Gr»,«»»zahl«»» «« 4 , »«« »i« V», t« »'»»> »,»r» I ß. M kr^ Karlsruher Einriick»»>«««»«hr. Dt« i«s»,Ur»« M«Nl,kU« «4» »«re, R»,» 4 k . »riefe „» ««»« t»««». Nr. SSL Sonntag, den 5. Dezember L8L1 Baden. * Karlsruhe, 4 . Dez. Nachdem Seine königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein den gestrigen Vormittag im Kreise der großhrrzog- lichen Familie zugebracht und der Mittagstafel beigewohnt hatten, sind Höchst« dieselbe» gestern Abend, nach 5 Uhr, wieder von hier abgereist. Deutsche Bundesstaate«. Oesterreich. Wien, 28. No». Die 74jährige Pallastdame der Kaise« rin, Gräfin Jlleshazy, wollte vor einigen Lagen NachtS, nachdem sie ihre Die, nerschaft entfernt halte, noch zum Behufe des Lesens den an ihrem Bette stehenden Tisch zurecht stellen, kam aber dabei dem Licht zu nahe, ihre Nachthaube fing Feuer, und Gardinen, Bett und Kleidung geriethen in Brand. Die her, beigeeilte Dienerschaft kam zu spät, jedoch lebte die gräßlich mit Brandwunden bedeckte Unglückliche »och 2 t Stunden. — Baron Salomon Rothschild ist wieder hiereingetroffen, ersehnt von der DirektondcrNordbah», und ein Hoffnungs- anker für die Aktionäre derselben, namentlich in dem jetzigen Augenblicke, wo die erschöpften Fond« alle Aussicht raube», von Lcipnik weiter nach Bochnia bauen zu könne». Wenn Pch nicht überhaupt die finanziellen und Industrie- Verhältnisse anders gestalten, so wird noch vie Beihülfe von anderwärts her kommen müssen, und zwar in der schon vielfach besprochenen Verbürgung der Zinse» für die neuen Strecken von Seite des Staats, worüber jetzt eifrig Be, rathuiig gepflogen wird. ES wurde bei der Bahnanlage ein Fehler, der sehr nachtheilig und jetzt schwer zu verbessern ist, begangen, nämlich die Kosten meist zu nieder berechnet. Die Nordbahn hätte ihr Unternehmen mehr als hinlänglich mit Kapitalien zur Vollendung decken können; allein sie berechnete nur 200,000 fl. K. M. per Meile. Stach der vorletzten Generalversammlung erwiesen sich aber mls Durchschnittskosten 320,000 fl. Mit Anlehen aber ist es hier eine schlimme Sache, wie jener Versuch bei dem stockerauer Flügel bewies, welches Anlehen auf 5 Proz. Zinsen mit der Priorität aus die gestimmten Einnahmen lautete, wovon die Aktionäre doch kaum 140,000 fl. begehrten, die übrigen 660,000 fl. aber Rothschild für sich behielt', da er an Vorschüssen für den Bau dieses Flügels und der Doppelbahn bis Gänserndorf von der Gesellschaft nicht weniger als 1,300,000 fl. K. M. zu fordern hatte. (Schw. M.) Preußen. Berlin, 29. November. Ihre Majestät die Königin ist von der Reise nach München zurückgekchrt. Berlin, 25. Nov. Mehrere Zeitungen berichten, daß eine Kabinetsordre, durch welche die Anziennetätsverhältnisse für den Staatsdienst aufgehoben werden, desgleichen eine Ordre, welche die bei den Behörden üblichen Gratifikationen der Gubalternbeamten für unstatthaft erklären soll, erschienen sepen. Die Richtigkeit dieser Angaben darf bezweifelt werden, da bisher diese OrdreS den Ministerien und Obrrbehörden nicht zugegangen, von ihn«« auch nicht beantragt worden find, ihr angeblicher Inhalt vielmehr nur aus den Berichten auswärtiger Blätter bekannt geworden ist. Die an diese Angaben geknüpften Betrachtungen entbehren mithin zur Zeit jeder faktischen Grundlage. Da» Gerücht einer de- abstchtigten Aufhebung des AnziennetätsverhältnisseS scheint beiläufig auf will- kürlichen Kombinationen zu beruhe», zü denen eine auf den Jahresbericht des Justizministrrs erlassene, eine definitiv« Entscheidung jedoch keineswegs enthaltende königliche Verfügung Veranlassung gegeben haben mag. (A. Z.) Stettin, 24. Nov. DaS Glück hak abermals unserer Stadt aus dem Glücksrad« der 0. Ziehung 48. Lotterie den Hauptgewinn von 200,000Thlrn. znkommen lassen. Diesmal hat Fortuna ihre Gunst größtentheilS ganz Unbemittelten erwiesen, denn von dem ganzen Loose (Skr. 58,623), auf welches der Hauptgewinn fiel, spielte ein hiesiger Kaufmann ein Viertel; das zweite ward einem Handlungskvmmis, 2 ArbcitSleuten in der hiesigen Zuckerfiederei und einem Hausknecht zu Theil; da- dritte Viertel bekam ein Schreiber, ein Satt- lermeistrr, ei» Lischlergesell, eine Köchin und ein Zimmergesell; daS vierte endlich spielten fünf Trompeter des 2. Dragvuerreg. in Garz a. d. O., welche aus dieser Tonart gewiß noch öfter spielen möchte». (Pr. Bl.) Brau «schweig. Braunschweig, 30. November. Heute beginnen die Stände ihre Berathungen über den Antrag der Regierung wegen Beitritts Braunschweig- zum großen Zollvereine vom Neujahr 1842 an, und den von Hrn. Steinackrr auSgearbeiteten Bericht der Kommission. Nach einer vorläufi, gen Berechnung der beiderseitigen Streitkräfte läßt sich doch kaum daran zweifeln, daß die Mehrheit sich für den Antrag der Regierung erkläre» wird. Die Beredtsamkeit Strinacker'S und seiner MeinungSgenoffen müßte Wunder wirken, wenn sie die dichtgeschloffene Phalanr der Gegner durchbrechen wollte. Wie chrnig wahrscheinlich auch vor Kurzem noch Jedem, der die Gründe der Kommission kannte, der Anschluß an den deutschen Zollvereiw mit dem Beginne de» nächsten Jahre» erschien, so wagen eS doch jetzt Wenige, daran zu zweifeln, daß die Regierung in dieser» wie in jeder andern Sache, an der ihr wirklich etwas gekegen ist, den Sieg davon tragen wird. Der Anschluß an den dent- Ein Besuch bei L. van Beethoven. (Schluß.) Sa saß ich denn neben dem kranken, schwermüthigeu Dulder. Da« fast durchweg graue Haar erhob sich buschig, ungeordnet auf seiner Scheitel, nicht glatt, nicht kkauS, nicht starr, ein Gemisch aus Allem. Die Züge erschienen auf den ersten Blick wenig bedeutend; da» Gestchr war viel kleiner, als ich es mir nach dem in «Me gewaltsam geniale Wildheit gezwängten Bildnisse vorgestellt hatte. Nichts drückte jene Schroffheit, jene stürmische Fessellosigkeit aus, die man seiner Phvstog- nomie geliehni, um sie in Uebereinstimmung mit seinen Werke» zu bringen. Weshalb sollt« denn aber auch Beethoven » Angesicht auSsehen wie seine Partituren? Seine Farbe war bräunlich, doch nicht jenes gesunde, kräftige Braun, das sich der Jäger erwirbt, sondern mit einem gelblich kränkelnden Ton versetzt. Die Nase schmal, scharf, der Mund wohlwollend, das Auge klein, blaßgrau, doch sprechend. Aehmuth, Leiden, Güte las ich auf seinem Angesicht; doch, ich wiederhole eS, nicht «in Zng der Harte, nicht einer der mächtigen Kühnheit, die den Schwung seine- GeisttS bezeichnet, war auch nur vorübergehend zu bemerken. Ich will hier den» tcser nicht durch «iur Dichtung täuschen, sondern die Wahrheit geben, «in Neuer Spiegel sei««- Bildnisse« sehn. Er büßte, trotz Allem eben Gesagten, nichts von der gehemmisivoll anziehende» Kraft ein, die uns so unwiderstehlich an daS Aeuffere großer Menschen fesselt. Denn da» Leiden, der stumme, schwer« Schmerz, der sich scheu Zollverein für die östliche Hälfte deS Herzogthums wird also mit dem 1. Januar wahrscheinlich doch erfolgen. I» der Stadt Braunschweig ist, mit Ausnahme einzelner durch ihr besonderes Interesse Beteiligter, Alles dafür. (K. Z ) Deutsche freie Städte. Hamburg, 27. Nov. Die Hamburger Börsenhalle macht darauf aufmerksam, daß, wenn man verlange, daß die Hansestädte dem deutschen Zollvereine beitreten sollten, so müsse man Sorge dafür tragen, daß eine Navigationsakte zu Gunsten der deutschen Schifffahrt erlasse» werde, denn die Schutzzölle für die Industrie, welche der Zollverein austege, sepen für die Hansestädte von geringer Wichtigkeit. Württemberg. Stuttgart, 4. Dez. fNachtrag zur 16. Sitzung der Kammer der Abgeordneten.) Wir theilan nachträglich den wesentlichen Inhalt der früher erwähnten Motion deS Bischofs von Rottenburg mit: „Seit Einsetzung deS bischöfliche» Ordinariats (1828) haben zwischen diesem und dem katholischen Kirchenrathe, als der landesherrlichen Behörde, Verhandlungen über die Verhältnisse der Staatsregierung zu dem Bischöfe und dem bischöflichen Ordinariate stattgefunden, welche aber zu keinem gedeihlichen Ziele geführt, und deshalb im Oktober d. I. von Seite des Bischofs abgebrochen worden sepen. Der Bischof halte sich nun verpflichtet, seine Wünsche, Bitte» und Vorstellungen der Kammer vorzutragen, und diese zu bitten, solche dem Regenten, der Gerechtigkeit liebe und übe, zur Würdigung und Abhülfe nahe zu legen- Die wesentlichen Beziehungen dieser Wünsche des Bischofs sind: 1)Die freie Aufsicht und obere Leitung der Geistlichen; 2) Herstellung der bischöflichen Rechte bei Besetzung ver Kirchenpfründen, welche namentlich bei Besetzung der Dekanate wegen ihrer Verbindung mit Stadtpfarreien beschränkt sepen; 3) daS Recht der Selbstverwaltung des KirchcnvermögenS, insbesondere des Jnterkalar- fonds; 4) Visitation der Dekane durch einen bischöflichen Kommissär, ohne Mitwirkung eines Kommissärs des Kirchenraths; 5) Beachtung der (übrigens der Kammer nicht mitgctheilten) Vorschläge hinsichtlich der Einsegnung gemischter Ehen; 6) Abstellung von Untersuchungen gegen Geistliche in kirchliche» Sachen durch den Kirchenrath, ohne vorherige Kommunikation mit dem Ordinariate ; 7) Auszeichnung würvigcr Geistlichen durch Verleihung von Titeln: eines bischöflichen geistlichen Raths oder eines Ehrendomkapitulars rc.; 8) freie Aufsicht und Leitung des Priesterseminars, und unbeschränkte Erthcilung der geistlichen Weihen, namentlich des Subdiakonats, ohne Einholung der Zustimmung des Kirchenraths; 9) Aufhebung der Zensur kirchlicher theologischer Schriften; 10) Verlegung der Dienstprüfnng der Geistlichen an den Sitz deS Bischofs." (Schw. M.) Stuttgart, 23. Nov. Die Angabe eines Blattes, als wären in Württemberg die »Gedichte eines Lebendigen" verboten, ist grundlos. (L. A. Z.) Krankreich 8h Paris, 1. Dez. (Korresp.) DaS ewige Wechseln der Minister findet keine« Anklang mehr, da stets dieselben Namen wicderkehren. Die Herren Mol6, Thiers, Guizot, Dufaure und Passy als Minister, dann Hr. v. Lamartine als Kammerpräsident sind jetzt im Gespräche, obwohl das jetzige Ministerium noch so ziemlich zusammcnhält. Soviel ist immer gewiß, daß von früheren Feindschaften keine Rede mehr ist, und Thiers, Guizot und Mol» sich recht gut zusauimenschickrn würden. Das ist wenigstens ein negativer Fortschritt. Selbst die Oppostlionsblätter fangen an cinzusehen, daß es mit de« Namrnauftindnngen ein Ende hat, und mehrere unter ihnen lassen sich bereit« herab, statt von Namen oder Personen, von Sachen oder Materie» zu sprechen; freilich können Viele nicht recht glauben, das Kabinct, wie es jetzt beschaffen ist, «erde der Kammer die Spitze bieten. Es wird aber doch geschehen, denn »S drängt sich Niemand in'ö Kabinet. — Die zahlreichen Preßprozeffe gehen ganz spurlos vorüber; auch diese Art von Aergerniß ist überwunden. Man gewöhnt sich daran, einen Geranten verurtheilt und einen andern freigrsprocheu zu sehen. Die »Gazette d» Dauphine«, eines der heftigste» legitimistischen Organe, hat das erste LooS gehabt, indem ihr verantwortlicher Herausgeber zu 6monatljchem Gefängniß und 500 Fr. Geldbuße verurtheilt worden ist. Bekanntlich handelte es sich hier um die berüchtigte Geschichte des Didier vom 4. Mai 1816. Das legitimistische Blakt hat geradezu Ludwig Philipp als Mitoerschwornen dargestellt. —Die zw«, übrigens mit beträchtlicher Gleichgültigkeit besprochenen, Hauptgegenstände, welche jetzt an der Tagesordnung sind, betreffen di« baldige Kammerauflösung, denn nach der kommenden Session findet dieselbe gewiß statt, und die Ungewißheit der Lage des jetzigen Ministeriums. Abgerechnet die Gerüchte, welche jeden Abend verbreitet werden, dürfte eS doch zuletzt dahin kommen, daß andere, wenn auch längst bekannte, Namen wieder austauchen. — Nicht allein die HH. Arzac, Gasc und Roaldcs, sondern auch der Generaladvokal haben gegen daS von den Assisen in Pa» gesprochene Urtel appellirt; letzterer u miaüna. — Gestern wurde der neue türkische Gesandte Rrschid Pascha in feierlicher Audienz vom König empfangen. darin ausdrückte, war nicht die Folge des augenblicklichen Unwohlseyns, da ich diesen LuSvruck auch nach Wochen, wo sich Beethoven viel gesunder fühlte, immer wieder fand, — sondern das Ergebniß seines ganzen, einzigen Lebensgeschicks, das die höchste Gewähr der Bestätigung mit der grausamsten Prüfung des Versagens verschmolz. Bevor wir nicht von einem in der Frische der Lebenskraft erblindeten Raphael zu erzählen haben, wird Beethoven seines Gleichen an Heil und Unheil in der Kunst- wie in der Weltgeschichte nicht finden! Denn aus solcher Höhe wird die Kunstgeschichte zur Weltgeschichte. Deshalb ergriff der Anblick dieses stillen tiefen Grams, der auf seiner wehmuthvollen Stirn, in seinen milden Augen lag, mit namenloser Rührung. Es gehörte starke Kraft der Selbstüberwindung dazu, ihm gegenüber zu fitzen und die hervordringende Thräne zurückzuhalten. Nachdem wir uns gesetzt hatten, reichte mir B. eine Schrcibtafel und einen Bleistift, indem er sagte: „Sie dürfen mir nur di« Hauptsachen aufschreiben, ich weiß mich dann schon zu finden; ich bin eS nun schon viele Jahre gewohnt. Sie wotir« mir eine Oper ichreiben", fuhr er fort, „das würde mir eine große Freud« sep»! Es ist so schwer, ein gutes Gedicht zu finden! Grillparzer hat mir eins versprochen ; er hat es schon gemacht; doch wir können uns noch nicht recht verstehen. Ich «ill ganz anders wie er! Sic werden Ihre Noth mir mir haben!" Ich versuchte ihm mimisch anzudeuten, daß ich keine Arbeit für zu schwer halten würde, ih« zu genügen. Er nickte freundlich, zum Zeichen, daß er mich verstanden. Ich 2168 * Paris, 1. Dez. Das „Memorial bordelais« sagt: Es heiß-, das Ministerium sey im Begriff, 8 neue Pairs zu kreiren, welche iiiögesammt aus der Deputirtcukammer genommen würde»; man nenne darunter den gewesenen Gesandten in Frankfurt, Baron Deffaudis, und den Gesandten in Dresden, Hrn. E. v. Biiffiörcö. — Der mchrcrwähntc Lcgitimist und gewesene Karabinieroffizier, Hr. v. Kersauste, ist wegen Koufiuirnngsbruchs und unerlaubte» Ausenthalts in Paris vom Zuchtpoftzeigericht des Seinedepartemeuts zu lOtägigcr Einsperrung u. Zahlung der UntcrsnchungSkostcn verurtheilt worden. — Eine Hcirath zwischeu einem Abb« und einem jungen Frauenzimmer von Pouille (bei Nantes), welche demnächst vollzogen werden sollte, ist durch Einschreiten der betreffenden Behörde untersagt worden. Straßburg, 29. Nov. 2" den letzten Tagen sprach man viel von der Einstellung der Zahlungen eines der ältesten n. achtbarsten Häuser hiesigerSladt (v. Türkhcim u.Ke), welches durch den Fall einiger wiener Bankiers, sowie das unlängst vor sich gegangene Falliment der HH. Hausmann und Komp, große und herbe Verluste erlitten hat. Wie ich aus sicherer Quelle vernehme, dürfte hier ein Arrangement um so eher zu Stande kommen, als sich mit der Schlichtung der Differenzen mehrere der größten Häuser auf'S angelegentlichste beschäftigen. (A. Z.) Vom französischen Oberrhein, 2. Dez. Die vielfachen Ausdehnungen unserer Industrie und unseres Handels haben in der letzten Zeit zu übertriebenen Spekulationen vieler unserer größten Fabrikanten geführt und dadurch den Ruin manches großen Hauses bewirkt. Der Firma Hausmann, welche vor 4 Wochen ihre Zahlungen cinstcllte, ist nun auch ein anderes HauSin St. Marie bei Kvlmar gefolgt, dessen Vorstand sich sogar erschoß. Durch die Niederlage dieses Hauses leiden abermals viele Hunderte von Familien, wenn die Arbeiten in den Fabriken nicht fortgesetzt werden können. — Die in den Fabrikstädten vollendete Zählung lieferte bas Resultat, daß gar viele Gebäulichkeiten nicht so in die Kataster eingeschrieben waren, wie bas hätte seyn sollen, so daß stch «in nicht unbedeutendes Marimum in den Steuern herausstellt. (F. I.) Großbritannien. London, 29. Nov. Nach einem Provinzialblatte thrilt der „Glode" mit, daß der wahrscheinlich nächste König von Großbritannien ein Eduard seyn, und daß der vollständige Namen des Prinzen von Wales lauten werde: Eduard Viktor Ernst Leopold August, Herzog von Kent, Herzog von Koburg, Herzog von Süsser. Uebrigens soll die Königin wünschen, daß der junge Thronerbe de» Titel „The Znfant Prince", der gegenwärtig in der ganzen königl. Hofhaltung üblich ist, auch ferner vorzugsweise als Benennung führe, und bereits eine förmliche Milthcilung über diesen Punkt ihrerseits an Sir R. Peel und den Lordkanzlcr erlassen worden seyn. Die Taufe des Prinzen wird kurz nach der Ankunft des HofeS in Windsor stattfinden, welche vorläufig auf de» 15. Dez. festgesetzt ist.— Prinz Albert empfing vorgestern den Besuch des Lordmayors, welcher ihn bat, an dem zur Grundsteinlegung des neuen Börsengebäudcs bestimmten Tage den Bürgern von London die Ehre seiner Anwesenheit bei dem Festmahle in Mansion-House zü schenken. Der Prinz nahm die Einladung an, und fügte blos die Bitte bei, daß das Mahl der Zeremonie unmittelbar folgen möge, damit er baldmöglichst nach Windsor zurückkehren Ikönne. Die Grundsteinlegung, welche der Prinz in Person vollziehen wird, soll nämlich in der ersten oder zweiten Woche des Januar vor sich gehen. — Nach der „Mormng Post" will das Ministerium mit dem päbstlichcn Hofe wegen gegenseitiger Ernennung von Gesandten in Unterhandlung treten, zu welchem Entschlüsse die Ernennung O'Connell's zum Lorkmayor von Dublin Anlaß gegeben haben soll. — In Chichester hat die sogenannte alte Bank fallirt, wodurch auch das dortige Spital, welches seine Fonds darin nicderzelegt hatte, ansehnlichen Verlust erlitt; dieser Tage wurde deshalb auf Lord Lcnnor Vorschlag daselbst eine Versammlung gehalten, und eine Subskription zum Besten des Spitals eröffnet, welche am ersten Tage schon 500 Pf. St. betrug. — Im Gefängniß zu Reading befindet sich jetzt ein Mann, Namens Bernhard Eavanagh, der Wochen lang leben kann, ohne auch nur eine Spur von Nahrung zu sich zu nehmen. Der Gefängnißarzt ließ ihn 9 Tage lang bewachen; man reichte ihm weder Speise noch Trank, und nach Ablauf dieser Zeit befand er sich so frisch, wie vorher. Es kann zeigen, wie unbarmherzig in den englischen Gefängnissen zu Werke gegangen wird, daß die Aufseher diese» Mann, nachdem er 3 Tage laug in der Tretmühle gewesen war und nichts zu esse» erhalten hatte, auch am vierte» wied-r in's Rad bringen ließen! — Die Untersuchung der Fälschung von Schatzamtsschcinen soll die merkwürdigsten Aufschlüsse liefern, sie werden aber erst bekannt gemacht werden nach geschloffener Abhör Rapallo's, eines der Betheiligten, wenn nicht des Haupttheilnchmers an dem Verbrechen. Nach dem, was ich erzählen hörte, ließ sich Beaumont Smith durch Geldverlegenheit vor mehreren Jahren zu einer ersten Fälschung von geringem Betrag verleiten. Er präsentirtc diese Note dem Rapallo, der sie bezahlte und die Fälschung entdeckte. Dieser Umstand überlieferte Smith in die Gewalt Rapallo's, der denselben durch Drohungen, die Sache anzuzcige», zu fortgesetzter Fälschung zn seinem (Rapallo's) Vortheil zwang. Der ganze Betrag der gefälschten Erchcqucrnotcs ist übrigens in den Händen von Bankiers und anderen Diskontohäuscrn, und keine derselben hat den Weg auf den ordinären Geldmarkt gefunden. * London, 29. Nov. Sir Robert Peel hat, wie wir erfahren (sagt das „Cbrouicle"), Agenten nach dem Festlandc geschickt, um in's Einzelne gehende Erkundigungen hinsichtlich der Arbcitölohnverhältnissc, der NahrungSmittelpreisc und anderer den Zustand der »iitcrn Klassen betreffenden Umstände und That- sachen zu sammeln. Nach dem Karaktcr der Herren zu urthcilen, denen diese Austragssendung anvertraut ist, scheint Sir'Pokert in jeder Beziehung gewill zu sey», genaue und unbefangene Belehrung zu erhalte». Zu was er nachder- hand diese Belehrung zu verwenden geneigt seyn möchte, kann nur die Zeit zeigen. — Noth ist immer noch vas Fcldgeschrci, sagt der „Eraminer." Wenig oder nichts in den verschiedenen eingelaufenen kommerziellen Berichten ermuntert zu der Hoffnung, baß der bedauerliche Druck nur zeitweilig sey, und daß der Nothruf, ehe der Winter vorrückt, Nachlassen werde; er wird und muß im Gegenkheil immer lauter werden. Die Nachrichten aus Lancashire tragen kein erheiterndes Gepräge. Dagegen freuet es uns, die Berichte in Bezug auf den Leiurnbandel in Schottland günstiger zu finden; zu gleicher Zeit läßt uns eine kleine Besserung im Begehr nach Baumwolle in Liverpool hoffen, daß die Fabrikgeschäfte in Lancashire wieder etwas reger werden. — Der angebliche Herzog der Normandie, sich so nennende Sohn Ludwigs des Sechszehnten, sitzt gegenwärtig wegen Schuloeu in Haft in London. — Folgeudes ist eine Ueber- sicht der in dem Zeiträume vom 1. Jnuuar bis 3t. Oktober 184l nur allein vom Hafen von Liverpool aus staitgefundcnen Abfahrten von Auswanderern. Es .wandelten nämlich aus »ach : Brilischamerika 3870; den Verein. Staaten 34,998; Sydney (NeusüdwaleS) 5648; Portphilip (dcögl.) 1439; Schwanenflußkolonie (deSgl.) 117; zusammen 46,072. ^ London, 29. Nov. (Korresp.) Konsols 89'/, ü°/,; span, aktive Schuld 25. — In Dublin hieß es, Hr. O'Connell würde sich wieder verehelichen. — Unsere Blätter beschäftigen sich jetzt viel mit den Zwistigkeiten zwischen der Tür- kei und Griechenland, und beloben Hr». Barkhead (den interimistische» brit. Geschäftsträger in Konstantinopel), daß ec sich weder um die russischen, noch um die französischen Ansichten bekümmert hat, sondern seinen eigenen Weg gegangen ist. Mau liest auch in unser» Blättern eine ssür deutsche Leser bereits durch dtt Allg. Ztg. bekanntes Noie, dalirt vom 18. Oktober, und von der Pforte an die Repräsentanten Frankreichs, Englands und Rußlands gerichtet, die sich eben ans diese Differenzen zwischen Griechenland und der Türkei bezieht. Es werden darin die Beschwerden der Pforte gegen Griechenland umständlich aufgezählt und Genugthuung verlangt. — Hr. Sancho, der neue Botschafter Spaniens am hiesigen Hofe, ist hier, von Paris kommend, cingetroffen. — Aus Lissabon hat man hier Nachrichten bis 22. Nov. Die Königin hat die Schlußrede bei den Cortes selbst gehalten. Die Klubs treiben ihr Wese» nach wie vor fort; ihr Zweck ist auch, die Arbeiterklasse in Bewegung zu setze». Hamburg, 23. November. Die Bedrängnisse der englischen Fabrikanten scheinen sich zu mehren, und von Manchestet stellt man sogar ein« neue Krisis in Aussicht. Blickt man auf die Art und Weise der englischen Ausfuhrgeschäfte zurück, so müssen dergleichen Ereignisse natürlich er- scheinen. Fieberhaft wird erzeugt, fieberhaft verkauft oder verschifft, und in Neuholland, Mepcko und Brasilien kann man englische Maaren billiger als in den Fabriken kaufen. Wird die Ausfuhr auf 48 Millionen Pf. St. angegeben, so ist es sehr zweifelhaft, ob man für de» reinen Ertrag 40 Mill. Pf. St. bieten kau». Ist aber das Jahr herum, so wird die Ausfuhr in großen Zahlen angekündigt, und im Parlament ein Langes und Breites über die steigende Zunahme des Handels gesprochen, während Kanflente, Fabrikanten und Arbeiter die Zeche bezahlen. Durch übermäßige Milbewerbung ist der Gewinn ohnehin auf den niedersten Stanvpunkt gesunken, und auf fremden Plätzen bedarf eS nur wenig, um den Werth der Maaren unter de» Ankaufspreis zn stellen. Hebt man die englischen Baumwollenfabriken besonders hervor, und vergleicht die Jahre 1820, 1821 und 1822 mit jenen.von 1838, 1839 und 1840, so bemerkt man, daß die Ausfuhr in Fabrikaten um 169 und in^arn um 376 Pro;, der Menge »ach zugenominen hat, während sie dem Werlhe nach nur um 47 Proz. gestiegen sind. Man wird vielleicht glaube», daß de- wohlfeilere Preis des Rohstoffs an dieser Vernngerung schuld sey; allein dies ist nur theilweise der Fall. In den Jahren 1820 bis 1822 war der Durchschnittspreis der amerikanischen Baumwolle 9^ D., 1838 bis 1840 7 D. daS Pfund. Dies macht einen Unterschied von nicht ganz 40 Prsz., und wenn man diese Vergleichung durch alle Zweige hindurch führt, so liegt eS klar am Tage, daß in de» letzten vier Jahren mehr verloren als gewonnen worden ist. Falt möchte man sagen, daß das große Kapital, welches jetzt in de» englischen Banmwollenfabriken steckt, nutzlos verwendet ist, und so lange Unheil bringen wird, bis Erzeugung und Verbrauch in ein gesundes Vcrhältniß treten. Wie die Sachen jetzt stehen, wird zum Besten der fremden Verbraucher gearbeitet; und wer mit baarem Geld auf den britische» Märkte» erscheint, hat häufig Gelegenheit, unter dem kostenden Preise zu kaufen. Mit den Tuchfabriken steht es nicht viel besser; und man rechnet überhaupt, daß seit letztem Herbst 15 Mill. Pf. St. auf verschiffte Maaren und die dafür ringegangenen Rückladungen verloren worden sind, und daß die Summe der in diesem Jahre auZgebro- chene» Falliten 12 Mill. Pf. St. übersteigt. (A. Z.) Italien Kirchenstaat. Der „Fräuk. Courier" schreibt uns: Rom, 23. Nov. Monsign. Capaccini wird sich nach seiner Abreise vom Haag, die bereits erfolgt seyn wird, ganz gewiß nach Holland begeben. Monsign. Ferrari, der im Frühjahr mit ihm abreiste, verbleibt im Haag als Geschäftsträger des heiligen Stuhls und Vizesuperior der Missionen Hollands. Nach Lissabon wird Mons. Capaccini von Mons. Vippardelli, dein Bruder des Sekretärs der lateinischen Briefe Sr. Heiligkeit, begleitet werden und Letzterer, sobald Erster» Alles geordnet hat, wahrscheinlich alS Nuntius in Portugal bleiben. Mit dem holländischen Konkordat ist es gegangen, wie ich in einem meiner frühem Briefe zum nahm die Schreibtafel wieder zur Hand und wollte aufschreiben: „Welche Gattung Ware Ihnen die liebste?" Dych schon bei dem Worte „Gattung" , nahm Beethoven das Gespräch wieder aus. „Auf die Gattung käme mir's wenig an, wenn der Stoff mich anzicht. Doch ich muß mit Liebe unv Innigkeit daran gehen können. Opern, wie Don Juan und Figaro, könnte ich nicht komponiren. Dagegen Hab« ich einen Widerwillen." Um keinen Preis möchte ich das merkwürdige Wort auS dem Schatz meiner Erinnerungen missen, das mir plötzlich einen Ausschluß über daS ganze schöpferische Wesen dieses Genius, über seine nothwendigsten Lebensbedingungen gab. Jedermann hätte ihn sich durch seine Werke selbst geben können: die Wahrheit lag offen zu Tage, und das Unbegreifliche war nur, daß man sie nicht längst gesehen und ausgesprochen hatte! Unv dennoch war es das Ei des Kolumbus, und bis auf den heutigen Tag habe ich nirgend diesen Grundgedanken der beethoven'schen Schöpfungen von einem Kritiker mit Bewußtseyu hingestellt gefunden, daß eine edle, sittliche Erhebung unerschütterlich hindurchgeht, und so tief eingehend darin lebt, daß sie bis in die kleinsten Einzelnheiten seiner Melodik und Harmonik eindringt. Die unüber- steigliche Kluft zwischen ihm und Mozart lag durch dieses eine Wort plötzlich tief aufgenssen vor mir. Das dunkle Bewußtseyn, die Ahnung davon hat Jeder gehabt, besonders im Einzelgenuß, der Werke beider Meister; doch ich fordere denjenigen heraus, der mir zeigen kann, daß er schon früher mit sicherer Bestimmtheit diesen, nicht blos wesentlichen, sondern ich möchte sage»: einzigen, das Grundgesetz beider Naturen bildenden Unterschied herausgehoben und hingestellt habe. Das unnennbare Etwas der Erhebung, das ich so oft in Beethoven s Mclodieen empfunden, das Geheimniß, wovurch sie'in eine Sphäre hinübergreifen, aus der zu Mozart zurückzukehren, trotz der Anerkennung seiner Uebcrlegenheit im Schaffen unv Bilde», doch oft fast unmöglich wurde, ja, Unruhe und Widerwillen erregte — dieses Mysterium war inir nun entschleiert. Ein sinnliches Element, d»S in Mozart s Gebilden durch und durch mit voller Kraft unv dem vollen Recht der Natur in allen Pulsen schlägt und athmet, ein sinnliches Element ist in Beethoven nirgend auszufinden. Das ist sein Mehr und sein Weniger als Mozart .... Verschiedene». Paris. Diese» Morgen yal ei» komischer Vorfall, «er zur Karnevalszeit als guter Gedanke erschiene» wäre, in der Sitzung der füaften Anklagekammer die Zuhörerschaft in muntere Laune versetzt. Nachdem ein Advokat während mehrerer Minuten plaivirt hatte, vielt er plötzlich inue unv sagte: „unversehens beauftragt, die Stelle eines AmtSgeuoffen zu versehen, habe ich eben bemerkt, daß ich die Rolle meines Gegners genommen und dir Sache vertheidigt habe, welche ich bekämpfen sollte " Er schickte sich so. an» an, in entgegengesetztem Sinne zu sprechen, als dem Gerichtshof die Mnthcilung wurde, daß sich die beiden Parthieen gleich zu Anfang der Sitzung getroffen und ihre» Prozeß durch gütliche Uebereinkunft beendigt hätten. — Von dem junge» BraunschweigerLeopold Schräder, der im Okt. v. 2. eine »atnr- historische Reis« »ach Island unternahm, sind die ersten Nachrichten ringegaugrn. Da di« Voraus vermutbett. AlleS bleibt bei'm Alten und die apostoltschen Vikare und Erzprirster werden, wie früher, unter der Leitung des Lizesuperiors die ganze Mission verwalten. Die Katholiken Hollands haben dadurch »ichrs verloren, weil ihre Seminarie» und Schulen ganz unabhängig von der Negierung bleiben. Rom, 23. Nov. Durch Dekret der hiesigen Inquisition ää. 15. Nov., sind folgende Bücher für die katholische Christenheit verboten und in den Inder der verbotenen Schriften verwiesen: 1) Der Primat der römischen Päbste, von I. Ellendorf. 2) Die römischen Päbste, ihre Kirche und ihr Staat im 16tcn und 17 ten Jahrhundert; von Leopold Ranke. 3) Oours äe klülosvplüv äe I'ttistoiro luit publiguement ä I'Oniversite äe Vruxvlle«, par I. I. Jft- iuv)vr. 4) -^uuusire äe In 8ocietv ävs Lluäians äe IHiversitv libre üv »ruxelles. 5) Folgende 8 Schriften von Balzac: a) LI. L-e 1^8 äau8 la Vaileo; ö) ?iav8io>o»ie äu LIaris»e ou LIväitatioll8 äe Kkilosopkie evlectique 8ur le bonkeur et le maliieur conjuAal; e) I-e I-ivre LI)8tigue; «/) I,e8 Oeiit Oootes äi-olati((ue8; c) Xouvvsux 0oute8 j>Iiilo8optügues; /") 6out«8 Lruus; s) I/Israelite (unter dem falschen Name») lle Oorace äe 8aiut -Vubiii. /«) Q'Lxcowinuiiie. Hoinan Ko^tkume (unter demselben Namen). 6) Viäsurrv contra Viäaurre. Volumen I. Our«o äe vereclur Lole8ia8tico eto. kor LI. l- Viäaurre. 7) vekensa Oalolica äel primer tomo äel »6ur8o äe Ilerevlro Lclv8ia8tico« äel 8r. Viäaurre, oontra la« «en8ura8 äel Pre8bitero v. Jo«e Llateo .^»uilar ^ äelK. k'. Viceute 8emmario, esvrita per Llarea-LIartittos. 8) l^a veritä intrin8vea eä e 88 en 2 isle äella keliKioue Oristiana, ovvero la veritä äella keliKione Ori8tiaua äemostrata per la 8vmplice e 8 po 8 i 2 io»e äe' 8uoi vo»mi, e äella 8»a morale. Opera äell' Vkale Vineensv l^osana; und 9) 0v kica )' ^Kuilar I). Lmanuvl »Ll Oobernaäor Vioario Oeuersl Lcle8ia8tiee äe la Vioee8i8 äe XaraKo^a.« ^1 Veneralile elero ) tlele« eto. vtzuv kv- lio«8 8omo8 lrabräu äivlio alKunos eelv8ia8tivv8 eto.« Oec^ 8. Off. äiv 18 H.UKU8ti 1841. (A. Z.) Freifiaat Krakan- Krakau, im Nov. Bei der hiesigen Bisthumsverwaltnng finden bekanntlich ähnliche Verhältnisse wie in Köln statt. Der Bischof SkorkowSki ist durch die russische Regierung an der Ausübung seines Amtes gehindert, und lebt im Minoritenkloster zu Troppau. Nachdem daher der ihn vertretende Weihdischof am 27. Jan. d. I. gestorben war, wählte das Kapitel den Prälaten Letowski zum Administrator. Jetzt bringt das »Schlesische Kirchenblatt» »zur Vervollständigung» die Bemerkung, daß der Pabst de» Hin. Letowski nicht als Administrator, sondern als »Generalvikar des Bischofs für den Freistaat Krakau und als apostol. Vikar für den Theil der Diözese, welcher im Gebiete des Königreichs Polen liegt», bestätigt, und dem Domkapitel die Wahl eines Administrators als eine unstatthafie bezeichnet habe. Niederlande. Haag, 28. Nov. Das Plädoyer in Sache» Adrian's hat gestern fort- grdauert. Der Angeklagte hat selbst das Wort genommen und auf ergreifende Weise entwickelt, wie er Alles gcthan, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, und wie er stets mit der größten Redlichkeit zu Werke gegangen sey. Set, ne Rede hat einen tiefen Eindruck gemacht. Das Unheil wird am 4. Dez. gesprochen werden. Amsterdam, 24. Nov. Eines der interessantesten offiziellen Aktenstücke ist die laufende Rechnung der Kolonialkasse mit dem Staatsschatz von 1834 bis 1840. Dieses Aktenstück beweist, daß unsere Kolonien, wenn sie auch ergiebig sind und schon ansehnliche Summen dem Schatze zugeführt haben, cs doch in weit geringerem Grade sind, als man nach den Erklärungen der Regierung, welche der Kolonialkassc fortwährend größere Lasten anfbürdcte, hätte glauben solle». Es stellt sich jetzt sogar heraus, daß während der bezeichnet«!! Jahre 1834 bis 1840 die Kolonien bei weitem nicht die Summe» ausbrachte», die das Budget ihnen auferlegt«, und daß eS daher von Seiten des Hrn. Rochussen, der mit diesem Umstande wohl bekannt gewesen, nicht zn rechtfertigen wäre, wenn er diese Kolonien noch mehr belasten wollte. Nach dem fraglichen Aktenstück warfen die Kolonien nach Abzug der rein kolonialen Laste» folgende Summen aus: Im Jahre 1834 7,200,000 fl.; 1835 10,283,896.80'/,; 1836 12^910,470; 1837 13,000,000; 1838 10,743,508. 5t; 1839 19,449,584. 97; 1840 11,500,000, im Ganzen 79,087,531. 56'/^. Dagegen hatten die Budgets jener Jahre den Ertrag auf 94,929,897. 98'/^ geschätzt, so daß der Schatz »öch eine Summe von 15,842,366 42 darauf bezahlen mußte. (Nh. n. M.) Portugal. Lissabon, 22. Nov. Aus der Thronrede der Königin bei Schließung der EvrteS. „Ich wünsche mir und den Mitgliedern des legislativen Körpers zu dem Eifer und der Sorgfalt Glück, welche in dieser verlängerten Session zum Besten der öffentlichen Sache bewiesen wurden, und zu der besonveru Aufmerksamkeit, welche den von mir in der Thronrede ancmpfohlenen Gegenständen gezollt ward. Einer derselben, und zweifelsohne der bedeutendste und dringendste, bestand darin, für den Zustand der Finanzen Vorsorge zu treffen, ohne welche es unmöglich gewesen wäre, den vielfachen und langschwebenden eingegangenen Verbindlichkeiten genug zu thun, und die anderen Zweige der Verwaltung in angemessene Ordnung zu bringen. Ich kann nur beklagen, daß die öffentliche» Nothwendigkeitcn und die geheiligten Verpflichtungen, welche auf der Nation lasten, die Erhebung einiger neuer Auflagen erfordert haben; ich bin jedoch überzeugt, daß meine Unterthancn freudig jedes Opfer theilen werden, sobald Schiffahrt zwischen Dänemark lind Island bereits eingestellt war, beschloß er, den höchsten Norden SkandivanienS zu bereisen, der ihm dieselben zoologischen Schätze bot, wie Island, Die dänische und schwedische Regierung bewilligten ihm bedeutende Zuschüße, und ein junger schwedischer Pharmazeut, Malmö, gesellte sich ihm als Reisegefährte.zu. Dl« Ausbeute der beiden Reisenden, die ohne alle Begleitung als manchmal eines eingebornen Führers di« wildesten Gegenden des nördlichsten Europa s in der strengen Jahrszeit durchstreiften, ist, nach ihren Briefen vom Juli d. I., sowohl in Quantität als Qualität sehr reich, und wird stch „,ch bedeutend vermehren, da sie noch das ganze Jahr dort verweilen werden, und mit Beginn des nächsten Jahrs, wo die hohe Schneedecke die Reise mit Schlitten erleichtert, zurückzukehreu gedenken. Da ihre beschränkten Geldmittel jedoch den Transport der gesammelten Naturschätze nicht gestatten, so hat die braunschweigische Regierung mit großer Liberalität eine bedeutende Summe hiezu bewilligt, und auch eine bereits eröffnete Subskription verspricht günstigen Erfolg. (Merkwürdige Verwandtschaft.) Unter diesem Titel bringt der Konier Folgendes: In einer schwedischen Landstadt heirathete ein . schon bejahrter Wittwer ein sehr junges Mädchen, und zu gleicher Zeit sein Sohn erster Ehe die noch sehr hübsche Mutter dieses Mädchens. Durch riese buchstäblich wahre Doppelheirath hat sich wohl ein noch nicht dagewesener Familienverhältniß gestaltet: Ein Barer, der seines eigenen Sohnes Schwiegersohn ; eine Schwiegertochter, die ihres Schwiegervaters Schwiegermutter, und überdie- lhrer eigenen Tochter Stieftochter; ein Sohn, der seiner Stiefmutter Stiefvater, und seine» Vaters Schwiegerpapa ist! — Wie erst wird sich dieser Stammbaum toll und konfuse gestalte«, wenn aus jener Doppelehe Kinder zum Vorschein kommen? — Bei dem durch seine militärische Bravheit vor dem Feinde bekannten österreichischen Regiments Hoch- und Deutschmeister, da/ aber, meisten- au- der jovialen Jugend der . di« Nationallrhre und der Nationalkttdit dabei beteiligt find. Sie haben wkhrgenommen, daß die öffentliche Sicherheit im Innern des Königreichs zu- geuonmte» hat; dir Banditen, welche beide Algarbten und einen Theil von Alemtejo beunruhigten, habe« sich bedeutend vermindert, infolge der zweckmäßigen Maaßrcgeln, welche durch den Eifer der Behörden und durch die kräftige Mitwirkung der Armee angenommen wurden. Dieser Gegenstand wird auch ferner die sorgfältige Beachtung der Regierung verdienen." Die Königin, welche, gleich ihrem Gemahl, von einer kürzlich beide betroffenen Unpäßlichkeit gänzlich genesen ist, hielt die Rede mit fester »nd deutlicher Stimme, jedoch vor einem ziemlich leeren Hause, da viele Mitglieder seit den letzten Tagen in die Provinzen heimgereiSt sind. — Von der Oppositionspresse ist die Thronrede stark getadelt worden, und die Regierung hat daher schon mehrere Klagen wegen Mißbrauchs der Preßfreiheit anhängig gemacht, deren Zahl sich z. B. gegen den „National" auf 14, gegen die „Septemberrevolution" auf 10 beläuft. Besonders ward in diesen Blättern hervorgehoben, daß der auswärtigen Politik und der bestehenden Verfassung in der Thronrede keine Erwähnung geschehe. N « Hta » d und Polen. St. Petersburg, 23. Nov. Se. Majestät der Kaiser haben am 20. d. M. dem neuern»,tnten großbritannischeil Gesandten, Lord Stuart de Rothesay, eine Privataudienz verliehen und die Beglaubigungsschreiben desselben cntge- gengenomilien. — Ucber den Dienst der Adeligen und der Freiwillige» in der russischen Armee ist vom Knegsmmister folgende kais. Verfügung bekannt gemacht worden: „Se. Maj. der Kaiser haben als Ergänzung der bestehenden Vorschriften über die Annahme von Edelleuten und Freiwilligen zum Militärdienst zu befehlen geruht. .V In Betreff der Edelleute. 1) Die Sühne armer Edcllcnte können zum'Dienst, jedoch nur in der Infanterie, auf Staatskosten über den Erat der Junker und Unterfähiiriche in den Regimentern und Linienbataillonen angenommen werden. 2) Dieses Recht kann jedoch nur denje. »igen EdeUeirteu zugestanden werden, welche durch Atteste der betreffenden Zi- vilgouveriieure n»d GouverilcmciltSadelsmarschälle darthun, daß sic keine Mittel besitzen, um für ihren eigenen Unterhalt sorge» zu könnet,. 3) Diese junge» Edelleute haben aber vor ihrem wirklichen Eintritt in den Dienst das in Gemäßheit der Allerhöchsten Befehle vom 18. Februar (1. März) 1840 vorge- schriedene Epainen zu bestehe» und werden hiernach: a. diejenigen, welche in dem Eiamen bestanden, mit dem Range und allen Emolumente» eines Unteroffiziers, d. diejenigen dagegen, welche das Eramcn nicht bestehen, als Gemeine eingestellt und auch als solche gehalten. 4) Der Eintritt von Edelleuten bei der Kavallerie erfolgt nach den bereits hierüber bestehenden Vorschriften, d. h. dieselben werden hier nur über den Etat angenommen und müssen selbst für ihren Unterhalt sorgen, v. In Betreff der sonst freiwillig Eintretenden. 5) Alle Uebrigen aber, welche freiwillig in den Militärdienst einzutreten wünschen, müssen, sowohl bei der Kavallerie als bei der Infanterie, in Gemäßheit des Allerhöchsten Befehls das vorgeschriebene Eramcn bestehen und werden, »ach den Resultaten desselben, als Unteroffiziere oder Gemeine angestellt. 6) In beiden Fällen werden jedoch die Söhne von Ausländern, so wie von Kaufleutr», welche von den Bestimmungen über den freiwilligen Eintritt Gebrauch mache», in der Folge nur angestcllt, sobald sie selbst für ihren Unterhalt sorgen können. 7) Von Söhnen von Offizieren, Geistlichen und Pastoren werden ans Staatskosten nur diejenigen angestellt, welche durch Zeugnisse der betreffende» Orts- behördcn darthun, daß sie für ihren Unterhalt selbst zu sorgen durchaus nicht im Stande sind; alle übrigen aber dagegen können nur dann angenommen werden, sobald sie eigene Subsistenzmittel haben. Kronstadt, 15. Nov. Am 13. d. M. konnte das Dampfboot von St. Petersburg des Treibeises wegen nicht mehr hier ankommen. In der folgenden Nacht zeigte sich schon viel Eis längs der Ufer und selbst im Fahrwasser. Am 14. war die Verbindung mit Oraiilcnbaum schon völlig unterbrochen; heute ist das Fahrwasser gänzlich mit Eis bedeckt, so daß die Schiffe, die in See gehen wollten, nicht mehr auslaufen können. Die Post mußte des vielen Treibeises wegen umkchren. Bis zum 15. Nov. sind in diesem Jahre im hiesigen Hafen 1360 Schiffe kingelansen und 1366 ausgelaufen. Spante« Madrid, 24. Nov. Der Regent wohnte gestern Abend der Vorstellung im Theater de la Cruz bei. Se. Hoh. war in der Loge des Stadtrathes und wurde mit betäubendem Jnbelruf: „Es lebe der Regent, es lebe Espartero!" empfangen. Kein einziger Ruf „es lebe Jsabella II." ließ sich vernehmen. Das Orchester spielte die Riegohymiie und die ESpartervhymne. Blumen und Kronen wurden in Unmasse in die Loge des Regenten geworfen. G Madrid, 24. Nov. (Korresp.) 5proz. 26'/, zwei Monate Zeit. DaS alifferordentlichc Steigen der spanischen Effekte» interessirt jetzt weit mehr, als eigentliche Politik. — Der „Corres Nacional« wirft der Regierung vor, sie begünstige das ausserordentliche Spiel mit den 5projcnt., und ppophezciht großes Unglück. Der „Corresponsal" vcrtheidigt das Ministerium gegen solche, wie er sagt, „ungerechte« Anschuldigungen. Die Regierung habe selbst die Operation pr. procura verboten, und es bleibe nur noch übrig, die Geschäfte auf Zeit zu verbieten. A f r i k a. Missionär Krapff berichtet in einem Briefe aus Ankobar in Schoa, einer Landschaft im Süden von Abessyiiie», vvm 25. März 1841 unter anderem folgendes in seine Heimath (Derendingen in Württemberg): „In diesem Lande herrscht weder große Kälte noch Hitze; eö ist hier das ganze Jahr durch nicht wiener Vorstädte bestehend, seine nicht seltenen Militärvergeheu mit einer Art Spitzfindigkeit und Humor begeht, ist neuerlich ein gewiß origineller Desertivnsfall vorgekommen. Ein Mann befand sich nämlich als Rekonvaleszent im Militärspitale und erbot sich (von Profession Schneider), dem inspizirenven Arzt aus müßiger Weite seine Kleider ausbeffern zu wollen, wenn er ihm solche zu geben hätte. AIS dies wirklich geschehen war, zog er dieselben AbendS an und wußte m der Vermummung auch glücklich die Freiheit zu gewinnen. — In Ltlle verschluckte ein Schuhmacher in Folge einer Wette eine lebendige Man«. Kaum war das Thier in den Schlund eingedrungen, als den Mann die gräßlichsten Krämpfe befielen, so baß man ihn binden mußte, weit er ausserdem alle Glieder zerschlagen haben würde. Man suchte ihm Hülfe zu leisten, aber Alles war vergebens; brei Stunden darauf starb er. — Die „Liverpool Time»" meldet, mau habe dort große Quantitäten einer neuen Art Dünger, Gnano genannt, aus Peru empfangen, welche nach allen damit angesteltten Versuchen die wirksamste, konzentrirleste und am leichtesten zu verführende Düngerart sey, die man kenne, indem sie nicht nur, wie das Sodanitrat, stimulirend wirke, sondern auch de» Pflanzen Nahrung gebe. Eine Gesellschaft kiverxooler Kaufleute hat von ter peruvianischen Regierung das ausschließliche Recht erhallen, ihn längs der Küste von Peru zu sammeln. (Worin dieser Dünger eigentlich besteht, wird nicht gesagt.) Mit demselben Schiffe, welr- chcS diesen Dünger brachte, sind auch eine Anzahl Aipacas, eine Art Lamas, die sich durch, die Länge und Feinheit ihrer Wolle anazeicvnen, und welche man in England zn nalura- lisiren hofft, angekommen. (Tinrenflecke aus Leinen fortzuschaffen.) — Man nehme ein Stück gezogenen oder gewöhnlichen Talges, schmelze dies und tauche den befleckte« Theil des Leinen in da« geschmolzene Talg. Dann wasche man bas Leinen und die Flecken werden verschwunden seyn, ohne daß der Stoff darunter gelitten hat. 21-0 so heiß, wie bei euch im Sommer; auch wird es selten so kalt, daß man ein Feuer im Zimmer braucht. Alles, was bei euch gedeiht, gedeiht auch hier und würde noch besser gedeihen, wenn es angepflanzt würde. Ich habe ein Haus nebst einem großen Grundstücke für 45 Thaler gekauft. Meine Kartoffeln ge» deihen vortrefflich. Diese Frucht war bis jetzt in Abeffynien unbekannt. Auch werve ich bald noch 30 andere Gartengewächs- haben, zu welchen ich neulich den Samen aus Aegypten bekam. Dies wird zum Besten des Landes dienen. Ich kaufe gegenwärtig den Scheffel Weizen für 40 kr. oder fünf Stücke Salz welches letztere als Münze gilt), den Scheffel Gerste zu 24 kr. oder drei Stücke Salz; eine gute Kuh kostet 3 Thlr., ein Schaf 24 kr., eine große Ziege 30—36 kr.; ein schönes Pferd 8 Thlr , ei» Maulthicr 2 Tylr., rin Esel 2 Thlr. und ein guter Ochse 4 Thlr. Nur große Thaler gehen hier, alles andere wird mit Salz und Kleidern bezahlt. Ein großes baumwollenes Kleid von 20—24 Ellen kostet 3— Thlr. Baumwolle gibt es in Menge. Die Abessynier haben auch Flachs, wissen ihn aber weder zu Kleidern noch Oel zu benützen. Meine Haushaltung besteht aus 10 Zöglingen (die einst Lehrer ihres Volks werde» sollen) und sechs Dienstboten. Zwei Mägde bereiten das Brod für mich und meine Leute. Alles muß man selbst bereiten. Das Bier wird aus Gerste und einer andern Pflanze gemacht und Talla genannt, der Wein ans Honig, Wasser und einer Pflanze, das Oel von einer Pflanze, die Nuz heißt; es ist vortrefflich. ^ dem wir sie verließen: ^ 1.' «..'cs. «.4 , bekannten Gießer, I. Ludwig Edel zu Straßburg, welcher seine vorzügliche Geschicklichkeit in diesem Zweige der Kunst auch hier rühmlich und auf eine Weise erprobt hat, die denselben öffentlicher wohlgegründeter Empfehlung wür» big macht. Derselbe überraschte uns nicht wenig, scwochl durch die sinnreiche Verzierung des Aeuffern, nämlich die Wahl der einfachen, aber treffenden, in der Uebersctzung von unserem großen Schiller in der Ueberschreibung seines herrlichen LiedeS „von der Glocke" entlehnten Umschrift: „Ich rufe den Lebenden und betraure die Tobten," sowie durch Abguß einiger der neueste» vaterländischen Münzen mit dem Bildnisse unseres edelsten allerdurchlauchtigsten Großhcrzogs Leopold, Seines angestammten BadcnlandeS Freude und Stolz, als auch und besonders durch Wiederherstellung des alten Tones. Kaum war nämlich die Glocke nach zuvor, unter Anwohnung des der wohlehrwürdigen Geistlichkeit, Amtsvorstandes und mehrerer Gcmeinderathsglieder, erhaltener feierlicher Weihe, unter des Geschützes Donner und dem Spiele unserer ausgezeichneten Bürgermilitärmusik, in das Reich des Klanges, in die HimmelSluft emporgestiegen, als sie uns im Vereine ihrer Schwestern, mit ihrer neuen Stimme freundlich grüßte, und n»S erkennen ließ, daß des Geläutes Harmonie durchaus nicht getrübt sey. So möge denn die herrliche Glocke, wieder im traulichen Kreise der Schwestern wohnend, unfern allgemeinen Wunsch, mit Das Wasser ist gut, die Lust rein und gesund. Krankheiten gibt es wenige, da daS Land hoch liegt und der Schweiz gleicht. Wilde Thiere: Löwen, Tiger, Hyänen, wilde Schweine, Elephanten gibt es sehr viele. Der König hat mich zu einer Elephantenjagd eingeladen und mir eine große, starke Flinte dazu gegeben. Das Pulver des Landes ist schlecht, obgleich Salpeter und Schwefel in Menge vorhanden sind; ich kann aber besseres für mich machen. Ueberhaupt ist alles im Lande, nur fehlt es an Leuten, die etwas verstehen, und der König will nichts aufwcnden, um Künstler kommen zu lassen. Wenn sie von selbst kommen, nimmt er sie gut auf, aber gibt ihnen wenig Lohn, daher kommt niemand." (S. M.) Baden. (Sh. auch Beilage.) * Neckargemüud, 1. Dez. (Korresp.) Dem großh. badischen Oberforstmeister und Kammcrberrn Freiherr» Friedlich v. Truchseß Welzhaußen zu Welzhauße», welcher seil 1807 Forstmeister in hiesiger Stade war und vor Kurzem in höchst ehrenvoller Weise auf sein Ansuchen aus dem Staatsdienste entlassen worden ist, ist eine Anerkennung der ausgezeichneten Verdienste, die er sich nicht bloS im Wege seines Berufes, sondern namentlich auch durch mannichfache Vorsorge für die Arme» und das Aruienwesen der Stadt erworben hat, auch von unserer Stadtgemeindc zu Therl geworden. Am 23. Nov. wurde der würdige Veteran von einer Deputation, au deren Spitze sich der Bürgermeister Hcrzcl befand, durch Ucberreichung eines Ehrendiploms mit dem Bürgerrechte der Stadt beschenkt. * Gengcndach im Kinzigthale, 29. Nov. (Korresp.) Heute wurde in unserem reizend gelegenen ehemaligen RcichSstädkchen und in dem schönen, längst aufgehobenen Benediktinerkloster wieder eine Festlichkeit begangen, wie nur bejahrtere Personen sich einer ähnlichen erinnern, nämlich der Einbringung und Einweihung unserer, infolge muthwilliger Beschädigung, umgcgossencn größten Glocke der Stadtpforrkirche, nachdem dieselbe über ein und ein halbes Jahrhundert de» Bewohnern hiesiger Stadt und Umgegend Freud und Leid verkündet hatte. Dieselbe wurde nämlich im Jahr 1687 unter Abt Plazidus (der auch die auf dem sogenannten Hergottsbergle stehende, freundlich in unsere Thäler schauende Kapelle im Jahr 1684 erbauen ließ, wo sich jetzt eine kleine bescheidene Anlage bildet), und nach der Tradition sogar hier selbst von lothringer Schmelzern gegossen. Nicht ohne Schmerzgefühl sahen wir die reine, altcrthum- lich gekleidete Jungfrau (nach den Berichten war „Susann«" der Glocke Taufname) aus unfern Mauern scheiden, um uns nach kurzer Zeit in modernem Gewände wieder freundlich zu begrüßen, und mit neuer begeisternder Stimme zu der Andacht heiliger Feier zu erwecken und zu versammeln. Heute nun ward uns hie Freude ihrer Wiederankunft zu Theil, die sich um so mehr steigert, als sich ihr Aeufferes während ihrer Abwesenheit nach allgemeinem Urthcile so sehr zu ihren Gunsten geändert hat. Wir können daher nicht umhin, dem Verdienste hier auch ein Wort zu reden. Eö trifft dieses den längst rühmlichst „Stets an ihrer Schwestern Seite, Sey« Friede ihr Geläute!" niemals trüben! Wir bemerken noch schließlich, daß der Bürgermeister und der Gemernderatb nur bedauert haben, mit nnscrn vaterländischen Gießern, trotz vorhergegangcner Unterhandlungen, keine Uebereinkunft haben treffen zu können. Neueste Nachrichten. §f Paris, 2. Dez. (Korresp.) Die Ratifizirung des Traktats vom 13. Juli soll erst gestern auS Ko»sta»rinopel in Paris eingetroffen seyn. — Auch der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat bereits mehr anSgegebrn, als im gewöhnlichen Budget vorgeschriebe» war; die Summe beläuft sich aber Nicht über 150,000 Fr. — Die Befestigung von Paris gibt zu vielen Saumseligkeiten in Bezug aus die den minder Bemittelten zu gewährenden Entschädigungssummen Anlaß. Der Gcneralrath des Seinedepartcmens hat das Interesse dieser Unbc- mntelten vertheidigt.— Der Herzog von Broglie ist seit einigen Tagen zurück; sein Hotel ist häufig von Personen ersten Ranges besucht, welche Ansprüche auf ein Portefeuille mache». Der Herz, von Orleans hat ebenfalls den Herz. v. Broglie besucht und mit ihm eine lange Konferenz gepflogen. Seinerseits war letzterer schon einige Mal in den Tuilerie», ohne daß in den Hofbulletins davon Erwähnung gemacht worden wäre. ^ London, 30. Nov. (Korresp.) Konsols 89'/, » V, > spanische aktive Schuld 25V,- -Wir haben Berichte ans Newyork bis 9. Nov. Die TageS- blätter beschäftigen sich blos mit den Wahlen. Die Whigs scheinen überall von den Radikalen überwunden zu werden. Der „Newyork-Herald" längnet rund weg, daß das Ergebnis der Wahlen etwas mit dem Veto des Präsidenten Tyler gemein habe. Die Sitzung des Kongresses beginnt schon im Monat Dez. Drei große Fragen werden zur Entscheidung kommen: das Münzsystem, der Tarif und die Vertheilungsbill (npportiorrment bill). Die beiden Oppositionen werden sich gegeneinander anfheben, waS der Regierungspartei, welche im Grunde die Minoritätbildet, zu Statten kommen wird. — Gen.Winfield Scott, deran dcrSpitze der Armee der vereinigten Staaten als Oberbefehlshaber steht, bewirbt sich um die Präsibcntenwürde »nd hat bereits ein Rundschreiben an das nordamrrika- nische Volk erlassen, welches sein politisches Glaubensbekenntniß enthält. Der General bekennt sich zur whigistisch-drmokralischen Meinung. P: Madrid, 25. Nov. (Korresp.) Der „Corres National" enthält heute abermals Ausfälle gegen das Treiben an der Börse und scheint den jetzigen Ministern fortwährend mit Schuld an der Ucbertrcibung des Steige,iS der Papiere zu geben. Schon hat aber bereits eine Rückwirkung statt gefunden: die 5proz. sind zurückgcgangen, baar wurden sic bereits zu 35'/. gemacht und sind jetzt leicht zu 34 und darunter zu haben. Mau kan» sich vorstellcn, daß einem bedeutenden Fallen entgegen gesehen wird. _ Nedigirt inner Verantwortlichkeit von E. Macklol. Witterungs - Beobachtungen. 3.Dez. 9'/,Abd. 27" 6.45,-f- 7.82 0.82 SW' 4. Dez. 7 Mg. 2 Barom. rsä. k. 10 Temper. > nach R- Zeucht,».! Wind -d-wnlkg. Inach pli.imit St/nach ,,, trüb 10. Stieder- Ichläge, Regen. Regenmenge 2.2 Kub. Zoll. 27" 6.95j-j- 27" 6.46 -f- 4.09 0.90 7.34^ 0.84 !O' !SW° heiter 2. sirüb w. Dust. Regen. Am Vormittage Wärme — 9.77. G r o ß h e rz o g l i ch e ö Hostheater. Sonntag, 5. Dez.: Die Nachtwandlerin, Oper in drei Aufzügen, Musik von Bellini. Dem. Rudersdorff: Amine, zur zweiten Gastrolle. Todesanzeige. jv.933.3j Bretter,. Mit tiesbetrübtcm Her. zen geben wir unseren Freunden die schmerzliche Nachricht, daß uns unser theurer Gatte, Sohn und Bruder, der Kaufmann Johann Philipp Fuchs von Breiten, in einem Alter von 36 Jahren, am 1. Dezenter, Morgens 4 Uhr, nach einem 8wöchcnt- fest als Geschenk sehr gut eignen. Auch können noch etwaige Bestellungen angenommen werden. W. Crabathi, Hoftheatermaschinist. s0.89S.3s Karlsruhe. Museum. Vilettantenvere in. Sonntag, den 5. Dez. d. I., Vormittags halb 11 Uhr, findet die statutenmäßige Generalversammlung statt. Der Vorstand. sv.93v.3j Karlsruhe. Museum. Vilrttantcnverein. Dienstag, den 7. Dez. d. I. findet die zweite mufi- kalische Abendunterhaltung statt. Der Anfang ist um 7 Uhr Abends. Der Vorstand. sv.922.1j Karlsruhe. (Gesuch.) Sin Bedienter, der schon bei mehreren Herrschaften servirte, und jetzt schon mehrere Jahre bei eine, diesigen Herrschaft mit Zufriedenheit kondirio- »irte, und über sein Betragen Genüge leisten kann, sucht seine Stelle gegen eine ähnliche zu vertauschen. Näher» Die Zusammenkunft findet früh 9 Uhr beim mühlburg» Thor statt. Karlsruhe, den 2. Dez. 184t. Großh. bad. Hofforstamt. ». Schönau. SlaatSpapiere. Paris, 2. Dez. 3proz. konsol. 80. 50. 4proz. kons. —. —. Sprozenl. konsol. 116. SV. Bankaktien 3415. —. tkanalaktien 1245. —. St. Germaineisendahnaktten 74V. —. Versailler Sisdnbahnaktien, rechte« User: 312. SV, ltnket Ufer, 197. 5V. Orleans« «ilenbahnaktie» 485. —. Straß- burg-bas. Slsenbahnakt. 217. 5V. Big. 5pr»z. Anleihe 101'/,, römische do. 102. Span. Akt. 24'/,, Paff. 5'/,. Neav-105. 50- London, 30. Nov-, 4 U.Nachm. Konsols 89'/,. Span. Fond« aktiv 25'/,, paff. 5'/,, aufgeschob. Schuld 12'/,. Portugies. FdS. Sproz. 33'/.. 3proz. 20'/.. Belg. 100'/,. Holl. 5prz.Al.99, 2',/, proz- 32. Dän. 79. Ruff.—. Neue holl. Anl.—. lichcn schweren Krankenlager, durch den Tod entrissen Auskunft erstellt das Kontor der Karlsruher Zeitung wurde. sv.949.1 j Karlsruhe. Die Hinterbliebenen. n z eige.) Englische Austern und Preußen s0.919 2j Kar lsrnhe. (Museum.) Schellfische, frische Qualität, sind Montag, den 6. d. M., Abends von o bls 6 Uhr, 2 r, ' ^ findet die zweite Vorlesung über das Trauerspiel UNgekOMMeN dkl „Antigone", im großen Saale des Museums statt. Karlsruhe, de» 3. Dezember 184t. ' Die MnscnmSkommission. fv.932.2j Karlsruhe. (Anzerge und Empfehlung.) Unterzeichneter har wieder eine schöne Auswahl der neuesten Muster in Renaissance mit Blumen, Ornamenten, grünen gemalten Draperien (welche sich für Schlafend Schreibzimmer besonders eignen), die schönsten Gegenden am Rhein, der Schweiz, Baden, Würilimberg u. 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MetalliqueSvdligationea 1^ 108'/, 108 „ 4 — 100'/, „ 3 — 76'/,j Bankaktien ei viv. -- 1965 fl. 250 Loose bei Rothschild. 113'/, 1137. fl. 500 Loose do. 1427. Bethmann'sche Obligat. 4 1 — 98'/. do. 47. — 102 Preist. StaatSschllldschtine 4 — 10«'/, „ Prämienscheine — SO'/. Obligationen 37. — 101'/. Obligationen. 37. — 102'/. Taunusaktien ohne Div. 374'/. 374'/. Eisenbahnobligationen. 4 — 10t'/. fl. 50 Loose bei Goll und S. — 115'/. st. 50 Loose von 1840. — 47'/. Rentenscheine 37. — — Obligationen 37. — 96'/. st. 50 Loose — 627. st. 25 Loose — 24'/. Obligationen bei Rothsch. 37. — 98'/. fl. 25 Loose — 22'/. Integrale 27. so"/.. 307.. Aktivschuld m. C. 5 257. 25 fl. 300 Lotterieloose Nth. ... I — I 76'/. do. zu fl. 500. ! 80'/. und hung de« großh. bad. Anlchen« von 1820. Druck und Verlag von E. Macktot, Waldstraße Nr. 10.