Vorausbezahlung, «-mzjlbrlich hier 8 ff., balbjibr. lich 4 ff., durch di- Post im «r»ß- dcrjvgthum Bade» 9 ff. 30 kr. und 4 ff t5 kr. Karlsruher Zeitung. Nr. SS Mittwoch, den 3. Februar Einrnckungsgebühr. Di- g-s»-lttn- Petit,eilt oder d-rcn Raum 4 kr. L-I-f- mr» S-ld-r frank-. L8LL Baden. * Karlsruhe, 2. Febr. Ihre Hoheit die Herzogin Henriette von Württemberg sind gestern Mittag dahier eingetroffen und im markgräslichen Palais abgesticgen. Deutsche Bundesstaaten. Oesterreich. Wien, 23. Jan. Die hiesige Zensur hat vom neuen Jahr an eine bedeutende Erleichterung in Betreff der Ausgabe auswärtiger politischer Zeitungen auf der Post eintrcten lassen. Dieselben unterlagen näm- . lich, ob erlaubt oder in der Regel verboten, der Zensur, und wurden erst nach ! polizeilicher Genehmigung der einzelnen Blätter an die Abonnenten verabfolgt, > mit Ausnahme der erimirten Personen, als Diplomaten, hohe Hof- und! Staatschargcn und mitunter Gelehrte, Schriftsteller und Redakteure. Nur die augsburger Allgemeine Zeitung genoß seil einigen Jahren die Begünstigung, schon am Morgen ihres Eintreffens hier, ohne Zensur, ausgegeben zu werden. Die hiesigen politischen Zeitungen erhielten durch diese Vergünstigung jenes Blattes damals einen harten Stoß. Nun wird, nach der neuesten Einrichtung , zwischen den politischen Blätter» des Auslandes kein Unterschied gemacht, und alle am Tage ihres Eintreffens hier an die Abonnenten ausgegeben. Diese Maaßrcgel ist eben so folgerecht als billig. Bei Zeitungen, welche erlaubt sind, muß man eine zusagende Tendenz voraussetzen, oder wenigstens nichts Gefährliches zu besorgen haben; die im Allgemeinen verbotenen Blätter aber werden zum Bezug ohnehin nur solchen Personen gestattet, bei welchen die Zensur einen solchen Standpunkt und ein solches Urthcil voraussetzt, um keinerlei Gefahr oder Mißbrauch aus der Haltung derselben zu besorgen. Die literarischen Blätter des Auslandes bleiben jedoch fortan der Zensur für jede einzelne Nummer unterworfen, so wie auch die Zeitschriften Ungarns, von-denen jetzt auch des jüngern Saphirs „Pesther Tageblatt" in das Verzcichniß der erlaubten ausgenommen worden ist. (L. A. Z.) Prag, 17. Jan. Der hiesige Schriftsteller Seidlitz, Verfasser der „Poeten Oesterreichs", befindet sich gegenwärtig seit etwa 14 Tagen in Haft, da in Folge einer Haussuchung bei ihm sich erwiesen hat, daß er i»'s Ausland kor- respondirte. (L. A. Z.) Preußen. Berlin, 25. Jan. Nach einem amtlichen Berichte soll seit dem Jahr 1820 der hiesigen Kommune das Armcnwcsen mehr alö drei Mill. Thlr. gekostet haben und dennoch sind die Spenden, welche die einzelnen Menschenfreunde theilS freiwillig, theils aufgefordert geliefert haben, nicht minder bedeutend. — An die bereits bestehenden zahlreichen Vereine zur Milderung menschlichen Elends schließt sich seit dem 1. Januar d. I. der zur Fürsorge für entlassene Gefangene, unter dem Protektorat Sr. Maj. deS Königs, bestehende Verein an. Welch' ein weites Feld hat sich diese Gesellschaft geöffnet! Denn oft über 12,000 mehr oder minder bestrafte Personen stehen hier unter der Aufsicht der Polizei, ohne daß diese im Stande ist, das beschwerliche Amt, die Schritte jedes Einzelnen zu begleiten, zur völligen Sicherheit der Einwohner, schaft einer so großen und weiten Stadt, ganz zu erfüllen. Vorzüglich gehört nun aber zur Erreichung des Zweckes der neuen Gesellschaft wieder ein großer Fonds, um allen diesen brodlosen und größtentheils arbeitsscheuen, oft sehr verwilderten und boshaften Individuen ein neues Feld der Beschäftigung und somit das Wiederanrcihc» an die bürgerliche Gesellschaft zu verschaffen. Dadurch bilden sich von Neuem wieder große Ansprüche auf den WohlthätigkeitS- sinn in unserer Hauptstadt, während man fürchtet, daß der schöne Zweck immer nur theilweise, in viele» Beziehungen aber auch gar nicht erreicht wird. An der Spitze des Kuratoriums steht der Vortragende Rath im Ministerium deS Innern und der Polizei, dem die Oberaufsicht über tue Straf- und Besse- rungshäuscr in den Provinzen der ganzen Monarchie anvertrant ist. Auch von dem bekannten Dr. Julius und der Anwendung seines Systems auf die Gefängnisse ist wieder einmal die Rede; dasselbe ist aber schon seit 12 Jahren der Fall, ohne daß man zu bemerken Gelegenheit hat, daß von jenen Angaben Gebrauch gemacht worden wäre. (F. I.) Preußen. Berlin, 25. Jan. Die kirchlichen Streitigkeiten in Magdeburg, wobei Pastor Sintenis die Hauptrolle spielt, scheinen den Generalsupcr- intendenten von Sachse», Bischof Dräseke, selbst in eine verwickelte Lage versetzt zu haben, so daß derselbe vor kurzem auf seine Entlassung angetragen hat. Man glaubt, daß, wenn derselbe auf seinem Gesuche beharrt, dasselbe wohl dahin geändert werden dürfte, ihn an den Rhein zu versetzen und dem Bischof Dr. Roß seine Stelle zu verleihen. — Allgemein richten sich die Blicke auf die Versammlungen der Landstände aller Provinzen, die, mit Ausschluß des Nhoinlandes, einbernfen sind. Beschränkung der Gewerbefrerheit durch ein Polizeigesctz, so wie Beschränkung der allzu großen Thcilung des Bodens sollen die beiden Hauptvorlagen des Staates zur Begutachtung seyn. Man erwartet, daß beide bei der Berathung bedeutend modifizirt werden. (S. M.) Eine in öffentlichen Blätter» mitgetheilte Zusammenstellung der augenblicklich disponiblen preußischen Streitkräfte vom Niederrhein nnd in Westpha- len liefert daS Resultat: 40 Bataillone Infanterie 40,000 Mann. 2 Schützenabtheilungen 1,000 f/ 31 Bataillone Landwehr 31,000 k, 8 Regimenter Kavallerie 6,000 kl 10 Schwadronen Landwehrnhlanrn 4,536 »/ Artillerie 8,000 Pioniere, 2 Abthcilungen 1,000 Summa 91,536 Mann. Anhalt. Nach einem im Herzogthum Anhalt-Dessau publizirten Gesetze wird vom 1. Juli d. I. an das preußische Maß und Gewicht als allein gültig cingeführt, und dürfen namentlich von der Zeit an alle Ausländer, welche auf öffentlichen Märkten feil halten, bei einer Strafe von 1 — 5 Thlr. und bei Konfiskation der fremden Maße und Gewichte, entweder nur mit dem des« säuischen oder preußischen Stempel versehene Maße und Gewichte führen. Bayern. München, 30. Jan. Der Schluß der Immatrikulation an hiesiger Universität wurde diesmal durch mannichfache Hindernisse, namentlich durch die Berufung der militärpflichtigen Studirenden zum Waffendienst, bis heute verzögert. Das Resultat dünkt mich in statistischer Hinsicht nicht uninteressant. Die Gesammtzahl der Studirenden ist 1371, darunter 464 Neuim- matrikulirte. Von ihnen studiren: Theologie 190, Jurisprudenz 392, Kamera! 18, Medizin und Chirurgie 140, Philosophie und Philologie 462, Pharmazie 58, Forstwissenschaft 79, Architektur 25, Industrie 2, Bergwesen 5. — Dem Vernehmen nach, hat Se. kön. Hoh. der Großherzog von Hessen und bei Rhein dem kaiserl. russischen Gesandten am hiesigen Hofe, Hrn. v. Severin, das Großkreuz des hessischen Ludwigordens verliehen. (A. Z.) München, 30. Jan. Zu der am 1. dies von Sr. Maj. dem Könige gegebenen Rangordnung für die vormals reichsständisch fürstlichen und gräflichen Häuser ist weiter Allerhöchst bestimmt worden, daß unter dem Erfordernisse, welches als Bedingung des den Gemahlinnen und Wittwen der Häupter solcher fürstlichen und gräflichen Familien gewährten Ranges festgesetzt worden, lediglich jenes verstanden sey, kraft dessen die von Letzter» eingegangencn Ehen als standesmäßig erscheinen. Gemahlinnen und Wittwen der Häupter und Mitglieder besagter fürstlichen und gräflichen Häuser, denen die — daS in jener Allerhöchsten Entschließung vom I.Jan. bezeichnende Nangvcrhältniß bedingende Eigenschaft nicht zur Seite steht, behalten übrigens den ihnen bisher bestimmt gewesenen Rang. . (M. P. Z.) Rcgcnsburg, 27. Jan. Die nach dem Schauplatze der Ueberschwemmung abgegangene königl. Regicrungskommission hat die Anordnung getroffen, daß die Bewohner der zur Zeit unter Wasser stehenden Häuser alle ungesäumt ihren gefährlichen Aufenthalt verlassen. Sie werden vorläufig in den sogenannten Windhäusern (bicse Namen führen die zwischen Snlzbach nnd Kruckcnberg am Abhange der Weinberge liegenden Gehöfte, Landhäuser, Kelter u. dergl. — und zwar nicht etwa wegen ihrer dem Winde ausgesetztcn Situation, sondern von dem Gewinde, mit welchem hier das Geschäft des Weinpressens vollzogen wird) nntcrgebracht, mit deren Eigenthümern man sich bereits in'S Benehmen gesetzt hat. Schweinfurt, 28. Jan. Viel Gerede macht eine empörende Geschichte, welche sich in dem nahen Orte Klostcr-Hcidcnfcld ereignet hat. Der Hergang ist folgender: Vor kurzer Zeit wurde der dortigen Ortsbrhörde die Anzeige gemacht, vaß zwei Eheleute ihre erhciratheten Stiefkinder, einen Knaben und ein Mädchen, sehr mißhandelten. Dieselbe hatte nun ein wachsames Auge und begab sich eines Morgens in das Wohnhaus der Stiefältern. Bei vorgenom- mener Durchsuchung desselben fand man das Mädchen auf elendem Lager unter dem Dache, den Knaben aber, der fähigere Gcistesgaben besitzt, in dem Winkel eines Viehstalles gekauert, mit einem schlechten Mantel bedeckt. Dieser Winkel war den ganzen Winter hindurch die Schlafstelle des Knaben gewesen, der Mantel seine Decke; Stroh oder sonstiges Material, welches ihn gegen die strenge Winterkälte hätte schützen können, war ihm nicht gestattet worden. In Folge der unmenschlichen Behandlung ist der Junge bereits verkrüppelt; die Schenkel sind durch das immerwährende Kauern an den Leib herauf- gezogen und eine Gelenkentzündung im Knie hat zugleich die eine Extremität fast ganz gelähmt. Dies ist der in Kürze skizzirtc Sachbestand, wie er von den Lokalbchörden hieher berichtet worden; daS k. Landgericht ist bereits zur Spc- zialuntersuchung eingeschritten und eine eigene Kommission hat sich unverzüglich an Ort und Stelle zu begeben. Freie Stadt Frankfurt O Frankfurt, 1. Febr. (Korresp.) Wie man wissen will, ist cs wieder unbestimmt geworden, ob der königl. preuß. «Eine häßliche Frau. (Fortsetzung.) Es fanden in diesem Winter eine Menge Maskenbälle statt. Athenais halte zum Heirathsgut prachtvolle Diamanien erhalten, die sie nie alle zusammen trug. Im Anfänge unserer Bekanntschaft fragte ich sie über diese Sonderbarkeit; ,.sic würden die Aufmerksamkeit auf mich ziehen; sie sind zu schön, und Sie kennen meinen Wahlspruch: Dunkelheit. Meine Diamanten sind, wie meine Stimme, nur für Sic; cS ist das Beste, was ick, habe, und Sie sollen beides allein genießen." Aus demselben Grunde harte sie verweigert, an irgend einer Verkleidung Theil nehmen. Wie groß war dahier mein Staunen, als ich sic bei Amalie eintrcten sah, strahlend von Edelsteinen und als Priester!» der Sonne gekleidet. Das leichte kurze Gewand entblöste ihre Brust, ihre Schultern, die reizend waren und die sie seither verborgen hatte. Ich kannte mich selbst nicht mehr; ich näherte mich ihr und flüsterte ihr in'S Ohr: „Ich glaubte, Athenais, daß eine solche Kleidung nur für Frau v. Lormay sich passe." Sie ward hochroth, eine Thränc entrollte ihren Augen, sie zog ihren Arm aus dem meinigen und entfernte sich. Jetzt überfiel mich die Reue. Ich sah «in, daß ich ihre Eigenliebe verletzt hatte; ich suchte sie auf, ich umgab sie mit Artigkeiten, ich gab mich nur allein mit ihr ab, ich theilte jedem die Leidenschaft mit, die sie mir einflößte. Sic gab vor, sie habe mir verziehen; die Zukunft lehrte mich das Gegentheil. Wir hatten in der Oper eine Loge zusammen. Eine- Tages hatte ich mich bei guter Zeit dorthin verfügt. Einige Zeit darauf trat meine Cousine allein herein. „Wo ist Frau v. Orvins", fragte ich nach den ersten Begrüßungen. „Sie ist leidend und wird heute nicht erscheinen." Ich stand auf, um sie zu besuchen. „Einen Augenblick, Herr Lanclin. Ich habe Ihne» Befehle von Seite Ihrer Dame zu sagen. Bleiben Sie hier. Sie nimmt Sie nicht an; sie liegt zu Bette, indessen beruhigen Sie sich, ihre Krankheit ist nicht gefährlich." Ick glaubte seither immer, Amalie habe die Wahrheit gewußt, ich durfte sie nicht verlassen. In ihrem Lächeln lag eine solche Ironie, daß ich nicht zweifeln konnte, sie kenne das Loos, daS mir bestimmt war. Eine Frau ärgert nicht selten der Vorzug, den wir einer andern geben, besonders wenn diese andere weniger schon ist. Sobald cs mir möglich war, allein zu sevn, eilte ich zu Athenais. Beim Eintritt in den Hof sah ich daS Konzertzimmer erleuchtet und die Stimme der Geliebten ertönte schön und rein in der Stille. Erstaunt über diesen Umstand, fragte ich den Thürsteher. „Die gnädige Frau nimmt niemand an." Man Hai mir gesagt, sie sey krank, und dennoch ist sie es, die singt. „Gleichviel, ihre Thür ist für Jedermann verschlossen." Ich kann doch wenigstens Hr. v. Orvins sprechen, und ohne die Antwort zu erwarten, -stürzte ich in das Zimmer des Generals; er schrieb und kümmerte sich nicht um das, was ausser seinen vier Pfählen verging. Vergebung, lieber General, sagte ich zu ihm; ich werde Sie nicht lange belästigen; ich wollte Nachrichten von Fratz 194 Oberst und Mitglied der Bunbesmilitärkomwission, Hr. v. Radowitz, jetzt schon von Berlin hierher zurückkehren und hier verbleiben werde. Bestimmt scheint aber zu scyn, daß eine königl. Entschließung, welche Hrn. v Radowitz nach Berlin beruft, noch nicht erfolgt ist. — Gegen die von Homburg entflohenen politischen Gefangenen, Schuhmacher Heger und Haarschneider Bolk, ist nun rin Steckbrief von Homburg erlassen, in welchem gesagt wird, daß sie einer revolutionären Verbindung angchören. Wir bemerken dies nur, weil man behaupten wollte, von einer revolutionären. Verbindung könne bei diesen Hand- werkervereincn wohl nicht die Rede scyn. Heger soll übrigens mehrere Jahre in Paris gewesen seyn. — Endlich hat sich das Direktorium des Senkenberg'- schen naturhistorischen Museums entschlossen, mit einem Ausschuß der sehr starken Opposition neue Statuten für die Gesellschaft zu entwerfen; aller Hader wird hoffentlich nun ein Ende haben. Der Streik wurde allerdings etwas zu rücksichtlos geführt, die Rüppell'sche Partei hat aber gesiegt. Hannover. Hannover,25. Januar. Die Ständeversammlung wird, wie man meint, in den ersten Tagen des Februars und zwar auf die Mitte März zusammenberufen werde»; die Dauer ihrer Sitzungen dürfte jedenfalls sehr kurz seyn, da die Regierung dem Vernehme» nach die Ständeversammlung in diesem Jahre zweimal zu berufen gedenkt. Die Geschäfte der Ständeversammlung dürften sich demnach für die bevorstehende erste Diät auf Berathung des Budgets beschränken. Die Wahlen, glaubt man, würden des neuen Wahlgesetzes wegen nicht verweigert werden, weil, da dasselbe absoluten Wahlzwang auSspricht, der Vornahme der Wahl also irgend ein Anerkenntniß nicht mehr unterstellt werden kann. — Die durch Verordnung vom 13. d. M. organisirte Sektion des Staatsrathcs zur Entscheidung von Kompetenzkonflikten zwischen Justiz- und Administrativbchörden hat dem Vernehmen nach ihre Thätrgkeit bereits begonnen. (K. A. Z.) Königreich Sachse». Leipzig, 17. Januar. Daß Dahlmann für unsere Universität gewonnen werden könne, ist völlig undenkbar; es scheint, als würde die Regierung eher jeden andern der 7 göttinger Professoren anstellen. Die Universität hat seine Besufung dreimal beantragt. Ihr erster Vorschlag blieb ganz unbeantwortet, auf den zweiten wurde erwidert, daß zwar gegen Dahlmann's Gelehrsamkeit nichts zu sagen scy, daß aber schon einer von den Sieben au der leipziger Universität scy, und auch der dritte blieb erfolglos. Hierauf kam die vielbesprochene Bittschrift. Es war dieses nicht der rechte Weg, die Regierung zu Dahlmann'S Berufung zu vermögen. Die beiden Ueberbringer der Bittschrift wurden von den Ministern so kalt aufgenommen, daß sie für besser fanden, die unmittelbare Bitte bei dem Könige zu unterlassen. (Schl. Z.) Leipzig, 17. Jan. Die politische Wochenschrift, welche nach dem Muster deS „Deutschen Couriers" auf Kosten eines braunschweiger Buchhändlers in Leipzig gedruckt und von Franz v. Florcncourt geleitet werden sollte — hat wider alles Erwarten die fast schon ausgewirkte Genehmigung der sächsischen Regierung, und zwar in Folge eines Mißgriffs des Buchdruckers, nicht erhalten, ja Hrn. v. Florencourt ist sogar angedeutet worden, daß er binnen einigen Tagen das Königreich verlassen müsse. Viel rüstige Kräfte hätten sich ihm für seines Zeitschrift angeschlossen. (Schlcs. Z.) Sachsen-Gotha. Die Bevölkerung des HcrzogthumS Gotha beträgt nach der Gvthaischen Zeitung jetzt 99,453 Seelen, oder 1128 mehr als im Jahre 1839. Davon leben in der Stadt Gotha 14,167. Württemberg. Stuttgart, 1. Februar. Das evangel. Kirchenblatt enthält folgenden Synovalerlaß (H-), begleitet von einem Erlasse des königl. Konsistoriums vom 5. Jan. (l.) an dir königl. evangel. Dekanatämter-. I. Kon- sistorialerlaß vom 5. Jan. d. I., den an sämmtliche evangel. Geistliche erlassenen Hirtenbrief der Synode betreffend. Aus der Anlage wird das Dekanat ersehen, welches Rundschreiben an sämmtliche evangel. Geistliche Württembergs die am Ende des verflossenen Jahres versammelt gewesene evangel. Synode erlassen zu müssen geglaubt hat. Nachdem nun auf die hiervon gemachte Anzeige Se. königl. Majestät durch höchste Entschließung vom 30. v. M. Ihre höchste Zufriedenheit mit de» dadurch bcthätigten Grundsätzen und Gesinnungen zu erkennen zu geben geruht haben; so erhält das Dekanat nun den Auftrag, von den Anlagen jedem angeslellten Geistlichen seiner Diözese nicht nur, sondern auch jedem innerhalb seines Bezirks, scy es als Pfarramtsverwescr, oder Vikar, oder sonst sich aufhaltenden Kandidaten der Theologie ein Exemplar zu- zusteüen. II. Die königl. evangel. Synode an die evangel. Geistlichen Württembergs. Indem die evangel. Synode am Schluffe ihrer diesjährigen Sitzungen auf die Erfahrungen, welche sie über den Zustand der vaterländischen Kirche gesammelt hat, zurückblickt, fühlt sie sich zu einer vertrauensvollen Ansprache an die Diener der Kirche gedrungen. Sic ist mit Aufmerksamkeit den Vorträgen über daS Wirken derselben gefolgt und hat mit Freuden so viele Beweise treuer, durch das Vorbild eines würdigen Sinnes und Wandels unterstützter, Thätigkeit in allen Zweigen des Amtes und eines hingehenden Eifers für das Wohl der Gemeinden erkannt. Sie hat durch die Vorträge über den sittlich-religiösen Zustand der Gemeinden sich auch diesmal überzeugt, daß christlicher Sinn, Liebe zu Gottes Wort, lebhafte Theilnahme an den kirchlichen Anstalten in einer großen Zahl von Gemeinden sich gleich geblieben, in andern neu erwacht, in manchen reger geworden ist. Indessen bietet die vaterländische Kirche auch minder erfreuliche, zum Theil entgegengesetzte Erscheinungen dar. Vielfach hat der sittliche Ernst, hat Gottesfurcht, Zucht und fromme Sitte nachgelassen, und einem leichtsinnigen Wesen, besonders unter dem »achwachscnden Gescblcchte, Raum gegeben. Ebenso konnte eö bei dem durch Druckschriften v. Orvins einziehen, man hat mir ihre Thüre verweigert, und um das Nähere ihres Uebelbefindens zu erfahren, bin ich hierher gekommen. „Da hatten Sie ganz recht; ich bin entzückt, Sie zu sehen. Meine Frau ist etwas leidend; aber cs hat gar nichts zu bedeuten. Mir dünkt, ich höre ihr Spiel? Ja ja, ich täusche mich nicht. Ich kann nicht begreifen, warum man Sie nicht einlaffen wollte; cs muß ein Jrrthum seyn. Sie ist für Sie immer zu Hause. Kommen Sie, ich will Sie einführen. Das ist es, waS ich erwartete; wir gingen hinab, und je mehr ich mich näherte, desto mehr unterschied ich die Arie, welche sie sang. All' mein Blut strömte zum Herzen zurück; eS war ein Duett aus Robert, eine Männerstimme begleitete sie. Sie sehen wohl, sagte ihr Gemahl lächelnd, sie ist nicht allein. Er öffnete die Thür in dem Augenblick, als das Duett endigte; er stellte sein Licht auf den Tisch und grüßte Hr. v. Serzay, der ihm entgegenkam. Ich meines Theils stand bestürzt, als ich ihn erkannte. Dies war derselbe Mann, den sie zu entfernen mir versprach. Meine Augen strikten Athcnals, deren Bläffe ihre Bewegung verrieth. Ich verkündige dir einen Freund, meine Liebe, sagte ihr Gemahl; man hatte ihn abgewiesen, u. ich glaubte, in Deinem Interesse zu handeln, als ich ihn da behielt. Aber so gehen Sie doch hinein, Ernst; was machen Sie denn unter der Thüre. So, jetzt sind Sie cingeführt; ich kehre zu meinen Zahlen zurück, macht ihr Konzert. und Tagblätter jeder Art erleichterten Verkehr der Ansichten über Gegenstände der Religion nicht fehlen, daß Manche an dem, was früher fester Glauben eines christlichen Volkes war, entweder irre geworden, oder doch von Zweifeln bewegt worden sind, welche eben so sehr in sittlicher, als in religiöser Hinsicht Gefahr drohen. Anderer Seits ist nicht zu verkennen, daß in das hie und dort wieder frischer angeregte religiöse Leben mancherlei Auswüchse der Schwärmerei sich einmischen, welche von der Wahrheit ablcnken, die Gewissen verwirren und der Gemeinschaft des kirchlichen Lebens Eintrag thun. Solchen Erscheinungen der einen wie der andern Art zn begegnen, liegt — vor Allen — Denen ob, welchen als Seelsorgern die geistliche Obhut und Führung anvertraut ist. Es kann dies aber, da diese Erscheinungen sich auf geistigem Gebiete darstcllen, nicht anders geschehen als durch Geist und durch das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Dieses von Gott geoffenbarte Wort, worauf die evangel. Kirche, als auf dem allein untrügliche» Grunde der Wahrheit, erbaut ist, hat auch zu allen Zeiten seine erhaltende, reinigende und heilende Kraft ausreichend erprobt. Und wo eS in seiner göttlichen Lauterkeit und mir Kraft verkündigt wird, wird cs auch fernerhin niemals aufhören, seine siegreiche Wirksamkeit zu beweisen. Freilich kommt hierbei Alles darauf an, daß an dem Eigenthümlichen des Ehristenthums, dem Geschichtlichen und Positiven, festgehalten wird. ES istja geschichtliche Offenbarung Gottes, woraufdas Chriften- thum sich stützt; es ist nicht bloS die Lehre, sondern die Person und Geschichte Christi, worauf die Summe unseres Glaubens ruht. Auf den großen Thatsachen der evangel. Geschichte, und auf den hierin wurzelnden positiven Lehren des Chri- stenthums beruht die ihm cigenthüniliche moralische Wirksamkeit. Daß diese eS hauptsächlich seyen, welche dem nach Wahrheit Ringenden Befriedigung, dem Sünder Beruhigung u. Kraft zur sittlichen Erhebung, dem Leidenden u. Sterbenden Trost und Hoffnung gewähren, dies hat sich ja wohl allen treuen Seelsorgern i» den Erfahrungen ihres Amtes, besonders an Kranken- u. Sterbebetten, genugsam bewährt. Mit Recht erwarten auch die Gemeinden von den Dienern der Kirche, daß sie ihnen diese Wahrheiten des Evangeliums so vortragen, wie sie gleichermaßen von dem Bedürfnisse jedes menschliche» Herzens gefordert n. in de» Erzählungen und Zeugnissen der heil. Schrift dargeboten sind. Je gewissenhafter ein Geistlicher diese mit seinem Amte übernommene Verpflichtung erfüllt; je lebendiger er — frei vom Dienste irgend eines Buchstabens oder bloscr gelehrte» Meinungen, vielmehr durchdrungen von der Kraft und Wahrheit des Evangeliums, ausgestattet mit reicher, aus den heiligen Schriften durch fleißiges Forsche» geschöpfter, Erkenntniß, und im eigenen Sinne nnd Wandel ein Zeuge dessen, was er glaubt, — dasselbe seiner Gemeinde verkündigt; je sorgfältiger er zugleich die christliche Bildung der Heranwachsenden Jugend sich angelegen seyn läßt, und darüber wacht, daß auch in der seiner Aufsicht anvertrauten Schule immer nur in wahrhaft christlichem Geiste gelehrt werde: desto beruhigter kann er in dem Bewußkseyn bleiben, von seiner Seite Alles gethan zn haben, was zur Befestigung seiner Gemeinde in christlicher Wahrheit und Frömmigkeit, was zur Bewahrung derselben vor gefährlichen Jrrthümern und vor Störungen des kirchlichen Lebens nöthig ist; desto gewisser kann er auch bei so gewissenhaftem Wirken des göttlichen Beistandes und Segens und der Früchte seiner Arbeit seyn. Wir bitten, wir hoffen vertrauensvoll von allen Dienern der vaterländischen Kirche, daß sie durch treue Erfüllung ihres Berufes diesen Segen zu erwerben sich bestreben. Möge unter dem Schutze des Herr» der Kirche durch treuen Dienst seiner Arbeiter auch in unfern Tagen immer mehr das große Werk gefördert werden, wozu er sie berufen hat! Stuttgart, 16. Dez. 1840. Dänemark. Kopenhagen, 11. Jan. Unter'm 19. hat Se. Maj. daS Normalreglement für den Seeetat genehmigt. Es finden nicht unwesentliche Einschränkungen in den Bureaur und der Personenzahl derselben statt; eine Acnderung in der Organisation der Mannschaft insofern, daß diese nach und nach eintritt, und so die Mannschaft nicht ausser Brod setzt. Die normirte Summe für den Seeetat ist vorläufig auf 5 Jahre bestimmt. Der Plan für den Bau und die Instandhaltung der Flotte ist vorläufig für 10 Jahre gemacht und bestimmt, wie viele Schiffe, auch von welcher Art und Größe in diesem Zeitraum gebaut werden sollen, zugleich auch verordnet, Dampfschiffe für die Flotte anzuschaffen. Die vorher unter der Admiralität gestandenen speziellen Fonds werden an die Finanzverwaltung abgegeben, soweit sie nicht besonderen Stiftungen und Anstalten gehören. (Norddeutsche Blätter.) Frankreich. Paris,29. Jan. Das „Commerce" will wissen, die Besatzung des Schlosses Ham, wo Ludwig Bonaparte gefangen sitzt, scy in den letzten 3 Wochen dreimal gewechselt worden. — Einer der ausgezeichnetsten Silberarbeiter in Paris verfertigt gegenwärtig ein Service für den neuen Gencralgouverneur von Algier, General Bugeaud. Alle einzelnen Stücke sind mit seinem Wappen bezeichnet und tragen die für den kolonisirendcn General ganz passende Inschrift: Lnsv et. urntro, d. h. mit Schwert und Pflug. §j- Paris, 30. Jan. (Korresp.) Gestern bekam die Fortifikationsfrage wieder eine neue Wendung. Nachdem Hr. Arago durch seine wissenschaftlichen Erörterungen die Kammer ermüdet hatte, bestieg Hr. Paffy die Rednerbühnc, und sprach fast in demselben Sinne wie Hr. Dufaure. Dieser Redner ist nämlich von dem Gedanken an Thiers' Wicdererscheinen im Kabinetc so sehr beherrscht, daß er Alles angretft, waS dem ehemaligen Rathspräsidenten zu gefallen scheint. Hr. Paffy nahm ebenfalls das Amendement des Generals Schneider in Schutz, ein Verbcsserungszusatz, wodurch bekanntlich der Fortifikations- Er ging; ich wußte mich kaum zu fassen. Hr. v. Serzay bemerkte ohne Zweifel meinen Zorn; nach einem kurzen Zögern empfahl er sich Frau v OroinS und ließ uns allein. Sie hatte seit meinem Eiutrilt kein Wort gesprochen; ich näherte mich ihr, die Wuth in der Seele, meine zügellose Eifersucht beherrschte mich. Nun denn, Madame, rief ich aus, haben Sie keine Lügen mehr vorzubringen? Sie sah mich an, ohne zu antworten. So reden Sie doch, sagte ich, indem ich ihr stark den Arm schüttelte. Rechtfertigen Sie sich; sehen Sie nicht, wie ich leide? Warum ist dieser Herr um diese Stunde allein? Warum empfangen Sie ihn, während Sie mich ausschlossen? Reden Sie doch! Dabei drückte ich ihre Hand zum Rasendwerden. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes — In Nr. 70 des „Memeler Wochenblattes" v. 3. liest man folgend« Entbindungs- anzeig«: „Gestern am Morgen um 4 Uhr wurde mein- liebe Frau von einem gesunden Mädchen, und ich von meiner Angst, und zwar totaliter zum fünften Male, Beide glücklich entbunden. Wir alle drei befinden uns, den Umständen nach wohl. Diese Anzeige allen unfern guten Freunden und Verwandten statt besonderer Meldung. Kondolenz« verbeten! Memel 1. Sept. 1810. Der Johann David Lanckowski. Die Johanna Leopoldine Lanckowska. DaS Neugeborne Kind (N. N.) Lanckowska. ' — AlfonS Karr in Paris, der geistvolle Verraffer der »kuepes (Wespen)» ist, wie wir vernehme», ein Pfälzer, nämlich zu Zweibrücken geboren. 195 entwurf vom Grunde aus zerstört werden würde. Dem Hrn. Passy kommt der vir Konus immer sehr gut in der Kammer zu Statten, wenn er auch mit seinem Freunde, Hrn. Dufanre, sich in anderer Beziehung nicht messen kann. Da die HH. Dufaure und Passy anfangs als erklärte Freunde des 29. Oktobers angesehen worden, so gewinnt ihre jetzige Opposition an Bedeutsamkeit. Auch verdient Berücksichtigung, daß der ministerielle „Messager" nicht Worte genug finden kann, diese beiden Abgeordneten zu loben. Hr. Thiers suchte sowohl Hrn. Passy wie Hrn. Dufaure zu widerlegen, und bestand neuerdings auf der Trefflichkeit des Regicrungs - und Kommissionsprojektes; er schloß mit der Aufforderung an's Ministerium, ebenfalls gegen das Schneider'sche Amendement auszutreten, das heißt, dem geleisteten Verspechen nachzukommen. In der That zeigte Marschall Soult an, daß er heute das Wort nehmen werde.— Der Hauptredakteur der „France", Hr. Labis, der Markts La Rochejaquelin, so wie ein Mitarbeiter an der France, sind vor den Untersuchungsrichter geladen worden. Der verantwortliche Herausgeber des ebengenannten Blattes hat dem Richter erklärt, daß er blos vor den Geschwornen Rede und Antwort stehen würde. Auch erklärt die France, daß alles gerichtliche Nachsuchen nach den Briefen erfolglos seyn werde, da diee Papiere in Sicherheit gebracht seyen. Uebrigens weiß man, daß König Ludwig Philipp sämmtliche Briefe für falsch erklärt hat. Die „Gazette de France" hat bis zur Stunde ihre Drohung einer Jnjurienklage gegen den „Messager" noch nicht in Erfüllung gesetzt, ungeachtet dieser sie heute nachdrücklich dazu auffordert. Die legitimiftischen Blätter in den Departemcnten nehmen warme» Antheil an dem Briefprozeß. Noch ist übrigens keine ihrer Nummern mit Beschlag belegt worden. — Wir sind heute im Besitze von Briefen aus Konstantino p el bis auf de» 8. Jan., welche aber durchaus nichts Neues enthalten; nur wurde in der türkischen Hauptstadt die ägyptische Angelegenheit als beigelegt angesehen. — Aus Malta wird unter'm 15. Jan. gemeldet, daß weder in Syrien noch in Alerandrien etwas Neues vorgefallen. Briefe aus Alexandrien, unter'm 29. Dez. geschrieben, sprecben von der Unsicherheit der Wüste; es hält schwer, ohne starke Begleitung von Kairo nach Suez zu kommen. Kein Wort von Ibrahim Pascha.— Abd-el-Kader ist in diesem Augenblick zu Tlemsan, wo seine Anwesenheit wegen fortwährender Meutcreieu nöthig geworden. Der ehemalige Aga der Reiterei Ben Numa hat sich, heißt es, zu den Insurgenten von Nedroma geschlagen, mit der Erklärung, daß der Emir absichtlich den Krieg unterhalte, um die Stämme mit Abgaben zu überhäufen. Findet diese Nachricht Bestätigung, so würbe Abd-el-Kader eines großen Theiles seiner Reiterei beraubt seyn, denn Ben Numa ist das Haupt des mächtigen Stammes der Angard und sein Abfall würde überdies von mächtigem moralischen Einfluß seyn. Der Hafen Arzew erfuhr seit langer Zeit keine Beunruhigung. §j- Depntirtenkammersitzuiig vom 30. Jan. (Fortsetzung der Verhandlungen über das Fortifikationsprojekt, insbesondere das Schneider'sche Amendement.) Generallieutcnant Schneider nahm das Wort: „Nicht umsonst haben wir auf dir Vorthcile der abgesonderten Forts verzichtet, weil man damit eine überflüssige, ja schädliche Ringmauer in Verbindung setzte. Zu was nun wieder darauf zurückkommcn? Wir gehen im Interesse des Landes und nicht in einem Parteiinteresse zu Werke. „Es ist viel von Bolksunabhängigkeit aus dieser Tribüne gesprochen worden: nur wenn man sich ans freiem Felde tapfer schlägt, nicht aber, indem man sich hinter die Verrammlungen einschließt, ist man würdig, solche zu vertheidigen. Weshalb stellt uns denn der. Berichterstatter diese Schwierigkeit der Entfernungen (ckistunvss) entgegen? Wir kennen diese Entfernungen so gut wie er. Den 11. Oktober, als der Berichterstatter Minister war, war er meiner Meinung." (Gelächter.) Zahlreiche Stimmen: Der Hr. Reichspräsident hat versprochen, das Wort zu nehmen! Marschall Soult: „Der königl. Kommissär, Hr. Tugnot de la Noie, wird die verlangte Erklärung geben." Der königl. Kommissär sprach von der Berechnung der Ausgaben, um zur Bewaffnung von Paris zu gelangen. Es eristirt ein Defizit in den Magazinen; der Abgang muß ersetzt werden, denn es ist unmöglich, etwas von den Gränzen hinzuzunehmen. Der Kammer kann übrigens dieser Abgang nicht unbekannt seyn; die vergleichenden Angaben im Budget zehren ihn kennen. Es ist unnütz, auf der Rednerbühxe in fernere Erklärungen einzugehen. General Dode de la Brunerie, Direktor der Befestigungsarbeiten, bestimmte für jede Fronte 13 Feuerschlünde» im Ganzen also 2015 Kanonen, welche 30,794,000 Frauken kosten. Ueberdies noch 300 Reservestücke zu 2,666,000 Fr.; im Ganzen also 33,460,000 Fr. Man muß noch die Ausgaben für die Magazine, Zeughäuser, Kasernen dazu rechne». Auch das Budget der Artillerie muß vermehrt werden, um die Munitionen und andere Kriegsmaterialien zu schaffen. Diese jährliche Vermehrung kann zu 7 bis 8 Millionen angeschlagen werden." Hr. Thiers, Berichterstatter der Kommission: Er habe die Ausgaben nicht verheimliche» wollen, wie man zu insinuiren scheine (Lärm, Bewegung.), Marschall Soult habe solche auf 30 Millionen berechnet. „Haben wir vom Ministerium verlangt, es solle unsere Verantwortlichkeit zudecken? Nein ! Marschall Soult hat selbst erklärt, daß das Kabinet daS Projekt sich aneigne. Es ist daher nicht mehr unser Werk; die Regierung muß erklären, ob solche das Gesetz sich aneigne, oder nicht, dann werden die Stellungen klarer (nettes) seyn." (Geräusch.) Der RathS- präsident: „Meine Meinung kann nicht zweifelhaft seyn; vor einigen Tagen habe ich dieselbe vollständig entwickelt." (Geräusch.) Der Marschall erklärte, was er unter der Gleichzeitigkeit der Arbeiten verstehe. Auf beiden Seineufern sollen die Arbeiten gleichzeitig betrieben werden, sowohl hinsichtlich der fortlaufenden Ringmauer, als des äussern Walles, und zwar nach der Zeitmäßigkcit und Wichtigkeit. Der Marschall forderte nun die Kommission ihrerseits auf, ob auch sic es so verstanden, denn es scy endlich nöthig, sich über alle Punkte in Einklang zu setzen. (Lärm auf der Linken.) Zahlreiche Stimmen: „Aber das Amendement! bekämpfen Sie es?" Marschall Soult: „Ich werde mich darüber erklären, wenn die Kommission geantwortet haben wird." Es erfolgte eine lange Unterbrechung. Die Deputirtcn hielten lange Unterredungen in der Mitte der Kammer. Hr. Billaut und Hr. Thrers sprachen lange auf der Tribüne mit einander. Nach einer Viertelstunde kam endlich Hr. Billaut und setzte auseinander, was in der Kommission vorgegangen. Hr. Guizot verlangte das Wort: „Ich habe gesagt, daß ich für die Befestigung von Paris sey; ich sage es noch einmal. (Man ruft: Sehr gut! sehr gut!) Ich habe gesagt, ich hätte keine p er sö n li ch e Meinung über die A r t der Befestigung; ich habe mich inkompetent über eine solche Frage erklärt. (Ja! ja! nein! nein!) Ich will offen und aufrichtig die Befestigung von Paris. Ich füge bei, daß heute meine Ansicht über daS System sich festgestellt h-.it. Die Diskussion hat mich in der Meinung bestärkt, daß der im Gesetzentwurf vorgeschlagene Plan wirksame» sin» arroct» vv-jjilijjtli, isj. (Man ruft: Bravo! bravo!) Es §-.ilg rn re Augen — das System der Regierung ist das wirksamste! Man za viel von den Uebelständen gesprochen, die es darbiete. Es ist etwas Wah- an"'/gesagt hat : allein jene Einwürfe haben eben doch zwei dere Wahrheiten nicht zerstören können: die Möglichkeit der Befestigung von Paris, und die Nützlichkeit einer wirksamen Befestigung von Paris." (Man ruft: Sehr gut! sehr gut!) Die Sitzung dauerte bei'm Postabgang noch fort. Mostaganem, 10. Jan. (Korresp.) Seit dem letzten Gefechte mit den Hachen,s und den Streifreitern der Scharagas, sind wir von de» BordschraS beunruhigt worden, welche zweimal den Versuch gemacht haben, die Heerdcn" der Verwaltung wegzunehmen. Die Behörden wurden aber bei Zeiten durch Spione davon in Kenntniß gesetzt, daß. der Ueberfall stattfinden sollte. Die Bordschias verloren einige Reiter. Uebrigens nähern sich die Araber unsern ausgestellten Posten weit mehr, um zu rauben, als um einen Angriff zu machen. Die Aenderung des Kriegssystems hat bisher sehr gut gewirkt. Sämmtliche Stämme zwischen Oran und Mostaganem, vom See Sals und dem Wad Mina bis an's Meer, sind erschüttert und werden bald de» Frieden verlangen. Erst in einem Monat werden unsere Streifzüge recht angehen und bald dürften die Eingebornen sich den ihnen gestellte» Bedingungen unterwerfen. General Bu- geaud wird in unserer Provinz mit Vergnügen erwartet, obfchon man ihn als Urheber eines sich als unglücklich bewährten Traktats ansieht. Allein der neue Statthalter trägt, wie allbekannt, große Sorge für das Wohl der Soldaten. Großbritannien. London. (Nachtrag aus den Untcrhausverhandlungen vom 26. Januar.) Viscount Palmerston, Staatssekretär des Auswärtigen, erklärte seine Ueber- einstimmung mit dem von Sir Robert Peel aufgestellten Satze, daß, um Friede» und Ruhe in Europa zu erhalten, ein gutes Einvernehmen zwischen England und Frankreich nvlhwendig sey. „Es freut mich, sagte er, daß wo Englands große Interessen betheiligt sind, beide Parteien in diesem Hause zusammcn- wirken, und daß. welche Parteieifersucht auch obwalten möge in dem Kampfe um den Besitz der Gewalt, dadurch die Einmüthigkeit, wenn Englands Interessen im Spiele sind, nicht verhindert wird; daß endlich die bedeutendsten Männer auf beiden Seite» des Hauses ernstlich die Erhaltung des besten Einvernehmens zwischen diesem Lande u. Frankreich wünsche». (Beifall.) Ich kann das Haus u. den ehrenw. Baronet versichern, daß einerseits von unserer Seite nichts unterlassen wurde, um Frankreichs Mitwirkung zu erlangen, und daß andererseits nichts unversucht bleiben wird, um für die Zukunft Frankreichs Wohlwollen uns zu erhalten; und ich gebe zu und erkläre, daß Frankreich, im Besitze bedeutender Flotten Armeen, bei seiner geographischen Lage im Zentrum Europas, nicht ausgeschlossen werden kann aus dem Rathe über europäische Angelegenheiten, und daß keine eüropäische Angelegenheit vollständig oder mit Sicherheit geschlichtet werden kann, wenn nicht Frankreich daran Theil nimmt." Sofort vertheidigte der edle Lord das bei Abschluß des Jnlivertrags gegen Frankreich beobachtete Verfahren. England sey zu Opfern bereit gewcwcsen, mn Frankreich zum Beitritte zu bewegen; vergebens. Nachdem aber einmal die Nothwendigkeit einer Einschreitung anerkannt worden, haben die Mächte nicht länger zögern können, weil sonst die zu Operationen in jenen Gewässern taugliche Jahreszeit ungenützt vorüber gegangen wäre. " Der Vertrag aber habe nicht gleich nach seinem Abschlüsse wörtlich an Frankreich mitgtheilt werden können, weil vorher die Ratifikationen abgewartet werden mußten. Schließlich erklärte er die Nichterwähnung Frankreichs in der Thronrede, es wäre gegen den Gebrauch gewesen, Bedauern über Frankreichs Absonderung auszudrücken, da diese Absonderung sich durch keine» diplomatischen Akt, wie z. B. die Unterbrechung der diplomatischen Verbindung, dargethan habe. Darum bedauere aber die Regierung nicht weniger aufrichtig diesen Stand der Dinge und hofft zuversichtlich, daß binnen Kurzem die Aufregung in Frankreich sich gelegt haben, sofort Frankreich seine natürliche Stellung in Europa wieder eingenommen, und dadurch das für die grundwisentlichen Interessen beider Länder nothwendige gute Einvernehmen auf dem alten Fuße wieder hergestellt haben werde. » London, 28. Jan. (Unterhaussitzung vom 26., 2r Nachtrag ) Hr. E. I. Stanley (Sekretär des Schatzamtsj zeigte Namens des Lord I. Russell an, daß derselbe am 29. d. M. die Erlaubniß des Hauses zur Einbringung einer Bill beantragen werde, durch welche der Fortbestand der Armengesetzkommissäre auf eine bestimmte Periode angeordnet wird; desgleichen, am 3. k. M., eine Bill zur Verbesserung der auf die Registrirung der Parlamentswähler in England und Wales bezüglichen Gesetze; ferner, daß Lord Morpeth (Staatssekretär für Irland) am 4. k. M. die Erlaubniß zur Einbringung einer Bill wegen Verbesserung der auf die Wäblerregistrirung in Irland bezüglichen Gesetze de- antragen werde; endlich, Namens des Hrn. Labouchcre (Präsident deS Han« dclsministeriumsj, daß derselbe am 2. k. M. die Erlaubniß zur Einbringung einer Bill wegen Gleichstellung der Eingangsgebühren auf vstindische» (welcher bisher höher besteuert ward) und westindische» Rhum, und am 4. k. M. die Erlaubniß zur Einbringung einer Bill wegen besserer Regulirung des Eisenbahnwesens beantragen werde. — In der Unterhaussitzung vom 27. stellte Hr. Brotherton seinen (alljährlich wiederholten) Antrag, daß das Haus nie über Mitternacht hinaus sollte debattircn dürfen» fand zwar Unterstützung, namentlich auch von O'Connell, fiel aber doch, da insbesondere Lord I. Russell auS triftigen Gründen der Geschäftsbeschleunigung sich dagegen erklärte, schließlich durch, da 130 Stimmen gegen und nur 31 für votirte». — Heute keine Sitzung, weder im Ober- noch im Unterhause. — Die Toryblätter gehen heute , als Oppositionsjournale, wenig glimpflich mit der Thronrede um, die sie überaus matt, ängstlich und unbefriedigend finden. Die „Sun", liberal und neutral, bedauert die Weglassung einer für Frankreich freundlichen Stelle, und dies um so mehr, als durch eine angemessene Erwähnung dem Kabinet Guizot' und der Friedenspartei in England großer Vorschub geleistet worden wäre, indem dadurch die herbe Stimmung, die im französischen Volke gegen England vorhanden sey, eine Beschwichtigung erhalten haben würde. Niederlande. ^ Haag, 29. Jan. (Korresp.) Kaum war der neulich von mir berührte königl. Beschluß in Bezug auf die Anerkennung separatistischer Gemeinden bekannt geworden, als auch alsbald mehrere dieser Gemeinde» bei Sr. Maj. um die Anerkennung nachsuchten und dieselbe erhielten. Die Separatisten werden also keine Beschwerden mehr bei den Gencralstaatcn zu führen haben. — Die „Utrecht'sche Courant" hat immer noch die Gerüchte wegen der angeblichen Aufhebung der Universität Utrecht zu bekämpfen. Alle diese Gerüchte sind falsch. Die Studenten von Utrecht, deren cs in diesem halben Jahre 434 sind, wollen zur. Feier des 205 jährigen Bestehens dieser Hochschule am 26. März d. I. eine große Maskerade, den Einzug Wilhelm II. im Jahr 1249 in Utrecht darstellend, halten und dadurch auf eine eklatante Weise ihre Freude an der Blüthe dieser Universität an den Tag legen. Spanien. Madrid, 22. Jan. Unter'm 21. Jan. erging ein kön. Dekret, wonach in der nächsten Eortcssitzung die Wicdereinverleibung der Güter der Weltgeistlich- kcjt in die Staatsdomäne beantragt «erden soll. Diese Güter sollen verkauft 196 werden; dagegen hat aber der Staat für He Dotation des Kultus und der Geistlichkeit zu sorge n.___(S. M.) Baden Karlsruhe, 2. Febr. Das großherzogl. Staats- und Regierungsblatt vom Gestrigen enthält folgende Bekanntmachung des großh. Ministerium des Innern vom 27. Jan., die Ergänzungskonskription für das Jahr 1841 betreffend: Aus Vorlage der Auszüge aus den Ziehungslisten sämmtliche r Konskriptionsämter und in Gemäßheit des Z 37 des Konskriptionsgesetzcs und der höchsten Verordnung vom 7. Jan. d. I. Regierungsblatt Nr. Hl. wird nachstehende Ueberstcht der Verthcilung der auszuhcbenden Ergänzungsmannschast ans die Altersklaffen und Konskriptionsbezirke des Landes hiermit öffentlich bekannt gemacht. Ueberstcht der aus den vier Altersklassen 1837, 1838,1839 und 1840 au-zuhrbenden Ergänzungsmannschaft von 4535 Mann. Altersklasse. Zahl der konskriptionspflich- ligen Mannschaft. Hat zu stellen ln Runvzahl. Summa: Ueberstcht der aus der Altersklasse von Mannschaft von 1232 Mann. Zahl der konskr. Quote Konskriptionsbezirke. UA.QE Man"' an 1135 M. SeekreiS 1,362 160 OberrheinkrciS 2,637 313 Mittelrheinkreis 3,257 385 Unterrheinkreis 2,386_ 277 11,567 1840 auszuhebenden 1,322 Ergänzungs- Hat zu Hat an Summe, stellen an 1135M. Hat noch 1232 21t. gestellt, zu stellen, in Runoz. 1,522 173 160 13 2,950 339 313 - 26 3,642 415 385 30 2,663 305 277 28 Summa: 9,642 1,135 10,777 1,232 1,135 97 97 1,232 «Heidelberg, 1. Febr. (Korresp.) DaS, vergangenen Freitag, den 29. v. M. dahier, zwischen den beiden Studirenden der Rechte, 8. Wild und Baron Karl v. Rosen, vollzogene Pistolcnduell nimmt das Interesse des Publikums noch immer um so mehr in Anspruch, als der Vater des Verstorbenen ein hiesiger höherer Beamter war. Die Veranlassung zu dem Duelle war eine von Stud. Wild dem Stud. v. Rosen vor einigen Wochen zugcsngte ernstliche Beleidigung. Auf dem Kampfplatz betrug die Distanz 20 Schritte. So be- klagrnSwerth der Ausgang des Duells war, so ließ es sich doch um so schwerer vermeide», da Stud. Wild jeden Schritt zur Versöhnung entschieden abgelehnt haben soll. Stud. v. Rosen, der sich in der kurzen Zeit seines hiesigen Aufenthaltes sehr viele Freunde gemacht hat, begab sich kurz nach dem Zweikampf auf die Flucht. X« Konstanz, 29. Jan. (Korresp.) Seit einiger Zeit haben sich dahier Erscheinungen gezeigt, welche an die crzentrischen Bestrebungen einer gewissen, längst vorübergegangenen Periode erinnern. Es gab sich dieses namentlich bei Gelegenheit der Todtenfeier für den mit der hiesigen Stadtgemoinde in keinerlei unmittelbare» Verbindung gewesenen Abgeordneten, Hofrath v. Rotteck, einer Art politischer Apotheose, kund, die sich der Verewigte, hätte er sie voraussehcn können, wohl verbeten haben würde. Die unglückliche Idee — einer Lhcil- In der Altersklasse für 1837 8,020 917 »» u » » 1838 9,341 1,064 ns n k/ 1839 11,567 1,322 « „ » „ 1840 mit Zurech- , nung der bereits ausgehobencn 1135 10,777 1,232 Summa: 39,678 4,535 Ueberstcht der aus der Altersklasse von 1837 auszuhcbenden Ergänzungs- Mannschaft von 917 Mann. Konskriptionsbezirke. Zahl der konskliptionSpflich- tigeu Mannschaft. Hat zu stellen in Rundzahl. Seekreis 967 111 Oberrheinkreis 2,190 250 MittelrheinkreiS 2,800 320 Unterrheinkreis 2,063 236 Summa: 8,020 917 Ueberstcht der aus der Altersklasse von 1838 auszuhebenden Ergänzungs- Mannschaft von 1064 Mann. Hat zu stelle» in Rundzahl. Konskriptionsbezirke. Zahl der konskriptionspflichtigen Mannschaft. Seekreis 1,327 152 Oberrheinkreis 2,539 291 MittelrheinkreiS 3,148 358 Unterrheinkreis 2,300 263 Summa: 9,314 1,064 Ueberstcht der aus der Altersklasse von 1839 auszuhebenden Ergänzungs- Mannschaft von 1322 Mann. Konskriptionsbezirke. Zahl der konskriptionspflich- tigen Mannschaft. Hat zu stellen in Rundzahl. Seekreis 1,597 181 OberrheinkrciS 3,200 365 MittelrheinkreiS 3,893 446 ' Unterrheinkreis 2,882 330 Witterungs - Beobachtung. 1. Febr. Brrom. Temper. !Feuchtkt. nach R. mach pE. Wind r»4.a. 10 mir St « Abd. 28" 9.99 — 6.36j 9.85 NO' 2. Febr. 7 Mg. L7"t9.66 — 7.34! 9.82 ! NO' 2 Mittg. 27"19.37 — 4.2^ 9.72 l NO' iBewölkg. Nieder- v.° Idciter 0. schlag. trüb 10 trüb 10 Schn«. Schnee dis Regen folgen. Resultate vom Januar. Mittel Bar. 27" 9.24" — Therm. -i- 0.11 — Feuchtgkt. 0.85 -- O —N —24; W — S --- 69. Tage: 0 heitere, 8 nnterbr. heitere, 15 durchbr. trübe, 8 trübe ; 8 mit Regen, 12 mit Schnee, 2 mit Regen und Schnee, 8 mit Dust, 3 mit Nebel, 3 mit Reif, 19 mit Wind, io mit Sturm. An 17 Tagen stand das Thermometer unter 0; »je größte Kälte war 16.4 Grad am 19. die Schnee- und Regenmenge betrug 574.49 Par. Kubikzoll oder in Höhe 4 Zoll; die Verdünstung V.8S4 Zoll oder täglich fast 3 pCt. Die vorgestrigen Bemerkungen sind am 27. Jan. geschrieben und Zeile 1 muß es heißen „den strengen Winter". Stand des Rheines bei Knielingen. Den 31. Januar 1k Fuß 4 Zoll, den 1. Februar 16 Fuß S Zoll und den 2. Februar 17 Fuß 8 Zoll unter dem Nullpunkte des knielinger Pegels. (Höchster Wafferstand im Jahr 1824 — 2 Fuß 9 Zoll unter dem Nullpunkte.) Großherzoglicheö Hoftheater. Donnerstag, den 4. Februar Zum ersten Male: Der Mulatte, Lustspiel in 3 Aufzügen, nach MeleSville und Beauvoir von Th. Hell. s400.2j Karlsruhe. (Museum.) Der auf Mittwoch, den 17ten dieses Monats mit einer Lotterie zum Besten der Armen angekündigt gewesene Maskenball im Musenm, wird eiugctrctener Hindernisse wegen Montags den 22tc» Februar d. I. stattfindcn, wovon die verehrlichcn Mitglieder in Kcnntniß gesetzt werden. Karlsruhe, den 2. Februar 1841. Die Museumskommission. ^ -(401.1) Karlsruhe. (Museum. Verein für ernste Chor-^ musik.) Die nächste Gesangprobe wird statt Mittwoch, den 4., künftigen Freitag, den 6. d. M., Abends 6 Uhr, Statt finden, wovon die verehrlichen Mitglieder in Kenntniß gesetzt werden. Der Vorstand. (Berichtigung.) In unserer vorgestrigen Nummer (3 l), S. 186, Sv. 1, Z. 42 v. o. lies die Zähl 123, statt 143 ; nähme des zu ganz andern Zwecken konstituirten Bürgermilitärs soll bei diesem selbst nicht durchgchends Antlang gefunden haben, da der besonnener» Bürger das Ungeeignete und Nachtbcilige einer solchen undcrnfcncn Einmischung in politische Schwindeleien ciusicht, und es konnte daher der höher» Orts befohlene Einhalt nur den Beifall aller Gutdenkenden finden. — Eine dermalen dem Vernehmen nach beabsichtigte Dankadresse des Bürgermuseums an das Komite für jene Todtenfeier dürfte unterbleiben, da derartige Gesellschaften nicht zu politischen Demonstrationen, sondern zur geselligen Unterhaltung bestimmt, und auch nur zu diesem Zweck gestattet sind. — Daß cs jetzt wieder Hussitcn gibt, hat man bereits in andern Zeitungen gelesen. — Die hiesigen „Seeblättcr," welche als das Organ der oben bezeichneten Bestrebungen betrachtet werden, scheinen Mangel an tüchtigen Mitarbeitern zu haben, und man nimmt mit Bedauern wahr, daß dieses Blatt, statt sich die Zulassung einer frcimüthigen Besprechung der inneren LandeSangelegenheiken durch Lieferung gediegener Aufsätze über die verschiedenen Zweige dcS Staatshaushaltes zu Nutzen zu machen, dieselbe viel- mehr dazu mißbraucht, um Partcizwccken zu dienen, und die wohlthätigen An- Ordnungen der Regierung in ein schiefes Licht zu stellen. Wahrscheinlich wollen die „Seeblätter" dadurch zeigen, welchen Gebrauch sie von der als Lohn für angebliche Verdienste geforderten vollkommenen Preßfreiheit machen würden, wenn man es für passend fände, sie ihnen einzuräumen. Die Ansichten eben dieser „Sceblättcr" über die Wahlen der Abgeordneten werde» bei der mit seiner wohlgeordneten Verwaltung zufnedcncn Bevölkerung des GroßherzogthumS sicher keinen Eingang finden, da es zu sehr in die Augen springt, daß in einem konstitutionell - monarchischen Staate das demokratische Prinzip nicht herrschen kann und soll, und daß, zumal in der gegenwärtigen Zeit, nicht durch eine, auf vorgefaßte Meinungen gegründete planmäßige Opposition gegen die Staatsregierung, sondern nur durch wechselseitiges Vertrauen, und ein dadurch allein mögliches erfolgreiches Zusammenwirken der gesetzgebenden Faktoren, die wahren und wohlverstandenen Interessen des Landes gefördert werden können. Beruhigend ist dabei der Gedanke, daß in solchen Vorgängen und Aeusscrungen sich keineswegs der Geist und die Stimmung des Volkes, sondern nur die übelbc- rechnelen Absichten einiger mit der bestehenden Ordnung Unzufriedener offenbaren, welche, sich anmaßeu, mit Hintansetzung ihrer Berufsgeschäfte, bei solchen Anlässen das Wort zu führen und sich an die Spitze zu stellen, obschon sie durch die ihnen in der bürgerlichen Gesellschaft angewiesene Stellung zu nichts weniger als dazu berufen sind, an der Leitung der wichtigeren politischen Angelegenheiten thätigen Antheil zu nehmen. Neueste Nachrichten. §( Paris, 31. Jan. (Korresp. Mit unendlicher Spannung wurde dem Erfolg der gestrige» Sitzung der Deputirtenkammer cntgegengesche», denn nicht allein um das Fortifikationsgesetz handelte es sich, sondern um das Ministerium selbst. Was auch Marschall Soult von seinem so oft wiederholten Einverstan- denseyn vorgebracht haben möge, ohne Hrn. Guizot's bestimmte Erklärungen wäre vielleicht das Schneider'sche Amendement angenommen und das Lieblingsprojekt Thiers', welches die Regierung gut geheißen, dadurch überwältigt worden, lieber des Herzogs von Dalmatien Benehmen in dem Laufe der Debatten herrscht ein großes Räthsel; der Anfang seiner Reden war stets gegen den Entwurf, n. deren Schluß suchte wieder gut zu machen, was früher verdorben worden war. ES leuchtet aus Allein ein gutes Einverständniß zwischen den HH. Dufaure, Passy und dem Marschall Soult hervor, wodurch natürlich das Gerücht Nahrung findet, daß die beiden erstgenannten Deputaten und Staatsmänner in der Hoffnung leben, wieder in's Kabinet zu treten. Nun frägt es sich aber, wie eine solche Wendung der Dinge herbcigeführt werden kann. So viel wenigstens ersah man gestern, daß in der Kammer die Kräfte ohngcfähr getheilt sind, denn die Majorität von 61 Stimmen kann, nach den Bestandtheilen aus denen sie zusammengesetzt ist, zu keiner Art von Folgerung führen. Von den anwesenden 411 Deputirten haben 236 gegen den Schnei- der'schen Verbessernngszusatz gestimmt; zwanzig Abgeordnete, allen Par- teien angehörend, verlangten geheime Abkugclung. Selten hält die Kammer bis gegen 7 Uhr Abends Sitzung, wie es gestern der Fall war. Damit ist aber noch nicht Alles gewonnen, denn nun beginnt erst die Debatte über die Hauptfrage: die Gleichzeitigkeit der anszuführenden Arbeiten — über welche Marschall Soult ganz eigene Ansichten an den Tag gelegt hat, und die es gewiß zu lebhaften Verhandlungen kommen lassen dürften. — Interessant war eS gestern Abend im Caf6 de Paris sWinkclbörscj mitanzuschen, welchen sonderbaren Eindruck das Verwerfen des Schneider'schen Amendements hervorbrachte. Dennoch fielen die 3proz. blos um 25 Et., d. h. zu 77 Fr. 5 Et. Ende Febr. Heute früh wurden 3prvz. zu 77 Fr. 10 Et. angcboten, am Ende Febr. 76 Fr. 95 Et. in Abrechnung gemacht. Erst morgen wird eS sich auf der eigentlichen Börse zeigen, welche Ansicht die Spekulanten von der neuen Wenvung der Dinge in Bezug auf die Fortifikation haben.—Von Rüstungen ist hier jetzt so wenig die Rede, als ob man nie daran gedacht hätte, deshalb erregt auch die Befcstigungsfrage keine Theilnahme ausser der Kammer. — Vorgestern hieß es in London, der Schah von Persien sey gestorben. * Paris, 31. Jan. Zum Schluffe der gestrigen Dcputirtenkammerver- handlung wurde der Artikel 1 des Amendements des Generals Schneider mit 236 schwarzen Kugeln gegen 175 weiße verworfen. Es waren im Ganzen 411 Votanten gewesen. _ Nedig irt unter Verantwortlichkeit von C. Macklot. _ 3. 42: 141, statt 121, und Z. 51 streiche fast. Frankfurt, 1. Februar. Prz. Papier. Geld. Oesterreich. Metalliquesobligarionen 5 105-/. 195"/.. , do. 4 98'/. — do. 3 79'/. — Bankaktien er vir. 1952 fl. 259 Loose bei Nothsch. itl IM'/. fl. 500 Loose do. 138'/. 138 , Berhuiann sche Obligat. 4 — 97'/. do. 4'/. — 100'/. Preußen. StaatSschuldscheine. 4 — 106 - Prämienscheine. — 80'/. Bavern. Obligationen. 37. — 997. Frankfurt. Obligationen. 3'/. — 1027. r Gisendabnaktien »250fl. 338'/. 338'/. Baden. ß.öOkoose bei Goll u.E. — 1107. - fl.59Loose von 1840 — 487. L Rentenscheine. 3'/. — 100'/, Dar.nstadt. Obligationen 37. 94'/. - fl. 50 Looie. 69'/. 607. fl. 25 Loole. «4'/. Nassau. Obligationen bei Rsch. 37. — 95'' fl. 25 Loose — Holland. Integrale. 27. 49'/.. 49 Spanien. Aktivschuld m. E. 5 25 24'/. Polen. fl. 390 Lotterieloose Rth' 73'/, 73'/. do. zu st. 509. 79'/, 79'/, von^reuzbauer u. ^ und einer NLldeke in Karlsruhe. Druck und Verlag von S. Ma Slot, Waldstraße Nr. 10»