Karls roher He iko «g. Rr. 72. Dienstag, dm 13. März 1S3S. Baden. Karlsruhe, den 12. März. Die Nummer 12 deS großherzoglichen Staats- und Regierungsblatts vom Heutigen enthält- l. Eine höchstlandeöherrllche Verordnung aus großh. StaätSmim'sterium vom 1. d. M., des Inhalts: Leopold von Gottes Gnaden, Großherzo g von Baden, Herzog von Zähringen. In Gemäßheit einer, mit den übrigen Vereinstaaten getroffenen Uederrinkunst, und auf den Vortrag Unseres Ministeriums der Finanzen, haben Wir beschlossen und verordnen: 8. 1. Wenn dm Zollbehörden Zollvergehen zur Anzeige kommen, welche bei strenger Beurtheilung nach dem Gesetze als Defraudationen oder Konterbanden zu verfolgen und zu bestrafen find, die aber unter Umständen verübt wurden, welche die Ueberzeugung gewähren. daß lediglich ein entschuldbares Vergehen statt gefunden hat, so find die Zollbehörden ermächtigt, diese Vergehen, anstatt fie als Defraudationen oder Kontrebanden zu verfolgen, mit einer Ordmmgstrafe von 1 bis 15 st. zn ahnden. §.2. Diese Ermächtigung findet jedoch dann nicht statt, wenn «iw unter erschwerenden Umständen (Zollstrafgesetz 88- 30 _42 > verübtes Zollvergehen vorliegt, oder l>) wenn der Angrschuldigte gerichtliche Verhandlung und Entscheidung verlangt. 8- 3. Die im §. 1 erwähnte Befugnis steht den Hanptzolk - und Hauptsteuerämtern zu, wenn ») die bei strenger Beurtheilung nach dem Gesetze zu erkennende Stra> fe,, den Werth des Konfiskats ekngefchkoffen, die Summe von 50 fl. nicht übersteigt, und zugleich K) die Oberbeam- len deS Hauptzoll- oder Hauptsteueramts, aufdenGrund vorgängiger genauer Feststellung des Thatbestandes und nach gepflogener kollegiatischer Berathung, einstimmig Idie Ueberzeugung haben, daß lediglich ein entschuldbares Versehen stattaesunden habe. 8- 4. Uebersteigt die, bei strenger Beurtheilung nach dem Gesetze zu erkennende Strafe die im vorigen tzen angegebene Summe, so kommt die Besugmß des 8-1 der Zolldirektion zu, welche nach kolle- gialischer Berathrmq und nach Stimmenmehrheit ihre Entscheidung gibt. Die Hauptzoll - und Hauptsteuerämter haben daher, wenn ihnen ein solcher Fall zur Anzeige kommt, den ste zur Behandlung nach zg. 1 «nd 2 mit Stimmen- «inhelligkeit fiir geeignet halten , unter Vorlage der Akten Bortrag an die Zolldirektio» zu erstatten. 8- 5. Die nach vorstehenden Bestimmungen erlassenen Erkenntnisse find zuit den EntscheidunMrüudeu dem Augeschuidigten und dem Anzeiger zu eröffnen. 8- 6. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem 1. April d. I. in Wirksamkeit. II. Folgende weitere höchstlandesherrliche Verordnung aus großh. Staatsministerium vom 23. v. M.: Leopold von Gottes Gnaden, Großherzog von Baden, Herzog von Zähringen. In Erwägung, daß die Rechtsverhältnisse des Grafen von Leiningen-Neudenau, in Bezug auf He Bürgerannahmen, die Wahl der Bürgermeister und dm Beitrag zur Bestreitung der Gemeindebedürfmffe dieselben sind, wie jene des Grafm von Leimngen-Billigheim, verordnen Wir, daß die in dem Gesetz vom 7. Dez. v. I. getroffene Anordnung, bezüglich aus die darin genannten Standes- und Grundherren, sich auch auf die Standesherrschaft Leiningen-Neuk denau erstrecke. m. Eine Bekanntmachung großh. Finanzministeriums vom 27. v. M., den Bezirk der ObereiunehmereieiiUeber- lingen und Pfullendorf betr. t V. Nachstehende wettere Bekanntmachung desselben gr. Ministeriums vom 5. d. M.: Zn Gegenwart der Kommission des großh. Staatsmini- steriums und der großh. Oberrechnungskammer, so wie des Direktors der Amortisationskasse, find am 26. v. M. die im abgelaufenen Rechnungsjahr, vom 1. Juli 1836 bis dahin 1837, durch die Amortisationskasse eingelösten StaatSpa- piere urkundlich verbrannt worden, nämlich: 1) Partialkoofe von dem Goll- und Haber'schen Anlehen von 1820 der Betrag von 648,298 fl. 2) vierprozenlige Rentenscheine von 1829 8,800 - 3) Zinscouponö zu solchen . 8 - 4) von 3jproz. Reutenscheinen an Zins- couponS 123,522 - zusammen 780,828 st. Dieses wird hiermit zur öffentlichen Keuntniß gebracht. V. Ordensverleihung: Seine königliche Hoheit der Großherzog haben dem Oberhofgerichtsrath Saur in Mannheim das Ritterkreuz des Zähringer LöweuordenS gnädigst zu verleihen geruht. VI. Medaillenverleihung: Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gesunde», dem Gränzaufseher «nd PofienführerLacktr Reich zu Altbrersach, tn Anerkennung des von ihm während seiner vieljährigeu Dienstzeit dn Militär und m verschiedenen Aivildienftstelle» bewiesenen >«»»! ausgezeichneten Diensteifers und stets ehrenvollen Benehmens, die silberne Zivilverdienstmedaille zu verleihen. Lrnivtagsv erhanvlungen. Karlsruhe, 12. März. 1 sie öffentliche Sitzung der ersten Kammer, unter dem Vorsitze des ersten Vizepräsidenten , Sr. Durchlaucht des Hrn. Fürsten zu Fürstenberg.' Staatsminister Winter verliest drei allerhöchste Reskripte: 1) über die Ernennung deS Präsidenten und der beiden Vizepräsidenten der ersten Kammer; 2) die Ernennung von acht Mitgliedern von Seite Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs zur ersten Kammer. 3) Die Ernennung der Regierungskommissäre. Ferner werden von demselben vorgelegt Entschuldigungsschreiben mehrerer Standesberren, nämlich: der durchlauchtigen Fürsten 1) Karl zu Löwenstein, 2) Karl Friedrich zu Löwenstein, 3) von Leiningen, 4) von der Lcyen und Sr. Erlaucht des Grafen von Leiningen-Bil- ligheim. Se. Durchlaucht der Herr Fürst zu Fürstenberg hält hierauf nachstehende Anrede: „Hochgeehrteste Herren! Lassen Sie mich vor Allem den tiefgefühltem Dank für das hohe Vertrauen Seiner könig-« lichen Hoheit des Großherzogs aussprechen, welches mich abermals für diesen ausserordentlichen Landtag auf diese ehrenvolle Stelle berufen hat, und das zu rechtfertigen ich stets als eine heilige Pflicht betrachten werde. Von wahrem Bedauern sind Sie gewiß, meine hochgeehrtesten Herren, mit mir erfüllt, daß wir heute die Gegenwart Seiner Hoheit des Herrn Markgrafen Wilhelm zu vermissen haben; ich kann Ihnen jedoch zur Beruhigung die Nachricht mittheilen, daß die bedauerliche Ursache eines langem Ausbleibens des durchlauchtigsten Präsidenten nunmehr entfernt ist, und wir uns demnächst Seiner Gegenwart werden erfreuen können. Mich selbst empfehle ich Ihrem wohlwollenden Pertrauen, dessen wiederholte Beweise ich stets dankbar bewahren werde. Wir stehen an dem Beginne einer Berathung, bei welcher Sie die ehrfurchtsvollen Gesinnungen der treuesten Anhänglichkeit gegen die Person Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs, so wie den Eifer um das Gesammtwohl gewiß bethätigen werden. Zch freue mich, in Ihrer Mitte berufen zu seyn, Theil zu nehmen an einem Geschäfte, von dessen Resultate nur segensreiche Folgen für unser theures Vaterland entspringen mögen." Nach vorgenommener Beeidigung der von Seiner königlichen Hoheit dem Großherzog ernannten acht Kammernutglieder wird das Resultat der in der letzten Vorbera- thung geschehenen Wahlen folgendermaßen anqezeigt: - 1) Die am vorigen Landtagegewählten Sekretäre Frhr. v. Göler und geh.Hosrath Rau wurden in dieser Eigenschaft für die Dauer des gegenwärtigen ausserordentlichen Landtags bestätigt. 2) Zur Begutachtung der Gesetzentwürfe über die Erbauung einer Eisenbahn wurde vorläufig eine Kommission gewählt, bestehend aus Sr. Durch!, dem Hm. Fürsten zu Fürstenberg, dem geh. Hofrath Rau, dem Frhrn. v.Göler, dem geh. Rath Beck und dem Generallieutenant v. Stockhörn. Von dem hohen Präsidium wurden ferner vorgelegt: Drei Mittheilungen der zweiten Kammer: s) über die Ernennungen der beiden Vizepräsidenten Duttlinger u. Merk; b) über die Wahl der Abgeordneten Bohm, Zentner und Schinzinger zu Sekretären; c) das Entschuldigungschreibendes Legationsraths v. Berckheim in Wien; «y der Gesetzentwurf über die Anlegung einer Eisenbahn von Mannheim bis Basel; e) zwei Eingaben des Freiherrnv. Hainau in Betreff der Eisenbahnangelegeicheit. Letztere geben zu der Frage Veranlassung: ob eine Petitionskommission gewählt oder ob diese Eingaben der für die Eisenbahn bestehenden Kommission zur Begutachtung und Erledigung übergeben werden sollen. Der durchlauchtigste Vizepräsident, sich auf den 8. 5Z der Geschäftsordnung berufend, empfiehlt die Konstituirung einer Petitionskommission. Geh. Hofrath Rau macht dies zu seinem Antrag und schlägt vor, daß die auf dem letzten Landtag bestandene Petitionskommission durch Akklamation wieder ernannt werden möge. Mehrere Mitglieder unterstützen diesen Antrag; dagegen erklären sich Prälat Häffell und Frhr. v. Göler, welche die Ueberweisung dieser Eingaben an die Eisenbahnkommission beantragen. Staatsminister Winter und Ministerialrath v. Marschall bestreiten das Recht der Kammer nicht , für Gegenstände auf dem jetzigen.Landtage eine Petitionskommission zu wählen , obgleich alle nicht besonders dringenden Gegenstände auf den ordentlichen Landtag zu verschieben seyn würden. Der Antrag des geh. Hofraths Rau wird sofort zum« Kammerbeschluß erhoben. Der Tagesordnung gemäs berichtet geh. Hofrath Rau im Namen des Sekretariats über den Druck der Protokolle, und legt damit den Entwurf eines Verlagskontrakts mit der Braun'fchen Hofbuchdruckerei und Hofbuchhandlung vor, welcher von der Kammer ohne Bemerkung genehmigt wird. Karlsruhe, 12. März. 8te öffentliche Sitzung der' zweiten Kammer, unter dem Vorsitze des Präsidenten Mittermayer. Anwesend sind die Regierungskommiffärv Staatsminisier v. Böckh, Winter und v. Plittersdorfs, Staatsrath Nebenius, Ministerialrath Brunner, Baurath' Sauerbeck und Professor Bader. Der erste Sekretär übergibt 2 Petitionen. Der Präsident eröffnet dann die Diskussion über die von der Kommission in ihrem, durch den Abg. Hoffmann erstatteten, Berichte beantragten Wünsche: Der erste derselben, dahin lautend, daß die Bahn näher an Offenburg hingeleitet werde, wird, auf die Bemerkung des Berichterstatters, daß die Bahn nach Art. 1 deS votirten Gesetzes über Offenburg gehen werde, beseitigt; eben so wird der zweite in Bezug aus Kehl als erledigt erklärt. Hinsichtlich Nr. 4 wiederholt v. Jtzftein de» Wunsch, daß Schw.tzingen möglichst berücksichtigt werde; stellt aber keinen Antrag. Lauer hofft, daß Schwetzingen durch eine Seitenbahn verbunden, und di«. Bahn Mehr Seckenheim genähert werde, als in der pro- Mitten Linie der Fall sey. Staatsminisier v, Blittersdorff 719 verheißt nähere Prüfung der Sache. Abg. Bekk spricht für Errichtung mehrerer Zwischenstationcn zwischen Heidelberg und Mannheim. Staatsrath Nebcnius: ES komme darauf an, ob den Losten der Nutze» entspreche. Professor Bader gibt die Gründe des Verfahrens der Regierung an; die Richtung sey gewählt im Interesse des Verkehrs; eine andere gebe keine Bortheile. Sollte eine neue Linie gewählt werden, so werde viel Zeit verloren gehen, abgesehen davon, daß für Beischaffung des Materials die von der Regierung gewählte Linie günstiger sey. v. Jtzstein und Mordes erklären sich mir Wärme für Berücksichtigung Seckenheims. Baurath Sauerbeck: Der Aufwand im Fall der Annäherung an Seckenheim sey jedenfalls bedeutend größer und wohl schwerlich im Verhältnis; zu dem daraus zu erhaltenden Nutzen. Sollte eine Abweichung von der gewählten Linie statt finden, so sey eher eine Annäherung an Schwetzingen zu wählen. Gerbel: Der Personenverkehr zwischen Heidelberg und Mannheim durch die großen und wohlhabenden Orte, die dazwischen liegen, mache die Veränderung der Linie wün- schenswerth. Staatsrath NebeniuS: Die Sache werde untersucht werden. Schaaff bezweifelt, ob dir Abweichung von der pro- jektirten Linie von zo großem Vortheil sey; die Entfernung der genannten Zwischenorte von Mannheim und Heidelberg sey zu klein, als daß die Eisenbahn für sie viel benutzt werden würde; welche Ansicht von Lauer, Gerbel, Mordes und Leiblein lebhaft bestritten wird. * Der Berichterstatter Hoffmann schlägt vor, den Wunsch anszusprechen, daß untersucht werde, ob die Bahn mehr Seckenheim oder Schwetzingen genähert werde, und wird hierin von dem Abg. Welcker unterstützt. v. Jtzstein vereinigt seinen Antrag mit dem des Berichterstatters und die Kammer nimmt diesen au. Es wird hierauf die Diskussion über den 5. Wunsch, der Bruchsal betrifft, eröffnet. Zuerst erklärt sich der Abg. Mordes dahin, daß in Bezug auf örtliche Hindernisse, die der Führung der Bahn nach Bruchsal entgegen stehen sollten, er Notizen erhalten, die, ihre Wahrheit vorausgesetzt, eine bedeutende Verminderung der Baukosten, nicht aber eine Erhöhung derselben herbeisühren würden. Der Redner geht iil's Detail ein, um dies nachzuweisen, und daß die Hindernisse nicht so groß sehen, als man sie seither geschildert habe; er macht aufmerksam auf die Frequenz, welche der Bahn aus der Lage der Stadt erwachsen werde. Regenauer spricht mit Wärme für die Stadt Bruchsal, schildert dieVerluste, welche sie seit dem Eintritt in den diesseitigen Staatsverband erlitten habe, und die Billigkeit ihrer Ansprüche auf Berücksichtigung. Nicht im partikulären Interesse seiner Vaterstadt spreche er hier, sondern im allgemeinen des Staats. Der innere Verkehr sey es, der die Bahn beleben werde, und deshalb seyen die großem Olle und die Oeffnungen der Gebirgstrahen zu berücksichtigen. Schon vermöge seiner Bevölkerung habe Bruchsal Wichtigkeit für die Bahn; mehr noch als Ausgangspunkt verschiedener Straßen und künftiger Verbindungspunkt einer Bahn zwischen Würtemberg und Baden, die nicht über Karlsruhe gehen könne. Die größere Entfernung sey nicht so hoch anzuschlagen, da es auf der Eisenbahn höchstens 8 Minuten betragen werde. Die gerade Linie sey hier nicht die beste, denn der innere Verkehr leide dabei; er könne sich nicht überzeugen, daß die Kosten des Baues sich so hoch beliefen, als angegeben werde; die tiefen Stellen würden ja umgangen. Die Anlage einer Seitenbahn sey unzweckmäßig und auch in ökonomischer Beziehung nicht gerechtfertigt. Sei auch keine Industrie im Augenblicke da, so seyen doch die Elemente dazu reichlich vorhanden, und sie würden bei einiger Pflege und Begünstigung wohl sich auch entwickeln. Staatsrath Nebenius: Die Regierung theilt den Wunsch, daß eine Linie gefunden werde, welche Bruchsal berühre. Der Hauptgrund des Verfahrens der Regierung in Bestimmung der jetzigen Bahnlinie sey, daß die Transporttare zwischen Heidelberg und Karlsruhe dadurch erhöht werde würde, wenn die Linie über Bruchsal gehe. Man würdige sehr wohl die Bedeutung der Frequenz, die der Bahn durch Bruchsal zuwachse, und der Regierung sey es sehr wünschenswertst, wenn die lokalen Hindernisse nicht unübersteiglich seyen, die der Führung der Bahn sich entgegen stellen. Trefurt dankt dem Redner vor ihm für die warme Ver- theidigung der Interessen Bruchsals, bezweifelt jedoch, ob der Wunsch der Kammer berücksichtigt werde. Schlagend seyen die Gründe aber, die, im allgemeinen Interesse des Staats und der Bahn, hier der Stadt das Wort sprächen. Staatsminister v. Böckh: Es findet hier von keiner Seite ein Widerspruch statt. Weisser bevorwortet mit neuen Gründen die Führung der Bahn über Durlach. Welcker spricht in gleichem Sinn und vertheidigt seine früher geäusserten Ansichten über Eisenbahnen. (Schluß folgt.) Tagesordnung der zweiten Kammer auf Dienstag,' den 13. März, Vormittags 9 Uhr: 1) Anzeige neuer Eingaben. 2) Diskussion des Gesetzes über Ei'genthums- abtretung zum Behufe der Eisenbahn. Hierauf geheime Sitzung. Großbritannien. London, 7. März. Die Unterhaussitzungvom6. führte, wie schon vermuthet, dm Kamps über Sir W. Moleöworlh'S Motion nicht zu Ende; wohlberechnet und des lautesten Beifalls der Tories, welche Sir W. Moles- worth's Einzekangriff auf den Kokonialminister für unzureichend hielten, sich erfreuend, war ein Amendement des konservativen Lord Sandon, welches das ganze Ministerium in jene vorgeschlagene Tadeladresse mitein- zuschließen bezweckte und dessen Schlüßworie, nachdem das Unterhaus der Königin seine Entrüstung über die Nebel- 720 lion der Malkontenten in Kanada, seine Freude über die Loyalität der großen Mehrheit der Bewohner und die Tapferkeit der Truppen jener Provinz, endlich seine Bereitwilligkeit zur Mitwirkung in der Pazifikation und konstitutionellen Befriedigung Kanadas ausgedrückt hat, dahin lautete, daß es dem-pause bedüuke, als ob dir Ursache und die Ausdehnung jenes Aufstandes, die Nothwendigkeit seiner Unterdrückung durch Waffengewalt und die Suspension der kanadischen Konstitution ,,in hohem Grade dem Mangel an Voraussicht und Thatkrast von Seilen Ihrer Majestät vertrauten Diener sd. l). der iämmtlichen Minister!, so wie dem zweideutigen, verzögeriichen und unschlüssigen Verfahren, das sie seit ihrer Gelangung zum Amte hinsichtlich der Angelegenheiten Kanadas eingehalten haben, beizumessen sey." Dieses Amendement wurde von Hrn. Lahouchöre sehr richtig als die Konzentrationder von den Tories gegen das' Ministerium vorbereiteten Plane bezeichnet und bekämpft, und von Lord Stanley jgew. Kolonialminister im Peel'schen Ministeriums in einer langen Rede unterstützt, die Sir CH. Grey szweiter Sohn des Grafen Grey, Whig! erwiderte, worauf die Debatten, auf den Antrag des Stundenzeigers des Hauses, rn. Brotherthon, um 12jch!hrNachls, auf den folgenden ag vertagt wurden. In der heutigen Sitzung wurde das Ministerium besonders von dem ultraradikalen Hrn. Leader hitzig angegriffen, demHr.HobhousesP'-äsident der Oberrechnungskammer! erwiderte, und dessen Rede bei Abgang der Post noch nicht beendigt war. — Daß übrigens das Ministerium, wenn gleich mit schwacher Majorität, namentlich gegen das Sandon'sche Amendement, siegend auch aus diesem Kampfe hervorgehen werde, dürste zu erwarten seyn. — Bei der neuen Rektorswahl für die Universität Aberdeen ist Lord Brougham gewählt worden — er hatte 97 Stimmen, feine konservativen Mitbewerber, Lord Lyud- hurst und Hr.Colquhoun, '89 und 84 Stimmen. Die Stu- direnden schlugen die Wählenden vor; den Lord Brougham hatte der Stud. Theol. Fairweather in einer glänzenden Rede proponirt gehabt. (ScotSman.) — Der Prinz von Capua hat gestern mit den königli- Jagdhunden — ,,»1lb' Ker Mssosy's stsg-lrounäs" — gejagt. (Post.) Frankreich. Paris, 9. März. Die Deputirtenkammer hat in ihrer gestrigen Sitzung über das Ganze des Gesetzes über die den Generalrächen der Departement und Bezirke zu verleihenden Befugnisse abgestimmt und dasselbe mir 248 gegen 50 Stimmen angenommen, desgleichen den von der Pairskammer amendirten und deshalb an die zweite Kammer zurückgekommenen Gesetzentwurf wegen der Pension der Wittwe deS Generals Damremont mir jenem Amendement — wonach die Hälfte der gedachten Pension auf die Damremont'schen Kinder zum Bezug auf Lebenszeit übergehen soll — votirt. — Hr. v. Vaerst ist vorgestern von Paris nach Berlin abgereist. — Fürst Talleyrand hat dem Maire deS ersten Stadtbezirks 1,000 Franken für die WohlchätigkeitSaastalt zu- stellen lassen. — Die Regierung hat an die Mitglieder derDeputirten- kammer die erste Hälfte einer Reihe von auf Algier bezüglichen Darstellungen, Ausarbeitungen und Belegen auS- theilen lassen: denselben geht eine Auseinandersetzung der Beweggründe und Ansichten der Regierung bei ihrem Begehren der Budgetsposten für Afrika v«an, und sind drei, im Kriegsministerium unter der Leitung des Generals Pe- let entworfene, Karten der Provinzen Algier, Oran und Konstantine beigelegt. — Die heutige „Charte de 1830« weist einmal die beständigen Jnsinuanonen und Deklamationen des «National" über einen ungebührlichen Einfluß, den der Herzog von Orleans im Heerwesen auöübe oder sich aiimaße, ernstlich zurück und erklärt alle jene Ausstreuungen und Behauptungen für unlöbliche Panei-Erfindungen - und Ergüsse. — Das heutige „Journal des Debats" enthält wieder einen ausführlichen Eisenbahnenartikel, dieSinal über die im Schooße der Kommission zur Prüfung der Eisenbahnentwürfe der Regierung sich kund gebenden theilweise ungünstigen Ansichten und Vertagungswünsche in Bezug auf die projektieren Bahnen; das „Journal des Debais" ist, indem es jene zu vorsichtigen und verzögeriichen Gesinnungen eines Theils der Kommissionsmitglieder verwirft, für raschen Beginn und kräftige Ausführung der beabsichtigten Eisenwege. — Folgendes ist eine Vergleichungstabelle der verschiedenen Kunstwerke, die in den sieben pariser Kunstausstellun- » gen, welche seit der Julirevolution statt gefunden haben, ausgenommen wurden: Werke: Ausstellung von 1831.1833. 1834. 1835. 1836. 1837. 1838. Malerei 2414.2448. 1936. 2175. 1856. 1865. 1807. Bildhauerei 185. 213. 189. 155. 136. 131. 132. Architektur 14. 47. ,7. 32. 26. 37. 33. Kupferstiche 142. 115. 8l. 96. 61. 61. 54. Steindrücke 126. 99. 71. 78. 43. 36. 16. Zusammen 2881.2922. 2294. 2536. 2122. 2130. 2042. Gesammtzahl der ausgestellten Werke: 15,946. Die Zahl der Aussteller war: Im Jahr 1834 1032, worunter 182 Frauen. „ „ 1835 1227, „ 235 „ „ „ 1836 1070, „ 157 „ „ 1837 1117, „ 166 „ „ „ 1838 1047, „ 139 — In Beziehung auf das um Chevalier Lamy, Hr. Boissy d'Anglas zum Hrn. de Boissy d'Anglas gemacht. Bekanntlich wurde in Folge der Jnlirevolution die auf Anmaßungen eines Adelstitels bestehende Strafe aufgehoben. — Die Gazette de France vom 1. d. enthält eine Einladung zur Subskription für den Ankauf eines Gemäldes, Christus im Weinberge (von einem Deutschen, Namens Hauser gemaln vorstellend, welches dem Erzbischof von Köln als ein Zeichen der Verehrung von seinen Freunden in Frankreich übersendet werden soll. Bereits waren 323 Fr. dasür eingegangen. — Inder heutigen Depulirtenkammersitzung fand die Diskussion des Bo.ochlagS deS Obersten Garrauhe auf Verwilligung einer erhöhten Pension an die Wittwe des vor Constaminc gefallenen Obersten Combes statt. Nach einer ziemlich langen Debatte wurde, dem Kommissionsantrag gemäß, der Vorschlag mit 160 schwarzen gegen 159 weißen Kugeln verworfen. ** Par^s, 6 März. Bei'm Herannaheu der schönen JahreSzei. rüstet sich die fashionable Welt schon zum übzuge aus der Hauptstadt der Moden und der Vergnügungen; der Rausch des diesjährigen so ausserordentlich belebten Karnevals ist nachgerade äusgeschlafen; man wartet nur noch Mittcfasten hlienu-osi-ömesab, und die brillante Winlcrsaison wird gänzlich geschlossen seyn. Man begibt sich auf's Land, aus Reisen, in die Bäder. „V»)UN8 UI> sagt der pariser I)e->u; er seht sich in den Wagen und rollt nach Baden-Baden. Es dürfte vielleicht für Ihr Publikum nicht ohne einiges Interesse sehn, einige Andeutungen über Badens Zulunfl zu lesen, wie ich solche aus sicherer Quelle zu geben im Stande bin. Der neue Spielpächter der badener Banken, der zur Klasse der Bewohner der Chausfte - d'Antin gehört, d. h. zu der Klaffe der pariser vornehmen Welt, die dem Fau- bourg St Germain das Gegengewicht in dem Maaße zu halten weiß, daß man in ihren Salons sich diejenigen Elemente bewegen sieht, die durch Reichthum, Talente, Verdienste glänzen, also: Schriftsteller, Künstler und Leute von Welt und Verdienst — wird diesem so sehr beliebten Kurorte einen Schwung geben, der für seine materiellen Interessen von der größten Bedeutsamkeit seyn muß. Hr. Benazet wird die Banken diesen Sommer noch nicht übernehmen; er wird dieses Jahr in Muse verbringen, mit den großartigen Planen beschäftigt, die er für Baden im Auge hat. Wer nur etwas in Paris in der Haute volee lebt, der weiß, welch ein Haus Hr. Benazet macht, und mit welchen Leuten er in Verbindung steht; sein Ueberzug nach Baden wird zugleich euren hauptsächlichen Theil der besten pariser Gesellschaft mit hinziehen, und des zukünftigen Entrepreneurs gesellschaftliche Stellung wird am besten die lächerlichen Gerüchte zerstreuen, als ob nun durch den Schlup der pariser Spielhäuser der Auswurf der Menschheit sich nach Baden übersiedeln würde. Wer die hiesigen Verhältnisse kennt, kann solche Gerüchte nur absurd und lächerlich finden; da man aber in der Ferne nicht immer damit vertraut seyn kann, so halte ich einige Worte im Interesse der Wahrheit an ihrem Platze: Hr. Benazet ist nicht der Mann, der auf ein Paarmal hunderttausend Franken sieht, wo eS großartige Pläne zu befördern gilt; und da er diese für Baden im Auge hat, so kann es unter seiner Leitung nur prosperiren. Nicht bloS Verschönerung der Lokalitäten wird man ihm zu verdanken haben; sein Hauptaugenmerk wird auf edle und anständige Unterhaltung der Badegäste gerichtet seyn, und er wird zu diesem Behuf die ausgezeichnetsten dramatischen und musikalische« Talente Europas für die Dauer der Saison nach Baden zu ziehen wissen. Es ist vorauszusehen, daß die Frequenz Badens sich mit de» Jahren steigern wird, und daß hauptsächlich die Franzosen, die seit einigen Jahre» ansgeblieben sind, wieder ihren gebührenden Rang unter der Zahl der Badegäste einnehmen werden. Paris, 8. März. Hr. v. St. Albin hat seine beiden Aktien bei'm Constitutionnel verkauft. Hr. Veron, ehemaliger Direktor der großen Oper, hat dieselben an sich gebracht; Hr. Thiers aber ist der eigentliche Besitzer und Rechtsinhaksser. Demnach steht der ehemalige Vorstand deS KabinetS an der Spitze deS Nestors der konstitutionellen Blätter. B a i e r n. München, 9. März. Morgen gibt Eßlair den Walleustein in „Wallensteins Tod". Augsburg, 7. März. Graf Auersperg (Anastasius Grün) ist auf seiner- Rückreise von Paris und London nach Wien gestern hier -durchgekommen. Kurhessen. Kassel, 4. März. In der gestrigen Sitzung der Ständeversammlung kam der Antrag des für die roten- burger Streitangelegenheit bestellten Ausschusses zur Diskussion. Er ging dahin, nunmehr die ganze Differenz als eine reine Nechnungsache zu behandeln, und ohne Weiteres x das Einkommen von den rotenburger Domänen, nach einem muthmäslichen Anschläge, der Finanzverwaltung, als Theil der Staatseinnahmen, zu überweisen. Keiner der Minister befand sich in dieser Sitzung anwesend; der Regierungskommissär unterließ indesseli nicht, auf die unberechenbaren Folgen aufmerksam zu machen, die aus einer solchen Beschlußnahme erwachsen könnten und würden, während er zugleich die Ueberweisung einer illiquiden Forderung an den Finanzminister zur Deckung der nothwendi- gen Staatsausgaben als eine indireft vollzogene Steuerverweigerung bezeichnte. Zuletzt trat der Präsident (Oberbürgermeister Schomburg) auf, die Ergebnisse der stattgehabten lebhaften Debatten.in einer klaren Zusammenstellung rcsumirend. Auch er war der Meinung, daß, nachdem alle den Ständen verfassungsmäßig zu Gebote stehenden Mittel erschöpft sehen, um die obschwebende Streitsache, ohne Storung des guten Vernehmens mit der Regierung, zu einem für beide Tb,eile wünschenswerthen Ende zu bringen, traurigerweise nichts übrig bleibe, als dem reiflich erwogenen Anträge des Ausschusses beizupflichten, und als letztes Mittel eine Maaßregel zur Ausführung zu leiten, die wenigstens dem Gewissen der Landstände die Beruhigung verschaffen werde, Alles, was von ihnen abhäuge, 722 gethan zu haben, um einen drohenden Nachthell vom Lande abzuwenden. Diese mit tiefer Empfindung gesprochene Rede des Präsidenten machte einen großen Eindruck auf die Versammlung, und als zur Abstimmung geschritten ward, erklärten sich 30 Stimmen, unter diesen auch zwei ritterschaftliche Deputirte, für und 19 gegen den Antrag des Ausschusses, so daß die Aufnahme der rotenburger Einkünfte in das Staatseinnahmebudget beschlossen ward. Man ist nunmehr in gespannter Erwartung, welche Schritte Lon Seite der Staatsregierung geschehen werden. (A.Z.) Oldenburg. Oldenburg, 22. Febr. Aus der allerzuverläßigsten Duelle können wir inBeziehung auf die ßch in mehreren Zeitungen unbegreiflicher Weise wiederholenden Gerüchte eines Austausches des Fürstenthums Birkenfeld gegen Theile deS Königreichs Hannover aufdas Bestimmteste versichern, daß Hier von solchen Planen durchaus nichts bekannt ist, viel- tveniger deshalb Unterhandlungen statt gesunden haben. (Oldenb.Ztg.) Königreich Sachsen. ODresden, 15. März. So allgemein auch der Wunsch ist, den Hofrath Dahlmann als ausserordemlichen Professor in Leipzig angestellt zu sehen, so dürfte doch solcher schwerlich ehererfüllt werden, als bis auf einer andern Universität einer der sieben Göttinger in dieser Eigenschaft angestellt ist. Man will nicht gern solch Beispiel zuerst Heben. Als Privatdozenten aber werden Dahlmann und Dwald in Leipzig austreten. — Die ersten Versuche der Sozietätsbrauerei auf dem nahe gelegenen Waldschlößchen sollen sehr gut ausgefallen seyn, wie Sachkundige und Mnzelne, die Proben erhalten haben, versichern. — So wenig man anfangs Gewißheit erlangen konnte, so weiß man doch jetzt bestimmt, daß der Guß unsers Friedrich-Au- Hust-Monuments gänzlich verunglückt ist, und folglich wie- Ler umgegossen werden muß, was jedoch die Vorbereitung eines ganzen Jahres bedarf, wobei der Künstler, Professor Rietscher, am meisten zu bedauern ist, der mit seinem Werk am Ziele sich wähnend, nun auf einmal wieder weit davon sich entfernt sieht. Doch jeder Unfall geht in der Regel mit einem Glücke Hand in Hand, und als solches muß es betrachtet und gepriesen werden, daß bei dem verunglückten Guß keine Erplosion erfolgte, wie bei Lern mißlungenen ersten Gusse des Marimilianmonuments in München, wo das glühende Erz als flammende Säule bis zum Dachstuhl aufsteigend und als Feuerregen wieder herabfallend, Alles um sich her verheerte. Welche namenlos unglückliche Folgen hätte eine solche mögliche Eruption haben können, da unser verehrtes Königspaar nebst mehreren Gliedern des königlichen Hofes bei dem Gusse gegenwärtig war, und sich in unmittelbarer Nähe desselben befand. Glücklicher Weise hatte das ausgehende Erz Nachgiebigkeit genug in der Tiefe gefunden, um sich nach unten einen Ausweg zu bahnen. — So eben erfahre ich, daß Meierbeer aus Paris hier eingetroffen ist. Wir werden also die Ehre genießen, von ihm selbst seine Hugenotten aus unserm Theater eingeführt zu erhalten. Oesterreich. Wien, 5. März. AusGallizien erfahren wir, daßber Militärkordon gegen die russische Gränze hin, wenn nicht in diesem Augenblick in der Auflösung begriffen, doch ehestens auseinander gehen wird. Die Mannschaft hat entsetzlich durch die Strenge des Winters und die Eigen- thümlichkeit des Dienstes gelitten. In leicht ausge- ' worfenen Erdhütten wohnend, und auf ihren Posten einer Kälte von 24 Grad ausgesetzt, hat sich diese Schaar durch musterhafte Ausdauer und Pünktlichkeit deö Dienstes her- vorgethan. (.R. K.) ^ Wien, 6. März. Vorgestern ist der kais. Major vomGeneralstab, v. Philipovichf, na, Belgrad abgegangen, um die Stelle des von dort abberufenen kais. Konsuls, v. Mihanovitsch, provisorisch zu übernehmen. Letzterer wird unverzüglich hier erwartet. — Vom 7. Gestern ertönten die aus Vorsicht aufgestellten Lärmkanonen und verkündeten die Ankunft ungeheurer Eismassen aus Oberösterreich, die sich in der Donau thürmten. Sogleich wurden in den Vorstädten alle erdenklichen Vorsichtsmaaßregeln ergriffen, und als gegen Abend die Donau aus ihrem Bette trat, zogen die in der Leopoldstadt kasernirenden Truppen mit Sack und Pack aus ihren Kasernen in die hoher gelegenen Vorstädte. Dies war das Signal für die geäng- stigten Bewohner dieser Vorstadt, sich in die oberen Stockwerke zu flüchten, und die ganze Vorstadt bot in dem Moment das Bild der Unruhe und Besorgniß dar. Allein glücklicherweise fiel vor Einbruch der Nacht die Donau und es ging die erfreuliche Nachricht ein, daß dieser ungeheure sogenannte linzer Eisstoß durch die große Donau - und Eisenbahnbrücke glücklich passirte u. dieselbe unbeschädigt ließ. Se. M. der Kaiser und die erl. Erzherzoge leiteten gestern selbst die Vorsichtsmaaßregeln. W» > »» > W» Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 7. März, Nr. 11, enthält noch folgende Di enstnachrichten. Seine königliche Hoheit der Großherzoz haben Sich gnädigst bewogen gefunden: Das erledigte Prorektorat Pforzheim dem bisherigen DiakonuS Christian Kröll zu Lahr zu übertragen; dem Pfarrer Ernst Friedrich Salzer zu Singen die evangelische Pfarrei Gölshausen, dem Pfarrer Georg Braun, bisher Pfarrverweserin Schiltach, die evangelische Pfarrei Bischofsingen, dem Pfarrer Joseph Gerschacher zu Oberbiederbach die katholische Pfarrei Bonndorf, und dem Vikar Karl Eschbacher zu Ueberlingen die Kaplaneipfründe in Kirchhofen, Amts Staufen, zu verleihen. Die Staatsgenehmigung haben erhalten: die fürstlich fürstenbergische Präsentation des Priesters Johann Baptist Linst von Hüfingen, dermaligen Pfarrverwesers in Neudingen, auf die katholische Pfarrei Biesendorf, Amts Engen, die fürstlich leiningen'sche Präsentation des Priesters Kilian Barth von Hardheim, bisherigen Pfarrverwesers zu Lim- bach, auf die katholische Pfarrei Eiersheim, Amts Tau- 723 berhsschofsheim, und die von der gräflich von langenstein« schen Kuratel dem Priester Joseph Anton Heizmann von Möhringen, damaligem Pfarrverweser zu Bonndorf, er- theilte Präsentation zur katholischen Pfarrei Neudingen, Amts Hüfingen. Rechtspraktikant Heinrich Hammer zu Rastatt ist durch Beschluß großh. Justizministeriums vom 23. Febr. d. I. zum Advokaten und Prokurator bei dem großh. Hofgericht des MittelrheinkreiseS ernannt worden. Durch Beschluß des großh. Justizministeriums vom 23. Febr. d. I. ist dem Rechtspraktikanten Meier Heimerdinger von Karlsruhe das Schristverfassungsrecht in gerichtlichen Angelegenheiten verliehen, und gestattet worden, allda seinen Wvhnsrtz zu nehmen. Das Schristverfassungsrecht in Administrativsachen haben erhalten: der Rechtspraktikant Ludwig Würth zu Do- naueschingen durch Beschluß des großh. Ministeriums des Innern vom 20. Febr. d. I., und der Rechtspraktikant Hipp-' mann von Baden, dermalen zu Bühl, durch Beschluß desselben Ministeriums vom 26. Febr. d. I. Berichtigung. In Nr. 71 der Karlsr. Ztg., S. 705, Sp. 1, Z.23 v. o. lies rsolleiavle, statt vsolletublL und Z. 5 v. u. lies eigentlicher, st. englische. Staatspapiere. Paris, 9. März, öprozent. konsol. 107 Fr. 85 Ct.; ^Prozent. 102 Fr: — Cent.; -^Prozent. — Fr. — Ct.; Zprozent. 80 Fr. — Ct. Bankaktien 2645.—. Kanalaktien 1247. 50. Rom. Anleihe 1014; belg. —; piemont. 1070. —; portug. 19z. Span. Akt. 20;; Paff. 4z. St. Germaineisenbahnaktien 932 Fr. 50 Ct. Vers. Eisen- Vabnaktien, rechtes Ufer, 760 Fr. — Ct.; linkes Ufer 660 Fr. — Ct.; Cetter do. 710 Fr. — Ct.; Epinac do. — Fr. — Ct.; Mülhausener do. — Fr. — Ct. Gos- erleuchtungsgesellschaft 4. Dampfschifffahrtaktien (Pecq) 565 Fr. - Ct. Wien, 7. März. 5prozent. Metalliques 106 fi; Prozent. 1004; 3prozent. 80;; ^Prozent. 611; Bankaktien 1454z; Nordbahn 1114; Mail. E. B. 1094; 1834er Loose 122z. Redigirt unter Verantwortlichkeit von PH. Macklot. Auszug aus den Karlsruher Witterungsbeobachtungen. Thermometer. Wnd. Witterung überhaupt. M.7 N.«27Z.10,2L. 8. 4 U. 27Z. 9,6L. R.11 U.i27Z.10,1L. 0,2Gr.ut.O 4,0 Gr. üb. 0 0,3 Gr. üb. 0 O Heiter, windig OSO ebenso O Heiter Großherzogliches Hoftheater. Dienstag, den 13. März: Des Goldschmieds Töchterlein, altdeutsches Sittengemälde in 2 Aufzügen, von Blum. Hierauf: Doktor Stackelbein, Posse in 2 Aufzügen, von Gleich. Hr. Walter: Thomas, zur zweiten Gastrolle. Todesanzeigen. Der Unterzeichnete giebt hiermit seinen Freunden und Verwandten die traurige Nachricht von dem am 8. d., Nachmittags zwischen 2—3 Uhr, nach fast 3 monatlichem Krankenlager, erfolgten Tode seiner geliebten Gattin, Katharina, geb. M a u s i n g c r. Er fühlt mit feinen zwei, noch in früher Jugend stehenden, Kindern den Verlust der Dähin- geschiedenesi um so tiefer, je wahrer es ist, daß sie eine treffliche Gattin und Mutter war, und hält sich desto gewisser der aufrichtigen stillen Theilnahme Derer versichert , welche die Redliche kannten. . , Wilferdingen, den 9. März 1838. , . Glaser, Revkcrförster. Wir geben hiermit allen unseren Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem Hinscheiden unserer so guten und frommen Gattin und Mutter, Anna, geb. Einspinner, gebürtig aus Burgau in Steiermark, bes Nachts vom 6. auf den 7. März, nach 1 Uhr, nach mehreren leidenvollen Jahren, besonders aber nach 8tägigem schweren, schmerzvollen Krankenlager, am Gallenfieber, in einem Alter von 65 Jahren. Alle, vke sie kannten, werden unser» unsäglichen Schmerz über diesen unseren unersetzlichen Verlust gerecht finden, und uns ihre Theilnahme nicht versagen. Sie war uns eine sanfttröstende Rathgeberin, ei» Vorbild geduldiger 'Ergebung in so vielen traurigen Verhältnissen, nnd wie sie lebte, starb sie als äne'.SMeiben- de, ergeben in den Willen einer höhern Macht. Baden, den 8. März 1838. Joseph Stolz, Pens. Hof küchcmeister, als Gatte- und HEey Ander: Luise Stolz, « Amalie Stolz, Julie Stolz, Gustav Theodor tolz. Karlsruhe. (Anzeige.) Unterz,kchneter hat di« Ehre, Denjenigen, welche Unterricht in der franzSfischeN; Sprüche, oder Literatur zu nehmen wünschen, anzuzeigen, haß er „noch einige Srun- den zu vergeben hat,I und dass er jetzt in der Waldhornstraße Rr. 30 wohnt. Kandidat der Theologie und Lehrer der französischen Spräche. Mülburg. (Anzeige.) Ich erlaube mir, die er. gebene Anzeige zu machen, daß ich gestern mit einem Transport Reit- und Wagenpferde in Mühlburg an- gekommea bin, und beim Hirschwirth dort eingestellt Friedrich Körbe» aus Hannover. 724 Rr. 1,688. Rastatt. (Weinverstek- gerung.» Mittwoch, den 21. d. M-, Nach, mittag« zwei Uhr, werten bei unterzeichne, rer Verwaltung in kleinen Lbtheiluogea ver» steigert: 10 Ohm 1884r Wein. 20 - I835r . 20 - 1836r - und 30 - 1S37r » Rastatt, de» 5. März 1838. Großh. bad. SludlenfondlverwUtung. Oberlr. Weinversteigerung. «üsermeister Ei seit in Ettlingen läßt Donnerstag, den 15. März d. I., Vormittag« S Uhr, aachgenannte rein gehaltene Weine versteigern, nämlich: 27 Oh« 1834r hambacher und 74 - 183Sr »denkober; zugleich werden 4 Stück Fässer, kn denen dir Weine liegen, circa 100 Ohm haltend, wenn sich Liebhaber dazu finden, versteigert. Die Versteigerung geschieht an genanntem Tage im Gasthaus znm Hirsch kn Ettlingen, wo auch tie Weinprsben abgegeben werden. " " Nr. 2 057. Ettlingen. (Bavversteigerung.) Oer hoher» Lite« «enehmigle Neubau einer Kirche in Reichenvach wird kommenden ^ ^ Mittwoch, den 14 Mär, d. Z.. Vormittags 9 Uhr. in dem Schulhause daselbst, sowohl ,m Einzelnen, als auch im Ganzen, an den Wenigstmhmenden versteigert weiden. Hierzu werden die -eigerun-Slustigen GewerbSleute mit dem Ansagen «ingeladen. daß der von der großh. Siaattbaubehörde aeferltai« Ueberschlag sich auf 14,423 fl. belauft, di- Uebernehnrer sich bei der Versteigerung über ihr Vermögen, na» Verhältnis der übernommenen Arbeit, durch Aeu-niffe ihrer Sememderäih» auszu- weisen haben, und die Pläne nebst Ueberschlägen noch «or der Versteigerung auf hiessaer AmtSkanzlei «ingesehen «erden können Ettlingen, den 4. Marz 1858. Großh. dadischeS Bezirksamt. W u n d t. Karlsruhe. (Anzeige.) Die ersten neuen alerandriner Darrelu sind eingetrofferi bei C. A. Fellmeth. Mr die Besitzer der gross!), badischen Staats^ und Regierungsblätter. Im Berlage de- Unterzeichneten erscheint und wird dis TO. Miärz im Druck vollendet: Realrepertorinm oder vollständiges Sachregister zu den großh. badischen Staats - und Regierungsblätter» von 18OA bis und mit 18AV. in 4., circa 31 Bogen auf schönes, dauerhaftes Papier gedruckt. Der Subskri uanspreis, welcher bis zur Vollendung des Druckes (SV. März 18S8) vKn bleibt, ist fl. 2. 30 kr., und wird bei Empfang des Werkes bezahlt. Bei Erscheinen des Werkes tritt ein erhöhter Ladenpreis ein. Karlsruhe, im März 1838. Komtoir des Staats- und Regierungsblattes. Mit zwei Beilagen. B-sls-r« und Druck«»! PH- Macklot.