Karlsruher Zeitung. Donnerstag, 23 Februar. N L«. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl-, vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briesträgergebsthr eingeschloffen, L fl. 3 kr. u. 2 fl. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 2 18 «S. Telegramm. 1- Neu-Bork, 11. Febr. Ltncoln und Davis haben Berichte über die Frieden skonferenz bei Fort Monroe veröffentlicht. Aus beiden geht hervor, daß Lincoln unbedingte Unterwerfung des Südens forderte. Grant' s linker Flügel wurde theilweise zurückgeworfen. Gerüchte wollen wissen, daß Charleston geräumt und Branchville genommen sei. Dian versichert, die Kavallerie des Generals Thomas marschire auf Mobile. Gold 204V„ Wechsel 226'/., Bonds 110, Baumwolle 86. Abends, 10 Uhr. Gold 205°/«, Bonds 109^. Deutschland. Karlsruhe , 22. Febr. Seine Königliche Hoheit Prinz Alfred von Großbritannien ist heute Nachmittag 2 Uhr 3 Min., von Bonn kommend, zum Besuch der Großherzoglichen Familie dahier eingetroffen. Karlsruhe, 22. Febr. Die Maßlosigkeiten der Blätter, welche der extremen Partei, die sich als die wirklich katholische zu bezeichnen beliebt, zu Willen sind, konnten von der großh. Regierung bisher unbeachtet gelassen werden. Es war derselben allzu werthvoll erschienen, dem badischen Volk das kostbare politische Gut einer völlig unbeschränkten Preßfreiheit zu bewahren. Zn dem Streben, zu dem Gebrauch dieser Freiheit zu erziehen, hat sie die ausgedehnteste Duldung auch da geübt, wo sie die Tendenzen nicht mißkennen konnte, die sich kundgaben. Die Motive dieser Nachsicht sind mißdeutet worden. Die großh. Regierung bedauert, daß die leidenschaftliche Verirrung einer gegen die freiheitliche Entwicklung des Landes feindlichen Partei zu den Uebeln, welche sie derselben bereits bereitet hat, auch die Veranlassung zu einer gerichtlichen Verfolgung von Preßausschreitungen gegeben hat. Die Pflicht zu rücksichtslosestem Einschreiten ergab sich mit dem Augenblick, in welchem die Bestrebungen dieser Partei sich auf Ziele richteten, welche mit jeder Staatsordnung unvereinbar sind, und sowie deren Organe sich nicht scheuten, zu aufreizender Entstellung der Absichten der Regierung auch noch unwürdige Angriffe gegen die allerhöchste Person des Landesherrn selbst hinzuzufügen. Je mehr die Regierung die volle Freiheit der Presse will, um so nachdrücklicher wird sie fortan strafen müssen, wo die Schranken mißachtet werden, ohne welche keine Freiheit besteht. Kaiserslautern, 16. Febr. (Schw. M.) Am 13. l. M. hat das königliche Appellalionsgericht der Pfalz ein Urtheil erlassen, wodurch den Gerichten alle und jede Kompetenz zur Schlichtung von Streitigkeiten wegen religiöser Erziehung von Kindern aus gemischten Ehen abgesprochen wird, selbst wenn Verträge oder sonstige Rechtstitel bestehen. O Stuttgart, 21. Febr. Zn der Ersten Kammer wurde heute dem neuen Pensionsgesetz, so wie es aus der Berathung der Zweiten Kammer hervorgegangen, einstimmig zugestimmt, so daß dasselbe nach erlangter Sanktion des Königs Gesetzeskraft erlangen kann. — In der Zweiten Kammer beantwortete heute der Minister des Znnern, v. Geßler, die Interpellation des Abg. Golther wegen Abschließung eines Niederlassungsvertrags mit der Schweiz dahin, daß er schon im November v. I. an den Hrn. Minister des Auswärtigen den Antrag hiezu gestellt habe. Am 30. Nov. v. I. habe sodann Se. Maj. der König die Ermächtigung zu Anknüpfung diesfallfiger Verhandlungen ertheilt, die dann auch im Dezember eröffnet wurden. Man habe sich darüber verständigt, den badischen Vertrag mit der Schweiz im gleichen Betreff zur Grundlage zu nehmen. Am 1. März werden Bevollmächtigte der Schweiz zur Unterhandlung eines Handelsvertrags hier eintreffen, und auch für diese Frage bevollmächtigt sein, wo alsdann die Sache weiter werde verhandelt werden. In fortgesetzter Berathung des Etats des Ministeriums des Innern wurden verwilligt: Für Gefangenentransport jährlich 30,000 fl., für die polizeilichen Beschästigungsanstal- ten in Vaihingen und Rottenburg jährlich 9000 fl., Medizinalpolizei, Staats-Irrenanstalten zu Winnenthal und Zwiefalten für 3 Jahre 94,873 fl., Privat-Jrrenanstalten jährlich 15,000 fl., Epidemie- und Epizootiekosten jährlich 10,000 fl., für die Hebammenschule in Stuttgart jährlich 12,000 fl., für orthopädische Heilanstalten jährlich 1200 fl. Landwirthschaft. Ordentlicher Aufwand der Zentralstelle für die Landwirthschaft jährlich 36,400fl. Kostendes landwirthschaftlichenFestes in Kannstadt jährlich 4850 fl. Für die Pferdezucht. Landgestüt, ordentliche Exigenz jährlich 78,525 fl., außerordentliche jährlich 6789 fl. 45 kr. (zu Bauten), Prämien für vorzügliche Privat-Zuchtpferde jährlich 1950 fl.; Gewerbe und Handel, ordentliche Exigenz jährlich 63,000 fl., außerordentliche Exigenz für Beschickung der Ausstellungen zu Wien 1866, zu Paris 1867, und zu Veranstaltung einer württem- bergischen Landes-Jndustrieausstellung 30,OM fl. - Bedarf der Straßenbau-Verwaltung für 1864/67 im Ganzen 2,051,298 fl. 57 kr. Der Hr. Minister stellt eine Nach- exigenz von 350,MO fl. in Aussicht. Die Kammer beschließt ferner, den Straßeüwarten eine Zulage gewähren zu wollen, wenn die Regierung hiefür eine Exigenz einbringe. Neckarschifffahrt auf 3 Jahre 42,3M fl. Flußbau jährlich 40,MO fl. Zur Beförderung von Schießübungen und Schützengefellschas- ten jährlich 2M0 fl. Koburg, 18. Febr. (Lpz.Ztg.) Heute ist der Geh. Staatsrath v. schwendler in sein Amt allhier eingewiesen worden, nachdem er schon vor einigen Tagen vor dem Herzog zu Gotha verpflichtet worden. Aus Mecklenburg, 19. Febr. Wie bereits erwähnt, hatten vor einiger Zeit etwa 2M Maurer- und Zimmergesellen eine Petition um Einführung der Gewerbefreiheit an das Staatsministerium gerichtet, als deren Verfasser sich Baurach Schlemmer, ein hochgeachteter und unter dem Handwerkerstand großes Vertrauen genießender Beamter, bekannte. Die Petition ist jetzt vom Staatsministerium abgeschlagen worden. Berlin, 20. Febr. (Fr. I.) In der heutigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten wurde, nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten, in der Berathung des Gesetzentwurfs über die Errichtung von Gebäuden in der Nähe der aus dem linken Rheinufer der Rheinprovinz belesenen Waldungen fortgefahren. Die Regierungsvorlage will die gegen die Errichtung von Gebäuden in der Nähe von Waldungen auf dem linken Rheinufer in der Rheinprovinz bestehenden, gar zu weit gehenden Beschränkungen für die Zukunft dahin mildern, daß in der Umgebung von Waldungen, welche eine zusammenhängende, mindestens 500 Morgen enthaltende und dem Staate, dm Gemeinden oder öffentlichen Anstalten gehörige Waldfläche bilden, die Errichtung neuer Gebäude, wenn das betreffende Gebäude 60 Ruthen oder weniger vom Waldrande entfernt liegt, beziehungsweise zu liegen kommt, nur nach vorgängiger Genehmigung des Plenums der Bezirksregierung soll erfolgen dürfen, welche zuvor darüber sowohl dm Bauherrn al« den Waldeigenthümer hören muß. Die Kommission will die Errichtung von Gebäuden in der Nähe von Waldungen überhaupt gar keiner Beschränkung mehr unterworfen wissen und schlägt in diesem Sinn einen Gesetzentwurf behufs Aufhebung aller im gegen- theiligen Sinn etwa noch bestehenden Bestimmungen vor. Die Regierung erklärt sich gegen diesen Antrag; werde derselbe angenommen, so werde es einfach bei den alten Bestimmungen bleiben. Die Erhaltung eines Schutzgürtel- um die Wälder sei in jenen LandeStheilen durchaus unerläßlich, sowohl au« forstwirthschaftlichen, als auch au» landespolizeilichen Gründen. Ein Amendement der Abgeordneten v. Ernsthausen und v. d. Heydt hält einm Schutzgürtel von nur 20 Ruthen für genügend, und wünscht außerdem, daß da- Gesetz nicht blos für die betreffenden LandeStheile auf der linken Rheinseile der Rheinprovinz, sondern für den ganzen Bezirk des Appellation»- Gerichtshofes zu Köln erlassen werde. Dies beantragt auch ein Amendement des Abg. Reiche nsp erg er, welches außerdem aber auch noch verlangt, daß in dem 8 1 des Gesetze« anstatt: .500 Morgen" geletzt werde: „800 Morgen". Der F i n a n z m in i st e r spricht sich Namens der Staatsregierung dahin aus, daß aus ein« Verminderung des Schutzgürtels auf 20 Ruthen Breite nicht «»gegangen werdm könne; mit den beiden andern Punkten sei die Regierung dagegen einverstanden. Abg. Reichensperger zieht sein Amendement zurück, während Abg. vr. Lette beantragt, daß statt „500 Morgen" gesetzt werde: „1000 Morgen". Das Haus tritt dem und dem v. Ernsthausen' scheu Antrag bei. Die Abstimmung ist jedoch nur eine eventuelle, und es ersvlgt bei der schließlich«,, definitiven Ab- stimmung die Annahme des Kommiss,onsantrags. Die Kommission für Handel und Gewerbe stellt den Antrag : Da« Haus der Abgeordneten wolle beschließen: der k. Staatsregierung die vollständige Durchführung doppelter Bahnqeleis« auf allen, große Verkehrslinien bildenden Staats-Eisenbahnen, sowie die Verlegung der Verbindungsbahn in Berlin nach dem jetzigen Umfang der Stadt hin zu empfehlen, im klebrigen aber hie von dem Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentlich« Arbeite« vorgelegte Uebersicht über den Fortgang des Baues, bezw. die Ergebnisse de« Betriebs der preußischen Staats-Eisenbahnen im Jahr 1863, unter Anerkennung der gewonnenen Resultate, sür erledigt zu erachten. Abg. Graf Schwerin hat den Antrag eingehracht, die Berathung über die Eisenbahn-Vorlagen auf 14 Tage auszusetzen. Das Haus nimmt den Antrag an. * Berlin, 21. Febr. Der König leidet an einer Unpäßlichkeit, die übrigens nichts Beunruhigendes hat. Se. Maj. ist von einem leichten Schnupfen ergriffen, der zwar einige Vorsicht gebietet und den König hindert, das Haus zu verlassen, ihn jedoch nicht abhalten kann, im Palais den Regierungsgeschäften obzutiegen. — Das Unwohlsein des Grafen Eulen bürg hat sich in so fern aufs neue gesteigert, als derselbe wahrscheinlich während dieser Woche gehindert ssin wird, den Sitzungen des Abgeordnetenhauses beizuwohnen. Die „Zeidler. Korresp." schreibt heute: Die preußische Depesche, in welcher die Regierung ihren Anschauungen über die künftigen Leistungen derHerzogthitmer eine genauere Formulirung gibt, liegt noch im Kabinet, wird jedoch binnen kurzer Frist nach Wien abgehen. Wie wir schon oft in der Lage 'Lx. Air Gkijiertlutschr. (Fortsetzung aus Nr. 33.) Er sprach mit Bitterkeit und, nachdem er so sich ausgesprochen hatte, verfiel er einige Minuten wieder in Schweigen. Dann erhob er das Haupt aus dm Händen und setzte mit veränderter Stimme und Art hinzu: „Ich, Herr, gönnte mir Ueberlegung, sorschte, glaubte, und schämte mich nicht, meine lkeberzeugungen der Welt auszusagen. Auch mich brandmarkte man als einen Phantasten, stellte mich meinen Zeitgenossen zum Lachen hin, und vertrieb mich mit Geschrei aus dem Feld der Wissenschaft, auf dem ich mit Ehren während der letzten Jahre meines Lebens unermüdet gearbeitet halte. Das Alles geschah vor dreiundzwanzig Jahrm. Seitdem habe ich gelebt, wie Sie mich jetzt leben sehm, und die Welt hat mich vergessen, wie ich sic. Da haben Sie meine Geschichte." „ES ist eine recht traurige," murmelte ich, um eine passende Antwort verlegen. „Es ist «ine recht gewöhnliche," erwiederte er. „Ich habe nur für di« Wahrheit gelitten, wie schon mancher bessere und weisere Mann vor mir." Er stand auf, als wünsche er dem Gespräch ein Ende zu machen, und trat an'« Fenster. „Das Schneien hat aufgehört," bemerkte er, wie er den Vorhang fallen ließ, und kam wieder zum Kamin. .Aufgehört!' rief ich, eifrig aufspringend. .Oh, wenn es nur möglich wäre — Doch nein l es ist keine Hoffnung.. . . Selbst wenn ich meinen Weg über'» Moor finden könnte, so vermöchte ich doch zehn Stunden heute Nacht nicht zu gehen." „Zehn Stunden heute Nacht gehen I" wiederholte mein Wirth. .Wo denken Sie hin?" . »An meine Frau," versetzte ich, ungeduldig. „An meine junge Frau, die nicht weiß, daß ich mich verirrt habe, und die sich in diesem Augenblick zu Tod ängstigt." .Wo ist sie?" .In Dwolding, zehn Stunden weit." „In Dwolding," wiederholte er, nachsinnend. „Ja, die Entfernung beträgt zehn Wegstunden; doch — liegt Ihnen denn so sehr viel daran, die nächsten sechs oder acht Stunden zu gewinnen?" .So viel, so viel, daß ich in dem Augenblick zehn Gnineen sür einen Führer und ein Pferd gäbe." .Ihr Wunsch kann wohlfeiler besriedigt werden," sagte er, lächelnd. .Die Nacht-Postkutsche, die in Dwolding Pferde wechselt, kommt dritthalb Wegstunden von hier vorbei und trifft an einer gewissen Straßenkreuzung in etwa fünfviertel-Stunden ein. Gieuge Jakob mit Ihnen über da« Moor und brächte sie auf die alte Poststraße, so fänden Sie wohl ihren Weg dorthin, wo sie in die neue einläuft?" „Leicht — gern." Er lächelte abermals, schellte, gab dem alten Diener seine Weisungen, holte eine Flasche Whisky und ein Weinglas aus dem Schrank, in welchem er seine Chemikalien ausbewahrte, und sagte: .Der Schnee Uegt tief, und das Gehen über da« Moor heut' Nacht wird ein schweres Stück Arbeit sein. Ein Glas Usquebaugh, ") ehe Sie aufbrechen?" Ich hätte das geistige Getränk gern abgelehnt, er drang e« mir aber auf, und ich trank eS. E« lief mir die Kehle wie flüssige» Feuer hinab und benahm mir fast den Athem .Er ist stark," sagte er, .er wird Sie aber vor der Kälte warm halten helfen. Und nun haben Sie kein« Sekunden übrig. Gute Nacht, denn!" ") Bekanntlich ein Korn- oder Gerstenbranntwein in (Nord-) England, Schottland und Irland: Der gälische Name (— .scharfes Wasser") Englisch in Whisky verkürzt." D. Eins. Ich dankte ihm für seine gastfreie Ausnahme, und hätte ihm die Hand gedrückt, allein er hatte sich fortgewendet, eh« ich meinen Satz auSreden konnte. In der nächsten Minute hatte ich den Vorraum durchschritten, Jakob die äußere Thür hinter mir geschlossen, und hinaus ging's auf das weite weiße Moor. Obwohl der Wind sich gelegt hatte, war e« doch noch bitter kalt. Nicht ein Stern glimmerte im schwarzen Himmelsgewölbe drohen. Nicht ein Laut, außer dem raschen Knirschen des Schnee'» unter unser» Füßen, störte die schwere Stille der Nacht. Jakob, der an seiner Sendung nicht sonderlich Gefallen fand, schlenkerte in verdrießlichem Schweigen vor mir her, die Laterne in der Hand, und seinen Schatten sich zu Füßen. Ich folgte ihm, mein Gewehr über der Achsel, und so wenig zu einer Unterhaltung geneigt, wie er. Mein gewesener Wirth gab mir vollauf zu denkm. Seine Stimme klang mir noch in den Ohren. Seine Beredtsamkeit hielt noch meine Einbildungskraft gefesselt. Bi« auf den heutigen Tag erinnere ich mich mit Verwunderung, wie mein über-ausgeregte« Gehirn ganze Sätze und Theile von Sätzen, Scharen glänzender Bilder, und Bruchstücke einer herrlichen Gedankenentwicklung ganz in denselben Worten behielt, in denen er sie ausgesprochen hatte. So über da» Gehörte nachsinnend und da und dort ein verlorene» Verbindungsglied mir zurückzurufen bemüht, schritt ich dicht hinter Meinem Führer her, vertieft und ohne äußere Acht. Da — am Ende, wie mir bäuchte, nur weniger Minuten — blieb er mit den Wortm plötzlich stehen: .Dort geht Ihre Straße. Halten Sie sich immer an der Steineinfassung rechts, und Sie können den Weg nicht fehlen." „Dar, als«, ist dir alte Postkutschenstraße?" .Ja, 's ist di« alte Postkutschenstraße." „Und wie weit habe ich zu gehm» bi« ich an die Straßenkreuzung komme?" „Nahzu anderthalb Stunden." Ich zog meine Börse, und er wurde mittheilsamer. (Forts, folgt.) gewesen find, für die Aufrichtigkeit der freundschaftlichen Gesinnungen Oesterreich» Belege beizubringen, so können wir auch jetzt berichten, daß der alliirte Kaiser auf Grund einer nach Wien gemeldeten vorläufigen Analyse de« Inhalt» jener Depesche in bestimmtester Weise erklärt hat: Der Standpunkt Preußen» in jener Sache sei schon um deßhalb ein gerechter, weil Dasjenige, was Preußen bezwecke, zugleich der Erhöhung des deutschen Ansehen» zu Gute komme. s Berlin, 21. Febr. Vergebens war hier eine sehr gespannte Erwartung auf die zum nächsten Mittwoch in Aussicht gestellten Verhandlungen des Ab ge ordneten!) aus es gerichtet. Die aus Antrag des Abg. Grafen Schwerin in der gestrigen Sitzung des Hauses beschlossene Verschiebung der Plenarberathungen über die Eisenbahn-Vorlagen auf vierzehn Tage soll durch ein Abkommen zwischen den Mehrheitsfraktionen herbeigesührt worden sein. Ueber die Behandlung der Sache selbst sind diese Fraktionen bis jetzt weder in sich noch unter sich einig. Namentlich ist es der vom Abg. Michaelis und 65 andern Genossen der Fortschrittspartei eingebrachte präjudizielle Antrag, welcher große Meinungsverschiedenheiten hervorruft. Bis jetzt soll keineswegs die Gesammtheit der Fortschrittspartei mit diesem Antrag einverstanden sein. Eben so wenig ist es bereits gelungen, das linke Zentrum des Hauses für denselben zu gewinnen. In dieser Fraktion besteht nach wie vor der Wunsch, die Berathung der Eisenbahn- Vorlagen möglichst bis nach Erstattung des Generalberichts der BÜdgetkommission hinauszuschieben. Wir waren irrig berichtet, als wir meldeten, die Forderungen in Bezug auf das künftige Verhältuiß der Elb Herzogtümer zu Preußen seien am Freitag von hier nach Wien abgegangen. Dies wird erst in einigen Tagen geschehen. Außer den schon erwähnten Punkten sollen in den diesseitigen Aufstellungen auch Ansprüche in Betreff der Leitung des schleswig-holsteinischen Postwesens enthalten sein. — Unter den zahlreichen früheren Offizieren des Garde- Kürassier-, bezw. des 1. Garde-Dragonerregiments, welche zu den heutigen Jubelfesten dieser Regimenter hieher gekommen sind, befindet sich der diesseitige Gesandte am k. hannoverschen Hose, Prinz zu Isenburg und Büdingen, Oberst s ia suits des 1. Garde-Dragonerregiments. Se. Maj. der König hatte zum Heutigen an beide Regimenter Glückwunsch-Schreiben gerichtet, welche beim Appell vor versammelter Mannschaft von den Regimentskommandeuren verlesen wurden. Heute Mittag empfing Höchstderselbe in Gegenwart des kommandirenden Generals des Gardekorps, Prinzen August von Württemberg, und des Stadtkommandanten Deputationen beider Regimenter. Berlin, 21. Febr. In einem Leitartikel resumirt die „Nordd. Mg. Ztg." die Stellung Preußens gegenüber den Versuchen der österreichischen und der mittelstaatlichen Presse, eine bundestägliche Anerkennung des Erbprinzen von Augustenburg als Herzog von Schleswig-Holstein zu erwirken, dahin: Ein Bundestags-Beschluß, welcher dem Erbprinzen von Augustenburg Rechte verleihen und der Krone Preußen ihre Ansprüche aberkennen würde, wäre eine Berufung auf die Gewalt. Ob Preußen einem Beschluß auf Anerkennung des Augustenburgers, sowie auf Zulassung eines Gesandten desselben am Bundestag entsprechen würde, wissen wir nicht; wir zweifeln jedoch nicht daran, daß Preußen Beschlüssen von bestrittener Kompetenz gegenüber die Herzvgthümer nicht räumen würde. Die Lösung der schleswig-holsteinischen Frage kann dem Erbprinzen Friedrich nur auf dem Wege der Verständigung mit den deutschen Großmächten gelingen; jeder Versuch, die Verhandlungen dieser Besitzer der Herzvgthümer in das Bundesverfahren zu ziehen, könnte nur zur Verschleppung der Frage führen. j-s Wie« , 20. Febr. Es mag dahingestellt bleiben, ob von Seiten Englands wirklich in neuester Zeit in Berlin Nichts geschehen ist, um sich in mehr oder weniger eindringlicher Weise im voraus gegen die Weiterführung gewisser preußischer Tendenzen im Norden der Elbe auszusprcchen; in Berlin stellt man es in Abrede. Aber um so sicherer ist es, daß das englische Kabinet, wenn auch nicht in der feierlicheren Form einer Depesche, sich über die schließlichen Zielpunkte Preußens und deren etwaige Chancen hier in Wien zu informiren versucht, und daß man hier nicht gezögert hat, zu erklären, daß Oesterreich seinen bisherigen Standpunkt festgehalten habe und festhalten werde, und daß es keine andere Lösung suche oder zulasse, als eine solche, welche den deutschen Interessen nach den Satzungen des Bundesrechts konform sei. Wie», 21. Febr. (W. K.-B.) In der heutigen Sitzung des Unterhauses wurde der Staatsvoranschlag für 1866 auf Antrag Tinti's dem Finanzausschuß für das Budget von 1865 zur Berichterstattung über die Frage: wann und in welcher Weise die Behandlung des Staatsvoranschlags (1866) vorzunehmen sei, — überwiesen. Der Abg. v. Vrints beantragt: den Finanzausschuß aufzufordern, zu berichten, ob und in wie weit mit Rücksicht auf die Erklärung des Finanzministers bei Vorlage des Voranschlags die Feststellung der Ziffernansätze für 1865 und 1866 ausnahmsweise in einer von der bisherigen abweichenden Form im Weg der Vereinbarung mit der Regierung vorzunehmen wäre. Letzterer Antrag wird der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung unterzogen. Die übrigen in der letzten Sitzung eingebrachten Finanzvorlagen werden an die Ausschüsse verwiesen. Nächste Sitzung Donnerstag. Wien, 21. Febr. (W. T.-B.) Der Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, vom Budget der Kriegsmarine 2,390,000 fl. abzustreichen. Oesterreichische Monarchie« Verona , 7. Febr. Unter diesem Datum hat Feldzeugmeister Ritter v. Benedek einen Armeebefehl' erlassen, welchem wir nach dem „Dresden. Journ." folgende Stelle entnehmen: Ein besonderes Augenmerk verdient die Verbreitung der deutschen Sprache in den Truppen, und namentlich unter den Chargen. E« darf nicht außer Acht gelassen werden, daß die deutsche Sprache die allerhöchst sanktionirte Dienstsprache in unserer Armee, und daher in sprachlicher Beziehung die Vermittlerin zwischen den verschiedenen, im österreichischen Heer vertretenen Nationalitäten ist. Die möglichste Aneignung der Dienstsprache ist somit als eine Pflicht aufzufassen, und müssen die HH. Truppenkommandanten und Offiziere mit richtigem Takt dahin wirken, daß die Chargen und Chargenschüler allmälig so weit gelangen, die Armeesprache zu verstehen und sich in derselben verständlich zu machen. Ueberhaupt aber wünsche ich das allgemeine Streben nach Bildung in jeder Hinsicht angeregt und gepflegt zu sehen, von der Bildung in Lebensart und Sitte angefangen bi» zu jener in den Geschicklichkeiten, Kenntnissen und Wissenschaften, die unser Ehrenstand speziell bedarf, und die namentlich dem Offizier in jeder Lage des Lebens zum Vortheil und zur Auszeichnung gereichen. Darauf bitte ich somit die HH. Generale und Truppenkommandanten insbesondere einwirken zu wollen, und empfehle, daß sie diesfalls zumal die jüngern HH- Offiziere an sich zu ziehen, und mehr ihr persönliches Beispiel, ihren unmittelbarm Einfluß wirksam zu machen trachten, als etwa blos theoretische Anciferungen und Belehrungen. Diejenigen HH. Offiziere aber, die sich ihre Ausbildung besonders angelegen sein lassen, find mir bei Einsendung der jährlichen Truppenrelationen separirt namhaft zu machen, und ich werde es jedem Vorgesetzten zum auszeichnenden Verdienst anrechnen, die Betreffenden selbst Sr. Maj. dem Kaiser nennen, die diesfalls vor Allem den ritterlichen Geist Pflegen, den höhern Wetteifer, die Erziehung edlerer Charaktere anregen, und die Bildung in jeder Hinsicht mit Erfolg anbahnen und durchführen werden. Italien. Turin, 18. Febr. (Köln. Ztg.) Der Senat zeigt sich geneigt, den Turinern die Genugthuung zu geben und die von der Deputirtenkammer verweigerten Debatten über die Ereignisse vom 30. Jan. aufzunehmen. Die Regierung thut, was sie kann, um dies zu verhindern; es will ihr aber nicht gelingen. Der König wird durch diese» Schritt der Senatoren nicht angenehm überrascht sein. — Die Auflösung der Kammern ist nun, nachdem die Verhandlungen über die legislative Einigung einen so raschen Fortgang nehmen, fest beschlossen. — In politischen Kreisen wird viel von Frau Rattazzi und dem Skandal gesprochen, den sie durch ihr Buch in Paris erregt hat, noch ehe dieses erschienen ist. Hr. Schneider, der Vizepräsident des Gesetzgeb. Körpers, hat beim Kaiser das Verbot des Buches durchgesetzt, dem die Entziehung der Pension gefolgt ist, da diese Klage um so mehr Eindruck auf den Kaiser gemacht hat, als Schneider es war, welcher früher der erfolgreiche Fürsprecher dieser Dame beim Kaiser gewesen und die Rückgabe der schon einmal verwirkten Pension bewerkstelligt hatte. sHr. „Tailleur", der Held des unsaubern Machwerks der Frau Rattazzi-Solms, ist kein Anderer, als der durch Uebersetzung des Wortes ins Deutsche leicht erkennbare vormalige Fürsprecher dieser Dame.) Frankreich. L Paris, 21. Febr. Wie bereits bemerkt, haben die Oppositionsmitglieder eine Kommission niedergesetzt, unl die Amendements zur Adresse zu redigiren. Außerdem wurde in der letzten Versammlung bei Hrn. Marie beschlossen, die auswärtige Politik möglichst bei Seite zu lassen, um sämmtliche Kräfte auf die innern Angelegenheiten zu konzen- triren. Dieser Beschluß veranlaßte das ganz unbegründete Gerücht, daß Hr. Thiers (welcher nebst Berryer der Versammlung beiwohnte) darauf verzichtet habe, über die September- Konvention zu sprechen. — Der Zustand des Hrn. v.Morny hat sich eher verschlimmert, als gebessert, und man hofft kaum mehr, daß er die Adreßdebatten wird leiten können. — Im Konferenzsaal des Palais Bourbon wird die Noihwendigkeit von Budgetersparnissen lebhaft erörtert; Viele der Abgeordneten erklären, ihren Kommittenten deßfallsige Zusagen gemacht zu haben und die erzielten Reduktionen seien weitaus unzureichend. — Die von der Regierung für 1865 verlangten Supplementarkredite belaufen sich auf 75 Millionen. Hr. Candido Juanico, bevollmächtigter Minister der Republik Uruguay, der den Auftrag hat, die Intervention Napoleon's III. in dem Konflikt mit Brasilien nachzusuchen, ist, von 2 Gesandtschaftsattachees und einem Sekretär begleitet, gestern in Paris eingetroffen. Dem Vernehmen nach hat die französische Regierung der italienischen.wissen lassen, daß sie den 6. Februar, Tag der Abreise V. Emanuel's nach Florenz, als Ausgangspunkt der zweijährigen Frist für die Räumung Roms festgesetzt habe. — Heute, 21., gibt der König seinen ersten Ball im Pallast Pitti. Die nächste Woche wird Se. Majestät in Mailand zubringen und dann auf wenige Tage nach Turin kommen. — Die Antwort des Kardinals Anton elli auf die Depesche des Hrn. Drouin de Lhuys, Msgr. Chigi betr., ist eingetroffen. Die „Patrie" erfährt, daß diese Depesche der Regierung des Kaisers alle Genugthuung gewährt, welche man vom römischen Hofe zu erwarten berechtigt war. — Der Kaiser hat den Erzbischof von Paris für sein Hirtenschreiben über die Encyclica beglückwünscht. — Der Sohn des Vizepräsidenten Schneider beabsichtigt gegen Frau Ratazzi (Solms) wegen des ehrenrührigen Romans „lln marlsZo äo Oröois" einen Prozeß anhängig zu machen. Die B.örse war sehr flau. Rente wich auf 67.25, ital. Anl. fiel bis auf 64.80, — man spricht fortwährend von einer neuen ital. Anleihe für nächsten Monat, und von Absendung von Verstärkungen nach Mexiko. Credit-Mob. bleibt 935 mit abermals 30 Fr. Baisse. Spanien. * Madrid, 18. Febr. In der gestrigen Sitzung der D e- putirtenkammer kam es zu einem ziemlich heftigen Auftritt zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Hrn. Cam- poamor, der mit Bitterkeit die ministerielle Politik und besonders das „schmäliche Aufgeben St. Domingo's" tadelte. Man spricht hier von Tapferkeit — rief Marschall Narvaez aus — man spricht von der Würde Spaniens, man spricht von der Ehre der Fahne, und ich, ich sage, daß der Mann, welcher es verstanden hat, die Ehre der Fahne so hoch zu halten, al» irgend Jemand in Spanien , wie ich e» gethan, auf diese Tribüne treten kann, um da zu sagen, wa» sich für die Nation und den Staat schickt. Die Tapferkeit besteht nicht darin, im Kongreß Worte zum Besten zu geben, welche die Beredsamkeit oder Improvisation irgend Jemanden eingeben, der gern widerhallende Worte zu hören geben mag. Es ist sehr leicht, hier von Tapferkeit, von Ehre, von der Fahne und von der Würde Spaniens zu sprechen; was minder leicht ist, ist Proben davon abzulegen, ist diese Tapferkeit zu zeigen, wie ich es ehedem gethan habe. Ich will Hrn. Campoamor sagen, wie man spanische Tapferkeit zeigt. Bei der Affaire von Arlaban, wo sich die vier Armeen der vier Nationen befanden, die am Vertrag der Quadrupelallianz Theil genommen hatten, wurde mir besohlen, mit zwei fran- zöstschen Bataillonen und zwei Bataillonen des Regiments .Prinzessin' das Feuer zu eröffnen im Augenblick,.als die ganze Karlistische Armee sich in Schlachtordnung aufstellte. Ich ließ die beiden französischen Bataillone defiliren, ich ließ sie Halt machen mit geschultertem Gewehr, und ich wandte mich an General Conrad, der sie kommandirte, und sagte ihm: Ich will Ihnen zeigen, daß wir Spanier, um unsere Freiheit und Unabhängigkeit zu vertheidigen, keiner andern als spanischer Waffen bedürfen. Und darauf griff ich unter den Augm der Franzosen die ganze Karlistenarmee an; ich fiel verwundet und ohne Bewußtsein. Es gibt in diesen Räumen Personen, welche sich erinnern werden, mich so gesehen zu haben. (Sehr gut!) Und Männern, die solche Opfer und noch viele andere gebracht haben, will man einen zweideutigen Ausdruck vorwerfen. Was wollen Sie sagen? Setzen Sie etwa eine Feigheit voraus? — Feig ist Derjenige, der sie gedacht hätte! Hr. Campoamor verlangte, daß diese Worte des Ministerpräsidenten in das Protokoll mit ausgenommen werden sollten. Der Kammerpräsident räumte allerdings das Recht hiezu ein, fragte aber dennoch den Ministerpräsidenten, ob er die so eben gesagten Worte aufrecht erhalte. Dieser sagte, daß, falls Hr. Campoamor den Gedanken des Wortes Feigheit gehabt habe, er bei seinen Worten bleibe, sie andernfalls aber zurücknehme. Hr. Campoamor sagte darauf: Ich appellire an das edle Herz des Hrn. Ministerpräsidenten, und ich frage ihn, die Hand aufs Herz, ob er mich fähig halten könnte, an seinem Herzen zu zweifeln. Der Präsident erklärt durch diese Erklärung den Zwischenfall für beseitigt. * Madrid, 20. Febr., Abends. Marschall Narvaez theilte der Deputirtenkammer einen Gesetzentwurf, das von der Königin Jsabella beschlossene Aufgeben ihres Vermögens zum Vortheil des Staates betr., vor. Dies Projekt wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Kammer ernannte eine Kommission, die der Königin danken sollte. Zahlreiche Abgeordnete haben sich der Deputation angeschlossen , welche heute Abend um 6 Uhr empfangen wurde. Ihre Maj. sagte, daß, da sie sich als die Mutter der Spanier betrachte, sie die Erste sein wolle, sich für die Nation aufzuopfern. Dänemark. Kopenhagen, 15. Febr. (Nat.-Ztg.) Der Minister des Innern hat gestern dem Reichstags-VolkSthing einen Gesetzentwurf vorgelegt, betreffend die Anlage einer Eisenbahn durch das südliche Jütland von der östlichen Eisenbahn-Station Vamdrup nach der Ortschaft Strandby auf der Westküste, sowie betreffend die Anlage eines Hafens an dem letztem Orte. Die Baukosten werden zu 2,350,000 Thlr. dänisch oder zu 313,000 Thlr. pro Meile veranschlagt, und es heißt in den Motiven: „Mit dem Herzogthum Schleswig hat Dänemark das Verfügungsrecht über die für den dänischen Handel so wichtigen Wege durch dieses Herzogthum verloren, und die Regierung hat in Folge dessen sofort die Frage in Erwägung ziehen zu müssen geglaubt, ob nicht neue Wege zu eröffnen sein würden." Eine zweite Stelle lautet: „Sollte es gelingen, durch diese Anlagen einen direkten Handel zwischen Dänemark und den Nordsee-Ländern, namentlich mit England, herbeizuführen, so werden sie dem Land unberechenbare Vortheile bringen. Sollte es nicht gelingen, so werden sie wenigstens dazu beitragen, daß man, um nicht'eine für die Interessen Schleswigs bedenkliche Handelsverbindung zu veranlassen, von schleswig'scher Seite den Handelsverkehr mit Dänemark begünstigt." — Zu der morgen im Volksthing des Reichsraths beginnenden zweiten Behandlung des Verfassungsentwurfs sind nicht weniger als 107 Aenderungs- vorschläge gestellt worden, welche überwiegend die Zusammensetzung des künftigen Landsthings, das Fortbestehen jährlicher Finanzperioden und Reichstage, und (im Sinn der Bauernfreunde) die sofortige Annullirung des Reichsraths zu Gunsten des dänischen Reichstags betreffen. — Die hiesige Dampfschiffs-Expedition von Koch und Henderson wird im Lauf des nächsten Monats eine regelmäßige Dampfschifffahrt zwischen Korsör und Kiel in's Leben rufen, und zwar fünfmal wöchentlich mit 3 Nacht- und 2 Tagestouren. Die genannte Firma hat zu dem Zweck das große schnellsegelude Dampfschiff „Blekinge" angekauft, welches in Gemeinschaft mit dem früher zwischen Kopenhagen und Kiel fahrenden Schraubendampfer „Diana" die Fahrten ausführen soll. Großbritannien. * London, 20. Febr. Die brittischen Armeevoran- schläge für das kommende Finanzjahr belaufen sich auf 14,348,000 Pfd. St. Die Truppenzahl ist aus 141,518 Manu festgesetzt, wobei die in Ostindien dienenden und aus der indischen Einnahme besoldeten 71,050 Mann nicht mitgerechnet sind. Die „Times" findet diese Voranschläge mäßig. Eine Ersparnis von einer halben Million — sagt sie — wird vom ganzen Land als ein Schritt nach dem rechten Ziel begrüßt werden. Wir geben aber immer noch mehr aus, als selbst in den Jahren nach dem russischen Krieg. Im Jahr 1860 betrugen sie 17 Mill. Pfd. St., aber noch 1858 waren sie nicht höher als 12,819,000 Pfd. St. Etwas ist geschehen, aber es bleibt noch viel zu thun übrig, und man muß es bedauern, daß die unruhige Weltlage uns zwingt, so langsam auf dem Wege dcr Sparsamkeit fortzuschreiten... - An einer andern Stelle bemerkt die „Times": Es leidet keinen Zweifel, daß die- Theorie des großen Friedrich über die Behandlung einer auf dem Friedensfuß stehenden Armee diejenige ist, die man in der Praxis stets befolgen sollte, — eine kleine, aber vollkommen disziplinirte Armee, gestützt durch eine gute Verwaltung und einen reichen Vorrath der besten Kriegsmaterialien. Wenn wir in der Krimm Unglück hatten, so lag dies weniger an einem Mangel an Mannschaft, als an der gänzlichen Verderbtheit unserer Militärorganisation. Der „Examiner" baut, im Gegensatz zu vielen andern Blättern, große Hoffnungen auf Hutt's Sendung nach Wien. Erstens dürfe man nicht glauben, daß Hr. Hutt ohne alle Einladung von Seiten Oesterreichs abgesandt worden sei. Zweitens habe die österreichische Regierung neuerdings gezeigt, daß sie den Werth des Freihandels-Systems zu schätzen wisse, utid in Bezug auf die Interessen der Fluß-Schifffahrt sei sie stets aufgeklärt gewesen. Man werde in Oesterreich sich gewiß erinnern, daß die Befreiung der Elbe vom Stadezoll großentheils den Anstrengungen Hutt's zu danken war. Wenn Hr. Hutt daher auch gewiß auf eine starke Opposition von Seiten der einflußreichen österreichischen Protektionisten stoßen werde, so leide es doch kaum einen Zweifel, daß seine Sendung nicht ganz fruchtlos bleiben werde. Amerika. * Neu-Aork, 8. Febr. (Per „Cuba".) Der Abbruch der Unterhandlungen bei Monroe scheint das Signal zu erneuter Thätigkeit auf dem nördlichen Kriegsschauplatz gegeben zu haben. Am Morgen des 5. rückte das 5. Korps der Grant'schen Armee, Gregg's Kavallerie als Vorhut, nach der Station Reams vor, und erreichte, während die feindlichen Vorposten sich vor ihnen zurückzogen, um die Mittagsstunde den Rowanty-Creek, welchen es überbrückte. Ein Kavallerieregiment wurde nun abgesandt, um eine Verbindung mit dem 2. Korps herzustellen, welches, auf der Straße von Vaugham bis zu Hatcher's Run vormarschirt, das Flüßchen überschritten, die am andern Ufer gelegenen feindlichen Schützengräben mit nur geringem Verluste genommen, und die feindlichen Pikets vor sich hertreibend eine Meile weit westlich von dem Wasser Halt gemacht und eine starke Brustwehrlinie aufgeworfen hatte. Vor Hatchers Run hatte sich jedoch schon eine Division abgezweigt und in nordwestlicher Richtung vorrückend den Feind in fester Stellung Vormunden. Sie errichtete hier eine Linie von Erdwerken, auf welche die Südstaatlichen mehrere Angriffe machten, aber zurückgeschlagen wurden. Der Verlust der Bundestruppen betrug etwa 100 Mann, doch hatten sie dem Feinde einen großen Provianttrain abgefangen. Eine allgemeine Schlacht wurde erwartet. Ein Korps der Thomas'schen Armee ist als Verstärkung zu Grant gestoßen. — Bei Moorfield hat Sheridan's Kavallerie einer feindlichen Reiterabtheilung eine Niederlage beigebracht. Terry soll mit seinen Truppen den Cape-Fear-Fluß verlassen haben, um zu Sherman zu stoßen. In zwei Kolonnen gespalten setzt die Sherman'sche Armee ihren Marsch gegen Charleston und Branchville fort. Der linke Flügel unter Slocum, welcher 50 Meilen aufwärts den Savannah marschirt war, ging in nordöstlicher Richtung nach Branchville hin ab, während Sherman selbst am 25. Whippley Swamp überschritt und sich einer der über den Salkehatchie führenden Brücken (etwa 30 Meilen von Branchville) versicherte. Howard nahm an dem Fluß auf der alten Union- road eine verschanzte Stellung ein und schob seine Vorhut bis an den Combahee hinan, wo Hardee ihm entgegensteht. Am 30. kam Slocum bei Fisher's Ferry an und machte dasselbe zu seiner Operationsbasis. Auch auf der nach Augusta (wo Beauregard kommandirt) führenden Straße waren nordstaatliche Truppen erschienen. Außer der gegen Charleston vperirenden Kolonne haben sich in der Nähe von Uoung's Island, 20 Meilen südöstlich von Charleston, Transportschiffe mit Truppen sehen lassen, und vor Whilesport lagen drei Dampfer, welche eine Landung drohten. Die Richmon- der Blätter bringen wieder allerlei Erzählungen von der Verheerung, welche Sherman auf seinem Marsch anrichte; Abtheilungen seiner Truppen hätten Macphersonsville und Gillensville niedergebrannt. Aehnliche Berichte von Sher- man's Zug durch Georgien reduzirten sich bekanntlich auf die Zerstörung von Arsenalen und Regierungsdepots. Das Gros der Thomas'schen Infanterie soll den Tennessee hinab gesandt worden sein, um an anderm Punkte aktive Operationen zu beginnen. Auch geht ein Gerücht, sine 40,MO Mann starke Kavallerieexpedition werde gegen Hood vorrücken, um den Rest seiner Armee zu vernichten, den Alabama- Fluß zu eröffnen, und Selma, Montgomery und schließlich Mobile zu nehmen. Die Truppenkorps von Missouri, Kansas und Arkansas sind vereinigt unter General Pope's Kommando gestellt worden, der sein Hauptquartier in St. Louis hat. General Lee ist endlich vom Präsidenten Davis zum Oberbefehlshaber ernannt worden. Er hat einen Ausruf an das Volk der Südstaaten erlassen, dahingehend, daß es Waffen und Montirungsgegenstande zur Ausrüstung eines neuen Kavalleriekorps zufammenbringe. Südstaatliche Blätter sprechen von einer gehobenen und zuversichtlicheren Stimmung, die jetzt im Volke wie in der Armee herrsche. Die „Neuyork World" behauptet zu wissen, daß der Süden im Begriff stehe, seine militärische Politik zu ändern, und Nich- mond sowie Charleston zu räumen. Lee werde dann die Truppen von der Küste an sich ziehen und den Kampf im offenen Felde sortsetzen. Die Staaten Pennsylvanien, Missouri und Maine haben nun auch die Amendirung der Verfassung ratifizirt. * Neu-Bork, 8. Febr. Präsident Lincoln hat einen Bericht über die Konferenz bei Monroe in Vorbereitung, welcher u. A. auch Briefe von Davis an Lincoln und von Lincoln an Blair enthalten soll. Was man bisher mit einiger Gewißheit über die Verhandlungen in Erfahrung gebracht hat, läßt sich in Folgendem zusammenfassen: Bei seiner Ankunft in Fort Monroe lud Hr. Seward die Kommissäre des Südens zu einer Unterredung ein. Die Kommissäre aber setzten ihn von ihrem Wunsche in Kenntniß, nach Washington zu gehen und mit dem Präsidenten selber zu reden, gaben sich jedoch nachher zufrieden, als Hr. Lincoln eintraf, und gingen an Bord eines nordstaatlichen Dampfers zur Zusammenkunft. Die Unterredung war durchaus eine freundschaftliche. Lincoln einerseits, Hunter andererseits führten hauptsächlich das Wort; Hr. Stephens nahm gelegentlich Theil. Die Kommissäre erklärten von vorn herein und wiederholten es immer von neuem im Lauf des Gespräches, daß ihnen jede Vollmacht, irgend einen auf die Beendigung des Kriegs hinzielenden Vorschlag zu machen oder zu berücksichtigen, fehle, wenn nicht die Anerkennung der Unabhängigkeit des Südbundes als unumstößliche Grundlage genommen werde. Hr. Lincoln stellte ihnen die Sachlage von allen Seiten her vor, erklärte sich bereit, die liberalsten und umfassendsten Zugeständnisse zu machen, und sprach seine Ueber- zeugung aus, daß der Norden besonders in solchen Punkten nachgeben werde, wo der Stolz des Volkes der Südstaaten sich verwundet fühle. Die Kommissäre aber ließen sich nicht von ihrer Forderung abbringen. L>ie stellten die Anerkennung des Südens zwar nicht als ein auf ihren eigenen Ueberzeugun- gen und Wünschen beruhendes Verlangen dar, sondern als eine Bedingung, welche ihre Regierung zu einer unumgänglichen Einleitung etwaiger Verhandlungen gemacht habe. Hr. Lincoln gab jedesmal die Erwiederung, daß von Anerkennung nun und nimmermehr die Rede sein könne. Die Vereinigten Staaten könnten dem Kriege Einhalt thun, sobald die nationale Autorität in dem ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten anerkannt werde. Auf diesen Punkt kam die Unterredung immer wieder zurück, und von keiner Seite wurde hier eines Haares Breite nachgegeben. Es ward klar, daß die Verhandlung ganz und gar fehlgeschlagen war. Bei der Trennung wurde die bestimmte Erklärung abgegeben, daß die Haltung und das Auftreten einer jeden der beiden Regierungen genau dieselben bleiben würden, als hätte die Zusammenkunft gar nicht stattgefunden. Fernando Wo ob's Resolution, daß es des Präsidenten Pflicht sei, die Union aufrecht zu halten, ist im Hause der Repräsentanten angenommen worden. Mit andern diplomatischen Aktenstücken ist in Washington eine Depesche Seward's an Hrn. Adams vom April des vorigen Jahres veröffentlicht worden. Der Staatssekretär schreibt dem nordamerikanischen Gesandten in London, die Rebellen hätten in beiden Häusern des brittischen Parlaments, sowie in der englischen Presse, deren Einfluß auf die Leitung der Staatsangelegenheiten bekannt sei, offenbar eine kühne und kräftige Partei. Die Vereinigten Staaten dagegen fänden in England nur solche Vertheidiger und Fürsprecher, welche, wie groß auch ihre Fähigkeiten und ihr sittlicher Gehalt anzuschlagen, von der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten ausgeschlossen seien. Hr. Seward spricht von der Langmuth, der Nachsichtigkeit der Vereinigten Staaten gegen England, dessen Unterthanen seit dem Beginn des Bürgerkrieges sich so vielfältige Herausforderungen und Unbilden gegen Amerika erlaubt hätten, und erwähnt den Mangel an Nachgiebigkeit von Seiten Englands gegen Amerika. In Bezug auf eine Andeutung des Hrn. Adams, daß die Regierung der Vereinigten Staaten den Krieg bald siegreich zu Ende bringen, oder sich auf einen Konflikt mit England und dessen Alliirten gefaßt halten müsse, bemerkt Hr. Seward, daß, wenn der Krieg nur kräftig sortgeführt werde, keine Stimme sich erheben werde mit dem Rathe, sich vor fremden Angriffen zu beugen. Die Wohlgefälligkeit, womit die europäischen Mächte auf den Sturz der mexikanischen Republik hinblickten, schreibt Hr. Seward der Eifersucht auf die Vereinigten Staaten zu. Bade«. Mannheim, 22. Febr. (Mannh. Anz.) Heute früh 9 Uhr wurde mit den Arbeiten zum Rheinbrücken-Bau begonnen. Vermischte Nachrichten. — München, 19. Febr. Diesen Abend gegen 10 Uhr ist der Herzog Karl Theodor mit seiner Neuvermählten, der Prinzessin von Sachsen, hier eingetroffen und im Staatsbahnhof von der ge- sammten Herzog!. Familie empfangen worden. — München, 19. Febr. Der Herzog Karl Theodor in Bayern und Frau Gemahlin, Herzogin Sophie, sind heute Abend im besten Wohlsein hier eingetroffen. — Mainz, 20. Febr. (Fr. I.) Der Bischof von Mainz hat den zur Fastenzeit von ihm üblichen Hirtenbrief ausschließlich der Encyclica gewidmet, welche sich nach seinem Ausspruch auf Jrrthümer bezieht, die nicht nur das Leben des einzelnen Menschen, sondern das ganze Völker- und Staatsleben betreffen und dem Menschengeschlecht unermeßlichen Schaden zusügen. Es besteht seit einigen Decennien eine Partei, welche einen Staat ohne Religion, ohne Gott, ohne Christenthum, ohne Kirche als das fortgeschrittenste Staatswesen anpreist. Diese Lehre ist eine neue Form für die alte Empörung gegen Gott. Der sog. moderne Staat ist der grundsätzlich rcligions- und gottlose Staat. Bischof v. Ketteler ereifert sich besonders über die modernen Bestrebungen, die Schule von der Kirche zu trennen. — Bochum, 16. Febr. Das k. Kreisgericht hat den der geschäftsmäßigen Verleitung preußischer Bergleute zum Auswandern, resp. Eintritt in die pennsylvanischen Bergwerke beschuldigten Peter Joseph Steffens aus Philadelphia, der „Westph. Ztg.' zufolge, zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. — Angeln, im Febr. Den „Alton. Nachr." entnehmen wir Folgendes : Die landwirthsch. Versammlung des Angler Vereins an der Schlei fand vor kurzem unter Betheiligung von etwa 40 Mitgliedern desselben in Süderbrarup statt. Nach einer der langen Unterbrechung dieser Versammlungen und den diese Unterbrechung veranlassenden wichtigen Zeitereignissen angemessenen Rede von Seiten des Präsidenten, des Landkommissärs Steindorff zu Grumby, ward vom Verein zunächst beschlossen, in einer Eingabe bei der obersten Zivilbehdrde zu beantragen, daß das dänische Gesetz, welches eine Vereinigung der schleswig'schen und holsteinischen Vereine noch verbietet , aufgehoben werden möge, und dann baldthunlichst auf eine organisirte Vereinigung aller landwirthschaftlichen Vereine von der Elbe bis an die Nordgrenze de« Landes hinzuwirken. Ein Vortrag des als Hospitant anwesenden preußischen Landraths a. D. v. La - vergne-Peguilhen aus Ostpreußen, der bereit« seit vorigem Frühjahr in halboffiziösem Charakter die Herzogthümer bereist , um sich über die hiesigen kommunalen, landwirthschaftlichen und statistischen Verhältnisse zu orientiren, sprach sich gegen die Bevormundung der landwirthschaftlichen Zustände eine« Lande- durch „Stadtpolitiker und Bureaukraten" au«, wie es in Preußen leider noch gar zu sehr der Fall sei. Man strebe indessen auch dort, sowohl von Seiten der Regierung, als auch eines Kerns einsichtiger und. wohlwollender Männer dahin, in dem für den Staat so wichtigen Zweige der Landwirthschast die Selbstverwaltung immer mehr eintre- ten zu lassen, und so müsse es auch bei uns werden, sowohl in unseren landwirthschaftlichen, als in unseren kommunalen Angelegenheiten, und es sei Aussicht vorhanden, daß die Regierung Schleswig- Holsteins allen billigen Wünschen und Forderungen in dieser Beziehung bereitwilligst entgegen kommen werde. Hr. v. Lavergne erbat sich, zur bessern Orientirung in unseren Verhältnissen, die Beihilfe verschiedener Männer de« Vereins, und es ward ihm zu dem Ende ein durch Akklamation erwähltes Komitee zur Verfügung gestellt. — Danzig, 17. Febr. (Pr. St.-Anz.) Sub-Marineingenieur Bauer ist heute hier cingetroffen, um mit dm technischen Direktoren der königl. Werft wegen des Baues von unterseeischen Fahrzeugen zu konferiren. — Bern, 20. Febr. (N. Fr. Z.) Zu den bis jetzt besprochenen Alpen bahn-Projekten des Gotthardt, Lukmanier und Simplon rückt nunmehr noch die Grimsel in Linie. Der Gedanke, diesen Uebergang zu wählen, stammt von einem preußischen Hauptmann Michaeli«, der vor etwa 10 Jahren im Kanton Bern in Entsumpfungssachen gearbeitet hat; in neuester Zeit ist das Projekt nament-> lich von Ingenieur Schmid aus Württemberg ausgenommen und in einer aussührlichen Beleuchtung vertheidigt worden. Gestern fand hier eine öffentliche Besprechung über die Sache statt, unter zahlreicher Betheiligung von Vertretern des Berner Oberlandes und des Jura; der Letztere steht im Grimsel-Projekt die Bedingung, seinen eigenen Bahnprojekten eine internationale Bedeutung zu geben. — Ravenna. Die Stadtbehörde von Ravenna hat für das der verstorbenen Gattin Garibaldi'«, Annita, zu errichtende Denkmal den Boden hergegeben und außerdem 2000 Fr. beigesteuert. 1 Alte verblichene Schrift lesbar zu machen, überstreicht man die verblichene Schriftstelle sanft mittelst eines Pinsels mit einer Auflösung von 1 Th. Oxalsäure in 50 Th. destill. Wasser, so daß die Stelle nur feucht erscheint. Nachdem sie dann trocken geworden, überfährt man sie in ähnlicher Weise mit einer Lösung von 1 Th. Tannin in 25 Th. Wasser und 25 Th. Weingeist, jedoch mittelst eines andern Pinsels, und läßt wieder trocknen. Die Schriftzüge treten hierauf leserlich hervor. ^Karlsruhe, 21. Febr. Der groß h. Verwaltungs- Gerichtshof erledigte in der heutigen öffentlichen Sitzung vier Fälle, in welchen es sich um die Frage handelte, ob die gesetzlichen Voraussetzungen der Zulassung zum Antritt des angebornen Bürgerrechts und der bürgerlichen Annahme der Braut de« Bewerbers vorhanden seien. In allen vier Fällen hatte die Gemeindebehörde und das Verwaltungsgericht erster Instanz diese Frage verneint. In zwei Fällen bestätigte der großh. Verwaltungs-Gerichtshof die untern Erkenntnisse, während er in den beiden andern abändernd erkannte. Der eine der erster» Fälle betraf einen Lumpensammler, bei dem das Gegen- theil eines genügenden Nahrungszweiges durch eine Reihe von That- umständen unzweifelhaft nachgewiesen war und dessen Bewerbung nur dadurch erklärlich ist, daß derselbe im Fall seiner Zulassung seine Lage durch den reichen Bürgergenuß der Gemeinde wesentlich zu verbessern hoffen durfte. In günstiger» Verhältnissen befindet sich der zweite Bewerber, welcher in Folge einer Krankheit den linken Arm verloren hat und sich nun seit ein paar Jahren nicht ohne Erfolg damit durchzubringen sucht, daß er mit einer Drehorgel, in neuester Zeit sogar mit zwei Drehorgeln und zwei Gehilfen, die Jahrmärkte und Messen besucht. Der Gerichtshof nahm jedoch an, daß dieses Gewerbe, welches größtentheils von der Mildthätigkeit des Publikums abhänge, nicht als ein den Unterhalt einer Familie sichernder Nahrungszweig gelten könne. Dagegen wurde das Vorhandensein eine« solchen Nahrungszweiges im dritten Fall anerkannt, wo der Bewerber, ein Taglöhner und Holzhauer, schon seit Jahren thatsächlich den Beweis geliefert hat, daß er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Braut und die mit ihr erzeugten Kinder, ungeachtet der Erschwerung durch die getrennte Haushaltung, zu ernähren im Stand war. IM vierten Fall war die Braut, welcher ein Vermögen von 1200 fl. bezeugt war, von der Gemeindebehörde und dem BezirkSrath zurückgewiesen worden, weil sie 3 uneheliche Kinder geboren hatte und darin ein offenkundig ausschweifender Lebenswandel im Sinn des 8 21 des Bürgerrechtsgesetzes gefunden wurde. In Folge der Zurückweisung der Braut nahmen die untern Behörden auch an, daß der Bewerber selbst keinen genügenden Nahrungszweig habe, weil er gar kein Vermögen besitze und sein Gewerbe als Metzger einen wenn auch noch so mäßigen Betriebsfond erfordere, um mit dem zur Ernährung einer Familie nothwendigen Erfolg betrieben werden zu können. Der Verwaltungs-Gerichtshof sprach jedoch aus, daß der Bewerber, dessen Arbeitsfähigkeit in keiner Weise beanstandet ist, auch ohne das Vermögen seiner Braut einen genügenden Nahrungszweig habe, daß aber auch die Zurückweisung der Letzter» nicht gerechtfertigt sei; da die Geburt von unehelichen Kindern an sich bei sonst gutem Leumund nicht unter die Fälle des 8 21 des Bürgerrechtsgesetzes gezählt werden könne. Karlsruher Witterungsbeobachtungen. 21. Febr. Morge»s7Nhr Mittag» 2 „ Nacht« 9 „ Laromc- Thermo- Wind. Himmel. Witterung. Meter. 27" 12,30 " -s- 10 S.W. stark bew. trüb,Frst.,Schneefl. 28" 0,57 " -i- 20 N.W. Svnnenbl., rauh . 0 93" -s- 1.0 kt ganz „ trüb, Schnee Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herrn. Kroenlein. Großherzogliches Hoftheater. Donnerstag 23. Febr. 1. Quartal. 29. Abonnementsstellung. Zum ersten Male wiederholt: Im Regen; Schwank in 1 Akt, von Friedrich Krastel. Hierauf, zum ersten Male wiederholt: Ein Held der Reklame; Schwank in 2 Akten , von Julius Rosen. Zum Beschluß: Die Herzdame gewinnt; Divertissement in 1 Akt, von Beauval. Freitag 24. Febr. 1. Quartal. 30. Abonnementsvorstellung. Die beide« Schutze«; komische Oper in 2 Akten, von Lortzing. Z.u.34. Freiburg. Bekanntmachung. Durch die Entlassung von Zöglingen werden im großh. Blindeninstitut mehrere Plötze eröffnet, welche mit bildungsfähigen blindm Kindern, im Alter nicht unter 8 Jahren, wieder zu besetzen sind. Bewerbungen wollen unter Anschluß der vorgeschriebenen Fragebogens binnen 14 Tagen anher eingereicht werden. Formulare des letzter» werden unentgeltlich abgegeben. Freiburg, den 10. Februar 1865. BerwaltungSrath des großh. Blindeninstituts. _ F. Haitz. _ Z.u.100. Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn in Braunschweig: (Zu beziehen durch jede Buchhandlung.) Lehrbuch der Ingenieur- und Mafchinen-Mechanik. Mit den nöthigen Hilfslehren aus der Analysis für den Unterricht an technischen Lehranstalten, sowie zum Gebrauch für Techniker bearbeitet von vr. xdii. Julius ZVeisbuch, König!, sächsischer Bergrath und Professor an der königl. sächsischen Bergakademie zu Freiberg; Ritter des königl. sächsischen Verdienstordens und des kaiserl. russ. St.-Annen-OrdenS II. Klasse, korrespondirendeS Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg u. s. w. I« drei Th ei len. Erster Theil: Theoretische Mechanik. Vierte Auflage (komplett in 11 Lieferungen). Preis 5 Thlr. 15 Sgr. Zweiter Theil: Statik der Bauwerke und Mechanik der Umtriebsmaschinen. Bier t« Auslage. Erste und zweite Lieferung. Preis 1 Thlr. Dritter Theil: Die Mechanik der Zwischen- und Arbeitsmaschinen, in 2 Abtheilungen. Preis 7 Thlr. 15 Sgr.__ Z.u.127. K a rlSruhe. H >2 !o Die per 1. März d. I. fälligen Coupons dieses AnlehenS werden von heute ab an meiner Kasse eingelöst. Zugleich können die I zu kostenfreier Erhebung neuerConponsbogen bei mir eingereicht werden. Karlsruhe, den 22. Februar 1865. __Z ähriugerstraße Nr. 79. _ -- Glasfabrik Offenburg. Zufolge des § 7 der Statuten werden hiermit die Herren Aktionäre ersucht, von den 8 Raten die vierte, von 10 o/o oder 50 fl. Per Aktie, entweder an den Direktor der Gesellschaft, oder bei nachstehenden Bankhäusern unter Vorlage der JnterimSscheine innerhalb 4 Wochen einzuzablen: bei den Herren M. Haheaemser in Fraukfurt a. M. Bamberger L Eo. in Mainz» Ed. Korllr in Karlsruhe» G. Müller L Kons, in Baden-Baden, U. Suliberaer in Konstant. Ofsenburg, den 15. Februar 1865. Der Auffichtsrath. "^ 77 " n TI O - L» N I» 1 V V cker ksruanlsolisn ILsKisrunK in HaruburS. Wir reige» dieäurclr sn, cksss unsere kusno-kreise unverSutieri sinö, wie koigt: älarlr keo. LVV — pr. LVVV ßkunck krutto llamb. Kevvietlt oäer 20 2oli-6entner, bei 4bn«llme von 60,000 kkumi unii llsrvber, Hark Leo. LScki. — pr. SVVV kkunä krutto ttsmd. kevviclit oäer 20 2oII-0entner, bei 4bnsbme von 2000 ßfunck bis 80,000 kkunä, InSLoLsn, «sttldar pr. ooniptsnt. oturs Vsrxütnns von Dnra, SutAswIoUt, ^.dsolrlns oder Vvoort. »».»....x, .1. v. Mtrenbeelivr 8öime. 24nuuo»isIiÄli86li68 8up6rpko8pkÄt L.S.815. LU5 äessen fadrilistiou uns von äen, Herren ik. l>. Aikntnsndsoltsr Söttns unä ckos. Sottön Sr Oo., unter speeielier Lontrolie äerselbeo, gestattet ist, mit cs. 11 pSt. GtlvIrstoL' unä 1V pSt. Ivs- Uelivie I*Ii«8pdar8ilurv (allseitig als äss rationellste aller existirenäea Vilngmittel aoerksnot) > oVeriren IH«l«v««, 18«» Vlilevüvrk L v«. Z.u.33. Ettlingen. Der Unterzeichnete hat sich als praki. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer hier niedergelassen und wohnt vorerst im Gasthause zur Goldenen Krone. Ettlingen, den 18. Februar 1865. __L. Sernet. Z.S.969. Karlsruhe. 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Das Wohnhaus hat einen gewölbten Keller, im untern Stocke 5, im obern 6 geräumige Zimmer, sodann doppelten Speicher, würde sich auch besonders zu jedem größern Geschäftsbetriebe eignen. Durlack, dm 2l. Februar 1865. Der Vollstreckungsbeamte: Scufert, Notar. Z.u.69. Nr. 66. Friedrichsthal. (Holzversteigerung.) Aus großh. Hardtwalde werden versteigert, Freitag den 24. d. M., aus Abth. Häuserhüttenschlag: 10'/, Klftr. buchenes, 6'/. Klftr. forlmeS Scheitholz, 20 Klftr. buchenes, 5V. Klftr. sorlmeS Prü- gelholz, 63V. Klftr. eichenes Stockholz und 1200 Stück buchene Wellen; Samstag den 25. d. M-, ^ aus Abth. Lipplislach: 1050 L-tück forlene Hopfenstangen, 2400 - - Wellen, 8 Loos Scklagraum. Die Zusammenkunft ist am 24. auf der Grabener Allee am Schröck-Stafforter Weg, am 25. auf der Friedrichsthaler Alle an der Stutcnseer Oucrallee, jedesmal früh 9 Uhr. Friedrichsthal, den 19. Februar 1365. Großh. bad. BezirkSforstei. von Merhart. Z.u.12i. Nr. 1393. Konstanz. (Vorladung.) In Sachen des Gaßwirths Ignaz Geb ha et in Unterhomberg als Vormund seiner minderjährigen Kinder, nämlich Maria, Balthasar und Johann Geb hart, Klägers, gegen Martin Rauch in Einhaldm, Johann Rauch in Ibach, und Theresia Rauch, verehelicht mit Matthäus Bek in Rinkmhausm, und Raimund Rauch in WolkertSweiler, sämmtlich Oberamts Ravensburg, Beklagte, Nichtigkeit einer Aslererbeinsetzung betr., hat Herr Anwalt Geiß mar mit Klage vom 27. v. M. im Wesentlichen vorgetragen: Der am 13. März 1863 zu Hasenweiler, königl. Württemberg. Oberamts Ravensburg, verstorbene Wittwer Balthasar Rauch von Untcrhomberg, Amtsgericht« Meersburg, wo er auch.seit seinem Aufenthalt zu Hasenweilcr das Ortsbürgerrecht und die Hauptniederlassung, somit seinen gesetzlichen Wohnsitz beibehalten, habe am 17. August 1861 einen letzten Willen errichtet, in dem er als Erben zunächst seine gesetzlichen Erben, nämlich die Kläger als die ehelichen Kinder seiner am 10. Februar 1859 verstorbenen Tochter Maria Anna Rauch, Ehefrau des Gastwirths Ignaz Gebhart von Unterhomberg, eingesetzt, und sodann unter Ziffer 3 weiter bestimmt habe: „Würde auch der letztlebenbe seiner 3 zu Groben eingesetzten Enkel ohne Hinterlassung von „DeScendenten mit Tod abgehen, io solle sowohl „die von mir (dem Testirer) ihm direkt atS auch „von seinen beiden Geschwistern zugefallene, von „mir herrührende Erbschaft auf die Kinder mei- „nes Bruders Johannes Rauch von Ibach, „Gemeinde Hasenweiler, Martin, Raimund, „Johanne« und Theresia Rauch zu gleichen „Theilcn, und wenn solche nicht mehr leben „würden, deren Descendenten, bei diesen übrigens nach Stämmen zufallen/ In dieser Bestimmung erblickten die Kläger eine nach 8.R.S. 896 für sie als Erbnehmer unverbindliche Astererbsetzung, an deren Beseitigung durch Klagerhebung sie jetzt schon ein rechtliches Interesse hätten, weil die Beklagten als die eingesetzten Aftererben'auf Grund de« Testaments auf den Nachlaß de« Balthasar Rauch Anspruch machten, welchem di« württem- bergischen Behörden, indem sie sich zu den TheUungS- vcrhandlungen als zuständig und das Testament nach württembergischen.Gesetzen al« durchaus giltig betrachteten, dadurch entsprochen hätten, daß sie den in Württemberg befindlichen Theil des Nachlasse« als Fideikommiß behandelten. Unter Vorlage einer Prozeßvollmacht und der Ermächtigung des großh. Amtsgerichts Meersburg für den Namens der minderjährigen Kläger als ihr gesetzlicher Vormund ausgetretenen Ignaz Geb hart wird gebeten, zu erkennen: „Die oben wörtlich angeführte Bestimmung „im Testament des Balthasar Rauch von Hom- „berg vom 17. August 1861 sei, als eine verbotene Astereübsetzung enthaltend, als für die „Kläger unverbindlich zu erklären, und haben „die Beklagten die Kosten zu tragen." Zur Verhandlung über diese Klage wurde mit Beschluß vom 13. d. M.. Nr. 1130, Tagfahrt auf Montag den 27. März d. I., Vormittags 8-/, Uhr, anbcraumt, wozu die Beklagten, vertreten durch einen gemeinschaftlich zu bestellenden Anwalt, unter dem Androhen anher vorgeladcn wurden, daß im Falle ihres Ausbleibens die in der Klage behaupteten That- sachen als zugestanden angenommen und die Beklagten mit ihren etwaigen Einreden ausgeschlossen würden. An sämmtliche Beklagte erging die Aufforderung, wenn sie dm Klaganspruch bestreiten wollen, unver- weilt einen Anwalt zu bestellen, und an die beklagte Ehefrau die Auflage, die Ermächtigung ihres Ehemannes oder des zuständigen Gericht«, um vor Gericht zu stehen, beizubringen, widrigenfalls sie dazu nicht als legilimirt angesehen würde. Dies wird den Beklagten, da die Zustellung der Klagdoppeischriften und der ergangenen Ladungsver- sügung an sie von der württembergischen Gerichtsbehörde verweigert worden ist, auf diesem Wege mit der Aufforderung eröffnet, einen am Orte des diesseitigen Gerichts wohnenden Gewalthaber aufzustellen, widrigenfalls alle weitere Verfügungen und Erkenntnisse mit der gleichen Wirkung, wie wenn ste ihnen eröffnet wären, an der Gerichtstafel angeschlagen werden sollen. Konstanz, den 20. Februar 1865. ^ Großh. Kreis- und Hofgericht Konstanz. Zivilkammer. W e d e k i n d. Waag. Z.r.46. Nr. 3828. Mosbach. (Fahndung.) Gestern Nachmittag wurde bei Obrigheim im Neckar die weibliche Leiche eine« neugeborncn Kindes ausgefischt , welches aller Wahrscheinlichkeit nach den Tod durch Ertränken erlitten hat. Dasselbe hatte ein schmales, leinmeS Bändchen lose um den Hals geschlungen, und mag seit etwa 9 bis 14 Tagen vorher im Wasser gewesen, jedoch erst seit kurzer Zeit in demselben geschwommen sein. Wir fordern sämmtliche Behörden zur Fahndung wegen des hier offenbar in Frage liegenden Verbrechen« des Kindsmords auf. Mosbach, den 18. Februar 1865. Großh. bad. Amtsgericht. R ü t l i n g e r. Z.r.50. Nr. 4446. Karlsruhe. (Aufsor- derungszuriicknahme.) Die Rekrutenaushebung in den Landort c n des Konskriptionsbezirks Karlsruhe pro 1865 betr. Unser- Aufforderung vom 2. v. M., Nr. 3127, wird bezüglich des Karl Friedrich Schnürer von Eggenstein, Loos-Nr. 106, zurückgmommen. Karlsruhe, den 20. Februar 1865. Großh. bad. Bezirksamt. Jägerschmid. Frankfurt, 21. Februar 1865. Staatspapiere. Oestcrr. Preutz. Bayern Wrtbg. - Becken G.Heff. 5°/t> Met. i. S. b.R. 5"/g do. in holl. St. 5°/o do. 1852 i. Lst. 5»/o do. 1859 , 5"/o do. 1864 „ 50 /oLomb.i. S.b.! 5"/oVenet.C.b.R.V, 5°/, Nat.-Anl. 1854 5°/o Met.-Obligat. 5»/g do. 1852 E.b.R, 4'/?/» Met.-Oblig. 5°/o Oblig. b. Rth. 4V-°/° do. 4«/a ' do. 3V,°/o Staatssch. WM. SW 4°/, Ablös. 4V-°/ö Obl. b. Rth. 4«/o do. 3'/.°/° do. 4'Vo Obligation. 3V,°/o do. v. 1842 5°/a Obligation. 80 P. 78Vi.b.G 74-/8 P. 91V. P. 84V« G. 68V. G. 62V« P. 62V« G. 55V. G. 105V« G. 102 P. 97V« G. 90'/« P. 101V. G. 102'/« P- WV.P. 105'/. P. 103V. P. 95-/, G. 100 G. 92V« P. G.Hess. Nasiau Krhess. Brschw Lrbrg. Franks. Rußld. Finnl. Span. Belgien Schwd. Tchwz. N-A«. 4°/« Obligatton. 3V,Vo do. 5"/o Oblig. b. Rth. 4V,V« do. 4"/o do. 3V,Vg do. 4°/«Obl.Rthlr.L105 3'/,VoO.b.R.L105 4°/«O.Fr^28kr.b.E. 4»/« do.L105kr.b.E. 37,Vo Obligation. 3V« do. 5°/oObl.inL.Lfl. 12 4V-°/oO.i.R.L105 30 /« inl. Schuld 2-/.°/o Schuld 4V,V°O.i.Kr.L28kr. 4V,°/o Obligation. 4V,V°Pfbf.b.B.LE. 4V,°/oE.O.i.FrL28 4-/,°/« Bern.St.-O. 4V» do. SVoGs. St.O.Fr.28 6VoSt.t2v.r.1881 6°/« tzo. r.1881 6Vo do. r. 1882 5Vo do. r. 1871 97V« P. 101V« P 102'/, P. 99-/-P 92 P. 99V« P. 93 V« G. 91P. 95-/. P^ 67 P. 85 P. 100- /, G. 92V, P. 91V. P. 101- /. P. 53'/«b.G Sest.250fl.b.R1839 250fl. „ 1854 100fl.PrL1858 500fl.v.1860V, . 100fl.v.1864 3V,VoPreuß.Pr.A. Schwed.Rthlr.10L. Bad. 50-fl.-Loose . 35-fl.- „ Kurh.40Thl.L.b.R. Gr.Hefs.50fl.L.b.R. , 2bsl. „ „ „ Naff.25-fl.-L.b'R. Sard.36-Fr.-L.b.B. Mail.45-Fr.-L.b.R. 2-/,Lütt.Pr.O.b.G. 3V,Bordeaur100Fr Ansb.-Gunzenh. L. Diverse Aktien, Eisenbahn-Aktien nud Prioritäten. Frankfurter Bank 148'/« G. /«Oesterr. Bank-Aktien 833 G. , Sred.A.t.O.W. 197G. /gPfbbr.-d. östert.Ered.-A. 87 P. Bayer. Bank Lfl. 500 — — Darmst. B.°A. L fl. 250 238 P. /« Weimar. Bank-Aktien 100-/, G. /o Mttrcld.Cr.-«.L100TH. 100 /. P. ^ Luremb. Vank-Akti« — — mrmsbahu.Mt. L fl. 250 351P. ^«lisab^.fi.200pr.St.V, 117-, G. /°MH«.Westb..«t.flL00 72V«b.G. Ln-Nche-Bahn - 2S-/.P. 'nLdwh.-Berb. Eismbahn 147-/. G. /oNeustadt-Dürkheimer 93-/, G. ',Vo Pf- Mar-Ejb.-A. b.R. 108 P. Bayer.Ostbahn-Aktim 114-/. G. Heff. Ludwig-bahn 135'/. G. iedr.-Wilh.-Nordb.-Aktien — — -^,^Kranks.Han.Pirvr.-O. — — 4V° Pfandbr.d.Frkf.Hyp.-B. 3°/o vest. St.-Srsmb.-Prior. 3°/oOest.Süd.St.u.Lom.SB. 3«/«Liv.E.D.ckD.Fr.n28kr. 5"/oT»sc.Eentr.St>nb.Prtor. 5°/o«lisabechbahn-Prior. V, 5Vo do. neueste Emtff. V, üu/«BbhLS..B.Pst.S.b.R.V, ,«Gar».«arlLdwb..PrO.V, 5"/,Schweiz.«.P.H.R.t28kl' 4V^/o'Ld«h^vrrb. Pr.^)'bl. 4Va » » » 4-/,o/g Rhein-Ncheb. Pr.-O. 4«/«Sudd.Bnr.-A.40°/oEinz. 4-^°/oBayer.Ostb.50°/, . 3«/oDeutsch.Phönix20°/o . Frks. Rückvers.-G. 10°/o , 4VoSrkj-Proviü'eutL0-V« . zrrs.Hvpochekend.25Vo » bO'/.b.G 49V. G. 43V« P. 75-/« P. 79 V, b.G, 73bez. 82-/« P. 85V. P. 102-/, P. 101V, P. 102-/. P. 97-/. P. 2L8'/,T. 113V. G. 153 G. 105 G. 9ö-/,T. 142 P. 75-/, G 132V.' 84bez.< 91'/« P 9'/- P- 54 P. 56 P. 139 bez 36-/. P 32'/, P 34 P. 81 P. 10V« P Wechfel-sknrfe. k.S. Amsterdam Antwerpen Aug«b.»fl.l00 , Berlin ' Bremen BrüffÄ ' «Sln ' Hamburg , Leipzig London Maild.i.FrL00 , München ' Pari« ' . «OüSOL. Wim k.S. DiSconto 100'/« G. 94V. G. 100 «. 105 B. S6V. B. 94-/. G. 104'/,«. 89V, B. 104-/, B. 118'/« G. 94-/« G. 100 B. 94V« G. S4V«G. 104V, B. Gold «ud Si 4°/° G. Pistolen fl.gN „ doppelte,94l Prruß.Krtz'or. . 95^ W-Srankenft. . 92 Eugl-Sover. ,114! Ruff-Jmper. ,94 Gold pr.Zpfd. , 80« Alte österrLOr.. 30 Rand-20r. , 30 -H.Silb^.Zpst>., 52 ßreuß-Casssch. .14 Doll, in Gold . 22i Druck und Verlag der K. vrann'jchrn H»fbuchdruch,r,i, (Mit einer Vellage.).