Beilage zur Karlsruher Zeitung Nr. 163 . Donnerstag, den 17. Juni 1841. Frankreick Paris, 11 . Juni. Von den Regimentern, welche bei den Befestigungsarbeiten verwendet werden, stellt jedes vier Fünfthelle seines Effektivstandes zu den Arbeiten; das fünfte Fünftheil wird zum Wach- und Zimmerdienst in den Baracken verwendet. Die Arbeitszeit beträgt 9 — 10 Stunden täglich. Die Kleidung besteht aus dem Ordonnanzwamms, Dienstmüze, Leinwandkamaschen und Beinkleidern von ungebleichter Leinwand. Bei den meisten Korps wurde die Dienstmüze durch einen breitrandigen Strohhut ersetzt. Sämmtliche Arbeiter find mit Feldflaschen versehen. Die Anschaffung dieser ausserdienstlichrn Effekten wird vom Arbeitslohn abgezogen. Der Arbeitslohn wird als Taglohn oder stückweise berechnet. Der Taglohn beträgt für Erdarbeiten 6, für Kunstarbciten (Mauern, Steinhauen re.) 7^, Centimes per Stunde. (S. M.) 81- Paris, 13. Juni. (Äorrcsp.) Mit Ausnahme zweier Tagesblätter wird das 'Ministerium vom 29. Oktober oder vielmehr Soult und Gulzot von allen Seiten angegriffen, obgleich die eigentlichen Verlegenheiten nicht ihre Schuld sind. Fast allein die „Presse" erklärt sich ^n Gunsten der Verfolgung, und wenn dieiem Organ einer Fraktion zu glauben ist, so dürften selbst die Journale gerichtlich verfolgt werden, welche die bisher fast allgemein als authentisch angesehenen Briefe von 1808 und 1809 abgcdruckt. Noch ist nichts Bestimmtes bekannt über die gegen die 8 Geranten zu beobachtende Verfahrungsweise; die Sache hat selbst an Verwicklung zugenvmmen, seitdem Simon Didier sich auch in den Prozeß mischen will, denn das Attentat rührt ja von ihm her, und sein Name prangt in allen wcggenommcncu Blättern. Selbst die bei dieser Preßsache nicht betheiligte» Oppositionsblätter erkläre», daß im Falle derPairs- hof mit dieser Angelegenheit betraut werden sollte, es ein „Staatsstreich" seyn würde, gegen welchen die Gesammtpresse protestiren müsse. Der „Courrier sran^ais" (ein Thiers'sches Organ) trägt gar jetzt schon daraus an, das Ministerium in „Anklagestand zu versetzen (!)" und zu diesem Behufe eine Bittschrift an die (bekanntlich bereits äe kueto auseinandergegangene) Depnlirtenkammcr zu richten, welcher eS in weniger als acht Tagen nicht an 10,000 Unterschriften fehlen könne. Der „National", „Commerce" und „Si«cle" lasse» sich ungefähr in demselben Sinne vernehmen. Der „Constitnrionncl" und der„Temps" haben sich zwar noch nicht ausgesprochen, dürfte» aber schwerlich bei dieser Gelegenheit ihrer Partei abtrünnig werde». Ausser dieser Polemik, welche die Aufmerksamkeit des lesenden Publikums an sich zieht und ein bedeutender Kampf zu werden droht, beschäftigt eine im Grunde vielleicht dir Presse »och weit unmittelbarer berührende Sache den Journalismus. Es haben nämlich der Kas- sationShos uud der königl. Gerichtshof entschieden, daß alle i» de» Tagesblättern genannten oder bezeichnet«: Personen ein unbedingtes Recht hätten, iu Ken Blättern selbst zu antworten, mit alleiniger Ausnahme des Falls, wen» die Antwort selbst zu gerichtlichen Verfolgungen Anlaß geben könnte oder sollte. Man kann sich vorstellen, wie allgemein die Opposition gegen diese Maaßregel ist; nur die „Presse" billigt diese Strenge. — Aus Toulon wird unter',» 9. d. gemeldet, daß die Flotte des Vizeadmirals Hugon, 12 Linienschiffe, 1 Fregatte und 1 Dampsboot stark, unter Segel gehen wird. sWir haben dies vorgestern schon mitgetheilt. Bemerk, des pariser Korresp.s Diese Flotte begibt sich einstweilen nach Palma. Die Seedivision La,usse bleibt vor der Hand in Toulon, hat aber die Bestimmung nach der Levante, wo die häufigen Aufstände große Besorgnisse erregen und in jedem Augenblick die christliche Bevölkerung der größten Gefahr aussctze» könne». Die aus Italien eiutreffende» Briefe und Meldungen sprechen von dem tiefen Eindruck, den die Christenverfolgung in Bulgarien und den andern türkischen Gränzprovinzen hervorgebracht hat. — Es bestätigt sich, wie cs scheint, daß General Bugeaud auch gegen den Herzog von Nemours wie gegen alle andern ausgezeichnet» Generale in Afrika sich barsch und unhöflich benommen hat, uud daß der Herzog von Nemours dem ferner» Feldzug in Algier nicht beiwohnen wird. Sonderbar, daß vom Herzog von Anmale in der telegraphischen Depesche vom 11. keine Erwähnung geschieht. Die amtlichen Berichte über die Expedition nach Tckedempt treffen erst morgen ein. Abd-el-Kader scheint an der Makta eine bedeutende Streitmacht ausgestellt zu haben, vermuthlich in der Meinung, baß hier seine gegen General Trezel im I. 1835 gebrauchte Kriegslist wieder gelingen und die Franzosen in die Schlinge fallen würden. Da aber General Bugeaud eine andere Richtung genommen hat, so ist ihm der Emir nach dem Westen zu gefolgt. Bnhamedy und Ben Thamy, diesen zwei Kalisas des Emirs, »st es gelungen, sich zu vereinigen; sie sind 5000 Reiter und 2000 Maun regelmäßiges Fußvolk stark, eine zahlreiche Nachfolge vonKabylen nicht mitgerechnet. Ein dritter Kalifa, Sidi-em-Barak, ist ebenfalls zu dem Emir gestoßen, dessen Vortrab zwar die Erpcditionskolonne zu Madcr oder Medschaker erreichte, aber bald Lurch das Geschütz in die Flucht geschlagen wurde. — Das republikanische „Journal du Pcuplc" hatte neuerdings die „Briefe des Königs» abgedruckt, sic aber dem Kosackenhctman Platoff, dem Herzoge v. Wellington und ähnlichen »Feinden Frankreichs" zugeschrieben. Wie die andern Journale, in denen die »Briese des Königs" abgcdruckt waren, wurde auch daS »Journal du Peuple« in Beschlag genommen, und mit Hohn fragt es jetzt, in wessen Namen? Straßburg, 9. Juni. Man theilt uns veischiedene Briefe aus Amsterdam mit, welche an mülhauser Häuser geschrieben worden sind in Rücksicht aus den baldigen Verkehr, den der Handelsvertrag mit Holland herbeiführen soll. Für unsere gewerblichen Provinzen im Osten ist es wissenSwerth, daß der Markt zu Amsterdam von Tag zu Tag mehr Wichtigkeit gewinnt, und daß, mit dem vo» Rotterdam, die Märkte zweier au Kapitalien mächtigen Städte dem Elsaße, wie dem östlichen Frankreich, durch die freie Beschiffung des Rheins werde» eröffnet werden. Wir wissen sogar, daß in mehreren Niederlassungen im Elsaße schon Anstalten getroffen find, um den Rheinweg so bald wie möglich zu pro- I bircn, und daß angemessene Befehle nach Liverpool, Amsterdam und Rotier- ! dam geschickt worden sind. (di- C.) > Straßburg, io. Juni. Die neu «öffnete Eisenbahn hat in unserm bür- ^ gerlichcn Verkehr, in der Berechnung von Zeit und Ortsvcrhältuisscn eine wahre Revolution hervorgebracht. Schlettstadt, Ribeauville, Kolmar sind Vorstädte Straßbnrgs, die herrlichen Thäler, Berge, Burgen des Oberrheins unsere täglichen Promenaden geworden; in »nseru Straßen kreuzen und vermengen sich die mannichfaltigsten Trachten der beiden Gränzdepartemente; Bekannte und Freunde, durch eine Distanz von zwanzig Licues getrennt, und die sich > sonst kaum einmal jährlich das Vergnügen eines Besuchs gönnten, geben sich ! jetzt so zu sagen stündlich Rendezvous, frühstücken am Fuße der Vogesen, essen am Ufer des Rheins zu Mittag und umgekehrt. Kein Wunder, daß der Zudrang der Reisenden unendlich ist, und die Aktieninhaber gute Hoffnung für die Zukunft hegen. — Leider geht cs so rasch nicht mit der Dampfschifffahrt; der Austausch und Wechsel mit Deutschland ist immer noch sehr schläfrig; von all der Bewegung, von all dem muthigcn Leben, das stromauf» und abwärts geht, empfinden wir hier bis jetzt nur sehr leise Nachwallungen. Dennoch wird mit unausgesetzter Thätigkeit an der Verbesserung des Kanals gearbeitet; dennoch erwarten wir mit steigender Ungeduld die Bestätigung des mit Holland abgeschlossenen Vertrags; dennoch erblicken wir in diesem Ereigniß, so wie in der neuangelegtc» Wassestraße, den Anfang einer bessern Aera des Handels, den Uebergang zu lebhafter» Verbinduge» mit Deutschland. —- Einen sehr unangenehmen Eindruck macht auf den Elsässer das Wiedercrscheine» der sogenannten uAvu8 ckv reoen8emeiit oder Organe einer genauer» abermaligen Rolkszählung. Die Steuerpflichtigen empfange» dieselben mit finstern Gesichtern, und betrachten sie mit Recht als die Vorboten erhöhter Auflagen. Das sind die leidigen Früchte des bewaffneten Friedens, immer bitter, so spät sie auch reifen mögen. (A. Z.) Oefierreichische Monarchie. Aus Galizien vom I.Juni. Fast seit Menschengedenken erinnert man sich nicht einer so heißen Witterung im Mai, als dieses Jahr. Der Schnee auf dem höchsten Stocke der Karpathen ist bereits völlig geschmolzen, so daß wir ihn nur noch in den tieferen Schluchten sehe», was sonst, selbst bei sehr warme» Sommern, immer erst im Juli der Fall ist. Alle Früchte sind der Jahreszeit vorausgeeilt, der Roggen setzt bereits Körner an, und während man bei der vorjährigen späten Herbstsaat glaubte, es werde die Ernte später als gewöhnlich angehen, so wird jetzt der umgekehrte Fall eintreten. Im Allgemeinen stehen die Früchte ziemlich gut, und rS hat die Dürre, über die man von allen Seiten her klagen hört, bei uns noch wenig geschadet. Nicht ohne Grund war man in diesem Frühjahr wegen des Viehes besorgt, da eine große Futternoth drohte, die aber noch bei Zeiten durch die früh uud so überaus rasch «»getretene Vegetation gehoben wurde. — Vo» unseren Gränznachbaru im Königreich Polen sind wir völlig abgeschnitten und vernehmen von ihnen fast so wenig, als läge ein weites Meer zwischen uns. Nur sehr selten bekommen wir einmal Kunde von ihnen. Ihr politischer Zustand soll sich, wie man erzählt, verbessern, und sie sollen sich auch immer mehr rn denselben finden. Im Freistaate Krakau herrscht die alte Stille, die, seit unser Militär von dort abgezogen, noch größer geworden seyn soll. — Im mnern Verkebr unseres Landes haben wir die alte Klage wegen Flauheit und Stockung zu führe». Wenn nicht die Eisenbahn, auf deren Weiterführung wir mit Sehnsucht warten, Abhülfe gewährt, so wird der Segen, den die Natur uns gibt, »och lange nicht die Achtung und Geltung gewinnen, die er haben müßte, wenn wir den Nebenfluß gegen Maaren auStauschen könnten, die uns fehlen. Auch die Fortschritte in der Kultur des Volkes würden rascher seyn, wenn der Handelsverkehr sich mehr belebte. Die Hoffnungen Vieler, daß in wenig Jahren die Eisenbahn bis nach Bochnia geführt seyn werde, sind wohl ein wenig sanguinisch, denn wenn eg schon ungewiß ist, ob sic in drei Jahren bis nach OSwtezym fertig seyn wird, so müssen wir wohl, wenn nicht besondere Umstände ein neues Leben in den Bau bringen, auf dir 16 Meilen , die von da bis nach Bochnia noch zu bauen sind, wenigstens noch fünf andere Jahre rechne». Behütet uns der Himmel in dieser Zeit vor einem Kriege, so könnten wir also vielleicht in acht Jahren unsere Wünsche erfüllt schen- (S. M.) Preußische Monarchie. Ostpreußen. Königsberg, 31. Mai. Am 21. d. M. wurde das schon früher konvozirte Hippophagen - dPferdefleischesser-) Mahl, im Lokale Schönebergs im Kneiphofe, zu dem sich etwa 60 Theilnehmer eingefunden hatten (mehr konnte» des Raumes weg«, nicht Zutritt erhalten), feierlichst begangen. Der Unternehmer des Festes, Dr. Motherby, hielt eine Festrede, in der er besonders' von dem Verdienstlichen sprach, das in der Besiegung der Vorurtheile liegt, und daß durch gute Beispiele auf das Volk am besten in dieser Hinsicht gewirkt würde. Der Rücken eines jungen Pferdes, gleich einem Rchziemer behandelt, Herz und Zunge des Pferdes wurden mit vielem Appetit verzehrt, und mehrere Theilnehmer versicherten, daß ihnen dieses Mahl wohl geschmeckt und eben so gut bekommen wäre. (Schlcs. Ztg.) Niederlande 2 Haag, 11. Juni. (Korreip.) Der König hat uns gestern Abend verlassen und hielt heute seinen Einzug in Nymwegcn. Von da wird Se. Maj. sich nach Limburg begeben und namentlich einrn länger» Aufenthalt in Maestricht — dieser Festung, dre sich in dem belgischen Aufstand in so treuer Anhänglichkeit an das Haus Oranien bewiesen — nehmen. Wie man sagt, wird Se. Maj. aber auch schon jetzt Luxemburg besuchen. I. Maj. die Königiu hat sich, begleitet von der Prinzessin Sophie, k. H., nach Soestdyk begeben. — Urber die angebliche Ernennung des Hrn. van Dam van Jsselk zum Gouverneur der Provinz Gelderland ist noch nichts offiziell bekannt geworden, und man bezweifelt also das dcsfalls verbreitete Gerücht. — In den letzte» Tagen hieß es, man erwartet auf kurze» Besnch II- kk. II. den Prinzen und die Prinzessin von Oranien dahier; sicher ist, daß das hohe junge Paar in Ems auf mehrere Wochen die Kur gebrauche» werde. Schweiz. Waadt. Der Jnstruklionsantrag des StaatsratheS drückt Satisfaktion über Aargauo GroßrathSdeschluß aus, will aber, daß nur diejenigen Klöster aufgehoben bleiben, die erweisbaren Anrheil am Aufstande genommen, oder von ihrer Bestimmung degcnerirt sind, wie Muri und Wetlingc». Die Tagsatzung selbst solle über die Schuld jedes einzelnen Klosters sprechen, oder, i» zweiter Linie, solle Aargau vergönnt werden, in einer bestimmten Frist seine» Beschluß zu revidiren. — Der Volksklubb hat eine Proklamation an's Volk erlassen, um sich über die Mißdeutungen, denen er ausgesetzt sey, zu rechtfertigen. Aedigirr unier Verantwortlichkeit von 8. Macklor. 1058 fk.487) Karlsruhe. (L o g i s v e r m i e- "thung.) In einer der schönsten Lagen der langen Straße ist ein Logis von 6 Zimmern, Alkof, Mansarten und sonstige Bequemlichkeiten sogleich oder auf den L3. Juli zu vermiethen. Näheres im Kontor der Karlsruher Zeitung. sk.482.3) Leopoldshafen. (Steinkohlen.) Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich wieder frische ruhrorter Steinkohlen bekommen habe und zu billigen Preisen verkaufe. fk.507.3j Fr. Ulrici. Heidelberg. Beachtungswerthe Anzeige. Ich erlaube mir hiermit, dem verehrten Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich seit mehreren Jahren mit bestem Erfolg ganz geruch - und zugluftlose englische und sranzöfi- sche Abtritte und Leibstühle, die 8 Tage unausgeleert im Zimmer, ohne Geruch, stehen bleiben können, verfertige, und überall, wenn es die Lokalität erlaubt, auch im Schlafzimmer mit wenigen Koste» angebracht werden können. Diese Abtritte find transportable und können leicht in ein anderes Haus verbracht werden, was besonders für M i e t h s b e- wohner wünschenswerth sepn muß. Daß die Häuser durch die Entfernung des so lästigen üblen Geruchs und der Feuchtigkeit an innerm Werth bedeutend gewinnen, ist begreiflich. Viele Zeugnisse von Abnehmer» des In - und Auslandes beurkunden die Vortrefflichkeit dieser Abtritte mehr als jede andere Anpreisung. Wer fich in frankirten Briefen unter näherer Bezeichnung der Lokalität an mich wenven will, erhält sogleich bestimmte Auskunft unv Zeichnung der Abtrittsorlen. Heidelberg, im Juni 18 -tt. Heinrich Ahle. fk.453.2j Stuttgart. < Gasthof- und Bierbrauerei- Verkauf.) Um die Summe von 25,000 fl. ist ein — mit einer Bierbrauerei verbundener—Gasthof in dem Neckarkreise zum Verkaufe ausgesetzt, der von Reisenden sowohl, als von den Bewohnern der Umgegend, namentlich aber von Landfuhrleuten sehr stark besucht wird, und sowohl dieser, als anderer Verhältnisse wegen, mit Recht zu den sogenannten Brod- häusern gezählt werden darf. Wer mit demselben zugleich Feldgüter gerne erwerben möchte, findet Gelegenheit dazu. Näheres sagt Dibold's öffentliches Bureau. Der Vorstand: Kammerrevisor Dibold. (ü.508.1) Mannheim. (Besetzte Verwalterstelle.) Die »in den Nummern 156, 158 und 162 der Karlsruher Zeitung ausgeschriebene Verwalterstelle einer Apotheke im bad. Oberlande erste» bettstellen erforderlich, deren Lieferung im Summiffionsweg begeben werde» soll. Die Schreiner - und Schlossermeister, welche diese Lieferung zu übernehme» gesonnen find, werden hiernach ringe- ladcn, ihre Summiffionen bis Mittwoch, den 30. Juni d. I., Abends 4 Uhr, auf das Garnisonsburean dahier avzugeben, wo die Muster und Summifsions - Bedingungen täglich eingesehen werden können. Karlsruhe, den 12. Juni 1841. Großh. Kasernenverwaltung. Jäger. f8.470.1s Nr. 10,130. Ettenheim. (Bekanntmachung.) In Untersuchungssachen gegen Engelbert Bronnenkant von Rust, wegen Widersetzlichkeit gegen die öffentliche Gewalt. Dem Engelbert Bronnenkant soll das Urtheil des hochpreislichen Hofgericht« des OberrheinkreiseS vom 10. April Nr. 1312 I. Senat eröffnet werden. Sein Aufenthalt ist nicht bekannt. Wir ersuchen die Polizeibehörden, ihn im Betretungsfall mit Laufpaß hierher zu weisen, und uns hiervon Kennmiß zu geben. Ettenheim, den 2t. Mai 1841. Großh. bad. Bezirksamt. F i n g a d o. fk.311.3j Nr. 11,785. Rastatt. (Vorladung.) Christoph SchLrr, Sohn des dahier verstorbenen penfio- nirten großh. bad. Oberzollinspektors Georg S ch ä r r, ging im Jahr 1814, nachdem er bis dahin von 1808 an in Spanien abwesend war, als Sattlergeselle in die Fremde, ohne zu seinem zurückgelassenen Vermögen von 250 fl., welches sich durch bisherige Zinsen auf 497 fl. 30 kr. vermehit hat, sich einen Vermögensverwalter bestellt zu haben. Da derselbe seit dem Jahre 1817 keine Nachricht mehr von fich in seine Heimath gelangen ließ, und ihm inzwischen durch den Tod seiner Mutier und den im vorigen Jahr erfolgten Tod seines Vaters ein weiteres Vermögen von jedesmal 281 fl. 1 kr. zugesallen ist, so wird er auf Antrag keiner Geschwister aufgefordert, sich zur eigenen Verwaltung seines bei seiner Entfernung in die Fremde zurückgelassenen Vermögens binnen Jahresfrist » >i»t», und zur Empfangnahme der Erbschaften innerhalb drei Monaten um so gewisser dahier zu melden, als er sonst nach Umfluß der Jahresfrist für verschollen erklärt und sein bisher verwaltetes Vermögen seinen nächsten Verwandten in fürsorgliche» Besitz gegen Kautioneleistung übergeben, und nach drei Monaten die Erbschaften denen zugetheilt werben, welchen sie zukämen, wenn er nicht mehr am Leben fich befände. Rastatt, den 9. Mai 1841. Großh. bad. Oberamt. Beck. vilt. Wolfs. fk.427.3j Nr. 953.L. Eßlingen. (Ediktalladung.) Nachdem bei dem ehegerichtlichen Senate des königlich wärt- tembergiscken Gerichtshofs für den Neckarkreis zu Eßlingen die Ehefrau des Matthäus Rommel von Denkendorf, Eva Barbara, geborne Kaiser, um Erkennung des Eheschei- dungsprozesses gebeten, und man derselben in diesem Gesuche willfahrt, auch zu Verhandlung dieser Ehescheidungs-Klag- sache Mittwoch, den 27. Oktober d. I. peremtorisch bestimmt hat; so wird durch gegenwärtiges offenes Edikt nicht nur gedachter Matthäus Rommel, sondern es werden auch dessen Verwandte und Freunde, welche ihn im Rechte zu vertreten gesonnen sehn sollten, peremtorisch vorgeladen, an gedachtem Tage, wobei dreißig Tage für den dreißig Tage für den zweiten und dreißig Tage kür ist bereits besetzt. Fried. Bassermann, Materialist in Mannheim. j fk.504.1j Karlsruhe. Ausserordentlich billiger Ausverkauf von M. S. Deutz aus Frankfurt a. M. Da ich in einigen Tagen abreise und gerne die Frachtkosten ersparen möchte, habe ich meine Waaren nochmals um 10 Prozent herabgesetzt. Besonder« zu empfehlen sind ganz leinene weiße Tnlle zu 2 fl. 18 kr. per Hose, und englische ganz wollene Lastings zu 4 fl. per Hose; sodann halbseidene Westenzeuge neuester Dessins zu 1 fl. per Weste nebst vielen andern Waaren zu herabgesetzten Preisen und bitte um einen recht zahlreichen Zuspruch. Meine Bude befindet sich auf der Marstallscite, der Adlerstraße gegenüber. f».503.1 j Baden, tGesuch.) In ein .Putzgeschäft nach Baden werden einige geübte Arbeiterinnen gesucht. Auch können junge Damen das ^Putzgeschäft daselbst gut und gründlich erlernen. Da« Nähere ist bei Karoline Wolf in Karlsruhe, Waldstraße Nr. 43 zu erfragen. fk.418.2j Rastatt. (Lieferung neuer Ordonnanz -Oefen für die hiesigeKaserne.) Für die hiesige Kaserne sind 27 Stück neue eiserne, beschlagene Ordonnanz-Oefen zu liefern und zwar: 7 Stück von Nr. 2 » 230 Pfund — 1610 Pf. und 20 Stück von Nr. 3 » 280 „ — 5600 „ Die Lieferung dieser Oefen wird im Summissionswege unter der Bedingung an den Mindestnehmenden begeben, daß 57 Stück alte eiserne Rundöfcn mit Vorschuß beiläufig 100 Zentner wiegend, daran genommen werden müssen. Die Liebhaber sind ersucht, ihre Angcbche schriftlich und versiegelt bis . Mittwoch, den 23. Juni d. I. anher einzureichen, welche enthalten sollen: zu welchem Preis die neuen Oefen per Pfund, und um wie viel das Beschläg per Ofen, franko Rastalt, geliefert, und wie hoch die alten Oefen dagegen angenommen werden wollen. Musteröfe» können bis dahin täglich vorgezeigt werden und es ist sich Hierwege» an den RegimentSquartiermeister zu wenden. Rastatt, den 1l. Juni 1841. Die Garnisonskommandantschafk. v. Eloßman ». (8.468.2) Karlsruhe. (Bettladenlieferung.) Für die hiesige Garnison find 65 Stück einfache Kasernen- den dritten Termin hiermit anberaumt werden, vor genannter Gerichtsstelle zu Eßlingen Vormittags 9 Uhr zu erscheinen , die Klage der Ehegattin anzuhören, darauf die Einreden in rechtlicher Ordnung vorzutragen und sich eines ehegerichtlichen Erkenntnisses zu gewärtigen, indem, Rommel erscheine an gedachtem Termin, oder erscheine nicht, auf des Gcgenthcils weiteres Anrufen in dieser Ehescheidnngs- sache ergehen wird, was Rechtens ist. So beschlossen im ehegerichrlichen Senate des königlich württembergischen Gerichtshofs für den Neckarkreis, Eßlingen, Len 2. Juni 1841. Vizedirektor Ritter des königl. württemb. Kronordens, v. Sattler. vilt. Märklin. (8.461.3) Müllheim, (Erbvorladung.) Friedrich B r e i t e n st e i n, welcher den 27. Juni 1753 zu Niederweiler geboren, ist schon ca. 50 Jahren abwesend, und von dessen Aufenthalt oder Daseyn hierorts nichts bekannt. Derselbe ist nun zur Erbschaft seines im Laufe d. I. ledig verstorbenen Bruders Johann Jakob B r e i t e n st e i n berufen, und wird anmit:, oder wenn er nicht mehr am Leben sehn sollte, dessen eheliche Abkömmlinge hiermit aufgefordert, binnen 3 Monaten, a dato, dahier zu erscheinen, und das Erbebetreffniß von ca. 100 fl. um so gewisser in Empfang zu nehmen, als nach Umfluß dieser Zeit die brüderliche Verlaffenschaft denjenigen zuge- »heilt werden würde, die sie zu erhalten hätten, wenn er zur Zeit des Erbanfalls gar nicht mehr am Leben gewesen wäre. Müllheim, den 9. Juni 1841. Großb. bad. Amtsrevisorat. Dörflinger. fk.474.1j Nr. 14,772. Kenzingen. (Präklusivbescheid.) In der Ganrsache des abwesenden Stefau Schlarterer von Hecklingen, werden alle diejenigen Gläubiger, welche in der heutigen Schulvenliquidationstagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. V. R. W. Kenzingen, den 8. Mai 1841. Sieb. vckt. Klipfel. (8.500.1) Nr. 1150. Sinsheim. (Präklusivbescheid.) I» der Gantsache des Georg Michael Vögele in Sinsheim werden alle diejenigen, welche ihre Ansprüche in der heutigen Liquidationstsgfahrt geltend z« machen unterlassen haben, von der vorhandene» Gantmasse ausgeschlossen. Sinsheim, den 1. Juni 1841. Großh. bad. f. l. Bezirksamt. Felleisen. lk.496.3) Nr. 7682. Ettlingen. (Fahndung.) Der unten fignalifirte Andreas Becker von Reichenbach, welcher wegen verschiedenen Diebstählen dahier in Untersuchung steht, hat ohne amtliche Erlaubniß seine Heimath heimlich »erlassen. Was wir hiermit behufs der Fahndung, da uns dessen Aufenthalt nicht bekannt ist, mit der Bitte zur öffentlichen Kenntniß bringen, ihn im Betretungsfall anher zu liefern. Signalement. Alter: 37 bis 42 Jahre, Haare: braun, Stirn: hoch, Augenbrannen: braun, Augen: braun, Nase : proportionirt, Mund: groß mit aufgeworfenen Lippen, Kinn: rund, Bart: braun, Gesichtsfvrm: oval, Farbe: gesund, Ohne Kennzeichen. Ettlingen, den 11. Juni 1841. Großh. bad. Bezirksamt, v. Hunoltstein. fk.495.3j Nr. 15,548. Lörrach. (Diebstahl.) Sonntag, den 13. Juni Nachts gegen 12 Uhr, wurde dem Fuhrmann Johann Er sing vom Hollwangerhof zwischen Degerfelden und dem Waidhof eine lederne Geldgurie mit 305 fl. 24 kr. von seinem Wagen entwendet. Man bringt dies behufs der Fahndung auf Las Entwendete sowohl als den noch unbekannten Thäter hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der Bestohlene demjenigen, der ihm das Geld wieder verschafft, eine Belohnung von 3 Louisd'or zugefichert hat. Das Geld bestand bis auf 18 kr. in Kronenthalern, die Gurte, schon alt, ist beiläufig 3'/, Fuß lang ohne besondere Kennzeichen, und hat eine eiserne Schnalle. An der Stelle, wo das Geld ausbcwahrt war, blieb ein weißes Perlmntterknöpfchen mit daraufgepreßtem Blümchen zurück, was vielleicht zur Entdeckung des TyäterSführen könnte. Lörrach, den 14. Juni 1841. Großh. bad. Bezirksamt. Meier. fk.451.3) Nr. 7644. Ettlingen. (Aufforderung.) Der zur Ergänzungskonskription Altersklasse 1838 gehörige Anton Huber von Mörsch, welcher bei der Affen- tirnng sich nicht sistirt hat, wird nunmehr aufgefordert, innerhalb 4 Wochen um so gewisser dahier zu erscheinen, und über sein gesetzwidriges Ausbleiben zu verantworten, als er sonst der Refraktion für schuldig erkannt, und unter Vorbehalt seiner persönlichen Bestrafung aus den Fall seines Betretens in eine Geldstrafe von 800 fl. verurtheilt werden würde. Ettlingen, den 11. Juni 1841. Großh. bad. Bezirksamt. Wundr. fk.499.3 ) Nr. 10.854. Buchen. (Aufforderung.) Der Schäfer Wendelin Götzrn ger von Hemsbach hat zur Abwendung eine« Gantversahrens um Zusam- menbeiusung seiner Gläubiger zum Versuch eines Borg- oder Nachlaßvergleichs gebeten. Zu diesem Zwecke wird daher Tagsahrt auf Freitag, den 2. Juli d. I., Vormittags 8 Uhr, anberaumt, und werden hiezu die Gläubiger des Wendelin Götzinger mit dem Anfügen anher vorgeladen, daß in Bezug auf den Borgvergleich die Ausbleibendeu als der Mehrheit der Erschienenen beistimmend angesehen werden. Buchen, den 7. Juni 1841. Groß«, bad. f. l. Bezirksamt. Spangenberg. vrlt. Kaufmann. fv.4l7.3j Nr. 8181. Gengenbach. (Schulren- l i q u i d a ti v n.) Gegen den Bürger und Küfermeister Andreas Geiger von Oberharmersbach, haben wir Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigsteilungs - und Vorzugs- Verfahren auf Mittwoch, den 7. Juli d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt. Alle diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, werden daher aufgefordert, solche in der angesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich an- humelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, die der Anmeldeude geltend machen will, mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweise« mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Massepfieger und ein Gläubigerausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche «ersucht, und die Nichterscheinenden in Bezug auf Borgver- gleiche und Ernennung des Maffepflegers und Gläubigerausschusses als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Gengenbach, den 7. Juni 1841. Großh. bad. Bezirksamt. G u t m a n n. fk.131.3) Nr. 2488. Pfullendorf. (Erb Vorladung.) Am 16. Oktober 1838 starb dahier der ledige Aktuar Joseph Ganter von Freiburg im Breisgau ohne Hinterlassung eines Testaments. Dessen Nachlaß besteht in 85 fl. 32 kr., wovon jedoch die darauf haftenden Schulden, welche wohl den Nachlaß übersteigen dürften, nicht «bezogen sind. Bis jetzt haben 2 Geschwisterkinder desselben auf die Erbschaft verzichtet. Es ergeht daher an die etwaigen sonstigen erbfähigen Verwandten de« Erblassers die Aufforderung, binnen 60 Tagen ihre diesfallfigen Erbansprüche bei großh. AmtSrevisorate dahier anzumelden und zu begründen, widrigenfalls die Erbschaft denjenigen zugetheilt wirb, die sich rechtzeitig gemeldet haben werden. Pfullendorf, den 29. April 1841. Großh. bad. Bezirksamt. Bauer. vilt. Tritschier. Druck und Verlag von E. Macklot, Waldstraße Nr. ly.