Karlsruher Zeitung. Mittwoch, LS. August« U. 18 S. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch dir Pest im Großhrrzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeilr oder deren Raum 5 kr. Briese und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. L8S2 Karlsruhe, 12. August. Sechstes Bulletin über das Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Luise und der neugcbornen Prinzessin. Während des gestrigen Tages fühlte die hohe Wöchnerin vorübergehende leise Fieberbewegungen, welche im Zusammenhänge mit der eingetreleneu Milchbereitung standen, ohne jedoch bedeutendere Störung des Wohlbefindens zur Folge gehabt zu haben. Heute kann der Zustand Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogia ein befriedigender genannt werden. Die Prinzessin fährt in erfreulichem Gedeihen fort. Amtlicher Theil. Dienstnachrichten. Karlsruhe, 11. August. Seine Königliche Hoheit derGrößherzog haben Sich unterm 6. d. M. gnädigst bewogen gefunden, den Professor Fuchs in Heidelberg zum Beirathe der Sa- nitätskommission in thierärztlichen Angelegenheiten zu bestellen; dem Lehrer JosephAleckin Heidelberg die von ihm bisher provisorisch versehene Lehrstelle an der höhern Bürgerschule daselbst nach §. 1 des Gesetzes vom 30. Juli 1840 definitiv zu übertragen; de« Lehramts-Praktikanten vr. FriedegarMone dahier als Lehrer mit Staatsdiener-Eigenschaft, unter Vorbehalt seiner Versetzung zu einer Lehranstalt, anzustellen, und zu genehmige», daß derselbe einstweilen noch bei der Quellensammlung für die badische Haus- und Landesgeschichte verwendet werde. Sein« Königliche Hoheit haben ferner unterm 9. d. M. gnädigst geruht, den Professor vr. KnieS an der Universität Freiburg zum Direktor des Oberschulraths zu ernennen; zu Mitgliedern der genannten Behörde zu ernennen, und zwar mit dem Titel als „Oberschulräthe": den Oberkirchenrath Lau bis dahier, de« Professor vr. Frick, Vorstand der höhern Bürgerschule in Freiburg, de» Professor Grub er, Vorstand der höhern Bürgerschule in Baden, den Vorstand der höhern Töchterschule in Pforzheim, Georg Friedrich Pflüger, und den Pfarrer Adolf Armbruster in Kürzell; ferner in der Eigenschaft als Assessor den Sekretär Franz Siegel bei dem katholischen Oberkirchenrath; sodann den Referendar Wilhelm Nokk von Bruchsal zum Sekretär bei dem Oberschulrath, und den Revisor Anton Prestinari von dem katholischen Oberkirchenrath in dieser Eigenschaft zu der genannten Stelle zu versetzen. _ Nicht-Amtlicher Theil. Deutschland. ff Karlsruhe, 11. Aug. Wie un« mitgetheilt wird, ist die höchste Entschließung über die Besetzung des zu errichtende. Meine Jacht. (Fortsetzung aus Nr. 187.) Der Marschall bemerkte den Ekel, mit dem ich des Raufbolds Schimpfen und Drohen hörte. Er selbst war gelassen und entschlossen, bei ihm war es aber die Pflicht, nicht die Lust, Sklaven und ihre HelserShelser zu Hetzen. Er schrieb also kurz meinen Wohnort auf, den Namen der Jacht und die Namen meines SchifsSvolks, Wilm Bradstreet und Eli Cobb, und brachte seinen ungeschlachten Verbündeten mit guten Worten wieder in'« Uferbovt. Me der Bootshaken an die Wand meines Schiffs sich drückte, um abzustoßen, schien dem Marschall noch etwas beizusallen. „Angehalten noch einen Augenblick, Mister I" ries er dem Bootführer zu. „Hören Sie, Kapitän Pownall! Ich vergaß ganz zu fragen — haben Sie Gesellschaft au Bord?* „Nur einen Freund, Herrn Palrik Gartmore, einen naturalisirten Amerikaner, aus mein« Einladung hier.* „Keiner von dem gleihnerischm quäkerischm abvlitivnistischen Gist- gqücht d* knurrte von der Bank Hinte« im Boot her der Menschenleer. „Durchaus nicht*, versetzte ich, in stillem Vergnügen über die Ber- glrichung meines jagdliebenden Freundes mit einem Quäker; „Herr Gartmore denkt so ziemlich wie Sie über die Sklaverei. Ich zweifle, ob er überhaupt meint, Schwarze hätten Seelen oder seien mehr als Krisch- und Blut-Maschinen zum Baumwolle-Pflücken und Reis- Hacken.* Das schlug durch; der Negerjäger grinst«; der Marschall hieß den Bootführer „Fahrt geben*; und fort ruderten meine ungebetenen Gäste userwärtS. „Aber wo ist Herr Gartmore?* fragte ich etwas verwundert, wie der alte Wilm, der Tafrldecker sowohl und Koch als Fockmast-Matros« war, mit heißem Kaffee und Waffeln geschäftig sich vorbei schob; war doch den Oberschuilraths vorgestern von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog vollzogen worden. An die Spitze der neuen Behörde wurde Professor vr. Knies an der Universität Freiburg berufen. Zu Mitgliedern derselben wurden Oberkirchenrath Laubis, die Professoren vr. Frick in Freiburg und Gr über in Baden, der Vorstand der höhern Töchterschule in Pforzheim, Pflüger, und Pfarrer Armbruster in Kürzell, sodann als kameralistisches Mitglied Oberkirchen« und Oberstudienraths - Sekretär Siegel dahier ernannt. Nur bezüglich der Vertretung der philologischen Fächer sind die eingeleiteten Verhandlungen noch im Laufe. (S. auch Amtl. Theil.) 8* Pforzheim, 10. Aug. In der am letzten Donnerstag im Saale zur Post stattgefundenen Monatsversammlung der hiesigen Nationalvereins-Mitglieder machte zunächst der Vorsitzende, Hr. Fabrikant Ehrismanu, einen kurzen Ueber- blick über den gegenwärtigen Stand der Vereinssache. Hierauf hielt Hr. Direktor Pflüger einen Vortrag über die all- mälige Gestaltung des badischen Staats, von seine» ersten Anfängen an bis zu seiner jetzigen Konstituirung. Der Redner endigte seine historische Skizze mit der Einladung zu einem Hoch auf unser herrliches Land Baden und dessen geliebten Fürsten, der gerade an diesem Tag durch die Geburt einer Tochter erfreut worden war. Sodann trat Direktor vr. Lame - auf und schilderte nach Verlesung einer Zuschrift, die ihm vom Komitee für Errichtung eines Messenderg- Denkmals in Konstanz zugeschickt worden war, in kurzen, kernigen Worten die Bestrebungen dieses edlen Verblichenen um die nationale Angelegenheit und namentlich für Herstellung einer nationalen Kirche. Die wenigen Worte, die zur Bethei- liguug einluden, verfehlten des Eindrucks nicht, indem von den Anwesenden, obgleich die Versammlung gegen sonst nicht besonders stark besucht war, nahezu 26 fl. für den fraglichen Zweck beigesteuert wurden. Hr. Graveur Grimmer, der als einer der von dem Nativnalvereiu unterstützten Arbeiter zur Londoner Industrieausstellung geschickt wurde, machte sodann schließlich noch einige Mittheilungen über die am 28. Juni in London stattgehabte Versammlung der in England befindlichen Nationalvereins-Mitglieder. sf Heidelberg, 10. Aug. Wir haben schon zu wiederholten Malen Gelegenheit gehabt, der seit mehreren Jahren hier bestehenden, auf freiwillige Beiträge gegründeten Kind erst eil anstatt mit gebührender Anerkennung Erwähnung zu thun. Heute liegt uns ein eben veröffentlichter, von Professor v. Dusch und vr. Oppenheimer erstatteter Bericht über den weitern Fortgang dieser wohlthätigen Anstalt vor, aus welchem das Publikum und insbesondere die edeln Gönner der Anstalt mit Befriedigung entnehmen werden, daß dem Vertrauen der sich mehr und mehr herandrängenden Hilfesuchenden hier großentheils ein Erfolg entsprochen hat, welchen man in der That als einen besonders glücklichen bezeichnen muß. Wie sich die Anstalt einerseits der Huld und Unterstützung fürstlicher Herrschaften, der Ortsbewohner und auswärtiger Gönner zu erfreuen hat, so liegt auf der andern Seite auch ein beredtes und selbst rührendes Zeugniß in der That- sache, daß die von Vorübergehenden in den vor dem Hause angebrachten Opferstock gelegten kleinen milden Gaben laut Rechnüngsablage im verwichenen Jahre die Summe von 106 fl. 26 kr. eingebracht haben. Bringt man die gespendeten mein Gast von Gewohnheit ein Frühaufsteher; so spät war er noch nie aus dem Verdeck erschienen. Herr Gartmore habe arges Kopfweh, berichtete der Alte; er lasse sich empfehlen und werde, sobald er sich wieder wohl genug zum Aufstehen fühle, zu mir herauskommen. „Hoffentlich nichts Bedenkliche-, Wilm? Keine Anzeichen von Fieber?" fragte ich etwas bestürzt. „Nicht daß er wüßte*, entgegnete Wilm. „Der Herr habe gesagt, der Punsch von gestern Nacht sei vielleicht zu stark gewesen, aber vor Mittag werde er wieder so wohlauf sein wie ein Kajütenstuhl." „Schon gut, Wilm; nach dem Frühstück wollen wir Anker lichten und absteuern." Der Punsch; kurios! Ich hatte gemeint, er sei sehr mäßig stark ausgefallen, und bemerkt, daß mein Gast ein Erkleckliches vertrage. Aber das Eis, das sonst in jenem schwülen Himmelsstrich geistiges Getränke in Nektar verwandelt, Das machte vielleicht einen Unterschied....? Wir lichteten also die Anker und steuerten nach Osten zu ab. DaS User wich mehr und mehr zurück, und aus'« Deck kam Herr Gartmore, frisch und gesund, und entschuldigte sich wegen seines späten Aufstehens. Der Kaffee — deliziös, mache ihn mein Taseldecker! — habe ihm die Spinnweben auS'm Hirn gefegt; sein Kopfweh sei rein weg. Er war sehr munter und gesprächig, und lachte herzlich, als ich ihm von dem heute in der Frühe erhaltenen Besuch erzählte und die drohende Erscheinung des furchtbaren Josua Gregg schilderte. „Einer von den Männern, Herr, die gediegenem Gold rauh aus dem Erzgang gehauen gleichen", sagte er lobpreisenderweise; „ich Hab« von dem energischen Bürger im Nenorlihnser Picajähn *) und andern Zeitungen gelesen. Er ist unpolirt, aber der Art sind Columbia'- Stützen.' *) The New-OrleanS Picayune s.Halb-Real", >/i« Dollar, SechS- Pencej — bekannte, in New-OrleanS erscheinende Zeitung. D. Eins. Naturalien, Kleidungs- und Verpflegungsstücke, sowie die in mildthätiger Gesinnung unentgeltlich geleisteten Dienste Pier nicht in Anschlag, so beliefen sich in dem Zeitraum vom 1. Juli 1861 bis 30. Juni 1862 die ständigen Jahresbeiträge auf 977 fl. 22 kr. und die außerordentlichen Beiträge und Geschenke auf 217 fl. 52 kr. Als ärztliche Zugabe ist diesmal dem Jahresbericht eine populäre Belehrung in Betreff der Nahrung der Kinder, besonders während ihrer ersten Lebensjahre, beigefügt, welche auch für weitere Kreise viele beherzigeuswerthe Winke enthält. Mannheim, 8. Aug. (Sch. M.) Morgen wird auf dem Rathhause eine Versammlung zusammentreten, um sich über Mittel und Wege zu berathen, den Sammlungen für ein Wes« senberg-Denkmal auch hier Nachdruck und Erfolg zu geben. X Mannheim, 11. Aug. Die erste Nachricht von dem hochherzigen Gnaden« kt Sr. König!. Hoheit des Großherzogs erhielten wir gestern früh mit Eintreffen der Post durch Ihre Zeitung, und alsbald verkündete ein Extrablatt des „Maunh. Journ." das frohe Ereigoiß. Noch im Lauf des Vormittags schmückte sich die Stadt mit Fahnen, um dadurch dem hohen Spender der Gnade den Dank der Bevölke- rung zu erkennen zu geben. Am Abend brachen im Theater — wo zur Feier des hocherfreulichen Ereignisses der Geburt einer großh. Prinzessin Weber's Jubelouvertüre und ein schöner Prolog, gedichtet von vr. Koffka, gesprochen von Frln. Schäfer, sowie entsprechende Tableaur der Fcstoper vorausgingcn — nicht enden wollende Freudenbezeigungen aus. Heute soll eine Illumination des Löwenkellers stattfiu- den. Mit Freuden erkennt Jedermann, daß heute die letz- t e n Spuren einer unheilvollen Zeit vernichtet wurden. 4 Baden, 10. Aug. Wir haben eine geräuschvolle Woche hinter uns: außer zwei großartige» Bällen fand die Eröffnung deödeutscheu und des französischen Theaters statt. Ueber die erstere haben wir bereits berichtet; die andere fand gestern statt und bildete einen würdigen Pendant zu der Festlichkeit vom 6. d. Die glänzenden Theaterräume waren abermals überfallt; die Logeureihen waren von den reichsten und geschmackvollsten Toiletten besetzt. Die französische Opernvorstellung wurde eingeleitet durch Weber's Jubel- ouverture. Dieser folgte ein Prolog von Mery, vorgelesen von Monjauze. Die zahlreichen Beziehungen desselben fanden den geeigneten Anklaag. Darauf begann die Festoper, von HectorBerlioz eigens für diesen Abend kompouirt und vom Komponisten, der auch zugleich Verfasser des Textbuches ist, dirigirt. Sie führt den Titel „Beatrix und Benedikt", und) vereinigt in sich alle Vorzüge und Schattenseiten, die man aus des berühmten Meisters früheren Werken kennt. Bei reicher Gedankenfülle und Originalität ist die Musik zugleich tief empfunden, wohl durchgearbeitet, ohne Ueberladuug, und sprudelt von neuen Ideen; allein keine wird festgehalten, und es mangelt daher der Totaleindruck; das Tonwerk erscheint unruhig und unstet, wie ein Gemälde, das dem Auge keinen festen Mittelpunkt bietet, und wobei dieses dann von einer reizenden Gruppe zur andern irrt. Dennoch mangelte es nicht an großer dramatischer Wirkung, welche ihren Höhepunkt indem Schlußduett des ersten Aktes erreichte. Der Erfolg hätte noch bedeutender sein können, wenn dem Meister nicht sein eigenes „Jeder nach seinem Geschmack, Gartmore", sagte ich; „sür meinen Theil — wollt' ich lieber zusammenkrachen, wär' ich ein Land, als auf dergleichen kostbaren Pfeilern ruhen, wie Ihr liebenswürdiger Mitbürger einer ist." Gartmore lachte dazu ganz gemüthlich. Er war seelenvergnügt den ganzen Tag. Ein Mal befiel uns Windstille, allein ein günstige» Wehen erhob sich, den See kräuselnd; wir fuhren mit geschwellte»« Segeln nach Buffalo, wo wir mit ausgehendem Mond den Anker fallen ließen. Den größeren Theil des nächsten Tags verbrachten wir mit Herumwandeln in der Stadt, und ich erinnerte mich späterhin, daß Gartmore mich, in eine Billardpartie eifrig vertieft, verließ, unbemerkt sich entfernte: und erst nach mehr als zwei Stunden wiederkam; wie er denn, als ich das Billardzimmer verließ, sich bei mir einstellte und mich unter den Arm nahm. „Ich habe mir eine große Freiheit genommen, Pownall, lieber Junge", sagte er; „ich habe so halb und halb einem alten Freund ein Versprechen gegeben, Du würdest ihn und seine Frau eine Ver- gnügensfahrt auf dem Sommerset machen lasten. Willst Du wohl, wie ein guter gastfreier Kerl?" „Ei freilich. Jedem Freund von Dir!" „Oh!" fuhr Gartmore fort, „da ist er ja gerade über der Straße, und sieht dort in den Ellcnwaarenladen. Er ist zu kurzsichtig, um uns zu erkennen; gehen wir also hinüber und ich stelle Euch einander vor. Er ist ein vortrefflich denkender Mann und seine Frau eine höchst gebildete Dame." Damit zog er mich auf den Plattenweg gegenüber, wo sein Freund stand, halb fort und stieß ihn mit dem Elbogen an. Treffen unS gerade recht wieder, Kender! DaS ist mein gütiger Wirth. Professor Kender — Hauptmrnn Pownall —! Ich Hab« ihm von dem Einfall Deiner werthgeschätzten Gattin gesagt, Kender. Die arme Frau Kender ist recht leidend, aber gar liebenswürdig dabei, Pownall." (Fortsetzung folgt.) Tertbuch hindernd in den Weg getreten wäre. Ein großes Verdienst um da- geistvolle Werk gebührt dem Verein von trefflichen Kunstkräften, dem die Ausführung übertragen war, und wozu drei Pariser Theater, die italienische Oper, die ^ komische Oper und das lyrische Theater, ihre Koryphäen gesen- l vet Hutten. Sämmtliche entledigten sich ihrer schwierige« Auf- ! gäbe mit bewunderungswürdiger Meisterschaft. Wir haben besonders zu nennen, Frau Chartou Demeur, Frl. Monrose, Frau Geoffroy, die HH. Montaubry, Julius Leforl, Balanque und Prilleur. Neben den Sängern gebührt auch unser«« wackern Kurorchester ein redlicher Antheil an dem Erfolg des Abends, und wir glauben nur eine Pflicht zu erfüllen, wenn wir unsere volle Anerkennung den Mitgliedern hiefür aussprcchen. Kostüm und Szenerie waren von verschwenderischer Pracht. Stuttgart, 11. Aug. (W.Sltsanz.) Se. Maj. der K ö- nig hat sich heute zum Besuch der Königin der Niederlande auf eluige Tage nach dem Haag begeben. Stuttgart, 11. Aug. Der „Staatsanzeiger" schreibt: „Heute wurde der königl. preußischen Gesandtschaft dahier eine Note des königl. Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten übergeben, worin Namens der königl. Regierung die Ablehnung des mit Frankreich abgeschlossenen Handelsvertrags erklärt wird. Wenn die königl. Regierung einerseits von der bestimmten Voraussetzung ausgehen kann, hie- mit nur im wohlverstandenen Interesse des Landes, sowie im Einverständnisse mit der überwiegenden Mehrzahl der Betheiligte» in Württemberg selbst gehandelt zu haben, so glaubt sie andererseits eben so sehr der zuversichtlichen Hoffnung sich hin« geben zu dürfen, daß ihre Entschließung weder auf den Fortbestand, noch auf die gedeihliche Weiterentwicklung des Zollvereins von nachtheiligem Einfluß sein werde. Der Erhaltung und Erweiterung dieser segensreichen Einrichtung werden nach wie vor ihre Bestrebungen gewidmet sein; das tiefe und allseitige Interesse an dem Bestehen derselben aber kann als Bürgschaft dafür angesehen werden, daß der Zollverein auch diese Krisis überdauern und neu belebt und gekräftigt aus ihr hervorgeheu werde." Der „Allg. Ztg." zufolge hätte die württembergische Regie- rung mit der Ablehnung des Handelsvertrags zugleich eine Revision des Zolltarifs auf autonomer Grundlage und die Jnbetrachtnahme des österreichischen Anerbietens beantragt. Erst dann sollen Handelsverträge mit Frankreich, Belgien, England u. s. w. ins Auge gefaßt werden. , München, 10. Aug. Der „Württemb. Staatsanz." bemerkt in Betreff der bayrischen Erklärung wegen des Handelsvertrags, dieselbe laute „im Allgemeinen ablehnend". Die bezüglichen Aktenstücke seien in Form einer Note an die königl. preußische Gesandtschaft dahier abgegeben worden. Frankfurt, 11. Aug. (Südd. Ztg.) Der von der Pfingstversammlung bestellte Ausschuß wird sich, wie wir hören, am 19. (AbendS) und 20. August in Augsburg versammeln. Der Ort wird »nit Rücksicht auf den in Wien zusammentretenden Deutschen Zuristentag gewählt sein, an dem verschiedene Mitglieder des Ausschusses sich betheiligen werden. Frankfurt, 11. Aug. Die hiesigen Blätter veröffentlichen folgende Ansprache des Centralausschusses de- deutschen Schützenfestes: Deutsche Männer! Dar erste deutsche Bunderschießen ist vorüber. Der Jubel der Festhalle ist verstummt. Ihr seid zurückgekehrt an den heimischen Herd. Unter dem gewaltigen Eindruck des herrlichen Festes rusen wir Euch ein letztes Wort des Dankes und der Erinnerung nach. Der Dankes ! Denn wie wir auch sür unser Fest gewirkt, wir sühlen sehr wohl, wieweit unsere Leistungen hinter unseren eigenen Anforderungen zurückbleiben mußten. Wir wissen sehr wohl, wie erst der Geist, in dem Ihr Euch zusammengesunden, der Geist der nationalen Eintracht und Zusammengehörigkeit, das rechte Gelingen des Festes ermöglichte. Dank aber auch sür die zahlreichen Beweise der Theilnahme und Unterstützung, die wir von nah und fern in aufopferndem Beistand durch Rath und That, in ermunternden und anerkennenden Grüßen, in zahlreichen Ehrengaben erhalten haben. Aber auch ein Wort der Erinnerung an den hehren Geist,-der unser Fest ersüllle! E» war an Euch der Nus ergangen, Euch zu scharen »m das schwarz- roth-goldene Banner, und Zeugniß abzulegen sür das Einheitsbestreben ter Nation. Ihr seid diesem Ruf freudig gefolgt. „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, In keiner dcvth un« trennen und Gefahr/ Wir sind ein einig Volk von Brüdern! Das «rissen wir seit den Lagen unseres Feste«. Das bleibe sestgestellt als Markstein deutscher Geschichte! Seid eingedenk des MahnworteS, das rrns die eidgenössischen Schützenbrüder, unsere hochverdienten Gäste, einmüthig zugerusen: Nur eilt wehrhaft Volk kann sich die Freiheit und Einheit sichern! Noch sind «vir nicht am Ziele. Die volle Wehrhastigkeit unseres Volks ist noch nicht erreicht. AuS zehntausend Schützen besteht unser Bund — zur Zeit des zweiten BundeSschicßens in Bremen müssen wir nach Hunderttausenden zählen! Tann sind «vir gerüstet gegen jedweden Feind; dann sind wir ein Volk in seiner unantastbaren Machtherrlichkeit; dann wird der Genius unserer Nation von selbst jene Form schassen, die auf ewig unser Recht, unsere Freiheit und Einheit sicher stellt! Frankfurt a. Dt., 9. August 1862. Im 'Namen des Gesaurmt- sestanSschusseS: Das Zentralkomitee, vr. S. Müller. Kassel, 10. Aug. (Südd. Ztg.) Kurheffen hat sich seither von den Würzburger Konferenzeu fern gehalten; nur an den Verhandlungen über die Bundesfeldherrn-Frage hat es sich beiheiligt. Zur Kennzeichnung der Politik, welche daS neue Ministerium befolgt, ist deßhalb die dem karhessischea Vertreter am Wiener Hofe, Hrn. v. Schachten, ertheilte Weisung bemerkenswerth, an den Berathungen über die Reform- Vorschläge, welche von den Würzburgern demnächst io Frankfurt gemacht werden sollen, Namens Kurheffens Theil zu nehmen. Koburg, t l.Auz. (Südd. Ztg.) Heute starb hier, fern von seinem heimathlichen Wohnsitz, der Gutsbesitzer F.P. Guhl aus Deidesheim, das bekannte Mitglied der bayrischen Zweiten Kammer. Die deutsche Bundesstaats-Partei verliert in ihm einen einsichtsvollen und opferbereiten Vorkämpfer. Auf einer Reise nach Karlsbad war er vor einigen Wochen, von einem seiner Söhne begleitet, krank hier angekommen ; später war auch seine Gattin zur Pflege herbeigeeilt, aber die sorgfältigste Wartung und der beste ärztliche Beistand sind leider ohne Erfolg geblieben. Hannover, 9. Aug. (Fr. Z ) Die Aufregung, welche die Kalechiömusfrage und Pastor Baurschmidl's Vernehmung mit sich gebracht, hat leider auch zu einigen bedauerlichen Erz essen geführt. Gestern Abend war das ganze Polizei- und Gendarmcriekorps vor dem Hause des Konsistorialraths Niemann anfgcboten, um dieses gegen die Unbilden der aufgeregten Volksmenge, welche sich vor demselben gesammelt hatte, zu schützen. Es kam zu Thallichkcite»; auf beiden Seiten kamen Verwundungen vor, und zuletzt rückte ein Bataillon Garde an. Der Tumult daue«te bis Morgens 3 Uhr. An verschiedenen Häusern wurden die Fensterscheiben, auf den Straßen einige hundert Laternen zertrümmert, besonders sind die Kandelaber vor dem Theater hart mitgenommen, an denen nur hie und da noch eine ganze Glasglocke sichtbar ist. Auf heute Abend ist angesagt, daß nach ?Vr Uhr Niemand mehr auf den Straßen und um 10 Uhr die Wirlhshäuser geschloffen sein sollen. Die Konsistoriaträthe Niemann und Uhlhorn wurden heute schon auf dem Heimweg von der Vernehmung Baurschmidl's auf der offenen Straße von anständig aussehenden Leuten iusultirt und AbendS wurde der Erzeß von der Menge in der oben berichtete» Weise vor den Wohnungen der beiden Herren in gesteigerter Weise fortgesetzt. Der Magistrat hat im Anschluß an die Verfügungen der Behörden zur Aufrechthaltunz der Ruhe und im Einverständnis mit den Bürgervorstehern die Bevölkerung zur Befolgung der Verfügungen ermahnt; er vertraue seinen Mitbürgern, daß sie zu Ehren ihrer Vaterstadt die Wiederholung von unruhigen Bewegungen zu hindern wissen werden. * Berlin, 10. Aug. Die „Kreuzzeitung" begleitet die Note des Grasen Dernstorff vom 6. d. (s. gestr. Bl.) mit folgendes Bemerkungen: Es scheint uns i» der Thai die Sachlage jo klar und daS Recht wie die Pflicht der preußischen Regierung in dieser Frage so unzweifelhaft zu sein, daß wir die jetzt plötzlich hervorgetretenen österreichischen Einwendungen dagegen lediglich für politische Tendenzstückchen halten können. Auch wegen des Königreichs Italien hat — um Das hier gleich anzusügen — kürzlich ein scharfer Notenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich stattgesunden. Gras Rechberg schrieb über die preußische Anerkennung Italiens und theilte — gegen allen Gebrauch — seine Depesche auch den übrigen deutschen Hösen mit, obgleich sie hier in Berlin nur vorgelesen, nicht abschriftlich übergeben war. Die „Schles. Ztg." sagt: „So «veil wir haben in Erkundigung ziehen könne», war die österreichische Depesche an einige» Stellen mehr als unangemessen; sie ist aber von hier (Berlin) aus sehr scharf, doch in anständiger Weise beantwortet worden." Die „Stern-Ztg." hatte schon früher gegenüber der in Posen eifrig verbreiteten Nachricht, daß der Erzbischof von Posen bei seiner Anwesenheit in Rom den Rang eines Primas vou Polen erhalten habe, die Unbegründetheit dieses tendenziösen Gerüchts nachgewiesen. Heule koastatirl sie, daß auch die als ein Beweis besonderer Auszeichnung in Posen auSge- gebrne Ernennung des Erzbischofs zum Ehrenbürger von Rom — Diobltis komsnun — als eine Auszeichnung in diesem Sinne nicht betrachtet werden könne, da dieser Titel sämmt- lichcu zur Kanonisationsfeier in Rom erschienenen Erzbischöfen und Bischöfen ohne Ausnahme verliehen worden sei. Der Papst habe den Erzbischof einmal bei sich empfangen, und es sei demselben überhaupt keine Auszeichnung zu Therl geworden, die nicht gleichzeitig jeder der anwesenden Erzbischöfe und Bischöfe empfangen habe. Das Obertribunal hat auf die Beschwerde des Staatsanwalts, abweichend von den Erkenntnissen der Gerichte erster und zweiter Instanz, erkannt, daß der Redakteur der „Danzig. Ztg.", Rickert, unverzüglich zu seiner eidlichen Vernehmung anderweitig vorzulaven und nöthigenfalls durch die gesetzlichen Zwangsmittel zur Abgabe des von ihm verlangten eidlichen Zeugnisses anzuhalten sei. Hr. Rickert hatte bekanntlich den Wahlerlaß deS Kriegsministers v. Roon vom 27. März d. I. in seinem Blatte veröffentlicht und die Angabe der Quelle, welcher er diese Mittheilung verdankte, in dem gegen «hn angestrengten Preßprozcsse verweigert. Der König kehrte heute früh von Schloß Brauch hieher zurück. — Der außerordentliche Botschafter des Königs von Italien beiin russischen Hofe, General Graf Gerbair de Son- naz, ist mit Gefolge hier eingctroffen. — Marquis Pe- poli, der als künftiger italienischer Gesandter in Berlin bezeichnet wird, ist mit einer Prinzessin von Hohenzollern-Sig- «naringen verheirathct. — Die Kommission zur Vorbcrathung des Bockum-Dvlffs'schcn Entwurfs einer rhemisch-wcstphäli- schen Gemeindeordnung hat sich gestern mit Stimmengleichheit gegen das in dem Entwurf beibehaltene Drciklaffen- system bei den Gemeindewahlen entschieden; mehrere Mitglieder fehlten. Berlin, 10. Aug. (Köln. Z.) Die Budge lkoin Mission des Abgeordnetenhauses setzte gestern Abend ihre Berathung des M i l i t ä r e t a t s fort. Der Vertreter des Kriegs- miuisteriums, Oberst v. Bose, gab über dieGouverneur- stelle in Luremburg die Auskunft, daß nach einem 1815 mit Holland geschlossenen Vertrag Luremburg als Bundes« festuuz behandelt werden solle und daß in einem ferner« Vertrag von 1816 Holland an Preußen das Recht abgetreten habe, den Gouverneur und den Kommandanten zu ernennen, welche- Recht nach der Wiener Kougreßakte ursprünglich Holland unter der Bedingung preußischer Bestätigung gehabt hatte. AndrL: ES frage sich, ob Preußen die Pflicht habe, einen Gouverneur in Luremburg zu halten; in Köln und Koblenz sei auch kein Gouverneur; immer werde vou Ersparnissen gesprochsn; es müsse der Regierung doch angenehm sein, an brr Kommission uud eventuell am Hause eine Stütze io dieser Beziehung zu haben. Der Ministe rialkommis- sär: ES verballe sich ähnlich wie in Mainz; die Behauptung Luxemburgs für den Krieg sei eia wesentliches Staats mtereffe; wenn die Armee — vielleicht nach einem glorreichen Krieg — stärker im Hause vertreten sei, so würden die Militärs auch über Zivilsachen zu urthcilen sich zurückhalten; ebenso müsse er bitten, in diesen reinen Mrlüärfragcn sich auf das Unheil der Militärs zu verlassen. Andre: Es frage sich lediglich, ob eine vertragsmäßige Verpflichtung vorliege. Es sprach noch Schubert für die Bewilligung. Klotz: Gegen die letzte Behauptung des Regierungskommiffärs sei eine Erklärung abzugeben; die Landcsverlrerung müsse das Recht eines Votums in Militärsachen in Anspruch nehmen, so weit sie in die Gesetzgebung oder in Finanzfragen cinschtügen; alles Dergleichen gehöre unstreitig zur Kompetenz der Landeöverlre- tung. Der Vorsitzende erklärte das für unzweifelhaft. Regierungskommissär: Zur Entscheidung gehörten d«e drei Faktoren. Der Vorsitzende: Das Haus werde wissen, wie weit seine Kompetenz gehe; werde sein Recht zu wahren wissen. Darüber sei so wenig zu verhandeln, wie darüber, ob wir eine Verfassung hätten. Der Regierungskommissär verlangte eine Formulirung resp. Abstimmung über die Frage, ob das Haus in diesen Sachen eine entscheidende Stimme habe. Der Vorsitzende verweigerte das. Regierungskommissär: Dann bitte er, Das ins Protokoll aufzunehmcn. Auf Anordnung des Vorsitzenden erfolgte die protokollarische Aufnahme sofort. Nachdem Hr. Klotz seine Acußerung dahin erläutert hatte, daß er gemeint habe: eine „verfassungsmäßig entscheidende Stimme", erklärte sich der Regicrungskomimffär damit einverstanden, aber nicht mit der Aeußerung des Vorsitzenden, v. Hoverb eck fand die Protvkollirung solcher Vorgänge unmöglich; die Kommissäre möchten schriftliche Erklärungen ein- reicheo, welche ins Protokoll ausgenommen würden. Beh - rend: Der Regierungskommissär habe Hrn. Klotz mißverstanden ; man möge diese unerquickliche Debatte verlassen. Regierungskommissär: Er sei mit der Erläuterung des Hrn. Klotz einverstanden. Stavenhagen: Ob der Regie- rungskommiffär das Recht beanspruche, sei einerlei; noch niemals sei das Recht, Anträge zu stellen, von der Regierung beansprucht, nicht einmal von den Ministern; der Negierung-- kommiffär möge sich über seinen Zrrthum au maßgebender Stelle aufklären lassen. Regierungskommissär: Wenn es einerlei sei, was der Regierungskommissär sage — (Unruhe, Widerspruch, das habe Hr. Slavenhagen nicht gesagt), v. Henuig beantragte Abbruch der Verhandlung für heute, da man nicht weiter komme, «veil Prinzip gegen Prinzip stehe. Die Vertagung wurde abgelehnt, v. Hennig erklärt, sich heute nicht weiter an den Verhandlungen betheiligen zu können, und verläßt die Sitzung. Die noch zur Geschäftsordnung, d. h. zu der vorliegenden Streitfrage, eingeschriebenen Redner verzichteten aufs Wort. Die Berathung des Etats wurde darauf fortgesetzt. A n- dre zog seinen Antrag, die 6300 Thlr. für der, Gouverneur in Luremburg in die Rubrik „künftig wegfallcnd" zu setzen, zurück. Zm Fortgang der Berathung beantragte Staven - Hagen, die Erwartung auszusprechen, daß die Regierung die etatSlnäßigen fünften Stabsoffiziere bei den Regime««- tern in Wegfall bringen werde; es handle sich um eine Er- sparniß von etwa 170,000 Thlrn. Negierungvkom- missär: Diese Stabsoffiziere seien nicht zu entbehren; im Krieg seien sie zu Bataillonskommandeuren der Landwehr bestimmt, im Frieden hätten sie einen bedeutenden ökonomischen Wirkungskreis. Letzteres bezweifelte Stavenhage»; mau könne aber nicht Alles immerfort bereit halten, was im Krieg nöthig sei; dann wäre das Beste, die ganze Armee iinmer mobil zu Hallen, das ginge aber eben nicht. Der Slavenhagen'fche Antrag wurde einstimmig angenommen. Ferner beantragte Slavenhagen, die Erwartung auszusprechen, daß die Regierung den FriedenSetat der Kavallerie um acht Mann und Pferde per Schwadron verringern werde; für den Antrag wurden Ersparnißrücksichten geltend gemacht; Regierungskommissär bestritt den Antrag: schon jetzt seien immer ungefähr 30.Mann beim Regiment krank. Ein Antrag des Hrn. Twesten befürwortete eine ähnliche Ersparniß in der Weife, daß bei der Kavallerie etwa 59,000 Thlr. (für 8 Mann bei jeder Schwadron, also für 8X204—1632 Mann) und bei der Infanterie (durch Einführung der zweijährigen Dienstzeit) 412,900 Thlr. für 1862 als „künftig wegfallcnd" bezeichnet und für 1863 gestrichen werden sollten; der Antragsteller bemerkte dabei, zu diesen Ersparnissen an der Löhnung würden bei voller Durchführung der 2jährige» Präsenzzeit noch weitereErspariiiffe an Bekleidung und Verpflegung treten, so daß im Ganzen etwa 2 Millionen erspart würden. Der Regierungskommissär erklärte, auf solche Berechnungen nicht eingehcn zu können. Die HH. v. Hvverbeck undv. Forckenbeck bezeichneten den Sla- venhagcn'scheu Antrag als eine Ameudirung der Reorganisa. tion, und auf eine solche könnten sie sich nicht einlassen; um so weniger könnten sie darauf eingehen, als die Regierung sich so völlig passiv zu diesen Anträgen verhalte. Auf Anregung des Hrn. Behrend erklärte der Regierungskommissär, zu Berechnungen als tatsächlichen Unterlagen sei die Regierung wohl bereit, aber nicht, sofern diese Berechnungen auf Voraussetzungen beruhen, welche den Ansichten der Regierung widersprächen. v. Forckenbeck fragte den Regierungskommissär direkt und positiv, ob die Regierung bereit sei, eine Berechnung aufzustellen, wie viel durch Einführung der zweijährigen Dienstzeit innerhalb des jetzigen Systems unter Beibehaltung der jetzigen Cadres jährlich erspart werde« könne. Der Regreruugsko mmissär verwies auf die deßhalb vorliegenden Unterlagen, aus denen sich Jeder eine solche Berechnung selbst machen könne. Die Regierung habe kein Zn- tereffe daran, v. forckenbeck sah in dieser Antwort eine d»ttkte Ablehnung, waS der Regierungskommissär nicht gelten lasse«« wollte. Slavenhagen erklärte seinerseits, im Staude zu se«n, dte m Rede stehende Berechnung bis auf einen Thaler genau z« machen. Techow: Der Staveuhagen'sche Antrag sowohl wie der Twesteu'sche beträfen eurse postsriorvs und würden erst nach Beseitigung der Reorganisation am Orle , sein. Beide Anträge wurden mit allen gegen drei Stimmen adgelehnt. Darauf vertagte sich die Kommission. * Berlin, 11. Aug. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung zunächst mit dem Bericht der Kommission für Finanzen unv Zölle und für Handel und Gewerbe über den Entwurf eines Gesetzes, die Bergwerksabgaben betr. Die einzeln, Paragraphen des Entwurfs werden fast ohne Debatte au. nommen. Bei den von den Kommissionen beschlossenen Resolutionen: 1) Das Haus wolle beschließen: die Erwartung auszusprechen, daß ein Gesetzentwurf vorgelegt werde, in welchem vom 1. Jan. 1866 an statt der bisherigen Bruttobestcuerung die steuerpflichtigen Bergwerke in der ganzen Monarchie mit einer Neticsteuer oder mit einer Gcwerbstcuer belegt werden; 2) das Haus wolle beschließen: die Erwartung auszusprechen, die Staatsregierung werde in daö allgemeine Berggesetz, dessen Vorlegung in Aussicht gestellt worden, spezielle Vorschriften über Ermittelung und Feststellung des Werths der Bergwerks- Produkte aufnehmen, erklärt sich der Finauzminister gegen die erstere Resolution und hat gegen die zweite nichts einzu- wenben. Beide Nesolntionen werden angenommen. In der Berathuug folgt der Bericht der Kommission für Finanzen und Zolle über den mittelst königl. Erlasses vom 25. Mai 1862 dem Hause vorgelegten Geletzentwurf, betr. die Aufhebung der Verordnung vom 14. April 1844 wegen periodischer Revision des Grundsteuerkatasters der beide» westlichen Provinzen Rheinland und Westphalen. Die Kommission beantragt, dem Gesetze die Zustimmung zu ertheilen, welche auch ohne Diskussion erfolgt. Der darauf folgende Budgetbericht über den Etat der Lotterieverwaltung wird ohne Debatte erledigt. Bei dem Etat des SeehandlungS-Jnstituts wird der von der Kommission gestellte Antrag: die Regierung aufzufordern, den Verwallungsbericht und Hauptabschluß der Srehandlung den Erläuterungen deS Etats alljährlich deizu- fügen, angenommen; ebenso werden sämmtliche Positionen ohne Debatte erledigt. Bei dem Etat der Staatsschulven-Verwaltung hat die Kommission den Antrag gestellt: Das Haus wolle er- klären, daß die Staatsregieruug verpflichtet sei, bei Kon- vertirung oder außeretatsmäßiger Kündigung von Staatsanleihen die Genehmigung der Lanvesvertrelung vorher nachzusuchen. Abg. v. Vincke gegen die Resolution, die weder korrekt für die Vergangenheit, noch für die Zukunft gefaßt sei. Die hier von der Komnussivn angegriffene Finanzoperation habe einen überaus glücklichen Erfolg gehabt; es sei derselbe namentlich dadurch erzielt, daß durch die Schnelligkeit der Ausführung keine langen vorgängigen Verhandlungen die Börse beunruhigt und Kursschwankungen heroorgerufeu hätten. Dem preußischen Finanzminister v. d. Heydt sei mit dieser Operation Etwas gelungen, was dem französischen Minister Foulv nicht zu erreichen möglich gewesen sei. Der Finanz- minister erklärt sich entschieden gegen die Resolution. ES sei der Regierung daS Recht der Kündigung zuerkannt; es sei anerkannt, daß ihr das Konvertirungsgeschäft gelungen; aber man verlange, daß die vorgängige Genehmigung der Lanvesvertrelung nachgesucht werde, wogegen er darauf aufmerksam machen müsse, baß, wenn eine vorgängige Genehmigung der Landesvertretung uachgesucht werden solle, eine derartige Operation kaum ausführbar sein dürfte. Zur Ermäßigung des Zinsfußes sei die Regierung unzweifelhaft befugt. Die Staatsregierung halte sich für durchaus berechtigt, in Zukunft auch ohne Genehmigung der Lanvesvertrelung in ähnlicher Weise zu verfahren; sie werde mit Ruhe eine» Protest erwarten und ihm zu begegnen wissen. Abg. v. Hennig für die Resolution. Der Finanzmini - st er trüt der Behauptung des Vorredners, daß durch dieKon- vertirung der Staatskredit gelitten habe, entschieden entgegen, wie dies täglich bei ihm eingehende Briefe und Depesche« von Zn« und Ausländern beweisen. Abg. v. Vincke tritt ebenfalls dem Abg. v.'Hennig entgegen. Abg. Kühne will in dem Kommissionsantrag das Wort „vorher" streichen, da die Regierung unmöglich dem damit ausgesprochenen Verlangen Nachkommen könne. Abg. Behrendt: Der Erfolg dieser Finanzoperation werde sich erst am 1. Oktober d. I. Herausstellen, wenn die 15 Millionen Thaler, welche sich gegenwärtig noch in den Fonds der Seehandlung und der Bank befänden, in den Verkehr gelangen würden. Abg. Reichenheim: Wenn das Haus seine Zustimmung zur Konverlirung gegeben halte, würde die Negierung der Hilfe der Bank und der Scehandlung haben entbehren können, denn dann wäre die Betheiligung der Privaten eine weit größere gewesen. Bei der Abstimmung wird der Antrag des Abg. v. Vincke abgelehnt und der der Kommission mit großer Majorität angenommen. (Dagegen ein Theil der Fraktion Vincke, der Katholiken und die äußerste Rechte.) Die einzelnen Positionen werden ohne Debatte genehmigt, desgleichen der Bericht der Staatsschuldenkommission und der über den Autheil au dem Gewinn der Dank. Die Tagesordnung enthält schließlich PetitionSdebatten, die eia nur untergeordnetes Interesse bieten. * Wie«, 11. Aug. Die „Presse" theilt heute ihren Lesern die neueste Depesche des Grafen Berustorff, sowie die Nachricht von der bayrischen Ablehnung des Handelsvertrags mit Frankreich mit, und sagt bei dieser Gelegenheit u. A.: „Kommt auch diese Wendung der österreichischen Politik zugut, so ist damit keineswegs schon Etwas zu Gnu- steu Oesterreichs oder gar des Rechberg'schen Zolleinigungs- Projekts gewonnen. Die Frage unterliegt noch besondern Chancen." Dasselbe Blatt schreibt: „Die Gelehrten sind bis jetzt uneinig gewesen, ob auch Nassau sich au den Wiener Bun» d esreform-Konferenzen betheiligt habe. Die Sache ist die, daß es allerdings auf diesen Konferenzen vertreten war, daß aber nicht sei» eigener ständiger Gesandter, der Baron Thienen-Adlerflucht, sondern der heffen-dalmstädtische Gesandte, Baron Drachenfels, mit der betreffenden Vollmacht versehen war. Baron Thiene« repräsentier nämlich in Wien nicht bloö Nassau, sondern auch Braunschweig, und man scheint hier sich haben sichern zu wollen, daß nicht etwa die braunschweigische Hand erfahre, was die naffamsche lhue." Uebrigens wird die Konferenz, wie bereits augeveulet, heute ihre zweite Sitzung halten. Italien. Turin, 8. Aug. Hiesige Blätter bestätigen die Nachricht von einem Zusammenstoß der Truppen mit den Freiwilligen G a r i b a l d i' s. Die Freiwilligen haben bei diesem Anlaß zwei der Zhrigen auf dem Kampfplatz gelassen. Da die „Monarchia naz>", das Organ des Ministeriums, die Nachricht bringt, so ist an deren Richtigkeit nichc zu zweifeln. Das war es wohl, was der Minister der Kammer nicht mittheilen mochte. Genanntes Blatt sagt, der Zusammenstoß sei em zufälliger gewesen, und will bannt wohl andeulcn, baß er von den Truppen nicht gesucht oder nicht verschuldet worden. Leicht könnte dieser „unglückliche Zufall" für Italien verhängnißvoll werden. Was man über den Empfang der Deputation des Generals Cugia im Walde von Ficuzza erfährt, ist sehr bezeichnend für die Stellung, die Garibaldi dem König gegenüber ein- nimmt. Sämmtliche Oberoffiziere deö Generals waren anwesend, als ihm die Proklamation des Königs und der Tags- befehl des KriegSministerS Petiti überreicht und die Aufforderung des Präfekten von Palermo eröffnet wurde, das Lager von Ficuzza innert 24 Stunden aufzulösen und die Freiwilligen nach Palermo zu schicken, von wo die Regierung dieselben nach der Hrimath befördern werde. Nachdem der General die Proklamation des Königs gelesen, bemerkte er mit Achselzucken, daS sei ein Aktenstück für die Diplomatie; er wisse am besten, was er von den Absichten Viktor Emanuel's zu halten habe. Als der König diese Proklamation Unterzeichnete, habe er den Bedenklichkeiten seiner Minister und den fremden Mächten Rechnung getragen. Es sei daö die nämliche Geschichte, wie damals, als ihm vor zwei Jahren der König auch geschrieben habe, er möchte seine Pläne auf Sizilien aufgcben. Er habe sich damals an das Schreiben des Königs nicht gekehrt und werde es mit der Proklamation ebenso halte». Ueber den Tagsbefehl des Kriegsministers gerieth Garibaldi in Wuth und sagte, er anerkenne allerdings die Autorität deö Königs, dem er treu ergeben sei; von seinen Ministern aber wolle er Nichts wissen. Die HH. deka Verdura und Loggia blieben in Ficuzza, und nach ihren letzten Berichten soll der General sich wieder etwas versöhnlicher und zugänglicher gezeigt haben. * Turin, 8. Aug. Man schreibt der „Turin. Ztg." (Organ des Ministeriums) aus Neapel, 6. d.: Garibaldi hat sich geweigert, sich zu unterwerfen; er wird sich vertheidigen und seine» Anhang zu verstärken suchen. Er hat Instruktionen umhergeschickt, um Znsurrektionskomitees bilden und im ganzen Königreich die Regierungötruppen beschäftigen zu lassen, während man die gegenwärtig in Sizilien befindlichen auSzu- treiben suchen würde. Dies Alles soll nur für den Fall geschehen, daß eS dem General nicht gelänge, sich mit seinen Freiwilligen einzuschiffen, und er gezwungen wäre, auf der Insel zu bleiben. Der General ist sehr aufgebracht gegen Ratazzi, Depre- tis und die Mehrzahl seiner früher» Oberoffiziere. Jetzt ist er von Personen umgeben, welche ein Interesse daran haben, ihn zum Aeußersten zu treiben. Sein Lager ist der Sammelplatz aller europäischen Flüchtlinge, der Ungar», Engländer, Franzosen, Polen, Griechen rc. In ihrem Interesse liegt es, um in ihre Heimath zurückkehren zu können, einen allgemeinen Konflikt hervorzurufen. Garibaldi ist entschlossen, bis zum Aeußersten zu gehen; er wird nur dann das Schwert niederlegen, wenn sein Arm es nicht mehr wird halten können. * Turin, 9. Aug. Auch in Pavia hat eine Demonstration stattgefunde». Die Menge strömte durch die Straßen mit dem Rufe: „Rom oder den Tod! Hinaus mit den Franzosen aus Rom! Nieder mit Ratazzi! Nieder mit den Tyrannen." Dem Vernehmen nach hatGaribaldi durch einen Tagesbefehl seinen Streilkcäften den Namen „italienische Unabhängigkeilsarmee" gegeben. Er kündigt seine baldige Ankunft im Königreich Neapel an und erklärt, daß in nicht sehr weiter Zukunft große Ereignisse stattfiuden würden. Turin, 11. Aug. (W. K.-B.) Nach der Zeitung „Dis- cussione" ist nun eme Not e der Regierung nach Frankreich abgegangen, worin diese sich entschlossen erklärt, de» Gesetzen Achtung zu verschaffen, zugleich aber feststellt, daß eine verlängerte Besetzung Roms Gefahren herbeiführe. Turin, 11. Aug. (Köln. Ztg.) In Palermo hat gestern eine Demonstration stattgefunden, welche aber vollständig mißglückt ist. Ein großer Theil der Freiwilligen aus Oberitalien verläßt Garibaldi wieder und kehrt in seine Heimath zurück. Garibaldi selbst wird überall gut ausgenommen. Palermo, 10. Aug. (W. K.-B.) Garibaldi hat seinen Marsch auf Pietra, Peggia und Certaldo gerichtet; sein Ziel scheint Messina zu sein. Frankreich. K Paris, 11. Aug. Garibaldi hat der offiziösen Presse offenbar große Verlegenheiten bereitet, was mau ihren Aeuße« rungen deutlich genug anmerkt. Inzwischen mußte sie ihren Standpunkt nehme», und dieser ist immerhin so, daß der italienische Volksheld keinen Grund hat, sich desselben zu freuen. Der „Constitutiouuel" meint, „man müsse Garibaldi keinen General mit einer Armee enigegenstelleu, sondern einen Arzt mit einigen Wärtern." Der „Pays" möchte sich „im wohlverstandenen Interesse Italiens" sogar freuen, daß die Dinge endlich auf die Spitze getrieben worden sind, denn — sagt das Blatt — es war dringend nochwendig , und geschähe eS auch uni den Preis einer schmerzlichen Krise, daß dem chronischen Nebel ein Ende gemacht würde, welche« seil so vielen Monaten so schwer aus den materiellen Interessen und der moralischen Zukunft der neuen Königreich« lastet. Der Er- diklator war nicht mehr eine Stärke, er war eine Verlegenheit. Leine kindischen Deklamationen erschreckten Europa nicht, weil gefehlt! aber sic langweilte» dasselbe, und die Mißachtung, welche »ach und nach dem populären Helden zu Theil wurde, würde zuletzt auch jenem edlen Volke sich zugewendet haben, dessen ausschließlicher Kämpe zu sein er sich rühmte...... Dem sei, wie ihm wolle, glücklich bis an das Ende kann er sich mit dem Gedanken trösten, daßselbst sein Fall ein letzter, seinem Baterlande g e l ei st e t e r D i c n st sein wird rc. Die Unternehmung Garibaldi's soll übrigens eine entschiedene Wendung der kaiserlichen Politik zu Gunsten des Papstes bewirkt haben, wofür man bereits eine Menge beach- tenswerther Symptome angibl. Als bestimmt wird versichert, daß Hr. v. Lavalette dem Kardinal Antonelli in einer Unterredung am 4. d. M. auf's bündigste versicherte, daß der Kaiser die Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit des Kirchenstaates i« seinem dcrmaltgen Bestände aufrecht zu erhalten entschlossen sei. Hr. v. Lavalette, welchem bei dieser Gelegenheit die römische Luft nicht sonderlich mehr zu behagen scheint, wird übrigens Rom verlassen, sobald die gegenwärtige Krise vorüber ist. — Der von Castelfidardo her bekannte Kommandant der päpstlichen Zuaveu, Graf Bourbon-Chalus, hat sich nach Annens begeben, um sich für gewisse Eventualitäten der Mitwirkung deö Generals LamoriciLre zu versichern. Der General lehnte jedoch den Wiedereintritt in päpstliche Dienste, als bei der energischen und vertraueneinflößenden Haltung des Generals Montebello gänzlich überflüssig, vorerst ab. Zn der Thal besteht, wie man aus Rom meldet, zwischen dem Oberbefehlshaber deö französischen Okkupatioaskorpö und den Führern der päpstlichen Truppen nun das beste Einvernehmen. Daß dieses Okkupatwnskorps um 2 Bat. des 85. Regiments verstärkt wurde, ist bereits bekannt; doch will man wissen, daß noch andere, nach Meriko bestimmt gewesene Truppen nach Rom zurückkehren werde». — Die Dampffregatte „Caciqu e", welche die beiden Bataillone nach Rom brachte, ist am 9. nach dem Golf von Terracina abgegangen, um dorr zur Beobachtung zu bleiben. Graf Montebello wird dieser Tage die 3 Grenzlagcr zu Viterbo, Corneto und Vellelri inspizirea. — Am 6. hatte Mazzini eine Unterredung zu Mrstrella mit Garibaldi. Am nächsten Morgen kehrte Mazzini nach Malta zurück. — Garidaldi befand sich nach den letzten Nachrichten 30 Kilom. von Palermo auf der Straße nach Messina. Seine Divisionen lagern in der Nähe der Küste, bereit, sich auf ersten Befehl einzuschiffen. UebrigenS hat die Türmer Regierung eine Flottille nach dem Adriaiischen Meer abgeschickt, um jede Landung in den nach dem Kirchenstaat führenden Gebirgen zu verhindern. Gene- ral Cialdini ging in gleicher Absicht nach Ancona. Auch die Landung von Freiwilligen auf Sizilien sucht die italienische Regierung zu verhindern. Im Clubb „l'Italia una" zu Neapel wurde überdies eine Depesche Garibaldi's verlesen, womit angeblich jede weitere Abreise nach Sizilien suspendirt würde. — Die neueste Rede Garibaldi's aus dem Walde von Palumba kennen Sie bereits; sonderbarer Weise theilte der Telegraph nicht mit, daß er beifügte: „England unterstützt uns!" Allerdings ist kaum anzunehmen, daß Garibaldi mit diesen Worten die englische Regierung bezeichnen wollte. Dagegen bestätigt diese Aenßerung, daß, wie man längst wußte, Garibaldi aus England mit Waffen und Geld versehen wird. Man wollte an der Börse wissen, daß die vielerwähute Anrede des Kaisers an das diplomatische Korps unterbleiben werde. Bestimmt scheint darüber noch Nicht-, wenn nicht etwa in dem Miaisterrath, welcher heute unter Vorsitz des Kaisers zu St. Cloud stattfand, ein Entschluß gefaßt wurde. — Man hört von einer Amnestie wegen Preß- vergehen für den 15. Aug. sprechen. — DaS neue Blatt „La France", dessen vierte Nummer heute ausgegeben wurde, wird unentgeltlich sämmtlichen Präfekten, Generalsteuerein- nehmeru und andern hohen Beamten zugeschickt. — Wie ich aus Madrid erfahre, hätte der Finanzminister die Absicht, eine Anleihe von 300 Millionen zu kontrahireu und dafür das Ergebniß des Verkaufs der Staatsgüter auf Cuba als Garantie zu stellen. — 3proz. 68.65. Jtal. Anl. fiel um 1 Fr. 70.15. Cred. Mob. ging um 11 Fr. 25 Ct. herunter 837.50. Ost 536.25. Vermischte Nachrichten. 8* Pforzheim, 11. Aug. Bei der am vorigen Samstag abge- haltenen monatlichen Lehrerversammlung, über deren Konflilui- rung ich früher berichtete, hielt Hr. Prof. Provence einen Vortrag über Schulzwang. Derselbe rief eine interessante Diskussion hervor, welche darthat, daß sämmtliche Lehrer von der Nolhwendigkeit der Fortdauer eines gesetzlichen Zwanges zum Schulbesuche durchdrungen sind, ja zum Theil denselben noch weiter, namentlich für nicht Vvksinnige, ausgedehnt wissen wollten. — Gestern Abend hielt Hr. Gewerbschuldirektor Huber im großen Gewerbschulsaale einen Vortrag über die Londoner Industrieausstellung. Derselbe war zunächst für die Mitglieder des „Arbeiter - Fortbildungsvereins" bestimmt, war aber auch von sonstigen hiesigen Einwohnern zahlreich besucht. Der Redner hatte für diesen Vortrag die Betrachtung der englischen Abtheilung der allgemeinen Ausstellung gewählt, schilderte da« Eigrnthümliche und die Vorzüge dieser Abtheilung, wobei denn namentlich die verschiedenen ausgestellten Metallarbeiter: und Maschinen näher besprochen wurden. Die ungewöhnliche Aufmerksamkeit der sehr zahlreichen Versammlung bezeugte da« Interesse, mit dem die Anwesenden die Worte des Redner« aufnahmen. Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herrn. Kroenlein. Großherzogliches Hoftheater. Donnerstag 14. Aug. 3. Ouartal. 79. Abonnement-vor- stellung. Ne« einstudirt: Othello; tragische Oper in 3 Akten von Rossini. Mtttwoch 13. Aug. Donna Diana; Lustspiel ten von Moretto, übersetzt von West. tz Z.n.28. Karlsruhe. Am 11. Au- starb dahier meine liebe Schwester R Karoline Schrickel, im Alter von -^^79 Jahren; wovon ich tiefbetrübt auswärtige Freunde und Bekannte der Hingeschiedenen in Kenntniß setze. Karlsruhe, den 12. August 1862. Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Schrickel, _OberhofgerichtSrath. Z.n.27. Karlsruhe. Erklärung. Wenn auf wiederholte Angriffe gegen Das, was ich vor meinem Rücktritte in den Ruhestand für die Schulen und für das Fach der alte» Literatur zu leisten versuchte, keine Erwiederung von meiner Seite erfolgt, so geschieht dies theils dcßhalb, weil ich zu alt und zu müde bin, um an einem Federkrieg Vergnügen finden zu können, theils deßhalb, weil diese Angriffe von einer Seite kommen, deren Gesinnung ich, so lange ich sie kenne, nie zu achten vermochte, und deren Schmähungen ich deßhalb auch unbeachtet lassen zu sollen glaube. _ Fel. Seb. Feldbausch. In der G, Braun scheu Hofbuch Handlung in Karlsruhe ist zu haben: Lebenslauf des verstorbenen Herrn Kirchenraths Cneselius, von ihm selbst am 5. März 1862 verfaßt, bei seinem Begriibniß am 7. August 1862 auf dem Gottesacker verlesen. Preis 3 kr. Der Trio- rfh zu einem milden _ Z.m.748. Nr. 22,404. Karlsruhe. Höherer Ermächtigung zufolge wird vom Mittwoch den 6. August d. I. an bis auf Weiterer jeden Mittwoch Abend nach Beendigung der Theatervorstellung zu Baden ein Personenzug von Baden nach Karlsruhe mit Anhalten an den Stationen Oos, Rastatt und Ettlingen abgesertigt, zu welchem Billete aller Wagenklassen ausgegeben werden. Die Abfahrt dieses Theaterzugs von Baden nach Karlsruhe wird in der Regel zwischen 10'/- und 11 Uhr Abend», jedenfalls aber nicht früher als eine Stunde nach Beendigung der Vorstellung stattfinden. Die Dauer der Fahrt beträgt 1 Stunde 5 Minuten bis Karlsruhe. Karlsruhe, den 1. August 1862. Direktion der großh. Verkehrsanstalten. I. A. d. D.: ' Eberlin. Kratt. Z.n.14. Karlsruhe. Bekanntmachung. Die Vergebung der Restauration auf dem Bahnhofe zu Pforzheim betr. U Die Restauration auf dem Bahnhofe zu Pforzheim soll mit dem Bezug des neuen Stationsgebäudes, welcher auf den Monat November d. I. in Aussicht genommen wird, anderweitig vergeben werden. Die Dfserten hierauf sind bis zum 1. September d. I. bei der Unterzeichneten Direktion einzureichen. Die Bedingungen können bei großh. Post- und Eisenbahnamte Pforzheim eingesehen werden. Karlsruhe, den 9. August 1863. Direktion der großh. Verkehrsanstalten. I. A. d. D.: E b e r l i n. Salzmann. Uksi-illk Keine grauen Haare mehr! ron O»vq»en>»r«! » 1 ». in >»ou«a Fndrik in Konen, rue St-kiieol»», 20. Um «ugenklXlich Ha« und Bart t» »len «Konten, ohue Gefahr für die Haut ,u färben. — Diese» Färbemittel iß ha» «e»e etter »Uber »« »emesene». Ge» -Depot bei Fr. Wollt L Sohn, Hoflieferan. tea in Karlsruhe. Zl.879. Z.N. 16 . Offenburg. Bei Unterzeichnetem find 100 Säcke sehr schöner, kräftiger Weizen (1861) zu verkaufen. _ G. Hfäbler sen. Z.n,S. Ittersbach. Jagdverpachtung. Montag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause dahier läßt die Gemeinde Ittersbach die Jagd auf hiesiger Gemarkung, die ungefähr 1650 Morgen Wald, Feld und Wiesen enthält, für die Dauer vom 1. Februar 1868 bi« 31. Januar 1869 öffentlich verpachten. Ittersbach, den 9. August 1862. Bürgermeisteramt. K a p p I e r. vllt. Fint er, Rathschreiber. Z.m.577. Karlsruhe. Deutsche Lebensversicherungs-Gesellschaft in Lübeck. Sechste Dividendenvertheilunq per Emo Dezember 1861. Die Inhaber aller bis ultimo Dezember 1857 ans Lebenszeit (nach lad. Ick 5 der Statuten) gezeichneten Policen der obigen Gesellschaft werden hierdurch ausgesordert, unter unerläßlicher Vorzeigung der Police die ihnen zukommenden Dividendenscheine -egen Quittung entgegenzunehmen, im Bureau der Unterzeichneten Wich-lm Hofmann. _ Karl-Friedrich-Straße Nr. 17. Z.m.566. Karlsruhe. "" ^ . "I ^ ^ Deutsche Lebensversicherungs-Gesellschaft m Lübeck. Nach dem letzten Jahresberichte der genannten Gesellschaft waren ultimo Dezember 1861 bei derselben versichert: 14297 Personen mit einem Kapital von Bco. Mk. 29,036.563. 9 Sch. -- (fl. 20,325,594) und „ 94.696. 6 , --- (fl. 66,287) jährl. Rente. Das Gewährleistungskapital betrug , 5,652,301. 4 „ — (st. 3,956,610). Als Dividende per ultimo Dezember 1861 erhielten Aktionäre und Versicherte dre Summe von Bco. Mk. 153,000 --- (fl. 107,100). In den ersten 6 Monaten 1862 waren aufs neue beantragt: von 1493 Personen Bco. Mk. 287,040. 10 Sch. (fl. 200,928) und Bco. M. 3926. 8 Sch. --- (fl. 2748) jährlicher Rente. Die Prämie für eine einfache Lebensversicherung auf 100 fl. beträgt beim Eintrittsalter von 20 Jahren fl. 1. 36'/- kr. »30 » »2. 6'/. » . 40 . . 2. 55-/. . , 50 , , 4. 25 « Für Unkosten, als: P»licengebühr, Porto u. dgl., ist Nichts zu entrichten. Prospekte und Antragsformulare werden unentgeldlich ausgegeben, auch wird jede weitere Auskunft von dem Unterzeichneten Hauptagenten bereitwilligst ertheilt. Wilhelm Hofuiann, Karl-Friedrichs-Straße Nr. 17. U l m -./r>. Messe für Geweb e öl Str ick-Waaren aller Art. Durch hohen Regierungserlaß ist der Stadt Ulm auch die Konzession zu Abhaltung einer zweiten Messe im Jahre für Gewebe St Strick-Waareu aller Art ertheilt worden. In Folge defscn wird nun die nächste Herbst-Messe für diese Artikel am 15., 16. und 17. September dieses Jahres dahier abgehaUen werden. Die für Messen überaus günstige Lage von Ulm sowohl, als die vortbcilhaften Einrichtungen der Meßlokaliläten, welche bei der vorangegangenen Messe großen Beifall fanden, lassen nichts zu wünschen übrig, weßhalb man mit Zuversicht auch diesen Herbst auf ein günstiges Resultat hoffen darf. Hiebei wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß nach §. 2 der Tußmeß-Ordnung nicht nur Wollen-Waaren, sondern auch Gewebe aus Baumwolle, Linnen, Seide und gemischte Waaren, sowie Strick-Waaren aller Art Gegenstände deS Meß-Verkehrs sind, was bei der ersten Tuchmesse nicht ganz beachtet wurde. Der Verkauf findet übrigens nur im Großen statt. Diejenigen Verkäufer, welche nicht schon bei der letzten Messe ihre Plätze für die nächste Messe reserviren ließen, werden ersucht, ihre Wünsche bezüglich des Raumes mit Angabe der von ihnen mitzudringeuden Stücke wenigstens 14 Tage vor dem Beginne der Meß Inspektion gefälligst mittheilen zu wollen. Ulm a./D., im August 1862. Für den StadtraLH: Meß-Jnspekior Johs. Miller. Post-Dampfschiff Saxonia, Capt. Ehler», am Sonnabend den K. Septbr.» Post-Dampfschiff Borusfia, Capt. Trautmann, am Sonnabend den 20. Septbr., Post-Dampfschiff Bavaria, ^apt. Meier, am Sonnabend den 4« Oktober. Passagepreise: Nack New-Vork Erste Kajüte Pr. Crt. Thlr. 130, Zweite Kajüte «r. Crt. Thlr. 10«, Zwischendeck Pr. Crt. Thlr. k«. Nach Southampton Erste Kajüte Pfd. St. 1, Zweite Kajüte Pfd« St. 2. 10, Zwischendeck Pfd. St. 1.3. Die Expeditionen der obiger Gesellschaft gehörenden Segelpacketschifse finden statt: nach New-Bork am 18. August per Packet- fchiff Deutschland, Capt. Wrsselhoefft. Näheres zu erfahren bei August Bolten, Wm. Miller'S Nachfolger, Hamburg, und dessen Agenten: Karl Hund in Ackern und dem Central - Expeditions - Bnrea« Mannheim Walter, Rem Hardt K Müller. Z.l.507. Z.m.636. Hamburg. NeuesteHamburgerGeldverloosung, errichtet u. garantirt von der Regierung, bestehend aus: LV--OO Gewinnen, in 7 Klassen, worunter evcnt. 1 ü 2 W, 0 Ü 0 Mark, S ü 1«««««, L i, »««««», L s »««««, L » SVO««, L s »S«««, 8 » L«OQ«, S s 8000, S s «««O, L s S«««, 8 s 4l«OQ, L8 » »«««, SO L SOOO, « s LSOO, « « LSQO, LOO « 1««« Mark so wie verschiedene andere. Zu dieser intcrefsantcnVerloosung.Ziehungl. Klasse 10. September, empfehle ich ganze Loose s 2 Thlr., halbes 1 Thlr., und werden Aufträge von mir prompt und diskret effekluirt. 8iÜMM 8WM, Effektenhandlung. Hamburg. Z.n.22. Frankfurt a. M. M Schluß- und HanOichllog der von der freien StadtFrankfurt a./M. garantirten 142. großen Gel-verloosung, enthaltend 1,967,900 Gnlden an Gewinnsten, Geldprämien und Freiloosen, und dauernd vom 17. Sept. bis einschließlich 13. Okt., entscheidet unbedingt über die sehr bedeutenden Haupt-Geldgewinnste und Geldprämien von fl. 200,000 — 2mal fl. 100,000 — fl. 50,000 — fl. 30,000 - fl. 20, OM re. -c., die nur allein bei dieser Hauplziehung gewonnen werden müssen. Gegen portofreie Einsendung des Betrags sind ganze Loose s fl. 90 — halbe s st. 45 — und Viertel » fl. 22. 30 z» beziehen bei Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M. M. Nach beendigter Ziehung erhalten meine Herren Interessenten die amtlichen Ziehungslisten und die erzielten Gewinne prompt übermittelt. Um gefällige baldige Meldung zur Thrilnahme wird gebeten , da kurz vor der Ziehung alle Loose vergriffen zu sein pflegen. fchotterungsarbeiten, im Gefammtbetrage bis zu 10,000 fl., loosweise oder im Ganzen einer Steigerung ausgesetzt; wozu die Lusttragenden eingeladen werden. Lahr, den 8. August 1862. Großh. bad. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. G r e i n e r. _ Hanrb.-Amerik. P ackeis.- Act. - Gesellschaft Direkte Post-Dampfschifffahrt zwischen Hamburg und New-Uork, eventuell Southampton anlaufend: Post-Dampfschiff Hammonia, Capt. Schwensen, am Sonnabend den 23. August, Z.m.876. Nr. 6603. Bühl. (Ausschluß eilen ntniß.) Alle Gläubiger, welche in der Gant gegen den Nachlaß des Franz Simon Jörg er von Hildmannsfeld ihre Forderungen in der heutigen Liquidationstagfahrt nicht angemeldet haben, werden von der vorhandenen Gantmasse ausgeschlossen. Bühl, den 29. Juli 1862. Großh. bad. Amtsgericht. K e t t e r e r. viit. Hauser. Z.m.987. Nr. 6045. Eppingen. (Aufforderung.) Der Kaufmann Theodor Ennl Lother von hier, Agent des zur Beförderung von Auswanderungen konzcssionirten Handelshauses RabuS und Stoll in Mannheim, hat seine Agentur niedergelegt und um Rückgabe der gestellten Kaution gebeten. Dies wird mit dem Ansügen bekannt gemacht, daß innerhalb 6 Monaten Ansprüche, welche der Rückgabe der Kaution entgegengesetzt werden wollen, gemäß §. 8 der höchsten Verordnung vom 11. Februar 1853, RegierungSbl. S. 5, dahier mit der Nachweisung anzumelden sind, daß wegen solcher Ansprüche bei Gericht Klage oder bei der zuständigen Staatsbehörde Beschwerde erhoben wordm ist, widrigenfalls die Verabfolgung der Kaution an den Agenten Lother angeordnet werden wird. Eppingen, den 8. August 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Lang. vllt. Kepner. Z.m.942. Nr. 5393. TauberbischosSheim. (Aufforderung.) Die Verlaffenschast des Joh. Baltin Dürr von KülSheim betr. Die gesetzlichen Erben deS zu KülSheim verstorbenen Maurer« Joh. Baltin Dürr haben sich der Erbschaft entschlagen und die Wittwe desselben hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses gebeten. Etwaige Einsprache hiergegen ist binnen 14 Tagen dahier zu erheben, widrigenfalls dem Gesuche entsprochen werden soll. TauberbischosSheim, den 31. Juli 1862. Großh. bad. Amtsgericht. B u l st e r. Z.m.986. Nr. 6759. Offenburg. (Entmündigung.) Die Michael Fäll'« Wittwe, Katharina, geb. Brudy, von Appenweier wurde wegen Geistesschwäche entmündigt und derselben Jona» Brudh von dort als Vormund bestellt, ohne dessen Mitwirkung die Entmündigte kein Rechtsgeschäft gütig abschließen kann; wa« hiermit veröffentlicht wird. Offenburg, den 9, August 1862. Großh. bad. Oberamt. v. Faber. Z.n.11. Nr. 6358. Karlsruhe. (Erledigte Aktuarsstelle.) Bei diesseitigem Gericht ist vom 1. September d. I. au die Stelle eines Aktuar» mit einem festen Gehalte von 300 fl. erledigt. Bewerber haben sich sofort dahier zu melden. Karlsruhe, den 9. August 1862. Großh. bad. Landamtsgeeicht. Fr. Mallebrein. Frankfurt, 11. August 18Ü2. Staatspapiere. Oestr. Zmi.949. Nr. 1025. Lahr. Straßenbau-Bergebnng. Die Schenkenzeler Schloßsteige, eine Stunde oberhalb Schiltach gelegen, soll umgangen werden; zu diesem Behuse werden bis Dienstag den 26. August d. I., Morgens 9 Uhr, an Ort und Stelle größere Erd-, Spreng- und Be- Preuß. Bayern Wrtbg. 5"/» Met. i.S.b.R. 50/0 so. in holl. St. 5"/a do. 1852 i.Lst. 5-/o do. 1859 . , 5"/o Lomd. i. S.b.R. 5°/oVenet.C.b.R.°/7 5"/,Nat.-Anl. 1854 5»/° Met.-Obligat. 5«/o do. 1S52C.b.R. 4>/r"/» Met.-Oblig. 4-/, dt». 5»/° Oblig. b. Rth. 4'/-°/. dto. 4»/, , dto. 3'/,°/» Staatssch. 5"/o 4. Emission 4'/?/° Ijährig 4'/-"/» V-i»hrig 4"/, Ijahrrg 4°/» V-jährig 4«/o Ablös.-Rent« 3'/-°/. 4V//o Obl. b. Rth. 4»/g ditto 3'/»°/, ditto Di 79-/-P. 79'/-P- 76'/. P. 71 b. Gt 84'/. P- 78'/« G. 62V-b. ' 53'/-P- 53'/-P. 46'/. P- 167V» G. l02'/8P- 100'/- P. SOV«P. 102 G. 103V. P. 103V. G. 101V- P. 101V« G- 101 Vs G- 105Vs G. 104 G. 99'/-P. Baden G.Hess. Nassau Brschw. Lurbg. Franks. Span. Belgien Schwd. Schwz. N-Am. 4'/-Vo Obligation. 4V. dto. 3'/-V»dto. v. 1842 5V» Obligatio». 4'/o dto. 3'/?/» dto. 5"/. Oblig. b. Rth. 4'/-°/. dto. 4'/» dto. b'/-V» dto. 3'/-'/oO.b.R.L1U8 4V^O.Fr.iü8kr.b.E. 3'/,V, Obligation. 3V. dto. 3»/o ml. Schuld 2"/, Schuld 4V-°/,O.i.Fr.ü28kr. 4'/-'» Obligation. 4'/,V»Pfbf.b.B.LE. 4'/-VsC.O.Fr.L28k. 4V-VoBern.St.-O. 4»/o dto. 5»/°Gf.St.O.Fr.28 6'/uSt.i.D.Lfl.2.30 5°/. do. 1871 n. 74 IMVs 100 -/. 104-/sP. 101'/. P- STVsP. 103-/sP. lOLVsG. 100V. P. 95'/. P- 92V- G. S4V.P- 99'/- G. 94 G. 44-/s G. 99'/, P. 100'/. P- 99 P. 102 P. 102 P. S5V.P- SS'/- P. iverse Äktien, Eisenbahn-Aktien und Prioritäten 3V« Frankfurter Bank 3V, Ocsterr. Bank-Aktien 5'Vo » Ered.A-i.O.W. 3»/a Bayr. Banck L fl. 500 4Vo Darmst. D.-A. ü fl. 250 4>V» Weimar. Bank-Aktien 4»/„Mitt«ld.Cr.-A.»100TH. 4»/, Nordd. Crcdit-Aktien 4»/a Luremb. Bank-Aktien Span. H. u. Jnd. Fr. 500K28 TaunuSbahn-Akt. L fl. 250 3' /-V« Frankf.Han.Esnb.-A. 5 V„Oesterr.Staats-Esnb.-A. 5VMisab-B.fl.200pr.St.Vs Rhein-Nahe-Bahn 4«/, Ldwh.-Berb. Eisenbahn 4 /,o/sPf.Mar-Esb.-A.b.R. 4> "/oBayer.Ostbahn-Aktien 4"/o Hess. Ludwigsbahn 123'/, G. 703 b. G. 190 b.G. !Friedr.-Wilh.-Nordb.-Akt. !5V,Liv.-Flor.420Fr.ü28kr. 3"/, Oest. St.-Eisenb.-Prior. „3V»Oest.Süd.St. u.Lom.EB 213V-b.G 5V« Elisabethbahn-Prior. V, 83 G. S°/oBöh.W.-B.P.i.S.b.R«/7 91'/- P. 4'/,Vo Hess- Ld>vgSb.-Prior 99V. P- 500 G. 332 P. 74'/. P- 118'/. P. 31V«P. I35VsG. 109V« b. 107'/- P. 126V. P. j5V»Oest.Lld.1.Pr.-O.i.Silb. 5«/oLdwh.-Betb.Prior.-Obl. 4'/-'/. . » 4V-V»RH«in-Naheb.Pr.O. 4>/-V»Frkft.-Han.Prior.O. 4V,Südd.Bnk.-A.30^/oEinz. Span.Cr. b.Pereire 70.'/g , 4'/-V»Bayer.Ostb. 30V» . 3V»Deutsch.Phönir20V» . 4V,Frkf.Provident. 10"/, . 54V«P. 53 P. 79'/. P. 76-/-P. MVsP. 70 P. 100'/-G. 102"/. G. 100'/. P. 101'/. G. 249 G. 525 G. 106-V P 148 G. ÄnleffenS^Loose. Oest.250fl.b.Rl839 » 250 . . 1854 . ISO »Pr.L.1858 500 »».1860°/, LOOP. 70'P. 117'/, G. 70 V. b.G. 3'/,«/»Pkkuß.Pr.A. 425 «. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. SO-fl.-Loosc Knrh.40Thl.L.b.R. Gr.Hess.5G.L.b.R. Nass. 25 fl. L. b. N. Sch.-Lippe 25THI.L. Sard.3VFr. L.b.V. Mail. 45 Fr. L.b.R. 2'/-Lütt.Pr.-O.b.G Berein«-L. ic 10 fl. Ansb.-Gunzenh. L. 10 P. 101P. sr»v. P. 57V« P. 132 G. 38'/. P. 37 P. 31V. «. 5SV.P- 34'/- P. 37'/- P. SV- G. 12 G. Wechsel-Kurse. Amsterdam k.S. Antwerpen AugSbg.rffl.1M. Berlin Breme» Brüssel Eöln Hamburg Leipzig London Maild.i.Fr.200. München Paris Wien 'DiSconto. 100'/-G. SSV««- IM B. 105'/» B. 96'/. B. S3V,G. 105 B. 88-/. B. 105 B. 118V. B. 93V. G. 9SV, B. 94'/« B. SOVsb. 3^G? Gold uud Silber Pr,lo:eir Prvuß. Friedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Frankenstücke Engl. Sovereigns Gold pr. Zoklpsund Hvchh.Silb. P.Zpfd. Preuß. Eassensch. Dollart in Gold 9 37'/» 9 56'/» 9-46 5 33V, 924 1152 803-8 52 30 145'/, 2 25V» Druck und Ver-lag dir G. Braun'schen Hofbuchdruckerei. (Mit einer Beilage.)