Karlsruher Zeitung. . .. Nr. 323. Donnerstag, d Baden. Da-großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom vom 19. Nov., Nr. 4l, enthält die VollzugSverordnunz zu dem Gesetze über die Aufhebung des äranschen Antheils an den Zunfttaxen. L rnrv tags vertzanvlun gen. * Karlsruhe, 19. Nov. Wir theilen hieraus der letzten Sitzung der ersten Kammer vom 12. d. M. vorläufig die Schlußrede des durchlauchtigsten Präsidenten, des Herrn Markgrafen Wilhelm von Laden Hobest, mit: »Nach sechsmonatlicher Anstrengung sind wir heute endlich an das Ziel unserer Bestrebungen gelangt. In 77 Sitzungen haben Sie, durchlauchtigste hochgeehrteste Herren, 26 Gesetze und 19Adressen milder größten, unausgesetzten Thätigkeil erledigt; es geleitet Sie nun das frohe Bewußtseyn nach Hause, im wahren Interesse des Vaterlandes und beS Regenten dieses Alles zum allgemeinen Wohle gewirkt zu haben. Gewiß wird die öffentliche Stimme aller Gutgesinnten stets in dankbarer Anerkennung gegen Sie verbleiben, und ich vermag deshalb, durchlauchtigste hochgeehrteste Herren, nur persönlich Ihnen meinen innigen Dank auszusprechen für die freundschaftlichen Gesinnungen, die Sie mir im Laufe dieses Land- tageS bezeugt, und für diethätige Unterstützung, die Sie mir bewiesen haben. Es wurde dadurch mein ehrenvoller Beruf wesentlich erleichtert, und stets wird das Andenken einer Zeit in meinem Herzen leben, wo mir der nähere Umgang mit so ausgezeichneten Männern zu Tüeil wurde. Ich füge das Eine noch bei, daß ich beim Wiederbeginne unserer ständischen Wirksamkeit Sie Alle in diesem Saale auch wieder vereinigt zu sehen wünsche." Seine Durchlaucht der Herr Fürst zu Fürstenberg: „Erlauben Sie, daß ich in meiner Eigenschaft als Vizepräsident dieser hohen Kammer, womit die Gnade und das Vertrauen des gebebtesten Regenten mich bekleidet hat, Ihnen, meine Herren, als Organ diene, um unserm hochverehrten Präsidenten unfern wärmsten, lebhaftesten Dank auözudrückcn für den beharrlichen Eifer und die ausgezeichnete Umsicht, womit er die zahlreichen und wichtigen Geschäfte dieses Landtags, der morgen sein Ende erreicht , geleitet bat. Mögen die Früchte unseres Wirkens den beglückenden Absichten entsprechen, welche den weisen und edlen Bestrebungen unseres LandeSfürsten eigen sind. Möge die Fülle des göttlichen Segens auf alle Folgen die- seS Landtages sich nieversenken und der Fülle der Empfing düngen gleichen, die unsere, vonunbegränzter, ehrfurchtsn 21 November 1833.' voller Ergebenheit und Treue gegen den Fürsten, so wie von der reinsten Vaterlandsliebe durchdrungenen Herzen beseelte, die unwandelbar und ungeschwächt bei allem Wechsel der Zeiten uns innewobnen werden." Sämmtliche Mitglieder drückten sofort durch Erhebung von ihren Sitzen ihren Dank aus; StaatSminister Freiher- von Türckheim und Hofgerichtsratd Graf von Hennin dankten überdies in kurzen Reden, da sie als grunvherrkiche Abgeordnete nebst den Freiherren von Röder und von Venningen das Loos des Austritts getroffen hatte. Deutscher Bund. Vom Main, 15. Nov. Man vernimmt auS guter Quelle, daß von Seiten des Königs der Niederlande nun wirklich die schon so lange angekündigte Anfrage wegen Luxemburgs bei der deutschen Bundesversammlung eingegangen ist. Dieser so wichtige, die Würde von ganz Deutschland in jeder Beziehung so sehr berührende Gegenstand wird indessen jedenfalls reiflichen Beratbungen unterliegen, und eine schnelle Beschiußnahme daher auf keinen Fall zu erwarten seyn. Man glaubt auch, daß dieser Gegenstand mit zu denjenigen gehöre, welche in der bevorstehenden Konferenz der deutschen Regierungen beralhen werden sollen. Hiernach wäre denn an eine so baldige Lösung der holländisch-belgischen Angelegenheiten nicht zu denken. — Von Seiten der Bundesversammlung soll auch wieder eine deutsche Zeitung, welche in der letzten Zeit einen ganz besonders heftigen Ton angenommen hat, verboten wer- den. (N. K.) P r e u s s e n« Die Zahl der mit Dampfschiffen Reisenden soll im Laufe dieses Jahre! bloS auf dem Minelrhein über 80 000 betragen haben. Die Dampsfchifffahrtsgesellschaft läßt für die Fahrt zwischen LcopolvShafen und Kehl ein neues, für den dortigen Wasserstau» des Rheines angemessenes Dampfschiff bauen. Frankreich. Paris, 17. Nov. Die Debais, irregoführ! durch eine deutsche Zeitung, beeilen sich, die Hauptpunkte der von Welcker vorgeschlagenen Adresse, wegen der Gefahren des Vaterlandes, geradezu als Adresse der zweiten badischen Kammer bekannt zu machen. Der TempS hat diese Mitiheilung auch ausgenommen, so wie der Constitution- ne!, und die N ckarzeitung sieht hieraus, daß sie ihre verfängliche Ueberschrift: Adresse der zweiten Kammer u. s. w. schlecht vertdeiAgt hat, indem sie an das Gedächtniß ihrer Leser appelliite; denn die französischen Blatter bewei- 2828 fen, daß sie wirklich ein kürzeres Gedachtm'ß haben,' als die Neckarzcüung ihnen zutraute. — Der Minister des öffentlichen Unterrichlö hat an die HH. Rektoren der Akademien ein sehr weitläufiges Um- laufsckreiben erlaffen, Vas sich auf die Bildung der Ober- primäischulen und auf den Unterricht überhaupt bezieht, und'Instruktionen hierüber enthält. Am Schluffe dieses Umlaufschreibens findet sich eine Nachricht in Bezug auf die Oberprimärfchulen, und ein Beschluß, der die Jurisprudenz deS kön. Rath,'s des öffentlichen Unterrichts bildet. Die merkwürdigste Verordnung dieses Beschlusses ist die, welche die Zöglinge der Elementar- oder Oberprimärschulen von der Univrrsitätssteuer losspricht. * Toulon, 12. Nov. Nachdem Alles eine friedliche Gestaltung zu nehmen schien, bemerkt man jetzt wieder ein ganz anderes Verfahren. Das Benehmen unserer Machthaber wirft alle Vermuthungen über den Haufen. Man beschäftigt sich hier viel mit Spanien. Die Kaklisten jubeln; ihre Hoffnungen haben jetzt eine andere Richtung genommen, indem sie ihr Heil von dem Siege ihrer Brüder in Spanien erwarten. Großbritannien. TuS Schottland werden folgende Thatsachen berichtet, welche den nieder« Grad der Gesittung, auf dem manche Stämme dieses Volkes noch stehen, andeuten, und zugleich zeigen, in welch hohem Grad die Blut - und Fami ienrache noch in diesem Volke lebt: Seit 1729 herrschte wegen eines Stück Landes blutige Fehde zwischen den Famil en SHar- key und Finegan. Von dem genannten Jahre bis 1829 fanden 58 allgemeine und Einzelkampfe statt; 15 Menschen fielen in denselben^ 7 fanden ihren Tod durch HenkerShand. Den 15. Jan. d. I. sandten die Finegan'S den Sharkey'S eine AuSforderung; als letztere sie nicht annahmen, wurden sie von ihren Feinden fortan als Feige behandelt. Um der Verwüstung ihrer Ländereien ein Ende zu machen, errichteten die Sharkey'S auf ihrer Gränze eine Mauer. AlS eben daran gebaut wurde» wurde ein Sharkcy, der nach den Arbeitern sah, von auflauernven Finegan's ermordet, und den ihm zu Hülfe kommenden Verwandten wäre es eben so gegangen, wenn nicht ein Mädchen von der Familie Soldaten herbeigeholt hatte. An dem Morde hatte auch ein Mädchen aus dem Stamme Finegan's Antheil genommen; der junge Sharkey war mir ihrem Taschentuchs erdrosselt worden. Vor Gericht triumphirten Alle über die begangene That, und stritten sich, wer am meisten sich dabei ausgezeichnet. Mehrere wurden zum Tode, Andere zur Deportation verurtheilt. (Engl. Bltr.) Holland. Haag, 16. Nov. Wie man wissen will, wird die Konferenz nicht eher ihre Arbeiten wieder aufnehmen, bis ihr die Entscheidung dcö Bundestags und der Agnaten deS Hauses Nassau offiziell bekannt gemacht worden. Unser Kabinet hat sich fortwährend der günstigen Gesinnungen der drei nordischen Höfe zu erfreuen. Man behauptet, daß die Gesandten von Oesterreich und Preuffen auf mildere Bedingungen für uns antrazen werden; auch versichert man, daß der König vem Fürsten von Schwarzenberg bei seiner Abreise ein Memorandum eingehandigt, welches in Berlin eine günstige Aufnahme gefunden haben soll. (Handelsblad.) Belgien. Hassest, 16. Nov. Die Versammlungen der Konferenz von Zonhoven werden mit Thatigkeit fortgesetzt. Wir glauben, anzeizen zu können, daß sie sich ihrem Ende nähern, und daß, allem Anscheine nach, die Herren Be vollmächtigtcn sich vor Ende der nächsten Woche zur gegenseitigen Zufriedenheit der beiden Lheile werden trennen können. Rußland. Die HandelSzeitung gibt eine Beschreibung der im Jahre 1825 mit einem Kostenaufwand von 1,200,000 Gulden von einer Aktiengesellschaft in Warschau gebauten Dampfmühle, die sie als daS bedeutendste gewerbliche Unternehmen im Königreich Polen bezeichnet, x.daS um so schwieriger gewesen, als dieses Land gelvarm sey, unddaö neue Etablissement von seinem Entstehen an mit der Konkurrenz der unzähligen Wind- und Wassermühlen zu kämpfen gehabt. Der Zweck desselben, beißt es, habe nicht sowohl darin bestanden, Polen mit mehr als besserem Mehl zu versorgen, sondern seinem überflüssigen Getreide in dieser verarbeiteten Gestalt einen ausgedehnteren und einträglicheren Markt zu eröffnen, cs zur Aufbewahrung geeigneter zu machen und so dem wichtigsten Landesprodukt einen erhöheten Weth zu geben, denn Mehl könne nicht nur länger als ungedörneS Getreide ausbcwahrt, sondern auch besser tranSportirt werden. Als Beispiel wird angeführt, daß im vorigen Jahre in England mehrere Ladungen sehr wohl erhaltenen Mehls aus Kalkutta anlangten, welches die Herren Acramay und Still versendeten, die an den Ufern des Ganges eine Dampfmähle besitzen, auf der täglich 3900 bis 4090 Zentner Getreide gemahlen werden können. Schon im Jahre 1830 aber war polni. sches Mehl nach mehreren Plätzen Amerika'S, nach St. Mauritius und anderen weit entfernten Orten vrsandt worden, und cs hatten sich die vortheilhaftesten Resultate daraus ergeben, indem die Transportkosten durch den in Amerika üblichen Tagelohn von 9 bis 17 Gulden hinlänglich ausgewogen wurden. Die polnische Revolution deinmte auch dieses Unternehmen. Die Dampfmühle mußte, in Verbindung mit der dabei befindlichen Bäckerei, der insur- rektionnellen Regierung täglich 50,000 Pfund Brod liefern. Jndcß wurde daS Etablissement doch unversehrt erhalten, und eS wirdj demselben jetzt, bei der traurigen Lage des Landes, ein doppelter Werth beigemessen. Die Dampfi Maschine desselben hat 60 Pferde Kraft und setzt 16 Gange in Bewegung; sie ist, bis auf den Cylinder, aus der Werkstatt eines Warschauer Einwohner«, des Herrn EvanS, hervorgegangen; zum Btrieb derselben wird stündlich eine halbe Klafter Holz gebraucht; gewöhnlich find 8 Gange gleichzeitig in Bewegung, während die anderen gereinigt 2829 werden: Die Mahlsteine'sind aus Frankreich. Ausser den Mahlgängen cnkhält die Mühle noch3Beutcl- und2Rei- nigunzsmaschinen, auch eine Malzdarre und bedeutende Räume zum Aufschütten dcS Getreides. Vermöge aller dieser Vorrichtungen können jede 24 Stunden 700 Korzez Schrotmehl und 000 Korzez ^gebeuteltes Mehl geliefert werden. In besonderen, neben der Möhle liegenden Gebenden,'befinden sich cme Bäckerei u. eine Böttcherei. Erste« hat eine französische Knetmaschine, ö gewöhnlicheBacköfen vnd 2 zur Bereitung von Schiffszwieback, wovon täglich 1000 Pfund gebacken werden können; es sollenauchdie 9 andern Oefcn zu letzterem Zweck eingerichtet werden, und man würde dann täglich 5500 Pfund Zwieback backen können. In der Böttcherei sind jetzt ein Meister, 20 Gesellen und 2 Handlanger angestellt, die täglich 80 Mehl- tonncn fabriziren. In der ganzen Anstalt sind gegenwärtig über 200 Menschen, worunter 20 Frauen, beschäftigt; und wenn die Mühle erst Tag und Nacht gcht, so werden 300 Menschen darin Beschäftigung finden, und cs wurde ein Betriebskapital von anderthalb bis zwei Millionen Gulden dazu erforderlich seyn. Nach der Revolution wurde die Mühle eine Zeit lang für den Dienst der russischen Truppen gebraucht, im Laufe dieses Jahres aberhat sie ihre früheren Geschäfte begonnen. Es wurden zu tiefem Zweck 70,000 Korzez Weizen für dieselbe aufgekauft, welches dazu beitrug, ein ferneres Sinken der Getreidepreise zu verhindern. Von diesem Getreide sind bereits 4600 Faß vermahlen und ins Ausland versandt worden, und cs sollen nun monatlich tOOo Faß Mehl folgen. In Warschau selbst verkauft die Mühle monatlich für 24,000 fl. von ihren Fabrikaten, welches jedoch als Nebensache angesehen wird. Man hat berechnet, daß durch diese Mühle überhaupt ein Drmheil des jetzt durchschnttüch ausge- führtcn Getreides in Mehl verwandelt und als solches versandt werden wird. Spanien. * Paris, 17. No». Wir erhalten folgende Nachrichten auS Spanien auf ausserordentlichem Wege: Bayonne, 13. Nov. ES ist nun ausser Zweifel, daß dieKarlisten Jrun in Besitz genommen haben. Um 5 Uhr Abends kam eine Kolonne von 50 Mann ohne Hin- derniß in die Stadt. Man versichert , daß einige aus dieser Truppe an der Brücke über die Vidaffoa Feuer anle- gen wollten; allein die französischen Soldaten am rechten Ufer sollen cs verhindert haben. Dom Augenblicke an, wo dieKarlisten in Jrun cingerückt waren, wurde die Verbindung mit dem gegenseitigen Ufer hergestellt, so daß gleich darauf Maaren über die Gränze kamen. Vielleicht kommen jetzt auch die in Bilbao aufgchaltcnen vnd für Bayonne bestimmten Fahrzeuge in dieser Stadt on. Zwischen Jrun und Tolosa stehen zwei Bataillone, wodurch San Sebastian blokirt wird. Die Besatzung ist zu schwach, um Ausfälle Z2 versuchen. Die Verbindung mit Frankreich hängt ganz von dem Willen der Karlisten ab. An der Bildung der Kr rlistcnarmee wird schon seit einem Jahre gearbeitet ; der Ersvlg zeigt, mit welchen Fortschritten es geschah: Wohlunterrichtete Personen behaupten, Sarsficld müsse gestern in Viktoria cingezogeu seyn; der Angriff sey von 3 Seiten gemacht worden; zwei Kolonnen waren von Sarsficld und Lorenzo befehligt. Einem andern Schreiben aus Bayonne zufolge stehen jetzt 800 Mann in Jrun. Das Abendbulletin sagle, cs seyen 1000 Mann cingerückt. Schweiz: Man liest in dem Patriot? suiffe: »Hr. v. Rumigny, der französische Gesandte in der Schweiz, hatdcr Berner Negierung kund gethan, daß seine Regierung ihn bevollmächtigt habe, allen polnischen Flüchtlingen in der Schweiz, die nach Frankreich zurückkchren wollen, Paffe zu bewilligen ; man wird ihnen da wieder die nämlichen Unterstützungen zuflicßen lassen, wie denjenigen ihrer Landsleute, die daS französische Gebiet nicht verlassen haben. Waö diejenigen Polen betrifft, die nicht geneigt wären, die er- theilte Erkaubniß zu benutzen, so wird man ihnen doch die Reise durch Frankreich gestatten, wenn sie sich in ein an- gränzendes Land zu begeben wünschen." Türk e i. Konstantinopck, 2Z. Nov. Ein Ereigniß, welches in den letzten Tagen viel Aufsehen hier erregte, war der Aufruhr eines gewissen Kadi Kiran in der Gegend zwischen Kiutadia und Angora. Dieser ehemalige Anführer der irregulären Kavallerie batte 5 bis 6000 Mann versammelt, an deren Spitze er der Autorität des Sultans Trotz bieten wollte. Die Pforte stand im Begriffe, zwei Brigaden mit 15 Stücken Feldgeschütz, unter Kommando von Namik Pascha und Bekir Pascha, gegen diesen Rebellen abzuschicken, als sie durch Berichte deS Statthalters von Cäsarea erfuhr, daß die Aufrührer sich in die Gebirge zerstreut hätten. — Nach Berichten aus A'eppo vom 4. und 16. Sept, ist Ibrahim Pascha zur Reinigung der Atmosphäre oer Umgegend damit beschäftigt, die Moräste bei Alexandrette auSzutrockncn, wozu über tausend Arbeiter verwendet werden. Die Bewohner des Berge- Libanon und des Gebiets von Naplus sollen sich geweigert haben, dem Befehle, ihre Waffen auszuliefern, Folge zu leisten, und mehrere gegen sie gerichtete Angriffe der ägyptischen Kavallerie von der festen Stellung aus, die sie genommen, zurückgefchlagen haben. Großes Aufsehen in Smyrna hatte die plötzliche Entweichung Sekim Bests, eines der vornehmsten und ausgezeichnetsten Generale bei Ibrahims Armee, erregt. Man erschöpft sich in Vermutdung n über die Gründe, die ihn zu diesem unerwarteten Schritte ver- anlaßten. (Sclim Bei war mit noch siniren andern Offizieren von Ibrahim Prscha's Gefolge in den ersten Tagen des Oktobers in Konstantinopel ang,'langt.) — Nachrichten aus Candia, die bis zum O.'Olt. reichen, zufolge, halte der Seraskicr Medmer Alsts den dortigen Insurgenten durch die Konsulat Frankreichs und Rußlands eröffnen lassen, daß die Bewohner der Insel dem bloßer. Cha- radfch von 4, 8 und >6 Piastern vr. Kopf unterliegen, und keine andern Steuern zu entrichten Hatzen sollten, als 2830 die, welche unter der direkten Herrschet der Pforte gebräuchlich waren. ES soll ihnen auch frsisteden, ihre liegende Habe zu verkaufen, und auszuwandern wohin sie wollen. Aber die Griechen trauen diesen Versprechungen nicht, um so weniger, als die Konsuln von Rußland und Frankreich sich nicht dazu verstehen wollten, die Bürgschaft für deren Erfüllung zu übernehmen. Die Insurgenten blieben fortwährend zu Morniez versammelt, odwol ihnen der Seraskier zu wiederholtcnmalen befohlen hatte, auseinander zu gehen. — Die neuesten Nachrichten ausCan- dia melden die Ankunft der am 28. Sept. aus Alexandria abgegangencn ägyptischen Eskadrs unter Kommando Os- man Pascha'S ber der Insel. Dieser Admiral soll, nachdem er seine Truppen ans Land gesetzt, ein Dorf erstürmt, und die darin befindlichen Rebellen zerstreut haben. — Dem Vernehmen nach sollen noch 5 bis 6000 Mann re- gulärer Truppen zur Verstärkung der dortigen Besatzungen nach Candia geschickt, und somit die Zahl der ägyptischen Streitmacht auf dieser Insel auf 12 bis i4,00VMann gebracht werden. — lieber den der Pforte von Mchemed Ali zu entrichtenden Tribut hatten sich Differenzen erhoben. Die Pforte verlangt, daß dieser Pascha den Rückstand für Aegypten zu 10,000 Beuteln (den Beutel zu 500 türkischen Piastern), und für die Paschaliks von Syrien 40,000 Beutel für zwei Jahre, wie er sich früher selbst dazu verstanden habe, bezahle; Mehemed Ali will aber von Bezahlung der Rückstände nichts hören, und die 30,000 Beutel für Aegypten, Candia, Syrien und Adana, eist vom Anfänge des nächsten Jahreö dcr Hedschira, entrichten. Der mit der Regulirung dieser Angelegenheit beauftragte Pfortenkommiffär Edhem Effendi, ehemaliger Deftcrdar, der sich nicht ermächtigt hielt, auf diese Anträge des Pa- scha's einzuzeben, hat einen Tatar auS Alexandria nach Konstantinopel abgefertigt, um die Befehle des Sultans hierüber cinzuholen. (Mg. Ztg.) Von der servischen Gränze, 9. Nov. Es haben in Konstantinopel neuerdings Verhaftungen statt gefunden, wie man sagt, wegen entdekter politischer Umtriebe. Die Anhänger Ibrahim Pascha'S scheinen noch immer ihr Wesen zu treiben, und daS Projekt, ihn auf den Thron des SultaS zu fetzen, nicht aufgeben zu wollen. (Allg. Ztg.) Griechenland. Triest, 11. Nos. Man meldet aus Griechenland, daß die Regierung, nachdem die Ausgabe der Zeitungen einige Tage suSpendirt gewesen, e'n dem französischen Hochgebildetes Preßgesetz publizirt babe, welches dem verantwortlichen Unternehmer eines Journals die Niederlcgunz einer bedeutenden Kaution zur Pflicht mache. Von einigen der bis dahin erschienenen Zeitschriften sey der diesfäl- ligen Forderung alsbald entsprochen, und somit deren Erscheinen nicht weiter verhindert worden. Hiernach zeigte sich die Angabe von Einführung einer Zensur als unzegrün- v". (Allg. Ztg.) Nordamerika: Eine Streitfrage, die für die Union der Nordamerika« schen Freistaaten nicht minder wichtig zu werden droht, als der glücklich beigelegte Tarifstreit, hat sich seit Kurzem in den vereinigten Staaten erhoben. Bei der letzten Präsidentenwahl hatte General Jackson einen mächtigen Wiederstand von Seite der Nationalbank erfahren. In der Session von 1831/32 gieng im Kongreß eine Bill wegen Erneuerung des Bankprivilegiums durch; der Präsident aber erklärte, nie mehr in die Fortdauer dieser oder einer andern ähnlichen Anstalt willigen zu wollen, und setzte der Bill sein Velo entgegen. Die Bank scheint nun, um sich an dem Präsidenten zu rachen, und zugleich die Erneuerung ihres Freibriefs (der im Jahr 1836 also vor dem Ablauf von Iackson's zweiter Präsidentschaft, erlischt) zu sichern, seiner Wiedererwählung aus allen Kräften cntgc- gengearbeitet zu haben. General Jackson hat wenigstens zu Ende September eine Darstellung ihres Verfahrens bekannt gemacht, in welcher der Bank zur Last gelegt wird, daß sie die zu ihrer Verfügung stehenden Fonds auf die auffallendste Weise zu Wahlumtricben und Bestechungen benützt habe. So z. B. habe sie, obgleich ihr Privilegium dem Erlöschen nahe, und die Bank wiffe, daß die Regierung ihre Deposits zur Abzahlung der Staatsschuld zu benützen beabsichtige, ihr Darlehen innerhalb der letzten Jahre von 42 auf 70 Mill. Dollars vermehrt, zu keinem andern Zweck, als einen größtmöglichen Theil der Nation unter ihren Einfluß zu bringen. Mehrere bedeutende Summen seyen unter ganz ungewöhnlich günstigen Bedingungen an Zeitungsherausgeber verliehen worden. Durch Zeitungsartikel und Flugschriften habe die Bank daS Volk für ihr Interesse zu stimmen, und die Betheiligten durch die Aussicht auf gänzlichen Ruin zu ängstigen gesucht im Falle General Jackson wieder gewählt würde. Eine Summe von 18,000 Pfund Sters, sey direkt zum Ankauf von Flugschriften und Zeilungen oder für die Aufnahme von Artikeln verwendet, und eine bedeutende Summe zu Bestechungen auSgegeben worden. („Acht und zwanzig Millionen Dollars an Individuen auögcliehen, um eine amerikanische Wahl zu influenziren! ruft ein englisches Blatt hiebei aus. Alle Tory- und Whigfleckenhändler und alle Mischen und christlichen Geldausleiher in der City würden vor solch einer furchtbaren Operation zurückschau- dcrn!") Ferner wirft der Präsiden! der Bank vor, sie habe, da sie gewußt, daß die Regierung ihrer bei ihr niedcr- geleglen Gelder zur Bezahlung ihrer holländischen und englischen Gläubiger im Jahr 1832 benöthigt scyn würde, diese Gläubiger vermocht, ihre Obligationen erst ein oder zwei Jahre nach erfolgter Aufkündigung von Seite deS Schatzes zu präsentiren. Dadurch würde die Bank im Besitz der Gelder geblieben seyn, und zwar die Interessen an die Gläubiger bezahlt haben, das Kapital aber hätten diese von der Regierung zu fordern gehabt, welche falls die Bank fallirt hätte, genöthiat gewesen wäre, die Summe zweimal zu bezahlen. — Aus Viesen und andern Gründen bat der Präsioent sich nunmehr bewogen gesehen, sämmtliche Depositengelder der Regierung aus der 2831 Bank zurückzuziehen. Diese Maaßregel hat ungewöhnliches Aufsehen gemacht; ein großer Tbeil der Presse, namentlich die im Interesse der Bankschreibenden Zeitungen, greifen dieselbe als willkührlich und diktatorisch an; in der öffentlichen Meinung aber scheint General Jackson, wenigstens in einigen Theilen der Union, dadurch ehergewonnen als verloren zu haben, und seine Wiedererwählung gesichert zu seyn. Die Sache wird dadurch wichtig, daß sie in einen förmlichen Kampfe zwischen dem Präsidenten und den Geld- und Bankinlereffendeö Landes überzugehen scheint. -Kr--»« Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 19. November, N. 41, entält folgende Militärdienstnachrichten. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht: Den 18- Okt. d. I : den Oberst und Brigadier Cor- neli zum Generalmajor zu befördern, und den 30. Okt. d. I : den Secondlieutenant v. Gemmin- gen im 4ten Infanterieregiment, unter Belastung in demselben, zum Premierlieutenant zu ernennen. Zivil-Dienstnachrichten. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben sich gnädigst bewogen gefunden: Höchsiidren bisherigen Reisestallmeister, den Major u. Mgeladjutanten Freiherrn o. Seldeneck, in seiner Eigenschaft als Lbef des g'vßh. Marstallcs zum Bizeoberstall- meisier mit MaitreSrang zu ernennen, den Freihcrrn Simon v. Pfaffenhofen zu Höchstihrem Kammerherrn zu ernennen. Höchstdieselb en haben ferner gnädigst geruht: den bisherigen, bei dem Oberhofmarschallam'e beschäftigten Aktuar Karl Hagedorn zum Sekretär bei dem Oberhof- verwaltungsrathe, den bisherigen Revisionsqehülfen Georg Reiß bei dem Hofzahlamte zum Revisor bei der Hofrechnungskontroll- kammer, den bisher bei der Hofrechnungskontrollkammer beschäftigten Karl Wilhelm Jost zum Revistousgehülfen bei dem Hofzablamle, den Skribenten Louis Lauer bei der HofrechnungSkon- trollkammer zum ReoisionSgehülfen zu ernennen, und den bei dem Oberdofmarschallamle als RcvisionSgehülfen beschäftigten Ernst Mattle in dieser Eigenschaft zu bestätigen, und denselben zugleich zum Hosoffizianten 3. Klaffe zu ernennen. Staatspapiere. Wien, 14. No». 4proz. Metalliques 52'/«; Bankaktien 1199'/«. Cours der Staatspapiere in Frankfurt. Den 19 November. Schluß 1 Uhr. spCt.sPapierlGeld. Partial, b. Rothsch. Compt 4 — 133'/. fl. 100 Loose Comp. 198'/, — Metalliq. Obli'g. Comp. 2'/, — 50'/. ditto ditto Comp. 1 22 — Oesterreich iOblig. bei Bethmann 4 83'/« — ^ ditto ditto 4'/. 87'/- — Stadtbanko-Obligationen 2'/, — 54 Domestikalobligationm 2'/- — — Staatsschuldscheme 4 — 97'/. Preuffen Oblg. b Rothschild in Frft. do do b Lst. ä 12'/, fl. 5 4 97'4 90'/. Prämi'enschei'ne 51 50'/. Baiern Obligationen 4 — 100'/- Lotterieanlehen ä500 fl.H LI 4 — — Baden Rentenscheine fl. 50 Loose bei Soll u. S. 4 103 84'/. Darmstadt j Obligationen E fl. 50 Loose 4 63V« 99'-. 63'/, Nassau Obligationen bei Rothschild 4 100'/. — Holland 1 Integrale 'Neue in Zertifikate 2'/. 5 48'-« 92'/« Neapel Zertifikate bei Falconet 5 83'/. — Spanien (Rte. perpet. bei Will, f ditto 5 3 57'/« 37 57 36'/. Parma Certifikate bei Rothschild 5 — — Polen Lotterieloose Rthlr. — 60/, Rußland Cert. bei Grunelius et Comp. 6 66 - Frankfurt Obligationen 4 — 102'/- Aach dem Schluffe der Börse (i'/Uhr) 5proz. Metalliq. 94/s- 4proz. Metall. 84'/. Bankaktien 1454. Integrale 48'/«. 5proz. holländ. 92'/g Geld. Inländische Weinpreise Nr. 26. Den 17. November. Der diesjährige Wein ist in 30 Ortschaften um Wein- Heim und Heidelberg innerhalb 19 Tagen verkauft worden Das Quantum betrug 107 Fuder, woraus im Ganzen 19,525 fl. 34 kr. erlöst worden sind, der Durchschnitts preis 182 fl. GrößtentheilS kam der Wein nach Heidelberg, Eberbach, Ladenburg und Mannheim. — Erstngen bei Pforzheim, Erwachs 100 Fuder, Preis anfangs 84 fl. zuletzt 113 fl. 21 kr. — Eutingen, Erwachs 16 Fuder!, Preis 100, 110, 111, 1l2 fl. — Lautenbach bei Ober- kirch, mit Sendelbach und Winterbach, Erwachs 71 Fuder. Dieser Wein soll dem berühmten Laudenbacher an der Bergstraße wenig nachgeben. Er wog 70 — 80 Gr. Besonders zeichnete sich der von Winterbach aus. Der Herbst dauerte vom 10. bis 15. Okt. Der Rebsatz ist Klingelberger (Riesling), der rothe Klevner, Druser (Rulän- der). Der neue Wein ist schon ziemlich aufgekauft, der Preis ist 130, 140 fl., für den besten 190 fl. per Fuder.— Amoltern bei Kenzingen, verkauft 54 Ohm, Preis 60 — 2M — 70 fl. — Die Weinpreise in dem Bezirk der Doma- nenverwaltung Meersburg waren vom 3. biß 10. November und zwar zu Hagnau I83lr Gewächs 100 fl.; 1832r Gewächs 120, 130, 140, 170 fl. ; 1833r Gewächs 60 fl. Meersburg, I826r Gew. 140, 150 fl.; 1827r 400 fl ; 1828r 160 fl.; I832r 111, 140, 150 fl.; 1833r 80 fl. Immenstadt, 1833r Gew. 60 fl. Bei der am 12. d. M. abgehaltenen Versteigerung Herrschaftlicher Weine wurde erlöst: Aus der Kelleret Hagnau 1832r Gewächs, 100 u. 140 fl., Gewicht 1'/, und 2 Grad. AuS der Kellerei Meersburg 1825r Gewächs, 90 fl. Gewicht 1 Grad, 1826r - 150,200 fl. - 2u.3'/2 - 1827r - 340 fl. - 4 1828r - 130 fl. - 2 1832r - 190,140 fl. - 4u.5 - R-digirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug aus.den Karlsruher Witterung«« beobachtungeu. 19. Nov. Barometer Thenn. Hygr. Wind. M. 77. 283. 10 L. 2.5 G. 67 «. "NO. M. 17. 28Z. 0.0 L. 5.7 G. 65 G. N. N. 7'/. 273.11-6L. 4.7 G. 68 G. N. Trüb unst nebelich — regnerisch. Pschyrometrische Differenzen: 0.9 Gr. -1.4Gr. - 0.6Gr. Todesanzeige. Gestern Morgens starb unser geliebter Vater, Ludwig Lumpp, pensionirtcr Amtsfchrciber dahier, im 81. Jahre seines LebenS, an Entkräftung. Wir geben die Nachricht dieses herben Verlustes unfern Freunden und Bekannten, und verbinden damit die Bitte um stille Theilnahme. Rastatt, den 19. Noo. 1833. Die Hinterbliebenen Kinder und Verwandten. Anzeige. Bei USD 217» Kronenstraste Nr. 4V rn Karlsruhe ist zu haben: ^Wandkalender kür das Hahr 1834. EinschbneS Blatt inRopak Placard. Preis 6 kr.; aufgezogen F Z kr. Enthalt de» Kalender, die israelitischen Feste, die Messen, den vollständigen Postkurs der Brief-, Fahr- u» Eilposten, so wie die hier ladenden Fcachtfuhrleute und Boten. Literarische Anzeigen. Be! E. F. Fürst in Nordhausen ist so eben erschienen und bei G. Braun in Karlsruhe zu bekommen: Neueste Liedersammlung für Forstmänner und Jäger. Allen Verehrern der Diana freundlich gewidmet. 12. 1833. Eleg. brosch. 36 kr. Wer ist der immer frohe Mann, Der Gram und Mißmutd meistern kann? Der Jager iji'S. Sein leichtes Blut Hüpft rasch in hoher Lebensglut. Für Volksschullehrer und zum Privatunterricht. In allen Buchhandlungen zu haben, in Karlsruhe bei G. Braun: Bildnisse der berühmtesten u. verdienstvollsten Schulmänner u. Pädagogen älterer und neuerer Zeit. Mit kurzen biographischen Nachrichten. Erste LieferungsPcstalozzr, Rousseau, Basedow, Zerrenner). gr. 8. Preis 27 kr. Inder Braun'sche Buchhandlung in Karlsruhe ist zu haben: Die bewährtesten Mittel gegen alle Fehler des Magens und der Verdauung, sowie auch gegen Schnupfen, Bnrstoerscble münzen, Lungenentzündung, Bluthusten, Halsbräune, Darrsucht,- Würmer, Urinbeschwerden rc. Ingleichen Heilung des Lasters der Trunksucht, nebst genauer Beschreibung und sicherer Kur des jeist allgemein in Deutschland grasstrenden lebenkgefäbrliÄen Milzbrandkarfunkels (blaue Blattern). Nach den Vorschriften berühmter praktischer Aerzte bearbeitet für Nichrärztc. 3te verbefferte Auflage. Preis 45 kr. Diese sehr nützliche Schrift enthält die hülfreichsten Mittel wider obige Uebel, besonders für solche Pers-non, die an Magenschwäche, Saure im Magen und Gedäimcu, L83Z an Verschleimung, Soodßrennen, Heißhunger, Ekel und Erbrechen, Magenkrampf u. s. w. leiven. Karlsruhe. (Logis.) In Nr. L des inner» Zirkels kennen 2 Zimmer, einzeln oder zusammen, mit oder ohne Meu- dies, an ledige Herren vermielhct werden. Neuweiher. (tzvlzverstcigerung.) Freitag, den sg..Nov. l. I-, Vormittags g Uhr, werden in dem grundherr- schaftüchen Walde Orchalt und Dilsbosck bei Waldmatt ohngefähr rgo Stamme Eicken- und 170 - Forlcnholz, erster- am Boden liegend, und letztere auf dem Stamm, sowie eine kleine Parthie gemischtes Klasterholz und Wellen — öffentlich an den Meistbietenden versteigert, wozu die Liebhaber ein- gcladen werden. Neuweiher, den g. Ncv. , 833 . Erundherrl v. KnebclsckeS Rentamt. Ellsesser. Karlsruhe. fF u tterl ie scru ng sa kkorb.j Fürdie Stall- u»d Winterfütterung der Landesinstitutsschafe- reien (Niesern, Remchingen, Trais, Klcinensteinback u. Hardthof) werden vro , 833/34 Zooo Zentner Heu und Oehmd, i 5 oo Bund Stroh und 5 o Malter Haber an den Wenigstnehmenden und im Wege der Soumisffo» vergeben. Die Akkordsbedingungen können auf diesseitigem Bureau eingcsehen werden und die Liebhaber haben ihre Angebote versiegelt an Unterzeichnete Stelle einzuschicken, wozu ein Termin bis Donnerstag, den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, gegeben wirb, an welchem Tage die Soumissionen erbrochen weiden. Karlsruhe, den ,6. No». , 633 . Großherzogliche Schäfcreiadministraüon. vr. Herr mann, Dekonomicrath. Elchesheim (Oberamts Rastatt). ( H 0llanberholz» Versteigerung.^ Au» dem ElcheSheimer Gemeindswalde werden Montag, den s. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, ,7 Stämme Eicken in dem WirthShaus zum Hirsch dahier öffentlich versteigert, und die Steigerungsliebhaber mit dem Bemerken eingeladen, daß die bereit» schon ausgezeichneten Stämme denselben auf jedesmalige» Verlangen gezeigt und jeden Tag eingesehen werden können. Elchesheim, den 14. Nov. , 833 . Bürgermeister. Heck. vät. Schlager, Rathsschreiber. Sinsheim. (Holz Versteigerung.) In dem Stifts- walde links der Elsensbach (Distrikts Stifisrain und Diehtrieb) werden Dienstag, den 26. Nov. d. I., Vormittags präzise ,0 Uhr, 58 Stück Fohren auf dem Stamme versteigert werden, wo» wir unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß der größte Theil der Stamme sich vorzugsweise zu Schneid » und Bauholz quali- fijirt. Sinsheim, den ,7. Nov. , 833 . Großherzogliche Stiftsschaffnei. Conz. Karlsruhe. (Fahrnißversteigeru ng.) Aus der Verlassenschastsmaffe der Michael Roth Mittwe werden Donnerstag, den -6. d. M., im Gasthaus zu den drei Kronen folgende FahrnißgegeNstände, als: Frauenlleider, Schreinwerk, Bmwerk, Leinwand und sonstiger HauSrath, gegen baare Bezahlung, öffentlich versteigert werden. Karlsruhe, den 16. Nov. , 833 . Eroßherzogliches Stadtamtsrevisorar. K e r l e r. Neuweiher. (Güterverpachtung.) Dienstag, den sS. Nov. l. I. , Vormittags g Uhr, werden folgende Güter- stücke mittelst öffentlicher Versteigerung in Pacht gegeben: , 4 . Ackerfeld auf 8 Jahre. 1) Die Ka nz Irrbüh n e bei Steinb ach, in ca. ,o bis 12 Lvoscn. 2) Die Pfeifsersbühne das., in ca. 6 bis ,„ Loosen. 3) Die untere Langebühne bei Neuweiher, rn ca. 2-> bis 24 Loosen. L. Matte» auf si^Iahre. Die große Äorbmatte bei Steinbach, in ca. so Loosen. Wozu die Liebhaber eiugeladen werben. Neuweiher, den 16. Nov. ,833- Grundh. v. Knebelscher Rentamt. E l > s e s s e r. Säckingen, fGasthauSempfehlung.^ Da Hr. C. Leo zum Badischen Hofe dahier, welcher seil längerer Zeit vorzüglich durch die Herren Reisenden beehrt wurde, seineWireh- schastsgereLligkeit auf einige Zeit verpachtet hat, durch den Vertrag dieser Pachtes aber der Pächter Niemand mit Gefährte logiren kann, so bin in so frei, mein gut eingerichtete« Gasthaus zum goldenen Knopf, welches an der schönsten Lage mitten in der Stadt liegt, und nun durch Ankauf eines Nebengebäudes Stallung anschließend an dem Gasthause hat, allen Herren Reisenden, unter Zusicherung billiger und prompter Bedienung, bestens zu empfehlen. Säckingen, den 14. Nov. » 833 . M. Eckert, Gastgeber zum goldenen Knoof. Sinsheim. (Gebäude- und Gärtenversteige» rung.^f Aus Montag, den 2. Dez. d. I., Nachmittags 2 Uhr, lassen die Relikten des Gesällverwalters War er ihre dahier besitzenden Klostergebäude, sammt dazu gehörigen 6 Morgen Gärten, zu Eigenthum an den Meistbietenden versteigern, wozu die SrcigeruNgSliebhader tingeladen werden. Sinsheim, den ,L. Nov. , 833 . Der Gcmeinderath. Heiß. vckk. Besch. Sinsheim- fViehmarkt.s Dernäckstkommende Dich- markt der hiesigen Gemeinde wird auf Dienstag, den r6. d. M., abgehalten, welches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Sinsheim, drn ,3. Nov ,833. DaS Bürgermeisteramt. Heiß. vät. Bet sch. Mannheim. (Bekanntmachung.) Di-Gebrüder Moriz und Simon Löwenthal von Ladenburg, dermalen hier wohnhaft, haben sich entschlossen, ihren bishetigen Familiennamen Löwenthal mit dem Namen Le » elzu vertauschen. Hiezu wurde denselben nach hohem Erlaß des großh. Justizministeriums vom 8 . Okt. ,633 Nr. 5570 die Erlaubniß, unbeschadet der Rechte Dritter, und unter der Voraussetzung ertheilt, daß auf eigangene öffentliche Bekanntmachung und Festsetzung eine» Termins von 6 Monaten keine alsdann gerichtlich zu «rlkdigende Einsprache dagegen erhoben werde. >- 2834 Wir forben bah» alle diejenigen, welche eine gegründete Einsprache dagegen machen zu können glauben, auf, dieselbe binnen 6 Monaten, von heute an, bei diesseitiger Stelle vvrzubringen. Mannheim, den 6. Nov. , 833 . Großherzogliches Stadtamt. Orff. Staufen. sAu ffo rberung.^ Im Jahr,817 nah. men die Michael Steinle'sche Ehefrau und deren Kinder von Norsingen von einer gewissen Maria H a l m e r i n von Freiburg ein Kapital von ,oo st, auf jedes Jahr auf , 5 . Mal zu 6 pCt. verzinslich, wofür die Schuldner unterm g. März desselben JahrS eine Obligation auf 2 Viertel Matten in den Nie- dcrmalten neben Johann Mörder von Obcramblinge» und Anton Aimmermann von Unlerambringen, Kirchhofer Gemmar- kung, geschätzt zu 200 fl., einlegten. Diese Schuld gieng später auf Johann Michael Steinle von Norsingen über. Die Forderung aber soll nach der Angabe des Schuldners von der ursprünglichen Gläubigerin an den verstorbenen Kronenwireh Tri t sch e ler von Staufen vermittelst Cessio» übergegangen s-yn. Da nun aber die fragliche Obligation verloren gegangen, «Nb zugleich der Aufenthalt der ursprünglichen Gläubigerin oder deren Rechtsnachfolger bisher nicht auSgemittelt werden konnte, «i»d Schuldner mittelst Bezahlung an den CessionärTr i tsch e- l e r'schen Vcrlaffenschaft Joseph Kahn von Snlzburg die verpfändeten Güter frei machen will, so wird anmit besagte Maria Halmerin oder deren Rechtsnachfolger aufgesordert, durch Vorweisung der ausgestellten Obligation ihre Rechte auf besagte Forderung um so gewisser binnen 8 Wochen geltend zu machen, als man widrigenfalls annehmen würbe, die zetzige Forderung des Joseph Kahn scpe die nämliche, wofür die fragliche Obligation ausgestellt wurde, und somit Michael Steinle gegen Bezahlung an Joseph Kahn für berechtigt erklärt werden würde, das fragliche llnlerpfandSrecht streichen zu lassen. Staufen, den 26. Okt. , 833 . Großherzogliches Bezirksamt. L e 0. Freiburg. (Aufforderung.) In der Gant gegen die abwesende Sophie F 0 u r - a u x, Gutsbesitzerin in Zähringcn, haben wir SchuldenliquidationStagfahrt auf Montag, den 6. Januar > 854 , Vormittags g Uhr, anberaumt. , . , Sophie Foureaur wirb hiermit aufgefordert, dabei umso gewisser zu erscheinen, als sonst auf Wahrung ihrer Interessen, 'so weit es nicht von dem verpflichteten Maffacoiuradiclvr schon geschieht, nicht weiter Bedacht genommen würde. Freiburg, den 28. Okt. , 833 - Großherzogliches Stadtamt. K e t t e n a ck e r. vä,. Zimmermannk Heidelberg. (O - ffent l i ch e V 0 r lad u N g.) Der ,triä. mell. Franz Kämmer von Wertheim, Sohn des daselbst verstorbenen Kreisregistrators Kämmer, welcher bezeichnet ist, an d-r hiesigen Burschenschaft und an staatSgcfahrlichcn Umtrieben Antheil genommen zu haben, wird anmtt aufge- sdrdert, . ^ hinnkn zwei Monaten sich bei Unterzeichneter Behörde zu stellen, und sich über das obige Verbrechen vernehmen zu lassen, oder zu gewärtigen, daß das Erkenntniß nach Aktcnlage gegen ihn gefällt, und noch überdies der Verlust seines GemeindebürgerrechtS in den groß- herzoglichen Landen ausgesprochen werden würde. . Heidelberg, den ,6. Nov. , 633 . GroßSerzogliches UniversitätSamt. Christ. vät. Wald, Muar. Heidelberg. (O effe n tl i ch e Vorlad u ng.) Der ehemalige hiesige stuä. moä. Friedrich Schul von Heidelberg, welcher bezeichnet ist, thätigen Antheil a» der hier bestandenen Burschenschaft und an staatSzefährlichen Umtrieben genommen zu haben, wird anmit aufgefordert, binnen zwei Monaten sich bei Unterzeichneter Behörde zu stellen und sich über das angegebene Verbrechen zu verantworten, oder aber zu gewärtigen, daß nach Aktenlage das Erkenniniß gegen ihn ausgesprochen, und er überdies der hiesigen GemeindebürgerrechtS für verlustig erklärt werden würde. Heidelberg, den ,S. Nov. , 8 ) 3 . Großherzogliches UniversitätSamt. Christ. vät. Wald, Aktuar. Breisach. sP räklusivbesch eid. j In Gantsachen gegen Weinbändler Georg Müller in Jhringen werden alle jene jene Gläubiger, welche bei der am 21. v. M. abgehaltenen Echuldenliquidation ihre Forderungen nicht angrmeldet haben, hiemit von der Gantmasse ausgeschoffen. V. R. W. Breisach, den '4- Nov. 18ZZ. Großhdrzogliches Bezirksamt. S ch n c tz l e r. vät. Dusner, Act. jur. Haßlach. ^Präklusivbescheid.) Alle diejenigen Gläubiger, welche ihre etwaigen Forderungen an die Ganrmaffc des Andreas Läufer, Gastwirtd zum Ochsen und Baumwollenwebers zu Eschau (Gemeinde Fischerbach), bei der heute vorgegangenen Liquidation nicht angemeldrt haben, werden hiermit von der Masse ausgeschlossen. Haßlach, den > 3 . Nov. , 833 . Grvßh. bad. f. f. Bezirksamt. Wölfle (H 0 rnberg. (Präklusivbescheid.) In der Gantsache des ledigen Johannes Eßlin gcr von Lehengcricht werden hiermit alle Gläubiger, welche bei der heutigen LiquidationStagfahrt ihre Ansprüche nicht geltend gemacht haben, von der Vorhände- nen Masse ausgeschlossen. Verfügt Hornberg, den g. Nov. , 833 . Großherzouches Bezirksamt. Böhme. vllt. Siebe rt, Akt. jur. Hornberg. (Mundto d terklärung.) Adam Faist Bürger und Hofbauer im hintern Lehengericht ist wegen Dermö- gensverscdwendung als mutzdtodt crkläit worden und kann ohne Mitwirkung seines AussichtspflegcrS, des Hofbauern Johann Georg Schwenk von Lehengericht, welcher in dieser Eigenschaft verpflichtet worden ist, die im L- R. S. 5,3 benanntet» Rechtsgeschäfte nicht auf rechtsgültige Weise abschiießcn. ES wird dieses zur Warnung öffentlich bekannt gemacht. Hornberg, den g. Nov. , 833 - Großherzogliches Bezirksamt. Böhme. vrlt. Sievert. Verlege 1 u 11 d Trucker: PH. M a ck l 0 t.