Karlsruher Zeitung. Nr. 1L Donnerstag, den 14. Januar Vorausbezahlung. Sa»,jährlich hier 8 ff.. balijLbr. lich 4 ff-, durch die Post im Größter,ogthum Baden 8 ff. SO kr. »nd « ff. IS kr. C inrück ungSgebühr. Die gespaltene Petikzeile oder deren Kanin 4 kr. Briefe nnd Gelder franks. 18 LL Deutsche Bundesiiaaten. Oesterreich. Wien, 8. Jan. (Korresp.) Durch einen Handels- kurier rraf gestern die lliachricht aus K o n st a n t i n o p e l vom 27. Dez. ein, daß die Pforte Mehemed Ali's Unterwerfung angenommen habe. Diese Nachricht behob den Zweifel, welcher durch das Schweigen der letzten türkischen Post über die Frage entstanden war, ob die Pforte die Unterwerfung des Vizc- könlg annchmen werde oder nicht, doch bleibt noch der in obiger Nachricht nicht berührte Umstand wegen der Erblichkeit als Gegenstand weiterer Milthci- lungen zurück. Aus anderen Quellen ergibt sich die Annahme der Unterwerfung ebenfalls sammt Vergleichung der Statthalterschaft, und kann somit als positiv geltend betrachtet werden. Die Bankaktien, noch zu Anfang der Börse und im niedrigsten Stand zu 1665, gingen bei Verbreitung dieser Nachricht aus 1692 und Abends selbst bis 96 in die Höhe. Die Metalliqucs zu 5 Proz. standen 106'/,, die 4proz. 99'/«, 100'/,; die 3proz. 80, '/,; die L'/zproj. 51, 55; das Anlehen von 1834 139, '/?, von 1839 114, ; die Nordbahn- akticn 92'/,, '/.; die Mailänder 101, '/^; die Raaber 93'/^, ^/,; die Pesthcr 100, '/r- Heute ergab sich als gewöhnliche Neaktion des schnellen Stclgens der Kurse einiger Rückgang; die Bankaktien wurden gegen das Ende der Börse mit 1688 bis 1689 notirt, doch glaubte'man, eö dürften im Laufe des Tages darin noch Geschäfte zu höher» Preisen gemacht werden. Die Dividende der Nationalbank ist dem Vernehmen nach auf 49 fl. festgesetzt. — Mau kann aus den neuesten Nachrichten übet Len Gang der orientalischen Angelegenheit wohl zur Genüge absehen, daß sie glücklich geendigt ist und daß die Gefahren, welche sich aus ihren Wirren für den europäischen Frieden gewittcrschwer anfgethürmt hatten, mehr und mehr in sicherer Weise verschwinden. Bayer. Erlange», 6. Jan. So eben läuft die erfreut. Nachricht hier ein, daß Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich den protestantischen Studirenden aus Ungarn und Siebenbürgen den Besuch unserer Universität wieder erlaubt hat. La in früherer Zeit immer eine bedeutende Anzahl junger Theologen aus diesen Gegenden hier studirl hat, so dürfte unserer Universität von daher bald ein neuer Zuwachs zu Thcil werde». (A. Z.) Großherzogthum Hessen. Darmstadt, 10. Jan. Ausser den pariser Nachrichten, sind uns auch sämmtliche Nachrichten ans der Schweiz, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Augsburg, Nürnberg, Berlin, Leipzig, Hamburg, Hannover, Kassel rc., welche gestern Abend, heute Nacht oder heule frühe hätten eintreffen sollen, nicht zugekommcn. Selbst hier in der Ebene ist ein Schnee gefallen, wie man sich eines gleichen nicht erinnert. Der Schnee liegt Fuß hoch in den Straßen, und förmliche Schneewälle haben aufgethürmt werden müssen, um Fußwege zur Kommunikalion zu bilden. >— Die „Frankfurter Oberposlamtszcitung" (und viele andere Blätter mehr, auch die K. Z.) bringt nach dem hiesigen „Allgemeinen Anzeiger" eine ausführliche Erzählung mit allen Umständen von der Entdeckung der Thäter des vor zwei Jahren in der Nähe des Melibocus verübten Verbrechens (empörende Mißhandlung eines Mädchens). Nach den aus dieses Gerücht hin bei großh. Landgerichte Zwingenberg alsbald von uns cingezogenen Erkundigungen müssen wir es für eine leere Fabel halten. Dem Gerichte, welches in jener Erzählung zitirt wird, ist nicht das Mindeste davon bewußt. (Gr. H. Z.) Darmstadt, 11. Jan. Heute Mittag wurde der Landtag von Sr. königl. Hoh. dem Großhcrzoge in Allerhöchster Person in dem großherz. Rcsidenzschlossc mit der üblichen Feierlichkeit geschlossen. Die von Sr. königl. Hoh. dem Großherzog von dem Throne an die Stände gehaltenen Anrede lautet (nach der Großh. Hess. Ztg.) so : Meine Herren Stände! Am Schlüsse eines Landtags, der über zwei Jahre hinaus gedauert, Sie siebzehn Monate, und Ihre Ausschüsse zur Prüfung des Kriminalgesetzcntwurfs, noch weit länger beschäftiget hat, kann Ich Sie mit Genugthuung um Mich versammeln, um Ihnen Meine volle Zufriedenheit darüber auszudrücken, daß Sic mit Eifer und Ausdauer schwierige und wichtige Aufgaben gelööt haben. Durfte Ich, am Schlüsse des vorigen Landtags, die, unter Mitwirkung desselben, zur Beförderung des allgemeinen Wohls gemachten Fortschritte rühmend anerkennen, so muß Ich, am Ende dieser Versammlung, neben gleicher Anerkennung, Ihnen darüber Mein besonderes Wohlgefallen ausdrücken, daß sie zur Vollziehung einiger wichtigen Bestimmungen der Verfassung mit Umsicht und Vertrauen mitgewirkt, Meinen, von Ihnen gehegten Erwartungen entsprochen, und sich dadurch ein bleibendes Denkmal gesetzt haben. Ich zähle dahin, einmal, die definitive Ausscheidung des Grundvermögens Meines großherzoglichen Hauses von dem Staats- kigcnthum, und lege auf die Erledigung dieser schwierigen Auseinandersetzung um so größeren Werth, als es Mir möglich wurde, unter gleich gewissenhafter Wahrung der Interessen Meines Hauses sowohl, als Meines Landes, Ihren Wünschen in einer Weise entgegen zu kommen, wodurch selbst der Schein einer Beeinträchtigung jener Interessen, auf der einen oder andern Seite, vermieden u n t e r h a l t u n g s b i a t tr Der Strick des Erhängte«. Diese Welt bietet ein sonderbares Gemisch von Lastern, Elend und menschlichen Schwächen dar; wie oft müßte der Philosoph des Alterrhums über das eitle Treiben der Menschheit die Achseln zucken, wenn er heut zu Tage, mit der Laterne in der Hand, in diesem lärmenden und unmoralischen Paris einen Menschen im wahren Sinne des Wortes suchen wollte. Besonders vor vem Friedensrichter kann man die Erbärmlichkeit und den lächerlichen Aberglauben der vernünftigen Thiere, wie uns Brid'Oison, nennt, in ihrer wahren Gestalt erkennen. Heute wollen wir hievon unfern Lesern ein kleines Pröbchen auftischen. Wittwe Gregoire: Herr Richter ich bin eine rechtschaffene Frau, und" wenn ich mein Geld begehre, so habe ich wohl das Recht dazu. Hr. Eharlot hat mich auf eine schändliche Weise betrogen. — Der Richter: Was hat er Ihnen gethan? — Wiltwe Gregoire: Er hat zuerst meine Bekanntschaft gemacht. Es war vor drei Monaten, bei meiner Nichte Ursula, einer großen Blondine, welche lederne Hosen für die Departeinentalgendarmen fabrizirt. Dieser Schlingel fädelt diesem Mädchen ihre Nadeln ein ... . darin liegt nichts Böses; übrigens war er sehr höflich gegen werden konnte. Gern erwähne Ich aber bei dieser Gelegenheit eines, Mir von Ihnen so bereitwillig gegebenen Beweises von Liebe und Anhänglichkeit, und folge nur dem Drang Meines Herzens, wenn Ich Ihnen dafür in demselben Maaße Meinen lebhaften Dank öffentlich ausspreche, in welchem Ihre Bewilligung Mir eine große Beruhigung gewährte. Als einen sehr bedeutenden Gewinn dürfen Wir sodann die nahe Aussicht betrachten, den Artikel 103 der Verfaffungöuikunde, zum Theil, vollzogen zu sehen; denn Ihre Beschlüsse setzen Mich in den Stand, die Strafgesetzgebung für das ganze Land nunmehr möglichst gleichförmig zu ordnen, und damit zwei gleich schädliche Erscheinungen auf diesem Gebiete der Rechtspflege, Härte und Ungleichmäßigkeit, zu entfernen. Seyen Sie überzeugt, daß ich dem Eifer und der ungewöhnlichen Thätigkeit, welche Ihre Ausschüsse und beide Kammern, bei Begutachtung und Berathung des Entwurfs eines Strafgesetzbuchs und der damit zusammenhängenden Gesetze, an den Tag gelegt haben, volle Gerechtigkeit widerfahren lasse. Nur durch diese Beharrlichkeit und das einträchtige Zusammenwirken aller zurThcjl- nahme Berufenen war es möglich, so früh das große Werk zu vollenden, dessen Wir Uns jetzt freuen. Das Land wird, mit Mir, diesen Bemühungen und glücklichen Erstrebungen den verdiente» Beifall nicht versagen und Sie mögen, in solcher Anerkennung, wie in dem Bewußtseyn, zur Vervollständigung eines hochwichtigen Theils der Gesetzgebung so verdienstvoll mitgewirkt zu haben, den Lohn Ihrer Anstrengungen finden. Die bisherigen Leistungen und deren Aufnahme von Ihrer Seite, sind ganz geeignet, den Eifer Aller, welche Ich berufen habe, dem gesammten Werke der Gesetzgebung ihre Kräfte zu widmen, in der Aussicht eines gedeihlichen Erfolgs zu erhalten und neu zu belebe», so wie in Mir die Erwartung zu bestätigen, daß cs Mir vergönnt scyn wird, den Artikel 103 der Vcrfaffungsurkundc ganz vollziehen zu lassen. Für die dcreinstige Zivilgcsetzgebung sind bereits bedeutende Vorarbeiten vorhanden, an deren Vollendung eifrig fortgearbeitet wird. Auch Ihre abermaligen Verwillignngen zur Förderung wissenschaftlicher Strebungen und Zwecke sowohl, als der öffentlichen Erziehung, werden der erwarteten Erfolge nicht ermangeln, und hierin Zeitgenossen und Nachkommenschaft die stete Fürsorge für die höchsten Interessen der Menschheit mit gesteigertem Danke verehren. Aber auch für die Fürsorge, de» materiellen Wohlstand zu erhöhen und zu ermitteln, wird Ihnen Beifall dafür nicht fehlen, daß. Sie, unter Andern, die Mittel bewilligten, welche cs endlich ausführbar machen dürften, jener Provinz des Landes, die bisher aller Schifffahrt entbehrte, die Aussicht auf eine Wasserstraße zu eröffnen. Nie habe Ich so lebhaft, als in der neue/ten Zeit, empfunden, wie es Mich betrüben, wie tief cs Mich schmerzen würde, wenn Ich je die Bestrebungen für das Wohl Meines Landes durch kriegerische Ereignisse unterbrochen, oder gar das schon Errungene vernichtet sehen müßtet Ich habe Mich dieses Gefühls nicht erwehren können, ob Mich gleich die Betrachtung, daß unter den Herrscher», die die Schicksale Enropa'S lenken, dermalen kein Fürst zu finden ist, der ein anderes Ziel, als das, mit Krieg und Zerstörung unvereinbare, Glück seiner Völker erstrebte-, an der Erhaltung des allgemeinen Friedens, selbst in dieser Epoche, niemals zweifeln ließ. Diese Ueberzeugung bewahre Ich noch jetzt, und fand Mich daher nicht veranlaßt, Ihnen, während Ihrer Sitzungen, Eröffnungen machen zu lassen, die auf entgegengesetzte Befürchtungen hingedcutet hätten. Sollte indessen die Lage der Dinge eine unerwartete Aenderung erleiden, und Ich dennoch ansservrdentliche Vorkehrungen anordnen müssen, so würde Ich Mich wenigstens der Zustimmung und Unterstützung Meiner Stände und des ganzen Volks bei allen Opfern versichert glauben, welche die Sicherstellung und Ehre des deutschen Vaterlandes erheischen könnten. Ich habe befohlen, daß Ihnen nunmehr Meine landesherrlichen Entschließungen auf Ihre Eingaben verkündet und der Landtag in Meinem Namen geschloffen werden soll. Mit Vergnügen versichere Ich Sie noch Meines landesherrlichen Wohlwollens." Se. königl. Hoh. der Großherzog verließen den Saal in der nämlichen Ordnung und Begleitung, wie Sie eingetreten waren. Hierauf ließ der Minister des Innern den Landtagsabschied verlesen und erklärte sodann, auf Befehl des Großherzogs, den Landtag für geschlossen. Beide Kammern der Stände habe» die Ehre., heute von Sr. königl. Hoheit zur Tafel gezogen zu werden. Aus dem Odenwalde, 10. Jan. Seil zwei Tagen hat sich in unserin Gebrrgslande eine solche Masse von Schnee angehänft, wie seit vielen Jahren nicht der Fall war. Die Kommunikation auf den Vizinalwegen ist gehemmt und wird mühsamst wieder hergestellt werden; die Chaussee von Heppenheim bis Erbach wird seit gestern durch Schnecbah»schlitten (solche eigens gefertigte Bahnbrecher sind äusserst schwer beladen und erfüllen vollkommen ihren Zweck) mit 4 und eben durch solche mit 12 Pferden wieder fahrbahr gemacht. Der Postenlauf zwijchen Fürth und Heppenheim war eine Nacht und einen Tag gänzlich unterbrochen; die Post nach Hirschhorn wurde vergangenen Freitag dürch zwei Männer über das Gebirge getragen; gestern Abend 5 Uhr hätte sic mich; da hieß es immer, Mad. Gregoire hinten, Mad. Gregoire vorne! Wie steht es mit ihrer liederlichen Gesundheit! . . . . Wir sind noch artig, wenn wir gekämmt sind .... und sonstige Albernheiten der Art. Kurz ich schloß mich an diesen Jüngling an; um io mehr, da er sehr ehrbare Absichten auf Ursula zu haben schien. — Der Richter: Diese Umstände gehören nicht hieher. — Wittwe Gregoire: Ich komme zur Sache. Ich muß Ihnen sagen, daß ich sehr abergläubisch bin ... . Ich glaube an das Fatum, an den Kaffeesatz, an die Morgen und Abendspinnen, an die gekreuzten Messer und an die Räuber am Licht. Eines Tages sagte ich im Gespräch zu Eharlot: Ich gäbe gerne die 50 Fr., welche ich in der Sparkasse habe, um ein Stückchen von dem Strick eines Erhängten zu bekommen .... Man sagt, es bringe dies ein ausserordentliches Glück. — Mutter Gregoire, antwortete dieser Mann .... dies ist schwer zu erhalten .... indem das Hängen nicht mehr Mode ist ... . Man hängt nur noch in England; in Frankreich bedient man sich der Kohle und des Seinewassers .... — Ich würde wahrlich nicht die Reise nach London unternehmen, um einen Mann hängen zu sehen, meine Mittel erlauben mir's nicht .... Uebrigens könnte ich in die todte Jahreszeit fallen. (Allgemeines Gelächter.) So standen nun die Sachen, als ich 8 Tage darauf einen Brief von Eharlot erhalte, worin er mir meldet, daß so eben ein Materialist sich in seinem Hause, im 4. Stock über dem Entresol, erhängt habe .... und daß man dieses Ereigniß 76 in Fürth eintreffe» sollen »ud ist heute Abend 6 Uhr noch nicht wieder angelangt. H. Z.) ^ urhessen. Kassel, 8. Jan. Die Sammlung von Gesetzen Nr. 15. (Dezember) enthält ein Ausschreiben der Ministerien der Finanzen und des Innern vom 31. v. M., folgenden Inhalts: „Mil höchster Genehmigung Sr. Hoheit des Kurprinzen und Milrcgenten werden zur Vollziehung der Bestimmungen, welche im §. 39, Nr. 3, des Gesetzes vom 21. Juli d. I., die Besteuerung der Gewerbe betreffend, enthalten sind, folgende Vorschriften ertheilt. §. 1. Diejenigen Ausländer, welche in den, im §.39, Nr. 3, des vorangezogenen Gesetzes unterstellten, Fälle», Handel oder sonstige Gewerbe im Kurstaate treiben wollen, haben sich in den Provinzialhauptstädten an die Polizeidircktion, in anderen Orten aber an das betreffende Kreisamt, unter Vorlage ihres Reisepasses und der sonstigen Legitimationen, wegen Erlangung eines Gewerbscheins zu wenden. §. 2. Sofern dem beabsichtigten Gewcrbsbctricbe kein gesetzliches Verbot und kein polizeiliches Hinderniß entgegensteht, hat die Polizeidireknon beziehungsweise das KreiSamk hierauf einen, auf die Dauer eines Jahres gültigen, Gcwerbsschein auszustellen. Dieser Schein ist mit erner genaue» Personenbeschreibung des Inhabers zu versehen. Auch ist in demselben der Gegenstand des Gewerbes, sowie der Bezirk, worin dessen Ausübung gestattet wird, änzugcben. Es ist dazu ein Stempel von 1 bis 18 Thaler zu verwenden, dessen Festsetzung in jedem einzelnen Falle »ach genommener Rücksprache mit dem Steuerinspektor erfolgt. Bei dieser Festsetzung ist zu berücksichtigen, ob der Nächsuckcndc in demselben Kalenderjahre für Gewerbschcine, welche für andere Bezirke ertheilt worden sind, bereits Stempelgelder erlegt hat, und in dieser Beziehung zu wahren hat, daß das vorangegebcne.Marimum niemals überschritten, insbesondere in dem Falle, wen» die Zahlung von 18 Thalern Stempelgelder für GcwerbSscheinc in dem betreffenden Jahre dakgcthan wird, der weitere Geiverbsschein stempelfrei ausgefertigt werde. §. 3. Der durch Einlösung dieses Scheins zu dem darin angegebenen Gewerbsbetriebe berechtigte Ausländer hat denselben stets bei sich zu führen und ihn auf Verlangen den Polizei-, sowie den Steuerbcamten und den sonst zur Aufsicht bestellten Dienern vorzuzeigcn." Belgien Brussel, 7. Jan. Der „Jndependant" bat folgende (Bestätigung erfordernde) Nachricht aus Wien erhalten: Das Mißverständniß wegen der Konvention Napier's ist beseitig!, Mehemed Ali hat auf die dringenee Vorstellung der Gesandten der vier Mächte den erblichen Besitz Aegyptens erhalten. Die Entscheidung des Divans soll vom 17. Dez. seyn. Brüssel, 7. Jan. Durch eine» ministeriellen Beschluß sind einstweilen, bis zur königlichen Genehmigung, die Tarifsätze auf der Eisenbahn herabgesetzt für Salz, Holz, Getreide, Kartoffeln, Kohlen, Eisen, Ziegel um 10 Pro;., Geld, geprägt oder in Papier, in Summen von 80,000 Fr. und darüber um 20Proz. —Eine Anzeige deS Finanzministeriums setzt die Interessen für die Schatzbons um Vr Proz. herab, so daß die Bons nach 3 Monaten 3, die auf 6 Monate 4, die auf ein Jahr 5 Proz. tragen, statt, wie bisher 3'/-, 4'/, und 5'/r- Proz. — Vom 8. Jan. Die Regierung hat den Handelskammern folgende Nachricht mitgetheilt: „In Erwartung einer definitiven Schifffahrtsübereinkunft zwischen Belgien und Oesterreich hat die Regierung dieses letzter» Landes die nöthigen Befehle gegeben, damit die belgischen Schiffe in den Häfen des Kaiserreichs, was die Schifffahrtsgebühren jeder Art betrifft, auf den nämlichen Füß, wie die Schiffe der begünstigste» Nationen behandelt werden, was einer völligen und gänzlichen Gleichstellung mit der Nationalflagge gleichkommt." Dänemark. Kopenhagen, 4. Jan. Unter'm 31. Dez. haben Se. Maj. den Präsidenten im schleswig.-holstein'schen Oberappellationsgerichte, Höpp, und den Kvn- ferenzrath Amtmann Sckwltz in Reinbeck für die folgenden drei Jahre zu den Funktionen als Schiedsrichter für die Beikommenden der Herzogthümer Schleswig und Holstein in der, in Folge des Beschlusses der deutschen Bundesversammlung vom 30. Okt. 1834, zur Beilegung von Mißverständnissen zwischen den Regierungen und Ständen in den deutschen Bundesstaaten errichteten schiedsrichterlichen Instanz ernannt. — Se. Maj. haben in Uebereinstimmung mit §. 3 der Bekanntmachung vom 18. Mai 1840 allergnädigst erlaubt, daß Aktien gezeichnet werden zu einer Eisenbahn zwischen Altona und Kiel über Pinneberg, Barmstedt, Kcllinghusen und Neumünster. — Samstags erkannte das Hof- und Stadtgericht in Sachen wider den Redakteur der „Kjöbenhavns- post", L. C. Grüne, wegen Ucbertretung deS Paßgesetzes in seinem Blatte vom 7. Mai durch einen Bericht über die Verhandlungen in der Preßfrcihcitsgesell- schaft, und verurthcilte ihn zu einer Geldstrafe von 200 Rbthlr. und einjähriger Zensur. Frankreich Paris, 6. Jan. Von den Neujahrsgratnlationen trage» wir »och die bedeutsamen Worte nach, mit denen der König den im Namen der Akademie von Hrn. Rosst dargebrachten Glückwunsch erwiderte, der mit einer dankbaren Anerkennung der nationalen Gesinnung des Monarchen schloß. Er sprach: „Diese Gesinnung hat immer in meinem Herzen gewohnt, und ich blieb ihr in jeder Lage treu. Weder das Unglück, noch die Verfolgung haben jemals in mir Groll erregt; fremd jedem Gefühl des Hasses oder der Rache, kam ich »ach Frankreich zurück als derselbe, der ich es verlassen, indem ich keine andere Leidenschaft kannte, als die für seine Unabhängigkeit, das Glück und die Freiheit meines Vaterlandes. Als ich König geworden, arbeitete ich ohne Unterlaß daran, seine Ruhe zu sichern, seine Institutionen zu befestigen. Mit Vergnüge« hörte ich darum, was Sie mir über den eigentlichen Zweck der Gründung des Instituts sagten. Nur durch Vereinigung und Annäherung aller Kenntnisse und Talente kann man hoffen, jene Wahrheit zu Tage zu fördern, die zu kennen so unendlich wichtig, zu erfassen so unendlich schwer ist. Mit dieser Wahrheit verschwinden jene besonders für die Jugend so gefährlichen Täuschungen; jene für die Grundlage, der Gesellschaft zu fejn gesponnenen Theorien. Das zu erforschen, was nie cristirt hat, nie eristircn konnte, kann nur Jrrthümer erzeugen, und wird selbst die edelsten Geister zu Resultaten führen, die denen, welche sie suchten, ganz zuwidcrlaufen. Es liegt viel daran, daß die Menschheit bei Zeiten den Werth ihrer Handlungen beurrhcilen lerne, und sich gegen die Verlockung von Schlüssen schütze, welche, wären sie auch in der Theorie wahr, in der Praxis sich oft genug als falsch erweisen. Meine lange Lebensbahn hat mir nur allzu viele Berspiele der Gefahr solcher Verlockungen gezeigt. Wie oft sah ich nicht chrenwerthe Männer, die, zu beklagenswerthen Konsequenzen durch die Täuschungen, denen sie sich hingegeben, geführt, selbst über das Nebel erstaunt waren, das sie angerichtet statt des Guten, mit dem pe sich geschmeichelt! Alle meine Bemühungen gehen dahin, mein Land vor diesen gefährlichen Täuschungen zu schützen. Ihnen besonders kömmt es zu, durch den Einfluß Ihrer Arbeiten und Kenntnisse mitzuwirken, und der Erfolg, de» Sie schon erreicht, sind eine Bürgschaft des künftigen. Fahren Sie fort mit Beharrlichkeit auf diesem heilsamen Wege; nur so werden wir endlich unserm Lande daS schenken können, was ihm zu oft mangelt — die Beständigkeit." Paris, 10. Jan. (Korresp.) Unter de» Bittschriften, worüber die Berichterstattung gestern einen großen Theil der Deputirtenkammersitzung vor leeren Bänken sich verbreitete, befand sich eine, die nicht ohne Interesse ist. Die Petition betraf nämlich das Wahlsystem, welches der Bittsteller, anstatt zu erweitern, zu beschränken antrug; ferner wünschte er, daß mit mehr Strenge gegen die Presse verfahren und die Theaterzensur verschärft werde. Was de» ersten Theil der Bittschrift anbelangt, wurde zur Tagesordnung geschritten, der letzte aber an daS betreffende Ministerium gewiesen. Auf morgen erwartet man de» Bericht des Hrn. Thiers über das Bef-stigungsprojckt. Die Stimmen werden mit jedem Tage geteilter hinsichtlich dieses ganz Frankreich interessirenden Projekts. Merkwürdig ist, daß die Kommission weit mehr Gelder zur Beschleunigung der Festungsarbeike» zu bewilligen gedenkt, als die Regierung will. Jedenfalls werden die Kammervirhandlungen wieder von großem Interesse werden, um so mehr, als sich die Majorität über diese Frage nichts weniger als vvrherbestimmen läßt. Einige glauben selbst,- cs könnte wohl eine Kabinets- krisis das Ende vom Liede seyn. Die Tagesblätier beuten diesen Gegenstand nach allen Richtungen aus, sind aber unter sich in großem Widerspruche darüber. Das „Commerce", von mehreren Provinzialblättern unterstützt, verthei- digt das System der Nichlbefestignng, während der „National" mit Heftigkeit für die Meinung des Hrn. Thiers streitet. — Gestern Abend sollte im Theater der Renaissance zur Wiedereröffnung ein neues Stück, betitelt: „Es war einmal ein König und eine Königin", gegeben werden. Das Stück hatte gleich bei der Theaterzensur Schwierigkeit gefunden, allein es wurde verändert, gemildert und erhielt zuletzt die Erlaubniß zur Aufführung. Gestern nun, am Tage der ersten Vorstellung, versammelte sich früher schon ein zahlreiches Publikum vor dem Theaterhause. Da wurde aber plötzlich angeschlagen, daß auf Befehl nicht gespielt werden solle (»t'ur oräreir — vttelüolie«). Man kan» sich denken, wie dieser Vorfall alle Federn in Bewegung setzt, da wird schon gegen Tyrannei geschrieen. Im Grunde handelt es sich vermuthlich darum, einer Anstandsverletzung vorzubeugen, besonders in einem Augenblicke, wo die Gemüthcr noch nicht von der Ueber- oder Verstimmung recht zurückgekommen. — Die Strenge des Winkers trägt hier nicht wenig zur politischen Stille bei. — Hr. E. v. Girardin ist gestern zu 300 Fr. Geldstrafe verurthejlt worden, weil er in seiner „Presse" den'Namen Bergcron absichtlich zu dem Namen des Kö- uigömörders Darmss gesellt hatte. Der verantwortliche Herausgeber der „Presse" Hr. Dujarrier aber zu 32 Fr. (das Doppelte des Minimums). — Das Verbot des Stückes: vll etsil uns koi« rui roi st uns i-sius«, liefert heute den Oppositionsblärtern Stoff zu Betrachtungen. Eines sagt sogar: »I-o eoy »uuloi« olruirts muis ns «s bat pasu! ein anderes behauptet, man hätte I^rrr orckr« — relüoks — in »kur orff-« — lüolrs« verwandelt. Merkwürdig ist, daß der Minister des Innern das Stück um 2 Uhr zu spielen rlaubt und um 5 Uhr untersagt hat. Der Direktem der schönen Künste seine Abtheilung im Ministerium des Inner»), Hr. Cavv, soll, wenn man einem Oppositionsblatte glauben will, seine Entlassung angeboren haben. — zgjx sind wieder ohne alle fremden Nachrichten, die letzten Posten aus dem Norden -und Süden fehlen. Die pariser Blätter enthalten ausser den Artikel» über die Befestigung von Paris auch nicht das mindeste Neue. — Die legitimistischen Blätter leben seit einiger Zeit wieder auf, indem sie mit den Opposftionsblättern aller Farben gemeinsame Sache machen. Vorzüglich liegt denselben aber sehr daran, die königl. Familie so viel als möglich zu verunglimpfen, und das Bische» Zurückhaltung, welches noch besteht, suchen diese Organe noch ganz auszurotten: Die „Gazette de france", „Ouotidicnne", „France", „Mode" und „Echo sranyaiS" bieten alles Mögliche auf, der Regierung zu schade». Mit großer Energie treten diese Organe gegen die Befestigung von Paris auf, obgleich deren Meinung keinen Einfluß ausübt. — Mehrere Blätter hatten angezeigt, daß der Prozeß des Königsmörders Darmss Anfangs Februar Vorkommen sollte; es scheint sich aber die Sache bis in die einem Selbstmord zuschreibe. (Anhaltendes Gelächter.) Ich antwortete ihm sogleich, daß ich ein Stück von dem Stricke haben möchte, dasjenige vom untern Hals. Es ist das Beste .... Er schrieb mir noch, daß der Strick in den Händen des Pförtners des Hauses geblieben sey, und daß es 10 Fr. koste, um davon zu erhalten. Ich gebe sie her und erhalte das so gewünschte Stück.... — Der Richter lächelnd: Was ist also ihre Begehr? — Wirtwe Gregoire: Was meine Begehr ist? ... . Sobald ich diesen Talisman» bei mir hatte, war es um mein Glück geschehen .... Den Tag daraus starb meine Katze an einer Unverdaulichkeit .... meine Köchin betrank sich .... meine Uhr ging um' eine Stunde nach; die Pförtnerin sagte mir Grobheiten, und ich bekam heftige Leibschmerzen.... (Gelächter.) Dies ist noch nicht Alles .... Den andern Tag verbrannte ich mei nen Unterrock, mein Neffe stahl mir 2 Flaschen Branntwein und schickte mir seinen Schneider, meine Leibschmerzen inkommodirten mich aufs Aeusserste, und mein seliger Mann erschien mir im Traum .... Ich war die Unglücklichste der Frauen.... (Langes Gelächter.) Nachdem ich nun lange nachgeforscht, warum dieser so sehnlich gewünschte Talisman» die entgegengesetzte Wirkung hervorbrachte, ward mir endlick das Bathsel klar. — Der Richter: Und wie war es mit diesem Rärhsel? — Wittwc Gregoire: Ei, der Gehängte, dessen Strick ich hatte, war nicht todt!..... Er aß ganz gemüthlich und ließ stch's wohl seyn im Holel-Dieu .... Dieser Materialist hatte nämlich den Streich verfehlt. (Anhaltendes Gelächter.) Der junge Charlot, welcher von dem Hrn. Richter getadelt wird, abergläubische Jrrthümer ausgemuptert zu haben, entschuldigt sich damit, daß gewöhnlich die mit der Abnahme des Körpers beauftragten Leute den Strick verhandeln, und daß er blos als Mittelsmann gedient habe. Er wird aber dennoch verurtheilt, das Geld herauszugeben. Wittwe Gregoire: Setze dieses Gewerb nicht fort, junger Lasse, Du könntest sonst dabei gehängt werden. — Charlot mit Ironie: In jedem Fall werde ich Euch den Strick nicht verkaufen, der mir gedient haben wirv .... Ihr seyd ein allzu schlechter Kunde.... (Allgemeines Gelächter.) Verschiedenes — In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften zu Paris «heilte Herr Brechet die Ergebnisse seiner Uniersuchungen über die Art der Fortpflanzung rer Hundswulh mir. Er ha,«e mit Herrn Magen»,« von einem an dieser Krankheit sterbenden Manne eine grosse Quantität Speichel entnommen, und auf einen Hun» unterhalb der Rückenhaut übertragen; 38 Tage nach der Einimpfung ward das Thier wükhend, und theilte durch den Biß die Krankheit auch anderen Hnnven mit, doch bemerkte man, daß die Krankheit sich gar nicht zeigte, oder nur sehr schwer entwickelte, wenn der Giftstoff nach einander durch drei oder vier Thiere gegangen war. Am häufigsten trat die Hunds- wuth 20 bis 30 Tage nach dem Biß ein, in mehreren Fällen jedoch erst nach drei Monaten. An einigen tollen Hunden entdeckte man keine Wasserscheu, sie tranken vielmehr das ihnen gereichte Wasser begierig, und es scheint somit ausgemacht, daß Hnndswuth 77 erste» Tage des Monats März verziehen zu wollen. — Man will wissen, das französische Kabinet habe der londoner Konferenz den Antrag gemacht, Syrien zum unabhängigen Staat, unter dem Schutze und der Gewährleistung der 5 christlichen Großmächte, zu erklären. Die Konferenz habe sich aber mit den französischen Gesandten in keine Unterhandlung hierüber eingelassem — In London brachte das Fallen des Goldes zu Hamburg eine sehr gute Wirkung hervor. Erstens wurde dadurch das Fragen nach Gold bei der englische» Bank geringer, dann ist es wahrscheinlich, daß die friedliche Wendung, welche die polnischen Verhältnisse genommen, zu dieser günstigen Veränderung beigetra- gen haben. — 3>u Cafe de Paris sNeben- oder Winkelbörse, statt der seitherigen bei Tortoiiif wurden heute gar keine Geschäfte gemacht; die Kurse sind in jeder Beziehung als nominal anzusehen. Erst jetzt bekümmern sich die Spekulanten um die Befestigung von Paris, denn wenn auch das Ministerium erklärt, daß es keine Kabinetsfrage daraus machen wolle, so reicht der Name des Berichterstatters, Thiers, allein hin, Besorgnisse zu erregen. — Wir haben endlich heule die madrider Blätter vom 3. Januar erhalten, welche die bereits mitgetyeilten Privatnachrichtcn von demselben Tage bestätigen. Die provisorische Regentschaft des Königreichs hat Don Jose Manuel das Großkreuz des Ordens Karls HI. erthrilt. * Paris, 10. Jan. Gestern ist hier der pcnsionirte Generallicutenant Graf Hulin, in einem Alter von 82 Jahren (schon seit mehreren Jahren gänzlich erblindet), mit Tod abgegangcn. Generallieutenant Hulin ist, ausser seinen Feldzüge» mit den französischen Heeren, besonders bei Hinrichtung des Herzogs von Enghien und bei der Verschwörung des Generals Mallet (bei der ihm Mallet, als sich Hulin für seine Plane nicht gewinnen lassen wollte, mit einem Pistolenschuß die untere Kinnlade zerschmetterte) bekannt geworden. Paris, 9. Jan. Die Herren Eugene Sue und Diuaux hatten für das Gaietetheater ein Drama: „die englischen Pontons," geschrieben, dessen Vorwurf die Leide» der französischen Kriegsgefangenen auf den engl. Gefangenen schiffen während des letzten Kriegs waren. Die dramatische Zensur verlangte Versetzung der Szene nach einem anderen Land; deßwegen wurden aus den englischen Pontons die Pontons von Cadiz. — Im Laufe des Jahrö 1840 kamen im Seinedepartement 826 Bankrntte vor, bei welchen das Soll 49,593,980, das Haben 32,886,071 Franken betrug. Straßburg, 10. Jan. Je eifriger in Deutschland bewaffnet und gerüstet wird, desto mehr verschwinden hier die letzten Stimmen einer unmittelbaren kriegerischen Zukunft. Zwar lähmen die langen Nächte und die mit vielem und dauerndem Schnee verbundene Kälte den größer»: und lebhafter»» Handelsverkehr, allein das Vertrauen und mir ihm der Kredit haben sich bedeutend gehoben. Die Handels- und Fabrrkhäuser versprechen sich günstige Geschäfte und glückliche Spekulationen für das kommende Frühjahr. Die Bewaffi,ungen werden sehr lau fortgesetzt, doch sollen sich die Streitkräfte ungefähr bis zu dein Grade erhöhen, bei welchem Hr. Thiers seine» ersten Anhaltspunkt genommen hatte. Man hofft dann, daß die beiden feindlichen Elemente, welche jetzt im Hader zu liegen scheinen, das Räthsel der Eintracht dadurch lösen werden, daß sie das ungeheure Defizit beherzigen, welches aus der Idee des bewaffneten Friedens entspringt und zu dem mehr ökonomische» Begriff der gegenseitigen allgemeinen Entwaffnung zurückkehren. Die Staaten würden in dieser Voraussicht wie kluge Hausväter handeln, welche nach großen Opfern und Verlusten auf neue Mittel sinnen, den Bedarf zu vermindern und die Ersparnisse zu vermehren. Die Völker aber würden, die Weisheit der Regierungen erkennend, zu allen Mitteln die Hände bieten, welche die bereits geschlagenen Wunden heilen und die vor allem zu befürchtende Vermehrung der Abgaben beseitigen. WaS nun insbesondere den elsäffer Handels- und Fabrikstand anbelangt, so hat derselbe bereits Laste» und Steuern genug zu ertragen, um freiwillig der Gefahr einer neuen Steuer, verbunden mit Lähmung des Kredils, vielleicht mit gänzlichem Ruin, entgegen zu rennen. So denkt auch iin Allgemeinen der Bürger und der Bauer. Uebrigens hört man allenthalben, daß die für die hiesige Garnison gemachten Bestellungen zurückgenommen und die geschlossenen Verträge wieder aufgelöst worden. Nirgends begegnet man mehr diesen Zügen von Kriegs- vorräthe», welche die Land- und Wasserstraße» füllten. Man überläßt sich Lein Vergnügen, besucht Bälle und Theater; sogar die Spaziergänger werden weder durch KricgSangst, noch selbst durch die rauhe Natur des Winters in ihren Lieblingsvergnügungen unterbrochen, da ihnen die mannigfaltig vermehrten und mit jedem Jahr verschönerten Lnsthäuscr des Contades und der Ruprechts«» freundliche ZnfiuchtS- und Erholungspuukle gegen die launige Einwirkung der Jahreszeit biete». (M. I.) Großbritannien London, 4. Jan. Das „M. Chronicle" bemerkt, die kleine Kronprinzessin scy ein lebendiger Acr of Settlement jBezuguahme auf die sog. Sicherheitsoder Thronsvlgcakte von 1702s, und die Geburt derselben namentlich auch daruin erfreulich, weil die Besorgnisse wegen einer haunover'schen Succcssion dadurch für's erste beseitigt seyen. Seit der Vermählung der Königin sey die Sprache der Tories auch offenbar viel zahmer, höflicher geworden, und die wcin- rothe Nachtischbercdtsainkeit der Bradshaw, Roby und Konsorten beinahe verstummt. Unter den Segnungen des Jahres hebt dann das „Chronicle" die Einführung der Penny - Briefpost hervor, durch die sich die Korrespondenz im Lande verdoppelt habe, und wahrscheinlich im Jahr 1841 wieder verdoppeln werde. In Bezug auf innere Refmmcn will dieses ministerielle Blatt die Anzeichen einer Annäherung, eines bessern Einverständnisses uuter den Reformern und Wasserscheu »weierlei sind. Die Hlmdswuih theille sich durch den Blp auch pstau- zensresscnten Thieren, wie °cm Pferde und dem Esel, mir. so wie der ron d,e,eu entnommene Geifer bei den damit inokulirten Hunden d,c vollständigste Wuth erzeugte. Kaninchen, Meerschweine starben bald nach der Inokulation, jedoch ohne die charakleristi- schen Symptome der Krankheit, und dssielbe fand auch de, den Crperimenten an Vögeln verschiedener Art^sta.t^ ^ . ung ron Lbeibayern ist neuerdings das Verbot der Er- „ugunr lind Verbreitung des mit Anwendung ron »alpeiersaurem Kupfer grün gesarb- tk«. der Gesundheit schädlichen BonmwollgarncS einge char,r worden. — Zn Paris gibt es rinvKaffeehaus, in welchem an einer großen schwarzen Tafel Lna-ickueben steht - Diejenigen Herren , welche das Le,en hier lernen, belieben sich der 27nrn°l.r7mges.rige-.' Ta.nmzu bedienen. (Man konnte die- auch für manches deutsche Lesckabinet annwnden-)^ gufgenvmmenen CensuS soll das Reich China bei einem SlächeninhaU von 1,200,000 Quatraimeilen 360.r79.bS7 f",'w°hner zählen. Man kann übrigens den chinesischen Zählungen nicht trauen ; den" best»«" sich auch an der Thur »me« jeden Hauses aller Dörfer ein Täfelchen, ans welchem die t-inwchnerzahl desselben verzeichnet ist, so gehen die Aufnahmen doch, ehe sie nach Peking kommen, durch zu viele Hände, um ihnen vollen Glauben beiinessen zu können. ^ Amiv«, gib» im Jahre 1743 200 Millionen an. unv Lord M a c a r tn e » 333 Milllonen. welche auch MaIthuS annimmt. Man berechnet die Gesammternkunfte des Landes auf LOS Millionen Takts oder 80 Millionen Pfund Sterling. von welchen.nachdem alle Ausgaben bestritten, etwa zwölf Millionen i» den kaiserlichen Schatz nach Peking stießen. — Verliebten und Gelehrten spielt der Kobold Zerstreutheit am ärgsten mit; nn- tpr letzteren sogt man aber vorzugsweise solche Zufälligkeiten den Aerzten nach. So er- erkennen, und nach Aussen prophezeiht es zuversichtlich die Erhaltung de- Friedens. London, 6. Jan. Nach Berichten aus Sydney vom 13. Aug. wird dort, au dc»n Dexortationsorte, der verurkheilteChartistenführcr Frost gut behandelt; wegen seines musterhafte» Benehmens auf der Herreise hatte ihm der General- gvuvcrneur bei dem Proviantdepartement in Port Arthur eiu untergeordnetes Amt gegeben. — Die „Colonial Gazette" schreibt: In Kanada werden alle Anstalten getroffen, um die große Maaßregel der Union beider Provinzen in's Leben zu führen. Im Laufe des Septembers wurde eine der Hauptklagen der Einwohner gehoben, indem man ihnen völlig freie und unabhängige Gemeindeverwaltung gewährte durch die Errichtung s. g. Distriktsräthe, die von den Hausbesitzern der Kirchspiele gewählt werden. DaS kluge Benehmen des Lords Sydenham (Hrn. P. Thompson) hat die Gemüther für die Vereinigung beider Provinzen so ziemlich gewonnen. Neuschottland und Neubraunschweig sollen gleichfalls zu einer Provinz vereinigt werden. — Die Konferenz der Wesley- an'scheu Methodisten in Canada hat ihre Trennung von der Konferenz in England angezcigt. Die Zahl der Wesleyaner in Canada ist in wenigen Jahren auf 100,000 gestiegen. — Die Zahl der Einwanderer, welche im Jahr 1840 bis zum 3. Oktober nach Canada kamen, war 22,065; im I. 1839 waren es wegen der noch herrschenden Unruhen nur 7214 gewesen. London. In Neusüdwales erscheinen, jetzt 29 Zeitungen, worunter aber nur eine, der „Sidncy Monitor," täglich. Van Diemensland hat acht, Südaustralien vier, der Schwanenfluß eine und Neuseeland zwei Zeitungen. — In Birminghain ist eine Kirche für die Chartisten unter dem Namen Neujerusalemchartistenkirche eröffnet worden. Bei'm Gottesdienst werden dann chartistische Hymnen gesungen. Niederlande. Haag, 4. Jan. Der König hat beschlossen, daß die gegen die nicht auto- tisirten religiösen Korporationen ausgesprochenen Strafen einstweilen nicht vollzogen »verden sollen. Nußland und Polen. Von der polnischen Glänze, 2. Januar. Die Gränzsperre hat durch das veränderte Gränzpersonal bis jetzt keine Relaxation erhalten. Wenn auch die Reisenden mit dem neuen Personal zufrieden sind, indem sie »venigern Veratio- nen ausgesetzt sind, so klagen die Handeltreibenden um so inehr, da durch die vermindert« Bestechlichkeit der russischen Beamten das einträgliche Schmuggel« wesen einen bedeutenden Stoß erhalten hat. — Aus Warschau vernimmt man, daß die diesjährig»Saison überaus glänzend zu werden verspreche, indem fast alle reichen Familien des Königreichs daselbst Quartiere zum Karneval bestellt haben. Wer die Prachtiiebc des polnischen Adels kennt, weiß, welche ungeheure Summe» während dieser kurzen Zeit dein Luxus geopfert werden. — Die Garnison von Warschau und Neu-Gcorgicwsk ist bereits wieder koinplettirt, und aus den östlichen Gränzkreisen vernimmt man, daß noch immer neue, bisher zur Sübarmee detaschirle Regimenter in das Königreich zurückkehren. So dürfte das Land, das noch vor Kurzem ganz von Truppen entblöSt zu seyn schien, bald wieder eine Armee von hunderttausend Mann aufzuweisen haben. Der Landmann ist wegen des besseren Absatzes seiner Zcrealien damit wohl jufrieffen. — Aus dem Süden fehlen uns alle Nachrichten; ungeheure Schneemassen sollen alle Wege unpassirbar machen. Bei uns fehlt es dagegen gänzlich an Schnee, und mit Besorgniß blickt man auf die junge, üppig eingegrünte Saat, die, bei gänzlichem Mangel einer schützenden Winterdecke, wohl durch die ausserordentliche Kälte von 20 Grad R. gelitten haben könnte. Seit Weihnachten ist indessen die Temperatur ungleich gelinder geworden. Auf unserer Glänze zeigen sich in diesem Winter häufig Wölfe, die bisweilen den Heerden iiicht unbeträchtlichen Schaden zufügen. ^A. Z.) Odessa, 18. Dez. Die ganze Artillerie und verschiedene andere Waffengattungen, welche im Laus dieses Sommers in Odessa nach Sebastopol eingeschifft worden waren, sind größtentheils nach und nach wieder hierher zurückgebracht worden, um sie mit den Korps, zu welchen sie gehören, zu vereinigen. — Am 5. d. ist Graf Woronzoff von seiner in die Krim untcrnominenen Reise hierher zurückgekehrt. Der österreichische Konsul überreichte ihm in den letzten Tagen das Großkreuz des kön. ungarischen Sk. Stepyansordens, welches ihm von Sr. Maj. dem Kaiser von Oesterreich für seine Verdienste bei'm Abschluß der Konvention bezüglich der Donauschifffahrt verliehen worden ist. (A. Z.) Schweiz. Solothurn. Die Redaktion der „Schildwache" läßt erklären, ihr Blatt könne nicht ausgegcben werden, weil der Redakteur in gerichtlicher Hakt sitze. — Bis zum Abgang der Post sind folgende Abstimmungen (über den Entwurf einer neuen Verfassung) bekannt: Solothurn.Annehmende 458. Verwerfende 164. Garnison. - 271. , 7 „ 729. - 171. Lebern, Bucheggbcrg u. Kriegsteltcn , 1552. . 229. - 2281.« - 400. Aargau. Der „Schweizerbote" schreibt: Am 8. d., früh Morgens, ist eine halbe Schützenkompagnie nach Aarburg abgegangen, um dort den sabsei- ten der solothurner Malkontenten möglichenj Versuch eines Aarübergangs, so wie jede Verletzung des aargauische», Kantonsgebietcs abzuwehren. Es sind Vorkehrungen im ausgedehntesten Sinne getroffen, um jeden derartigen Verzählt ein nordamkrilanifches Blatt: Ein beliebter Arzt kam zu einem Kranken; dieser icllle Pillen nehmen. Bekannrlich »»erden die Jünger Aeskulap's in England und Nordamerika in der Regel sogleich für jeden Besuch daar bezahlt und zwar bei Reichen mit emer Guinee. An diese denkend und die Wirkung der Pillen erwägend, griff der Arzt in die Tasche, drückie dem Kranken eine Guinee in die Hand, schluckte die Pillen selber und eilte, sehr beschäftig» wie er war, fori, ehe der Paiicnt ror Verwunderung zn Worten kommen konnte. „Am andern Morgen", sagt das Yankeeblatt, „war der Patient gesund und der Arzt lag in Krämpfen.» — In der Lcole 6e pkarwaci« von Paris fand am 31. Dez. während des Versuch« der Verwandlung des kohlensauren Gases zu einem seßen Körper — Versuche, die bisher vollkommen gelungen waren — eine Erxlosion des gegossenen Apparats statt. Er zersprang mit der Gewalt eines Geschützes. Ter Präparator, Hr. Bussy, ward an die Wand geschleudert, ein Schenkel ihm vom Leibe gerissen und der andere furchtbar verstümmelt. Hr. Dumas, der am Montag zuvor unter den Augen eines zahlreichen Auditoriums denselben Versuch gemacht hatte, erklärte am 31., daß der Versuch von nua a» nichl mehr in einem öffentlichen Kurie stattfinden könne Die Bruchstücke des Apparats waren bis tief in die Mauern eingedrungen. Wäre das Unglück während der Vorlesung geschehen, so müßten die Folgen furchtbar gewesen stvn. Hr. Orfila hatte den Tag zuvor im Amphitheater der Lcole cke Ne'ckecine denselben Versuch bei Anwesenheit von >200 Studenten gemacht. Hr. Thilorier, für dessen Kurs der Versuch vorbereitet ward, und der ihn seit einem Jahr oft gemacht hatte, war gerade einen Augenb-ick vor der Erplosion in ein benachbartes Kabinet gegangen, um dort etwas zu holen. — In Neusohl hat Samnel Libay eine lebensgroße Büste weilanv Kaiser Franz I. aus dem feinsten Silberfiligrandraht gebildet, welche aus 65,000 einz-ln gearbeiteten Thecken besteht. 78 such auf allen Punkten mit Gewalt abjutreiben. — Die Regierung von Basel-Landschaft hat 1 Bataillon Infanterie, 1 Kompagnie Schützen, 1 Komp. Artillerie und V, Komp. Kavallerie auf's Piquet gestellt. Spanien. Hst Murzia, 26. Dez. (Korresp.) Eine Begebenheit von der höchsten Wichtigkeit in Bezug auf die militärische Mannszucht hat sich gestern in unsrer Stadt ereignet: Die Offiziere des Provinzialregiments von Oviedo hatten sich zu Orcbucla gegen ihren Obersten aufgelehnt und ihm Befehl crtheilt, sofort seine Entlassung cinzureichen, und was das ärgste ist, der tapfere Krieger hat sich in ihren Willen fügen müssen. Die Soldaten, als sie ihreu Obersten weg- reifen sahen, vergossen Thronen, so berichtet wenigstens der madrider „Correo National" vom 3. Januar. L ürkei und Äegypten. Die „Angsb. Abendzeitung" bericht« aus Triest vom I.Jan.: Es verbreitet sich das Gerücht, die Konvention zwischen der Pforte und dem Vizekönig von Aegypten sey bereits abgeschlossen und deren Aufrcchterhaltung von den Gesandten der pazifizirenden Mächte garantirt worden, Mehemed Ali erhält das Paschalik Aegypten mit Hoheitsrcchten erblich, wird aller Rechte und Ansprüche aber in dem Augenblick verlustig, wo er sich durch irgend eine neue Feindseligkeit gegen die Pforte derselben unwürdig zeigt. Weiter heißt cs, auch in Bezug auf Syrien würden Unterhandlungen gepflogen, die eine Sicherung dieser meist von Christen bewohnten Provinz zum Zweck hätten. Triest, 5. Jan. Das heute vo» Syra eingetroffene Dampfboot Mahmu- vic bringt uns Briefe aus Konstantinopel vom 27. v. M., welchen zufolge Mehemed Ali als Pascha von Aegypten auf Lebenszeit anerkannt worden ist. (A. Z.) Wien, 6. Jan. Auch die Post aus K v n st a n t i n o p e l vom 23. Dez., welche heute schon hier eintraf, bringt wenig Neues. Ibrahim Pascha befand sich am 13. Dez. noch zu Damaskus, wonach die bisherigen Meldungen zu berichtigen sind; seine Avantgarde, welche den Kavawanenweg nach der Wüste eingeschlagen hatte, war bei Messerich geschlagen und zurückgeworfen worden. Die Lage der ägyptischen Armee, wenn die demoralisirten Trümmer diesen Namen noch verdienen, wird täglich kritischer, und es ist nicht unmöglich, daß, wenn die Nachricht von der Unterwerfung des Vizekönigs seinem Sohne Ibrahim nicht ehestens zukommt, sich derselbe zu einer Kapitulation genöthigt sicht. Die Bevölkerung von Damaskus zeigte sich in hohem Grade aufgeregt, und es bedürfte vielleicht nur eines geringfügigen Anlasses, um den drohenden Aufruhr in Helle Flammen zu setzen. Emir Bcschir - el - Kassim war zudem von Zahle her gegen Damaskus in Anmarsch. (A. Z.) Wien, 7. Jan. Durch HandelSstaffctie aus Konstantinopel vom 27. Dez. ist heute Morgen die Nachricht hier angelangt, daß der Sultan die Unterwerfung Mehemed Ali's angenommen und beschlossen habe, einen Pfortenbeamten nach Alexandrien zu schicken, um Mehemed Ali in Kenntniß von dieser An« nahme^ zu setze», und ihm zu gleicher Zeit anzuzeigeu, daß der Admiral Walker Bey beauftragt sey, die türkische Flotte in Empfang zu nehmen. Beide Abgeordnete sollten am 27. Dez. Abends nach Alexandrien abgehen. (A. Z.) Seinlitt, 1. Jan. Laut Briefen aus Konstantinopel herrschte daselbst eine merkwürdige diplomatische Thätigkeit. Gleich nach der am 16. Dezember durch den großbritannischeil Schiffskapitän Fanshawe erhaltenen Nachricht von Mehemed Ali's Unterwerfung fingen die Verhandlungen über die nun von der Pforte zu ergreifenden Maaßregeln an und' dauerten bis zum Abgänge der letzten Post (23. Dez.) fort, ohne daß ein bestimmtes Resultat daraus her- vorgegangcn wäre. Es scheinen große Meinungsverschiedenheiten zu herrschen, nicht nur im Divan und im Serail, sondern auch unter den fremden Gesandten. Namentlich soll Lord Ponsonby in einigen Punkten von den Ansichten der übrigen divergtre», daher die Konferenzen im auswärtigen Departement unaus- Witternngs - Beobachtung 12. Jan. ' Barom. Temper. Zeucht». Wind Bewölkq. Nieder- ,-ä.a. »ach R. Mach M. mit St. nach -/,, schlag. 9'/,Abd. 27 -10.12^-s- 1.50> 0.82 SW' zml. heil. 4 l3.Jän. 77. Mg. Das Thauwetter dauert fort. 27"10.14!-j- 1.34 0.86 ^ SO" zml. heit. 4. Dust. 2 Mittg. 27« 8.88^ 4.4^ 0.6 l l O' trüb 10. Haltung im Nathhaussaale statt findet. Der Anfang ist um 6 Uhr, das Ende nach 8 Uhr. Näheres besagt das Programm. Karlsruhe, den 13. Zan. 1841. gesetzt sortgeführt werden. Reschid Pascha eilt nach jeder Sitzung mit den schriftlichen Protokollen in den großherrlichen Pallast, wo dann gewöhnlich Alles Punkt für Punkt zwischen dem Sultan und den Ministern besprochen wird. Ueberhaupt soll die Thätigkeit des jungen Padischahs seit einiger Zeit sich immer mehr entfalten, und die wohlthätige Wirkung seiner Theilnahme an den Re- gicrungsangelegenheiteu immer klarer an dar Tag treten. Mit gespannter Erwartung sieht man auf die nächsten Ergebnisse der Konferenzen. — Nachschrift: So eben ist auf ausserordentlichem Wege einem hiesigen angesehenen Groß- handlungshau>e die sichere Nachricht auö Konstantinopel zugckommen, daß in Folge der in der türkischen Hauptstadt gepflogenen Unterhandlungen die Pforte am 17. Dezember folgende Beschlüsse gefaßt und sogleich in Vollzug gesetzt hat: 1) Dem Pascha Mehemed Ali wird die großhcrrliche Verzeihung für seine bisherigen Verirrungen crtheilt, und ihm ein großherrlicher Fermau darüber aus- gefcrtigt. Das letztere ist an dem genannten Tage geschehen und nunmehr sind direkte Verhandlungen mit dem Pascha möglich geworden, da er von diesem Augenblick an nicht mehr als Hochveiräther angesehen werden kann. 2) Es wird von der hohen Pforte ein eigener Abgesandter nach Alexandrien geschickt, um mit Mehemed Ali die Mittel zu besprechen, den großhcrrlichen Willen und die letzten vo» London ausgegangcncn Bestimmungen vom 14. Nov. in Syrien und Aegypten in Vollziehung zu setzen. 3) Admiral Walker soll als Pfortenkommissär den speziellen Akt der Uebernahmc der vsmanischen Flotte im Hafen von Alexandrien vornehmen. Wenn Mehemed-Ali sich nun willig in alles ergibt, was ihm vorgeschriebe» werden soll, so zweifelt man in Konstantinopel nicht, daß ihm wenigstens die Statthalterschaft von Aegypten ans seine Lebensdauer werde verliehen werden. (A. Z.) Ä m e r i k a. La Plata Staaten. Die londoner „Times" enthält folgendes Schreiben aus Montevideo vom 29. September: Die Nachrichten aus Buenos- Ayres lauten schrecklich. Rosas läßt nach allen Seiten hin erschießen und er- würgen.^ Man weiß nicht, wo Lavalle ist; er hat sich gen Norden zurückzuziehen müssen. Ein Edikt von Rosas ächtet alles Eigenthnm der sogcnauutcn Unitarier zur Schadloshaltung der Föderirtcn, seiner Anhänger. Der Diktator will die jetzige Aristokratie gänzlich verderben und vernichte», um eine neue unter seiner Leitung zu schaffen. Man schreibt aus Bucnos-Ayrcs, daß Karren voll Veurrtheiltcr die Straßen füllen. Alle Häuser der Unitarier sind demolirt worden.^ Mau prügelt ihre Weiber, scheert ihnen den Kopf und tätowirt sie. Die Offiziere schreiten bei diesen Greueln voran. Admiral Mackau war am 23. vor Bueuos-Ayrcs angelangt, und hatte große Aufregung verursacht. Die Weise, wie Rosas sich behauptet, ist rein unbegreiflich. Zu Lande und zu Wasser von Feinden umringt, ohne Geld, ohne Hülfsquellen, hat er die Hälfte der Bevölkerung zu Feinden, und erzwingt sich doch, wie durch Verzauberung, Gehorsam; seine Truppen bezahlt er durch die Plünderungen, welche er förmlich organisirt hat. Montevideo hat durch die Blokade von Buenos-AyreS einen gewaltigen Aufschwung genommen; die Häuserzahl hat sich verdoppelt, und Tausende von Franzosen werden dort wohnhaft Zurückbleiben. Brasilien. In Rio-Janeiro werben große Vorbereitungen für die Krönung des Kaisers Pedro H. getroffen, die im Monat Mai statthabcn soll. _ Nerigirr unter VerantwortUchteit von (5. Macktvt. — Nachträglich folgt hier das Verzeichniß der letzten bet Herrn I. Kusel eingegangenen Beiträge für die Ucbcrschwemmten in Frankreich: von O. R. R. F. 5 fl. 24kr., F. B. 2sl. 42 kr., F. H. Ifl., F. K. v. L. Ich, G. B. v. L. 48kr., F. v. W. in B. Sch 30 kr., Fr. I. in B. 2 fl. 20kr.; zusammen 18 fl. 44 kr.; hierzu die früher bei Herrn I. Kusel 109 fl. 11 kr., so wie bei dem Unterzeichneten emgcgangenen 272 fl. 41 kr.; in Summa 400 fl. 36 kr., oder 863 Fr. 25 Ct., die, wie gemeldet, an den Ort ihrer Bestimmung bereits abgegangen si"d. _ Kontor der Karlsr. Zeitg. Lee Melnheit Her Erschienenen beitreteud angesessen werben. Lffenburg, ben 8. Januar t841. Größt), bab. Oberamt. v. Laroche. vNt. B c ck e r t. Dnrlach, 9. Januar. Auf de», heutigen Fruchtmarkt würben cingesühn: 708 Mltr.: davon verkauft: 667 Mltr.- (163-2j Heidelberg. ( Bücherver- blieben ausgestellt: 41 Mltr. Der Durchschnittspreis betrug: vom Kernen: g fl. t8 kr.; vom Weizen: 9 fl.; vom Kor»: 6 fl.; von der Gerste: 5 st.; vom Hafer: 3 fl. 26 kr. ber Mlir. stergerung. ) Montag , den 25. Januar d. I. und die folgenden Tage, jedesmal Vormittags 9 Uhr nnb Nachmittags 2 Uhr, wi:d das zur Buchhändler Oßwal d'schen Gantmaffe dahier gehörige Sortiment, bestehend in wissenschaftlichen, belletristischen und gemeinnützigen Werken, in der Behausung des Massepsteger« Kaufmann Winte roll I-it. -V Nr. 12 gegen baare Zahlung öffentlich versteigert. Heidelberg, den 10. Januar 1841. Großh. bad. Stadkamtsrevisorat. H e r r m a n n. Großherzogliches Donnerstag,14. Januar: Die Schwcizer- farnilie, Oper in 3 Aufzügen, von Weigl. Freitag, 15. Januar. Mit allgemein aufgeho- hobeuem Abonnement: Musikalisch-dramatische Vor stellung in 2 Abthei lungcn. Todesanzeige». jl68.1j Bühl. Es hat dem Allmächtigen ge- fallen, am 5tcn Januar Nachts ^ 9 Uhr meinen (I32.3j Meersburg. (Erledigte unvergeßlichen Gatten nach langem Leiden in seinem Bei der diesseitigen 47sten Lebensjahre von dieser Welt abzurusen. WM^dkombinirien Verrechnung ist die zweite Gehülsen- Oesterreich 2« b.mg, d,.s.» s. B... - meinen ÄUdwartlZen Aleunden und Äe?nnil1en, binnen einem Vierteljahr mit der höflichsten Bitte zur Kunde, mir eine stille angetrcten werden kann. Theilnahme nicht zu versagen. Die hierzu lusttragenben Kameralpraktikanten, Kameral- Ni'.Nk den 9 Januar 1841 affistenten oder Kanzleigehülfe» wolle» sich in Bälde in Tjiiyl, den U. Zonucir iv4i. portofreien Briefen hierher wenden. Magdalena Gcppert, Meersburz, den 8. Jan. 1841. geb. Weiber. Großh. bad. Domänenverwaltung, 1161.1j Bühl. Allen Verwandten und Be« Forst-und Amrskajse. kannten rrtheile ich die traurige Nachricht, daß meine Pecher. theure Gattin Antonette, geb. Hoffman», (150.3) Nr. 552. Offenburg. (Schuldenli- nach 2'/Zähriaem Leiden ihr Zeitliches mit dem Ewigen guidation.) Auf erfolgte JnsotoeuzerklLrung des hie- NUIP L .? . .... Ilgen Handelsmanns Franz Christian D r c h e r haben wir vertauscht hat. An ihr vcrlühr ich «ne Mivergcplichk förmliche Gant gegen ihn erkannt, und deren Ausbruch auf de» . ^ ^ festgesetzt, zugleich Tagfahrt zum Richtigstellung-- und Vorzugsverfahrcn auf Staatspapiere. Wien, 7. Jan. Metall. 106'/,; 4prvz. 100'/,; Zproz. 80'/,; 1834r Loo,e 139'/,; I839r Loose 114'/,; Partiale —; Esterhazy —; Bankaktien 1693 ; Nordbahn 92'/,; Mail. Eisenb. 101'/,; Naaber 93'/,. Wien, 2. Jan. Bei der heule begonnenen letzten Verlosung der 250st. Partiallose sind auf folgende Nummern Hauptpreise gefallen: Nr. 47,294 150.000 ff., Nr. 41,501 75.000 fl., Nr. 106,Oi Frankfurt, 12. Januar. Gattin und meine Kinder eine zärtliche Mutter. Bühl, den 10. Januar 1841. I. Krieger, Goldarbeit«, mit seinen 3 Kindern. s140.2j Karlsruhe. (Museum.) Nächsten Samstag den 16. d. M. findet das zwciteKonzerl im Museum statt. Anfang 6 Uhr. Karlsruhe, den 12. Januar 1841. Die Museumskvinmissiv». Preußen. Bayern. Frankfurt. Baden. Darmstadt. Donnerstag, den 4. Februar d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Kgnzlei anberaumt, wo alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmaffe machen wollen, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von »er Gant, persönlich oder Lurch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich ober mündlich anzumelden, und zugleich^ die etwaigen Vorzugs - oder Unierpfandsrechte, welche ste gellend machen wollen, zu bezeichnen haben, und ' ' - . . oder Nassau. Holland. Spanien. Polen. (1 70 2) c, 1- l 6 rNft ? (K 1l N it- Zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunben 1^1 Srullvrlltsr. sSVUUft „es Beweises mit andern Gold. Neue Louisdor . » ^ >, - Antretung des Äeweiies mit andern Beweismitteln. Friedrichsdor notl z.) (LS Wird hiermit ergebenst Zugleich soll der provisorisch aufgestellte Massepsteger be- Holl. 10 fl. Stücke nnckereiat. dasi Miintric, ftt-n stätigt, Glaub,gerausschnß erwählt, Borg- und Nachlaß»«- Randdukaten . u g j Z , p g, . versucht werden, und haben deshalb die Ausbleiben- 20Frankenstücke BÜllUckr, die erste MUslkfttlsehe ÄvklldUllter- den zu gewärtigen, daß sie in Beziehung auf All dies, als Souverainsdor. dv. bo. Bankaktien er 0>r. st. 250 Loose bei RolhI fl. 500 Loose do. Belhmann'sche Obligat, do. Staatsschuldscheine. Prämienscheine. Obligationen. Obligationen. Eisenbabnaküer »250st. ß.SOLoose bei Gv ll „ K. st.bOLoose von 1840 Neulenscheine. Obligationen st. 50 Laote, st. 25 Loose. Obligationen bei Rsch. 25 Loose Integrale. Aktivschuld m. E. fl. 300 Lotre:icloo>e Rth do. zu fl. 500. G e l d k n st. kr. 10 57 9 27', 9 47' 5 30 9 20 16 20 l., Nr. Prz. 101,570 Papier. kl 5 — 4 -- 3 140'/, 4 4 — 37. — 3-/. 334'/. 37. — 37. 59'/. 37. — 27. E/.. 23'/, 5 ... 73'/. I 78'/.' Geld. Silber. n. ft. Gold »I 3I»rco 4V n, Z 12 Lanbthaler, ganze . 2 43 Preuß. Thaler . . 1 45' 5 Frankenthal« . . 2 20 FeinSiib«, 16 löthlg 20 26 do. 13—14lötyig 20 20 Druck und Verlag von C. Macklot, Waldstraße Nr. 10. Mit einer Beilage.