vorflXtezahlnng. ««»^Urlich »iee » «.. balbjrbr- «ch « fl., »— »i« »«fl i« «ro»> »«»«» » fl. ro kr. «tttfl-vkr. Karlsruher Zeitung. Snirückunglgebihr. Die gesraltene PetltzeNe »»er »«re» R-»» 1 kr. «^ef» «n» »etter frank». Nr. LL«. Freitag, den 23. April L8LL Deutsche BundesSaaten. Oesterreich. Wien, 15. April. H. v. Montmort, derselbe Attache der hiesigen französischen Botschaft, welcher vor einigen Wochen den unangenehmen Austritt mit einer Wache gehabt, wird dieser Tage nach Paris abreisen. Man «eunt gegenwärtig Hrn. v. Montrbello als wahrscheinlichen Nachfolge^ deS Trafen St. Aulaire am hiesigen Hofe. (A. Z.) Preußen. 8* Berlin, 17. April, (Korresp.) Am gestrigen Tage fand vor dem neuen Pallast in Potsdam die große Parade des Lehrbataillons (Elite« au- allen Regimenter ) vor Sr. Maj. dem Könige statt. — Wie wir so »be» auS einer ganz zuverlässigen Quelle erfahren, find alle bereits in der ersten Hälfte deS vorige« Monats getroffenen Anstalten zur Reise I. Maj. der Kai- ' fertn von Rußland und der Großfürstin Alerandrina nach Deutschland und namentlich nach Ems wieder eingestellt worden, indem die Reise in diesem Jahre nicht fiattfinden wird. -— In den letzten Lagen hatte man bereits den Anfang grmacht, die Schienen auf den Berlin zunächst liegenden Eisenbahnstationen zu le- GU», «.auf der entgegengesetzten Seite der Stadt werden schon einige Vorberei- 1««-e«««d Vorarbeiten zur Anlage deS Bahnhofes für die berlin-stcttiner Bahn begonnen. — Die in Beziehung auf die Verfassung erschienene» zahlreichen Schriften haben einen neuen Beitrag unter dem Titel „Eine fünfte Frage, gestellt u«d beantwortet von dem Grafen v. Hoverden« erhalten. Sie ist von dem konservativen Standpunkte auS abgefaßt und dürfte leicht nicht ohne Beantwortung bleiben. — AuS BrrSlau meldete man dieser Tage, daß sich nun wirklich eine Gesellschaft für den Bau einer Eisenbahn zwischen der Hauptstadt der Provinz Schlesien und dem wegen seiner romantischen Lage berühmten gräfl. Hoch- berg'schen Schlosse bei Freiburg konstituirt hat. Der Hauptzweck dieses Unternehmens ist, Breslau und der Oder, einer freilich auf ihrer obern Strombahn, wegen des geringen Falles und häufigen Wassermangels nicht sehr zuverlässigen Wasserstraße, auf eine leichtere und wohlfeilere Weise die reichen Lieferungen der großen unterirdischen Kohlenmagaziue in dem Mittelgebirge zwischen den Zentral- und glatzer Sudeten zuzuführen. — Alle Staatseffekten, mit wenig AuSuahme, find nach wre vor auf unserer Börse im Steigen, und im heutigen Börsentage waren auch wieder viele kommerzielle Papiere sehr beliebt und gkst»cht. BreSla«, 15. April. Die „Leipz. Allg. Ztg." vom 13. April Nr. 103 rathält i« einem Artikel aus Breslau vom 8. April folgende Notiz: Das Er- kenntniß über die Studenten, welche vor längerer Zeit in einer Art Petition, die hauptsächlich die von dem Senat ausgesprochene Relegation eines Kommilitonen umfaßte (?), sich an den König gewendet hatten, lautet strenger, als «an zu erwarten, versucht war. ES spricht Relegation, Konsilium und Erklu- sion über alle au», die auf irgend eine Weise bei der Petition betheiligt sind." Abgesehen von anderen hierin enthaltenen Unrichtigkeiten, die der unberufene Einsender leichtgläubig angenommen und leichtsinnig hingeschrieben hat, darf aus der besten Quelle versichert werden, daß dir Angabe über die allen auf irgend eine Weise bei der sogenannten Petition betheiligte« Studenten zuerkaunte Strafe durchaus falsch und die Publikation deS Erkenntnisses noch gar Nicht erfolgt ist. (Schl. Z.) Köln, 17. April. Nikolaus Becker soll nicht der Dichter des Rhernliedes seyn, so behauptet ein junger Mann, angeblich auS dem Arnsbrrgischen, der vorgestern in Becker's Wohnung erschien, ihn allein zu sprechen verlangte uud ihm sich als den wahren Verfasser von: „Sre sollen ihn nicht haben« produzirte, welches Lied er, wie er durch Zeugen beweisen könne, am 19. Oktober v. I. gedichtet habe. Das Manuskript sey ihm darauf abhanden gekommen und müsse irgendwie in Beckers Hände gelangt seyn. Der Fremde verlangte nun, daß Hr. Decker durch öffentliche Erklärung sein Autorrechr zurückgebe, wenn er nicht gerichtlich deshalb belangt seyn wolle. Der Dichter erwiderte ruhig, daß ftin Lied schon Anfangs Oktober in öffentlichen Blättern abgedruckt worden sey, «Uso nicht wohl erst am IS. gedichtet worden sey» könne. Dies schlagende Argument überzeugte aber den offenbar mit einer firen Idee Behafteten nicht, und er schied mit der Versicherung, daß er nach seiner Rückkehr ans Belgien, wohin er jetzt reise, die gerichtliche Klage anhängig machen werde, falls Becker sich bis dahin nicht zu der geforderten öffentlichen Erklärung verstehe. Gewiß ejne komische Prätendentschast! (S. M.) Bayern. I München, 20. April. (Korresp.) Unser Fcldmarschall Prinz ! Karl, Bruder Sr. Maj. des Königs, über dessen plötzliche Abreise nach Südtirol und der Lombardei ich Ihnen geschrieben, ist vorgestern wieder hier ange- kommen und mit ihm die Offiziere, welche sich in seinem Gefolgt befunden hat- j Die russische Armee. Die Offiziere. (Forts.) Die Ursachen dieses raschen Avancements in der russ. Armee, dieses erstaunlich schnellen Erklimmens der höchsten Stufen des militärischen Ranges sind verschieden. Nor allen Dingen der frühe Austritt der Söhne reicher Familien, die sich enrolircn lassen, um dem Gesetz und der Mode zu genügen, ihre Titelsucht zu befriedigen, und die sictz dann init einem anständigen Rang auf ihre Güter oder in die Residenzstädte zum Genüsse ihres Vermögens oder zur Verwaltung eines ruhigeren Zivilamtes zurückziehen, so den ihnen Nacheilenden Platz machend. Ferner di« so häufige Degradation, welche die Offiziere trifft, die oft noch schneller die RuhmeSleiter hinabpoltern, als sie auf derselben emporschwcbten. Endlich auch die häufigen Kriege der russischen Armee, besonders der kaukasische Kampf, der vor allen Dingen viele Offiziere verbraucht, da die tscherkessrschen Schützen sich immer lieber eine glänzende, besternte Uniform zum Zielpunkt ihrer nje fehlenden Kugeln setzen, als den grauen Kittel des gemeinen Soldaten. Während in unseren Armeen daher fast Alles immer stagnirt, findet in den russischen Armeen beständig auch im Frieden ein Umschwung statt, wie bei uns nur in Zeilen großer Kriege. Das ausserordentlich rasche Avancement in der russischen Armee ist es vorzüglich, waS neben den einheimischen auch so viele fremde Offiziere in Rußlands Militärdienste lockt. Es gibt deren in derselben au« allen Nationen Europas, viele Spanier, Franzosen, Portugiesen, Italiener, Schweden, Engländer. In der Landarmer sind von den Nichtrusse» die Deutschen entschieden die zahlreichsten, sowohl die einheimischen als fremden Deutschen. Die Hälfte aller russischen Siege find unter den Auspizien eines deutschen Namens erfochten. Namentlich in der ten. — Die Herzog!. »m, lenchtenbergische Familie ist durch die Ankunft deS Grase» und der Gräfin »on Württemberg aus Stuttgart erfreut worden. Wie lange der Besuch dauern werde, ist nicht bekannt. — Die Reise Sr. Maj. des König» nach Italien soll noch keineswegs so bestimmt aufgegeben seyn, wie behauptet worden ist, sondrrn wirklich noch stattfinden. — Als erste Folge, zu der die gerichtliche Untersuchung der traurigen Salvatorbierschlägerei geführt, hat man die polizeiliche Wegweisuug eines Rheinländers anzusehen, der von Jedermann in der Stadt als lebendiges Rheinlicd gekannt war. Wo er ging oder stand, da sang er sein „Sie sollen ihn nicht haben", und er wurde anfänglich mehr als Narr behandelt, bis man erfuhr, daß er selten nüchtern werde. AuS allen Kaffeehäusern, aus dem Theater sogar, mußte er seines „Sie sollen ihn nicht haben« halber mit Gewalt entfernt werden. Bei dem eine» oder ander» Studenten dürfte eS zur Relegation kommen. — Die „Allg. Zeitung» meldet die Ankunft des Dr. Hurter dahier. Möglich, daß norddeutsche Blätter daran» den unfehlbaren Uebertritk des refignirten AntisteS zu Schaffhausen zur katholischen Kirche folgern. Darum bemerke ich, daß der vielbesprochene Mann daran abermals unschuldig ist, weil der angebliche Dr. Hurter nur ein mit ihm nächstverwandter NamenSträgrr ist. — Einer der jungen Künstler, welche unfern Oberbaurath v. Gärtner nach Athen begleitet haben, ist bereit» hier angekommen. Hr. v. Gänner selbst wird stündlich au» Triest erwartet. — Gestern will man aus Erlangen die bestimmteste Nachricht über die wirklich bevorstehende Uebersiedelung Fr. Rückert's nach Berlin erhalten haben. — Durch allerhöchsten Befehl ist die Dauer der Waffenübunge» der bayerischen Landwehr alljährlich auf zehn Tage festgesetzt worden, die, je wöchentlich höchstens zwei, aus den Monaten April bis Juni auSgewählt werden können. München, 19. April. Briefen vom neuesten Datum aus St. Petersburg zufolge werden sich I. M. die Kaiserin Alerandra, der früher» Bestimmung entgegen, diesen Sommer nicht nach Ems begeben. ES heißt, Ihre Maj. werde wahrscheinlich gegen Ende deS Jahr» Italien besuchen. — Generalmajor v. Baur und Hauptmann Baron Gumppenberg sind von ihrer militärischen Mission au» Karlsruhe gestern wieder hier ringetroffen; eS scheint demnach, daß die Kommissionsverhandlungeu über die beabsichtigte Befestigung in jener Gegend ihrem Ende zugeführt sind. — Als eines neuen Beitrags zur polemischen Literatur der Wafferheilkunde erwähne ich einer eben bei Georg Franz dahier erschienenen Schrift, deren Herausgeber, Karl Graf v. Rechberg und Rothenlöwen, persönlich in Gräfenberg war, und, wie er im Vorwort sagt, „die Gesundheit, deren er sich jetzt seit Jahren erfreut, nach vergeblicher Behandlung durch Aerzte und erfolglosem Gebrauch der Heilquellen, gleich so vielen andern, nur dieser Kurart verdankt." (A. Z.) FreieStadt Hamburg. Hamburg, 12. April. Der zu den Unterhandlungen über den stader Zoll dem königl. hannover'schen Ministerresidenten, Chevalier Hauburry, beigeorduete Hofrath Hüpeden, rühmlich bekannt au» den Verhflndlungen de» mitteldeutschen Verein» in Kassel und Eimb«ck, ist heut« hier eingetroffen. Man erwartet ein verhältnißmäßig schnelles Fortschreiten der lang und reiflich vorbereiteten Verhandlungen. (A. Z.) Würtemderg. Stuttgart, 16. April. Aus zuverlässiger Quelle kan» ich Sie benachrichtigen, baß der König sachkundige Männer mit dem Plane zur Ausführung der Eiseubahnbauten von Heilbronn über Ulm nach Friedrichshafen nnd> »on Stuttgart nach Ulm beauftragt hat; letztere Bahn wird, um größeren Traaiichinderniffen auszuweicheu, durch das Remsthal geleitet. Die alt» Stadt, Ul« wird ßowohl durch diese Eisenbahn, als durch den FestuugSbau neuen Aufschwung bekommen, dafür «brr wohl die Regierung des DonaukreiseS vsn dort nach Göppingen verlegt werden. Eine Deputation der göppinger Bürgerschaft, welche vor einigen Lagen hier anwesend war, hat deshalb die Zn- flchrrung vom Könige erhalten. — Eine interessante Spekulation unseres Buchhandels «st die Reise des Gesellschafters deS Hauses kl. Liesching und Kompagnie, Hrn. Vtllfordt, welchrr sich schon vor mehreren Monaten mit dem früheren englischen Lrgionskapitän Dambly (einem geborenen Stuttgarter) und dem Bam« bergrr Frastuellr, Dr. mvä. und Literat, nach Spanien begab, um die dortigen Klöster nnd Bibliotheken auSznbeutcn; derselbe wird demnächst zurückkehrcn und zweifelsohne dem gewaltigen SpekulationSgeifte der oberdeutschen Buchhändler neue Verherrlichung bringen. (M. Z.) Frankreich. A-f Paris, 19. April. (Korresp.) Der Erzbischof von Paris ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. — Zwei neue französische Missionäre sind nach Persien abgegangen, um sich in JSpahan niedcrzulaffeu. — Schon liest man Artillerie trifft man erstaunlich viel Deutsche. Die meisten deutschen Generale sind aus Esthland; der halbe deutsche Adel dieser Provinz steckt in russischer Offiziersuniform. Dir Esthländer zeichnen sich durch Muth und militärischen Geist aus, aber gehen in militärischer Strenge und Härte sogar noch den Nationalruffen vor. Die bei den Soldaten am meisten gefürchteten Generale sind Esthländer. Auch sehr viele Schweden findet man in der russischen Armee, und nicht wenige Franzosen. Zu verschiedenen Zeiten traten ganze Partien französischer Ingenieure in das russische Heer ein und verpflanzten so romanische Namen unter die slavischen Familien. Die Schiffe der pontischen Marine wimmeln von griechischen Offiziere», wie die der baltischen von englischen und holländischen. Die Russen sind mit ihrem Dienstancrbieten gern überall bei der Hand, und es ist ein sehr häufiges Schicksal der fremden Offiziere, die ein Zufall nach St. Petersburg führt, dort zu gefallen und die brillanten Offerten anzunehnren. Viele preußische Offiziere dienen nur in der russischen Armee, um sich schnell einen Rang zu erwerben, und dann wo möglich mit demselben Rang in ihre heimische Armee zurückzukehren. Eine Statistik der russischen Armee, aus der man ihre ganze Organisation und ihr Getriebe in allen seinen Thcilen kennen lernen könnte, würde da» größte Interesse von der Welt haben. Der Rang, die Orden, Medaillen, Kreuze, die Belobungen des Kaisers und der Marschälle, die goldenen Degen ..>t>. Gewöhnlich verkaufen die Offiziere den Säbel selbst nnd tragen nur eine Nein« Nachbildung desselben en wiiüntnre auf der Brust unter den übrige» Dekorationen. 698 an den Straßenecken angeschlagen, daß 5 bi» ^Vkilvoiten Lubikschich an Erd- wauung und anderen Arbeiten zur EtchqqiiWg, dch». Ko«tch J«ch hei Paris an die Wenigstbletenden abgelassen werden ssüe«. Auch diese Anschläge erregen nicht das geringste Aufsehen unter'« Bolle. Achnliche Anschlagzettel werden bald hinsichtlich der Forts Bicetre, Montrouge und Vawres zu lesen seyn. — Ziemliches Aufsehen erregt ein an den londoner „Sun" gerichtetes und von diesem abgedrucktes Schreiben oder eine Note, worin die berüchtigt» Rad. St. Elme die s. g. „OontsmporLioe" Zeitgenossin, die Aechtheit der mitgetheiltcn Briefe «udwlg Philipps sals deren Fabrikantin oder Fälscherin sie bekanntlich bezeich- net istj dretstweg behauptet; noch hat sich kein sranz.Zsisches Blatt getraut, den Brief der OontemporLine wörtlich übersetzt abzudrucke«, vermirthlich, weil der Prozeß der „France" den 24. April stattfindct, um so einer Beschlagnahme zu entgehen; nur die„Quotidienne" getraut sich, einige Zeilen davon mitzutheilen. — Die Araber zeige» sich neuerdings in der Umgegend von Algier; 300 unge- sielen über e!ne Heerbe von 1200 Achsen her, welche gegen Sidi Feruch (einige Stunden von Algier) hin auf de» Waiden waren. Glücklicherweise wurde zeitlich genug Lärm gemacht; ein Bataillon marschirte nach dein ange- grissenen Drte und nahm den verwegenen Räubern, nachdem ihnen einige Mann getödtet worden, die Beute wieder ab. Der Feind Leistete tapfcrw Widerstand. Die Franzosen hatten 1 t Tobte und 7 Verwundete Großbritannien. London. Wie der „Atlas" berichtet, sind T. Hodgkin und R. King Esq. als eine Deputation der „Gesellschaft zum Schutze der Urcinwohuer in den Kolonien (^boriAiae«' krotvction 8oei«t)-)" nach Paris abgereictt, um mit den ethnologischen und ethnographischen Vereinen daselbst sich in V erkehr zu setzen, und namentlich mit Hin. Jsombert, einem Mitglied«: der englischen Gesellschaft und Hr». Guizot sich über Maaßregeln von grüßen, Interesse für die ein» gebornen Volksstämme Amerikas, Afrikas und Australiens zu brrathen. Preußische Monarchie. Posen. sAus den Landtagsverhandlungen der Provinz Posen, aus der -Preuß. Staats-Zeitung.«j Sitzung vom 26. März. I» der heutigen Sitzung erschien der Fürst Boguslaw Nadziwill zum erstenmale beim Landtage. Der Marschall verlas eine Zuschrift des königl. Kommissärs vom heutigen Tage, worin die Ständcversammluug benachrichtigt wird, Se. konig). Majestät habe zu befehlen geruht: die ausgearbeiteteu Dcn^christen so llten gleich nach deren Eingang, nicht wie bisher, erst nach dem Schlüsse des lkandtaqeö, an Se. Mas. befördert werden. In der Sitzung zo. März sch ritt man zur Berathung über den Gesetzentwurf wegen B' chrzicklnig der AbLöSb-arkcit der Erbpacht-, ErbzinS- und Zlnsgerechtsawe. Ausschuß verlas seine Relation, vier Mit, glieder desselben waren fmc d ^ Abnahme des Entwurfs, sich auf die dem (ste- setzentwnrfe be,gefugten fünf Mitglieder hingegen erklärten sich dagegen, mdem, sie rbr^ Antrag nachstehend begründete«: weil Verträge der in «netzt stehende« Art ^ bestimmt seye», dem größeren Grundbesitzer durch AuS- thuung einzelne'- ^^ile seiner wcitläuftigen Besitzungen Behufs deren Knltivi- rung , Eiukv- ^ Nutzungen zu ziehen, für welche er nichts aufznwendcn brauche; pem ^bp-ichter «der Zinsmanne die freie Benutzung dcS Grundstücks und seiner Kräfte zustche, er letztere dock eigentlich anwenden 'müsse, «m den jährlich wiederkehrenden Zins und den nothwendigsten Lebens- unterhalt für sich und seine Familie aufzubringen; weil das Eingehen solcher Verträge zwar leicht und erwünscht erscheine, indem sie Haus und eigeneWirth- schaft darbieten; die ewig dauernde Verpflichtung aber drückend werden müsse, da ihr auch dann zu genügen sey, wenn Unglücksfälle oder Mißwuchs die Hoff- nuna aüf eine Ernte vernichten; weil, wenn auch erne Verschuldung der Grundstück- nicht ganz vermieden werden könne, solche drückende Schuldverhält» niffe doch nicht entstehen werden, wenn der wemger Bemittelte nnt Vorsicht ,em kleines Kapital auf den Erwerb eines kleineren Grundstücks verwendet; weil das Naturaemäße der Abhängigkeit kleiner zinspflichtigcr Besitzungen von größere» Gütern nicht -inzusehen s-Y, vielmehr beide ohne Abhängiqkcit voneinander reckt aut bestehen können; weil, wenn auch solche Verhältnisse sich früher h.sto- risch entwickelt hätten, sich doch an die Vergangenheit, in welcher die Fesseln des Sklaven allmälig übergingen in das Verhältnis der Frohnbanern und Zlns- leutr die ewig denkwürdigen Erscheinungen der Zeit von 1806 b,s heute an- schließen weil in diesen Erscheinungen die historische Entwickelung der LandeS- kulturaesetze liege, welche auf gesetzliche Freiheit der Person und Befreiung des EiaentbumS gerichtet seye», und tausend Dankgebet- seitdem für die landcsvater- liche Huld des Hochseligrn Königs Majestät zum Allerhöchsten emporgestiegen seven denn die Segnungen dieser Gesetzgebung liegen vor den Augen der Welt, sie habe unter der ärmeren Klaffe des Volkes Wohlfahrt begründet; weil nnt dieser Befreiung zugleich da-Z Abhängigkeitsverhältniß aufgehoben worden sey, der ärmere Mann aber bei de», Schutze, welchen ihm der Staat und das Gesetz verleihe, deS Schutzes der größeren Gutsbesitzer nicht bedürfe; weil sich nicht annehmen lasse, daß der Besitzer eines größeren Gutes immer gebildeter sey, als der kleinere Eiqcnthümer, da der Erwerb desErsteren nicht durch die Bildungsstufe, sondern durch Geld bedingt sey, welches auch der Ungebildete besitzen könne; und weil, wenn der große Grundbesitzer wahrhaft gebildet sey, wenn er Weisheit, Einsicht und sittlichen Werth habe, sich von selbst rin höhere- Schutz, und Abhängigkeit»»«», hältniß bilden »erd«, vhue b«S Materiellen Bindemittels der ZinSpflichtigkeit zu bedürfen; das Band der gegenseitigen Liebe werde vereinigen zu edlem Wirken für die Familie, die Gemeinde und den Staat? weil ferner, wenn einerseits feste Geld- und Getreideabgabcn die Erwerbung erleichtern, andererseits die Möglichkeit der Befreiung und zugleich der Anreiz zu größerem Flriße, zur 3nd»strie und Sparsamkeit für den Verpflichteten verloren gehen »erde; weil, wenn auch die Abschlirßung solcher Verträge dem freien Willen der Kontrahenten anheim gestellt sey, der Gedanke und Wille des gemeinen Landmanne» sich doch nur auf die Gegenwart und die nächste Zukunft beschränke; günstige Anordnungen, auf ewige Dauer berechnet, wisse er aber gewöhnlich nicht zu beur. »heilen, sein Wille werde sich leicht durch Vorspiegelungen bestimmen lassen, und es werde dem Reichen nicht schwer fallen, gelegentlich kleine Besitzungen aufzulaufen und — sie mit der Zinspflicht beschwert — nach Gefallen zu veräussern, die Vermehrung solcher Verhältnisse aber werde nicht ersprießlich seyn; weil ferner selbst für die Nachfolger des Verleihers solche Verhältnisse bei veränderten Zeitumstäuden oder bri der Ansicht einer andern Benutzung höchst nachtheilig erscheinen; weil endlich dergleichen Verträge auch in Erwägung dessen nicht zu begünstigen seyeu, daß sie nach der Erfahrung eine ergiebige Quelle von kostspieligen Rechtöstreitigkeiten enthalten. Es sey zwar richtig, daß die AblösungSord- nung den Rittergutsbesitzer zu manchem Opfer genöthigt habe, die Rittergut», befltzer des Großherzogthums Pose« aber hätten die Zeit gefaßt und da- Opfer aus de« Höhepunkte der Humanität gern und willig dargebracht, die Geschichte der Staaten und Völker werden ihrer ehrend gedenken. AuS allen diesen Gründen stimmeu 3 Mitglieder des Ausschusses gegen die Ansicht der Minorität und verlangen die Verwerfung des ganzen Gesetzentwurfes. Die Verlesung machte einen tiefen Eindruck auf die Versammlung, beinahe die meisten Mitglieder erklärten sich gegen den Gesetzentwurf. Von vielen Dcputirten wurden nachstehende Gründe angebracht: Die Einführung eines solchen Gesetze- müßte als ein Rückschritt angesehen werben, und würde traurige Folgen herbeiführen. Selbst für die Zukunft könnten solche Gesetze nicht ringeführt werden, bei den jetzt bestehenden Ackerwirthrn könnten selbige unter keinen Umständen angewen- det werden, wollte man sie für künftige Fälle festsetzen, so würde eine Ungleichheit unter den bäuerlichen Wirthen entstehen, die Einen hätten daS Recht, ab- zulösen, und die anderen nicht. Dieses würde den heilsamen Grundsätze» der jetzigen Gesetzgebung zuwider seyn, welche seit dem Jahre 1807 dahin strebt, Alle vor dem Gesetze gleich zu stellen. Einige Depntirte, die schon im Ausschuß oder bei'm Beginn der Debatte für das Gesetz gestimmt oder gesprochen, erklärten, sich vom Gegentheil überzeugt zu habe», und stimmten gegen de« Entwurf. Ein Deputirter der Landgemeinden verlas einen längeren Vortrag gegen den Gesetzentwurf, worin er am Schluffe erklärte, daß er zu dem Gerechtigkeitsgefühl der Versammlung das Vertrauen habe, daß der Gesetzentwurf, der seine Standesgenosseu in die alten Verhältnisse der Sklaverei und Unterthä- »igkeit zurückbriugen könnte, werde verworfen werden. Wenige Depntirte suchten das Projekt zu vertheidigeu und führte» an : dessen Nichtannahme beschränke die Freiheit» freiwillige Verträge abzuschließen, und werfe im guten Glauben erworbene Rechte über den Haufen. Endlich verlangt man von allen Seiten Abstimmung: der Gesetzentwurf wurde mit 43 gegen 4 Stimmen verworfen. Türkei und Aegypten. Beirut, 12. März. Nach dem gänzliche» Abzug aller ägyptischen Truppen aus Syrien haben die deS Sultans, dir sich auf 30,000 Mann belanfen mögen, nunmehr das Land besetzt, und sich in die Plätze von Gaza, Jerusalem, Rami«, Jaffa, St. Jean d'Acre, Saida, Damaskus und Beirut vertheikt. Das Hauptquartier, bestehend aus dem Serackkier Pascha, dem General Jochmus, dem Ferik Reschid, Chef des Generalstabs, und den Generalen Ejub, Omer und Abdi Pascha, liegt in unserer Stadt. (A. Z.> Alerandricn, 26. März. Ungeachtet der Anstrengungen, die der Pascha zu seiner eigenen Vertheidigung in Aegypten trifft, denkt er doch daran, wie er neue Eroberungen machen kann. Schon seit zwei Monaten sind zwei Regimenter bereit, um von Kairo nach dem Sudan zur Eroberung des im Innern Afrikas gelegenen Königreichs Darfur abzngehe». Mehemed Ali hatte bekanntlich bet seiner Anwesenheit im Fasokcl dem vertriebenen Mohammed Medin, Bruder deS kürzlich verstorbenen Sultans von Darfur, Mohammed Faddi, versprochen, ihn daselbst wieder einziifetzen. Mohammed Medin ist in Kairo, und wird mit den bereits ausgerüsteten Regimentern nach Darfur abgehen. Er ist ein gutmüthiger Neger, der eine große Vorliebe für dir Europäer hat, deren er recht viele mitzunehmen wünscht. Er sagte mir, daß wenn er einmal dort in- stallirt sey, er alle Europäer, die etwas wissen und können, und Lust haben, Europa zu verlasse», einladen werde, sich in Darfur unter den vortheilhafre- sten Bedingungen anzusiedeln. Ueber das eigentliche Innere dieses uns> unbr- kaiuiten Landes, das er genau zu kennen vorgibt, wußte er übrigen» nicht» mehr zu sagen, als was man von den Dschcllahs erfährt, die von kort Sklaven nach Kairo führen. Der Jdeengang der Neger ist immer derselbe, selten erfährt man von ihnen über ihr Vaterland etwas Anderes, als daß man dort auch Fleisch ißt, daß man Brod backt, daß es Wasser gibt, und sich in der Luft auch von den äusseren Anreizungen daS einzige , was die russischen Offiziere an den! Dienst fesselt. „Hübsch dekorirt« *) und „hübsch betitelt" kehren sie aus allen Feldzügen zurück; aber auch schlecht besolvet und nach vielfachen Drangsalen; denn im übrigen ist der russische Dienst für die Offiziere nicht weniger hart, als für die Soldaten Die ungeheure Strenge der Disziplin trifft sie wie den gemeinen Sol- , daten und legt ihnen in Bezug auf ihre Uniform und Lebensordnung eben so un- anaenehmen Zwang auf. Selbst die obersten Generale müssen sich auch in den ent l ferntesten Provinzstädten beständig in voller Uniform zeigen, von oben bis unten zugeknöpft und gerüstet; die bequeme Mütze statt des Tschakos und Offiziershutes ist ihnen nur in gewissen, genau vorgeschriebenen Fällen erlaubt. Die Strapazen und Entbehrungen auf de» Märschen sind für den nicht wohlhabenden Offizier ebenfalls äufferst groß, weil die Gehakte, durch die er sich ras Leben angenehmer macken könnte, so äufferst klein find. . Zm Ganzen kann man annehmen, daß die Gehalte der russischen OsMere zwei- bis dreimal kleiner find, als in den meisten andern europäischen Armeen, so wie der Sold der Soldaten sechs - bis achtmal. Folgende Uebersicht zeigt den Gehalt der russischen Jnfanterieofsiziere. Der Gehalt der Artillerie- und Kavallerie offiziere ist etwas, der der Garde bedeutend höher. Doch muß man noch dabei be merken, daß jeder höhere Offizier einen doppelten Gehalt bezieht, erstens einen für seinen Rang, zweitens einen für den wirklichen Dienst. Den Rangzehalt behält er, auch wenn er nicht im aktiven Dienste steht, eben so wie ihm der Rang selbst *) Es iss dies eur karakieriftischer KunstanSdruck. Man sagt z. B. ,,die Garden sind ! diesmal «uS Polen sehr hübsch dekorirt zurückgekommen," oder „die finnischen Jäger kamen au« der Türkei sehr schlecht dekorirt zurück." Man sieht hier, wie die bunten Bänder und golvenrn Sterne blo« äusserer Schmuck geworden find. dann fort wäh rend ankkebt, so daß also, wenrr ein Offizier in den Zivildienst «„tritt und z. B. Gouverneur einer Provinz wird, er erstlich seinen Offiziersrangg-Halt behält und daneben auch noch den als Gouverneur bezieht. Die Titulaturen der Offiziere sind theilS natioualrusstsch, theils französisch und deutsch. Der gemeine Mann erhält 12 Rubel Banko (» 30 kr.) jährlich. Der Unteroffizier 24 Rubel. Der Praportschik (Fähndrich) 430 Rbl. Der Podporu- tschik (Unterlieutenant) 510 Rbl. Der Porutschik (Lieutenant) 600 Rbl: Der Stabskapitän 700 Rbl. Der Kapitän 750 Rbl. Der llPajor erhält po tsokiian» (für seinen Rang als Major) 875 Rbl., po ckolsebnosti (für feinen Dienst), d. h. wenn er wirklich ein Bataillon kommandirt, 1000 Rbl. Der Bataillonschef, wen» er Major ist, erhält also Summa Summarum 1875 R. Jene Gelder po ckdlsob- » 08 ti werden auch „Tafelgelder" genannt. Der Podpolkownik (Unteroberst oder Oberstlieutenant, von dem russischen Worte „Polk" (Regiment), erhält po tsokinn» 1000 Rbl., wenn er ein Bataillon kommandirt, dann noch ausserdem po ävlsob- n«8ti oder Tafelgelder 1000 Rbl. Wenn er ein Regiment kommandirt, 3000 R. Der Polkownik (Oberst) , als solcher oder po tsokinnu 1200 Rbl. Wenn er ein Regiment kommandirt für den aktiven Dienst oder po ckoloeknosti 3000 Rbl., zusammen 4200 Rbl. (Schluß folgt.) Verschiedene». Frankfurt, 18 . April. Nachdem das diesige Bankierhau« Rothschild von dem Unfälle Kenntniß erhalten hatte, welcher einem seiner Kommis auf der Reise »ach St» Petersburg, wohin derselbe eine große Summ» in Goldbarren und andere» Weichen übtr- brinqen sollte, in einer der russischen Ostseeproviiuen begegnet war. hat Hr. v. Rothschild sich schleunig« -» da« Bankierhans Stieglitz ,u Petersburg mit dem Ersuchen gewandt, die ehrliche» russischen Bauern, welche de» verlorenen großen Schatz auf der Sandfirafie leb«» läßt. Fragt man aber über andere Dinge, so hört man selten etwas Zuverlässige-, aus dem einfachen Grunde, weil ihr« Begriffe und Verständnisse selten über die Bedürfnisse deS thierischrn Lebens hinausreichen. — Der königl. württembergische Stallmeister Baron v. Taubenheim war mit Gefolge hier und hat sich nach Malta «iugeschifft. Er war von Gasa nach Kairo durch die Wüste gegangen- Ibrahim hatte ihn in Gasa sehr gut ausgenommen, und ihm wegen der Unsicherheit der Wüste eine Eskorte zur Verfügung gestellt. Mehemed Ali hatte ihn in Alerandrien auf das höflichste empfangen, wie das ein jeder Reisende von Auszeichnung zu erwarten hat. (A. Z.) Amerika Vereinigte Staaten. London, 9. April. Die Nachrichten, welche über de» finanziellen Zustand der Vereinigten Staate» hier angelangt find, lauten sehr düster, und treffen England in doppelter Beziehung hart: ersten-, weil dadurch der Handel mit Amerika immer mehr in'S Stocken geräth, und zweiten-, weil die Verluste in Kurzem vielleicht nicht minder bedeutend seyn werden, als die bei den.südamertkaiüschcn Staaten. Mancher wird dabei von einer heilsamen Krise svrechen, und wie schon geschehen ist, sich freuen, daß die Sache einmal zum Bruch gekommen; allein diesen Trost werden die, welche darunter leiden, nicht sonderlich gelten lassen. Eine ckeroute eowxlste hat in den Vereinigten Staaten begonnen, und wird in immer rascherem Verlauf eine gute Anzahl der einzelner. Staaten in den Schlund hinabreißen. Biddle hat mit den wahnsinnigen Spekulationen begonnen, und dieser »unerreichte Finanzmann", als welche ihn seine Anhänger auSposaunten, wird noch Flüche genug auf sein Haupt laden. Sein Verfahren ist um so unverzeihlicher, als kein Land dieselben Vor- theilr für eine Papierzirkulation darbieter, wie Nordamerika: die große Masse d«S Volkes versteht die Vortheile und die Nothwrndigkeit einer Papierzirkulation recht gut, «ud ist nickt im mindesten gesonnen, die Banke» um baares Geld zu überlaufen. Das Bedürfniß einer bedeutenden Zirkulation ist so groß, daß noch jetzt an manchen Orten die Papiere bereits gebrochener Banken von manchen Personen angenommen werden. ES bedurfte der ganzen unsinnigen Höhe, auf welche Biddle seine Spekulationen hinauf trieb, um die Vereinigte-Staaten-Bank zum Bruch zu bringen. Und trotz alles dessen, was vorgcgange» ist, wird die Vereinigte-Staaten-Bank doch, wenn man sie jetzt nicht zur Liquidation treibt, ihren Aktieninhabern einen geringern Verlust darbieten, als wenn dies der Fall sepn sollte. Die ungeheuren Hülfsqnellen des Landes könne» den Stand ver Papiere einzelner Staaten, in deren Besitz sich die Bank befindet, bedeutend heben, und somit die Angelegenheiten der Bank verbessern. Man steht demnach den Beschlüssen der Legislatur von Pennsylvanicn mit Spannung entgegen. Freilich befinden sich unter den Gläubigern der Vereinigtcn-Staaten-Bank manche, um deren Kredit cs sehr schlecht steht; so z. B. Mississippi. Dieser Staat hat im Jahre 1834 2 Millionen, und in der Zeit der ärgsten Baumwollenschwindelei 5 Millionen entlehnt, um eine Bank zu errichten, und die Baumwollcnspekulationen zu befördern, allein schon im Jahr« 1838 mußte die Vereinigte-Staaten-Bank dieser so kürzlich erst errichteten Bank mit vielen Millionen zu Hülfe koimnen, um durch den Sturz derselben nicht ihre eigenen Baumwollrnspckulationen zu benachtheiligen; somit hat sie »och jetzt sehr bedeutende Summen zu fordern. Der Gouverneur des Staars, M'Nutk, war aber niederträchtig genug, der Legislatur anznempfrhleu, die Zahlung dieser Schuld zu verweigern. Der Gegenstand ward an ein Spezialkomtte verwiesen, und dieses erstattete eine» sehr ehrenhafte» Bericht, welcher bewies, daß durchaus kein Grund vorhanden sey, die Zahlungsverbindlichkeit in Abrede zu stellen. Es fragt sich nun, ob die Legislatur diesem Bericht gemäß handeln wird. Man bezweifelt cs, denn einzelne Orte und Personen habe» ganz nach den nobel» Grundsätzen des Hrn. Gouverneurs gehandelt, die Stadt Vicksburg z. B. verweigerte die Bezahlung eines Anlehens von 50,000 D., nicht, weil sic das Geld nicht empfangen habe, sondern »weil der Darleiher nicht gesetzlich berechtigt gewesen sep, einen solchen Vorschuß zu machen«. Wie die einzelnen Pflanzer denken, kann man ans dem Umstand abnehmen, daß eine Bank, die am 4. Ja», sehr bedeutende Summen für diskontirte Wechsel rinzufordern hatte, nur einige Dollars erhielt. Mississippi ist einer der reichsten Staaten, und wenn mehr Redlichkeit herrschte, so könnte er sich in den blühendsten Umstände» befinden. Aber solche Dinge wirke» auch nachthrilig auf andere Staaten, nicht blos durch das Beispiel, sondern auch, weil die dadurch erlittenen Verluste zu gewagter» Spekulationen treibe», wozu die Amerikaner nur allzu geneigt sind, und sich deshalb den Vorwurf zugczogen haben, daß ihr Handel nur rin Hazardspiel sey. Dies ist namentlich im Süden so schlimm geworden, daß selbst im Staate Louisiana, wo die Banke» mit sehr wenigen Ausnahmen zahlungsfähig sind, die Baar- zahlungcn nicht wieder ausgenommen werden, und alle Gründe, welche sie für die- Verfahren anführen, am Ende durchaus auf nichts anderes hinauslaufen, als daß man übermäßig viel Papier ausgcgeben, d. h. einen schwindelhaften Handel befördern will. Daher kommt es denn auch, daß selbst die Baukscheine de- Staats 5 Proz. gegen baar verlieren. Es herrschen aber hierüber die seltsamsten Vorurthcile, man dringt in die Banken, daß sie immer mehr Papiere aus- qeben sollen, dadurch steigen die Waarenprcise, und man hofft, daß die alten glücklichen Zeiten, wie man sie nennt, vom 1.1835 und 1836 wieder kommen wer« gefunden und wieder abgeliefert hatten, nach Gutdünken zu belohnen und ihm die desfalls verausgabte Summe in Rechnung zu stellen. Diese Belohnung dürfte einen bedeutenden Abstich bilde» gegen die Gabe von drei Rubeln, welche der Kommis „in der Freude seines Herzen«," wie die Zeitungen sich ausdrückien, den ehrlichen Findern mit „freigebiger Hand" verabreichen zu müssen glaubte. , * Pari«, 19. April. Man liest im „Messager": Gestern waren mehrere Mieth- wohner eine- Hauses der Straße Lepelletier im Auszuge begriffen und die Nichtauszie- hende» befanden sich auf dem Spaziergang. Als die Portiäre dieses sah, dachte sie eine» kleinen Gang im Viertel machen zu können; sie wählte ihre Zeit jedoch schlecht, denn einige Jnbustrieritter lauerten de» Augenblick ab, um den Schlüssel zur Wohnung de« »irrten Stockwerks zu nehmen, wo sie sich sogleich ebenfalls an s Ausz.ehen nkachken. Ihr Stückchen gelang ihnen vollkamme» ; sie konnten 200 Fr. an Gelb, dar ganze Silbrr- jeug, das Geschmeide, die Wäsche, mehrere werthvolle Kunstwerke ohne die geringste Schwierigkeit vor der Loge der inzwischen wieder zurückgekehrten Pvrtiäre vorübertragen, weil diese natürlicherwttse glaubte, diese Herren arbeiten für Rechnung der ausziehenben Rwihwohner. — Unlängst hatte sich der Graf T.... zu seinem Bankier begeben, um dort eine Summ« von 10,000 Fr. in Empfang zu nehmen. Nachdem er aus der Kutsche gestiegen war, die ,r vor der Thüre halten ließ, trat er in das Kontor, wo er den Bankier im Gespräch mit mehreren Personen trifft, in deren Gegenwart er den Zweck seines Kommen« erwähnt und von dem Bankier die Antwort erhält, daß genannte Summe bereits denselben Morgen in die Wohnung des Grafen gesandt worden sey. Auf dieses begaben sich letzterer und der Bankier, mit dem er noch andere Geschäfte zu besprechen hatte, in «in anderes Zimmer, wo er, hörbar den im anstoßenden K«ntor Weilenden, laut äufferte, daß er eine Stunde bleiben werbe. Diese Worte wurden von einem der Anwesenden ausgefaßt, der sich sogleich entfernte, an des Grafen Kutscher wandte und ihm erklärte, paß er von seinem Herrn eine» Auftrag erhalten habe. Er stieg i» die Kutsche fuhr in de« Grafen Wohnung, ließ sich dort der Gräfin vorstellen, und gab vor, daß er von ! ihrem Manne, den er bei seinem Bankier getroffen habe, beauftragt worden, eui Paket zurückzusorbern, da« «lesen Morgen gekommen sey. Die Gräfin verabfolgt es ihm, worauf ! der F"wde sich sogleich entfernte, ohne diesmal von der Equipage Gebrauch zu machen. Eine Stund« spater kam der Gras zu Hause und verlangte da- Röllchen Bankzettel von I de«. Diese Täuschung wird nun freilich halb zum eigenen Schade« der L»nifia«er verschwinden, und,eS ist ein Glück für den europäischen Handel, daß das unredliche Verfahren einse Staats, wie Mississippi, zur Vorsicht auch gegen die ander», namentlich Louisiana spornt, mit welchem der Handel so ausgedehnt und lebhaft ist. Die Stockung, die in neuerer Zeit größtentheils durch die Schall» Amerikas in den Bauimvolleuhandel gekommen, muß den Handelsstand zu Neworleans und bald auch die Pflanzer zur Besinnung bringen. Schlimmer stehen die Sachen in einige» nördlichen Staaten, z. B. in Illinois und Maryland, wo die zu weit getriebenen intern»! iiuprovements, d. h. Kanal - «nd Eisenbahnunternchmungen, bereits einen halben Bankerott h-rbeigeführt habe». In Illinois ist das jährliche Defizit anderthalb Millionen Dollar-, «nd da der Staat nur 60 bis 80,000 steuerbare Familien zählt, so würde eine bedeutende direkte Steuer auf die einzelne Familie fallen, gegen deren Bezahlung man sich bereits offen ausgesprochen hat, und der Staat hatte deshalb kein andere-Mittel , als den Banken gegen Bezahlung einer jährlichen Summe dir fernere Suspension der Baarzahlungen zn gestatten. Jndeß besitzt der Staat allerdings HülfSmittel, die ihn später wieder aus der Verlegenheit ziehe« werden, Namentlich die Ländereien, welche ihm der Kongreß schon im I. 1829 schenkte, um den Kanal aus dem Michigans« nach dem Jllinvisfluß ausführen zu können ; von diesen Länderelen sind noch 200,000 Acker unverkauft, «nd man schätzt den Acker auf 20 Dollars. Da die Bevölkerung des Staats sich reißend vermehrt, so ist eine bessere Zukunft zu erwarten. Jndeß sind nicht alle öffentlichen Arbeiten von gleich versprechender Art, wie dieser Michigankanal. I« Maryland hat der Cumberlandkanal schon gegen 7 Millionen gekostet, n»d man schlägt die Kosten seiner Vollendung auf 5 weitere Millionen an. Nichtsdestoweniger sind die Aussichten, die man sich von dem Kanal, wenn er vollendet wäre, verspricht, so gering, daß ein kürzlich von einem Hrn. Legrand an die Legislatur abgestattetrr Bericht geradezu darauf anträgt, den bisherigen Verlust in Gotte- Namen einzustecken und den Kanal unvollendet zn lassen. Solche Nachrichte» sind geeignet, alles Vertrauen auf die amerikanischen Papiere sehr herunter z« stimmen, da man diesseits des Meeres nicht im Stande ist, die Vortheile und Nachtheile der einzelnen Unternehmungen zu beurtheilcn. Zudem verwirren sich die Fragen durch die Verbindung der Banken mit den Staaten auf eine» Grad, daß mau selbst in Amerika nicht immer klar sieht. Das Schicksal der Vereinigten-Staaten-Bank und deren ferneres Verfahren ist in dieser Beziehung gleichfalls noch, trotz ihrer Einstellung der Baarzahlungen, von großem Interesse. Treibt man sie zur Liquidation, so fallen die Papiere der Staate», mit denen sie hauptsächlich in Verbindung stand, auf ihre jetzigen Marktpreise, und diese möchten eben bei Illinois und Mississippi sehr gering, und selbst bei Pennfilvanicn sich nicht sehr vortheilhaft stellen. Erschwert wird das ganze Handelsverhältniß zn Nordamerika durch die unsinnigen Pa- picrvcrausgabungen selbst ganz solventer Staaten, wie Louisiana, und man wird nur allzu geneigt, alle zusammen in eine Klaffe zu werfen. Ein Gutehat freilich der jetzige Zustand: daß man nicht mehr in's Blaue hinein ungeheure Waarenvcrsendungen nach Nordamerika macht, wogegen dieses im Stande ist, durch Versendungen von Produkten sich in ein günstigeres Handelsvc» hältniß zu Europa zn stellen, so daß die Amerikaner allmählich die Sache unter sich ausglcichen müssen. (A. Z.) * Newyork, 3 t. März. (Ueber London«) In der gesetzgebenden Versammlung von Pennsylvanien war dieBankbill in beiden Häusern dnrchge« gangen, doch war es noch ungewiß, ob der Gouverneur sein Veto dagegen anwenden würde. Unter andern Bestimmungen setzt sie auch fest, daß alle Banken für die Zahlung ihrer Schulden gerade so haftbar seyn solle», wie eS Einzelne jetzt durch das Gesetz sind. Die ausserordentlichen Strafaussprüche gegen die Zahlungeneinstellung sind aufgehoben. Sie erlaubt eine beschränkte Ausgabe von kleinen Banknoten auf fünf Jahre. Sie verbietet die Zahlung höherer Dividenden als 7 Pro;, und »erstattet die Reduktion der sbekauntlich nach Philadelphia übersiedeltenj Vereinigten-Staaten-Bank auf 14 Millionen Dollars, wenn die Aktionäre es wünschen. — ES ist — sagt ein hiesiges Blatt — wahrscheinlich, daß alle unsre diplomatischen Repräsentanten in Europa bald werden abberufen werden swegen der Veränderung in dcr Unionsprästdent- schaft und der Gelangung einer andern Partei an's Staatsruderj' mit Ausnahme des Hrn. Whcato» zu Berlin und des Hrn. Caß zu Paris. Baden * Karlsruhe, 22. April. 2te öffentliche Sitzung der ersten Kammer de» Ständeversammlung, unter dem Vorsitze Sr. Durch!, des Hrn. Fürsten zu Für- stenbrrg. Von Seite der Regierung anwesend: die HH. Staat-minister Frhr. v. BlitterSdorff, Finanzministcr v. Böckh, Ministerialpräfident StaatSrath Frhr. v. Rüdt und der Präsident des Justizministeriums, StaatSrath Jolly. Aufge- fordert von dem hohen Präsidium erstattet Generallieutenant Frhr. v. Stockhorn, Namens der Kommission, den Bericht über die Wahl des Frhr». Karl v. Göler, als grundherrlichem Abgeordneten unterhalb der Murg. Bei der in abgekürzter Form «öffneten Berathung wird der Kommissionsantrag, diese Wahl als gültig anznerkennen, einstimmig von der Kammer angenommen, und Freiherr ». Göler eingeladcn, den verfassungsmäßigen Eid zu leisten, und der seiner Frau. Die Gräfin erblickt ein Röllchen aus dein Kamin ihre« Zimmer« und gibt e« ihrem Manne, der es entsiegelt und die 10,000 Fr. in Bankzettel» richtig »orsindet. Das dem Diebe übergebene Pickelchen enthielt nur Balibillete, die die Gräfin erhallen und ohne nachznsehen, anstatt der Bankzettel weggegeben hatte. Verinuthlich wird der Gauner nicht für angemessen gesunden haben, von »en BaUbilleten Gebrauch zu machen. * Desavouirte Kollegialität. Der Müller und der Advvkat. Müller: Herr Doktor, ich laß es nimmer gelten, Mein Nachbar will mich Eollcga den Advokaten schelten; Das ist mir denn doch zu viel — Meint der Kerl, ich habe kein Ehrgefühl? Advokat: Hör er Unverschämter, lenk er ein, Das sollte ihm eine Ehre seyn; Warum hat er es nicht gern gelitten: Nur ich — ich könnte mir's mit Recht verbitten, Denn ich will es ihm nicht verhehle«, Man sagt, daß die Müller vom Mehl gern stehlen, Und mancher müsse wegen des Müllers darben. Müller: Die Advokaten, sagt man, nehmen den Acker sammt de« Garten Es stäcken ihnen die Kniffe in allen Falten, Es würde sich hier noch ein Müller znm Advokaten Wie klein » zu groß ^ verhalten. Advokat: Ich meine, wir sollten dies Thema verlassen, Ich merke wohl, er will mit mir spaffen, Es kommt nichts heraus bei solchem Recheneremprl. Ist man ein Priester in Merkurs Tempel, So muß man sich nach den Umständen richten; Wir wollen de» Streit im Geheime» schlichten. Müller: Es sey, ich will mich nach Hause begeben Und mit meinem Nachbar in Frieden leben. «chert. 700 in der letzten Sitzung bereits auf ihn gefallenen Wahl zufolge, seinen Platz bei'm Bureau der Kammer einzunehmen. Der durchlauchtigste Vizepräsident legt nunmehr folgende Mittheilungen der 2. Kammer vor: 1) in Betreff der Ernennung der Abg. Bckk und Bader zu Vizepräsidenten; 2) die Ernennung der Abg. Schinzinger zum ersten, Schnckcl zum zweiten und Fingado zum dritten Sekretär. Von den Sekretariat wird sodann die Anzeige gemacht, daß in der letzten Vorbcrathung zur Begutachtung des Entwurfs des Strafgesetzbuchs, so wie des EinführungSediktcs eine aus dem geh. Ref. Eichrodt, Großhofmeister Frhr. v. Berckheim, Staatsratb Wolff, Generalauditor Vogel, geh. Legationsrath Frhr. v. Marschall, Rcgicrungsdirektor v. Reck und Hofgerichtsrath Graf v. Hennin bestehende Kommission gewählt worden sey. Hierauf geheime Sitzung. Karlsruhe. Tagesordnung der 2ten Kammer, der 4ten öffentlichen Sitzung auf Freitag, den 23. April» Vormittags 9 Uhr: 1) Anzeige neuer Eingaben und Motionen, 2) Wahl der Verstärkung von Kommissionen. Freiburg, 6. April. Die Verordnung großh. hochpreisl. Ministeriums des Innern vom 16. April 1833 (Reg.-BlattNr. 17.) schreibt in den §§. 2t bis 25 vor, daß alle Verhandlungen und Beschlüsse der Gemeindeversammlungen und größeren Ausschüsse protokollirt und die Protokolle in das hierzu bestimmte Buch eingetragen werden sollen. Demungeachtet kommt der Fall häufig vor, daß diese Protokollirungrn umgangen werben, was zur Folge hat, daß auf die blos mündlichen Verhandlungen und Beschlüsse bei den höheren Stellen keine Rücksicht genommen wird, und hierdurch nicht selten Znkonvenienzen herbeigcführt werde». Die Gemcindcvorstände werden daher aufgefordert, diese Verordnung einzuhalten und die großh. Aemter werden dies mit aller Sorgfalt überwachen. Großherzogliche Regierung des Oberrheinkreiscs. Rastatt, 31. März. Den 19. Dezember v. I. stellte sich der Eisgang in der Murg bei Gernsbach so schnell und überraschend ein, daß das 7 Jahre alte Mädchen deS HirschwirthS Schiel von Gernsbach, welches sich auf dem Eis befand, nicht mehr das Ufer erreichen konnte, sondern auf einem losgeriffenen Eisschollen Zurückbleiben mußte. Der 16 Jahre alte Sohn des Amtserequenten Belz, Karl Bclz, eilte alsbald dem Schiel'schen Kinde zu Hilfe und errettete dasselbe mittelst seines Eisstockes mit eigener Lebensgefahr vom Ertrinken. Karl Belz wird daher wegen dieser schönen Handlung hiermit öffentlich belobt. Großherzogliche Regierung des Mittelrheinkreises. * Ettenheim, ist. April. Gestern wurde von der Ortsbchörde Kippenheim» Weiler hierher die Anzeige erstattet, daß gegen ein dort in Dienst stehendes Mädchen von Sulz, Obcramts Lahr, der Verdacht heimlicher Niederkunft und Kindsmords bestehe. Das großh. Physikat begab sich in Begleitung eines Gen- darmcriebrigadiers an Ort und Stelle, fand aber das Mädchen bereits verhaftet. Bei der angcstellten Untersuchung ergab sich, daß die Niederkunft schon vor ZStundrn stattgefnnden hatte. Die Mutter gestand, daß sie ihr Kind im Schopf ihres Dienstherr» versteckt habe. Dort wurde nach vorgenommener Nachsuchung das Kind unter Koth und einem großen Steine bei einem Abtritt todt vorgefun- drn. Die Mörderin ist bereits zur weitern Untersuchung an das gr. Bezirksamt abgeliefert. Brandfälle. * Thengcn (Stadt), 18. April. Am 7. d. M. in der Frühe brannte die vom Orte Wiechs entfernt stehende Ziegelhütte des B. Herr bis auf den Grund nieder. Wie das Feuer entstanden, ist bis zur Zeit noch unbekannt. — * Oberlauchringen, 18. April. In der Nacht vom 13. auf den 14. brannten zu Degernau drei unter einem Dache stehende Scheuern ab, ohne daß das Entstehen des Feuers ermittelt werden konnte. Neueste Nachrichten. Paris, 20. Aril. (Korresp.) Dre Börse behauptet sich so ziemlich auf der einmal begonnenen kansse: 5proz. 114 Fr. 5 El., 3proz. 79 Fr. 40 Et. Die Lage des Platzes trägt auch viel hierzu bei, und da durchaus kein politisches Gerücht im Umlauf ist, so haben die Spekulanten freies Spiel. Spanische akt. Schuld wieder 24 '/» mit einigem Umsatz. — Man findet einen sonderbaren Abstand zwischen der andächtigen Stimmung, die in der heil. Woche hier stattge- funden,und dem Unfug, von dem die span. Blätter berichten. Nicht allein in der Hauptstadt, sondern auch in einigen Provinzialstädten Spaniens führte sich die Jugend in u.au den Kirchen ungebührlich auf; die Behörden zeigen bei solchen Auftritten eine unverzechliche Nachsicht, wodurch die Leute zu solchem Treiben nur noch angespornt werden; ern Pfarrer wurde sogar bis in die Sakristei von einem solchen.ausgelassenen Menschen verfolgt, der Thätlichkeiten au ihm verüben wollte; letzterer wurde zwar verhaftet, aber wieder in Freiheit gesetzt. — Sollte die Dcputirtrnkammcr sämmtliche anberaumte Tagesordnungen vollende», so bleibe» »och sechs Gesetzvorschläge, worunter das Projekt über die Aushebung von 80,000 M. für 1841 begriffen ist, zu deballircn übrig. Ferner ist über mehrere weil wichtigere Gesetzvorschläge noch nicht einmal cineTa- lowoyl übernommene Bestellungen gesordnung festgesetzt. Man sieht hieraus, daß e» der Kammer nicht an Geschäften fehlt. — Die legitimistischen Blätter machen boshaft darauf aufmerksam, daß in Ehareuton, wo vorgestern der Grundstein zu dem gleichnamigen Fort gelegt worden ist, sich das größte „NarrrnhauS" Frankreichs befinde. — — Aus Anlaß des TauffesteS des Grafen von Paris sollen blo» 8 PairSernen- »ungrn stattfinden, unter welchen Horac, Vernet seyn soll; 15 andere Pair» würden nach dem Schluffe der Session treirt. — DaS unerwartete Eintreffen des Grafen Vtllrle in Paris gibt zu vielen Vermuthungen Anlaß. — Vorgestern hat der König, umgeben von den Hausoffizieren u. dem Grafen Montalivet, zu Alfort bei Paris, im Beiseyn der Direktoren sämmtlichrr Befestigungen, den ersten Stein zu dem Fort Charenton gelegt. Auch diese Thatsache wird wenig besprochen. Ludwig Philipp hat den angestrllten Arbeitern 1000 Frkn. verabreichen lassen. Gestern fingen überhaupt die meisten Arbeiten an. — Wir sind heute ohne alle politische Neuigkeiten, um so mehr, als Dienstags keine Post aus London eiir- trifft. Man ist sehr gespannt auf di- Ernennung der spanischen Regrntschast. Espartero hat hier mehr Gegner als Freunde, und doch finden die Staatsmänner einen Regenten besser als drei. — Es werden in den Tuilerie« Gemächer für de» König und die Königin der Belgier in Bereitschaft gehalten. —Die Sparkasse hat gestern u. vorgestern 796,814 Fr. eingenommen u. 491,000Fr. ausbezahlt. —r Von dem Staatsanlchen von 450 Mill. läßt sich vorderhand noch nichts mit Bestimmtheit sagen. Schon ist auch von Bildung der Wahlausschüsse die Rede, allein es dürfte schwer halten, sich bei der herrschenden Spaltung der Parteien über die Ernennung der Bewerber zu vereinen. Die Linke theilt sich in die Unabhängiggebliebenen und in dir Hru. ThierS Ergebenen. Unter der radikalen Partei besteht wegen der Befestigung von Paris eine mächtige Kluft. — Zu einem der Hauptgegrnstände der jetzigen Polemik gehört auch die Ernennung zu den vier neuen Plätzen am Seinedepartementalgerichte erster Instanz, für welche sich eine Menge Pränumeranten zeigen, die aber sammt und sonders von der Opposition angegriffen werde». — DaS schöne Wetter zieht viele Pariser zu den begonnenen Festungswerken hinaus, um so mehr, da sic sich an dem artesischen Brunnen satt gesehen haben und die Kunstausstellung einige Tage hindurch geschlossen war. Witze werden freilich viele gerissen, aber sonst fällt auch nichts dabei vor, was den Gegnern der Maaßregrl zu Statten kommen könnte. — Erst heute geschieht fast in allen Blättern von der Rechtfertigung der s. g. „Zeitgenossin" fs. o. Frankr.j, die sich im Besitze der famosen Briefe befinden will, Erwähnung, freilich nur Auszugs- und Bruchstückweise, denn die Septrmbergcsctze gestatten keine ausführliche Mittheilung; aber der „Sun" ist in vielen Kaffeehäusern umsonst vertheilt worden, so daß der ganze Inhalt bekannt wird. §? Deputirtenkammersitzung vom 20. April. Man begann heute mit dem 24. Art. des RekruttrnngSgesetzes, welcher sich auf die von den Ersatzmännern zu stellenden Bedingungen bezieht. Hr. Larabir möchte, daß der Ersatz««»» wenigstens lesen und schreiben könne, oder die Bildung deS zu Ersetzend« habe. (Gelächter.) Da blos die Reichern sich Einsteher stellen, so erhält da- Heer anstatt einen Menschen von Erziehung eine Menge ungebildeter, roher Menschen. Der 24. Art. wurde angenommen, eben so der 25. ohne Debatte. Der 26. Art. bezieht sich auf den Kontrakt der Ersatzmänner und die moralischen Garantien. Hier wurde ein Amendement gegen die EinstandSgesellschafte» vorgebracht, und bei Abgang der Post wurde noch über diesen wichtigen Punkt debattirt. Kf Kolea, 5. April. (Korresp.) Man kann sich von der Schönheit der Umgebungen Koleas kaum eine Vorstellung machen; eS ist daS gelobte Land Afrikas. Das unter Lamoriciere'S Leitung vollendete Lager beherrscht den ganze» Westen der Metidscha. Von dieser sichern Position haben wir das große Konvoi, welches sich von Algier nach dem Lager von Muzaia begab, vorbeiziehen sehen. Der Vortrab wurde von dem Herzog von Anmale befehligt. Tags zuvor bemerkte man zahlreiche Wachtfeuer der Araber, die sich bei Annäherung unserer Truppen zurückzogen. — Eine junge Spanierin, Namen- Pepa, welche Kolea seit 3 Jahren bewohnt, hat eine vor einigen Tagen ausgezogene Karavanr geleitet und dieselbe glücklich zurückgeführt, ohne auch nur auf dem Hin - oder Herwege von den stets auflauernden Hadschuten einmal beunruhigt zu werde». fff: Madrid, 13. April. (Korresp.) In der Depulirtenkammer brachte Hr. Sanchez Silva einen Vorschlag vor hinsichtlich der Gleichstellung der ZinSab- schnitte der unverzinslichen, s. g. tobten Schuld, vom 1. März 1836 angrfan- gen, mit der frühcrn Schuld. Noch wurde ein Antrag auf Verantwortlichkeit der Minister, und durch Hrn. Mendizabal, einer auf eine feste Bestimmung wegen Schenkungen an die Geistlichkeit vorgebracht. Diese Anträge werden alle berücksichtigt werde». . Witterung»- Beobachtung. 20. April 9'/, Add. Barom. ! 27" 7.15 LL.Aprilj « Mg. 2 Milt. Seit dem Temper. Feuchikt.! Wind »ach R. »ach Pt!. mit St. -s- 6.45 0.72 NO* Bewölkg. > "»-d V.» unterbr. heit. L Meder- schlägc. Ein schöner, wiewohl kühler Frühlingstag. >27" 27" 17 7.01^-j- 6.61 6.72^16.26^ Verdünstung menge 0.80 0.44 O> NO' 0.343 Zoll Höhe. — 2.96 K.Zoll. drchbr.trüb s Regen ^unierbr. heit. 4 Regen- 27 21 . April v'/.Abd. 22. April 8 Mg. 2 Mittgä27" Nieder- » schlag. itrüb 10 Ein warmer Frühlingstag.— ErsteScheine derReben. Barom. iTemper. geuchtkl. r«a.L. 10 E nach R. mach xE. 7.23^ ll.lSj 0.67 Wind iB-wölkg. mit St.lnach >/,, NO' 27' 7.51!-)- 6.75 7.06^ 18.82 0.81 0.36 NO' NO' ,'unterbr. heit. 1 weiter 2 ichnetl aussuyren, als auch gehörige Garantie für unsere Arbeiten legten. Das Magazin besindet sich in der Heirenstraße Nr. 37. Paul Weber, Schreinermeister. Schümm, Schreinermeister. Dehn, Schreinermeister. Bauer, Tapezier. s-V.657.2j Karlsruhe. (Verkaufs- anzetge.) Ein vollständiges, gut erhaltenes, schön gevundcnes Eremplar der landständischeu Verhandlungen beider Kammern von 1831 ist billig zu verkaufen. Wo? sagt das Kontor der Karlsruher Zeitung. s4V.566.4s Karlsruhe, (Lehrt ings- gesnch.) Es wird ein junger Mensch mir den nötyigen Vvrkeniitnijsen in ein solides Waaren. und Speditionsgeschäft in die Lehre gesucht. Wo? sagt das Kontor der Karlsruher Zeitung. F r u ch l p r « i s e. Karlsruhe, 21. April. Aus dem heutigen Frnchkmarkt ..... wurden eingesührl: 79 Mltr. Hafer » 3 st. 39 kr., welche Freitag, 23. April. Mit allgemein aufgehobenem sämmrlich verkauft wurden. " ° - - ' - - In „er hiesigen Mehlhalle wurden vom 14. bis 21. April Großherzoglichcs Hoftheater. Abonnement. Zum Vorthcil der Dem. Zerr. (Neu rinstudirt): Die Hochzeit des Figaro, Oper in zwei Aufzügen, von Mozart, zur letzten Gastrolle. sz.679.3j zeige und Hr. Leser: Figaro, eingeführr davon verkauft bliebe» ausgestellt 162,09 t 142,160 Pfund Mehl, 19.931 unter Verantwortlichkeit von E. Macklot. Frankfurt, 21. April. Prz- Papier. Oesterreich. Metalliquesobligattonen 5 — do. 4 — do. 3 — Bankaktien er v>v. 1987 - fl. 250 Loose bei Rokhsch. 113 fl. 500 Loose do. — , Bethmann'sche Obligat. 4 — do. 4'/. — Preußen. Staatsschuldschein«. 4 — Prämienscheine. — Bayern. Obligationen. 3'/. 100'/. Frankfurt. Obligationen. 3'/. — Eisenbabnaktien »250st. 383'/. Baden. st.SOLoose bei Goll u.E. — , st. 50 Loose von 1840 49'/. , Rentenscheine. 3'/. — Darmstadt. Obligationen 3'/. — fl. 50 Look«. 8 t'/. fl. 25 Loose. — Nassau. Obligationen bei Rsch. 3'/. fl. 25 Loose Holland. Integral«. r'/. 51 Spanien. Aktivschuld m. L. ö 22". Polen. fl. 300 Lotterieloose Rch. ... — do. ,u fl. 500. — G e ld kn i s. Karlsruhe. (Alicen pfehlung.) Die Unterzeichneten erlauben sich, ihr gegen wärtig gm eiogerichiekeS Möbelmagazii/ bestens zu empfehlen. Man sinder alle Sorten Möbels nach guten Journalen, besonders nach dem Mainzer verfertigt, die an Güte, Billigkeit und Eleganz den Auswärtigen sicher nicht nachstehen werben. Au» können wir, da wir burg'-bas. Eisenbahnakl. 237. 50. Belg. 5 proz. Anleihe 101'/, vereint zusammen arbeiten unk du Möbel selber verfertigen, römische do. —. Span.Alt.24',,, Paff.—. Ncap. 104.15. StaatSpapiere. Paris, 20. April. 3proz. konsvl. 80. 50. 4proz. kons. 99. 25. bprozent. konsol. 114. 50. Bankaktien 3190. —- tkanalaktien 1232.50. >sl. Germainelsenbahnaktieu 720. —- Versailler Eisenbahnaktien, rechte« Ufer: 372. 50. linkes User, 245..—. Orleanser Eisenbahnaktien —- —- Straß- Gold. Neue Louisdor . - Friedrichsdor - > Holl. 10 fl-Stücke . Randdukaten . - 20 Frankenstücke Engl.SouverainSdor -. kr. 11 — 9 32 S 51 5 32 9 22 11 42 107'/. S8'/. 78'/. 1985 112'/. ISS'/. 97'/. 100'/. 106'/. 83 tOS 363'/. 110 '/. 4S'/. 100 '/, 94 '/. 81 23 »«'/. 21 50"/.. 22 71'/. 81'/. Silber. fl. kr. Gold »I «»reo VV-. 312 Laubthaler, ganze. 2 43 Preuß. Thalrr . . 1 45'/, 5 Frankenthaler. . 2 2V FeinSilber, 16 löthtg 20 28 do. 13—14lörhtg 20 2V Gel». Mit einer Beilage. Druck und Verlag von E. Macklot, Waldstraße Nr. 10,