genovefa Go tter barm von Haslach; 3) Elisabeths Fetz rei von Scherzheim; 4) Adelheids Habich von Bühl; 5) Charlotte Ducherer von Mingolsheim; 6) Liselte Kiefer von Karlsruhe; 7) Karoline Rottweiler von da; k) Elisabeth Burger von Breiten. Daö rühmliche Verdienst der Franziska Wellen reit er von Born- Heim , welches sie sich durch ihren zweckmäßigen Unterricht im Doppelspinnen, den sie mehr als 160 Mädchen ertheil- te, erworben hat, wurde durch eine große silberne Medaille von Seiten des Vereins anerkannt. Die Preise für die Reinlichkeit im Orte und gute Unterhaltung der Vizinalweae erhielt Bürgermeister Höfele ron Oettigheim. Belobt wurde diesfalls Bürgermeister Schäfer in Muggensturm. VIll. Landwirthschaftlicke Gewerbe. Als Schmiede haben sich ferner ausgezeichnet und sind belohnt worden: 1) Joseph Baltas von RorhenfelS und2) JohannWit- temann von Mingolsheim. Nach vollzogener Preisoertheilunz nahmen Se. königl. Hoh. der Großherzog, Ihre königl. Hoh. die Frau Groß- herzogin, begleitet von der großherzoglichen Familie und geführt von dem Dirckior des landw'.rthschaftlichen Vereins. die ausgestellten landwirihschaftlichen Gerätdc, Modelle und Produkte in Augenschein, umgicngen einen großen Tdeil der Rennbahn, besuchten die Schützengesellschaft, ergötzten sich an den Vo'kschielm und wurden überall mit tausendfachem Lebehoch begrüßt. Dar Geschütz der Bürgergarde und der Jubelruf der versamme'ten Menge begrüßte die hohe Regentenfamilie bei der Abfahrt, w:e bei der Ankunft. Ungeachtet in der Frühe der Himmel bedeckt war, kamen doch über 20,o<>0 Menschen herbei, und l eßen sich durch einen kleinen Regenschauer während der PreiSverthei- lung nicht abschrecken. Den ganzen Nachmittag blieben die mannichfaltigsten Gruppen derZuschauer auf dem Platze und belustigten sich, so wie auch am folgenden Tage in vielen Gesellschaften. Weder Militär noch Polizei wurde zur Erhaltung der Ordnung verwendet. 150 Bürgern, mit weißen Bändern um den Arm, wurde allein die Sorge für die nölhige Ordnung anvertraut, und nicht die genugste Störung trübte die Freude des Festes. Seine königl. Hoheit der Großherzog geruhten noch am Abend des Festtages Höchstihrc Theilnabme durch einen neuen Beweis der hohen Würdigung landwirthschafrli- cher Bestrebungen und Verdienste zu krönen, indem Höckst- dieselben dein Direktor des landwirthschaftlichen Vereins, Frhrn. v. EllrichShausen, und dem Vorstand der Weinheimer Abtheilung, Frhrn. v. Babo, daS Ritterkreuz deö Zähringer Löwevorden, so wie den Vereinsmit- gliedern, Garteninspektor Metzger in Heidelberg und Apotheker Bronner in Wiesloch, die große goldene Zivilverdienstmedaille mit Oehr und Band eigenhändig erteilten. Ihre königl. Hoheit die Frau Großherzogin begaben sich am 2ten Tage mit ihren durchlauchtigsten Kindern in das Lokale des landw. Vereins, ließen sich die daselbst befindlichen Sammlungen vorzngen und erklären, wohnten der Wettarbeit zwischen einer Doppelspinnerin und 3 Einfachspinnerinnen bei, besichtig'en daS AbhaSpeln der Kokons, und nahmen gleich Seiner königl. dem Großherzog, höchstwelche wenige Tage zuvor diese aus Mitteln deS Staats und durch Beiträge der Vereinsmitglieder bestehende Anstalt in nähern Augenschein genommen hatten, großes Interesse an dem raschen Gedeihen derselben. Ein Mahl vereinigte am 2ten Tage im Museum einen großen Theil der noch anwesenden Mitglieder des Vereins, welchem Se. Durchlaucht der Fürst von Fürstenberg, wegen der an diesem Tage erfolgten Abreise Sr. Hoheit des Herrn Markgrafen Wilhelm von Baden, präsidirte. Staalßpapiere. Cours der Staatspapiere in Frankfurt. Den 19 September. Schluß 1 Uhr. pCt.jPapier.Geld. - Partial, b. Rothsch. Compt. 4 I32'4 — ^ fl. 100 Loose Comp. 1967, — hMetallig. Obllg. Comp. 2'/, 51 — I ditto ditto Comp. 1 217, — Oesterreich zOblig. bei Bethmann 4 837 — 1 ditto ditto 4'/. 2'/, 877. f Stadtbanko-Obligationen — ' Dvinestikalobligationen 2'/- — —' StaatsschulSscheine 4 977 — Preussen l Oblg. b Rothschild in Frft. ido.do b Lst. -r 12 7 fl. 5 4 977. 807 s Prämienscheine 507 — Baicrn , Obligationen ! Lotterieanlehen ä 500 fl. kl lU 4 1007 — 4 — — Baden l Rentenscheine 'fl 50 Loose bei Goll n. S. 4 847. 103 Darinstadt l Obligationen j fl. 50 Loose 4 99',. 627 Nassau Obligationen bei Rothschild 4 997 — Holland > Integrale 'Neue in Certlfikate 27. 5 477 907 Neapel Ccrtifikate bei Falconet 5 847 — Spanien (Rte perpet. bei Will, f -ditto 5 Z 657 407 Parma Ccrtifikate bei Rothschild 5 — — Polen Lotterielovse Rchlr. 597 — Rußland Cert. bei Grunelius et Comp. 8 - I — Frankfurt Obligationen 4 I 1027. > ""7 2256 Nach dem Schlüsse der Börse (l'/Uhr) ZprozMetallig. 93^,s. 4proz.Metall. 83"/,». Bankaktien 1448. Integrale 47^,«. 5proz. holländ. 90/,» Geld. Wien, den 14. Sept. 4prozent. Metalliqucs 81"/,«; Bankaktien 1182. Pariser Börse vom 17. Sept. 5prozent. konsol. 102Fr. 25 Cent. 3proz. konsol. 75 Fr. 80 Ct. Redigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug aus den Karlsruher Witterungsbeobachtungen. 19. Sept. z Barometer Therm. Hygr. Wind. U7"6 s27378.3L. 10.2 G. 65 G. N. M. IX I 27Z. 9.1L. 10.9 G. 65 G. N. N. 8 L 27Z. 9.3 L. 10.6 G. 66 G. N. Trüb und regnerisch. Pschyrometrische Differenzen: 0.6 Gr. - 0.9 Gr. - 0.8 Gr. Theateranzeige. Sonntag, den 22. Sept. (wegen eingetretenen Hindernissen statt der angekündigten Oper Othello): Johann von Paris, komische Oper in 2 Aufzügen, von Boieldieu. Don Leopoldshafen nach Mainz am 14., 15., 17., 18/ 20., 2 t.. 23., 24-, 26., 27., 29., 30., Morgens um 8 Uhr. Karlsruhe. ^Museum. ^ Am Sonntag, den 29. Sept. d. I., Vormittags halb 11 Uhr, wird eine Generalversammlung der Museumsgesellschaft statt finden, wozu die verehrlichen Mitglieder derselben mit dem Bemerken eingeladcn werden, daß in solcher vorzugsweise die in dem MuseumSgebäude vorzunehmenden Bauveränderungen nebst dem Budget xro 1833/34 zur Berathung kommen werden. Karlsruhe, den 19. Sept. 1833. Die Museumskommission. Neue Erfindung. Unterzeichneter hat eine Rechenmaschine erfunden; welche jedes aufgegebene Exempel, daS durch die vier Spezies der Rechenkunst geliefert werden kann, selbst berechnet und daS richtige Produkt davon pünktlich vor Augen stellt. Die Bewunderung, welche sie schon bei vielen Kunstverständigen gefunden hat, bewog mich, sie hier im badischen Hof einige Tage zur öffentlichen Schau aufzustellen. Sie kann von heute an täglich Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr gesehen werden. Der Eintritt kostet 24 kr. für die Person. Ich bitte nun das verehrliche Publikum um gütigen Zuspruch. Karlsruhe, den 19. Sept. 1833. Lautenbach, MechanikuS. Rheinische Dampfschifffahrt. Die rheinischen Dampfschiffe fahren täglich von Köln nach Koblenz, von Koblenz nach Mainz und von Mainz nach Köln Morgens um 6 Uhr. Vom 12. d. M. an fahren, der kurzen Tage wegen, die Dampfschiffe von Mainz nach Leopolvshafen (Schröck) in 2 Tagen, indem sie den ersten Tag zu Mannheim übernachten, und von Leopolkshafen nach Mainz meinem Tage, und zwar in folgender Weise während dieses Monats: Von Mainz nach Mannheim am 12., 13., 15., 16., 18., 19., 21 ., 22., 24., 25. 27., 28., 30., Morgens um 7 Uhr. Von Mannheim nach LeopoldShafen am 13., 14., 16., 17., 19., 20., 22., 23., 25., 26., 28., 29., Morgens um 7 Uhr. Literarische Anzeigen. Nützliche Schrift für'junge Frauenzimmer. Bei G. Basse in Quedlinburg ist so eben erschienen, und in Karlsruhe bei G. Braun zu haben: Die junge Dame von gutem Ton und feiner Bildung. Oder praktische Anweisung, wie sich ein junges Frauenzimmer in allen Verhältnissen des ge ellschaftüchen Lebens, besondcis in höbern Zirkeln zu benehmen hat. Nebst Belehrungen über Blicks und Miene, Haltung und Gang, Kleidung, Besuche Gesellschaften, Gastmähler, Gesang, Tanz, Bälle, Toilette, Schönheitsmittelrc. Von I. I. Alberti. Zweite verbesserte Auflage. 16. geh. Preis 54 kr. Eine Schrift, die jeder Jungfrau, die auf Bildung Anspruch machen und sich über die Regeln des seinen Benehmens in den höhern Zirkeln gründlich belehren will, mit Recht empfohlen werden darf. Bei Georg Joachim Göschen in Leipzig ist erschienen und durch jede Buchhandlung in Karlsruhe, Heidelberg und Freiburg durch die Groos'schen Buchhandlungen zu beziehen: Darstellung der Verfassung und Verwaltung des Königreichs Sachsen. Aus staatsrechtlichem und politischem Gesichtspunkt. Von Prof. Friedrich Bülau. Erster Theil. Verfassung und Verfassungsrecht, gr. 8. weiß Druckp. 2. fl. 15 kr. Ein sächsische? StaatSrecht und mehr als ein solche? ist es, was hier geboten wird. Denn nicht blos Rechte und Pflichten werden entwickelt, sondern auch Errichtungen geschildert und gewürdigt. So dürfte dieses Werk eben so, für den sächsischen Staaisdürger unenlbehrlich, wie für den Nichtsachsen anziehend und lehrreich seyn. Bei Ludwig Waizenegger in Freiburg ist so eben erschienen, und an alle Buchhandlungen versendet: Katholische Kirchenkommissionsordnung, mit Erläuterungen für das Großhcrzogthum Baden. Zweite, zum Gebrauche der Geistlichkeit beider christlichen Konfessionen, bearbeitete Auflage, von Amtmann Seng. gr. 8. 23 Bog. in Umschlag broschirt 1 fl. 48 kr. Gewählte Dichtungen. Flora. Auserlesene Blüthen deutscher Dichter; ein Beitrag zu geselliger Erheiterung und .zu Deklamationsübungen , von F. Petri. Diese wenig bekannte Blumenlese aus den reichen Garten einer Mahlmann, Herder, Schreiber, Iusti, Schlegel, Toblcr, Niemeyer, länger, Mereau, Kind, Jakobe, Lavater, Haug, Neubeck, Meißner, Langbein, Manso, Knigge, Krummacber, Müchler, Heivenreich, Voß, Schink, Sleigenlesch, Rochlitz, Kann- gießer, E. v. d. Recke, rc. verdient gewiß Beifall und Beachtung, und ist sorgfältig aus flüchtigen Zeitblattern und 'vergessenen Taschenbüchern gesammelt. ES ist sehr nett gebunden ä 54 kr. zu haben in der Marx'scheu Buchhandlung in Karlsruhe u. Baden, wie in allen deutschen Buchhandlungen. So eben ist bei Unterzeichnetem erschienen, und in allen Buchhandlungen zu haben, in Karlsruhe bei G. Braun- Der Katechismus der christlichen Lehre für die evangelisch-protestantische Kirche des Großhcrzogthums Baden. (Pforzheim 1830.) Vervollständigt und erweitert nach seinen eigenen Grundlagen, den Katechismen von l)>. Hebel und vi-. F. W. Hitzig, sowie nach seiner zu Heilbronn erschienenen, modifizirten Ueberarbeitung; unter sorgfältiger Vergleichung und Benutzung der beiden Katechismen Luthers, der doppelten Ausgabe des Heidelberger Katechismus, und der Katechismusarbeiten von Spener, Seiler, Förster, Dräsecke, Harms,' F. A. Krummacher, Hüffel, Karbach und andern Nachgenannten. Zur Feststellung eines allgemeinen evangelisch-christlichen Katechismus. Auch unter dem Titel: Versuche eines allgemeinen evangelisch-christlichen Katechismus. XI V und 248 Seiten in groß Oktav. Broschirt. 1 fl. 30 kr. Ueber vorstehende Schrift urtheilt ein kompetenter Sachkundiger, dem dieselbe von dem Verleger zur Begutachtung vorgelegt worden war, folgendermaaßen: „Dieser Katechismus unterscheidet sich vorteilhaft von der großen Zahl derer, die nur aus einer individuellen Ansicht hervorgegangen, ursprünglich auch nur individuellen Zwecken dienten und darum auf allgemeinere Theilnahme nie rechnen können. Einzig und allein basirt auf die reine Lehre deS Evangeliums, macht er sich's zunächst zum Geschäft, den provisorisch eingeführten badischen Katechismusentwurf zu berichtigen und zu vervollständigen, um so eine Vorarbeit abzugeben für die bevorstehende Generalfynode; zugleich aber ist er durchweg sichtbar bemüht, auch allgemeineren Bedürfnissen zu dienen und seine Wirksamkeit über die Gränzeu des badischen Landes auszudehnen. Diese doppelte Aufgabe hat der Verfasser unter sorgfältigster Benutzung von 28 kateche- tischen Werken mit rühmlichem Eifer und nicht ohne ein ausgezeichnetes Talent zu beurkunden, größtentheils mit Glück zu lösen gesucht, und wenn sich daher seine Arbeit, als ein reiches katechetisches Schatzkästlein schon überhaupt jedem evangelischen Geistlichen empfiehlt, der sich auf seine Katechisationen sorgfältig vorzubereiten gewöhnt ist, so muß es besonders allen Denen, die ihren katechetischen Unterricht nach dem erwähnten provisorischen, oder auch dem später daraus erwachsenden definitiven Landeskatechismus zu erthei- len haben, als ein erwünschtes Handbuch, das sie in keinem vorkommenden Fall unberathen lassen wird, überaus erwünscht seyn." Heidelberg, im September EZ. G. R e i ch a r d. Diese Gelegenheit benutzt der Verleger vorstehenden Katechismus, um auch folgende, auf die bevorstehende Gene- ralsynode bezügliche, bei ihm erschienene Schriften von Neuem ins Andenken zu bringen: Grundlage zu einer allgemeinen evangelisch-christlichen Liturgie, nebst Anfang zu ihrer Ausführung. 48 kr. Kritische Bemerkungen über den Entwurf einer Agende für die evangel. Protest. Kirche des Großherzogthums Baden, Karlsruhe 1831. 36 kr. Hierzu gehört: „Achtzehn liturgische Formulare rc. nebst einer unparteiischen Leurtheilung der in gedachtem Entwurf enthaltenen Altargebete,» Heidelberg bei Winter l83l. Pr. 27 kr. Sendschreiben eines evangelisch-protestantischen Geistlichen Badens an den Verfasser der »Kritischen Bemerkungen über dm Entwurf einer Agende für die evangelischprotestantische Kirche des Großherzogthumö Baden rc. 2258 Heidelberg, bei G. Reichard, 1832," denselben Gegenstand betreffend. 12 kr. Gutachten über die als Entwurf eines Gesangbuches für die evangl. prot. Kirche des Großherzogthums Baden erschienene Sammlung christlicher Lieder, Pforzheim 1831. 24 kr. Nothwendkge Zugabe zu der in Heilbronn bei Carl Drechsler erschienenen Schrift: Der neue Katechismus der christlichen Lehre für die evangl. prot. Kirche des Großherzogthums Baden. Mit Modifikationen, wie die Ge- neralsynodc sie ihm geben dürfte. 15 kr. Die angeblichen apostolischen Liturgien aus historisch-kritischem Gesichtspunkte betrachtet durch De. K. D. P. Reim old, zur Berücksichtigung bei der bevorstehenden Generalsynode der evangl. prot. Kirche Badens, in Bezug auf die Einführung einer neuen Kirchenagcnde. 36 kr. liarlsrulro. (Vorrveolrselter Hut.) 5Vee 8ams- tag, eleu >4- <1-, vom I.oseLimnioi' äos Museums mit einem keomNen Hute obge^nngen ist, >virä gebeten, il>n ^vielter vinriutauseboi» im Laus» Nr. 22 rler ^Vsläbornstrnsse« Ettlingen. (Verlorner Hühnerhund.) Letzten Sonntag, den a 5 . d., wurde dem Unterzeichnete» ein - 1/2 jähriger dunkelbraun und weißgrau befleckter Hühnerhund, beide Ohren und die Ruthe sind ganz braun, entwendet, welcher sich auf den Ruf Söppel zu erkennen gibt; wer solchen in Erfahrung dringt, und ihm gefällige Nachricht gibt, hat eine gute Belohnung zu erwarten. Ettlingen, im September 18ZZ. Alois Grischele, Sohn. Pforzheim. (Hanfankauf.) Die Lieferung von 7 Zentner gehechelten Hanfes zur diesseitigen Stelle soll im Wege der Svunchsion an den Wenigsinehmenden begeben werden. Der Hanf muß trocken, rein ausgehech-lt uud von starker Qualität s-yn, und bis zu Anlang des nächsten Monat», wo nicht ganz, doch wenigstens zur Hälfte geliefert werden. Dle Licfcrungslustigcn werden aufgefordert, ihre deSfallsigen Gebote für den neubadifchen Zentner, ausgedrückt in Zahlen und Worten, unter Anschluß von Hanfmustern, längsten- bis zum 2». d. M. franko anher cinzureichen, indem später eingehende Gebote nicht mehr berücksichtigt werden können. Pforzheim, den 17. Sept. 16ZZ. Großherzogliche ArbeitshauSverwaltung. Lenz, Lörrach. (Bekanntmachung.) Die großh. badische Sleueradminisiration hat in Erwägung der großen Vvilhcile- welche ein regelmäßig hergerichterer Landungsplatz auf dem diesseitigen Rheinuser, gegenüber der Ausmündung de» Canal di, Midi bei Großhüningen, für den Transport derjenigen Hand- lunzsgüter haben müsse, welche: ,) auf diesem Kanal au» dem Innern Frankreichs und 2) den Rbcin aufwärts kommend, Bestimmungen nach dem Großherzogthum, den östlichen Schweizerkaiuonen und den Königreichen Bessern und Würtemberg, oder von daher kommend, ihre Richtung rheinabwärt» nach den Niederlanden haben, hnt mittelst hohen Beschlusses Nr. i 5 igr vom 27. d. M. verfügt: a) Daß da» großherzoglicke Bezirksamt Lörrach in der Eigenschaft als staatSpolizeiliche Behörde, eine öffentliche Erklärung kund mache, daß an dem geeignetsten Punkt de» diesseitigen Rheinufers auf der sogenannten Schie» sterinsel ein Ein- und Ausladeplatz für Kaufmannsgüter bestimmt und zur Ballbehandlung eine eigene Station daselbst errichtet werde, und zugleich b) die Obereinnehmerci ermächtigt, die nöthige» Einrichtungen zu Erreichung dieses staatswirthschastlichen Zweckes anzuordnen und ausführen zu lassen. Die bezirk-amtliche Publikation befindet sich bereit» in den Anzcigeblättern Mannheim, Karlsruhe, Freiburg u. Konstanz, wozu wir nun weiter eröffnen: r) Daß bereits an dem Landungsplatz eine solide Landscste sich befindet und jetzo schon bequem daselbst angcfahren u. auS« geladen werden kann. 2) Daß in möglichster Bälde ein Krahnen und ein Waaren- magazin errichtet und zur Benutzung unter Beobachtung besonderer den wnständen angemessenen Regeln den Waaren- Tranoportanten frelaestellt, und 3 ) ein provisorische- Zoll- und Krahnenamt daselbst unver- weilt etabliri werden wird. Wenn es auch nicht in unserer Absicht liegen kann, die klar sich darbictenden Dortheile für einen leichtern, schncllern und wohlfeiler» Verkehr in den ober» Rhcingegenden hiereu detailli- ren, indem di- Sache durch die Erfahrung als gut sich bewah. ren muß, wenn sie bestehen soll , und das handelnde Publikum im Verfolg des Gebrauchs am richtigsten darüber absprechen wird, so können wir doch nickt unerwähnt lassen, daß die LandungS- und Ausladekosten, so wie die badischen Zölle nur sehr geling sind, und die neu gebaute Landstraße, die vom Landungsplatz über Binzen, Lörrach und Nellingen auf die Rbeinstraße nach Rhcinfelden und Säckingen führt, in vollkommen gutem Zustande und frei von allen Abgaben ist. Lörrach) den >Z, Sept. 16ZZ. Großherzogl. bod. Obereinnehmerei. Rentzler. Bühl. (Ziegelhütteverpachtung oder Verfiel" gerung.) Dir mit 16. Okt. d. I. bcstandloS werdende herrschaftliche Ziegclhütte zu Schwarzach, bestehend: a) i» dem ziemlich geräumigen Wohngebäude mit Scheuer u. Stallung unter einem Dache, nebst nahezu , Viertel haltenden Hof- und Holzplatz; b) in der Brennhütte mit 2 Brennöfen; e) in einem Lrockcnhause nebst kadschopf; ä) in dem 62 Ruthen große» Grasgarten; s) in » Morgen » Viertel 66 Ruthen Ackerfeld, und k) in dem zum Sand - und Lettengraben erforderlichen Terrain , wird am Samstag, den 26. dieses Monats Morgens 6 Uhr, zu Schwarzach, zufolge hoher Hosdomänenkammersügung noch, mals auf di« Dauer von 6 Jahren weiter verpachtet; gleichzeitig aber auch versuchsweise dem Verkaufe zu Eigcnthuin ausgesetzt werden. Hiervon setzt man die zur Uebernahme Lusttragcnden mit dem Anfügcn in Kcnntniß, daß die Bedingungen, unter welchen die Verpachtung und beziehungsweise der Verkauf statt findet, täglich auf dem diesseitigen Vcrwaliungsbureau eingesehen werden können. Bühl, den ro. Sept. 18ZZ. Greßherzoglichc Domänenverwaltung. Häfelin. Verleger und Trucker: PH. Mackior