Samstag, 8. Juni. L3L. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briefträgergebühr eingcschlofsen, 4 st. 3 kr. u. 2 fl. 2 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. " -V» 1867 , Amtlicher Theil. Karlsruhe 1 den 7. Juni. Durch höchsten Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 29. d. Mts. wird dem Major Knittel, Kommandant des 3. Dragonerregiments Prinz Karl, die Garnisonskommandantschaft in Bruchsal übertragen; und unterm 31. vor. Mts. der Kommandant der Reiterei, Oberst Udo Freiherr von Laroche, zum Borstand der Remontirung ernannt; ferner wurden unterm 5. d. Mts. die Korporale: Jakob Müller im 4. Infanterieregiment Prinz Wilhelm und Eugen Brandeis im 5. Infanterieregiment auf Grund des 8 29 der Bestimmungen über, die Ergänzung des Oifizier- korps zu Portepeefähnrichen ernannt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden: unter dem 29. Mai d. I. den Lehrern Alois Müller am katholischen Schullehrerseminar, zu Weersburg und Erasmus Pfass am katholischen Schullehrerseminar zu Ettlingen'Ae Staatsdiener-Eigen- schaft zu verleihen. Nicht-Amtlicher Thssil. Telegramme. -j- Daxmsta-t, 7. Juni. Die Abgeordnetenkammer genehmigte heute die Militärkonvention vom 31. Sept. und den Bündnjßvertr.ag mit 36 gegen 4 Stimmen; ferner Löw's Antrag, betr. die Einführung des preußischen Pen- sionsgesktzes, sodann für Züudnadelgewehre 367,000 fl. Wien, 6. Juni. (W. T.-B.) Die „Men. Abendpost" meldet: Aus kaiserl. Befehl hat die ungarische Königskrönung ungeachtet des Ablebens der Erzherzogin Mathilde stattzuMen, nur'entfallen die programmmäßigen Freuden- feste. — Die „Wien.Avendpost" wiederholt, daß die Gerüchte vom Tode des Kaisers vonMexiko durch keine Depesche des österreichischest Gesandten in Washington bestätigt sind. Das Ausbleiben dieser Rachricht erscheine als Hoffnung gebend. -j- Paris, 6. Juni, Nachts. Bei der Rückkehr von der Revue siel in der Nähe der Cascade von Longchamps ein Schuß aus den Wagen beider Kaiser. Der König von Preußen fuhr hinten drem. Bürger ergriffen den Attentäter, welcher wahrscheinlich ein Pole, aber unbekannt ist. In Paris große Bestürzung. Abends erschienen beide Kaiser, der König,' die Prinzen und Prinzessinnm alif dkm Ball des russische^ Gesandten. Kaiser mit Akklamation empfangen. Deutschland. Karlsruhe, 7. Juni. Seine Königliche Hobest der Krohherzv'g wird Sich morgen früh um 7 Uhr mit den Großherzoglichen Kindetst näch Baden begeben, woselbst im Lauf'des Vormittags Ihre Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin von Preußen eintrrsfdn wird; der Großhekzvg ge senkt nächsten'Montag in die Residenz zurückzukehren. Karlsruhe, 7. Juni. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 24 enthalt (außer Personastrachrichten): l Verfügungen und Lekannt'machstngen dex Ministerien. 1) BekamstmäHungen deS großh. Justizministeriums. s) Die Aufnahme des vormaligen Hofgerichts. Sekretärs Ludwig Gangnuß inMaMlm ch den Anwalts, stand betreffend, h) Me Namensänderung, der erstehelichen inber der Ehefrau des großh. Hauptmanns Ehehalt rn Mann- eim'betreffend. G Md ausMPchen gestattet, denEamen er crsteMchen Kinder der Ehefrast deS großh. Hauptmanns unb'Krika Nkaier. nachunaen oes grovy. . Verlegung des Sitzes des Bezirks-Assistenzarztes für Len Amtsbezirk Donaueschingen nach Hüfingen betreffend, b) Die Umlage für die Ausgleichung drr Kriegslasten betreffend. Darnach hat die Ausgleichungskommisston für die Kriegslasten des Jahres 18W unter dem 25. v. M. beschlossen, eine zweite und letzte Umlage von sechs Kreuzern auf einen Gulden der im 8 4 Absatz 1 des Gesetzes vom 30. November v. I. bezeichneten Steuerschuldigkiten zu erheben. 3) Bekanntmachung des großh. Handelsministeriums. Me Regelung des Portofreithums betreffend. Darnach wurde mit Allerhöchster Entschließung Sr. Köntgl. Hoheit des Sroßherzv^s aus großh. Slaatsmimsterium vom 22. 0. M. zur Regelung des Portosreithums-Wesens auf den groM- badMen Posten-Folgendes bestimmt: Vom 1. Januar 1868 ab werden im Gebiet der großh. Posten portofrei befördert: 11 die Korrespondenzen und Fahrpostfendungen der Mitglieder der Großherzöglichen Familie; 2) die ohne Werthsdekla- ratiön aufgegebenen Korrespondenzen, Schriften, und Akten- verfendungen der Staats- und änderen öffentlichen Behörden in reinen Staatsdienst-Angelegenheiten; 3) die Geld- und sonstigen Fahrpostsendungen in pbst- und eisenbahn- dienstlichen Angelegenheiten. Me übrigen im Gebiete der großh. Posten bisher bestandenen Poktofreithümcr sind vom i.. Jan. 1868 an aufgehoben. 4) Bekanntmachungen des großh. Finanzministeriums: s) Die Serienziehung für die 86 Gewinnziehung des Lotterieanlehens von 14 Millionen Guldenln 35-fl -Loosen vom Jahr 1845 betreffend, d) Die Einstellung der Abgabenerhebung von der Schifffahrt und Flößerei auf dem Main betreffend. Darnach wurde in Gemäßheit höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium vom 29. v. M- nach dem Vorgang der übrigen Mainufer-Staaten die Erhebung der Abgaben von der Schifffahrt und Flößerei auf dem Main bei der Main-Zollstelle Wertheim, beginnend vom 23. Mai d. I. an, eingestellt. Karlsruhe, 6. Juni. Die Augsburger „Allg. Ztg." ließ sich vor einigen Tagen aus Bern berichten, die großh. Regierung habe eine „eigenthümliche Beschwerde" wegen der Nekognoszirungen der Nh'einübergange und der Fluhüber- gänge durch schweizerische Offiziere an den Vundcsrath gerichtet, Diese Mittheilung ist, wie wir vernehmen, insofern unrichtig, als die großh. Negierung keinerlei Beschwerde, dagegen aber den Wunsch ausgesprochen hat, es mögen die Vermessungen aus diesseitiger Rheinst ecke, um Mißverstand-' nisten vorzubeugen (wie es 'an allen andern Landesgrenzen üblich ist), nicht ohne Voranzeige erfolgen. München, 5. Juni. (Bayer. Ztg.) LFr umfassende Vortrag des Abgeordneten vr. Edel an den befoudern Ausschuß der Kammer der Abgeordneten fük die Gesetze über, bas Gemeindewesen, Ansäßigmachung rc., über deck Entwurf eines Gesetzes, dieGemeindeordnuNg betreffend, hat so eben die Presst verlassen und wird nunmehr an die Kammermitglieder rc. vertheilt. In der allgemeinen Einleitung bemerkt der Referent insb-sondere, daß er es gegenüber dem Drängen der Zustände (er Gegenwart' und Angesichts des innigen Zusammenhanges mit unaufhaltsamen sozialen Veränderungen für Pflicht halte, dahin zu wirken, daß der Gesetzentwurf in einer annehmbaren Gestalt zuüt Gesetz erhoben werde, dieses Ziel aber auch erreicht werden könne, wenn es glücken wird, daß die königll Staatsrdgierung und der Ausschuß sich in demselben Streben und Grundgedanken begegnen; und" wenn namentlich, wie er nach einer günstigen allgemeinen Beurthcilung des Entwurfs hervorhebt, bei der Beschlußfassung über die einzelnen Bestimmungen folgende Anschauungen allgemeine Anerkennung finden: 1) Es dars der bestehende Rechtszustand in keinem Stücke veischftm- mert, keines der Grundrechte der"dermaligen Eemeindeverfässung aufgegeben werben. 2) ES muß der 'l'm'Uebcrmuh gemachte Vorbehalt ergänzender und regulirender Verordnungen thunlichst beschränkt und, so weit möglich, durch gesetzliche 'Vorschrift oder durch Zulassung Let autonomischcn Ordnung ersetzt werben. 3) Äs mutz das Recht der Selbstverwaltung bis zu jener Grenze, deren Uebebschreilüng bii der Noch Nicht allenthalben verbreiteten Reife sür gemeinnütziges öffentliches Alirkefl-yts ein schädliches Uebermatz »ächtet werden' itiüßt,-, erweitert, und ier in derti Entwurf enthaltene gute Kekäi von'manchen Auswüchsen befreit' wirbln, die alS-Rüütniscenzen des bisher gewohnten KnralelstandpunklS erscheinen, und mitunter selbst solchen Bei standlheileii der bisherigen Praxis, denen'der'gesetzliche Boden gemangelt hat, einen solchen zu verschaffen suchen. 4) Es' muß auf grundsätzliche Umgestallikng der' zweiten, die GeMeindeangehötigkcit und dckS Bürgerrecht betreffenden Abtheilung, sowie der fünften Abthcilung, die von Staatsaufsicht und Disziplin handelt, eingegangetr' wstden. b) Gleichzeitig mit der Gemelndeürdnung muß ein Gesetz in das Leben treten, wodurch ein oberster Verwaltungs-Gerichtshof geschaffen wird, besten Aufgabe zmn größten Theil darin zu bestehen hat, das höchste unbefangene Organ zur endgiltigcn Entscheidung 'von Streitigkeiten über besonders'wichtige Gemeindcangelegtnhcktcn, sowie über Beschwerden gegen Verfügungen her oberaitssehenden Staatsbehörden zu bilden. Luxemburg, 6. Juni. (Köln. Ztg.) Luxemburg bleiht im Zollverein, wird aber wahrscheinlich keine Abgeordneten für Zostaugelcgenheilen zum Parlament schicken, wie Luxemburg auch früher in den Zollkonsercuzen uichft durch eine besondere Stimme vertreten war. Alteuburg, A Juni. (N. A. Ztg.) Auf die Interpellation des Mg. v. Stieglitz, betreffend eine von Preußen zu erlangende Kriegsentschädigung, ertheM der Gch.' Referendar (?) Gerber dahin Auskunft, daß, nachdeüs vorher mit der Krone Preußen eine Uebereinkuüft überäll'nicht getroffen sei, die preußische Regierung erst näch den in Böhmen errun- Henen Siegers die NaturalverpstegunH des Kontingentes auf dem Zug nach Bayern, sticht aber die Gelvverpflegullg ffrber- nvmmen hübe. Nach mehreren dcßhalb gepflogenen-Verhandlungen habe nun zst>ar Preußen sich dazu bereit Erklärt, dib von könkgl. preußischen und großh. mecktenburgischen Truppen auf dem Durchmarsch durch das diesseitige Gebiet ist' Anspruch genominenen'Leistüngen zu vergüten, auch die Kosten der Na- turalverpsttgung, einschließlich Transportkosten, von dem Tag an, wo das Kontingent die Grenze des HetzogthumS überschritten , ganz auf preußische Fonds zu ' übernehmen; allein ein Asterkestktniß der diesseits' hierauf liqmdirten 14,251 Thlrn. fei von Seiten Preußens noch nicht erfolgt und eine Bezugnahme auf Theilnahme an den preußischer Seits außerdem erlangten Kriegsentschädigungen damit zurückgewiesen worden, daß den verbündeten Regierungen Ansprüche hierauf nicht zugestanden werden könnten, weil Preußen selbst damit seine Kosten nicht vollständig ersetzt erhalten habe. Die nicht zur Liquidation gebrachten Kosten der ersten Mobilisirung wurden auf ungefähr 6000 Thlr. angegeben. Schwerin, 6. Juni. (Sch. M.) Der Landtags-Abschied spricht die besondere Befriedigung des Großherzogs über die patriotische Haltung der Stände aus. Er erkennt die Opferwilligkeit derselben zur Wiederherstellung einer öffentlichen Rechtsordnung für Deutschland an und verheißt die thunlichste Berücksichtigung der Wünsche der Stände bei den neuen Verhältnissen. — In ähnlichem Sinn spricht sich der Ländtags-Abschied inStrelitz aus. Berlin, 5. Juni. Die halboffizielle „Prov.-Korr." enthält einen Artikel über die Reise des Königs, dem wir Folgendes entnehmen: Es darf heute daran erinnert werden, daß die Stellung, welche der Kaiser Napoleon in den jüngst verflossenen Jahren zu den wickMen Entwicklungen in Deutschland angenommen hatte, ihm die bereitwillige Anerkennung der deutschen Patrioten zugewandt und die Achtung erhöht halte, welche seiner einsichtigen und gemäßigten Politik in weiten Kreisen gezollt worden war. Die Regierung unseres Königs vornehmlich hat nie verhehlt, welchen Werth sie auf die Fortdauer einer freundschaftlichen Stellung zu Frankreich legt. Um so sreudiger hat dieselbe gewiß das erneute Anzeichen einer gleichen Gesinnung aus Seiten des Kaisers begrüßt, und gern die Gelegenheit wahrgenommen, die günstigen Beziehungen durch unmittelbare persönliche Berührung zu befestigen. In diesem Sinne ist die Reise unseres Königs und nicht minier der gleichzeitige Besuch des Kaisers von Rußland am Hof des Kaisers Napoleon selbstverständlich nicht ohne eine gewisse politische Bedeutung und Wichtigkeit, lieber diese allgemeine Bedeutung hinaus wird man jedoch Erwartungen in Betreff bestimmter Verhandlungen über einzelne politische Fragen an die Zusammenkunft der Monarchen nicht zu knüpfen haben. Man hat Mit Unrecht Vermnlhungen solcher Art besonders aus dem Umstand hergeleitct, daß auch der Ministerpräsident Graf BiSmarck sich mit dem König nach Paris begibt. Der Wunsch Sr. Maj., den Ministerpräsidenten auf der inteieffanten Reise in seiner Begleitung zu sehen, bedarf jedoch nicht der Erklärung durch bevorstehende besondere Verhandlungen, um so weniger, als Graf Bismarck auch persönlich seit Jahren freundliche Beziehungen zu Paris gepflegt hat. Auch die Anwesenheit des russischen Ministers Fürsten Gortschakoff ist gewiß ein Grund mehr zu der Theilnahme des Grafen Bismarck an der Reise, ohne daß jedoch die Annahme begründet wäre, daß insbesondere von Seiten Rußlands, bestimm!? politische Pläne angeregt seien. Ein mehrtägiger Verkehr hervorragender Fürsten und ihrer Minister wird freilich kaum vorübergehen, ohne daß auch die wichtigen politischen Fragen Gegenstand eines ve> traulichen Meinungsaustausches werden; eigentliche politische Verhandlungen aber sind bei der gegenwärtigen Zusammenkunft nicht beabsichtigt, und man wird wohl daran Ihun, gegen die unvermeidlichen Gerüchte über bestimmt« Ergebnisse der Zusammenkunft im voraus auf der Hut zu sein. Die Verhandlungen über die nordschleswigsche Angelegenheit scheinen nach einer Mittheilung der „Nordd. Mg. Ztg." noch so ziemlich auf dem alten Punkte zu stehest. DaS genannte Blatt sagt darüber: Die ,Patrie* will durch spezielle Nachrichten aus Berlin in den Stand gesetzt sein, genauere Mittheilungen über den Stand der Verhandlungen zwischen Berl-n und Kopenhagen zu strachrn. Tie Abtretungen würden sich, wie das Blatt äußert, wohl nur auf den Distrikt von Apenrade beschränken. Wir hören, daß in den Besprechungen zwischen beiden Kabinetten eine Erörterung über Distrikte Nöld- schleSwigs, welche abzuketen seien und welche nicht, gar nicht vorgö- kommcn ist. Die Angelegenheit befindet sich noch'in den ersten Stadien der Entwicklung. Diese haben den Kreis vertraulicher Vorbesprechungen noch nicht überschritten. Vor mehreren Wochen wurde durch das diesseitige Kabine! in Kopenhagen die Anfrage gestellt, ob Dänemark zur Uebcrnahme eines verhältnißmäßigen Antheils an der schleswig-holsteinischen Staatsschuld, sowie bereik'sei, eine Garantie des nationalen Schutzes derjenigen Deutsche» zu leisten, die eventuell mit nvrdschleswigschin Distrikten an Dänemark zurückfallen würden. In seiner Rückäußerung eiklärte sich Dänemark bereit, aus Grund der erwähnten beiden Punkte mit Preußen in Erörterungen einzutretcn und ersuchte zugleich das diesseitige Kabinet um weitere Eröffnungen. Perlt«, 6. Juni. Mau telegraphirt der „Köln. Ztg." : Die gestrigen Mutheilungen über den Vertrag mit den süddeutschen Staaten werden zuverlässig bestätigt. Der Vertrag ist für die Dauer der Zollvereins-Verträge, d. h. bis Ende 1877, abgeschlossen. Harmstadts Beitritt, obgleich noch nicht formell vollzogen, ist unzweifelhaft. Der Beitritt Bayerns wird zuversichtlich binnen etwa vierzehn Tagen-erwartet. 0 Berlin , 6. Juni. Mit Recht wird die jetzige Reise Sr. Maj. des Königs nach Paris hier in weiten Kreisen als dine wichtige Friedensbürgschaft betrachtet. Offenbar liegt darin der Beweis, daß zwischen den Monarchen von Preußrn und Frankreich die freundschaftlichsten Beziehungen obwalten. Nach den Verwicklungen aber, welche durch drd Luxemburger Frage herbcigeführl waren, hat die volle Wie- derbefestiaung des früher» Freundschaftsverhältnisses sicherlich eine um so höhere Bedeutung. Mehrere Blätter verbreiten die Meinung, daß von der gegenwärtigen Monarchcnzu- fammenkunst in Paris wichtige politische Entscheidungen zu erwarten seien. Man entnimmt das insbesondere aus der gleichzeitigen Anwesenheit des Grafen Bismarck und deS Fürsten Gortschakoff in der französischen Hauptstadt. Wie indessen hier versichert wird, handelt cs sich bei dem Besuch des Königs Wilhelm am Hofe des Kaisers Napoleon nicht im mindesten um politische Pläne und Abmachungen, wenn auch die Souveräne und ihre Minister Anlaß nehmen sollten, sich in vertraulicher Weise über die schwebenden politischen Fragen zu besprechen. Wenn in Paris Verständigungen erfolgen, so gellen dieselben den Interessen des allgemeinen Friedens. Der Handelsminister Graf zuJtzenplitzhat Paris schon vor einigen Tagen wieder verlassen. Am Dienstag befand derselbe sich in Köln. Gestern ist er von dort nach Wiesbaden gereist. Seine Rückkehr nach Berlin wird zum nächsten Dienstag erwartet. — Die Wiener „N. Fr. Pr." bringt die Nachricht: Preußen habe den Verkauf Luxemburgs an Frankreich selbst angeregt. Daß diese Mittheilung unwahr ist, braucht kaum noch besonders ausgesprochen zu werden. Hätte Preußen den Verkaufsplan begünstigt, so würde es sich wohl beeilt haben, seine Truppen aus Luxemburg herauszuziehen. — Wie verlautet, hat der Finanzminister v. d. Heydt an einer der über Zollsachen hier abgehaltenen Konferenzen Theil genommen. Die erste Konferenz fand am Montag Vormittag bloß zwischen dem Grafen v. Bismarck und den süddeutschen Ministern statt. An den übrigen Konferenzverhandlungen waren die Ministerialdirektoren Delbrück und v. Philipsborn bethciligt. Der Wirkt. Geh. Rath v. Savigny ist gestern nach Karlsbad abgereist. — Dem Vernehmen nach hat die schon längst projektirte Anlegung einer Verbindungsbahn zwischen Breslau und Warschau nunmehr Aussicht auf baldige Verwirklichung. Die Bedenken, welche von militärischer Seite gegen dies Projekt geltend gemacht wurden, sind neuerdings gefallen. Der Verbindungsüau soll von Breslau aus entweder über Kreutzburg oder über Cononowska nach Czen- stochau geführt werden. Auch der beim Prager Friedensschluß verabredete Bau einer Eisenbahn von Glatz nach Wildenschwerdtin Böhmen kommt bald zur Ausführung. Berlin, 6. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg " schreibt: Bekanntlich war in den Friedensverträgen des verflossenen ZahreS mit Bayern, Württemberg, Baden und Hessen die Einleitung von Verhandlungen wegen sernerweiter Regelung der Zollvereins- Verhältnisse Vorbehalten. Diesem Vorbehalt gemäß ist der Zusammentritt von Kommissarien der betheiligten Staaten sür die Mitte des laufenden Monats hier in Aussicht genommen, um die Zollverhältnisse zu den süddeutschen Staaten zu regeln. Zur Sicherung des Zwecks dieser Verhandlungen schien ein vor- gängigcS Benehmen mit den süddeutschen Staate» angemessen. Andeutungen, welche Preußen in dieser Beziehung von verschiedenen Seiten empfing, ließen an der Bereitwilligkeit der leitenden Staatsmänner in Süddeutschland nicht zweifeln. Sollte eine solche Besprechung aber überhaupt stattfinden, so konnte sie aus bekannte» äußern Gründen nur sogleich erfolgen. ES kam daraus an, die Besprechung noch vor Beginn der inzwischen auf den 4. d. M. anberaumlen Reise des Grafen Bismarck nach Paris vorzunehmen. Die leitenden süddeutschen Minister entsprachen der Einladung mit dankenswerther Bereitwilligkeit, und so war es möglich, die Zusammenkunft bereits am 3. d. M. hier stattfinden zu sehen. Für Bayern hatte sich Fürst Hohenlohe, für Württemberg Frhr. o. Varnbiiler, sür Baden Hr. v. Freydorf, und für Hessen Frhr. v. Dalwigk eingefunden. Graf Bismarck unterzog sich selbst der Leitung der Verhandlung und war damit bis zum letzten Augenblick vor seiner Abreise persönlich beschäftigt. Wir sind, da es sich um schwebende Verhandlungen handelt, nicht ;m Stand, das Ergcbniß seinem ganzen Umfang nach schon jetzt mit- -utheilen; aber wir find ermächtigt, zu bemerken, daß cS gelungen ist, die Grundlage sür die weitere Entwicklung Heils bereits f.stzustellen, theils so weil vorzubereitcn, daß die Hoffnung auf allseilige Verständigung gehegt werben darf. Dies muß sür heule genügen. Die Notizen aller Art, die sich in den öffentlichen Blättern darüber finde», können nur unvollständig und ungenau sein. Wir werden, sobald es möglich ist, darauf zurückkommen. Als Präsident für die Leitung der Verwaltung desFürsten- thums Waldeck ist, wie verlautet, ein preußischer Beamter in Aussicht genommen; doch sollen darüber noch Verhandlungen schweben. — Der „Kreuz-Ztg." zufolge wird die Trennung des Marineministe ciums von dem Kriegsministerium, also die Einrichtung eines besonder» Ministeriums, beabsichtigt. Die große Zunahme der Arbeiten im Marineressort wird der Grund sein. Qesterreichische Monarchie. Wien, 3. Juni. (Köln. Ztg.) Die Schwierigkeiten, welche sich der Krönung des Kaisers .als König von Ungarn noch im letzten Augenblick dadurch entgegenzustellen schienen, daß die Urkunden der Abdankung des Kaisers Ferdinand und der Thronentsagung des Erzherzogs Franz Karl nicht ausdrücklich und namentlich auch auf das Königreich Ungarn Bezug nehmen, sind nun zwar, wie man hört, durch einen vom ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Andrassy vorgeschlagenen Ausweg beseitigt; dennoch ist der Tag der Krönung noch immer nicht definitiv fcstgestellt. Die Bestimmung dieses Tages hängt nämlich nicht vom Kaiser, und noch weniger von der cisleithanischen Regierung, sondern sehr wesentlich von dem ungarischen Landtag ab. Dieser hat zunächst in dem Jnauguraldiplom diejenigen Forderungen und Bedingungen festzustellen, von deren Erfüllung er überhaupt die Anerkennung des „Thronaspiranten" als König von Ungarn abhängig macht. Sobald diese Feststellung erfolgt ist — eine Zeitbestimmung besteht nicht dabei —, läßt der Landtag das Aktenstück dem „Thronaspiranten" vorlegen. (Um jede Verzögerung zu vermeiden und rechtzeitig zur Hand zu sein, hat sich deßhalb der Kaiser schon jetzt nach Ofen begeben.) Ist der „Thrsnaspirant" geneigt, aus die Forderungen und Bedingungen des Landtags einzugehen, so setzt er seine Unterschrift unter das Aktenstück, und dieses geht an den Landtag zurück. Nun läßt der Landtag — der während der Krönung immer versammelt sein muß — dem „Thron- aspirenten" sagen (und auch hiebei kennt das Landesrecht keine Zeitbestimmung), daß er bereit sei, den „Thronaspiranten" durch feierliche Aussetzung der Stephans-Krone zum Landesherrn zu machen, sobald dieser das ihm vorgelegte und von ihm Unterzeichnete Jnauguraldiplom mit einem Eide bekräftigen wolle. Der „Aspirant" antwortet hierauf — dem Gebrauche gemäß —, daß er bereit sei, den verlangten Eid zu leisten, nachdem er sich durch dreitägiges Fasten dazu vorbereitet habe. Diese Pause von drei Tagen wird zu den Vorfestlichkeiten benützt, zu welchen die Ausstellung der Kron- insignien, Prozessionen, Illuminationen rc. gehören. Die Zahl der Kroninsignien beträgt jetzt nur sechs (Krone, Mantel, Reichsapfel, Szepter, Schwert und Handschuhe), vier sind bei ten vielen Wanderungen der Kleinodien verloren gegangen (nämlich: das apostolische Kreuz, der Gürtel, die Stola und der Krystall oder Hyacinth). Ist die eigentliche Krönungsfeierlichkeit vollzogen, bei der Alles den größten Glanz zu entfalten strebt, so folgen wieder dreitägige Nachfestlichkeiten, die mi! einem solennen Banket zu schließen Pflegen. Am Schluß des letzter« erscheinen der König und die Königin, deren Wohl der Fürst Primas von Ungarn ausbringt. Der Antwort, welche der König bei dieser Gelegenheit ertheilt, pflegt man eine gewisse Bedeutung beizulegen. -j-j Wien, 5. Juni. Das Ministerium hat dem Vernehmen nach von den Führern der Majorität imAbgeordne - ten Hause schon die positive Zusicherung, daß das Haus bereit sei, sich durch eine Delegation aus seiner Mitie über das Detail des Ausgleichs mit einer Delegation des ungarischen Landtags ins Benehmen zu setzen. Pesth, 5. Juni. Die mit der Ueberreichung desInau - gural-Diptoms betraute Deputation versammelte sich im Präsidialbureau des Ministeriums des Innern und fuhr, nachdem der Primas die an Se. Maj. zu richtende Ansprache vorgetragen, in die Burg. Bald nach dem Eintreffen der Deputation im Thronsaal erschien Se. Maj. mit dem Hofstaat. Es schritten voran der Oberstthürsteher, der Oberst- Hofmeister, ein Träger des apostolischen Kreuzes, und der OberststaUmeister Graf Emerich Batthyanyi mit dem Neichs- schwert. Zum ersten Mal erschienen auch die ungarischen Garden. Se. Maj. in ungarischer Marschalls-Unisorm nahm auf dem Thron Platz, woraus der Primas ungefähr Folgendes sprach: Die von Ew. Maj. im Dez. 1865 cinberufenen Magnaten und Stände halten endlich den heißersehnten Augenblick sür gekommen, die Bitte vorzubringm, daß Ew. Majestät sich mit der Krone des heil. Stephan krönen zu lassen geruhen. In der Zuverficht, daß Ew. Maj. diesem Wunsch der treuen Stände Genüge leisten, hat der Landtag das Jnaugnral-Diplvm vorbereilet und die Deputation legt dasselbe mit homagialer Treue aus den Stuscn de« Throne« nieder. . Der Primas näherte sich hierauf dem Thron und überreichte das Diplom mit einer Kniebcugung. Se. Maj. antwortete kurz: Er fühle sich glücklich, dem Wunsch des Landes Folge zu leisten; auf das Diplom werde er morgen Antwort ertheilen. Diese Worte wurden mit begeistertem Eljen ausgenommen. Darauf entfernte sich Se. Maj. unter Vorantritt des Hofstaats und des Ministeriums. Frankreich. * Paris, 6. Juni. Der „Moniteur" meldet, daß die große Parade heute um 2 Uhr im Bors de Boulogne stattfindet. Folgende Truppen nehmen an derselben Theil: Das Bataillon und die Schwadron von St. Cyr, die gcsammte Garde, die 3 Infanteriedivisionen und die Kavallericdivision des 1. Armeekorps, ferner das 1. und 2. Regiment der reitenden Jäger, 8 Batterien Artillerie, 2 Bataillone Pompiers, 2 Bataillone und 2 bis 3 Schwadronen der Pariser Garden, und 1 Schwadron Gendarmen. Wann und wie sich der Kaiser und seine Gäste nach Longchamp begeben und von da zurückbegeben werden, gibt der „Moniteur" nicht an. Er lädt nur die höheren, dem aktiven Dienst angchörigen Offiziere der Pariser Garnison ein, sich, im Fall sie sich dem Stab des Kaisers anschließen wollen, um 1 Uhr 45 Minuten an dem gegen Longchamp zu gelegenen Gitter des Bois de Boulogne einzufinden. Die Ankunft des Königs Wilhelm erfolgte, nach dem Berichte des „Moniteur", genau in derselben glänzenden Weise wie die des Kaisers von Rußland. In dem ersten Wagen fuhren der Kaiser, der König und der Kronprinz. Am Bahnhof waren 2 Regimenter Linicntruppen und ein Bataillon Jäger aufgestellt. Außer den zur Begleitung des Kaisers gehörigen Personen hatten sich auch die Minister, die in Paris kommandirenden Marschälle und Generale, der Seine- und der Polizeipräfekt, die gesummte preußische Gesandtschaft und eine ausgcwählte Gesellschaft zum Empfang des Königs eingefunden. An der französischen Grenze war der preußische Souverän bereits von General de Failly, Baron Zorn de Bulach, Oberstleutnant Stoffel und Stallmeister Graf Du Bourg, die seiner Person für die Dauer seines Aufenthalts beigegeben sind, im Namen des Kaisers bewill- kommt worden. Die 6 Hofwagen, welche die beiden Herrscher und ihr Gefolge von dem Nordbahnhof nach den Tui- lerien brachten, waren von Gardelanciers und Hundertgarden geleitet. Im Louvrehof und auf dem Carousselplatz waren wieder zwei Regimenter und zwei Schwadronen in Spalier aufgestellt. Auf der großen Ehrentreppe in den Tuilerien standen zwei Reihen Hundertgarden. Die Kaiserin, umgeben von ihren Damen und ihrem Hofstaat, empfing den hohen Gast am Fuß der Treppe. In dem Salon des erstell Konsuls fanden die gegenseitigen Vorstellungen statt, worauf der Kaiser den König in die für denselben bereiteten Gemächer des Pavillon Marsan geleitete. Wie die „France" meldet, stattete der König von Preußen schon gestern Abend 6 Uhr dem Kaiser von Rußland seinen Besuch ab. Dieser war noch gar nicht zu Hause, so daß König Wilhelm auf ihn warten mußte. Beide Souveräne hatten alsdann eine lange Unterredung mit einander. Heute Morgen besuchte der König bereits die Ausstellung. Er war von Graf Bismarck, Hrn. Rouher und dem Generalsekretär der Ausstellung, Hrn. Leplay, begleitet. Diesen Abend findet der große Ball in der russischen Gesandtschaft statt, dem der Kaiser, die Kaiserin und alle hier anwesenden Souveräne, Prinzen und Prinzessinnen beiwohnen werden. Rußland bietet Alles auf, um den Glanz, welchen Oesterreich kürzlich entfaltet hat, zu überstrahlen. Fürst Gortschakoff hatte eine lange Unterredung mit dem König der Belgier, kurz bevor dieser Paris verließ. Auch von dem Kaiser der Franzosen ist der russische Staatsmann in einer Privataudienz empfangen worden, sowie er auch bereits seit gestern Abend den Grafen Bismarck empfangen haben soll. Die „Gazette" stellt den bedauerlichen Zwischenfall der gegen den Kaiser von Rußland ausgeführten Demonstration folgendermaßen dar: Es ist wahr, daß in dem Augenblick, als der Kaiser von Rußland in Begleitung seiner Söhne und ohne Eskorte über die letzten Stusm der großen Treppe schritt, um in die Galerie einzutretm, der Ruf: „Vivo Is poiognel" gehört wurde. Dieser Rus wurde aber nur von vier Advokaten auSgcstoßen und wurde augenblicklich durch die nachdrücklichen Protestationen der Umgebung übertönt. Auch heute wiederholten sich diese Protestationen im Justizpallast, wo eine lebhafte und tiese Aufregung herrschte. ES wird Niemand Einsprache erheben, wenn wir sagen, daß Alle, ohne Parteiunterschied, mit Nachdruck jede Solidarität mit Denen zurückwiesen, die vergessen konnte», daß der Czaar der Gast Frankreichs ist, und die, als Advokaten und mit ihrem AmlS- talar bekleidet, ihn mit einer Beleidigung (ontrsge) gerade in dem Augenblick empfingen, wo er, allein und vertrauensvoll, in das Haus des Barreau'S trat. Die Königin von Portugal begibt sich mit Genehmigung ihres Vaters und in Begleitung der Infantin Isabelle von Portugal nach Rom. So das „Journ. de Paris", das außerdem eine Reise des Papstes nach Paris, Ende August, als eine Möglichkeit erklärt. Der heil. Vater würde von Kardinal Antonelli begleitet werden. — Der König von Schweden reist am 101 ab und trifft über Stettin und Berlin am 20. d. M. in Paris ein. — Rente 7050. Cred. mob. 395, ital. Anl. 52.37V Spanien. * Madrid. Die Morrespondencia" erfährt, daß die mit dem Papst getroffene Uebereinkunft gegenwärtig dem Staatsrach zu Madrid zur Prüfung vorliegt. Dieselbe bezieht sich auf die Verminderung der übergroßen Zahl von kirchlichen Festtagen. Es sollen, nach dieser Uebereinkunft, künftighin alle mittler» Feste, sowie die zweiten und dritten Feiertage ausfallen, und ein Theil der Wochen-Festtage auf die Sonntage verlegt werden. Belgien. Brüssel, 5. Juni. Der König, der Graf und die Gräfin von Flandern haben sich heute früh nach Lüttich begeben, um daselbst den König von Preußen auf seiner Durchreise zu begrüßen; sie haben den König bis Charterst begleitet. Der kaiserl. französische Extrazug hat auf dem Weg nach VervierS, wohin er fuhr, um den König von Preußen abzuholen, einen Zusammenstoß mit einem Kohlenzug gehabt, wobei zwei Dienstwagen beschädigt wurden. — Dem „Schiller-Verein" zu Brüssel hat der König von Preußen ein beträchtliches Substdlum gewährt, und zugleich den preußischen Gesandten, Hrn. v. Balan, ermächtigt, die Präsidentschaft des Vereins zu übernehmen. Dänemark. Kopenhagen, 6. Juni. „Faedrelandet" bezeichnet die von Preußen in Betreff Nordschleswigs gemachten Präpositionen als unannehmbar, weil in denselben nicht einmal der Umfang des nordschleswig'schm Gebiets angedeutet sei. Rußland und Polen. Am 2. Juni fand im Park Sokolknky bei Moskau das große Banket zu Ehren der slavischeu Gäste statt. Letztere wurden in zwanzig Vierspännern abgeholt; Tausende von Equipagen und eine unermeßliche Volksmenge zu Fuß hintendrein. Die Tafel hatte über 800 Gedecke. Die Elite Moskau'« war versammelt. Unter den Rednern zeichnete sich wieder Ri-ger aus, der, einem Telegramm der Prager „Korrespondenz" zufolge, „bezüglich Polen« edle Worte der Versöhnung auf Grundlage der Individualität und des Rechts" sprach. Nach dem Festmahl ward ein großes Feuerwerk abgebrannt. TagS darauf sind bereits einige Gäste abgereist. Ein kaiserl. Ukas vom 22. Mai c. ordnet auf besondern Antrag des Statthalters die sofortige Aufhebung der (Sied- letzer) Podlachi sehen römisch katholischen Diözese aus unabweisbaren Gründen an, hebt das Domkapitel, das Konsistorium und Seminar auf, und vereinigt die Diözese und sämmtliche obige Anstalten nebst allen Kirchen mit der Lub- liner Diözese unter Entbindung des Kapuziner-Bischofs Szymanskt von den Pflichten eines Diözesanvorftehers. Großbritaniueu. London, 4. Juni. ParlamentSverhaudlungen vom 3. Juni. Die Sitzung de» Oberhauses bot nicht» von allgemeinem Interesse. Im Unterhause fragt Akroyb, ob di« Verhandlungen mit Port»gal behuf« Uhschließung eines Handelsvertrag« wieder ausgenommen worden sind, ob die Regierung die betreffenden Aktenstück« vorlegen wolle, und ob sie wisse, daß Portugal vor kurzem einen Handelsvertrag mit Frankreich unter besonder» günstigen Bedingungen für letztere» abgeschlossen habe. Darauf «wieder! Lord Stanley: Bor sechs Wochen habe er mitzutheilcn gehabt, daß di« Verhandlungen mit Portugal abgebrochen seien. Dä seitdem die portugiesisch« Regierung auf deren Wiederaufnahme angeiragen habe, sei Ihrer Maj. Regierung bereitwillig darauf einzegangen und beschäftige sich gegenwärtig mit der Erörterung der portugiesischen Vorschläge. Was di« gewünschte Korrespondenzvorlage betreffe, so müsse dieselbe, auf besonder« Wunsch der portugiesischen Regierung, vorerst noch unterbleiben. Von den Frankreich gemachten Zugeständnissen sei di« Regierung besten« unterrichtet; da sie jedoch nur in Anbetracht gewisser, von französischer Seite gemachten Konzessionen zu Stande kamen, jo besitze die englische Regierung kein Recht, auf Grundlage der mit Portugal bestehenden Verträge dagegen zu protestiren. Butler wünscht zu wissen, ob die Regierung über die gerüchtS- weise gemeldete Erschießung de» Kaiser- Maximilian Nachricht erhalten habe. Lord Stanley: Nein, wir haben keine Nachricht erhalten und wissen in Wahrheit nicht mehr, als was die Zeitungen meldeten. Meinem Dafürhalten nach find die für uns bestimmten Depeschen entweder unterwegs aufgefangen, oder, mit Rückficht aus die bestehenden Wirren, gar nicht abgeschickt worden. Auf eine Frage Layard'S, ob di« Regierung gegen die Mißhandlungen der Jude» in den Donaufürftenthümeru remonstrirt habe, er- wiedert Lord Stanley: Von vielen Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeind« erhielt ich Vorstellungen über die schwere Unbill und Verfolgung, denen die Juden in jenen Provinzen auSgesetzt seien. Dies« Vorstellungen sind, wie ich zu glauben Grund habe, wohl begründet, und habe ich dem brittischen Generalkonsul in Bukarest telegraphisch die Weisung zugehen lasten, er möge, da er sich hier um eine rein menschliche und nicht politische Frage handle, in höflicher, aber starker Weise über diese Angelegenhrit Vorstellungen machen. Das ist, wie mir gemeldet wird, geschehen, und ich hoffe, daß die Wirkung für die Betrestenden eine wohlthätige sein werde. (Hört!) Schließlich intcrpellirt Gregory, ob es wahr sei, was von verschiedenen Blättern gemeldet werde, daß die Großmächte, mit Einschluß Englands, eine gemeinschaftliche Note an die Türkei über den verheerenden Krieg in Kreta geschickt hätten. Darauf erwiedert Lord Stanley kurz: Nein, mein Herr, ich habe mich keiner derartigen Vorstellung angeschlossen. Bei der hierauf folgenden fortgesetzten Debatte über die Resorm- bill, die sich sehr lebhaft gestaltet, beantragt Gasellee als Ergänzung der oft erwähnter: Amendements von Laing, daß kein Flecken, der weniger denn 5000 Einwohner zähle, einen eigenen Vertreter wählen solle. Nachdem mehrere Redner für und wider diesen Antrag gesprochen, gibt der Schatzkanzler dem Hause zu bedenken, daß, wenn es überhaupt den kleinen Wahlbezirken «ine besondere Vertretung entziehen wolle, eS sich über ein neues GruppirungSsystem verständigen sollte, dem er seinerseits im Prinzip nicht abhold sei. Dazu sei jedoch Zeit erforderlich. Dem Amendement, wie eS eben eingebracht wurde, wüste er sich widersetzen, so lange er nicht gewiß sei, daß das Haus einzelnen kleinern Wahlbezirken ihre bisherige Vertretung entziehen wolle. Gladstone und Andere sprechen zu Gunsten des Amendc- meni», da« aber schließlich doch mit 269 gegen 217 Stimmen verworfen wird. (Majorität von 52 Stimmen zu Gunsten der Regierung.) 'Nun beantragt HaYter , di« kleinen Wahlflecken sollen durch Verschmelzung mit angrenzenden so erweitert werden, daß sie mindestens 10,000 Einwohner erhielten. Dagegen bemerkt Disrae li, ,« sei durch das Votum vom vorigen Freitag «ine Umänderung der Wahlbezirks-Eintheilung unumgänglich nothwendig geworden; demgemäß bitte er für die Regierung um wmige Tage Zeit und um Vertagung der weitern Diskussion über diesen Gegenstand bis nach den Psingstfeiertagen. Auch darüber wird lange debattirt, schließlich aber fügt sich da» Hau« ohne Abstimmung dem Wunsch DiSraeli'S, und die Sitzung schließt um 2 Uhr Morgens. Amerika. * Neu-Borl, 25. Mai. (Per »City of Boston".) Aus den Süd st aalen treffen fortwährend Berichte über Unruhen und Konflikte zwischen den Zivil- und Militärbehörden ein. General Pope theilte jedem Wahlregister-Bureau einen Farbigen als Mitglied zu und sicherte diesen Kommissionen und den Wählern militärischen Schutz. — Die Fenier machen viel von sich reden. Der große Rath der Bruderschaft tritt zusammen und fabelhafte Gerüchte von ungeheuren KriegS- vorräthen und einem bevorstehenden Einfall bei Collingwoot in Kanada sind im Umlauf. Englische Aktenstücke, Luxemburg betreffend. I. * London, 5. Juni. Die auf die Luxemburger Angelegenheit bezüglichen Aktenstücke zerfallen in drei Faszikel. Das erste, 37 Folioseiten enthaltend, führt den Titel: „Korrespondenz über das Großherzogthum Luxemburg das zweite, 20 Seiten stark, enthält das Protokoll der betreffenden Konferenzen, und das dritte den am 11. Mai hier gezeichneten Traktat, dessen Ratifikationen am 31. Mai ausgetauscht worden sind. Der erste Abschnitt, die .Korrespondenz", gibt ein Bild der Verhandlungen, insofern, als da- englische auswärtige Amt an denselben Theil nahm und beginnt mit einer Depesche von Lord Stanley an Lord Eowley vom 10. April 1867, die aber nur im Auszug veröffentlicht wurde. Sie lautet: Der französische Botschafter besuchte mich heute Vormittag und theilte mir den wesentlichen Inhalt einer von Hrn. v. Moussier empfangenen Depesche mit. Diese sagt im Anfang, daß die Stellung Luxemburg« und Limburgs, hezhw. beim Schluß de» deutschen Krieg«, der dem Deutschen Bund ein Ende machte, zweifelhaft gelasten worden lei; daß Frankreich sich enthalten habe, Preußen Vorstellungen bezüglich diesrr Provinzen zu machen, daß es sich auf di« Redlichkeit Preußen« in Bezug aus deren zukünftige Lage verlosten habe, und daß die franzdfische Regierung nach wie vor jede Absicht, Preußen zu beleidigen »der zu kränken, aus da» entschiedendst« in Abrede stelle. Hr. v. Moussier schreibt ferner, Graf Bismarck habe selber eingestanden, daß, seit der Auflösung de« Deutschen Bundes, jede« feiner Mitglieder seine »»ge souverän« RktionSsreiheit wieder erlangt habe, und daß weder Regierung noch Volk von Luxemburg den Wunsch hegen, in den neuen, unter Preußen« Oberhoheit gebildeten Bund einzutreten, daß anderseit« die preußische Regierung entschlossen sei, keine Pression in dieser Richtung au«z>rüben. Diesen Worten, in welchen Gr. Bismarck erklärte, daß di« preußische Politik den gerechten Empfindlichkeiten der französischen Ration Rechnung tragen werde, legt die französische Regierung (so äußert sich Hr. v. Moustier) groß« Wichtigkeit bei. Solche Aeußerungen, im gegenwärtigen Augenblick gethan, seien mehr denn bloße Höflichkeiten, und besäßen zweifelsohne praktischen Weich. Auch feie« sie vollkommen im Einklang mit den durch den Grasen Bismarck jederzeit au«gedrückten Gefühlen und Absichten, denen die sranzöfischc Regierung rückhaltlose« Vertrauen geschenkt hat. Die Depesche des Hrn. v. Moustier betont am Schluß mit Nachdruck den Wunsch der französischen Regierung, den Frieden erhalten zu sehen und die Rechte Deutschlands zu achten. Nachdem Fürst Latour d'Auvergne mir den Inhalt dieser Depesche mitgetheilt halte, gab er seine persönliche Meinung dahin ab, daß die französische Regierung früher oder später auf dem Abzug der Preußischen Besatzung au- Luxemburg werde bestehen müssen. Ich fragte, weshalb jetzt gegen diese preußische Besatzung Einwendungen erholen werden, nachdem sie so viele Jahre in Luxemburg gestanden sei. Daraus erwiedert« er, die Verhältnisse in Deutschland seien total verändert; der alte Bund habe lediglich zu defensiven Zwecken bestanden; seine Maschinerie sei, vermöge der aus verschiedenen Kontingente zusammengesetzten Bunde«heeres, eine komplizirte, seine Aktion eine langsame gewesen. Die Lage sei eine ganz andere geworden; Preußen vereinige alle Kraft in seiner Hand, und Luxemburg, im Besitze einer preußischen Besatzung, würde für Deutschland hinfort nicht mehr eine bloße defensive, sondern eine offensive Position gegen Frankreich sein. Depesche Rr. 2 ist von Lord Loftus an Lord Stanley gerichtet (im Auszug abgedruckt), vom 13. April aus Berlin datirt, und sagt, daß die Aufregung, die in allen Schichten der Berliner Gesellschaft über die Luxemburger Frage entstanden sei, etwa- nachgelassen habe; doch stehe der Entschluß fest, sich jeder aggressiven Forderung Frankreichs zu widersrtzen. Von Baron Thile habe er (LofluS) gestern nicht- Neues oder Beruhigende« erfahren können. Zwei Tage später (am 15. April) schreibt Lord Stanley an Lord Cowley nach Pari«: »My Lord! Der belgische Gesandte besuchte mich heute Nachmittag, und, nach längerer Diskussion über den Stand der Luxemburger Frage, sagte er mir, daß »ach dem Dafürhalten seiner Regierung ein befriedigende« Abkommen für alle Betheiligten etwa darin gesucht werden könnte, daß das streitige Gebiet neutralifirt und, mit oder ohne Entschädigung, an Belgien abgetreten werde. So wie ich diese Mittheilung auffasse, war sie keine offizielle, sondern eine blos persönliche, auf eigene Verantwortlichkeit von ihm selber gemachte, um die Ansicht unserer Regierung zu erforschen Ich erwiederte, daß die Frage, in ihrem dermaligcn Stadium, sich lediglich um die Geneigtheit oder Ungeneigtheit Preußens, sein Besatzungsrecht aufzugebm, drehe, und daß meiner Meinung im erstem Fall die franzLfische Regierung keine Schwierigkeiten über die fernere Disponirung der Festung erheben würde.... Auf keinen Fall, sagte ich, sei es ersprießlich, den unmittelbar Betheiligten Rathschläge aufzudrängen, und wäre ich entschlossen, abzuwarten, bis sic alle oder einige von ihnen sich die Ansicht von Sr. Maj. Regierung förmlich erbeten haben werden. Babe». Karlsruhe,?. Juni. Da« großh. Handelsministerium hat von den neuerdings erlassenen Bestimmungen über die Kinzigflößerei eine kleine Taschenausgabe unter dem Titel: «Die Kinzigflößerei" veranstaltet, welche namentlich die bezügl. Uebereinkunst mit Württemberg und die neue Kinzigfloßordnung enthält. Wir machen die Interessenten hierauf mit dem Bemerken aufmerksam, daß Exemplare dieser Ausgabe um den Preis von 6 Kreuzern durch Vermittlung der Bezirksämter zu Wolfach, Gcngenbach und Kork, der Wasser- und Straßenbau- inspekiion zu Offenburg, oder der Buchdruckerei von Fr. Gutsch in Karlsruhe zu erhalten sind. Vermischte Nachrichten. * Au« Pari« geht uns die Notiz zu, daß das „Lehrbuch der Perspektive mit Atlas" von Hrn. Vollweidcr, Inspektor an der Karlsruher Kunstschule, welches auf der dortigen Ausstellung vorliegt, so viel Anklang gesunden hat, daß eine Uebersetzung in'S Französische beabsichtigt wird. Ein Mitglied der franz. AussteUungskommission hat sich zu dem Behuf bereits mit Hrn. Vvllweider ins Benehmen gesetzt. Gelegentlich fügen wir bei, daß auch eine« seiner ausgestellten Bilder, .Deutsche Eichen", von einem Engländer angekauft worden ist. — München, 6. Juni. (W. Staatsanz.) Nach amtlicher Mittheilung der königl. bayrischen Regierung ist der neueste Stand der Rinderpest im Königreich Bayern und den sächsischen Herzog- thümern folgender: 1) im bayrischen Kreis Untcrfranken und Aschaf- fenburg ist seit Anfang des Monats Mai d. I. kein Krankheitsfall mehr vorgekommen; 2) im bayrischen Kreis Oberfrankea ist s) in Auterhausen am 23. Mai d. I. ein weiterer Rinderpestsall vorgekommen und sind 6 Stück getödtet worden; b) in Unterstrinach kam am 28. Mai d. I. die Rinderpest auf'« neue zum Ausbruch. 3) Im Herzogthum Sachsen-Meiningen und im Großherzogthum Sachsen- Weimar. Hierüber schien weitere amtliche Mittheilungen, und ist nur so viel bekannt, daß in neuerer Zeit in RLmhild, Neuendorf und der preußischen Enklave Barchfeld einzelne Pestfälle vorgekommen sind. 4) 3m Herzvglhum Sachsen-Koburg. In Grobwalkur sind seit dem 19. Mai d. I. zwei weitere Viehstücke an der Rinderpest gefallen. — Minden, 5. Juni. (Köln. Ztg.) Gestern wurde der Kaufmann Schreyger dahier, als verdächtig, in die hannoversche Wel- senverschwörung verwickelt zu sein, gefänglich eingezogen.. ES geht da« Gerücht, daß er größere Summen von Hannover au« erhalten habe, um sie unter die hiesigen hannoverschen Soldaten zu vertheilen und dieselben zur Treue gegen den Welfenkönig zu ermahnen. Es sollen in dieser Beziehung sehr kompromittirende Briese vorliegen, und wird das Nähere die Untersuchung, die im Gang ist, Herausstellen. — Halle, 2. Juni. In der zweiten Hälfte dieses Monat«, am 19., 20. und 21. Juni, feiert die hiesige Universität ihre fünfzigjährige Vereinigung mit der Universität Wittenberg. Zu diesem Fest find nicht nur zahlreiche besondere Einladungen an sämmtliche deutsche Hochschulen und viel« einzelne Ehrengäste ergangen, sondern durch offene« AuSschreiben haben Rektor und Senat auch „alle Freunde und Gönner unserer Universität, namentlich solche, welche einst hier ihre Studien gemacht", des herzlichsten Empfangs versichert und nur die Bitte beigefügt, sich behufs Theilnahme an den Festlichkeiten bi« längstens den 12. Juni unter der Adresse de« Universitäts- sekretärs vr. Loppe schriftlich anmelden zu wollen. * Pari«, 5. Juni. Der .Eonstitutionnel" gibt die Grundzüge des Gesetzentwurfs an, durch welchen den Invalide» der Arbeit, sowie den Familien Derer, die bei Ausübung einer landwirth- schastl. und gewerblichen Beschäftigung verunglücken, Versorgung gewährt «erden soll. ES ist dir« eine Frage, welche schon seit langer Zeit in der eingehendsten Weise geprüft wird und kürzlich der Gegenstand einer unter Vorsitz de« Kaisers abgehaltenen Schlußberathung de« Staat-ralh« war. Nach dem Entwurf kann jeder Arbeiter durch Zahlung einer gewissen Versicherungssumme Anrecht auf diese Versorgung erhalten. Dies« Summe kann entweder durch individuellen ober durch kollektiven (d. h. im Namen des Gesammtpecsonal« einer industriellen Anstalt zu leistenden) Beitrag entrichtet werden, wird aber unter allen Bedingungen nur eine schwache sein, da der Staat eine bedeutende Subvention (1 Prozent vom Betrag aller für Rechnung de« Staats und der Departemente auszuführenden öffentlichen Arbeiten) gibt. Außerdem wird der Staat auch noch Lebensversicherungen, die bescheidenen Ersparnissen zugänglich find, organifiren. Man wird sich zwischen dem 16. und 60. Jahre bi« zum Betrag von 3000 Fr. versichern können gegen Zahlung von periodischen Beitragen, die jedoch nicht unter 5 Fr. heruntergehen dürfen. Im Fall der Tod des Versicherten vor Ablauf von zwei Jahren eintritt, wird die eingezahlte Summe mit Zinsen den Erbm zurückerstattet. Man will durch diese Bestimmung der oft schwierigen und delikaten Noth- wendigkeit entgehen, dm wirklichen Gesundheitszustand de» zu Versichernden durch ärztliches Gutachten konstatiren zu lassen. Die Tabellen zur Feststellung der Höhe der zu zahlenden Prämien werden mit Zugrundlegung der alten, aber immerhin noch trefflichen Tabelle von Deparcieur neu bearbeitet werden. — Die Versteigerung der Büdergallerie Salamanca hat in P a r i S begonnen. Am ersten Tag wurden 52 Gemälde zum Gesammtprei« von 720,000 Fr. losgeschlagen. Es befinden sich darunter «in Damenporträt von VelaSquez (98,000 Fr.), eine Alte, die Suppe ißt, von Murillo (85,000 Fr.), der verlorne Sohn bei der Buhlerin von demselben (73,000 Fr.), Porträt von Philipp IV. von VelaSquez (71,000 Fr.), ein Fruchtstück und Stillleben von Snyders (50,200 Fr.). Ein reicher Engländer, ein Abkömmling des berühmten WeltumseglerS Cook, hat allein für 400,000 Fr. Bilder erstanden. Die Bibliothek Demeniz aus Lyon, die ebenfalls dieser Tage im Hotel Drouot versteigert wurde, hat im Ganzen nicht weniger als 700,000 Fr. eingebracht. — Bogumil Dawison, der am 23. Mai Neu-Iork verlassen hat und bereits in Bremen angelangt ist, hat in Amerika während 8 Monaten an 76 Abenden in 30 verschiedenen Rollen gespielt und dadurch laut .New-Dorker Handelszeitung" eine Gesammteinnahme von 49,059 Dell, und 77 Cents erzielt. Sein Abschiedsbemfiz im Neu-Uorker Sladttheater am 21. Mai (König Lear) hat ihm allein 3212 Doll, eingebracht. Nachschrift. Paris, 7. Juni. Der „Moniteur" schreibt: Gestern bei der Rückkehr von der im Bois de Boulogne gehaltenen Revue, vor einer ungeheuren Menschenmenge und Angesichts eines unbeschreiblichen Enthusiasmus, schoß ein Individuum eine Pistole auf den Wagen ab, welcher Se. Majestät mit dem Kaiser von Rußland und seine zwei Söhne zurückbrachte. Die Kugel traf den Kopf des Pferdes des neben dem Kutschenschlag herreitenden Stallmeisters. Die Pistole zersprang dem Meuchelmörder in der Hand. Dieser wurde von der Menge festgenommen. Das Einschreiten der Polizei war nothwendig, um ihn der Wuth des Volkes zu entreißen. Niemand wurde verletzt. Der Mörder erklärte, er heiße Bereyowski und sei aus Volhynien gebürtig. Paris, 7. Mai. Das Blatt „Le Droit" (Gerichtszeitung) gibt folgende Einzelheiten über den gestrigen Mordversuch. Der Thäter stand in einer Entfernung von 15 Schritten auf dem Weg der beiden Kaiser. Die Waffe war überladen, platzte und verwundete die Hand des Schuldigen. Dieser ist ein Pole, Mechaniker. Er hatte TagS zuvor das Pistol gekauft. Er schoß zweimal ab. Er scheint sehr aufgeregt. Die Motive des Mordversuchs scheinen politische Leidenschaften und persönlicher Haß gegen den Czaaren zu sein. Man glaubt nicht, daß er Mitschuldige habe. Paris, 6. Juni. Man telegraphirt dem „Frkf. Journ.": Der Attentäter ist ein 20jähriger polnischerFlüchtling, welcher noch vor zwei Tagen eine Unterstützung von Seiten der französ. Regierung empfing. Oberst Lallemant ergriff ihn. Das Bolk wollte ihn insultiren. Eine Frau und zwei Männer wurden verwundet. Das Attentat wurde mit einem doppelläufigen Pistol ausgeführt. v. Mannheim, 6. Juni. (Kursbericht der Mannheimer Börse.) Weizen, eff. hies. Gegend 200 Zollpfd. 16 fl. 15 G., 16 fl. 30 P., ungarischer 15 fl. 40 G., 16 fl. — P., polnischer 16 fl. -G., 16 fl. 15 P.— Roggen, eff. 12 fl. 15 G.. 12 fl. 30 P. — Gerste, eff. hies. Gegend — fl. G., 12 fl. 15 P., württembergische — fl. G., — fl. P., Pfälzer l. - fl. G., - fl. — P. — Hafer, eff. 100 Zollpfd. 4 fl. 40 G., 4' fl. 45 P. — auf Lieferung — fl. — P. — Kernen, eff. 200 Zollpfd. — fl. G., — fl. P. — Oelsamen, deutscher Kohlreps 17 fl. 30 P., ungarischer, 16 fl. 45 P. — Bohnen, — fl. — G., 13 fl. — P. — Linsen 12 fl. bis 18 fl. P. — Erbsen 11 bi« 12 fl. P. - Wicken 9 bi« 10 fl. P. - Kleefamen, deutscher l. — fl. G., — fl. — P., U. — fl. — G., — fl. — P., Luzerncr — fl. — G., — fl. — P. — Esparsette — fl. G., — fl. P. — Oel: (mit Faß) 100 Zollpfd. Leinöl, eff. Inland in Parthien — fl. — G., 23 fl. 15 P., faßweise — fl. - G., 23 fl. 30 P., in Parthien trans. — fl. — P. — Rüböl, eff. Inland, faßweise 21 ft. 30 P., in Parth. - fl. - G., 21 fl. P. — Mehl 100 Zollpfd.: Weizenmehl, Nr. 0 - fl. G., 12 fl. 30 P., Nr. 1 11 fl. 45 P., Rr. 2 - fl.G., 11 fl. 30P., Nr. 3 10 fl. P., Kernmehl Nr. 4 -fl.P., norddeutsche« im Verhältniß billiger. Roggenmebl, Nr: 0—1 Stettiner, — fl. — G., 9 fl. — P. — Branntwein, eff. (50°/, n. Tr.) tranflt (150 Litres) 26 bis 27 fl. P. - Sprit, 90°/«. trans., - fl. G., — fl. P. — Petroleum in Parthien verzollt, nach Qual. — fl. — G., 12 fl. — V. - Mohnöl, 100 Zollpfd. — fl. P. Getreide still; Preise ziemlich unverändert. RepS und Rüböl ge- fchäftSloS. Leinöl fest. Petroleum unverändert. Des Pfingstfestes wegen findet nächsten Montag keine Börse statt. Für den verunglückten Sägerburschen Friedrich Karl Weber in Langenalb (Ausruf in Nr. 116 dieses Blattes) ist weiter bei uns cingegangen: Aus der Sparkaffe de« Geschwisterpaares M. und G. 1 fl. 30 kr., von C. K. in G. 10 fl., von I. G, 2 fl. Zusammen 53 fl. 3. Zur Empfangnahme weiterer Geldbeträge stad wir gern bereit. Karlsruhe, den 7. Juni 1867. Expedition der Karlsruher Zeitung. Karlsruher WitterungSbeobachtungeu. Ther- Himmel. 6. Juni. Barometer. M0- rneter. Wind. Witterung. Morgen« 7 Uhr 27" 10,10" -s-13,0 S.W. schw. bew. Snsch., Thau, mld Mittags 2 . ., 9,00 f- 20,0 „ » - heiter, warm Nachts S , . 8.92' -s-16,0 ' ' sternhell, Nacht- Gewitterregen Verantwortlicher Redakteur; vr.J. Herrn. Kroenlein. Z.y.103. Karlsruhe. Bekanntmachung. Nachdem wegen der bisher auch in Kehl fialtgehab- ten AUSgabe der ab Karlsruhe lautenden Jndustrie- auSstellungS-Retourbillete zur Reise nach und von Paris bei der sranMschen Ostbahn sich Anstände ergeben haben, so wird der Verkauf solcher Billete auf der Station Kehl vom 10. d. Mt«, ab eingestellt' werden , und können dieselben daher künftig nur noch bei den Stationen Karlsruh,, Heidelberg , Mauuheim und Wurzburg bezogen werden. Nähere Auskunft ertbeilen die betr. ErpeditivnS- stellen. Karlsruhe, den 7. Juni 1867. Direktion der großh. bad. Verkehrs-Anstalten. Zimmer. Wörth. "zlw.772. K arlSruhe. Bekanntmachung. Vom 1. bis 13. Juli d. I. wird in der großb. land- wirthschastlichen Gattenbauschule hier durch Garlen- baulehrer Gothe unentgeldlicher theoretischer und praktischer Unterricht im Obstbau an Lehrer und Personen reihern Alters ertheilt werden. Für Kost und Logis haben die Theilnehmereselbst zu, sorgen; die Reisekosten werden je nach Umstünden ver- güiet. Anmeldungen geschehen bei der Unterzeichneten Stelle. Karlsruhe, den 21. Mai 1867. Größte landw. Gartenbauschule. JungbannS. _ Z.y.58. KarlSrudc. Bekanntmachung. Am 1. Juli 1867 beginnt ein neuer Lehrknrs im Husbeschlag. Diejenigen , welche an demselben Theil nehmen wollen, haben sich bei Hrn. Beschlaglehrer Schneider, Stcinstraße Nr. 25 dahier, zu melden. I. A. d. großh. Handelsministeriums. Schneider, Beschlaglchrer. Z.Y.88. Maxau, städtisches Rheinbad. Die Eröffnung deS städtischen NhcinbadeS findet mit dem 8. d. M. statt, und ladet zum Besuche desselben ergebenst ein, Maxau, den 7i Juni 1867, Der Pä chter. Z.y.95. Karlsruh es"" Zweites badisches Landesschießen. WLvthfchafts - Berftebung. , Dt« Wirlhschait auf dem Festplab während de» im Anfang August d. Z. dahier statlfindenden. zweiten badischen LanbcSschießens soll einem tüchtigen, mit dem nölhigcn Inventar versehenen Wirlh übergeben werden. Lusttrageude unv-besähigle Bewerber werden einge- laden, sich wegen der näheren Bedingungen alsbald an einen der Vorstände des WirlbsLafts-Comite«: Hern» I. Schwindt oder Herrn Karl Hoffman« in Karlsruhe, franco zu wenden. Karlsruhe, im Juni 1867. _ D as Wir thschaf ts-Comttv. Z.Y.109. Pforzheim. Offene Stelle. Für eitre Familie von drei erwachsenen Personen wird zur Unterstützung der Hausfrau ein In der Haushaltung völlig bewandertes, anständiges Mädchen gesucht, das selbständig alle Arbeiten versehen kann. An- ständir, Behandlung und gute« Salair werden zuge- fichcrt. Frankirte Offerte befördert das Kommission«- und GesLLfisbureau W. «. Hefclrn. Z.y.99. Karlsruhe. 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HarrMer _ in Stuttgart. i 5 Zu verkaufend Im Großherzogthum Baden: ») Mehrere ausgezeichnete „Villa' j.n gesunden und prachtvollen Loge», mit reizen'ec Fernsicht, im Preis von 14,000 st. bis 165,000 fl. t>) Einige Gasthöfc 1. und 2. Rsnges, zum Preis von 10.000 fl. bis 70.000 ft. c) Bierbrauerei«» von 20e bis 170,OOP fl. ck) Wasserwerke zu Fabiikeinrichtungen, Mühlen, Gerbereien, Landgüter, Geschäfts- und Wohnhäuser. Gefällige Anfragen befördert unter Nr. Z.>x-944. die Expedition dieses Blattes. Z.Y.32. Nr. 2444- Heidelberg. Vttgeb»ug vs« Hochbau-Arbeiten 1 ür die MeckeSheim-Jaxtfelder Bahn. Die Herstellung LeS AufnahmSgebäiides der Station SmSheim soll im SvumissionSwege in Akkord vergeben werben. Die einzelnen Bauarbzilen betragey 1) sür die Maurerarbeit 2 ) 3) 4) 6) 7) 8) 9) 10 ) 11 ) 12) Steinhaueraibell Gypserorkeil . Zimmerarbeit . Schrciuerarbeit Glajerarbeit . Schlofferarbeit Gußwaaren . Blech nerardest. Echtes« d. Warbest Tüncheraideit , Tapezierarbeit. 14,175 fl. 6.556 fl. 2,558 fl. 4,482 fl. V« 1,902 fl. 897 fl. 1^80 fl. 1.068 fl. 972 fl. 493 fl. zusainmkii 39,757 fl. Pläne, Voranschlag «nd Akorhbcdchgqngou lvMen täglich bei Unterzeichneter Stelle — Bexgheimerstraßc Nr. 47 — eiuzesehen werden. Die Angebote stnd nach Prozenten der Voranschlagssummen sür die einzelnen Arbeiten zu stellen, und längsten« dis .Dimsiog tze» U. d. M., Nachmittags 2 Uhr,' mit genauer Bezeichnung der Arbeiten auf den Aufschriften , versiegelt und portofrei dahier cinzureichen, zu welcher Zeit auch die SonmifsionSeiöffnung-stattfinden wird. Dabei wird bemerkt, daß den Angeboten Zeugnisse über tüchtige Leistungsfähigkeit beizulegen sind. Heidelberg, den 4. Juni 1867, Großh. Eisenbahn-Hochbau-Jnspektion. H e l b l i n g. Henecka. Z.y.9l. Nr. 1056. Karlsruhe. Hausplätze-Bersteigerung. Nächsten Mittwoch den 12. d. M., Vormittags, 11 Uhr , werden die noch übrigen 2 HauSplätze Nr. 3 und Nr. 4 vom herrschaftliches Küchengarten an der Kriegsstraße in unserer Kanzlei einer nochmaligen Versteigerung auögesetzt werden. Karlsruhe, den 6. Juni 1867. Domänen-Verwaltung. Bauer. Z.H.86. Nr. 937. Heiligen- Hofgüter-Ver- pachtung. Folgende, der fürstlichen Standesherrschaft Fürsten berg gehörige Hosgüter im Amtsbezirk Psullenhprf werden an den bezeichnelen Tagen aus 15 Jahre — Mchrz 1868/8? — in öffentlicher Steigerung neuerdings verpachtet: 1) der Buchhof in der Gemeinde Heiligenberg mit 5? Morgen, Gebäuden, Gärten, Accker und Frankfurt, 6. Juni 1867. Staatspapiere. Preuß. Franks. Nassau Krhcss. Bayern 5"/o Obligation. 4'/,«/« so. b. Roths, 4»/o do. da. ZV,»/« Staatssch. 3V,«/« Obligation 3«/p da. 4V-°/oObl.k.Rothsch. 4°/o do 3 V 2 V 0 do 4°/oObl.Rthlr.ü105 5",»Obligation. b.R. 4'/-V° LM,rig . 4'/,°/o Vrjährig „ 4°/, Ijährig 4«/o V-jährig „ 4«/, Ablös.-R. „ 3?/r do. , Sachsn. b°El.b.Rths.L105 Wrtbg. 4^°/o ObI.b. Roths. „ j4°/o do. ^'/-«/o do. Baden,4Vr°/o Obligatron » ^4°/o do. „ 3V,°/» do.v.1842 G.Hesi. 4>/, Obligation , 3V?/o do, Brjchw. 3V,°/Ml.b.R.Ü105, Oesterr. 81'/- G. 95 V. P. 88V. P- 82V. P. 93 G. 101 P. 94V» P. 94V. P. 9(ft. G. 90V. G. SOl/.G. 104V- G. 93V. bez. 83V» P- 93 V. bez. 89V» P. 80V» G. 9SV-P. , Rußld. Fumld. Belgien Italien Schwd. Schwz. N.-Am. Wiesen,^20 Minuten, von Heiligenberg mtferut, , am Montag den 24.. Juni b. I., Vormittag« 9 Uhr, auf der NentamtSkanzlei dahier; - 2) daS Hofgut Krähenried, eine eigöne Gemarkung bildend, in der Gemeinde Denkingen, mit, 250 - bis 300,Margen, Gebärden, Girrten, Accker und Wiesen, an der Straße von Heiligenberg nach Pftkllendorf und von lchterer Stadt 1 Stunde entfernt gelegen, am Dienste» g den 2 5.Juni d. I., Vormittags 10 Ubr, auf dem Gute selbst. Die VerpachtungSbedingungest werden in den Tagfahrten eröffnet, können aber Such schon vorher auf der hiesigen NentamtSkanzlei eingesehen werden. Die Pachlliedhader werdem mit dem Lnsügen eingeladen. daß, wxr zur Steigerung zugelaffen werden will, sich durch ein Zeügniß seiner HtimathSgemeindebe- Hörde über Vermögen, Leumund und Befähigung zum GutSumtrieb« auszmveisen hat. . Heiligend,,rg, den 4. Juni 1867. Fürst!, sürsteub. Rentamt. Hafner.' Z.v.569. Nr. 6632. Bühl. (BersäumungS- erk« nnt«iß.) Werden alle in dier diesseitigen Auf - Forderung vom 6. Februar d. I. genannten Rechte an dem Wohnhauje der Franziska Kaufmann von Schwarzach hiermit sür erloschen erklärt. Bühl, den Z. Juni 1867. Großh. bad. AmiSgericht. M u ß l e r. Z.y.72. Nr. 265. MoSbach. (Aufforderung und Fahndung ) Johann Bügler aus Romeno und Elemente Busareto aus Ospetaledo in Südlyrol sind der. bei RavMndeln verübten Körperverletzung des Philipp Schwager, auesDürrwangen beschuldigt und hat Erstercr' sich der Untersuchung durch die Flucht entzogen. Derselbe w rd aufgefordett, binnen14Tag«n sich dahier zu stellen, indem, sonst,nach d/im Eraehniß der Untersuchung, da« Erkenntniß würde gefällt werden. Zugleich erzuche ich die Polizeibehörden, aüs den Flüchtigen zu fahnden und ihn im Belretungsfall mir zusühren zu lassen. Johann Bügler mit dem Beinamen »Garibaldi", ist 28 Jahre all, mittlerer Größe, schlanker Statur, hat rothblonde Haare, rasteten Bart, am rechten Ohr eine vernarbte Schlitzwunde; trug ein niederes, schwarzes Kilzhütchen, dunkle Beinkleider, dunkeln Tnchrock und war bi» 16- v. M. beim.Tun- »elbau zu Gamburg beschäftigt. MoSbach, den 5. äum 1867. Der UntersuchungSiichter am großh. Krcisgericht MoSbach: ' W. K.apsere^. Z.v.601. Nr.4873, Tribera. (Verladung.) 3« U- S. gegen Augustin Pfass von Furtwangcn, wegen Refraktion. Beschluß. Augustin Pfaff von Furtwangen ist aus Antrag der großh.' Staatsanwaltschaft der Refraktion änge- schuldigt, und haben wir Ta'gsahri zur Hauptvcrhand- lung aus Die.„ stag den 18. Iunid. I., V o r m i t t a g S K U h r, anaeordftct, wozu derselbe unter dem Nndrohen vorgeladen wird, daß im Fall« seines Ausbleibens Er- kenntniß nach dem Ergebniß der Untersuchung ertasten würde. Triberg, den 20. Mai 1867. ' Grotzhi bad. Amtsgericht. Mart i p, Z Y,9s). SinSheim, (Gehilfenflelle.) Unsere zweite Gehilfenstelle, mit welcher der-noinialmäßigc Gcha» von 500-fl. und tußerdem einNebeniinkommm von 150 st. jährlich.herburidsn, ist alsbald mit eigem im Rechnungswesen der AmtSkasse und Wasser- und Siraßenbaukaffe erschienen Kanieralassist^nten oder Kanzleigehllfen zu besetzen, und laden wir zur Bewerbung lim solche ein. SinSheim, den ß. Juni 1867. Großh. ObereinnehmereV Wo.NWS'A- 5V, Met. i. S. b. R, 5Vo do. 1852 i. Lst. 5V« dp. 1859 „ . 5V-do.1tz64, „ 5°/, Met. v. 1865 Vr 5"/o Nat.-A. 1854 5°/« Met.-Obligat. Modo. 1852 C. b.R. 5Vo do. steuerst. 66 4M»Met.-Obligat.,^ 5VvOSl.in L.Sfl.12 65V-P- 4V-VoOb.i.R.r»105 " " 4V,V°Psdb.i.R.L105 4'/-VLO.i.Fw»28st. 5VoL°mb.i.S.b.R. 50 /oVenet.C.b.R.V, M-VoO-i.U.Ü1^ 4V,°/odo.i.L.L12 fl. 4V-V°Pfbf.i.R.L105 4V2--oE.O.i.Fr:L28 4V-"/o B«rn. Sto^O. 4Vo do. Divers, Aktien, Eisendahn-hlktfig uu- 'Priöriiäten/ 6*/o do. ksr eowpt. »P. 68V»P- 63V» P- 62 V-bez. 66'/» G. 55V«pP. 46'/- G- 49V» P. 42 P. 82'/» G. 82V. G. 99'^ P. 3'/-VoPreuß.Pr.-A. .MW. b, 3VoSt.Hmb. v.1866 4"/oBayr. Präm.-A. Bah. 35-fl.-Loose, Gr.Heff.50fl.L.b.Si. ^ - 25fli „' „„ Ansb.-Gunzmh. L. OestL50fl.b.Rch839 250fl. „ 1854 1V0fl.PrL.1858 500fl.v.1860V, 100 fl. v. 1864 Schweb. RWr.10L. Sard. 36-Fr,-L. b.R. Mail.45-Fr.-L.b.R. 2'/rLütt.Pr.O.S.iN. 85V« G. 83 P. MV- P- 94-/8 P. 84 P. 28198'/, G. 78V. P. r.1882s77V.b.G.' 3"/» Fwnkfurter Bank 4128'/» P. 3V, Oesterr. Bant-Aktien 689 bez. N/o - Creh,A.i.O»W. Eez.G/ 5"/o Pfdbr. d. östelr. Cred.-A. 3»/o Bayer. Bank L fl. 500 4°/,Pfandbr. d. bayr.Hyp.-Bi. 4°ch Darmst. B.-A. ü fl. 2H0 4°/o Weimar. Bank-Wien 4»/o Mttteld. Cr.-A. ü 100 Th. 4b/oLuremb. Bank-Allien Rheiu-Nahe-Bahn Thlr. 200 Taunusbahn-Aktien s fl. 250 3'/r"/o Franks.-Han.-Eisnb.--A. 4V-VoFrankf.-Han. Prior.-O.ftWV. G. 4»/o Bfandbr.d. Frkf. HyP-Bk. — — , bV-Oesterr, Slagts-Eistnb.-A- 217 V, G, 5°/°Mab,-B.st.20vpr.Sl.V- . ' Rkbm.-Wellb -Akt ff' M 11 5V«Böhiil.-Westb.-M, st, M» 62 G.' 4"/o Ludwh.-Berb. Eisenbahn s451V.bG 4Vo Neustadl-Dürkheimer 4'/-Vo Bayr. Ostbahn-Aktim 90V« G. 207,'/, G. 32 bez. 324 P. MV-G. 4Vo HA Ludwtgsbghn 3Vo Oester.St.- Eisnb.-Prior. 3a/oOest.SÄ>:St.u.Löm.EB. >,3"/,Liv. E.D. LD. Fr.L26kr. — 5°/oToslc.CMtr^Eijb.-Pr«r. 127V» G, 49-/^ P. 45V^P. 32//, P. 48'/, P., 107'/-P- 116'/» P. 4'/,°/oRhem-Ncheb.Pr.-ÖK. »BV,Deutsch.Phönir LO°/o / Frkfi. Rück,ers.-A. 10°/» „ Franks. VereinS-Kasse L°/oWi»bethbahn-Prior. V, i>73V, P. 5V, bo. neueste Kniff. „ — — 5»/oWh.W.-B.P.i.S.b.R.. 75'/, G. M/oGälz. CarkLdwb.Pr.O. „ 79'/» P. 5°/oSchweiz.E.P.b.R.L28kr. - — 4'/,o/»hesj. Lichwigsb.-Prisr. 94V» G. 5°/-OchrLsd. I.PrO. iMlb. ^./o - - 2. ^ , 4V?/vLudwh.-Berb.Pr.-Obl. 4V«Südd.Bnk.-A.40VoEmz. 4V,°/^Sahr.Ostb. 50«/. . 4V,Mh.Nordb.15°/« . 99-/» bez. 11 G. 117V» P. 63'/. G. 122 G. ?2'/sP. 73 P. 10 P. 28'/» P- WechseltKüksd. Amstttbattt' Antwerpen Augsburg BeM Bremen Brüssel Cöln ' Hamburg Leipzig London Mailand Müffchen Paris WS. Wien 60,ü SOLLS. Dps conto, 100V« G. 94V» G- 1MB. 105V. A. WL 105Vd'B. EG. 105 V, G. 119V-bz. 99V» B. 94'/^ G. 94V» bez. 3V.K, Sol» Silikr. Preich.AMch.fi. 145-45V, Preutz. Frd'vr. Pistslm , doppelle Holl.10-fl.-St. Rand-Ducat. 20-Frank«lst. Engl. Svver. S56V,-üi'/- 944- 46 945- 47 950-52 533-3S 923-29 : 1152-56 . 9L-47 pr.Z»ilpst>. , — — «ltebstctt.20r.„ — — Rand-SOr: . — — " HH.Silb.p.g^d., — -- Doll, in Goü , 227-28 Druck und Verlag der G, Br.aun'schcn Hosbuchdruckerki,