r»ra,«»e,ahl!-.r-r. O«»tl^>^, durch die Post im t«i»ird»» »ad«» I I. K> kr. »»«».trk. Karlsruher Zeitung. Ulnrückunglgebihr. ^ik gcsvaltkne »ettt>eil« »d>» der«» Stau« I kr. »rieft «»» »elder Sir. Samstag, den 25. September L8LL Deutsche BundesNaaten. Oesterreich. Wien, 16. Sept. Der fürstl. serbische Senatspräsidcnt, Hr. Jcphrem Obrenovitsch, Bruder des Fürsten Milosch, mit dem er hier den freundlichsten Umgang gepflogen, ist vor einigen Tagen von hier nach Belgrad zurückgereist. — Berichten aus Salzburg zufolge ist daselbst dem Sohne des Don Carlos, Jnfanten Don Juan, ei» ähnliches Unglück zugestoßen, wie dem Herzoge von Bordeaux in Kilchberg, indem er sich bei einem Sturze mit dem Pferde den einen Vorderarm brach; doch ist der Bruch nicht gefährlich, und dürfte bald geheilt seyn, so daß die Prinzen die schon früher beabsichtigte Rundreise in einigen benachbarten Staaten doch wohl noch in diesem Jahre werden unternehmen können. (K. Z.) Preußen. Berlin,. 17. Sept. Der König hat in Breslau durch seine Persönlichkeit auch das leiseste Mißverständniß, das noch aus den letzten Monaten dort etwa obwaltete, zu beseitigen gewußt, und sämmtliche Berichte sind voll von dem begeisternden Eindruck, den seine Erscheinung zurückgelassen. Mit den Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, die „möglichst zahlreich" zur Kur ciugeladen waren, hat sich der König wohl eine halbe Stunde unterhalten, und zwar sollen seine Worte eben so ernst als entschieden gewesen seyn. Des Königs eigener Ausdruck sey gewesen: er habe sich gegen seine Bürger „wie ein ehrlicher Mann" ausgesprochen. Man vernimmt ferner, Se. Maj. habe gesagt: die Bürger Breslaus sollten der Zeit nicht vorgreifen wollen; dasjenige, was kommen solle, bleibe oarum doch nicht aus. Er (der König) habe eine Erfahrung von 20 Jahren hinter sich, und was er in dieser Zeit geprüft und zur Steife gebracht, das werde er als Mann zu behaupten wissen. Keine Macht der Welt würde ihn jemals bewegen könne», gegen seine Ueberzeugung zu handeln. „Lassen Sie uns nur immer, habe der König alsdann geschlossen, wie ehrliche Leute mit einander sprechen." — Das geheime Obertribunal hat dieser Tage einen Beschluß gefaßt, der als den Anfangspunkt einer neuen Periode für die preußische Rechtspflege betrachtet werden mnß. Der König hatte diesem obersten Gerichtshöfe die Frage zur Begutachtung vorlegen lassen, ob derselbe die Einführung eines mündlichen und öffentlichen Prozeßverfahrens für zweckmäßig halte? Das Tribunal hat nun am 13., 15. n. 16. d. drei Plenarsitzungen gehalten, die ausschließlich diesem Gegenstand gewidmet waren. Die Frage ist bejahend beantwortet. Das Kollegium hatsich für das Prinzip der Mündlichkeit unbedingt, und für Oeffentlichkeit der Verhandlungen unter einigen Beschränkungen entschieden, und zwar mit dem Wunsche der sofortigen Einführung beider, ohne Abwartung einer Beendigung der Revision unserer Gesetzgebung. Der Beschluß betrifft zwar zunächst und unmittelbar nur das Verfahren vor dem geheimen Obertribunal selbst. Aber es kann nicht fehlen , daß er zugleich unsere Rechtspflege überhaupt berühren wird. Er bezieht sich ferner unmittelbar nur auf den Zivilprozeß; aber er ist nothwendig zugleich entscheidend für das Strafverfahren, in welchem Mündlichkeit und Oeffcntlich- keit erst ihre eigentliche Bedeutung gewinnen. Der König hat vor kurzem befohlen, daß der Entwurf einer neuen Strafprozeßordnung vor allen anderen neuen Gesetzesentwürfe» beschleunigt werden solle. Es kann nicht ausbleibcn, daß jener Beschluß des geheimen Obertribunals für die Prinzipien dieses neuen Gesetzes entscheidend seyn wird. (A. Z.) Breslau, 18. Sept. Als Se. königl. Maj. sich von dem städtischen Frühstück entfernten, gaben Allerhöchstdieselben Ihre volle Zufriedenheit über das Ihnen bereitete schöne Fest gegen die städtischen Behörden wiederholt zu erkennen , und drückten dabei Ihr Bedauern aus, sich nothgedrungen entfernen zu müssen. In gleicher Weise geruhten Se. Maj., sich bei Allerhöchstihrer Abreise aus dem königl. Pallast zu äusscrn und bei dieser Gelegenheit noch hinzuzusü- gen, wie Allerhöchstste gern länger verweilt hätten, besonders weil Sie beabsichtigt hätten, sich die Nettesten vorstelle» zu lassen, welche die Gewerke bei Allerböchstihrem Einzuge angeführt hatten. Auch I. M. die Königin, welche heute bereits unsere Stadl verlassen, haben bei der mehreren Mitgliedern der Ritterschaft und den Stadtbehörden ertheilten Abschiedsaudienz den letzteren wiederholt Ihren Beifall hinsichtlich, der Allcrhöchstihnen bereiteten Festlichkeiten zu erkennen gegeben, nnd wie gern Sie in der Milte treuer Bürger verweilt, durch die schönen »nd reichen Gaden bekundet, womit Allerhöchstste die beiden Jungfrauen beschenkten, welche Ihnen und Sr. Maj. dem Könige die von der Stadt gewidmeten Festgedichte überreichten. Es ^at nämlich Fräulein Lange und Fräulein Molinari jede ein goldenes reich mit Brillanten und Smaragden verziertes Armband, und jede der übrigen 8 Jungfrauen, welche den Genannten beigegeben gewesen, ein goldenes Kleinod erhalten. Auch haben Se. Maj. der Vater uns Sohn. Novelle von H.n. (Fortsetzung.) „Du Goldkind!" lobte die Geschmeichelte, um das Mädchen herumtrippelnd und sich rann ehrbar vor Johannes verneigend, fuhr sie, verschämt lächelnd, gegen diesen fort, „so eS Euch genehm und ich Euch nicht zu alt wäre, Herr Schwager --" — „Ich verspracht Euch! Väterchen tanzt mit Euch!" sagte die leidende Braut, „und nun kommt!" „Aber die Perlen, die Perlen-daß Gott!" wandte die Base ein, „Hab' ich nicht Recht, Herr Schwager, Perlen bedeuten Thränen?" — „Freilich, freilich!" bestätigte dieser, erst jetzt aaf den Schmuck aufmerksam werdend. — „lind die müssen aus den Haaren!" entschied die Alte, „was sollten denn die Leute sagen? Daß Gott!" — „Ja, liebe Klara, die müssen-" — „Nicht doch, laßt sie mir nur immer!" bat die Jungfrau sanft. — „Ja, laßt sie ihr nur!" stimmte jetzt der Vater bei, der dem einzigen, geliebten Kinde Nichts abschlagcn konnte. Darauf führte er sie die Treppe hinab. Das bleiche Bräutchen zitterte, als es den Bräutigam mit starken Schritten im Gemach unten auf und niedergehen hörte. Als aber der Vater die Thüre jetzt öffnete, da war es ihr, als krampst der Tod die knöcherne Hand nach ihrem Herzen. Sie wurde noch bleicher, als sie bisher gewesen, und mußte einen Augenblick am halten, ehe sie einzutreten und den freundlichen Gruß zu erwidern vermochte, mit welchem der festlich geschmückte Schwede ihr entgegentrat. Unmöglich war es ihr, die Augen zu ihm auftuschlagen. „Empfanget hier daS Opferlamm!" sagte der Vater mit zitternder Stimme, als er die Tochter dem Krieger zusithrte und kehrte sich schnell um, damit Klaras König für die hiesigen Armen 800 Rthlr. in Courant, und Ihre Maj. die Königin 500 Rthlr. in Gold den städtischen Behörden überwiesen. (Schl. Z.) Breslau, 20. Sept. Se. Maj. der König reiste am 18. Sept. von Warschau zurück, war am 19 Sept. Morgens um 3^ Uhr in Breslau ange-, kommen, und ist wenige Stunden darauf nach Erdmannsdorf abgegangrn. (Fr. O. P. A. Z.) Bayern. Bamberg, 20. Sept. Man glaubt, daß die am 4. Oktober beginnende Generalversammlung der Kanalaktionäre zu Frankfurt auch von bayerischen Betheiligten sehr zahlreich und lebhaft werden wird. Von den Verhandlungen der vorjährigen Generalversammlung sind noch immer keine Auszüge im Druck, wie von den früheren, versendet worden. — Die Vorarbeiten an der Eisenbahn sind in hiesiger Sektion so weit, daß die geometrischen Aufnahmen und Vermessungen des Bedarfs an Grundrigenthum in Bälde vollendet, und sodann die Grunderwerbungstabellen angelegt werden können. (Fr. M.) Braunschweig. Braunschweig, 18. Sept. Zu der Versammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte sind an 450 fremde Theilnehmer hier rin- gctroffen, unter denen sich jedoch Alexander v. Humboldt und BerzeliuS, deren Thcilnahme man schon früher öffentlich verkündigte, nicht befinden. Daß Oken, der Gründer dieser Versammlungen, die Einladung zur Theilnahme abgelehnt hat, ist ein Ereigniß, was sich schon seit längeren Jahren regelmäßig wiederholt; zu beklagen ist es dabei aber jOken hat aber eben doch nicht so Unrechtj, daß er in seiner Antwort sich mir dem gegenwärtige» Geiste der Versammlungen, als zu wenig auf Förderung der Wissenschaften gerichtet und zu viel dem gesellschaftlichen Vergnügen hingegeben, sehr unzufrieden zeigte und deshalb zurückblieb. (A. Z.) Braunschweig, 18. September. Die Eröffnung der 19ten Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte fand heute statt. Zu den allgemeinen Versammlungen ist die schon früher ihrer ursprünglichen Bestimmung entfremdete St. Aegidicnkirche eingeräumt und für die Zwecke der Gesellschaft ans eine reiche und sehr geschmackvolle Weise eingerichtet und verziert worden. Gegenüber von einer für den Landcsfürsten in der Mitte der Kirche zwischen zwei Säulen errichteten, thronartigen Tribüne erhebt sich eine Rednerbühne mit einer Estrade für die Geschäftsführer, und entlang des Schiffes der Kirche sind die Sitze für die Mitglieder der Versammlung, deren bereits gegen 500 gezählt werden, amphitheatralisch zu ebener Erde angebracht. Auf der einen Seite, gegen das Chor der Kirche, befindet sich ein erhöhtes Amphitheater für die einheimischen Zuhörer und Theilnehmer, aus der entgegengesetzten ein eben solches für das Orchester und die zahlreichen Sänger, welche die Versammlung mit einer Hymne begrüßte». Ans gewohnte Weise wurde die Sitzung durch den ersten Geschäftsführer, geh. Rath v. Strombeck, mit einer Rede eröffnet, deren Inhalt eine Nachmessung des Gesetzes der Polarität, in seiner Verbreitung sowohl in der unorganischen, als auch in der organischen Natur, bildete. Hierauf trat der zweite Geschäftsführer, Prof. Mansfeld, mit einer kurzen Gedächtnißrede auf den zu Erlangen zum zweite» Geschäftsführer erwählten, jedoch im Laufe des verflossenen Jahres, zu frühe für die Wissenschaft, gestorbenen Oberstabsarztes Dr. PockelS auf, welcher de» Redner noch zu seinem Nachfolger ernannt hatte. Sodann verlas Mansfeld, wie gewöhnlich, die Statuten und ließ eine weitere Rede folgen, worin er den Werth schilderte, welchen die auf Braunschweig gefallene Wahl der Gesellschaft für die Stadt, so wie denjenigen, den diese Wahl für die Gesellschaft selbst haben müsse. Hierauf traten mehrere Mitglieder auf mit Reden allgemeinen wissenschaftlichen Inhalts, unter denen die des Leibarztes zu Hannover, Dr. Holscher, über das Licht und dessen Einfluß in der Natur überhaupt und auf die organisirten Wesen, zunächst den Menschen im gesunden und kranke» Zustande, am meisten ansprach. Durch die allzugroßen räumlichen Verhältnisse des Gebäudes, worin die Rednerbühne, nicht ganz entsprechend der akustischen Bauart der Kirche, angebracht war, gingen die meisten Vorträge für die Zuhörerschaft verloren, namentlich rin mit allzuschwacher Stimme gesprochener Bericht eines aus Athen zur Versammlung gekommenen Mitgliedes. Die Thcilnahme, welche die höheren und niederen Stände der Bewohner der Stadt für diese erste Versammlung an den Tag legten, konnte ungewöhnlich rege genannt werden; viele Mitglieder fanden ihre Plätze schon von Zuhörern beiderlei Geschlechts bei ihrer Ankunft besetzt. Nach dem um 1 Uhr in dem sogenannten medizinischen Garten veranstalteten Mittagessen, bei welchem verschiedene, von der Liedertafel vortrefflich ausgeführte Lieder die Gesellschaft ergötzten, und eine große Zahl von Toasten, auf den Landesfürstcn, das Staatsministerium, die Stadtbehörden und auf anwesende und abwesende. Fassung nicht erschüttert werde, wenn sie die Thräne sehe, die er nicht bewältigen konnte. Selbst Ralstädt's dunkles Auge ward feucht, als er den Kampf gewahrte den es beiden kostete, die mühsam errungene Fassung zu behaupten. „Liebe Klara!" sagte er endlich, verlegen, wie er ein Gespräch beginnen solle, mit den weichsten Tönen, denen er fähig war, „kannst Du mich denn nimmer lieben?" — „Habt Geduld mit dem schwachen Mädchen!" gab sie endlich freundlich zurück: „was an mir ist, will ich streben, Euch ein treu gehorsames, liebendes Weib zu seyn, so mir Gott helfe! Jst's Euch gefällig, Herr, so laßt uns ziehen!" Sie deutete nach der Thüre. Sonderbarer bewegt, weicher gestimmt als jetzt, dem frommen, gottergeb'ncn Mädchen gegenüber, fühlte sich der rauhe Kriegsmann nie. — „Klara!" rief er leidenschaftlich, so tret' ich nimmer mit Dir zum Altäre. Höre mich! Du magst mich oft grausam hart haben schelten hören, mich so gefunden haben — nun ja, ich war es oft, bin's auch wohl noch, weil das Blut in heißem Strome durch meine Adern fließt. Aber fürchte Nichts! Rauh ist der Pfad und dornvoll, den der Krieger wandeln muß. Oft nöthigt ihn die Pflicht, härter zu scheinen, als er ist, oft auch die Leidenschaft. Ich mag's nicht leugnen, daß daß Kriegshandwerk, das ich von Jugend auf getrieben, mein Herz gestählt hat, aber glaube mir, nur die Schaale ist rauh, der Kern ist gut. Weich will ich werden, gut und fromm, wie Du, und sollt' ich straucheln auf dem ungewohnten Pfade, so richte Deine zarte Hand mich auf. Ich liebe Dich herzinnig — glaub' es mir! — kann, mag nicht leben ohne Dich. Darum sey gutes Muths und werde heiter!" „Wenns Euch freuen kann und ich's vermag, lieber Herr-wie gern!" erwiderte das Mädchen und zwang das leidende Gesicht zu freundlichem Ausdruck. — „Bist Du jetzt stark genug, mir in die Kirche zu folgen?" fragte zärtlich der 1738 ebende und verstorbene Koryphäen der Wissenschaft, nnd auf die einheimischen und fremden Theilnehmerinnen, ausgcbracht wurden, traten um 4 Uhr die Sektionen zu ihrer Konstituirung zusammen, welche nur eine Vertheilung ihrer Lokale in verschiedene, theilweise von einander entlegene, Gebäude zu beklagen hatten. Den Beschluß des Tages machte eine glänzende Abendgesellschaft mit Tanz auf dem sogenannten Kasino im deutsche» Hause, wodurch der Landcsfürst die Versammlung zu ehren geruhte. (S. M.) Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, 21. Sept. Man kann unsere Herbstmesse mit dem gestrigen Tage als beendigt betrachten, weil von da an auch der Kleinhandel von keiner Bedeutung mehr ist. Gestern nun hatte» sich allerdings um so mehr Menschen aus den benachbarten Landstädte» und Dörfern eingefundcn, als die Witterung ungemein einladend war. Darf man indessen der Versicherung der Waarenhändler, vornämlich solcher, bei denen jene Meßgäste Lurusgegcnstände ciuzukaufen pflegen, Glauben schenken, so hätte sich bei ihnen ein auffallender Geldmangel gezeigt. (S. M.) Freie Stadt Hamburg. Hamburg, 16. Sept. Die für uns im höchsten Grade erniedrigenden Schritte Einzelner in Hüll gegen die hanseatische Dampfschifffahrt haben hier einen fast allgemeinen Unwillen veranlaßt. Das männliche Auftreten von dreizehn Wollverlader» (die sich freiwillig das Wort gegeben habe», nur in deutschen Dampfschiffen zu verladen), welches gewiß in diesem Geschäftszweige, wie in allen übrigen, Auklang und Nachahmung finden wird, ist die Einleitung zu kräftiger Thatäusserung, die schnell und konsequent weiter geführt werden muß, um den Eifer der dabei konkurrireuden Geschäftsleute ohne eigene Gefährdung zu erhalten. Die Gleichstellung der Fracht mit der Hüller Tare ist wohl das erste Erforderuiß. Wir müssen der britischen Nation beweisen, daß wir uns nicht vor grober Habsucht beugen, die hie» doppelt entwürdigend ist, da sie von einem Individuum diktirt zu seyn scheint. Demnach drängt es, die Mittel zu erhalten, um schleunigst mehrere Dampfboote anzuschaffen. (H. Bl.) Großherzogthum Hessen. Darmstadt, 20. Sept. Im Befreiungskriege verschwand von hier ein zwölfjähriger Knabe, den man während des langen Zeitraumes, der seitdem verflossen ist, schon längst von dem brausenden Zeitenstrom in das Meer der Ewigkeit weggeschwemmt glaubte. Vor einigen Tagen fuhr ein mit 2 Pferden bespannter Wagen vor dem Gasthaus zum Schwanen an, in welchem ein russischer Militär und eine Frau saß. Derselbe gab sich sofort als den längst Verschollenen zu erkennen und bereitete dadurch seinen Jugendfreunden und Verwandten eine überraschende Szene. Sein Name ist Müller. An den Feldzügen gegen die Türken (1828—1829) nahm er Theil, wie auch an dem russisch-polnischen Krieg. Ans beiden trägt er militärische Dekorationen. Jugendliche Erinnerungen dürfte» ihn wohl schwerlich bestimmen, sein »ekles nordisches Vaterland, welches er im Laufe der Zeit und unter Begünstigung äusserer Umstände sehr lieb gewonnen zu haben scheint, für immer aufzugeben. (F. I.) Darnistadt, 23. Sept. Gestern Mittag sind Se. kö». Hoh. der Kronprinz von Bayern hier eingctroffcn und bei Sr. Hoh. dem Erbgroßhcrzvg im grvßh. Schlosse abgestiegen. Um dieselbe Zeit trafen auch Se. Durch!, der k. k. österreich. Hof- und Staatskanzler Fürst von Metternich hier ein. Nachdem Se. Durchl. bei Sr. kön. Hoh. dem Großherzoge und den Prinzen des grvßh. Hauses Ihre Aufwartung gemacht, verweilten Sie noch bis nach der Mittagstafel und kehrten sodann nach dem Schlosse Johannisberg zurück. (Gr. Hess. Z.) Württemberg. Stuttgart, 23. Sept. Vorgestern früh ist Se. Hoh. der Herzog Eugen von Württemberg mit Seiner durchl. Familie von hier wieder abgereist. — Auf das demnächst eintretende Regierungsjubelfest wird eine Silbcrmünze geprägt, welche auf der Hauptscite das Brustbild Sr. Maj. dcS Königs mit Lorbeer- und Elchenkrauz, auf der Kehrseite ein, der Umschrift „zur Feier 25jähriger Regierung" entsprechendes, Sinnbild, nnd unter diesem den Jahrestag sam 30. Oktober 1816 trat bekanntlich König Wilhelm die Regierung anj des Regierungsantritts „den 30. Oktober 1841" enthält. Diese Münzstücke werden nach ihrem, auf dem Rande eingedrückten, Werthe von Ein Gulden ausgegeben und sind künftig in demselben bei de» Kaffen des Staats als Zahlung anzunehmen. Den 21. Sept. 1841. Kön. Finanzministerium. (S. M.) Frankreich. Paris, 14. Sept. Eine ziemlich große Anzahl Journale geben, während sie den Mordversuch aus den Herzog v. Aumalc brandmarken, die Entfesselung aller schlechten Leidenschaften dem Ministerium schuld. Es ist, sagen sie, seine Unpopularität, die dem Hasse mit jedem Tage mehr Intensität und mehr Kraft gibt; es sind seine Ohnmacht und seine Unterwürfigkeit gegen das Ausland, welche die Revolution und Empörung herbeiführcn, und sie geben unumwunden zu verstehen, daß die Opposition, wenn sie am Ruder wäre, nicht gegen ähnliche Gefahren zu kämpfen haben würde. Die Opposition hat unstreitig vergessen, daß die Zeit, wo die Herren Laffitte u. Barrot, der Elftere als Rathspräsident, der Letztere als Präfekt der Seine, an der Spitze der Angelegenheiten standen, das goldene Zeitalter der Enieuten und der Volksaufstände war. Man muß die wahre Ursache der Unordnung, die auf Frankreich lastet, in dem beständigen Predigen der Anarchie, in den republikanischen Blättern und in der Oppositionspresse suchen, so wie allerdings auch in unseren früheren Revolutionen, die den Parteimännern die traurigsten Erinnerungen und die gefährlichsten Vorbilder geliefert haben. Die Ideen von Gleichheit und Gleichmacherei, die man unter dem Volke verbreitet hat, sind es, welche die Leidenschaften aufregcn und alle sozialen Prinzipien zu Schanden machen. Die Kommunisten denken weniger daran, zu regieren, als sich dcS Eigcnthnms der Reichen zu bemächtigen, um dasselbe, wenigstens temporär, zu einem Gemeingut zu mache» und, ebenfalls temporär, wie eine Bande von Wilden zu leben. Aber um dielen Zweck zu erreichen, muß man die Autorität und die Gesetze, die Religion und die Moral vernichten, und Mord und Todtschlag üben. Und die Menschen bilden sich ein, auf solche Weise eine ruhige und friedliche Gesellschaft, eine Gemeinde bilden zu können. Welche Lächerlichkeit! Hält man der demokratischen Partei, die wenigstens mit Beibehaltung der Familie und mit nur mäßiger Aendcrung der Eigenthumsrechte, ordentlich regieren zu können glaubt, hält man dieser Partei, die durch den National repräsentirt wird, jene That- sachen und Anmaaßungen vor die Augen, so erwidert sie, daß ihr erstes Unternehmen , nachdem sie an'S Ruder gelangt, die Zerstörung jener anarchischen und blntbürstigen Sekten seyn würde. Unterdeß hütet die Aristokratie der künftigen Republik sich wohl, in ihre» Blättern ihre Absichten und Meinungen in Betreff der Kommunisten auszusprechen und bei mehr als einer Gelegenheit hat sie in ihren Blättern dieselben unter,rützt. Dies beweist, daß diese vornehmere Republik nicht fern davon ist, alle Mittel der Zerstörung anzunehmen. (P.StSz.) Paris, 18. Sept. Die Fanatiker der Zentralisation fangen schon an über die Wichtigkeit zu erschrecken, welche der Zensus den Lokalbehörden gibt, aber bis jetzt ist noch keine Gefahr, daß sie zu weit ginge, und wenn der Staat den Lokalitäten die Fenster - und vielleicht die Patentsteuer überlassen, und ihnen dafür einen Theil der öffentlichen Arbeiten übertragen wollte, so würde vielen Reibungen vorgebeugt, und bei der Popularität der öffentlichen Arbeiten wür- den die Städte und Departements Mittel finden, diese Steuern, ohne Mißvergnügen zu erregen, viel einträglicher zu machen, als sie je für den Staat werden können, aus dem ganz einfachen Grunde, weil jeder sähe, was mit seinem Geld gethan würde, und er den direkten Vortheil seiner Opfer fühlte. In der gegenwärtige» Session der Gcneralräthe haben alle Departement-, welche die vorgeschlagene Eisenbahn nach Lyon berührt, sich erboten, der Regierung oder einer Kompagnie alles dazu nöthige Terra» entweder zu halbem Preis oder auf andere günstige Bedingungen zu überlassen, und so würde eS mit Kanälen , Brücken und allem gehen, wenn die Departements mehr Mittel hätten, und dies wäre auch ein gewisses Mittel, dem krankhaften Andrängen nach Paris von allem, was Talent ober Ehrgeiz besitzt, ein Ende zu machen. Jedermann will von der Provinz hiehcr, und Niemand von hier in die Provinz. Man hat alle Mühe die Provinzialuniversitäten mit Professoren zu versehen, obgleich sie dort verhältnißmäßig besser bezahlt sind als hrer; sie sehe» eS alle als ein Eril an, das sie so kurz als möglich zu machen suchen, und das sie nur noth- gedrungeu aunehmen. So ist es in allen Zweigen, und so lange es so ist, muß das Land in einer fieberhaften Lage bleiben. > (A. Z.) §i Paris, 21. Sept. (Korresp.) Zu Lille und Toulouse haben sich nur die Reichen gegen den Zensus erhoben. — Die 7. Kammer des ZuchtpolizeigerichtS der Seine hat heute angefangen, sich mit den Individuen zu beschäftigen, welche in den letzten Zusammenrottungen arretirt worden waren. Es saßen 9 Angeklagte auf der Bank- Nur einer der Bezüchtigten, der eine» Stein gegen einen Munizipalgardisten geschleudert hatte, wurde zu 40, die ander» aber blos zu 5 -der 6 Lagen Gefängniß verurlhcilt. Ei» gewisser Bardet, der seine rothe Halsbinde an einen Stock gebunden und einem Polizeikommiffär damit gedroht hatte, wurde zu eitlem Monat Gefängniß verurtheilt. — Die Dörfer Studiere und Beaumont bei Clermont sind ohne Widerstand von zwei Bataillonen Infanterie besetzt worden. Der Präfekt des Puy-de-DomedcpartementS und der königl. Prokurator von Clermont hatte» sich selbst nach diesen Ortschaften begeben. — Heute früh hat die Deputirtenwahl im 12. Wahlbezirk begonnen. Die HH. Panis und Preschcz sind die zwei einzigen Wahlkandidaten, die gegründete Hoffnung haben, gewählt zu werden. — Auch gestern Abeno, als am Montag, wo die Arbeiter der Hauptstadt gemeiniglich noch zu feiern pflegen, wurden Unruhen in den Straßen der Hauptstadt versucht. Gegen 7 Uhr bildeten sich einige Gruppen auf den Boulevards, der Straße St. Martin gegenüber, nnd empfingen, wie gewöhnlich, die vorüberfahrenden Wagen mit Geschrei und Zischen. Auch die Marseillaise wurde mitunter angestimmt, und eine Patrouille von Linientruppen, welche um diese Zeit über die Boulevards ging, wurde mit dem Geschrei: „cs leben die Linientruppen!" begrüßt. Die Ankunft der Munizipalgardiften und Stadtsergeanten, so wie zweier Kompagnien der 5. Legion der Nationalgarde machte aber diesen tumultnarischen Szenen rasch ei» Ende; die Menge flüchtete sich in die Straße St. Martin und die anliegenden Straßen, woraus die Munizipalgardc zu Pferde sie mit leichter Mühe verjagte, ohne daß ein Unglück vorfiel. Die Vorstadt St. Antoine und der Ehatcletplatz sind dagegen gestern vollkommen ruhig geblieben. Ueberhaupt waren am gestrigen Abende nur wenige Lävcn geschloffen. In Folge dieser Oberst, und strich die Locken aus des Mädchens Stirn. — „Ich bims!".— „So komm!" rief er und trat zum Fenster und winkte hinab auf den Markt, wo seine Schaaren aufgestellt waren. Da erscholl ein tausendstimmiger Jubelruf, und die Lüfte trugen die Namen ihres Obersten und seiner holden Braut bis hinauf zu den Wolken. „In Gottes Namen denn!^ sagte Klara gefaßt, „kommt, lieber Vater! Was scyd Ihr traurig, da ich glücklich bin?" Und Johannes legte segnend die Hand auf das Haupt der frommen Tochter, die nun ungesäumt dem Bräutigam folgen wollte, als plötzlich der Hufschlag schnell heransprengender Rosse in das Gemach drang. Der Oberst flog zum Fenster, öffnete es und rief dann, es schnell wieder zuwerfcnd : „Tod und Teufel! Wer befreite den?" — „Um Gott, was ist's?" ries Klara ahnend und sich an den Vater schmiegend. — „Wen meint Ihr, Herr Sohn?" frug Johannes ängstlich. Da wurde schon dieThüre aufgeriffen und hereinstürmte, athcmlos, der Hauptmann Arel Almanried. Ihm folgten zwei andere Hauptleute. „Ha, Jungfrau!" rief er, aus das Mädchen zueilend und ihre Hand ergreifend, „ist s zu spät, daß ich komme?" — „Was wollt Ihr? Ich versteh' Euch nicht!" — „Seyd Ihr dieses Buben Weib?" — „Noch nichr!" - „Gott Lob, so komm' ich nicht zu spät!" jubelte der jugendliche Krieger und zog ein Schreiben unter dem Koller hervor, und reichte es Johannes dar; „vom Kanzler Orenstierna!" sagte er dann, und warf einen Blick der tiefsten Verachtung auf den unnatürlichen Vater. — „Glaubt's nicht, der Bastard lügt!" rief dieser wüthend und mit frecher Stirn. „Ihr seyd beweibt!" donnerte der Jüngling, ihm fest in'S Auge blickend. — „Allheiliger Gott!" kreischte Klara auf in starrem Entsetzen, dann sank sie ohnmächtig der ebenfalls laut aufschreiendcn Base in die Arme. Der Oberst war bleich und stumm geworden bei des Sohnes unerschrockener Rede, jetzt aber hatte er Sprache und Fassung wieder gewonnen und rief: „Der Bastard lügt's, ich wiederhole es, das Schreiben ist verfälscht!" — „Nicht doch, das ist des Kanzlers Schrift und Wappen, mir beide wohlbekannt!" widersprach Johannes, noch zitternd an allen Gliedern bei dem Gedanken an das unerhörte Bubenstück, das im Werke gewesen, und das der Himmel noch im günstigen Momente abgewendet. Da ballten sich Ralstädt's Fäuste, seine Lippen bebten, und seine Augen hefteten sich durchbohrend auf den Sohn. Endlich faßte seine Hand nach dem Schwerte. „Ha, Bube, Bastard!" schrie er ausser sich und drang mit gezückter Waffe auf ihn ein. Aber schon war auch Arel's Schwert entblöst, nnd auch die beiden, ihn begleitenden Hauptleute, zückten ihre Klingen, schlugen dem Oberst die Waffe aus der Hand und achteten nicht der ohnmächtigen Wuth des Rasenden. (F. f.) Verschiedenes. Zürich, 21. Sept. Diesen Nachmittag halb zwei Uhr entschlummerte Ludwig Meyer von Knonau, AliftaatSrath, der Geschichtschreiber der Schweiz, rer Nestor von Zürichs frei- finnigen Staatsmännern, einer der hochherzigsten Eidgenossen. Seit seinem Austritt aus den Geschäften hakte ein schöner Herbst sein Atter erheitert, in welchem der rüstige Greis ein neues Vertrauen faßte, und in frischen Plänen der Geschichtschreibung lebt«, als vor einigen Wochen plötzlich seine Kräfte schwanden. Er erkannte das Ende, und war gefaßt: still ertrug er die sich verlängernden Leiden, sein Geist blieb klar, mit dem Kreise der Seinen, und immer und schmerzlich mit dem theuern Vaterlande beschäftigt. Bleibt nur dieses bestehen, es wird ihn niemals vergessen. — Aus einem von Liverpool, 7. Juli, dem Schiffskapitän Mollena von dessen Sohn geschriebenen Briefe theilen die Blätter eine Leidensgeschichte mit, deren Inhalt kürzlich folgende ist: Der junge Mann diente als Schlffszimmermann auf einem Fahrzeuge, das nach Neuguinea fuhr. Bei ruhigem Weiter umringten die Eingebornen mit ihren Ka- 1739 Szenen wurden wiederum zahlreiche Arrcstationen vorgenommen. Unter den Arretirten soll sich eine sehr achtbare Magistratöperson aus der Provinz befinde», die auf Urlaub in Paris anwesend, als Neugieriger mit feftgcnommen wurde und mit Straßenjungen und Vagabunden zusammen die Nacht im Wachtgefäng- niß zubringen mußte. — Die pariser Sparkasse hat am 19. und 20. September an neuen Einlagen 473,387 Fr. erhalten; dagegen zahlte sie an den genannten Tagen 598,000 Fr. aus; seit langer Zeit wieder das erste Mal, daß die Summe der verlangten Zahlungen die der Einlagen übersteigt: ein sehr natürliches Resultat der seit einer Woche hier statifindenden unruhigen Bewegungen. — Die legitimist. Gaz. d'Auvergne" hatte, in Betreff der am Hause deö Maire in Clermont angerich- tetcn Verwüstungen, als Entschuldigung seltsamerweise angeführt, daß meist unverständige Kinder dabei thätig gewesen seyen. Die vorgcnommeueu Arrestalio- nen stellen aber heraus, daß von den acht »Kinderchen«, von welchen jenes legi- timistische Blatt namentlich gesprochen hat, und die bei einer Hitze von blos 28 Grad unschuldigerweise das Hans in Brand stecken halfen, um sich zu wärme», eines im Alter von 60, ein anderes von 36, daS 3tcvon24, drei 20 und 2 von 18 Jahren stehen. Bereits hat man mehrere abhandengekommene Gegenstände des geplünderten Hauses aufgefundcn. — DaS ministerielle Abendblatt enthält einen Aufsatz zum verdienten Lobe der Magistratspersonen von Clermont, welche bei den dort stattgehabtcn traurigen Vorfällen sämmtlich ihre Pflicht mit männlichem Muthe und Energie erfüllten. Mehrere haben sogar im Kampfe mit den Aufrührern Proben persönlicher Tapferkeit abgelegt. — Sendern die Zeit des AnlehensabschlusseS festgesetzt ist, nehmen die Rente», vorzüglich die 3proz., wieder ihren gewöhnlichen Schwung. Beiläufig gesagt, ist der 18. Okl., als Termin, nur so pro tormu hingestellt, und der Ablaffungspreis längst schon bekannt. Zuerst war die Rede von 80 für 100 und 2 Jahren Entrichtungszeit; es soll aber später hierin eine Aenderung getroffen und der Preis von 77 Fr. 50 Et. genommen worden sepn. Gestern war von drei Gesellschaften die Rede, die sich znr Uebernahme des Anlehens zu stellen gedächten .- eine sogenannte englische Gesellschaft, die HH.. Baring und Grisfith, eine andere, die durch Hrn. Maltet vertreten ist, und endlich eine dritte unter der Firma Rougemvnt. Schwerlich dürften aber diese Häuser den Hrn. v. Rothschild überbieten. Die Rente steht gegenwärtig 79 Fr. 40 Ct., stand aber vor einigen Tagen um 2 Proz. niedriger. Es hat sich daher die »gewöhnliche" Sonderbarkeit zugetrage», daß während der Tilgungsfond 3proz. zu 79 Fr. und darüber zurückkauft, der Finanzminister ein neues Anlehen zu 77 Fr. 50 Et. abzuschließen im Begriff steht, und erst in einem Jahr dafür ganz bezahlt sepn wird. Die Bankiers genießen überdies noch den großen Vortheil des Ziusgeuuffes vom 22. Juni 1841 an, so daß dir Summe von 150,000,000 Franke», die erst de» 7. Okt. 1842 in die Staatskasse geflossen sepn wird, vom 22. Juni des dieses Jahres an verzinst wird, so daß, wie gesagt, das Anlehc» in der That zu 77 Fr. 50 Et. abgeschlossen ist, der Staat aber nur 75 Fr. 50 Et. dafür erhält und demnach 2 Proz. zu viel an Interessen entrichtet. Dann darf man auch nicht ausser Acht lassen, daß die Bankiers jetzt einen Kurs von 79 Fr. zu ihrem Besten haben (unter der Hand losschlagen können), und dies sind nur öffentliche, sichtbare Voltheile; denn sehr oft bleiben die Bankiers mit der Geldlieferung im Rückstände, wofür sie freilich dem Staat Interessen entrichten, aber bei weitem keine so bedeutenden, als die, welche ihnen der Staat durch den Abschluß von Anleihen bewilligt. — Gestern Abends nach Abgabe der Briefe wurde der „National" und die „Gazette de France" wieder aus dem Postpakete herausgenommen. Auch erfährt man, daß daS „Journal de l'Eure" u. der „Courrier de la Moselle" in Beschlag genommen worden sind. Der „National" hat nun fünf und die „Gazette" 4 politische Prozesse zu bestehen. — Der König war seit Montag vor acht Tagen nicht in Paris, sondern ist fortwährend in St Cloud. Der Herzog von Orleans ist in Begleitung mehrerer Adjutanten nach dem Lager bei Compiegne abgegangc», wohin sich de» 23. auch der König in Begleitung deS ganzen Hofes begeben wird. — Der „Semaphore" von Marseille v. 13. erklärt nun selbst die von ihm zuerst gegebene Nachricht von dem Tode Silvio Pelliko's für falsch! — Die Zuckerkommission wird sofort in Bordeaux zusammentreten und Abgeordnete ernennen, welche in Paris die Revision der Legislatur von 1839 reklamircn sollen. Ein Beschluß des Generalgouvcrneurs von Algier, datirt vom 10. Sept., verfügt, daß vom 15. d. M. an dir Infanterie und Kavallerie der Provinzen Algier u. Tittery in drei Divisionen gcthcilt wird, deren erste der Generalmajor Baraguay d'Hilliers, die zweite der Generalmajor Changarnier und die dritte Generalmajor De Bae kommandiren wird. Diese Eintheilung, sagt der Beschluß, ist nicht absolut, sondern vorzüglich im Interesse der Disziplin und der Aufrechthaltung der Ordnung in den einzelnen Heeresabtheilungen gemacht worden. — Gemäß den Befehlen deS Generalgvuverneurs hat sich der Direktor des Innern am 1. dieses Monats nach Schcrschell begeben, um in seiner Gegenwart die Ländereien übergeben zu lassen, welche 500 Kolonisten bewilligt sind. Die meisten dieser Kolonisten sind Familienväter; viele unter ihnen alte Soldaten der afrikanischen Armee, die, nachdem flp dem Staate vorher mit Tapferkeit gedient haben, jetzt, vom Militärdienste frei, sich auf diesem Punkte der Kolonie als Kolonisten niedergelassen haben. — Nach einem Schreiben aus Genua vom 11. d. M. hatte der König von Sardinien bereits daS Dekret wegen Wiederherstellung der Inquisition in seinen Staaten unterzeichnet; allein dem Einfluß des Ministers swelches?) hat man es zu verdanken, daß das Dekret zu »ichte gemacht wurde. jBestätigung der ganzen etwas apokryphen Nachricht ist abzuwarten.j * Straßburg, 23. Sept. (Korresp.) So unvollkommen auch die straßburg- baseler Eisenbahn in ihren Grundanlagen sepn mag, so sehr wir auch die Nachlässigkeit der Verwaltung und einzelne damit zusammenhängende Unfälle bedauern; man muß gestehen, daß dieses neue KommunikationSmittel die Physiognomie der Stadt Straßburg gänzlich verändert. Dieses wurde besonders bei der am 19. u. 20. d. M. stattgehabten feierlichen Eröffnung der ganze» Bahnstrecke sichtbar. Das eigentliche sogenannte »Pfahlbürger Element» verschwand beinahe gänzlich in dem Zusammenfluß der aus sämmtlichen Gegenden desElsaßes «.der deutschen Nachbarstaaten hcrbeigcströmten Fremden, besonders aber durch die imponirende Anwesenheit von Männer» wie Hr. Michel Chevalier und Hr. Teste, der Minister der öffentlichen Arbeiten, die das von Hrn. Köchlin ausgeführte große Unternehmen mit Namen Frankreichs und zu Ehren der Nation vindizirten. Bedenkt man, daß die ganze Bevölkerung zwischen Basel und Straßburg in täglichem ununterbrochenem Verkehr steht; daß die Dampfschiffe des Rheins diese neue Kette der Verbindung mit den deutschen Gränzstaaten in unmittelbaren Zusammenhang bringen, daß die herrlichen Thäler von St. Marie-anx-mineS, Münster und andere großartige Punkte der Vogesen durch die neuen Transportmittel sich so zu sagen unmittelbar an den Rheingau anschließcn und davon die Fortsetzung bilden; daß Straßburg die unvermeidliche Schwelle zu allen diesen so neuen, so raschen Ucbergängen ist; — so begreift man gewiß, daß der Blick seiner Bewohner sich aufhellen und erweitern, daß sie endlich nach langem Zögern den Fortschritten der Zivilisation huldigen müssen. Dieses Forschleiten wird durch daS glückliche Zusammentreffen mehrerer ausgezeichneter Männer begünstigt, die der Kasten - und Familiengetst bisher eigensinnig zurückgewicsen hatte. Das Gesagte gilt namentlich von den höheren Schulen, und zwar insbesondere von der medizinischen Fakultät. Der ausgezeichnete Professor Scvutetten, der durch den Minister zum Oberchirurgcn des hiesigen Militärspi« talS berufen wurde, konnte trotz all' seiner Autorität nicht zu einem zionistischen Lehrstuhl der Medizin gelangen. Man verweigerte ihm die Zulassung zum Konkurse, unter dem Vorwände, daß die Funktionen eines Militärarztes mit denen eines Lehrers an der Zivilschule unvereinbar seyen. Die Frage wurde dem Minister des öffentlichen Unterrichts zur Entscheidung vorgelegt, der nicht allein das einseitige Benehmen der hiesige» Fakultät mißbilligte, sondern, zur Verhütung kleinlicher Rücksichten, de» Ausweg traf, daß die Prüfungen, bei Wiederbesetzung erledigter Lehrstellen, in Zukunft in der Hauptstadt abgehalteu werden sollen. Natürlich wurde durch diese kräftige Maaßregel alle» Provinzial-, Stadt- und Familieneinflüssen oder Umtrieben der Stab gebrochen. Da Hr. Scoutetten aus Rücksichten der Delikatesse vom Konkurse zurücktrat, so wurden die HH. Sedillot und Rigaud, beide aus Paris, zu Lehrern der hiesige» medizinischen Schule ernannt. Der erste dieser Männer, welcher bisher am Spital Val cke Krae« dozirte, ist in der medizinischen Welt durch sein berühmtes Werk über die Luxationen bekannt; er ist ebenfalls Militärchirurg und bleibt, trotz seiner neuen Stellung, als solcher in der Armee. Hr. Rigaud ist zwar auch ein Mann von Verdienst, allein weniger bekannt, als sein Kollege. Aehn- liche Maaßregel» sind bereits auch in Beziehung auf die juristischen Lehrstühle getroffen worden. Leider sind diese Verbesserungen in der Theologie unmöglich, was übrigens mit der eigenthümlichen Lage der protestantischen Kirche in Frankreich zusammenhängt. Die philosophischen Wissenschaften haben bis jetzt sehr wenig in Straßburg zu leiste» vermocht. Doch besitzen wir einige junge Gelehrte, welche mit Eifer auf eine edlere und würdigere Auffassung dieser Stützten hinarbeiten. Gewiß wiro auch in diesem Zweige die Macht des Jahrhunderts ihre Rechte geltend machen. Italien Königreich beider Sicilien. Neapel, 1. Sept. Am 15. v. M., um 3'/^ Uhr Morgens, verspürte man in Messina ein heftiges Erdbeben, und zwei Stunden später ein zweites, etwas schwächeres, ohn^ daß jedoch dadurch ein Schaden entstanden wäre. Der erste Erdstoß hatte zwar so viel Schrecken verbreitet, daß die Einwohner den Plätzen und freien Punkten zueiltcn; wiewohl aber das Gedränge, des daselbst eben stattfindenden Marktes wegen, in jenem Augenblicke unbeschreiblich war, so ergab sich dennoch kein Unfall und keine Unordnung. Dieses Erdbeben wurde auch zu Reggio verspürt. — Zu Castrovillari ereignete sich am 18. v. M., um 8 Uhr Morgens, gleichfalls eine starke Ecdcr- schütterung, welche etwa 4 Sekunden währte, im Uebrigen aber keinen Schaden anrichtete. (Gazz. di Napoli.) Niederlande Im »Echo du Luxembourg» liest man: Nach den eingegangenen Nachrichten scheint es nicht mehr zweifelhaft, daß der König von Holland die Ratifikation des Vertrags in Betreff des Beitritts des Großherzogthums Luxemburg zum deutsche» Zollverein verweigert. Es scheint, daß Preußen, über die Folgen der Nichtratifikalion zu Rathe gezogen, geantwortet habe, daß die freundschaftlichen Verhältnisse zwischen den beiden Souveränen dadurch nicht leiden würden. »oen das Schiff in der Meerenge, die Neuguinea von Neuholland trennt, und überfielen die Mannschaft. Der Schiffszimmermann wurde zu Boden geworfen und ausgeplüudert. Darauf wurde die Mannschaft gezwungen, den Wilden Häuser und ein« Batterie zu bauen, auf der die auf dem Schiffe erbeuteten Kanonen aufgepstanzt wurden. Elf Monate lang lebten die Leute unter den unerhörtesten Leiden und Erfahrungen bei den Wilden. So sah der Schiffszimmermann unter Anderem drei neugebotene Kinder von den Kannibalen in's Feuer werfen und drei der Ihrigen auffreffen. Der Rest der Mannschaft entkam endlich auf den Kanoes der Wilden und wurde nach siebenzehntägiger Irrfahrt von einem Schiff«, das von Manilla nach Liverpool fuhr, ausgenommen, wo sie die Wunden hellten, welche sie sich selber beibrachten, um von ihrem eigenen Blute das Leben zu fristen. (Ein historischer Bock.) Es pasfirt wohl Jedem einmal im Leben eine Schwachheit; allein ein so artiges Becklem ist gewiß seit lange nicht geschaffen worden, wie das nachstehende. In Raumer's historischem Taschenbuch für 1840 nämlich erzählt ein namhafter Historiker die Belagerungsgeschichte einer niederländischen Festung, und sagte darin, indem er die einzelnen Kapitulationspunkte durchgeht, Folgendes: „Der Marquis Oderfeldherr leiht zur Fortbringung des Gubernators, der Obersten und übrigen Offiziere, so wie der ihnen und der Garnison gehörenden Papageien (einer, wie es scheint, damals in großer Zahl und mit besonderer Zärtlichkeit gepflegten Hausgenoffenschaft) die erforderliche Anzahl Wage» rc." Der Leser geräih ohne Zweifel in einiges Erstaunen über eine so seltsame Liebhaberei der Kriegsknechte, und denkt bei sich selber: Warum in aller Welt nahmen denn die verhungerten armen Teufel nicht ihre Sittiche, deren doch eine so große Zahl vorhanden war, daß nachher besondere Wagen zu ihrer Fortschaffurg requirirt werden mußten, und schlachteten und aßen fil auf, bevor sie sich in des Scharfrichters neu- modischer Restauration mit Katzen- und Hundebraten sättigten ? — Lieber Leser, hier steckt eben das Böckleiu: dem guten Geschichtschreiber hat irgend ein schalkischer Dämon «inen Streich gespielt und ihm das Wort Bagage (Papagie nach damaliger Schreibart) für Papageien lesen lassen. (Der Pfauenwald.) Ein Offizier des 30. bengalischen Infanterieregiments gibt in der englischen Jagdzeitung (8porti„K lilnAncine) folgende, unfern Lesern gewiß interessante Schilderung. Am 6. April kamen wir nach Chattner und lagerten am Rande des großen Moburbuuge, bekannter unter dem Namen des Pfauenwaldes. Gegen 7 Uhr »»achten wir auf einer weiten Grasfläche, zwischen zwei lustigen Hügeln, über die sich dichter Wald zog, Halt und schlugen unsere Zelte in der Nähe eines Sumpfes auf, der ganz mit indische» Wasserlilien bedeckt war. Hier hatte ich das Unglück, meinen Lieblingshühnerhund, der als er nach dem langen und heißen Marsche in dem -sumpfe seinen Durst stillen wollte, von einem Alligator verschlungen wurde, zu verlieren. Trotz der Sonnenhitze entschloß ich mich mir zwei andern Offizieren »ach einem Frühstücke zu einer Jagdpartie, und mit den drei Doppelflinten und der nöthigen Munition versehen, von einigen Führern begleitet, drangen wir in den Pfauenwald. Eine Todtenstille herrschte rings um uns her, tein Blatt bewegte sich, und nur zuweilen wurde die Oede durch den schrillenden Ruf eines Pfauen oder durch da« Grunzen eines Elenthiers unterbrochen, das in seinem Lager sich der Muskilos nicht erwehren konnte, welche diese Thiere oft dis zur Raserei quälen. Einen Hügel hinabsteigend, sahen wir in einem Hohlwege einige Schritte von uns entfernt vier Wölfe, die am Skelett eines Rehes oder anderen Tyieres nagten, welches wahrscheinlich die Beute eiues umherstreisenden Leoparden oder Tigers geworden. Plötzlich lichtete sich der Wald, und wir gewahrten in einer weilen Lichtung Hunderte und Hunderte von Pfauen. Ungefähr bis auf hundert Schritte näherten wir uns den prächtigen Vögeln, ehe diese sich in die Bambusbüsche, mit denen die Lichtung besetzt, zurückgezogen. Als sie ihre Schweife entfalteten, glich ihr glänzendes Gefieder im Glanze der Sonne Stickereien, mit den reichsten und glänzendsten Edelsteinen besäet. Das Schlachte» begann. Jeder Schuß erlegte sechs und mehr der schönen Vögel, und unsere drei Doppelflinten, mit Nr. 2 geladen, brachten "ns siebenundzwanzig Stück. Wir würden unsere Jagd noch fortgesetzt haben, hätte uns nicht die Hitze genöthigt, zum Rückzug des Waldes Schatten zu suchen. Wir ginge» über mehrere Bergwaffer, an deren sumpfigen Ufern wir Fährten von Tigern, Leoparden und ähnlichen reißenden Thieren fanden, die hieher kommen, ihren Durst zu stillen. Der Pfauenwald selbst ist noch eine ganz unbekannte Wildniß, in deren innerm Dickicht die größten Ströme im südwestlichen Thecke-Indiens ihre Quellen haben und welche nur von den in diesen Gegenden heimischen Raubthieren bewohnt wird. — Napoleon wurde in einem kleinen und armen Orte überaus festlich empfange». Er sagte daher zum Maire desselben: „Diese Mühe und Kosten hätte man sich sparen können. „Sire, erwiderte dieser, „was wir gethan haben, das find wir alles schuldig!" — Der Kaiser übersendete dem Maire SV» Ir. L740 Diese Antwort Preußens, verbunden mit dem Gutachten der großherzoglichen Kommission im Haag, die sich fast einstimmig gegen den Beitritt ausgesprochen hat, soll die Weigerung des Königs Wilhelm H. veranlaßt haben. Weltevrede», 17. Mai. Während die von holländischer Herrschaft jetzt noch befreiten malaiischen Böller auf Nordsumatra, namentlich die zu Atschin und Tromo, Alles anfbicten, um den etwaigen Anmaßungen des Gouvernements von Batavia recht kräftig entgcgentreten zu können, und die Bewohner dieser Reiche ihre Heimath deshalb jetzt gut in VertheidigungSstand zu setzen suchen, ist das Gebiet der Niederländer im Innern Sumatras in aller Stille seit zwei bis drei Monaten, und zwar ohne Blutvergießen, um mehr als 100 Quadratmeilen vergrößert worden. Es haben sich nämlich der Radscha (Fürst) der Li- mapullo-Kotta (d. i. Fünfzig Festungen) sammt seine» Untcrthane» nunmehr dem Gouvernement von Batavia gänzlich unterworfen; es ist daher der erstere ein salarirter Vasall Hollands und das Reich,der Limapullo-Kottas im vorigen Monate von niederländisch-indischen Truppen besetzt worden. Die Limapullo- Kottas sind zwischen der Regentschaft Tapanuli, auf der Westküste Sumatras, und dem zur Regentschaft Palembang gehörigen Bezirke Marekombi, auf der Ostküste Sumatras gelegen. Es ist dies ein ganz ebenes, mit große» Waldungen und Sümpfen bedecktes, aber nur wenig bevölkertes Land. Alle Kam- pongs (Orte) sind daselbst verbarrikadirt und mit tiefen und breiten Gräben umgeben. Diejenigen Kainpongs, in welchen sich ein Landpfleger des RadschaS befand, und deren es dort 50 gibt, die Kottas (Festungen) genannt wurden, sind mit zweifachen Gräben umgeben, hinter welchen einige kleine Geschütze (gewöhnlich auf Hvlzblöcke befestigte Drcipfünder) ausgestellt sind. Die Eingcbornen sind dort noch sehr roh, dabei aber sehr furchtsam, und Geld ist beitem dortigen Handclsstandc noch immer nicht daö gewöhnliche Tauschmitkel. — Wie man aus Arschin vernimmt, so sind dort einige franz. Offiziere aus Pondichery angekommen u. in atschinische Kriegsdienste getreten. Unter diese» Offizieren soll sich sogar ein vormaliger franz. General befinden. — Bei den jetzt in den östlichen Theilen des niederländischen Indiens von unfern Truppen so häufig zu führenden Kriegen und durch die seit einigen Jahren so bedeutende» Gcbictsvergrößeruugen auf Sumatra, zu deren militärischer Besetzung eine größere Kriegsmacht nörhig wird, ist es sehr »othwendig, daß die niederländisch-indische Armee bald vergrößert und dadurch aufrührerischen Untcrthanen der Muth, sich befreien zu wollen, benommen werde. Die niederländisch-indische Armee, welche die den Holländern unterworfenen und von 14 — 16 Mill. Menschen bewohnten Sunda- und molukki- schen Insel» zu vertheidigen hat, ist gegenwärtig noch kaum 16,000 Man» stark; dieselbe besteht nämlich aus 12 Bataillonen Infanterie, jedes Bataillon aus 6 Kompagnien zu 119 M.; ferner aus einem JnfantcrickorpS, Algemeen- Depot genannt, das 5500 — 6000 M. stark und auf Java in 9, auf Sumatras Westküste iu 17 Abtheilungc», zu 170 M., in den übrigen niederländischen Besitzungen aber in Dctaschements eiugetheilt ist. Das Regiment ostindischer Kavallerie, früher Husarenregiment Nr. 7, welches, mit Ausnahme eines 40 Mann starken, nach Makassar detaschirken Korps, nur auf Java garnisvnirt, ist in 4 Schwadronen, zn 2 Kompagnien (die Kompagnie 75 M. stark), eiugetheilt. Das PionierkorpS der niederländisch-indischen Armee besteht aus 8 Kompagnien, zu 100 M., und das Artilleriebataillon besteht aus 14 Kompagnien, zu 100 Mann, und einem 200 M. starken Tränkorps. Das Kavallerieregiment, ebenso wie das Artillcricbataillon, besteht nur aus Europäern; bei den Jnfantericba- taillonen sind nur die erste und sechste Kompagnie eines jeden Bataillons Europäer, die übrigen vier Kompagnien sind meist afrikanische Neger oder Malaien, den» nur die Offiziere und die Hälfte der Unteroffiziere sind bei diesen Kompagnien Europäer. Das Jnfanteriekorps Algemeen-Dcpot ist aus allen erwähnten Nationen zusammengesetzt. Das Sapcur - und das Tränkorps besteht aus Malaien, und nur die Offiziere und Unteroffiziere dieses Korps sind Europäer. (Schluß folgt.) Schweiz. Aus dem nördlichen Jura vom 20. Sept. Wenn nicht alle Zeichen trüge», so wird der kurze Zeitraum» welcher dem Wiederzusammentrilte der Tagsagung vorangeht, für die nächste, wie für die fernere Zukunft der Schweiz höchst de. dentungsvoll werden. Auf den mächtige» Hinterhalt Berns mit größter Sicherheit rechnend, entwickelte die antiklösterlich gesinnte Partei jetzt überall die angestrengteste Thätigkeit und setzt alle Hebel in Bewegung, um ihre Zwecke zu erreichen und namentlich von denjenigen großen Räthen, welche sich mehr oder weniger zu Gunsten der Aufrechthaltung des zwölften BnndeSartikels ausgesprochen haben, die völlige Sanktion der Klösteraufhebung zu erhalten. Es wird auch in der That mit jedem Tage wahrscheinlicher, daß mehr als ein großer Rath die geforderte» Zugeständnisse mache» und auf der nächsten Tagsatzuug die aargauisch - bernische Partei den Sieg davontragcn wird. Die Auftritte, welche vorige Wocve im schaffhauser großen Rathe stattgcfuuden, und bei denen eine so beklagenswerthe Leidenschaftlichkeit der Gesinnung«» sich gezeigt hat, beurkunden nur zu deutlich den Geist und die Aufregung, welche jetzt die Gr- müther beherrschen, und lassen fürchten, daß Aehnliches auch in andern Rathssälen sich wiederhole. Mit gespannter Erwartung sieht man der Eröffnung deS nächsten großen Rarhs in Zürich entgegen, da die Entschlüsse dieser Behörde rin nicht geringes Gewicht in die Wagschale der eigenös. Politik lr- ge». (S. M.) Spanten chfi Madrid, 14. Sept. (Korresp.) Wie es scheint, geht daö Kabinet ernstlich damit um, mit Strenge gegen die Oppositionsblätter und die Organe der gemäßigten Partei zu verfahre». Vor 3 Tagen nemlich hat der Minister des Innern an die politischen Lcfcs der Provinzen ein Rundschreiben gerichtet, welches ihnen aufträgt, auf die Tagcsblätter ein wachsames Auge zn habe». Nach diesem Umlaufschreibe» darf der verantwortliche Herausgeber das Blatt nicht mehr unterzeichnen, wen» er von dem Anklagegeschwornengcricht an ein Urtheilsge- schwornengerichl verwiesen wird. Der „Correo National", „Cangrcjo" und „Castellano", so wie der republikanische „Huracan" erheben ei» großes Geschrei gegen das Rundschreiben; sie betrachten dasselbe als eine Verletzung der Preßfreiheit. Dem „Correo National" ist gestern bedeutet worden, sein Blatt von einem anderen Geranten unterzeichnen zu lassen, weil der jetzige wegen Prozeß- vergehen in Verhaft sitzt, allein der „Correo National" hat hiervon keine Notiz genommen, und ist seither wie gewöhnlich erschienen. N euefte Nachrichten. tzf Paris, 22. Sept. (Korresp.) Die Börse bot heute wieder gerade daS Gegenbilb von der gestrige». Die Effekten stiegen frischen Muthcs. Man fing mit 79 Franken 30 Cent, auf dem Parket an, erreichte selbst 79 Franken 90 Cent., um mit 79 Franken 65 Cent, zu schließen, das heißt 45 Cent, höher als gestern. Ein .IlKvut ckeOksn»« (Wechsclagent) wurde ererutirt (Börsenausdruck: wenn zu jedem Preis ein - oder verkauft wird, um den Unterschied einzuzieheu). Dieser geschworene Mäckler leitete seit einigen Jahren daS Hauptbörsengeschäft. Da er Renten in de» Wind hinein verkauft hatte, so mußte jetzt auf Deckung gedacht werden. Diese Bewegung betrifft vorzüglich die 3proz. Auch in der Coulisse ging eine ähnliche Erekution von Statten. Es sollen heute über 300,000 Renten angekanft worden seyn. Die Geschäfte sind seit 9 Tagen von einer solchen Bedeutung, daß man schon auf die Abrechnung bedacht ist. Geht der Ultimo ohne Unfall an der Börse vorüber, so kann man von Glück sagen. Die 5proz. stehe» verlasse» da: l14 Fr. 70 Ct. baar, 114 Fr. 90 Ct. E. M,; span, aktive Schuld 22V, geschäftslos. * Paris, 22. Sept. Einige Blätter (sagt die „Gazette des Tribunaur") melden, daß in Folge der letzten Ereignisse bas Ministerium für die nächste Kammersession mehrere Gesetzentwürfe vorbereitet. Es scheint in der That, daß das Ministerium die Absicht zu erkennen gegeben hat, den Kammern zwei Gesetzentwürfe vorzulegcn: einen, wonach in den französischen Kolonien Afrikas ein Deporlationsort nach den Bestimmungen des Artikels 17 des Strafgesetzbuchs angelegt werden soll; den andern — wonach die durch das Gesetz vom 28. April 1832 an den Artikeln 88 und 89 des Strafgesetzbuchs in Betreff des Attentats und des Komplotü angebrachte» Aenderungen aufgehoben und bei diesen Artikeln der ursprüngliche Tert wieder hcrgestellt werde» soll. — Eine gestern in der Wohnung einer HauSmeisterin (portiere) in der Charonnestraße angestellte gerichtliche Nachsuchung hat zur Auffindung und Beschlagnahme einer Anzahl Waffen und eurer großen Quantität Schicßbedarf geführt. Die Frau, in deren Besitz diese Gegenstände sich vorfanden, wurde direkt nach der Conciergerie gebracht und unter der Bezüchtigung der Mitschuld am Attentat vom 13. d. M. und der Hehlerei -on Gewehr und Munition eingesteckt. London, 20. Sept. (Korresp.) Attentat gegen das Lebe» des Lord Howick, Parlamentsmitglied für Sunderland. Freitag Nachmittags, während man den Poll von neuem zählte, verbreitete sich plötzlich das Gerücht, daß ein Mordversuch aus das Leben Lord Howick's gemacht worden, im Augenblicke, wo er in der Straße von Monkwearmuth im Triumph geführt wurde. Der Verbrecher, Namens Edward Liddlc, ist bereits verhaftet. Er hielt eine Taverne in Withburn Street zu Monkwearmuth und ist ein Parteigänger des Hrn. Wolverly Att- wood, Torykandidat. Während die Wahl vor sich ging, stand er an der Spitze der Musik. — Es werden fortwährend Pferde nach Frankreich geführt und zwar von der schönsten Gattung. * Weinheim, 23. Sept. (Korresp.) Diesen Morgen nach 9 Uhr kamen Se. königl. Hoh. der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin unter dem Titel eines Grafen von Schwerin mit Gefolge von Darmstadt aus hier durch und setzten Ihre Reise nach Heidelberg zu fort. Redigirt unter Verantwortlichkeit von E. Macklot, L»mrruugs - 4>eod,lct>tuna- 23Sent' «arom. 2S.«cpr. --o.ll.tv 8 Add. 27- 8.9 24.Sept. 6 Mg. V.r-M.g. Temper. ,Kcuchtkt.i Wind rvewottg n»ih R. mach piL. mit St^nnch /, -f- 11.7k! 0.87 SW Nieder, Ichläge. unierbr. heiter 4. 27" 8.9 !-s- 11.12 0.92 .SW' 27» 8.7 j-st 16 40^ 0.79 ^S' Regenmenge --- 44.1 Kub. Zoll. trüb 10. Regen. Lrchbr. tr. 7. Reg. Großherzogliches Hoftheater. Sonntag, 26. Sept.: Der Verschwender, Jiginalzaubenuährchen mit Gesang und Tanz in 3 Abtheilungkn, radin Kreutzer. von Fr. Raimund; Musik von Kvn- m a ch n ri g.) 2a Anerkennung ves schuldigen Lautes s»r die reichlichen Gaben, welche uns für die branvverunglück- ten Kürstenberger von allen Seiten zugckommen sind, sinden wir uns auch verpflichtet, hiermit für den sehr ergiebigen Beitrag, welcher uns durch die eifrige Verwendung des großh. Bezirksamtes Mühlheim zugesendet wurde, unfern Dank Namens der Fürsienbergec hiermit zu erstatten. Es wurden uns nämlich gesendet: den 14. August d. I. 1073 st. 14 kr., den 4. Sept. ein Ballot Kleidungsstücke, und den 16. Sept. 18 st. 54 kr. Zusammen 1090 st. 8 kr. Hüsingen, den 19. Sepr. 1841. Großh. bad. Bezirksamt. Schwad. sC.909.3s Karlsruhe. (Versteigerung.) Am Montag, den 4. Okt. d. I., Nachmittags 3 Uyr, werden in dem Gebäude der großh. Postadministration zwei abgängige Eilwagenkästen und Wagengestelle, unter Raiisi- Oesterreich Todesanzeige. sO.904.1s Bvdersweier. Heute Abend um halb kanonsvorbehatt, an den Meistbietende» °ste,»lich versteigert, 8 Uhr verschied nach dreimonatlichem Krankenlager wozu die Liebhaber andurch eingetaden werden, mein innig geliebter Vater, M i ch a e l S o n n t a g, . .." """ Preußen. Bapera. Frankfurt. Baden Darmstadt. in einem Alter von 85 Jahren au Altersschwäche, wovon ich meine Verwandten und Bekannten in Kennt- niß setze, mit der Bitte um stille Theilnahme. Bodcrsweicr, den 20. Sept. 1841. Michael Sonntag. s«'.900.2s Heidelberg. (Gesuch.) Ei» gebildetes Frauenzimmer, das Französisch spricht, sucht in einem Gasthof oder sonst soliden . Wirchschafl eine Stelle, mehr auf honette Behandlung als großes Salär sehend. Näheres ertheilt auf portofreie Anfragen, das Kommissionsbureau von W. Nasp ln Heidelberg. fC.896.1s Nr. 14,30 4. Hüfingeu. (Bekannt- KarlSruhe, den 20. Sept. 1841. Großh. bad. Oberpostdirektion. ». Molle nbec. v ckt. v. Lamezan. Nassau Holland. Spanien. Polen. Staatspavlkrc. London, 20. Sept., 4 U. Nachm. Kousoi«90'/,. Span.FondS, aktiv 22'/,, paß. 5'/., ausgeschob. Schuld 1l. Portugies. F°S.5proz.30'/„3prvz.18'/,. Belg. l03'/.. Holl.5prz.Aiil 102'/., 2'/,proz. 51'/.. Dän.80'/,-Nuß. — Neue ho». Aul. —. Paris, 22. Sept. 3proz. tonsol. 80. 50. 4proz. kons. —. —. öprozeut. kontol. 115. 50. Bankaktie» 3340. —. kaualaktteii 1280. —. Sr. Germaliieisendahilaktlen 737. 50. Versailler Elseiivahnakneii, rechts Ufer: 320. — , ltirteS SOKrankensiucke User, .210. —. Orleanser Eisenbahnaktien 485. —- Straß- Engl. Guineen burg-bas. Eisenbahnakt. 240. —. Belg, Sprvz. Anleihel03'/„ tfort, 23. Sept. Prz. Papier. § Metalliquesobiigationen 5 - do. 4 — do. 3 — Bankaktien ei ltiv. 1919 st. 250 Loose bei Roihsch. — st. 500 Loose do. — Bethmann'sche Obligat. 4 do. 4'/. — Staaisschuldschein«. Prämienscheine. 4 — — Obligationen. 3'/. — Obligationen. 3'/. — Oauuusaktien ohne Div. 373'/. Eisenbahnobligationen 4 — st.bOLoose bei Goit u.S. — st.SOLoose von 1840 Nentenscheine. — Obligationen 3'/. — 1. SO Looie. — st. 25 Loose. 3'/. — Obligationen bei Stsw — st. 2S Loose »'/. — Integrale. 50V. 21'/. Aktiv schuld m. E- 8 st. ZOO Lotterieloose Nth. ... — do. zu st- SOO. — Geldkurs. old. st. kr. Silber. Neue Louisdor . Ariedrichsdor Holl. 10 st- Stücke Nailddukaten 11 — 9 32 S 49 5 32 8 22 11 42 «erd. 107"/.. 99 76'/. 1917 11!'/. 138'/. 97'/. 101 '/. 106'/, 81 101 '/. 102'/, 373'/. 101 '/, 112 '/. 46'/. 86 « 2 '/. 24'/. 98'/. 21 '/. SO"/.. 20 '/. 74 79V. si. kr. Gold »l lblnrco VV r. 373 — Laubihaler, ganze. 2 43 Preuß. Thaler . . 1 45'/, 5 Frankenthaler. . 2 20 FemSilber,16löthig 24 27 do. 13—l4löthig 24 15 Druck unv Verlag von E. Mack tot, Waldstraß« Nr. 1s). Mit einer Averiissememsbeilage und einer literarischen