Karlrrotzer Ltilaag Rr. 172 Samstag, de« 23. Juni 1838 Bade«. * Karls ruhe , LI. Juni. Dieersten blühenden Traube« wurde« in dem Harten Ihrer Hoheiten der Herren Marigrafe» den 17. d. und in einem bei Durlach gelegenen Weinberg Sr. Hoheit des Herrn Markgrafen Wilhelm de« 19. d. wahrgenommen. * Karlsruhe, 21. Zum. Rach einer Beilage zu dem Vereins blatt der Amtsrevisoren im Großherzogthum Baven ist bei der am 27. Mai 1838 zu Offmburg stattge» habte« sechsten Bereiusvexsammluug dem Landamtsrevisor Rheinländer zu Karlsruhe ein auS Beiträgen von AmtSre- visoren, Theiluugskommiffären und Theiluiigsinzipienten gestifteter Ehrenpokal , mil der Inschrift: »Dem Verfasser der BormunvschaftSlehre (1809), deS »praktischen Hmrdbuchs (1810», der Rechsbrlebrungeu »el813>, der Instruktion für RalhSschreiber (18M), deS »badischen RechlSfremideS (3 Bve. 1830 — 1833) -und »anderer belehrender und gemeinnütziger Schriften — »dem ersten Begründer des Vereins badtscher Ämtsrevi- »sore«, Karl Ludwig Theodor Rheinländer, Land- »amtsrevisor in Karlsruhe, zu ehrender Anerkennung »seines verdienstlichen literarischen Wirkens im Staats- »schreiberei - und Amtsrevisorats-Dienstfach für stets »freundliche und willfährige Mittheilungeu von Kollegen „uuv Aspiranten deS Faches gewidmet^ überreicht worden. Bade«, 21. Juni. Ihre Mas. die verwittwete Königin von Baiern ist gestern Abend dahier eingetrof- se«. — Die beständige Mai- und Juni-Klage über «inen schlechtem Besuch des Bades , als imvorhergchendm Jahre, dürfte dieses Jahr , wegen der ungünstigen Witterung, nicht so ganz »«gegründet gewesen feyy, wiewohl im Badematte die numerischen Verhältnisse sich günstiger heraus- stelft«, als im vorigen Jahre um diese Zeit. Aber die Zahlen macheu'ö allem nicht aus, wenn die Gäste nicht bietden. — Das Theater ist bereüs eröffnet. — Im Kursaale und den andern Gebäuden treffen wir Morgens vor Eröffnung der Banken häufig auf Architekten unv Maler , welche dieselben auS messen und Pläne aufnchme«, da diese« Herbst «och mit de« Bauten begönne« werden wird. Die Restauration deS Konversationshauses wird auch, wie verlautet, eine Veränderung erleiden; daS Cafe und die Restauration dürste« getrennt werden. Statt deS früheren niedrigsten SptelsayeS einer Viertelskrone ist jetzt das Guldm- stück emgeführl; durch welche Maaßregel wir glücklicher Lnfe vor der Fluch der Kasperle bewahrt worden sind. Vom Schwarzwald, 13. Juni. Vor Kurzem fand die Pachtversteigerung der neuen amerikanischen Mühle zu Donaueschingen statt, zu welcher sich viele Liebhaber aus dem In - und AuSlande einfanden. Diese Mühle, welche Se. Durchl. der Fürst von Fürstenberg im vergangenen Jahre in der ruhmwürdigen Absicht bäum ließ, dadurch eine größere Verbreitung solcher verbesserter Mühle» im Badischen zu veranlassen, ist wohl die schönste, welche wir »och Gelegenheit hatten zu sehen, und verdient gewiß von jedem Sachverständigen, wegen ihrer solide« und netten Konstruktion sowohl, als auch wegen ihrer in jeder Beziehung zweckmäßigen Einrichtung, eingesehen zu werde«. Dieselbe hat sechs Gänge, welche alle, nebst k m sämmtlichen Mahlzylmdem, PuHmaschinen, Griesstäuben rc., mit dem geringen Wafferquantum von 28 Kub. Fuß pr. Ser. bei circa 5 Fuß Gefälle durch ein einziges, nach Poncelet's System ganz von Eisen gebautes, Wasserrad betrieben werden. Die Bodensteme, so wie alle Thetle deö Triebwerks liegen ferner nicht wie in andern Mühlen aus den Balken deS Gebäudes, sondern werden von einem von Säulen gebildeten architektonischen Gestelle von Gußeisen getragen, daS auf einem steinernen Fundament aufgeschraubt ist, wodurch das ganze Werk eine Festigkeit erhält, welche ein hölzerner Mühlstuhl niemals darzubieten im Stande ist. Ueberhaupt weicht diese Mühle kn viele« Punkten von allen bis dahin gebauten sogenannten Kunstmühlen bedeutend ab. Dessen ungeachtet hat sie sich bereits von Anfang ihres Betriebes an als ganz untadelhast bewiesen. Ebenso haben sich die ökonomischen Vorcheile der amerikanischen Mahlmühlenauch boi ihr schon auffallend dargechan. Obschon nur für die Umgegend arbeitend , ist der Absatz doch ausnehmend groß,, Und täglich kommen Bauern, um» ihr Gewerbe gegen Mehl umzutauschen. Es darf daher befremde«, daß daS Großherzogthmn Baden, in welchem sich doch die Industrie irr den letzten Jahre« so bedeutend gehoben hat, zur Stunde noch ausser der hier beschriebenen Mühle erst eine einzige dieser Art besitzt, nämlich die in Mannheim, bereis Mahlwerk mit großen Kosten aus England bezogen wurde, während -in Würtemberg, obschon noch kerne sechs Jahre verflossen find, daß die erste dieser Art aufKosten des SiaatS zu Berg erbaut wurde, rmn schon bei 20 bestehen und diese Zahl fortwährend sich vergrößert. Gewiß «st, -daß die der Errichtung dieser Mühl« zu Gnmd liegende Patrioti-che Absicht deS edlen und ftuftliche» Beschützers bald guten Erfolg haben und dies« vorlhefthafte Einrichtung bald Rach- 1752 ahniung finden wird. Jede Mühle kann ohne zu großen Kostenaufwand nach diesem System eingerichtet werden. Schließlich ist noch anzuführen, daß die gesammte innere Einrichtung der neuen Mühle zu Donaueschingen in der seit zwei Jahren glücklich bestehenden ausgedehnten Maschinenfabrik derHH. Bernouilli, Nowlandsonrc. zu Jm- mendingen bei Tuttlingen Projekt«« und ausgeführt worden ist,— eine Anstalt, vie ihr Entstehen gleichfalls den eben so hochherzigen, als zeitgemäßen Absichten Sr. Durch!, des Fürsten von Fürstenberg verdankt und die sich bereits durch manche Leistungen, und namentlich durch ihre westlich gebauten Zylindergebläse und Triebwerke, einen sehr vsrtheilhasten Ruf erworben hat. (A. Z.) B a i e r n. München, 19. Juni. Gestern, Abends, hatten wir hier eines der heftigsten und anhaltendsten Gewitter, das wir seit Jahren erlebten. Der Blitz schlug in mehrere Häuser, ohne jedoch zu zünden oder debeutenve Verheerungen anzurichten. — In statistischer Hinsicht dürfte die Notiz nicht ganz uninteressant sevn, daß vom September 1837 dis April 1838 von 41 münchener Bremern in 3,374 Süden 91,251 Schaffet Malz verbraucht wurden, deren Aera- riat- und Lokalaufschlag die Summe von 684,588 fl. ein- brachte. (A. Z.) — Die Neue Würzburger Zeitung vom 18. Juni bemerkt: „Besonderer Verhältnisse wegen konnte das gestrige Blatt nicht zur bestimmten Zeit erscheinen, und wird daher mit dein heutigen zugleich auSgegeden." «««»» Würzdurg, 19. Juni. Die verwittwete Königin Karoline hat bei ihrer letzten erfreulichen Anwesenheit dahier viele Wohlthaten ausgespenvct. — Unser Bischof hat die, durch den Tod deS Hrn. v. Bodeck erledigte, Generalvikarsstelle dem Domkapitul.-r Pörtner übertragen; was auch Se. Maj. allergnädigst bestätigt haben. Wer Dromprobst werden wird, ist noch nicht bekannt. — Unser Professor Fuchs geht nach Gotting n, weil er sein Berufsfach dahier verloren hat.Baiern verliert an ihm unstreitig einen der genialsten, wenn nicht den genialsten Schüler Schön- lein's. Literarische Thätigkcit und Rührigkeit ist hier nicht. Rühmliche Erwähnung verdient der historische Verein, der unter seiner guten Leitung emsig für seine vorgesteckten Zwecke arbeitet. — Es verbreitet sich eben die Nachricht, daß die Zeitschrift Duller's: „der Pyönir", zu erscheinen aufhören werde. 2 » Aschaffenburg, 20. Juni. .Die Königin Karoline , einem so ausgezeichnet würdigen und gütigen Für- steichause entsprossen, kann nicht anders, als wo sie weilt, Spuren ihrer Wohlthätigkeit zu hinterlassen. In Würz- bnrg schon hatte diese erlauchte Fürstin so reiche Geschenke gereicht, auch hier that sie es: die barmherzigen Schwestern erhielten durch sie 50 fl., und eine gleiche Summe empfing das Institut der englischen Fräuleins. Mögen Ihre Maj. noch lange den dankerfüllten Haiern erhalten werden! Se. Durch!, der regierende Herzog von Nassau ist mit seiner erlauchten Gemahlin und seinen beiden ältesten Söhnen vorgestern Vormittag wieder nach seiner Residenz vom hiesigen königl. Hoslager zurückgekehrk. Der regierende Herzog von Koburg ist unter dem Namen eines Grafen v. Rosenau blos durchger'eist. Nebst anderen hohen Staatsbeamten und Diplomaten war auch der Fürst von Löwenstein-Freudenberg hier, um unfern königl. Majestäten aufzuwarten. — Ihr münchener Korrechondent 3" mel- ß det Ihnen unter'in 13. Juni, daß I. M. unsere regierende Königin in Bälde in Nymphenburg, bei München, ankommen werde Pon einer baldigen Abreise Ihrer Majestäten von Aschaffenburg weiß aber hier Niemand eine Sylbe; in« Gegentheile glaubt inan mit Bestimmtheit sich der schönen Hoffnung überlassen zu dürfen, daß man die allerhöchsten Herrschaften noch lange hier besitzen werde. — Durch ein allerhöchstes Reskript ist die Versammlung der Landräche für 1837/38 und 1838^39 aus den 25. Juni d. I. angeordnet worden. Speyer, 20. Juni. Der Fürst von Canino (Lu- zian Buonaparte) und seine Gemahlin sind gestern, von Dürkheim über Neustadt kommend, in hiesiger Stadt eingetrosten , und dürsten, wie verlautet, auf längere Zeit ih- ^ ren Aufenthalt bei uns nehmen. (M. I.) - Hannover. Hannover, 18. Juni. Seine Maj. der König, Al- lerhöchstwelche vorgestern Abend von Nordheim hier wieder eintrasen, haben heute eine größere Reise durch verschiedene Provinzen deö Königreichs, namentlich nach Celle, Lüneburg, Harburg, Stade, Verden, Osnabrück und Aurich, angetreten. Die Rückkunft Sr. Maj. dürfte in den er-' sten Tagen deS nächsten Monats zu erwarten seyn. . (Hann. Z.) Osnabrück, 16. Juni. Die königl.Landdrostei hier- selbft dal unterm 11. d. M. eine Bekanntmachung folgenden Inhalts erlassen: „Es wird hiermit zur Kenntniß der- » jenigen, welche nach Amerika auözuwandern beabsichtigen, ! gebracht, daß nach einer Mittheilung des hannoverschen ! Konsuls Schultze zu Neworleauö das gelbe Fieber in den südlichen Gegenden der Vereinigten Staaten, besonders aber zu Neworleans und in der Umgegend, in den Som- ! mermonaten große Verheerungen unter den Ankömmlingen , jährlich anrichtet. Dieses Fieber fängt gewöhnlich im Juli ! an, herrscht im August und September am heftigsten, und § endet mit dem ersten leichten Froste etwa im November. ! Im verflossenen Jahre hat dasselbe sehr heftig gewüthet, und Hunderte von Hannoveranern sind ein Opfer dieser furchtbaren Krankheit geworden. Sie verschont gewöhnlich die Eingeborenen; dagegen wird fast jeder aus Europa Ankommende davon ergriffen, und Ist die Ankunft der Auswanderer in Neworleans in den Monaten Juli bis zum - Ende des Oktobers für sie jedesmal lebensgefährlich." ' (Hann. Z.1 Hameln, 16. Juni. Wie groß der Aytheil ist, welchen man an dem Plane nimmt, eine vaterländische Uu- terrichtsanstalt für Blinde zu gründen, daS bethätigt sich auf's Neue durch den Eifer, mit welchem die Frauen in Moringen liebevoll zum Besten des Instituts eine Lotterie veranstalteten, welche den bedeutenden Ertrag von 132 1 1753 Rthlrn. 4 ggr. lieferte. Möchte dieses ermunternde Beispiel in all?» Städten Nachahmung finden. (Hann. Z.) Königreich Sachsen. Dresden, 16. Juni. Die böhmische Landesregierung ^ Hai die Ausfuhr roher Eisensteine nach Sachsen verboten. ^ Diese neüe Ausdehnung des Probibilivsystems wird von den, an der Gränze liegenden, sächsischen Eisenhüttenwerken sehr hart empfunden, deren Besitzer zugleich auch die Besitzer mehrerer böhmischer Eisengrubcn sind. Hoffentlich wird unsere Regierung es vermitteln, daß man dieses ! Verbot wieder zurücknimmt. — In Sachsen wird jetzt an 5 ^ verschiedenen Orten auf Steinkohlen gebohrt, und die Stein- kohlenaktien sind die einzigen, die über pari stehen, theils wegen wirklich erfolgter, theils wegen zu hoffender Dividende. (N K.) Leipzig, 16. Juni. Vom 15. Dezember 1837 bis 1. Juni 1838 sind auf hiesiger Universität neu inskribirt worden: 193 Studirende. . Würtemberg. ) Stuttgart, 13. Juni. Von dem „Leben Jesu", von Strauß, ist soeben die dritte, „mit Rücksicht auf die Gegenschriften verbesserte" Auflage erschien n. Der Verfasser erklärt in dem Vorworte, daß ein erneuertes Studium deS vierten Evangeliums an der Hand von de Wette'S Kommentar und Neander's „Leben Jesu Christi" ihm die früher» Zweifel an der Echtwürdigkeit dieses Evangeliums selbst wieder zweifelhaft gemacht habe. Bei der ersten Ausarbeitung seines Werkes habe er mit einseitig polemischem Eifer einzig die, wie ihm schien, vernachlässigte ungünstige Seite hervorgehoben: unterdessen sey auch die andere Seite allmählig in ihm zu ihrem Rechte gekommen, nur daß er nicht im Stande sey, ihr die entgegengesetzten Beobachtungen ohne Weiteres zum Opfer zu bringen. Von i der Echtheit sey er noch nicht überzeugt; nur auch von der 1 dlmchtheit sey er es nicht mehr. Unter feinen Gegnern macht i)l-. Strauß in diesem Vorworte namentlich de Wette und Neander als solche bemerklich, denen er Vieles ver- 1 danke; so sey ihm Neander's tiefer Gemüthsblick oft be- 1 hülflich gewesen, die Einheit aufzufinden, die sich ihm unter Gegensätzen versteckt hätte. Entsprechende Veränderungen sind in das Werk selbst verarbeitet; die weitere i Fortsetzung der „Streitichnften" beabsichtigt der Verfasser zu unterlassen. (L. A. Z) Besigheim, 18. Juni. Zn den Weinbergen des Oberpostralhs v. Boger im Schaikstein dahier haben sich mehrere vollkommen blühende Trauben vorgefunden. (S.M.) . Kirchheim u. T., I9.Jnni. Obgleich die Ungunst ? der Witterung erwarten ließ, daß die Zufuhren auf deck diesjährige Wollmarkt später eintreffen werden, so sind doch bereits zwischen 5,000 und 6,000 Zentner auf dem , Lager. Darunter sind die Parthieen mehrerer ausgezeich- ! neter Schafzüchter aus Baiern und Baden, von welchen mehrere den hiesigen Markt erstmals besuchen. Weitere sehr beträchtliche Zufuhren sind angekündigt, und Alles läßt erwarte», daß der hiesige Markt abermals an Bedeutung gewinnen und sich an die größeren Märkte des Auslandes anreihen werde. (S. M.) Preußen. 8« Berlin, 16.Juni. (Schluß.) Nun auch ein Wörtlein über das Wetter, womit andere Korrespondenten bei der jetzigen Neuigkeilsmißämte ihre Berichte anheben. Fast scheint es , als sollten die Wetterpropheten wieder zu Ehren kommen. Wir erinnern uns, wie rm vergangenen Winter von mehreren sogenannten Meteorologen dem heurigen Sommer ein schlechtes Prognostiken gestellt wurde und lächelten damals dazu. Bis jetzt hat aber der Sommer — unserer, der berliner, wenigstens — diese Prophezethung nicht Lügen gestraft; vielmehr scheint die Sonne mit uns blinde Kuh spielen zu wollen, sie zeigt sich auf Minuten und verbirgt sich hinter heftigstem Regenschauer auf Stunden, halbe und ganze Tage. Unsere Gastwirthe im Thiergarten sind ausser sich, und Louis Drucker, dessen Annoncenwitz Ihnen wohl nicht entgangen seyn wird ^), lacht sich in's Fäustchen, denn in seiner ergötzlichen Weinstube lernt man die Mißgunst des Himmels (im heidnischen Sinne) vergessen. Uebrigens ist der Feuerwerker Böhme zu Treptow an allem Unheil schuld; so oft dieser Mann kolossale Feuerwerke, die auf seinem Stück Spree vor sich gehen sollen, ankündigt, macht ihm das böse Siebengestirn einen nassen Strich durch die Rechnung. Halle, 14. Juni. Heute starb hier der Professor Franz Schm Ligger-Seidel im 43sten Jahre an der Lungenschwindsucht. Oberwesel, 18. Juni. Nach einer, so eben hier ein« getroffenen, amtlichen Nachricht entlud sich heute Nachmittag um 3 Uhr über der Gemeinde Wiebelsheim ein Gewitter, das von einem schrecklichen Hagelschlag begleitet wurde, der in einer Frist von 15 bis 18 Minuten alle Saaten der Gemeinde ohne Ausnahme zerschmetterte. Es fielen Schloßen von nie gesehener Große. Nicht *) K. B. Ler folgende Neueste berliner Anzeige. Schulgarten. Am ersten und zweiten Psingstfciertage: Großes Morgen-Konzert undLhee- und Kaffee-Zeitver treib. Anfang 4'/- Uhr. — Entree 2'/- Sgr. Nachmittags am ersten und zweiten Festtage Großes ^zrres-inläi 6 o n e e r t. Anfang 4 Uhr — Eniröe 3'/, Sgr. Dienstag Nachmittags, wie cs st« von iel st versteht/ abermals große musikalische Reunion. Anfang 4 Uhr. — Entröe 2'/- Sgr. Was die «tunst, ausg-büdct durch die Llüihen de« Daseynt den Knospen einer vergnügten S»zenwa«t, den Früchten der Zukunft abgeiockl aus verborgenem Schocke, nur immerhin zu leisten rermag, wird dir Gränze» irdischer mangelnder Unvollkommenheiten und Erwartungen um 2 365 Qu.-tuß zu üb-rtrefferr sich bemühen. — Sobald sich die Sonne am Firmament bescheiden in ihr Nachtquartier zurückzieht, wird ein Flammenmeer von wirklich brennenden Oellawpen der Natur Trotz diele», und mehr Licht verbreite». o>s ein Dutzend Phiioscphen einiger Jahrhunderte. Bedienung » cbev-ul (reitende Kellner) Freundschaftlicher Gruß Louit Drucker. j 1754 ein halbes Malter Korn, sagt der Bericht,-wird in die« sem Jahre geamtet werden. (Rh. - u. Mosel;.) Oesterreich. Wien, 16. Juni. Se. k. Hoh. der Prinz Wasa ist mit seiner Gembhlin nach Mähren auf seine Güter abgereist. — Die Bulletins über das Befinden Sr. Maj. deS Kaisers lauten ohne Unterlaß beruhigend. Man glaubt, daß Se. Maj. morgen daS Bett verlassen werden. (A. Z.) Von der Donau, 15. Juni. Die Allg. Ztg. vom 11. Juni macht bei Mittheilung eines Korrespondenzartikels, unter der Rubrik Alerandrien vom 16. Mai, worin das „Journal de Smyrne" beschuldigt wird, den Tod des Ibrahim Pascha zuerst auSgesprengt zu haben, die Bemerkung , daß die meisten Berichte über Aegypten und Syrien größtentheils Auszüge aus jenem Journal seyen, und in einem halben Dutzend deutschen Blättern als Originalberichte umlaufen. Wir wissen nicht, wie viel an dieser Angabe Wahres ist, allein soviel ist gewiß, wie sich bei Durchsicht sämmtlicher Eremplare des Journals de Smyrne seit 6 Monaten genau ergibt, daß dieses Journal nur von Jbra- him'S Krankheit, aber nie von seinem Tod gesprochen hat, und gewisser ist, daß gerade die Allg. Ztg. dieses angeblichen Todesfalls gleichzeitig mit Korrespondenzartikeln in ander» Tageblättern gedachte. Was endlich die angegriffenen Originalartikel über Syrien und Aegypten betrifft, so scheint die Allg. Ztg. die kräftigen Zurückweisungen, welche ihren angeblichen Originalartikeln bald von der serbischen , bald von der bosnischen Gränze und von Montenegro von Seiten der „Gazetta di Zara" und der „Agramer politischen Zeitung" seit zwei Jahren hierüber zu Theil wurden , vergessen zu haben. In Betreff endlich gewisser an- - geblicher Originalkorrespondenzen aus Konstantinopel in der Allg. Ztg. sollte es, anderer Kuriosa zu geschweige», schon längst keiner umsichtigen Redaktion entgangen seyn, daß diese/ mit Ausnahme der aus dem Oesterreichischen Beobachter entnommenen, welche allein wahren Werth haben , da sie aus bewährten Quellen fließen, meistens oder sehr oft verspätete Auszüge aus dem Journal de Smyrne sind. So viel als letztes Wort in dieser Sache als Norh- wehr und gegen Ausfälle, die im Interesse der deutschen Journalistik um so mehr unterbleiben sollten, als die bestehenden Verhältnisse öfters ähnliche Korrespondenzen nur auf solche Weise erleichtern oder gestalten. Großbritannien. Englische Blätter vom 16. Juni enthalten das von dem Graf-Marschall, Herzog von Norfolk, Unterzeichnete Krönungsprogramm. Die Kröin.ngszeremonie besteht aus folgenden drei Haupttheilen: 1) Die Salbung der Königin durch den Erzbischof von Canterbury. 2) Die Huldigung der Pairs, welche folgendermaaßen vor sich geht: Der Erzbischof spricht knieend für sich und die geistlichen Lords die Huldigungsworte, und hat dann, nebst den übrigen geistlichen Lords, die Ehre, I. M. die Hand zu küssen. Hierauf schreiten die Herzoge von Süsser und Cambridge, Oheime I. M., die Stufen des Thrones hinan, legen ihre Herzogskronen ab und km'een nieder. Sofort spricht der Herzog v. Süsser die Huldigungsworte und der Herzog v. Cambridge wiederholt sie. Dann berühren JJ.kk.HH. die Krone auf dem Haupt derKönigin u. küssen I. M. auf die linke Wange. Schließlich spricht nach der Reihe der älteste Herzog, Marquis, GraflEarl), BiScount(Bizegraf), Baron die HuldigungSworte, worauf sämmtliche weltliche Lords ebenfalls die Krone berühren und I. M. die Hand küssen. Während der Huldigung legen die Huldigenden ihre Degen ab. 3) Die Königin nimmt daS heilige Abendmahl; daS Brod reicht der Erzbischof von Canterbury, den Kelch der Dechant von Westminster. Unter den von dem Graf Marschall erlassenen allgemeinen Instruktionen ist die, daß Niemand in Trauerkleidern der Krönung beiwohnen darf. — Auf der Themse ist am 14. der Kessel eines Damps- boots gesprungen, wobei fünf Menschen umgekommen sind. Der Vorgang wird als der unglücklichste geschildert, ver sich seit Einführung der Dampfschifffahrt auf der Themse ereignet habe. Das Dampfboot Viktoria, in 23 Stunden von Hüll gekommen, stieß bei der Fahrt auf der Themse nach Galley-Kai hin mit einem Kohlenschiffzusammen, wodurch eine heftige Erschütterung und in deren Folge eine Erplosion entstand, die Tod und Zerrüttung verbreitet«. Es waren 80 Paffagiere an Bord, die jedoch bis auf eme Dame alle gerettet wurden; die andern vier Verunglückten gehörten zur Bemannung des Schiffes. Es ist daS Zweitemal, daß auf dem Dampfboot Viktoria durch eine Erplosion großes Unglück geschah; am 16. März d. I. sprang der Kessel und eS kamen, gerade wie jetzt, auch fünf Menschen um. — Der Prinz Georg von Cambridge wird gleich nach der Krönung eine Reise nach Gibraltar antreten und sich dort, unter Leitung des Gouverneurs jenes Platzes, Sir Alexander Woodford, in der Kriegskunst vervollkommnen. Frankreich. Paris, 18. Juni. Ein pariser Korrespondent der Leipz. Allg. Zeitung versichert alles Ernstes, aus dem Charivari ersehe man, „was Frankreich will, und was eS „nicht will; was Frankreich von Ludwig Philipp und seiner Politik denkt!" — „Diese kleinen Journale," fährt der pariser Politiker der Leipz. Allg. Zeitung fort, „geben „einen sicherem und großartigeren Maaßstab zur Beurthei- „lung der Gegenwart an die Hand, als die großen, weil „sie alle Parteien, ohne Unterschied, ihrer Kontrole unter- „werfen, die stets wahr und gerecht ist u.s. w." — Ha, ha, ha, ha! ha, ha, ha, ha! Hält denn ein solcher Korrespondent das deutsche Publikum für so entsetzlich dumm, oder ist er es selbst? (D. C.) Paris, 19. Juni. Die Deputirtenkammer hat am Schluffe der Sitzung vom 18. die letzte Eisenbahn, über welche noch zu stimmen war, nämlich die von Montpellier nach Nimes, angenommen — Die Pairskammer hat den Gesetzentwurf über den Generalstab mit 86 gegen 51 Stimmen angenommen. dH — Der Dienst der Dampfschiffe aus der Marne hat seit 175Z» dem 3. d. M. begonnen. Die Reisenden such so zahlreich, daß die Passagiere öfters sich bis auf 200belaufen. Spanten. — Bayonne, 16. Zuni. Die 6 Bataillone Carlisten, welche die Linie von Zubiri besetzten, haben sich den 11. nach Estella in Marsch gesetzt. General Espartero, um in Lumbier Lebensmittel zusammenzubringen, wird 12,000 Mann in Bewegung setzen, um einen Konvoi zu begleiten. Don Carlos und sein Gefolge sind den 12. nach Aspettia gerückt; Espartero hat sich von Logronno nach Haro begeben. — Das Silbergeräth aus den Kirchen von Ronrevaur ist hier eingetroffen, welches der spanische Konsul öffentlich versteigern wird. — Munaaorri hat bereits 1,?0o Mann angeworben. Eine große Anzahl Soldaten des 5ten Bataillons sind vorgestern über die Gränze gekommen, und zu dem Korps des Munaqorri gestoßen. Dieses Mannes Unternehmen findet in Navarra großen Beifall. Nur traut man sich nicht, diese Meinung auszusprechen. Belgien. Antwerpen, 15. Juni. Diesen Morgen sind die beiden Dampfschiffe „Antwerpen" und „Soho" von Lon- gon hier angekommen. Das Verdeck des Soho war mit Passagieren angesüllt; man zählte deren 95- und mehrere Wagen. Dieser Zustuß von Engländern nach dem Kontinent scheint bei der Herannahung der Kröuungsfefte in England ausserordentlich. Schweden und Norwegen. Stockholm, 12. Juni. Vorgestern, als am Sonntag Abend, trafen die Dampfschiffe mit dem erwarteten hohen Gaste, Sr. kais. Hoh. dem Großfürsten-Thronfolger von Rußland, hier ein. Wie groß aber war das Erstaunen unseres Publikums, als sich mit einemmale daS Gerücht verbreitete, nickt blos der Thronfolger, sondern auch Se. M der Kaiser selbst seyen in Stockholm angekommen. In der That bestätigte es sich sehr bald, daß der ru fische Monarch den unseligen auf eine ebenso unerwartete als angenehme Weise überrascht habe. In Skeppsholm, wo der Großsürst-Thronfolger bei seiner Landung vom Admiral Coyet und von den Behörden bewillkommt wurde und die Eqmpage Sr. Maj. des Königs den hohen Gast erwartete, gab sich der Kaiser noch nicht zu erkennen. Vielmehr schlugen Se. Majestät, während der Großfürst nach dem Schlosse fubr und dort von dem Reichsmarschall und allen hohen Hofbeamtcn empfangen wurde, ganz inkognito und nur von dem General Grafen von Suchtelen begleitet, auf einer kais. Schaluppe den Weg nach der am Wasser gelegenen Schloßtreppe ein, von wo Sie sich durch den Garten unmittelbar nach dem Zimmer Sr. Maj. des Königs begaben, dem sich cher kais. Gast sofort anmelden ließ. Man kann sich denken, mit welcher freudigen Uederraschung der König diesen ganz unerwarteten Besuch empfing. Nachdem bald darauf auch der Großfürst-Thronfolger mit dem Kronprinzen von Schweden zum Könige gekommen war, begaben sich alle vier hohe Personen zu Ihrer Maj. der Königin Md zu Ihrer kön. Hoh. der Kronprinzessin, worauf dann der König und der Kronprinz ihren hohen Gästen nach den Zimmern folgten, die anfangs für Se. kais. Hoheit den Großfürsten-Thronfolger allein bestimmt waren, nunmehr aber auch von Sr. Maj. dem Kaiser bewohnt werden. Später war großes Souper bei Ihrer Maj. der Königin. Gestern Nachmittag sind auch die beiden jüngeren Großfürsten von Rußland, die ihren kais. Kater von Berlin hierher begleitet hatten, ai?S Land gestiegen und Im Schlosse von der kön. Familie empfangen worden, bei welcher Gelegenheit sie auch die Bekanntschaft des jungen Erbprinzen und seiner Geschwister machten. Nachdem die hohen Herrschaften alle bei dem Könige dinirt hatten, machten sie sämmtlich eine Promenade zu Wagen durch den Thiergarten. Im ersten Wagen erblickte man die beiden Monarchen und ihnen gegenüber den Großfürsten-Thronfolger und den Kronprinzen. Im zweiten Wagen befanden sich die Königin, die Kronprinzessin, Prinzessin Eugenia und Prinz Gustav, im dritten Wagen die beiden jüngeren Großfürsten mit dem Prinzen Karl und jm vierten endlich die Prinzen Oskar und August. Eine Menge anderer Hof- eguipagen hatten sich noch angeschloffen. Der Thiergarten und die dahin führenden Straßen wimmelten von Wagen und Fußgängern, die alle die hohen Gäste sehen wollten, welche die königl. Familie auf so freundliche Weise überrascht hatten. Heute haben I). MM der Kaiser und der König, so wie II. kk. HH. der Großfürst-Thronfolger und der Kronprinz, mehreren Manövern der Garde und der Artillerie auf dem LadugärdSfeide beigewohnt. Die Königin und die Kronprinzessin, so wie die jüngeren Prinzen und Prinzessinnen, erschienen dabei ebenfalls zu Wagen. Mittags war großes Diner bei dem Kronprinzen, und Abends ist Ball bei Ihrer Maj. der Königin. (Pr. St.Z.I Türkei. Smyrna, 27.Mai. Der nahe Abschluß des Handelstarifs der fremden Mächte mit der Pforte hat hier bereits günstigen Einfluß auf die Geldverhältniffe mit der Handclswelt gehabt. Die hiesigen Raja'S wollen deshalb eine Deputation an den Maulhdirektor Tahir Bey nach Konstankinopel absenden. — Der Aufruhr in Echelle Neuve j?j , wegen Einführung der Quarantäneanstalten, hat keine weitern Folgen gehabt, und der Gouverneur Daud Aga setzt die deöfallsigen Maaßregeln fort. Aegypten. Smyrna, 27. Mai. Nachrichten aus Aleran- drien vom 22. d. M. sagen, daß die Abreise des Ministers des Unterrichts, Muktar Bey, mit den französischen Gelehrten Linant und Lambert nach Syrien großes Aussehen dort erregt hatte. Einige wollen wissen, der Vize- könig habe ihn dorthin geschickt, um den Herzog Mar von Baiern oder den Fürsten Pückler-Muskau zu begleiten. Andere aber sagen, er solle Ibrahim Pascha bei den in Syrien beabsichtigten weitern Reformen behülflich seyn. VereinigteStaaten. Zur Beilegung der lang bestrittenen Frage über die 1756 Nordwestgränze hat die Regierung der Vereinigten Staaten den Antrag gestellt, die Ausmittelung der in dem Vertrage von 1783 festgesetzten Linie, auf deren Festhaltung der Staat Maine beharrt, an eine von ihr und der englischen Regierung zu ernennende gemischte Kommission zu übertragen. Staatspapiere. Paris, 20. Juni. 5prozent. konsol. 110 Fr. 70 Ct.; 4'prozent. —Fr. — Cent.; 4prozent. 102 Fr. 10 Et.; Zprozent. 80 Fr. 25 Ct. Bankaktien 2750. 50. Kanalak- tien—. —. Rom. Anleihe 101belg. 102§; Piemont. —. —; portug. —. Span. Akt. 22; Paff. 4j. St. Germaineisenbahnaktien — Fr. — Et.; Vers. Eisen- bahnaktien, rechtes Ufer, 830 Fr. — Ct.; linkes Ufer, 655 Fr. — Et.; Cetter do. — Fr. — Ct.; Epinac do. — Fr. — Ct.; Mülhausenerdo. 540 Fr. — Ct.; GaS- erleuchtungSgesellschast —. Dampfschifffahrtaktien (Pecq) — Fr. — Ct. Wien, 16. Juni. 5prozent. MetalliqueS 107; Iprozent. 101; Zprozent. 82z; ^Prozent.Bankaktien 1457; Nordbahn 109^; Mail. E. B. 108; 1834er Loose 126z; Raaber E.B.—. Kurs der Staatspapiere in Frankfurt. Den 21 Juni, Schluß l Uhr. jpZr.i Pap. j Geld. Oesterreich Metall. Obligationen - 5 do. do. i 4 do. do. Bankaktien fl. 100 Loose bei Roths. 3 Parttalloos« do. fl. 500 do. do. 4 r, Bethm. Obligationen 4 — do. do. —- Preußen » Etaatsschuldschein« Prämienscheinr 4 Batern Obligationen 4 — Frankfurt * O-ligationen Gsenbalmaktien. Agio 4 Baden Rentenscheine sz — stk Darmstadt § fl.50Looseb.Gollu.S. Obligationen fl. 50 Loose fl. 25 Loose sz iooz Nassau Obligationen b. Roths, fl. 25 Loose sz 89j Holland Integrale rz — Spanten Aktivschuld 5 — Polen Lotterieloose Rtl. I do. i fl. 500 .. 01 81 -z 1744 263 150j 126 1002 102 104z 65 102z 102 24 z-/. ioiz 96 22z 2iz 54?- 12 65z 78z Neueste Nachrichten. London, 13. Juni. In der heutigenOberhaus- sitzung machte Lord Brougham eine Anfrage hinsichtlich des Handelsverkehrs zwischen Großbritannien und Haiti, indem er Frankreich daS Recht absprach, sich irgend auf einen gebietenden Fuß oder einmischend gegen die haitische Negierung zu stellen, deren Unabhängigkeit es ja längst anerkannt habe. Lord Melbourne erklärte, daß Lord Palmerston gegenwärtig mit dem franz. Kabinet über die- senBetreffkommunizire. LordBrougham zeigte schließlich an, daß er eine Motion auf Vorlage von Nachwcisungen über die Handelsverhältniffe zwischen Haiti und England ein- bringen werde. — Das heutige Unterhaus ging, nachdem es einige vorläufige Geschäfte erledigt hatte, zur weiteren Berathung der Bill wegen der geistlichen Pfründenhäufung über, und war damit, bei'm Postabgang, noch beschäftigt. — Die ersten neuen Souveränsd'orS (8ovorelFN8) mit dem Bildnisse der jetzigen Monarchin wurden am Samstag ausgegeben, indem die Münze eine beschränkte Anzahl an die londoner Bankiers zur gutfindcnden Vertheilung an ihre nächsten Freunde und Kunden verabfolgte. (Globe.) Paris, 20. Juni. Die Depulirleiikammer war gestern nichts weniger als gut gelaunt; vielleicht sind die leeren Sitze Schuld daran. Die versagte Eisenbahn von Bordeaux nach LogNon hatte durchaus keine Wichtigkeit gehabt, und man begreift selbst in der erstgenannten großen Stadt nicht, wie die Kammer mit einem solchen Vorschlag kann belästigt werden. Das Journal des De- batS ist gestern durch den vollständigen Fiasco (197 St. gegen, 35 für), welchen Hr. Berlioz, der aufgetretene Unternehmer für die ital. Oper, in der Deputirtenkammer gemacht hat, tief gekränkt worden. Selbst Hr. v. Montali- vet stimmte dem Verwerfungssystem der ernannten Kommission bei. — Pairskammer. Fortsetzung der Debatten über die Rentenkonversion. Gras Argout nimmt noch einmal das Wort. — Deputirtenkammer. Fortsetzung der Verhandlung über das Einnahmebudget. — Berichten aus Port au-Prince «Haiti) vom 5. Mai in franz. Blättern, namentlich im Journal de Havre zufolge, ist der General Jnginac, der bedeutendste Mann nach dem Präsidenten Boyer, und vielleicht dessen einstiger Nachfolger im Amte, auf seinem Landgute meuchelmörde- risch überfallen und schwer, wiewohl nicht tödllich, verwundet worden. Man wollte die That anfangs einer Pri- valrache zuschreiben; es scheint ihr aber ein politisches Motiv zu Grunde zu liegen; denn der Kommandeur eines Regiments zu Leogane sollte, als verdächtig, verhaftet werden. — Madrid, 13. Juni. Morgen wird der Bericht der Anleihekommission abgestattet. Aguado's Vorschlag allein hat einige Gunst vor den Augen des Ausschusses gefunden. Man spricht davon, daß die Kammer aufgelöst werden soll. — Durchaus nichts Neues vom Kriegsschauplätze. --- Bayonne, 16. Juni. Den 15.Juni war Don Carlos noch zu Tolosa. — Manuel Arregui, einer der Agenten Mnnagorris, wurde von der Militärkommijsion der Guipuzcoa zum Tode verurtheilt. Er hatte sein Ein- verftändniß mit Munagorri nicht einmal geläugnet. Don Carlos hat ihn aber begnadigt. — Saragossa, 15. Juni. Gestern war San Miguel mit 7 Bataillonen und 100 Pferden zu Hijar und Al- balate del Arzobispo. Den 13. d. standen sämmtliche car- listische Streitkräfte in dieser Gegend, 10,900 Mann stark, mit Ausnahme der Truppen des Forcadell, die in den Dörfern Arm», Anoora, Alloza und Alcoriza stehen. Diese Trupp enkonzentrirung am rechten Ebroufer deutet darauf hin, daß Eabrera entweder den Uebergang einer karlistischen Erpedition beschützen will oder an eine Vereinigung denkt. Forcadell steht zu Ouda und Viscarro hält das Thal Aimonacid besetzt. — Lissabon, 12. Juni. Das Ministerium ist stark mit den Wahlen beschäftigt. Das Anlehen von 2,100 Contoö Reis genügt für die augenblicklichen Bedürfnisse. Die Hauptstadt genießt der tiefsten Ruhe. Redtgirt unter Verantwortlichkeit von PH. MaLlot. Auszug aus den Karlsruher Witterung-, beobachtungen. 21. Juni arome-ITHcrmome- . lWttierung ter. ter._^'"^^be rhaupt . M. 7 U.I27J.10.0L i 15 6 Gr.üb.0 ' SW cheitcr M. 2z U?27J. 9,7L 20,8 Hr.üb.0 SW heiter N. 11 U.j27Z.10,lL. 15,3 Gr.üb.0 j SW ftrüb Großkerzogliches Hoftheater. Smustag, den 23. Juni: Mit allgemein aufgehobenem Abonnement, zum Vortheil deö Hrn. W e y m a r; Die Verschwörung des Fresco zu Genua, Trauerspiel in 5 Aufzügen, von Schiller. Hr. Wey mar: Fresco, zur letzten Gastrolle; Hr. Pauli: Muley Hassan, zur zweiten Gastrolle. Sonntag, den 21. Juni: Die gefährliche Tante, Lustspiel in 4 Aufzügen, von Albini. Hr. Pauli: Freiherr v. Emmerling, zur dritten Gastrolle. Hierauf: Nummer 777, Posse in 1 Auszuge, von Le- brün. Hr. Ppuli: Pfeffer. Krmstrekteranzeige. Sonntag. den 24. Juni» letzte Vorstellung der Reit- und Volllgirkunst, ohne.Wiederholung. Der Anfang ist um 4 Uhr. Ihre ergebenste Einladung hierzu macht Elisabeth» Schmidt, Witwe, Direktorin. Sonntag, den 24. Juni, als letzte Vorstellung, in 4 Abtbeilungen. 1> Ansicht von London. 2) Eine Schweiz-rlandschast Om Kanton Bern). 3) Ballet und Metamorphosen. 4) Die Belage, rmrg der Zitadelle von Antwerpen. Anfang der ersten Vorstellung um 5 Uhr, der 2ten Vorstellung um 7 tthr. Gebrüder Lorgle. fS i n g e s a n d t.) Wenn die Theilnahme, welche in mehreren öffentlichen Blättern über den R) Der unkerzeichnele Müller, Sebastian Krämer in 1R«ichenb»ch,, Oderamt» Lahr, will sein« an d-m lKchatk-rfiuffe in Rerchenbach stehend« Mahtmühl» «in 2 l-tahl-äagen. nebst dem hierzu -eho>l-«n angebauim zwei- stbf,g-a Wohnhaus« mit besonder« stehender Scheuet und Stallung g ferner : seine bei »er Mahlmühl, stehend« Hansreibe, 2 Oost- und 2 Gemüsegärten, so Vei der Mühle liegen an« zuiäM- m-n hirca 7 Lester messen, au» freier Hand verkaufen. F^lls aber di» den 24. d. M. kein Verkauf au« freier Han» Patt finoen sollte, so w«rd solche Montag, den 2S Zuni d. Z, Vornirtiag« 9 Uhr. rm Krvnenwrrlhlhause oah er einer öffentlichen Bersteigerung auSgesetzt «erden. Zur Mühl« «ad Hanfrribe gehört noch »in erst vor kurzer Zeit neu. aufferk dauerhaft und zwechmäßig erbauter Wafferadlaß. Kämmtliche« Muhl > und Räderwerk, so w»e auch »er Wasserbau der Mühle und Hanfr»ide befinden sich im besten Zustande. vir Mühte wird in ihrem Wirken niematt durch Waffer- klemme gehemmt und hat ihrer vortheilhasten Lag» und guten Einrichtung «egen st-t« kl-berstuß an zu mahlender Kundettfruchlz d-ßgl«i»en ist auch die Hanfreib«. besonder« zur Spätjahrtzett, sehr erträglich. Dies«» wird mit dem «»füge« hiermif öffentlich bekannt gemacht . daß auswärtige Käufer. resp. Steigerer, sich mit legalen Zeugnissen über ihre BermögenSverhältnisfe autzuwersea habe». St ichenvach, »en ». Zuni 1838. Sebastian Kramer. Karlsruhe. .sStelnkobleutranSp ort.) Dir Beifuhr von 5 bis 6/>VS Jeilnrrn Steinkohlen, we.che im Sauf dieses Jahre« von den Gruben bei Offenburg aozuholm, oder auch von Se- ooo.dshafen aus hierher zu lranspo'ttr-nsind, wird Moaeag,, den 2. Juli d. I. früh 10 Uhr aus dem Platzbüreau dahier öffentlich oersteigertz wo zu die Liebhaber hiermit eingeladen werden. Karlsruhe, den 21. Juni 1838. Der Generalmajor und Ganikfonskoimnandant. v. Sentker. Rr. 11,840. «retten. <»chuldenltquidattoa.L Gegen Johann Simon von «retten haben wir Gant erkannt, und Talfahrt zum Richtigstellung»« «nd BorzugSversahrm auf Mittwoch, den 25. Juli d. I. , Borwtttsg« 8 lthr, emt diesseitige, GerichtSkanzlei angeordnet. »llr diejenigen, welch«, ans was immer für einem Grande, Ansprüche »n die Masse machen wollen, werdmdaher aufgefo». dert, solch« in der angesetzten Lagsahrt, bei Lermeidrmg dtt «us- sä,lasse« von der Bant , perfönli» »der durch gehörig «evollmäch. «g,e> schrffllich oder mündlich an,«melden, «ad zugleich di« etwai- uen Vorzug«- oder UnterPsandsrechk« z« bezeichnen, die der »n- meldende geltend machen will, mit gleichzeitiger Vorlegung der «ewetturkundm oder Antretung de« Beweise« mit andern »«weis In derselben Tagfahrt wird ein Massepfleger und ein Maubk- gerauSfchuß ernannt. ein >.org- und Rachlastvergleich verfucht, wobei di« «ichterfcheinendea a« der Mehrheit der Erschienenen bei- tretend angesehen werden, vneilsn,, d«> S. Juni 1838. Größt, badische« vHiistramt. Be«. vstr vireudörfer. Nr. 4500. Kork. (SchukdenllqufdativuJ Der vör3 Jahren na» Nordamerika gewoNderl« DechSlergesell«, Jakob O e r» kel von Ekartsweier. hat um AuSlvlgung seines Vermögens nachgesucht. Wer an dasselbe Aalprüche zu mache« hat, wird »ufge- forder t, fvtch« am Mittwoch., dm 4. Juli d. I. , BvkmittagS 8 Uhr. u -! so gewisser dahier onzumelden, al« später dir Triambntß zur AuSfolgung des Vermögen« ettheilt werde. Kork, dm st. Juni 1833. Großh. bad. Bezirksamt. Eichrodt. Nr. §2 336. Rastatt. (Diebft»bl.) VerfloffrvenSamstag. Rachnuttag«., wurden in einer Prrvittwohnung IN Kuppea- heim ta gende Geldsokten mtwendei: 1) ein österreichischer Aronmrhaler; 2) zwei badische Kronenihalee von den letzten Jahrgängen; 31 ein preußischer Lbaler; 4 ) vier FünslivreSthaler; 5) 2 fl. 30 kr. Münze, bestehend au« 2 österreichischen S'chSiäg- nern un» da« llebrige au« Sechsern von verschiedenem "Gepräge. Was wir Behufs der Fahndung zur öffentlichen Kennt uiß brinam. Rastatt, den 18. Juni 1838. Gieosth. bad. Oberarnt. S ch a a ff. vstr. «erstn, __^ H B. Rr. ä. C. v-Rr.st48. KarKrvhe. erkellnergesuch.) Zn ein»« hiesigen Sasi- hot ist di« Stall« eine« Oberkellners zu besetzen. Nähere« auf frankirte Briefe auf d-m Kommlsstoos- dureau von W. Koell», Zährivgerstraße Nr. 4L. Karttruhe, den IS. Zuni 1838. Billard zu verkaufe». Ei» vorzüglich schöne«, nach dem neueste» G» , schmack gea v-ilkl,«. Billard, mit vollstänbiger Em- s richtung und Zuqehör, ist wegen Mangel an Platz -au« freier Hand billig zu veikaufen. Wo? sagt da« Komtvir der Katlsruh r Zein «z. Karlsruhe. iAnzeizr.) Del dem Untrr- Nzeichnelea können zwei jun>,e Leute, welche die hiesigen Lehranslattm besuaen, sogleich oder bi« 1. Just in Aufsicht und Pflege genommen weedm. R. Reich, Lehr«. Bruch druckereigechiUfegesuchen Schweiz wird ein solle er, erfahrener Drucher gesucht, welcher für den Anfang auch mit »ein Seeea «mgshm körnte. Frankirte Briefe, unter K.. L., besorgt das Komro.r der Karlsruher Zeitung. Grzieh«rrgsa«erbrete». Unlerzelchneter ist gesonnen, nach den m de» ^Karlsruher Zeitung früher b.kannt geenachten B»- ftlwmungen, ein «der zwei bildungsfähig« laub- stumm- Kinder wiederum in Pension aufzunrhmin. Aut frankirte Briefe wirb von «hm -er«, näh«« Sluetulkst rtheilt. Pforzheim, den st. März 1838. W- Arnold, G st.st,4 st <.st « « «- D « « < « rl H) M » < 4 v st. E