Karlsruher Zeitung. Samstag, 2S Juni. AI 1SL. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briefträgergebühr eingeschlossen, 4 fl. 3 kr. u. 2 fl. 2 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Kriedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1867 . Auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal der Karlsruher Zeitung nehmen alle Postämter Deutschlands und der Schweiz fortwährend Bestellungen an. Die Bestellungen aus den Landorten können den Landpost-Boten aufgegeben werden. Amtlicher Theil. Karlsruhe, den 28. Juni. Anne Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 25. Juni d. I. gnädigst bewogen gefunden: den Direktor der Mannheimer Dampf-Schleppschifffahrts- Gesellschaft, Sigmund Battlehner in Mannheim, zum Obergüterverwalter bei der Direktion der Vtrkehrsanstalten zu ernennen und ihm den Titel „Commerzienralh" zu verleihen, und den Postinspektor Johann Friedrich Heß bei der Direktion der Verkehrsanstalten, unter Ernennung desselben zum Postassefsor, in das Kollegium genannter Direktion zu berufen. Nicht-Amtlicher Theil. Telegramme. -j- Berlin, 28. Juni. Ein Erlaß des Königs in Betreff der Fahnenverleihung am 3. k. Mts. sagt: „Ich habe beschlossen, den neuen Truppentheilen schon jetzt, am Jahrestag der Schlacht bei Königgrätz, Fahnen zu verleihen. Ich hege die Erwartung, dieselben werden die anvertrautrn Paniere stets in hohen Ehren halten und sie durch alle Zu- kunsts-Wechselsalle dem Vaterland zum Heil und der Armee zum Richm führen." -j- Wien, 28. Juni. Der „Presse" zufolge ist die tür- kischeBeantwortung der großmächtlichen Kvllektivnote wegen Kandia's eingetroffen. Die Pforte soll erklären, Omer Pascha habe die bestimmte Zusicherung ertheilt, binnen Monatsfrist das Ende deS Ausstandes in Kreta herbeizufuh- ren. Bis dahin könne die Pforte keinerlei Unterhandlungs- Verpflichtung eingchen. Wenn Omer bis zum Ablauf, der Frist (24. Juli) nicht reusstrt, so soll der Kampf nicht fortgesetzt und Verhandlung behufs deS Zusammentritts christlicher Notabeln von der Insel unter dem Beistand der Mächte eingeleitet werden. St. Petersburg, 26. Juni. Fürst Gortschakoff wurde anläßlich der gestrigen Feier seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums zum Reichskanzler ernannt. — Die Gründer der russisch-amerikanischen Telegraphenlinie, Senatoren Coutle und Collms, sind aus Neu-Uork hier angelangt und unterbreiteten der Regierung neue Vorschläge zum Ausbau dieser Telegraphenlinie. Koustautiuopel, 27. Juni. (N. Fr. Pv.) Der Großfürst Alexis ist nach Athen abgereiSt. * Neu-Bor? , 26. Juni. Es geht das Gerücht, daß Kaiser Maximilian zur Verbannung verurtheilt worden sei. Deutschland. x Frankfurt, 27. Juni. Aus den jüngsten Verhandlungen der Luiquidationskommission tragen wir noch Folgendes nach: Bekanntlich hat Oesterreich im Dezember v. I. Ansprüche auf Ersatz der Kosten für die 1851/52 ausgeführte Expedition nach Holstein im Betrag von 7,386,214 fl. und für die Exekution in Kurhessen im Betrag von 54.052 fl. augemeldet. Die Referenten über diese Angelegenheit haben nun den Antrag gestellt, diese Ansprüche abzulehnen. Der Antrag geht dabei von der Erwägung aus, daß es der Liquidationskommission zur Erörterung der bezüglichen Fragen vor Allem an dem Mandate der Regierungen fehle, und daß sie nach ihrer Aufgabe insbesondere von denjenigen bestrittenen Forderungen abzusehen habe, deren allseitige Anerkennung unzweifelhaft nicht zu erzielen sei. Hiebei wurde auch auf die wesentlich von denselben Grundsätzen ausgegangcne Zurückweisung der Forderungen der Stadt Frankfurt, und zwar auf einen von Oesterreich mitgcstellten Antrag hingewiesen. Preußen, Württemberg und Großh. Baden stimmten dem Antrag bei; Oesterreich machte geltend, daß die Liquidationskommission beide Forderungen an die preußische Regierung als Rechtsnachfolgerin von Holstein und Kurhessen verweisen möge, und hielt seine Ansprüche aufrecht. Bayern stimmte dem Antrag bezüglich der holsteinischen Expedition bei, wünschte aber die Beschlußfassung hinsichtlich der kurhessischen Exekution aus so lange vertagt, bis es seine eigene Forderung in der gleichen Angelegenheit zum Vortrag gebracht habe. Großh. Hessen behielt sich das Protokoll offen. Oesterreich bemerkte noch, daß die Liquidationskommission keine Majoritätsbeschlüsse fassen, und die Verhandlung daher nur die Folge haben könne, daß die Erklärungen und das Referat nur zur Kenntniß der Regierungen gelangen. Stuttgart , 27. Juni. (Sch. M.) Die Kommission der Kammer der Abgeordneten für innere Verwaltung ist zusammengetreten, um den Bericht ihres Referenten über den Gesetzentwurf, betr. die Entschädigung für Verluste bei Rinderpestfällen (Abg. Duvernoy), anzuhören. — Das neue Kriegsdienst-Gesetz wird dem Vernehmen nach sein Absehen mehr darauf richten, unsere Armee zwar zu vergrößern und tüchtig auszubilden, allein von den früher verlautbarten Gedanken einer daneben einhergehendeü möglichst kurzen Ausbildung von Massen soll keine Rede mehr sein. Luxemburg, 26. Juni. Das „Wort" schreibt: „Unser Wunsch, es möchte mit der Neutralität des Landes die Militärpflicht für unsere jungen Leute wegsallen, erfüllt sich leider nicht. Leider ist die Beibehaltung einer bewaffneten Macht zum nothwendigen Uebel geworden, weil die preußische Garnison die Stadt Luxemburg verläßt. Wir müssen uns also in die Nothwendigkeit fügen und ein Truppenkorps halte«. Aber wir glauben, daß ein Bataillon genügt." Hannover, 25. Juni. (Nat.-Ztg.) Die Angabe, daß Reg.-Rath Stägemann zum Vertrauensmann ersehen sei, wird jetzt dahin berichtigt, daß derselbe vielmehr im Auftrag der Hoyaischen Landschaft in Brandkassensachen nach Berlin gegangen sei. — Bonden suspendirten Verwaltungsbeamten sind mehrere pensivnirt, einige andere, darunter der Präsident des Odersteuer- und Schatzkoüegiums, Geh.-Rath v. Allen, mit zwei Dritteln ihrer Besoldung auf Wartegeld gesetzt. — Die halboffizielle „N. H. Ztg." meldet: „Der Kammerdiener des Königs Georg, Mahlmann, welcher vor einigen Tagen von Hietzing hieher gekommen war, bemühte sich, die Fabel von der Wiederkehr des Königs Georg weiter in Szene zu setzen, indem er sich dem Publikum gegenüber als Beauftragter des Königs, für welchen er Herrenhäuser! einzurichten habe, geriete. Diesem Gebühren des rc. Mahlmann ist durch besten gestern erfolgte Ausweisung aus Stadt und Provinz Hannover ein Ende gemacht worden." Berlin, 27. Juni. Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Tie Zoll konferenz, deren Aufgabe die Feststellung und der Abschluß des im Art. 8 der Uebereinkunft vom 4. d. M. vorbehaltenen Vertrags wegen der Fortdauer des Zoll- und HandclsvereinS ist, hat gestern ihre Sitzungen hier begonnen. Es fungiren bei derselben als Bevollmächtigte: für Preußen: der Wirkt.Geh. Rath v. Pommer-Esche, der Ministerialdirektor v. Philipsborn und der Ministerialdirektor Delbrück; für Bayern: der Ministerialrath Weber und der Zollvereins-Bevollmächtigte, Obcr-Zollrath Gerbig; für Sachsen: der Geh. Finanzrath v. T hüm- mel; für Württemberg: der außerord. Gesandte, bevollmächtigte Minister Frhr. v. Spitz emberg und der Finanzrath Riecke; für Baden: der Staatsminister der Finanzen und Präsident des Staatsministeriums Mat Hy; für Hessen: der Geh. Ober-Steuerrath Ewald; für die thürin - gischen Staaten: der Wirkt. Geh. Rath Thon; für Braunschweig und Oldenburg: der Ministerresident vr. v. L k e b e. Ferner berichtigt die „Nordd. Mg. Ztg." eine Mittheilung der „Nat.-Ztg.", wornach die (offiziöse) „Provinzial-Korr." angedeutet haben sollte: daß die Zollkonferenz sich mit den Modalitäten der Besteuerung des Tabaks beschäftigen werde. Eine solche Andeutung sei in der „Prov. - Korr." nicht enthalten; es scheine eine Verwechslung obzuwallen. Der „Kreuz-Ztg." zufolge sollen die PenflonSverhällniste der Offiziere der frühem schleswig-holsteinischen Armee jetzt im Verordnungsweg in einer ihnen günstiger« Weise regulirt werden. xJ Berlin, 27. Juni. Die in mehreren Blättern umlaufenden Mitthellungen über eine angeblich schon fest in Aussicht genommene Grenzlinie für die Abtretung nörd- schles wig'schen Gebietes an Dänemark beruhen auf Gerüchten und Vermuthungen. Bis jetzt handelt es sich Nur um Vorschläge und deren Erörterung. Dabei sprechen indessen manche WahrscheinlichkeitSgründe für dis Wahl einer Abtretungslinie nördlich von Tvndcrn bis etwas südlich von Apenrade. Die Insel Romö und das „Lyster Tief" werden aber keinenfalls an Dänemark kommen. Außerdem bleiben die für die ganze Abtretung unveränderten Grundbedingungen, daß Dänemark den auf das betreffende Gebiet fallenden Theil der schleswig-holsteinischen Staatsschuld übernimmt, u»d daß es für die nationalen Rechte der deutschen Mitbewohner dieses Gebietes zuverlässige Bürgschaften gewährt. — Zum 3. Juli sind mehrfache Avancements und Personalveränderungen in hohen Chargen und Kommandostellen der Armee zu erwarten. Wie verlautet, wird Se. König!. Hoh. der Kronprinz zum General-Obersten der Infanterie, und Se. Königl. Hoh. der Prinz Friedrich Karl zum General-Obersten der Kavallerie ernannt werden. Diese Charge steht im Range der des Feldmarschalls gleich. Nach altem Herkommen werden preußische Prinzen nicht zu FeldmarscMen ernannt. HkrztMSmpfr. (Fortsetzung au« Nr. 150.) IX. Man sagte mir einmal, als ich noch ein gar kleiner Mädchen war — zu klein, um so etwa« mir zu sagen — ich würde finden, daß Gut und Uebel, Lust und Leid durchhin in meinem Leben so regelmäßig wie die schwarz- und weißen Felder auf einem Schachbrrt auf einander folgen würden. Da» fand ich wahr, im Ganzen wahr, in dem Sinn, in welchem e« verstanden werden sollte; nie aber als ein genaues Bild der Wechsel von Hell und Dunkel in unserm täglichen Dasein. Die dunkeln Stellen haben sich bei mir eingefunden — und die Hellen, Gott sei Dank! auch — allein keineswegs mit der Starrheit des Umrisses und der Regelmäßigkeit der Folge, wie sie das Schachbretgleichniß eingibt. Unbedingte Schwärze war selten — sei« lener, vielleicht, im Ganzen, als unbedingte Weiße. Kennm gelernt habe ich beide. Sie waren aber von einander durch unendliche Abstufungen mehr oder minder neutraler Tinten, und nicht durch scharf« klarbestimmte Linien geschieden, wo das Schwarze aufhörte und da« Weiße begann. Wie ich denn meine, daß scharfe klarbestimmte Linien nicht gewöhnlich Vorkommen, weder in der Natur noch in der Menschennatur. Ich bin an das „Schachbret" durch die trübe Wolke wieder erinnert worden, die sich auf unfern Stolz und unser Frohlocken über Robert'« Glück legte. Die liebe Tante wurde recht unwohl; immer ohne einen besondern, uns wahrnehmbaren oder vom Hausarzt bestimmt genann- lm, Krankheitsgrund; aber recht schwach und recht unwohl. Sie verließ jetzt selten ihr Zimmer, und da Anna fort war, so war ich viel bei ihr. Sie that wohl mitunter schwach Einspruch gegen mein beständiges Umstesein; ich erklärte ihr aber, und mit Wahrheit, e« würde mich unglücklich machen, wenn ich sie der Sorge und Pflege anderer Hände überlassen sollte. „'S ist purer Egoismus, liebes Tantchen; denn sowie ich von dir weg bin, so fang« ich an, in Unruhe zu gerathen und mir einzubilden, es sei etwas vergessen worden, woran man hätte denken sollen, oder etwas ungethan geblieben, was hätte geschehen sollen. Und dann treibt mich meine hohe Meinung von mir zurück, um selber dem etwa Röthigen nachzusehen." „Aber Robert wird mich für sehr selbstsüchtig halten, meine Lieb«, wenn ich dich so ganz in Anspruch nehme. Da« darf nicht sein." .Da« denkt er gewiß nicht, Tante. Ohnehin ist Robert letzter Zeit selbst viel weg gewesen." Robert war wirklich letzter Zeit viel fort gewesen; fort von Will- borough. Ehe er nach dem Norden abging, sollte er noch, nach Herrn Rotherwood'S Wunsch, zwei oder drei Sachen persönlich beaufßchtigen: darunter die Wiesenauer Trockenlegungsarbeiten. Nach Herrn Rother- wood'd Wunsch, sage ich; aber auch Herrn Lee lag sehr an, daß Robert sich Dem unterziehe. Hatte nicht Sir Oliver ihn eigen« auf's Schloß kommen lassen, um mit ihm darüber zu reden? Hatte er ihm nicht die Hand gedrückt und ihn der gnädigen Frau im Salon vorgestellt? »Klinke könne das Alles ganz gut besorgen," sagte Robert; ging aber doch, nachgebend, selber nach Wiesenau. Daher kam eS, daß — mit seiner häufigen Abwesenheit und meiner Pflege der leiden- den Tante — wir nicht ganz so viel beisammen waren, als unser Verhältniß natürlich mit sich gebracht hätte. Er ritt aber fast jeden Tag von seine« Vaters Hau« (wo er, um in der Nähe seiner Arbeit zu sein, verweilte) herüber und brachte meiner Tante manche schöne Spende an Obst und Blumen aus den Gewächshäusern im Schloß. Der Gartenbau war damals noch nicht zum Rang einer schönen Kunst vorgerückt, Herr McGee, Sir Oliver's schottischer Gärtner, durfte aber dessenungeachtet einige Ansprüche auf wissenschaftliche Behandlung machen, und für den Duft seiner Rosen und ihre Schönheiten der Form, Farbe und Größe kann ich Zeugniß ablcgen. Diese Blumenweihegaben verursachten unserm Stock gewaltiger Aergerniß, der keine Gelegenheit Vorbeigehen ließ, Herrn McGee'- Berufsgeschicklichkeit auf's Bitterste zu verschreien. Eine« Abends war meine Tante eingeschlummert, und hatte Noch ehe sie sich der Ruhe überließ verlangt, ich solle hinausgehen und frische Lust schöpfen. Ich beorderte also eine» der Mädchen in'S Zimmer nsit der Weisung, mich zu rufm, sobald die Tante aufwache, und ging hinunter und durch die Küche, um von der Rückseite aus in den Garten zu gelangen. Die Dienstboten genossen, nach dem Tags- geschäft, die angenehm- Abendstunde, und die Mädchen nähten und plauderten bei ihrer Arbeit. Stock saß am offenen Fenster auf einem gehörig harten Holzkuhl, die Pfeife im Mund, in Betrachtung der Herrlichkeiten des Küchengartens. Ich ging nie ohne ein paar grk» ßende Worte an Stock vorbei. Ich wußte — wie »der woher, wäre schwer zu sagen, denn nie mit Wort oder Blick ließ er sich ein Gefühl von Weichheit anmerken — der alte Mann Hab- ein Zärtlichkertseckchen für meine Schwester und mich im Herzen. „Wie schön Ihr Frllhgemüse aussteht, Stock." „'Wüßte nicht, daß Sie viel davon'.verstünden, Fräulein Mtrrgrrth." „So ein bischen doch, hoffentlich, Stock, ein ganz klein bischen." ,'n winzig Bissel," versetzte Stock. „Die Erbsen, zum Beispiel. Stehen sie nicht ungewöhnlich viel versprechend?" „'s gibt eine Vorsehung über'n Erbsen allen," erwiederte Stock, „und über'» Bohnen gleichermaßen. Und 's ist ein Glück, daß es ein« Aibt." (Fortsetzung folgt.) — Prag, 26. Juni. Die „Rarvdni L.sty- sagen heute bezüglich der den städtischen Beamten zugestellten deutschen Zuschrift de« Steueramte«: „Wird zu uns gewaltsamer Weise Deutsch gesprochen, so werde» wir Russisch antworten." Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Amnestie habe aus dit suspendirten Zeitungen keinen Bezug. Al« künftigen kommandirenden General des 2. Armeekorps bezeichnet man den Generalleutnant v. Blumcnthal, jetzt Kommandeur der 14. Division (Düsseldorf), und als künftigen kommandirenden General des 2. Armeekorps den Generalleutnant v. Franse cky, jetzt Kommandeur der 7. Division (Magdeburg). — Dem Vernehmen nach hat Se. König!. Hoh. der Prinz Karl als Herrenmeister des Johanniter- Ordens in dem am 24. in Sonnenburg abgehaltenen Or- denskapitel 154 Ehrenritter, die sich im vorjährigen Feldzug um die Krankenpflege verdient gemacht, zu Rechtsrittern ernannt. Oesterreichische Monarchie. Wien , 25. Juni. (Sch. M.) Die vertraulichen Besprechungen, welche seit einigen Tagen zwischen den Ministern Beust, Taafe und den Führern der Reichsraths-Mehrheit stattfinden, und denen die ungarischen Minister Andrassy, Fest tils und Lonyay beiwohnen, haben das Ausgleichswerk wesentlich gefördert, da sie vornehmlich dazu beigctragen haben, rücksichtlich des wichtigsten Theils desselben, der finanziellen Frage, manche Bedenken zu beseitigen. Der Reichsrath oder doch wenigstens die Mehrheit stellt es als Grundsatz aus, daß die pünktliche Befriedigung der Staatsgläubigcr nicht nur als gerechtes, sondern auch als vernünftiges Gebot der inner» wie äußern Nothwendigkeit anzusehen sei. Gerade in dieser Hinsicht war man aber nichts weniger als beruhigt, ob auch der ungarische Reichstag dieselbe Ansicht vertrete, zumal es in letzterer Zeit nicht an Anzeichen fehlte, daß jenseits der Leitha eine Zinsenherabsetzung nicht unbedingt verworfen werde. Der ungarische Finanzminister erklärte aber, daß die Erhaltung des öffentlichen Kredits Oesterreichs ebensowohl im Interesse der jenseitigen wie der diesseitigen Hälfte der Monarchie gelegen sei. Der ungarische Reichstag, sagte Graf Andrassy, werde gegen eine billige, den beiderseitigen Interessen entsprechende Regelung der finanziellen Frage keine Einwendungen erheben. Die Besorgnisse seien unbegründet, daß der ungarische Reichstag die Solidarität der Staatsschuld negiren könne. Diese Erklärungen sind von den Abgeordneten mit großer Befriedigung ausgenommen worden, zumal der ungarische Finanzminister noch mittheiltc, Ungarn nehme keinen Anstand, eine entsprechende Quote an den Staatslasten zu übernehmen, und er werde schon demnächst in der Lage sein, gellaue Mittheilungen über die Höhe dieser Quote zu machen. Binnen kurzem werden die Deputationen des Reichsraths und des Reichstags zusammentreten, um eine Verständigung über die Regelung der finanziellen Angelegenheiten zu erzielen, und man gibt sich jetzt, nach den Erklärungen der Minister, der Hoffnung hin, daß diese jedenfalls schwierigste Seite des Ausgleichs eine befriedige Erledigung finden werde. Wie«, 26. Juni. Die „Wien. Abendpost" sieht sich gegenüber der von mehreren Blättern veröffentlichten, angeblich vom Kaiser Maximilian in Queretaro erlassenen Proklamation zu der Bemerkung veranlaßt, daß an maßgebender Stelle hier weder auf telegraphischem, noch auf gewöhnlichem Korrespondenzwege irgendwelche, jene Angaben bestätigende Nachricht eingctroffen sei und daß auch völlig entscheidende innere Gründe gegen die Echtheit der fraglichen Proklamation zu sprechen schienen. Wie«, 27. Juni. Die „N. Fr. Pr." schreibt: Die Abreise Sr. Maj. des Kaisers nach Paris ist auf den 28. Juli festgesetzt uns wurde deßhalb bis dahin vertagt, weil Se. Maj. vorher hier den Sul tan empfangen will, der gegen den 20. Juli auf der Rückreise von Paris nach Wien kommt. Pesth, 26. Juni. In der heutigen Sitzung der Depu - tirtentafel interpellirte auch Koloman Tisza das Ministerium, ob es in der nächsten Sessionsperiode einen Gesetzentwurf wegen Beseitigung aller Reste des Feudalsystems vorlegen wird. Der Justizminister Horvatherklärte, daß der fragliche Gesetzentwurf ausgearbeitet und eingebracht werden wird, sobald die Zeit und die dringendsten Gegenstände es gestatten werden. Italien. Florenz, 23. Juni. (Köln. Ztg.) Ferrani ist zum Berichterstatter der Gesetze über die Kirchengüter ernannt worden. Die Kommission hat die Benefizien der Pfarrer aufrecht erhalten, weil den Pfarrern, die im Durchschnitt nur 500 Fr. Einkommen haben, eine Pension von 800 Fr. gegeben werden müßte. Sie hat ferner die Regierung ermächtigt, sich gegen Ausgabe von Boden-Kreditscheinen 600 Millionen zu verschaffen. Die Obligationen sollen nach Maßgabe des Kirchengüter-Verkaufs eingeiöst werden. Diese Papiere sollen erst nach Einführung der neuen Steuern, welche dem Staat eine Mehreinnahme von 80 Millionen sichern, ausgegeben werden. Die Hälfte der Obligationen soll in Italien gezeichnet, die andere Hälfte an Finanzgesellschasten abgegeben werden. Frankreich. * Parts, 26. Juni. Sitzung des Senats vom 25. Juni. In der gestrigen SmatSfitzung kam die Petition, welche eine genauere Ucberwachung der Volksbibliotheken fordert, zur Diskussion. Die Kommission hatte aus Verweisung der von den Stadtbe- HSldcn und Honoratioren von St. Elienne cingereichten Eingabe angelragen. Wie früher schon bei einem von der hohen Versammlung gegen Renan gerichteten Angriffe, war es Sainte-Beuve, der in eben so entschiedenen wie würdigen Worten die Vertheidigung der Schriftsteller übernahm, mit deren Richtung er zum Thril, wie er offen bekannte, selber nicht übereinstimmt. Er will «S keineswegs rechtfertigen, daß man in manchen Bolk-bibliotheken ungehörige oder für unerfahrene Leser schädliche Werke auSgibt; allein geradezu unverantwortlich findet er e-, daß man gegen gewisse Schriftsteller mit einem definitiven VerdammungSurtheil aufzutreten und wie in Rom, so auch in Frankreich, einen Index abzufaffen sich vermißt. E» find Namen, wie Voltaire, I. I. Rousseau, Proudhon, Michelet, Renan, George« Sand, Balzac, Lansrey, Jean Reynaud, Pelletan, welche die hohe Senatskommission in rührender Uebereinsiimmung mit den Urhebern der Petition aus den Volksbibliotheken verdrängen will, und sür welche Ste.-Beuve mit allen Hilfsmitteln seines Talents und seines Wissens und mit einer bei ihm kaum gesuchten Energie in die Schranken tritt. Die Schlagfcrtigkeit und die geistreiche Ironie, welche der berühmte Kritiker in seiner Rede entfaltete, hätten ein besseres Ver- ständniß verdient al« das, welches ihm die hohe Versammlung entgegenbringen konnte und wollte. Nachdem Ste.-Beuve die lang« Liste der Proskribirten durchgegangen , fügt er mit Sarkasmus bei: ..... Nun wohl, meine Herren der Kommission, auf eine Lücke muß ich Sie noch aufmerksam machen. Ihre Liste, so lang sie auch sein mag, ist nicht vollständig. Es fehlt auf ihr Meliere mit seinem Tartuffe. Ich bitte Sie, meine Herren, betreten Sie diese Bahn nicht. Läuten Sie nicht Sturm wegen so geringfügiger Veranlassung. Man will, daß heutzutage Jedermann soll lesen können. Der Hr. Minister des öffentlichen Unterrichts arbeitet mit aller Macht darauf hin, und ich spende ihm dafür mein Lob. Aber glauben Sie, daß Sie dem Volk seine Lektüre zuschneiden und sie ihm gleichsam löffelweise zumcffen, daß Sie ihm sagen können: Dies darfst du lesen und Jenes nicht? Ein solches Verbot wäre ja geradezu ein Reizmittel mehr und gleichsam eine aus das Lesen aller verbotenen Bücher ausgcsetzte Prämie. Gestatten Sie, die Vertheidizer der gesellschaftlichen Ordnung, einem Mann, der lange außerhalb Ihres Kreises gelebt hat, es in aller Offenheit zu sagen: Es ist ein sonderbarer Jrrthum, ein Fehler, die polnische und die literarische Welt geradezu in Gute und Böse abtheilen und aus diese Weise alle Feinde, selbst die man nur als solche ansieht, ohne daß sie cs wirklich find, in Scharen ordnen zu wollen. Wie oft verlangen die Einen nur diese, die Andern nnr jene Reform; die Einen greifen nicht Alles ohne Unterschied an, die Andern wollen oft nur im Grund genommen gute und gerechte Dinge, die man ihnen doch früher oder später zugesteht. Nehmen Sie sich in Acht! Diese Verleumdeten von gestern werden ost die Walkern Leute von morgen und werden von der Gesellschaft gepriesen und verherrlicht. (Leichtes Gemurmel.) Wehe Dem alsdann, der sie vorher geschmäht und verfolgt hat! Behandelt man sie aber in dieser Weise, wirst man sic mit unwürdigen Nachbarn zusammen, um sie mit demselben Bannstrahl niederzuschmettern, so thut man sich selber Schaden und bereitet sich gröbliche Enttäuschungen, und wenn das Wort nobel genug wäre, gewaltig« Nasenstüber (eigenilrch pieäs-cle-ner, die von der Nasenspitze aus ausgespreizten beiden Hände, eine populäre Geberde der Verhöhnung) für die Zukunft. (Oho I Geflüster.) Eines Tages wird man die Geschichte unserer Ansichten und alles Dessen, was eben hier geschieht, schreiben. Es bedarf aber nicht mehr als eines einzigen so groben Mißgriffs, damit ein sonst noch so ehren- werther Name sür alle Zeiten bei der Nachwelt lächerlich gemacht werde."... Mit ganz bescnderm Eifer nimmt sich St.-Beuve Renan's und George Sand'S, selbst mit Anrufung hoher Autoritäten, an. . . . .Wissen Sie — ruft ec in Bezug auf Renan seinen Kollegen zu — wissen Sie, daß dieser Mann, dessen Name die Weisesten aus Rand und Band bringt, der Ausgezeichnetste seiner Altersgenossen ist? Der Kaiser, ja m. HH., der Kaiser (denn ich kann nicht umhin, mich mit dieser Autorität, der höchsten und liberalsten dieser Regierung, zu decken) beehrt Hrn. Renan mit seiner Achtung, wie er George Sand mit seiner Freundschaft beehrt. (Bewegung; Hr. v. Chabrier wirst dazwischen: »Hat der Kaiser Sie beauftragt, in seinem Namen zu sprechen?) — Ich habe, fährt Ste.-Beuvc weiter fort, mehr als einmal, wenn ich Ihren Diskussionen, meine HH., beiwohnte, Bedauern und den Wunsch empfunden, in diesen Räumen häufiger einen Prinzen zu sehen, der durch alle Gaben der Intelligenz so ausgezeichnet, so reich an täglich sich noch mehrenden Kenntnissen, so wahrhaft demokratischen Geistes, so beredt und von so vielseitiger, rascher Fassungskraft ist. daß ihn Alle, die sich ihm nähern, bewundern, und der, um es mit einem Wort zu sagen, seines Geschlechtes würdig ist. Ich möchte ihn manchmal hier sehen und hören, wie er einigen der Prinzipien der neuen Gesellschaft Geltung zu verschaffen weiß, sollte man auch vor seinen Worten hier erbeben!... Allein darum handelt es sich jetzt nicht; ich möchte nur, Prinz Napoleon wäre hier anwesend, denn ihm mehr, als jedem Andern käme cs zu, die große Schriftstellerin , die herzensgute, wohlthätige Frau zu rächen, deren Freund er ist."... Baron Dupin findet sich veranlaßt, in ausführlicher und weit vom Gegenstand abschweifender Rede zu antworten. Er wirkt jedoch so ermüdend aus seine Kollegen ein, daß diese, wiewohl sie völl'g seine Ueberzeugung theilen, ihn durch wiederholte und lebhafte Unterbrechungen zur Sache und zum Schluß drängen. Hr. Barsche theilt im Namen der Regierung mit, daß dieselbe zuerst durch eine Denunziation des .Univers" auf die Richtung, die sich durch die Zusammensetzung gewisser Volksbibliotheken kund gibt, aufmerksam geworden sei. Es sei ein wesentliches politisches Interesse, daß die Entwicklung der Volksbibliotheken nicht in ihrem Keim ausgehalten werde und daß man bei Förderung des Guten, da« sie zu stiften berufen seien, das Schlimme nicht aufkommen lasse. Die Regierung bereite ein Regulativ für diese Anstalten vor und habe darum nichts dagegen einzuwendcn, daß die betreffende Petition dem Uuter- richtsministeeium überwiesen werde. Der Senat verwirft hierauf die von Ste.-Beuve beantragte Tagesordnung und erklärt sich für Verweisung der Petition. * Paris, 26. Juni. Wie die „Presse" versichert, hat die beabsichtigte Erhöhung des Betrags der jährlich auszugebenden Schatzscheine einige Besorgniß in der Budgetkommisston erregt. Es sollen zur Deckung des Mehrbetrags von IW Mill. Fr. in Schatzscheinen zu 3 Monaten, zu einem Jahr und zu drei Jahren ausgegeben werden.. — Dem „Elendarr:" zufolge hat der Kaiser heute ein Dekret unterzeichnet, durch welches dem Grafen von Flandern das Großband der Ehrenlegion verliehen worden ist; ein anderes Dekret hatte vor zwei Tagen dem Herzog von Aosta dieselbe Auszeichnung verliehen. — Der Lordmayor und die Alder- men von London werden nächsten Samstag nach Paris reisen, um dem Kaiser eine Glückwunschsadresse wegen des Attentats vom 6. Juni zu überbringen. Heute Nachmittag um 2 Uhr hielt der Kaiser im Tuilerien- hos und aus dem Carrousselplatz eine große Revue ab. Se. Maj. wurde vom Prinzen Humbert, vom Vizekönig von Egypten und von einer Menge Fürsten, Marschälle und hoher Offiziere begleitet. Die Kaiserin sah die Revue aus den Fenstern ihrer Gemächer an. — Wie die „France" meldet, wird der Vizekönig von Egypten sich nach Dijon begeben, um dort den Sultan in Empfang zu nehmen. Nach diesem Besuch wird er sofort auf einem ihm vom Kaiser zur Verfügung gestellten Staatsaviso, der in Cherbourg armirt ward, nach England reisen. — Der Emir Abd-el-Kader wird, wie verlautet, in nächster Woche mit zweien seiner Söhne Paris besuchen. — Dem kleinen „Moniteur" zufolge wird die Feierlichkeit des 1. Juli (Preisvertheilung) mit ungemeiner Pracht vor sich gehen; der Sultan wird dabei anwesend sein. — Die Rede Ste.-Beuve's im Senat macht außerordentliches Aufsehen; von allen Seiten gehen dem Redner Zeichen der Theilnahme zu. * Paris, 27. Juni. Der „Moniteur" berichtet heute über die gestern abgehaltene Münzkonferenz, in welcher Prinz Napololeon zum ersten Mal den Vorsitz geführt hat. Der Prinz führte sich durch eine Ansprache ein, auf welche Hr. v. Parieu, der bisherige Vorsitzende, antwortete. Darauf wurde die Berathung über verschiedene, auf Einheit, Gehalt und Gewicht der internationalen Münze bezügliche Fragen eröffnet. Nach dreistündiger Verhandlung vertagte sich die Konferenz auf nächsten Freitag. Der „Moniteur" gibt ferner die Liste der Bevollmächtigten der einzelnen Staaten. Frankreich ist, den Prinzen Napoleon ungerechnet, durch sechs Bevollmächtigte (v. Moustier, Rouher, v. Parieu, v. Lavenay, Herbet und Dutelleul), die Schweiz durch drei, Belgien, Groß- britanien, Baden Bayern, Italien, Holland, Portugal, Preußen, Schweden und Norwegen, die Türkei je durch zwei, und endlich Oesterreich, Dänemark, Spanien, die Ver. Staaten, Griechenland, Rußland und Württemberg je durch einen Bevollmächtigten vertreten. Die Konferenz wird also im Ganzen aus 37 Mitgliedern und außerdem aus zwei von Frankreich ernannten Sekretären gebildet. — Wie die „Patrie" meldet, ist der Sultan heute Morgen um 10 Uhr vor Neapel angekommen, und um 12 Uhr wieder weiter gereist. Samstag wird er in Toulon landen und sofort nach den offiziellen Begrüßungen nach Lyon weiter reisen. Von da begibt er sich nach Dijon, wo ihn der Vizckönig von Egypten begrüßen wird, und Sonntag Nachmittag wird er in Paris eintreffen. — Dasselbe Blatt erfährt, daß die Pforte beschlossen habe, durch ihre diplomatischen Repräsentanten eine Antwort auf die identische Note zu geben. Die Regierung des Sultans wird im Prinzip auf die Vorschläge der Mächte eingehen und nur einige Vorbehalte machen. Der wichtigste unter diesen Vorbehalten ist der, daß die europäische Kommission der Enquvte nur als Zeugen, nicht aber als Agenten zu folgen hätten. Die „France", welche seit einiger Zeit den Klagen der Dänen über die Zustände in Nordschleswig ein sehr williges Ohr leiht, veröffentlicht heute Abend ein Schreiben der beiden Deputirten des Gesetzgeb. Köpers, Hrn. Piccioni und Hrn. Morin, wodurch zu einer Subskription für die vertriebenen Nordschleswiger aufgefordert wird.—Dem „ Etend ard " zufolge befindet sich der österreichische Admiral Tegethoff, der Sieger von Lissa, seit einigen Tagen in Paris. — Der Bruder des Vizekönigs von Egypten, Mustapha Pascha, wird dem Sultan bis nach Toulon entgegenreisen. Das „Journ. de Paris" führt als neuen Beweis der vollständigen Genesung des kaiserl. Prinzen an, daß derselbe gestern in Begleitung seines Gouverneurs, des Generals Fros- said, und seines Kameraden, des jungen Conneau, der Großfürstin Marie von Leuchtenberg im Grand-Hotel einen Besuch abgestattet hat. Er wird auch der Preisvertheilung am 1. Juli beiwohnen, und bei dieser Gelegenheit dem jungen Sohn des Sultans die Honneurs machen. — Dasselbe Blatt ist durch Privatmittheilungen in den Stand gesetzt, zu ver- sichern, daß Kaiser Maximilian keineswegs, wie amerikanische Blätter behauptet haben, verwundet ist. — Wenn das „Journ. de Paris" so genaue Privatmittheilungen erhält, so hätte es selber doch wohl auch wissen und mittheilen können, wo sich Maximilian bet Abgang der Nachricht befand und wie es ihm erging. — Rente 69.15, Cred. mob. 372.50, ital. Anl. 52.72'/,. Spanien. * Madrid, 26. Juni. Der Minister dcS Innern antwortet auf die Interpellation des Marquis de Sadoval, daß eine Bande von 60 schlecht bewaffneten Leuten sich in der Gegend von Madrid gezeigt habe. Sie hat sich nach den Bergen von Cucaca zurückgezogen. Es find einige Gefangene gemacht worden. Nach aller Wahrscheinlichkeit wird die öffentliche Ruhe nicht gestört werden. Der Senat hat das Votum der Minderheit der Budgetkommission mit 85 Stimmen gegen 24 verworfen. Dänemark. Kopenhagen, 27. Juni. „Dagbladet" in seiner Revue francaise behauptet: die Garantiefrage sei eine untergeordnete und die Verhandlungen drehen sich in Wirklichkeit um Alsen und Düppel. Das Blatt hebt hervor, die dänische Regierung könne unmöglich über die bei den Reichstags-Wahlen konstatirten nationalen Linien zurückgehen. Rußland und Polen. St. Petersburg, 23. Juni. (Nat.-Ztg.) Der Vizekanzler Fürst Gortschakoff feiert übermorgen sein 50jähriges Dienstjubiläum und wird morgen von seiner Reise hier zurückerwartet. Es dürfte aus diesem Anlaß seine Ernennung zum Reichskanzler erfolgen; die Beamten seines Departements bereiten ein kostbares Ehrengeschenk vor, und auch sonst wird es an aufrichtigen Manifestationen zu Ehren des Jubilars nicht fehlen, denn der Fürst ist eine der beliebtesten Persönlichkeiten des Reichs. In Turkistan hat eine kleine russische Truppenabtheilung gegen Mitte vorigen Monat« einen harten Kamps gegen überlegene Banden am Aany-Darja zu bestehen gehabt. Dieselben waren unter Führung Sadyk's, des Sohnes des Sultans Kenissara, eingedrungen, um die dort unter russischem Schutz stehenden Kirghisen zu plündern. Der Kommandant des Forts Nr. 1 entsandte eine Abtheilung von 76 Kosaken mit zwei Haubitzen, welche die über 2000 Mann zählenden Feinde an- griff und mit ihnen zwei Tage lang unter unsäglichen Strapazen, bei vollständigem Wassermangel kämpfte, dabei die An^reifenden sich zwar vom Leib hielt, aber doch auch erhebliche Verluste (19 Todtc, 3 Verwundete) erlitt und am dritten Tag in das Fort zurückkehrte, ohne verfolgt zu werden. Die neuesten Berichte melden, daß zwischen dem ersten und zweiten Fort die Verbindung frei ist und kerne Aufständischen am rechten Ufer des Syr-Darja zu sehen sind. St Petersburg. 26. Juni. Die Neu-Yorker Unternehmer der russisch-amerikanischen Telegraphenlinie find hier eingetroffen, um der russischen Regierung neue Vorschläge zum Weiterbau zu unterbreiten. Türkei. Auch England hat nun in Betreff Kreta's in Konstantinopel eine Note überreichen laßen; sie ist jedoch nicht gleichlautend mit den übrigen-. Das englische Kabinet begnügt sich damit, die Pforte in allgemeinen Ausdrücken auf die Noihwendigkeit, dem Kampfe auf Kandia ein Ende zu wachen, hinzulenken; sie deutet aber nicht an, auf welche Weise die Pforte in dieser Beziehung den Mächten Genugthuung geben könnte. Die Antwort der Türkei ist noch nicht offiziell bekannt, doch weiß man bereits, daß die Pforte die Untersuchung im-Prinzip annimmt; ohne die Anwesenheit europäischer Abgesandten in der Untersuchungskommisston zurückzuweisen, findet sie es nur passender, daß die Untersuchung von türkischen Kommissarien allein geleitet werde. Großbritannien. "London, 26. Juni. Der Aufenthalt der Königin von Preußen in England ist bis zum 8. Juli bemessen, und dürfte Ihre Maj. mit Ausnahme flüchtiger Besuche in der Hauptstadt die ganze Zeit ruhig in Windsor zubringen. Bei der Ankunft in London war Ihre Maj. gestern durch den Prinzen v. Wales am Bahnhof empfangen und nach Windsor geleitet worden. Am dortigen Bahnhof harrte ihrer die Königin Viktoria mit ihrer Tochter, der Prinzessin Luise von Hessen, und deren Gemahl. Die Begrüßung war eine überaus herzliche und schwesterliche, worauf die Königin mit ihrem Gast und den übrigen Herrschaften durch die mit preußischen Fahnen geschmückten Straßen des Ortes nach dem Schlöffe fuhr. Dort wurde die Königin von Preußen am Fuß der großen Treppe von den übrigen Mitgliedern der königl. Familie empfangen und von der Königin nach den für sie bestimmten Gemächern geleitet. Der Prinz von Wales, der nach dem Gabelfrühstück zur Stadt zurückfuhr, begibt sich mit dem Herzog von Cambridge übermorgen nach Paris, um bei der Preisvertheilung am 1. Juli anwesend zu sein, wird aber zu dem am 3. stattfindenden Hofball wieder in London zurückerwartet. Der Lord Mayor hatte sich gestern Nachmittag, von mehreren Aldermen in Staat begleitet, zum russischen Botschafter begeben, um eine Gratulationsadresse der City zu der Rettung des Kaisers von Rußland zu überreichen. Von beiden Seiten wurden Gelegenheitsreden gehalten, worauf die Vertreter der City eine ähnliche Gratulationsadresse für Kaiser Napoleon dem französischen Botschafter überreichten. Bei der am 17. Juli zu Ehren des Sultans vor Portsmouth stattfindenden Flottenrevue werden anwesend sein: 7 gepanzerte Schraubenfregatten, drei eiserne Thurmschiffe, zwei Panzerschiffe mit doppelten Schrauben und ein gepanzertes Kanonenboot, das durch hydraulischen Druck bewegt wird; zusammen 219 Geschütze und Maschinen von 10,837 Pferdckraft. Das ungepanzerte Geschwader wird bestehen aus einem Schrauben-Dreidecker, 8 Schrauben-Zweideckern, einer Schraubenkorvette, einer Radkorvette, einer Radschaluppe, zwei Schraubenschaluppen, und 12 Schrauben-Kano- nenbooten; zusammen von 956 Geschütze«, mit Maschinen von 12,250 Pfdkr. In Summe: 47 Schiffe von 106,000 Tonnen, mit 1175 Geschützen und Maschinen von 23,087 Pfdkr. Der kommandirende Obcradmiral der Flotte, Sir Thomas Pasley, wird seine Flagge auf dem Linienschiff „Viktoria" aufhissen; die Lords der Admiralität werden der Revue an Bord ihrer Jacht „Enchantreß" zuschauen. Den Mitgliedern des Ober- und Unterhauses werden zwei geräumige Schiffe, „Malabar" und „SerapiS", zur Verfügung gestellt. * London, 26. Juni. Der „Morn. Herald" sagt, die Pforte habe den Vorschlag der Mächte wegen einer Enquete über die Angelegenheiten von Kandia angenommen, unter der Bedingung, daß die 5- bis 6000 griechischen Freiwilligen, die sich auf der Insel befinden, die Waffen strecken und sich zurückziehen. Amerika. * Neu-Bork, 15. Juni. Der Prozeß gegen Suratt, den angeblichen Mitverschwornen bei der Ermordung Lin- coln's, stößt, wie früher der gegen Jefferson Davis, auf technische Hindernisse. Nachdem der Angeklagte gegen die Zusammensetzung der Jury Einwand erhoben hatte, entschied Richter Fischer, daß diese begründet seien und neue Ge- schworne gewählt werden müssen, und als daranf der Prozeß am 13. wieder ausgenommen wurde, konnte der eben genannte Richter nicht erscheinen, worauf seine Kollegen sich weigerten, mit dem Prozeß fortzufahren. — Der neue griechische Gesandte, Hr. Rangebee, ist in Washington anzekommen. Berichten aus San Luis Potosi vom 28. v. M. zufolge hatte Kaiser Maximilians Protest gegen die Befugniß des Kriegsgerichts, ihn abzuurtheilen, die Folge gehabt, daß der Prozeß Wirt worden ist, bis Juarez und dessen Ministerium über die Befugniß des Kriegsgerichts entschieden haben werden- Maximilian klagt unter Anderen auch den General Marquez an, daß er dem Befehl, mit der von ihm befehligten hauptstädtischen Besatzung zum Entsätze Queretaros zu eilen, mcht Folge geleistet habe. Die Belagerung der Hauptstadt hatte damals noch wenig Fortschritte gemacht. — Gerüchtweise verlautete, daß ein Theil der unter Diaz stehenden Trugen rebellirt und sich für den Kaiser erklärt hätten, worauf 87 von ihnen gefangen und erschossen worden seien. Preußische Note, Nordschleswig betr. Berlin, 27. Juni. Die „Nordd. AUg. Ztg." veröffentlicht folgende Note des königl. preußischen Gesandten Hrn. v. Heydebrand und der Lasa an den k. dänischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, v. Frijs: Kopenhagen, den 18. Juni 1867. Der Unterzeichnete hat wiederholt die Ehre gehabt, in vertraulicher Unterredung die Aufmerksamkeit des königl. dänischen Hrn. Conseil- präfidenten auf die Fragen zu lenken, welche sich an die Ausführung deS Art. V des zwischen Preußen und Oesterreich am 30. Aug. v. I. zu Prag abgeschlossenen Friedens knüpfen. Er hat dabei den Wunsch seiner Regierung auszudrücken gehabt, sich mit dem königl. dänischen Gouvernement in freundschaftlicher Weise über gewisse Vorfragen zu verständigen, welche die nothwendige Voraussetzung der Abtretung eines TheilS des Herzogthums Schleswig bildeten, und er hat als diese Vorfragen die nölhigen Garantien für den Schutz der in jenem Territorium wohnenden Deutschen und die Uebernahmc eines verhält- nißmäßigen AntheilS an der Schuldenlast der Herzoglhümer bezeichnet. Der Hr. Conseilpräsident hat auch die Bereitwilligkeit ausgesprochen, über diese Punkte in Verhandlungen zu treten, und die Regierung Sr. Maj. des Königs, des allergnädigsten Herrn des Unterzeichneten, durfte sich der Erwartung hingeben, daß der k. dänische Gesandte in Berlin in den Stand gesetzt werden würde, die Abfichten seiner Regierung in beiden Beziehungen kundzugeben. Zu ihrem lebhaftesten Bedauern hat sie in der neuesten Eröffnung des Letzter», in einer vertraulich mitgetheilten Depesche des Hrn. Ministers v. FrijS an Hrn. v. Quaade vom 1. d. M., anstatt der gehofften bestimmter» Erklärungen nur den Hinweis auf die bestehenden Gesetze und Verträge gefunden, welche der Hr. Minister für so vollkommen ausreichend hält, daß jede weitere Garantie überflüssig und sogar bedenklich sein würde. Die Regierung des g. ergebenst Unterzeichneten glaubt in dieser vorläufigen Aeußerung nicht die definitive Auffassung der k. dänischen Regierung erkennen zu sollen. Die letztere wird sich bei näherer Erwägung die eigcnlhümliche Natur der Verhältnisse nicht verhehlen können, welche es für die preußische Regierung unmöglich machen, unter den besonder« Umständen in jenen Landstrichen sich mit dem Hinweis auf die Gesetze und die allgemeinen Zusicherungen eines nicht bezweifelten Wohlwollens der königl. dänischen Regierung gegen alle ihre eventuellen Unterthanen zu begnügen. Sie wird cs natürlich finden, daß, wenn Se. Maj. der König sich bereit erklärte, etwaige auf eine Wiedervereinigung mit Dänemark gerichtete Wünsche nordschleSwig'scher Unterthanen in Erfüllung gehen zu lassen, die Wünsche und die Bedürfnisse seiner deutschen Unterthanen in jenen Territorien für Ihn keine geringere Bedeutung haben, Deutsche Gemeinden wider ihren Willen und mit dem Verlust jedes Rechts auf ihre nationalen Eigen- thümlichkeiten an ein fremdes Land abzutceten und sie Gefahren Preis zu geben, deren Befürchtung in Erinnerung an die Vergangenheit unter ihnen selbst laut genug hervortritt, hat der Prager Friedensvertrag Preußen nicht verpflichtet. Die k. Regierung hat eben durch jenen Artikel des FriedenSvertragS gezeigt, daß sie auf die Wünsche und aus die Nationalität der Bevölkerung nach Möglichkeit Rücksicht nehmen will; sie ist aber dabei verpflichtet, diese Rücksicht vor Allem den eigenen Landsleuten gegenüber nicht außer Augen zu setzen, und sie darf nicht vergessen, daß die Ursachen der Störung des in früheren Zeiten bestandenen guten Einvernehmens hauptsächlich in dem Umstande lagen, daß die Regierung Sr. Maj. des Königs von Dänemark nach der Umgestaltung der Litern Verfassung der Monarchie nicht mehr im Stande war, den deutschen Unterthanen der dänischen Krone denselben Schutz ihrer Nationalität und Sprache zu gewähren, dessen dieselben sich ehemals erfreut hatten. Die Regierung Sr. Maj. des Königs, des a. H. des Unterzeichneten, würde unter der Nachwirkung der Ereignisse und Kämpfe der letzten Jahre mehr als früher befürchten müssen, daß die Klagen deutscher Einwohner Schleswigs, welche in Deutschland ihren natürlichen Widerhall fanden, berechtigten Anlaß zu ihrer Wiederholung fänden, wenn deutsche Gemeinden im Norden Schleswigs ohne Verfassungsbürgschaften der Botmäßigkeit einer Regierung unterstellt würde», welche bei dem besten Willen, ihren deutschen Unterthanen gerecht zu werden, doch vor Allem dem verfassungsmäßigen Ausdruck der Stimmung einer national-dänischen Volksvertretung Rechnung zu tragen hat. Die Regierung Sr. Maj. des Königs von Dänemark wird ohne Zweifel die Ueberzeugung des Unterzeichneten theilen, daß es zur Sicherstellung der von beiden Seiten erstrebten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark raihsam ist, nicht von neuem die Keime ähnlicher Zerwürfnisse zu legen, wie es diejenigen waren, welche früher den Frieden beider Länder und dadurch den Europa'« gefährdeten. Der Unterzeichnete ist daher von seiner Regierung beauftragt worden, an den Hrn. Conseil-Präsidenten amtlich die Anfrage zu richten, ob die königl. dänische Regierung sich im Stand glaube, Einrichtungen zu treffen und Maßregeln in Aussicht zu stellen, welche für den Schutz und die Sicherung der nationalen Eigenthümlichkeit der in den etwa abgetretenen GebietStheilen einzeln oder in Gemeinden wohnenden Deutschen bestimmte Bürgschaften geben, und welcher Art, in individueller, lokaler und kommunaler Beziehung, diese Garantien sein würde»? — oder ob sie eine solche Berücksichtigung und Erhaltung der nationalen Eigenthümlichkeit künftiger deutscher Unterthanen für unmöglich erachtet, oder wenigstens darüber im voraus bestimmter sich zu erklären definitiv ablehnt? Es bedarf nicht erst der Bemerkung, daß von der Beantwortung dieser Fragen der Umfang der beabsichtigten Abstimmung, resp. Abtretung , abhängig ist; und je mehr die königl. Regierung wünscht, durch den Abschluß dieser Angelegenheit sowohl der Stimmung der Bevölkerung Rechnung zu tragen, als auch der königl. dänischen Regierung einen Beweis ihrer freundschaftlichen Gesinnungen zu geben, um so mehr muß sie auch erwarten, daß die letztere durch ein entsprechendes Entgegenkommen ihr dieBcschleunigung möglich machen werde. Zugleich mit diesem Gegenstand darf der ganz erg. Unterzeichnete sich auch über den zweiten, bereits in den vertraulichen Unterredungen von ihm berührten Punkt, nämlich die Bereitwilligkeit zur Uebernahmc eines proportionirten TheilS der Schuld der Herzoglhümer, eine bestimmte Aeußerung erbitten. Er benützt zugleich diesen Anlaß rc. Bade«. Karlsruhe, 28. Juni. Das heute erschienene »Central - Verordnungsblatt" Nr. 14 enthält eine Bekanntmachung des Ministeriums deS Innern vom 17. d. M., die Statuten des Leihhauses zu Karlsruhe betreffend. 8* Pforzheim, 26. Juni. Am letzten Sonntag hatten wir hi« und im Bezirk zwei evangel. kirchliche Versammlungen. Im hiesigen Museumssaal hielt der weltlich- Abgeordnete deS Bezirks Pforzheim zur letzten Diözesansynode, Hr. Fabrikant Metz von Freiburg, einen Vortrag, worin er über den Verlauf der bezüglichen Verhandlungen, sowie insbesondere über die hiebei von ihm bethätigte Theilnahme Bericht erstattete. Diese Versammlung war hauptsächlich von Gesinnungsgenossen des Redners besucht. Da der Gegenstand des Vortrags an sich bekannt ist, so will ich hierüber Weiteres nicht bemerken , als daß Hr. Metz, wenn er auch an seinem Standpunkt fest- hiclt, im Allgemeinen doch in ganz versöhnlicher Weise sprach. Nach Hrn. Metz machte noch Hr. Oberkirchenrath Mühlhäußer einige ergänzende Mittheilungen. — In Nöttingen fand gleichzeitig eine Bezirksversammlung der Mitglied« de« Gustav-Adolf-Verein- statt. Mittheilung über diese wird später folgen. 8* Pforzheim, 27. Juni. Die Frage, betr. die Unterbringung und Beschäftigung der hiesigen Fabrik- und Handwerker- Lehrlinge in freien Stunden, ist nun zur glücklichen und endgil- tigen Ausführung gelangt. Am letzten Freitag Abend fand die Ucber- fiedelung der Lehrlinge in die neue Lehrlingshalle, welche in dem, dem Arbeiter-Bildungsvercin gehörigen Hause eingerichtet wurde, statt. Das die Angelegenheit leitende Komitee, bestehend aus de» HH. Schuldirektoren Huber (Vorsitzender) und Fees, den HH. Fabrikanten CH. Becker und C. E. Rohreck und einer Anzahl Mitglieder des Arbeiter-Bildungsvereins, hatte damit eine kleine Feierlichkeit verbunden, indem cS an solche Lehrlinge, welche die bisherigen Versammlungen am fleißigsten besuchten und sich auch sonst auszeich- neten, Belohnungen, bestehend in geeigneten Büchern, vertheilte. Wünschen wir dem eben so wohlthätigen als zeitgemäßen Unternehmen das beste Gedeihen I — Seit vorig« Woche finden in dem hiesigen ReithauS täglich Produktionen des »deutschen Nationaltheaters der Gymnastik von M. Hirsch und Pros. John" mit lebenden Bildern, plastische, historische und mythologische Tableaur darstellend, statt. Die Vorstellungen, insbesondere die der höher» Gymnastik, bieten, was Kraftentwickelung, Eleganz und Grazie betrifft, da« Schönste, was hierin noch zu sehen war. — Eine Anzahl hiesiger Arbeiter, insbesondere Mitglieder des Arbeiter-Bildungsvereins, welche die Pariser Industrieausstellung besuchen möchten, hatte sich an das großh. Handelministerium mit d« Bitte um Gewährung freier Fahrt auf der Eisenbahn bis Kehl gewendet. Da das Ministerium diesem Gesuch aus sachlichen Gründen nicht wohl entsprechen konnte, den bittstellenden Arbeitern aber doch eine Beihilfe nicht versagen wollte, so hat dasselbe, nachdem Hr. Ministerialrath Turban sich von den Zuständen des hiesigen Arbeiter-BildungSvereinS an Ort und Stelle persönlich eingehende Kcnntniß verschafft hatte, dem Vorstand des Vereins eine entsprechende Summe Geld zugewiesen, um daraus die geeigneten Leute zur Reise zu unterstützen. Vermischte Nachrichten. — Karlsruhe, 28. Juni. Die gestern fällige Pariser und Londoner Post ist uns «st heute Morgen zugegangen. Grund dieser Verspätung ist, wie wir vernehmen, eine Entgleisung de« betreffenden Pariser Schnellzugs auf der Ostbahn, die indeß von sonst keinem Unfall begleitet war. — Aus H ohe n zol lern, 26. Juni. (Sch. M.) Sicherm Vernehmen nach werden im Verlauf der nächsten Woche die Erdarbeiten für den Ei s e nb a h n - B a u bei Hechingen begonnen. Die Bauhütten sind bereits ausgestellt, und hahen sich auch schon Arbeit« eingcfunden. Daß mit dem Bau der Bahn in Hohenzollern erst mit dem folgenden Jahr begonnen werde, hat sich also als leeres Gerücht herausgestellt. — Frankfurt, 27. Mai. Das »Amtsblatt" enthält eine Bekanntmachung des Finanzministeriums, nach welcher vom 1. k. M. die Uebergangsabgabe von TabakSblättnn und Tabakssabri- katen, welche aus Bayern, Württemberg, Baden und dem Großher- zogthum Hessen kommen, in den Regierungsbezirken Kassel und Wiesbaden «hoben werden wird. Nachschrift. Telegramme. Berlin , 28. Juni. Se. Maj. der König ist heute nach Liegnitz abgereiSt. Florenz, 28. Juni. Die „Florent. Ztg." erklärt die Nachricht, daß General Ci a l di nt seine Entlassung eingereicht habe, für grundlos. Lamarmo ra hat um seine Entlassung gebeten, sie ist ihm aber nicht bewilligt worden. In der Kammer verlangten heute mehrere Abgeordnete Beschränkung der Einkünfte der diplomatischen Vertreter. Ferraris legte den Bericht der Kommission über die Liquidation des Kirchenvermögens vor; die Berathung desselben wird nach der Budgetdebatte stattfinden. Parts, 28. Juni. Die „Patrie" konstatirt, daß die nordschleswig's che Frage zwar die Geister ermüdet haben möge, aber jedenfalls die vollen Sympathien Frankreichs für das dänische Volk finde. Die „France" sagt in Erwiederung auf einen Schleswig betreffenden Artikel der „Nordd. Allg, Ztg.": „Wir sind Europa; Nichts, was den Frieden, die Ordnung und bas Gleichgewicht Europa's interesstrt, könnte uns fremd bleiben." Karlsruhe, 28 Juni. Bei der heute stattgehabten Gewinnziehung der badischen 35-fl.-Loose sind folgende 10 Gewinne mit je 1000 fl. gezogen worden: Nr. 4299, 53,784, 80.752, 117,482, 172,289. 191,418, 285,156, 295,318, 295,319, 331,309. Frankfurt, 28. Juni, 1 Uhr 10 Min. Nachm. Börse: Orsterr. Kreditaklim 177'/», Oesterr. 500 - fl. - Loose 71 Vs, Steuerfreie 49, Amerikaner 77'/». Für den verunglückten Sägerburschen Friedrich Karl Weber in Langenalb (Aufruf in Nr. 116 diese« Blattes) ist weiter bei un« eingegangen: Von Donaueichinge» 3 fl- Zusammm 57 fl. 3 kr. Zur Empfangnahme weiterer Geldbeträge find wir gern bereit. Karlsruhe, den 28. Juni 1867. Ervedition d« Karlsruher Zeitung. Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herrn. Kroenlein. WM' Karlsruhe. Schlafplatz. >^.y.5V2. Die protze Slcreoskopen-Gallerie, verbunden mit Ansichten der Pariser Weltausstellung, ist Sonntag den 30. d. M. unwiderruflich zum letzten Mal geöffnet. Hum Besuch ladet deßhalb noch rin. Auch sage ich für den zahlreiche« Besuch meine« herzlichen Dank, und bitte mich ferner in gutem Andenken zu behalten. I. Duret aus Paris. Bad NipM-sau. V. Liste der hier anwesenden und feit dem 19. Juni neu angekommenen Kurgäste imd anderen Fremden. Hr. H. v. Meitz mit Gattin aus Zürich. Mad. Wupperwonn mit Frl. Tochter v. Frankfurt a. M. Hr. G. Haag mit Gattin v. Eßlingen. Hr. A. Zimmermann, Kausm. v. Freiburg i.B. Frl. M. Schneider v. Nefels, Kam. Gtaruö. Hr. A. Bernheimer mit Famil. u. Bedienung st. New-Dott. Hr. A. Dreyfuß, Prep, mit Frau u. Bedienung v. Slratzburg. Mad. E. Dick u. CH.Hanenwald, Rittergutsbesitzerinncn v. Merseburg. Hr. G. Matter, Photograph v. Mannheim. Fr. Capelle mit Kind u. Bedienung v. Heidelberg. Hr. Brüderlin, Kaufm. v. Basel. Fr. Obrift Hürlemann u. Fr. Berthean-Hürlemann v. Rappers- wyl. Mad. Heß-Bodmer mit Töchterchcn n. Bedienung v. Zürich. Fr. Escher-Bodwer v. da. Hr. Dietrich, Fabr. v. Merseburg. Fr. vr. Minnich und Fr. Pr. Ehrenberg v. Baden (Schweiz). Hr. H. I- Beck v. St. Gallen. Hr. Brüggemann mit Fr. und Kinder, Hofratb v. Aachen. Hr. Deimling mit Tochter von Karlsruhe. Müe. Cäcilic Schneider v. Mühlhausen. Hr. Th. Munke mit Gattin, Geh. Finanzrath v. Karlsruhe. Frl. Pauline Kaulla v. Ober- dischingen. Hr. E. Pfeiffer v. Stuttgart. Frau Siegle mit Kind v. da. Hr. Reichert, Rechnungsrath v. Neustadt. Hr. Osterlag-Wttß mit Gattin v. Stuttgart. Fr. Buchi-Siber v. Zürich. Fr. Hausser-Ron- nenfeldt u. Fr. Ronnenstldt-Held v. Frankfurt a. M. Lady Schwabe aus England, 7 Personen. Hr. C. Fiedler aus Preußen. Mad. THYlmann mit Sohn v. Altenstadt (Oberhessen). Frl. H. Larkhausen von Bremen. Hr. A. Jnnocenti aus Rom. Hr. I. Keller aus Weinselden. Hr. Louis Schmidt, Wurster v. Offenburg. Hr. A- Uugerer, Banquier v. Pforzheim. Hr. A.Hutchunson, Soldat aus England. Hr. Lsvnce Curnier mit Fräul. u. Dienerschaft. Tresories, General v. Straßburg, 6 Pers. Hr. vr. Schindler, Alt-Landammann von Zürich. Frl. C. Schindler u. Fr. Jenny v. da. Mad. Henriette Hallbcrger mit Famil. v. Stuttgart, 4 Pers. Mad. Louise Dörtendacb mit Fam. v. Stuttgart, 6P. Hr. George Wrelandt, Fabrikant v. Offenburg. Hr. I. C. W. Merkus, Part. v. La Haye, Fr. v. Zangen mit Tochter v. Frnderichshasen. Fr. Bernoy mit Töchtern v. Frankfurt a. M. Fr. Kellner mit Fam. u. Bed. v. da. Hr. F. Moser, Bierbrauer v. Rösenheim. Hr. C. v. Zeg . ard mit Frau, Procureur v. Gravcn- hage. Baron Budberg mit Frau u. Bed. aus Liev- larid. Frau Berend v. Coblenz. Fr. Zech v. Heilbronn. Hr. W. T. Smiden aus den Niederlanden. Hr. Winter mit Frau ». Töchterchen, Kfm. v. Karlsruhe. Hr. H. I. C. Schmitt, Großh. Bczirksförster v. da. P. Bögel mit Tochter, Particulier v. Mannheim. Hr. Geo. S. Rollige aus England. Hr. H. S. Taylor aus England. Frl. Ernestine TassiuS v. Bochum. Hr. I. Schneider, Privatier v. Schaffhauscn. Hr. Etzweiler, Gastwirth v. da. Hr. I. Schneider, Privatier v. da. Hr. Eisenmenger, Fabrikant v. Gmünd. Hr. A. Knoll, Kfm. v. Laupheim. Hr. I. G. Gutruf mit Frau, Part. v. Hamburg. Hr. Kritzler mit Frau, Kfm. v. Mannheim. Hr. Wunneburger, Bleicher». Stetten. Hr. Moritz Gauß mit Frau, Privat, von Frankfurt. Hr. vr. Borchardt aus England. Hr.A. Jäggi, Advokat, Notar v. Solothurn. Hr. Sig. Koch u. Frau, Kfm. v. Stuttgart. Mad. Koch mit Kinder u. Dienerin v. Paris. Hr. P. Hoffmann, Kfm. von Frankfurts«. M. Hr. F. Knoblauch, Kfm. v. Frankfurt a. M. Hr. Baron v. Glaubitz mit Fam. von Karlsruhe, 7 Pers. Freifrau I. v. Gaffer mit Bedienung v. Tegernsee. Hr. Nicolas Köchlin-Bengisser v. Lörrach. Hr. C. Kloß, Oberst v. Liestal. Mad. BohlewHolbach mit Tochter v. Philadelphia. Rippoldsau, den 26. Juni 1867. Z.y.476. FritzGöringer. Z.Y.477. H e i I b r o n n. Anzeige Die Vollmacht meines Reisende», Herrn F. Bantcl von Metzingen, ist von heute an erloschen. Heilbronn, den 27. Juni 1867. Emil Seelig. Z.y.495. Karlsruhe. Offene Commisstette. Ein auswärtiges Tuch - und Modewaaren-Geschäst, welches en cketoil reisen läßt, sucht einen soliden , mit der Branche bekannten jungen Mann, der im Verkehr mit allen Ständen Tüchtiges leisten kann. Frankirte Offerte unter Chiffre 8 I. nimmt entgegen _ Heinrich Schnabel. WUT"- Z.y.503. Ein junges Frauenzimmer aus anständiger Familie, der deutschen und französischen Sprache mächtig, sucht sich in einem Mercerie-Waaren- oder sonstigen Geschäfte zu placircn. Offerte unter l. V besorgt die Expedition dieses Bl. Betheiligungsgesuch. Z.y.497. Ein tüchtiger, junger Kaufmann sucht sich an einem soliden Fabrikgeschäste mit einer Einlage von 10,000 fl. thätig zu betheiligen. 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Schrcinerarbsit .... 2,466 fl. Glaserarbeit. 1,453 fl. Schiofferarbeit .... 1,488 fl. Blechnerarbeit. 888 fl. Schieserdeckerarbeit . . . 818 fl. Gußwaarm.1,169 fl. Tüncherarbeit. 620 fl. Tapezierarbeit . . . . . 335 fl. 2 ) 3) 4) 5) 6 ) 7) 8 ) S) 10 ) 11 ) 12) __ zusammen 35,742 fl. Pläne, Voranschlag und Akkordhedingungeu können täglich bei Unterzeichneter Stelle — Bergheimerstraße Nr. 47 — «ungesehen werden. Die Angebote sind nach Prozente» der Voranschlagssummen für die einzelnen Arbeiten zu stellen, und längstens bis Montag den 8. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, mit genauer Bezeichnung ocr Arbeiten auf den Aufschriften, versiegelt unv portofrei dahier cinzureichen, zu welcher Zeit auch die Soumissionseiöffnung statt- findcn wird. Dabei wird bemerkt, daß den Angeboten Zeugnisse über tüchtige Leistungsfähigkeit beizulegen sind. Heidelberg, den 27. Juni 1867. Großh. Elscndahn-Hochdau-Jnspektion. I. A. d. B. Pluck. Henccka. Z.Y.406. Nr. 5595. Salem. Hosguts-Verpachtung. Der mit Martini d. I. pachlfrei werdende Kameralhos Ludwig-Wiihelms-Hos zu Hallendorf, Gemeinde Mühlhofen, etwa 15 Minuten von der Landstraße von Salem nach Meersdurg und Ucberlm- gcn entfernt, bestehend aus den ersvl verliehen Wohn- und Oekonomstgebäuden, sowie aus 140 Morgen 65 Rthn. Hosrailhe, Gärten, Wiesen und Ackerfeld, wird am Samstag den 13. Juli d. I., Bormiltags 10 Uhr, auf dem Hofe selbst auf 12 Jahre öffentlich in Pacht gegeben; wozu Pachtlustige mit dem Ansügen eingeladen werden, daß fremde Steigerer legale Vermögensund Leumundszeugnisse beizubringen haben. Das Gut, auf welchem sich 458 Obstbäume befinden , bietet bei seinrr Lage in der Mitte zwischen den beiden Marktßätten Ueberlingen und Markdors und bei der Nähe der Landst.aße, sowie des Bodensee'S leichte Gelegeiih-it zum Absätze der Erzeugnisse, so daß ein strebsamer Landwirlh ein gutes Auskommen finden wird. Mit dem Gute werden dem Pächter ein entsprechender Futter-, Stroh- und Düngcrvorrath, sowie 54 Morgen Andlum übergeben. Die Pachtbe- dingungen können auch schon vor der Pachtverhandlung auf diesseitiger Kanzlei eingesehen werden. Salem, den 21. Juni 1867. Großh. markgräfl. bad. Rentamt. L u d i n. Z.y.453. R.Nr. 3439. Civ.-Kammer. Walds- hut. (Bekanntmachung.) ' Die Ehefrau des Simon Netzhammer von Erzingen, Nothpurga, geborne Huber, hat gegen ihren Ehemann eine Ver- mögcnsabsonderungsklage erhoben. Zur mündlichen Verhandlung ist Tagsahrt auf die am Samstag den 21. September d. I., Vormittags 8 Uhr, beginnende Gerichtssitzung anberarrmt; waszurKennt- nißnahmc der Gläubiger bekannt gemacht wird. Waldshut, den 24. Juni 1867. Großh. bad. Kreisgericht. Schneider. Mündel. Z.v.929. Nr. 11,617. Müllheim. (Gant, edikl.) Gegen den Nachlaß des Schiffers Marx Vierte von Neuenburg haben wir Gant erkannt, und cs wird nunmehr zum Richtigstellung«- und Vorzugsverfahren Tagsahrt anberaumt auf Mittwoch den 17. Juli d. I., Vormittags 8 Uhr. Es werden alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasic machen wollen, aufgefordert, solche in der angesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich ihre etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, sowie ihre BewetSurkunden vorzulegen, »der den Beweis durch andere Beweismittel anzutreten. In derselben Tagfahrt wird rin Massepfleger'stmd ein Gläubigerausschuß ernannt und «in Borg - oder Nachlaßvergleich versucht werden, und r« werden in Bezug aus Borgvergleiche und Ernennung des Masse- pflegerS und Glaubigerausschusse« die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Die im Auslande wohnenden Gläubiger haben längstens bis zu jener Tagfahrt einen dahier wahnend Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigung«.. zu bestellen, welche nach den Gesetzen der Patter selbst geschehen sollen, widrigenfalls alle weitern Verfügungen und Erkenntnisse mit der gleiche« Wirkung, wie wenn sie der Partei eröffnet wären, nur an dem Sitzungrotte des Gerichts angeschlagen würden. Müllheim, den 20. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. Löwenstetn. Wolpert. Z.v.931. Nr. 6261. Tribcrg. (Ausschluß- erkcnntniß.) In der Gant der Ehefrau de» Gregor Haberstroh, Theresia, geh. Binder, von Schonach werden all« Diejenigen, welch« in der Schul- denrichtigstellungS-Tagsahrt ihre Forderungen nicht angemeldct haben, damit von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Triberg, den 26. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. Martin. Z.v.923. Nr. 4597. Neustadt. (Verbeiständung.) Dem Kaufmann Andrea» Ganter von Lenzkirch, z. Zt. in Freiburg, wurde im Ginn« des L R.S. 499 ein Beistand in der Person de- Wat- senrichters Johann Haas von Freiburg gesetzt, ohne dessen Beiwirkung Ganter di« dort angegebenen Rechtshandlungen giltig nicht soll vornehmen dürfen. Neustadt, den 24. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. B u l st e r. Seifert. Z.v.936. Nr. 6056. Staufen. (Verbeiständung.) Michael HIlfinger alt von Kirchhofen wurde durch diesseitige« Erkenntnih vom 21. d. M., Nr. 5893, »erbeitzandet. Staufen, den 26. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. L e i h l e i n. Z.v.984. Nr. 11,366. Waldshut. (Bekanntmachung.) Schuhmachermeister Xaver Ulmer von Waldshut wurde als Beistand iür Leonhard Voll von da im Sinne de« L.R.S. 499 aufgestellt. Waldshut, den 25. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. H v f m a n n. Z.v.362. Nr. 130. Notzingen, Amtsgericht Waldshut. (Erbvorladung.) Fridolin Ekert von Notzingen ist vor längerer Zeit nach Amerika auS- gewandert und hat seit etwa zehn Jahren keine Nachricht von sich gegeben. Derselbe ist zur Erbschaft seine« verstorbenen Vaters, des WittwerS Sebastian Ekert van Notzingen, kraft Gesetzes mitberusen, und wird aus Antrag der bekannten Erben hiermit mit Frist von drei Monaten zu dsil TheilungSverhandlungen anher vorgeladen, unter dem Beifügen, daß im Falle seines Nichterscheinen« dessen Erbtheil Denen zugethnlt würde, welchen solcher zukäme, wenn der Vorgeladene zur Zeit de» Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Görrwihl, den 15. Mai 1867. Der großh. bad. Notar Karl Langer. Z.v.937. Nr. 7807. EinSheim. (Erkedigte Aktuarsstelle.) Znr Bewerbung offen eine Ak- tuarsftelle mit einem jährlichen fixen Gehalt von 450 fl., anzutreten den ersten August d. I. Sinsheim, den 27. Juni 1867. Großh. bad. Amtsgericht. Mors. ' Frankfurt,"27. Juni 1867. StaatSpspiere. Preuß. Franks. Nassau Krhess. Bayern Sachsn. Wrtbg. Baden 5°/, Obligation. 4-/-Vo oo. b. Roths. 4°/, do. do. 3'/,°/, Staatssch. 3'/-°/, Obligation' 3°/, do. 4'/-«/,Obl.b.Rothsch. 4°/° do. 3'/-°/° do. 4°/,Obl.Rthlr.L105 5 Obligation, b. R. 4'/-°/o 1Miy „ 4'/-°/o V-Mrlg , 4° v Ijährig 4°/, V-Mrig „ 4°/o Ablös.-R. „ 3V- do. „ 5°/<>Obl.b.Rths.L105 4'/-°/o Obi. b. Roths. 4»/o do. 3 V2V0 do. 4V-"/o Obligation . 4°/o do. 3V?/o do.v.1842 G.Hess. 4°/o Obligation Brschw. !3V?/«Obl.b.R.»105 82V, P- 95 P. 88 V. P- 83V« P- 92V-P. 100V, P. 94V, b.G. 90 G. 90 G. S0V,P. 105-/- G S3V.P. 92V. G. 88V« P. 82 P. 91V-P. 83 P. jl Luxbrg. Oesterr. Rußld. Finnld. Belgien Italien Schwd. Schwz. N.-Am. 4°/«O.Fr.ü28kr.b.R. 4V«do.ü105kr.b.R. 5°/«Met.i. S. b.R. 5V, do. 1852 i. Lst. 5°/« do. 1859 „ „ 5»/o do. 1864 „ „ 5°/« Met. v. 1865 V, 5°/° Nat.-A. 1854 5°/» Met.-Obligat. 50/0 do. 1852C.b.R. 5°/« do. steuerst. 66 4V-Vo Met.-Obligat. 5VoObl.inL.üfl.12 4V-VoOb.i.R.ü105 4V-°/°Pfdb.i.R.L105 4V-V»O.i.Fr.ü28kr. 5°/oLomb.i.S.b.R. 5°/„Venet.C.b.R.V, 4V-V° O. i. R. Ü105 4V,V°do.i.L.ü12fl. 4Vr°/oMf.l.R.ü105 4VrV°EL.i.Fr.ü28 4V-"/»Bern. Std.-O. 4°/, d«. 5°/l>Gf.St.-O.Fr.28 6VoSt.i.D.r.1881 6"/o do. r.1882 ksr voLvpt. 80 P. 80V« P. 69 V. P. 63 V. P. 62 G. 66V. P. 55 V, b.G 49V« bez. 41V« G. 86V« P. 82V-P. NL 71V-bez. 85V-P. 100-/, G. 94V. P. 85 G. 77V« M 77V« bez. 3V-°/«PreußtPr.-A. Kurh.40Thlr.Lb.R. Naff.25-fl.-L. b. R. 3°/M.Hmb.v.1866 4«/,Bayr.Präm.-A. Bad. 35-fl.-Loose Gr.Heff.50flL.b.R. » ^25fl. ^ ff ^ Ansb.-Grmzenh. L. OestL50fl.b.R.1839 250fl. „ 1854 100fl.PrL.1858 L00fl.v.186(st/i . IMfl.v.1864 Schweb. Rthlr. 10L. Sard.36-Fr.-L.b.N. Mail.45-Fr.-L.b.R. 2'/»Lütt.PrL.b.G. Diverse Aktien, Eisenbahn-Aktien und Prioritäten. 3°/o Frankfurter Bank 3Vo Oesterr. Bank-Aktien 5°/« „ Cred.A.i.O.W. 5"/« Pfdbr. d. österr. Cred.-A. 3"/o Bayer. Bank L fl. 5M 4V«Pfandbr. d. bayr.Hyp.-B. 4Vo Darmst. B.-A. ä fl. 250 4V<> Weimar. Bank-Aktien 4°/« Mitteld. Cr.-A. L100 Th. 4"/« Luxemb. Bank-Aktien Rhein-Nahe-Bahn Thlr. 200 Taunusbahn-Aktien ü fl. 250 3 V-°/o Frankf.-Han.-Eisnb.-A. 4 V-Vo Franks.-Han. Prior.-O. 4Vo Bfandbr. d. Frkf. Hyp.-Bk. 50 /oOesterr. >L>iaats-Eisenb.-A. bVoElisab.-B. fl. 200 pr.St-V« 5°/, Bohm.-Westb.-M. fl. 200 4"/o Ludwh.-Bexb. Eisenbahn 40/, Neustadt-Dürkheimer 4V-V°Pflz.Maxbahn b.Roths. 4V,V« Bayr. Ostbahn-Attim 690 P. 180'/-bez. 84V. b.G. 90V-P. 208 P. 107'/- 222-/-bez. 114V-P. 1bOV«P. 107V, P. 118V. P. 4Vo Hess- Ludwigsbahn 3Vo Oester. St.-Elsnb.-Pttor. 3°/uOeft.Süd.St.u.Lom.EB. 3°/oLiv.E.D.LD.Fr.ü28kr. 50/gTosc. Cmtr.-Eisb.-Pnor. 4V-°/°Rhein-Naheb.Pr.-Ob. 3°/«Deutsch.Phönix20°/g „ Frkst. Rückvers.-A. 10°/« , Frankf. Vereins-Kasse 5"/oElisabechbahn-Prior. V, 5°/g do. neueste Emiff. , 5°/«BLH.W.-B.P.i.S.b.R., 5VoGalz.CarlLdwb.PrL. „ 5°/oSchweiz.C.P.b.R. ü 28kr. 4V,°/oHess. Ludwigsb.-Prior. 5°/oOcstrLld. I.PrL. i-Silb. b°/° ff . 2. „ , . 4V-VoLudwh.-Berd.Pr.-Obl. 4°/- - - . 4"/oSudd.Bnk.-A. 40°/«Einz. 4V-°/oBayr.Ostb. 50°/, , 4°/, Pfalz. Nord». 15°/, . 127°/« P. 49'/« P- 45V« P. 31V, bez. 47.'/-P. 73°/, P. 70-/. P. 75'/. P. 78'/. G. 102. G. 95V. P. 90V. P. AnlehenS-Loase. Wechsel-Kurse. 54«. 34V- P. 80-/. P. 99-/. P. 52-/. P. 143 P. 38 G. 11V« P. 117'/. P. 64'/. P. 123 P. 72-/. bez, 74'/. P. 10 P. 69 G. Amsterdam Antwerpen Augsburg Berlin Bremen Brüssel Cöln -Mg London Mailarrd München Paris k.S. 100-/, B. „ 94'/« B. „ 108 B. ff 105V. B. - 97-/. B. . 94'/« B. . «5'HB. » 88V, B. , 105-/« B. . 119'/, B. Wim 60 LSOT. r.S. Disconto > 99-/« B. 94-/« G. S4V. G. '3°/,G. Gold und Silber. .fl. 145-45'/. .Frd'or.ff 957-58 Preuß , Pistolen , 944-46 doppelte, 945-47 * HvL1v-D.-St. „ 95V-52 Nand-Ducat. , 533-35 20-Frankmst. ff 928-29 Engl. Dover. „1152-56 Ruff. Jmper. , 945-47 Gold rr.gullpfd. „ — — Me österr. 2Ä. „ — — " i-20r. . — — ch.SW.p.A»st., — — oll. in Gold ff 227'/,-28-/ Druck und Verlag der G. Braun'schen Hosbuchdruckerei.