Karlsruher Zeitung Nr. 302. Donnerstag, den 31. Oktober 1833 Baden. Landtags Verhandlungen. 2 AuS der Kosten Sitzung der ersten Kammer vom24. d. M. ist weiter n chts anzuführen, als daß a) geh. Rath Kirn den Bericht über Vas von der zweiten Kammer im §. 8 modifizirte Schupstebengesetz, und d) Professor Zell den Bericht über die Adresse auf Errichtung eines zweiten kathol. SchullehrerfcminarS verlesen haben. lieber beide Gegenstände wurde die Diskussion, ihrer Wichtigkeit halber, auf eine der nächsten Sitzungen auSgesetzt. Die Anträge deö Professors Zell gehen auf unbedingten Beitritt zu allen 3 Punkten der Adresse der zweiten Kammer, sind aber nur Namens der Majorität der Kommission gestellt, indem das die Minorität bildende Mitglied (Freiherr v. Andlaw) sich Vorbehalten hat, seine zum Theil abweichende Ansicht bei der Erörterung selbst geltend zu machen. Ucber den Hauptpunkt, nämlich die Errichtung eines zweiten Seminar-, theilen wir auö dem Bericht Nachstehendes mit: „Wir bemerken, daß nach den neuesten Notizen 1330 katholische Elementarschulen gezählt werden mit t400 selbstständigen Lehrern und 300 Schulgehülfen, also im Ganzen mit einem Lehrpersonal von 1700 Individuen (Heimisch, Beschreibung des Großh. Baden, S. 152). DasSchul- lehrerseminar zu Rasta t, welches bis jetzt allein die katholischen Schulkandidaten bildet, hatte in den zwei jüngst verflossenen Jahren einen Stand von 1t2 Zöglingen. Das jährliche Bedürfniß an neuen Schulkandidaten wird auf 50 —60 angeschlagen; und soviel obngefähr hat also die Anstalt jährlich als befähigt zu entlassen. Das Hauplmoment zur Entscheidung der vorliegenden Frage wird nun von der Beantwortung der weitern Frage abhängen, ob eine einzige Lehranstalt bei zweckmäßiger Einrichtung im Stanke ist, jährlich 50 bis 60 wohlerzogene und gut unterrichtete Schulkandidaten zu liefern. Obgleich diese Frage nicht absolut verneint werden kann, so ist cs doch ausser Zweifel, daß, je größer die Anzahl von Zöglingen in einer Lehranstalt der Unterricht und die Erziehung um so schwieriger ist, und daß bei einer gewissen gegebenen Anzahl diese Schwierigkeit in völlige Unaus- führbarkeit übergebt. Dieser allgemeine aus der Na:ur der Sache hervorgehende Satz findet bei Schullehrcrsemi- naricn ganz besonders seine Anwendung. Hier handelt es sich nämlich doch nicht davon, den Zöglipgen nur eine gewisse Summe von einzelnen Kenntnissen und Fertigkeiten beizubringen, sondern sie sind zugleich und zwar vorzugsweise in moralischer und religiöser Hinsicht zu erziehen und zu bilden, nicht allein für sich, sondern auch zugleich als künftige Leiter und Lehrer von Andern. Dies kann, wenn es mit Erfolg geschehen soll, nicht wohl gleichsam massenweise geschehen, sondern eS muß so viel als möglich jeder einzelne Eleve ausser dem allgemeinen Unterricht und der gemeinschaftlichen Anleitung noch nach seiner besondem Individualität beaufsichtigt und behandelt werden. Dazu kommt, daß der Unterricht der Schulkandidaten vorzugsweise praktischer Art seyn muß, und daß sie unter Anleitung schon während des Lehrkurses selbst im Unterrichten der Kinder sich üben müssen. Ist die Anzahl der Seminaristen zu groß, so wird die Reihe dieser so nöthigea praktischen Ucbungen in demselben Verbäüniß seltener den Einzelnen treffen. Kurz, je größer die Zahl der Zöglinge in solchen Anstalten, desto schwerer, desto zweifelhafter ist die Erreichung des gewünschten Zieles; je kleiner die Zahl der Zöglinge ist, desto leichter, desto gediegener wird der Unterricht und die Erziehung, desto sicherer das Resultat seyn. Es ist also ausser allem Zweifel, daß zwei Schullehrerseminarien, wovon jedes 50 bis 60 Zöglinge bildet, viel geeigneter sind, den Zweck, welchen man bei solchen Anstalten hat, zu erreichen, als eine Anstalt mit der doppelten Zahl von Zöglingen. Wenn es die aussern Verhältnisse irgend möglich machen, so wird man keinen Anstand nehmen, der Theilung der einen überfüllten Anstalt in zwei Anstalten von pkanmäßigerm Umfange den Vorzug zu geben. Dieses aus pädagogischen und didaktischen Grundsätzen beruhende Moment scheint Ihrer Kommisston, durchlauchtige, hochgeehrteste Herrn, hier vorzugsweise zu berücksichtigen und zur Entscheidung der vorliegenden Frage für sich allein hinreichend. Die andern Gründe, welche man für und wider noch sonst anführen kann, sind von untergeordneter Bedeutung, und heben sich zum Tdeil gegenseitig auf. So kann man für die Beibehaltung des einen Seminar« und für die Unterlassung der Errichtung eines zweiten anführen: die geringer» Kosten, ferner die größere Sicherheit, die man bei einer «cmcin- schaftlichen Anstalt hat, den Schulkandidaten daS Gepräge zu geben, daS man für das beste hält, dabei zwei Anstalten diese Einheit schwerer zu erreichen wäre; endlich den Umstand, daß für die aus entfernteren Landcstheilen gebürtigen Schulkandidaten da« Herousireten aus dem engen Kreise ihrer Heimath bildend und vortheilbaft sey. Auf der andern Seite steht diesen Gründen entgegen die Betrachtung, daß die erhöhten Kosten durch die Vortherle 2612 des verbesserten Unterrichts weit ausgewogen werden; ferner, daß die zweckmäßige Einwirkung einer mit Umsicht und Kraft leitenden Oberbchörde hinreichende Mittel hat, beide Anstalten in einem Geiste wirken zu lassen, und daß bei zwei Anstalten sich Gelegenheit zu einem edlen Wetteifer zeigt; endlich ist es für dis Ausbildung zum höher» GeschäftSleben oder zu einem wissenschaftlichen Berufe zwar sehr ersprießlich und zum Theil nordwendig, Belehrung auch ausserhalb des engen Kreises der Heimath zu fachen, dagegen ist es für unsere künftigen Schullehrer von keinem Nachtheil, wenn sie die Mittel zu ihrer Bildung nicht so weit herzuholen genöthigt sind. Ist man einmal damit einverstanden, daß noch ein zweiles katholisches Schullehrerfeminarium nebst dem zu Rastatt bestehenden nothwendig ist, so kann über die Gegend unsers Landes, in welcher dasselbe zu errichten seyn dürfte, kein großer Zweifel obwalten. ES wird ein Lan- destheil seyn müssen, der nicht in der Nähe deS schon bestehenden Institutes dieser Art ist, und der eine vorherrschend katholische Bevölkerung hat. Als solcher erscheint der Seekreis, und nach der Meinung und weitern Ausführung des Antragstellers in der andern Kammer wäre die Stadt Meersburg hierzu besonders geeignet. Ihre Kommission, durchlauchtige hochgeehrte Herrn, glaubt nicht in die Beurtheilung der zu diesem Zweck am meisten tauglichen Lokalität eingeben zu dürfen, indem sie dieses der hohen Regierung überlaßt rc. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 25. Okt. Die Nachricht, daß Leipzig gar keine besondern Begünstigungen erhalten werde, hat bei Manchen wieder großes Bedenken erzeugt, ob ein Anschluß Frankfurts an den Zolloerein für uns nützlich seyn könne, so lange nicht alle deutschen Staaten vereinigt sind. Auf der andern Seite gewinnt die bei dem Senate einzureichende Schrift für den Anschluß täglich an Unterschriften , und wie man sagt, sind selbst englische und französische Waarenhandler und Bankiers unter den Unterzeichnern. In unserer gesetzgebenden Versammlung kommt die Sache jedenfalls zur Sprache. Unter den in dieselbe bereits gewählten fünfzehn Kaufleuten möchte die Majorität gegen den Anschluß sich aussprechen, in der ganzen Versammlung aber leicht ein anderes Resultat sich ergeben. (N. K.) Oesterreich. Wien, 23. Okt. Der ursprüngliche Vorschlag hinsichtlich des OrteS, wo die Mmistcrkonferenzen über die deutschen Angelegenheiten statt finden sollen, dürfte vielleicht eine Abänderung erleiden und eher Dresden oder Prag dazu erwählt werden, was vorzüglich von preusstscher Seite gewünscht worden seyn soll. — Der stebenbürgiscke Landtag wird nun in Folge eine- Handschreibens Sr. Maj. deS Kaisers nicht statt haben. (A. Ztg.) — DaS Gerücht, welches dem General Grafen Radeyky daS Präsidium beim Hofkriegsrathe perlieb, bestätigt sich nicht; der Gene/al behält das Oberkommando der Armee in Italien. Karl X. ,'st mit dem Herzoge von Bordeaux auf seinem Rückwege nach Prag vor einigen Tagen durch KremS gekommen. Die Herzogin von Angouleme ist über Wien dahin gegangen; sie speiste bei dieser Gelegenheit im Schlosse zu Schönbrunn mit Sr. Maj. dem jüngeren König von Ungarn. Die Herzogin von Berry wollte noch einig? Wochen in Steyermark verweilen und dann nach Italien gehen Man weiß Inch!,- yb sie ihre Familie zufrieden verlassen hat; sie scheint nämlich den Wunsch geäuf. sert zu haben , über die Erziehung deS Herzogs von Bordeaux zu bestimmen, wozu sie seit ihrer Wiedervcrheira- thunz schwerlich ein Recht hat. (A. Z.) Preßburg, 20. Okt. Man sieht hier mit einer Art Mißgunst auf die Städte Prag, Brünn, Linz u. s. w., die durch den Besuch Sr. Maj. des Kaisers beglückt werden, während dem Herzen von Ungarn — Ofen undPrsth — schon seit 1829 diese Ehre nicht zu Theil wurde, obgleich Se. Maj. auf dem vorigen Reichstage zusazte, ei- ncn Theil des Jahres (der jüngere sogar den größten Tbeil des Jahres) in Ungarn residiren zu wollen. Es ist nickt sehr wahrscheinlich, vaß das Benehmen des nieder» Adels, sowohl bei der letzten polnischen Revolution, als auch zu Anfang deS gegenwärtigen Reichstags, die hohe Gegenwart Sr. Maj. in den Hauptstädten des Landes noch bis auf spätere Zeiten binausschiebt. Diesen Umständen mag eS auch zuzuschreiben seyn, daß Se. Maj. der jüngere König, Ferdinand, seit seiner Krönung noch keinen Besuch diesem Lande abstattete. Indessen ist cö gewiß, daß JI. MM. von dem größten Theil der Bewohner Ungarns einen eben so herzlichen und treuergebenen Empfang zu erwarten batten, alS in den andern Provinzen deS Kaiserstaa- teS. — Mit unfern Reichstagsverhandlungen geht eS nur langsam vorwärts. Das Gesetz über daS Grundeigenthum der Bauern ist zwar schon in der zweiten Kammer mit vielen Amendements durchgegangen, ^>ber in der Magna- tenkammer wird noch immer darüber verhandelt, und da über gewisse Punkte beide Kammern nicht einig sind, so dürfte noch eine geraume Zeit vergehen, ehe man damit zu Stande kommt. — Es heißt, daß mit der türkischen Regierung Unterhandlungen angeknüpft worden sind, um die Dampfschifffahrt auf der Donau bis zum schwarzen Meer« auSzudehnen. Die Unterhandlungen sollen bald ihrem L» de nahe sryn, und ein günstiges Resultat erwarten lassen. Gegenwärtig befahren die Donau in Ungarn zwei Dampfschiffe: der Franz I. mit 60 Pferdekraft, und die Donau mit 50 Pferdekraft. Ein drittes Dampfschiff, Pannonia, mit 30 Pferdekraft, wird künftiges Frühjahr vom Stapel gelassen werden. — Die Weinlese ist fast in allen Theilen Ungarns schlecht ausgefallen, was namentlich von den Ge» genden Preßburg's, Ofen'S, Pesth'S, Sexard's, Carlo- witz's u. s. w. gilt. In Kroatien jedoch soll sie ergiebiger gewesen seyn. Preuffen. Berlin, 23. Okt. Der Wechsel im Ministerium he» Kriegs ist nun so weit eingetreken, daß Hr. v. Hacke den verlangten Abschied erhalten hat, Hr. v. Witzleben aber 2613 das ihm zugedachte Ministerium bereilS ganz undgarvcr- waltet, — offenbar zum Vortheil für die Einheit der bisher zwischen beiden Herren getdeilten Verwaltung. Einige ältere Generale sollen die Ernennung des Hm. v. Wigle- ben mit M-ßvergnügcn sehen, indem sie das Recht der An- ciennetät gern auch auf Verwaltungsstellen auSdehnen möchten, deren Besetzung doch ganz andre Rücksichten erfordert. — ES soll eine abermalige diplomatische Konferenz wegen der spanischen Angelegenheiten hier gehalten werden, wozu man ausserordentliche Bevollmächtigte aus Wien und St. Petersburg mit umfassenden Instruktionen erwartet, weil sonst die Unterhandlungen wegen der Entfernung zu schwierig wären. ES scheint angenommen, daß man sich der Intervention in Spanien durch die Franzosen nicht widersctzten will, wenn die jetzige Regicrungsform nicht geändert wird. Die spanische Angelegenheit hat übrigens große Verluste hier verursacht, und man fürchtet, daß sich nächstens mehrere Fallissements an unsrer Börse offenbaren werden, zumal da die Nachrichten aus Amsterdam sehr schlecht lauten, mit welchem Platze seit etwa einem Jahre ein sehr bedeutender Geld, und Papierverkehr hier statt findet. — Es geht das Gerücht, Fürst PaSkewitsch werde Warschau bald verlassen. Es soll ein Versuch ge- mch! worden seyn, ihn zu vergiften, den man zwar zeitig genug entdeckt hat, aber doch keinen Thätcrermiuekn konnte. — DaS schlechte Gerathen der Ernte in Polen und Rußland macht daö Getreide sehr gesucht, und man glaubt, daß zu Weihnachten die Preise stark in die Höhe gehen werden. —Die Frequenz an der hiesigen Universität nimmt mit jedem Semester zu. Ganz besonders studiren in dem gegenwärtigen sehr viele Ausländer hier, sogar Nordarne- rikaner, auch ein Oesterreichcr. Die hier studirenden Russen stehen unter strenger Aufsicht von Seiten ihrer Legalion Während der letzten Ferien ließen einige dieser jungen Russin sich beigehcn, die Schweiz zu besuchen; doch an der Gränze angekommcn, mußten sie, da ihnen die Visirung ihrer Pässe von dem russischen Agenten verweigert wurde, wieder umkehrrn. (N K.) Köln, 26. Okt. Heute Abenb langten Se. kön. Hoh. der Kronprinz von Prruffen in unfern Mauern an. Eine bedeutende Anzahl von den Bürgern Kölns war Sr. kön. Hoh. entgegen gefahren und geritten, und begleiteten Hoch- dieselbrn in die Stadt. Hessen-Homburg. Vom Main, 27. Okt. Aus Homburg vonderHöhe erhält man die Nachricht, daß es vorgestern Abend neuerdings zwei von den daselbst verhafteten Militärs gelungen ist, aus ihrem Gefängnisse, in welchem sie den Ofen weg- gerissen, durch das Kamin schlüpften, und eine zweite Ge- fängmßstube durchbrachen, zu entfliehen. Auch ist daselbst plötzlich der Tambour, welcher in der Breitenstein- schen Ang lcgendeit den Angeber spielte, verschwunden, ohne daß man weiß wohin. (S. M.) Frankreich. * Paris, 27. Okt. Die ausserordentliche Aufmerksamkeit, welche nun den spanischen Angelegenheiten geschenkt wird, ist ein wahres Glück für die Gesellschaft der Menschenrechte, denn sonst würde ein allgemeiner Schre- ckensruf für ihre letzte Mttheilunz entstanden, und die Mitglieder belehrt worden seyn, was ihre Theorien für Gefühle erregen. Selbst die Tribüne erschrickt vor den Folgen der bekanntgemachten Erklärung, so nichtig dieses Blatt an und für sich ist, so zeigt ihm doch ein gewisser Naturtrieb oder ein gewöhnlicher Instinkt die Unausführbarkeit eines solchen Vorhabens. Jedoch muß wider Willen ein- gestandcn werden, daß in diesem neuen Umstürzungs- und Aufbauungöoersuche der gesellschaftlichen Verhältnisse et- was französisch-nationales, durch die Uebertreibung der Darstellung Abschreckendes liegt, und dessen Gefahr besser von Ausländem als von Einheimischen beurtheilt werden kann. Die Franzosen sind einmal geneigt, allem Innern, Dynamischen, Gegliederten den Krieg zu erklären, sie sehen blos auf Aeusseres, Mechanisches, Zerstreutes. Die Nothwendigkeit bringt sie freilich auf die Wahrheit zurück, allein sobald der gewöhnliche Gang wieder im Laufe ist, nimmt das Naturell von Neuem die Oberhand. Der Hauptzrundsatz, jeden qualitativen Unterschied der Dinge, zu denen sieden Menschen zählen, geradehin wegzuläug- nen, führt schnurstracks zu den neuesten tyrannischen Ansichten und Nivellirungen, darin denkt Hr. Lamenais wie Hr. Cavaignac, was m ihrem Geiste auLgebrütet ist, muß angenommen, verehrt und befolgt werden, selbst mit Blutvergießen. Das IM Jahrhundert geht hierin seinen Weg, wie das 18te,- das dem 17ten eben so mitgespielt batte. Es liegt daher in der französischen Logik, so zu Werk zu gehen. Hilft nun die Regierung mit, genehmigt sie die Wu'.h, die sich Aller bcmeistert, dann stürzen die Sachen über den Hausen, und es geschieht, was nur allzu bekannt ist. Robespie-re ist der eigentliche Typus der vorwärts schreitenden Franzosen; und so wie Vater Enfantin der Weiblichkeit nicht den Stab gebrochen hat, weil sie eben nicht da gewesen, so hat auch der Dreiundneunziger seinen Gesichtspunkt nicht aus seinem Gehirne genommen. Zum Trost muß eingestandcn werden, daß die neue Generation bedeutende Fortschritte gemacht hat, bricht je wieder eine Umwälzungaus, so dürfte sie die Zügel ergreifen, den Revolutionshcldcn den Rang abkaufen. Die Schulen der GirardinS, der Doktrinärs, der sogenannten Germanisten bilden ein durch Erziehung, Unterricht, Erfahrung und AusdauerauSgezcichnetesVölkchen, die leicht den Instinktmenschen, wenn die Massen ihnen nicht blindlings in die Arme fallen, schwere Arbeit machen dürften. Paris, 27. Okt. Das Journal de Paris und ouS ihm der Moniteur machen einige Betrachtungen über die Eröffnungsrede des Königs der Niederlande, und jubeln, daß er endlich der Macht Frankreichs und Englands nachgeben müsse, daß die Weisheit dieser Kabinette cS so weit gebracht habe, daß die OppositionSblätter beschämt seyen in Betreff ihrer bösen Prophezeihunzcn — und was dergleichen Albernheiten mehr sind. Großbritannien. London, 2l. Okt. Wir hören, sagt der Sun, daß daS Dampfschiff Soho im Begriff ist, mit Waffen und 2614 Kriegsbedarf nach Lissabon abzugeben. 500 Mann schiffen sich zu Ostende zu derselben Bestimmung ein. — Im Albion erklärt Hr. Carlos Ribeiro d'Andrade, daß die über ibn verbreitete Nachricht, er sey nach Lissabon gereist, um Don Pedro zu bewegen, nach Brasilien zurückzukehren, grundlos sey. — Ein merkwürdiges Aktenstück, nämlich der Bericht des Komitee des Unterhauses, welches mit Untersuchung des Zustandes des Ackerbaues beauftragt war, ist in diesen Tagen erschienen. Das Resultat ist, daßdicser Zweig der englischen Nationalinvusirie sich allerdings noch in einer sehr traurigen Lage befindet; was aber die Mittel, demUc bcl abzuhelfen, anlangt, so bemerkt der Bericht schlecht weg: -,Wenn es gleich in der Macht der Gesetzgebung sicht, durch vielfältige Einmischungen in die Angelegenheiten des Ackerbaues viel Schlimmes zu thun, so wird sie doch wohl schwerlich im Stande seyn, durch solche Einmischung etwas positiv Gutes hervorzurufen.-- lieber den Bericht selbst sagen die Times: „Wir haben den Muth gefaßt, ziemlich tief in die ungeheure Masse schlecht bearbeiteter Argumentationen und Notizen, von denen der (797 Folioseiten lange) Bericht überfluthet, einzudrinzen, in der Hoffnung, irgend etwas, daü die Neugierde zu befriedigen, oder die Kenntnisse des Landes zu erweitern oder die Vorurthcile des Publikums zu verbannen geeignet seyn könnte, ans Licht zu ziehen, aber wir müssen leider gestehen, daß dies uns wenig oder gar nicht gelungen ist, Holland. Der Staatscourant vom 25. Okt. enthalt die Mitthei- lungen der Regierung an die Generalstaaten in Betreff der lctzren Verhandlungen in London. Sie bestehen hauptsächlich in den Vertragsentwürfen zwischen Holland nnd den 5 Mächten und Belgien so wie in den Schwierigkeiten wegen der Maasschifffahrt und des freien Durchgangs nach Mae stricht. Der Minister Verstolk begleitete diese Vorlagen mit einer Rede, worin er den Gang der Unterhandlungen auSeinandersetzte und zeigte, wie von Seiten Englands und Frankreichs stets neue und übertriebene Forderungen gemacht wurden, und a!S man darein nicht ein- gehen konnte, herkömmlicher Weise die Schuld auf Holland geschoben wurde, als habe es nicht den guten Willen , einen endlichen Abschluß zu machen. Der Minister Verstolk fragte deshalb die Konferenzglieder, ob sie denn glaubten, daß er die Gesinnung der niederländ. Regierung nicht kenne, und im Falle sie nicht labschließen wollte, obste ihm wohl 'zutrauten, daß er alSdann eine Sendung nach London übernommen hatte, um snicht abzuschließen? Hierauf erhielt Verstolk, wie es scheint, keme Antwort. Seine Rede schloß er mit folgenden merkwürdigen Aeoffe- rungen: „Nach all dem habe ich Grund, Ihnen anzukün- digen, daß stch seit einigen Tagen die Aussicht eröffnet hat, nicht allein zur Wegräumung dieses beiläufigen Hindernisses, sondern waS mehr ist, zum Fortgang der Bemühungen, um eine allgemeine Uebereinrunft zu erhalten. Eine Sendung von Seiten II. MM. der Kaiser von Oesterreich und Rußland, so wie des Königs von Preuffen an den König trägt so sehr den Stempel der aufrichtigen Freundschaft und Würdigung, daß Se.M. „i b: anstand, dieselbe durch ein unbegränztes Vertrauen von Ihrer Seite zu beantworten, u. wenndiegün- stucnVorzeichenauch dieseSmal nicht täuschen, so darf man mitVertrauen einer endlichen annehmbaren Abschließung entgegen sehen. Wäre eS mir erlaubt, meiner Neigung Gehör zu geben, vielleicht könnte ich meine Rede durch An- führung einiger Beobachtungen schließen, die geeignet wären, einiges Licht über die politischen Verwickelungen unseres WelttheilS und über deren Wirkung auf unser Vaterland zu verbreiten. Aber es gibt Verhältnisse, die nochschlimmer werden, wenn sie zur Sprache gebracht sind. Wer sollte auch so vermessen seyn, den Schleier zu lüften, der keine Berührung dulden will, und welchen zu berücksichtigen heilsam seyn kann? " Portugal. Man meldet aus Lissabon vom t.Okttober: Der Verlust deS Silberservices u. s. w., durch Untergang der City of Waterford, wird auf 35 bis 40,000 Pf. Sterl. geschätzt; unter andern Gegenständen wurde auch ein Kästchen verloren, daS Briefe enthielt, welche Don Pedro von Ministern und Privatleuten erhalten batte; ob es in die Gewalt der Feinde gerathen, ist unbekannt, aber man ist über dessen ! Schicksal sehr besorgt. — Don Pedro hat am 10. Oktober einen allgemeinen Ausfall gemacht. Der Kampf scheint von beiden Seiten mit der größten Heftigkeit begonnen worden zu seyn. Der Herzog von Braganza st-nd persönlich an der Spitze sei- ner Trappen. Die Miguelisten wurden aus allen ihren Stellungen vertrieben, und die pedristische Armee bemächtigte sich deS Pallastes von Lumiar, welchen Don Miguel bewohnte, und wo seyn Bruder alsdann die Nacht zu- brachtc. Der Pallast von Lumiar ist nur clwas über eine Stunde von Lissabon entfernt. Am ll. bei Tagesanbruch, fieng das Gefecht von neuem an. Die Miguelisten, welche hartnäckig des Ter- rain vertheidigten, wurden aber bis nach LoiraS, etwa 3 Stunden von der Stadt, zurückzedrängt. Ein hitziger Angriff, der an diesem Orte wegen einigen vortheilhaften Stellungen, die die Anhöhen darboten, ausgeführt wurde, wendete alles zum Dorlheil her Pedristen; das beiderseitige Flintenfeuer verlängerte sich bis nach Untergang d er Sonne. Am 12. wurde der Kampf wieder fortgesetzt. Don Pedro erwartete aus Peniche 300 Mann, die der miguelistischen Armee in den Rücken fallen sollen, und die wahrscheinlich das Schicksal dieses Tages (des 12.) entscheiden werden. Don Miguel hat den Weg nach Sanlarcm eingcschli» gen, einer befestigten Stadt, 16 bis l 7 Stunden von Lissabon, woselbst sich, wie eS scheint, dessen Armee konzen- triren soll. Von beiden Seiten scheint der Verlust beträchtlich zu ftyn. Am Tage des 12. wurden eine Menge Verwund»- 2615 ter in Lissabon einzebracht, man zählte deren schon mehr alö 700. Spanien. Bis jetzi haben sich dir Nachrichten über die Veränderung des spanischen Ministeriums und die Ernennung deö General Saarsfielv zum Vizekönig von Navarra nicht bestätigt. Der Sturz des Ministeriums Zea wird aber als gewiß betrachtet, indem die Königin durch ihre letzten Dekrete ganz mit den Apostolischen gebrochen hat, und sich den Konstitutionellen anschließen muß. Aus Tolosa erfährt man, daß Casianon einen Eilboten nach Miranda gesandt hat, um sich zu versichern, ob der General Wals die Nebelten gesch azen und dort eingezogen sey. Castanon hat dem Pastor nur den Grad und Titel als Oberst gegeben, obgleich dieser unter den CorteS Marechal de camp war. General Harispe hat durch einen Tagesbefehl der Obser- vationsarmee bekannt gemacht, daß man jedes Gefecht mit den insurgirtcn Spaniern streng vermeiden solle. Kein Soldat darf unter irgend einem Vorwand über die Granze geben. Der Oberst Eraso ist sehr krank, er hat die Erlaub- niß erhalten, 8 Tage in Pan zu bleiben. Griechenland. Triest, 20. Okt. Nicht erfreuliche Nachrichten sind aus Griechenland vom 25. Sept. hier eingelaufen. Die Kapodisteiassche Partei hat wieder ihr Haupt erhoben, nachdem sie schon seit langer Zeit im Stille» bemüht war, daS Volk der Regentschaft zu entfremden und daö eingesetzte griechische Ministerium um die offenst,che Achtung zu bringen. In letzter Zeit fielen da und dort Räubereien und andere Unordnungen vor, und es fehlte nicht an Zeichen , die den Verdacht, dieselben angezettelt zu haben, deutlich nach jener Partei lenken. Ihre Absicht kann keine andere seyn als durch dergleichen Umtriebe die Unfähigkeit des fanariotischen Ministeriums (wie sie es nennt), die Ruhe und Ordnung aufrecht zu halten zu beweisen, und sonnt sich selbst wieder einen Weg zu den einflußreichen Stellen zu bahnen; was ihr aber wohl jetzt schwerer als je gelingen wird. In einer von 15 Häuptlingen Unterzeichneten Eingabe an Se. Maj. den König Otto, unter welcher die Namen Kolokotroni und Gennaios, Zavellas, Ko'.iopulos rc. figuriren, haben sich diese Leute beikommen lassen, um eine Aenverung in der Regentschaft zu bitten, indem sie darauf antragen, ouffer dem Grafen Arniansperz alle übrigen Mitglieder derselben, die sie der Habsucht zu beschuldigen die Stirne haben, zu entlassen. Selbst ein Deutscher, der a!S Dolmetscher ongestellt gewesene Di-. Franz, hat sich dieses Schrittes mitschuldig gemacht; seine augenblick.iche Verweisung aus Griechenland deutet an, wie diese Eingabe ausgenommen worden. Ueberhaupt erachtete man strenge Maaßrsgeln für nöthig. Viele Verhaftungen sind vorgenommcn worden, und man sprach von Einsetzung von Kriegsgerichten, um die Schuldigen schnell zu bestrafen. Auch auf der Insel TinoS, wo die Kapo- distriassche Partei immer großen Einfluß übte, sollen Unordnungen vvrgefallen seyn, weßhalb mehrere hundert Soldaten dahin abgeschickt wurden. (A. Z.) StaatSpapiere. Wien, den 24. Oktober. 4prozent. Metalliqueö 82; Bankaktien 1194/. Cours der Staatspapiere in Frankfurt. Den 29. Oktober. Schluß 1 Uhr. pCt.jPapier Eeldi / Partial, b. Rothsch. Compt. 4 — 132'/. tfl 100 Loose Comp. 198 iMetallig. Obli'g. Comp. 2/. 50'/. — I ditto ditto Comp. 1 21'/. — Oesterreich , Obli'g. bei Bethmann 4 83''. — 1 ditto ditto 4'/. 87'-- — i Stadtbanko-Obliqationen 2'/, 53/ — ' Domestikalobligationen 2'/, — s Staatsschuldscheine 4 967, Preuffen sOblg.b Rothschild in Frst. l do.do. b Lst. ä 12s/- fl. 5 4 967. 907. f Prämienscheine 51 50'/. Baiern > Obligationen ! Lotterieanlehen s 500 fl. kl 24 4 — 100 4 — — Baden I Rentenscheine ' fl. 50 Loose bei Gollu. S. 4 103 83'/- Darmstadt l Obligationen -fl. 50Loose 4 62'/. 99/ 62/ Nassau Obligationen bei Rothschild 4 99/. — Holland l Integrale 'Neue in Certifikate 27. 5 917° 48/« 91/, Neapel Certifikate bei Falconct 5 83 Spanien (Rte. perpet. bei Will. 1 ditto L 3 57/ 37'/- 37/ Parma Certifikate bei Rothschild 5 — Polen Lotterieloose Rthlr. 59/ Rußland Cert. bei Grunelius et Comp. 8 — — Frankfurt Obligationen 4 102'/- — Nach dem Schluffe der Börse (1/Uhr) 5pro; Metallia7 94'./. 4proz. Metall. 83'/.. Bankaktien 1447. Integrale 48"/,.. 5proz. holländ. 91'/-Geld. Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 30. Okt., Nr. 38, enthält folgende Militärdienst Nachrichten. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben unterm 19. Okt. d. I. gnädigst geruht, folgenden Offizieren des Armeekorps den Orden vom Zähringer Löwen zu verleihen: l. Das Kommandeurkreuz: Leibinfanterieregiment; dem Oberst und Kommandevr Pfnor; Dragnerregiment v. Frcyflcdt: dem Oberst und Kommandeur v. Roggenbach. II. Vas Ritterkreuz: Lelbinfanterieregiment: dem Kapitän Lebeau; Inf.Reg.Großherzog: dem Kapitän Hoffmann; - - Erbgroßherzog: dem Oberstlieutenant v. Krieg; - - Markgraf Wilhelm: dem Kapitän v. Müller; 2616 Inf. Reg. v. Stockholm: dem Kapitän v. Noel; Dragonerregiment Markgraf Max: dem Rittmeister und Brigadcadjutant v. Rvggenbach; Dragonerregiment v. Freystedt: dem Rittmeister Tostr; Artilleriebrigade: dem Kapitän Arnold. Erledigte St eklen. Die fürstlich leininzcnsche Präsentation des Pfarrers Jakob Beicher zu Waldstetten auf die katholische Pfarrei Richen (Amts Eppmgen) hat die Staatögenchmigung erhalten. Dadurch ist die katholische Pfarrei Waldstetten (Amts Walldürn) mit einem beiläufigen jährlichen Einkommen von 500 fl. in Geld. Zehnten und Gütcrertrag, worauf dermalen ein in acht Jahresterminen abzubezahlendes Schul- denkapital von 48 fl. 3 kr., welches sich noch auf etwa 20 fl. erhöhen dürfte, ruhet, erledigt worden. Die Kompetenten um die letzzenanntc Pfarrei haben sich bei der fürstl. keiningenschen Standesherrschaft als Patron nach Vorschrift zu melden. Nachträglich zum Ausschreiben der Pfarrei Ebnet (Land- amls Freiburg) wird bemerkt, daß aufdicser Pfarrei ausser der angezeigten Kriegsschuld von 325 fl. 3ch kr. noch eine weitere an die Gemeinde Mengen zu zahlende Schuld von 24 fl. 57^ kr. hafte, weswegen das 12jährige Provisorium um ein Jahr verlängert wird. Inländische Weinpreise Nr. 10. Vom 26. Oktober. Laudenbach. Geringste Qualität 160 fi., mittlere 160 fl., beste 230 fl., Erwachs !05 Fuder, welche in l4 Tagen von der Lese an bis aus 5 Fuder verkauft wurden. Unter dem noch vorhandenen Rest befinden sich einige Fuder bester Sorte, die man noch nicht um den bisherigen Preis ablaffen wist. Gewicht 84 — 85 Gr. Die Riesling Weinberge haben dieses Jahr zu bis 's, mehr Wein als im Jahr 1832 geliefert. Gemischte Trauben haben das Doppelte des t832r Herbstes er- tragen. 'Nach dem Mitlelpreis von 180 fl hat die Gemarkung Laudenbach für die bereits verkauften hundert Fuder 16,000 fi. erlöst. Der diesjährige Wein dürfte sich seiner Qualität nach km Durchschnitt dem I826r anreihen. Man bedauert dort allgemein, so schnell verkauft zu haben, weil nach dem Laudenbachcr Weine noch kägkch Nachfragen geschehen, und daher ein höherer Preis voraussichtlich zu erzielen gewesen wäre. Hemsbach. Auch hier sind schon gegen 60 Fuder abgssetzt, und eS geschehen täglich noch Kaufe zu 140 — 150 fl. In dem Bezirk Lahr sind die Preise etwas gefallen. — Lahr mit Berkheim, Oberschopfheim und Sulz jetzt 40 — 50 fl. Heiligenjell, Friesenheim, Oberweier, Schultern, Mietersheim 45— 60fl. HugSweier und Dinglingen 55 ^ 65 fl. Müllheim. 110 fl. Steinstadt. 145 fl. Bellin gen. 130 fl. Schl lenzen. 125 fl. Augen. 120 fl. Der Laufener Wein kommt dem vorjährigen an Süßigkeit gleich, in den übrigen s. g. Markgräfler Orten steht er dem 1832r etwas nach. R^igirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macktot. Auszug aus den Karlsruher Witterungsbeo b a ch t n n g e n. 29. Okt. z Barometer 0.2 L. M. 2'/. S 27Z. 8.8 L. N. 8 S 273. 8.8 L. Thenn. Wind. 66 «8. NO?' 11.0 W. 50 G. NO. 6.7 G. 62 G. NO. ziemlich beiter — klar. Pschyrometrische Differenzen: 0.7 Gr. - 2.8 Gr. -1.6 Gr. Theat e^a n z e i g e. Sonntag, den 3.November: Romeo und Julia, Trauerspiel in 5 Aufzügen, von ShakSpcare. Madame Crelinger, vom königl. Hoftheater zu Berlin, Julia, zur ersten Gastrolle. Todesanzeige. ES hat dem Allmächtigen gefasten , meine geliebte Gat- t'n Pauline Sch uncke, geb. Hanke aus Stralsund, nach einer vierzehnjährigen höchst glücklichen Ehe, und nach zu- rück-elegtem 33. Lebensjahre, am 25. Okt., nach schmerz- haften Leiden, in ein besseres Leben abzurufen. Indem ich diesen für mich so unersetzlichen Verlust meinen Freunden und Bekannten ergebenst anzeige, fühle ich mich verpflichtet, den edlen Menschenfreunden, welche der Verblichenen letzte LebcnStage durch zahlreiche Beweis von Wohlwollen und Freundschaft erheiterten, so wie auch den Eltern, welche ihre Kinder der Obhut und Erziehung ver'el- benanvertrauten, meinen gcrührtesten Dank auszuspre.hen. Um stille Theilnahme bittet der tief trauernde Gatte und Vater von 7 unmündigen Kindern. Karlsruhe, dm2Z.Okt. 1833. Christoph Schuncke. Bekanntmachung. Die verehelichen Mitglieder des Gesangvereins werden in Kenntniß gesetzt, daß nächsten Samstag, den 2. Nov., 2617 Abends 5 Uhr, die Hebungen des Vereins im gewöhnlichen Lokale, im Museum wieder beginnen werden. Karlsruhe, den 29. Okt. 1833. Der Dercinsvorstand. Literarische Anzeige. In der von dem Unterzeichneten bereits versandten Schrift: Beleuchtung der Widerlegung des Hrn. Welte, muß auf den Seiten 27 und 28 in den algebraischen For. mein, statt des Zeichens der Addition, allemal dasZei- chen der Multiplikation stehen; welchen Druckfehler der geneigte Leser zu merken beliebe. Karl Groos in Heidelberg. Pensionat für Schüler des Lyzeums und der polytechnischen Anstalt. Es werden junge Leute, welche obige Schule besuchen wollen, in Kost und Wohnung gesucht; strenge Aufsicht über Fleiß und Sitten, und sorgfältige Pflege in ihren häuslichen Bedürfnissen werden verbürgt. Wo, ist im ZeitungSkomptoir zu erfragen. Karlsruhe. (Anzeige. H Mein Lager von äcbtostin- discden seidenen Taschentücher» ist wieder vollständig affortirt, und es werden dieselben packweise ä 7 Stück von verschiedenen Mustern in itcr, ater, 3 ter Qualität zu den sehr billigen Preisen von 16, 12 uno 7 fl. verkauft. Ferner findet sich wieder große Auswahl von leinenen weißen und farbigen Taschentüchern, holländischer und schweizer (Langenthaler) Leinwand, Tisch - u. Handtuchgebilden, Awilch- und Damasttaftlgedccken, Kaffee« und Dessertservieiten, französ. Batisten rc. bei Heinrich Hofmann, lange Straße Nr. 64. Karlsruhe. (Anzeige. ^ ,Von nun an verkaufe ich um herabgesetzte Preise vorzüglich gutes doppeltes Kümmel» und Aniswaffer, die Maas zu 48 kr. (in größer» Partdien noch billiger). Dom besten Wind - und Biitermagenwasser die Maas fl. fl. fl. fl. 4 kr. Ln kr. 6 kr. 6 kr. fl. - kr. fl. 48 ke. fl. 2, kr. 6 kr., fl- Ganz achten alten Malaga, die Bouteille - i Desgleichen Muscat de Lunel « - - 1 Desgleichen Arac de Batavia - - - 1 Sehr starken Rhum - » - 1 Cognac . . - - - — Creme de Vanille . . - - , Alle übrigen Sorten seinen Liqueur die Bout. ü 1 so wie Nußwasser zu dem äußerst billigen Preis s 46 kr. die Bouteille, Punschessenz von bester Qualität die Bouteille s 1 fl. 36 kr., feinste Braunschweiger Bischoffessenz das Fläschchen ,8 kr., wovon drei Schoppen guter Biswoff bereitet werden können. Konditor Chr. Fellmerh's Wittwes Herrenstraßc Nr. 24, der katholischen Kirche gegenüber. Karlsruhe. lAnzeige. ^ Unterzeichneter mackt die er, gebene Anzeige, daß er bis 4. ober 6. November wieder in Karlsruhe eintreffe, und seinen Unterricht im Tanzen und Fechten beginnen wird. Sein Logis ist im Daimflädierhof. Seb. von Lora. Karlsruhe. (H a u s l eh rerstell e.(I Ein cv. Pfarr« kandidae, welcher in allen eine höhere Bildung vorbereitenden Lehrgegenständen, die Musik ausgenommen, Unterricht erthetlen kann, sucht eine Hauslehrerstelle. Auf portofreie Briefe das Nähere im Aeitungskompioir. Karlsruhe, s A p 0 t h ek e r g eh ü lfc n st e lle. s Für einen soliden eraminirten Apothekergehülfen, der sogleich eintte- ten kann, ist eine Stefle mit 260 Gulden Gehalt offen. Nähere Auskunft gibt das ZeitungSkomptoir. Karlsruhe. sSchuhugesuch. s Es wird jemand einen lebenden Schuht» zu kaufen. Wer einen solchen besitzt und ihn zu verkaufen gesonnen ist, wolle hievon im Zeitungskvmptoir die gefällige Anzeige machen; wo daun das Nähere auch zu erfahren ist. Rastatt. (Fahndung.) Der ledige Anselm F rschbach von der Favorite zieht seid mehreren Wochen ohne einen Hei- mathschein, oder sonstige Papiere bei sich zu haben, müßig im Lande umher, kontrahirte bei mehreren Personen Schulden, und verschwendet durch Zechen in den Wirthshäusern sein Vermögen. Wir ersuchen die betreffenden Polizeibehörden, diesen Pur- sch-n im Betrerungsfalle arretiren und gefänglich hierher einlie- fern zu lassen. Rastatt, den 28. Okt. ,833. ' EroßherzogitcheS Oberamt. Bausch. Signalement des Anselm Fischbach. Derselbe ist 24 Jahre alt, etwa 5 ^ ic>" groß, hat brau«? Haare, einen braunen Backenbart, graue Augen und ei»? Stumpfnase, Bei seiner Entfernung trug er eine Jacke von grauem.Biber, schwarze sommerzeugene Hosen, eine schwarze tuchene Weste und eine Kappe von grünem Tuch. Rastatt. (Bekanntmachung.) Unter dem Rindvieh zu Stollhvfcn ist die Maul, und Klauenseuche ausgebrochen, was man mit dem Anhang zur öffentlichen Kcnntniß bringt, daß mast dem dortigen Bürgermeister den Auftrag crtheilt habe, dvs Ucbernachlen von fremdem Rindvieh nicht zu dulden. Rastatt, den 26. Okt. »833. Grvßherzogliches Oberamt. Bausch. vät. Pi um«, Akr. Emmen bin gen. (Kraftlos erklärte Ob liga tion.) Niemand hat Ansprüche auf die vermißte von Wilhelm Limber- gers Wiltwe in Lheningen, zu Gunsten der VerlaffensLaft des Landvogr von Geußau dahier ausgestellte Obligation über 40a fl. erhoben, daher wird sie für kraftlos erklärt, iu Gemäs- heit der diesseitigen Aufforderung vom a 5 . Juli d. I. Emmendingen, den 21. Okt. »833. Großhcrzogliches Oberamt. Rieder. Lörrach. fW ein ver steigert!ng.) Von unterfertigter Stelle werden in nachstehenden Orten beigesetzte Zehntweine von > 833 , gegen baare Bezahlung, öffentlich versteigert werden, und zwar: Zu Tannenkirch Montag, den 4.November, Vormittags ic> Uhr, ca. 57 Ohm. Au Blansingen Dienstag, den 5. gedachten Monats« ebenfalls Vormittags um 10 Uhr, ca. 3 Ohm rother und ca. 82 Ohm weißer Wein. Lörrach, den 21. Okt. ,833. Großherzogliche Domänenverwaltung. Bittmann. Karlsruhe, sG ü terv crst ei gerun g.H Mittwoch, den 6. Nov. d. I., Nachmittags 3 Uhr, werden im Gasthaus 2681 zum Salinen, auf den Antrag der Erben der Bäcker Friedrich Hafner'schen Wittwe, nachbeschriebcne Güterstücke öffentlich versteigert, als: s) r Dril- Garten im Sommerstrich, neben Rathsverwandten Künzle und Bäckermeister Friedrich Wagner und k) 3 Vrtl. Acker allda, neben Senator Künzle und Friedrich Wagner, oben auf den Gartenweg und unten auf den alten Mühlburger Weg stoßend. Hierbei wird noch bemerkt, daß wenn ein annehmbares Gebot geschieht, sogleich zugeschlagen werden wird. Karlsruhe, den -3. Skt. i833- Großherzogliches Stadtamtsrevisorar. Kerker. Karlsruhe. (Holländerholzversteigerung.) Mittwoch, den i3. Nov. d. I., Morgens g Uhr, werden in diesseitiger Kanzlei dahier n5 Stämme Holländer Eichen und 6o » - Forlen aus dem herrschaftlichen Haardtwald, Karlsruher Forsts, sodann 25 Stämme dergleichen Eichen aus dem Friedrichsthaler Forst und 5o Stämme Holländer Forlen aus dem Herrschaftswald, Eggenstcincr Forsts, öffentlich versteigert werden und die Steigerungsliebhaber mit dem Bemerken hierzu eingeladen, daß die bereits schon ausgezeichneten Stämme denselben auf jedesmaliges Verlangen von den betreffenden Re- vierforsteien vorgezeigt werden- Karlsruhe, den 24 . Okt. ,833. GroßherzoglicheHofforstadministration. Fischer. Gernsbach. (Holzversteigerung.) Freitag, den 8. Nov., werden aus deu herrschaftlichen ober» Gebirgswaldun- gen, Scheurer und Gausbacher Forst«, ca. goc> Stück tannene und fcrlene SägklöHe, - 5no Stamm dergleichen Bauholz, welches stch zum Transporte sowohl aus der Murg, als auch auf der Enz eignet, in verschiedenen Abtheilungen versteigert werden; wozu sich die Liebhaber früh 10 Uhr aus dem Kalten- bronnen einfinden können. Gernsbach, den 26 . Skt. ,833. Großherzogliches Forstamt. v. Kettner. Mannheim, s Auffo r d er u n g.j Allenfallsige Gläubiger des in Dobel (königl- würtembergischen Obcramts Neuenburg) verlebten hiesigen Bürgers und Handelsmanns Ludwig Schweigle werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche Montag, den Nov. d. I., in diesseitigem Geschäftszimmer anzumelden, indem nach Umstuß dieses Termins die Masse an die im Auslande wohnenden Erben verabfolgt werden wird. Mannheim, den 21 . Okt. ,633 Großherzogliches Stadtamtsrevisorat. Leers. Karlsruhe. (Aufforderung.) Wer an den Nachlaß des Hrn. Hofmalers Ernst Fries eine Forderung zu mache» hat, wird hiermit aufgefordert, solche innerhalb ,4 Tagen bei Hrn. Obesbaurath Hübsch dahier cinzugeben, um solche bei der Vermögensabtheilung berücksichtigen zu können. Zugleich werden auch diejenigen, welche in die gedachte Masse schuldig sind, aufgesordert, ihre Schuldigkeit in obiger Frist »q Hrn. Oberbaurath Hübsch zu entrichten, oder solche bei demselben doch wenigstens schriftlich anzuerkcnnen, widrigenfalls man sonst bet Gericht deshalb klagend auftreten wird. Karlsruhe, den 24 . Okt. ,833. Großherzogliches Stadtamtsievisorat. K e r l e r. Mannheim. (S ch u l d e n l i q u id a ti on.) Gegenden hiesigen Bürger und Hutmachermrister Nikolaus Keßler haben wir heute ben förmlichen Gant erkannt, und Lagfcchrt j«r Schuldenliquidation auf Mittwoch, den , 8 . Nov. d. I., Vormittags g Uhr, anberaunit. Die etwaigen unbekannten Gläubiger werden demnach vor- gcladen, in dem obigen Termin, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gantmaffe, ihre Forderungen persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, ihre etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, und ihre Beweisurkunden vorzulegen oder Beweis anzutreten, wobei bemerkt wird, daß in der nämlichen Tagfahrt ein Masse- Pfleger und Gläubigerausschuß ernannt, und ein Borg - oder Nachlaßvergleech versucht werden soll, mit dem Anfügen, daß in Bezug auf Borgvcrgleiche und Ernennung des Mass-pflegers und Gläubigerausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der erschienenen beiiretend angesehen werden sollen. Mannheim, den 23. Okt. i833. Großherzogliches Stadtamt. Lich tenauer. Neckargemünd. (Verschollenheitserklärung.) Da sich der unterm 10 . März I. I. zur Empfangnahme seines Vermögens öffentlich vorgeladene Ioh. Phil. Weidenheim er von Spechbach bisher nickt gemeldet hat, so wird er für verschollen erklärt und fein Vermögen seinen sich, darum gemeldet habenden Verwandten, gegen Kaution, in fürsorglichen Bess» gegeben. Neckargemünd, den 23 . Okt. ,833. Großherzogliches Bezirksamt. W e » g. Kenzingen. (Verschollenheitserklärung.) Da der seit >8i3 vermißte Georg Stäubte von Weißweil unac- achtet der öffentlichen Aufforderung vom ,3. Juli v. I. sich zur Empfangnahme seines Vermögens nickt gemeldet, so wird derselbe hiermit für verschollen erklärt, und das Vermöge» seinen nächsten Anverwandten, gegen Kaution, ausgefolgt. Kenzingen, den 24 . Text, >833. Großherzogliches Bezirksamt, v. Hennin. Oeffentliche Ladung. Elisabeth Brutsch in, welche von Rastatt gebürtig gewesen ftyn soll, sich aber schon geraume Zeit hier aufhielt, ist mir Hinterlassung eines Testaments ledig dahier verstorben, ohne daß dem Gerichte Verwandte derselben bekannt geworden wären. Es ! werden daher etwa vorhandene Intestarerben derselben, zur Publikation des Testaments und zur Erklärung über dessen Inhalt auf Dienstag, den 12 . November, Vormittags 10 Uhr, unter bem Rechtsnachthcile hierher geladen, baß sonst dasselbe von Amts wegen eröffnet und voslsireckt werden soll. Darmstadt, den 5 . Okt. i833. Großherzvgl. hessisches Stadtgericht. Strecker. Verleger und Drucker: PH. Macklot,