Mittwoch, den 3. Juni. 1ä9. Vorausbezahlung: jährlich 8 fl., halbj. 4 fl., durch die Post im Großherzogthum Baden 8 fl. 30 kr. und 4 fl. 15 kr. Siurückungsgebühr: die gespaltene Peritzeile oder deren Raum 4 kr. Briefe und Gelder frei. .. 1846. Deutschland. Z Bretten, 28. Mai. Die Nummer 142 der „Mannheimer Abendzeitung" enthält Seite 567 einen Artikel auS Breiten vom 22. Mai, weicher folgender näherer Erläuterung bedarf: Sonntags, den 17. Mai d. I., früh 11 Uhr, traf der für den 30. Aemterwahlbezirk (Bretten und Eppingen) zum Abgeordneten erwählte v. Jtzstein in Begleitung der Abgeordneten Buhl, Kapp, Weller und Hecker in Breiten zum Besuche ein. Der Tag verging mit den bei derlei Anlässen gewöhnliche» Ehren - und Freudeubezeugungen, und der Abzug der Gaste war so ruhig und geräuschlos, wie deren Einzug. Ein Festessen vereinigte viele Bürger im Gasthause, und obwohl die geeigneten Vorkehrungen gegen äußere öffentliche Störungen getroffen waren, so konnte doch nicht verhindert werden, baß mehre Schüsse den Tag über erschallten, auSge- führt durch versteckte Feuerwerker, deren man nicht habhaft werden konnte. In der Nacht vom 17. auf den 18. d. M. geschah eS nun, daß ein Bürger von Breiten und ein bejahrter Mann von dem benachbarten Orte Spranthal verunglückten; der Erster« starb in Folge angeblich erlittener Mißhandlung von Gendarmen, der Andere aber fiel in stark betrunkenem Zustande in den Mühlbach und ertrank. Beide Fälle hängen insofern mit der vorangegange- nen Tagesseier des so betitelten VaterS v. Jtzstein zusammen, alS solche die causa rcmota deS TvdeS eben jener zwei Männer war, indem der angeblich gewaltsam Geiödtete Einer jener oben erwähnten geheimen Feuerwerker gewesen , der von seinen Mandanten reichlich mit Speise und Trank versehen und übersättigt worden, in Folge dessen er sowohl schon zur TagS-, als auch zur Nachtzeit Anlaß zu verschiedenen Mißhelligkeiten gab und in diesem Zustande seine Verletzungen fich zuzog. Der andere Verunglückte verschied im Freudentaumel, veranlaßt durch übermäßig genossenes Getränke zu Ehren der mehrerwähnten Festlichkeiten. Am 19. d. M., Nachts gegen 9 Uhr, entstand ein Lärm vor der Wohnung deS Gendarmen, welcher der Tödtung deS Bürgers Doll von Bretten verdächtigt wurde. Eine Menge neugieriger Menschen versammelte sich; aufreizende Worte erschallten. ES war an der Zeit, Präventivmaßregeln zu ergreifen. Der Amtsvorstand fand sich mit dem Bürgermeister bei der versammelten Menge ein, forderte die Anwesenden in geeigneter Weise auf, die Straße zu räumen und keine Ruhestörung zu veranlassen, und verfügte sich sodann, nachdem der Aufforderung Folge geleistet worden, mit dem Bürgermeister und in Begleitung vieler Bürger in das Gemeindehaus. Sofort ergingen die weitern nöthigen Anordnungen zur Aufrechthaltung der Ruhe in der Stadt, in deren Folge in kurzer Zeit, unterstützt durch die willfährigste und thätigste Beihülfe der Bürger, alle Spur vom früheren Auflaufe verschwunden war. Der AmtSvorstand mußte sich aber aller ihm zu Gebote stehender Mittel schleunigst versichern, um etwa wiederkehrenden ähnlichen Auftritten nach Kräften zu begegnen oder gleich im Entstehen zu unterdrücken. Deshalb verlangte er auch die Garantie der sich im Gemeindehause eingefundenen Bürger hiefür, unter dem Anbeuten, daß andernfalls sie eS sich selbst zuzuschreiben hätten, wenn zu unangenehmen HülfSmitteln Zuflucht genommen und auf den äußersten Fall hin bewaffnete Macht requirirt werden müßte. Zum Danke und zur Ehre der Bürgerschaft in Breiten sey eS aufrichtig gesagt, alle Vorkehrungen wurden sogleich bereitwillig entgegengcnommen, pünktlich, genau und unverdrossen durchgeführt, und die Versicherung ertheilt, daß eS fremder Hülfe um so weniger bedürfe, als der ganze Auftritt, von böswilligen, verworfenen Purschen und WeibSleuten herrührend, die ganze Bürgerschaft auf's Höchste indignire, am wenigsten aber sie betheilige. Dies ist der Hergang deS in dem Eingangs allegirten Artikel beschriebenen Vorfalls, in welchem sich der Verfasser so sehr über Unterstellungen ereifert, wozu ihm aller Beweis mangelt. Weil derartige Auftritte bei gegenwärtig kranker Zeit gewöhnlich entstellt, vergrößert und in schwarzen Farbe» weiterverbreitet zu werden pflegen, wodurch Einzelne, Gemeinden, ja ganze Distrikte mißkannt oder gar verdächtigt werden, so fand sich der AmtSvorstand pflichtschuldig veranlaßt, die erwähnten Vorfälle persönlich dem LandeSfürstcn und Seinen Rathen vorzutragen, und war so glücklich, allenthalben die Versicherung der größten Zufriedenheit und Freude über die besonnene und treue Haltung der Bürger der Stadt Bretten bei dem fraglichen Auftritte zu erhalten. Wenn der Verfasser jenes Artikels anführt, daß Uebelgesinnte die Eingangs erwähnten zwei Todesfälle in Beziehung zu dem erhabenen Bürgerfeste, welches die Anwesenheit Vater Jtzstein'S mit seinen Freunden veranlaßte, setzen und damit die guten Bürger der Stadt Bretten verläumden wollen, so wird daS Erstere den Vortrag derThatsachen insoferne bestätigen, als wirklich jener väterliche Besuch, wenn auch sehr entfernt, Ursache zu den traurigen nachge- solgten Ereignissen vom 17. auf den l8. d. M. gewesen ; daS Letztere aber, die angeblichen VerläumdungSanschuldigungen, ganz unwahr sind, daher auf den Artikelversasser selbst zurückfallen, insolange er nicht für eine derartige Beschuldigung den erforderlichen Beweis zu liefern im Stande ist. Daß die Bürger die Ruhe vollkommen herstellten und erfüllten, hat seine Richtigkeit. Sie thaten eS in Folge der an sie ergangenen Aufforderung, mußten eS also thun, weil Gehorsam eine Hauptbürgerpflicht ist, in ihrem eigenen Interesse eS lag und die Rettung ihrer Ehre eS erforderte, strenge zu vollziehen, was au sie verlangt worden. Weder Liberalismus noch AristokratiSmuS, weder Radikalismus noch Konservatismus, weder PictiSmuS noch Deutsch-KarholiziSmuS konnten hier in Berücksichtigung kommen. Nur verständige Bereitwilligkeit allein konnte und mußte zum gewünschten Ziele führen. Die Bürger zeigten aber auch hiebei weder Unwille, noch weniger erlaubten sie sich eine Perhor- reSzenz der vom AmtSvorstand in Aussicht gestellten fremden Hülfe. Eine Brlhcurrung. daß zu diesem letzten Mittel nicht geschritten zu werden brauche, involvirt noch keine PerhorreSzenz, und der Artikelverfasser scheint unsere organische Landeseinrichtung schlecht zu kennen oder grundsatzmäßig nicht kennen zu wollen, wenn er glaubt, die StaatSoberaussichtSbchörde habe sich in Polizci- oder sonstigen öffentlichen, zumal dringenden Angelegenheiten an den Willen der einzelnen Bürger oder Personen zu binden und darnach zu handeln. Der Beamte, der diese Staatsoberaufsicht ereqirt, ist für seine Handlungen verantwortlich und hat sich von seinen Untergebenen nichts vorschreiben zu lassen. Gesetzt daher, eS hätte bei dem Auftritte am 19. d. M. in Bretten der Hülfe der militärischen Macht bedurft, so würde gewiß der Beamte auf eine Perhor- reszenz der Bürger nicht lange gehört, sondern unnachsichtlich zum Vollzüge seiner deSfallsigen Anordnungen geschritten scyn. Allein davon,, sowie von einer Widerrede, die nach Lage der Sache auch gar. nicht erfolgen konnte, war bei dem guten gegenseitigen Vernehmen der Behörden und der sämmtlichen Bürger nicht entfernt die Rede. Man hatte sich der Hoffnung hingeqeben, der Artikelversasser werde durch die erhaltene Zurechtweisung in der „Mannheimer Abendzeitung" vom 13. Januar d. I. Nr. 12 S. 47: „Erwiderung, datirt MünzeSheim vom 9. Januar d. I", dahin belehrt worden sehn, daß man nichts der Oeffentlichkeit übergeben solle, dessen Wahrheit man nicht zu verbürgen vermag, und daß halbe Wahrheit schon Unwahrheit ist, die um so verwerflicher erscheint, wenn eine unedle Absicht zum Grunde liegt; allein eS bewährt sich bei ihm, daß tauben Ohren böse predigen ist. Mit Recht werden von dem Verfasser in dem Eingangs erwähnten Artikel die Dragoner alS FriedenSengel bezeichnet. Ohne Zweifel geben ihm hiezu Reminiszenzen auS nicht sehr ferner Zeit Anlaß. Lxcmpla «unt ockiosa, doch tauchen sie manchmal wider Willen wieder auf. So wurde nämlich von jenen Friedensengeln ein Mitglied, mit unserem Artikelversasser stammverwandt, aus ihrem KorpS entfernt, damit eS nicht ferner Aergerniß Hervorrufe, Unfrieden oder gar Unglück bereite! Aufgepaßt Hr. Artikelfabrikant! Die Nemesis könnte mit gleich strenger Hand plötzlich auch ihn ergreifen, wenn er nicht eingedenk bleibt der Worte: »Ouirlguicl a§i-8, pruckenter a§as, ct rcspics knern!« -t- Mannheim, 1. Juni. (Korresp.) Die entstellenden Berichte, welch« über die am 25. v. M. Abends dahier stattgehabten Unordnungen in öffentlichen Blättern gelesen wurden, und zu grundlosen Verdächtigungen Anlaß gaben, fordern dringend eine Widerlegung, welche mit Unparteilichkeit den Hergang erzählt, und den ersten Grundsatz der Gerechtigkeit und Billigkeit festhält, nicht auf einseitige und unverbürgte Gerüchte ein Urtheil zu fällen, sondern nur auf festgestellte klare Thatsachen, und im Zweifel für und bis zum Beweise deS GegentheileS lieber für die Unschuld zu präsumiren, als für die Schuld. Am Maimarkltage, DienStag, 5. v. M., einem festlichen Tage für die Stadt Mannheim, war die hiesige Wirthschaft zum Vogelfang sehr stark besucht. Bürgerliche und Militärpersonen brachten den Nachmittag in den überfüllten Zimmern der Wirthschaft zu. Ein unbedeutender Vorfall führte zu einem Wortwechsel zwischen einem Tische voll Unteroffizieren und Soldaten und einigen Zivilisten, der anfangs beigelegt, bald fich wieder erneute und in Thätlichkeiten zwischen beiden Theilen überging. Bei diesen Tätlichkeiten wurde ein Soldat, wahrscheinlich ein ganz unbetheiligter, von einem Spanner mittelst eines FaschinenmefferS, dessen sich dieser bemächtigt hatte, am Kopfe verwundet. Die Wunde, anfangs für ungefährlich gehalten, brachte nach einigen Tagen krankhafte Erscheinungen deS Gehirns hervor, und der Verwundete starb leider am siebenten Tage nach der Verwundung, welche nicht absolut tödlich gewesen ist. Dieser Vorfall und mehr noch die unwahre und gehässige Darstellung eineS Ereignisses, das in keinem Orte der Welt zu den seltenen gezählt werden kann, welche in öffentlichen Blättern zu lesen war, verursachte eine Aufregung unter den Personen, welche durch Bekanntschaft und Stand den Betheiligten in diesem traurigen Vorfall zunächst standen. Ein herausfordernder Anschlag in der Kaserne der hier garnisonirenden Infanterie veranlaßte am Freitag, 22. v. M , eine Anzahl Unteroffiziere und Soldaten, sich in die Wirthschaft zum Vogelfang zu begeben, die von bürgerlichen Besuchern fast leer war. Auf den Befehl eines Offiziers, der zur Vorbeugung eines möglichen Streits sie in die Kaserne wieS, wurde der pünktlichste Gehorsam geleistet. Bis zum folgenden Montag, 25. v. M., fiel nichts mehr vor, waS zu irgendwelcher Befürchtung hätte Anlaß geben können. An diesem Tage wurde von einem höhern, zu diesem Zwecke hier eiugetroffencn Offiziere Inspektion vorge« nommcn, weshalb die Soldaten mit Tschakko und Seitengewehr bekleidet waren. Gegen Abend / wo die Mannschaft ihreS Dienstes entbunden war, zerstreute sie sich truppweise theilS in die hicsigen^löirthshäuser, thcilS spazieren gehend, auf der breiten Straße und den diese durchkreuzenden Planken, auf denen auch daS WirthshauS zum Vogelfang, ziemlich entfernt von der Kaserne sich befindet. Auch dort hinein ging eine Anzahl Soldaten, und ebenso füllte sich die Wirthschaft nach und nach mit Gästen aus dem Bürgerstande. Der frühere Vorfall vom Freitag und ein dunkles Gerücht, vielleicht nur zufällig durch diesen Vorgang entstanden, vielleicht absichtlich genährt, als solle diese Wirthschaft der Schauplatz neuer Händel werden, zog unter diesen Umständen eine Menge Zuschauer in die Nähe der Wirthschaft und vergrößerte deren Besuch. Auch von den Soldaten fanden sich Gruppen vor dem Vogelfang ein. DieS begann gegen 8 Uhr. Noch war AlleS ruhig, und weder innerhalb der Wirthschaft noch vor derselben verkündeten Neckereien oder sonstige Vorfälle daS' Nahen eines AuSdruchs, bis etwas nach halb neun Uhr plötzlich in der Wirthschaft die Schlägerei ihren Anfang nahm. ES kann nicht unsere Absicht seyn, in die Einzelheiten eines Ereignisses einzugehen, daS durch eine umfangreiche gerichtliche Untersuchung erst genauer hergestellk werden muß. Genug, nach halb neun Uhr nahm die Schlägerei im Vogelfang ihren Anfang, und verbreitete sich fast gleichzeitig auf die Planken und in eine oder die andere der benachbarte» Straßen. Nach etwa einer Viertelstunde endigte sie. Von Seiten der dabei betheilizten Militärpcrsone» wuide in und außer dem Vogelfang bei den entstandenen Streitigkeiten Gebrauch von den Säbeln und Faschinenmcffern gemacht, und bei der einmal entfesselten Leiden- schgft von Einzelnen kein Unterschied mehr gezogen, ob die Umstehenden bloS durch Neugierde herbeigeführt waren, oder durch die Lust, ihre Kräfte mit denen der Soldaten zu messen. Die belhciligten Zivilisten, soweit bekannt, nicht bewaffnet, griffen zu dem nächstem Besten, sie warfen mit Steinen und mißhandelten einige Militärpersonen, die ihnen einzeln in die Hände fielen, mit den ihnen abgenommenen Waffen. Ein Soldat, von der Eisenbahn kom« 782 Mtnd, von mehren Burschen angefallen, flüchtete sich in ein HauS, wurde aber herausgeworfen und den Mißhandlungen seiner Verfolger preiSgrgeben. Die Folge dieser schweren Ausschweifungen war die Verwundung von drei hiesigen Bürgern, die leichtere eines jungen Bürgersohnes und mehre kleinere Verletzungen, di« der ärzlichen Hülfe nicht bedürfen. Dieser Bürgersohn, ein 17jäh- riger Zögling der Gewerbschule, wurde von der durch Steinwürfe angegriffenen Patrouillemannschaft mit zwei Bajonettstichen verwundet und fiel auf der Flucht auf den Leib. Da die Stiche nach der ärztlichen Untersuchung nicht einmal ärztlicher Hülfe bedürfen, so können die Erscheinungen der eingeiretencn Unterleibsentzündungen nur auS dem Fall und dem Schrecken folgen. Von den Soldaten wurde Einer (der von der Eisenbahn gekommene) gefährlich verwundet; ein Korporal bedarf der ärztlichen Hülfe, ein anderer mindestens der ärztlichen Ueberwachung. Auch leichtere Verletzungen sind vorhanden. Diese Ergebnisse, wenn sie auch weit unter den entstellten Erzählungen öffentlicher Blätter bleiben, und namentlich noch keinen Todesfall nach sich gezogen haben, sind allerdings im höchsten Grade betrübend. Indessen ist es unrecht, ihnen eine Bedeutung beizulegen, welche sie durchaus nicht haben, nämlich sie irgend wie, von welcher Seile und in welcher Richtung eS auch geschehe, mit politischen Verhältnissen in die geringste Verbindung zu bringen. Ohne uns auf eine nähere Beurtheilung der vorgefallenen Verbrechen und auf VaS Verschulden der Theilnehmer vom Militär-oder Zivilstandc einzulassen, ist doch so viel offenbar und durch die sicherste Erkennlnißqueüe, durch Thatsachen, belegt, daß der Karakter deS ganzen unheilvollen Dramas nur in der Annahme einer wirklichen ober verfälschten Herausforderung zu Streithändeln und der Erbitterung über den Tod eines Kameraden liegt, und daß, nachdem diese Motive den Anfang zu den Ereignissen vom 25. hervorgerufe», die folgenden Vorfälle durch die auf'ö Höchste gesteigerten Leidenschaften, die keine Unterscheidung zwischen Schuld und Unschuld mehr kannten, sich so tragisch als geschehen entwickelten. Die Stimmung, welche vor jenen Vorfällen herrschte, und eine nur entfernte Thatsachen enthaltende Anzeige hatten verursacht, daß zur Ueberwachung der Ruhe und Ordnung einige Polizeimannschaft in der Nähe deS „Vogelfanges" aufgestellt worden war. Allein die Plötzlichkeit deS Auftrittes, der in dem Zeitraum von höchstens einer Viertelstunde anfing und endete, die schnell und zahlreich versammelte Volksmenge machte eine Einwirkung derselben unmöglich. Von dem Vorfall in Kenntniß gesetzt, eilten die Zivil - und Militärbehörden zum Einschreiten herbei. ES ist Unrecht, wenn man den Behörden Nachlässigkeit im Einschreiten bei einem Vorfall vorwirft, der eben so plötzlich sich entwickelte, als schnell verlief. Für die Ungeduld der Wartenden verlaufen freilich die Minuten bis zum Erscheinen der Hülfe so langsam, daß sie selbst den dürftigsten Zeitraum für allzuviel halten. Ein billiges Urtheil muß nachher eintreten, wenn die Befangenheit deS Augenblicks gewichen ist. Jedermann muß erkennen, daß hier die Behörde so schnell als möglich auf dem Kampfplätze erschienen. Auch an Vorsorge hatte eS nicht gefehlt. Auffallende Maßregeln auf ein Gerücht hin, das sich mit keiner Thatsache begründen ließ, hätten Diejenigen, welche jetzt deren Mangel tadeln werden, am meisten geschmäht. Sie würden sie im Fall des Erfolges alS unnöthig bespöttelt, im Fall doch unruhige Auftritte nicht verhindert worden wären, als deren Ursache dargestelll haben. Nach eingetrerenem Erfolge ist ein Ur- theil, wie er vermieden 'werden konnte, leicht; wer aber war im Stande, solche Auftritte vorauSzusehen? Für die höchstens zu erwartenden Streitigkeiten und deren Verhütung schien die Ueberwachung der Wirtschaft „zum Vogelfang" genügend. Diese allein konnte alS Schauplatz irgend einer Befürchtung erscheinen; die Verbreitung einer Rauferei auf die Straße vor- herzuwiffen, lag ausser dem Bereich menschlicher Voraussicht. Die Ueberwachung schien um so genügender, als auch die Militärbehörde Anordnungen getroffen halte, die de» .Besuch deS „Vogelfanges" und Streitigkeiten verhüten sollten, und für daS Maß der den Behörden gewordenen Nachricht hinreichend schienen in einer Stadt, in der keine frühere Mißstimmung zwischen Dürgerrr und Soldaten Anlaß zu Besorgnissen gab, in der vielmehr seit langen Zeiten ein freundliches Verhaltniß unter den Einwohnern und der Gar- nison besteht. Man hat sogar sich erlaubt, wenn nicht eine offene Aufforderung, so doch eine Begünstigung deS Vorgangs von Seilen der höheren Behörden, durch absichtliches Nichteinschreiten zu behaupten. ES gibt freilich Verdächtigungen, die auch de» Redlichsten tieffen, weil ihm ein Beweis deS GegentheilS unmöglich ist, und leider glauben Biele daS gegen Andere auSgestreute Böse u n b e w i e s e n , und verlangen, um sich vom Gegentheil zu überzeugen, vom Schuldlosen den Beweis der Unschuld. ES gibt Personen, die sogar so sehr zum Voraus von der Richtigkeit ihrer zum N-rchrheil der Ehre und deS guten Namens Anderer vorgefaßten Meinungen erfüllt sind, daß sie die Untersuchungen beschimpfen, welche nicht ihre Ansichten in den Gang derselben hinein inquiriren. Mögen sie eine Handlungsweise vor ihrem Gewissen verantworten, welche Verbrecher und Verbrechen durch Gerüchte schaffen läßt, und auS partestschen Vermuthungen und Kombrnirungen unbestrittene Wahrheiten herleiten will! Doch wer Thatsachen weiß, der trete auf und rede! Die Behörden werden seine Mittheilungen gerne entgegennchmen, und daS Recht ungekränkt walten lassen, gegen wen eS seh. Unwahr ist die Beschuldigung, daß SubordinalionSvergehen vorgefallen styeii. Keine einzige Thatsache berechtigte zur Ausstreuung eines solchen Gerüchtes. Nachdem noch vor Beginn deS Zapfenstreichs, also vor 9 Uyr, die Ruhe und Ordnung her- gestellt, und daS Militär in die Kaserne zurückgekehlt war, verlief jener Abend ruhig. Der andere Morgen jedoch, an dem die abenteuerlichsten Gerüchte in Umlauf kamen, zeigte eine Gährung in der Stadt, welche die Beiorgnisse einzelner Ausbrüche deS Unwillens und der Rache erwecken mußte. Es schien deshalb noihwendig, Maßregeln zu treffen, welche auf der einen Seite der Autorität der Behörden für den Fall der Erneuerung unruhiger Auftritte die nöthige Unterstützung verleihe», aus der anderen zur Beruhigung der aufgeregten Gemüiher dienen konnte. Die Gemeindebehörde, von dem gleichen Wunsche erfüllt, bot ihre eifrige Mitwirkung an, und erleichterte und beförderte damit den Wunsch der StaatSbrhöide, durch ihre Maßregeln so wenig alS möglich den seitherigen Gang der Dinge zu ändern. Die Militärbehörde wie- die Mannschaft zeitiger alS sonst zur Rückkehr in die Kaserne an; öffentliche Bekanntmachungen benachrichtigten die Einwohneischaft von der getroffenen Vorsorge. Keine weiteren ernstlichen Vorfälle trübten die Ruhe der Stad«; Unruhestifter, die am G.fänguißhause die Befreiung deS Verhafteten forderten, der wegen deS Vorfalls vom 5. d. M. eingezogen wurde, wichen vor der moralischen Gewalt der Gemeindebehörde, die der übernommenen Verpflichtung treu nachkam, persönlich für dir Ordnung zu wachen. Andere Anforderungen, durch die Aufregung hcrvorgcrusen und begleitet von zahlreicher Versammlung auf dem Marktplatz und dem Gemeindehause, wurden vermittelt und beigelegt, und mit Anerkennung darf gesagt werden, daß der bessere Theil der hiesigen Bürgerschaft sich durch ruhmwürdigen Ordnungssinn auSzeichnete, und einzelne Störungen deS Unverstandes, des MuihwillenS, der Ungezogenheit und Bosheit bekämpfte, welche durch Kinder oder unbesonnene junge Leute oder Personen auS den untersten Schichten der hiesigen Einwohner noch bei der Kaserne versackt wurden. So find die ersten Tage ruhig und friedlich vergangen und geben der Hoffnung Raum, daß in derselben Weise die Befürchtungen der Aengstlichen wie die Hoffnungen etwaiger Unruhestifter getäuscht werden, und baß dem Bestreben der weitaus die Mehrzahl bildenden redlichen und ordnungsliebenden Einwohner im Verein mit den Maßregeln Mid dem guten Willen der Behörden gelingen werde, die Ordnung und Ruhe und mi» ihr die Ehre der Stadt Mannheim zu erhalten. Mit Vergnügen fügen wir die gute Nachricht bei, daß alle Aussicht zu der Hoffnung vorhanden ist, daß kein Opfer deS erzählten unseligen Ereignisse- vom 25. v. M. fallen wird. 381) München, 30. Mai. lieber die gestern erwähnten Veränderungen im höheren Staatsdienste sagt die „Allg. Ztg." : Dem Vernehmen nach haben Se. Maj. der König geruht, dem Minister deS königl. HauseS und deS Aeußern Friedrich August Frhrn. v. Gise in den huldvollsten Ausdrücken den Ruhestand zu bewilligen, und an seiner Statt dem Grafen Otto v. Brav, bisher ausserordentlichem Gesandten und bevollmächtigten Minister am kaiserlich russischen Hof, daS Portefeuille deS k. HauseS und deS Aeußern zu übergeben. — Vorgestern hier eingetroffenen Briefen aus Lissabon zufolge ist daselbst die Marquise Almeida, jüngste Tochter der Gräfin BayerSdorff, von einem Sohn entbunden worden. — Vom 3l. Mai. Wie man vernimmt, haben Se. Maj. der König i» den jüngsten Tagen folgende Entschließungen erlassen: Der Direktor deS AppcllaiionSgerichts von Niederbayern, Frhr. v. Pelkbove«, ist zum StaatS- rath im ordentlichen Dienst, der Direktor der Regierung der Pfalz, Kammer der Finanzen, AlwenS, zum Präsidenten der Regierung der Pfalz, der Mini- sterialrath im Ministerium deS Innern, v. Zenetti, zum Präsidenten der Regierung von Niederbayern, der Direktor der Regierung der Pfalz, Kammer deS Innern, v. Schnellenbühl, zum Präsidentendes AppellationSgerichtS für die Pfalz ernannt, die bisherigen Präsidenten der AppellationSgerichte für die Pfalz und von Niederbayern, v. Koch, und v. Molilor, sind in Ruhestand versetzt, dann der Präsident der Regierung von Niederbayern, Frhr. v. Wulffen als Präsident zum AppellationSgericht von Niederbayer» versetzt, ferner der RegierungSrath der Regierung von Schwaben und Reuburg, Lufft, zum Direktor der Regierung der Pfalz, Kammer deS Innern, und der Ober« rcchnungSrath Marc zum Direktor der Regierung der Pfalz, Kammer der Finanzen, befördert. Köln, 30. Mai. Musik über Musik! Pfingstfest in Aachen, deutsch« vlämischeS Sängerfest in Köln und Jubiläum in Lüttich, und die- Alles unter MendelSsohn's Leitung, der vorgestern Abend mit Fräulein Jenny Lind von Frankfurt hier eintraf, sich aber nur ein paar Stunden aufhielt, um mit seiner Begleiterin den Dom in Augenschein zu nehmen, und dann seine Reis« nach Aachen fortsetzte, wo er schon erwartet wurde. WaS unser Sängerfest angeht, so hat man schon verschiedene Mittel in Vorschlag gebracht, um die Mitwirkenden und Zuhörer zu befriedigen, da der Andrang wirklich alle Begriffe übersteigt. Würde man alle späteren, nach dem 15. Mai erfolgten Anmeldungen und Anfragen wegen Theilnahme berücksichtigen, so ließe sich ein Sängerchor von wenigstens 3000 Personen mit der größten Leichtigkeit zusammenbringen. Hundert und elf deutsche Sängervereine sind alS bestimmt mitwirkend in die Siammlisten der Festtheilnehmer eingetragen, und noch täglich kommen Anmeldungen, welche natürlicherweise unberücksichtigt bleiben müssen, da die Theilnahme an und für sich so zahlreich, daß keine Musik für die sich jetzt Anmcldenden mehr vorhanden ist, und sie auch unmöglich in dem noch zn den Konzerten bestimmten Festlokale unterzubristgen wären, eS sey denn, man wolle nur Sänger und keine Zuhörer aufnehmen. Wundern soll eS unS, wir sich unsere Wirtbe bei dieser Gelegenheit benehmen, da sie bei Gelegenheit des Dombaufestes 1812 unseren Gästen einen ganz eigenen Begriff von kölnischer Gastlichkeit gegeben haben. ES sollen da Prellereien vorgefallen seyn, wie sie nicht leicht je anderwärts vorgekommen sind. Wie man versichert, will man von Seiten der Polizei bestimmte Taren einführen, wogegen sich die Wirthe, sich auf die Gewerbefreihcit berufend, stemmen. Um solchen Ueber- forderungen vorzubeugen, wird eine allgemeine Tare, wie sie auch in anderen Staate» und Provinzen eingesübrt ist, noihwendig seyn, da doch gerade die Wirihe direkt den größten Nutzen von solchen festlichen Gelegenheiten ziehen, bei unS aber am wenigsten dafür thun oder stets gcthan haben. Halle, 28. Mai. (B- N) So eben ist dem Pfarrer WiSlicenuS daS Erkenntniß deS Konsistoriums der Provinz Sachsen eröffnet worden; eS lautet: „Daß Denunziar, Pastor W. A. WiSlicenuS, wegen grober Verletzung der für Laurgie und Lehre in der evangeliichen Landeskirche bestehenden Ordnungen, seines AmtS als Pfarrer an der St. Laurentiikirche auf dem Neumarkt von Halle zu entsrtzen und ihm die durch die Untersuchung entstandenen haaren Auslagen zur Last zu legen seyen." WiSlicenuS hat hiergegen an den Minister der geistlichen Angelegenheiten die Berufung eingelegt. So ist den» die in einigen B ä lern verbreitete Nachricht: daS Urtheil deS Konsistoriums werde vor der Eröffnung der jetzt zusammentretenben LanbeSsynode zur Begutachtung vorgelegi werde», unbegründet. Berlin, 28. Mai. (Berl. N.) Wie wohlunterrichtete Personen versichern, hat die hiesige Stadtverordnetenversammlung einhellig den Beschluß gefaßt, eine Deputation zu ernennen, um zn erörtern, wie ihre Hoffnungen und Wünsche, in Absicht der nahen Generalsynode, durch eine besondrre Adresse zur Kenntniß Sr. Majestät deS Königs zu bringen seyn dürften. ES verlautet, daß die Abriss, nicht unmittelbar an deS König-Majestät gerichtet werben soll. Königsberg, 23. Mai. (D. A. Z ) Die freie evangelische Gemeinde ist in diesem Augenblicke von einem un-rwarteien Verbote betroffen worden. Noch gestern Abend hielt sie ihre gewöhnliche FreitagSversammlung im SitzungS- saale der Stadtverordneten auf dem kneiphöf'schen Rathhaufe, berietst über die wichtige Frage der Armenpflege, die alS Gemeindesache betrachtet werden soll, halte an demselben Morgen noch daS dritte Schreiben an den Oberpräsiden- ten Bötticher alS Antwort auf dessen Bescheid vom 17. April adgesendet — und heule wird den Mitgliedern durch Rundschreiben von Seiten deS Vorstandes bekannt gemacht, daß Sonntag kein Gottesdienst mehr im Saale der deutschen Ressource gehalten werden darf, weil dem Prediger der Gemeinde, vr. Rupp, der öffentliche Vortrag daselbst von Seilen deS OberkonsistoriumS untersagt worden. Indessen sollte, wie wir aus genauer Quelle wissen, beim vr. Mo- therby, einem Mitglied« deS Vorstandes, eine kleine Versammlung morgen Vormittag sich einfinden, die zum erste» Male die Feier der heiligen Kommunion unter Leitung deS Predigers Rupp im Sinne der neuen Gemeinde begehen wollte. Auch dürsten wohl künftig, da nun dem vr. Rupp alS solchem einst« 78S » weilen die öffentlichen Vorträge zu halten verboten find, die gewöhnlichen religiösen Versammlungen unter Leitung eines interimistischen Redners im Lokale der deutschen Ressource wieder stattfinden. Die Gegensätze in der evan- gel. Kirche treten überhaupt bei unS immer schroffer hervor; während dir Einen den alten orthodoren Standpunkt unter allen Umständen wieder zur Geltung bringen wollen, sagen sich die Andern von jedem kirchlichen Zwang und jedem Kirchenregimcnt entschieden loS. In letzterer Beziehung ist eS z. B. für die neue Gemeinde von Wichtigkeit gewesen, daß der Kandidat der Theologie, Hartmann Rasche, der sich sonst gegen die Gesellschaft der protestantischen Freunde öffentlich ausgesprochen halte, nunmehr von dieser auSgeschieden und, in einem förmlichen Schreiben an den Nr. Rupp zu dessen religiösen Grundsätzen sich bekennend, zur freien evangel. Gemeinde als neues eifriges Mitglied hinzugetreten ist. Wie wir hören, beabsichtigen noch andere PrebigtamtSkandidalen ähnliche für ihr Leben entscheidende Schritte zu lhun. Leipzig, 23. Mai. (A. Z.) Ist auch die Angelegenheit der leipziger Augustereigniffe zu keinem Abschluß gediehen, so doch zu einem Schluß. Man hat über den Gräbern Friede gemacht; und dies war wohl die schönste Feier des 18. Mai, deS GeburiStagS unserS Königs. In Leipzig aber kam diese Nachricht noch am Abend an und vermischte sich seltsam mit dem nachklingen- den Lärmen eines der stürmischsten Theaterabende, die man seit lang erlebt. Ein vieraktigeS Possenspiel von E. M. Oeltinger „Zwei Seelen und ein Gedanke, zwei Leichen und ein Grad," war nämlich im Schauspielhause auf die lobendste Weise mit Hohn und Svott vom Publikum zum Tode verurtheilt worden, nachdem bereits seit acht Tagen ein heftiger Anzeigenkrieg im hiesigen Tageblatt für und wider geführt worden war. Das Publikum hatte aber in seinem Zorn ob jenes PoffenspieleS vollkommen recht, da sich wahrlich schwer entscheiden ließ, ob mehr der Plan und Bau deS Stücks, oder dessen Tendenz, die man vom ästhetischen und sittlichen Standpunkt auS kaum anders, denn als frech bezeichnen konnte, anwidernd wirkten. Trotzdem hatte auch daS Publikum — wohl eigentlich den trefflich darstellenden Schauspielern zuliebe — Gerechtigkeitssinn genug gehabt, das Stück zu Ende spielen zu lassen, ehe eS sein kategorisches Verdammungsurtheil in voller Heftigkeit auSsprach. Dresden, 29. Mai. (D. A.Z.) Die zweite Kammer begann ihre heutige Sitzung mit Berathung deS Berichts ihrer vierten Deputation, die Erhaltung deutscher Nationalität in den Herzogthümern SchleSwig-Holstein und Lauenburg betreffend. Nachdem durch den Referenten (Sekretär Tzschucke) der Antrag der Deputation: „Die zweite Kammer wolle im Vereine mit der ersten Kammer die Ueberzeugung aussprechen, daß die StaatSregierung bei der Bundesversammlung gegen die Ueberqriffe der auswärtigen Politik in die Rechte deutscher Bundesstaaten unter Benutzung alles ihres Einflusses wirken werde," vorgrtragen worden war, erhob sich Staatsminister v. Könneritz und gab nachstehende Erklärung ab. Es könne nicht Wunder nehmen, müsse Vielmehr freudig anerkannt werden, daß unter den Deutschen, welchem einzelnen Bundesstaate sie auch angehörten, sich ein deutscher Nationalsinn für die Integrität Deutschlands erhebe. Auch die Regierung sey so gesinnt. DaS Ministerium habe daher nur in Beziehung auf diesen Bericht zu erklären, was bereits der Vorstand deS Ministeriums deS Auswärtigen gegen die Deputation erklärt habe, daß, die hier gedachten Rechte seiner Zeiten wahren, Sache deS deutschen Bundes seyn werde, wobei die sächsische Regierung in ihrer Eigenschaft als BundeSglied ihre Pflicht schon von selbst wahrnehmen und gewiß von gleichem Wunsche beseelt seyn werde, wie hier die Deputation eS sey. Ein Eingehen auf einzelne staatsrechtliche Fragen, die hier einschlagen könnten, werde daher die geehrte Kammer nicht erwarten, da in der That jetzt darüber zu entscheiden wohl nicht in der Absicht derselben liegen könne. Nur so viel müsse daS Ministerium hier noch bemerken, daß freilich jede einzelne Regierung sich hüten müsse, in die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit eineS andern BnndeSstaatS einzugreifen, wenn sie nicht Besorgnisse ähnlicher Art, wie hier obwaltrtcn, erwecken wolle. — Sekretär T z sch u ck e, als Referent, bestätigte, daß auch der Deputation von Seiten der Regierung in dieser Angelegenheit eine Mittheilung gemacht worden sey, welche mir der von dem Vorsitzenden deS Gesammtministeriums so eben gegebenen Erklärung übereinstimme, und da sich hierauf weitere Sprecher über die Vorlage nicht meldeten, konnte sofort zur Abstimmung geschritten werden, die auf Vorschlag deS Präsidenten, als der Wichtigkeit der Sache gemäß, mittels Namensaufrufs erfolgte und daS Ergebniß lieferte, daß die auf Annahme deS obigen Antrags der Deputation gestellte Frage von sämmklichen anwesenden Abgeordneten mit Ja beantwortet ward. Posen, 28. Mai. (Fr. O.P.A.Z.) Durch eine heute durch den Druck veröffentlichte Bekanntmachung ist einer unserer reichsten und angesehensten Kaufleute polnischer Nationalität stark kompromittirt. Diese Bekanntmachung, die hier ausserordentliches Aufsehen macht, lautet folgendermaßen: „Der hiesige Kaufmann Kaczkowski, Verbreiter deS böswilligen GerüchtS, daß der Kommandeur deS ersten Bataillons (Liffa) 19ten LandwehrregimentS die Landwehrmänner aufgefordert habe, gleich den Bauern in Gallizien gegen die politischen Verschwörer der hiesigen Provinz zu verfahren, — also angeregt habe zu Raub und Mord — ist gerichtlich belangt. Dieses wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Posen, den 27. Mai 18-16. Der Generalleutnant und Divisionskommandeur von Steinäcker." — Unter unfern Juden herrscht heute eine ungewöhnliche Bewegung, da der berühmte englische Philantrop Sir Moses Montefiore gestern hier eingetroffen ist und bis morgen hier verweilt. Das Hotel de Baviere, worin er wohnt, ist von Tausenden von Israeliten umlagert. Er läßt Jeden vor sich und theilt reichliche Almosen aus. Die hiesige jüdische Korporation hat ihn heute früh durch eine Deputation begrüßen und ihm ein prächtig in Sammt eingebundenes, auf Pergament gedrucktes Gedicht in hebräischer und deutscher Sprache überreichen lassen. — Heute hört man abermals von neuen Verhaftungen: Auf Befehl der JmmediaturuntersuchungSkommisfion find fünf Zöglinge deö eben erst restaurincn MariengymnafiumS, Klerikalalumnen, zur Haft gebracht worden. In wie weit sie sich an den revolutionären Umtrieben ihrer Landsleute betheiligt, ist zur Zeit noch unbekannt. Hannover. Durch Finanzministerialverfügung vom 20. Mai ist der Umlauf fremder Dukaten, d. h. aller andern alS von hannover'schem Gepräge, ohne Rücksicht auf daS Gewicht, im öffentlichen und Privatverkehr bei Strafe der Konfiskation verboten worden. Die fremden Dukaten können der königl. Münze eingesandt werden, welche dafür den Metallwerth nach dem Verhältniß von 195 Rrhlr. in Pistolen für die feine Mark Gold vergüten wird. Frankreich. Ij- Paris, 31. Mai. (Korresp.) In der gestrigen Sitzung der Abgeordnetenkammer wurde die Subvention deS OdeöntheaterS, nun auf 100,000 Fr. vermehrt, nach einer lebhaften Empfehlung Lamartine's votirt. Dann kam daS unerschöpfliche Thema der Wahldestechung wieder zur Sprache, ohne jedoch, wie gewöhnlich, zu einem andern Ergebnisse zu führen, als zu einer Menge von Rekriminationen von Seite der Opposition, und zu Dementis von Seite der Minister. Auf eine Interpellation deS Hrn. v. Courtais entgegnete der Kriegsminister, die Regierung habe über die Niedermetzlung der französischen Gefangenen in Marokko noch keine amtlichen Mittheilungen erhalten. — DaS „DedatS" enthält folgenden Brief auS Algier vom 25. d.: „Der Marschall Bugeaud sollte am 23. in OrleanSville, und am 25. in Tenez seyn, von wo er sich nach Algier ein schiffen sollte. Er wollte in Algier nur einige Tage bleiben, da die Umstände ihnwahrscheinlich an die marokkanische Gränze rufen dürften." — Professor Warnkönig (ein Badener) in Tübingen hat den Orden der Ehrenlegion erhalten. — Hr. Sylvester Poggioli, Bevollmächtigter deS Grafen von St. Leu, hat eine Broschüre veröffentlicht, in der er den ganzen Gang der Negotiationen wegen der Freilassung deS Prinzen Ludwig Napoleon erzählt und die bezüglichen Aktenstücke miltheilt. Am 25. Dezember schrieb der Prinz an den Minister deS Innern, am 11. Januar an den König selbst und bat um die Erlaubniß, seinen sterbenden Vater zu besuchen, wogegen er sich verpflichtete, sobald eS die französische Regierung verlange, in sein Gefängniß zurückzukchren. Hierauf erhielt er durch den Minister Duchatel daS Ergebniß der Berathung deS Minister- RaihS: „Die Bewilligung eines solchen Gesuches wäre eine indirekte Begnadigung; damit aber die Milde deS Königs auf solche Weise einschreiten könne, müsse die Gnade verdient und offen anerkannt werden." Nun folgte die Vermittlung deS Hrn. Odillon Barrot, deren wir gestern erwähnten, und dieser setzte einen Brief auf, den der Prinz an den König schreiben sollte, und den der Minister Duchatel korrigirte; allein der Prinz weigerte sich, fernere Schritte zu thun, und arbeitete von da an dem Plane seiner Entweichung. Portugal. Die Nachrichten aus Lissabon gehen bis zum 20. d. — Die Insurrektion breitete sich bereits über daS ganze Land auS, und man sagte: Oporto sey von den Insurgenten genommen worden. Der Herzog von Palmella, mit der Bildung eines neuen KabinelS beauftragt, war auf unerwartete Hindernisse gestoßen und die ministerielle Krisis dauerte fort. Vermischte Nachrichten. Neapel, 21. Mai. In der verflossenen Nackt sprang daS in England gebaute Luftschiff des Grafen von SyracuS zu Castellamare in die Luft. Der Prinz hatte am 20. Mai eine Lustfahrt nach Capri gemacht,-und kehrte glücklicherweise von Castellamare auf der Eisenbahn nach Neapel zurück. An dem herrlichen Abend belustigten sich seine Leute mit Feuerwerk und bengalischem Feuer, ein Funken fiel in den Pulverschlag und entzündete daselbst 250 Pfund Pulver. Auf eine lange Strecke sprangen alle Fenster, mehre Leute wurden beschädigt und in'S Meer geschleudert, aber um'S Leben kam Niemand. Stockholm, 22. Mai. Ein Major v. Helandt hat einen schreibenden elektrischen Telegraphen erfunden, ohne jemals dergleichen im AuSlande gesehen zu haben. Die Errichtung wird alS sehr zweckmäßig — sogar daß auf dem Lande wohnende Freunde sich solcher beguem zur Privalkorresponden; bedienen könnten — und dabei wenig kostend gerühmt. Mittelst einer Feder» die in der Spitze einer kleiner Glasröhre steckt, kann man lange Briefe schreiben. Der Erfinder hat die Ehre gehabt, vor Ihren Majestäten Proben damit abzulegen. _ Redigirt unter Verantwortlichkeit des Verlegers. Sckuldienstnachrichterr. Offene Stellen: Der evangel. Schuldienst erster Klaffe in Eibenschwand (Amt» Schopfyeim); Einkommen 175 fl. jährlich nebst freier Wohnung und 48 kr. Schulgeld von etwa 48 Kindern. Der evang. Schulvienst erster Klaffe in Münchzell (Amts Neckargemünd), mit dem gesetzlichen Einkommen nebst fr. Wohnung und 1 fl. Schulgeld von etwa 58 Kindern. Der kathol. Schul-, Meßner- und Organistendienst erster Klaffe in Erfeld (Amts Walldürn), mit dem gesetzlichen Einkommen nebst fr. Wohnung und 48 kr. Schulgeld von etwa 75 Kindern. zBewerber um letzteren Dtenst haben sich bei der fürstl. leiningeaschen Standesherrschaft zu melden.) — Befördert wurden: Hauptlehrer W. Bauer in Scheuern auf den kath. Schuldienst in Büchenau (Ober- AmtS Bruchsal). HülfSlehrer Fr. Thoma in Siegelsbach auf den kath. Schuldienst in Schillingstadt (Amts Borbrrg). Hauptlehrer I. Söhner in Erfeld auf den kath. Schuldienst in Gamburg (Amts Gerlachshcim). Unterlehrer I. Haas in Alkheim auf den kath. Schuldienst in Glashofen (AmtS Walldürn). Schullehrer Nikolai in Glbenschwaud auf den evangel. Schuldienst in Endenburg (Amts Schopfheim). Karlsruhe, Mai 38. Morg. 7 U. Mitt. 2 U. Abends 8U. Luftdruck reck, auf 18" 28"2.1 28"1.3 28"8.8 Temperatur nach Reäumur 8.8 15.8 11.7 Feuchtigkeit nach Prozenten 8.71 8.42 8.83 Wind m.Stärke(4-Sturm) NO» NO» NO» Bewölkung nach Zehnteln 8.8 8.8 8.8 Niederschlag Par. Kub. Zoll — — — »erdunst«ngPar.ZollHöhe — 8.41 — Dunstdruck Par. Lin. 3.8 3.1 3.3 Mal 38. t. Win. 5 g » 38. t. 18 4 - 38. t. mea. I l.g heiter, Höhrauch. heiter- heiter. Todesanzeigen. L 699.1 Karlsruhe. Freitag, den 29. v. M-, früh 7 Uhr, entschlief sanft unser lieber und unvergeßlicher Vater, Theodor Oelrnheinz, Partikulier, im 73. Lebensjahr, in Folge mehrwöchentlicher Leiden. Tiefgebeugt durch diesen für unS schmerzlichen Verlust geben wir unfern Verwandten und theilnebmenden Freunden hievon Nachlicht und bitten um stille Theilnahme. Zugleich sagen wir Denjenigen, welche unserm seligen Vater durch Begleitung zur Ruhestätte die letzte Ehre erwiesen haben, unser» herzlichen Dank. Karlsruhe, den 2. Juni 1816. Die Hinterbliebenen. v 698.1 Wieöloch. Am 27. Mai verschied dahier in Folge eines NervenfieberS der Rechtsanwalt Christian LeerS auS Mannheim. Indem wir, um stille Theilnahme bittend, die auswärtigen Freunde von diesem Trauerfalle in Kenntniß setzen, sagen wir zugleich Allen, welche unS bei diesem Verluste so viel Theilnahme bewiese» und den Verblichenen zu seiner letzten Ruhestätte begleiteten, den innigsten Dank. Wiesloch, den 30. Mai 1816. Die Hinterbliebenen. 8 691.1 Dinglingen. Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht, entfernten Verwandten und Freunden die betrübende Anzeige zu machen, daß mein guter Sohn, Friedrich, im Aller von 24 Jahren gestern Abend 5 Uhr nach kaum 14 tägigem Krankenlager entschlafen ist. ES beweinen mit mir diesen herben Verlust seine tief betrübte Mutter, Braut und Geschwister. Dinglingen, den 31. Mai 1816. Georg Schallen 784 »891.1 Karlsruhe. Geheimschriftsatz, jetzt nicht lesbar (Lapidarisch): awfm nmbd, buib wrrb. «668.1 Bosdersweier. Empfangsanzeige Von einigen unbekannten Jagdfreunden von Mosbach find für die Familie des erschossenen Jagd Hüters Stuß in Rheinbischofsheim 5 fl. 24 kr. an den Unterzeichneten eingesendet worden, wofür hiemit herzlich gedankt wird. Bodersweier, den 29. Mai 1846. Georg Kuder. » 677.1 Büßlingen. Empfangsbescheinigung und Danksagung Die bisher an das Unterzeichnete Pfarramt für die Wittwe Moßer dahier eingegangenen Gelder im Gesammt betrage von 232 fl. 23 kr., wovon 210 fl. 17 kr-, nebst zwei Paketen mit Bett- und Kleidungsstücken von dem ver- ebrlichen Kontor der Karlsruher Zeitung, und 22 fl. 6 kr. von verschiedenen unbekannten Wohlthätern eingekommen find, bescheinigen wir hiemit. Unter Mitwirkung des hiesigen Gemeinderaths wurden heute die Gelder theils an die Kreditoren der Wittwe, theils an sie selbst ausgefolgt, und dadurch ihr Häuschen vom Verkaufe gerettet. Zugleich statten wir im Namen der Wittwe für die ge sallenen milden Gaben hiermit unfern wärmsten Dank ab. Das lohnende Bewußtseyn erfüllter Pflicht und des Höchsten Segen begleite die edlen Geber. Büßlingen, den 26. Mai 1816. Großh. Pfarramt. Der Gcmeinderath. Merkle, Pfarrer- Bürgermeister Ritter. Gemcinderath Fritschi. 8 a u b e r. Zimmermann. » 679.1 Karlsruhe. r'-r Einem verchrlichen reisenden Publikum empfiehlt Unterzeichneter seinen auf's Geschmackvollste eingerichteten Gasthof unter Zusicherung »reeller und prompter Be- ^^>^SW-lMdienung, und verbindet zugleich die weitere Anzeige, daß zur Annehmlichkeit für Fremde in dem Garten seines Gasthofes eine Badanstalt K543.2 Karlsruhe. Kellnergesnch. Zn einen hiesigen soliden Gasthof wird ein Kellner, welcher hinlänglich französisch spricht, und sich mit guten Zeugnissen über seine Brauch barkeit und sittliches Betragen genügend aus zuweisen vermag, gesucht. Näheres im Kontor der Karlsruher Zeitung 8 642-3 Lmmenilinxen. (^n L s i x e.) 2»ei junxe, lücklixe d'elU messer oäer KeoineterksnUiUsten, rvelcke Imuptsscklicli im ^iikiiekmen mit äer 8reur »clieibe uns !m »lsnreietinen Keaanst sinä, können bei äem rintertertiAten «iif ein dis 2 »ei Ostirs »esedöriiKiinK erbslten z Uiefenixe» Herren, « elcke dieLU l,ust I,»den möelUen sieb xekrillixst innerbsld 14 V»Aen ässeldst weisen LmmensinAen, se» 28. IU»i 1846. I». I» des. Oeomeler. 8 692.1 Karlsruhe. Bäckerei - Verpachtung. In einer sehr frequenten Straße hie figer Stadt ist auf den 23. Juli dieses Jahrs eine gut eingerichtete Bäckerei auf 6 Jahre zu verpachten. Das Nähere hierüber ist im Kontor der Karlsruher Zeitung zu erfahren. 8 673.2 Lauffen am Neckar. Feilbietung einer be deutenden Mahlmühle. Familienverhältnisse und anderwärtige Ausfichten ver errichtet ist, in welcher täglich zu jeder Stunde Bäder ge nommen werden können. Karlsruhe, den 1. Juni 1846. zum röm. Kaiser. 8 689.1 Karlsruhe. (Meßanzeige.) Herr «V. I). tßSÄKHVO««! aus Glasgow in Schottland, geboren ohne Arme und nur mit einem Beine, dessen Namen und bewunderungswürdige Arbeiten aber bereits in allen deutschen Zeitschriften rühmlichst erwähnt worden find, wird sich auch hier dem Publikum zeigen, und sich, wie überall, gewiß eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen haben. Staunen und Bewunderung erregen seine Leistungen, und Jeder, der Gelegenheit hat, diese zu sehen, wird der Erwähnung beipflichten, daß Herr Ledgwood, als ein großes Natur-Wunder ausserordentliche Fähigkeiten besitzt, welche die Besucher im vollen Sinne des Wortes so fesseln, daß sie unwillkürlich ihre Bewunderung laut kund geben, und das bei Manchem vielleicht noch obwaltende Vorurtheil, durch die Anschauung unangenehm berührt zu werden, schwindet sofort bei dem ersten Anblicke der so sehr angenehmen und ausserordentlich freundlichen Persönlichkeit des Herrn Ledgwood. Der Schauplatz ist auf dem Schloßplaße. Erster Platz 18 kr., zweiter Platz 9 kr. 8 637.3 Karlsruhe. (M e ß a n z e i g e.) ' aus Oertrug Hausen bei Bielefeld, empfehlen zur hiesigen Messe wieder ihr bekanntes, auf's Beste affortirtes Lager in bielefelder Leinen, V« u. '/» breit, so wie auch in Sacktüchern, Damastgarnituren, Handtüchern re. zu den billigsten Fabrikpreisen. Ihr Lager ist wie gewöhnlich auf der Messe, Marstall- seite. 771.3 Paris und Stuttgart. F-rrF-rejfFF SN Der nur allein ächte Haarwuchs - Erzcuguogs- Balsam von Doktor Baron von Dupuytren aus Paris, erster Leibarzt verschiedener Könige von Frankreich und erster Chirurg im »6t«l vieu zu Paris. Mallard, Preisempfänger bei dem jährlichen Konkurse der Spezialschule für Chemie zu Paris, alleiniger Besitzer und Verfertiger des Geheimnisses, empfohlen von den berühmtesten Doktoren Europas. Cs ist unfehlbar das einzige Mittel, nur auf kahlen Stellen des Kopfes Haare zu erzeugen, verstärken, verlängern und zu verschönern, es verhindert das Ausfallen und Grauwerden der Haare und gibt die natürliche Farbe wieder zurück, es macht das Haar seidenartig, lockig, dunkel und glänzend, und durchdringt es mit dem herrlichsten Wohlgeruche, weshalb es auch als Haarpomade alle bisher gehabten Pomaden und Oele weit übertrifft. Unzählige Beweise seiner Heilkraft konnten diesem Balsam allein den jetzt auffergewöhnlichen ausgedehnten Ruf geben. Dieser Balsam ist in allen feinen Gerüchen parfümirt, mit einer deutschen und französischen Gebrauchsanweisung, welche zugleich Zeugnisse seiner wunderbaren Heilkraft mitthcilt, zu haben Das Hauptdepöt dieses sicher helfenden Heilmittels habe ich für das ganze Königreich Württemberg und Großherzogthum Baden Herrn Julius Knick m Stuttgart übertragen, woselbst eS, gegen portofreie Einsendung des Betrags, ausschließlich nur allein acht in Töpfen » 1 fl. 45 kr-, 3 fl. 30 kr., 5 fl. 15 kr. zu haben ist. in Berlin. anlaffen den Eigenthümer einer der besten Mahlmühlen mit Gängen am Neckar, welche sich einer sehr guten ausgedehnten Kundschaft erfreut und keine Konkurrenz hat. die 'elbe zum Verkauf aus freier Hand auszusetzen. Das Bauwesen, sowie das Mühlwerk find im besten Zustande und es befindet sich dieses Anwesen in einer über 4000 Seelen starken Stadt, durch welche die württemb. Eisenbahn zieht. Auf portofreie Anfragen ertheilt der Unterzeichnete nähere Auskunft. Lauffen, den 27. Mai 1846. Amtsnotar Nick. 8 687.3 Nr. 4040. Karlsruhe. Liegenschaftsversteigerung. Aus der Verlaffenschaftsmasse der Zimmermeister Christoph Hellner'- scheu Ehefrau, Magdalena Arnold von hier, werden auf den Antrag der Betheiligten Mittwoch, den 17. Juni d. I-, früh 9 Uhr, in der Wohnung des Herrn Hellner nachbenannte Liegenschaften öffentlich versteigert, und zwar: 1) das Wohnhaus Nr. 199 der Langenstraße mit zweistöckigem Seiten- und Hinterbau, einerseits Maurermeister Merbel, anderseits Kaufmann Seligmann; 2) das dreistöckige Wohnhaus Nr- 86 der Stephanienstraße, beiderseits neben sich selbst, mit folgenden Zu- gehörden: ») Sägmühle und Stallung; d) Wagenschopf mit Magazin und Wohnung des Maliers, nebst Garten; e) Scheuer und Holzmagazin von der Gränze des Zimmermeisters Künyle bis zum ehemaligen Wein- brenner'schen Zimmerplatz; 3) das zweistöckige Wohnhaus Nr. 84 der Stephanienstraße, nebst Oekonomiegebäude und Garten, einerseits Herr von Bulmerincq, anderseits sich selbst; 4) das zweistöckige Wohnhaus Nr. 88 der Stephanienstraße, nebst Seitenbau und Garten, einerseits neben sich selbst (Haus-Nr. 86), anderseits neben dem eigenen Zimmerplaß; 5) drei Bauplätze Nr. 90, 92, 94 der Stephanienstraße, zusammen 144 Fuß Breite — Länge nach der HLuser- flucht von dem Hause Nr- 84 — einerseits neben sich selbst, anderseits neben Oekonomieralh Deimling; ein Zimmerplatz, nebst Schopf, Garten, Magazin, einerseits neben sich selbst, anderseits neben Seiler Stüber's Wittwe; ein im Bau begriffenes Wohnhaus in der Neuthorstraße, einerseits neben Silberdiencr Schulz, anderseits neben sich selbst; 1 Morgen Acker vor dem mühlburgcr Thor im Burgerfeld, einerseits neben Bierbrauer Müller und Clever, anderseits Grünhofwirth Höck's Erben; hiezu werden die Kaufsliebhaber mit dem Bemerken eingc- laden, daß der Zuschlag sogleich erfolgt, wenn der Anschlag oder mehr geboten wird. Karlsruhe, den 30. Mai 1846. Großh. bad. Stadtamtsrevisorat. G. Gerhardt. v1. April 1816 erfolgte fürsorgliche Einweisung derselben in das Vermögen des Verschollenen ur endgültig erklärt. Karlsruhe, den 27. Mai 1846. Großh. bad. Stadtamt. Ruth. 8 566.3 Nr. 5608. Rheinbischofsheim. (Schuldenliquidation.) Apothekergehülfe Chri- ian Ludwig Beuttcl von Rheinbischofsheim, welcher im !ahr 1835 nach Nordamerika gereist ist und sich seither dort aufgehalten, hat dahier um AuSwanderungserlaubniß nachgesucht. Demzufolge wird Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Donnerstag, den 18. Juni d. I., früh 8 Uhr, angeordnet, und werden hiezu alle Diejenigen, welche Anbrüche an denselben zu machen haben, aufgefordert, solche > längstens bis zur Tagfahrt geltend zu machen, ansonst man men später von hier aus nicht mehr dazu verhelfen könnte. RheinbischosiSheim, den 23. Mai 1846. Großh. bad. Bezirksamt. Bodmann. StaatSpapiere. Wien, 29. Mai. sprozent. MetalliqueS 111'/,, 4proz. 100'/,, 3proz. 74; I634«r .Loose 153'/», 1839er Loose 121V„ Bankaktien 1565, Nordbahn 486>/„ Gloggnitz 138'/,. Venedig-Mailand il6'/„ Livorno 109',., Pesth ioi'/., Apen- ninen-Bahn —, Siena 90. Mit einer Anzeigenbeilage und dem Beiblatt Nr. 38 u. 39. Druck und Verlag von E. Macklot, Walvstraße Nr. 10.