Karlsruher Zeitung. Donnerstag, 24. Juli. «: 172. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die Post im Großherzogthum Baden 4 fl. IS kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückung« gebühr: die gejpaltme Prtttzeile «der deren Raum S kr. Briese und Gelder srei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 18«2 Telegramme. Berlin, 23. Juli. Abgeordnetenhaus. Be- rathuog deS Handelsvertrags mit Frankreich. Graf Bern storff empfiehlt dringend einstimmige Annahme. Gestern sei eine preußische Depesche in Wien übergeben worden, wodurch der österreichische Vorschlag zurückgewiesen wird, wesentlich «eil au dem gegebenen Worte festzuhatteu sei und der fetzige Tarif sich überlebt habe. Bo« der Polnische« Grenze, 22. Juli. (Maunh. I.) Authentischem Vernehmen nach ist die Regierung einer weitverzweigten Verschwörung auf die Spur gekommen. In Folge dessen wurden bedeutende nächtliche Verhaftungen vorgenommen, selbst unter den Schülern der Vorbereitunzsschule. * Ne«>Bork, 14. Juli. Die Südstaatlichen haben Mur- freSdorough genommen, das bei Nashville liegt, und ein Regiment Uuionisten gefangen genommen. Der Angriff ans Nashville steht bevor. Ls geht das Gerücht, die Südlichen hättea Baton rouge unter Baudoru erobert und 1500 Gefangene gemacht. Ja Louisville herrscht große Aufregung. Die Südlichen sollen auch mit bedeutenden Streit« kästen bei Frankfurt stehen. * Madrid, 21. Juli. Die „Eorrespondencia" fieht es nicht als unmöglich au, daß unter bestimmten Bedingungen und »ach unbestimmter Zeit Spanien das Königreich Italien anerkenne« werde. Lnri«, 20. Juli, AbendS. (Köln. Ztg.) In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses hat GeneralDurando auf Petrucellr's Interpellation in einer sehr beifällig aufgenommene» Rede Auskunft über die Beziehungen zum Ausland gegeben »nd nochmals energisch gegen Garibaldi's Rede pro- testirl; denn di« Grundlage der italienische» Politik sei die Allianz «ü Frankreich, und dessen Regierung «erde niemals Etwas thuu, «aS den Interessen Italiens zuwider sei. Die Beziehungen zu England bezeichnet« der Minister als sehr herzlich und sagte, ei» Krieg gegen England sei nicht denkbar. Die Aktenstücke, welche die Anerkennung Italiens von Seite» Rußlands und Preußens betreffen, wurden sämmtlich auf das Bureau des Hauses gelegt, und der Minister sagte, die Regierung hoffe, daß die andere» deutschen Mächte alle dem Beispiel Preußens folgen würden. Ferner konstatirte er, daß Italien zu Belgien und zur Schweiz in freundschaftlichem Ver- hältniß stehe, «nd berührte mit einigen Worten die montenegrinische und die serbische Frage. Ja Betreff Bcnetieus, sagte er, wäre» im vorigen Jahr Vorschläge auf Loskauf gemacht worden, aber erfolglos geblieben. Hoffentlich werde die Lösung der römischen Frage nicht lauge auf sich warten lassen. Wie«, 23. Juli. (Mannh. I.) Wie die amtliche Zeitung meldet, hat der Kaiser dem Professor Wildau er von Innsbruck in Anerkennung des bei dem Schützenfest zu Frankfurt in mannhafter Rede bethätigte» Patriotismus den Orden der Eisernen Krone verliehen. Tentari, 20. Juli. (Omer Pascha an die türkische Gesandtschaft i» Wien.) Gestern sind die Morite uegriner von den türkischen Truppen mit beträchtlichen Verlusten auS dem Dorfe Sagratz und aus ihren befestigten Stellungen auf den umliegenden hohen Bergen verjagt worden. Die stieheudeu Montenegriner wurden eine Stunde lang in der Richtung von Eett inje verfolgt. * Am- de« preußischen Abgeordnetenhause. Die Anerkennung Italiens. Bsrli», 22. Juli. Die Logen deS Abgeordnetenhauses sind heute bereit» lange vor Eröffnung der Sitzung bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf der Tagesordnung steht die Beantwortung der Interpellation deS Abg. Reichensperger, die Anerkennung Italiens betreffend. Der Interpellant bemerkt: Nach de» neuesten Ereignissen brauche er nicht erst zu fragen, ob in Bezug auf die Anerkennung Italiens ei« Beschluß gefaßt sei; er wolle nur fragen, in welchem Siuuedie Anerkennung erfolgt sei! Mau habe gesagt, der Friede sei jetzt in Italien hergestellt, nachdem die Aunrktiruugen erfolgt find. Aber welcher Art ist dieser Friede jetzt, wo die Länder verwüstet worden. (Gelächter.) Wenn in Deutschland Das geschieht, was die Fraternelli Garibaldi in Italien aufgeführt, dann, meine Herren, werden Sie wahrscheinlich nicht lachen! Man hat wiederholt gesagt, der jetzige Zustand Italiens müsse wieder zerfallen, wenn Venedig nicht erobert wird und Rom nicht die Hauptstadt Italiens ist. Ich glaube, mau hat darin Recht. Es scheint aber, daß weder der Papst »och der Kaiser Napoleon ihre Ansprüche an Rom aufgeben wollen. Warn» ? Die preußische Regierung muß sich doch bewußt sein, daß die römische Frage für Italien eine der allerwichtigste» ist, aber nicht bloS für dies Land, sonder» für alle Katholiken der Welt, und daß eS diesen nicht gleichgiltig sein kann, unter wessen Herrschaft Rom steht. Kann man den» wüten im Frieden sagen: diese Hauptstadt ist mein!? So Etwas hat selbst Napoleon I. nicht zu sagen gewagt. Ich frage also, ob die Staatsregierung den Besitz Roms für das Königreich Italien für uothweudig erachtet? Eine gleiche Frage richte ich au die Regierung in Betreff Benetieus. Bekanntlich haben schon früher Radowitz und der preußische Generalstab das Aufgebeu Benetieus für einen der größten strategischen Fehler erklärt. Garibaldi hat neulich gesagt: Jetzt sei eS an der Zeit, das „deutsche Huadegezücht" aus Italien zu werfen! Sympathisirt mau denn auch hierin mit den neuen Dingen in Italien? Ich frage schließlich, ob und welche Garantie die Regierung für das jetzige Bestehen Italiens hat. Der Minister der auswärt. Angelegenheiten: Er habe die Interpellation am Freitag noch nicht beantworten können, well der Empfang des Gesandten des Königs Viktor Emanuel damals noch nicht stattgefunden und weil erst gestern Abend die offizielle Anerkennung abgegangen ist. Mit dieser Anerkennung sei aber nichts weiter erfolgt, als daß eine schon vollendete Thatsache anerkannt worden. Er glaube diese Anerkennung nicht weiter rechtfertigen zu müssen, nachdem sie bereits von so vielen Seiten erfolgt sei. Die Staatsregierung glaube, daß die Katholiken Preußens über diese Anerkennung nicht empfindlicher zu sein brauchen, als die Katholiken anderer Länder, wie Frankreichs, Belgiens und Portugals, deren Regierungen mit der Anerkennung der preußischen Regierung ja längst vorangegangen seien. Was die Frage wegen Rom anlange, so habe die neue italienische Re- ierung die Versicherung gegeben, diese Frage nur auf riedlichem Wege lösen zu wollen; ob es ihr gelingen werde, müsse ihr überlassen bleiben. Aehnliche zufriedenstellende Zusicherungen habe die Negierung hinsichtlich Venedigs erhalten. (Der Minister spricht trotz wiederholten Zurufs, lauter zu sprechen, so leise, daß er aus den Tribünen nur stellenweise zu verstehen ist.) Abg. Twesten bedauert nur, daß die Anerkennung Italiens nicht schon früher erfolgt sei, ebenso daß die Staatsregierung so lange zurückgehalten habe, dem Hause hiervon eine Mittheilung zu machen. Wer habe denn die Zustände Neapels, die der Interpellant so tief beklagt, verschuldet? Darüber sei denn doch wohl kein Zweifel, wen diese Schuld treffe. Dem Grasen Cavour würden später auch diejenigen noch Gerechtigkeit widerfahren laste«, welche ihn jetzt verdammen. Abg. Reichensperger (Beckum): Der Vorredner habe den Grasen Cavour zu rechtfertigen gesucht; er gehöre nicht zu Denen, die diesen Mann unbedingt verdammen; aber er müsse doch auf seine Inkonsequenzen aufmerksam machen! Cavour habe später selbst gerade Das gethan, was er früher verdammt habe. Wer schütze denn jetzt die Minorität in Italien? Diese würde überall verfolgt, die konservative Presse zumal sei vollständig geknebelt. Die Bischöfe würden mißhandelt, der Klerus überhaupt in Italien verachtet. Man habe die frühere Mißregierung in Italien hervorgehoben; damithabe es aber eine eigene Sache. Die italienischen Zustände seien stets nur von den englischen Blättern in den grellsten Farben dargestellt worden. Diese haben bekanntlich auch, als der Macdvnald'sche Fall sich ereignet, Preußen deshalb noch einige Stockwerke unter Italien gesetzt. Die Turiner Regierung habe in kurzer Zeit viel mehr Bürgerblut vergossen, als dies jemals von der Bourbonischen Regierung geschehen. PiuS IX. habe die traurige Erfahrung machen müssen, daß es unter den Liberalen noch viel mehr Scheinheilige gibt, als unter den Klerikalen. Sache des Hauses sei es, zu erwägen: ob die weltliche Macht des Papstes für die katholische Welt noth- wendig sei; daß die unerhörtesten Gewaltmaßregeln hier noch entschuldigt werden können, das sei doch stark. Diese Gewaltthätigkeiten werden aber sicherlich noch gerächt und gesühnt werden, vielleicht an einem ganz Unschuldigen! Abg. Virchow: Der Schmerzensschrei, welchen der Vorredner für die Minorität in Italien ausgestoßen, würde dadurch am besten zum Schweigen gebracht, wenn sie sich der Majorität deS Landes anschlöffe. Abg. ».Mallinckrodt: Werde denn die liberale Partei auch dafür aufkommen, wenn die Provinz Posen von Preußen abgerissen würde? Die Minorität in Italien sei wohl berechtigt, von der italienischen Regierung Schutz zu verlangen, auch selbst in dem Falle, wenn sie sich der Majorität nicht anschließt. Die Anerkennung Italiens durch Preußen sei eia Gegenstand von der größten Wichtigkeit. Es sei möglich, daß sich aus den jetzigen Zuständen Italiens noch etwas Gesundes entwickeln mag; für den Augenblick sei dies jedoch nicht abzusehea. Abg. v. Vincke: Die Verhältnisse Deutschlands und Italiens find ganz verschieden; sämmtliche Herrscher in allen deutschen Staaten sind Deutsche und nicht Ausländer, wie dies in Italien der Fall war; auch sind bei uns niemals so schmählich« Mißregierungen vorgekommen, wie in Italien, weßhalb auch AnnerionSgelüste nirgends lautbar «erden. Bei uns kann man nur an moralische Eroberungen denken. Aus der Anerkennung Italiens darf man nicht wähnen, die Regierung Preußens wolle nun Hand in Hand mit der Revolution gehen. Die Regierung habe nur gethan, pzas im Interesse Preußens liegt. Gewichtige katholische Autoritäten haben sich dahin ausgesprochen, daß die katholische Kirche auch ohne Länderbesitz glorreich dastrheu wird. Die Nvthweudigkeit der Mincio« linie hat zwar Radowitz behauptet; andere Autoritäten, wie Brandt, Firquelmout, find dagegen. Ei» Staat, der so gehandelt, wie Oesterreich nach dem Frieden von Villafranca gehandelt, könne nicht unser Bundesgenosse sei». Abg. Ziegler spricht im Reichensperger'schen Sinne gegen die Anerkennung. Abg. Waldeck: Wie zur Zeit der großen französischen Revolution das Auftreten Frankreichs auch der allgemeinen Sache der Freiheit zu Gute gekommen, so sei es auch diesmal geschehen, wo Napoleon den Krieg in Italien vielleicht im Interesse Frankreichs unternommen. Die katholische Kirche habe kein Interesse daran, verrottete Zustände in Italien zu erhalten; die Souveränetät deS Papstes sei ein leerer Schatten, der ihn bei seinem eigenen Volke verhaßt gemacht habe. Redner würde erfreut sein, wenn auch dieser letzte Schatten verschwände. Er wünscht schließlich, daß Deutschland recht bald den Tag seiner gleichen Einigkeit erleben möge. Abg. Rohden namentlich gegen die Ausführungen des Abg. v. Vincke. Abg. Becker: Die Feinde der Einheit Italiens seien auch die Feinde der Einheit Deutschlands. Wan» Deutschland den Tag erleben werde, an welchem sein Gesandter seine Beglaubigungsschreiben in Italien überreichen werde, sei allerdings nicht abzuseheu; zu wünschen wäre aber, daß dieser Tag recht bald aubrecheu möge. Abg. Janiszewski: Die Abgeordneten Posen» müßten das Recht der Nationen zur freien Selbstbestimmung vollständig anerkennen, wenn sie auch auf der andern Seite wieder als treu« Söhne der Kirche die Gewaltlhäiizkeiten gegen de» Papst beklage» müßten. Abg. Carlo witz: Wenn katholische Staaten, wie Frankreich und Belgien, und jetzt auch ein Staat wie Rußland, die Anerkennung Italiens ausspracheu, daun könne Preußen damit nicht zurückdleiben. Abg. Schulje - Delitzsch.: Die politischen Leiden Deutschlands und Italiens seien so ziemlich gleich; es sei nicht minder schlimm in Deutschlaud zu- gegangen, als in Italien. Die Versprechungen, die Deutschland gemacht wurden, als seine Völker den große» Völkerkampf gekämpft, seien nicht gehalten worden, daher die Aufregung in Deutschlaud. Wer habe die traurigen Zustände in Italien verschuldet? Wahrlich nicht die BeweguugSpartei, sondern die Haltung der Regierungen. Mau braucht kein Gegner Oesterreichs zu sein, um chm den Verlust Veuetiens zu wünschen. Die österreichischen Zustände würde» nur besser werden, wenn eS Italien ganz aufgäbe. Die Völker seien um ihrer selbst willen da, nicht um irgend eines Andern willen. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird «»genommen. Nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen von v. Vincke, Reichensperger (Geldern), Schulze, Reichensperger (Beckum), Virchow wird die Debatte geschloffen. Der sechstägige Kampf vor Richmond. Neu-Nork, 3. Juli. General M'Clellan, dessen Freunde zuversichtlich erwartet hatten, daß er der Rebellion den Tode«, stoß versetzen werde, ist nach sechStägigeu Kämpfen, die er durch eine im Angesicht des Feindes versuchte Frontveränderung provozirt hatte, aus der Nähe von Richmoad zurückge« worfen worden. Bereits, ehe das Unglück in seinem »ollen Umfang bekannt war, hat der Präsident weitere 300,000 Mann Freiwillige unter die Waffen gerufen. Der zweite Akt des Drama's endet also keineswegs daS Stück. Am Potomac wird General Pope mit dem vereinigten Korps Fremonl'S (welches, nachdem General Fremont resignirt hat, dem deutschen General Franz Sigel übergeben worden ist), Banks' und M'Dowell's zu verhüten haben, daß der Feind wieder mit Erfolg die Offensive ergreife, ehe das neue Truppenaufgebot zum Krieg verwendbar ist. Doch es ist zu früh, Andeutungeu der Entwicklungen zu geben, welche durch die Vorgänge bei Richmond bedingt werden. Zunächst lassen wir hier eine kurze Erklärung dieser Ereignisse folgen, die wir der .Mu-Iorker Abendzeitung" entnehmen: Um die Vorgänge der letzten Woche zu verstehen, muß man zuerst wissen, daß alle seit vier Wochen geflissentlich von M'Clellan'« Hauptquartier au« verbreiteten Nachrichten, wonach (fast) da- ganze Bundesherr den Chickahominy überschritten haben sollte, unwahr waren. Nur die Linke und das linke Zentrum standen jenseits des Chickahominy von da an, wo ihn die Dork-River-Eisenbahn überschreitet, bi- nach dem White Oak Swamp, resp. dem Schlachtfeld vom 31. Mai. Da» recht« Zentrum und der rechte Flügel erstreckten sich aus dem nördlichen User de« Flusse« von dem etwa« oberhalb de« Eisenbahn-KreuzungSpunkleS über die Sumpf» Niederung und den Fluß gelegten langen Knüppeldamm und Rostbrücke (Grape Vine Bridge) nordwestlich hinauf bi- an die virginische Zrntral- eisenbahn, so daß die dünnen Ausläufer der Schlachtlinie bis nach Ha- nover Courthouse hinauf reichten. Diese, die äußersten Vorposten mit eingerechnet, gegen 20 Meilen lange Linie, welch« Richmond von Osten und Norden her bedrohen sollte, war wohl unter der Voraussetzung eingenommen worden, daß eine Kooperation de« M'Doweü'schen Korps von FrederickSburg au« stattstnden würde, oder wenigstens, daß die zu sendenden Verstärkungen bedeutend genug sein würdm, um die langgestreckte, dünne und zerbrechlich« Linie dicht und stark zu machen. Nachdem diese Voraussetzungen durch den verunglückten Feldzug am Shenandoah vorläufig weggesallen waren, und die Razzia der Stuart- schen Kosaken bi« an den Pamunkey die große Gesahr gezeigt hatte, welche sich au« der langen und dünnen Erstreckung der Schlachtlim« für das Hauptarmeedepot (Whitehouse) ergebe, entschloß sich M'Clellan, seine Stellung im N » rdosten von Richmond mit einer bessern im Süd osten zu vertauschen, die mit der erstem, von Nordwest nach Südost sich erstreckenden «inen rechten Winkel, von Nordost nach Südwest, bilden würde. Davon erwarte er folgende VortheUe : 1) Eine bessere Verdichtung und daher Verstärkung seiner aus dir Hälft» ihrer bisherigen Länge zu reduzirenden 8mir; 2) die Deckung seines rechten Kü- gelS, der bisher, ganz im »sjenrn Lande stehend, feindlichen Gewaltan- grifsen und RazziaS völlig blnßgestellt wen, durch das breite Sumstsge- lände, für welches der Ehickaho»iuy so zu sagen als Abzugsgraben dient; 3) die Möglichkeit einer Kooperation mit den Kanonenbooten aus dem James River und mit Burnside. Gegen diese Vortheile hatte der Plan die folgenden Schwierigkeiten und Gefahren: 1) Die enorme Schwierigkeit einer Verlegung des Armeedepots zu Whitehouse nach einem geeigneten Punkte am James River, eine Schwierigkeit, v»n welcher man sich eine Vorstellung machen kann, wenn man erwägt, daß ans dem Pamunkey zwischen Whitehouse und Westpvint nicht weniger als 700 Transport- und Lastschisse und über 50 Dampfer lagen, daß der Schlangenwindungen des Flusses wegen diese in gerader Linie nur 10 englische Meilen lange Strecke zu Wasser fast 50 Meilen und aus gleichem Grunde die Entfernung von Westpoint nach der am James River zu wählenden Basis gegen 200 Meile« lang ist. 2) Die Gefahr, daß, während die Verlegung vor sich ging«, der Feind einen Angriff aus den in Bewegung begriffenen, also besonders schwachen rechten Flügel machte. Dieser Gefahr suchte M'Clellan dadurch vorzubeugen, daß er am 25. Juni seinen linken Flügel eine energische Vorwärtsbewegung machen ließ, um so die Aufmerksamkeit des Feindes dorthin zu lenken. Allein das Mittel hals nichts, der Feind ließ sich nicht irre führen, sondern machte am 26- seinen Angriff aus dcn äußersten rechten Flügel. Es ist wohl möglich, daß, wenn dort die tapfere Division M'Call verstärkt worden wäre, der Feind hätte zurückgeworsen werden können. 3) Die Gefahr, daß der Feind an den Pamunkey vordränge, ehe die Räumung von Whitehouse vollendet wäre. Diese Gefahr ward durch die hartnäckige Tapferkeit der M'Call'schen Division und des Por- ter'jchen Armeekorps am 26. und 27. Juni glücklich abgewendet. Als der Feind am Nachmittag des 28. an den Pamunkey gelangte, fand er ein leeres Nest. 4) Die Hauptgefahr, daß es dem linken Flügel des BundesheercS nicht gelingen würde, bis an den James River vorzudringe n und die Verbindung mit den Kanonenbooten, sowie mit der zu schaffenden neuen OpcrationsbasiS herzustellen; mit andern Worten, daß sich das BundeSheer zwischen zwe Stühle aus die Erde setzen würde. Diese letzte Gefahr ist es, die eingetreten ist, das ganze Unternehmet» vereitelte und das Bundesheer zum Rückzug gezwungen hat. Nachdem sich die früher nördlich vom Chicka- homiuy stehenden Truppen in Folge der Schlachten am 26. (bei MechanicSville) und 27. Juni (bei Gaine's Mühle) über den Chickahominp zurückgezogen hatten, am 28., 29. und 30. Juni unter fortwährenden Scharmützeln nach dem James River marschirt waren und bei der projek- tirten neuen Operationsbasis (TurkeyBend, 19 englische Meilen stromaufwärts von Citp Point) Posto gefaßt hatten, ohne bis dahin ihre Stellung sichern zu können, warf der Feind sein ganze- Heer gegen die neue schwache Stellung vor und bedrängte M'Clellan so stark, daß dieser, obschon er mit Hilfe der Kanonenboote am Abend des 30. den Feind zum Weichen zwang und 2000 Gefangene machte, es nicht auf eine Erneuerung der Schlacht ankommen lassen konnte, sondern sich 17 englische Meilen weit zurückzog. Der Raum gestattet uns nicht, die sechstägigen Kämpfe im Einzelnen zu schildern; wir beschränken uns auf einige, den Korrespondenzen der „Neu-Aork Times" entlehnte Mitthei- lungen, worin die Vorgänge der ersten drei Schlachttage nur kurzangedeutet, dagegen diejenigen, welche die letzte Entscheidung herbeiführten, genauer geschildert werden: Sech» Tage lang hat sich da« Bundesherr fast «yne Unterbrechung im Kampfe mit dem Feind befunden, ehe die von M'Clellan beschlossene Frontveränderung vollbracht werden konnte. Am Mittwoch den 25. der Kamps aus dem äußersten linken Flügel am White Oak Swamp. Am Donnerstag den 26. das blutige Tressen auf dem äußersten rechten Flügel bei MechanicSville. Am Freitag eine der blutigsten Schlachten, die je aus dem amerikanischen Kontinent stattgesunden haben, aus dem linken (nördlichen) Ufer des Chickahvminy, dri, Gaine'S Mühle. Am Samstag ersolgte nach dem Rückzug des am Tag zuvor engagirten rechten Flügels ein Angriff d-S Feindes gegen die Front des Bundeslagers. Dieser Angriff, ward vom General Shmitt mit großem Ersolz zurückgeschlageu. Der Feind wiederholte ihn nicht, sondern zog in großer Stärke nach dem Pamunkey, in der Hoffnung, das Armeedepot in Whitehouse zu gewinnen, fand aber zu seinem Verdruß, wie schon angegeben , em leeres Nest. Das Bundesheer benützte die so gewonnene Zeit, um die Verlegung seiner Stellung nach dem James River beträchtlich zu fördern. Am Sonntag früh wurden die Brigaden SickleS, Grvver und Patterson, welche die Deckung des rechten Flügels bildeten, nach der zweiten Redoutenlinie zurückgezogen, wo sie mit Nichardsvn's und Kearney'S Divisionen eine Schlachtlinie bildeten und bis 8 Uhr stehen blieben, während da« Hookcr'sche Armeekorps nach dem James River zuzog. Der Feind, dies bemerkend, machte in der Nähe der Eisenbahn bei SavageS Station einen Angriff auf Hooker's Nachhut. ward aber mit Verlust von zwei Kanonen durch die Meagher'sche Brigade zurückgeschlagen. Am Nachmittag hatte die Division Sedgwick, welche die letzte Nachhut bildete, in der Nähe von SavageS Station wiederum ein Gefecht mit dem Feinde zu bestehen. Erst in der Nacht zum Montag 4 Uhr überschritt sie den White Oak Swamp Creek (der sich 4—5 Meilen südlich von der Eisenbahnbrücke, vou Westen nach Osten fließend, in den Chika- hominy ergießt). Mittlerweile hatten bereits die Divisionen KeyeS und Porter die Stellung am James River in der Nähe von Turkey Island erreicht. Während am Montag Morgen das Gros der Armee seinen Marsch fortsetzte, ward gemeldet, daß der Feind sich zur Verfolgung anschicke. Es war Befehl ertheilt. die Brücken (über den Withe Oak Swamp Creek) zu zerstören, und Ayer'S Batterie ward aus einer den Zugang dahin beherrschenden Anhöhe aufgestellt. (Hier ist über den Umstand hinweggeschlüpst, daß die Grap« Vine Brückt und die Bottom Brücke über den Chickahvminy nicht abgebrochen worden waren. Denn wäre dies geschehen, so hätte der Feind nicht so bald bei dem Ereek erscheinen können.) Der Rückzug am Sonntag und Montag geschah in vollkommenster Ruhe und Ordnung. Selbst eine Heerde von 2500 Stück Rindvieh ward in vollster Bequemlichkeit mit getrieben. Dir Artillerie und der ungeheure Bagagetrain bewegten sich ohne Störung auf vortrefflichen Wegen nach der neuen OperaiionSbasiS zu. Fünf Meilen vom Flusse theilte sich der Hauptweg in drei, di« in verschiedenen Richtungen nach dem Flusse führten und der Train ward auf alle drei vertheilt. General M'Clellan, der sein Hauptquartier zu Lavage« Station bei Tagesanbruch am Sonntag verlassen hatte, nahm das ei« Meile inland von Tmkey «end gelegene Landgut Malven» HMS in Besitz und richtete dort sein neues Hauptquartier ein. Um 2 Uhr Nachmittags (Montag) hörte man heftiges Feuern vom White Oak Swamp her, wo der Feind den von Ayer'S Batterie ver- theidigten Uebergang über dm Creek zu erzwingen suchte. Nachdem es zwei Stunden angehaltm. hörte man plötzlich eine heftige Kanonade auf der Linken in der Richtung von der Charles City Chaussee her. Doit war eine enorme Hecresmacht frischer feindlicher Truppen direkt von Richmvnd erschienen und halte einen Angriff aus unsere, die Straße deckenden Batterien begonnen. In aller Hast wurden die Korps unter Porter und KeyeS nach der Front vorgeschickt. Gegen 5 Uhr Abends kam das Getöse des Kampfes näher und näher, und hinter einem Gehölze sah man den Staub und Rauch in dichten Wolken aussteigrn. Di« Gefahr stieg und eine letzte Krisis schien bcvvr- zustehen. In dieser schrecklichen Lage wurden die Trainwagen ein wenig zur Rechten als eine Art Wagenburg aufgefahren. So weit sich aus dem Getöse erkennen ließ, drang der Feind, vom Walde gedeckt, bis auf weniger als eineMeile an unserHauptquartier vor. Da fuhren die Kanonenboote „ Galen a" und „Arrvstoock" vor und er- vfsneten ein Bombardement aus die Waldecke, durch welche allem Anschein nach der Feind unsere Linke zu überflügeln suchte. Dies hatte wenigstens die davon erhoffte unmittelbar« Wirkung; der Feind wich vor unserer Linken ein wenig zurück. Dagegen tobte der Kamps mit furchtbarer Heftigkeit aus dem Zentrum und der Rechten. Um diese Zeit hielt es General M'Clellan für angemessen, dem Prinzen von Jvinville und seinen Reffen Depeschen an die Regierung zur Be« sorgung zu übergeben (d. h. sic in Sicherheit zu bringen, damit sie nicht sammt dem ganzen Generalstab gefangen würden). Er selbst begleitete sie nach dem Kanonenboot .Jacob Bell", nahm dort von ihnen Abschied, und kehrte dann nach seinem Hauptquartier zurück. Der Korrespondent der „Times", der dcn Schauplatz mit dem „Jacob Bell" verließ, faßt den letzten Eindruck, den er mrtnahm, wie folgt zusammen: „Alle Anzeichen sprechen dafür , daß der Feind fortfahren wird, unsere Stellung zu bedränge» und unsern Truppen Tag und Nacht keine Ruhe zu geben, bis sie dislozirt oder gezwungen worden sind, sich ein- zuschiffen." Das Weitere meldet die folgende telegraphische Depesche: Fort Monroe,). Juli. Ein Kanonenboot ist so eben vom Schauplatz der gestern 10 Meilen oberhalb City Point am James River statt- gehabten Schlacht cingetrossen. Die Armee hat sich nach viertägigen Kämpfen ungefähr 17 Meilen weit zurückgezogen. Die gestrige Schlacht war fürchterlich. Das Zahlenverhällniß zwischen dem Feinde und uns war 3 zu 1. Die Schlacht ward'vvn den Landtruppen begonnen. Nach etwa vierstündigem Kampf kamen unsere Kanonenboote in Schußweite und warfen ihre Bomben unter die Rebellen. Diese hielten es ungefähr zwei Stunden aus, und wichen dann zurück. Unsere Truppen haben trotz der ungünstigen Lage, in welcher sie sich befanden, eine beträchtliche Zahl Kanonen genommen und 2000 Gefangene gemacht. Unter diesen befindet sich der Rebellengeneral Magruder. Das Schlachtfeld war in der Nähe der Turkey Creek. Die Rebellen bewerkstelligten ihren Rückzug in der größten Verwirrung und mit schwerem Verlust. Man glaubt, daß ihr Verlust größer ist als der einstige. Indessen weiß man darüber nicht« Zuverlässiges. Viele Nuferer Kranken und Verwundeten mußten nolh- tzkdrnngen zmückgelassen werdnr. Es sind hier natürlich zahllose Gerüchte im Nmlaus ; ich berichte aber nur, was zuverlässig ist. Als Leitfaden zur Anordnung der demnächst zu erwartenden massenhaften Einzelheiten der sechstägigen Schlacht lassen wir hier eine Bezeichnung der einzelnen Treffen, Schlachten :c. folgen: Dienstag, 24. Juni, Beginn bei Räumung von White House. Mittwoch, 25. Juni, Tressen bei White Oak Swamp (linker Flügel). DoNNcrstäg, 26. Juni, Treffen bei Mecha«ieSville (rechter Flügel). Freitag, 27. Juni, Schlacht bei Gaine'S Mühle. Samstag, 28. Juni, Okkupation von White House durch, die Rebellen. Scharmützel am Chickahvminy. Sonntag, 2A. Juni, Treffen bei SavageS Station. Montag, 30, Juni, Schlacht am James River. Dienstag, 1. Juli, Rückzug M'Clellan'S. Neu-Bork, 4. Juli. (N.-I. H.-Z.) Die seit gestern von der Armee vor Richmoud ringctroffenen, zum Theil einander widersprechenden Nachrichten lauten etwas günstiger. Wir lassen einen Auszug folgen. Eine angeblich vom General M'Clellan im Kriegsmimsterium empfangene Depesche, datirt Berklep, Harrisonö Bar, 2. Juli, 5'/, Ühr Nachmittags, meldet, daß es ihm gelungen, seine Armee in der Nähe dieses Platzes, am Ufer des James River, in Sicherheit zu bringen, daß er nur eine Kanone und eine» Train Wagen verloren, daß er ferner den Feind geschlagen habe, und unsere Truppen tapferer als je zuvor gejochten hätten; endlich daß Verstärkungen von Washington eingetroffen seien. Ein Bericht an die associrrte Presse, ebenfalls vom 2. d. M. datirt, gibt unsern Verlust an Tobten, Verwundeten und Gefangenen auf 15,WO bis 20,000 Mann an. Auch dieser Bericht stellt den erstgemeldeten großen Verlust an Geschützen in Abrede, und meldet, daß General M'Clellan die jetzige Position der Armee für besser halte, als die vor den Schlachten inoe gehabte. Der Feind soll 185,000 Mann stark gewesen sein, während die Zahl unserer Truppen auf nicht über 95,WO Manu angegeben ist. Seitens der Rebellen sind Richmouder Zeitungen zufolge die Rebellengeuerale Stouevall Jackson und Baruwell Rhett gefalle«. Der Gesammtverlust der Rebellen soll sehr bedeutend sein, ist aber in Zahlen nicht angegeben. Deutschland. *-(* Karlsruhe, 23. Juli. Wir sind in der Lage, mit« zutheilen, daß vorigen Sonntag den 20. d. M. z« Rippoldsau die Verlobung Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Leopoldine von Baden mit Seiner Durchlaucht dem Fürsten Herrmann zu Hohenlohe-Lauzenbnrg stattgesunden hat. * Karlsruhe, 23. Jul». Unser» Lesern ist bereits bekannt, daß der „Staatsanzeigcr für Württemberg" die Nachricht der „Süddeutschen Zeitung", das Auftreten des Hrn. v. Kerstorff in Wien betreffend, widerlegt hat. (S. gcstr. Bl.) Verwunderlicher Weise benützt der „Staatsanzeiger" diesen Anlaß zu einem Ausfall — nicht gegen die „Süddeutsche Zeitung", sondern gegen uns, die „Karlsruher Ztg." Wieso? Was haben wir denn verbrochen? Wir haben den Artikel der „Süddeutsch. Ztg."-adgedruckt, worin unter vielem Andern auch die bezügliche Notiz enthalten war, und uuS dadurch eine arge Schuld auf den Hals geladen! Nun hat diese Notiz zwar die Runde durch die deutsche Presse gemacht, aber das genirt unsern geehrten Freund in Stuttgart nicht; er hält sich lieber an Einen, und dieser ist, wie gesagt, nicht die „Süddeutsche Ztg.", welche dieselbe zuerst gebracht, und nicht die Menge anderer Blätter, in welche sie aus derselben übcrgegan- gen, sondern lediglich unser Blatt, welches in der gleichen Lage ist, wie die letzter»! Damit ist das Verfahren des „Staatsanzeigers" so deutlich gekennzeichnet, daß es im Grund eines Weitern nicht wohl bedarf; wir glauben denselben jedoch noch an Folgendes erinnern zu müssen. Wie er auch von der „Süddeutschen Ztg." denken mag, so wird er zugeben müssen, daß sie technisch sehr sorgfältig redigier wird und an Glaubwürdigkeit hinter keinem andern Blatte zurücksteht. Nun, dieses Blatt bringt eine Wiener Korrespondenz , welche die in Rede stehende Notiz nicht etwa ais ein vageS Gerücht, nicht als bloße Versicherung vom Hörensagen, sondern als Nachricht im Tone apodiktischer Gewißheit mittheilt. Begreiflich, daß sie sofort ihren Weg auch in die andern Blätter fand. Und w i r hätten dieselbe unsern Lesern verschweigen sollen? Zudem haben wir es nicht einmal an der nöthigen Vorsicht fehlen lassen, indem wir den betr. Artikel mit folgenden einleitenden Worten Wiedergaben: „Man schreibt der „Süddeutsch. Ztg." und damit der letzten» ausdrücklich jede Verantwortlichkeit für den Inhalt zuschoben. Aus Alledem wird der „Staatsanzeiger für Württemberg" unschwer die Nutzanwendung ziehen können, daß, wenn er wieder einmal darauf aus sein sollte, uns Eins anzuhängcn, er es wenigstens geschickter anfangen muß, als diesmal. Mannheim, 23. Juli. (Mannh. I.) DieUebungen der Pion« irre, welche sich z. Z. hier befinden und am Hafen- eiugang ihr Lager aufgeschlagen haben, nehmen ihren besten Fortgang. Während gewöhnlich in der Morgenstunde die Hauptübungen vorgenommen wurden, fand nun auch das Brückenschlägen in vergangener Nacht von 9 bis 10 Uhr statt. Mit unglaublicher Schnelle und fast geräuschlos wurde der Giesen überbrückt und ebenso die Brücke wieder abgetragen. Alles ging ohne Unfall vor sich. Diese Nachtübungen deuten darauf hin, daß sich die Pionnierkompagnie am Schluß ihrer Hebungen befindet und unsere Stadt in Bälde wieder verläßt. * Berlin, 22. Juli. Se. Maj. der K ö.n i g hak heute den Grafen de Launay in besonnter Audienz empfangen, um ans seinen HäüVkn dessen Beglaülbigungsschreiben als Ge- sandter M Königs von Italien entgegen zu nehmen. — Hr. v. Clercq wird auf morgen aus Paris erwartet. — In Bezug auf die Münchener Konferenz hat Hr. v. Dal« wr'gk (nach der „Köln. Ztg.") vor einigen Tagen offiziell bestätigt, daß dieselbe kein Ergcbniß herbeigefübrt hat.Aus Hamburg wird der „Natronalzeitung" mitgetheilss' daß gleichzeitig mit den Japanesen ein Nderer hervorragender Gast aus der Ferne in Berlin verweilen wird. Es ist dies der Präsident der Negerrepublik Liberia, Mr. Benson. Ihn begleiten der schwarze Staatssekretär und verschiedene Diener. Der Präsident will Handelsbeziehungen mit Preußen anknüpfen. Dänemark. Kopenhagen, 20. Juli. (H. N.) Bei der gestrig«« Ankunft der Könige war die ganze Stadt festlich geschmückt mtd die Menschenmenge in den Straßen so groß, daß der Zug nur Schritt für Schritt fahren konnte. Auf dem ganzen Weg war endloser Jubel. Die beiden Könige, welche in einem offenen Wagen fuhren, wurden von den dichtbesetzten Fenstern mit Blumen beworfen. König Friedrich VIl. brachte ein Hoch auf die Kopenhagener Kommune: „Ich bringe Euch meinen Dank für den schönen, gesegneten Tag, den Kopenhagen mir und meinem lieben Freunde und Bruder heute bereitet hat." König Karl XV. sagte: „Ich danke Euch herzlich für daS Fest, welchem ich jetzt in Dänemarks alter Hauptstadt an der Seite des Königs von Dänemark beizuwohnen die Freude habe. Seid überzeugt, dieses wird von mir nie vergessen werden. Ich danke Euch auch für den gastfreien schönen Empfang, den Ihr kürzlich schwedischen und norwegischen Jünglinge» bereitet. Sie wurden von König und Volk so schön empfangen, daß die Erinnerung daran so fest in ihrer Brust ist, als wäre es in den alten Felsen des Nordens eingehauen." Den vom großen Festzug gebrachten Gruß empfingen die Könige vom Schloßbalkon. Als König Friedrich VIl. mit einer über den großen Platz hörbaren Stimme eine herzliche Danksagung aussprach und seine Hand in die des Schwedenkönigs legte, wurde die Rede vou dem endlosen Jubel derdessen ganzen Platz dicht füllenden Menschenmaffe unterbrochen; ähnlicher Jubel erscholl am Ende der Rede. Heute Vormittag ist König Karl XV. über Helsiugör abgereist, von dem König vou Dänemark bis nach Helsingör und an Bord begleitet, wo beide Könige sich zum Abschied umarmten. Frankreich. Z Paris , 22. Juli. Für den Augenblick ist es fast ausschließlich die mexikanische Expedition, welche die öffentliche Aufmerksamkeit beansprucht, und selbst Italien, wo abwechselnd Mazzini und Garibaldi spuken und dem Minister Ratazzi das Leben sauer machen, tritt für den Augenblick in den Hintergrund. Unter den abgehenden Verstärkungen werden ungefähr 10,000 Mann Artillerie, Kavallerie, Train und Genie sein. Da der Transport von Spezialwaffen (der Pferde, Geschütze, Wagen und Brückenparke halber) auf 2000 Fr. per Mann zu stehen kommt, so kann mau ungefähr seichst ausrechnen, was diese Expedition kosten wird. Die Expedition nach Cochinchina kostete für die französische Marine allein 91 Millionen; die Rechnungen des Kriegsministeriums sind noch nicht aufgeftellt. — Ich hatte Gelegenheit, einen Brief des Generals Lorencez anseine Schwester, Frau v. S.... e, zu lesen. Der General ist mit seiner Umgebung eben so unzufrieden, als seine Umgebung mit ihm, und zwischen Lorencez und Douay scheint es noch schlimmer zu stehen. Die Position, welche das Erpeditionskorps gegenwärtig inrichat, schildert der General als gesund; in Vera Cruz jedoch verlor er binnen 3 Tagen 42 Offiziere und 380 Mann durch den Vomito negrv; sein Korps ist auf 5000 Mann zusammengc schmolzen. Frankreich und Rußland haben sich nach dem „Temps" über die Redaktion einer gemeinschaftlichen Note in der serbischen Angelegenheit geeinigt. Diese Note soll einen Kongreß über die orientalische Frage beantragen. — Die Wahlschlacht in dem Departement der beiden Sevres ist vorläufig unglücklich für den Präfekten und seinen Kandidaten ausgefallen. Es erhielt Hr. Plassiart Sohn 1556, der offizielle Kandidat, Hr. Du Hamel, 1343, und der liberale, Hr. Tonnet, 571 Stimmen. Da keiner der Gewählten die absolute Majorität der eingeschriebenen Wähler erhalten hat, so muß eine Nachwahl stattfinden. — Hr. Louis Veuillot, der bekannte Redakteur des früher» „Univers", vermählt sich mit einer Marquise v. Champagne. — 3proz. 68.30. Cred. Mob. 825. Ost 536.25. Großbritannien. * London, 21. Juli. Unter den Reisenden, die gestern mildem Dampfboot „Arabia" aus Neu-Jork in Liverpool angekommen sind, befanden sich der Prinz v. Joinville, der Graf ».Paris und der Herzog v. Chartres. Ueber die Gründe ihrer Abreise aus Amerika sagt ein Washingtoner Malt: Personen, die im Vertrauen der französischen Prinzen stehen sollen, erklären ihre zeitweilige Entfernung aus der Armee mit sehr dringenden Familienangelegenheiten. Der Herzog von Montpensier, so glaubt man, der seit seiner Vermählung mit einer spanischen Prinzessin sich ernstlich mit der HoKnmg trägt, früher oder später als König oder Präsident zur Regierung v. Meriko berufen zu werden, und der die jetzige Gelegenheit für günstig erachtet, hat alle Mitglieder zu sich geladen, um mit ibnen die Sache zu berathen und ihre Meinung zu hören. Die französischen Prinzen gedenke« auf ihren Posten zurückzukehren, sobald das wichtige Geschäft, welches sie heimruft, abgethan ist. Deutsches Schützenfest. . — Frankfurt, 22. Juli. Der Senat hiesiger Stadt hat folgende Zuschrift an das Zentralkomitee des deutschen Schützenfestes gerichtet: „DerSenai der freien Stadt Frankfurt an das Zentralkomitee für das deutsche Schützenfest in Frankfurt 1862. Mit dem heutigen Tage endigt das nationale Fest, welche« vou Theilnehmern aus asten Gauen des deutschen Vaterlandes in Frankfurt am Main, der alten Reichsstadt, gefeiert worden ist. Der Senat dieser Stadt erfüllt, bei dem chWigen Verlaufe des Festes, eine ihm angenehme Pflicht, wenn er mit diesem öffentlichen Erlaß Dank und Anerkennung für Alle ausspricht, welche mit Hingebung und Ausdauer, mit Umsicht und maßvollem Ver- staudniß gegebener Verhältnisse da« Fest im Ganzen und Einzelnen vorbereitet, geleitet, und zu allseitiger Befriedigung durchgeführt haben. Den stammverwandten Gästen, welche dem nationalen Feste ihre brüderliche Theilnahme geschenkt haben, ruft der Senat, zur Erinnerung und ewigem Gedächtnitz, das „Willkommen" nach, welches sie bei ihrem Einzüge in die Stadt des Festes au« Aller Mund begrüßt hat. Das Fest war groß und schön; aber weitaus schöner und größer ist die Bedeutung, welche ihm mefien werden darf. Um dieser Bedeutung willen und um der Uebe ugung -er Zus mmengehörigkeit und nothwendigen Eintracht, welche da- Fest durchweht hat, zur dauernden Erinnerung für alle Zeiten Ausdruck zu geben, wird der Senat dafür Einleitung treffen, daß da« hehre Standbild, um welches wahrend des Festes Hunderltausende sich geschart, in würdiger Ausstattung im Herzen der Stadt, aus historischem Boden bleibend, aufgerichtet werde. Der Senat ist der Ueber- zeugung, daß er hiermit einem Wunsche entgegenkommt, der in den Herzen aller seiner Mitbürger lebt. Der Senat, in dankender Anerkennung der ganzen Geschäftsführung des Zentralkomitee's, läßt die gegenwärtige Verkündigung in einmaliger Ausfertigung dem Zentralkomitee des allgemeinen deutschen Schützenfestes unter dem Ersuchen zugehen, die thun- lichst beförderte Veröffentlichung derselben zu bewirken. Frankfurt am Main, den 22. Juli 1862. Bürgermeister und Rath der freien Stadt Frankfurt, vr. Neuburg. vckt. vr. Boltog." * Frankfurt, 22. Juli. Eine kleine Ermüdung sah man beim Beginn des heutigen B an kc ts auf allen Gesichtern. Aber die Gemüther belebten sich von Rede zu Rede, und das letzte Festessen schloß mit einem Enthusiasmus, wie wir ihn bisher kaum noch erlebt hatten. Hr. vr. Stern aus Frankfurt eröffnete die Reihe der Reden mit einem Danke auf die deutschen Volksvertreter, welch« ihre 'wichtigen gesetzgeberischen Arbeiten unterbrachen, um uns zu besuchen. Er schloß mit den Worten: „Streben wir nach dem Ziele eines aus der freien Wahl des Volks her- vorgegangeneu Parlaments. Das deutsche Parlament lebe hoch!" Hr. Cetto aus Trier, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, bettat sodann die Tribüne, um für die Sympathien zu danken, mit welchen sie empfangen seien. „Wir werden diese Sympathien zu verdienen juchen und zu verdienen wissen. Möge Deutschland mit allen feinen Stämmen, den Oesterreichern, Preußen, Bayern und allen übrigen zu einem freien, einigen und festen Deutschland sich vereinigen!" Als Hr. Courti aus St. Gallen, Mitglied des schweizerischen NationalrathS, auf der Rednerbühne erschien, wurde er von der ganzen Versammlung mit lautem Beifall empfangen. Seine Rede war eine der ergreifendsten, welche noch bei den Banketten gehalten worden. Er sagte u. A.: „Deutsche Männer und Schützcnfreunde! Ich bringe Euch nochmals einen Gruß, den herzlichsten und treuesten, von dem Lande der Alpen, au« der Mitte seiner Bundesversammlung und, ich darf eS sagen, aus dem Herzen seines Volkes, und bringe Euch den Dank, den tief gefühltesten, immer bleibenden, für den nicht nur äußerst ehrenvollen, sondern zugleich.so brüderlich warmen Empfang, womit Ihr unsere Schützen, unsere Repräsentanten, bei Eurem Feste ausgenommen, gehegt und gepflegt, glücklich und begeistert gemacht habt. Hier glänzt mein vaterländisches Kreuz auf dem deutschen Boden, neben dem schwarz-roth-golbenen Banner, dort inmitten der Adler der alten, freien, immer jungen, immer treuen, theuren, für die Freiheit glühenden Reichsstadt und Hansagenossin. Und das ist kein eitel Schauspiel! Soweit ein Ländchen, welches vor Allem entschlossen ist, seine Selbständigkeit zu wahren, die Freiheit, von den Ahnen ererbt, sich zu erhalten, soweit ein solches Ländchen nicht annerirt — wir lassen uns nicht anneriren — »her erobert werden kann, habt Ihr uns erobert, Ihr habt unsere Herzen ans immer erobert!" Die Schweizer drückten die dargereichte Hand um so inniger, als eS in Wahrheit eine Bruderhand, die Hand des großen Mutterlandes, sei, mit dem die Schweiz das Beste in Kunst und Wissenschaft, in menschlicher Gesittung, in den höchsten Zwecken der Humanität theile. „Auch in allein Uebrigen — fährt Redner fort — muß die leitende Idee Eures großen, nationalen, Eures wahren, wenn ich nicht irre, ersten nationalen Festes lebendig werden. Seid Ihr nicht eine Nation? Habt Ihr nicht ein Land, eine Sprache, eine Wissenschaft und Kunst, eine Gesittung, eine Geschichte, Vergangenheit, eine Zukunft? Habt Ihr nicht mit einander gekämpft in ernsten, großen Tagen? Habl Ihr nicht mit einander Euch frei gemacht? Und die Interessen selbst verlangen Eure Einheit, die Größe Deutschlands. Darf ich wohl in Eure Herzen greifen und fragen: Ist es nicht bei Euch eine gemeinsame Uebcrzeugung, daß Deutschland eine große Mission geworden ist (lang anhaltender Beifall), Schwerpunkt zu sein für alle großen Interesse^ der Humanität und des Fortschritts, des reinen, des geläuterten Humanismus ? Seid Ihr nicht hinaus über die kleinen traurigen Kämpfe der Konfessionen? Kümmert Ihr Euch viel um das Ziel des Ultramontanismus, das anderwärts so schwer drückt, daß man nicht einmal eine weltliche Herrschaft des Pfaffenthums (verzeiht mir diesen Ausdruck) verbannt und das Land der Selbstherrschaft der Bürger zu übergeben wagt, auch wo man noch so einstimmig, so treu, so redlich, so wohl begründet darnach ruft?!" Redner wirft nun einen Blick auf die ähnlichen Verhältnisse, welche die neuere Geschichte der Schweiz bietet, erinnert au die schweizerischen und deutschen Namen Zschvkke, Keller u.A., die indem Reformwerk der Schweiz glänzen, hebt den Antheil hervor, welchen die seit 1825 gefeierten Schützenfeste daran gehabt; so sei man schließlich einig gewesen, und habe nur die Form noch nicht gehabt. Auch sie habe sich dann gefunden. „So möge es auch in Deutschland gehen. Also auf den glücklichsten Schluß Eures herrlichen, begeisternden, hinreißenden Festes und auf den nachhaltigen segensreichen Erfolg desselben; auf die Verwirklichung, die nicht ausbleiben kann, der Ideen, die c» gegründet, die es geordnet, die cs auch durchgcführt haben. Ja, was wie ein elektrischer Schlag Euer ganzes Deutschland einmal durchzuckte, was dieses Frankfurt, in seinen Pallüsten sowohl als in seinen Bürgerhäusern so herrlich schmückte, was diese Hundertlausende herricf durch den Zauber der Sache und durch den Trieb des Innern, das muß in'S Leben, in's Fleisch und Blut übergehen und eine Zukunft gründen. Also auf den großen, nachhaltigen, segensvollen Erfolg Eures Festes, wie ihn die Besten unter Euch und die Besten Eurer Nation gedacht haben und, ich bin cs sicher, ganz gewiß festhalten werden, und daneben nochmals auf die Verbrüderung des nachbarlich kleinen Ländchen« mein doppeltes, dreifaches Hoch!" Nachdem der Redner unter noch einmal kräftig ausloderndem Enthu- iaömuS geendet hatte — sagt das „Franks. Journ." — , entstand eine Szene, wie sie Allen, die ihr beigewohnt haben, ewig im Gedächlniß bleiben wird. Eine Anzahl junger Mädchen, welche dem Banket beigewohnt hatten, scharten sich um den ehrwürdigen Greis, ergriffen von der Gewalt seiner Rede, drückten ihm dankend die Hand, und beschenkten ihn mit ihren Blumen. Er dankte tief gerührt, indem er jeder derselben einen Kuß auf die Stirne drückte. Die Umstehenden waren von diesem Zwischenfall aufs tiefste ergriffen. Hr. v. Cornberg aus Karlsruhe stattete den Dank im Namen der sämmtlichen Schützen für den herzlichen Empfang ab, und schließt: „Das ganze große Deutschland soll leben jetzt und immerdar!" Zum Schluß betritt Hr. vr. Jäger die Nednerbühne und verliest unter fortwährend sich steigerndem Beifall den vom 22. Juli datirten Erlaß des Senats der freien Stadt Frankfurt am Main an das Zentralkomitee für das deutsche Schützenfest. (S. o.) Die darin ausgesprochene, «cht patriotische und den Gehalt des Festes so würdig erfassende Gesinnung der Frankfurter Behörde ries einen wahren Sturm der Akklamation hervor. „Anknnpfcnd an diese Miltheilung des Senats", fuhr Hr. vr. Jäg er fort, „danke ich Euch Allen, die Ihr zum Fest gekommen, für Euren so überaus zahlreichen Besuch und rufe ich Euch bei Schluß des Festes ein herzliches Lebewohl zu. Frankfurt darf mit hoher Befriedigung auf die festlichen Tage zurückblicken, die jetzt hinter uns liegen. Frankfurt ist weit entfernt, sich das größte, geschweige denn daö ausschließliche Verdienst bei diesem Fest zuzumessen. Wir haben Euch Alle gastlich ausgenommen, und nach dem Sturm vom 6. Juli, der diese Halle brach, haben wir sie zu Eurem festlichen Empfang wieder ausgerichtet. Aber die höchste Zierde dieses Festes ist nicht diese Halle, sie ist der Geist, der in diesen Räumen von Anfang an gewaltet hat. Viele sind gekommen mit partikularistischen Ideen. Die aber von dannen ziehen, werden die nationale Gesinnung in alle deutsche Gaue tragen. Möge unser Schießen das Vorparlament sein, das uns ein deutsches Parlament schafft." (Bravo! Bravo!) Um 2 Uhr wurde das Banket aufgehoben und die Rednerbühne sosort zur Halle hinausgcbracht. Der offizielle Schluß des Festes gab jedoch noch nicht das Zeichen zum Ausbruch, sondern noch manches begeisterte Wort suchte die herrliche Feststimmung in kleinerem Kreise so lange als möglich zu bannen. Morgen ist kein Banket. — Frankfurt, 22. Juli. Die Tyroler Schützen haben nachstehenden Abschiedsgruß veriheilen lassen: „Frankfurter! Zum ersten Mal haben wir unsere Stutzen in größerer Zahl, statt an die Grenze, in das Herz von Deutschland getragen. Wir haben gefunden, was wir gesucht, — einen friedlichen Kampfplatz deutscher Wehrfähigkeit, eine auserwählte Stätte brüderlicher Vereinigung. Wir feierten ein Fest, das nicht dieser oder jener Partei, sondern in Wahrheit dem gesawntten Vaterlande angehvrt, ein Fest der Verbrüderung aller Volksgenossen aus Nord und Süd, aus West und Ost. Wie wir allen Deutschen ein brüderliches Herz entgcgenirugm, so hat sich uns das ihre brüderlich geöffnet. Wirkten so alle Deutschen in gleicher Eintracht zu einem gesammt- deutschen Fest, so verdanken wir doch Euch Frankfurter die Vermittlung de« Gelingens. Befriedigt und gehoben heimwärts ziehend, drücken wir Euch dankend noch die Hand. Worte reichen nicht hin, auSzusprechen, was Ihr in Thaten geübt. Doch wird Euch das laute Frohlocken und das freudige Auge der Alpensohne genugsam gesagt haben, wie tief wir Eure Herzlichkeit empfunden. Hilten wir Schmerzen aus der Heimath mitgebracht, in Eurer Mitte hätten wir sie vergessen! Wir danken Euch im Nanien unseres Landes. In Ttzrol werdet Ihr nirgends fremd sein. Von Thal zu Thal, von Berg zu Berg wird man'S erzählen, und jedes Kind im letzten Dorf soll es wissen, wie liebevoll Ihr uns ausgenommen, wie gastlich Ihr uns beherbergt habt. Gleiche Gaben können wir nicht bieten, aber gleiche Herzlichkeit wird das Alpenland crwiedern. Nehmet also unfern Dank, so wahr und warm wie Eure Herzen, so dauernd wie unsere Berge. Auf Wiedersehen! Die Tyroler Schützen. Frankfurt, 21. Juli 1862." Die Abgeordneten des WienerTurnvereins erließen folgendes Lebewohl: „An unsere deutschen Schützen- und Turnbrüder in Frankfurt. Bei unserm Scheiden aus Frankfurts gastlichen Mauern fühlen wir uns verpflichtet, für die uns zu Theil gewordene brüderliche Aufnahme unserm aufrichtigsten Dank Ausdruck zu geben. Lebet herzlich wohl, Ihr edlen deutschen Brüder! Möge eS unö gelungen sein, in Euer Aller Herz eine ebenso sreudigc Erinnerung zurückgelassen zu haben, wie wir sie in unsere Heimath mitnehmen. Lebet wohl! Ans freudiges Wiedersehen in Bremen! Franksurt, am 22. Juli 1862. D i e Abgeordneten des Wiener Turnvereins." »Frankfurt, 22.Juli. Aus den Preislisten vom 19. und 20. d. heben wir folgende badische Namen hervor Für den 19. d., imFeldkehr. M. Gottschalk (Schopfheim), Fr. Seiler (Freiburg), V.Ludwig (Mannheim), stuck. Fr. Amand (Heidelberg). Für den 20. d., im Standkchr: I. Sutter (Schopsheim), I. Rößler (Karlsruhe), I. Mafia (Lahr). Im Feldkehr-. B. Sutter (Schopfheim), N. Tntschler (Lenzkirch). Unter den Preisträgern im Feldkehr vom 20. finden wir auch einen, und zwar bisher den einzigen italienischen Namen verzeichnet. Es ist Don ato Paolo aus Pisa. — Frankfurt, s23. Juli. Tie gestern verkündeten Sieger beim Deutschen Schützenfest sind folgende: 1) Feldfestscheibe „Heimath". 1. Preis 1000 Festthaler, gestiftet vom Senat der freien Stadt Frankfurt, gewonnen durch 8. R. Sigrist ans Müllheim im Großherzogthum Baden, welcher jedoch zuvörderst sich als Mitglied des Deutschen Schiitzenbundes zu legitimircn bat. 2., 3. und 4. Preis kam mit gleichen Nummern an Joseph Oppenrieder ans Mar-Josephsthal, Wilhelm Kremplhubcr aus Tegernsee, und August Böllert aus Düsseldorf. Der 2. Preis ist ein silbernes Trinkhorn, gest. vom Nativnalverein; der 3. Preis ein silberner Pokal im Werth von 600 fl., gest. von den Deutschen in Rotterdam; der 4. Preis ein silberner Humpen (500 fl.), gest. von der Schützengesellschaft in Nürnberg; der 5. Preis ein Elfenbcinpokal. 2) Feldfcstscheibe „Schill": 1. Preis ein silbernes Trinkhorn, gest. von Herzog Ernst von Kvburg; 2. Preis ein silbernes Besteck, gest. von Braunschweig: 1. Preis gew. von Moritz Walker au« Thicn- gen, 2. Preis von Fellmann aus Glarus, 3. Preis von Wanges aus Hannover; 5.-8. Preis gewonnen mit gleichen (38) Punkten. 3) Feldfcstscheibe „Körner": 1. Preis silbernes Trinkhorn von Schützen in Wien, gew. von Friedrich Suri in Köln; 2.-6. Preis gew. von Jakob Müller aus Winterthur, von Wilhelm Weißmat aus Innsbruck, von Meckel au« Hcrborn, von Klein aus München. 4) Feldfestscheibe „Hofer": 1. Preis ein silbernes Besteck, gest. vom Bürgervcrein in Frankfurt, gew. von Schneider in Näfels (Glarus); 2. -5. Preis (mit 39 Nummern) gew. von Bockmann aus GoSlar, Siebiger aus München, Bicgele au« Chur, Schmidt aus der Schweiz. 5) Feldfestscheibe „Palm": 1. Preis cmOelgemäldc, gest. vom bayrischen Turnerbund, gew. von Weber in Hausen (Schweiz); 2. Preis (ebenfalls mit 40 Nummern) ein Dampfboot, gew. von Heinzle in Feldkirch. 1) Standfestscheibe Deutschland: 1. Preis Elfcnbeinpokal, gest. von der Stadt Wien, gew. von Bechtel aus Hanau; 2. Preis 1000 fl. vom Schützenverein in Frankfurt, gew. von Joseph Felz aus Bregenz; 3. Preis silberner Tafelaufsatz (875 fl.), gest. von Mitgliedern des preußischen Abgeordnetenhauses, gew. von Prös aus Braunschweig; 5. Preis Tafelaufsatz, gest. von Deutschen in Amsterdam, gew. von Schönebergcr in Kaiserslautern; 6. Preis Stutzen (290 fl.), gest. von den Turnern in Wien, gew. von Nik. Wende« in Neustadt (Pfalz); 7. Preis Stutzen der Deutschen in Zürich (280 fl.), gew. von I. I. v. Jenisch in Kempten. 2) Standfcstscheibe Rhein: 1. Preis silberne Kanne (400 fl.), gest. vom Liederkranz in Frankfurt, gew. von Enslin in Schwäbisch Gmünd; 2. Preis silberner Pokal, gest. von Barmen, gew. von Bockmann in Neuhaldesleben; 3. Preis Stutzen, gew. von Staufen in Nürnberg; 4. Preis 60 Flaschen Wein aus Deidesheim, gew. von Faßbinder in Luzern; 5. Preis 12 Eßlöffel, Suppenlöffel u. s. w. von Lüneburg, gew. von Heinrich Wring in Nürnberg. 3) Standfestscheibe Donau: 1. Preis Whitworth-Büchse (500 fl.), zest. von den Deutschen in Manchester, gew. von Bergmann in Innsbruck; 2. Preis-Gemälde, gew. von Stadler in Steinach (Tyrol); 3. Preis silbernes Besteck von den Schützen aus Oberösterreich, gewonnen von Wagner aus Cmmendingen; 4. Preis silberner Pokal, gest. vom deutschen Hilfsverein in Bern, gew. von Metzer in Saarbrücken; 5. Preis silberner Pokal der Männer-Gesangverein« in Frankfurt, gew. von Kuntner aus Altorf. 4) Standfestscheibe Elbe: 1. Preis silbemer Tafelaufsatz, gest. von den Deutschen in Prag, gew. von Spamann aus Ravensberg; 2. Preis silbernes Trinkhorn, von einigeil Bürgern Leipzigs, gew. von Frankenberger in Kaiserslautern; 3. Preis Tischgedeck (200 fl.) von der Schützmgilde in Elberfeld, gew. von Bors in Bieswcil (Bayern); 4. Preis Doppelflinte aus Hannover, gew. von Nägele aus Otto- beurcn; 5. Preis 12 silberne Cß- und 12 Theeloffel, gest. von den Frankfurter Bierbrauern, gew.von Müller aus Freiburg (Baden). 5) Standfestschcibe Weser: 1. Preis 100 Dukaten, gest. vom Fürst von Thurn und Taxis, gew. von Hausmann aus Erlen (Schweiz); 2. Preis ein Paar Pistolen der Hanauer Schützengesellschaft, gew. von Schmidt aus Näfels; 3. Preis ein Paar Pistole» der Schützengesellschaft in Regensburg, gew. von Wechsler m Ulm; 4. Preis Stutzen (175 fl.) des Nationalvereins, gew. von Krempclhuber auS Tegernsee. 6) Standsestscheibe Oder: 1. Preis: goldener Pokal der Schützen, gesellschaft in Koblenz, gewonnen von Faller aus Lenzkirch; 2. Preis: Gewehr der Gesellschaft Germania in Gent, gew. von Vil- lande aus Zürich; 3. Preis: Wappen, gest. von den Hauptschicß- ständen in Bozen, gew. von Mäscher in Bremen; 4. Preis; Kaffee- und Theeservice aus Kömzssee, gew. von Kirschhoum in Solingen; 6. Preis: goldene Uhr, gew. von Tritschler in Lenzkirch Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Hmn. Krsenlrin. Z.l.981. Stuttgart und Karlsruhe. 4 » 0 Anlehen großh. badischen Haupt-»»»NefldenMM Karlsruhe im Zahl 1862. Nachdem die Obligattonen von vorstehendem durch uns negoziirten Aylehen nnnmehr erschiene» sind, so fordern wir unsere Geschästsfteunde hiedurch aus, dieselben gegen bescheinte Rückgabe der von «ns ansgestellten Gutscheine in Empfang zu nehmm. Zur Erleichterung für unsere Abnehmer in Karlsruhe und Umgegend kann der Umtansch der Gutscheine gegen die definitiven Obligationen auch bei Herr» Heinrich Rosenfeldt in Karlsruhe erfolge». Stuttgart, den 5. Juli 1862. , , , „ Doertenbach L C" Stadt Karlsncher Obli- entgeaen, und empfehle .......... ., ...... .... -. - . daß in Gemäßheit des Erlasses des großherzoqlichen Stadtamts vom 22. vorigen Monats ans jeweils einzuholende Genehmigung diese Stadtobligattonen, ebenso wie die badischen Staatspapiere zur Anlage von Vormundschastsgeldern verwendet werden dürfen, wenn sich zur Unterbringung in der gesetzlich vorgeschriebenen Wesse keine Gelegenheit darbietet. Karlsruhe, den 5. Juli 1862. Heinrich Rosevfelbt. Z.m.390. Karlsruhe und Ottenhöfen. Forstlicher Verein für das Großherzogthum Buden Die Versammlung des forstlichen Vereins für das Großherzogthum Baden für 1862 findet Montag den 25. und Dienstag den 26. August in Achern statt. In der 15. Jahresversammlung des forstlichen Vereins sür das badische Oberland wurde in Erwägung, daß in allen Landesgegenden Mitglieder desselben sich befinden, und es passend sei, in der Zahl der Versammlungsorte eine größere Auswahl zu haben, der Beschluß gefaßt, den Verern aus seiner bisherigen Beschränkung auf das badische Oberland heraustreten zu lassen und ihn auf das ganze Land auszudehnen. Wir beehren uns, zu dieser Versammlung, bei welcher jeder Forstwirth und sich sür dieses Fach Jnteressr- rende willkommen ist, hiermit einzuladen. Da die Verhandlungen am Montag früh beginnen müssen, um für die Erkursionen dre nothrge Zert zu gewinnen, erscheint es wünschcnswerth, sich schon Abends zuvor einzufindm. Karlsruhe und Ottenhofen, den 20. Juli 1862. Der Präsident: L. Den gier. Der Sekretär: _ L. Werner. Dre von K. L Ä. Lembert in Augsburg empfiehlt den titt. Herren Fabrikanten und llngros-Handlungen ihr Fabrikat in bedrucktem und schwarzem Oberfilz und Futter zu Schuhen; sowie auch feinere Stoffe zu Kleidungsstücken. , Prompte und billige Bedienung wird zugesichert. Muster werden auf Verlangen nut Vergnügen zugesendet.___ Z.m.196. Z.m.399. In der C. F. Wioter'schen Verlagshandlung in Leipzig und Heidelberg ist erschienen und in der G. Braun'schen Hofb»chhandl»ng in Karlsruhe zu habm: Zanfir, Kart Friedrich, Deutschland nach dem 30jährigen Kriege. Dargestellt in politischer, materieller und socialer Beziehung und mit Rücksicht auf die Entwicklung des europäische« Staateospstems seit der Reformation, gr. 8. geh. Ladenpreis 4 fl. 48 kr. Der Verfasser stellte sich zur Aufgabe, im vorliegenden Werke Deutschlands Zustände und Aussichten nach dem 30jährigen Kriege in politischer, ökonomischer und socialer Rücksicht einer eingehenden historischen Betrachtung zu würdigen, und dürste die treffliche Behandlung des Gegenstandes das Werk nicht allein für den gelehrten Forscher, sondern für jedwedm Freund des Vaterlandes anziehend machen. Z.m.96. Karlsruhe. Bekanntmachung. In der Woche vom 17. — 23. August d. I. werden die über 6 Monate verfallenen Pfänder versteigert. Dienstag der 5. August d. I. ist der letzte Tag, an welchem die über 6 Monate verfallenen Pfandscheine zur Verzinsung noch angmommen werden. Karlsruhe, den 12. Juli 1862. LeihhauS-Verwaltung. L. Werber. Z.l.949. Rastatt. Ein Konditorgehilfe, welcher in der Bäckerei und im Garniren wohl erfahren ist, findet bis August Kondition. Auch findet ein Lehrling Ausnahme btt, Rastatt, den 8. Juli 1862, _ C F. Dell. Z.m.396. Karlsruhe. Laden zu vermiethen. In der Ritter- und Langenstraße Nr. 155 sind mehrere größere und kleinere Läden aus den 23. Oktober zu vermiethen. Z.m.207. Pforzheim. Hausversteigerung. Der Unterzeichnete ist wegen Geschäft-Veränderung gesonnm, sein am Schloßberg gelegenes Wohnhaus I-it. 4. Nr. 3 aus freier Hand zu verkaufen oder am Montag den 28. Juli d. I. auf dem hiesigen Rathhaus, Vormittags 10 Uhr, versteigern zu lassen. Dasselbe eignet sich zu jedem Geschäftsbetrieb ; cs enthält im 1. Stock 3 Wohnzimmer, 1 Küche, Comptoir und Fabriklvkal; 2. Stock 4 Wohnzimmer, Küche, Comptoir, Fabriklokal; 3. Stock, im vordem Gebäude, 2 Zimmer, nebst Alkoven und 1 Zimmer nach dem Hofe gehmd; 3. Stock, im Hintergebäude, mit 2 Wohnungen, die eine von 3 Zimmern und Küche, die andere mit 2 Zimmern und Küche; 1 geschlossenen Hof mit Waschküche; über derselben im zweiten Stock 1 Zimmer nebst Speisekammer; ferner : 1 großm gewölbten Keller und 1 Balkenkeller. Aus den Fabriklokalen können mit geringen Kosten Wohnzimmer hergestellt werden. Alles befindet sich im besten Zustande. Kaufliebhaber wollen sich unter dieser Zeit an Herrn Gemeinderath Kiefer wenden, woselbst die Kaufbedingungen eingesehen und ein Privatverkauf abgeschlossen werden kann. A Carlsberg. ' Z.m.402 Karlsruhe. Wetnverkauf. Aus meinem Patentkeller, Langelstraße Nr. 155, verkaufe ich Oberländer Tischwttne zu 14, 16, 18, 20, 24, 30 kr. und höher, Affenthaler zu 36 , 42 und 48 kr. per Maß im gesetzlichen Quantum. _ Daniel Meye r. Z.m.386. Oberkirch. VerkanfeinesHof- guts. In der Nähe von Oberkirch, in einer der freundlichsten. Lagen, ist ein Hofgut zu verkaufen, bestehend in einem zweistöckigen Wohnhaus, dessen unterer Stock 4, und der obere Stock 8 Zimmer enthält, Oekonomie- gebäude, Stallung für 16 Stück Vieh, 8 Schwein- ställen, Waschküche und Brennhau«, sodann 28 Morgen ohne Schwierigkeit zu bebauende Accker, 18 , gute Wiesen, 6 „ Weinberg in bester Lage und nnt vorzüglichen Rebsorten, 1 , Buschwald, 2 „ Reusseld. Das Ganze bildet ein geschlossenes Hosgut. Aus demselben ruhen keinerlei privatrechtliche Lasten und es kann auf Verlangen dem Käufer auch das vorhandene Mobiliar überlassen werden. Nähere Auskunft erthttlt Löwenwirth Krieger in Oberkirch. Z.m.391. Nr. 6291. Kenzingen. (Schuldenliquidation.) Damasius Fränzle von Wyhl, z. Zt. in Amerika, ist dahier um nachträgliche Au-wanderungserlaubniß einaekommen. Zur Schul- denliquidativn haben wir Tagfahrt auf Samstag den 26. d. M., srüh 10 Uhr, auf diesseitiger Kanzlei anberaumt. Kenzingen, den 18. Juli 1862. Großh. bad. Bezirksamt. D i l g e r. Z.m.392. Nr. 11,367. Mosbach. (Aufforderung und Fahndung.) Wilhelm Gröbe von Neckargerach, bis vor Kurzem am ErleSrain bei Mörtelstein als Eisenbahnarbeiter beschäftigt, ist der Entwendung von Pulver angeschuldigt. Derselbe hat sich über da« ihm zur Last gelegte Vergehen zu verantworten und sich zu diesem Behuf« dahier zu stellen, widrigenfalls lediglich nach Lage der Akten Erkenntniß ergehen würde. Gleichzeitig bitten wir um Fahndung, und für dm Fall solcher betreten werden sollte, wolle derselbe mittelst Laufpasses hierher gewiesm werden. Mosbach, den 16. Juli 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Hirschhorn. Z.m.403. Nr. 5240. Freiburg. (Aufforderung und Fahndung.) Michael MLßle von Hardheim, Amt« Breisach, ist brr Entwendung eines Schafes, zum Nachtheil de- Jakob Friedrich Wolf von Weisweil, und damit de« ersten gemeinen Diebstahls angeschuldigt. Derselbe wird ausgefordert, sich innerhalb 14 Tagen zu seiner Einvernahme dahier zu stellen, widrigen- das Erkenntniß nach drm Ergebnisse der Untersuchung gefällt würde. Zugleich ersuchen w,r in« großh. Polizeibehörden, auf den Angeschuldigten zu fahnden und ihn im Be- tretungsfalle Hieher einzuliefern. Freiburg, den 22. Juli 1862. Großh. bad. Landamtsgericht. L e i b l e i n. Z.m.388. Nr. 9518. Bruchsal. (Fahndungszurücknahme.) Wir nehmm hiermit unsere Fahndung vom 10. d. MtS. auf Matthäus Straubert von Oestringen zurück. Bruchsal, den 21. Juli 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Dietz. Frankfurt, 22. Juli 1862. StaatSpapiere. Oestr. Preuß. Bayern Wrtbg 5°/« Met. i.S. b.R. 5"/o do. in holl. St. 5°/« do. 1852 i.Lst. 5'/« do. 1859 . . 50/0 Lomb. i. S.b.R. 5'/oVenet.C.b.R.°/, 5°/, Nat.-Anl. 1854 5»/, Met.-Obligat. 5»/« do. 1852C.b.R, 4'/,«/, Met.-Oblig. 4°/, dto. 5»/n Oblig. b. Rth 4'/,°/. dto. 4»/„ dto. 3'/,°/,, StaatSsch. 5"/, 4. Emission 4'/,Vo Ijährig 4'/-"/° '/-jährig 4»/o Ijährig 4°/, '/-jährig 4°/, Ablös.-Rente bV 0/, 4>///o Obl. b. Rth. 4°/o ditto 3'/-°/» ditto 78V. P. 78V. P- 76V« P- 73V« P. 85'/. P. 76'/, G. 83V. b.G. 55 P. 55'/« P. 49'/« P. 44'/. P. 107'/, G. 102V, G. IMP. 90'/. P- 101V. G. 103 G. 103V« G. 101V, G. 101V, G. 101V« G. 105'/, P. 103'/« G. 99 G. Baden G.Hess. Nassau Brschw Lurbg. Franks. Span. Belgim Schwd. Schwz. N-Am 4'/,Vo Obligation. 4"/, dt«. 3'/,V« dto. v. 1842 5Vo Obligation. 4'/o dto. 3'/,°/° dto. 5"/, Oblia. b. Rth. 4'/,°/. dt». 4'/. dto. 3'/?/» dto. 3'/,V°O.b.R.L105 4°/^O.Fr.ü28kr.b.E. 3'/,V, Obligation. 3V, dto. 3'/o inl. Schuld 2»/, Schuld 4'/,V,O.i.Fr.ä28kr. 4'/,'« Obligation. 4'/,V°Pfbf.b.B.LE. 4'/,VoE.O.Fr.E 4>/,VoBern.St.-O. 4»/o dto. 5°/«Gs.St.O.Fr.28 6V,St.i.D.üfl.2.30 5°/, do. 1871 u. 74 101P. 101P. 96'/. G. 104 P. 101'/. G. 98 P. 104 P. 102V. P. 101P. 94'/, G. 93-/. P. S4'/«P. 99'/, P. 93V. P. 48'/, G. 44'/, G. 100'/, P. IW'/.G. 99V« P. 101V« G. 102'/. P, 96 G. 99'/, P. Diverse Aktie«, Gisenbahn-Aktie« ««d Prioritäten. 3<>/o Frankfurter Bank 3V« Oesterr. Bank-Aktien 5"/« » Cred.Ai.O.W. 3»/« Bayr. Bank L fl. 500 4"/o Darmst. B.-A. L fl. 250 4»/« Weimar. Bank-Aktien 4°/oMitteld.Cr.-A. L1MTH. 4»/, Nordd. Credit-Aktien 4°/» Luremb. Bank-Aktien Span. H. u. Jnd. Fr. 5ML28 TaunuSbahn-Akt. ü fl. 250 3' /,Vs Frankf.Han.Efnb.-A. 5VoOestcrr.StaatS-Esnb.-A. 5VMsab-B.fl.200pr.St.Vs Rhein-Nahe-Bahn 4V, Ldwh.-Bcrb. Eisenbahn 4 '/-/°Pf.Mar-Est.-A. b.R. 4' ,V,Bayer.Ostbahn-Aktim 4»^ Hess. Ludwigsbahn 123'/. G. Friedr.-Wilh.-Nordb.-Akt. 744 P. 5°/,Liv.-Flor.420Fr.L28kr. 198 b. 3"/, Oest. St.-Eisenb.-Prior. - — 3V,Oest.Süd.St. u.Lom.EB 219 b. G. 5V»Elisabethbahn-Privr. V, 82'/. P. 5V»Böh.W.-B.P.i.S.b.RV, 90'/, G. 4>/,°/o Hess- LdwgSb.-Prior. — — 5V,Oest.Ad.1.Pr.-O.i.Silb. 100'/. P- . . . 2. . — — 5VoLdwh.-Berb.Pnor.-Obl. 335 P. 4'/,»/. . . 73 b. 47. ... 228 '/, P. 4'/,'/»Rhein-Nahtb.Pr.O. 121 b. G. 4'/,V«Frkft.-Han.Pnor.O. 32V. P- 4V,Südd.Bnk.-A.30V,Einz. 137 P. Span.Cr.b.Percire70'/, , 111'/«b.G4'/,V» Bayer. Ostb. 30°/, . 107V, P- 3V^)eulsch.Phönir20V. . 125'/. G. 4V.Frkf.Provident.10V, . 54'/. P. 53'/. P- 79-/. P. 78 G. 101'/« P. 101'/. P. 102'/, G. IMP. 101G. 250 P. MOP. IMG. 147V. G IMP. Oest.250fl.b.R1839 2M , . 1854 IM.Pr.L.1858 . 500 „v. 1860V, 3'/,V.Preuß.Pr.A. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. M-fl.-Loose 35- Kurh.40Thl.L.b.R. Gr.Hess.50fl.L.b.R. . 25 „ „ » Nass. 25 fl. L.b. R. Sch.-Lippe25Thl.L. Sard.36Fr. L.b.B. Mail. 45 Fr. L.b.R. 2'/,Lütt.Pr.-O.b.G Vcrein«-L. L10 fl. AnSb.-Gunzenh. L. 99'/-P- 71P. 122 P. Wechsel-Kurse. «v- G. 9V«P. 1MV«P. 55'/. P- 57 P. 132V«P. 37V.P- 37'/« P- 31V, P. 52'/. P. 34'/-P. 37'/, P. 9V« G. 11V. G. Amsterdam k.S. Antwerpen , AugSbg.-sss.100. Berlin ^ Bremen . Brüssel » Cöln , Hamburg , Leipzig , London » Maild.i.Fr.200, München . Patts , Wim , 1MV,' B. 93-/. G. 1MB. 105'/« v. 96'/. B. 93-/. G. 105'/, B. 88-/« B. 105'/« B. 118V« G. 93V, G. 99V, B. 93'/« G. 93'/. G. DiSconto. 3'/° G. Gold «nd Silber. Pistolen Preuß. Fttedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Frankenstücke Engl. Sovereigns Gold pr. Zollpfund Hochh.Silb.p.Ipsd. Preuß. Cassensch. Dollars in Gold fl. 937 . 9 56'/, . 946 . 533'/. . 9 24'/, . 1155 , 803—8 . 5230 . 145'/, . 226 Druck »nd Verlag der G. Braun'schen Hsfbuchdruckerei. (Mit einer Vellage.)