Karlsruher Zeitung. Donnerstag, 2. Oktober. A. 231. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die Post im Grohberzogthum Baden 4 fl. l b kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1862 Auf das mit dem 1. Oktbr. begonnene vierte Quartal der Karlsruher Zeitung nehmen alle Postämter Deutschlands und der Schweiz fortwährend Bestellungen an. Für Frankreich abounirt man bei Hrn. G. Alexandre (Brandgaffe Nr. 28) in Straßburg und bei dem Bureau central äe xudlieite xour l'^llemague (29, Kus äes Leus Luümts) zu Paris. Telegramme. ^ Berlin, Mittwoch 1. Okt. Zn der gestrigen Abendsitzung der Budgetkommission, welcher die HH. v. Bismarck und ». Roon beiwohnten, wurde beschlossen: 1) Die Staatsre-irrung aufzufordern, den Erat für t863 dem Abgeordneteuhause zur verfassungsmäßigen Beschluß- »ahme so schleunig vorzulegen, daß die Feststellung noch vor 1863 erfolgen kann; 2) daß eS verfassungswidrig sei, wenn die Staatsregierung eine Ausgabe verfüge, welche durch das Abgeordnetenhaus abgelehnt worden. Punkt 1 wurde mit allen gegen 4, und Punkt 2 mit allen gegen 1 Stimme angenommen. v. Bismarck: Die vorgängige Feststellung des Etats sei verfassungsmäßig notbwendig; der Kampf drehe sich nur um die Grenze zwischen der Gewalt der Krone und der Gewalt des Parlaments. Er betonte mehrmals den aufrichtigen Wunsch nach einer Verständigung. v. Roon gleichfalls; er erklärte jedoch, daß die Vorlegung eines ^Gesetzes und der neuen Etats nach dem Wunsche des Hauses unausführbar sei. * -teu-Bork, 20. Sept. General MacClellan erklärt in seinem Bericht, daß er die Südstaatlichen über den Potomac zurückgeworfen und einen vollständigen Sieg errungen hat. Die Staaten Maryland und Pennsylvanien seren heule von dem Feinde gesäubert. Man glaubt, daß Mac Clellan seine Vortheile verfolgen und in Virginien einrücken wird. Buruside soll ihm bereits vorausgegangen sein. Die UnionS- truppeu haben HarperS Ferry wieder besetzt. * Neu-Bork, 22. Sept. Die Südstaatlichen haben das Potomacufer in der Richtung von Winchester verlassen. Die Unionsarmre geht bei Shepherotstown und Williamspvint über den Potomac. Die Südlichen haben Harpcrs Ferrep geräumt, nachdem sie zuvor die Magazine und Vorräthe der Unionisten zerstört hatten. Die Generale Sigel und Heintzelmann bleiben mit der Vertheidiguug Washingtons beauftragt. * Bera-Cruz, 1. Sept. Die am 23. Aug. hier angekommenen Chasseurs d'Afrique und Zuaven haben einen Streifzug gegen die Guerillabanden unternommen und dieselben in die Flucht gejagt. In Meriko ist Dvblado vom Ministerium zurückgetrelen. Der neue Minister ist ein Radikaler von greller Färbung. London, 30. Sept., Morgens. (Köln. Ztg.) Die heutige „Times" krmsirt die Weimarer Resolutionen als durchaus unpraktisch. E ne freie Konföderation sei unerreichbar, so lange eine despotische Kleinstaaterei fortbcstche. Haupt- .aufgabe der deutschen Politik wäre, Reformen in den Einzelstaaten anzubahnen, damü ein freier, mächtiger Bundesstaat entstehen könne. * Madrid, 29. Sept. Der österreichische Gesandte wird auf Befehl seiner Negierung ZI. MM. in Granada begrüßen. Der Gouverneur von Gibraltar wird sich zu demselben Zweck nach Malaga begeben. Berichte aus Teneriffa vom 21. melden die Ankunft von fünf französischen Schiffen, zwei Fregatten uud drei Linienschiffen mit 6000 Mann für Mexiko an Bord. * Marseille, 30. Sept. Marquis Lavalette ist gestern in Marseille angekommen, und sofort nach Paris weiter gereist. Briefe aus Nom stellen seinen definitiven Abgang als sicher dar. Das „Giornale di Roma" hat bis jetzt «och Nichts über die Momtemdckumente veröffentlicht. Die Seligsprechung der verstorbenen Königin vvu Neapel, der Mutter Franz II., ist in dem letzten Konsistorium von den Kardinälen besprochen worben. Eine österreichische Fregatte soll die Prinzessin Annunciada, Braut des Erzherzogs Karl, in Civita-Becchia abholen. Ein „Albanese" Unterzeichneter Brief des „Jndipendente" von Neapel erklärt, das aus England an Garibaldi abge- schickre Geld rühre von den Arbeitern und nicht von dem Ministerium her. Turin, 29. Sept. Die Königin von Portugal hat heute um 1 Uhr den Hafen von Genna verlassen; sie begibt sich direkt nach Lissabon. B. Emanuel ist um 5 Uhr wieder nach Turin zurückzekehrt. Die „Offizielle Ztg." enthält eine Anzahl Ernennungen in dem militärischen Haus des Königs. Ragusa, 28. Sept. Pionnierabtheilungcn treffen von Konstantinopel zu Festungsbauten ein. Die türkischen Truppen beginnen Montenegro zu räumen. Einige KorpS lagern an der Grenze, andere kehren nach Skutari zurück. * Deutsche Abgeordnetenversammlung zu Weimar. U. Die ausführlichen Mittheiluugen, die wir gestern gebracht, betrafen die Verhandlungen des ersten Tages dis zur Pause um 4 Uhr Nachmittags. Das Wertere konnten wir nur nach seinen Hauprresultateu kurz andeuten. Wir tragen über die letzlern Parlhicn nach der „Weimar. Ztg." noch einiges Nähere nach. Erster Lag. Abendsltzung. Dieselbe begann um i/,7 Uhr. Nachdem Metz den schon mirgelherllen Antrag von Bennigsen und Genossen verlesen hatte, erhob sich Adolf Sreger aus Stuttgart, um von dem Anträge Benedep's und Genossen zu Gunsten jenes andern zurückzmreien; gleiche Erklärung säst sämmtlicher andern Mitt- unrerzcichncr des Venedty'jchen Antrags folgte. Das Gleiche geschah vonBehrend und Schaffralh, sowie von Holder und Genossen in Betreff des Bundesgcrichts. Dann trat Metz zur Begründung auf: Es sei bei der jetzigen Lage der Dmge nicht möglich, es Zedermann in jedem Punkte recht zu machen. Zeder sei aber verpflichtet, nachzu- geben, wenn es sich im Bcrhältniß zum großen Ganzen blos um Nebendinge handle, in denen man differier. Schon die Namen der Antragsteller bezeugten Vas Zusammengehen der verschiedenen Richtungen und enthielten eine Bürgschaft dafür, daß durch vre Annahme dem Rechte des deutschen Volks nichts vergeben werde. Das Grundprinzip dessen habe festgeftellt werden muffen, was noch thue, um dem deutschen Volke zu helfen. Das sei die Nolhwendigkeit des Ucbergangs vom Staaienbund zum Bundesstaat. Es gelte, daß die hier, wenn auch ohne spezielles Mandat, versammelten moralrschcn Vertreter des Volke« mit großer Stimmenmehrheit, ja Slimmcn- einheit eine« Beschluß fassen, der die Gegner cntmuchige, die Freunde aufmuuterc, »nd die bisher in abweichenden Meinungen zur Seite gestandenen Patrioten heranziche. Dann werde die ganze öffentliche Meinung Deutschlands hinter diesem Beschlüsse stehen. Es müsse die Aenderunz getroffen werden, die nvthwendig sei, um dem deutschen Volke das erforderliche Ansehen »ach außen zu schaffen, das heißt ein Bundesstaat mit deutschem Parlament und einer kräftigen Erekutive. Wer dies in der Reichsverfaffung wirklich finde, der könne sich ihr anschließen. Der heutigen Versammlung könne aber ein dahin gehender Antrag mu der Aussicht auf Annahme mit Einstimmigkeit nicht vorgelegt werden. Dem Gedenken der Reichsverfaffung sei aber in dem Anträge seine Berechtigung geworden. Der zweite Satz des Antrags schließe ausdrücklich Das aus, was die De- legirtenversammlung uns drohe; wir wollen keine begutachtende Behörde für gesetzgeberische Angelegenheiten; wir wollen ein Parlament, welches würdig ist der Mittelung von 40 Millionen, welches berufen ist, der deutschen Politik nach außen seine Richtung zu geben. Auch das Bnndesgerichk, wie es geboren werde, führe nicht zum Ziele. Dasjenige Bundesgcricht, welches erstrebt werde, muffe einen Hintergrund, einen Halt in der ganzen Nation haben, und dürfe nicht ein Institut fein, welches von den Negierungen übersehen oder nach Befinden verhöhnt werden könne. Es müsse eine Macht hinter sich haben, die sich Geltung verschaffe gegen Groß und Klein. Die größten Hindernisse der Einigung in Deutschland seien Oesterreich und Preußen. Sie seien jedes allein zu groß und einig im Widerstreben gegen die Reform. Ader anders sehe es bei den Völkern aus. Zn Preußen habe das deutsch-nationale Gefühl sich gehoben. Wie stehe es in Oesterreich? Soweit äußerlich erkennbar, habe dort die deutsche Idee noch nicht so Herz und Blut erfaßt; er freue sich aber, von einem Redner heute vernommen zu haben, daß dieselbe auch dort tagtäglich mehr an Boden gewinne, aber der Widerstand sei dort noch größer; den deutschen Brüdern in Oesterreich werde die Geltendmachung ihrer deutschen Zdeen um Metes erschwert durch ihre nichteeutschen Staatszenvsscn. Hoffen wir aber, daß die Hindernisse beseitigt werben! MitderFedruarverfassuug lasse sich die Hinzuziehung der Dcutsch-Oesterreicher nicht erreichen. Möchten die Deulsch-Oesterreichcr das Ihrige thun, die hierin liegenden Hindermsse zu beseitigen. Der das gesammie Deuisch- land umfassende Bundesstaat verlange von seinen Gliedern eine unbedingte Unterwerfung unter die zu bildende zentrale Gewalt, und es werde nun zu erwarten sein, welche Antwort von den Großdeutschen auf diesen Ausspruch werde gegeben werden, da dieser Satz mit einem Male allen den Verdächtigungen ein Ende mache, welche von den „Großdeutschen" gegen die von ihnen sogenannte kieindeutsche Partei bisher vorgebracht und mir dem Blendwerk des 70-Millionenreiches verhüllt worden seien. Er empfehle deßhalb, alle andern Anträge fallen zu lassen, da der vorliegende Antrag die Grundlagen enthalte, die eine gemeinsame Einigung zu erwirken geeignet seien. Probst (Stuttgart): Es sei ihm Sache des Gewissens, eine Abweichung von dem Anträge geltend zu machen. Die materielle Anschauung des Antrags sei zwar auch die seine; indem er aber davon ausgehe, der Zweck der Versammlung sei, die Einigung aller liberalen Elemente herbeizuführen, und obwohl er durchaus diejenige Richtung nicht billige, welche sich demnächst unter dem Namen Großdeutsch in Frankfurt breit zu machen gedenke, so halte er cs doch nicht für gerechtfertigt, den Oesterreichern, wie durch den Antrag geschehe, Bedingungen für den Eintritt in den anzustrebcndcn Bundesstaat zu stellen, weil diese Schöpfung noch zu sehr zurück uud wegen deS nothwendigen Uebergewichts Preußens in diesem Bundesstaat nicht oder höchstens nicht anders, als durch Unterwerfung der übrigen Theile, zu erreichen sei. Ihnen schwebe ein anderes Ideal für die Gestattung der deutschen Einheit vor, ein Ideal, bei dem die gleichzeitige Mitbethäligung der auf dasselbe Ziel gerichteten Bestrebungen der liberalen Deutsch-Oesterreicher nicht ausgeschlossen sei, sondern zu dem gemeinsamen Werke herangezogen werde, und hierzu fehle es jenen gegenwärtig nicht an dem Willen und nicht an der Kraft. Er verwahre sich dagegen, daß man seinen und seiner Freunde Standpunkt mit dem Standpunkt derjenigen sogenannten Großdeutschcn verwechsele, die unter diesem Namen nur die Verfolgung ihrer eigenen selbstsüchtigen Interessen im Auge hätten, die unter der bestehenden Bundesverfassung weiter leben wollten und deren Absicht in Wahrheit nicht dahin gehe, die nationale Einigung zu schaffen, sondern dahin, dieselbe durch das Vorschieben der sogenannten großdeutschcn Zdee zurückzuhalten. S ch u l z c (Delitzsch): Nur über einen Punkt, das Verhältnis zu Oesterreich, wolle er sprechen. Die „großdeulsche" Partei sei von dem Vorredner treffend gekennzeichnet. Eine „klciudeutsche" Partei kenne wenigstens das deutsche Volk nicht. Auf dem Standpunkt des Vorredners, daß man mit unfern unfertigen Zuständen den Deutsch-Oesterreichern nicht gegenüberlrcten könne, komme man dahin, daß man nie aa- fange, nie fertig werde. Alles mahne aber daran, rasch an das nationale Einignngewerk zu gehen. Man müsse hier von bestimmt gegebenen konkreten Verhältnissen ausgehen. Das Hauptstreben sei Vas nationale. Die nichtdeutschen Völker Oesterreichs zum Zukunfts-Bundesstaat herbeizuziehen, sei aber nicht möglich, wenigstens nicht anders als durch Zwang. Und seien etwa die verschiedenen Nationalitäten Oesterreichs untereinander einig? Das heiße von vorn herein den Streit und daS Zerwürfniß in den deutschen Bundesstaat bringen. Schwieriger sei die Frage in Bezug der Deutsch-Oesterrncher. So lange mit dem Einheilswerk zu warten, dis die in der österreichischen Verfassung liegenden Hindernisse der Vereinigung mit Deutschland gehoben seien, das sei doch dem deutschen Volke nicht zuzumuthen. Vertagen lasse sich das Werk nicht, dazu seien die Zustände zu ernst und gefahrvoll. Kämen die Deulsch-Oesterreicher später hinzu, so seien sie herzlich willkommen. Ein großes Stück der Arbeit habe übrigens das deutsche Volk bereits hinter sich. Im achtzehnten Jahrhundert habe das deutsche Volk seine humane Wiedergeburt errungen, im neunzehnten werde es die politische erringe» (Bravo); harte Arbeit werbe es kosten; die Einigung werde dem deutschen Volke nicht über Nacht, nicht von oben geschenkt werden. Im achtzehnten Jahrhundert hätten einzelne geniale Fürsten die Völker nachgezogen, im neunzehnten müßten die Fürsten den Völkern nachgezvzen werden. Das deutsche Volk arbeite für keine Dynastie, nicht für die Hohenzollern, nicht für die Habsburger, sondern für sich selbst. Er empfehle den Antrag zur einstimmigen Annahme. (Anhaltender stürmischer Beifall während und am Schluffe der Rede.) Nachdem hierauf Wigard aus Dresden zur Begründung seines Antrags gesprochen, Welcker dagegen sein Amendement zu Gunsten des andern Antrages (v. Bennigsen und Genossen) zurückgezogen hatte, wurde dieser Antrag mit au Einstimmigkeit grenzender Mehrheit (dagegen etwa 4 oder 5 Stimmen) angenommen. Zweiter Tag. Vormittagssitzung. Holder beantragt: Die Versammlung möge dem preußischen Abgeordnetenhause für seine Haltung bezüglich des Militäretats, welche für die Entwicklung des konstitutionellen Lebens in Deutschland von der höchsten Bedeutung ist, ihre Anerkennung aussprechen. Der Antrag gelte nicht dieser oder jener Abstimmung, sondern der Haltung des preußischen Abgeordnetenhauses im Ganzen. Es sei für die Volksrechte und das Prinzip der parlamentarischen Regierung mit Einst und Würde eingctrelen. Die Frage habe ihre Bedeutung nicht nur für die Freiheit, sondern auch für die Einheit des Vaterlandes. Die Negierungen würden unter sich in aller Ewigkeit nicht einig werden; die Völker aber eilugten sich in dem gemeinsamen Streben nach Freiheit. Daß der Amrag von einem Süddeutschen ausgehe, habe seine besondere Bedeutung. Man habe dort versucht, gegen den Norden amzubetzen. Umgekehrt möge cs wchl gerade so gewe en sein (Zustimmung). Diese Versuche aber seien wirkungslos geblieben, und er glaube versichern zu dürfen, daß hinter seinem Anträge die große Mehrheit der Bevölkerung Süddrutschl'MS stehe. Traberl für den Antrag, da die zu spendende Anerken- nuug das Streben nach Verminderung der Last der stehenden Heere in sich schließe. H. v. Gagern empfiehlt ddn Hede-gang zur Tagesordnung. Die preußische Kammer habe ipre Beschlüsse gewiß in garem Glauben gefaßt; aber dieselben gingen von der Fortschrittspartei aus, mit der man sich hier nicht idcntifisiren dürfe. Es gebe noch andere liberale Parteien in Preußen, die gleich ihr eene Anerkennung verdienten. Bluntschli: Der Antrag urthnle nicht über Differen- ;t» innerhalb der liberalen Partei in Preußen ab. Er könne höchstens die feudale Minderheit verlegen, Keinen sonst. Meg bek>mnl, mit schwerem Herzen gegen einen Mann zu sprechen, zu dem er vor zwölf Jahren um Bewunderung auf- gcschaul habe. Er glaube wohl, daß der zu fassende Beschluß an einer sehr entscheidenden Stelle übel vermerkt werde» würde. Aber solche Rücksichten dürften nicht abyalien, das Rechte zu tbun, sonst vertiere man die Theilaahme des deutschen Volkes. Die Debatte wird geschlossen. Die preußischen Mitglieder enthalten sich der Abstimmung. Hölder's Antrag wird gegen H. v. Gagern's einzige Stimme angenommen. Lene empfiehlt daraus im Namen des Ausschusses folgendes Statut für den Abgeordnetenlag: 8.1. Zweck des demschen AvgevrdnelcnkageS ist: über wichtige Fragen von gemeinsamem Interesse, welche ln Ermangelung eines deutschen Parlaments zur Berathung ln den Kammern der Einzelstarten sich eignen, eine Verständigung und ein möglichst gleichartiges Verfahren in den deutschen Kammern im Sinne der Einigung und freiheitlichen Entwicklung Deutschlands zu fördern. — 8-2. Zur Theilnahme berechtigt sind alle gegenwärtigen und gewesenen Mitglie»er deutscher Volksvertretungen überhaupt und die gegenwärtigen und gewesenen Mitglieder der Landtage der jämmtlichen deutschen Bundesländer insbesondere, welche die Einigung und freiheitliche Entwicklung Deutschlands anstreben. — 8. 3. Der deutsche Abgeordnetenlag tritt ordentlicher Weise jährlich einmal, außerordentlicher Weise, so oft wichtige und dringende Fragen dieses erfordern, zusammen. — H. 4. Die ständige Kommission besteht auö 40 Mitgliedern, von denen 20 durch die Versammlung gewählt, die übrigen 20 durch die Gewählten kooplirl werden. Sie wird für die Zeit von einer ordentlichen Versammlung bis zum Schluß der nächsten bestellt. Bei der Wahl und Kooptation ist darauf zu sehen, daß die verschiedenen Staaten in der Kommission möglichst vertreten sind. Zu diesem Zweck werden Vorschläge von den Mitgliedern aus den verschiedenen Staaten übergehen , und daraus eine Kandidatenliste gebildet. — 8- 5. Die ständige Kommission hat die Geschäfte des Abgeordnetentags zn besorgen. Sie hat insbesondere außerordentliche Versammlungen zn berufen , die Zeit des Zusammentritts der ordentlichen sestzustcllen und die Verhandlungen ovrzubereiten. — 8- 6. Die standigeKommijsion wählt einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter desselben, und bestellt das Bureau. Dem Vorsitzenden bleibt überlassen, in den hiezu geeigneten Fällen das Votum der ' Kommisstonsmitglieder aus dem Korrespondenzweg zu erholen. — 8- 7. Der Sitz der ständigen Kommission und des Bureaus ist in Frankfurt a. M. Daselbst finden auch in der Regel die Versammlungen des Abgeordnetentags statt. — 8- 8. Die Versammlung wählt zur Leitung der Verhandlungen einen Vorsitzenden und zwei Stellvertreter, diese zusammen wählen die Schriftführer. Selbständige Anträge sind spätestens acht Tage vor Beginn der Versammlung der ständigen Kommission zu übergeben. Die Tagesordnung wird aus den Vorschlag der ständigen Kommission von der Versammlung festgestellt. Die Verhandlungen der Versammlung sind öffentlich. Kein Redner, die Berichterstatter ausgenommen, darf über 10 Minuten reden. Selbständige Anträge, welche nicht von der ständigen Kommission ausgchen , kommen nur dann zur Debatte, wenn sie vor Beginn derselben durch 15 Mitglieder unterstützt werden. — 8- 9. Zur Bestreitung der Kosten hat jeder Thcilnehmer jährlich 2 VereinSlhaler zu entrichten. Wer sich einmal als Theilnchmer «ingczeichnet hat, wird so lange als solcher betrachtet, als er nicht seinen Austritt anmeldet, und wird der jährliche Beitrag von den bei der ordentlichen Versammlung Nichterscheincndcn durch Postnachnahme erhoben. Der Enlwmf fand keinen Widerspruch. Es wurde dann das darin angegebene Verfahren cingeleilet, um die ständige Kommission zu gewinnen. N a ch m i t t a g S s i tz u n g. Nach Eröffnung der Sitzung um 1 Uhr wird zur Wahl des ständrgenAusschusseö geschritten, und erfolgt diese Wahl durch Bauschabstlmmung über die Vorschläge der Kommission. Die Namen der Gewählten haben wir bereits mitgetheilt. Sofort dringt Crämer (Doos) — als Berichterstatter — den Antrag der Kommission in der Zollvereins-Sache ein. Derselbe weicht nur ganz unbedeutend von der bereits bekannten Fassung ab, in welcher er schließlich angenommen wurde, so daß wir wieder ans unser gestriges Blatt verweisen können. In die Einzelheiten der Frage einzugehen — fährt Redner fort — sei der Kommission, bei der außerordentlich kurzen Zeit, unmöglich gewesen. Eine Resolution aber habe müssen gefaßt werden; sie solle dazu dienen, eine Verständigung anzubahnen; wre die Frage in den einzelnen Kammern zu behandeln sei. Hier handle es sich darum, in die praktische Anwendung des gestrigen Beschlusses über die Buadcsreform- Frage einzutreten, hier sei zu beweisen, ob derselbe aus der »nnerften Ueberzeugung der Versammlung bervorgegangen sei. Die Frage sei in einer Beziehung eine offene, in der andern sei sie es nicht, insofern es sich um oie demnächst bevorstehende Berathung derselben in den einz-lnm Kammern handle. Den allgemeinen Anhaltspunkt hiefür zu bieten, seien die Anträge der Kommission bestimmt. Der Kernpunkt der Frage liege in der Erhaltung des Zollvereins. Die Schuld an der Ablehnung der baprischen und württembergischen Regierung trage di; preußische Regierung mit ihrer Politik der freien Hand. Das alleinige Heilmittel dagegen liege auch hier wieder im deutschen Parlament. Der Zollverein sei eine dynastische Institution, dazu da, um Sondcrinleressen zur Schau zu tragen, auf die Gefadr hin, daß das Halde deutsche Volk darüber an den Bettelstab geraihe. Redner empfiehlt dringend und warm die Annahme des Kommissionsantrags, damit das deutsche Volk durch seine Vertreter den Beweis habe, daß diese die Erhaltung des Zollvereins für eine unbedingte Norhrrendigkeil halten. Braun (Wiesbaden): Das Detail der Frage geböre vor den vclkswttlhschafttichtN Kongreß, und Äedner will diesen Punkt nicht mehr berühren, obwohl sich hierüber auch an dieser Stelle Manches sagen ließe. Nicht volkswirtyschaftlich und nicht handelepolittsch, sondern rem'politisch sei bei dieser Frage der Plan des 70-Mtllioncnreickcs, d. h. der von Oesterreich angebotcne Eintritt in den Zcllverein. Redner beleuchtet nunmehr die einzelnen Punkte dieses Vorschlages und theilt die wesentlichsten Sätze der österreichischen Note vom 10. Juli 1862 auszugsweise mit, aus der er folgert: Die österreichische Zolleinigung ist die Hemmung unserer wirthschaftlichen Interessen zum Zweck der babsburgischen Hauspolitik. Wer wolle, fragt Redner, in Oesterreich die Zolleirugunz? Ob das Ministerium des Kaiserstaats diese wirklich wolle, das wisse man nicht. Daß daS deutsch-österreichische Volk derselben zu- gethan sei, glaubt Redner wenigstens nicht unbedingt besahen zu dürfen. Wie aber verhalte cs sich mir den außerbemschen Genossen des 70-Millionenrciches? Diese Völker seien ins- gesammt darin einig, den deutschen Namen zu verwünschen. Dieselben proklamieren als die Aufgabe des 19. Jahrhunderts einen Nacenkrieg zwischen der deutschen Nation und den slawischen Elementen, und das seien die deutschen Brüder, nur denen wir die dauernde Verbindung durch die vorerstigc Zoll- einigung inaugurirea sollten. Souchay (Frankfurt): Bevor weitere Schritte geschähen, müsse die Reorganisation des Zollvereins ins Auge gefaßt werden , da gerade die gegenwärtige Zollvereins-Verfassung mit dem absoluten Veto der Zollvereins-Regierungen den Grund zu den gegenwärtigen Zerwürfnissen bilde. Welcker (für den Kömmijsionsautrag): Er habe bas feste Vertrauen, daß die partikularistischen Bestrebungen auf Sprengung deS Zollvereins nicht zum Ziele führen würden. Probst (Stuttgart): Mau dürfe bei der Krage, und namentlich bei der Form, in der der Antrag gefaßt sei, sich mu der Betrachtung der merkanlilischen, volkswirthschaftlichen Interessen nicht befassen. Dazu sei diese Versammlung nicht befugt. (Widerspruch.) Er verwahre sich gegen die Annahme, daß er mit den Ausführungen der Vorredner über tue inner» Fragen der Zollverfassung und die merkantile» Beziehungen zum Auslände einverstanden sn, werde aber für den Antrag selbst stimmen. M. WiggerS (Rostock): Der zu schaffende Bundesstaat werce auch die handelspolitischen Verhältnisse Deutschlands decken. Das müsse mau stets im Auge behalten. Redner dringt zu dem Kommissiousantrag einige Amendements ein. Grumbrecht (Harburg): Gegen bas Amendement von Wrggers, dagegen für den Antrag der Kommission; ebenso Schulze-Delitzsch, dessen einstimmige Annahme warm empfehlend. Wegen der unmittelbar bevorstehcndcn und kurz nach der Abstimmung der Versammlung erfolgenden Abreise der preußischen Abgeordneten ist die Verhandlung auf das kürzeste zu- sammengesaßt und wird nach einer, vre Abstimmung vcr Württemberzer Abgeordneten morrvrrendeu Erklärung von Holder (aus Stuttgart) zur Abstimmung geschulten. Ergeb- niß: Einstimmige Annahme des Kommissionsantrags in der unfern Lesern schon bekannten Fassung. Metz drückt sodann im Aufträge der preußischen Abgeordneten das Bedauern aus, daß sich dieselben vor Schluß der Verhandlung entfernen müßten, und schließt mit einem Hoch auf die Stadt Weimar, welche die Versammlung >o gastlich ausgenommen habe, unter Anknüpfung der Hoffnung, daß auch andere Städte des deutschen Vaterlandes diesem Beispiel zu folgen gern bereit sein möchten. Die Versammlung stimmt in das Hoch allseitig und lebhaft ein, und ist der Präsident Fries beauftragt, den Ausdruck dieser Gesinnung den Vertretern der Stavl zur Kenntniß zu bringen. Fries dankt im Namen der Stadt mit dem Wunsche, daß die Verhandlungen des deutschen Abgeordnetentags zum Segen des Vaterlandes gereichen möchten, und mit der zuversichtlichen Hoffnung, daß die Arbeit» n der Versammlung nicht vergeblich gewesen seien. Schluß der Sitzung Nachmittags 3 Uhr. Deutschland. Karlsruhe, 1. Okt. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 44 veröffentlicht daS Gewerbegesctz für daS Grvßhcrzvgthum Baden. Koburg, 29. Sept. (Kob. Ztg.) Der Herzog und die Herzogin sind gestern wieder bei uns eiugclroffen. Die Ehrendurg ,st für den Empfang der Königin Viktoria eingerichtet, welche am Mittwoch hier einlrifft. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen werden vor Antritt ihrer größer» Reise sich gleichfalls einige Zeit in Koburg aufhalten. Harburg, 25. Sept. Für den Handelsvertrag lst hier die ganze Geschäftswelt ohne Ausnahme; die Vortheile desselben für unfern Handel und unsere Schifffahrt verkennt hier Niemand. So har auch der Handelsverein seinen Abgeordneten zum Handeistag in München mit den entsprechenden Weisungen versehen. Berlin, 29. Sept. Die „Kreuzzeitung" schreibt: „Gestern Vormittag halb 12 UhrLeruhleu Se. Maj. der König «m Palais eine Deputation der Konservativen aus dem Stolp-Bütow-Lauenburger Wahlbezirk, bestehend aus dem Rittergutsbesitzer v. Putlkamer-Glowitz, Rittmeister a. D. v. Braunschweig-Lübzow, Stadtverordnete» Fleischer- meister Koch und Schneidermeister Kropp aus Srolp, zu empfangen. Der Deputatton hatten sich v. Ncrin, Mitglied des Herrenhauses, und der Abgeordnete v. Denzin augeschlos- scn. Die Deputation war beauftragt, eine Adresse zu überreichen, in welcher Sr. Maj. dem König Namens der ganzen konservativen Partei des Wahlbezirks die Gefühle der unwandelbaren Treue und Loyalität gegen seine Person ausgesprochen und AUerhöchstderselbe ehrsurchlsvoll gebeten wurde, von dem für das Wohl des Vaterlandes als heilsam erkannten Weg nickt abzuweicheu, namentlich das für die Machtstellung und Größe Preußens so bedeutungsvolle Werk der Armee- reorganisation, welche der Armee eine Erböhung ihrer Scklag- fcrligkeit und dem Lande so wesentliche Erleichterung verschafft, allem Widerstand entgegen aufrecht zu erhallen. S e. M a j e- st ät geruhten austne Bitte des Sprechers der Depuiation die Adresse huldvoll entgegen zu nehmen und erwiedertcn darauf etwa Folgendes: In dieser traurigen Zeit thue es seinem Herzen sehr wohl, dergleichen Kundgebungen aus dem Lande ent- gcgcnznnchmen; wir ständen in einer ernsten Krisis, denn das Abgeordnetenhaus habe Beschlüsse gefaßt, welche mit dem Wohl des Landes nicht vereinbar wären; er habe jedoch eine feste Position dagegen eingenommen, und werde von Derselben nicht zurückweichen; die Gemülher seien verwirrt, doch hoffe er, daß bald Besonnenheit zurückkehren, nnv alle Treiben sich um seinen Thron scharen würden; er wünsche, daß ähnliche Kundgebungen ibm rechr zahlreich überbracht würden. „Se. Majestät ließen sich darauf die einzelnen Mitglieder der Deputation vorstellen, und unterhielten sich mir denselben auf das gnädigste, worauf sie enttassen wurden. Die Deputation begab sich darauf zu Sr. Erc. dem Kriegsministcr, um ihm den Dank ver Konservativen für die mutdige und ausdauernde Verrheckigung der Krone und der Armee gegen die Angriffe der Demokratie darzubrmgen, und wurde Heine Vormittag auch von Sr. Erc. dem Ministerpräsidenten v. Bismarck empfangen." H Berlin, 30. Sept. Wie die Budgclkommission des Abgeordnetenhauses, so hält auch die B uo getko m m issio n deS Herrenhauses heule Abend eine Sitzung, um in Bezug auf die Behandlung des vom Abgeordnetenhaus« eingcgan- genen Staatshaushalts-Etats für 1862 bestimmte Anträge zu formuliren. Wie es beißt, macht sich in dieser Kommission ganz überwiegend die Meinung gellend, daß vorder definitiven Beschlnßnahme des Herrenhauses die Budgetvorlage zur nochmaligen Erwägung an das Abgeordnetenhaus zurückzusenveu sei. — In Bezug auf die Wiederbesetzung des Finanzministeriums ist noch immer keine Entscheidung getroffen. Mit Unrecht wird beute von hiesigen Blättern gemeldet, der Staatsminifter a. D. v. Bodelschwingh habe sich gestern früh zur Ucbernahme dieses Ministeriums bereit erklärt und sehe seiner unvcrwcilten Ernennung entgegen- Wie sonst wohl« orientirte Personen uns versichern, sind die Verhandlungen mit Hrn. v. Bodelschwingh auch bis heute noch nicht zu einem festen Abschluß gelangt. Außer dem früher» Finanzministcr Verweilt auch der Rittergutsbesitzer v. Tettau in Berlin. Derselbe wurde ebenso wie Hr. v. Bodelschwingh am letzten Sonntag von Sr. Maj. dem König empfangen. Auch heute spricht man noch von einer Kandidatur des Hrn. v. Tettau für das Finanzministerium. Das neuerdings von hier aus vcr- brcireie Gerücht, der Handelsminister v. Holzbrinck habe um seine Entlassung nachgesuchk, findet bis setzt keine thatsäch- liche Bestätigung. * Wien, 30. Scpr. Im „Botschafter" unterwirft Hr. Fröbel, der journalistische Hauptagitator für jenes „Großdeutschland" Schwarzcnbergischer „Vorschwebunz", welches auf einen bis zur Bukowina und an den Sec von Skutari reichenden deulsch-magyansch - slavischen Völkerragout hinauo- läuft, die Verhandlungen des Weimarer Abgeordnete nra ge s bereits einer Kritik. Der ehemalige Demokrat und nunmehrige gulösterreichische Siebzig-Millionen-Mann sagt u. A.: „Die Weimarer Versammlung hat, soweit unsere Nachrichten reichen, eisen Fehltritt vermieden, der, wenn er begangen worden wäre, sie ln unfern Augen der Rechte einer politischen Partei beraubt hätte. Die auf Oesterreich bezügliche Meinungsäußerung, nach welcher bei einer Dundesreform ohne Oesterreich der Eintritt Deutschösterreichs Vorbehalten bleiben, der Eintritt Gesammlösterreichs aber ausgeschlossen sein soll, hat zwar durch die Ohnmacht einer bloßen Meinung gegenüber bestehenden Machtverhältniffen eine komische (!) Seite, ist aber nicht wie die frühcrn Versuche, Oesterreich auszuschließen, rin Verbrechen gegen die Integrität des Vaterlandes." Dagegen findet er in dem Beschlüsse, baß die Frage der Exekutive nur unter Mitwirkung des Parlaments zu regeln sei, einen dreifachen Fehler: einen dundesrechtlichen, einen staatsrechtlichen und einen politischen, letzteren nämlich im Sinne des Macht- verhällmsses, auf das >n der Politik doch so viel ankomme. Die Wiener Handelskammer bat gestern Abend vier Mitglieder als Vertreter der in ihr repräscnttrten Handels- und Gewerbemteressen für den in München zu- sammentretenven allgemeinen deutschen HandelStag gewählt, und zwar dieHH.Or.Maierhofer, Winterstein, Sey- bel und Gerold. Die Frage, ob di-Bevollmächtigten bei der Erfüllung ihrer handelspolitischen Mission an ihnen etwa mitzugcbende Instruktionen gebunden sein sollen, wurde ernstlich geprüft, und in Betreff dieses Punktes einigte man sich zu der Erklärung: Der Handelstag möge es als einen Rechtsanspruch Oesterreichs und als im allgemeinen Interesse liegend bezeichnen, daß vor dem Abschlüsse des preußisch-französischen Zoll- und Handelsvertrages, welcher den Rechten Oesterreich präjudizirt, die österreichischen Zolleinigungs-Vor- schläge auf einer Generalkvnferenz von Seiten der Zollvereins-Staaten unter Zuziehung Oesterreichs bcrathen werden. Man ist daher zur einhelligen Ansicht gelangt, daß es, wenn der Zweck des Handelstages nicht vereitelt werden soll, unthunlich ist, den Kammermitgliedern Instruktionen zu geben, sondern es dem Takte und der Einsicht der Theil nehmenden Mitglieder zu überlassen, innerhalb des in obiger Resolution gegebenen allgemeinen Rahmens, je nach dem Fortgänge der Verhandlungen in München, sich zn bewegen. Kr»rirlkr-trh. 2 Paris, 30. Sept. Nachdem man dre Ankunft deS Kaisers in Sc. Cloud auf den 14. Okt. verschoben hatte, behauptet man neuerdings, daß Se. Majestät schon am 6. oder 7. aus Biarritz zurückkchren werde. Zugleich wird behauptet, daß sodann, nach der Rückkehr des Hrn. v. Lavalette, welcher aus heute Abend in Paris erwartet wird, ein großer Ministcrrath unter Vorsitz des Kaisers stattfinden werde, wo die römische Frage nochmals zur Sprache gebracht und der I französische Eesandke in Nom mündlich seine Ansicht voriragen sol!. Endlich will man wissen, daß vcr Kaiser, anstatt sich direkt nach Compiegne zu begeben, vorher, besonders wc»-i die warme Witterung anhält, einige Wochen in Vichy zubrm- gen und sich, dem Rathe der Aerzte entsprechend, einer Nachkur unterziehen wird. — Die Ernennung des Preßvirekwrs Hrn. Tr eil Harb zum Staatsrath im außerordentlichen Dienste wurde vom Kaiser unterzeichnet. — Der „Constilu- tionnel", welcher bisher sich darauf beschränkt hatte, über die vom „Moniteur" veröffentlichten Aktenstücke seine Bewunderung und seinen Enthusiasmus auszudrücken, läßt sich heule endlich auch zu einer Interpretation herbei. Das Organ des Hrn. v. Persigny beklagt sich bitter über die Hartnäckigkeit und Verblendung des beil. Stuhls, der sogar angeklagt wird, „die unmöglichsten Restaurationen zu träumen.".Was — fragt Hr. Paulin Liinayrac — wird die unausbleibliche Felge dieser Lage sein? Wenn bis jetzt die Großmuih Frankreichs allein im Spiele war, wird nrcht schließlich seine Würde gefährdet sein? Wird nicht bald die Enthaltung zur Pflicht werden? Welches aber ist dann die Verantwortlichkeit des heil. Stuhls und Italiens! — des heil. Stuhls, der sich allein fände gegenüber seiner mit Recht erzürnten Umcrlda- nen, welchen man unter den nichtigsten Vorwänden die Reformen vorenthielt, — und Italiens, welches den revolutionären Verlockungen nachgeden würde!" Die letzter» Worte, welche Hrn. P. Limayrac entschlüpften, werden von der „France" hastig aufgegriffen, um dem „Constitutionnel" zu erwiedern, daß eine Politik, welche unter solchen zugestandenen Verhältnissen dennoch zur Räumung Roms räch, von vornherein verurchcilr sei. — I» Neapel wird vom 15. Okr. an unter dem Titel „l'Ztalie liberale" ein neue« Blatt erscheinen, worin die absolute Unabhängigkeit Italiens, die Delaffung Roms unter päpstlicher Herrschaft uuv die Autonomie des Königreichs Neapel unter der Regierung deö Herzogs von Aosta (zweiten Sohns V. E.) als erblicher Vizekönig vertheidlgt werden soll. Großbritannien * London, 29. Sept. Das vor einiger Zeit angekündigte große Ardeitermeeting, um die Sympathie des Volkes für Garibaldi auSzudrückcn und gegen die französische Besetzung Roms zu protestiren, hat gestern trotz des trübseligen Regenwetters in Hyde-Park stattgefuuden. Es wurden, wie sich denken läßt sehr grobkörnige Reden gehalten, und cs fielen sehr starke Worte gegen den Papst. Eine Anzahl irischer Arbeiter machte Opposition und schrie Hurrah für den Papst. Da die Irländer es aber nicht bei dieser moralischen Kundgebung bewenden ließen, sondern materiell zu interoeniren suchten, und mit Fäusten, Fußtritten, Stöcken und Steinen an das Nechtsgefühl der Anwesenden appellttten, wurden mehrere von der Polizei fortgeschafft, worauf das Meeting ruhig zu Ende ging und sehr energische Resolutionen gefaßt wurden. Wir haben bereits gemeldet, daß Gavazzi's Predigten inTralee in der Grafschaft Kerry in Irland einen furchtbaren Krawall veranlaßten. Man schreibt jetzt aus Dublin Näheres darüber. In der Hauptstadt Irlands — so heißt «s — fand der italienische Antipapist großen Zuspruch und verkaufte sehr viel Einlaßkarten. Außerdem empfing er sehr reiche Beiträge zum Besten der Schulen, die er in Italien begründet hat und die seiner Meinung nach die Sache der Reformation in seinem Vaterlande fördern werden. Nun versucht er auch sein Glück in den Provinzen. In Tralee hielt er seinen Vortrag im großen Salon eines Hotels (nicht in einer Kirche, wie man vorgestern schrieb). Wie gewöhnlich gebrauchte er sehr starke und grobe Würze. Einige katholische Zuhörer unterbrachen den Vortrag, wurden aber von der Polizei mit Hilfe einiger Protestanten hinausgeschafft. Diese Verwiesenen machten nun Lärm in der Stadt, und bald war das Hotel von einem ungeheuer» Pöbelbaufen belagert; Fenster und Thüren wurden zerschlagen und beschädigt; die Polizei von Landstationen und selbst die aufgebolene Miliz sammt der Verlesung der Aufruhrakte — Alles blieb gegen die Volkswuth machtlos. Als am nächsten Morgen die Protestanten endlich befreit wurden und nach Hause kehrten, fanden sie bei sich alle Scheiben eingeschlagen. Leider befanden sich unter Gavazzi'S Publikum auch viele Damen, und diese werden die Angst jener Sturmnacht kaum jemals vergessen. Amerika. * Neu-A-rk, 16. Sept. (Per „Asia".) Am 14. d. fand bei Memfordsville in Kentucky ein Gefecht statt, in welchem die Südstaatlichen mit schwerem Verlust zurückgeschlagen worden. Naihville wird gegen einen Angriff, den man von Seiten des südlichen Generals Bragg erwartet, befestigt. Ein Thcil der Unionsarmee hat Nashville verlassen, um dem Feind in Kentucky in den Rücken zu kommen. Die südlichen griffen in überlegener Truppeuzahl zwischen Fayelte und Gauley in West-Virginien am 10. d. die Unionslruppcn an. Letztere haben sich nach Eek Riva unterhalb Charleston in Virginien zurückgezogen; sie hatten vorher diesen Ort bvmbardirt, alle Salzwerke zerstört; und dann ihren Rückzug nach Ripley in Virginien fortgesetzt. Der Provost-Marschall von St. Louis hat die Weisung erhalten, die Konfiskationsakte in Missouri sofort in Kraft treten zu lassen. Das der Beschlagnahme unterworfene Eigcnlhum wird auf 50 Millionen Doll, geschätzt. Der „Richmond Whig" sagt, daß die Ausgaben der südstaatlichen Regierung vom Beginn des Krieges an bis August sich auf 342 Mill. Doll, belaufen haben. Der Kongreß des Südbundes har die Beschlußfassung genehmigt, der Unionsregierung eine Unterhandlung über die Kriegsweise behufs der Milderung der Gräuel des Krieges vorzuschlagen. Zn demselben Kongreß ist eine Dill eingebracht worden, um die Erlangung von Kapcrdriefen zu erleichtern und die Kaperei wirksamer zu machen. Es wurde auch die Resolution genehmigt, die HH. Mason und Slidell zurückzurufen. * Neu-Uork, 18. Sept., Abends. Nach dem Gefecht vom 14., über welches M'Clcllan berichtet hat, zogen sich die Südlichen während der Nacht gegen Sharp«bürg zurück. Seittear si»c keine e.nuttch.n Depeschen veröffentlicht worden. Die Zeüungske-rrespondenlen melden, daß ore UnionStruppen am 15, den Feind verfolgten, uitt an diesem Tage kam es zu einer Schlacht in der Nähe von Sharpsburg zwischen General M'Cüllan und den Südlichen unter General Lee. Am 12. wurde dle Schlacht erneuert, da General Lee durch Jackson, der über den Poiomac nach Maryland znrückgegangen war, verstärkt wurde. Auch M'Clcllan hatte Verstärkungen an sich gezogen. Die Pbiladelpbier Zeitungen beschreiben die Schlacht vom 16 als eine sebr heiße und sagen, daß die Südlichen von den Generalen Hovker und Porter in die Flanke genommen und arg zugerichter wurden. Am 12. wurde l^e Schlacht von den Südlichen mit großem Nachdruck wieder begonnen und dauerte bis 4 Udr Nachmittags, wo Letztere sich zurückzogen, den General Longstreer und einen Tdett seiner Division in Krlcgögefaiigenschail zurücklasseud. Gleichzeitig wird gemeldet, daß 6 südstaailtche Ba t-rirn seit Sonntag erbeutet und 15,000 Gefangene gern ich- worden sind. Die neuesten Nachrichten lauten dahin, daß die Schlacht vom 17. entschieden zu Gunsten der Unionisten aussiel, daß aber eine neue Schlacht nölhig sei, um zu bestimmen, wer schließlich der Sieger bleiben soll. Das Blutvergießen soll sehr groß gewesen sein. Das Unions-Kanonenboot „Essex" bombardine Netchaz am Mississippi 2 V, Stunden lang. Die Stadt ergab sich, wurde aber von den Unionisten nicht besetzt. Der „Essex" hat Bayou Sara am Mississippi niedergedrannt und nur zwei Hauser sichen gelassen. Baden. 6 Aus dem Mittelrheinkreis, 1. Okt. (Die Lehrerversammlung in Lahr. il) Man mag sie beklagen oder loben, un- läugbar aber ist die Thalsache, daß bas moderne Leben die Theilung der Arbeit in schärfster Weise vollzieht und in Folge davon auch früher gemeinschaflliche Bildungswege getrennt hat. Das aus die alten Sprachen und die klassische Literatur gegründete Gymnasium, lange Zeit die einzige Bildungsschule für alle höheren Berufsarlen, wurde schon vor geraumer Zeit genöthigt, den gesteigerten Ansprüchen an realistisches Wissen in Mathematik, 'Naturwissenschaften und modernen Sprachen Rechnung zu tragen, und suchte diese Aufgabe zunächst thcilS durch 'Aufnahme uno größere Betonung dieser Lehrgegenstände in seinem Organismus, theils durch realistisch zugestutzte Parallelklassen zu erreichen. Dies erwies sich als ungenügend. Sowohl zur abschließenden Vorbereitung für den gewerblichen und m»kantilcn Beruf, als zur Vorbildung für technische Studien griff man zu gesonderten Anstalten. Jir großer Anzahl wurden allenthalben Realschulen unter verschiedenen Rainen und mit verschiedenen Einrichtungen gegründet. Bei uns sind cs bekanntlich die „höheren Bürgerschulen", welche jene Ansprüche an eine höhere Volksbildung zu crsüllcn haben. Ihr nächster Zweck sollte sein, ftir das Geschästsleben die zweckmäßige Vorbereitung zu geben. Als Vorstufe zu höheren technischen Studien und Berufs- arten schienen sie nicht genügend. Sie standen wenigstens bisher nicht nur in keinerlei ojfiziellem Zusammenhang mit dem polytechnischen Institut, sondern der Staat verlangte auch — unter den bestehenden Verhältnissen wohl mit vollem Rechte — von seinen künftigen Ingenieuren, Architekten, Forstleuten und Postbeamten die Absolvirung gewisser Gynlnasialkiassen oder die Nachweisnug der darin gelehrten Kenntnisse. Gleichwohl konnten andererseits unsere Gelehrtenschulen sich der Ausgabe, sür das Polytechnische Institut vorzubilden, nicht in dem gewünschten Maßstabe unterziehen; während sie sich doch beschwerten, selbst in ihrer ursprünglichen und wesentlichen Beschaffenheit durch jene Ansprüche alterirt zu sein. So wurde denn schon auf der Offenburger Versammlung das Bc- dürfniß nach einer Umgestaltung der höhern Bürgerschule anerkannt; in der Art, daß in den größeren Städten des Landes dieselben zu „Realgymnasien" oder „höheren Bürgerschulen erster Ordnung" erweitert, b. h. durch eine 7—8 Jahrcskurse enthaltende Gliederung in den Stand gesetzt würden, nicht nur (in ihren unteren Klassen) a s Vorbereitungsschulen sür das gewerbliche und merkantile Geschästsleben, wie die höheren Bürgerschulen zweiter Ordnung, zu gellen, sondern zugleich Vorbildungsanstalten zu sein für technische Studie», ob diese nun aus dem Polytechnikum oder aus der Universität gemacht werden; in beiden Fällen mit dem gleichen Rechte offizieller Ertheilung von Maturitätszeugnissen, wie die Gelehrtenschule. Es fragt sich nun — und diese Frage wurde auf der Lehrerversamm- Imig näher in's Auge gefaßt —: wie sollen diese Realgymnasien or- ganisirt sein? Da es sich bei dieser höheren Fassung der Ausgabe durchaus nicht um bloße Zubereitung zu praktischen Fertigkeiten, sondern um wirkliche Geistesbildung handelt; da aber auch die Gelehrtenschule dieses Ziel als das ihrige erkennt: so tritt hier als erste Frage die aus „Läßt sich vielleicht, wenigstens theilweise, eine aus manchen Gründen so wünschcnswerthe Gem einsamkeit beiderBildungs- wege, des humanistischen und realistischen, durch einen gemeinschaftlichen Unterbau sür beiderlei Anstalten erzielen" ? Diese Frage, welche schon auf der vorigen Versammlung erörtert wurde, ohne zu einem Abschluß zu führen, bildete dann auch den ersten Punkt des neuen Programms. Es schien um so wichtiger, daß die Versammlung sich darüber ausspreche, als in unserer Presse eine namhafte Stimme sich lebhaft dieses Projektes angenommen hatte. Die dafür auflrctenden Gründe sind sehr gewinnend: die Möglichkeit, die Jugend verschiedener Lebenskreise länger zusammenzuhalten; die Möglichkeit einer späteren Entscheidung über den künftigen Lebensberuf; die ausgedehntere Pflege der Anschauung durch realistischen Unterricht in den unteren Klassen des Gymnasiums und die Gewinnung eines soliden Unterbaues sür die realistischen Studien durch die Betreibung des humanistischen Sprachunterrichts u. s. w. Allein, so verführerisch die Theorie oft ist, die Praxis ist immer spröde. In der That erweisen sich bei genauer Abwägung der tatsächlichen Verhältnisse theils jene Vvrtheile als illusorisch, theils würden dadurch andere und schlimmere Nachtheile herbeigeführt, als die man heben will *). ") Darüber nur einige kurze Andeutungen! 1) Da die große Schülerzahl dieses „Unterbaues" doch in getrennten Klassen, theilweise wohl selbst in getrennten Anstallen unterrichiet werden müßte, so winde dadurch jener erste Vortheil wesentlich beschränkt. 2) Der Uebclst.rnd einer früheren Entscheidung über, den Lebensderuf würde doch nicht gründlich gehoben, weil auch im 13. und 14. Lebensjahre diese Entscheidung ojt nicht mit Sicherheit geirossen werden kan». 3) Der behauptete Vorthcil oer Gleichberechtigung des humanistischen und realistischen Unterrichtes in Unterklassen enthält die Gefahr, daß sür beide Richtungen der Unterbau nicht genüge. Es würbe einem politischen Blatte zu viel zugemurbet, sollte hier der Gegenstand in allen seinen Für und Gegen abgehandelt werden. Selbst die Lehrerversammlung hielt es nicht sür nölhig, die Debatten auf alle Gesichtspunkte anszudehnen. Nach Mützell's erschöpfender Zusammenstellung aller Gründe und aller Modalitäten („Pädagog. Skizzen." Berlin 1850) konnte die Sache als spruchreif angesehen werden; und es kam nur wesentlich darauf an, welchen Spruch die Majorität der Schulmänner fällen würde. Sie entschied sich gerade so, wie sich überall die Wirklichkeit über dis vielen dahin zielenden zum Theil sehr geistreichen und wohlgemeinten Reformprojekte ent schieden hat, welche alle Projekte geblieben sind: sie entschied sich, mit Ausnahme einer Stimme, gegen das neue Experiment. Es stimmten die Mitglieder sowohl der Gelehrtenschule als der Realschule für absolute Trennung beider Anstalten, weil sie von einer Verbindung für beide kein Heil, wohl aber eine Beeinträchtigung des eigenen besondern Zweckes befürchteten. Weiteres über die Art der vvrgeschlagenen Organisation des Realgymnasiums, sowie über andere Punkte der Berathnngen soll in möglichster Kürze morgen oder übermorgen folgen. * Kork, 30. Sept. Am verflossenen Sonntag beging der Missionsund Gustav-Adolph-Verein unseres Bezirks sein Jahresftst inHcssel - hurst. Für den Gustav-Adolph-Verein sprach Psarrcr Bahr von Ossenburg, für die Mission Dekan Häusser von Legelshurst. Die sinnig und freundlich ausgeschmückte Kirche war von einheimischen und auswärtigen Feftgenossen auf's zahlreichste besucht. DaS am Schluß erhobene Opfer betrug etwas über 28 fl., welche gleichheitlich vertheilt wurden. Im Allgemeinen waren die Jahresbeiträge etwas reichlicher als sonst geflossen, aber immer ist die Theilnahme an den beiden Vereinen noch keine durchgängig gleichmäßige. Bald überwiegt das Interesse dc§ Gustav-Adolph-, bald das des Missionsvereins. Das Initial der Kreuzer- und Halbbatzenvereine hat sich auch diesmal wieder trefflich bewährt. dlKonstanz, 25. Sept. Gestern hat dahier die dritte Quartalssitzung des Schwurgerichts niiter dem Vorsitz des großh. Hofge- richlS-RathS Selb begonnen. Sämmtliche vorgeladene Geschwornen sind crschiinen. Die Tagesordnung führte zur Verhandlung der Anklage gegen Karl Eitel von Eningen k. würtlemb. Oberamts Reutlingen, wegen Tödtung. Die Staatsbehörde war durch den großh. Hosge- richtS-Ralh Schneider vertreten; Vertheidiger war ObergerichtSadvo- kal Welte. Am Sonntag den 18. Mai d. I., Nachts zwischen 11 und 12 Uhr, wurde der Fabrikarbeiter Heinrich Jansen von Neuß, k. preuß. Regierungsbezirks Düsseldorf, innerhalb der Stadt Villingen in der s. g. Fär- bergassc tnr Art verwundet, daß er zwar den 178 Schritte betragenden Weg von da bis in seine Wohnung noch zurücklegcn konnte, aber unmittelbar nach seiner Ankunft zu Hause verschied. Bei der gerichtlichen Leichenschau und Leichenöffnung fand man aus der rechten Seile des Halses des Verletzten eine dreieckige Stichwunde, welche die rechte Drosselblutadcr völlig durchbohrt, und auch die Hintere Wand der gemeinschaftlichen Kopsschlagader verletzt halte, so daß der Tod des Beschädigten durch Verblutung herbcigesührl werden mußte. Der That angeschuldigt ist Karl Eitel von Eningen. Derselbe ist am 3. März 1841 geboren, gut beleumundet. Seit dem Jahr 1855 war er in verschiedenen Goldleistensabriken, zuletzt in Villingen, beschäftigt. Dort bestehen seit dem vorigen Jahr zwei solcher Fabriken, deren beiderseitige Arbeiter, wozu namentlich auch der Angeklagte und H. Jansen gehörten, den ganzen Winter über Streitigkeiten hat tm. Am Sonntag den 18. Mai befand sich Eitel in Gesellschaft eines seiner Mitarbeiter, Gerhard Gaß von Köln, bis 11 Uhr Nachts in dem Eorg'ichen Bier Hause in Villingen, von wo sich dieselben um die genannte Stunde an ihrer Wohnung vorüber aus unbekannter Ursache in die sog. Färbergasje begaben. Zu gleicher Zeit war Jansen im Lilienwirthshause, und ging von dort einige Minute» nach »/, aus 12 Uhr ebenfalls in die ungefähr 40 Schritte enlsernie Färbergasse, während seine Wohnung in enlgegengesrtzter Richtung tag. Der Grund dieses Ganges konnte eben so wenig ermittelt werden. Seiler Joh, Leute, welcher in der Färbergasse wohnt, folgte dem Jansen in einer Enlfcrnunz von unfähr 12 Schritten. Beim Eintreten in jene Gasse traf Leute den Jansen, Eitel und Gaß, von denen der Erstere unter der Aeußerung, daß er gestochen sei, die Färbergasse verließ, während Leute gleichzeitig bei Eitel ein dolchartiges Instrument bemerkte, worüber er ihm Vorhalt machte, in Folge dessen sich zwischen Leute einerseits und Eitel und Gaß andererseits ein lhätlicher Streit entspann, der durch Dazwijchenkunsl der Gendarmerie und anderer Personen beigelcgt wurde. (Schluß folgt.) Konstanz, 27. Sepr. (Sch. M.) Ans dem gestern Nachmittag nach Meersburg fahrenden Dampsbovle entleibte sich ein gut gekleideter junger Mann, indem er ein Terzerol aus sich abfeuertc und rücklings in den See stürzte. Obgleich augenblicklich angchallen und ihm das Rettungsboot nachgesendet wurde, konnte der Unglückliche nicht mehr erreicht weiden, er versank sofort in einer Tiefe von ca. 60 Kleistern. — Kapitän Wraa will mit seiner Secmannsschule nnn doch Ernst machen; er beabsichtigt zu diesem Zweck das neue Schloß in Meersburg zu miethen, eine Lokalität, die er nirgends so passend finden wird wie da. — Ans dem benachbarten Kanton Tburgau wandern immer noch rinae- hcure Massen von Bio stob st nach Deutschland herüber; man berechnet deren Geldwerth ans mindestens 500,000 Fr. — Neuer Wc i n wird bei uns bereits zu 4 kr. per Schoppen verzapft, was schon viele Jahre nicht mehr der Fall war. Vermischte Nachrichten. Bad Soden, 28. Sept. (Mittelrh. Ztg.) Der „Rhein. Kurier" theilte neulich mit, daß das Haus, worin dieKönigiu von Nea - p e l während ihres Hierseins wodnle, Tag und Nacht vcn nassauischcu Gendarmen, mit einer schußfrrligcn Doppelflinte bewafsner, bewach! worden sei. Diese Mittheilung ist Thatsache. Die Gendarnikriervache war indessen gerade nicht überflüssig. Vorerst sollte sic der Exkönigin eine Ehrenwache sein, die gleichzeitig dem Andrang von sog. vornehmen und niedern Bettlern wehren sollte. Auch sollte sie allerdings der Königin ein Schutz sein, da ei» frecher Drohbries direkt aus Neapel hier ankam. Dre Königin hat sür die hiesigen Armen Nichts gegeben. Für den Bau einer katholischen Kapelle Hai sie 1000 Fr. und ihre Umgebung hat 600 Fr. gegeben. Die Schwester der Königin. die Kaiserin von Oesterreich , soll auch eine bedeutende Summe der hiesigen katholischen Kapelle g> schenkt haben. Verantwortlicher Redakteur: l)r. I Herm. Kroenlein. Z.v.541. Karlsruhe. Bekanntmachung. Tie Postvcrbinvung zwischen Mühl- ackr, bezw. Pforzheini und Wildbad betr. Die diesjährige Sommer-Postverbindung zwischen Mühlacker, Pforzheim und Wildbad wird mit Ende dieses Monats eingestellt und an deren Stell« wird vom 1. künftigen Monat» an eine täglich Imalige Post-Eilwagenfahrt zwischen den genannten Orlen eingcführt werden, welche aus Wildbad um 6 " Morgens abgehen, in Mühlacker um II" Vormittags ein- Irefsen, von da um 4" Nachmittags wieder rückkehren und in Wildbad um st" Nachts ankvmmen und i« Pforzheim an den Zug IO nach Karlsruhe und VII. von Karlsruhe anschließen wird. Karlsruhe, den 30. September 1882. Direktion der großh. Verkehrsanstalten. Zimmer. _ rät. S chneider. Z.o.543. Karlsruhe. Bekanntmachung. Die Postverbindung zwischen Gernsbach, Hcrrenalb und Neuenbürg betr. Vom 1. künftigen Monats an wird die Postsahrt- verbindung zwischen Gernsbach, Herrennlb und Neuenbürg aus Gernsbach um 2 Nachmittags, nach Ankunft des Postvmn bus I. von Muggensturm, abgchen, in Neuenbürg um 7 Hz Abends eintreffen, und aus letzterem Orte um 8 " Varmitt, abgehcn und in Gernsbach um I " Nachmitt., zum Anschluß an den Postomnibus II. nach Muggensturm, ankommen. Karlsruhe, den 30. September 1882. Direktion der großh. Verkehrsanstalten. Zimmer. vckt. Schneider. Z.o.553. K o » st a n z. Preiskaleuder für L863 Der Wanderer am ll8ollilltzII, 8tlllivllllrell !)662. Großh. bad. Amtsgericht. Baumstark. Z.o.403. Nr. 5370. Donaueschingen. (Erbvorladung.) Georg und Martin Herrmann, beide Schreiner von AllmcndShofen, find rur Erbschaft ihres am 8 . Juli 1861 verstorbenen Bruders Anton Herr mann von Allmendshoscn berufen, deren Aufenthaltsort ist aber unbekannt. Dieselben werden daher zur Erbtheilung innerhalb Frist von drei Monaten mit dem Bedeuten vorgeladen, daß iin Nichterschei- nungsfalle die Erbschaft lediglich Denjenigen werde zu- getheilt werden, welchen sie zukäme, wenn die Vorgeladenen zur Zeit des Erbansalls gar nicht mehr am Leben gewesen wären. Donaueschingen, den 18. September 1862. Großh. bad. Amtsrevisvrat. Z a m p 0 n i. Hinterskirch, Not.-Prakt. Z.o.435. Nr. 5747. Stocka ch. (Erbvorladung.) Kreszentia G u t m a n n von Bodmann, geb. den 21. Oktober 1814, ist schon vor 8 Jahren nach Nordamerika ausgewandert. Dieselbe ist zur Erbschaft ihres am 30. Juli 1862 verstorbenen Vaters Michael Gurmann, Weber zu Bodmann, berufen und da deren jetziger Aufenthalt unbekannt ist, so wird dieselbe aus diesem Wege aufgefordert, sich binnen 3 Monaten bei Unterzeichneter Stelle zu melden, widrigenfalls die Erbschaft lediglich Denjenigen zugetheilt wcrden würde, welchen sie zukäme, wenn sie, die Vorgeladene, zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Stockach, den 22. September 1862. Großh. bad. Amtsrevisorat. W a l ck e r. Z.o.460. Achern. (Erbvorladung.) Aanz Xaver Müller, ledig, von Faulenbach, ist zur Erbschaft auf Ableben seines Vaters Josef Müller von Faulenbach milberufen. Da sein Aufenthaltsort unbekannt ist, so wird er hiermit aufgefvrdert, sich innerhalb 3 Monaten allhicr zu melden, widrigenfalls seine Erbsportion Denjenigen zugetheilt werden wird, denen sie zukäme, wenn er zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Achern, am 18. September 1862. Großh. bad. Amtsrevisorat. Brackenheimer, D.-V. vckt. Hanagarth, Nol.-Verw. Z.o.387. Nr. 6118. Wrrtheim. (Erbvvr- ladung.) Zur Erbschaft des am 1. August 1862 Schlundt von Niklashausen sind seine beiden, nach Amerika ansgewanderlen Söhne Michael Gottfried und Johann Friedrich — deren Aufenthalt unbekannt ist — berufen. Sie oder ihre Rcchtssolger werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an den väterlichen Nachlaß binnen 3 Monaten geltend zK machen, als sonst derselbe lediglich Denjenigen würde zugetheilt werden, denen er zukäme, wenn die Geladenen nicht mehr am Leben gewesen wärm. Werlheim, den 23. September 1862. Großh. bad. Amtsrevisorat. Moser. vckt.Seldner. Z.o.565. Nr. 7632. Karlsruhe. (Aufgefundener Leichnam.) Am Sonntag den 21. September wurde in dem Hörnle, Altrhein, der Eggenstein eine männliche Leiche ausgefunden, welche etwa 4 Wochen in dem Rhein gelegen ist. Die Kleidung derselben bestand in einer blau- und wcißgestrciften Jacke, grauen Tuchhosen , baumwo llenen Unterhosen, welche am Bunde mit ( 66 0 cke t.) schwarz gezeichnet sind, blau- und weißkarrirtcr Weste, baumwollenem weißem Hemde und noch ziemlich guten Laschenschuhen. Ueber das Alter und frühere Aussehen konnte, abgesehen von den sehr guten Zähnen , nichts Bestimmtes mehr erhoben werden. Aus dem an den Unterhosen befindlich«! Zeichen ist zu schließen, daß dieselben.ursprünglich einem Soldaten des 66 . französischen Linienregiments angehört haben. Wir machen dies zur Fahndung bekannt. Karlsruhe, den 23. September 1862. Großh. bad. Landamlsgericht. M a l l eb re in. vckt. Ladenburger. Z.o.499. Nr. 8778. Müllheim. (Aufforderung.) Der Küfergescll Martin Jen ne von Bahlingen, der in letzter Zeit dahier in Arbeit stand, ist beschuldigt, dem verpflichteten Redhüter Johannes Sinz dahier, welcher ihn am 25. v. M., Abends 9 Uhr, wegen einer Entwendung von Trauben fcstneh- men wollte, sich mit Anwendung körperlicher Gewalt widcrsetzt zu haben. Da Martin Jenne sich von hier entfernt hat, und dessen gegenwärtiger Aufenthalt unbekannt ist, so wird derselbe anmit öffentlich aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei dem Amtsgerichte dahier zu stellen, indem sonst nach Ablau f dieser Frist das Erkenntniß nach dem Ergebnisse der Untersuchung gegen ihn gefällt würde. Müllheim, den 24. September 1862. Großh. bad. Amtsgericht, vr. v. Rotteck. vckt. F.Knecht. Z.o.560. Nr. 10,578. Rastatt. (Aufforderung.) Der frühere Aktuar Franz Xaver Keßler von Eichscl ist der mit Mißbrauch feines Amtes verübten Unterschlagung von Geld und der Unterdrückung amtsgerichtlicher Akten angeschuldigt. Derselbe ist flüchrig und wird aufgcfordert, sich in - nerhalb 3 Wochen zur Einvernahme dahier zu stellen, widrigens »ach dem Ergcbniß der Untersuchung gegen ihn erkannt würde. Rastatt, den 25. September 1862. Großh. bad. Amtsgericht. B a s s e r m a n n. Z.o.490. Nr. 15,526. Karlsruhe. (Nrkhcil und Fahndung.) I. U. S. gegen D. Rcverey aus Stemme», wegen Körperverletzung, wurde durch diesseitiges Unheil vom 2. d. Mts. auf gepflogene Untersuchung erkannt: Dietrich Reverey aus Stemmen sei der im Affekt verübten Körperverletzung des Ambros Werr und Jakob Blank für schuldig zu erklären, und deßhalb zu einer AmtSgefängniß- straie von 12 Tagen, zur Tragung der Untersu- chungs- und Slraserstchungskostcn, sowivHUr Bezahlung der EntschädigungSsorderung des I. Blank, im Betrag von 3 fl., zu verurtheileu. Dieses Urtheil wird dem flüchtigen Angeschuldigten aus diesem Wege bekannt gemacht. Die verehrt. Justiz- und Polizeibehörden ersuche« wir, aus den Angeschuldigten fahnden und ihn im Betretungsfalle mittelst Laufpasses anher weisen zu wollen. Karlsruhe, den 23. September 1862. - Großh. bad. Stadtamtsgericht. v. Vincenti. F.o.552. F.A.R.Nr. 4451. Karlsruhe. (Urtheil.) I. U. S. gegen Kanonier Gustav Dietrich von Ilvesheim, wegen Insubordination und Desertion, wird aus gepflogene Untersuchung durch Standgericht zu Recht erkannt: .„Kanonier Gustav Dietrich von Ilvesheim sei der fortgesetzten Insubordination, verübt - durch Ungehorsam und Verletzung der Ehrerbietung gegen einen Obcrkanonier, Korporal und Wachtmeister, sowie der ersten einfachen Desertion für schuldig zu erklären, deßhalb zu einer Mitilärarbeitsstrase von sechs Monaten, zum Dienen einer achtjährigen Slrafkapilulation, zum Ersatz des Vertragenen , endlich zur Tragung der UntersnchungS- und Straferstehungskosten zu verurtheilen." V. R. W. Dessen zur Urkunde rc. Karlsruhe, den 20. September 1862. Nebenius, Schmidt, Hauptmann. ^ Auditor. Nr. 16,373. Vorstehendes Urtheil wird zur Verkündigung und zum Vollzug bestätigt. Karlsruhe, den 24. September 1862. Großh. Kriegsministerium. Ludwig. Vorstehendes Urtheil wird dem flüchtigen Verurtheil- ten auf diesem Wege eröffnet. Karlsruhe, den 30. September 1862. Das Kommando des großh. bad. Feld-Artillerie- regrments. Der Regiments-Kommandant s. i.: Bender, Major. Z.o.430. Nr. 8162. Karlsruhe. (Straf- erkenntniß.) Nachdem Wilhelm Eduard Heil von Lrnkenheim der diesseitigen Aufforderung vom 13. Mai d. I., Nr. 4510, keine Folge geleistet, wird derselbe nunmehr de» Staats- und OrlSbürgerrechtS für verlustig erklärt und in die Vermögensstrafe von 3 Proz., sowie in die Kosten dieses Verfahrens verfällt. Karlsruhe, den 24. September 1862. Großh. bad. Landamt. Bausch. vckt. Schäfer. Z.n.769. Nr. 13,723. Bruchsal. (Straf- erkenntnitz.) Nachdem der Grenadier Joseph Rausch enbach von Mingolsheim der diesseitigen Aufforderung voni 6 . Juni d. I. keine Folge geleistet hat, wird derselbe nunmehr der wiederholten Desertion für schuldig, des Orts- und Staalsbürgcrrechls für verlustig erklärt und in die «»gedrohte Vermögcnsstrafe von 1200 fl. verfällt. Bruchsal, den 4. September 1862. Großh. bad. Oberamt. Leiber. Frankfurt, 30. Sept. 1862. Staatspnyiere. Oestr. 5"/o Met. i.S.b.R. 77-/2 G. Baden 4'/?/, Obligation. lOO'/r P. 5"/n do. in holl. Sl. -- 4»/v dto. 100«/» P. 5-/n do. 1852 i. Lst. 77 P. 3 V 2 V« dto. v. 1842 95-/2 P. 5V>, do. 1859 . „ 74 G. G.Hess. 5"/n Obligation. 4"/» dto. 103V« P- 5V« Lomb. i. S.b.R. 87 G. 101'/» P. 5"/nVenei.C.b.R.V, 76-/2 G. 3'/-'/» dto 97 G. 5"/,, Nat.-Anl. 1854 64'/« G. Nassau 5»/« Oblig. b. Rth. 103 V, P- 5"/n Met.-Obligat. 55'/» P. 4'/?/n dto. 103 P. 5"/g do. 1852E.H.R. 55'/» P. 4"/n dto. 100 P. 4'/2--/n M-t.-Oblig. 48V. P- 3V//n dto. 95-/2 P- 4»/n dto. - - Brschw. Z'/zVnO.b.R.älOb 93 P. Preuß. 5«/a Oblig. b. Rth. 107-/2 G. Lurbg. 4»/nO.Fr.L28kr.b.E. 94V» P- 99'/. P. 4'/-°/« dto. 4°/« dto. 102'/. G. Franks. 3'/?/« Obligation. 100V« P. 3Vn dto. 96 P. 3'/-"/.. Staatssch. Span. 3"/n inl. Schuld 49-/2 G. Bayern 5"/a 4. Emission 102'/« P. °/n Schuld 44-/» G. 4'/,»/» Ijährig 102'/« G. Belgien 4V20/°O.i.Fr.ü28kr. 100 P. 4'/rVn '/»jährig 103-/2 G. Schwd. 4'/,"n Obligation. 99-/« P- 4"/« Ijährig 4V>, Vsiährig 4»/o Ablös.-Rcnte 101V« P- 4'/2V»Pfbs.b.B.LE. 98-/. P. 101V« P- Schwz. 4-/,o/nE.O.Fr.L28k. 102 G. 101P. 4 -/ 2 °/« Bern. St.-O. 102 P. 3'//'/« 98V» P- 4»/„ dto. 95b.G. Wrtbg. 4 -/ 2 Vv Obl. b. Rth. 105>/n G. 5VnGf.St.O.Fr.28 98 G. 40 /n d^to 104-/2 G. N-Am. 6o/nSt.i.D.Lfl.2.30 - — 3'/-«/n ditto 99 G. n 50 /n do. 1871 u. 74 — - Diverse Aktien, Eisenbahn-Aktien und Prioritäten. verstorbenen vormaligen Adlerwirths Michael 30 /g Frankfurter Bank 30 /g Oesterr. Bank-Aktien 50 /, „ Cred.A.i.O.W. 3'-/o Bayr. Bank L fl. 500 40/0 Darmst. B.-A. L fl. 250 4V» Weimar. Bank-Aktien 4»/oMitteld.Cr.-A. L100TH. 4»/„ Nordd. Crcdit-Aktien 4V» Lurcmb. Bank-Aktien Span. H. u. Jnd. Fr. 500Ü2S Taunusbahn-Akt. ü fl. 250 3' /,--/» Frankf.Han.Esnb.-A. 57nOesterr.Staals-Esnb.-A. bVnSlisab-B. fl.200pr.St.V« Rhein-Nahe-Bahn 40 /n Ldwh.-Berb. Eisenbahn 4 /z''/nPs-Mar-Esb.-A.b.R. 4- »/„Bayer.Ostbahn-Aklien Zakob 4»./n Hess. Ludwigsbabn 125-/« P- !Friedr.-Wilh.-Nordb.-Akt. 743 b. 203-/2 b. 227>/2 P. 84'/- P- 95'/» P. 103'/- G. 580 G. 339 P. 73 V« P- 228 G. 118 b. 28V» P- 139 G. 108 P. 107V» P. 5»/nLiv.-Flor.420Fr.L28kr. 3»/o Oest. St.-Eisenb.-Prior. >3"/oOcst.Süd.St. u.Lom.EB 5"/n Elisabethbahn-Prior. V, siVnBöh.W.-B.P.i.S.b.RV, 47/Vn Heff. Ldwgsb.-Prior. 5»/,Oest.Lld.1.Pr.-O.i.Silb. 2 . 5/gLdwh.-Verb.Prior.-Obl. 4'/-°/° - . Mo/» . . ! ^VrVnRhein-Naheb.Pr.O. i^'/eVuFrkft.-Han.Prior.O. ! 4»/nSüdd.Bnk.-A.30 '/nEinz. !jSpan.Cr.b.Percire70'/„ , >,4'/-Vn Bayer. Ostb.30°/o . §VnDeutsch.Phönir20Vn 127'/» P. 4"/„Frkf.Provident. 10"/, 54'/, G. 53'/. P. 81'/ 2 P. 81V, P- W2V«P. 100", G. 103'/» P. 100'/» P. 10IV.P. 251P. 675 G. 106V». G. 148 G. Anlehens-Loose. Oest.250fl.b.R1839 . 250 „ . 1854 „ 100 „Pr.L.1858 . 500 „ v. 1860V, 3'/2°/nPreuß.Pr.A. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. 50-fl.-Loose Ku"rh.40Thl.L.b.R. Gr.Hess.50fl.L.H.R. „ 25 „ „ „ Nass. 25 fl. L.b. R. Sch.-Lippe25Thl.L. Sard.36Fr. L.b.B. Mail. 45 Fr. L.b.R. 2'/2Lütt.Pr.-O.b.G Bcrcins-L. ä 10 fl. Ansb.-Gunzenh. L. 106 P. 71'/-P- I24V» P. 72V« b- P. 10 P. IOOV 2 55 P. 57V« P. 134V« P. 38V«P- 37V« P. 32'/« G. 52V» P. 34-/2 P. 36'/-P- 9V»b. 12-/2 P. Wechsel-Kurse Amsterdam k.S. IOOV« B. Antwerpen „ 94 B. Augsbg.-'fl. 1M„ 99V» G. Berlin , 105 B. Bremen 96'/, G. Brüssel 94 B.' Cöln . 105 B. Hambura 88V« G. Leipzig 105-/» B. London , 118V- B. Maild. i. Fr. 200. 93V« G. München . 99-/« B. Paris , 94 B. Wien 94'/. B. Disconto. 3V-, G. Gold und Silber Pepoien Preuß. Fricdrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Frankenstücke Engl. Sovereigns Gold pr. Zollpftind Hochh.Silb. P.Zpjd. Preuß. Casiensch. Dollar« in Gold fl. 9 39'/- . 957 . 9 46>/r . 533-/2 . 924 . 1150 . 803—8 . 52 30 - 145-/, „ 226 Druck und Verlag der G. Braun'schen Hofduchdruckerei. (Mit einer Beilage.)