L»r»»«»«iaylang. >a»zltätlich »1er < st.« d«lbjihr> »ch 4 ß-, »«r» »te Post im »r„4- 4»r^»ßch»« »,»«, » st. » k- «Ü4^tikk Karlsruher Zeitung. Einrückung«-eiühr. Die gespaltene Petitzeile ,»«, »ere» Sinn« 4 kn - »rief« »»> Gel»«« fr»»k». Nr. 2L« Mittwoch, den 8. September L8LL Baden. » Karlsruhe, 7. Sept. Ihre königliche Hoheit die Großherzogin sind, in Begleitung Ihrer Hoheiten des Erbgroßherzogs, des Prinzen Friedrich und der Prinzessin Alcrandnne von Höchstihrer Reise nach Scheveningen, wo Sie den durchlauchtigsten Gemahl auf eine so überraschende Weise mit einem Besuche hoch erfreut haben, gestern Abend nach 11 Uhr in erwünschtestem Wohlseyn wieder in hiesiger Residenz eingetroffen. DeutscheBundesstaate n. Oesterreich. F Wien, 1. Sept. (Korresp.) Gestern kam Se. königl. Hoh. der Prinz Albrecht von Preußen hier an und stieg im Gasthof zum römischen Kaiser ab. Der Prinz wird hier ganz privativ verweilen. — Die offizielle Ernennung des preußischen Legationsraths, Hrn. v. Bockclberg, der sich nächstens vermählt, zum Ministerresidente» in Darmstadt und Nassau ist zwar noch nicht definitiv erfolgt, wird aber als gewiß angenommen. Ob Graf Medem nach Wien kommen und interimistisch den Posten derrussischen Gesandtschaft ausfüllcn werde, ist, wenn gleich französische und deutsche Berichte cs als offiziell mittheilen, dennoch völlig unbestimmt, nur sind alle Gerüchte dafür. Von ausländi- schen Diplomaten sind gegenwärtig blos der englische Botschafter Lord Bcanval, der sardinischc Gesandte, Graf Sambuy, und der holländische, Baron v. Molerus, in Wien. — Die offizielle Deputation der mailander Eisenbahngesellschaft, welche schon früher erwartet wurde, um wegen der Garantie der Rente von 4 Proz. zu unterhandeln, ist bis jetzt noch nicht hier eingetroffen, da man sich des Restes wegen noch immer nicht vereinigen konnte; inzwischen ist Graf Mocenigo in B ezichung auf die Angelegenheiten dieser Bahn hier angekommen. Die ungeheure Frequenz auf der badcncr Eisenbahn dauert fort, aber von der Weiterführung dieser Bahn nach Raab ist Alles stille. — Wenn eine berliner Korrespondenz der „Allgemeinen Zeitung« den negativen Nutzen, welchen Hrn. ThierS' Krieggausregung Deutschland in Beziehung auf seine Weyrverfaffung gebracht hat, herverhcbt, um dadurch die Abneigung zu neutralistren, die in öffentlichen Blättern sich kund gegeben hat, so ist damit gegenüber dem positiven Schaden, den Hrn. Thiers' Manöver den Geldverhältniffen gebracht, sehr wenig ausgcrichtct. Eine solche Schutzrede könnte man ebenso gut Napoleon halten, denn in der langen Kriegsübung hat Deutschland gleichfalls sein Heerwesen umgcstaltet und seine festen Plätze zweckmäßiger hergestellt. Darüber sollte in Deutschland kein Hin - und Hcrreden gehört werden, daß der sei» Feind ist, der die Absicht hat, ihm zu schaden. Wien, 31. August. Nachgerade wird eS Zeit, daß sich bei uns reiche Leute auf die Herstellung von Gasthäusern im allergrößten Maaßstab verlegen. Pesth hat die Aufgabe gelöst, durch die Eleganz seiner Hotels Alles zu übertreffen, was inan früher in diesem Bezug gekannt hatte. Aber die Dampfschiffpassagiere können sich täglich im Tiger und dessen Rivalen älterer und neuerer Zeit die Lehre holen, daß die theuer bezahlteEleganz nickt ausreicht, das Leben aufReisen angenehm zu machen. Bei uns geht's aber im Vergleich mit Pesth unglaublich trübselig zu. Von allen übrigen gerechten Klagen zu abstrahire», gedenke ich nur der Verlegenheit, in welche sich alle Reisende, namentlich aber Familien, dadurch versetzt sehen, daß die erste Neuigkeit, die sie bei der Ankunft im Bahnhof oder bei'm Landen der Dampfschiffe erhalten, darin besteht, nirgends scy mehr Unterkunft zu finde». Für die Zuschauer mag das Durcheinander von Passagieren, Fiakern und Lohndicnern unterhaltend seyn, für die letzteren beiden sind die dcrmaligen Mißverhältnisse zwischen Fremden und Gasthäusern wohl auch gewinnbringend, dem Reisenden selbst aber wird dieser Zustand ausserordentlich lästig. Der Fremden sind so viele, daß eine ganze Straße, in einen ungeheuren Gasthof umgewandelt, besetzt seyir und den übrigen Wirthshäiisern noch keinen Abbruch thun würde. So geht's freilick nicht durch's ganze Jahr fort, aber in sicherer Aussicht ist's, daß der Andrang von Reisenden zu jeder Jahreszeit, doch immer wieder besonders vom Juli bis zum Oktober, sich noch in höherem Grade mehren wird,' als jetzt, wen» erst alle im Plan begriffenen Eisenbahnen vollendet seyn werden und die Dampfschifffahrt auf der Donau ivre möglichste Ausdehnung erhalten haben wird. Was man sich im letzteren Bezug versprechen darf, lehren die neuesten Bekanntmachungen. — Zu den eigenthümlichen Witternngserscheinungen während des heurige» Frühjahrs und SommerS gehört die Wahrnehmung, daß in einzelnen Gegenden, namentlich i» den Donauländern, die anhaltendste Trockenheit geherrscht hat, während man sich bei uns, durch ganz Deutschland, in England und in verschiedenen französischen Provinzen über die allzugroße Nässe zu beklage» hatte. . (F. I.) Preußen. Berlin, l. Sept. Durch wiederholte dringende Aufforderung deS Institut de France, seinen statutenmäßige» Obliegenheiten zu genügen, hat sich der königl. Generalmusikdirektor Spontini veranlaßt gesehen, nach Paris zu reisen, ist demzufolge gestern dahin abgegangen und wird im November d. I. auf seinen Posten zurückkehren. (Pr. St. Z.) Berlin, 1. Sept. Die gegenwärtigen Manöver in Schlesien werden, in sofern bei ihnen eine andere Equipirung und Ausrüstung unserer Truppen die letzte Probe bestehen soll, für unser, und wahrscheinlich auch für das ganze deutsche und auswärtige Militärwesen von Wichtigkeit seyn. Schon immer war der Brustriemen bei de» Infanteristen ein Gegenstand der Klage, und, wie man allen Grund zu glauben hat, auch die Ursache vieler Krankheiten. Hiernach ist nun eine Kleidung in Vorschlag gebracht worden, wobei der Brustric- men wegfällt, dagegen ein lederner Leibgurt angenommen wird, an welchem hinten der Tornister, noch ausser den Armriemen, eine dritte Befestigung erhält. Der Leibgurt wird zugleich als Halter der Patrontasche, die vorn angebracht wird, und als Säbelgehänge dienen, und da sich der Gurt zu dem kümmerlichen Leibrock der jetzigen Uniform schlecht ansnehmen würde, so tritt an die Stelle dieser Leibröcke der Kutka oder kurze Ueberrock, wie ihn unsere Landwehr bei der ersten Einrichtung trug. Diese ganze Ausrüstung, deren Zweckmäßigkeit gegen die frühere fast augenscheinlich, ist bereits bei einigen Mannschaften unserer Garnison versucht worden, und soll nun in Schlesien die letzte Anerkennung sich erwerbe», worauf dann die Umgestaltung in der ganzen Armee beginnen wird. — Der Großherzog und die Großherzogin von Weimar, nebst Gefolge, sind mittelst der Oftseedampfschifffahrt nach Swinemünde aus St. Petersburg heute hier angelangt, und haben sich sogleich nach Potsdam begebe». Zugleich haben wir einige interessante Nachrichten aus St. Petersburg erhalten. Es ist bekannt, daß ver Kaiser nach dem großen Brand des Winterpallastes unerhörte Anstrengungen gemacht, um dieses Schloß in ursprünglichem Glanze in kürzester Zeit wieder herzustellen. Mitten im Winter wurde der Bau durchgeführt. Um die Austrocknung der Mauerarbeiten zu erlangen, wurden die Gemächer so zu sagen ausgeglüht, indem man die massiven Räume voll Holz packte, und dieses anzündete. Tausende von Arbeitern waren beschäftigt, und in der That gelang es, in wenigen Monaten ein schöneres Schloß Hinzuzaubern, als das furchtbare Element zerstört hatte. Erfahrene Baumeister schüttelten zwar zu diesem Beginnen die Köpfe, indessen bei allen Neuerungen gibt es Ungläubige. Die Besorgnisse haben sich jedoch nur zu sehr gerechtfertigt. Das schönste der neu eingerichteten Prunkgemächer, der St. Georgsaal, in welchem gewöhnlich der Staatsrath seine Sitzungen hielt, und noch am 21. Juli ein Ordenskapitel gehalten wurde, ist in der Nacht zum 22. Juli gänzlich ciugestürzt, und hat seine ganze kostbare Ausstattung an Möbeln, Vasen, Statuen, Gemälden und Kostbarkeiten aller Art unter seinen Trümmer» begraben. Der Verlust beträgt mindestens zwei Millionen Thaler. (N K.) Brkölau, im August. Der Bau der oberschlesischen Eisenbahn schreitet rüstig vorwärts. Die Erdarbeiten, welche am 15. April bei Ohlau begonnen haben und demnächst auch des Breslau und Brieg in Angriff genommen worden, sind bei durchschnittlich 1000 beschäftigten Arbeitern so weit gediehen, daß der Ervdamm für ein einfaches Gleis von Breslau bis Ohlau gänzlich beendet, gleichzeitig aber auch für das künftige zweite Geleise eine bedeutende Strecke ausgeführt ist. Zwischen Ohlau und Brieg ist ebenfalls ein großer Theil der Bahnstrecke vollendet. Das Ankunfts- und Beamtengebäude hterselbst ist unter Dach, die Wagenremise mit Zink cingedeckt, das Empfangshaus in Ohlau fertig. Die Brücken nnd Durchlässe von Breslau bis Ohlau sind entweder schon vollendet oder der Vollendung nahe. (L. A. Z.) Bonn, 4. Septbr. Ucker das in einigen öffentliche» Blättern bereits zur Anzeige gekommene Fest, das zu Anfang deS künftigen Oktobers, als Erinnerung an die vor etwa 25 Jahren gestiftete hiesige Hochschule, bei uns von denjenigen Männern gefeiert werde» soll, die bis zum Jahre 1824 hicrselbst stu« dirien, verlautet nunmehr so viel Näheres und Bestimmteres, daß sich daraus auf eine eben so sinnige, als würdig fröhliche Begehung dieser wahrhaft deutsch- gemüthlichcn Feier schließen läßt. Und in der That, wenn dem nun längst zum Manne gewordenen Jünglinge in de» mannigfachen und ernsten Berufs- pslichte» eines strengen bürgerlichen Wirkungskreises die Erinnerungen an jenes schöne, freie und brüderliche Zusammenleben während der Universitätsjahre stets wie liebliche Traumgestalten aus einer beinahe zwanzigjährigen Vergangenheit heraufiauchcu; wenn an diesen romantischen Ufern des stolzen RheineS, in jenem freundlichen Thale, wo uns die Musen gürig und beiter, mit leichter Hand sür's ernste Lebe» vorbereitete», fast jeder Hügel und jede Quelle, jeder Baum und jede Wiese an die schönsten Stunden jugendlicher Lust und wissenschaftlicher Begeisterung erinnern; so wundern wir uns keineswegs, daß diese vom Hüttenbcsitzer Matthias Jäger so artig aufgenommene Idee hier und in den nächsten Nachbarstädten bereits so vielen Anklang gefunden, und eine nicht unbedeutende Zahl, in der Freude auf eine fiohe Wiedcrerkcnnung, zur Theilnahme sich gemeldet hat. Denn auch hierin offenbart sich gewissermaaßen ein Nationalzug des Deutschen, daß er, mag ihn das Schicksal in noch so starre und amtlich zeremonielle Ver- * Der Hamburger Sklavenschiffprozeß. (Fortsetzung.) Nachdem nun das Handelsgericht öffentlich bekannt gemacht hatte, Laß der 25. August d. I. zur Verhandlung der Sache angesetzt sey, Laß die Untersuchungsakten für jeden, der interessirt sey, auf der Kanzlei zu inspiziren sind und daß der k'isouli« in civllibus angetragen habe: die Anhaltung und Aufbringung des Schiffes von englischer Seite als gesetzlich und rechtlich begründet anzu sehen, deswegen Konfiskation des Schiffs und seiner Ladung zu verfügen,» even- tunliter aber, wenn sich dennoch die Unschuld des Kapt. Boye Herausstellen sollte, die Konfiskation des Theils der Ladung zu verfügen, welche dem Befrachter des Schiffes, Costa Aguiar in Rio de Janeiro und den Passagieren Gonsalvo Penna, Joze Antonio Villar und Joaquim Diaz Padras zugehörten, erschienen im Gerichte Kapitän Boye und der Rheder, vertreten durch Hrn. Dr. Heckschcr, mehrere Ladungs- Interessenten, vertreten durch Hrn. Dr. Pöhls (dem Verfasser des berühmten Lehrbuchs deS Handelsrechts), Gonsalvo Penna, vertreten durch Hrn. Dr. Löhr, und PadraS, vertreten durch Hrn. Dr. Voigt. Namens des k'isenli« in ervilibu« trug Hr. Dr. H. A. Heise, nachdem der Präses des Gerichts bemerkt, daß das Gericht, wenn auch in gleicher Zahl fitzend, in ungleicher sprechen werde, die Anklage vor, deren Inhalt kurz folgender war: Die Barke Luise sey als verdächtig aufgebracht, weil sie an Bord gehabt habe 1) Bretter, welche nicht zur Ladung gehörten, und welche offenbar Reserveplanken seyen, um daraus ein Sklavendcck zu machen; 2) einen zu großen Waffcrvorrath, und 3) einen großen Kessel. Dies seyen gesetzlich anerkannte Verdachtsgründe; es seyen aber noch andere Umstände anzuführen, die es klar machen würden, daß die Luise für den Sklavenhandel bestimmt gewesen sey. Die Ladung derselben sey nämlich ursprünglich in zwei kleinen portugiesischen Schiffen gewesen, auf denen der Verdacht ves Sklavenhanvels laste; es sey die mit Kosten verknüpfte Umladung nicht anders zu erklären, als daß man geglaubt habe, das unverdächtige Schiff Luise leichter durch die Kreuzer hindurch zu bringen. Als die englische Sloop die Luise verfolgte, habe der Passagier Gonsalvo Penna (der noch hier in Haft ist) u. der vom Befrachter Aguiar als Bevollmächtigter an Bord gestellt gewesen sey, eine» großen Beutel mit Papieren in See geworfen, wobei der Kap. Boye geholfen, indem er das Hmeinstecken eines eisernen Hakens in den Beutel begünstigt habe. Es habe ferner nach Berathung mit dem Steuermann Andreffen der Kapitän zwei (Briefe verbrennen lassen; auch soll vom Befrachter Aguiar, als das Schiff schon unter Segel war, eine angeblich mit Wasser gefüllte Lonne an Bord gebracht worden seyn, in welcher, wie einige aus der Mannschaft glauben, eiserne Gegenstände (Fesseln u. Schellen) befindlich gewesen. Es seyen endlich an Bord eine Anzahl Peitschen gefunden worden, von denen keiner, weder von der Besatzung, noch von den Passagieren etwas wissen wolle. So kämen zu den drei gesetzlichen Verdachtsgründen eine Menge anderer hinzu und es scy nicht anders möglich, als anzunehmen, daß di; 1632 -ältniffe unbiegsamer Konvenienz gebannt haben, doch immer gern auf kürzere Zeit, jene Fesseln ablegend, sich mit Würde einem freiem Vergnügen hingibt, welches in diesem Falle um so schöner seyn wird, als eS auS den Erinnerungen an die schönsten Tage des Lebens entspringt. (K. Z.) Aachen, 2. Septbr. Heute früh ist wiederum ein Konvoi der Eisenbahn abgegangen, um diejenigen Gäste, welche noch hier geblieben waren, um auch den zweiten Tag dieser schönen Eröffnungsfeier begehen zu helfen, nach Köln zurückzuführen. Aber gewiß hat keiner unsere Stadt verlassen» ohne den Bemühungen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, welche theils von Seiten der Stadt, theils von der Eisenbahndirektion gemacht worden, allen den Aufenthalt zu einem angenehmen zu machen. Ueberall hörte man dies laut anerkennen, besonders aber einstimmig die Vortrefflichkeit der Einrichtungen loben, welche von der Direktion für den ganzen Bahndienst schon jetzt getroffen sind. Wenn man bedenkt, wie viel noch vor sehr kurzer Zeit an manchen Stellen zu vollenden war, so muß man den Eifer, mit welchem zugleich für Herstellung der gan. zen Bahnstrecke und für den eigentlichen Dienst auf derselben gesorgt wurde, und besonders auch die Leichtigkeit bewundern, mit welcher es sich aus der ganze» Bahn fährt. Das festliche Kleid soll jetzt abgelegt werden und am 6. der Tag der allgemeinen Benutzung beginnen. Ein neuer Umschwung unseres ganze» Lebens und Verkehrs steht uns dann bevor; ein regeres, geschäftigeres Leben wird überall erwache». Einer der schönsten, rührendsten Abschnitte in der ganzen Festlichkeit (die köln-aachner Eisenbahneröffnung) darf nicht unerwähnt bleiben. Die Direktion wollte, daß auch die armen Kinder ihren Theil an der Freude haben sollten, welche die ganze Stadt bewegte, daß auch sie die Eisenbahn kennen lernen sollten, welche ihnen sonst noch so manches Jahr unzugänglich bleiben mußte. Sie hatte daher gestern Nachmittags blos für sie allein eine Spazierfahrt veranstaltet und dem Hrn. Oberbürgermeister 500 Kar- ten zugestellt, welche derselbe an die Kinder des Waisenhauses und der hiesigen Armenschulen hatte vertheilen lassen. Es war ein schöner Gedanke, welcher der Direktion Ehre macht, aber in der Sache selbst schon seinen Lohn gefunden hat. Die Freude der Kinder zu sehen, als sie unter dem Schutze ihrer Lehrer die Wagen bestiegen und der Zug sich in Bewegung setzte unter dem Zujauchzen der schwachen Stimmen, war allein schon ein wahrer Genuß. Die Fahrt ging durch den Tunnel bis nach dem so pitoresken stolbcrger Stationsplatze, auf dessen freiem Raum die Kinder einen Imbiß bekamen und sich dann singend Hand in Hand zu einem weiten Kreise ordneten. Hier trat Hr. Hansemann mitten unter sie und hielt eine Rede an sie, so herzlich, so aus der Seele kommend, und dabei so der Fassungskraft seiner kleinen Zuhörer entsprechend, daß nicht blos die Kinder, sondern mehr noch die Erwachsenen von der tiefsten Rührung ergriffen wurden und kein Auge trocken blieb. „Wir haben, liebe Kinder,« sagte er u. a., „euch eine Freude machen wollen, und euch froh zu sehen, macht auch uns froh. Ihr habt jetzt ei» großes Werk gesehen, aber habt ihr auch bedacht, welche Sorgen und Anstrengungen es gekostet hat? Und wißt ihr, wodurch eS gelungen ist, diese Schwierigkeiten alle zu überwinden? Ich will es euch sagen: durch Beharrlichkeit, durch Fleiß und Thätigkeit. Nehmt euch ein Beispiel daran, seyd immer brav und fleißig, und ihr könnt auch Alles erreichen. Dann werdet ihr auch glücklich seyn, den» wer seine Pflicht erfüllt, ist immer glücklich. Dann erfüllet ihr auch Gottes Gebot, dem allein Ehre gebührt. Seht, wir sind schon in älteren Jahren, ihr werdet, mehr als wir, genießen, was wir gethan. Aber ihr müßt nicht dabei stehen bleiben. Der liebe Gott hat noch viele Kräfte in die Natur gelegt, die noch unbenutzt sind. ES bleibt euch noch viel zu thun, wenn ihr den Zweck eures Lebens erfüllen wollt. Darum haltet immer an dem Spruch: Seyd brav und fleißig und haltet Goit im Herzen!« Wir können die Worte nicht wiedergebe», nur den ungefähren Sinn, aber ihr Eindruck war auf jedem Gesicht zu lesen. Alles drängte sich hinzu und die Kinder gelobten, dem Spruche folgsam zu seyn. Darauf zeigte Hr. Hansemann noch an, daß ein Mitglied der Direktion sich bewogen gefühlt habe, ihnen noch ein Andenken an diesen Tag zu hinterlassen und jedem der Waisenkinder einen Viertelsthaler zu schenken. Ehre dem wacker» Menschenfreunde! Der Rektor des Waisenhäuses, Herr Schummer, dankte der ganze Direktion und jenem Wohlthätcr insbesondere mit einigen gefühlvollen Worten im Namen der Kinder und schloß treffend damit, daß ein so fromm begonnenes Werk auch in allen Zeiten gedeihen und blühen müsse. Hr. Lehrer Wagner dankte für die Zöglinge der andern Schulen und nachdem die frohbewegte Jugend sich noch etwas umhergetummelt halte, wurde die Rückfahrt angetreten. Fast alle Kinder hatten sich frische Birkcnzweige brechen dürfen, und so sah denn der ganze Zug fast einer langen Laube gleich, die sich rasch nach Aachen zurückbewegte. Eine unendliche Masse von Menschen, großentheils versammelt, um de» Volksbelustigungen beizuwohnen, welche von der städtischen Behörde von Burtscheid veranstaltet worden waren, begrüßte nun jubelnd den Zug, dessen Gleichen vielleicht noch nicht da gewesen ist, der aber so viele unschuldige Gemnther glücklich gemacht hat und ihnen wohl unvergeßlich bleiben wird. Wem es wohl thut, Anderen eine Freude zu bereiten, wer ein Herz hat und Mitgefühl für die, welche zur Entbehrung gezwungen sind, wird der Direktion für diesen schönen - Gedanken, der so schön auSgeführt wurde, auf das Wärmste danken. (Ach». Z.) Bayern. Nürnberg, 4. Sept. Hr. Thiers, Mitglied der Deputirtcn- kaminer und ehemaliger Premierminister von Frankreich, ist gestern Abend von Ems über Franksurt dahier eingetroffen, und im Gasthause zum rothen Roß abgestiegen. Den heutigen Tag widmete er der Besichtigung Nürnbergs und Luise auf einer den Sklavenhandel unterstützenden Expedition begriffen gewesen, weswegen sich der gestellte Antrag vollkommen rechtfertige. Herr Dr. Heckscher, dem der Präses des Gerichts sonach das Wort gab, eröffnete seine ^ständige, wenn auch hier und da geistreiche, doch durch Wiederholungen ermüdende WertheidigungSredc mit einer Geschichte der Traktate wider den Sklavenhandel, aus der heraus er zu entwickeln versuchte, daß die in den Konventionen angeführten Verdachtsgründe (Planken, Wasser rc.) nicht allein hindernd dem Abschlüsse der Traktate mit andern Mächten entgegenstünden, da sie der englischen Marine ein gefährliches Recht cinräumten, sondern daß selbst die entschiedensten Gegner des Sklavenhandels in England, namentlich die Quäcker, in allen ihren Schriften die Gefährlichkeit dieser Equipagenklausel anerkannten. Es sey nun das erste Mal, daß ein Hamburger Gericht einen Aufbringungsfall entscheiden solle und da käme eS auf die Interpretation der Klausel an. Die richtige sey aber diese, daß nur solche Schiffe mit Recht verdächtig sehen, zu deren Ausrüstung gehörig die im Art. 6 verzeichnctcn Gegenstände am Bord seyen, nicht aber schon die Schiffe, an deren Bord solche Sachen zwar gefunden, ohne aber als Theile der Ausrüstung zu dienen. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. * Karlsruhe, S. Sept. lieber die diesjährige Kunstreise unserer ersten Sän- stinn Umgebung, und setzt dann die Reise «ach Wien fort. Seine Gemahlin hat er in EmS zurückgclassen. (N. K.) Speyer, 5. Septbr. Die Generalsynode der Protestanten der Pfalz ist heute hier eröffnet worden. (N. Sp. Z.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 3. Sept. Der große Preis der ersten Gewinnstziehung des neuen badischen Lotterieanlehens, im Betrag von 50,000 Gulden, ist nach München gefallen; das SerienlooS war erst einige Tage vor der Ziehung bei einem hiesigen Bankhause für 150 Gulden angekauft worden. Die zwei niedriger» Hauptpreise find nach Franksurt gekommen. (N. K.) Freie Stadt Hamburg. Der „Hamb. Corresp." enthält eine Aufforderung zu Beiträgen für die durch den Brand von Smyrna in Unglück gekommenen Tausende von bejammernswcrthen Mitmenschen. Der Ertrag soll den Unglücklichen, ohne Unterschied der Religio» — Christen, Jude», Muselmännern — zu Theil weiden. Sie werden an die HH. I. R. Beit, Joh. Greve und Komp., Lazarus Gumpel, H. E. Meyer, Jul. Oppenheimer und Komp, und Reimarus und Komp, in Hamburg, welche die Aufforderung unterzeichnet haben, geschickt. Großherzogthum Hessen. Darmstadt, 1. Septbr. Zur Erhaltung deS guten Vernehmens zwischen der katholischen und evangelischen Geistlichkeit in gemischten Orten hat das großh. Oberkonsistorium im Einverständnisse mit dem bischöflichen Ordinariat zu Mainz die Anordnung getroffen, daß die Beseitigung von Beschwerden über wechselseitige Eingriffe in die, Paro- chialrechte zuvor auf dem Wege der Güte unter den betreffenden Geistliche» versucht werden soll und nur für den Fall, wenn solcher erfolglos betreten worden , der unmittelbar Vorgesetzte» geistlichen Behörde davon Anzeige zu machen sey. Man verspricht sich viel Gutes von dieser allgemeinen Vorschrift, wenn die Absichten, in welchen sie erlassen worden, überall die gebührende Aufnahme und Würdigung finden. (K. Z.) Hannover. Hannover, 29. Aug. Seit dem Tage, an dem das Erkennt- niß wider die Mitglieder deS hiesigen allgemeinen Magistrats zur Kunde des Publikums gelangte, hat Nachdenken und Hin- und Herrcden die hiesigen Einwohner darauf hingeleitet, daß den Uebelständen, welche jene erste unglückliche Uebereilung herbeigeführt hat, nock mehrere zu folgen drohen. Wohl mit Recht hatte das mit der Publikation der Straferkenntnisse beauftragte Mitglied der Justizkanzlei den Verurtheilten sein Bedauern ausgedrückt (wiewohl die Wahrheit der Aeusserung eines der Berichterstatter des „Hamb. Corresp.« überall bezweifelt wird, daß dasselbe „im Namen" der Kanzlei kondolirt habe), — denn ausser dem vielleicht unschwer zu überwindenden pekuniären Verluste ist es besonders die leidige Folge, die jenes Straferkenntniß nach sich ziehen konnte, welche hier bestürzt macht. Die Ansicht über das Erdulden einer Kriminalstrafe würde die Zeit verwischen; das Landesverfassungsgcsetz, in Uebereinstimmung mit dem Staatsgrundgesetze von 1833, gibt aber dem Könige die Bcfugniß, „königliche, nicht lediglich zum Richterstande gehörige Diener, wenn sie, nach fruchtlos vorhergegangener Warnung und Disziplinarstrafe, ihrer Dienstpflicht keine Genüge leisten", öder wegen eines gemeinen Vergehens mit einer Kriminalstrafe bereits belegt wprden sind rc., — auf das Gutachten des StaatSrathS, nach Befinden zu suSpendiren oder zu entlassen. Nur das Wort „lediglich" ist im neuen Gesetze hinzugefügt, so wie das Wort „bereits"; daher man wohl zweifeln könnte über die Natur ddr zweiten Voraussetzung, weniger aber an der Anwendbarkeit der Bestimmung in Bezug auf die Folge des DisziplinarnachtheilS, und man würde Schlimmeres befürchten müsse», wenn man nicht stets der Hoffnung Raum gäbe, daß Se. Maj. vor allem die Wunde», woran das Land leidet, durch Versöhnung heilen werde. (K. A. Z.) Hannover, 3. Septbr. Sc. Maj, der König ist gestern Nachmittag hier wieder eingetroffcn. — Dem hiesigen Magistrate ist nunmehr von Seite der Justizkanzlci offiziell angczeigt worden, daß der Staatsanwalt auf Befehl des Justizininisters am 27.V. M. das Rechtsmittel der Revision gegen das Erkennt- niß der Justizkanzlei vom25. v. M. eingelegt habe. Die sämmtlichen Magistratsmitglieder haben ihrerseits nunmehr auch Rechtsmittel gegen dies Erkeuntniß ergriffen. Nach der neuesten Einrichtung ist indessen eine Strafschärfung auf Antrag des Staatsanwalts eher zu vermuthen als eine Strafmilderung. Der Magistrat soll, wie eS heißt, seinerseits nur Rechtsmittel einlegen zu müssen erklärt haben, weil dieselben gcgenscits zur Hand genommen sind. Der Advokat Detmold hat nunmehr auch ein Erkenutniß erhalten, das auf 6 Wochen Ge- fängniß oder 300 Thaler Geldstrafe lautet. Moorkommissär Wehner ist dem Vernehmen nach frcigesprochen, oder wird eS, wenn er einen Ncinigungseid leistet; Genaueres über das Erkeuntniß gegen Wehner ist noch nicht bekannt. Wie man hört, soll die Bürgerschaft beabsichtigen, Schritte bei Sr. Maj. dem König zu thun, wegen Wiedereinsetzung deS Stadtdirektors Rumann, da Se. Maj. bei einem früheren Besuche dieser Art (im Februar 1840) erklärt haben soll, daß bevor darüber entschieden werden könne, erst ein gerichtliches Erkennt- niß vorliegcn müsse. — Se. Maj^ der König wird einige Tage in der Residenz verweilen und sich dann zur Jagd in das Lüncburgische begeben. (K. A. Z.) Lippe-Detmold. Unter den Einlagen für das Hermannsdenkmal befinden sich mehrere Porzellantafeln, worauf die Inschriften in Farben eingebrannt sind. Ans solche Weise finden sich unter den Einlagen eine Votivtafel der Bürgerschaft und des Magistrats der Stadt Detmold, eine kolorirte Karte von Deutschland nach der jetzigen Gemarkung, eine Spezialkarte des lippe'schen Landes, eine Stammtafel des lippe'schen Regentenhauses, eine Tafel mit den Namen aller jetzt regierenden deutschen Bundesfürsten, nebst statistischer Nachgerm , Mad. Fischer, deren Zurückkunst morgen erfolgt und baldige« Wiederauftrrten also zu erwarten ist, tragen wir unfern früher» Mittheilungen (in der Karlsr. Ztg. vom 13. und 14. August) noch Einige« nach. Nach Beendigung ihre« Gastspiels in Breslau, wo ihr eilfmalige« Auftreten in allen Rollen mit verdienter Anerkennung und mit stet« allgemeinem und lebhaftem, in der Mehrzahl derselben mit begeistertem, Beifall begrüßt und gekrönt worden war, fand Mad. Fischer in Posen, wo sie siebenmal auf dem dortigen Stadttheater auftrat, dieselbe erfreuliche Würdigung uud glänzende Aufnahme, wie zuvor in Breslau, und schloß dann ihre Kunstreisebahn, durch ihren ablaufenden Urlaub gedrängt, mit drei Vorstellungen auf der königlichen Hofbühne in Berlin, und zwar in den Parthien der „Leonore" im Fidelio, der „Donna Anna" im Don Juan uud der „Euryanthe". lieber die letzte (am 3. Septbr.) lag uns, bei der Abfassung dieser Kunstnotiz, noch kein Journalurtheil vor, über die beiden erster» aber äuffern die Berichterstatter und Kunstlichter in Len berliner Blattern nur Günstiges und Rühmliches, was bei einem so verwöhnten und vielfordernden Publikum, wie das berliner, in dessen gutem Angedenken übrigen« Mad. Fischer von früherem Gastspiel her steht, und bei einer meist so strengen Kritik, wie sie in der Journalistik der preußischen Hauptstadt sich a«f- thut, besonders hoch anzuschlagen ist. Ueber „Leonore-Fidelio" heißt es: „Mad. F. hat sich bei ihrer früher» Anwesenheit hierseldst bereits als eine vorzügliche dramatische Sängerin bewährt und war sonach alle» Musikfreunden als Leonore eine willkommene Erscheinnng. Der innig empfundene, ausdrucksvolle Gesang, die edle und wahre Darstellungsweise und da« wohlklingende Sprachorgan der Mad. K. machten den günstigsten Eindruck auf die Bersammluug, deren Beifall sich besonders nach der durchau« rein in der Höhe und mit tiefem Gefühl vorgetragenen Arie des ersten Aktes, wie in der Kerkerszenr, und vorzüglich auch nach dem, mit voller Kraft des Organ- Lurchgeführten, Duett mit Florestan zu erkennen gab. Mad. F. wurde am Schluffe gerufen." Die „Donna Anna" 1633 Weisung der Größe ihrer Länder, der Einkünfte, der Einwohnerzahl der Hauptstädte, sowie des ganzen Landes, deS zu stellenden BundeSkontingents rc., eine Tafel mit dem Namen der deutschen Fürsten, welche jetzt auf fremden Thronen herrschen, eine Tafel mit dem vollständig ausgeführten Risse und Plane des Hermannsdenkmals in seiner ganzen Vollendung mit der bekannten Inschrift a«S dem Tacitus: »Xrminius, kaucl ckubie Qiborator Lermania« «to.« — Daß unter den Einlagen für den Grundstein eine Sammlung der jetzigen deutschen Münzen, sowie die Kriegsdenkmünzen aus den Freiheitskriegen und andere Erinnerungen an die glorreiche Zeit von Deutschlands Wiedergeburt nicht fehlen, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Von einzelnen Freikorps, dem Schill'sche», der braunschwcig'schen schwarzen Schaar unter Herzog Wilhelm, dcm Lützow'schen Korps, der hanseatischen Legion rc. werden noch Einlagen erwartet. Die von dem ehrwürdigen Veteranen Arndt in Bonn erbetenen, anfdas Hermannsdenkmal sich beziehenden neuen Strophen zu seinem unvergleichlichen Liede: „Was ist deS Deutschen Vaterland?" sind angekommen und von den Liedertafeln mit freudiger Begeisterung begrüßt. (H. Z.) Belgien. Im „Journal de Liege" liest man: Wir vernehmen, daß die kölnische Dampfschleppschifffahrtsgesellschaft bei den HH. Orban und Petry vier Schleppschiffe bestellt hat. Die Schiffe werden zu Grivcgne (bei Lüttich) gebaut werden. Frankreich. Paris, 4. Sept. (Korresp.) Bisher haben nur 3 Generalräthe sich gegen den Zensus ausgesprochen; man berechnet, daß höchstens 6 sich dieser Meinung bergesellen werden, so daß 80 Departementalräthe eine zu bedeutende Majorität bilden, als daß eine so geringe Minorität nur zu erwähnen wäre. An einzelnen Protestationen wird es freilich auch nicht fehlen. — Im, legitimiilischen lyoner Blatt „Reparateur" vom 3. liest man: Im Augenblick, wo unser Blatt unter die Presse kömmt, erfahren wir, daß zu Grenoble Unruhen ausgebrochen sind. Es sollen von der Besatzung von Lyon Truppen dorthiu abgegangcn seyn. - Der „Courrier de la Cole d'Or vom 2. macht die Protestation des Generalra- theS dieses Departementes gegen den Zensus des Hrn. Humann bekannt. — General Bugraud läßt seine Familie nach Afrika kommen. — Der Kassations- Hof hat sich heute mit der Appellation der HH. Arzac, Gasc und Roaldez, ehemaligen provisorischen Stadträthen von Toulouse, beschäftigt. Es handelt sich darum, zu entscheiden, ob diese 3 Mnnizipalräthe vor ein anderes Friedensgericht als daS von Toulouse gewiesen werben können. Sowohl diese Frage, wie eine damit in Verbindung stehende, nämlich der Preßprozeß gegen den verantwortl. Herausgeber der „Emancipation," des „Utilitaire" und der „Gazette de Languedoc", der denselben Appellationsgrund hatte, wurde bejahend entschieden. Diese beide» auf die toulouser Angelegenheiten sich beziehenden politischen Prozesse wurden von dem KaffationShof an den Untersuchungsrichter von Niom gewiesen. — Im April letzthin ward der zwischen Rochechouart und Limoges gehende Eilwagen umgeworfe», wodurch eine bedeutende Anzahl Passagiere Verletzungen erhielten. Diese erhoben hierauf Entschädigungsansprüche an den Eigenihümer der Diligence, und machten dieselben bei Gericht geltend, da sie sich mit jenem über die Summen nicht verständigen konnten. Das Gericht hat nun die Beträge folgendermaaßen festgesetzt: für ein gebrochenes Bein 3300 Franken, für eine Quetschung deS Unterleibes 800, zwei Kopfwunde» jede 600, den völligen Verlust einer Nase 4500, eine gebrochene Rippe 1000, eine gebrochene Schulter 1000, einen Bruch 2000, eine Kontusion 500, eine andere 400; zusammen 14,700 Franken. Niederlande. Haag, 31. August. Unser Ministerium beschäftigt sich immer noch lebhaft mit den Angelegenheiten Luxemburgs, und Se. Mas. widmet den Berathungen die nngethcilteste Aufmerksamkeit. Hiesige Staatsmänner haben eine Zusammenstellung aller Anleihe» gemacht, welche Holland andern Staaten vorgeschos- srn hat, und eS hat sich dabei die enorme Summe von 5000 Millionen Pri- vatcigenthum herausgestellt, welches baar in's Ausland gewandert ist. Unter diese» befindet sich die Hälfte zu 3 Proz. ausgethan. Als verloren sind nur die Anleihen des Don Carlos, und als halb verloren die übrigen nach Spanien gewanderten Summen zu betrachten. Der Nationalreichthum ist daher selbst in Vergleichung zur Staatsschuld gegenwärtig noch sehr enorm. — Die Bc- schlußnahme der niederländischen Dampfschifffahrtsgescllschast, die Zahl der Schiffe zu vermehren, scheint sich zu bestätigen. Es sollen bereits Unterhandlungen wegen des Baues neuer Schiffe eingeleitet worden seyn. Hr Haag, I.Sept. (Korresp.) Die Dcputirtenkammer hat eines ihrer ausgezeichneten Mitglieder, Hrn. Hny de Köper, dcr Amsterdqm vertreten, durch den Tod verloren. — Die Angelegenheiten des Konkordats sind noch nicht im Reinen. Graf Liedckerke ist von Rom nach dem Haag berufen worden, um an den Unterhandlungen Theil zu nehmen. Der römische Hof besteht ans der förmlichen Vollziehung der im Jahr 1827 abgeschlossenen Ucbereinkunft, wo nicht, so sollen die Dinge bleiben wie sic sind. Nimmt die Sache nicht bald ein Ende, so werde» die Unterhandlungen abgebrochen. — Es wird stark befürchtet, daß das Budget nicht durchgehe. —Man ist hier entrüstet über ein Schreiben aus London, welches vermuihlich in Paris fabrizirt worden ist und mit welchem die pariser legitimistische „France," die bloS von solchem Skandal lebt und webt, hervorge- treten ist; eS ist darin von der Reise des Prinzen Joinville nach unserer Stadt gar Manches grfaselt. Es wäre interessant, die Handschrift des Briefes z» sehen. wird so beurtheilt: „Mad. 6. hat seit der Zeit, wo wir sie nicht auf unserer Bühne gesehen , hinsichtlich der 2 » tensität ihrer Stimme, so wie der Abrundung und Nüan- cirung der einzelnen Tine, bedeutend gewonnen, und kann gegenwärtig für eine der besten tragischen Sängerinnen gelten, etwas, das sie namentiich i» der ersten großen Arie mit Recitativ (0 Aus Polen vernimmt man, daß der Bau der Eisenbahn von Warschau nach Krakau überaus langsam betrieben wird. Früher hatte das Haus Steinkeller diese Unternehmung ganz in Händen und zu der oberen Leitung Beamte in Deutschland angeworben. Nachdem diese den Polen ihre Kenntnisse nothdürftig mitgetheilt, wurden ihnen Gehalts- beschränkungen zugemuthct, in Folge deren die Deutschen meistens ihren Abschied nahmen und in das Vaterland heimkchrten. Aus de» Steinkellerschen Händen ist dieser Eisenbahnbau nun ganz an die polnische Bank übergegangen und nach jahrelangen Arbeiten endlich so weit gediehen, daß 1'/^ Meile des für die Bahn bestimmten Dammes aufgeschüttet sind. Schwerlich wird, wenn die Arbeiten nicht ernstlicher angegriffen werden, die jetzige Generation noch diese Eisenbahn benutzen. (N. K.) Schweiz. Freiburg. Der „Luz. und Bundztg." schreibt man: Auch bei uns wollte der Radikalismus einen Hauptstreich ausführen; es handelte sich „in nichts Mehreres, sowie auch um nichts Wenigeres, als die Regierung und die gegenwärtig bestehende politische Ordnung der Dinge zu stürzen, und das glückliche, biedere Freiburgervolk unter das Joch einiger ehrsüchtiger s. g. Freiheitsmänner zu bringen. Schlechte Führer oder Volksverfnhrer beabsichtigte», mit einer Masse radikalen Gesindels, welches leider auch hier zu Land zu finden, und mit lügenhaften Vorspiegelungen und Geld zu einem tollen Unternehmen zu verleiten ist, die Stadt zu überrumpeln und eine provisorische Volksregierung einzusetze». Das verbrecherische Vorhaben wurde bei Zeiten entdeckt unv verrathen. Von Seiten der Regierung waren die nöthigen Maaßregeln getroffen, und so die Rebellion vor ihrer Geburt unterdrückt. Jetzt wird eine Untersuchung eingeleitet, Verhaftungen haben bereits stattgefuuden, und eines jede» rechtlichen Bürgers Wunsch geht nur dahin, daß die Schuldigen zur Warnung für Andere der Strafe nicht entgehen mögen, ohne zwar dabei das Beispiel Tessins zu befolgen, denn die Schande der blutige» standgerichtlichen Hinrichtung eines Nessi wird Freiburg nicht theilen wollen. (Basl. Z.) Spante« Im „Castellano" liest man: Der Pabst Gregor XVI. hat durch ein Breve vom 16. Juni die Spanien bewilligte Erlaubniß, in der Fastenzeit Fleisch- und Milchspeisen zu essen, nur auf ein Jahr verlängern wollen. Die „Madrider Zeitung" veröffentlicht, nach Gebrauch, das lateinische Breve und die spaeine Reise nach Dresden machte, hat dort in wenigen Wochen über 400 Schielende geheilt u.id viele andere glückliche und schwierige Operationen gemacht. Die Heilung des Stammelns Lurch den Zungenschnitt hat derselbe aber ganz aufgegeben, obwohl in den meisten Fällen die Hebung des llebels vollkommen erfolgte. Der Tod des jungen Mannes der an Verblutung starb, hat vr. Dieffenbach so erschüttert, daß er die Operation nicht mehr anwenden will. — Der Prozeß des vr. Jakobi liegt keineswegs schon dem Kammergerichte vor, wie es heißt, sondern die Akten befinden sich im Justizministerium, welches dieselben von Königsberg kommen ließ. Daher ist das Gerücht grundlos, daß das Kammergericht die Anklage als unbegründet öder sich als inkompetent betrachtet hätte, vielmehr steht zu erwarte», daß eine Verurtheilung des Angeklagten erfolgt, vr. Jakobi weiß das sehr wohl, aber es ist nicht sein Wunsch, die Klage auf sich beruhen zu lassen, er har vielmehr sich zum drittenmale an den Justizminister gewendet und um Beschleunigung seines Proreffe«. Rückgabe der Akten und Erkennlniß gebeten. (Münstereifelisch l) In der Zeitschrift für Alterthumswissenschast wird die Verdeutschung eines Philologen von Eicero's Rede für den Ligarius angeführt. Herr Freuden» berg in Münstereifel übersetzt: „Ich hoffe, daß auch Du, der Dm oder da Du Dich auch an gewisse andere Quästoren erinnerst, an die Quästur dieses da (dieses Ligarius) denken werdest." — O Du, der Du die das Lateinische studirende Jugend jämmerlich mißhandelst! O Du, der Du die das Deutsche verdrehenden Uebersetzerkunsistücke aller Sprachmeistrrlein noch übertrafest! O der Du Dick Freudenberg nennest, aber der Du die dem Alterthume, wie dem neunzehnten Jahrhunderte schuldige Achtung schlecht kennest und der Du den Schülern kein Frendenberg, sondern ein Jammerthal bist! — — (Sächsisch.) Für löOOTHaler wurde an Kuchen auf dem diesjährigen dresdener Vogelschießen verkauft und der Kuchen ist in Sachsen sehr billig. Die Schweinerei der Dresdener warrabei so ungeheuer, daß 100 Schweine in Bratwürsten verzehrt wurden, 1634 * nische Uebersetzung. Der Kommissär der Cruciabe nennt das Breve eine Depesche. Der Minister der Gnaden und der Justiz sagt, daß diesem Dokument die Erlaubniß zur Einrückung bewilligt worden sey. Bald wird man die Bullen die Breven und die Reskripte des h. VaterS fliegende Blätter nennen. ^ Madrid, 28. August. (Korresp.) Das Namensfest des Vormunds der Königin ist unbeachtet vorübergegangen. Durch die letzten, in den Gerichtssälen stattgefundenen Auftritte ist die Regierung veranlaßt worden, den Offizieren auf's strengste zu verbieten, sich in Uniform in die Gerichtssäle zu begeben, wenn die Geschwornen ein Urtheil zu sprechen.haben. — Sproz. 25"/,, baar, 26'/,, zwei Monate Zeit. Türkei und Aegypten. U Wir haben jetzt den „Moniteur ottoman" vom 1«., das „Journal de Smyrne" vom 19. und den „Jmpartial," ein neues in französischer Sprache zu Smyrna erscheinendes Blatt vom 19. Aug. In Konstantinopel war bis auf den 17. nichts von Bedeutung vorgesallen. Die Pforte beschäftigt sich vorzüglich mit den Einsprüchen der syrischen Bergbewohner hinsichtlich der Steuerentrich- tung. Nach dem „Journal de Smyrne" ist ihnen eine bedeutende Summe nachgelassen worden. Das Staatsdampfboot Pecki Schewket sollte den 17. nach Kandien abgehcn, um dem Kapudan Pascha neue Verhaltungsbefehle zu bringen sowie mit Waffen und Kriegsvorrath zu versehen, damit die türkische Bevölkerung bewaffnet werden könne, im Falle eS den Kandioten gelüsten sollte, einen neuen Aufruhr zu unternehmen. Tahir Pascha dürfte wohl nach Konstantinopel zurückberufen werden. Man sieht in einigen Tagen wichtigen Veränderungen im diplomatischen Korps entgegen. Lord Ponsonby sehne sich, ab- zurcisen, und man glaubt, daß er wohl nicht wieder nach Konstantinopel zurück- .kommen werde. Schon spricht man von Hrn. Charles Bagot als seinen Nachfolger. Graf PontoiS erwartet gleichfalls Urlaubsbewilligung, auch diesem Diplomaten soll es nicht länger darum zu seyn, hier zu bleiben, als muthmaßlichen Nachfolger nennt man Hrn. Bois le Comte. Anfangs Oktober wird Graf Königsmarck, der preußische Botschafter, eine UrlaubSreise machen. Von der türkischen Gränze, 24. August. Nach Berichten aus Alerinezze find die in Nizza versammelt gewesenen türkischen Paschas und AyanS mit ihren Truppenabtheilungen wieder abgezogen. Nur Jacub Pascha ist daselbst zurückgeblieben, fortwährend bemüht, die Erinnerung an die von den türkischen Truppen in Folge der letzten Ereignisse verübten Gräuel zu verwischen. Allein sein eifriger Wille findet große Schwierigkeiten; theils fehlen ihm die Mittel, um seine Versprechungen zu erfülle», da die Pforte selbst in größter Finanzverlegenheit ist, theils auch werden seine Anordnungen in einer Weise ausgcführt, daß den armen Beraubten dadurch nicht geholfen ist. So hat z. B. die aufgelöste albanesische Miliz auf den erlassenen strengen Befehl des Statthalters: den Raub zurück zu erstatten, etwa 2000 Stück großes und kleines Vieh nach Niffa gebracht; allein die unglücklichen Christen wagen es nicht, dasselbe anzusprechen, da die Räuber die niederträchtige Schlauheit beobachtete», statt des geraubten Viehes ihr eigenes wohl bekanntes einzuliefcrn, in der zuversichtlichen Annahme, daß die Beraubten aus Furcht vor der Rache der in der Nachbarschaft lauernden Eigenthümer sich nicht unterstehen werden, dasselbe als Ersatz des erlittenen Raubes anznnchmen. (K. Z.) Konstantinopel, 18. Aug. Die Wage neigt sich wieder auf Reschid Pa- scha's Seite. Es ist nicht ganz unmöglich, daß Riza Pascha und seine Anhänger im Kampfe mit der Reformpartei den kürzern ziehen. Ich habe Ihnen letzthin berichtet, daß der Plan zur Einführung Tahir Pascha's in das Groß- wessierat, wodurch Riza seine Partei zu vervollständigen und völlig zu organi- siren hoffte, in der Ausführung begriffen war. Der Befehl zur schnellen Rückkehr des Kapudan Pascha war bereits erlassen und Riza schien den vollständigsten Sieg errungen zu haben, als die Sache plötzlich ein anderes Ansehen gewann. Dem alten Tahir war bedeutet, daß seine Gegenwart in Kreta für einige Zeit nothwendig seyn dürfte, um die in Verwirrung gerathenen Verhältnisse der Insel in Ordnung zu bringen, welchem Geschäfte der Großadmiral sich jetzt zu widmen und zur Rückkehr in die Hauptstadt neue Befehle zu erwarten habe. Sollten Sie auf direktem Wege in der nächsten Zukunft die Anzeige erhalten, daß Tahir die Insel Kandia verlassen habe und nach Konstantinopel gesegelt sey, so werden Sie daraus leicht den Schluß auf die Lage der Dinge in der Hauptstadt ziehen können. Denn bei der Krisis, in der wir uns jetzt befinden, ist nicht leicht vorauszusehen, welche Wendung und welchen Ansgang die Sachen eigentlich nehmen können. Riza Pascha ist noch immer der mächtigste Mann in der Umgebung des Sultans, die Zahl seiner Anhänger überwiegend; die Partei seines Gegners dagegen, obwohl nicht bedeutend au numerischer Stärke, schließt die besten intellektuellen Kräfte des Landes in sich ein und zeichnet sich vorzüglich durch die Aufrichtigkeit ihrer Gesinnungen, durch ihre unverholen ausgesprochene Ansicht aus, daß mit dem alten System nicht mehr auszurcichen sey, daß nur durch heroische Maaßrcgeln die Pforte vor dem ihr drohenden Zerfall gerettet werden könne. Diese Ansicht ist nun zwar nicht frei von Ueber- treibung, doch das Streben des Pascha's ohne Widerrede edel und lobenswerth. Die Umgestaltung des BeamtenwescnS und des innern Haushalts der türkischen erheischen; diese alles verschlingenden Vampyre, ihre enormen Besoldungen, wodurch sie das Wenige, was sie in die großherrlichen Kassen fließen lassen, wieder zurücknehmen, zehren das öffentliche Einkommen rein auf. Gerade jetzt befindet sich die Pforte in finanziellen Verlegenheiten, aus denen kaum mehr ein Ausweg zu finden. Der Staatsschatz ist gänzlich erschöpft und die Rückstände in denen stch die Regierung in allen Zweigen der öffentlichen Administration befindet, sind für den Augenblick gar nicht zu decken. Dies dürfte beitragen, der Sache Reschid Pascha's einigen Halt zu geben und seine Partei dem angestrebten Erfolg näher zu rücken. — Die Pest zeigt keine Spur mehr; ausser dem bereits berichteten wirklichen Sterbfall rn dem Kloster di Terra Santa und zwei andern zweifelhaften Fällen in der Stadt selbst ist nichts mehr vorgekvm- men. — Said Pascha und seine ägyptische Begleitung werden fortwährend ausgezeichnet behandelt. Die Repräsentanten von England, Oesterreich und Frankreich stehen gegenwärtig in wichtigen Verhandlungen mit der Pforte; sie betreffen Syrien und dessen politische und administrative Organiflrung. (A. Z.) B ä d e in * Stichlingen, 4. Sept. (Korresp.) Gestern Abend halb 8 Uhr traf Se. Erz. der großherz. Staats- und Finanzminister, Hr. v. Böckh, in Begleitung des Hrn. geh. Neferendärs Regenauer, von Konstanz kommend, dahier ein und nahm sein Absteigquartier in der Post. Heute Vormittag ließ der Hr. Minister sich sämmtliche Beamte und Angestellte deS hiesigen Hauptzollamtes vorstellen und unterhielt sich mit einem Jeden auf die herablassendste, freundlichste Weise. Nachher erfolgte die Besichtigung deS neuerbauten schönen Hauptzollamtsge- bäudcs in allen seinen Theilen, und nachdem Se. Erz. von der zweckmäßigen und guten Beschaffenheit des Bauwesens sich überzeugt hatten, sprachen dieselben über diesen Bau ihre Zufriedenheit aus. Das gesunde und heitere Aussehen dieses um Badens Wohl so hochverdienten Staatsbeamten, so wie nicht minder jenes seines hochgeschätzten Begleiters gibt der Hoffnung Raum, daß deren auf. opfernde Thäligkcit dem geliebten Vaterlande »och lange Jahre werde erhalten werde». Um 10 Uhr setzten beide Herren ihre Reise über Schaffhause», Jestet« teil, Riedern und Kadelburg nach WaldShnt fort, unter Beglückwünschung Aller, denen die Freude zu Theil geworden, während ihres hiesigen kurzen Aufenthaltes in ihrer Umgebung zu sey». Rastatt, 24. August. Am 12. Juli d. I., Nachmittags, fuhren Jakob Ottmann, Jakob Lur und der 15jährige Georg Schalk von Wittcnwcier in einem Nachen nach den jenseitigen Rhciniuscln, um Holz zu hole». Als sie an dem unmittelbar am Rhcinnser angelegten Teiche, wo der »onnenweierer Mühlenbach sich befindet, anlangten, schlug das Rheinwasser bei dem damals hohen Rheine heftig gegen den Nachen und warf letztem um. Die Bürger Johann Heiz, Johann Pfeiffer und der ledige Georg Ebert von Wittenweicr, welche sich in der Nähe am Ufer befanden, hörten den Hülferuf der drei Vorbenanntcn, welche in das Wasser gestürzt waren, und dem Ertrinken an dieser Stelle, bei einer Tiefe von 20 Schuh, nicht hätten entgehen können. Sie lösten schnell einen am Ufer befindlichen Nachen ab, fuhren auf die Hülferufenden zu und retteten durch ihre schleunige Hülfe alle drei vom Ertrinken. Man macht dieses muthvolle und menschenfreundliche Benehmen des Johann Heiz, Johann Pfeiffer und des Georg Ebert belobend mit dem Beifügen öffentlich bekannt, daß denselben auch dafür eine angemessene Belohnung an Geld zugewicscn worden ist. Großherzogliche Regierung des Mittelrheinkreises. Konstanz, 5. Sept. Für die Bewohner des abgebrannten Städtchen- Fürstenbcrg belaufen sich die veranstalteten Sammlungen und der Ertrag eines Konzerts in hiesiger Stadt auf 1240 fl. 49 kr. N e uefte Sr « ch r i cd t e n. L London, 3. Sept. (Korresp.) Man beginnt mit den Nachrichten aus Spanien iu finanzieller Hinsicht zufrieden zu werden; auch ist die aktive Schuld auf 22"/, gestiegen; wenn nur nicht wieder der Sache (daß nämlich die spanische Regierung die verfallenen zweijährigen Zinsen auf die sogenannten Jndemnity Bonds bezahlen wolle, im Betrag von 6,000,000 Realen) eine blosc Vorspiegelung zu Grunde liegt. — Schon haben die Glieder der neuen Staatsverwaltung einen geheimen Rath gehalten. Da die Haupternennungen jetzt sestgestellt sind, so beeilt man sich nicht mit den Nebenernennungen. — Graf St. Aulaire, der neue französische Botschafter, wird den 15. d. M. in Hartfordhouse (dem gemietheten Gesaudtschaftshotel) erwartet. Nach dem „Standard" werden die beiden Häuser, nachdem die neuen WritS (Ausschreiben zur Vornahme frischer Wahlen der ncucrnannten Kabinetsglieder) erlassen seyn werden, bis auf den 20. Scptbr. vertagt werden. Paris, 5. August. (Korresp.) Der König, in Begleitung des Herzogs von Orleans, des Marschalls Soult, des Generallieutenants Dode de la Brnnerie u. eines zahlreichen GeueralstabS hat nun zum 3.Male dieBefestigungen von Paris besichtigt. — Caf6 de Paris (Winkelbörse): Heute, Sonntag, 3proz. 77 Fr. 35 Et. — In einer so eben in Madrid erschienenen Flugschrift von Hrn. Campuzano wird für Spanien und Portugal ei» Zollverein nach dem Bilde des deutsche» vorgeschlagen. — Nach den letzten Berichten aus Italien ist der berühmte italienische Dichter Silvio Pellico mit Tod abgegange». F unktionäre ist vielleicht für den Augenblick da» dringendste, was die Umstände T-jirterungs- Beobachtung. Redigirt unter Verantwortlichkeit von E. Macklot. 6. Sept. Earorn. rsü.a. 10 Temper. ^Feuchtkt. nach R. »lach ps. Wind .B-wölkg. Witter, mit St., »ach /,» schlage. 9 Abd. 27" 8.33 -s- 12.48j 0.69 SW' Idurchbr. trüb 7. 7. Sept. 6 Mg. 27" 8.60 >11.92. 0.95 ! SW' trüb 10. Regen. l'/.Mtg. 27" 9.70^4- 15.92^ 0.83 ^ SW' Itrüb 10. Regen. Regenmenge 34.2 Knb. Zoll. sc.606.2) Karlsruhe. (Eintracht, erste Abtheilung.) Mittwoch, den 8. Sept. d. 2-, bei günstiger Witterung vollständige türkische Musik im GesellschaftSgarten. Anfang S Nhr Abends. Das Komite. (6.389.7) Karlsruhe. (Gesuch.) In einer Familie ohne Kinder können einige junge üvs.5proz.30'/„3proz.18'/,.Betg.I03V,- HoU.5prz.Ant.t02V,- r'/.proz. St'/.- .. " -- Großherzogliches Hoftheater. Donnerstag, 9. Sept.: Romeo und Julia, große Oper in vier Aufzüge», Musik von Bcllini. Dem. Fraucilla Piris, Kammersängerin I. Maj. der Erzherzogin Marie Luise, Herzogin von Parma rc.: Romeo. Der Tert der Gesänge ist bei Hofbuchhändler C. Macklot und Abends an der Kasse für 12 kr. zu haben. , sc.6k0.ll Frankfurt. (Bekanntmachung.! werden. Nr. 44. Das Nähere neue Herrenstraße Staatspapiere. lien, 2. Sept. 1834er Loose 135'/»; 1839er Loose 107'/,; 5vroz.MelaUiq.t06V,. 4proz.97'/.; 3proz.—; Esterhazy—; Banlaktien1565; Nordb. 66'/.; Mail. Gisenb. St'/.; Raaber Eisenb. 79'/.. — Weitere Hauptgewinne der am 1. d. hier stattgehabten Verlosung der 1839er Loose: Nr. 61,920 und Nr. Dem Feist H o m- 62,751 » 2000 st.; Nr. 42,223, 81,488 und 101.474 ä bürger wurde verboten, Papiermuster 1500 st.; Nr. 14,205, 27,341, 82,727, 89,560 u. 103,832 für nie Papierhandlung von I. G e i- » 1200 fl.; Nr. 42,233, 46,598, 85,093, 89,558 u. 97,268 ger aus Frankfurt q/M. vorzuzeigen, weshalb derselbe bit- » 1100 st.; Nr. 5785, 18,708, 89,557, 99,308. u. 103,836 tet, sich direkt an das dortige Handln» gShauS wenden zu » 1000 fl. wollen, wo alle Sorten Papiere zu den billigsten Fabrik- London, 3. Sept., 4 U. Nachm. Konsols 90'/,- Span. Fond« preisen abgegeben werden. aktiv 22'/,, paff. 5'/,, aufgeschob. Schuld 1t'/.. Portugies Frankfurt, 6. Sept. Prz. Papier. i Veld. Oesterreich. Merall iquesobligationen 5 107"/.. 107"/.. - do. 4 — 98'/. - do. 3 -- 76'/. . Bankaktien e» viv. 1912 1909 . st. 250 Loose bei Rothsch. — 110'/. - st. 500 Loose do. — 137'/. - Bethmanu'sche Obligat. 4 "- 97'/. - do. — 101'/. Preußen. Staaisschuldschein». 4 — 106'/. Prämieuscheine. — 80 Bayer». Obligationen. 3'/. — 101'/. Frankfurt. Obligationen. 3'/. — 103 TaunuSaktien ohne -L)iv. 371'/. 371 Eisenbahnobligatwnen 4 — 101'/. Baden. st.50Loo,e be: «oll u.S. — 112 st.SOLoose »o» 1840 — 46'/. , Nenlenscheme. 3'/. — Darmstadt. Obligationen 3V. — 95'/. 1 . 50 Losie. — 62'/. 1 . 25 Loose. -- 23'/. Nissan Obligationen bei Stsch. SV. — 98'/. 4. 25 Loose — 21'/, Holland. Integrale. rv. so"/.. 50"/.. Spanien. Aktivschuld m. E. 5 21V. 21'/. Polen. st. 300 Lotterieloosr Rth. ... — 73'/. ' do. z i S. 500. — 79'/. Mit einer Beilage. Druck und Verlag vo» E. Macklot, Waldstraß» Nr. 10.