Karlsruher Zeitung. Donnerstag, Ick. August. M iso. BorauSbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die Post im Troßherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petttzeile oder deren Raum 5 kr. Briese und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Dtraß« Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1862 Alle Posterpeditionen nehmen Bestellungen au auf die Monate August und September der Karlsruher Zeitung. Karlsruhe, 13. August Siebentes Bulletin über das Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Luise und der neugebornen Prinzessin. Seit vorgestern hat sich bei Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzoam keine Fiebcrbewegung mehr eingestellt. Die natürliche Abspannung abgerechnet, befand sich die hohe Wöchnerin den gestrigen Tag über wohl, und auch die letzte Nacht darf als «ne sehr gute bezeichnet werden. Die junge Prinzessin ist fortwährend munter und gesund. Amtlicher Thcll. Karlsruhe, 12. August. Ordensverleihungen. Keim Königliche Hoheit verGroßherzog haben Kich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden, den Orden vom Zähringer Löwen gu verleihen, und zwar: I. Den Stern zum Kommandeurkreuz: dem Generalleutnant Kuntz, Kommandant der Infanterie. II. Das Kommandeurkreuz mit Eichenlaub: dem Generalmajor Waag, Kommandant der I.Jafanterie- brigade; dem Generalmajor von Rinck, Kommandant der 2. Ju- fanteriebrigadr. tll. DaS Kommandeurkreuz: dem Obersten Zeroni, Kommandant des Feld-Artillerie- regimeuts. IV. Das Ritterkreuz: dem Oberstleutnant Hoffmano, Bataillonskommandant im 2. Infanterieregiment, König von Preußen; dem Oberstleutnant vonStern, Bataillonskommandant im (1«) Leib-Grenadierregiment; dem Oberstleutnant Frech, Bataillonskommandant im 4. Infanterieregiment, Prinz Wilhelm; depi Major.von Renz, Bataillonskommandant im (1) Leib-Grenadierregiment; dem Major von Freydorf vom Feldartillerie-Regiment; dem Hauptmann von Fabert vom Felvartillerie-Regi- ment, und dem Oberkriegskommiffär Heidenreich beim Kriegsmini- sterium. Keine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Sich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden, nachbenannten Staatsbeamten den Orden vom Zähringer Löwen zu verleihen, und zwar: das Ritterkreuz: dem Geheimen Refereudär Cron und dem Ministerialrath Schmitt im Ministerium des Innern, dem Geheimen Regierungsrath Fröhlich dahier, dem Oberamtmann Rieder in Waldshut, dem Amtsarzt Medizinalrath ReeSin Mallheim, dem Amtsarzt Medizinalrath Mezger in Heidelberg, dem Professor Ilr. Hitzig 7m der Universität Heidelberg, dem Professor vr. Weber, Vorstand der höher» Bürgerschule in Heidelberg, dem ersten Bürgermeister der Stadt Mannheim, Ludwig Achenbach, dem ersten Bürgermeister der Stadt Freiburg, Eduard Fauler, dem Oberbaurath Franz Keller mit Eichenlaub, dem Baurath Serauer, dem Oberingenieur Friedrich Obermüller und dem Postrath Viktor Paris, dem Ministerialrath Tröger im Finanzministerium, dem Oberzolliuspektor Cramerin Freiburg, dem Domäuenverwalter Kirchgeßnerin Offenburg, dem Forftinspektor, Forstmeister König in Heidelberg, dem Bezirksförster Löffel in Langensteinbach und dem Bezirksförstcr Eichrodt in Gernsbach. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden: dem Obersten von Renz, Kommandant der Gendarmerie, das Kommandeurkreuz zweiter Klasse, dem gräflich von Langenstein'schen Domäuendirektor M ör- des das Ritterkreuz mit Eichenlaub, dem Grafen Wilhelm von Sponeck, großh. dienstthuen- den Kammerherrn bei Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Herrn Markgrafen Maximilian von Baden, das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Großher;og haben Dich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden: dem evangelischen Pfarrer Karl Friedrich von Laugsdorff in Auggen, dem evangelischen Stadtpfarrer llr. Karl Zittel in Heidelberg, dem katholischen Pfarrer Michael Kuhnin Gamshurst, und dem Münsterpfarrer Silvester Kotz in Konstanz das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit -er Groß Herzog haben Sich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden: dem kaiserl. französischen Staatsprokurator Jallenques in Straßburg das Kommandeurkreuz zweiter Klaffe, dem Direktor der Versicherungsgesellschaft des Deutschen Phönir in Frankfurt a. M., Löwengard, und dem kaiserl. französischen Lowmisssire ventral Brunet in Straßburg das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Medaillenverleihungen. Leine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 7. August d. I. gnädigst bewogen gefunden, nachstehenden Personen die Zivil- Verdienstmedaille zu verleihen, und zwar: I. die große goldene dem Registrator Stulz im Kriegsministerium; II. die kleine goldene dem Gießmeister Berton, dem Hoffourier Johann S chulz, im Dienste Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogia Sophie, in Anerke«- nung seiner langjährige« und treuen Dienste; IN. die silberne deck Auditoratsdiener Beck in Mannheim, dem Auditoratsdiener Kaltenbronn in Karlsruhe, dem Kaserndiener Schilling in Mannheim, dem Hospitalportier Stiefel in Mannheim, dem Magaziusdiener Findling beim MontirungSkom- miffariat in Ettlingen, dem Gouvernementsfourier Wesch und dem Zeugschreiber Cerri, beide Letztere beim Gouvernement der Bundesfestung Rastatt, dem Diener der I. Kammer der Landstäude, Georg Ziegler, und dem Diener der II. Kammer der Landstäude, Peter Merkel. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Sich unter dem 6. August d. I. gnädigst bewogen gefunden: die bei der Oberrechnungskammer erledigte Rathsstelle dem Oberkirchenrath Forch bei dem katholischen Oberkircheurath, unter Ernennung zum Geheimen Finanzrath, dem mit der provisorischen Versehung der Stelle eines Direktors der Amortisationskasse beauftragten Oberrechnungsrath Harrer diese Stelle definitiv zu übertragen; den Revisor Ludwig Wie lau dt bei der Steuerdirektion zum Sekretär bei dieser Stelle zu ernennen. Seine Königliche Hoheit -er Groß Herzog haben mittelst höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium vom 23. April l. I. gnädigst geruht, den von dem Hr». Erzbischof der großh. Staatsregierung vorgeschlagenen Pfarrverweser Herrmann Ruff in Söllingen für die katholische Pfarrei Weyer, Landkapitels Offenburg, zu designiren, und ist derselbe am 12. Juni d. I. kirchlich eingesetzt worden. Seine Königliche Hoheit-er Großherzog haben mittelst höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium vom 19. Mai d. I. auf die Höchstihrem Patronat unterliegende katholische Pfarrei Steinenstadt den Pfarrer Joseph Kl eiser in Buchholz gnädigst zu ernennen geruht, und ist derselbe am 17. Juli d. I. kirchlich eingesetzt worden. Seine Königliche Hoheit -er Groß Herzog haben mittelst höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium vom 19. Mai d. I. auf die Höchstihrem Patronat unterliegende katholische Pfarrei Grunern den Pfarrer Karl S chefold von Beuren gnädigst zu ernennen geruht, und wurde demselben am 17. Juli d. I. die kirchliche Einsetzung ertheilt. Seine Königliche Hoheit -er Großherzsg haben mittelst höchster Entschließung aus großh. Staatsministerium vom 19. Mai d. I. aus der Zahl der von dem Hru. Erzbischof der großh. Staatsregierung vorgeschlageneu drei Bewerl^r den Pfarrer Joseph Bachmann von Schienen, zur Zeit in Oberzell auf Reichenau, für die Pfarrei Ballrechten gnädigst 'kL- Mriut Jacht. (Fortsetzung aus Nr. 189.) Ein wunderlich aussehender Patron, der Professor I Kurzsichtig mußt« er sein, denn er trug nicht nur eine Brille, sondern blinzelte auch wie »ine Eule im Tageslicht. Er war von untersetztem, aber stämmigem Wuchs, schien weder alt noch jung, hatte übrigens unverkennbar eine Perücke aus, eine gelbliche Gesichtsfarbe, und hohe Backenknochen. Der Anzug war der gewöhnliche bürgerliche — Frack, schwarze AtlaSwefie, lange Halsbinde, schlechtgernachte lange weite Beinkleider und startbige Lackstiesel. Die Frau Gemahlin war als» leidend, die Arme! Für Leidende vom schönen Geschlecht war freilich, ach! meine Jacht nimmer bestimmt! Ein« Gesellschaft lustiger kanadischer Fräulein hätt' ich mir schon gefallen lassen, gewöhnt wie die sind, etwas auszuhalten bei allen FeiertagSausflügen und VergnügenSpartieen zu Wasser und zu Land; dagegen graute mir rin Beträchtliches bei dem Gedanken, einen hinflerbenden amerikanischen Blaustrumpf aus der Eonstellalion mit herumzuführen. Ausweichen ließ sich da indessen nicht. Frau Kenber war auf ihren Einsall augenscheinlich sehr versessen, und der Professor ein nachsichtiger und nachgiebiger Gemahl. So mußte lch denn wohl oder übel mein« förmliche Einladung machen ; und am andern Morgen nahmen wir frische Milch, Früchte, Welschhahnen, Rehwildpvet rMd Herrn und Frau Kender an Bord. So heiß, trdtz der Frühe, und sonnenhell der Tag war, hatte doch Frau Kinder einen großen Mantel mit einer Kapuze, ans und nieder «ie ein arabischer Burnu«, um und den Schleier hernNlergelassen; so daß ich, «IS sie au der Jacht nicht ohne große Unterstützung herans- stitg, >ben nur ihre Nasenspitze sehen konnte. In der Kajüte legt« sie jedoch ihre Umhüllungen ab, und ich bemerkte mun mit Verwunderung, wie sehr «itl jünger sie als ihr Mann war, wiewohl auch sie kurzsichtig zu sein schien, denn sie kug ebenfalls eine Brille. Sie war rin hübsche« junges Weibchen, so verunstaltend sie auch ihr glänzendes Haar zurückgekämmt und versteckt hatte; ihre Gesichtsfarbe hatte das zarte Helle Olivenbraun eines spanischen Mädchens; die Züge waren wohlgebildet; und die Zähne merkwürdig weiß und gut für eine städtisch-erzogene amerikanische Dame. Ich half den Anker aufwinden und di« Geitaue des SchönfahrsegelS aurschütteln, während der alte Wilm sich mit dem ungewöhnlich reichausgestatteten Frühstück geschäftig zu thun machte und Eli das Steuer nahm. „Wohin, Herr Hauptmann?" fragte der Bursche. Frau Kender hatte den Ausflug bestellt. Die gewöhnlichste Galanterie erforderte, daß ich die Jacht ganz ihr zur Verfügung pellte. Ihr Mann flüsterte ihr etwas zu, woraus sie sich schüchtern vernehmen ließ: „Sie möchte gern," sagte sie, „an dem südöstlichen User hin fahren und eine Weile, wenn es mir recht wäre, in der herrlichen Bai, der Hunter's-Cove sJäger-Vucht), sich aujhalten, sie sähe zu gern die Gegend dort." * Sie brachte Das langsam und stotternd vor, wie ein kleine« Kind, da« etwas Eingelerntes axfsagt. Ich sah, wie des Professors Augen zwinkerten; selbst seine Brille konnte das nicht verbergen. Allein ich hatte Frau Kender die Wahl sreigestellt, mußte also gehorchen. „Haltet sie gut user-nah", lauteten meine Befehle, „und wenn Ihr die Hunter's-bove-Spitze umfahrt, so laßt den leichtesten Anker fallen. Der Grund, weiß ich, ist gut und keine Strömung." Zur allgemeinen Unterhaltung trug Frau Kender nicht eben viel bei. Sie sprach wenig nnd nur ganz leise, und nie mit Bestimmtheit, wenn man sie ansprach. So schlecht als ihres Mannes Besorg-' nisse ihn hatten darstellcn wollen, erschien mir ihr Gesundheitszustand übrigens nicht. Aber auffallend ängstlich und zurückhaltend war sie, und wollte durchaus ihre Talente und Fertigkeiten nicht zum besten geben. Als ich sie bat, uns mit ein wenig Instrumentalmusik — eS^ war ein Piano an Bord — zu erfreuen, lehnte sie es sanft aber entschie-- den «b. Auch um die Schönheiten der Seelandschaft oder um ein ' Gespräch über Kunst, Bücher oder wissenschaftliche Dinge schien e« ihr nicht zu thun; wornach sie aber unverkennbar begierig, zitternd begierig verlangte, war — die Jäger-Bucht zu sehen. Wir mußten dicht am Land hin segeln, denn die srischer-werdende Brise that ihr Möglichstes, uns nach den kanadischen Gestaden hinüber zu treiben; die Jacht hielt sich aber recht gut, vorausgesetzt, daß ich das Steuer ergriff, so oft Eli und Wilm fleißig da« Segelwerk red- derten oder an Geitau und Schote haalten. Wilm besonders schien an dem Tag allgegenwärtig zu sein; klapperte in einer Sekunde mit den Brühschüsjeln und setzte in der nächsten mehr Vorsegel dem Schiffchen auf. Auch Herr Gartmore, stet« gefällig, lieh un« oft den Beistand seiner starken Arme; so hielten wir denn den Schooner in guter Führung, wie er gleich einem feurigen Roß über die stahlgrauen — ringsum aufschäumenden — Wellen hin setzte. Als wir die Bucht erreichten, nach deren Besichtigung Krau Kender so großes Verlangen getragen hatte, war'« beinahe MiltageffenSzeit; es wurde deßhalb ausgemacht, daß erst nach der Mahlzeit an'« Land gegangen werden solle. Die Jacht wurde in dem stillen Wasser vor Anker gelegt, das so ruhig und hell wie ein Mühlteich dalag, geschirmt von dem felsigen Borland vor den Wellen und Strömungen de« weiten See'S. Wilm rief Eli, ihm bei dem kitzlichen Geschäft deS Austragens der guten Dinge zu Helsen, die aus seinem Ofen in der Kombüse gelinde gekocht hatten, und wir setzten uns etwas in der muntern Stimmung, wie sie meist «in Picknick begleitet, zu Tisch. Frau Kender schien aufgeräumter. Sie sagte nicht viel, ihre Schüchternheit ließ nun einmal ihre GesprächSgabm nicht aufkommen, lachte aber dann nnd wann bei einer lustigen Bemerkung — und ein recht silberhelles Lachen hatte sie, wie man sich'« gar nicht von einer brillentragenden Minerva zu hören erwartet hätte. (Fortsetzung folgt.) zu destgniren geruht, uud hat derselbe am 15. Juli d. I. die kirchliche Einsetzung erhalten. Anne Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst höchster Entschließung auS großh. Staatsministerium vom 19. Mai d. I. aus der Zahl der von dem Hrn. Erzbischof der großh. Staatsregierung vorgeschlagenen drei Bewerber den Cooperator an der St.-Martins-Pfarrei iuFreiburg, Ferdinand Hauser von Dauchingen, für die katholische Pfarrei Jöhlin- gen gnädigst zu destgniren geruht, und ist derselbe am 15. Juli d. I. kirchlich eingesetzt worden. Nicht-Amtlicher Theil. Deutschland. -j- Karlsruhe, 13. Aug. Heute früh 11 Uhr haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog geruht, eine Abordnung des Bureau's derZweitenKammer, bestehend aus deren Präsidenten Hildebrandt und den Sekretären Wagner, Wundt und Wahrer, zu empfangen und die von dem Bureau im Namen der Kammer Unterzeichnete Adresse eotgegenzunehmen, worin dieselbe im Einklang mit dem ganzen Land in innigster Theilnahme ihren herzlichsten und innigsten Wünschen zur glücklichen Niederkunft Ihrer Königl. Hoheit der Frau Großherzogin ehrfurchtsvoll Ausdruck verliehen hatte. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfing diese Abordnung in gnädigster Weise, sprach innig ergriffen in seelenvollen Worten seinen herzlichen Dank aus für die auch bei diesem frohen Ereigniß dargebrachten Beweise der Theilnahme der Vertreter des Volkes an dem Glücke seines Hauses, und beauftragte den Präsidenten, den Mitgliedern der Kammer seine dankbare Anerkennung kundzugeben. Der tiefe Eindruck, den dieser huldvolle Empfang auf die Abordnung machte, steigerte sich noch mehr, als der Großherzog dieselbe einlud, die neugeborne Prinzessin zu sehen und sich selbst von deren Wohlbefinden zu überzeugen. Das Volk, welches bei diesem frohen Ereigniß seine Liebe zu unserm erhabenen Fürstenpaar aufs neue so vielfach betätigt hat, wird.mit beglückendem Gefühl vernehmen, daß seine Gesinnungen der Theilnahme und Anhänglichkeit eine so gnädige Anerkennung und huldvolles Entgegenkommen gefunden haben. Karlsruhe, 12. Aug. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 38 enthält (außer Personaluachrichten): I. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien, l) Bekanntmachung des großh. Justizministeriums: Die Ernennung der Schwurgerichts-Präsidenten für das 3. Quartal l. I. betreffend. Darnach wurden zu Präsidenten der Schwurgerichts - Sitzung für das Hl. Quartal l. I. ernannt: 1. Für den Unterrhein- kreis: Hofgerichts-Rath Reinhard in Mannheim und für den Fall seiner Verhinderung Hofgerichts-Rath AhleS daselbst. 2. Für denMittelrheinkreis: Hofgerichts-Direktor Bohm in Bruchsal und für den Fall seiner Verhinderung Hofgerichts-Rath v. Stösser daselbst. 3. Für den Oberrheinkreis: Hofgerichts-Rath Weber in Freiburgund für den Fall seiner VerhinderungHofgerichts- RathWielandt daselbst. 4. Für den See kr eis: Hofgerichts-Rath Selb in Konstanz und für den Fall seiner Verhinderung Hofgerichts-Rath Mann daselbst. 2) Bekanntmachungen des großh. Ministeriums des Innern: s) Die Diözesansynode der Diözese Ladenburg betreffend. Kirchenrath Pfarrer Eberlin in Handschucheheim wurde von der Diözesansynode auf die Dauer von sechs Jahren zum Dekan der Diözese Ladenburg gewählt jund unterm 15. v. M. von großh. evangelischem Oberkirchenrath bestätigt, b) Die medizinische Vorprüfung betreffend. Eine solche wird Anfangs Oktober d. I. stattfinden. 3) Bekanntmachung des großh. Handelsministeriums: Die Organisation des Eisenbahn-Betriebsdienstes auf der Bahn zwischen Karlsruhe und Marau betreffend. 4) Bekanntmachung des großh. Finanzministeriums: Die zweite Serienziehung zur 26. Gewinnziehung vom Lotterieanlehen zu fünf Millionen Gulden vom Jahr 1840 betreffend. II. Diensterledigungen. DaS großh. Amtsrevisorat Achern. Die Stelle eines Assistenzarztes bei dem Amtsgericht und Oberamt Heidelberg mit dem Wohnsitz in Schönau, einem Gehalte von 180 fl. und Neiseaversum von 120 fl. jährlich, aber ohne Staatsdiener-Eigenschaft. Die Stelle eines Assistenz- und Badearztes in Langenbrücken; Bewerbungen um dieselbe sind binnen drei Wochen durch Vermittlung der betreffenden Kreisregierung au die großh. Sanitätskommission gelangen zu lassen. Die erste Lehrstelle an der höhern Bürgerschule in Buchen mit einer jährlichen Besoldung von 800 bis 900 fl.; dieselbe soll mit einem wissenschaftlich gebildeten Lehrer wieder besetzt werden. Heidelberg, 10. Aug. (Sch. M.) In voriger Woche wurde hier, wie schon erwähnt, die vierte ordentliche Generalversammlung der „deutschen Bekleidungsakademie" gehalten. Ueber die Verhandlungen am ersten Tag ist bereits Bericht erstattet. Nachdem am zweiten Tag die zu schleuniger Berichterstattung über den Antrag auf Gründung einer „europäischen Modenakademie" niedergesetzte Kommission re- ferirt hatte, wurde derselbe von der Versammlung einstimmig angenommen, und auf ihren Vorschlag für gewissenhafte Verwaltung der eingehenden Gelder ein Verwaltungsrath ge- wählt. Hr. F. A. Schmidt aus Dresden hielt einen Vortrag über die Frage: wie den verderblichen Einflüssen der Gewerbefreiheit ein Damm entgegengesetzt werden könnte, ohne der Segnungen derselben verlustig zu gehen. Die Versammlung vereinigte sich mit den beiden Anträgen des Redners, dahin gehend: daß sie eineu Schutz vor den verderblichen Ausschreitungen der Gewerbefreiheit nur zu hoffen vermag von einer strengeren Fallitenordnung, die dem leichtsinnigen Bankerotteur das Recht zur Wiedereröffnung eines selbständigen Geschäftsbetriebiö wenigstens auf längere Zeit entzieht und den Mißbrauch des Kredits strenger bestraft, als dies zur Zeit der Fall ist, sowie von einer konsequenten Ver- folgung des Schwindels und unerbittlicher Entlarvung desselben. Bezüglich der Frage, wie dem Mangel an tüchtigen Arbeitern am besten abgeholfen werten könne, empfiehlt die Versammlung vorerst namentlich den größeren Geschäftsinhabern, ihren Lehrlingen einen mit ihrer Arbeit im Einklang stehenden Wochenlohn zu verabreichen, um so leichter neue Kräfte für das Schneiderhaudwerk zu gewinnen, sodann für leichtere Arbeiten, wo eS thunlich sei, Arbeiterinnen zu verwenden ; macht auf die Nähmaschinen als Ergänzuugsmittel für den Mangel an Arbeitskräften aufmerksam, und wählt schließlich eine Kommission aus 6 Mitgliedern, die sich durch Beiziehung weiterer Kräfte zu ergänzen berechtigt sein soll, um diese Frage in nähere Erwägung zu ziehen und der nächsten ordentlichen Generalversammlung, die, wenn nicht äußere Einflüsse entgegeutreten, im Jahr 1865 zuWien gehalten werden soll, umfassenden Bericht zu erstatten. /^Heidelberg, 11. Aug. Der Bau unseres neuen akademischen Museums zur Aufnahme der naturhistorischen Sammlungen schneitet rasch voran, und dürfte das umfangreiche Gebäude noch vor Eintritt des Winters unter Dach gebracht werden können. Es wird schon dem Aeußern nach mit seiner schönen Faxade eine Zierde unserer Stadt bilden und dürfte nach dessen Vollendung kaum eine andere deutsche Hochschule ein so zweckmäßig eingerichtetes, den Anforderungen der Wissenschaft wie des Unterrichts gleich entsprechendes naturhistorisches Museum besitzen, wie Heidelberg. — Die umfassenden Bauten zur Erweiterung des hiesigen Bahnhofs sind theilweise der Vollendung nahe, so daß der demnächst erfolgenden Eröffnung der Odenwälder Bahn auch von dieser Seite „kein Hinderniß mehr im Wege steht". Stuttgart, 13. Aug. Der „Württemb. Staatsanzeiger" konstatirt heute den handelspolitische» Riß, der zu dem politischen in Deutschland gekommen und der durch die jüngsten Depeschen des Grafen Bernstorff einen offiziellen Charakter erhalten habe, und knüpft daran folgende lyrische Ergießungen: Der Vaterlandsfreund kann diesen Stand der Dinge nur im tiefsten Herzen beklagen; aber gleichwohl hat er auch volle Ursache, sich zu freuen, wenn er bedenkt, daß eben die Offiziellität (I) unserer Läge auf eine Aenderung derselben zum Bessern hindeutet, da eine Fortbewegung derselben zum Schlechtem nicht möglich ist. Bei der großen Sehnsucht des deutschen Volkes nach einer neuen Zusammenfassung de« Zersplitterten und Zerstreuten kann man unmöglich bei dem Risse stehen bleiben. Das Vorgehen Oesterreichs mit seinem Anerbieten vom 10. Juli muß jedenfalls früher oder später zu neuen Ein igungen in Bezug auf die materiellen Interessen Deutschlands führen und den handelspolitischen Einigungen müssen später nothwendig auch politische Einigungen folgen. Das liegt im Lauf der Dinge. Der Vertrag mit Frankreich wird den durch die Natur der Dinge vorgeschriebenen Laus derselben nur beschleunigen, denn wie auf chemischem Gebiete manches mechanische Gemenge eines fremden Mediums bedars, um die chemische Verbindung der in dem Gemenge enthaltenen Elemente zu ermöglichen, so kann eS auch aus dem politischen Gebiete Vorkommen, daß die sich nicht einigen wollenden Elemente durch Hinzutritt eines fremden dritten Plötzlich die 'Neigung zur Einigung bekommen und die Einigung in der erwünschtesten Weise auSsühren. Wir wollen hoffen, daß Frankreich den deutschen Elementen die ihnen bis jetzt fehlende Neigung zur Einigung gebe» wird. Mainz, 11. Aug. Gestern fand hier eine Pcivatbespre- chung von Mitgliedern der liberalen Partei auS Rheinheffen in Angelegenheiten der bevorstehenden Wahlen statt. Frankfurt, 12. Aug. (Fr. I.) Im Gasthof zum „Landsberg" dahier fand heute von 10—2 Uhr eine von ungefähr 70—80 Mitgliedern der Fortschrittspartei aus allen Theilen deS Großherzogthums Hessen besuchte Versammlung zum Zweck der Wahlorganisation für die bevorstehenden LandtagS - Wahlen statt. Hr. Hofgerichtsadvokat Metz aus Darmstadt wurde durch Akklamation zum Vorsitz berufen. Es legte derselbe sodann der Versammlung den Entwurf einer Ansprache an das hessische Volk bei, der mit einigen unwesentlichen Zusätzen angenommen, von den Anwesenden unterzeichnet, und sofort in die Presse gegeben wurde; außerdem soll er noch als Flugblatt in Tausenden von Exemplaren über das ganze Land verbreitet werden. Sodann erfolgten Berichterstattungen der Einzelnen über den Stand der Wahlbewezung in ihren Bezirken, woraus so viel hervorgiug, daß die Aussichten für die liberale Partei in Rheinhessen am besten, in Oberhcsseu gut, und in Starkeu- burg zweifelhaft sind. Ein eigener Zentralwahlausschuß wurde aus neun Personen (drei auS jeder Provinz) aus der Mitte der Versammlung gewählt, und schließlich die Aufstellung einer vorläufigen Liste solcher Personen angenommen, welche die hessische Fortschrittspartei für'S erste dem Lande zu Abgeordneten empfiehlt; Vervollständigung bleibt Vorbehalten. Den Schluß der Versammlung bildete eine feurige Ansprache des Hrn. Metz, worin er die hohe Bedeutung dieser Wahlen nicht nur für Hessen selbst, sondern für ganz Deutschland kräftig hervorhob. Die oben erwähnte Ansprache an das hessische Volk lautet: Mitbürger! Die Zeit der Wahlen zu einem neuen Landtag ist gekommen, und an uns ist es, die politische Reife des hessischen Volksstammes zu zeigen und darzuthun, daß wir hinter unfern durch Einigkeit und Energie zum völligen Sieg gelangten kurhessischen Brüdern nicht zurückstehen. Die traurigen Zustände der 1850er Jahre haben uns wie dem ganzen deutschen Volke gelehrt, daß nur einträchtiges, thätiges und aufopferndes Zusammenstehen der ganzen Fortschrittspartei die Sache der Freiheit und des Volksrechts zu erhalten vermöge, daß also gegenüber dem gemeinsamen Feinde jede Meinungsverschiedenheit zurücktreten müsse. Wir wenden uns daher an Alle, welche ein einiges deutsches Vaterland mit deutschem Parlament und kräftiger Zentralgewalt und für das engere Hessenland ein wahrhaft verfassungsmäßiges Leben nach allen Richtungen erstreben. Wir zählen Alle zu uns, welche das volle politische und materielle Wohl des Großherzogthums nur durch gesunde Entwicklung der politischen und materiellen Zustände des ganzen Deutschlands gesichert halten und welche das Edikt vom 6. März 1848, seine Zusagen und.seinen Geist als Grundlage des hessischen Versas- sungslebens betrachten, gegen die unmittelbare oder mittelbare Verkümmerung und Beseitigung dieser feierlichen landesherrlichen ZusLze also anlämpsen. Wir fordern freie Pressö, freies Versammlungsrecht und freies Vereinsrccht. Wir fordern Selbständigkeit der Gemeinden und ein freies Wahlgesetz für Gemeinde- und Landtagswahlen. Wir fordern Achtung vor jeder religiösen Ueberzeugung und Gleichheit der Rechte jeder Konfession. Wir fordern Hebung des Unterrichts und namentlich der Volksschule. Wir verlangen Beseitigung jeder Fessel der materiellen Entwicklung unseres Großherzogthums und Unterstützung aller Anstalten und Wege, welche den Wohlstand seiner Bevölkerung, Handel und Industrie zu heben vermögen; wir wirken deshalb namentlich für Erhaltung des Zollvereins. Wir bekämpfen dagegen die Verordnungen oder Gesetze, welche die landständische Vertretung, die Selbständigkeit der Gemeinden, die Zuständigkeit der Schwurgerichte besonders in Preßprozessen, und die lebensfähige Thätigkeit der Bezirks- räthe beschränkten und welche z. B. seither neben einer Ersten Kammer von Standesherren, Prinzen und Ernannten des Fürsten noch eine beinahe bloß auS Staatsdienern zusammengesetzte Zweite Kammer veran- laßten. Wir halten überhaupt für die Regel die Untergebenen des Ministeriums nicht geeignet zur unabhängigen Kontrole und Ueber- wachung der Vorgesetzten Minister. Wir bekämpfen das Mainz- - Darmstädter Konkordat und alle Angriffe gegen die zugesicherte religiöse Freiheit. Wir verlangen für die katholische Kirche gesetzliche Regelung ihres Rechtsverhältnisses, sowie für die protestantische Kirche endliche Einführung der schon vor mehr als vierzehn Jahren zugesagten zeitgemäßen Verfassung mit gehöriger Betheiligung der Gemeinden und Laien. Wir bekämpfen die erfolgte Wiederherstellung der Jagdgerechtsame und der Familien-Fideikommisse, die unzeitgemäß« Schaffung von Erbgütern, sowie die mannigfache Bevorzugung der Standesherren und die hiermit zusammenhängende besondere Vertretung des großen Grundbesitze» im Gemeinderalhe. Wir bekämpfen endlich das täglich sich verstärkende System des BielregierenS von Oben mit seinen schweren Ausgaben, und erstreben dagegen größere Theil- nahme des Volks und der einzelnen Staatsbürger an Entscheidung und Leitung seiner Angelegenheiten, sowie die Ermäßigung der in der Reaktionsperiode immerfort erhöhten Stenern. Mitbürger! Wer von Euch mit obigen Grundsätzen einverstanden ist, wer von Euch sich verpflichtet hält, für das Wohl von Volk und Vaterland werklhätig einzuschreiten, wer von Euch das seitherige Regiernngsfystem und die in der Staatsverwaltung der letzten zwölf Jahre erkennbare Richtung nicht will, bethätige diese Gesinnung durch Ausübung seines Wahlrechts und durch Belebung des Eifers minder thätiger Freunde, Nachbarn und Verwandten. Nur unbedingte Thätigkeit jedes Stimmberechtigten, nur völlige Unzugänglichkeit desselben gegen volksfeindliche Einflüsse kann die schweren Hindernisse eines unnatürlichen Wahlgesetzes besiege», wird sie aber auch gerade so besiegen, wie das preußische Volk trotz de« Deiklafsen-Wahlsystem- und trotz der öffentlichen Abstimmung von Urwählern und Wrhlmännern durch energisches Zusammenhalten und Mitwirken aller Freisinnigen einen glänzenden Wahlsieg erfocht. Freilich können wir dem »»ackern Kämpfer für des Volkes Recht und des Vaterlandes Wohlfahrt »veder Orden noch Würden, weder Geld noch Aemter bieten; allein das Bewußtsein erfüllter Pflicht wird jeden Urwähler und jeden Wahlmann vollkommen entschädigen. Mitbürger! Wir wollen Alle unverdrossen und ohne Rück- sich für die Wahl wahrhaft freisinniger, wahrhafr selbständiger und wahrhaft volksfreundlicher Wahlmänner und Abgeordneten wirken, und eine echte und wahre Volksvertretung wird demnächst zu Nutzen und Frommen des engeru und weitern Vaterlandes, zu unserer Aller Heil und Wohl aus der Wahlurne hervvrgehen! Frankfurt a. M., dei» 12. Aug. 1862. Im Auftrag der Wahlversammlung der Fortschrittspartei: Aug. Metz von Darmstadt. Peter Minnig von Virnheim. Wilhelm Mühlberger von Erbach. Moritz Kühl aus Butzbach. H. Pfannmüller II. aus Gießen. Konrad Nartz aus Petterweil. vr. Phil. Wittmann aus Mainz. Jakob Mölljnger von Monsheim. Karl Kaibel von Oberingelheim. Gotha , 6. Aug. Die Gesetzsammlung enthält das allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch nebst dem Eioführungs« gesetz und dem Gesetz über die Errichtung von Handelsgerichten. Der Zeitpunkt, mit welchem diese Gesetze in Kraft trete», soll durch Verordnung bestimmt werden. Dresden, 12. Aug. (W. T.-D.) Wie daS „Journal" berichtet, haben die hiesigen Berathungen über daS sächsische Projekt der Elbzoll-Regulirung, woran Oesterreich, Preuße», Sachsen uud Hamburg Theil nehmen, zu vollständigem und allseiligem Einverständuiß geführt, welches nur noch der Unterzeichnung des Schlußprotokolls bedars. Hannover, 11. Aug. (Z. f. N.) Die unruhigen Auftritte vom Freitag haben sich leider am Samstag Abend wiederholt. Neben den Erlassen der k. Polizeidirektion und des Magistrats waren in das Hoftheater uud auf den Marktplatz große Militärabtheilungen verlegt, Patrouillen durchzogen die Stadt u. s. w. Trotz aller dieser Vorkehrungen, vielleicht zum Theil wegen ihrer, gewannen die Unruhen eine noch größere Ausdehnung als am Abend vorher. Ihren Ausgangspunkt nahmen sie wiederum von der Ferdiuandstraße, in welcher sich die Wohnung des OberkonsistorialrathS Niemann befindet. Eine große, zum Theil aus Demonstratious- lustigeu, zum Theil aus Neugierige» zusammengesetzte Menschenmenge hatte sich am Abend in der genannten Straße versammelt. Eine starke Patrouille säuberte dieselbe, ließ jedoch dann das Niemann'sche Haus ohne Schutz, so daß es mit Anbruch der Dunkelheit einem vor dem Hause aufs neue Stand nehmenden zahlreichen Haufen von Arbeitern mit leichter Mühe gelang, mit Hilfe der aus einem nahe gelegenen Neubau sich dardietenden Backsteine fast sämmtliche Fenster- scheiben des Niemann'sche» Hanses, zum TheU auch die Einfassung und die Möbeln einzelner Zimmer zu zerstören. Von da ab verbreiteten sich die Unruhen über einen großen Theil der Stadt. Hier und da kam es zu förmlichen Kämpfen, in welchen auf der einen Seite Jnfanteriegewehre, Säbel uud Stöcke, auf der andern Steine die Waffen bildeten. Verwundungen kamen wie am Tage vorher in Menge vor. Wie groß deren Zahl war, mag man daraus ersehen, daß am ersten Abend keiner der im Dienst befindliche» Gendarmen unversehrt geblieben sein soll, daß einer oder zwei erheblich verletzt worden. Zahlreicher waren die Verwundungen selbstverständlich auf Seiten des Volks. Die Verhaftungen waren nicht minder zahlreich. — Am Sonntag waren von 8 Uhr Abend« ab alle Lruppe« in den Kasernen konsigoirt. Abends wurde wiederum der Theaterplatz besetzt und Patrouillen ausgcsandt. Verhaftungen einzelner Ruhestörer kamen vor, doch wiederholten sich die Unruhen nicht. Osterode, 10. Aug. (Z. f. N.) Als Pastor Baur« schmidt vorgestern von Hannover in Nvrdheim aukam, wurde er auf dem Bahnhof von einer großen Anzahl Bürger empfangen, die ihn unter freudigem Zuruf durch die Stadt begleiteten. Am Ausgang derselben wurde ein Choral angestimmt, »ach dessen Schluß herzliche Glückwünsche an den Scheidenden gerichtet wurden. Gestern begab sich Hr. Baur- schmidt von dem Gut Dorste, wo er fetzt bei Freunden weilt, nach Osterode zum Besuch einer dort wohnenden Verwandten. Die Bürger von Osterode hatten kurz vor seiner Ankunft dies erfahren und empfingen ihn mit feierlicher Anrede am Thore, während Jungfrauen seinen Wagen mit Kränzen und Sträußen schmückten. Am Abend brachte die „Liedertafel", unterstützt von einem Musikkorps, dem gefeierten Gast ein Ständchen, während eine Deputation der Bürgerschaft demselben eine Adresse überreichte. Mecklenburg. Es bestätigt sich, daß das zu Mecklen- burg-Strelitz gehörende Fürstenthum Ratzeburg aus dem prvMirten mecklenburgischen Grenzzoll-System ausgeschieden werden soll. Der ministerielle „Norddeutsch. Korresp." in Schwerin berichtet, daß die Schweriner Regierung dem Antrag der Strelitzer Regierung, das Fürstenthum von der Linie des Grenzzolls nicht mit umschließen zu lassen, beigestimmt habe. Berlin, 12. Aug., Morgens. (Köln. Ztg.) Zn der Budgetkommission fanden gestern Abend ruhigere Verhandlungen statt. Der Antrag wegen Zuziehung der Stenographen, motivirt durch Hinweis auf das Nachschreiben der Regierungskommiffäre, wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Die Staatsregierung bestätigte offiziell, daß die neu« liche Erklärung Moelle's über die „maßgebende Stimme" nicht gleichbedeutend mit „entscheidend" sein solle, und ließ eine Zusammenstellung wegen eines Pauschquantums für das letzte Jahr vorlegen, v. d. Leeden beantragte eine Resolution wegen Vorlegung des Rekrutirungsgesetzes; ein Beschluß wurde Vorbehalten, v. Fvrckenbeck berichtete über eine Kölner Petition gegen v. Sybel; dieser rektifizirte die Ausdrücke des Berichts der „Niederrh. Volksztg." Bei fortgesetzter EtatSberathung wurden alle Anträge v. Vaerst's, die Reorganisatioaskosten bei der Geldverpflegung der Artillerie, der Pioniere und des Trains ins Ertraordiuarium zu übertragen, angenommen. Die Streichung ward vorbehal ten. Bei den Landwehr-Ausgaben erklärte der Regierungs kommiffär auf eine Anfrage, daß die Regierung keinen Augen blick Anstand nehmen werde, im Fall einer Mobilmachung Landwehrleute zur Linie eiuzuziehen. Diese Erklärung machte Aufsehen, und v. Fvrckenbeck bemerkte, damit sei evident konstatirt, daß die Reorganisation mit dem Gesetz von 18 t4 unvereinbar sei. Ofterrath billigte die Rechtsdeduktivn Forckeubeck'S. Berlin, 12. Aug., Nachm. (Köln. Z.) Die Budget ko mm iss« on hatte heute abermals Sitzung, und die Beo Handlungen wurden fortdauernd ruhiger weiter geführt. Gegen die ministerielle Deutung deS Paragraphen 15 des Gesetzes vom Jahr 1814 fand allseitiger Widerspruch statt. Dieselbe rief drei protestirende Resolutionen vonStaveuhagen, von Kirchmann, und von Forck enbeck hervor. DieEntschei- dung darüber wird später erfolgen. Die Position für Geldverpflegung der Landwehr ward auf den Antrag v. Vaerst' s gegen die Forderung der Regierung um 600,000 Thlr. aus Prinzipsgründen auf die Höhe des Etats von 1860 mit 26 Stimmen erhöht. Bei der Hauptabstimmung in der Budgetkommission über die Position: Geldverpflegung der Truppen, wurden 2,138,000 Thaler als Reorganisationskosten mit allen gegen vier Stimmen gestrichen. * Berlin, 12. Aug. Gerüchte sprechen von einem Konflikte zwischen dem Finanzminister und dem Kriegs- minister; ja sie bezeichnen bereits den General v. Peucker als den muthmaßlichen Nachfolger des Letztem. Ob Etwas an der Sache ist, steht sehr dahin. — Der „Köln. Ztg." zufolge macht man sich in parlamentarischen Kreisen schon darauf gefaßt, daß es zu der Militärdebatte im Plenum voraussichtlich in dieser Session gar nicht mehr kommt. Denn entweder siegt die im Kriegsministerium vertretene Ansicht, und dann komme es schon vorher zum Bruch, oder man entschließt sich im Staatsministerium in so fern zu einem Vermittlungsversuch, daß man auf eine gesetzliche Negulirung der Militärsrage eingeht, dann bedürfe man zur Ausarbeitung der nöthigen Vorlagen einer Vertagung, und jedenfalls würden die jetzigen Verhandlungen der Budgetkommission überflüssig, so daß schon deßhalb eine Vertagung eintreten müsse. Bezeichnend ist für die Lage, daß man damit umgeht, in den Kommissionssitzungen Stenographen zuzuziehen; ein desfallsiger Antrag sollte heute Abend förmlich eingebracht werden. Man geht dabei von dem Motiv aus, daß einer der Vertreter des Kriegsministeriums fortwährend protokollirt, offenbar zur Grundlage eines Berichtes an den König selbst. Diesem Berichte will man eine authentische Kontrole geben. Es sollen die Verhandlungen in der Kommission stenographisch nachgeschrieben werden, damit am Thron und im Lande offiziell kon- ftatirt werde» kann, in welcher Art die Budgelkommission ihre Aufgabe erfüllt hat. Die „Köln. Ztg." bemerkt zu Hoffnungen der „Bayrisch. Ztg.", daß der Zollverein auch die jetzige wie frühere Krisen glücklich überwinden werde: »Der Zollverein wird nur in dem Wege der Reform und mit dem Handelsverträge, sonst aber nicht erneuert werden." Wie«, 12. Aug. (W. K.-B.) Das Abendblatt der „Presse" bringt folgende Depesche ans München, 12. Aug.: Bayern und Württemberg erklären sich für die Zolleinigung mit Oesterreich und beantragen eine außerordentliche Zoll- verriuS-Konferenz zu Berlin zur Berathunz der österreichischen Vorschläge — Die »Wiener Zeitung" von heute Abend berichtet, daß die Kaiserin am Donnerstag aus Possenhofen hieher zurückkehrt. * Wien, 12. Aug. Die „Presse" schreibt: „Unter Vorsitz des Ministers Grafe» Rechberg hat dem Vernehmen «ach gestern Nachmittags hier die Schlußsitzung der über die Vnn- desreform-Vorschläge zusammenberufenen Vertreter der deutschen Regierungen, welche die identischen Noten unterzeichnet haben, stattgefunden. Es ist, worauf unsere Mittheilungen bereits vorbereiteten, ein allseitiges Einverstäudniß über die Anträge, welche nun an die Frankfurter Bundesversammlung gelangen, erzielt worden. Diese Anträge beziehen sich, wie man weiß, auf Errichtung eines Bundesgerichts und auf Bildung einer aus den Landesvertretnngen aller zu Deutschland gehörigen Theile zn wählenden Delegirtenver- sammlung. Diese Versammlung mit legislativen Befugnisse» würde das Unterhaus neben einer das Oberhaus bildenden Gesandtenkonferenz bilden. Ueber die Schaffung der dieser Legislative zur Seite stehenden Erekutive hat die Wiener Konferenz keine Vorschläge formulirt, sondern scheint zu wünschen, daß diese, allerdings die schwierigste Frage von Haus aus in Gemeinschaft mit Preußen verhandelt werde." Aehnliches schreibt man der „Stern-Ztg.", mit dem Anfügen, man wolle zunächst die beiden ersten Anträge in spezieller Formulirung beim Bundestag einbringen, dagegen den dritten (Exekutivgewalt) in allgemeiner Form der gemeinsamen Ein- zelberathung aller Bundesmitglieder unterbreiten, da die hierbei in Frage kommenden umfassenden und tiefgreifende» politischen Beziehungen die vorgreifliche einseitige Aufstellung eines speziellen Vorschlags nicht rathsam erscheinen ließen. Die „Donau-Ztg." erklärt die Auflösung des Gemeinderaths zu Triest aus der feindseligen, in Wort und That leicht erkennbaren Tendenz gegen Oesterreich, die derselbe verfolgt habe. Italien. Tori«, 9. Aug. (Köln. Ztg.) Mehrere Depeschen, welche auS Sizilien eingelaufen, werden von der Negierung geheim gehalten, so daß die einzige offizielle Nachricht die der „Gazzeta Uffiziale" ist, welche den Zusammenstoß des Korps Bentivegna's mit einer Kompagnie könizl. Truppen bestätigt. Dem Obersten Null», welchem bekanntlich in Palermo die Landung verweigert worden, ist es nun durch eine List dennoch gelungen, sich mit Garibaldi zu vereinigen. Der Deputate Nicvtera, der, wie Einige wissen wollten, ebenfalls der Erpeditivn sich angeschlvsseu haben sollte, steht im Begriff, nach Neapel zu reisen, um dort der Bewegungspartei die Parole zu bringen. Die Freiwilligen, welche noch in Neapel sind, werden dort Garibaldi's Ankunft erwarten, wie dieser selbst in einem Briefe au Dvssi verfügt hat. Die Genueser Befreiungsgesellschaft hat auf den Antrag Cataccia's ihren Beitritt zu Garibaldi's neuem Programme erklärt und beschlossen, daß die Worte: „Rom oder den Tod!" künftighin an die Spitze ihrer offiziellen Akte und auf ihre Fahnen geschrieben werden sollten. Tori«, 10. Aug. Garibaldi fährt inzwischen fort, seine Streit- kräfte zu orgauisiren. Ans verschiedenen Punkten Süditalien's finden Konzentrationen von Freiwilligen statt. Er selbst hat die Anführer der dort gebildeten verschiedenen Korps aus der Zahl seiner früheren Waffengefährten ernannt. Die drei Kolonnen, welche auf Messina marschiren, werden von Menotti Garibaldi, Cvrrao und Bentivegna befehligt. Nach der „Perseveranza" waren es die Kolonnen von Cvrrao und Bentivegna, die bei Santo Steffano, auf der Straße nach Girgenti, mit den Truppen handgemein wurden. Letztere sollen nur 100 Mann stark gewesen sein, die Freischärler 1200 Mann. Nachdem einige Schüsse gewechselt worden, stoben sie auseinander. Der Turiner „Discussione" gehen folgende telegraphische Nachrichten zu: Palermo, 8. Aug., Abends. Garibaldi ist in Santa Catalina. (?) Verschiedene Landungsversuche von Freiwilligen, die zu ihm stoßen wollten, find verhindert worden. Von Palermo gehen fast keine Zuzüger mehr ab; die Behörden halten strenge Wache. Unter den Freiwilligen ist starke Desertion eingerissen; selbst der Priester Rotolo hat mit seiner Schar Garibaldi verlassen. Es sehlt den Freischiirlern an Lebensmitteln, an Geld, an Allem. Die Bevölkerung ist gegen sie; vereinzelte Freiwil- lige werden von den Bauern überfallen und entwaffnet. Ihr Betragen ist an der feindlichen Stimmung der Bevölkerung schuld. Sie haben keine Disziplin und respektiren weder Personen noch Eigenthum. Geht das so fort, so wird das Einschreiten der Truppen als eine wahre Wohl- that für Sizilien begrüßt werden. Palermo, 9. Aug. Zn diesem Augenblick kehrt eine Schar Freiwilliger zurück, die am 1. d. auSwarschirt war. Sie glaubten, Garibaldi handle im Einverstäudniß mit dem König und sind nun enttäuscht. Ihrem Beispiel werden noch viele Andere Nachfolgen. Nach Mittheilungen aus Rom habe« die Franzosen auf's neue Ceprano, die erste römische Grenzstation an der neapolitanischen Eisenbahn, die aus päpstlichen Polizeibedenken immer noch lahm liegt, besetzt; General Montebello hat die päpstlichen Truppen ermahnt, sich nicht auf eigene Faust in ein Gefecht einzulaffen; die päpstliche Polizei, die wieder zahlreiche Ballen von Rothhemden, welche in's Päpstliche eingeführt sein sollen, wittert, hat Verhaftungen vorgenommen und etliche dreifarbige Fahnen herabgeriffen, Alles, ohne auf Widerstand zu stoßen. Von Frankreich sind neuerdings die Jn- fanterieregimenter 85 und 65 nach Rom beordert worden. Turin, 12. Aug. (W.K.-B.) Ei» Rundschreiben, worin die „Befreiungsgesellschaft" zum Bürgerkrieg auffordert, ist mit Beschlag belegt worden. — Nach der Zeitung „Discussione" sind eingeschiffte Garibaldianer durch Kreuzerschiffe an der Durchfahrt über die Meerenge von Messina verhindert worden. Die offizielle Zeitung bringt eine Depesche von Palermo über die öffentliche Stimmung, wornach die Insel fortwährend ruhig sei. In einigen Orten kämen Demonstrationen vor, ohne jedoch von der Bevölkerung begünstigt zu werde«. Eine Demonstration in Palermo ist gescheitert. Eine Garibakdianische Demonstration in der Toledostraße von Neapel hat sich auf Aufforderung der Behörden zerstreut. Die Gemeindeverwaltung und die Arbeitergeseüschas- ten in Eatan ea erklärten sich gegen Garibaldi. « Neapel, 12. Aug. Garibaldi hat seine demuächstige Ankunft in Salerno angezeigt; die Vorsichtsmaßregeln dauern fort. In Neapel ist keinerlei Versuch gemacht worden, obgleich sich viele Garibaldianer ohne Eristeuzmittel m dieser Stadt befinden. »London, 12. Aug. Ein Schreiben des Privalkorre- spondenten der „Times" schildert die außerordentliche Aufregung, welche zu Gunsten Garibaldi's auf Sizilien herrscht; an mehreren Orten habe das Volk die königl. Proklamation von den Mauern abgerissen. Frankreich. j Paris, 12. Aug. Die Anrede des Kaisers au das diplomatische Korps wird in Folge der neuesten Ereignisse in Italien unterbleiben. Bis zum Augenblick wenigstens haben die Mitglieder des diplomatischen Korps keinerlei Einladung zum offiziellen Empfang vom 15. erhalten. — Desto lebhafter bespricht man im Publikum die Revue, welche der Kaiser am 14. über die Armee von Paris und über die Nationalgarde abhalten wird. — Die Zustände auf der Insel Sizilien sollen viel ernsterer Art sein, als man in Turin zugeben will. Man behauptet, daß Garibaldi in vollem Marsch gegen Messina sei, und damit umgehe, eine Art von Parlament zusammenzuberufen, um seine Unternehmen und Schritte auf den ausgesprochene» Willen der Bevölkerung stütze., zu können. — Das Paketschiff „la Floride", welches heute Morgen in St. Nazaire anlangte, bringt Nachrichten aus Bera-Cruz, die im Allgemeinen bestätigen, was man bereits über England erfuhr, daß ein zweiter Angriff Ortega's auf Orizaba, beziehungsweise auf die Höhe des Borrego abgeschlagen wurde, daß die Verbindung zwischen Orizaba und Vera-Cruz ziemlich hergestellt, und der Gesundheitsstand der Truppen ein besserer ist. — Der Telegraph wird Ihnen, wie uns, gesagt haben, daß Ratazzi eine Note an die Höfe gerichtet habe, worin er u. A. auch bemerken soll, welche Gefahr aus der Besetzung Roms durch die Franzosen entstehe. Die „France" bezweifelt, daß Ratazzi, welcher die Ansichten des Kaisers kenne, eine solche Erklärung abgegeben habe, „welche gleichzeitig eine Ermuthigung für Garibaldi und eine Anklage gegen die französische Regierung sein würde." Man sagt, daß das genannte Blatt, um jede Streitigkeit mit der „Union" zu vermeiden, den Titel „la France nouvelle" annehmen werde. — Der „Patrie" zufolge hätte die Aktionspartei für den 15. Aug. in ganz Italien anti-französische Demonstrationen organisirt, welchen sich jedoch die Turiner Regierung energisch widersetzen werde. -- Marchese Pepoli wird heute in Paris erwartet und wird im Hotel „Choisenl" absteigeu. — Fürst Poliguac, Adjutant des Generals Beauregard, ist seit einigen Tagen in Paris, um neue Versuche wegen Anerkennung der Südstaaten zu machen. _ Die Börse war heute fester. Rente 68.80. Jtal. Aul. 70.55. Lomb. 60.3. Das Geschäft war jedoch nur eine Stunde belebt. Großbritannien. »London, 11. Aug. Der Besuch der Königin in Deutschland ist zum Theil geschäftlicher Natur, da manches, das Vermögen ihres verstorbenen Gemahls in Koburg Betreffende durch die Königin als Testamentsvollstreckerin geordnet werden muß. Das „Court Jouru.", dem wir diese Notiz entnehmen, schreibt ferner: Wir sind in der Lage, die Mittheiluug zu machen, daß der Prinz von Wales sich im Lauf des nächsten Jahres Vermählen wird. Bis zur Stunde sind darüber noch keine bestimmten Anordnungen getroffen und vor des Prinzen Rückkehr aus Deutschland auch keine bestimmten Mittheilungen zu erwarten. Doch ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß die Prinzessin Aleran- drine von Dänemark (Tochter des Prinzen Christian und Enkelin des Herzogs von Schleswig-Holstein-Glücksburg) die Gemahlin des Prinzen von Wales werden wird. — Die englische Presse verurtheilt fast ausnahmslos daS Beginnen Garibaldi's. Vermischte Nachrichten. — Die diesjährige Konserenz des deutsch-österreichischen Postvereins wird dem Vernehmen nach in Karlsruhe abgr- halten werden. Für dieselbe liegt, der „B. B.-Z." zufolge, der Antrag vor, für den ganzen deutschen Postverein und die sürstl. Thurn und Taris'schen Posten eine einstufige Brieslare zu 3 Kreuzern südd. oder 1 Silbergroschen oder 5 Kreuzern österr. Währ, einzuführen, oder, wenn eine zweistufige Taxe beliebt werden möchte, diese in der Art zu bestimmen, daß der eben genannte Satz der höhere ist, während für Entfernungen unter 20 oder 25 Meilen die Hälfte anzusctzen. Ferner wird beantragt, die sog. Bestellgebühr ganz wegsallen zu lasten, endlich die Steigerung der Taxe um den einfachen Betrag derselben von Loth zu Loth angemessen herabznsetzen. — Heidelberg, 11. Aug. (Südd. Ztg.) Der eben so talentvolle als strebsame junge Künstler Herr Adolf Pfeiffer aus Heidelberg, in den hiesigen musikalischen und gesellschaftlichen Kreisen auf dar beste akkreditirt, hat einen Rus als zweiter Kapellmeister an das Theater zu Rostock erhalten und angenommen. — Ulm. (W. StaatSanz.) DaS am 22. v. M. von dem königl. SchwurgerichtShos dahier gegen den Schäser G. F. Braun von Bv- tenhcim, Oberamts Brackenhcim, wegen Mords gefällte TodeSurtheil hat die allerhöchste Bestätigung erhallen, und wird am Samstag den 16. d. M-, Morgen« 5 Uhr, im Hof de« oberamtsgerichtlichen Gefängnisses vollzogen werden. — Hof, 10. Aug. Aus Mangel an Baumwolle hat die Baumwollspinnerei (die jüngste der sieben Baumwollspinnereien unsere« Kreises) die Arbeiten einstellen müssen. Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herm. Krvenlein. Großherzogliches Hoftheater. Donnerstag 14. Aug. 3. Quartal. 79. Abonnementsvorstellung. Nen einstudirt: Othello; tragische Oper in 3 Akte« von Rossini. VorrMiA w äer Ss/Dr«e^/««-rM»F»rLf ill L«r F«- L^VVLLLir.Ä kslxiv» »lld kollLlld, mit 3 Karten und 14 planen. 7. 4uü. 1861. 2 ü. 24 kr. veotLcklLllä, nebst lbeiien der snxrenrenden Tsnder bis Ltrrsrdurx, l.bxsmdnrx, Lop«»- drssv», krskit», I.smbsrx, üksa-ksstd, kol», ki»ms. 5lit 19 Karten und 52 8tsdlepisneo. 10. zu«. 1882. 5 II. 24 kr. Daraus einrein: 4/rtte/- A?rck-VorÄ«ke«7sc4/«»ck, mit 7 Karten und 19 planen. 10. zu«. 1862. 2 0. 24 kr. ves/e-reic/t, Sück- u/rck It'es/-Ssr-7§c/-/a/rc/, mit 12 Karlen und 33 kisnen. 10. zu«. 1862. 3 ll. 36 kr. 0es/errerc4, mit 3 Karten und 15 ?>anen. 10. zu«. 1862. 2 «. 24 kr. S«ÄSazte-'-r, 77>o/etc, mit 3 Karten und 9 planen. 10. zull. >862. 111. 48 kr. Oder-Italien bis Loloxna, Kenn», Kirr», nebst den Kisenbabn- und ttaupt-? 08 t- 8 trsssen aus ventscb- Isnd nscb Italien. Ilit 2 Karten und 13 Slädte- plsnen. 1861. 2 ll. 24 kr. 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Gießhaushvf dahier verschiedene ausrangirte Gegenstände, als: Cartusche, Tornister, Mantelsäcke, Knmmte, Sattelbockkissen, Pistolen- hulftern, Schabracken» l76 wollene Unter- legdrcken, 29 Rehfelle, 90 Stück Sperrketten, 4 Breitbeile, 10 Langbeile, 10 Baumsägen, 7 Spaltsägen, verschiedene Räder mit Metallbüchsen, weiße und schwarze Lederabfälle, alte« Seilwerk undLeinwandabsälle und sonstige für landwirthschaftliche Zwecke ausgeschiedene Gegenstände gegen Baärzahlung öffentlich versteigert. Karlsruhe, den 12. August 1862. Großh. Zeughaus-Direktion. Z.m.901. Karlsruhe. Lieferung von Telegraphen- Materialien. Höherem Austrage zufolge soll die Lieferung von 1300 Zollzentner Eisendraht, 20000 Stück porzellanener Isolirhüte, 6000 gußeisernen Kappen mit Stützen u. 13600 eisernen Krampen im Wege der Soumission vergeben werden, und laden wir zu diesem Behufe Diejenigen ein, welche sich der Lieferung dieser Materialien unterziehen wollen, ihre Angebote mit d« Msschrift Frankfurt, 12. August 1862. Staatspapicre. „Lieferung von Telegraphen-Materialien"... längstens bis zum 19. August d. I., Vormittags 10' Uhr, auf dem Bureau Unterzeichneter Stelle einzu- reichen, woselbst die Mustcrstücke und die Bedingungen einzusehen sind. Letztere können auch auf portofreie Anfrage von uus bczogen werden. Karlsruhe, den 2. August 1862. Verwaltung der großh. Eisenbahn-Hauptwerkstätte und des Hauptmagazins. O b s e r. vdt. Biesele. Z.n.46. Nr. 16,492. Mannheim. (Schulden l i q u i d a t i on.) Der hiesige Bürger und Kürsch- nermcister Georg Rückner, welcher sich dermalen in Neu-Pork aushält, hat für sich und sein« Familie um AuswanderungSerlaubniß gebeten. Etwaige Gläubiger derselben haben ihre Forde- ' rungen am Mittwoch den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, hier anzumelden. Mannheim, den 11. August 1862. Großh. bad. Stadtamt. v. Hennin. Z.n.45, Nr. 7107. Ettlingen. (Schulben- liquidation.) Die ledige Barbara Weber von Spessart will Nach Amerika auswandern. Forderungen sind Montag d en 25. l. M. dahier anzumelden. Ettlingen, den 7. August 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Ruth. Z.n.47. Nr. 13,617. Pforzheim. (Diebstahl und Fahndung.) In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli wurden nach vorherigem Einstetgen aus den Behausungen des Jakob Christoph Schuster und Philipp Beihofer von Bilfingen folgende Gegenstände entwendet: Ein schwarzseidener Ueberwurf, schon etwa- abgetragen und mit langen Fransen besetzt. Eine Spindeluhr von gewöhnlicher Größe, mit plattem silbernem Gehäuse, weißem Zifferblatt. stark gewölbtem Glase, das einen kleinen Riß halte, deutschen Zahlen und messingenen Zeigern, deren einer in Form eines Kreuzes etwas neuer war. Eine Sparbüchse von Blech mit 36 — 40 st. Wir bitten um Fahndung aus die entwendeten Gegenstände und den zur Zeit unbekannten Thäter. Pforzheim, den 8. August 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Gärtner. Z.n.58. Nr. 8319. Freiburg. (Aufforderung und Fahndnn-;.) Der 66 Jahre alte Taglöhner Michael Hettich von ZSHringen ist der Entwendung von 8 Wetzsteinen, zum Nachtheil des Blasius Günther zu Zähringen, und hiemit eine« Rückfalls in den dritten Diebstahl angeschnldigt. Da der jetzige Aufenthalt de« Hettich unbekannt ist, wird derselbe anfgefordert, sich binnen, 14 Tagen dahier zu stellen, widrigenfalls nach dem Ergebniß der Untersuchung das Erkenntniß gefällt würde. Zugleich bitten wir, auf Michael Hettich fahnden und ihn im Betretungsfalle anher abliefem zu lasten. Freiburg, den 8. August 1862. Großh. bad. Stadtamtsgericht. Brummer. Z.m.997. Nr. 8433. Staufen. (Erkennt- nitz.) Weil Michael Bernhard und seine Ehefrau Theresia, geh. Gut mann, v»n Unter-Ambringm der diesseitigen Aufforderung vom 17. April d. I., Nr. 4110, seither keine Folge gegeben haben, so werden sie des Orts- und StaalsbürgerrechtS für verlustig erklärt und in eine Geldbuße von 3 °/o de« mitgenommenen und sonst noch zufallenden Vermögens ver- urtheilt. Staufen, den 9. August 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Metzger. Z.n.37. Nr.7844. Waldshüt. (Dicnst- antrag.) Bei dem großh. AmtSrevisorat Walvs- hut kann ein tüchtiger Assistent sogleich oder auf 1. September d. I. eintreten. Den Anmeldungen stn^di^rsord^li^et^öugnfffe^nM^keßen Oestr. Prenß. Bayern Wrtbg 5»/oMet.i.S.b.R. 5"/o do. in holl. St. 50/0 do. 1852 i.Lsi. 5Vo do. 1859 „ „ 5»/oLomb.i. S.b.R. 5°/°Venet.C.b.R.°/, 5°/o Nat.-Anl. 1854 50/, Met.-Obligat. 5°/o do. 1852Cch.R. 4>/r»/, Met.-Oblig. 4»/, dto. 50/0 Obsig. b. Rtch. 4'/,°/. dto. 4'>/g dto. 3'/,V„ Staatssch. W/o 4. Emission 4'/,»/° Ijährig 4V-7» '/-jährig 4»/o Ijährig 40/a V-jahng 40/0 Ablös.-Rmtc 3'/-"/. 4'/-7>> Obl. b. Rth. 40/a ditto ll'/rVa ditto 78 P. 78 P. 76'/» P- 70'/»b.G. 84VsP- 76'/. P. 62 b. G. 527. P. 537. P- 46'/-P- 1077, G- >02'/« P. 100>/2 P. SOV«P. 102 P. 1037« P. 1037. G. 101V-P- 1017« G. 1017« G. 1057« G. 104 G. 997s P Baden G.Heff. Nassau Brschw. Lurbg. sftanks. Span. Belgien Schwd. 'Schwz. N-Am, 4'/-7aDtligatioN. IM/Ti 47a dko. ' 3'/-7<- dto. v. 1842 -0/0 Obligation. ^7» dto. 3'/-Vo dto. 57. Oblia. b.'Nth. 4'/-"/» dto. 47» dto. 37,7a . djo. ^ 3V-7aO.b.N-^105 9 4"/iO.FrLS8kr.b.E. 9 3>77, Obstgation 3°/. /dto. 3'/a 7nl. Schuld 2»/. Schuld 4>///„O.i.Fr.528kr -ligati 47?» Obligatio». 4V-7Mbf.l>.B,LE. 4V-7aE.O.Fr.L28k. 47-O/a Bern. S1.-O. 4"/a bto. 5-/o,Gl.StL.FrL8 6»/aSt.i.D.Lfl.2.30 57, öo^ 1871 u. 74 1007 , M'/s > Wl'/> ^ 977« P? 1037sP. -E/sP. 96 P. '2V-G. 947.P- Sl9'/,G.! 94 G. i4V.P-' 99'/,P. > M'/.P- ÄP. MP, . 1017. P: S5V.P. 99 P. Diverse Aktien, Eisenbann-Mklien uiid Privritäte«. 3"/o Frankfurter Bank 37a Oesterr. Bank-Aküen 57a „ Cred.A.i.O.W. 30/a Bayr. Bank ü fl. 500 40/a Darmst. B.-A. ä fl. 250 40/0 Weimar. Bank-Aktien 4o/oMitteld.Er.-A.ü100TH. 40/a Nordd. Crcdit-Aktien 40 /a Lnremb. Bank-Aktien Span. H. u. Jnd. Fr. 500L24 TaunuSbahn-Akt. ü fl. 250 37-O/a Franks.Ha».Esnb.-A. 50/«Oesterr.Staats-Esnb.-A. 5o/oElisab-Ä.fl.200pr.St.7s Rhein-Nahe-Bahn 40/» Ldwh.-Berb. Eisenbahn 4 //'/„Pf.Mar-Esb.-A.b.R. 4' //„Baher.Ostbahn-Aktim 40/a Hess- Ludwigsbahn 123'/. G. 700 b. 187'/, b. 217 b. G. 83 G. 89VsP. 100'/r P. 500 G. 331 G. 74'/. P. 117'/,P. 30'/sP. 136 G. 1097, P. 1077« P. 1267. P. Friedr.-Wilh.-Nvpdb.-Akt. — — 5"/, Liv.-FIor.420Frsfl.28kr. — — 37a Oest. St.-Eiscnb.-Prior. 547. P. 30/tzOest.Süd.St. u.Lom.EB 53 P. .. 5o/,Elisabechbahn-Privr. 7, 79>/„b.G. 5o/aBLH.W.-V.P.i.S.b.R77 76>/2b.G. >4'/-"/» Hess- LdwgSb.-Prior. 1017« P, !5°/aOest.Lld.i.Pr.-O.i.Silb. - — ! „ 2. ^ ^ 70 57,Ldwh.-Berb.Prior.-Obl. IOOV2 G. 4V2"/. , - . 1027. G. 4'/. .. . . 100'/. P. !4'/2>/aRhein-Naheb.Pr.O. 101'/. G j4'/z0/aFrkft.-Han.Prior.O. — — 4°/,Südd.Bnk.-A.30/,Einz. 249 G. Span.Cr. b.Pereire 70'/a ^ » 525 G. t>4'/2°/a Bayer. Ostb. 300/a . 1057, b. !3»/gDeutsch.Phönir 200/a „ ID G. !47.Frkf.Pr°vident.107a . - - ÄnlehenS^oose. Oest.250fl.b.N1, M50 . „4! . 100 „Pt-.K.t SOO„v.lM/, 100 P. 118V, G. 690/.H. WNMßP Bad.-HH-fl.-Losse ' 35- Kurh.40Thl.Lch,R Gr.Heff,50fl.L.b.N E 25 fllaff. 25P. L/b. 8t:... Sch.-Lipp« 25THI.L. 347, G Scwd.U Fr.L.b.B/ Mail. 45 Fr. L.b.R, 2'/2Lü!t.Pr.--O.kI BcreiNs-L. fl 10 sl. Ansb.-Gnuzenh. P 520/.P. M 97M. 1«G. WechsessKprse. k5S.. Amsterdam .Antwerpen Hügßbg.r'fl.lOV Berltn Byeme» Brüssel Cösn ^Hamburg London „ Maird.i.Fr.200„ .München .Pari« , Wien 1Ö07s«. 9S^P. B. 57. B. Oö'/.'B. 937.B. 105B. M» B. MB. 113-/«tz. W7«B. 897,.B. 9^/» B. ^oAb. DiSconto...... 30 /a G- Äold und Silber Pglowu Prenß. Friedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Frankenstückz Engl. Sovereigns, Gold Pr. ZoUfiknd Hvchh.Silb. p.Zpfd. Prenß. Cassenjch. Dollars in Gold fl. S.N7, ' I »W7, . »24 ' Ä.32 . 8V3-8 . L2 30 .145'/, . 2 25'/, Druck und Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei. (Mit einer Beilage.)