U,l«« »»»jjärrlick ;ie» I »., -»litttr- k!» « r » die Io» t« »«»- dkr»«§!d»!>, »«»«» » st. »« K. Karlsruher ZeMmg. Nr. 2k»2 Sonntag, den S 4 . Oktober Tinrück»l»k «gebShr. Die ies»»lte»e »>-»> »er» A»»m «>V ' »rief« f,»»«»- L8LL Deutsche Bundesstaaten. Preußen. Köln, 14. Okt. Die gestern hier angekommene Nummer der Allg. Ztg." bestätigt die auch hier in einigen Kreisen verbreitete Nachricht, daß der Hr. Erzbischof von Köln hierher kommen und den Hin. Bischof Geisel von Speyer als Koadjutor ernenne» werde. Der letztere Theil dieser Nachricht ward von Männern, die für wohlunterrichtet gelten, darum bezweifelt, weil, wie sie behaupten, der eben erwähnte, seiner gut geschriebenen und auf gründlicher Forschung basirten Biographie König Adolphs von Nassau wegen auch hier geschätzte Prälat dem Hru. Erzbischof ganz unbekannt scy. Ob darauf Gewicht zu legen, wollen wir dahin gestellt seyn lassen. (A. Z.) Berlin, 18. Okr. Die königliche Seehandlung errichtet eine große Brauerei, wo gutes und wohlfeiles Bier bereitet werden soll, damit der verderbliche Genuß des Branntweins vermindert werde, der in Norddcutschlaud gleich einer Epidemie wirkt. Ein löblicher Zweck, möge er erreicht werden! (K. Z.) Bayern. A München, 21. Okt. (Korresp.) Ihre königl. Hoh. die Großherzogin von Baden hat nicht, wie gemeldet wurde, ihre Rückreise nach Karlsruhe vou Tegernsee aus ^»getreten, sondern ist gleichzeitig mit der ver- wittweten Königin Karoline und der Königin von Preußen hier angckommen und im Gasthos zum goldenen Hirsch abgestiegen. Gestern Abends erschien Höchstdiesclbe mit der Prinzessin Alerandrine an der Seite unseres Königs und der Königin in der königl. Loge im Theater. Der Tag ihrer Abreise nach Karlsruhe ist noch nicht bekannt. — Das Göthemonumcnt für Frankfurt, oder vielmehr das Modell zu demselben, geht in dem Atelier unseres Professor Schwanthaler rasch seiner Vollendung entgegen und wird, wie alle sonstigen in Arbeit begriffenen Werke des berühmten Meisters, von Hiesigen und Fremden fleißig in Augenschein genommen. DaS für Baireuth bestimmte, auf Kosten unseres Königs gegossene kolossale Standbild Jean Paul Friedrich Richter s ist ganz vollendet und in unserer Erzgießerei aufgestellt. Die Abführung des Mozart',chen Standbildes nach Salzburg hängt wohl vou der Wahl eines andern Aufstel- luugsplatzes für dasselbe ab, nachdem bekanntlich an der Stelle des früher auserlesene» der vielbesprochene große Mosaikboden gefunden und in Betreff desselben noch keine Bestimmung getroffen worden ist. — Im Verlauf der vorigen Woche wurde von unserer Polizei ein begangene» Raubmordes höchst verdächtiger Mensch festgenommen. Während des ganzen Monats September wurden von derselben Behörde 935 Individuen abgestraft (dabei sind natürlich die Bußen wegen kleiner Verfehlungen gegen die Straßen-, ReinlichkeitS- u. s. w. Polizei mit eingerechnet) und 27 den einschlagenden Behörden zugcwiesen. --- Die drei mit der Jnspizirung unserer Truppen beauftragten Bundesgcnerale verweilen noch immer in unserer Stadt. München, 17. Okt. Allgemeinem Vernehmen nach ist ei» eben dahier vorgekommenes Falliment in Bezug auf das Mißverhältnis zwischen dein Aktivvermögen und den Passivis noch weit beklagenöwerther, als jenes der Handlung E. u. v. R. Daß der Kredit des ganzen Platzes durch diese rasche» Schläge bedeutend erschüttert werden müsse, bedarf kaum der Erwähnung. (K. Z.) Freie Stadt Frankfurt. O Frankfurt, 22. Okt. (Korresp.) Unsere Börsenwelt ist in große Bewegung gekommen durch die Bcsorgniß, cs möge zwischen England und Nordamerika zum Krieg kommen; die Fonds behaupteten indessen heute doch eine feste Haltung. Wie es heißt, wird Baron Salomo» v. Rothschild noch mehrere Wochen hier verbleiben, wenn nicht der Eintritt ernster Ereignisse seine Anwesenheit in Wien erheischt. Freie Stadt Hamburg. Der Streit mit den Rheder» in Hüll wird immer umfassender; Hr. Joseph Gee, der Chef des Hauses, der die insolente Erklärung gegen die hanseatische Rhederei geschleudert, hat in der „Hüll Times" vom 5. Okt. eine Erklärung einrücken lassen, worin er am Schluffe sagt, er und die mit ihm verbundenen Rheder hätte» nicht blos ihr Privatinteresse im Auge, sondern sie seyen von höheren, patriotischen Beweggründen geleitet, um die britische Schifffahrt und britischen Seeleute gegen de» „hanseatischen Bund" zu vertheidigen. (A- Z-) Groß herzogt hum Hessen. Darmstadt, 22. Okt. Sc. königl. Hoh. der Großherzog haben gestern höchstihren Landsitz zu Sceheim verlassen und der großhcrzogl. Pallast in hiesiger Residenz wieder bezogen. — Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 33 enthält: 1. Das aus vier Abschnitten und 80 Artikeln bestehende Fcldstrafgcsetz vom 21. Scpt., II. Eine Bekanntmachung des Ministeriums des Innern und der Justiz von demselben Tage, daß Se. k. Hoh. der Großherzog zu verordnen geruht haben, daß das in dieser Nummer des Regierungsblattes verkündigte Feldstrafgesetz vom 21. Sept. d. I. mit dem 1. April 1842 in Wirksamkeit treten soll. (Gr. H. Z.) Frankreich Paris, 14. Okt. Trotz der vielfachen Schwierigkeiten wird die französische Regierung Alles aufbieten, daß ein Handelsvertrag zwischen ihr und Belgien zu Stande komme. Ein rein politisches Interesse leitet sie hierin, sie fürchtet, , — — — - Der Aussätzige in Brasilien. (Fortsetzung.) So gab ich denn jeden weiteren Versuch aus, ihn von seinem Vorhaben ab- zubringen, dessen festgesetzte Zeit ich mit Angst sich immer nähern sah. Die Klap- ^ Verschlänge (Orotulus twrriäus) befand sich in einem aus engen Drahtm-tschen fest geflochtenen Käfig neben seinem Bette. Gewöhnlich ruhte sie spiralförmig zusammengerollt, den Kopf in die Mitte gelegt, und das Feuer, welches aus ihren schwarzen, unbeweglichen Augensternen sprühte, wirkte wirklich wie eine Art bannender Zauber. Als sie sich eines Tages umdrehtc, die beweglichen Ringe ihres Schweifes wie das Rauschen eines Pergamentblattes tönten, konnte ich mich eines unwillkürlichen Schauders nicht erwehren, welchen Marianno mit Lächeln bemerkte. „Sie fürchten dieses Thier", sagte er, „sehen Sie, bei mir ist dies gerade das Gegentheil, ich liebe es, es ist mir, als wüßte es, warum ich es besitze, was ich von ihm hoffe, welchen Dienst es mir leisten soll." Es war Montag der 3. September, --- Marianno gab mir mehrere Briese, Und sagte: „Morgen ist der große, von mir so lange ersehnte Tag. Versprechen Sie mir, wenn ich sterbe, diese Briefe meinem armen Vater selbst zu bringen. Es ist ein Liebesdienst, um den ich Sie bitte, und die Bitten eines Sterbenden nennt man ja heilig " — Zch konnte meine Thränen nicht länger bemeistcrn. — „Warum daß wenn sie den Belgiern keine Zugeständnisse macht, dieselben bei dem deutschen Zollverein ein geneigteres Ohr finden dürften. Frankreich begreift endlich die unglückseligen Folge» seines Prohibitivsystems, und strebt zu retten, was noch zu retten ist. — Die neue Broschüre, betitelt I^ettrv ü Hlr vuv«r§ier ckv Huurunnv «ur In Oonveution cku 13. Zuillet. wird dem Hrn. Boilay, Redakteur deS„Constitutionnel" und unter dem Kabinet vom 1. März der Vertraute des Hrn. Thiers, zugeschrieben. Hr. Boilay hat sich ganz und gar von der Opposition getrennt, und soll nächstens die Leitung deS „Messager" übernehmen. Also Piscatory, Mathicn de la Redorle, Flahaut, Boilay haben sich bereits von Hrn. Thiers loSgesagt; der Abfall des Grafen WalcwSky steht bevor. (N. Z.) §j- Paris, 20. Okt. (Korresp.) Der Hof wird, heißt es, am 28. Okt.' die Tuilericn beziehen; seit dem 17. Mai hat derselbe die pariser Residenz verlassen. -- Zweiundachtzig Projekte für die Konkurrenz zum Grabmale Napo- leon's, sowohl Modelle in Relief als Zeichnungen sind bei der königl. Schule, der schönen Künste cingereicht worden. Die Vorbereitungen für ihre öffentliche Ausstellung werden mit Thätigkeit betrieben und am Ende der Woche beendigt seyn. Die Ausstellung wird daher wahrscheinlich nächsten Montag oder Dienstag ihren Anfang nehmen. — Der Marschall Gsrard, Kommandant der pariser Nationalgarde, ist aus Deutschland zurück. — Die HH. Pasquier, Decazes, Bastard, Martin, Hebert und andere Mitglieder des Parkcts bci'nr Pairshofe haben vorgestern eine Berathung in St. Clond gehalten und find daselbst bis 10 Uhr geblieben. --- In einem Dcpartementalblatte („la Rhone") liest man Folgendes über geheime Gesellschaften: ES haben sich auf der ganzen Oberfläche Frankreichs eine Menge geheimer Gesellschaften gebildet, deren Eristenz wohl bekannt ist und deren Absichten vollkommen enthüllt sind, aber deren Akte und Mitglieder schwer zu erreichen sind, so geheimnißvoll und wohlkombinirt ist ihre Organisation, um der Wachsamkeit der Autorität zu entgehen. Nichtsdestoweniger sind die im Innern dieser unerlaubten Gesellschaften gepredigten Lehren so wüthendcr, ihre Mittel, Raub, Brand und Mord, so revoltirender Art, daß die Wachsamkeit der Behörden mit den Schwierigkeiten wachsen müßte, welche sie fanden, in die furchtbaren Geheimnisse dieser Gesellschaften einzudringcn. Auch sind die Nachforschungen nicht fruchtlos gewesen. In Folge der in Lyon angestellten Nachforschungen wurden Haussuchungen nnd Arrestationeu in Givcrs St. Chamond und andern Ortschaften vvrgenvmnien. Auch an St. Etienne ist jetzt die Reihe gekommen. Eine Gesellschaft hatte sich in dieser Stadt unter dem Namen der Gesellschaft der „Bandindustrie" gebildet. Ihr angeblicher, öffentlich angekündigter Zweck war, ohne Dazwischenkunft der Fabrikanten Bänder zu fabriziren und zu verkaufen, und merkwürdigerweise besaßen die Mitglieder einen der Ordnung gemäß vou einem Notar Unterzeichneten Vertrag. 400 Meister und 350 Gesellen waren dabei betheiligt. Der Handclöjtand von St. Etienne war in großer Unruhe. Die Behörde beobachtete und überwachte; sie konnte nur dann entschreiten, wenn sie Akten, die eine Organisation, eine äussere Konstitution der Gesellschaft konstatirtcn, sehen würde. Sie hatte nicht lange zu warten. Den 7., 8. und 9. hatten in den Kaffeehäusern der Vorstädte zahlreiche Versammlungen statt; Bureaur wurden in der Stadt gebildet, man sagt selbst, sie wären in 12 Sektionen getheilt gewesen. Die Gerichte wurden unruhig, der k. Prokurator befahl die Festnahme von 8 Individuen, von denen einige zu den ehemaligen Aprilangeklagten gehörten. Die vom Jnstruktionsrichter angestellten Haussuchungen führten zur Wegnahme von rothcn Mützen, Statute» der geheimen Gesellschaften und einer großen Masse Broschüren, welche man haufenweise herauögibt, um die öffentliche Meinung zu demoralisiren, ferner Eremplare der Journale, welche die antinatiouale Bewegung verbreiten und predige», wie das „Journal du penple", „le Travail", „l'Atelier"; auch nahm man Schriften über demokratische Bankets weg, nnd, was Manchem die Augen öffnen kann, ganz fertige Listen, um Unterschriften für die Wahlreform zu gewinnen. Nach näherer Erkundigung ist kaum noch ein Zweifel, daß die 8o- viütv kubuiuriere in St. Etienne mjt der Olrarbounorie rvtormes zu Lyon zusammeuhängt. Es herrscht zu viel Ähnlichkeit zwischen den weggenommenen Emblemen in beiden Städten, als daß der Zweck nicht ei» gleicher seyn sollte, trotz der Verschiedenheit des Titels. Zweifelsohne werden die Gerichte dahin gelangen, über diese dunkeln Machinationen einiges Licht zu verbreiten und die guten Bürger zu beruhigen, welche gcrechteriveise in Furcht und Unruhe sind, sich stets von Brandfackeln und Dolchen umringt zu sehen. — Nach dem „Ami de la Charte" wurde am 15. auf eine Schildwache geschossen; der Schuß traf jedoch nicht. Der Verüber dieses Frevelversuchs ist noch unbekannt. — Der spanische Konsul visirt den carlistischen Flüchtlingen keinen Paß mehr nach Spanien, so daß sic alle wieder in's Innere von Frankreich zurückkehrcn müssen. * Paris, 20. Okt. Das heutige „Debats", in einem größer» Artikel aus Anlaß der vom Telegraphen gemeldeten Hinrichtung des für die Sache Marie Christinens und der Moderados aufgestanden gewesenen Don Diego Lcon's in weinen Sie, lieber Freund," sagte er sanft, „vas Spiel steht für mich so schön, selbst wenn ich es verliere, habe ich ja gewonnen." Dr. Santos hatte die Mehrzahl seiner Kollegen in Rio eingeladen, dem furcht, § baren Versuche, welcher in seinem Hause statt haben sollte, bcizuwohnen. Die Stunde war auf 11 Uhr festgesetzt. Ich kam um 10 Uhr zu Marianno, sein Gesicht drückte so viel Glück und Begeisterung aus, daß das Abschreckende desselben ganz verschwand. Es war das Erstemal, daß er mich mit Lächeln empfing, er wiederholte mir nochmals die Bitte des vorigen Abends. und ich versprach ihm mit strömenden Auge» alles, was er wollte. Um halb 11 Uhr waren mehr als zwölf Mitglieder der medizinischen Fakultät von Rio Janeiro bei Dr. Santos versammelt, und wenige Minuten nach 11 Uhr traten sie in Mariannes Zimmer. Der Käfig der Schlange wurde auf den Tisch gestellt.^ Am Obertheile desselben war in der Mitte eine schmale Klappe angebracht, welche sich nach innen öffnete, und eben Raum genug gab, eine Männerhand durchzulassen. Marianno las nochmals mit lauter Stimme die Erklärung, welche er Dr. Santos gegeben hatte; alle Anwesenden waren bleich von innerer Bewegung. Dr. Santos sagte mit bewegter Stimme: „Es ist noch Zeit, mein Freund, unter- lassen Sie eS." — Marianno lächelte statt der Antwort, streifte den Hemdärmel am Arme zurück und legte ruhig seine Hand in den Käfig. Todtenstille herrschte in dem Zimmer, aller Augen waren auf daS Thier gerichtet, das erschrocken in 1916 Madrid bemerkt «. a.: „Diego Leon hatte alle seine Grade und seinen Titel als Graf von BelaScoain auf dem Schlachtfclbe erworben. Nieder-Navarra und Aragonicn waren der Hauptschauplatz seiner Waffenthaten, und in allen Gefechten zeichnete er sich durch einen raschen Blick und einen glühenden Mnth aus. Ein kühner und glänzender Reitcrsman», noch jung (er zählte erst 37 Jahre), hatte Diego Leon in seiner Sinnesart, in seinen Manieren, in seinem ganzen Seyn und Thun etwas EdleS und Ritterliches, das ihn vom Offizier und vom Soldaten geliebt machte, eine um so seltenere Erscheinung, als in Spanien der Soldat sich schwer an seine Anführer attachirt. Diego Leon hieß im Heere nur der „spanische Murat" ob seiner Bravour und reiche», glanzvollen Kleidcrtracht. Vorzugsweise trug er die Husarcnuniform des Regiments Prin- cesa, selbst nachdem er den Befehl der königl. Gardedivision führte. Sein Tschako war immer mit einem hohe» Federbusch geziert, der ihn von Weitem auf dem Schlachtfelde erkennen ließ. Espartcro war sehr liirt mit ihm bis zu den vormjährigen Ereignissen von Barcelona. Diego Leon begriff nichts von dem politischen Getriebe uud befaßte sich nie damit; er wurde — gegen seinen Willen, kann man wohl sagen — das Haupt der Moderirte». In feiner Trcu- geflnnung vermochte rr's nicht zu fassen, daß ein General, der das ganze Vertrauen seiner Herrscherin hatte, und der mit Wohlthaten von ihr überhäuft worden war, seinen Degen gegen sie kehren könne swie Espartero damals in Barcelona, unter dem Beifall der Eraltados und dem Jubeljanchzen eines republikanisch-bearbeiteten Pöbels, gegen Maria Christin« that, der selbe Espartcro, der jetzt seinen gewesenen Busenfreund in Madrid hat füsillire» lassen). Nicht den Führer der Eraltados also» sondern den treubrüchigen und undankbaren Militär haßte er in Espartero. Der Verstellung unfähig, bezeugte er, selbst da er unter den Befehlen Espartero's stand, unverhohlen seine Verachtung und seine Abneigung gegen Jenen." Toulon, 15. Okt. Das Dampfboot Tonnerre hat dem vor Tunis liegenden Geschwader de» Befehl überbrachl, nach Toulon zurückzukchren. Wir erwarten daher in den nächsten Tagen vier Linienschiffe und eine Fregatte zurück; nur die Kriegsbrigg Palinurc wird dort in Station bleiben. Die Regierung soll offiziell in Kennlniß gesetzt worden seyn, daß die gegen Tunis beabsichtigt gewesene türkische Expedition bis zum Frühjahr verschoben worden, was dann obige Rückberufung verursachte. Die daselbst gelegenen englischen Schiffe solle» sich nach Malta begeben haben. Die Rhede der Goletta böte während des Winters den Schiffe» keine Sicherheit. (A. Z.) Großbritannien London. Der „Sun" klagt, daß unter den arbeitende» Klassen der Hauptstadt gegenwärtig die größte Noth herrsche. Die Zahl der unbeschäftigten Schneider und Schuhmacher nimmt täglich zu, und die Weber von Spitalfields sind in Verzweiflung. Der „Sun" versichert, daß die Szenen des Elends und des Mangels selbst in diese» durchweg notbleidenden Bezirken ganz beispiellos seyen. H London, 18. Okt. (Korresp.) Konsols 88; span, aktive Schuld 19'/,- — Die Tagesblätter aller Farben sind mit Betrachtungen über die Vorfälle in Spanien angefüllt; die Meinung der Regierung selbst aber scheint nicht durch. DaS „Mvrning Chronicle" sagt derb genug, es cristire ,m Auslande als Sprichwort, „Frankreichs Schutz" heiße so viel als „der Teufel holt Euch«; nicht allein an Christinen, sonder» auch an den neuen griechischen Ministern dürfte sich die Sache bewahrheiten, meint das Whigblatt. — Lord Aberdeen zeigt dem Grafe» St. Anlaire viele Zuvorkommenheit. Die Angelegenheiten Spaniens beschäftigen vorerst die beiden Diplomaten, und wie es scheinen möchte, ist das Ministerium geneigt, das System seiner Vorgänger aufzugeben, weil es mit der jetzigen spanischen Staatsverwaltung nichts weniger als zufrieden ist. Italien. Kirchenstaat. Rom, 12. Okt. Der Sohn des berühmten Violinisten Paganini ist in Begleitung eines NechtSgelchrte» hier eingetroffe», um bei dem heiligen Stuhl eine Revision des Prozesses zu erlangen, nach welchem der Leiche seines Vaters' bis jctzl eine Ruhestätte in geweihter Erde von der geistliche» Behörde im Sardinischen verweigert wird. (A. Z.) Niederlande. H Haag, 19. Okt. (Korresp.) Die Thronrede, mit welcher gestern der König die neue Session der Generalstaaten eröffnetc, brachte u»S wenig oder nichts Neues, allein sie sprach doch in ihrer Einfachheit und offenherzigen Darlegung oder vielmehr Andeutung des Zustandes unseres Landes und der Kolonien vielfach an. Daß unsere finanziellen Unterhandlungen mit Belgien noch nicht geordnet sind, entnahm man auch aus der Thronrede und Ae seitherigen Gerüchte zeigen sich also als ungegründet. Die Aufkündigung des holländisch-deutschen Handelstraktats hat die Thronrede verschwiegen, allein wahrscheinlich nur deshalb, weil man diesseits hofft, daß eine Erneuerung des Traktats, wenn auch modifizirt, wieder eintreten werde. In diesem Falle kommt der Anschluß Luxemburgs an den deutschen Zollverein um so sicherer zu Stande. — Die zweite Kammer der Gencralstaaten hielt bereits heute eine Sitzung, in welcher die drei Kandidaten für den Präsidentenstuhl gewählt wurden. Der König ernennt gewöhnlich denjenigen der drei Kandidaten zum Präsidenten, welcher die meiste» Stimmen gehabt. Zum Präsidenten der ersten Kammer wurde wieder Hr. van Gcnnep von Sr. Maj. ernannt. Man ist auf die demnächst den Gencralstaaten vorznlegendcn Gesetzentwürfe gespannt, glaubt aber nicht, daß unsere finanzielle» Verhältnisse in den nächsten Jahren schon eine wesentliche Veränderung erfahren könne». Mit dem besten Willen ist die Regierung jetzt nicht mr Stande, größere Einschränkungen in den Ausgaben einzuführen. — König Friedrich Wilhelm (Graf von Nassau) verweilt noch auf beut Loo. Man sagt, Se. Maj. sey Willens, mit der Gräfin von Nassau hierher zu kommen. Dies scheint mit dem Wunsche des Hofes nicht überelnzustiminen, denn der Hof wird sich dann, was bestimmt seyn soll, »ach Amsterdam begeben. Mehrere frühere hohe Diener des Grafen von Nassau haben sich nach dem Loo begeben. — Se. Durch!, der Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar ist nach mehrjähriger Abwesenheit hierher zurückgekchrt, aber wahrscheinlich nur zum temporären Besuche. Haag, 18. Okt. In der heutigen vereinigten Sitzung der beiden Kammern der Gencralstaaten wurde ein königl. Beschluß verlesen, wodurch Se. E. der ! Hr. A. van Gcnnep zum Präsidenten der erste» Kammer der Gencralstaaten, ! während der gegenwärtigen Session ernannt ist. S. E. führte hierauf in der ! heutigen vereinigten Sitzung der beiden Kammer» den Vorsitz. Die zweite Kammer , wird in ihrer morgigen Sitzung zur Wahl dreier Kandidaten für di« Präfident- i schüft der Kammer schreiten, wovon die Liste dem König vorgelegt wird. Amsterdam, 18. Okt. Die luxemburgischen Angelegenheiten hinsichtlich des Zutritts zum deutschen Zollverband hören nicht auf, die Aufmerksamkeit des Publikums in hohem Grade zu fesseln. Nach der Verweigerung der Ratifikation des Traktats von Seiten des König-Großherzogs, beeiferten sich alle Zeitungen, das Gerücht zu verbreiten, als habe der König Kommiffarien ernannt, um mit Belgien einen luxemburg-belgischen HandelStraktat zu schließen; einige sogar behaupteten, dies sey die einzige Ursache, weshalb der König seine Ratifikation verweigerte, und es wären bereits früher Schritte bei'm belgischen Gouverne, ment gethan, um über einen Handelsvertrag zn unterhandeln. Das „Journal de la Haye," ein halbministerielles Blatt, erklärte in seinen letzten Nummern förmlich, daß weder die Kommissarien ernannt, noch irgend eine frühere Unterhandlung dieserhalb statt gefunden. Aus sicheren Quellen kann ich Ihnen jetzt mittheilen, daß der König-Großherzog es bereuet, seine Ratifikation verweigert zu haben, und das Eintreffen preußischer Zollbeamten in Luxemburg wie auch obengenannter Widerspruch von Seiten des „Journal de la Haye" dienen zur Bestätigung dieser Angabe. Der König wird unter einem oder dem andern Vorwände auf's Neue mit Preußen anknüpfen, und es wäre nicht zu verwundern, wenn derselbe Traktat, vielleicht mit einigen unbedeutenden Veränderungen, nun doch seine Ratifikation erhalten wird. Der König sieht sehr gut ein, daß der ungünstige Eindruck, den seine Weigerung auf ganz Deutschland gemacht, nicht ohne schädliche Rückwirkung auf den in Kurzem zn schließenden neuen Handelstraktat mit Preußen bleiben kann. Alles Mögliche wird demnach auf- geboten werden, um sich mit seinen deutschen Nachbarn zu versöhnen, und der Dipomatie bleibt es überlassen, den geeignetsten Weg dieserhalb einzrzschlagrn. Die Schwierigkeit, sich einen tüchtigen Minister der auswärtigen Angelegenheiten zn verschaffe», der nach Innen und Aussen mit Würde austreten kan», wird das Ihrige auch dazu beitrage», da unter den vorhefrschenden Umständen sich wohl Niemand finden wird, der geneigt wäre, dieses Ministerium zn verwalten. (Rh. u. M. Z.) Frankfurt, 20. Okt. Sicherem Vernehmen nach hat der niederländische Bevollmächtigte bei der Zentralkommifsion in Mainz mit Beziehung auf den Beschluß vom 3t. Juli die Erklärung abgegeben, daß seine Negierung nichts dagegen einzuwenden haben könne, wenn die kölnische Gesellschaft Schiffe von der niederländischen Gränze »ach Köln schleppe, daß aber, wenn die Gesellschaft bis Rotterdam oder gar weiter gehen wolle, der in den Niederlanden bereits bestehende Schleppdienst leide» könne, welches zuzulaffcn die niederländische Regierung nicht gehalten sey. — Das „Journal de la Haye" hat jüngsthin zu dem Beweise aufgefordert, daß der Beschluß vom 3l. Juli etwas Anderes bezwecke, als die polizeiliche Beaufsichtigung der Dampfschifffahrt unter gleich, mäßiger Behandlung der Inländer und Ausländer. Dieser Beweis wäre somit geliefert und zugleich zur Aufklärung der deutschen Interessenten eine zweiseitige Interpretation des niederländischen Beschlusses, im Haag die doktrinelle, in Mainz die praktische. (F. O. P. A. Z.) Spanien sijr Madrid, 14. Okt. (Korresp.) Die „Madrider Zeitung" meldet, daß der bevollmächtigte Minister der Banda Oriental sUraguayj, Don Jos« de El- lami, dem Regenten vorgestellt worden ist. — Das Regiment Jäger der Köni- gin-Regcntin wird in Zukunft Jäger Jsabellens II. heißen. — Der Kriegsminister hat erfahre», daß in Aragonicn ein Korps von 10,000 Mann gebildet werden soll, um das Heer zu verstärke», welches gegen die baskischenProvinzen zu Felde ziehet. Man glaubt, daß andere Provinzen diesem Beispiel Folge leisten werden. — Die Hauptstadt bietet einen sehr düster» Anblick dar; cS herrscht eine Stille, welche der Trauer ähnlich ist. Mau glaubt, daß, wenn anstatt den 7., die Schilderhebung den 4. und 5. stattgefunden hätte, dieselbe Härte gelingen können. Das Flintcnseuer dauerte deshalb zwei Stunden, um der Besatzung Zeit zu lassen, sich zu erklären. General Eoncha hat sich, heißt es, in die baskischen Provinzen gerettet. Zu Barcelona, Cadir, Sevilla, Co- rogna, Santander, Santona und auf andern Punkten sollte ebenfalls ein Aufstand stattfinden. Nirgends bemerkt man eine Einheit in der Ausführung des Planes. Die Regierung hat ein Verzeichniß in Händen, wodurch 70 Personen kompromittirt sind. Das Kriegsgericht hat Don Diego Leon mit 4 gegen 3 Stimmen zum Tode verurthcilt. Der Prozeß ist von dem höher» Gericht geprüft und bestätigt worden. Um 4 Uhr Morgens wurde das Urkheil dem Kriegs- Minister zugcstellt. Es heißt, der Herzog von Osuna sey anch festgenominen. „El Eangrejo" und „El Consevator» (Organe der gemäßigten Partei) erscheinen die Winkel seines Käfigs flüchtete und mit seiner schwarzen gespaltenen Zunge nach der Hand Marianno's leckte *). ' Dieser peinliche Anblick Lauerte mehrere Minuten. Die Spannung war auf das Höchste gestiegen, und mehr als eine Stirne war mit Schweiß bedeckt. „Sie will nicht beißen, ziehen Sie ihre Hand zurück," rief endlich Dr. Santos. „Packen Sse sie um die Mitte," rief ein andrer Arzt. Marianno befolgte den Rath des letzter». Er packte die Schlange, welche, als sie sich gewaltsam gedrückt fühlte, sich rasch umwendete und ihn zwischen der Verbindung des kleinen Fingers und des Goldfingers mit dem Handgelenk biß. „Sie sind gebissen," riesen mehr als zehn Stimmen auf einmal. „Ich fühle nichts," sagte Marianno, und zog die Hand zurück, welche leicht geschwollen schien, an welcher er aber nicht den mindesten' Schmerz empfand. Nur ein kleiner Tropfen Blut zeigte das Vorhandenseyn der Wunde. Sein Puls ging regelmäßig, seine Ruhe war sich durchaus gleich. Nach fünf Minuten fühlte er einen leichten Frost und einen gelinden Schmerz in der Fläche der Hand. Nach siebzehn Minuten erstreckte sich der Schmerz bis an die Handwurzel, in zwanzig Minuten war die ganze Hand bedeutend geschwollen, und *) Mit Unrecht nennen mehrere Reisende die Klapperschlange ein böses, leicht angrei- fendeS Thier. Dies« Schlange, fast im ganzen südlichen Amerika unter dem Namen Bouquira oderBvquira bekannt, ist vielleicht die sanfteste unter ihrer Barrung, greift nie an, und beißt nur, wenn ne erschreckt oder angegriffen wird. mit dreißig Minuten wurde der PulS voller und schneller. Seine Geistesruhe blieb sich gleich. „Nach dem, was ich fühle," sagte er zu den Aerzten, die ihm riethen, sich zu Bette zu legen, „werde ich es wohl bald thun — bälder als ich es wünsche - - lassen Sie mich den kurzen Lebensrest noch ein wenig genießen." Dann kam er auf mich zu, bat mich nochmals, im Fall seines Todes gewiß nach Goiaz zu gehen und seine Aufträge zu besorgen. Es war jetzt ungefähr eine Stunde, seit er gebissen worden war. Er hatte schon mehrmals ein Zusammenzichen der Kehle, vorübergehende Verfinsterung der Augen und ein stechendes Kriebeln auf der Oberfläche der Haut empfunden. Die Hand war noch mehr angeschwollen, und ein heftiger Schmerz erstreckte sich über den ganzen Oberarm. Plötzlich lähmte eine allgemeine Erstarrung den ganzen Körper, man brachte ihn zu Bette, und bald folgte ein konvulsivisches Zittern diesem Zustande der Betäubung. (Schl, f.) Verschiedenes. * Freibnrg, 19. Oktober. 3n Nr. 283 der KarlSr. Ztg. wird unter den DolkSka- lendern für'S nächste Jahr. „D e r L a h r « r h i n k e n d e B othe" als sich besonders anSzeichuend empfohlen. Wir lasse» es dahin gestellt seyn, ob die Bilder aus dem heiligen Lande diesem Kalender einen besonder» Absatz z» verschaffen vermöge», und ob dergleichen Darstellungen fich überhaupt für einen Kalender eignen; wenn aber alte abgedroschene 1917 seit der letzten Begebenheit nicht mehr. Das Sitzungslokal der Militärkominft- sion ist mit starker Wache umgeben. Die Nationalgarde versteht den Dienst. Selbst die EraltadoS flehen für den vernrtheilten General Diego Leon um Gnade; die Regierung wäre dazu gestimmt, allein dir Nativnalgarde und der Geist der Provinzen, welche sich auf die kräftigste Weise erklärt haben, lassen nicht zu, daß Gnade für Rechtergehe. General Seoane soll zum Generalkapitän von Neukastilien ernannt werden. General Seoane hat seine» Dienst angeboren. Der Regent wird sich im Nothfalle von der Hauptstadt entfernen. Aragonien, Katalonien, Valencia, Murcia, Alicante, Andalusien, die beiden Kastilien und Estremadura haben sich zu Gunsten der bestehenden Regierung ausgesprochen. Es wird sobald nur thunlich das Heer herabgesetzt werden, die Nativnalgarde in eine mobile verwandelt und zu Bildung patriotischer Junten geschritten werden. Es sind aber dies blos Gerüchte. — Den 11. d. hatte in Madrid »och keine Urtheilsvollstrcckung stattgefnnden, fvcrgl. jedoch dir gestern mitgctheilte telegraphische Meldung.j Die Militärkom- mission besteht nicht aus lauter Ueberspanntcn. Stach den Nordprovinzen ist, wie bekannt, auS Madrid und der Umgegend eine bedeutende Streitmacht aufge- brochcn. Allein nichts deutet darauf, daß Espartero sich selbst mit auf den Weg macht. Jndeß reiste General Lorenzo, der die Vorhut befehligt, bereits ab. General Rodil folgte ihm den 11. Abends nach mit den Garden und einigen Abtheilungcn der Besatzung. Begibt sich der Reichsverweser in's Feld, so begleiten ihn gewiß die Minister des Innern und des Krieges. Die National, garden und das Regiment Luchana versehen indcß de» Nachtdienst. Es solle» ernige Kammerherrn abgesetzt weichen, unter Andern der Marquis Malpica. Man hofft viel von der Mäßigung der Mitglieder der Militärkommission. ESpartero hat gestern der Königin zu Ihrem Geburtstag Glück gewünscht, er wnrve von vier Adjutanten, demObcrstVilaro,Kommandanten derGarde und einigen Kavalleristen begleitet. Die Generale Butron und Bresson haben die Ernennung als Mitglieder der Militärkommission nicht angenommen. G. Pedro Mendez Vigo zeigt sich bereitwilliger. — Diego Leon ist in einer Kaserne von Brigadier Norzaray gefangen genommen worden. Man hat in Diego Leon's Tasche eine geladene Pistole gesunden. — Die madrider Zeitung vom 11. enthält ein Rundschreiben deS Kriegsministers an die Generalkapitäne; ferner eine Art von TagSbefehl an die madrider Nationalgarden und Besatzungstruppen. Die Hellebardicrer halten, als sie der Pallastüberrumpelung so tapfer wiederstanden, den Obersten Domingo Dulse als Anführer. — Der Geburtstag der Königin ist mit großer Feuer begangen worden. Die Hauptstadt genoß der tiefsten Ruhe. Abends wurde die Stadt beleuchtet. — Man soll bei Diego Leon einen Brief an de» Herzog von Victoria gefunden haben, der nach dem Gelingen des Unternehmens zu überreichen war. Espartero wird darin das Leben und die Mittel versprochen, das Land zu verlassen. Der Brief befindet sich in den Händen des Reichsverwesers. — Hr. Sasont soll dem Regenten seine Dienste als Finanzmann angeboren haben. — Von allen Seiten treffen Nationalmilizcn ein, zur Vertheidigung der Haupt, stadt. Espartero dankt ihnen, und schickt sic wieder nach Hause. Am 10. d. M. sind nach dem Norden aufgcbrochen 9 Bataillone Infanterie und 4 Schwadronen Kavallerie, welchen 20 Bataill. Infanterie und 2000 Pferde folgen sollen. — Wie eS heißt, sind Befehle ergangen, den Jnfanten Don Francesco da Paula nicht nach Spanien kommen zu lasse». Es sollen 60 Bataillone Infanterie nach den Nordprovinzen abgchcn. De» 8. stellte der Herzog von Victoria der Königin die tapferen Hellebardicrer vor; sie wurden zum Handkuß zugelasse». — (Börse von Madrid, 11. Okt.: Sproz. 2«'/. 50 Tage Zeit. Kapitalisirte ZinSabschnirre 22., 2 Monate Zeit; unverzinsliche Staatsschulb 6proz. 2 Monate Zeit.) — Der „Eco del Comercio" und „El Espectador" drücken sich mäßiger aus, als man hätte erwarten sollen. (Das ist das Interessanteste, was noch, nach den telegraphischen Meldungen, aus den madrider Korrespondenzen und Blättern sich mittheilen ließ. Paris, 20. Okt. (Korresp.) Der Generalkapitän F. de P. Alcala soll von dem spanischen Gesandte» in Paris, Hrn. Olozaga, einen Brief erhalten habe», in welchem folgende interessante Details zu lesen sind: „Um so viel als möglich den wahrhaften Zustand der Dinge auszuklärcn, so habe ich, da die Königin Christine sich in dieser Hauptstadt befindet, für paffend gehalten, mich zu ihr zu begeben. Als Repräsentant der spanische» Regierung lag es mir am Herzen, zu wissen, ob der General O'Donnel und andere Personen, die in Navarra und den baskischen Provinzen sich den Titel von Generalen beilegen, sich Agenten oder Deirgirte der Regentschaft nennen, istelche der Königin Christine zukommcn, von ihr ihre Titel und Aufträge empfangen hätten oder mindestens autorisirt seyen, sich ihres Namens zu bedienen, so wie sie es thaten. Ein von Madrid in der Nacht vom 3. zum 4. abgegangener Kurier, welcher mir 6 Briefe der Königin Isabelle und der Infantin brachte, lieferte mir die beste Gelegenheit zu meinem Besuche. Beauftragt von der Regierung, diese interessante Korrespondenz zu übcrbringeu , habe ich die Ehre gehabt, Ihre Majestät zn sprechen .... Bei Neberreichung jener 6 Briefe habe ich Ihrer Majestät erklärt, daß ich ihr eine feierliche Frage vorzulegen hätte, und daß nach der Strenge meiner Pflicht ich ihr die mir anveriraulen Briefe selbst dann erst übergeben dürfte, wenn ich diese Antwort erhalten. Doch, fügte ich hinzu, die Worte Eurer Majestät haben hier eine so unendliche Wichtigkeit, daß ich selbst den Schatten eines moralischen Zwanges bei ihrer Erklärung vermeiden will, und ich beginne also damit, in ihre Hände die Briefe zu überliefern, welche eine Mutter zweifelsohne ungeduldig war, zu empfangen. Nachdem sie dieselben genommen, setzte ich Ihrer Maj. die Zweifel auseinander, welche die Regierung mich beauftragt hatte, ihr zu bezeigen. Ich sagte ihr, daß wenn sie in der Nacht vom 3. habe Kenntniß von den Ereignissen haben können, welche sich den vorhergehenden Tag in Pampelona zugetragen, ich mich in der Unmöglichkeit befinde, vor ihr zu erscheinen. Ich fügte hinzu, daß wenn die in Pampelona und ans andern Punkten der baskischen Provinzen publizirten Fakta, betreffend ihre Theilnahme an jenen Ereignissen, wahr seyen, sie es mir frcimüthig erklären möge, damit ich die Regierung davon benachrichtige uud diese die Art der Verbindung regeln könnte, welche sie in Zukunft mit der gewesenen Regentin anzuknüpfen für passend halte. Ihre Majestät hatte die Gnade mir zn antworten: „Daß es falsch sey, daß sie de» General O'Donnel zum Vizekönig von Navarra oder zum Gencral- kapitän der baskischen Provinzen ernannt habe; daß es falsch sey, daß sie ihm oder Andern die mindeste Autorität verliehen hätte, daß es ihr übel angestanden haben würde, es zu thnn, da sie selbst ja keine besitze; daß jedwede Handlungen jener Personen nnter ihrer eigenen (der Personen) Verantwortlichkeit unternommen seyen." Ihre Maj. hat diese Versicherungen mehrmal wiederholt und hinzugefügt, sie fordere Jeden heraus, einen Beweis des Gegenteils zu liefern. Ihre Maj. hat mich förmlich autorisirt diese Antwort der Regierung mitzntheilen und ihr zn gleicher Zeit die Wünsche zukommen zu lasse», welche sie für das Wohl und die Ruhe aller Spanier hege. Mögen diese Wünsche," fügt der span. Gesandte in seinem Briefe hinzu, „mögen diese Wünsche noch zeitig genug ankommen, »in die Ströme von Blut aufzuhalten, die noch fließen werden durch das Verbrechen derer, welche die Fahne des Ver- rathes aufgepflanzt haben! Uebrigens ist es niemals zu spät, um noch den Betrug jener Menschen aufzudeckcn, welche, um persönlichen Leidenschaften zu dienen, sich das Recht angemaßt haben, das Land i» Unruhe zu stürzen und zu dem Ende Namen und Interessen zu »surpiren, die sie verlängncn. Gegenüber den bestimmten Worten, welche ich Ihnen anführe, ist jeder Kommentar überflüssig. Die Zeit wird lehren, was die Folgen einer solchen Politik für die spanische Nation wie für die Erregentin scyn werden. Gott behüte Sie. Unter;. Sebastian de Olozaga. Paris, 10. Oktober 1841." Vorstehendes vom „National" mitgetheiktc Aktenstück befindet sich auch in dem heute eingetroffenen „Memorial bordelais." Die gleichzeitige Mittheilung in Bordeaux und Paris beweist, daß der spanische Gesandte mit dem „National" in direkter Verbindung steht. — Sticht allein in Barcelona besteht eine Aufsichtsjunta, sondern auch in Jrone, Matara, Tarragone, Reus und Lerida. Es werden Adressen an die Regcntin gerichtet und Freikorps gebildet; Valencicr und Aragonicr nehmen an dieser Bewegung Theil. Van Halen ist auf Befehl des Reichsverwesers nach Aragonien abgegangen. Die Insurgenten werden nun von allen Seiten angegriffen werden, das französische Gebiet steht ihnen aber als Zuflucht offen. — Zu Tolofa, San Sebastian und Jrun haben die Behörden anschlagen lassen, daß 15 Bataillone aus Madrid erwartet würden, um gegen Vitoria zu operiren. O'Donnel soll, heißt es, in Gnipuzcoa zwei Forts weggenommen haben, Puenta la Rcyna und Estella. (Nur die Einnahme des ersten Punktes, ist durch die bereits mitgctheilte telegraphische Depesche bestätigt worden). Persien. Tabris, 15. August. Die Perser sehen mit Ungeduld dem englischen Gesandten entgegen, dessen Rückkehr wenigstens im Volke sehr gewünscht wird. Man erzählt sich hier, daß der russische Gesandte mit dem Premierminister einen Wortwechsel gehabt habe. Jener soll nämlich von der persischen Negierung die Bezahlung der Summen, die sie der russischen noch schuldet, verlangt, und sie zugleich benachrichtigt habe», daß ihm zwar Instruktionen zugegangen seyen, die freundschaftliche Beilegung der Zwistigkeiten mit England zu unterstützen, doch könne er nicht zngebe-i, daß dies auf die vom Schah geuchmigte Weise geschehe. Dieser Wortwechsel ist nur ein Gerücht, das vielleicht wenig Wahres enthält, doch habe ich es aus so guter Quelle, daß ich geneigt bi», es für wahr zu halten. Auch muß erwas vorgefallen sey», da der r»ss. Gesandte und der Premierminlster jetzt sehr gespannt sind. Seitdem erwartet auch der Hof die Ankunft des engl. Gesandten mit Ungeduld. — Wegen der großen Dürre im Lande sind viele von den Einwohnern gcnöthigt gewesen, ihre Kinder zu verkaufen, um Brod zu erhalten. Obgleich es Christen waren, wurden diese doch von den Muselmännern gekauft. Die hier anwesenden Russen aber erwirkten einen Befehl, daß alle Perser, welche solche Kinder gekauft hatten, sie im russischen Konsulat abgebe» und dagegen den dafür ansgelegten Betrag empfangen sollten. Fast 200 sind auf diese Weise befreit wotVen, ob aus den Händen der Russen, ist fraglich, denn eS kann kein Zweifel seyu, daß sic nach Rußland geschickt werden. — Der Schah hat 6 Regimenter aus der Provinz Adjerbidschan zu sich berufe». Man sagt, er wolle nach Astcrabad, doch zweifle ich, daß er dazu im Stande seyn werde, da er kein Geld hat, seine Soldaten zu bezahlen. (8. A. Z.) Baden. ^ Karlsruhe, 23. Okt. Wir vernehmen, daß der Abgeordnete Hofrath Welcker, während er den Norden Deutschlands bereist und sich allerwärts durch seine politisirenden Reden bemerkbar macht, auf Befehl Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs wieder in den Ruhestand versetzt worden ist. Konstanz, 8. Okt. Der zwölfjährige Joseph Müller, Sohn des Konrad Müller in Ueberlingen, hat am 4. Sepk. d. I. den fünfzehnjährigen Johann Nepomuk Burster von dort mit eigener Lebensgefahr vom Tod des Ertrinkens im Bodensee errettet, welche edle That andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Großh. Regierung des Seekrcises. Aurtdoten, wie z. B. „Die Advokaten", als neue Witze herausgehoben und aufge- rischt werden, so verdient solches mit Recht gerügt zu werden. Wenn sich der Lahrer hinkende Bothe pro 1812 vortheilhaft auszelchvet, so darf solches gewiß auch von dem bei E. Groos in Heidelberg erscheinenden „badische,, Hausfreund" sowohl hlnnchilich seines Inhalts als des äufferst billigen Preises wegen — gerühmt werden. Dieser Kalender enthält eine weit ausführlichere Beschreibung von Napoleons Leichenfeier als der lahrer, mit «inen, schönen Holzschnitt in Folio, den Leichenzug darstellend. Napoleon steht da in seiner Heldenglorie, ohne besonderes Raisonnement: äe »wrtnie ,ü> »Ei de»«! und uns steht es am wenigsten an über ihn loszuziehen. Ferner ist bemerkenswerth: das schöne Gedicht von Borholz, „die E-rerrung zweier Knaben bei m Eisgang zu Mannheim verflossenen Winter Lurch Philipp Hagen allda," nebst einer schöne»' Abbildung. De» Erzählungen liegen überhaupt wahre Thatsachen zu Grunde, die zur Belehrung und Warnung dienen. Köln, 11. Okt. Ein Seiteustück zu der vor kurzem stattgehabten Philologenversammlung in Bonn, obwohl freilich m etwas verjüngtem Maßstabe, hat vorgestern >n dem uns jetzt durch die Eisenbahnen so nahe gebrachten Nachbarlande Belgien zu Antwerpen stattgehabt. Die Philologen der Provinz Flandern versammelten sich nämlich daselbst, einer vom Gouverneur dieser Provinz ergangenen Einladung Folge leistend, 15 an der Zahl, im Saale der Museumsdirektion. Die Debatten über sprachliche Gegenstände dauerten unter dem Vorsitze des Hrn. Franz Verduvfsen sieben Stunden lang un- wurden mit eben so musterhafter Ordnung als wissenschaftlicher Würde geführt. Es wäre gewiß zu wünschen, daß aus diesem kleinen Anfänge eine allgemeine jährliche Versammlung der belgischen Philologen im Sinne des großartigen deutschen Verein« hervorgehen möchte. Luzern. Ein unerklärbares Ereigniß beschäftigt die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt. Die groß« Monstranz i» der Stiftskirche im Hof, ein Meisterstück alierthümlicher Kunst, seh-r kostbar aus purem Gold, mit herrlichen Edelsteinen, ist entwendet worden. Dieselbe wurde noch am letzten Kirchweihsonntag ausgesetzt und nachher wie gewöhnlich in der Sakristei », einem mit eiserner Lhüre und zwei starken Schlösser» versehenen Wandschrank »erwähn. Als gestern dieser Wandschrank eröffnet wurde, fand sich die Monstranz nicht mehr vor, hingegen vermißte man von andern cbendaselbst verwahrten Gegenständen hohen Werths kein einziges Stück. Der Diebstahl ist um so unerklärbarer, als weder an den Schlössern des Schrankes noch an der durchwegs gut verwahrten Sakristei irgend eine Spur von Gewaltthat entdeckt werden konnte. Man vermuthet, der Einbruch sev mit Dietrichen bewerkstelliget worden. Der Werth der entwendeten Monstranz an Edelsteinen, Gold und Silber wird, abgesehen vom Kunstwerth, bis aus L0,0<1l> Gulden geschätzt. Dieselbe soll ein Geschenk der Familie v. Hertenstein gewesen seyn. — Aus Mons schreibt man vom 17. Okt.: Zn unserer Stadt hat man eine Entdeckung gemacht, welche die öffentliche Neugierde lebhaft erregt hat. Gestern streßen die Arbeiter bei der Aufräumung der Erde an dem Theil des Stadthauses, genannt Arsenal, aus welchem das neue Theater erbaut werden soll, ungefähr 5 Fuß tief unter der Erde auf einen bleiernen Sarg, der eine noch gut erhaltene, mir einem noch fast unversehrten Gewände von schwarzer Seide bekleidete, weibliche Leiche enthielt. Das »eben dem Körper liegende Haupt deutet an, daß diese Frau enthauptet worden seyn mußte. Hr. D..., der sich viel mit der Geschichte unserer Stadt befaßt, versichert, dieser Körper sey jener der Gräfin Ines deMendoza, welche am 9. Juni 1818, als Mitschuldige bei der Verschwörung des Marquis de Hennquez, im Hofe des Stadthauses hingerichtet worden ist. Wirklich trägt ein goldener Ring am Finger der Leicke, die ln drei Ankerkreuzen von Lasurfarbe bestehende» Wappen der Meudoza's und bestätiget auf diese Weise die Vermurhung des des Hrn. D.... Der Sarg ist einstweilen im Museum beigesetzt worden. » 1918 » Mannheim, 22. Okt. (Korresp.) Meine Mittheilung vom 10. d. M. hat in Nr. 286 dieses Blattes eine Entgegnung gefunden, welche ich, obgleich kein Freund von Hader, nicht mit Stillschweigen übergehen kann. Die Polemik meines Gegners ist ganz eigener Art; zuerst sucht er zu drmonstriren, daß ich kein Mannheimer bi»; wahrscheinlich hält er alle diejenigen dieses Namens für nicht werth, welche da, wo das hiesige Lokalinteressc einigermaaßcn bedroht ist, noch unbefangen genug sind, auch an die Interessen der andern Landesangehörigen zu denken, die nicht das Glück haben, Mannheimer zu seyn. Zu solchen erklusiven Mannheimern gehöre ich nun allerdings nicht; wohl aber zähle ich mich zu den Bewohnern Mannheims, wo mich schon geraume Zeit Beruf und Neigung fcsthalten. Doch dies ist eitel Nebensache; ich wende mich daher zu der feinen Kriegslist, mit welcher mein Gegner weiter manövrirt. Erst legt er mir nämlich die widersinnigste» Behauptungen in den Mund, und dann bekämpft er dieselben aus's vermeintlich Siegreichste. Wer hat ihm den» aber in den Kopf gesetzt, ich wolle die 22,000 Seelen Mannheims von der Bahn ausschließen, und stelle Mannheim als der Eisenbahnverbindung nicht bedürftig, als unwesentlich für die Bahn dar? Mannheim ist und bleibt mit der Bahn verbunden, die Einmündung der darmstädter Bahn mag nun hier, oder in Heidelberg stattfinden, und man kann wahrlich nicht von einer Ausschließung sprechen, wenn die Reisenden zwischen Mannheim und Frankfurt zu demselben Umwege genöthigt werden, den man der ungleich größeren Anzahl derer zumu- then will, die aus dem Norden nach Süden und umgekehrt passiren. Wo habe ich ferner gesagt» die hiesige Spedition begreife blos die aus Holland kommenden und nach Württemberg, Baden und der Schweiz gehenden Güter? Jeder mit gesunden Augen Begabte sicht, daß meine Behauptung nur dahin geht, daß die Zufuhren den Rhein herauf bei weitem den wichtigsten Theil des hie- ! sigen Handelsverkehrs ausmachcu, und die eigentliche Basis desselben bilden; ^ daß aber gerade für diesen Theil die darmstädter Bah» von untergeordneter ^ Bedeutung ist; und man kann doch nicht annehmc», daß Güter, aus Holland, Köln oder Mainz kommend, ihren Weg nach Frankfurt über Mannheim suchen! ^ Ich getraue mit aber sogar zu behaupten, daß die frankfurter Spedition auch , in Zukunft hier nie eine große Höhe erreichen wird, indem, wie schon früher gesagt, gerade, wenn die Eisenbahn einmal vollständig hergestellt ist, die Güter soweit direkt gehen werden, als sic jene benutzen können. Es bleibt somit nur der Eigenhandel zwischen beiden Städten übrig; daß dieser in der Znkunkt bedeutender werden kann, will ich nicht bestreiten; allein ich sprach von der Gegenwart, und da erlaube mir mein Herr Angreifer, bei meiner Behauptung stehen zu bleiben, daß jener von keiner großen Erheblichkeit ist; in der That, wer gegenseitig von einem „sehr bedeutenden Waarenverkehr" und von einer „frequenten Schifffahrt" zwischen Mannheim und Frankfurt sprechen kann, der will entweder nicht sehen, oder eS fehlt ihm der richtige Maaßstab. Auf der andern Seite ist es für den Güterzug zwischen Frankfurt und dein gewerbrei- chcn Neckarthal allerdings von Wichtigkeit, daß die Bahn in Heidelberg ausmündet; denn wie Mannheim das Verbindungsglied zwischen der Eisenbahn, als des künftigen Verkehrs oder des obcrn Rheinthals, und der großen stihein- schifffahrt varstcllt, so vermittelt Heidelberg daS Neckarthal mit der Eisenbahn, ein Umstand, woran diese Stadt, zumal bei der ebenerstehendcn Neckardampf- schifffahrt schöne Hoffnungen knüpfen kan». Schließlich will ich noch bemerken, daß ich zu bescheiden bin, um über große Handelsinteressen „abzusprechen," wie mein Herr Gegner von mir zu sagen beliebt; aber ich wage es, »ntzusprechcn; sollten mir Jrrthümer vorgehalte» werde», so lasse ich mich gerne belehren, oder suche meine Ansicht zu vertheidigen; übrigens werde ich auf Angriffe solcher Art, wie der in Nr. 286, weder Worte noch Zeit fernerhin verliere». Mannheim, 17. Okl. Einer Sage zufolge, die wir freilich nicht verbürgen können, soll der Beitritt von Hannover und den beiden Mecklenburg zum Zollverein demnächst erfolgen. Gewiß ist, daß in Betreff Mecklenburgs die Verhandlungen sehr vorgerückt sind, während von Seite Hannovers längst, d. h. bald nach der Beitrittserklärung BraunschweigS, annähernde Schritte, die ein früheres oder späteres Anschließen in Aussicht stellten, geschahen. Welchen ungemeinen Einfluß dieses Ereigniß, wenn eS wirklich cintritt, auf die Entwicklung des Vereins und daS Glück von ganz Deutschland ausüben würde, brauchen wir nicht auScinanderzusetzeu. So viel ist gewiß, daß die denkenden Köpfe dieser Länder den Beitritt als ein nothwendiges Erforderniß des allgemeine» und des besonder» Wohles anseben. Erfolgt er, so kann der Anschluß der übrigen deutschen Ufcrstaate» nicht auSbleiben, wie umgekehrt Hannover beitre- tcn muß, wenn diese vorher sich mit der großen Union vereinigen. (A. Z.) *z. Baden, 23. Okt. (Korresp.) Heute fand unter zahlreicher Begleitung das Leichenbegängniß des großh. bad. Hofraths Aloys Schreiber statt, der in der Nacht vom 20. auf den 21. d. M. in einem Alter von achtzig Jahren sein thätiges Leben beschlossen hat. Der Selige erfreute sich bis in daS letzte Jahr seines irdischen Daseyns eines rüstigen Grciscnalters, und die geistigen Kräfte blieben ihm bis zu dem letzten Tage getreu. Einem andern Anlaß möge es Vorbehalten bleiben, die Verdienste A. Schrciber's als Schriftsteller und Gelehrter zu besprechen; wir Badener habe» ihm ganz besonders zu danken, daß er der Erste war. der zu einer Zeit über Baden schrieb, in welcher der Jahrhunderte früher so berühmte Ort vergessen in dem stillen Thale lag, und durch sein dazumal schwer in die Wagschaale fallendes Wort eine Aufmerksamkeit erregen half, welche f ür die Quellcnstadt so hei lsame Früchte tragen sollte. Sr e u e ft e Nachrichten. * Paris, 21. Okt. Telegraphische Meldungen. 1) Bayonne, 18. Okt. Am 14. zog Ayerbe aus Pampelona sStadij und marschirte gegen O'Donnel. 2) Bayonne, 19. Okt. Es wird versichert, O'Donnel habe seine Vereinigung mit Urbistondo zu Tolosa bewerkstelligt. Jturbe ist in Hernani zu Alcala gestoßen ; ihre Vorhut war zu Andoain. Nach dem smadndcrj ministeriellen Blatt „Espectador" vom 12. d.M. hat der Regent dem Jnfante» Francisco da Paula den Befehl jl'orckcoj zugeschickt, seinen ^Eintritt in Spanien zu verschiebe». 3i Bayonne, 19. Oktober. Am 16. bemächtigte sich O'Donnel Estellas. Urbistondo war am 18. Morgens zu Tolosa, und Alcala zu Andoain. Der carlistische Oberst Sanz durchzieht die Glänze von Navarra an der Spitze ehemaliger Offiziere und Soldaten seiner Partei, um O'Donnel beizustchen. In Pampelona waren am 17. Abends die Dinge im selben Stande; Ayerbe ist dort Ungezogen und ist nicht mit den zwei gegen O'Donnel entsendeten Bataillonen auSgezogcn. 4) Pcrpignan, 19. Okt. Der Stadtrath von Valencia hat sich am 14. für in Permanenz erklärt, und regiert set Kouveruej. Er hat die Schaffung eines 3. Nationalgardebataillons, daS auö Leuten vom Hafen und aus den Matrosen des Grao salso von der niedersten und rohesten Klaffej bestehen soll, entschieden. Jeder Alcade stellt die Liste der Verdächtigen seines Viertels auf. Die „Patrioten" allein dürfen aus der Stadt gehe». Der Eintritt in die Stadt ist drei, von Alicante kommenden Kowpagniee» des Regiments Savoyen untersagt worden. General Seoane kam am 14. Abends nach Valencia zurück. 5) Bayonne, 20. Oktober. Gestern Mittag sollte sich Alcala gegen Hernani wenden. Es scheint gewiß jii xurrut eertuinj, daß 1500 aus dem Navarresischen Partei für O'Donnel ergriffen haben. Das „Dcb." wiederholt heute Mittag aus einem OppositionSmorgenblatt ohne Bemerkung folgendes: „Mau versichert uns, Hr. Olozaga, der spunische Gesandte, habe unserer Regierung eine Note zugestellt, in welcher er sehr nachdrücklich über das Benehmen der zu Paris und zu Bayonne sich aufhaltenden spanischen Flüchtlinge Beschwerde führt, und daß er verlangt hat, daß alle diejenige», welche als Anstifter der Empörung in Spanien und als Mitglieder der verschiedenen zu dem Zwecke gebildeten Ausschüsse anerkannt sind, ans Frankreich ans- getricben werde». Es heißt, Hr. Olozaga habe rin - oder zweimal dem französischen Kabinet zu verstehen gegeben, daß er gewillt sey, seine Pässe zu begehren. Ein Minister sagte gestern Abend in der Oper, daß die Regierung entschlossen sey,'sie ihm zu geben, sobald er sie förmlich begehre." * London, 19. Okt. Die „Amtszeitung« bringt heute die Ernennungen: 1) Lord Cowley's zum Gesandten in Paris, 2) Lord Stuart de Nothesay's zum Gesandten in St. Petersburg, 3) Sir Stratford Eanning's zum Gesandten in Kvnstantinopel, 4) Sir Robert Gordon's zum Gesandten in Wien, 5) Lord Burghersh's zum Gesandten in Berlrn. — Die Königin und Prinz Albert sind heute Nachmittag von Windsor im Schlosse hier wieder eingetroffen. — Der so begierig erwartete Dämpfer „Ealedonia« ist, einem Briefe aus Liverpool vongestern Stacht zufolge, dort aus Amerika noch nicht angekommen. Redigirt »iiter Verantwortlichkeit von C. Mackloi. -Ltäitterungs - BevbacHlunaen. Barom. 22. Dal a to 9-/,Abd.j2S" 0.28 23. Oki. 6-/. Mg. 2 Mtg- Tcmpcr. iFeuchtkl. noch R- mach vL> 3.04§ 0.78 -i- Wi»i> ,B-wol«g. Nieder. mit St. nach V,, schlage. NO' Leiter 1. 27"10.60/- 0.28, 0.85 27" 8.03 -s- tt.23 0.96 unkerbr. hei». S. Dust. . l Ei». Rnf iunrerbr. beiter Z. Großherzoglichcs Hoftheater. Sonntag, 24. Okt.: Hamlet, Prinz von Dänemark, Trauerspiel in fünf Aufzügen, von Shakspcare, übersetzt vo n Schlegel. ln.126.1s Nr. 15,629. Sichern. (Gläubiger- aus f o rd c r u n g.) Anton Schindler von Kappelrodeck hat um Zusaininenbernfung seiner Gläubiger zur Bornahme eines Borg- oder Nachiaßverzleichversuchs gebeten. Es werden daher sämmtliche Gläubiger desselben auf Samstag, den 20. Nov. d. 2.,_ mit dem Anfügen anher vorgeladen, daß in Bezug auf einen etwa zu Stande kommenden Borgvergteich die Nichterschei- nenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Sichern, den 28. Sept. 184l. Großh. bad. Bezirksamt. W ä n k e r. (N.tl6.3s Freiburg. (Aufforderung.) In Untersuchungssachen gegen Ferdinand Steigert von Uffhausen, wegen versuchter Nothzucht, wird die Ehefrau des SteinguthändlerS Johann Schweizer von Oeflingen, Bezirksamts Säckingen, anfgefor- dert, sich unverweitt anher zu stellen. Zugleich ersuchen wir die großh. Behörden, dieselbe gefällig auszuknndschafte», und anher zu fistiren, sohin uns darüber in Kenntniß zu setzen. Freibnrg, den t. Okt. 1841. Großh. bad. Stadtamt. H i r t l e r. v<1t. Gig and et. sv.266.3s Karlsruhe. (K a p t t a l a n e r- bieten.) Bei der General G in eli n'scheu Stif- tungsverwaltung Karlsruhe finv 600 fl. gegen gerichtliche Versicherung auszuteihen. S^ aatspapiere. London, 19. Okt., 4 U. Nachm. KonsolS 88'/,. Span. Fonds, aktiv 19'/., pass. 4V., aufgeschob. Schuld 9'/.. Porrugies. Fds. 5proz.29'/,, 3proz. 17'/,. Belg. 103. Holl.öprz. Anl.99'/., 2'/, proz. 51. Dän. 76. Ruff, 112'/, sv.325.1.1 Karlsruhe. ^ Neue Erfindung. Mit einer größeren Mustcrauswahl der neu erfundenen geprägten Metallbuchstaben aus der königl. württ. patcntisirten Fabrik von Schneider, Geisel u. Komp, in Stuttgart hier angekommen, erlaube ich mir, dieses neue Fabrikat hiemit bestens zu empfehlen und zur Ansicht der Muster, welche in meiner Wohnung, Akademiestraße Nr. 33, bei Hr». Hoftheatermaschinist Crabathy ausgestellt sind, ergebenst einzuladcn. Diese Buchstaben, welche in jeder Schriftgattung und Größe, im Feuer und matt vergoldet, versilbert, bronzirt und lakirt geliefert werde», eignen sich zur Bezeichnung von öffentlichen Gebäuden, Handlnngs- und Geschäftssinnen, Gasthöfen, sowie zu jeder Art von größeren Aushängeschildern, Abreffen u. s. w., und übcrtrcffcn alle bis jetzt bekannten gegossene» und geschriebenen Buchstabe» und Schriften, sowohl in Bezug auf Eleganz und Wohlfeilheit als auf lange Dauer, für welch' Letztere jede gewünscht werdende Garantie geleistet wird.' Für die unbestreitbaren Vorlhcile, welche dieses neue Fabrikat gegenüber den bisher bekannten darbietet, sprechen die Privilegien, welche von den meisten deutschen Regierungen auf diese neue Erfindung erthcilt worden sind. Mein Aufenthalt in hiesiger Stadt währr vom Montag bis Dienstag Abend, und bin ich von Morgens 8 bis Abends 4 Uhr zu sprechen. Der Geschäftsführer von Schneider, Geisel rr Komp, aus Stuttgart. Neue holl. Aul. 96. Belt,. Frankfurt. 22. Okt. Prj. Papier. Oesterreich. MetalliqueSobiigationen 5 — do. 4 , do. 3 75'/. Bankaktien e» Niv. 1857 , fl. 250 Loose bei Rothsch. — , fl. 500 Loose do. — . Bethniann'sche Obligat. 4 — - do. 4'/. — Preußen. Staatsschuldscheine. Prämienscheine. 4 — - — Bayern. Obligationen. 3'/. — Frankfurt. Obligationen. 3-/. — - TaunnSaktien ohne Div. 367'/, - Eisenbahnobiigarioneu 4 — Baden. fl.SOLoose bei GoN u.S. — fl. 50 Loose »o» >840 46'/. Rentenscheine. 3V. 3V. Darmfladk. Obligationen — ä. 50 Loose. — , fl. 25 Loos«. 25 Rossau. Obligationen bei Rsch 3'/. — fl. 25 Loose — Holland. Integral«. r'/. 49"/.. Evanren. Stktivschnld m. E. 0 18'/. Polen. fl. ZOO Lotterielsosr Sich, bs. z i fl. 500. ... 106"/, 98'/. 1854 109 136'/. 97'/. 101 '/. 106'/. 80'/. 101'/. 102 '/. 367 101V, 113'/. 96'/. «2'/. 96'/. 22 '/. 50"/.. 18 73'/, 76'/. Geldkurs. Gold. fl. kr. Silber. A. kr. Neue Louisdor . . 11 — Gold »I «»reo VV->. 373 — Friedrichsdor . 9 30 Laubthaler, ganz« . 2 43 Holl. 10 fl. Stucke 9 49 Prruß. Thaler . . 1 45'/, Randdukaten . 5 32 5 Frankenthaler. . 2 20 20Frankenstücke 9 21 FeiuSilber,18löthig 24 24 Engl. Guineen 11 42 do. 13—14löthig 24 15 Mit einer Beilage. Druck und Verlag von C. Macklot, Waldstraße Nr. 10.