Doraasbezahlung. GüNzlLhrltch lier 8 II., halbjjdr- »ch 1 »>n» »i« «oft i» Sr°1- «»»«» 8 ß. »0 kr. „»«». Ukr. Karlsruher Zeitung. Linrückungsgedühr. Dir gespülte»- Ptliizeil« oder »«re» Siaum 4 kr. WN«f« »»» >«l»«r fr»»kü. Nr. 7S. Sonntag, den 21. Marz L8LL An zeige. Für das in Kurzem beginnende zweite Quartal werden bei allen Postämtern Bestellungen auf unser Blakt angenommen. Hier in Karlsruhe kann der Eintritt in's Abonnement ohnedies jeden Tag stattfinden. Unser stetes Streben, dem Blatte die größtmögliche Reichhaltigkeit zu geben, und es als Hauptlan- deSzritung, als eine Kronik badischen Landes und Volkes allen Badenern immer unentbehrlicher zu mache», hat so allseitige Anerkennung gefunden, und die Zahl der Abonnenten auch in diesem Jahre wieder so nahmhaft sich vermehrt, daß wir fortwährend besorgt seyn werden, diese Anerkennung durch schnellste und getreue Mitteilung alles Wissenswerten aus dem Gebiete der Politik und der gesellschaftlichen Zustände i» immer höherem Grade zu verdienen. Plangemäße Beiträge werbe» daher stets mit Dank angenommen und »ach Umständen angemessen honorirt. Das in den fünf Vierteljahren seines Bestehens so beliebt gewor, Vene Unterhaltungsblatt wird fortfahren, den Leser auf die mannigfaltigste Weise zu unterhalten, cs auck wie bisher an gemeinnützigen, belehrenden Aufsätzen nicht fehlen lassen. Besondere Aufmerksamkeit soll den Verhandlungen der Ständeversammlung, die am 15. nächsten Mts. zusammentritt, gewidmet werden. Wir werden sie möglichst schnell, d. h. je den folgenden Tag, und ausführlich bringen. Anonyme Einsendungen werden nie und unter keinen Umständen ausgenommen, sondern stets unberücksichtigt bei Seite gelegt. Kontor der Karlsruher Zeitung. Deutsche Bundesstaaten. Oesterreich. Wien. Während zu Paris ein artesischer Brunnen vor dem Schlachthause von Grenelle eben der mächtigen Tiefe von 1600 Fuß entströmt, haben wir uns hier eines gleich glücklichen Erfolges bei bedeutend geringerer Tiefe zu erfreuen. Seit langer Zeit war man auf dem Glacis am Ge- trcidcmarkte mit einem solchen Experiment beschäftigt, und bereits hatte man einige 90 Klaftern fruchtlos durchbohrt, als der Bohrer nach einer starken Lage grünen Thons eine dünne Schichte Muschelkalk durchstieß, und nun plötzlich eine gewaltige Waffermasse aus der Tiefe hcrvorbrach. Dieser Wasserstrahl, der anfangs eine Temperatur von 13'/, Grad zeigte, quoll, obgleich sehr trübe, doch wie es scheint ohne Beimischung von Schwefel- oder sonstigem Mineralgeruch empor. Das Wasser löst die Seife vortrefflich auf, und fließt bereits jetzt, nach einer Woche, viel reiner und geklärter, während seine Temperatur auf 10 Grade gesunken ist. Die Wassermasse, die bis jetzt immer gleich stark quillt, dürfte ungefähr 1ä,000 Eimer Wasser.des Tages geben. Die Wohlthat, die durch ! diesen artesischen Brunnen unser« wasserarmen Vorstädten erwächst, ist unberechenbar, und der günstige Erfolg wird demnächst gleich einen wiederholten Versuch veranlassen. Dieses Resultat ist hem gemeinnützigen Wirken der hiesigen Landwirthschaftsgesellschaft zu danken, welche die Kosten dieser Arbeit trug, und sie leitete, und die, so wie der voriges Jahr errichtete Gewcrbsverein, die segenreichste Wirkung hat. Eine gleich rege Thätigkeit ist selbst m den entlegensten Theilen der österreichischen Monarchie bemerkbar. So läßt z. B. der kärnther ökonomisch-technische Verein, zu Klagcnfurt, ans allen ihm zu Gebot stehenden literarischen Quellen, aus den erscheinenden gewerblichen Journalen und sonstigen technischen Schriften die neuesten Erfindungen und Verbesserungen ausziehcn und abdrucken, und verkheilt diese Auszüge gratis an die betreffenden Gewerbsleute und Handwerker — gewiß eines der sichersten Mittel, gemeinnützige Kenntnisse zu verbreiten! Wenn man einestheils dieses rege, zweckmäßige und erfolgreiche Treiben im Großen und Ganzen wahrnimmt, kann man dann oft nicht begreifen, woher einzelne, offen in die Augen springende Vernachlässigungen mancher ersten und nothwendigsten Erfordernisse entspringe», mitunter kaum ausserhalb dem Weichbilde der Hauptstadt selbst. So sind z. B. die Kommunal- und Vizinalwege sfast um ganz Wien, in allen Richtungen hi», beinahe den größten Thcil des Jahres in einem kaum fahrbaren Zustande. Die Wege nach Döbling, Dornbach, Pölzleinsdorf ic. sind jämmerlich, und doch die- neu diese Orte, alle kaum eine halbe Stunde von der Stadt entfernt, Tausenden ihrer Bewohner sznm Sommeraufenthalt. Es ist kein Wunder, wenn Fremde von dieser Erscheinung betroffen sind, da wir Ein heimische selbst sic nicht begreifen. Wir wissen allerdings, daß allerlei Jurisdiktionen und Kommunitäten sich herum zanken, welche sie zu bauen habe, aber eben so gut wissen wir, daß jedenfalls eine dazu gesetzlich angehalten werden müßte. Man sehe, was in dieser Hinsicht in andern Theilen der Monarchie, z. B. in der Lombardei, geschieht. Wir fragen, ob man dort wie hier, um von Döblingen nach Hitzingcn zu kommen, den weiten Umweg durch die Stadt nehmen müßte, weil über die Schmelz kein Vizinalweg führt, wenigstens keiner, der, ohne Hals und Beine zu riskiren fahrbar wäre. (A. Z.) Preußen. Berlin, 10. März. Interessant ist eine in diesen Tagen bekannt gewordene Entscheidung des Königs in Bezug auf einen Antrag des Generalpostmeisters, Ministers v. Nagler, welcher für die Subalternbeamten seines Departements eine Gehaltserhöhung verlangte. Diese Zulage ist zwar bewilligt worden, jedoch nur auf ein Jahr, und zwar, wie eS in der königlichen Erwiderung heißt, weil in der nächsten Zeit untersucht werden soll, ob das ^ Monopol der Postverwaltung in seiner bisherigen Ausdehnung auch ferner auf- ! recht zu erhalten, und ob nicht vielmehr Modifikationen zu Gunsten des bürgerlichen Verkehrs und der Gewerbthätigkeit zuzulasse» scyen. Auch heißt eö, daß eben so wie in Bezug auf die Post, auch hinsichtlich anderer königlichen Institute, wie z. B. die Bank, die Seehandlung rc., die Frage erörtert werden soll, ob die von einigen Kauflcuten und Gewerbtrcibenden gegen gewisse Geschäftszweige dieser Institute geführten Beschwerden gegründet seyen oder nicht. (A. Z.) Berlin, 16. März. Der Studiendirektor und Domherr zu Olmütz, Graf v. Schaffgotsch, ein reicher, frommer, leutseliger und gebildeter Geistlicher, wird in der neuesten Zeit znm Fürstbischof von Breslau bezeichnet. Von allen Kandidaten zu diesem Bischofssitz möchte wohl derselbe noch die meiste Aussicht auf diese wichtige Prälatenstclle haben. — Wie man hört, beabsichtigt der König, künftighin den HofrathStitel gar nicht mehr zu ertheilen. Es ist in der That mft demselben ein Mißbrauch getrieben worden, indem jeder AktuariuS oder sonstiger Subalternbeamte sich sehr leicht durch Konnerion diesen Amtsti- tcl zu verschaffen wußte. (F. I.) Köln, 13. März. Dem Vernehmen nach beabsichtigen die Direktionen der Dampfschiffsahrtsgcsellschaften bei der grvßh. Hess. Regierung eine Entschädigungsforderung für die Verluste zu erheben, welche ihnen aus der zeitweiligen Sperrung, rcsp. Erschwerung der Fahrt ihrer Schiffe nach Bicberich, und den daran- entspringenden Hemmungen vcS gewohnten Verkehrs an Passagieren und Gütern von diesem Orte her, bereits erwachsen sind, und noch ferner so lange erwachsen müssen, bis die Wegschaffung des Steindammes vollendet, und Alles wieder im vorigen Stande seyn wird, was wohl »och einige Zeit erfordern dürste. Die Agenten unserer kölnischen DampffchifffahrtSgesellschaft haben sich bereits an Ort und Stelle von demLchatbestaude und dessen Nachtheilen für dcu Dampfschiffverkehr mit Bicberich und Nassau überzeugt. (A. Z.) Bayern. Z) München, 17- März. (Korr.) Zur üistoirv «vLnärrleuss gehört die Flucht einer bei unserin Hof- u. Nationalrheater engagirten Schauspielerin , Mde. Schenk. Die Dame hat mit einem übelderüchtigten Individuum das Weite gesucht, und nicht nur Mann und Kinder, sondern auch ein Engagement im Siich gelassen, das dreimal vortheilhafter war, als sie cS ihrer Leistungen halber verdient hatte. Freie StadtHamburg. ^ Hamburg, 16. März. (Korresp.) Die Zeit der Ruhe naht sich ihrem Ende. Der Hauch des Frühlings hat die EiS- daude unserer Elbe gesprengt, und in wenigen Tagen dürfen wir der Ankunft der großen Handelsflotte entgegen sehen, die sich aus aller Welt Enden am Ausflusse unseres Stromes gesammelt hat. Bis jetzt ist, Gott Lob, der Eisgang ohne Schaden vor sich gegangen. Die Kunst bat geholfen, ihn zu Stande zu bringen und ihn zu entkräften, indem durch Sägen die Decke gesprengt und dann die größeren Schollen durch Stampfen und Stoßen verkleinert worden sind. Hunderte von Menschen sind bei dieser lebensgefährlichen Arbeit Tag und Nacht beschäftigt und schon ist bis Glückstadt der Strom frei. In Kurhaven harren 172 Fahrzeuge des Signals zum Lichten der Anker, einige davon liegen schon an die drei Monate da und lassen somit den Nhedcrn ein bedeutendes Geld. Der Konfler der vielen Mannschaft hat dem kleinen Städtchen eiue große Summe eingebracht; 1700 Matrosen vcrthun, wenn sie an'S Land treten, rin Erkleckliches und sehen gerade nicht darauf, ob sie die langentbehrten Genüsse auch mit Geld aufwtegcn müssen. Ein Licht auf das Lebe» unten wirft die Thatsache, daß die dortige Behörde sich genöthigt sab, von der hiesigen Polizei eine Anzahl, man sagt 60, Freudenmädchen zu requiriren. Jndeß geht das Leben dort nun zu Ende, und wenn nicht alle Erwartung trügt, so begrüßen wir noch in dieser Woche unsere Flotte. — An der Börse ist es mit Eintreten deSTHau, " Werden sich die kleinen Lonnenschirme noch lange in der Mode erhalten? Beantwortung einer höchst wichtigen Zeltstange. Zu den wichtigsten Zeitsragen, nebst der französischen und orientalischen gehört wohl auch die aufgeworfene. »Werden sich die kleinen Sonnen sch irme noch lange in der Mode erhalten?" In der politischen Tagesgeschichte der jungen Männerwelt mag vielleicht diese Frage größere Sensation erregen, als sämmtliche ä03 Kompositionen des Beckcr'schen Rheinliedes. Was wird langer bestehen, diese Mode oder die pennsylvanische Gesellschaft? Werden die kleinen Sonnenschirme eher zu Grunde gehen oder die etwaigen Leser der „Allgemeinen Badezeitung?« Werden die Annalen der Mode in kommenden Jahren dieser Miniaturausgaben erwähnen, oder sie vergessen haben, wie die Musikgeschichte Fesca's Oper „die Franzosen in Spanien!« Das ist die Frage! Kleine Sonnenschirme — oder große Sonnenschirme! Was wird die Mode befehlen? Eine Welt banger Ahnungen, spannender Zweifel, räthselhastcr Gefühle keimt aus dieser Frage im männlichen Herzen empor! Sonst freute man sich des Dasevns, wenn die liebe Frühlingssonne die Engelsköpfchen auf die Straßen und Promenaden lockte, aber jetzt muß man beinahe den bescheidenen Wunsch heben, daß es das ganze Jahr Winter bleibe» möchte; denn kaum kommen die ersten wätmeren Strahlen, als auch platt vor die Geflcht- chen so ein rundes, grünes Ding gedrückt wird, das man Sonnenschirm nennt. Ehemals konnten die Damen ihre Hüte, Shawls und Nacken schützen und konnten dabei, wenn sie nemlich wollten, den Leuten frei in s Gesicht sehen, jetzt aber geht Hut, Shawl und Nacken zu Grunde und doch verbergen sie ihr Antlitz, als hätten sie daS böseste Gewissen. Die kleinen Sonnenschirme werden einen üblen Einfluß ausüben auf die Gefühlsrichtungen des männlichen Geschlechts; die Männer werden durch sie den weiblichen Herzen entfremdet werden. — Ein schöner Wuchs, eine zartgewundene Bu- senschleife, ein malerisch hinfallender Pelerinkragen hat ein Männerherz hingemäht; der Depper dieses hingemähten Herzens läuft zwei Stunden lang diesem Wüchse, dieser Schleife, diesem Kragen nach, bald dreht er sich links, bald rechts, er möchte das Gesicht sehen, doch es ist keine Möglichkeit, denn die Sonne scheint und sie hat einen kleinen Sonnenschirm, — endlich kömmt ein Stückchen Schatten, die Hand sinkt, er schießt vor und sieht ein schwarzbraunes, häßliches Gesicht, über das er sich schon auf dem letzten Maskenball« so geärgert. Die Herzen sterben an Enttäuschungen, er wird sich wohl hüten, wieder einem Wüchse, einer Schleife, einem Kragen nachzugehen. — Um einem weiblichen Wesen mit einem solchen Sonnenschirm eine Liebeserklärung machen zu können, ist es nothwendig, daß man sich in Schatten stellt, und welcher Liebende thut das gerne, Jeder möchte lieber bei seiner Glliebten imLichte stehen, noch dazu im Günstigsten. — Wenn ein zärtlicher Gatte seinem zweiten kleinsonnenschirmigen Ich, auf einer Landpartie, zum Beispiel, ein Küßchen auf die Lippen drücken will, muß er erst den Himmel um Witterungswechsel bitten und bekanntlich „schreckt doch jeder Wechsel den Glücklichen." Alle diese Unannehmlichkeiten fallen N-eg, sobald die Damen wieder zu den großen Sonnenschirmen greifen. Ich verspreche dem Schirmfabrikanten, der sie wieder en vo^ue bringt, einen Kuß, er wird der Männerwelt das Naturrecht, den Damen wieder in'S Gesicht sehen zu können, wiedererwerben. Niemand wird von den weiten Sonnenschirmen auch auf weite Herzen der Trägerin schließen. Bei den klcinen weiß man doch nie gewiß, was eigentlich dahinter steckt. 494 weiters lebhafter geworden. Eine Menge Schiffe sind schon wieder engagirt und der Markt scheint, ein guter werden zu wollen. Nach Algier laden diesmal zwei Fahrzeuge. Impuls zu diesen ziemlich neuen Reisen gibt der zwischen Ehapeau- rouge und der französischen Regierung abgeschlossene Licfernngskontrakt über 500,000 Pfund Pöckelfleisch und 500,000 Pfund Heu. Unser Fleisch geht übri. gcns schon seit Jahren nach Nord und Süd. England bezieht jährlich ganze Quantitäten, Nordamerika, Neuholland, Ostindien ziehen einen Theil ihres Bedarfs von hier. Das hat denn für das gewöhnliche Leben den Nachtheil gebracht, daß die Fleischpreise sehr hoch stehen, und daß -sie trotz dem gegen die Viehprerse noch nicht hoch genug sind. Der Holsteiner und Jütländer, der auf seinen Weiden das Rindvieh zieht, hat sich den vergrößerten Bedarf wohl gemerkt, und fordert jetzt für Ochsen, die sonst mit 40 Tblrn. bezahlt wurden, 80 und mehr. Im Kleinverkauf ist eS dem Schlachter schwer, das Doppelte zu erzielen. Der geringe Mann entbehrt Fleisch, wenn er das Pfund mit 6 Schillingen (15 V« kr.) bezahlen soll; die Verderblichzeit der Waare fordert aber den raschen Verkauf und so muß oft weggeschlagen werden. Die Metzger, die irgend Kapitalien kommandircn und dabei unternehmend sind, betreiben daher das Geschäft mehr kaufmännisch. Sie schlachten in gar großen Quantitäten, wöchentlich 40 — 50 Ochsen, 100 Schweine rc., pöckeln nnd handeln. — Die altoua-kielcr Eisenbahn läßt wenig oder nichts mehr von sich hören. Seit Hamburg seine Mithülfc versagte , ist es sogut, als habe eine Macht ersten Ranges sich der Ausführung des Unternehmens in den Weg gestellt. Dagegen sind Aussichten zu einer schönen Chaussee nach Lübeck vorhanden. Der Plan ist gemacht und von hier aus ist Hr. Dr. Kirchenpauer nach Kopenhagen gesandt, um die königl. Zustimmung einzuholen. Nicht weniger dürfen wir noch dieses Jahr die Eisenbahn von hier nach Berlin zu Stande kommen sehen. —' Das zehnte Bundcsarineckorpsj, bestehend auS der Division: Hannover, Braunschweig, Detmold, Bückeburg und Waldcck, und ans der Division : Oldenburg, Mecklenburg, Holstein und Lauenburg, und den freien Städten Hamburg, Lübeck und Bremen, wird im Herbste dieses Jahres zu einem großen Manöver bei Celle zusammen gezogen werden und dort unter Befehl des Königs Ernst August im Lager einige Zeit verweilen. Großherzogthum Hessen. * Mainz, 19. März. Seit gestern werden die Arbeiten zur Wcgschaffung des StciudammeS bei Bieberich emsig betrieben , waS den Mainzern eben keine große Freude macht. Hannover. Hannover, 16. März. Es heißt jetzt, die Einberufung der Ständeversammlung sey auf's Neue hinausgeschoben und werde wohl erst aufMittc MaiS erfolgen; daß diese Verzögerung mit den osnabrücker Vorgängen in Verbindung stehe, wird allgemein geglaubt. Ein anderes Gerücht, nämlich daß keine einzige der bis jetzt vorgenommenen Schatzrathswahlen bestätigt werden würde, entbehrt ohne Zweifel aller Begründung. — Die Rüstungen dauern ungeachtet der Aussichten auf Beibehaltung des Friedens fort; man spricht von bedeutender Vermehrung der Kavallerie und in Folge davon angeordnctcn bedeutenden Pferdckäufen. — Vor einigen Tagen hatte eine Deputation ostfriesischer Kaufleute und Schiffseigenthümer die Ehre einer Audienz bei Sr. Maj. dem Könige; wie man hört, sollen die Verhältnisse mit Belgien und dessen Erklärung, daß vom 1. April an die Hannoveraner gleich der am wenigsten begünstigten Nation in den belgischen Häfen behandelt werden sollten, den Haupt« säcklichsten Gegenstand der Vorstellungen Seitens jener ostfriesischen Kaufleute ausgemacht haben. (K. A. Z.) Göttingen, 14. März. Der Nestor unserer Professoren, der berühmte Heeren, hat sich durch die Hinfälligkeit seiner Kräfte und zunehmende Altersschwäche genöthiqt gesehen, nun auch der Redaktion der göttinger gelehrten Anzeigen, der er so lange mit dem thätigsten Eifer vorgestanden, zu entsagen, nachdem er seine Vorlesungen schon seit mehreren Jahren eingestellt hat und in Lektionskatalogen nur noch nominell figurirt. Der Oberbiblivthekar Benccke besorgt gegenwärtig die Redaktion, die solchergestalt aus den Händen eines Achtzigjährigen in die eines Siebcnzigjährigcn übergegangen ist. Die Direktion des philosophischen Seminars', das früher unter Heyne's Leitung und später unter der Ottfricd Müllcr'S blühete, hat der hiesige Gymnasialdirektor Rancke, jüngerer Bruder des berliner Historikers, ein geschickter Philolog, übernommen. Ottfried Müller's Verlust bleibt für unsere Universität unersetzbar. Man hat bezweifelt, einen Mann zu finden, der den beiden Hauptfächern, die er, wie einst Heyne, in seiner Professur vereinigte, auf gleiche Weise zu genügen geeignet erschien, und das Universitätsknratorium zu Hannover beabsichtigt daher, die Professuren der Philologie und der Archäologie von cineistder zu trennen und in die Hände verschiedener öffentlicher Lehrer zu legen. Die erstere Stelle ist dem oben erwähnten Direktor des Gymnasiums zu Göttingen, Dr. Rancke, übertragen worden; der Lehrstuhl der Archäologie aber ist noch nicht wieder besetzt. (S. M.) Württemberg. * Aus Oberschwaben, Ende Febr. (Korr.) In einem Zeitpunkte, wo sich öffentliche Blätter bei der Aussicht auf länger andauernden Frieden wieder vielfach mit der Eisenbahnfrage beschäftigen, auch die politische Wichtigkeit derselben und die Nothweudigkeit, mährend der Dauer des Friedens das lang Versäumte bald möglichst »achznholcn, hervorheben, und insbesondere bei dem Umstande, daß Württemberg bei dieser Angelegenheit so sehr bctheiligt ist, dürfte eS nicht ohne Werth seyn, ans einige im Allgemeinen nicht sehr bekannte Richtungen zu Eisenbahnzügen im Innern des Landes aufmerksam zu machen. Wir beziehen uns hierbei auf mehrere in der „Allgem. Zeitg." in jüngster Zeit erschienene Artikel über das deutsche Eisenbahnsystem. Der Ver- sasser derselben, Justus Möser fDr. Listj, bezeichn« die thüringischen Staaten als den Mittelpunkt der deutschen Nationalhandelsrouten, von wo aus das gemeinschaftliche System die direkte und indirekte Verbindung von Köln, Hamburg, Frankfurt a. M., Leipzig und Nürnberg Herstellen würde. Von Frankfurt ist die Verbindung mit der badischen Eisenbahn bis Basel und deren Weiterführung bis Zürich, von Nürnberg die Verbindung mit Augsburg, München, und von da mit den östcrr. Eisenbahnen itt Aussicht gebracht. Als Aufgabe von Wirrt- temderg in dieser Angelegenheit stellt er die Anknüpfung an die beiden genannten Hauptrouten und zwar die Fortsetzung von einem Punkte zwischen Bruchsal und Wicsloch in östlicher Richtung nach der Donau auf. Obwohl er dre Wichtigkeit der direkten Führung nach Ulm zugesteht, will er dennoch, um die große» Schwierigkeiten des Terrains zu beseitigen, anrathe», eine Linie von Heilbronn längs des Remsthales nach Dillingeu, von Dillingen aber drei Linien: die eine nach Ulm, die andere nach Augsburg, die dritte über Donauwörth nach Nürnberg zu führen/Ulm aber durch die Fortsetzung der Linie bis zum Bodensee zu entschädigen. Zu Beförderung des inneren Verkehres solle eineZweigbahn längs des Neckars bis Tübingen oder Rottenburg geführt werden. Wir sind mit diesen Vorschlägen, besonders was ihre Beziehung zu dem allgemeinen deutschen Eisenbahnsystem betrifft, einverstanden, glauben aber, daß für Württemberg, das, wie kein anderer Staat, die Ableitung des Handelsverkehres zu befürchten hat, die Anknüpfung an die Hauptbahnen durch mehr als eine Linie nothwendig sey; inöbesonders halten wir die Verbindung von Ulm und Straßburg einerseits, von Stuttgart und der Schweiz anderseits für höchst wichtig. Wir gehen hier besonders von dem Gesichtspunkte des Terrains, das doch immer als Hauptfak- ror bei'm Entwürfe der Bahnlinien zu berücksichtigen ist, aus und bringen hiernach folgende Linien in Vorschlag: 1) Linie von Ulm nach Straßburg. Von Ulm stets durch das Donauthal über Ehingen, Riedlingen, Scheer, Sigmaringen, das Eisenwerk Thiergarten, Beuern, Friedingcn, Mühlheim, das Eisenwerk Ludwigsthal nach Tuttlingen, wo die Bahn das königl. württ. Staatsgebiet verlassen würde. Von Utm bis Sigmaringcn bietet das Terrain gar keine Schwierigkeiten dar; von Sigmaringen bis Tuttlingen ist das Donauthal zwar ziemlich eng, indessen läßt sich die Bahn mit geringer Steigung ohne große Schwierigkeiten führen. Der Fall der Dona» von Tuttlingen bis Ulm beträgt 531 par. Fuß auf 36 Stunden (zu 14,112 par. Fuß) Entfernung; somit eine durchschnittliche Steigung von Vi» Prozent. Von Tuttlingen würde sich die Bahn immer längs der Donau über Jmmendiiigen, Geisingen nach Donaueschingen und von da neben der in neuerer Zeit vortrefflich angelegten Straße nach Tryberg und durch das kinzinger Thal über Gengenbach, Offenburg, Kehl, wo sic mit der bascl-frankfurtcr Linie inflniren würde, nach Straßburg ziehen. 2) Linie von Stuttgart nach der Schweiz. Von Heilbronn, wo diese Bahn die nach Ulm verläßt, längs dem Ncckarthale nach Kannstatt, Stuttgart, Eßlingen, Nürtingen, Tübingen, Rottenburg. Von hier liegt allerdings die Fortsetzung der Bahn über Horb, Sulz, Oberndorf, Rotiweil, Tuttlingen bis an die Schwcizergränze im Interesse von Württemberg. Allein wenn einmal, wie voraussichtlich, Zürich der Mittelpunkt der schweizerischen Eisenbahnen seyn wird, so wird cs gewiß auch eine Bahn an den Bodens« senden und mittelst derselbe» sich an die große östliche Bahnlinie, deren Mittelpunkt in Augsburg, anknüpfen. Aus dieser Rücksicht wird es für den inneren Verkehr von Württemberg und zur weiteren Anknüpfung an den Bodensee nothwendig, eine direktere Linie von Stuttgart an den Bodensee zu haben, als die Bahn von Stuttgart durch däs Ncckarthal an die Schwcizergränze, oder die von Heilbronn nach Ulm und von da nach Friedrichshafen darbietet. Wir schlagen deshalb folgende Bahnlinie vor, die entweder für sich, oder neben der genannten von Rottenburg an die Schweizer« gränze bestehen kann: Von Rottenburg längs dem Ncckarthale bis zur Einmündung des Eyachthales, durch dieses über Mühringcn, Jmnau, Haigerloch, wo die einzige Terrainschwierigkeit durch einen ungefähr 300 Fuß langen Tunnel leicht zu lösen ist, stets längs der Eyach nach Balingen, durch das lautlingcr Thal nach Ebingen; zwischen den beiden letzteren Orten ist aber nicht die gegenwärtige Straße mit der.unsinnig steilen Steige bei Laullinge», sondern die Thalsvhle im Auge zu behalten; von Ebingen durch das schmeihcner Thal über Straßberg, Kaiseringcn, Schmeihen in das Donauthal, wo die Bahn 1'/, St. ob Sigmaringen mit der ulm-straßburger Linft inffuiren würde; auf dieser bis Mengen, von da durch das Ablachthal nach Krauchenwies, durch das Thal des Andels- und BuffenbacheS nach Bittelschies und Otterswang an die Straße, welche von Pfullendorf nach Stockach und Ueberlingen führt, von da nach Linz zunächst der Wasserscheide zwischen der Donau und dem Bodens«, längs dem Flüßchen Aach über Salem, Mimmenhausen nach Uhldingen, vpn wo entweder mittelst Dampfschifffahrt die Verbindung mir Friedrichshafen und dem Endpunkte der züricher Linie an den Bodens« hergestellt, oder von Friedrichshafen eine kurze Zweigbahn in die stuttgarter-bodens« Linie geführt werden könnte. Die Tcrrainvcrhältttisse für diese Linie sind folgende: Von Rottenburg bis Ebingen auf 15 Stunden Entfernung 1183 Fuß, somit nicht ganz °/i, Prozent Steigung; Wenn das weibliche Geschlecht die Ueberzeugung in sich trägt, daß mit dem Abkommen der kleinen Sonnenschirme eine Schwarm Anbeter, frische, lachende Zu- kunftSträume, Triumphe über Alles, was Männerhcrz heißt, verbunden sind, wer den sie gewiß mit vereinter Kraft die kleinen Sonnenschirme verbannen und Alle zur Fahne der großen für die Dauer eines Lebens schwören. Sollten sie es aber nicht thun, dann, ja dann ihr Männer Deutschlands laßt uns einen Verein bilden gegen diese tückischen, neidischen S o m m e r m a s k en: denn .so gut es einen Mä- ßigkeits-, Eisenbahnunternehmungs-, Feueraffekaranz-, Obst- und Weinproduzenten-, Gewitter-, Hagel- und Naupenschaden-, llebcrschwemmungs-, Unglücks-, Aerzte- und Naturforscher- und noch eine Menge anderer Vereine gibt, eben so gut könnte auch ein Miniatursommerschirmvertilgungsverein bestehen. Die Grundbafls müßte dem berliner Makintoshausrottungsverein nachgebildet seyn. Bekanntlich ließen die dortigen Damen sämmtliche Eckensteher in Makintosh kleiden. Zwirn. Verschiedenes — * Wilhelmine Müller, geb. Maisch. Das Feuilleton der „Kölnischen Zeitung" enthält in einer seiner letzten Nummern eine Anzahl deutscher Dichter, welche da« Jahr 1740 hervorgebracht und macht damit aufmerksam: daß jetzt, nachdem 100 Jahre seit ihrer Geburt verflossen, eine solche Erinnerung vielleicht zu einem Denkmal für de» Einen oder den Andern benützt werden dürfte. WaS Jung-Sliiling anbelangt, den wir zu den Unser» zählen, ob er gleich nicht« hier geboren, so hat e« mir dem Jahre 1740 als Geburtsjahr seine Richtigkeit, und es ist zu einem Denkmal in seiner Vaierfladt bekannt-, lich Einleitung getroffen. Allein am Schluffe jene« Artikels heißt es: auch das Jahr 1741 brachte seine Zahl und vornehmlich wird da unserer vaterländischen Dichterin Wilhelmine Mü l l e r, geb. M a i sch , gedacht. Aber sie ifl weder im Jahre 1741 noch in Pforzheim geboren, und eben so unrichtig ist es, daß sie in Wien gestorben sey. In dem vormals gräfl. Neippergischen Dorfe Adelshofen bei Eppingen, wo ihr Vater Pfarrer war, den 3V. August 1787 geboren, kam sie später nach Wien; von dort zurückgekommen ! verehlichte sie sich am Neujahrslage 1799 mit dem verstorbenen Buchhändler C. F. Mül- ! ler zu Karlsruhe, lebte einige Zeit mit demselben zu Pforzheim und kam später wieder j nach Karlsruhe zurück, wo sie am 13. Dez. 1807 starb. Ihre Gedichte fanden die ver- , diente Anerkennung., Schiller, Götye, Pseffel und alle ander» Heroen jener goldenen ! Zeit der Poesie würdigten sie ihrer Aufmerkiamkeir. Ihre Ruhestätte auf dem Friedhöfe I zu Karlsruhe bezeichnet« ein kleiner, einfacher Stein mit Namen und einer Leyec, doch seit zwei Jahren ist er verschwunden. Gräber sind zwar vergänglich wie die Menschen selber, doch wäre es wünschenSwerth gewesen, daß der Denkstein der Dichterin an irgend einer paffenden Stelle, wie so viele andere, stehen geblieben wäre. Wo mag er hinge- kommen sevn? Es ist zu hoffen, daß durch diese Anregung von Aussen die noch zahlreichen Freunde und Verehrer der Verblichenen ihre StaubeSdecke mit einem einfachen Denkmale bezeichne»!!, damit es gleich jenem einfach^erhabenen Jung-Stilling« zur Ehre der Stadt, in der sie gelebt, von den Besuchern des karlSr. Friedhofes gefunden werden könnte.-z * Freiburg 17. März. (Kocresp.) Das hiesige Theater hat einige komische Ereignisse erlebt. Hr. Hirschberg, welcher hier als erster Tenor suugirte und von der Natur mit schönen Mitteln begabt ist, wurde auf Requisition der Mannheimer Bühne, mit welcher derselbe früher komrahirr, aber den Kontrakt gebrochen hatte, zur Bezahlung von 800 tl. Buße oder zur gefänglichen Hast auf unbestimmte Zeit verurtheilk. Da er nicht bezahlen konnte, so wurde er seiner Freiheit beraubt und ihm eine bewachende Person zugethan. Diese wußte er eines Abends zu täuschen und in der Gestalt seiner Geliebten, Demoiselle Stemm ler, zu entweichen.^ Dies einachte sich vorgestern auch unfichibar auf eine sehr überraschende Weise, indem sie sich zur Aufführung des „Aschenbrödels" bereit halten sollte. Der Verlust des Säugers Hirschberg wäre für die freiburger Bühne höchst empfindlich gewesen, wenn nicht glücklicherweise die Auflösung des baseler Theaters einen hinreichenden Ersatz au dem Sänger Freiberg geliefert hätte. In den drei Rollen, welche er bisher sang, in der „Zauberflöte," „Fra ldiavolo," „Stumme von Porlici," hat Freiberg sehr gefallen. Ueberhaupt ist man hier mit der Oper, sowie mit dem Luflspi-s sehr zufrieden; in der Oper find besonders lobenswerth die Mad. Jakobi-Betz, Mad. Schrammeck, dir Herren Linker, Freiberg, Wüste n der g, *) entfernter stehend Neumerker; der Musikdirektor Schrammeck füllt seine Rolle mit besonder« Aus- ») Fischer. 495 lim zu g." in r Ver- Maaten >aS ge- mburg, ist dir ilhrung lid von Würt- enanu- ruchsal Wich- große» lbronn ie eine Nürn- lsee zu längs it die- ntschcn das, n hat, »endig erseits, n hier lptfak- i hier- Von ingen, ckLud- t ver- chwie- emlich vicrig- 1 par. chnitt- immer >d von g und lit der ie von n ver- ingen, > über >ze im ch der auch große dieser iteren ttgart »rlhal nach , die eizer« mün- >, wo unnel ingcr egen- a die über - St. r bis I des träne, Linz, dem veder unkte eine Di« »gen ung; »on Ebingen bis zur Einmündung der Schmeiht in die Donau auf 5 Stunden Entfernung 674 Fuß, somit nicht ganz 1 Proz. Fall; von Mengen bis zur Wasserscheide bei Linz auf 6 St. Entfernung 177 Fuß, daher Vio Proz. Steigung; von Linz bis Uhldingen sind uns die Höhenpunkle nicht-bekannt, doch kann das Falle» 1 Prozent kaum erreichen. Es ist zu bemerken, daß die angeführten Wasserscheiden die niedrigsten zwischen dem Neckar und der Donau, sowie zwischen letzteren und dem Bodcnsee sind, daher in Rücksicht auf das Terrain bei weitem vorzuziehen sind. Durch diesen Bahuzug könnte die Linie von Ulm nach Friedrichshofen erspart werden; sie würde zwar um einige wenige Stunden länger werden, dagegen den großen Vorthcil der unmittelbaren Verbindung von Stuttgart, Friedrichshofen, Ulm, Straßburg gewähren. Die Territorialverhält- Nisse find um so weniger als Hindernisse zu betrachten, als man so ziemlich allgemein für Deutschland die Nolhwcndigkeit anerkannt hat, bei der Anlage von Eisenbahnen von einem nationalen Gesichtspunkte auszugehen, und was insbesondere die angeführten Linien betrifft, so stimmen sie eben so sehr mit dem Interesse der betreffenden Staaten, als Württembergs, überein; besonders muß Baden daran liegen, aus dem gewerbsamsten Theile des Schwarzwaldes eine Verbindung mit Straßburg und der basrl - frankfurter Linie zu haben, welcher Zweck durch den angegebenen Zug über Tryberg erreicht wird. Sollten diese Linien auch aus Rücksichten des äussern Handelsverkehres zur Anlage von Eisenbahnen nicht für geeignet erachtet werden, so sind sie es doch gewiß als Straßenzüge, sowohl zur Beförderung des inneren Verkehres, als zur Verbindung mit den bedeutendsten Handelsplätzen. Sie verdienen in hohem Grade die allgemeine Aufmerksamkeit, welcher sie empfohlen werden. ^ Stuttgart, 19. März. (Korresp.) Ihre kon. HHoh. der Erbgroßherzog von Hessen und seine Gemahlin, welche vorgestern Abends 7 Uhr zu einem Besuche bei der königlichen Familie hier angckommen waren, sind heute früh 7 Uhr wieder von hier abgereist. — Vorgestern Abend kam der französ. Botschafter am österreichischen Hofe, Graf v. St. Aulaire, hier an und setzte gestern Morgen seine Reise nach Paris fort, um seinen Sitz in der Pairskammer cinzu- nehmen. — Seit einigen Tagen befindet sich der bekannte Frhr. v. Hallberg (der Eremit von Gauting) hier. Seine ungewöhnliche äussere Erscheinung zieht, wo er sich auf den Straßen zeigt, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. — Kürzlich gab die „Allgemeine Zeitung" Nachricht von einigen Versetzungen württem- bcrgischer Diplomaten. Wir können mit Bestimmtheit versichern, daß hierüber noch nichts definitiv festgesetzt ist. Griechenland Athen, 28. Febr. Mit großer Spannung sicht man in Athen Nachrichten auS Kandien entgegen. Viele Krctenser sind,aus Griechenland entwiche», darunter sogar ein Obrist in königl.gricch. Diensten, obgleich die gricch. Regierung ernstliche Maaßregcln gegen diese heimlichen Entfernungen ergriffen hat, um ja dem Verdachte vorzubcugcn, als begünstige sie diesen Unfug, zu welchem jedenfalls der Zeitpunkt schlecht gwählt ist. Die Kandioten verlange» gleiche Konzessionen, wie solche den Bewohnern von Samos gewährt wurden; der Gouverneur Mustafa Pascha hat seinen Sekretär nach Konstantinopel abgcsendct, um darüber Instruktionen einzuholen. Inzwischen bleibt die Bevölkerung Kandiens unter den Waffen, und täglich verstärkt sich der Anhang derer, welche eine Umgestaltung verlangen. Man sagt, einige Handelshäuser von Athen und Spra liefern ihnen Unterstützungen. (A. Z.) Großbritannien London, 12. März. Nächsten Montag will der Bischof von Ereter die Erhebung des Seminariums von Sr. Sulpice in Montreal in eine Korporation vor's Oberhaus bringen. Aber obgleich ver Herzog v. Wellington diesen Schritt, welchen Billigkeit und Politik zu gebieten schiene», rasch genug eine Verletzung der Prinzipien der Reformation nannte, so glaube ich doch nicht, daß er seiner Partei rathen wird, die Königin um die Zurückhaltung ihrer Genehmigung anzugehen. Schon hat O'Connell von jener Bemerkung Gebrauch gemacht, und in Verbindung mit den Reden, welche neulich im Unterhaus« gegen das Semina- rium zu Maynooth gehalten worden, in einem Briefe an seine Landsleute und Glaubensgenossen, einen neuen Grund für die Auflösung der Union darauf gebaut. Was würde ans unfern amerikanischen Provinzen im Fall eines Krieges mit den Vereinigten Staaten werden, wenn man die dortigen Katholiken a l s solche zur Unzufriedenheit triebe, und sic zugleich in einen Zusammenhang mit den Unzufriedenen in Irland brächte?! Es ist also auf jeden Fall erfreulich, daß man im Unterhausc darüber schweigt. (A. Z.) London. In der Untrrhaussitzung vom 12. März entwickelte der Präsident deS Handelsburean, Hr. Labouchcre, eine Reihe von Anträgen, durch welche daS Kolonialzollwesen reformirt werden soll. Das alte Kolonialsystcm war auf daS Streben gebaut, den Handel der Kolonien ausschließlich aus das Mutterland zu beschränken. Dieses System erlitt die erste wesentliche Acuderung im Jahr 1780, indem damals auch Irland die Erlaubniß erhielt, seine Erzeugnisse nach den Kolonien auszuführen. Weitere Aenderungen traten ein im Jahr 1822 durch Hrn. Robinson (jetzt Graf Ripon) und im I. (825 durch Hin. Huskisson. Seither fand keine Aeuderung von Belang mehr statt. Die Regierung will jetzt aber das Zollwesen der Kolonien im Interesse dieser einer totale» Acnderung unterwerfen. „Ich wünschte, bemerkte Hr. Labouchere, daß z. B. die kanadier, wenn sie,über die Gränze aus die Amerikaner blicken und dieselben mit Zöllen belastet sehen, sich der freien Wagreneinfuhr aus der ganzen Welt freuen könnten, denn nichts würde die Kolonie fester an das Mutterland ketten und daS Beste beider mehr fördern." Nach der gegenwärtigen Gesetzgebung bestehen vier Hauptklassen von Zöllen nach dem Werth der Waare in ven Kolonien, im Betrag von 30, 20, 15 und 7'/r Proz. Der Zoll von 7V, Proz. soll beibehalte» werden; die übrigen Klassen sollen aber durch einen gleichförmigen Zoll von 10 Proz. ersetzt werden. Der Zoll von Getreide und anderen Lebensmitteln, der 20 — 40 Proz. beträgt, soll auf 12 — 15 Proz. vermindert werden. Alle bestehenden Zölle auf Wein sollen aufgehoben und durch einen Zoll von 7'/, Proz. vom Werth ersetzt werden. Hinsichtlich des Thees, der dem Gesetze nach in Westindicn und dem britischen Nordamerika nur aus Ländern östlich vom Kap der guten Hoffnung cingeführt werden soll, in Wirklichkeit aber größten- theils aus den Vereinigten Staaten eingeschmuggelt wird, soll die Aendcrung eintreten, daß der zu Land im britischen Nordamerika eingeführtc blos ein Zehntel mehr zahlen solle, als der, welcher von der See her kommt. Die Erzeugnisse der Kanalinseln (Jersey, Guernsey «.) wurden bisher bei der Einfuhr in de» Kolonien als fremde Maaren behandelt; in Zukunft sollen sie so frei, wie englische, dort eingeführt werden dürfen. Zu allen von der Regierung i» den Kolonien eingeführten Zöllen können die Koloniallegislaturen noch für Kolo- uialzwecke Zusatzzölle beifügen. — Man hat Briefe von den Falklandsinseln (östlich von Patagonien) bis zum 15. Dez. 1840. Auf diesen Inseln, welche England neuerdings in Besitz genommen, waren eben die ersten Kolonisten, unter der Anführung eines Hrn. Whittington, mit Schafen, Geflügel, Schweinen re. angckommen. ES sollte bald ein zweites Schiff mit Einwanderern Nachfolgen. — Man hat Nachrichten aus Westindicn bis zum 4. Febr. Die Neger auf Jamaika erfüllten auf den meisten Pflanzungen gewissenhaft die ringegan- gcnen Verbindlichkeiten; vor ausserordentlicher Arbeit fürchten sie sich aber, von der Zeit ihrer Sklaverei her, so sehr, daß man ihnen, wenn dringende Bestellungen eingelaufen waren, vergeblich doppelten Lohn für Nachtarbeit anbot. Sie wollen um keinen Preis über die Arbeitszeit hinaus arbeiten. Ihre Antwort auf solche Anerbietungen ist: „Wir das Geld sehr viel lieben, aber Arbeit das Fleisch anschwellen." — Die eisernen Dampfschiffe, welche a» der Niger- erpedition Theil nehmen sollen, liegen jetzt insgesainint zu Woolwich. Jedem derselben sind 15 Farbige beigcgcben, da man hofft, daß sie in dem tropischen Klima die Schiffsarbeit leichter ertragen werden. Man glaubt, die Expedition werde Woolwich in den ersten Wochen des April verlassen- Italien Kirchenstaat. Rom, 12. März. Vorgestern ist Graf Gneisenau in Begleitung eines kön. Feldjägers mit Depeschen von Berlin hier angekommen. Wie verlautet, so ist man über die Person des zu wählenden Koadjutors noch nicht einig, und es sind jetzt ausser dem bereits früher Genannten wieder zwei neue Kandidaten zu dieser Stelle in Vorschlag gebracht worden. Auch scheint die Reise des Erzbischofs nach Rom noch anfgeschoben worden zu seyn; wie denn überhaupt manche Anzeigen darauf hindcuken, daß die Verhandlungen sich noch in die Länge ziehen dürften. (A. Z.) . Schweiz. Nachstehendes ist der wesentliche Inhalt der Antwort der aargauischen Regierung an den Vorort, resp. den k. k. österreichischen Gesandten: „Unmöglich könnten wir die Einsprache irgend einer anderen Macht in die selbstständige Erledigung unserer eigenen innern Angelegenheit anerkennen, sondern müßten dagegen auf's feierlichste den Schutz des ganzen Bundes anrufen. Bei aller Hochachtung, die wir für den weiland habSbnrgischcn Stamm und für das jetzige hohe österreichische Kaiserhaus insbesondere hege», können wir nicht umhin, darauf aufmerksam zu mache», daß, wenn Hochdasselbe als Nachkomme des ursprünglichen Landes- und Schirmherr» heute noch Rechte irgend einer Art im Aargau anzu,prechcn beabsichtigen sollte, diese wahrlich in keiner Weis» begründet werden konnten. Nur des westphälischen Friedens zu gedenken, welcher die Unabhängigkeit der Schweiz und den längsterworbene» Besitz ihrer Souveränität und Selbsthcrrlichkeit und der daraus herfließenden Rechte und Freiheiten auf's feierlichste anerkannte und gewährleistete; so zeigen sich schon kraft dieses so allgemeinen und umfassenden Völkerverkommniffcs die Verhältnisse der Schweiz zur ehemaligen deutschen Reichs- und Landeshoheit auf immer gelöst. Neuere Staats- Verträge und Sanktionen, agf dem Grunde deS westphälischen Friedens fortbauend, anerkennen nicht minder feierlich die volle Souveränität der Schweiz und beurkunden andurch mit gleicher Kraft das gänzliche Erlöschen aller Ansprüche der früheren Landeshoheit und Schutzherrlichkeit auf Institute, Stiftungen u. s. w. in schweizerischen Landen. Die eidg. Stände, auf welche die Reichs- und Landeshoheit übergegangen, haben auch ihre dahcrigcn ausschließlichen Oberherrlich- keitSrcchte über die derselben mit unterworfeuep Klöster und Stifte jederzeit in vollem Umfange auSgeübt und gegen jede Beeinträchtigung unversehrt behauptet. Nachdem namentlich die, in der Stiftungsurkunde als eine Last und nicht als ein Benefizium angesehene, Schirmvogtei über das Kloster Muri schon wenige Jahre nachher von den Grafen von Habsburg an die Freiherr» von Regeusberg, Nül- oieder ver- deiren dhofe doch »scheu rgenv inge- zahl- öenk- -tadt, reiz, latur wellt! tl. ihlen »Han. stelle sehr alten »öchft :ineu llen, hat stvi-l «ad. hend Auszeichnung aus. 3m Schauspiel ragen vor Allen hervor Mad. Gerlach, Hr. Gerlach und Denk, welche drei auf jedem größeren Theater gewiß »in Beifall spielen würden; noch verdient rühmliche Erwähnung Mad. Rößler; eine angehende Bühnenkünstlerin ist Dem. Rieß, welche schöne Anlagen zeigt. Neuere Akquistuonen sind Schräder, welcher Bühnengewandrheit und durchdachtes Spiel zeigt, unv Widmaun, welcher als angehender Künstler offenbares Talent verräkh. Andere, deren Namen ich übergehe, unterstützeu auf lobenswerthe Weise das höher stehenbe Personale. — Hr. Gerlach, der Direktor des Theaters, har sowohl als Künstler wie als Direktor den allgemeinsten Beifall errungen; man ist hier daher um so mehr verivundert, daß ihm Baven entgangen ist. « (Vaterländische Kunst.) Von dem hiesigen Künstler Louis Hoffmeister ist so eben nach emem Gemälde von H. Bürkel ein Stahlstich von etwa S Zoll Breite und 5'/, Zoll Höhe erschienen, ans den wir hier aufmerksam machen müssen. Das Bild stellt die Gräberstraße in der Kampa ,ne bei Rom, rar. Bor uns liegt eine unabsehbare, einsame Ebene, in der sich unser Blick verliert, vergebens nach üppigen Fluren forschen». Da ist kein Anhaltspunkt für das Auge, an traurigen Ruine» , den tvdte» Ueberresteu aus Roma s Blürhezeit, schweift es vorüber, und nur zur linken Seile zieht süh ei» ebenso einsames Gebirge hin. Die Gräberstraße in ver Mine, — die alte vi» -Vppl» — ont den zerfallenen Grabmälern einst großer Römer, und die Gruppe >m Vordergründe vollenden ras Bild des Todes; denn auf einem Wagen wirb »o» vier römischen Sbirren geleitet, ein kodier Bandit fortgeführt, während drei andere italienische Bravo«, gefesselt, aber immer noch mit trotzigem Blitz, voranschreiken. Düstere Woikcn breiien sich oben hm, und nur in weiter Ferne ist der Himmel wieder hell, gleich, als könnte er nur sein von den giftigen Ausdünstungen ree pontinischen Sümpfe und nur über dem klaren Meere sich wieder aufheilern. — Tie Wahl des Bildes und der Stich ist nur zu loben, die Platte ist rein, und auch der Truck, von 3. B. Seel in München, gut gelungen, weshalb wir diesen Stahlstich jedem Kunstfreunde empfthlen. — Möchte der Künstler, der wle wir hören, eben erst von Reisen nach 3tal»en »nv England zurückgekehrt ist, aber jetzt nach München gehen will, länger hier verweilen, und in seiner Vaterstadt genügende Beschäftigung erholten damit er uns bald wieder mit gleich gelungenen Arbeit erfreue. Karisr*Yr. Eugen Huhn. --7 2» russischen Urkunden soll Folgendes als wahre Begebenheit im 3ahre 1530 ausgezeichnet sevn: Ein ln den ausgedehnten großen Waldungen Rußlands wohnender Bauer geht früh in den Wald, Wachs und Hvnig aus hohlen Bäumen zu sammeln, da noch jetzt in jenen Wäldern, so wie in Polen, ausserordentlich viel« wilde Biene» ange-. troffen werten und einen bedeutenden Erwerb für die dortigen Einwohner abgeben. Wie nun dieser Bauer einen hohlen, von den Bienen bereits verlassenen Baum hinauf- steigt, und sich bemüht, den Honig aus den tiefen Höhlen des Stamme« herauszuholen bricht plötzlich das morsche Holz unter seinen Füßen, er fällt den Stamm herunter und bis an den Hals in Honig. Aller angestrengten Mühe und Arbeit ungeachtet ist er doch nur im Stande sich die Arme wieder frei zu machen, verfällt aber nun, durch die ausserordentliche Anstrengung ermüdet, in eine« tiefen Schlaf. Vermuthkich würde er hier, d- Liese weiiläufigen richten Waldungen von Menschen nur selten betreten werden, endlich doch nmgekommen sevn, wenn er nicht durch einen wahrhaft wunderbaren Zufall wäre gerettet worden. Schon hatte er bereits 2 Tage alle menschliche Hülse aufgebend i« Honig gesteckt, da kömmt endlich ein — Bär'. (--ie!) Den Honig witternd, steigt er behende den Banm hinauf und läßt sich in die Höhlung hinein, um seinen Bärenappetit zu stillen, doch wie erschrickt er, als ein ungeheurer Bienenkopf (nämlich der Kops des Bauern) zum Honig herausguckr. Der Bär wendet sich betroffen um, die Flucht zu ergreifen ; La rafft der Bauer seine letzten Kräfte zusammen, faßt den Bär bei einer hintern Tatze und hält ihn mit beiden Händen so fest, als es ihm nur möglich ist. Der Bär in größter Angst strengt alle seine Kräfte an, zieht mit aller Macht, um dieser ihm unbekannten Bürde sich zu entledigen, und hebt dadurch glücklich den armen Bauer au« seinem süßen Gefängnisse heraus, bi» endlich beide den Baum heruuterkugeln. Seiner Bürde nun befreit, ergreift rer Bär brummend die Flucht, der Bauer aber trifft, wiewol/ abgemattet und entkräftet, doch wohlbehalten zur größten Freude bei den Seinigen ei-, die ihn schon für verloren gehaller hatten. (Wer's glaubt!) — Man schreibt au« Konstantinopel, daß durch einen großherrlichen Ferman die Eunuchen abgeschafft worden find. Die Türken sebst billigen diese im Sinne des Fortschrittes erlassene Anordnung, und wollen künftig ihre Harem« durch erprobte alre Diener bewachen kaffen. j?j 496 von diesen an die Edeln von Reußegg, und von ihnen an Haus Oesterreich ge« kommen war, ging dieselbe im I. 1415 mit dem Besitz der aargauischen Lande unwiederbringlich an die regierenden eidg. Orte über. Von dort an dis auf un- sere Zeiten herab übten die jeweiligen Landesherren das Schirm- und Kastvog- teirecht über die ihrer Botmäßigkeit unterworfenen Klöster, und zwar nach deren eigenen übereinstimmenden Ansuchen, ununterbrochen und unwidersprochen aus. ES war dasselbe ein natürlicher und rechtlicher Ausfluß der Landeshoheit, und diese Rechtsansicht zu allen Zeiten eine so unzweideutige und ausgemachte, daß es genügen mag, auf die Verhandlungen und Schirmbriefe der Eidgenossen in den vergangenen Jahrhunderten hinzuweisen, welche eine ununterbrochene Reihe von Belegen für das Gesagte sind. Dabei verdient vielleicht auch, als Beispiel, wie eifersüchtig unsere Altvordern diese Rechte zu wahren besorgt gewesen, nicht unerwähnt zu bleiben, daß selbst die im I. 1701, im Hinblick auf einige aus« wärtige Besitzungen des Klosters im Schwabenland, ohne Vorwiffen der regierenden Orte stattgefundcne Erhebung des Abts von Muri in den Reichsfürstenstand im Schooße der Tagsatzung zu der Erklärung Veranlassung bieten mußte, daß die löbl. Orte keine Obern erkennen, und daß sie Kasteuvögte und Schirmherren des Gotteshauses Muri ftyen, von denen allein ein jeweiliger Prälat die Manutention, Schutz und Schirm begehrt. Kommen wir nun aber auf das Verhältniß des hohen österreichischen Kaiserhauses, als Nachkomme des ursprünglichen Stifters und Donators einzelner aargauischer Klöster, so ist — abgesehen davon, daß das in der Eingangs gedachten Note mitgenannte Kloster Wettingen überhaupt keine Habsburgische Stiftung war — die Stiftung aller aargauischen Klöster ohne Ausnahme unwiderruflich und ohne alle» Vorbehalt in Absicht auf eine dereinstige Reform oder hoheitliche Auflösung derselben geschehen. Mit dem Uebergang in eine andere Landeshoheit hat, wie oben nachgewiesen wurde, auch das ehevorige Schirmooqteivcrhältniß anfgehürt und mit diesem zugleich jede Verfügungsgewalt über die Temporalien der Klöster. Die Güter derselben, welche, abgesehen von dem nicht immer rühmlichen Ursprünge, durch die Stiftung selbst schon nothwendig aufgehort hatten, privatrcchtliche Befitzthümer der Stifter und vielseitigen Donatoren zu seyn, und seitdem auch die wesentlichsten Veränderungen erlitten haben, unterlagen seit Jahrhunderten der vollen Verfügungsgewalt der Landeshoheit, welche dafür Verwalter ein- und absetzte, Rechnung nahm, und obcrherrliche Akte und Verwendungsweisungcn oder Beschränkungen der mannigfachsten Art erließ, so daß sic Kloster der übel» Verwaltung wegen Jahre lang rinstellte oder dieselben auch gänzlich säkularisirte: lauter Rechte, welche unverkümmert auf die aargauische Staatshoheit übergcgange» sind. So wenig als ein stiftungsmäßiger Vorbehalt, besteht aber ein solcher vertragsmäßig in irgend einer früheren oder späteren Transaktion der Eidgenossen mit dem Haus Oesterreich zu dessen Gunsten in Absicht auf schweizerische Klöster. In dem ersten Konstanzcrfrieden LcS Jahres 1418, wodurch das Haus Oesterreich der in den Besitz der Eidgenossen gelangten Lande u. s. w. zuerst unbedingt und auf ewige Zeiten entsagt har, ist dem Waldshuterfrieden von 1468, in den ewigen Erbvereinigungen von 1474, 1477, 1511 und s. f. bis auf die Wienerkongreßakte herab, ist eines Vorbehaltes in Bezug auf die Klöster im Aargau mit keiner Sylbe gedacht." — Dann wird das schmerzliche Gefühl geäufserk über den Theil der österreichischen Note, betreffend die Grabstätten und Stammur« urkunden. „Der Frömmigkeit des aargauischen Volkes und der Gewissenhaftigkeit seiner Behörden werden die gestifteten Gedächtnisse jederzeit heilig seyn." Gegen alle anderen Ansprüche aber, die nicht vor den gewöhnlichen Gerichten geltend gemacht würden, verw ahre man sich auf's fei erlichste. (Basl. Z.) Neueste Nachricvten. 2 Aus dem Haag, 16. März. (Korrcsp.) In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer der Generakstaaten hatte der Präsident das Antwortschreiben des Ministers des Innern, in Bezug auf die Theilnahme des Gouverneurs der Provinz Nordholland bei der Wahl zweier Abgeordneten, verlesen und den Antrag gestellt, das Antwortschreiben zur Kenntnißnahme zu nehmen. Das genügte aber der Opposition so wenig, als das ministerielle Schreiben selbst : es wurde der Antrag des Präsidenten verworfen, und »ach lebhafter Diskussion endlich auf Antrag des Grafen v. Rechteren beschlossen, de» Minister des Innern und Generallirutenant de Kock zu ersuchen, der Kammer einen Auszug aus dem Wahlprotokoll der Provinzialstaaten von Nordholland vorznlcgen, damit die Kammer ersehen könne, ob der Gouverneur bei der Wahl mit abgestimmt habe und mit welcher Stimmenmehrheit die Wahl zu Stande gekommen. Man muß eS bedauern, daß die Kammer das Auskunfrsmittel, das der König ergriff, um dem Wunsche der Kammer zu genügen, nicht anerkannte, denn cS steht nach dem Reglement allerdings den Gouverneuren der Provinz das Recht zu, bei der Wahl der Mitglieder der zweiten Kammer mit abzu- stimmcn. Wir wollen nicht behaupten, daß dies Recht sey, allein es ist ein be- Großherzogliches Hofthcater^ S^Quättett Sonntag, 21. März: E i n T^r a m a oh n e T i- tel in 5 Aufzügen, nach St. Hilaire von Frost und Lentncr. Die sondere» Recht, das, wie Hr. Kniphorst in der gestrigen Sitzung der Kammer richtig bemerkte, selbst der König den Gouverneuren nicht absprechen kann. Man ist nun sehr gespannt, was das Ministerium auf den Beschluß der Kammer antworten werde. — I. k. H. die Prinzessin von Oranien wird wahrscheinlich in den nächsten acht Tagen die Reise nach Stuttgart antretcu. §f- Paris, 18. März. (Korresp.) Deputirtenkammersttzung. Der Finanz- minister brachte mehrere Gesrtzvvrschläge ein: 1) Die Eröffnung eines Kredits für dir Erbauung von Dampfbooten; 2) in Betreff der Militärpenfionen. General Schneider legte den Bericht der mit der Prüfung des Rekrutirungsge- setzentwurfs beauftragten Kommission auf den Kammertisch. An die Tagesordnung kam nun der Vorschlag der HH. Mauguin und Pagvs (vom Arriegedep.), bezweckend dir Bestimmung der Unverträglichkeit gewisser Staarsämter mit der Deputirteneigenschaft. Hr. Pagös bestieg die Rednerbühne, las den gemeinschaftlichen Antrag vor, und wünschte, solchen kommenden Samstag über acht Tage entwickeln zu können. Die Kammer bestunmte sofort den 27. März dafür. Marschall Soult nahm das Wort, um eine RegierungSmittheilung zu mache». Der Kriegsminister verlas einen Gesetzesentwurf wegen Bewilligung eines Kredites von 2 Millionen zur Vermehrung der Gendarmerie im I. 1842. Der Minister des Innern brachte im Namen seines kranken Kollegen, des Ministers der Staatsbauten, eine» Entwurf ein, welcher die Konzession einer Eisenbahnlinie von Paris nach Mcaur (Weg nach Deutschland) enthält. Die Kammer schreitet hierauf zur Verhandlung über den Gesetzentwurf wegen der supplementari- schen und ausserordentlichen Kredite von 1840. Hr. Lepeltu d'Aulnay beschwerte sich über die Leichtigkeit, mit welcher die Kammer solche Kredite gewährte , und bekämpfte das Gesetz; Herr Thiers trat als Vertheidigcr desselben auf und benützte diese Gelegenheit, um die vom Kabinet des 1. März genommenen Maaßregclu in Schutz zu nehmen. Er bemerkte dabei u. a. auch, daß es besser gewesen wäre, 12 neue Regimenter zu errichten, wie das Ministerium vom 1. März gethan, anstatt ein 4tes Bataillon den bereits bestehenden beizufügen. Die Umstände, in welchen sich damals Frankreich befunden, hätten elfteres erheischt. Mehrere Redner nahmen nach und nach Theil an der Verhandlung. Es wurde die allgemeine Debatte geschlossen, und die Kammer schritt zur Verhandlung der einzelnen Gesetzabschnitte. Der Präsident brachte die verschiedenen Paragraphen des ersten Artikels sammt den dazu gehörigen tabellarische» Anschlägen zur Abstimmung, u. es wurden solche ohne Diskussion vvtirt. Sie befassen ein AuSgabenganzes von 20,000,000 Fr. Artikel 2, sammt dem dazu gehörigen Status, wurde ebenfalls votirt; sein veranschlagtes Ausgabcnganzes befaßt 130,331,000 Fr. Hr. v. Labourdonnaye verlangte das Wort über die Ausgaben für das Kriegswesen. Er drückte sein Erstaune» aus, daß Marschall Soult nicht auf die Bemerkungen des Hrn. Thiers über die Errichtung der neuen Regimenter geantwortet habe. (Man murrte.) Marschall Soult erhob sich, um zu antworte»; auf die au ihn gerichteten Einladungen aber bestimmte er sich, sich wieder- zu setzen. Die Labourdonnaye'sche Bemerkung blieb ohne Folgen. Der Präsident setzte die Verlesung der weitern einzelnen Kreditpostcn fort, was bei'm Postabgang noch dauerte. — Die Börse war heute im Anfang sehr flau; cs wurden schlechte Gerüchte über Nordamerika verbreitet, die sich aber bald als unwahr erwiesen. 3prvz. blieben zu 77 Fr. 5 Et. (und waren schon auf 76 Fr. 80 Et.); dproz. 111 Fr. 35 Et.; spanische Aktivschulb 24'/.. * London, 16. März. Das heutige ministerielle „Morning Chronicle" schreibt: Wir sind vermögend (rvs knve in our povvvr) in Antwort aus die grundlosen Angriffe der „Times" auf unfern Gesandten in Konstantinvpel zu sage», daß mit dem, Mehcmed Ali'n zugckommenen Hattischeriff eine gütliche (amivable) Mittheilung kam, welche die Versicherung an den Pascha enthielt, daß, ans leicht zu würdigenden Rücksichten, der Sultan das persönliche Sicheinfinden Mehcmed Ali's oder Ibrahim Pascha's, sollte dieser ihn überleben, in Konstantinopel zur Investitur mit dem Paschalrk erlassen wolle. Daraus geht hervor, daß Ibrahim Pascha'n die Succession indirekt verbürgt ist. Auch hegen wir nicht den leisesten Zweifel, daß die Absicht des Sultans — welche nur auf den Fall des Unmündigkeitsalters oder der Unfähigkeit des rechtmäßigen Successors sich die Erbfolgcernennung Vorbehalten will — deutlich genug gemacht werden wird, um alle Besorgnisse des Paschas zu beschwichtigen. Er hat bereits den Hattischeriff angenommen und erbittet nur eine Modifikation einiger Artikel, welche wohl keineswegs verweigert werden dürfte. Es ist ein bloses Hirngespinnst der „Times" — ihre Vermuthung, daß ein Mißverständniß sich über dies« Sache unter den europäischen Mächten ergeben dürfte. Diesem Einwurf der „Times" wird ein ganz klein wenig Zeit die genügendste Antwort geben, die sich nur geben läßt. Nedigirt unter Verantwortlichkeit non E. Mack tot. (-4.137.2) Karlsruhe. (Museum.) verehrlichen Mitglieder der Museumsgesellschaft werden in Kenntniß gesetzt, daß Mittwoch de» 24. d. M. Nachmittags 2 Uhr, eine ausserordentliche Generalversammlung abgchalten wird, worin verschiedene auf die Gründung eines Sommerlokals sich beziehende Fragen zur Abstimmung gebracht werden. Das Nähere hierüber kann auf dem Lesezimmer eingesehen werden. Karlsruhe, den 19. März 1841. Die Museumskommission. s^.154.1) Karlsruhe. (Kunst- jnotiz.) Montag, den 22. März d. I., findet die öte musikalische Abendunterhaltung im Rathhaussaale statt, worin folgende Musikstücke zur Ausführung kommen: 1) Quartett von Mozart, k' äur. 2) 8tukrrt water, mit obligaten englischen Horn, von Cherubim. 3) Quintett für Blasinstrumente von Reich«, L äur. von Beethoven, ckur. Der Anfang ist präzis 7 Uhr und das Oesterreich. Ende nach 9 Uhr. Der Eintrittspreis ist für die Person 1 Gulden. Das ausführliche Programm ist am Montag in der Musikhandlung von Herrn Velten in Empfang zu nehmen. (^.161.2) Karlsruhe. (Anzeige.) Geräucherter holländischer Lachs ist angekommen bei Jakob Giani. (^.160.1) Karlsruhe. (Anzeige.) Der erste geräucherte Winterlachs ist so eben in vorzüglicher Qualität eingetroffen bei C. A. Fellmeth. Staatspapiere. 18 . März. Zproz. konsol. 77. so. 4proz. ko ns. Frankfurt, IS. März. Preußen. Bavern. Frankfurt. Baden. Darmstadt. Nassau. Holland. Spanien. Polen. MeiaiüqueSobiigationen do. ' .do. Bankaktien La Div. st. 250 Loose bei Rothsch. st. 500 Loose do- Bethmann'sche Obligat, do. Staaisschuldscheine. Prämienscheine. Obligationen. Obligationen. Eisenbadnaktien »250st. st.SöLoose bei Goll u.S. st. 50 Loose von 1840 Renrenscheine. Obligationen SV Loose. 2 . 25 Loose. Obligationen bei Rsch. fl. 25 Loose Integrale. Aktiv schuld m. E. st. 300 Lotterieloose Rih. do. zu st. 500. Prz. Papier. 5 1087 . 1 98 '/. 3 78 '/ 1948 * 110 '/, 4 __ 4 '/. _ 4 — 3'/. — 3'/. 347 '/. 49 '/. 3'/. — 37. 607. 37. — 27. 49 '/. s 22'/. _ Geld. Pari« 98. —. zprozent. konsol. 111. 40 . Bankaktien 3150. —< Kanalaktien 1235. —. St. Gcrmaineisenbahnaktien —. —- Versailler Sisenbahnaktien, rechtes Ufer: 390. —. linke« Ufer, 307. 50. Orleanser Eisenbahnaktien —. —- Straß- burg-bas. Hjsenbahnakt. 237. 50. Belg, öproz. Anleihe lOl'/„ römische do. 102. Span.Akt. 24'/., Paff. 5'/.. Neap. 102.45. London, IS.März, 4 U.Nachm. Konsol« 88'/.- Span. Fond«, aufgeschob. Schuld 11'/»- Portugies. aktiv 23, paff. 5'/. gl«» ».,« -r - cm . Fond«, 5proz. 30'/., 3proz. 18'/,. Belg. 100. H°U.5proz. 99'/., 4) Ane aus Hlgaros Hochzeit von Mozart. 2 '/,proz. 50 '/,. Dan. 78. Ruff. HO'/. Neue holl. Anl.97'/. -Hold. Nene Louisdor . . Friedrichodor . . Holi. 10 fl. Stücke . Randdukaten . . LOFrankenstücke lkngi.SouverainSdor Geldkurs, fl. kr. 10 58 9 30'/. 9 50 5 32 S 21 11 38 106'/. 1945 1l«7. 134'/. 97'/. 1007, 106'/. 81'/. 100 '/. 103'/. 3477 . 1t»7. 100 '/. 94'/. 60'/. 22 ". SS'/. 20 '/. 49'/.. 22 '/. 717. 80 '/. fl. kr. Silber. Gold »I Marco VV-. 312 Laubthaler, ganze. 2 43 Preuß. Thaler . . 1 45'/, 5 Frankenthaler. . 2 20 SeinSilber,16löthig 20 26 do. 13—I4löthig 20 20 Mit einer Beilage. Druck und Verlag von S. Macklot, Waldstraße Nr. 10.