Boransbezahlung. >«zjtrrlich bin S fl.. talbjibr- llch 4 fl , durch die Poft >,n Groi- bcrj»zchu» Lad«, S fl. »0 kr. «» 4 ß. U kr. Karlsruher Zeimug. Einrückungsgebühr. Die gesoaliere Pelilzeile »d« deren Sk»»» 4 kr Brief« uud Beider fresk». Nr. ISS. Sonntag, den 16 . Mai Deutsche Buude-Aaaten. Bayer». München, 12. Mai. Ein heute erschienenes Regierungsblatt bringt eine Bekanntmachung „die Uebereinkunft der Rheinufrrstaaten über vier weitere Supplemrntsartikel zur Rheinschifffahrtskonvention betreffend", dann eine Bekanntmachung „über den Fortgang der Zehcnifirirung im Jahr 1840." Speyer, 12. Mai. Der Verwaltungsrath der rheinschanz - berbacher Eiscnbahngcsellschaft hat eine Generalversammlung auf den 12. Juli zu- sammenberufcn. Die wichtigeren BerathungSgegenstände sind: 1) die stattgc- hakten Verhandlungen wegen des Anschlusses an die preußische Bahn; 2) die Abänderungen der in §. 2 der Statuten festgesetzten Richtung der Bahn, und 3) die Wahl neuer Mitglieder in den Verwaltungsrath. Wir wünschen sehr, daß dir Frage wegen dieser wichtigen Bahnanlage auf eine oder die andere Weise zur Enlscheidung gelangen möge. Während überall in Europa, namentlich in Deutschland, jenes treffliche Kommunikationsmittcl einzufnhren begonnen wird, kann unser dicht bevölkertes und namentlich auch mit so wichtigen Naturprodukten gesegnetes Land unmöglich auf die Dauer dasselbe entbehren. (N. Sv. Z.) Aus dem Großherzogthum Hessen, 12. Mai. Dem Gouvernement der Bundesfestung Mainz sind bereits in der vorigen Woche die zu den beabsichtigten Neubauten nöthige» Geldmittel durch Anweisung auf das Haus Rothschild zugefertigt worden; es soll nunmehr unverzüglich Hand an das Werk gelegt werden. Nach dem vorliegenden Plane werden jene Neubauten i» zwei bombenfesten Kasernen nnd einem Fort bestehen, das an der Mainspitze, auf dem Boden der ehemaligen GustavSbnrg, errichtet werden soll. Von den beiden Kasernen wird die eine in der Nähe der Zitadelle, die andere am Rheine erbaut werden. So viel man von Sachverständigen hört, wäre, im Verthei- digungssysteme der Festung, letztere dazu bestimmt, mit dem vorgenannten Fort ein Kreuzfeuer zu unterhalten. (S. M.) Mainz, 7. Mai. Vor einigen Tagen sind starke Abtheilungen ausgedienter österreichischer Mannschaft von hier nach ihrer Heimath abmarschirt. Vor 3 Monaten noch war die Entlassung derselben verweigert worden. Ein neues FriedcnSzeichcn! — Nach den neuen Fortifikationsplanen wird die Mainspitze in den Fcstungsbereich gezogen werden. — Da die vielen nnd kostspieligen Bau, ten, welche in den nächsten Jahren ausgcführt werden sollen, eine große Masse fremder Arbeiter hierher ziehen, so ist man nicht ohne Bcsorgniß, wie man nach vollbrachter Arbeit sich derselben wieder entschlagen werde. (Man sollte meinen, die vielen projektirtcn Eisenbahnen lassen keine Besorgniß, als würde den Arbeitern künftig die Arbeit fehlen, aufkommcn. Bis jetzt herrscht mehr die entgegengesetzte Bcsorgniß vor: durch die gleichzeitige Vornahme mehrerer größeren Bauten könne cS an Arbeitern mangeln, und der Arbeitslohn zu sehr gesteigert werden; indessen dürfen die Leute doch besser zu deutschen Bahnbauten zu verwenden seyn, als daß sie nach Paris laufe», nnd dort unter'm Spott der Franzosen, die Festungswerke aufwerfen, die zunächst gegen ihre eigenen Landsleute bestimmt find. Bemerk, d. Allg. Ztg.) (A. Z ) Mainz, 9. Mai. Seil den sechs Jahren, wo die letzte Wahl zur Stän- deversaminlung des GroßherzogthnmS Hessen stattfand, hat sich beinahe alles, waS zum Vortheile und Gedeihen des Landes gereichen konnte, sehr vortheil- haft gestaltet. Der Ackerbau, durch das Rentengesetz seiner drückendsten Fesseln entledigt und durch die landwirthschastlichen Vereine unterstützt, machte bedeutende Fortschritte und konnte seine Produkte stet- zu gute» Preisen absetzen. Daß die Kultur des Weins sich ungemein verbesserte, sieht man an den hohen Preisen, welche selbst für mittelmäßige Jahrgänge bezahlt werden; dabei ist der Weinhandel durch den große» Markt, der ihm in dem Vereinsgebicte zu Gebot steht, sehr gehoben. Der Handel mit Kolonialwaaren und LandeSpro- dnkte» hat sich verdoppelt und vorzüglich seit dem Anschlüsse von Frankfurt und Nassau einen bedeutenden Aufschwung genommen. Das Fabrik- und Gewer- bewesen stellt sich, seitdem die Gewerbvereine errichtet sind, auf eine höhere Stufe; nichts bleibt unser» Gcwerbtreibcnden mehr neu, keine Nacheiferung ist ihnen zu schwer, kein Opfer, nur Vollkommenes zu leisten, zu groß, und kömmt die hier in Mainz projektirte GewerbShalle zu Stande, erhalten wir einen Bazar, auf dem man immer Ausgezeichnetes zu mäßigen Preisen findet, so läßt sich noch lnehrcres erwarten. Alle diese Verbesserungen verdanken wir großentheilS der Regierung; sie gab dem Impuls und rief in'S Leben, waS sie für zweckmäßig erkannte. Daß dadurch die Anhänglichkeit an dieselbe immer zunimmt und es beinahe niemand in den Sinn kömmt, auf dem Landtage an eine systematische Opposition gegen die Regierung zn denken, ist leicht zu begreifen. Daher ist auch von Erwählung solcher Abgeordneten, die auf den früheren Landtagen zur Opposition gehörten, deshalb, weil sie Opponenten waren, keine Rede. Die Wähler sind darüber einig, tüchtige Männer zu ernennen, die dem hohen Berufe, die Regierung über die Bedürfnisse des Lande- aufznklären, gewachsen sind. Sie berücksichtigen diesmal vorzüglich gediegene Rechts- nnd Finanzkenntnisse, weil, wie man behauptet, Acndcrungcn in un- scrm Justiz - und Finanzwesen zur Berathung kommen sollen. Wer ein auf reelle Kenntnisse gestütztes Wort reden kann, nicht in Theorien sich vergeht, sondern dem Zustand des Landes kennt und dessen Bestes, ohne Rücksicht ans Privatvortherl, im Auge hat, den wählen sie. An dergleichen Männer haben wir keinen Mangel; ganz allein in dem Kanton Niederolm sind deren zwei im Vorschläge, welche die vorbcmeldeten Eigenschaften in hohem Grade besitzen, der Hr. Generalprokurator Kilian in Darmstadt und der Hr. ObergenchtSrakh Aul von Mainz. Von den früheren Abgeordneten dieses Kantons geschieht keine Meldung. Die einzige Bedenklichkeit der Wähler liegt noch in der Br- sorgniß, die beiden Kandidaten möchten keinen Urlaub erhalten. Darüber mögen sie sich jedoch beruhigen; denn, dem Vernehmen zufolge, wird die Regierung von dieser Befngniß diesmal so wenig als möglich Gebrauch machen. (F. 3 ) Hannover. Hannover, 9. Mai. Der StaatSrath soll in den letzten Wochen und Tagen eine Menge von Kompctcnzkonfiikten zwischen Justiz - und Verwaltungsbehörden entschieden haben. Dahin gehören unter andern mehrere solche Konflikte, welche in Beziehung auf einige wohl in den Zeitungen besprochene Prozesse entstanden sind. Zu diesen Prozessen sind z. B. diejenigen Klagen zn zählen, welche von Seiten der HH. Böse, Detmold und Wehner, wegen der gegen sie verhängten Freiheitsbeschränkung erhoben sind, nicht minder diejenige Jnjurienklage, die der Bürgermeister Stüve gegen den Beamten anhängig machte, welcher wegen der in einem Klubb zu Brcmcrlehe auSge- brachten Gesundheit deS Bürgermeister- Stüve gegen den Klubbwirth und die einzelnen Klubbmitglieder einschritt und wovon die Zeitungen seiner Zeit berichteten. In allen diesen, wie in mehreren andern noch bekannten Prozessen, entstanden Kompctenzkonflikte, durch welche dieselben der Kognition der Gerichte entzogen werden konnten. Der Staatsrath hat diese sämmtliche Kompctenzkonflikte jetzt dahin entschieden, daß da die betreffenden Angelegenheiten einer gerichtlichen Beurtheilnng nicht unterliegen, die Zuständigkeit der Gerichte nicht begründet sey. — 10. Mat. Der König hat die Dimission des General- lieutenantS Hartmann nicht angenommen, vielmehr in einer sehr huldreichen Zuschrift dein Generallieuteiiant Hartmann zu erkennen gegeben, er könne einen so ausgezeichneten Offizier in seiner Armee nicht entbehren. — Der Zweck der Reise des JngcnieurmajorS Luttermann nach Wien ist, daselbst eine neue Art von Laufbrücken nnd Pontons in Augenschein zn nehmen. ES war deshalb von hier aus ein Gesuch um Gestattung nach Wien abgegangcn, welche- be- reitwillig erwidert worden ist. (H. C.) Hohe nzollern-Sig marin gen. Sigmaringcn, 12. Mai. DaS Fürstenthum Liechtenstein hat sein Bundeskontingcnt dem hohcnzollern'schen Bataillon einverleibt; letzteres wird fortan ein leichtes Jnfantericbataillon, und elfteres einen Scharfschützen;»» formiren. — Mit eingctrekcncm Frühjahr haben wieder die Arbeiten zur Verschönerung der Stadt Sigmaringen begonnen, zu deren Ausführung von dem durch!. Landesfürstcn ein Fond von 35,000 fl. angewiesen wurde; ein Theil der Gebäude, welche die östliche Stadteinfabrt entstellen, wird niedergcriffen, und dadurch die Stadt eine bequeme Einfahrt und freundlicheres Aussehen erhalten. — Von den projektirte» Siraßenbauten wird vorerst die Straße von Sigmaringen nach Jungnau korrigut und theil- weise neu gebaut, und die Straße von Sigmaringen über Wald an den Bodensee, wovon schon ein kleiner Theil ausgesübrt ist, vollendet; zu diesen Bauten steht der jährliche Stroßenbauetat mit 24,000 fl., ein ausserordentlicher Kredit von 75,000 fl. und ei» Geschenk der durch!. Lanbesfürsten von 10,000 fl. zu Gebot. (S. M.) Württemberg. Hall. In Folge der Vergiftung durch Blut, und Le- berwürste in Sanzcnboch sind inzwischen, ausser dem Knaben, von dem ich schon berichtet, noch fünf weitere Personen gestorben. Die Zahl derjenigen, welche durch solchen Genuß erkrankt sind, hat sich bei der genaueren Untersuchung auch noch größer hcrausgestellt, indem solche auf 19 sich erhöhte. Einige Wochen vorher war bei'm Ruggericht öffentlich davor gewarnt worden. (S. M.) Gerabronn, 12. Mai. Wie kürzlich in der Nähe von Hall durch den Genuß giftig gewordener Würste mehrere Personen gestorben sind, so hat sich auch in unserem Odcramt der gleiche traunge Fall in SimmetShauscn ereignet, wo Der lang verlorene Sohn. Ein anständig gekleideter Mann ging kürzlich in einen Zuwelierladen; er war in den mittleren Jahren, von dunkler, oder vielmehr sonnverbrannter Gesichtsfarbe, feinen Manieren und gentlemanähnlichem äusseren Ansehen. Der Eigenihümer des ! Ladens war gerade in einer Geschästsunterrcdung mit einer ältlichen Dame in ! Trauer verflochten; sie wollte nämlich ihre Uhr, die auf dem Ladentische lag, repa- i riren lassen. Der fremde Herr war zu artig, um dieS Geschäft unterbrechen zu ! wollen, und sah sich inzwischen mehrere im Laden befindliche Gegenstände an; der ! Juwelier aber redete, nachdem er die Dame um Entschuldigung gebeten hatte, den Fremden an und fragte ihn, womit er ihm dienen könne. Der Fremde zog eine kleine Kapsel, die an einem schwarzen Band um seinen Hals hing, hervor, öffnete sie und nahm ein alt aussehcndeS rothes Sammtkißchen heraus. Das Kißchen hatte eine herzförmige Gestalt, und war in Silberfiligrän- arbeit, welche gleichfalls verschiedene Herzen und ähnliche Embleme bildete, eingesetzt. Der Fremde bemerkte, indem er es dem Juwelier hinreichte, daß es ihm, obgleich cs nur eine Spielerei zu seyn schiene, von unschätzbarem Werthe wäre, und daß er, da es etwas Schaden gelitten habe, diesen sorgfältig ausbessern lassen wollte. Die Dame im Trauer hatte das Gesicht des Fremden nicht gesehen, als aber der Juwelier sie verließ, um mit jenem zu sprechen, vertrieb sie sich die Zeit damit, in die auf dem Ladentisch befindlichen Glaskästen mit Bijouteriewaaren zu sehen. Während der Fremde mit dem Juwelier redete, hielt er daS Kißchen in den Fingern, und gerade als er es aus der Hand geben wollte, drehte sich die Dame um, und ihre Blicke fielen aus das Kiffen; sie faßte den Arm deS Fremden, ihr ganzer Körper zitterte, sie stieß einen Schrei aus, und fiel jenem leblos in die Arme. Man brachte sie sogleich in das an den Laden stoßende Wohnzimmer und durch menschenfreundliche Hülfe wurden Belebungsmittel mit glücklichem Erfolge angewendet. Jetzt folgten Ausrufungen, Fragen und Erklärungen schnell auf einander — kurz, eine Mutter hatte ihren verlorenen Sohn wieder gefunden. Die Sache verhielt sich so: Vor ungefähr 35 Jahren schlugen ein Herr und eine Dame mit zwei Kindern (einem Knaben und einem Mädchen) ihren Wohnsitz in einem kleinen Dorfe in Monmouthshire auf. Die Tochter war 7, der Knabe 5 Jahre alt; beide wurden vom Vater erzogen, dessen Hauptgeschäft literarischer Art war. Einmal in der Woche pflegten die Kleinen Fpiertag zu haben, wo sie dann entweder zu einem Nachbar, der auch einen Knaben und ein Mädchen hatte, die in gleichem Alter standen, gingen, oder diese zu ihnen kamen. Einmal traf eS sich, daß der Knabe diesen Besuch allein machte, da die Schwester auS einer oder der andern Ursache zu Hause geblieben war. Es war ein Septemberabend, als der Kleine das Haus seines Freundes verließ — aber die Eltern sahen ihren Sohn nicht wieder. In allen Winkeln der Gegend ward nachgeforscht, aber ohne Erfolg. Jahr nach Jahr verging , ohne daß die liebenden, betrübten Eltern Nachricht von ihrem verlorenen Kinde erhielten. Zehn Jahre nach dieser traurigen Begebenheit starb ihre Tochter an der Lungenschwindsucht. Dieses zweite Unglück überlebte der Vater nur wenige Jahre. Die Wittwe trug ihr Elend mit christlicher Ergebenheit, sic lebte zurückgezogen, und hegte noch immer die Hoffnung, daß ihr Sohn am Leben sey, und ihr eines Tages wiedcrgeschenkt werden würde. So viel vom Knaben; jetzt zum Manne: Folgendes hat er selbst erzählt: Er erinnert sich noch des Abends, da er von seiner Spielgenosscn Hause nach dem seimigen zurückkehrte; er erinnert sich ferner, daß er mit einem Mann und einer Frau im rothem Mantel gegangm sey, und daß diese ihm drohten, sie wür- 858 von 7 erkrankte» Personen bereits der Hausvater, der Knecht, unv, »ach neue» ren Nachrichten, nun auch der Sohn an diesem Gifte gestorben sind. Die in Eimuietshausen genossenen Lcberwürste sollen erst seit 14 Tagen bereitet worden seyn. Wann wird wohl einmal die Unvorsichtigkeit der Landleute aufhören, mit der sie ihre Speisen znbereiten und aufbewahren ? Wenn wir nur des Kupfergeschirrs gedenken wollen, das so häufig im Gebrauche und so selten ganz rein gehalten wird; sodann ist es ja unter Anderem in unserer Gegend oft der Fall , daß einzelne Gemeinvcn unter sich übcreiiigekvininen sind, daß, wenn eines Andern Rind oder Kuh Kcankhcils halber gelobtet wird, Jeder nach Umständen eine größere oder kleinere Parthie vom Fleische des kranke» Thiers um »ormirten Preis kaufen muß. Die wohlthärige Handlung des Mittragens eines Schadens könnte doch weit zweckmäßiger erreicht werde», wenn jeder Viehbesitzer einem der bereits errichteten Versicherungsvereine beitreten würde. (S. M.) Hrarrkreied (sh. auch Beilage). Paris, 11. Mai. Vor einige» Tagen starb, nach langer schmerzlicher Krankheit, die Prinzessin Charlotte v. Rohan Rochefort (gcb. den 25. Okt. 1767). Sie vermählte sich in früher Jugend mit dem unglücklichen Herzog v. Enghic»; dieser Ehe aber, dem Ergedniß gegenseitiger Zuneigung, verweigerte der Vater des Herzogs (Herzog v. Bourbon) seine Genehmigung, und die Prinzessin trug daher nie den Namen ihres Gemahls. Nach der Hinrichtung des Herzogs v. Enghien in VincenneS bot der Herzog v. Bourbon der Prinzessin die Bestätigung ihrer Ehe und damit die Erbschaft des ungeheuren Eoncvscheu Vermögens an. Die Prinzessin aber nahm das Anerbieten nicht an. — Gen. Negricr fährt in Konstantine fort, die Eingcbornen durch Beispiele furchtbarer Strenge einzuschüchtern. So meldet ein Schreiben des „Semaph." aus Bona vom 25. April, daß nach den Hinrichtungen vom 2. April abermals 11 Araber, welche Räubereien begangen, durch einen nächtlichen Hinterhalt fcstgenommen und enthauptet worden sind; der zwölfte Schuldige wurde frei entlassen, um die Kunde dieser blutigen Vergeltung seinen Landsleuten im Innern zu erzählen. Gleichwohl wurden einige Tage später neue Diebstähle begangen. General Negricr ließ abermals einen Hinterhalt zur Nachtzeit aus- stellcn, welcher abermals zur Festnahme von 8 Uebelthätern führte. Davon wurden wieder 7 enthauptet und der 8te frei in's Innere entlassen. Der Korrespondent dcS „Semaphore" hofft von dieser blutigen Strenge des neuen Oberbefehlshabers eine heilsame Wirkung auf die Eingeborncn. * Paris, 11. Mai. (Fortsetzung und Schluß deS Auszugs aus dem Berichte deS Hrn. Girod in der Sache dcS DarmvS und Konsorten.) Der Bericht gibt nun Details in Bezug auf die andern Verhafteten und zwar zuerst über Valentin DuclvS, Kabrioletkutscher, 44 Jahre alt. Dieser Mann stand in häufigem Verkehr mit Darmes, obwohl er, am Tage dcS Mordversuchs verhaftet, durchaus nichts von ihm zu wissen behauptete. Bei der in seiner Wohnung an- gesttllten Nachsuchung fand man 1295 Stück Patronen, eine Frcihcitsmütze und eine ungeheure Menge revolutionärer Pamphlete unv Schrifkche». Ein Zeuge hatte ihn selbst an diesen Patronen arbeiten gesehen. Das Pulver war, wie sich fand, in irgend einer geheimen Fabrikationsanstalt verfertigt worden. Er war schon als in den Aufstand von 1832 verwickelt festgenommen gewesen, und ein bei ihm gefundenes Papier bewies, daß er Mitglied einiger geheimen Gesellschaften war. Eine Menge Zeugen bewies, daß seine Meinungen ausnehmend wild scyen und er einen Haß gegen die Regierung unverholcn darlegte. Einige hatten ihn erklären hören, der König müsse bald fallen. Auch zeigte sich, daß er in den Jahre» 1839 und 1840 7000 Fr. mehr ausgab, als er verdient batte, und er galt dafür, daß er Gelees die Fülle besäße, um Leute zum Anschluß an seine Partei anzulocken. Ueber ein Duzend Zeugen sagten ans, sie hätten ihn häufig mit Darmvs zusammen gesehen, und weitere Zeugen thaten dar, daß die beiden an den dem Attentat unmittelbar vorhergehenden Tagen bei einander gewesen seyen. Indessen hörte man ihn, am Tage »ach dem Moidanfall, von letzterm sprechend, sagen: „Ich bin ein entschiedener Republikaner, aber dem König an'S Leben würde ich denn doch nicht gegangen seyn." Ein Zeuge, Namens Hcnot, erkannte übrigens Duclos als einen der Männer, die er am 14. Okt., dem Tage vor dem Mordanfall, aus dem Tuilcrienkai sah, wogegen zwei andere Zeugen, welche ebenfalls jene Männer sahen und ihre Reden hörten, Duclos nicht bemerkten. Auch gewisse, dem Darmes selbst gegen drei Gefangen, Wärter bald »ach seiner Verhaftung entschlüpfte Acusserungen, welche freilich DarmvS hinterher unschuldiger anSzulegen sich bemühte, verdächtigen DucloS noch mehr. Von den weiter Verhafteten ist Charles Aimv Borel, aus der franz. Schweiz gebürtig, ein Mechaniker, bezüchtigt, mit Darmes und Duclos in genauem Verkehr gestanden, der Gesellschaft der Kommunisten angehört und als eifriger Agent derselben gewirkt zu haben; von ihm hatte Darmvs die bei diesem bei seiner Festnahme nach dem Attentat Vorgefundene Schrift vtzurrlitv» ckv l'lromwo vi-iumviit moral» und die in DarmvS' Wohnung entdeckten Statuten jener revolutionären Gesellschaft erhalten gehabt. Ucbrigens machte Borel, nachdem er anfangs alles ihn Gravirende zu längnen versucht, späterhin umfassende Geständnisse und Mittheilungen über die Waffen- und Schießbedarfansammlungen jener Gesellschaft, so wie über ihr übriges Thun und Treiben. (Daß Borel durch Entscheidung des Pairshofs inzwischen auf freien Fuß gesetzt wurde, ist in der gestr. K.Z. unter Pari«, 12. Mai gemeldet worden.j Racarie, Mechaniker- gesell, 23 Jahr alt, Anton Victor Perivs, vulAv Champagne, 32 Jahre alt, Tuchschercr, Joseph Dominique Bonge, vulKv der dicke Joseph, 41 Jahre alt, Mechanikcrgesell, Stephan Alerander Bcllcguise, 50 Jahr alt, Stellmacher, Gucrct, vul^o großer Ludwig, Robert, Martin auch Albert genannt, sind sämmt- lich mehr oder minder bezüchtigt (was sie aber mehr oder minder entschieden in Abrede zu stellen versuchten), hochverräkherische oder köiiigsmörderische Reden geführt, oder zu revolutionären Gesellschaften, namentlich der Kommunisten, gehört, oder verbotene Waffcnniederlagcn und Schicßbedarfvcrfertigungsanstalten gehabt zu haben. jDaß diese hier eben genannten 7 Verhafteten inzwischen vom Pairshof der Mitschuld an Darmes Attentat ledig gesprochen, aber wegen. Theilnahme an verbotenen Gesellschaften u. s. w. vor das Zuchtpolizergericht verwiesen worden sind, hat der Artikel Paris, 12. Mai in der gestr. K. Z. bereits berichtct.j Der letzte im Bericht aufgefübrte Verhaftete ist Considvrv, 30 Jahre alt, Kaffcndiener bei dem Bankierhause Laffitie u. Komp., und wohnhaft zu Montmartre, wo seine Frau eine Schenke hielt. Er ist ein notorischer Republikaner, halte sich durch seinen heftigen Freiheitsschwindel bemerkbar ge- macht, und war mit seinem Schwiegervater Deganne wegen der Slffaire von Notredame vernrtheilt, im Jahr 1836 aber amnestirt worden. Darmvs, DncloS, Borel und andere Kommunisten kehrte» fleißig in der Schenke zu Montmartre ein, wie denn Considvrv selbst für ein Mitglied dieser Gesellschaft gehalten wurde, und auch in der That in ihren Listen unter Nr. 394 aufgefnbrt ist. Besonders vertraut war er mit DncloS, von dem er, bei seiner Entlassung ans der Haft (nach der erwähnten Amnestirnng) Geldunterstützung erhielt, und der ihn auch häufig in Hr». Laffitte's Hause, wo Deganne ebenfalls eine Stelle als Portier hatte, besuchte. Darmvs, Duclos, Borel und Considvrv stellten wiederholt in Abrede, irgend genaue Bekanntschaft mit einander gehabt zu haben, allein Considvrv's Frau gab, abgesondert von ihrem Manne n»d den klebrigen verhört, zu, daß sic recht gut mit einander bekannt seyen, daß ihr Haus rin Stelldichein für DarmvS und seine Genossen war, daß er sie immer „Bürgerin — Citoyennc" nannte, und daß er häufig ein Mädchen, Namens Pvntrelle, die seine Konkubine war, mitbiachte. Considvrv behauptete, keine Kenntniß von Darmvs' Attentat, als erst nach seiner eigenen Verhaftung erhalten zu haben, allein seine Frau sagte aus, ihr Mann habe schon lange geäussert, der Darmvö sey der rechte Man». Zn gleicher Zeit versicherte sie jedoch, ihr Man» habe aufgchört gehabt, sich mit solchen Sachen zu befassen und seine Mißbilligung derselben ausgesprochen. Der Bericht gibt schließlich reichliche und erschreckende Auszüge auS den vielen, bei den Verhafteten gefundenen und die Gesinnungen und Lehre» der Kommunisten darlegenden Drucksachen, Bücher, Flugschriften u. s. w., alle voll dcS nmwälzerischsten, der nothwcndigcn Staatsordnung und ächten Moral Hob» sprechenden Inhalts. A Toulon, 4. Mai. Tragine, der famose verurtheilte Räuber und Mörder, ist beute hier angekommen, und sofort in das Bagno geliefert worden, er ist im Gefängniß mit 45 Kilogr. schweren Ketten gefesselt, die er aber ohne große Mühe zu tragen scheint, obschon er von kleiner Statur ist. Zwar in Leychcrt bei Foir geboren, spricht er doch wenig Französisch und nur seine» Pro- vinzialdialekt. Er wird unter strengster Aufsicht gehalten. Großbritannien London, 8. Mai. Der Graf v. Waldegreve lebt i» dem Oueensbench- gesängniffe, in welches er (wie berichtet) wegen Mißhandlung eines Polizei- dieneiö vcrurtheilt wurde, herrlich und in Freude. Gegen arme Schuldner hat er sich bereits sehr freigebig erwiesen. ^ London, 10. Mai. (Korresp.) Robert Peel zeigt viele Thätigkeit und seine Freunde vermeinen, er stehe mit einem Fuße schon im Ministerium. DaS whigistischc „Morning Chronicle" enthält einen „Xo rv8i»,iution (kein Abtrctcn vom Amt)" überschricbenen Artikel, und spricht sich zu Gunsten der Auflösung aus. Einige Tvryblätter wollen glauben machen, die Minister wnr. den schon gleich nach Entscheidung der Zuckerfrage sich zurückziehen. London, 10. Mai. (Korresp.) In allen Theilen des Landes werden Meetings gegen die bestehende Korngesetzgcbnng und die Brodtape» gehalten; so geben die heutigen Blätter Berichte von derartigen Meetings zu Liverpool, Stockport, Camberwell, Vvlvcrhampton, Willcnkall, Plymouth, Gosport, Southampton, Poole, Eccles, Lcicestcr und anderen Städten. In Brad- fort wurde ein ungeheurer Laib Brod mit der Aufschrift „untarirt" und ein ganz kleiner mit Aufschrift „tarirl" elfterer von einem Mann in wohlhabender Kleidung, letzterer von einem Bettler in Prozession zur ungeheuer» Freude der Bevölkerung umhergctragen. — Der „Leeds Mcrcury" enthält einen Aufruf an die Männer von Uorkshire, durch Petitionen an den großen Maaß- regeln der Regierung zu Herabsetzung des Zolls von Zucker und Bauholz und zu Firirung des Kornzolls Thcil zu nehmen, indem er ihnen mit einer ausserordentlichen Weitläufigkeit die Vortheile dieser Maaßregeln auseinandrrsetzt, und auf der andern Seite die Nachthcile, welche das Unterliegen des Ministeriums zur Folge hätte, darstellt. Wir begnügen unö, einige dieser Nachtheile aufzuzählen. 1) Eine Tvryregierung; 2) zwei Millionen neue Auflagen; 3) Festhaltnng an den Korn-, Zucker- und Bauholzmonopolien; 4) Verlust des den ihm, wenn er weine und nicht still und ruhig mit ihnen gehe, den Kopf ab- schneiven, man würde ihm sonst aber nichts thun, da Papa und Mama ausgegan- gen waren und sie geschickt hätten, ihn zu holen. Er entsinnt sich auch, mehrere Monate in einer großen Hafenstadt gewohnt zu haben, aber man ließ ihn, ausser bei Nacht und in Begleitung des Mannes oder ver Frau, nie aus dem Hause ge. hen; er erinnert sich noch eines Mannes, der ihn oft besuchte, der sehr freundlich mit ihm war und ihn endlich mit an Bord eines Schiffes nahm. Die erste Start, ! ausserhalb Englands, deren er sich entsinnen kann, war Kingston auf Jamaica, wo ! er, wie er glaubt, neun Jahre lang mit dem Manne, der ihn dahin mitgenommen > hatte, wohnte. Dieser mar der Herr eines großen Waarenhauses, und gebrauchte > ihn als Bursche in seinem Geschäfte. Inzwischen ward seine Erziehung nicht ver- nachiässigt, denn sein Herr unterrichtete ihn im Lesen und Schreiben. Da er oft ^ den Wunsch geäussert hatte, zur See zu gehen, so gab man ihn als Schiffsjunge ! an Bord eines Kauffahrers. der zwischen den westindischen Inseln, den Vereinigten j Staaten und Südamerika fuhr. Auf diesem Schiffe blieb er acht Jahre, und hatte die Gunst des Kapitäns in dem Grade gewonnen, daß er im letzten Jahre dessen Bücher führte, als Sekretär fungirte, und sich immer beliebter machte, als der Tod diese Verbindung löste. Der Kapitän starb in Newyork. Er nahm sich jetzt vor, nach England zu gehen, ohne die besondere Absicht, seine Eltern auszusuchen: da ! der Mann, der ihn nach Jamaica brachte, ihm gesagt hatte, daß er eine Waise, von einem menschenfreundlichen Ehepaar während seiner Kindheit verpflegt sey und daß man ihn zur See geschickt habe, damit er, so gut er könne, sein Brod verdienen möge. Da er aber nicht sogleich eine passende Stelle an Bord eines englischen Schiffes erhalten konnte, worauf cS ihm auch gar nicht sehr ankam, weil die Zeiten sehr stürmisch waren, so ging « in Newyork auf ein Kompkoir. Er erhielt j späterhin noch eine Stelle in derselben Stadt, und nahm, nachdem er zwei Jahre daselbst gewesen war, eine einträgliche Stelle, als erster Kommis eines Handlungshauses in Ncworleans, dessen Associe er später ward, und ein ziemliches Vermöge» erwarb, an. In den letzten zehn Jahren hatte er eine mächtige Sehnsucht, England zu sehen, und beschloß endlich, dieselbe zu stillen. Vor drei Monaten war er in Liverpool an s Land gestiegen und ging, nachdem er daselbst, so wie in London geblieben war, nach Bristol. Nach dem Aussehen mehrerer öffentlichen Gebäude, besonders der Börse, urtheilte er, daß Bristol die Hafenstadt sey, von wo aus er zuerst zur See gegangen war. Nachdem er vierzehn Tage in Clifton zugebracht hatte, beschloß er durch Monmouthshire in Südwales nach Liverpool zurückzukehren, unv in jener Grafschaft führte ihn der Zufall seiner Mutter in den Weg. Die Erkennungsszene haben wir geschildert, aber nicht die Geschichte des Mittels, das diese hecbeiführte, nämlich: des Kißchens. Als der unglückliche Knabe vom väterlichen Hause weggelockt wurde, hatte er das Futteral mit dem Kißchen in der Tasche, ec wußte, baß seine Mutter eS sehr hoch hielt, und er hatte sie oft sagen hören, daß seine Großmutter es ihr gegeben hätte. In der das Kißchen einschließenden Silberfiligränarbeit waren im Kreise herum der Taufnamen seiner Großmutter und die Worte: „Zum Andenken" angebracht. Der Knabe bewahrte das Kißchen auf, und seine Liebe zu demselben wuchs mit ihm heran; diese kleine Erinnerung an seine Kindheit prägte vielleicht deren Bild seiner Leele fester ein. In den letzten Jahren trug er es an einem schwarzen Bande auf der Brust. Indem er die Treppen der berühmten Wind-Cliff Hinanstieg, glitt sein Fuß, er fiel gegen eine Stufe an, und so wurde die Filigränarbeit beichädigt. In vcr ersten Start auf seinem Wege eilte er in einen Goldschmideladen. Das Folgende weiß der Leser; seine Mutter sah die Reliquie zufällig an, las den Namen ihrer Mutter und dir ihr unvergeßlichen . 859 Handel- mit Brasilien; 5) höhere Zölle auf englische Maaren in den Bereinigten Staaten und in Deutschland. — Die Blätter der Fabrikstädte Birmingham, Manchester, Derby, Glasgow, Leiccster, auch Liverpool, sprechen sich sämmtlich zu Gunsten der rmnistcricllen Maaßregel aus. — Auch in Irland ist die Nachricht von dem Vorhaben der Regierung von allen, welche nickt unmittelbar bei Aufhebung der Korngesetze interesstrt sind, mit Freude ausgenommen und beschlossen worden, die Regierung auf die energischste Weise zu unterstützen, wenn sie irgend einigen Widerstand finde. — Die Tvryblätter ergehen sich in den heftigsten Ausfällen gegen das Whigministerium und gratulircn dem Lande, daß dasselbe nur »och wenige Tage an der Regierung bleiben könne und, so der Himmel wolle, auch nicht mehr an dieselbe gelangen werde. — Einige amerikanische Blätter fangen a», die letzte Banmwollcnernte um etwa 200,000 Ballen höher zu schätzen, als es früher der Fall gewesen. Statt 1,650,000 werden nun t,860,000 Ballen gerechnet; und wenn es in der That sich so verhalten sollte, so müssen die Preise noch herunter. Die Klagen aus Manchester über GcschäftSlosigkeit dauern fort, und an Maaren aller Art scheint Ueberfluß zu scyn. Die großen Wcbefabriken, welche mit der Verfertigung von Kalrko sich beschäftigen, haben unglaubliche Vorräthe aufgcspeichert. Man nennt drei solche Häuser, wovon das 200,000, das zweite 150,000, und das drrtte 100,000 Stücke auf dem Lager liegen habe. Dies wird sehr naiv dem Umstande zugcschriebc», das früher eine etwas zu große Thätigkeit in den Twistmühlen und Webereien geherrscht habe, die nun Len Absatz nicht finden können, auf den sic zählten. Offenbar haben die englische» Fabriken bei der übermäßigen Produktion ihrer Gewebe größere Schwankungen im Geschäftsgang zu gewärtige», als eS früher geschehen ist. — Br, einer kürzlich zu Belfast stattgefundcnr» Versammlung zur Beförderung des irländischen Flachsbaues und der dahin einschlagenden Zweige sind einige interessante Aufschlüsse über diesen Gegenstand mitgetheilt worden. Im Allgemeinen geht daraus hervor, daß die dortigen FlachSspinnmühlen 223,000 Spindeln beschäftigen, und von 2300 Pferdekräften in Gang gesetzt werden. Die Errichtung dieser Mühlen und der dazu erforderliche» Gebäulichkeiten kostete 1,500,000 Pf. St. Der Belauf des Taglohns wird auf 250,000 Pf. St. und die Zahl der Arbeiter auf 18,000 angegeben, welche 13,000 Tonnen Flachs verarbeitet, und für 2,000,000 Pf. St. Garn geliefert haben. Die GarnauSsuhr aus Irland soll von 32,000 Pf. St. im Jahre 1832 auf 746,000 Pf. St. im Jahre 1840 gestiegen seyn. Die Ausfuhr von Leinwand wird 1825 auf 37,000,000, 1833 auf 61,000,000 und 1838 auf 78,000,000 Mords angegeben. Ganz Großbritannien und Irland habe 1825 nur 18,000, im Jahre 1838 aber 81,000 Tonnen Flachs eingeführt. 1840 hat die Einfuhr 63.000 Tonnen betragen. In Irland werden durchschnittlich 40,000 Tonnen Leinsamen ausgcsäet, wozu 80,000 Acker Land erforderlich sind. Die jährliche Flachsernte wird auf 32,000 Tonnen geschätzt. Ende 1839 Halen die schottischen Flacksspinnmühlen 1695 Pferdekräfte zu ihrem Betriebe erfordert. Rechnet man 100 Spindeln auf eine Pferbckraft, so besitzt Schottland 169,500 Spindeln, und beide Länder zusammen 392,500 Spindeln. ES ist sehr wahrscheinlich, daß die Flachsspinnmaschincn, mit Inbegriff von England, jetzt über 600,000 Spindeln beschäftige». (A. Z.) Niederlande. A Haag, 10. Mai. (Korresp.) Die zweite Kammer der Generalstaaten wird in den nächsten Tagen die Diskussion über die in den Abkhcilungcn bereits erledigten Gesetzentwürfe beginnen. Hoffentlich wird die Kammer dann zahlreicher erscheinen, als in der vorgestrigen Sitzung, wo nicht weniger als 19 Mitglieder, welche die,,StaatScourant" namhaft macht, fehlten. Allgemein wünscht man, daß daS ErpropriationSgesetz in der Kammer auch bald seine Erledigung finden möge. Da davon besonders der Fortgang drS Baues der amstcrdam-arnheimcr (oder rheinischen) Eisenbahn abhängt. Die amsterdam- haarlemer Eisenbahn wird ihrer ganzen Länge nach — bis Rotterdam — eher vollendet seyn, als man erwartete, da nun auch die Arbeiten von Rotterdam aus nach dem Haag beginnen sollen; von Haarlem ans nach unserer Residenz haben sie bereits begonnen. Man hofft, daß nach gänzlicher Vollendung der Bah» sich auch in pekuniärer Beziehung ein günstigeres Resultat zeigen werde, als bis jetzt der ainstcrdam-haarlemcr Trakt aufznweiscn hat. — Gestern ist das Geburtsfcst I. kön. H. der Prinzessin Albrecht von Preußen, Schwester Sr. Maj. des Königs, auf gebräuchliche Weise gefeiert worden. — Da König Friedrich Wilhelm seine ständige Residenz im Ausland nimmt, wird die Prinzessin Albrecht den Haag sobald nicht besuchen. — Unser Minister der Kolonien, Hr. Baud, ist »och unwohl, und muß sich deshalb in seinen Funktionen vertreten lassen. — Heute ist die diesjährige Kunstausstellung in unserer Residenz eröffnet worden. Vorerst bemerken wir nur, daß sie viele gute Gemälde lebender einheimischer und fremder Künstler bringt. — Der Prinz von Jvinville wird wahrscheinlich erst gegen Ende des Monats an unserer Küste eintreffen. — Der päbstliche Staatssekretär Monsignore Capaccini wird noch im Laufe d. M. hier erwartet und von unserer Regierung gut empfangen werden. Oesterreichifche Monarchie. Ungarn. Pesth, 5. Mai. Heute fand die Restauration der ersten Magistratsbeamten des pesther Komitats in dem Landhaussaale zu Ofen statt. Eine ungeheuere Masse von Wählern, meist adelige Bauer» aus diesem Komitat, strömte nach Pesth und Ofen, um au dem Wahlakte Theil zu nehmen; der Andrang war fast beispiellos. Der Kandidaten zu den beiden Vizegespaunsstellen waren drei: nämlich Hr. v. Dubravitzky, bisheriger erster Vizegespanu (ein Protestant), Hr. v. Simonsics, bisheriger provisorischer zweiter Vizegespanu (Katholik) und Hr. v. Szent-Kiralyi, Deputirler bei'm letzten Landtage (Katholik, mit einer größeren liberalen Schattirung, namentlich in dem Streit über gemischte Ehen). Man war so ziemlich der Wahl des Hr». v. Dubravitzky zum ersten Vizegespann versichert; aber die Parteien theiltcn sich zwischen Simonsics und Sz. Kiralyi. Die der weitem überwiegenden Anhänger des letzkern trugen weiße Hahnenfedern auf dem Hut zum Abzeichen, und zogen schon einen Tag vorher mir Fahnen und Musik in Prozessionen durch die Stadt. Heute Morgens versammelten sich die Ungeheuern Massen in und ausser dem große» Laudhaussaale zu Ofen. Se. kais. Hoh. der Erzherzog Palatin, der als Ober- gcspann der Wahlhandlung hätte präsidircn sollen, mußte wegen Unpäßlichkeit durch den Administrator Baron Pronay vertreten werden. Gleich anfangs ward, wie man erwartete, Hr. v. Dubravitzky durch Akklamation zum ersten Vizegespann ernannt. Um die zweite Vizcgespannstelle stritten sich die HH. v. SiinonsicS und Sz. Kiralyi, und man beschloß die Entscheidung mittelst Kugelung zu bewerkstelligen. Allein mitten in der Ballotage erklärte Hr. v. Simonsics, freiwillig von seiner Bewerbung zurückzutreten, wodurch die Wahl des Hrn. v. Sz. Kiralyi ohne Widerspruch entschieden wurde, welches Resultat ungeheuer» Jubel erregte. — In diesem Augenblick, bei Abgang der Post, wird noch mit der Wahl der untergeordneten Beamten fortgefahren, was aber von geringerem Interesse ist. Die Wahlmänner zerstreuen sich bereits nach allen Seiten. (A.Z.) Portugal. » Lissabon, 3. Mai. (Korresp.) Der Eintritt des Sennor Floride in da- Ministeriuin des Innern, der schon definitiv beschlossen war, ist aufgcschoben, wo nicht ganz anfgegeben worden, da eine große Anzahl solcher Personen, welche die Regierung unterstützen, wegen seiner Plane hinsichtlich der Auflagen Opposition gegen ihn machte. Eine weitere ernsthafte Frage hat sich mit der englischen Regierung wegen Befriedigung der pcdristischen Offiziere und Soldaten ergebe», indem die portugiesische Regierung die von Hrn. van de Weyer als Schiedsrichter gegebene Entscheidung, die zu Gunsten der pedristischen Militärs lautet, nicht anerkennen will. Lord Palmerston hat deshalb eine scharfe Note ckn die portugiesische Regierung erlassen und man glaubt, diese werde endlich die fraglichen Ansprüche bxfriedigen, um der Verlegenheit los zu werden. Die Mu- nizipalmahlen schreiten vorwärts, die von Oporto haben sich auf gemäßigte Septembristen gerichtet; in Santarcm hatten die Earristen die Oberhand. In Lissabon ist das Wahlgeschäft, wegen dessen die Regiernng in einiger Verlegenheit ist, noch nicht beendigt. Auf die Vorstellung des Herzogs von Palmella hat der Kriegsminister Graf Bomfin das Budget für die Armee von 3300Con- tos Reis (9.075,000 fl.) auf 2800Coiitos (7,699,992 fl.) rcduzirt; ferner will das Finanzkomire zur Deckung dcS Defizits von 2600 ContoS de Reis (7,149,996 fl.) die Ansteigen auf alles Eigenthum und aus alle Artikel der inner» Konsumtion um lOProz. und auf die Besoldungen der Angestellten um 20 Proz. vermehre». — In Algarbien fahren die Guerillas mit ihren räuberischen Einfällen fort, und die Zahl dieser Guerillas wächst nm so schneller, da eine Menge der dort stationirten Soldaten, deren rückständiger Sold nicht bezahlt wird, z« ihnen desertirt. — Der für London bestimmte neue Finanzagent ist der Baron v. Lagos, der unter dem Patronat des Herzogs von Palmella und des Justiz. Ministers steht; doch ist seine Stellung ebenfalls eine schwierige; derselbe geht dieser Tage mit dem Paketbovt nach London ab und hat für die Inhaber der portugiesischen Schuldscheine auch nicht den mindesten Trost mitzubringen. Rußland und Polen Warschau, 7. Mai. Se. Majestät der Kaiser hat bei Gelegenheit der Vermählung des Großfürsten Thronfolgers auch den Einwohnern des Königreichs Polen huldreiche Gnadenbewilligungen zu Theil werden lassen. Die hiesigen Blätter theilen in dieser Hinsicht drei kaiserliche Verordnungen mit. Durch die erste derselben werden alle, welche zum Tode verurthcilt sind, insoweit begnadigt, daß ihre Strafe in lebenslängliches Gesängniß verwandelt wird; die zuchtpolizeilichcn Strafen, nämlich Einsperrung in'S Zuchthaus, gewöhnlicher Arrest, Geld-und Leibesstrafen, werden mit Ausnahme einiger näher bczeichncten Fälle, ganz erlassen. Durch die zweite Verorvnung werden alle aus der Epoche dcS ehemaligen HerzogthumS Warschau und aus der Epoche des Königreichs biS zu Ende des Jahres 1831 noch rückständigen Schatzforderungen , so wie eine Menge näher spezifizirtcr Forderungen, die der Schatz auf Rechnung verschiedener Abgaben bis zu Ende des Jahres 1837 noch ausstehen hat, niedergeschlageu, eben so auch alle wegen Defraudationen, die bis zu demselben Termin verübt worden, noch schwebenden Prozesse und Gcfängniß- strafen, wenn nicht bei letzteren zugleich ein Kriminalvcrbrechen die Ursache der Strafe ist, in welchem Fall die Sache nach den Vorschriften der ersten Verordnung zu behandeln ist. Ausserdem enthält diese Verordnung noch mehrere andere finanzielle Erleichterungen für die Uuterthauen des Königreichs mit Bezug auf UnglückSfälle und Verluste, welche sie in den letzten Jahren erlitten Worte: „Zum Andenken" und ein Gefühl, wie es nur eine Mutter empfinden, aber kein Sterblicher beschreiben kann, bcmeisterte sich ihrer. Der Abend ihres Lebens wird durch die liebende Sorgfalt eines theuern, aber so lang verloren gewesenen Sohnes verschönert werden. Verschiedene-. Dresden, 8. Mai. Ludwig Tieck bereitet sich zur Abreise nach Baden-Baden vor, wo er zur Stärkung seiner Gesundheit einen Theil des Sommers zubringen wird, um wahrscheinlich Ende Juli in Berlin oder Potsdam zum Besuch bei Sr. Maj. dem König einzntreffcn. Der verehrte Dichter hat sich seit Kurzem nach rem harten Schlage, »er ihn und seine Familie betroffen und ausserordentlich angegriffen harte, auffällizerwersc wieder erholt, und so eben, auch um jenes Unglücks willen, seine Wohnung verändert. Sliue auswärtigen Freunde müssen ihn sich also nicht mehr in dem vicldesckriebenen Sa.^ lon in dem düsicrn Haiise am Altmarkte Vörstetten, das er seit zwanzig Jahren bewohnt hatte, sondern würden ihn inskünfrige in einer schönen und geräumigen Wohnung mit der freundlichen Aussicht nach einem Garten in der pirnaischen Vorstadt wiesersinden. — Das Bildniß ver verstorbenen Dorothea Tieck wird gegenwärtig nach einem sehr wohlgetroffenen Lelgemälde der Frau v. Buttlar, für eine Anzahl subskribirender Freunde durch Hof- rarh Hansstängrl lirhogravhirt. Mainz, 7. Mai. Serk Anfang d. M. ist die Gemäldeausstellung der 5 VereinSstädie Mainz, Karlsruhe, Darmstadl, Mannheim und Straßbarg hier eröffnet. Die Erfahrung der 3 lehren Jahre, daß die Zahl der gelungenen werrhvollen Bilder sich mir jedem Jahre mindere, wiederholt sich auch diesmal. Zwar beginnt Mainz in diesem Jahr den Turnus, und es ist wahrscheinlich, daß die Ausstellung m den Städten, in welchen fie später statt- stndet, in der Zwischenzeit noch mit manchem Bilde bereichert werden wird: aber der Eindruck, welchen die Ausstellungen in sämmttichen Vercinsslärren während mehrerer auf einander folgenden Jakre gemacht haben, wird die Kunstvereine bald zu der Ueberzeugunz führen müssen, daß eine jährliche Wiederholung zu den vorhgndcnen Kräften nicht im richtigen Berhältniß steht. Zwar wird dadurch der Zweck erreicht, den Künstlern für ihre Produktionen schnell ein großes Publikum zu verschaffen; der wesentlichere, die Kunst wahrhaft, und also auch das Interesse der Künstler fördernde Zweck ist aber die Bildung des Geschmacks im Bocke, und dieser wird gewiß durch gehaltreiche, wenn auch seltenere Ausstellungen sicherer erreicht, als durch zahlreiche aber werthlose. Die „Lpz. Zeitung" berichtet ans der preußischen Provinz Sachsen: In dem Dorfe Balgsredt nahe bei Freiburg an der Unstrut lebte der Einwohner und Hausgenosse Busch mit seiner Frau und vier nnerwachsenen Kindern. Waren seine Berhäitniffe als Taglöhner auch sehr beschränkt, so führte er doch stet« einen nntadelhaften Lebenswandel, und war in der Gemeinde als ein fleißiger, ja ängstlich besorgter Familienvater bekannt. Eines Tage« wurde er zum Frohndienst für Wegebesserung aufaerufen, den er als Haus- l genösse zu verweigern wohl da« Recht zu haben glaubte. In Besprechung dieser örtliche» > Angelegenheit soll ein angesessener Inwohner des Dorfe» gegen den Busch die Aeussernng i getyan haben: „Nun, Ihr braucht Euch dieser Fröhne eben nicht zu entziehen, denn Eure Kinder fallen doch einmal der Gemeind« znr Last!" Dieser allerdings voreilige und bittere Vorwurf empörte von dem Augenblick an, leider ein falsche« Ehrgefühl in dem Herzen des unglücklichen Familienvaters, der nun 4 Wochen lang Tag und Nacht über einen Plan brütete, diesem ihn so rief verwundenden Vorwnrfe zu entkommen. Die unverhoffte Wahrnehmung, daß sein» Ehefrau wieder schwanger sey, machte das Maaß seiner Leide» übervoll-, sein fürchterlicher Entschinß war reif. Er schritt zu dessen Ausführung, indem ! er eine Nacht, wo sein Weib auswärts Verrichtungen harre, benutzte, um drei seiner kräftigen Kind:r zu ermorden, während das älteste vierte Kind zum Großvater gelaufen ! war. Er band nach dieser entsetzlichen That die Leichname der Kleinen zusammen lud ^ dieselben auf seine Schultern, eilte damit der nahen Unstrut zu, an einem ihm wo'hlbe- ! kannten Ort des höchsten Vorsprungs am Ufer, un» stürzte sich mit seinen — im falschen ! Wahn geopferten drei Kindern in die tiefste Fluth. Der Zeit ist eines dieser Kinder in ^ dem Flusse gefunden worden, an dem man Spuren einer Erdrosselung wahrgenommen. . Dieser kurze Bericht ist au« einem Schreiben der Unglücklichen entnommen, das mit »re- ^ ler Besonnenheit abgefaßt ist, in welchem er sein aufrichtiges Geständniß niederlegt und ^ sein unglückl ches Weib dem Schutze Gottes empfiehlt. — (Franchs. Blätter haben bereits schon längst von einem ähnlichen Falle und zum Theil mit ähnlichen Motiven, der ! sich in der Gemeind« Gerardmer im Vogesendepartement ereignete, berichtet. Red. K. Z.) haben. Eine dritte Verordnung endlich gewährt einer Anzahl von politischen Sträflingen, worunter sich auch einige nach Sibirien verbannte befinden, theils gänzliche Begnadigung, theils Abkürzung oder Linderung ihrer Strafe. — Gestern wurde der Bericht über die Geschäftsführung der polnischen Bank für das verflossene Jahr abgestattet und dabei zugleich angekündigt, daß Se. Majestät der Kaiser ebenfalls zum Gedächtnis) der hohen Vermählungsfeier, die Dotation der Bank ans 8 Millionen Silberrnbel erhöht habe. Spante». Z Madrid, 4. Mai. (Korrcsp.) Bei den Wahlen von Alava ist Hr. Gam- boa, der antifueristische Kandidat, auf alle Weise geschlagen worden. Zum De- putirten wurde der Fuerist Egana mit 2936 Stimmen und der Fuerist Pachcco mit 2544 Stimmen zu dessen Ersatzmann gewählt, während Gamboa nur 10 Stimmen erhielt. Als Senatoren erhielten der Herzog von Rivas, Taranyvn und Nuiz la Bega nahe an 3000 Stimmen, während Gamboa auch hier nicht mehr als 10 Stimmen für sich gewinnen konnte. Z Tvlosa, 5. Mai. (Korresp.) Der erste Jnstanzrichtrr, Miramon, hak die städtischen Behörden unserer Stadt offiziell in Kenntniß gesetzt, er wünsche, daß ihm die Gefängnisse untergeben würden, da er förmlich i» seine Gerichtsbarkeit eingesetzt sey. Das Ayuntamiento hat hierauf erwidert, daß eS ihn in der Eigenschaft eines Richters nicht anerkenne, auch ihm die Gefängnisse nicht übergeben werde, indem solche Zumuthunge» mit den FueroS und dem Dekret vom 5. Okt. 1839 im Widerspruch ständen. Dabei bemerkte die städtische Behörde, man müsse abwartcn, bis die Eortes nach Anhörung der Provinzkvmmisfion in Ueber- einstimmuug mit ihnen die Modifikationen festgesetzt hätten, welche mit den Fuervs verträglich seyen. -Ostindien. Dänemark soll entschlossen seyn, seine beiden kleinen unbedeutenden Ansiedelungen in Ostindien, welche der dänischen Krone bisher mehr gekostet als eingetragen haben: Serampore in Bengalen, und Tranquebar i»> südlichen Karnatik, an die britische Kompagnie abzutreteu. (Engl. Bl,) Baden. * Baden, 14. Mai. Die Operation des Schielcns mittelst Durchschneidung der verkürzten Augenmnskeln, des genialen Dieffenbach's Erfindung, findet nun auch in dem Süden Deutschlands mehr und mehr den verdienten Eingang. S» wurde dieselbe vor einigen Tage» von dem, durch seine Abhandlung über den Seurin'schen Verband bekannten Dr. Frech in Baden an einem Manne von 34 Jahren, welcher seit seiner Kindheit mit dein rechten Auge schielte, ausgeführt. — Der Eifolg dieser nur wenige Minuten dauernden Operation entsprach allen Erwartungen. Das vorher sehr stark nach innen gewandt« Auge, stand nach der Operation sogleich vollkommen gerade; auch sah der Opcrirte nun viel besser mit demselben als vorher. » Von der Pfinz, 8. Mai. Am letzten Mittwoch, den 5. d. M. wurde auf dem Rathhause zu Söllingen die dritte Versammlung der mittelrhcinische.n evangelischen Krrchenfreunde geistlichen und weltlichen Standes gehalten. Aus den Diözesen Brette», Durlach, Karlsruhe (Stadt und Land), Pforzheim und Eppingc» waren 29 Geistliche und 5 Weltliche beisammen, welche sich in christlichem Sinne und brüderlicher Eintracht über die Hebung des evangelischen KuliuS und über die Misfionsaiigclegcnbeit beriethe». Unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten, Pfarrer Katz von Berzhausen (der Präsident, Dekan Frommcl von Pforzheim, war leider durch Unpäßlichkeit abgehalten), dauerten die Verhandlungen von Morgens 9 Uhr bis halb 2 Uhr Mittags. Als ein Hauptpunkt zur Hebung des Kultus wurde eine edlere, würdevollere und erhabenere Bauart und Einrichtung der evangelischen Kirchen, die bisher ans das Bcdau- rungswürdigstc vernachlässigt worden sey, hervorgchoben. Für dir Mission wurde vorerst ei»e Geldsammlung veranstaltet, lieber die Art und Weise aber, wie diese kirchliche Angelegenheit zukünftig im Allgemeine» unterstützt werden solle, konnten sich die Versammelten nicht vereinigen. Z»m Schluffe wurden für die nächste Versammlung folgende 2 Themare bestimmt: t) Wie wäre der häuslichen Frömmigkeit mehr «ufzuhelfen? 2) DaS Verhältniß der Kirche zur Volksschule. Als Prästocnt für die nächste Zusammenkunft, welche von diesem öffentlich bekannt gemacht werden wird, wurde Professor Stern in Karlsruhe, als Vizepräsident Pfarrer^Katz in Berzhausen erwählt. Nepefte Nachrickten. §1- Paris, 13. Mai. (Korrcsp.) Gestern war wieder viel von dem neuen Anlehen die Rede, allein diese Gerüchte find zu unbestimmt, um nur einigermaßen Glauben z» verdienen So viel ist gewiß, daß die Äproz. nun beliebter werden, während die 3proz., deren Zahl bedeutender vermehrt wird, wenn das Ansehen zn Stande kömmt, nicht in gleichem Verhältniß stehen. Heute anfangs der Börse wurden 3proz. zu 79 Fr. 90 Cent, geschlossen, allein auf die (bis ;etzt fa l sch e) Nachricht hin, daß das englisch« Ministerium im Unterhaus« ein« Niederlage erlitt«» habe («S sollen 17 Stimmen gegen das Ministerium seyn), wurden starke Verkäufe gemacht, so daß jetzt 3proz. z» 79 Fr. 60 Cent, stehen, 5proz. 115Fr. lOEent. Die Börse war übrigens sehr belebt. Svün. aktive Schuld 25 ü 24'/,- — Frankreich besitzt jetzt 225 Dampfboote, die nicht mitgerechnet, welche Skaatseigenthum sind; diese 225 Fahrzeuge sind unter 20 Departemente vertheiltt — Bald werden über 20,000 Arbeiter bei den Forts und den Ringmauern »m Paris beschäftigt seyn. — Die Kammer setzte die Verhandlung über das Kriegsbudget fort (Ausgaben von 1842). Die Armee zählt jetzt 83,000 Mann Kavallerie »nd 160,000 Pferde, sagte Hr. Bcrtin de Vaur, allein Marschall Soult berichtigte die Angabe, indem blvS 60,000 Mann Reiterei vorhanden sind (die Gendarmerie nicht mttbcgnffen). ES wurde abermals die Staatsverwaltung des Ministeriums vom 1. März angegriffen (und schwach vcrtheidigt). Hr. Thiers kam in die Kammer und gab gleich bci'm Eintritt Zeichen von Ungeduld. ES wurde das lOte, nie u„i) t2te Kapitel angenommen. Hr. Ducos legte den Bericht über das Maurhprojekt auf den Kammeirisch. Die Sitzung dauerte bci'm Postabgang noch fort. Die Bureaur in den Kaminerabtheilungcn halten täglich Zusammenkünfte. Was die Finanzangelegeiiheiten anbelangt, so hat die Kommission bestimmt erklärt, den Ministern hierin keine Art von Bedingung z« machen. Hin. Hnmann steht cs frei, die Epoche so wie den Zinsfuß des neuen Anlehens nach Gutdünken fcstzusetzen, demnach sind die in den Blättern gestandenen Dinge die sich hierauf beziehen ohne allen Grund. Drei Journale haben sich vorzüglich mit diesem Gegenstand beschäftigt, die „Presse", der „Courrier" und das „Commerce", wovon ein jedes eine andere Partei vertritt; allein sämmtliche drei waren schlecht untenichtet oder haben falsch spekulirt. Was die sogenannte Gewähr gegen die Heimzahlnng der 5proz. anbelangt, so bedarf es wahrlich jetzt keiner solche», denn es denkt wohl nicht sobald ei» Fiiianzminister an diese Niesenoperation im Augenblick so vieler vermehrten Staaksausgaben. ^ 7 - London, 11. Mai. (Korresp.) Die ministeriellen Blätter kündigen an, daß die Regierung, wenn sic in der Kornfrage durch die Vereinigung der Tories und Monopolisten unterliegen sollte, die Kammer auflösen und an neue Wahlen appelliren werde. ^ London, 11. Mai. (Korresp.) Im Untcrhaiise wurden heilte mehrere Bittschriften für und gegen die Aufhebung der Korngesetze übergeben. Hr. Dun- combe zeigte an, daß er am 25. Mai auf eine gehorsamste Adresse an die Königin anrrage» werde, bezweckend, von I. Maj. die Freiheit aller politischen Gefangenen zu erbitten. Bald wurde zur Tagesordnung — Fortsetzung der Anrkrrdebatte — geschritten. Hr. Mac Anlay sprach zn Gunsten des Rcgie- rnngsentwurss, gegen ihn spricht Hr. Clerk, der wieder von Hrn. Ward bekämpft wurde. Sir Robert JngliS wiederholte die Beweisführung des Dr. Lushiiig- ron. Hr. Wood versuchte cs bei Abgang der Post diese torystischen Argumente zu bekämpfen. (Man glaubt, daß noch 2 Sitzungen ohne eine Entscheidung vorübcrgehcn können.) — Man war heute schon bemüssigk, ein Verzeichnis der neuen Minister in Umlauf zu setzen. — DaS englische Ministerium hat bei der Wahl in Sandwich wieder eine Schlappe erhalten. Der konservative Kandidat ist mit einer Mehrheit von 47 Stimmen gewählt worden. Z Madrid, 5. Mai. (Korresp.) Man schreibt von T»y: Der Lese politico von Ponteveedra hat die kvnstttutioiiellen Alcadcn an der Gränze von Portugal benachrichtigt, daß die alten Earlistenführer von Galizien und Portugal Versammlungen halten; namentlich hatten zu Braga Konferenzen zwischen Sa, turnino, RamoS u. a. stattgeftnidcn. Die Hauptanführer haben sich in ihre alten Schlupfwinkel von Orcusa, Lugo, Moudvecdo rc. zurückgezogen. — In der heu igen Scuatssitzuiig wurde die Kommission, die sich mir der Vormundschaft über die Königin und ihre Schwester bsschäfiigen soll, ernannt; nämlich: Evdornia, Pinofiel, Pestana, Marlinez de Velasco und SolonoS. 14. Mai S'/.Add.I 1H. Mai SV. Mg. r Mitt Barom. roa.a 1 . 0 v l28" 0.95 2r>»rrer»ugs- Beobcict-rung. Tc»,per. Fcuchik! j Wind nach vi. mach pL,j mit St. !-i- 8.47 0.56 NW' Bewölk,,, nach '/j. Iheiter 0 Nieder» schlägt. Korn — Laubenjasmin unv Rosen blühen. 28" >28" 0.98,-s- 5.3t 0.79 v.35-s-16.58l 0.37 lN' ! NW- Höhr. untbr. heit. 2 sheiter 0 2m Mai 1840 > I i Verdunstet in 2 Tagen 0.455 Zoll Höhe ^ __ blühten Korn, Jasmin und Rosen um 3 — 5 Tage später; im schönen Frühling 1836 : fforu am 1. Juni, Jasmin am 26. Mai, Rosen am 25. Mai. Stand des Rheines bei Knielingen. Den l4. Mai 15 Fuß 2 Zoll und den 15. Mai 15 Fuß 3-Zoll imler dem Nullpunkte des knieiiugec Pegels. (Höchster Wafferstand >. 1.1824 --- 2 Fuß 9 Zoll unter Null.) Redigirl unter Verantwortlichkeit von E. Macklor. Grovberroaliches Aoftheater. ^ 207, 240, 273, 289, 289, 3l2, 316, 331; Lit. Großyerzogtlwcs Poslpca.cr. g Rr. 187, 198; Ltt. 0. Nr. 191. 192. 193, 19 . 195 Sonntag, 10. Mai: Bellsar, große Oper m ,gg, Ig 7 , ,gg LOO. Die Besitzer dieser Obligation^ Aufzügen; Musik von Douizelti. Herr Schober, werden hiermit eingeladen, die respektive» Kapitalberräg« k. k. Hofoprntthcater in Wien: Belisar, zur »ebft fälligen Zinsen entweder bei «er landzräst. Schulde»- lügungskaffe dahier oder bei bei» Bankiechause M. A. von Rothschild und Söhne zu Frankfurt a. M. von, 1. bis 15. August nächsthin iu Einfang zu nehmen, da von letzterem Tage an die Bezinsung anfhöret. 3 vom ersten Gastrolle. Dem. Babctte Reitthcr: Irene. Der Teil der Gesänge ist bei Hofbuchhändler C. Macklot und Abends an der Kasse für 12 kr. zu haben. Frankfurt. 14. Mai. sS.22.3j Karlsruhe. (Kapital- .g es uch.) Gegen doppelte« gerichtliches Unterpfand werden 6 bis 7000 st. » 4'/, p3t jährliche Zinsen aufzunehmcii gesucht; wer hierüber Auskunft ertheilt, ist im Kontor der Karlsruher Zeitung zu erfragen. sü.53.2) Karlsruhe. Wirthfchaftseurpfehlurrg Der Unterzeichnete macht anmit die ergebenste Anzeige, daß er Preußen. Dauern. Frankfurt. durch den Tod ,eines (Schwiegervaters die Gast- und Realwirthschast zur Stadt Straßburq übernommen habe, und empfiehlt fich mit dem Versprechen prompter und billiger Bedienung D-rmgadt zu geneigtem Zuspruch. Karlsruhe, den 5. Mai 1841. August Wilser, zur Stadt Straßburg. IS.3t.2j Gernsbach. (Gel, ülfen- User, 238. 75. Orleans« Gisenbahnaknen—. —. Straß- gesuch.) Auf gute Jagd - und Vüchseoarbeit burg-bas. Eisenbahnakr. 236. 25. Belg. 5proz. Anleihe 10l'/ kann ein solider Arbeiter bei mir eintreten. römische do. 102-/.. Gpan.Akt. 25-,.. Nus.— uu ein solider Arbeiter bei mir eintreten Möst, Büchsenmacher in Gernsbach bei Baden > ol». römische do. io2(.. Gpan.Akt. 25'/., Paff. —. Neax. 104. SO. _ Homburg, 12. Mai. Bei der am 4. Mai stattgehabten Neue Louisdor ---- Ziehung der am 15. August d. I. vertragsgemäß einzulösen- A'tvrMwdor . . S t a a t S p a p l e r e. den Partialobligationen des landzräst. h-ff. konsolovirren Z ' /, . tucke . Pari«, 13. Mai. Sproz. konsol. 80. 50. 4proz. kons. Anlehen- von (500,000 fl. und 675,000 fl.) 1.175,000 fl. .^^aten ' ' 99. äO. 5pro;«nt. kousol. 11k. SV. Bankaktien 3240. —. d. d. 1. Februar 1829 sind durch da« LooS zur Rückzahlung sOFrankenstucke «analaktien 1235.—. St. Germaineisrnbahnaktleu 720. —. bestimmt worden: l. Von dem Nnlehen »ck 500,000 fl.: Gngl.Eou verainsbor Bersailler Eisenbahnaktien, rechte« Ufer: 385. —, linke« Lit. -5.. Nr. 3, 134. II. Von dem Anlehen »ck 675,000fl.: ÖestrrreichHWeialliqueSobUgationen do. bv. Bankaktien e» vir. !fl. 250 Loose bei Rothsch !fl. 500 Loos« do. Verhitiann'sche Obligat do. LtaatSschuldscheine Prämienscheine. Obligatio neu. Obligationen. Taunusaktien ohne Div. 1t.6i>p«ote bei Goll u.S. fl.öOLoose von 1840 Renlenscherne. Obllgationcu fl. 50 Laote, fl. 25 Loose. Obligationen bei Stich, fl. 25 Loose jZntegrate. lAktlvschuld m. L- Ist 300 Lotterieloose Rlh. I do. zu fl. 500. G e l d k « fl. kr. II — 9 33 S 50 5 32 9 22 ll 44 RaKau. Holland. Spanien. Polen. Prz- 4 4'/ 4 ZV. 3'/, 3V. 3V. SV. 2' S Papier. 108-^ 78'/. 1982 83 362 V. 49-/. kl'/. SSV. 51'/. 25'/. Geld. 108'/.. 99'/. ISS» 112". l35V« S8'/. 10t 106'/, 100 '/. 103 361'/. 110'/. 49 100'/, 95'/. KI". 23'/. ri'/. Sl'/. 25 71V. 81 '/. s. Silber. fl. kr. !Äold»!K»rco>Vr. 312 Laubihaier, ganze . 2 43 Preuß. Thaler . . 1 45'/« 5 Frankenthaler. . 2 20 FeinSilder, 18 l»thig 20 28 do. 13—I4lö»hig 20 20