Karlsruher Zeitung Mittwoch, 8. Oktober. 4 - W 2S« Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl-, durch die Post im Großherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Geld« frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1862 Auf das mit dem 1. Oktbr. "begonnene vierte Quartal der Karlsruher Zeitung nehmen alle Postämter Deutschlands und der Schweiz fortwährend Bestellungen an. Für Frankreich abonnirt man bei Hrn. G. Alexandre (Brandgaffe Nr. 28) in Straßburg und bei dem Lnreau oentrill äe pudlicite pour l'^älemsZne (29, Rus ä«8 Sons LnLnts) zu Paris. Telegramme. Berlin (Montag), 6. Okt. (Köln. Ztg.) Abgeordnetenhaus. In der heutigen Sitzung war der neue Finanzminister Frhr. v. Bodelschwing anwesend. Das Amendement Bincke erklärt, falls die Feststellung deS Etats für 1863 vor Jahresschluß unausführbar sei, die Regierung für verpflichtet, zur Aufrechthaltung verfassungsmäßiger Zustände «och vor Jahresschluß die Bewilligung eines vorläufigen außerordentlichen Kredits nachzusuchen. Außerdem sind Amendements von Osterrath und von Reichensperger eingebracht; letzteres erklärt die Wetterführung der Reorgaui- sationsauSgabeu für Etatsüberschreitung. Als Redner für die Kommission sind eingeschrieben Waldeck, Lüning, v. Bunsen, Gneist, Frese, Steinhardt, Schultze-Delitzsch, Twestea; gegen den Antrag der Kommission beide Reichensperger, v. Mucke, Simson, Ostcrrath und Andere. Eventuell sollen die Fraktion Rönne und ein Theil der Fraktion Vincke für die Kommission stimmen wollen. Ueber dieselbe Sitzung telegraphirt man dem „Frkf. Journ.": Im Abgeordnetenhaus haben heute Reichensperger (von Geldern) Bincke, Osterrath und Simson gegen, Waldcck, Lüning, Gneist, Hennig für den Kommissionsantrag zum Fvrckenbeck'schrn Antrag gesprochen. Die Minister schwiegen; am Schluffe befürwortete dagegen Hr. v. Bismarck die Vertagung, da die Regierung eine Erklärung abgeben wolle. Morgen Fortsetzung. ^ Berlin, Dienstag 7. Okt. Da- Abgeordnetenhaus setzte heute die Verhandlung über die Forckenbeck'fche Resolution fort. Der Ministerpräsident erklärte im Namen des Gesammtministcriums: Die Staatsregierung werde in der Annahme des Bincke'schen Amendements (s. o.) ein Unterpfand für die entgegenkommende Aufnahme ihrer Bemühungen zur Verständigung erblicken, und, wenn die Annahme erfolge, Vorschläge machen, welche auf den Antrag eingeben , ohne sich dessen Motive anzueigncn. (Lebhafter Widerspruch.) Die im Amendement für 1862 in Aussicht genommenen Schritte würde das Staalsministerium dann thun, wenn ersichtlich, daß der Etat nicht rechtzeitig zu Stand käme. Die Debatte wird fortgesetzt. Belgrad, 5. Okt. (W. T.-B.) Morgen erfolgt die Verlesung des FermanS der Pforte, welcher die Annahme der Konstautinopeler Konferenzbcschlüffe ausspricht. Die Wegräumung der Barrikaden beginnt. * Shanghai, 19. Aug. Der amerikanische Oberst Ward, welcher die kais. Truppen befehligt, hat de» Insurgenten drei Städte abgenommen. Guyaon ist nach einem blutigen Kampf in seine Gewalt gefallen. Die chinesischen Insurgenten verhindern den Seidetransport. Zwischen Belgien und China ist ein Handelsvertrag unterzeichnet worden. *Lx. Erscheinungen. (Fortsetzung aus Nr. 233.) Ritter Eberharb erhob sein Harrpt nimmer wieder nach dem Schick- jalStag. Gr mnßie von dem Argwohn, mit dem man ihn ansah, wissen; that jedoch nie, als achtete er darauf; wohl aber wandelte er lagläglich in die Waldungen, sprach nie Jemand an, dem er begegnete, sondern nur leise vor sich hin: „Verloren, verloren!" unv fiel mehr und mehr ab, bis man ihn eines Tags tobt unter einem großen Baum liegend sand. Ob se,n Nesse sich verirrt hatte und umgekommcn war, oder ob er ermordet worden war, ist nie an den Tag gc kommen. Weil aber Ritter Ebccharo immer schwarze Kleidung trug und so kmnmerhasl aussah, hieß man ihn den Schwarzen Puritaner; und noch jetzt sollen ihn spät vom Markt heiwkehrende Landleutc öfters sehen, und im Herbst, wenn die Blätter gelben und der Wind stark gehl (in welcher Jahreszeit der kleine Franz verloren ging), steht man ihn wohl zuweilen Nächtens durch die öden Gemächer schreiten, oder unter den Ulmen aus der Terrasse draußen wandeln." Die Geschichte, die mir Alice erzählt hatte, wollte mir den ganzen Abend nicht aus dem Sinn; drückte mich, wie eine Last, nachdem ich zu Bett gegangen war, und verfolgte mich schreckhaft in meinen Träumen. Träumte ich nur, oder war's Wirklichkeit, daß ich plötzlich mitte« in der Nacht erwachend, ohne eine warnende Wendung oder Bewegung, unten am Bett kaum einen Schiütt von meine» Füßen eine hohe schwarz gekleidete Gestalt, mit einem Spitzhnt auf, stehen sah; ihr weißes Gesicht — ich konnte es, da es gerade dem Fenster gegenüber war, deutlich erkennen, aber die Züge nicht unterscheiden — „ach dem meinen etwa« hergcneigt, als schaue eS mich ausmerkjam an? Träumte ich Das nur, oder war'S Wirklichkeit,, daß die Gestalt, als sie mich wach bemerkte, was sie nach wenigen Sekunden that, eine Ge- Jn Japan steht ein Aufruhr gegen die d»n Fremde« günstige Park« bevor. Man meldet den Selbstmord des Vertreters der Dainnos (jap. Adel) am kais. Hof. Die Wachen in den französischer! und englischen Gesandtschaft-Wohnungen sind verstärkt worben. Die sapanefische Regierung bietet Alle- auf, um dem Aufstand vorzubeugen. In Australien haben große Ueberschwemmungen stattgefunden. Schultze-Delitzsch über die deutsche Frage. Zu den interessantesten Reden, welche auf dem Abgeordnete «tage zu Weimar gehalten worden sind, gehörtauch die des Hrn. Schultze-Delitzsch. Derselbe knüpfte an die Aenßeruogen seines Vorredners Probst aus Stuttgart über „Grvßdeuksch" und „Kleindentsch" an, um seinen Standpunkt dahin zu bezeichnen, daß er sich zn der deutschen Partei einer undent scheu gegenüber bekannte, welche zu dem ganzen Deutschland Zugaben von undeurschen Staaten in den deutschen Slaaisverbaud der Zukunft aufuehmen wolle. Nachdem Redner dann noch den Vorwurf abgelehnt, daß man in dem erstrebten Bundesstaat den Oesterreichern Etwas au- böke, was noch in der Luft schwebe, fährt derselbe also fort: Warum es eine Unmöglichkeit ist, den Eejammtstaat Oesterreich herein- zunehmen, was Niemand von der ganzen Versammlung will, da« ist auch schon erörtert worden. Lassen Sie mich zwei Punkte hinzujügen» Erstlich weichen wir, sobald wir sremde Länder und Stämme ausnehmrn, von dem nationalen Prinzip ab, das ja der Kern der nationalen Bestrebungen ist, die nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa bewegen. Was wollen die Völker mit diesen ihren Bestrebungen ? Sie wollen in der nationalen Gestaltung ihrer StaatSform einen solchen Zustand anfireben, der es ihnen möglich macht, ihre ureigensten Lebensbedingungen nach Natur und Geschichte z» erfüllen, indem sie Alle« abfchütteln, »as verhindert, daß der Schwerpunkt des staatlichen Daseins im Volksleben liegt. Das Eine soll mit dem Andern zusammensaklen, nicht» Fremdes sich hineindrängen, damit Alles, was im Volke liegt, vollkommen zur Geltung gelange. Damit kämen wir in Widerspruch, wenn wir sremde Nationalitäten in den nationalen Siaar der Zukunft herüderzögen. Und dann, meine Herren, wie wollten wir die Völker hereinziehen? Ander« als durch Zwang gewiß nicht! Wie es jetzt in den einzelnen österreichischen Ländern stcht, Vas werden wir wohl Me mit Bedauern «ahrgenvmmen habe« — besieundet sind sich die verschiedenen Rationalitäten, die in Oesterreich leben, wahrhaftig nicht! Ihr« nationalen Bestrebungen gehen weit auseinander, und diese Völker durch ein zwingendes Band mit uns verbinden zu wollen, das hieße den Keim der Auslösung und Zersetzung in unfern eigenen ZukunstSstaal mit Hinei,inehmcn. (Bravo!) Denn wie hat bis jetzt die Politik des Hauses Habsdurg die Dinge zusammengchallen ? Das wissen wir Alle; das ctivicke et iinper» ist nirgends so geschickt ge- handhabt worden, als dort; man hat so lange eine Nationalität gebraucht, um den Freiheitsdrang der andern zu ersticken, bis endlich bei erwachendem Bewußlsein alle einzelne» Nationalitäten hinter diese List gekommen sind und immer schwieriger werden, sich so mißbrauchen zu lassen ; es bereitet sich, leider sehen wir Das, eine Einigkeit der verschiedenen Nationalitäten vor, die aber schwerlich mit dm Bestrebungen der Regierung zur Herstellung eines Einheitsstaats gebt. Wir bedauern das, meine Herren, nicht bloß aus Sympathie für Deutsch-Oesterreich, denn das ist schließlich doch nicht der letzte einzig entscheidende politische Standpunkt; wir bedauern das, weil wir ein national-deutsches Interesse haben, daß unsere deutschen Brüder in Oesterreich der Kern bleiben in dem großen „Ostreich", und w.il gerade dieses große Ostreich mit deutschem Kern recht berde des Erstaunens machte, dann hurtig und geräuschlos über den Boden glitt, und hinter den Umhängen verschwand, die »uj der andern Seile des Betts niederfiele»? Wirklichkeit ist's, und kein Traum, daß ich im nächsten Augenblick aUS dem Bell war, daß ich hurtig Licht machte und jeden Winkel deS Gemachs untersuchte; allein ohne Erfolg; nicht eine Spur von einein ungebetenen Gast vermocht« ich zu finden. Ich will nur gleich gestehen, daß mir doch etwas unheimlich zu Mulh war; und bä mir der Gedanke nicht behagte- wieder zu Belt zu gehen, so zündete ich die Lichter im Wohnzimmer an, schürte das Feuer und blieb tauchend bis jum anbrechenden Tag sitzen, worauf ich zu einem Cpaz'cegang lind zu einem Bad im Flnh hinauSging. Stvch dem Frühstück kam Herr Kedge, und wir verbrachten wieder einen siarkbejchäfiiglen Tag über unjeen Papieren. Trotz dieser zweimaligen, unerklärlichen, nächtlichen Störung, fiel mir nicht ein, etwas Ucbernatürliches darin zu finden; ich versuchte im Gcgentheil, mir den Glauben einzubeweisen, daß ich über kurz oder lang eine recht alltägliche Ausklärung der Sache zu hören bekommen würde. Unterdessen beschloß ich, Alles anzuwendcn, um hinter das Geheimniß zu kommen; ging also, nachdem ich durch einige Tasten starken grünen Thees kräftig vorgesorgt hatte, mit dem Vorhaben zu Bell, bis zum Morgen wach liegen zu bleiben, um auf Alle« gefaßt zu sein. Der Thee that auch seine Schuldigkeit und hielt mich durch und durch wach. Ich hörte Mitternacht schlagen, ein Uhr — zwei Uhr — drei Uhr; noch keine Störung .... Endlich litt mich's nicht länger im Bett; ich stand auf und schrill im Zimmer auf und ab, mit müdem Gähnen, aber immerfort erschrecklich hell wach und weiter vom Schlaf als je. Dann ging ich und setzte mich aus die Fcnsierbrüstung und sah in den stillen Garten, wo Bäume und Blumen im schwachen Silberjchein des jungen Mondes friedlich schlummerten. Da auf einmal, während ich abgespannt au« dem Fenster schaute, sah ich etwas über die Garlentrrrafse sich bewegen — etwas, da« au« wesentlich die Bestimmung Hai, die großdeutschen Interessen nach dem Orient hin zu vertreten, da es uns nicht gleichgiltig sein kann vom Standpunkt der realen und Jnteressenpolilik aus, (was aus den,Dingen da im Osten wird. Das wäre der eine Grund, über den nicht mehr viel zn sagen ist, warum wir die nichtdeutschen Länder Oesterreichs, gleichviel ob der Einheitsstaat zur Erscheinung kommt oder ob die Personalunion ihn verdrängt, nicht in unscrn Zukunstsstaat hineinnehmen können. Schwieriger und anders gestaltet sich dagegen die Frage wegen Hereinnahme der Deutsch- Oesierreicher. Sie haben ein Recht, das ist anerkannt: aber daß Schwierigkeiten vorhanden sind, in diesem Augenblick an die Verwirklichung dieses Rechts und an ihren Eintritt in den deutschen Bundesstaat zu gehen, das hat auch der Hr. Vorredner anerkannt. Die Schwierigkeit liegt sowohl in der Regierung, als — obgleich darüber di« Meinungen gelheilt sind — in dem Willen mindestens eines Theils der Deulsch-Oesterreicher. Daß die österreichische Regierung ihr wesentliches Kern- und Slammland mit ihrem Willen der fremden Souvcränetät eines Bundesstaates nicht unterwerfen wird, das scheint mir selbstverständlich zu sein ; und Viele von den Deutsch-Oesterreichern, auch von den Liberalen — wir haben Gelegenheit gehabt, hie und da ihre Meinung zu vernehmen — finden es auch geralhener, lieber in einem großen Oesterreich die herrschende Ration zu sein und der Kern eines großen bedeutenden GesammtstaatSgebielS, als sich mit uns enger zu vereinen. Ich glaube, daß besonders aus diesem Grunde, um di« Stellung der Dcutsch-Oesterreicher, um ihre Wünsche zu ersahren, es sehr zu bedauern ist, die Männer von dort nicht selbst in unserer Milte zu haben; sie würden uns darüber am besten Auskunft geben können. Sic sind uns stets willkommen und werden mit Freuden ausgenommen werden; aber vertagen können wir es nicht, daß wir selbst Hand anlegen, denn die Zeit ist ernst, die Lage Europa'« im höchsten Grade drohend, und wenn, wie schon vor wenigen Jahren, der Landesseind an die Pforten des Vaterlandes klopst und unsere traurigen Zustände sind nicht besser und anders, dann steht die Selbständigkeit unsere« engem und weitern Vaterlandes aus dem Spiel. Alles Dies mahnt un«, daß wir rasch an das nationale EinigungSwcrk gehen! Es wurde vorhin erwähnt — und hier komme ich auf die verschiedene Stellung Oesterreichs und Preußens, die der Hr. Vorredner ins Auge faßte — es hätten die Oesierreicher in Wien nach dem Bericht des geehrten Vorsitzenden der Kommsision erklärt, man sei entschlossen, zu diele», wa» irgend von Preußen geboten werden könnte, und tverde ganz entschieden bescheidener in seiner Forderung sein. Ich meine aber, es kommt nicht daraus an, zu sehen, wer da« Mindeste fordert, um di« Frage zu entscheiden, welche Spitze der künftige deutsche Bundesstaat haben soll; sondern es wird wohl daraus ankommen, wer das Meiste leistet. Und dann, wenn Sie dir beiden Länder — die Frage ist einmal da — ins Auge fassen, so bietet Preußen doch etwa« , was Oesterreich beim besten Willen nicht zu bieten im Stande ist: es bietet ein geeinigtes, ganz deutsches Volk als den Träger seines Staates. In der Lage, dies zn bieten — und das scheint mir das höchste Gebot — ist nun einmal Oesterreich nach seinen Verhältnissen nicht. > Das muß ich freilich dem geehrten Gegenredner zugeben, daß die jetzige preußische Regierung uns unser Vorgehen in dem deulschen EinigungS- werk wahrhaftig nicht leicht macht. Ich mache Sie doch abec auf etwa» recht Wesentliches dabei aufmerksam: sehen Sie sich doch einmal den ganzen Zug der Geschichte unserer Zeit an ; liegt denn nicht gerade darin, daß das deutsche Einigungswerk uns nicht bequem von den deulschen Regierungen so zu sagen auf dent Präsentineller entgegengelragen wird, liegt denn nicht darin, daß die Sache so schwierig ist, daß sie so vielfach ailfge- hallen wird, nicht eine andere große Garantie? Wie für uns Preußen selbst der Umstand, daß wir uns unser VersassungSrecht erkämpfen müssen, unierm ganzen V-rfassnngSleben erst den rechten Werth und die dem schwarzen Dunkel der zwei Eiben auflauchte, die links wuchsen, und langsam den Baumgang durchkreuzend den Eiben recht« zuging. Eine hohe dunkle Gestalt, in nur dämmernden Umrissen erkennbar, mehr einem wandernden Schattenfragmenl, al« «was Menschlichem ähnlich; dann und wann einen Augenblick innehalteud, flüchtig nach den Sternen zn blicken, und darauf wieder ihrem Gang sortsetzend. Zum ersten Mal sühlie ich mich geneigt, die Geschichte von Ritter Ederhard's Spukwanderungen im Schloß, die mir Alice erzählt Halle, nicht ganz zu verwerfen. Ich behielt die Gestalt etwa eine halbe Sinn de im Auge; endlich verlor ich ffe im tiefen Schalten der Eiben und sie kam nicht wieder. Mit dem wicdcrkchrenden Tag verblich mein Glaube an die Geistertheorie, und ich wurde noch einmal ein Erzmaterialist. Ich konnte die Nacht kaum erwarien und »ahm. meinen Posten abermals am Fenster kurz vor Mitternacht ein. Ich halte bald Anwandlungen von Schlaf, ba'd ro» Wachen, fühlte mich recht unleidlich und duselig, und schaute mit verlangende» Blicken nach dem Belt. Ich hatte von de? Erscheinung weder Alicen noch dem alten Lergeanten ein Wort gesagt und war auch eittschlossen, cs nicht zu thun, bis ich klarlich fände, daß ich das Geheimniß von mir aus «ich! zu ergründen vermöchte. So gegen Morgen auö einem Sticker auswachend und schlaftrunken hinausschauend, erblickte ich abermals die hohe dunkle Gestalt der vorigen Nacht, wie sie langsam ans der Terrasse auf und ab schritt, ganz so, wie ich sic zuvor geschcn Halle. Mit gespannten Blicken folgte ich ihr, bis sie sich entfernte. (Fortsetzung folgt.) — London, 3. Okt. Mir der 2oster, maritima, einer in England, Holland und anderwäns wuchernden Seepslanze, werden jorttvährcnd Versuche gemacht, um sie als Surrogat für Baumwolle zu verwenden. Doch wird sie im günstigsten Fall nie mehr als «in Noth- behelf sein. unerschütterliche Grundlage gibt, sc lügt cS auch bei den beschicken d s deutschen Volkes, daß es sich die Einigung selbst erkämpfe! (Bravo.) Das ist überhaupt der hauptsächlichste Zug der Geschichte des, 19. Jahrhunderts, worin sie wesentlich abweicht von der des 18. Jahrhunderts daß reich! einzelne große hochdegidle Monarchen, ihren Völkern «eit voraus in politischer Bildung und Umsicht, auskreten, und die Völker mühsam nach sich ziehen — nein , meine Herren, in unseren Jahrhundert liegen die Sachen anders: die Völker leider stehen an der Spitze der humanen uns politischen Entwicklung und die Fürsten werden nachgezozen. (Bravo!) Ich meine, das sollten wir uns immer ins Bewußtsein zuriickrufen: wir arbeiten nicht für irgend eine Dynastie in Deutschland, weder sür die Hohenzollcrn nach für die Habsburger, wenn wir die deutsche Einigung Herstellen wollen, sondern wir arbeiten sür uns, sür das deutsche Lo ! k (Bravo); aber weil es so ist, deßwegcn müssen wir auch die Arbeit übernehmen. Politische Selbständigkeit ist nie in der Geschichte den Leuten über Nacht gekommen, es ist nirgends vhne Harle Arbeit und schwere Kämpfe abgegangen, und vielleicht segnen unsere Enkel einst den Umstand, der un« jetzt, Einzelne wenigstens, verdrossen macht, daß wir uns die Güter de« öffentlichen Lebens erringen mußten , daß sie uns nicht von oben herab geschenkt worden sind. (Bravo!) Wir haben ein Stück Wegs, und ein großes Stück, ein größeres, als Mancher meint, zum Ziel unserer nationalen Einigung schon hinter uns; das Volk hat etwas schon vollendet, womit überall begonnen werden muß, wenn die Entwicklung eine gesunde sein soll: wir haben aus den Tiefen des Volkslebens heraus unsere humane Wiedergeburt im vorigen Jahrhundert vollendet, und wir werden aus der Tiefe desselben VolkSgeisteS heraus unsere politische Wiedergeburt in diesem Jahrhundert vollenden. (Bravo!) Wie wir Preußen stehen, wie unbefangen wir in Bezug auf die Hegc- moniesrage sind, da«, glaube ich, wissen Sie Alle; denn wir haben uns kurz und bestimmt darüber ausgesprochen in unserm Abgeordnetenhaus in der Adreßdebatle. Da haben wir dem abgetretenen Ministerium, das mit dem jetzigen so ziemlich identisch war (Heiterkeit!), gesagt, es solle die Hand lassen von der deutschen Frage, die deutsche Frage lei uns zu heilig und zu hoch, wir wollten nicht, daß es sic in die Hand nehme (Bravo!). Und dabei habe ich mich ausdrücklich daraus berufen, das deutsche Volk habe diesem Ministerium sein Mißtrauensvotum schon gegeben in der einfachen Einstellung der Flottenjendungcn. An die jeweilige Regierung irgend eines Staates müssen wir aber überhaupt nicht an- knüpsen, wenn von der Hegemonie die Rede ist. Die Krisis bei uns ist schwer, und wir werden wahlhastig genug zu lhun haben, ehe wir den wirklichen VeriassungSstaat, den wirklichen Rechtsstaat bei uns auSgebil- del haben. Aber, meine Herren, anders als in Oesterreich ist die Krisis doch. Ich vergleiche die preußische Krisis mit derjenigen im Hessen» lande. An den Wechsel oder Bestand einer Regierung ist der Bestand de« Staates nicht geknüpft; weder in Hessen war es so, noch bei uns; das Volk bleibt allemal als Träger des Staate« übrig. In einer so glücklichen Lage ist Oesterreich nicht. Dort ist ebin das große Grundübel das, daß sich da« einigende Moment lediglich in der Dynastie befindet. Dort vollzieht sich eine andere Krise, dort ist die staatliche Existenz, in ihrem jetzigen Länderumfangc wenigsten«, gefährdet, denn sie ist nur geknüpft an die Regierung und an das Herrscherhaus. Dergleichen besteht in den andern deutschen Ländern nicht, weder in Preußen noch in Bayern, weder in Württemberg noch in Sachsen u. s. w.: hier ist ein einheitlich denkendes und fühlendes Volk da, das der Träger der staatlichen Idee ist, und die Regierung ihrerseits ist das Wechselnde und Unstäte. Eine allzulange Zukunft hat das jetzige Ministerium in Preußen mmhmaßlich nicht (Heiterkeit und Beisatz), und wenn es geneigt ist, wirklich ebenso wie das Ministerium des Hrn. v. Schmerling in Oesterreich sich zu bewerben um die Sympathien der deutschen Nation, wenn diese beiden Großstaalen sich dadurch eine sreundliche Konkurrenz machen wollten, nun, meine Herren, so lassen wir uns das gefallen, denn di« betreffenden Herren möchten auf diesem Wege, zu dem die eine wie die andere Seite wohl nicht der rechte Ernst, sondern eine gewisse Frivolität treibt, leicht Geister Hervorrusen, die wiederum zu bannen dann vielleicht nicht in ihrer Macht steht. (Bravo!) Man spricht immer von spezifischem Preußenthum. Man könnte wohl bei den Bevölkerungen aller deutschen Staaten noch etwas Paptikularis- mu» ausfinden, so gut wie bei dem preußischen Volk; aber es ist gut, wenn man sich klar macht, worin dies besteht. Das spezifische Preußenthum besteht darin, daß manche Preußen meinen und sich eindilden, sie seien allein Manns genug, um alle politischen Fragen , die Preußen betreffen , zu lösen; sie lassen sich auch manchmal herab, von Deutschland mitzujprechen, aber sie glauben im Grunde doch, daß sie die Sache allein ausmachen könnlen und wollten. Das sind die spezifischen Preußen! Dazu gehören w i r nicht. Wir haben so viel Selbstgesühl, und dazu gibt uns d ie.GeschichtejunsereS Vaterlandes das Recht, zu meinen, Sie brauchen un», Sie könnenßnichts auSrichlen ohne uns mit Ihrer deul- schenMniguilg; aber wir läugnen nicht, daß wir Sie auch brauchen undjmchtS sinds, unfertig sind, so l LHge wir nicht mit Deutschland Zusammengehen. Das ist nicht Kloß ein leerer Ausspruch , das hat die Ge- schrchlclPreußenS, seitdem sie bedeutend istj, bewiesen. So ost Preußen eine undeulsche»Politik trieb , kam, cs bald an den Rand des Abgrunds, und seine Regeneration, sein Ewporrajjen war wieder nur der Ausfluß einer deu! schjen Politik. (Slimmenj: Sehr wahr!) Nehmen Sie die unglückliche, Geschichte,^den Basler Frieden, und sehen (Sie, wie weil Preußen damit kam k Zur Schlacht von Jena, zu jener halb tragischen, halb lächerlichen jKalastropheß wo eine einzige (verlorene Schlacht den ganzei-Maat umwars. AberKdieser geschwächte, dieser dezimirle Staat vermochte, als er an die deutsche-Nativnalideejfich »nklammerle, der ganzen großen Eihebung deSgdeutschen Volks.gegen die Fremdherrschaft zum Mirtelpunkllzu dienenj; sobald er darLdeutschclBannerlauspflanzle, fand er.iüchtMr wießAntäuS aus derj mütterlichen Erde seine verlorne Kraft wieder, seine^Krast verzehnfachte.sich! (Bravo.) LasjenkSie uns AUejbcjchciden sein. Mein Gott, die Zeiten sind zu ernst un'idie Frage so groß,.daß hier mch'.nur sjede einzelnetPersonlich- keiitvcrschwindet, nein, daß auch die klenienMncünen und Eifersüchteleien der einzelnen deutschen Stämme^nichl mehr in Betracht kommen können. Aber sehen Sie, Alles was in Preußen und seiner Geschichte gut und tüchtig ist, da» ist deutsch ; sehen Sie die groß« Mission an, die es ihm Osten erfüllt, diese,Germanist, ung der^slavischen Provinzen; welches Element hat dies bewirkt? Etwa die preußischen Waffen? Neilß die deutsche Kultur. Die deutschen Ansiedler von Westen her haben all- mälig jene Kultur nach dem Osten getragen. Ich glaube, der Redner, der dieses Kulturträger! nach dem südlichen Osten tadelte, wird im nördlichen Osten unser Kulturträger! un« nicht anzweifeln können und nicht so ganz unerfreulich finden! Es war aber eine deutsch« Kultur , die wir in diese Länder gebracht haben, und die Preußen haben damit nichts weiter gerhan, als ktnejdeutjche Mission vollzogen. Und warum kenn ten sie Das? weil bei ihnen Alle« durch und durch deutsch war und ist, sonst wären sie dazu nicht im Stande gewesen. . Wir haben eine Garantie sür die Zukunst, wenn wir uns das Leben unseres Volke« in den letzten Jahren betrachten, wie sie nicht schöner und nicht hoffnungsvoller sein kancky der Geist der Geschichte ist mächtig geworden i» Deutschland, da« politisch« Bewußtsein ist m kürzester Zeit so herangercifl, wie es kaum je bei andern Völker« der Fall war; der Geist der Geschichte ist mächtig geworden, aber wahrlich nicht in dem Sinne, daß wir die Hände in den Schoß legen und warten dürsten, bi» uns die Frucht reif vom Baume fällt; nein, der Geist der Geschichte wird erst dann mächtig, wenn seine Träger in der politischen Aktion die Jnilialive ergreifen. Und der beste Beweis, daß wir die Vertrauensmänner des Volkes sind, wäre vor allen Dingen der, daß wir die Haupiuntugcnd unseres Volks, die ihm so viel geschadet hat in schweren Jahrhunderten, in uns selbst wenigstens allmälig zu ersticken anfangrn. Bei uns selbst muß der Läuterungs- Prozeß beginnen, der alle die unselige Abjonderungssuchr entfernt. Haben wir das erst selbst gclhan, dann können wir es auch von den einzelnen deutschen Volksstämmeu vertaten. Also, meine Herren, lassen Sie uns diesen Beweis geben; ich habe auch vielleicht Manches gegen die Anträge ernzuwenden, aber ich stimme doch dafür, weil ich weiß, wir müssen uns einander gegenseitig fügen, sonst sind unsere ganzen Forderungen ein eitle» Lustgcbilde. Wer nicht selbst so viel Resignation besitzt, um den Schrill, den man als nothwendig erkennt, vorauszuthun, der kann nicht zu den Führern seines Volks bei diesem großen Werk gehören. Summen Sie sür die Anträge. (Lebhafter Beisatz.) Deutschland. Karlsruhe, 7. Okl. Das heute erschienene Rezicrunzs- blail Nr. 48 enthält: 1) Gesetz über Nieder lassäeug uuv Aufenthalt. 2) Gesetz, oie Abällverung ves Gesetzes vom 31. Dezember 1831 über Vre Rechte der Gcmemvebarger bezüglich ver Be,chrankung des RechlS zur Verehelichung be- llrcffenv. 3^ Gesetz, tue bürgerliche Gleichstellung derj )I>raeluen betreffend. j ^ Speyer, 5. Olt. Der „Pfalz. Ztg." zufolge hat die k. Kretsregrerung aus Grund des Vererusgesetzos die Waffen» Übungen ver Turnvereine untersagt und die t. Bezwks- änucr angewiesen, die Beobachtung des bezüglichen Gesetzes von Serte der Turner zu überwachen. Augsburg, 6. Okt. Die „Allg. Ztg." schreibt: Seit Ankunst der jungen, am 4. d. M. in ihr 21. Lebensjahr ein- getretenen Königin Marie von Neapel in Deutschland haben die Zeitungen sich vielfach mit dem Gesundheitszustand dieser hohen Frau beschäftigt, und ihre Nachrichten über das leidende.Befinden Z. Mas. waren unglücklicher Weise nicht grundlos. Durch den Gebrauch der Quelle und der Bader von Soden ist dasselbe zwar etwas gelindert, aber, was das Brust- leiden betrifft, nicht gehoben. Eben so betrübend lauteten andererseits die Andeutungen über die Gemüthsstimmung der in blühender Jugend von so schweren Schicksalsstürmcn und Erschütterungen heüngesuchlen edeln und heldenmüthigen Fürstin, was leider Jedem ausfallen mußte, oer I. Maj. in letzter Zeit zu sehen Gelegenheit hatte. In ihrem Antlitz war jener Zug nicht zu verkennen, der, wohl unwillkürlich, auf ein nicht allzu großes häusliches Glück schließen läßt, dessen Genuß I. Maj. inmitten des unverschuldeten politischen Unglücks doppelt zu wünschen gewesen wäre. Unter solchen Umständen waren wir nicht sehr überrascht, zu vernehmen, daß die Königin Marie heule früh hier in Augsburg angekommen ist, und vorläufig im Kloster zu St. Ursula ihren stillen Aufenthalt gewählt hat. München, 4. Okl. Die Zahl der vom König in Folge der neuen Gesetzbücher begnadrglen Sträflinge wird vssl- ziell aus 641 angegeben. Auch sämmtliche Strasurtheile gegen MUttärst rast tilge wurden Senens des scriegsnuluste- riums einer Revision unterzogen, und auch sür diese Sträflinge erfolgte bereus die königliche Begnadigung. München, 5. Okt. Der ständige Ausschuß des deutschen Hanvetvlages, der morgen seme Bcralhungen begrünt, wird, wie der „Nürnd. Korr." hört, zunächst den me Zoltver- erus-Frage» betreffenden Antrag beraihen, da derselbe auch vom Hanveletag selbst zuerst aus tue Tagesordnung kommen wnd. Nach beendeter Beralhung vcsttmml der Ausschuß für jeden Antrag euren Berrchterftailer sür die Plenarsitzungen. Rüdesheim , 5. Okt. Die gestrige Probefahrt auf der Elsenbahnstrecke Limtzurg-Werlburg soll gut von Stullen gegangen sein, und daher dieselbe in den nächsten Tagen eröffnet werben können. Frankfurt, 3. Okt. Man schreibt der »Köln. Ztg." : Für die großdeutsche Versammlung, welche der 21. Okt. hier erblicken soll, macht man von verschiedenen Seiten her große Anstrengungen, und es könnte daher wohl geschehen, daß die Zahl der Theilnehmer eine ziemlich beträchtliche werden wird. Dadurch aber wird die Gesellschaft voraussichtlich eben so bunt und gemischt sein als nur möglich. Auch soll die Gelegenheit benützt werden zu einer Demonstration gegen den Handelsvertrag und sür die österreichische Zolleinigung. Ob alle Erwartungen in Erfüllung gehen werden, ist freilich eine andere Frage. Kassel, 4. Okt. (Fr. P.-Ztg.) Der österreichische Gesandte, Graf Karnickl, welcher nach Ablauf fernes jüngsten Urlaubs mcprere Wochen hier verweilte, ist vorgestern Abend nach Wien abgererst, wo seine noch immer rn einem leidenden Gesundheitszustand sich befindende Gemahlin ihren Winter» aufemhall genommen hat. Sollte dre Genesung der Gräfin sich in dre Länge ziehen, so dürste dre Bersehuug des hiesigen Postens dem Grafen Karuick» zur Unmöglichkeit werden und dcßhalb eine anderweitige Besetzung desselben devorstehcn. Einstweilen wird Larva v. Prrqnet die Gesanvtschastsgc- schäfke in der Eigenschaft eines Geschäftsträgers, wrc dasselbe schon seü drei Monaten durch ihn geschehen, sorlführen. Köln, 4. Okl. (Fr. I.) Die hiesigen Mitglieder ves Nationalvereins, welche den Literaten Hrn. Heinrich Bürgers zu der Versammlung in Kodnrg entsenden, haben einstimmig folgende Resolution gefaßt: 1) Das Einigung«- und Freiheitsbedürfniß des deutschen Volke« kann nur durch ein sreiaewählteS Parlament, zu welchem das gesammle deutsche Volk Abgeordnete zu senden berechtigt ist, befriedigt werden. Dieses Parlament muß die Macht haben, sowohl hinsichtlich der Gesetzgebung, als der zu errichtenden Zentralgewall seinen Beschlüssen Gellung z» verschaffen. 2) So lange eine direkt» Wirksamkeil nach dieftm Ziele nicht einlrettli kann, muß der Nationalverein um so eifriger für den Eini- gungsgcdankeii die öffentliche Meinung zu gewinnen und im Volke die Scham über die Ohnmacht und Zerrissenheit Deutschlands lebendig zu erhallen suchen. Bei dieser Thäligkcit hat er mit der äußersten Sorgfalt selbst den Schein zu vermeiden, als diene er dem Sonderzseck, das ltebergewichl eines einzelnen der bestehenden Parlikularstaalen oder einer einzelnen der herrschenden Dynastien zu begründen. Das Programm des Nationalverein« darf nicht einer reaktionären Regierung den Vorwand geben, „Eisen und Bim" von der Volksvertretung zu andern als naiionalen Zwecken zu verlangen. 3) Die nächste praktische Aufgads>des deutschen Volke« besteh! vielmehr darin, in allen deutschen Einzelstaaten die Grundsätze der bürgerlichen und verfassungsmäßigen Freiheit durch ausdauernden politischen Kamps zur endlichen Herrschaft zu bringen und namentlich die preußische Volksvertretung in ihrem Kampf gegen dm Schemkonsiiiutionaliymus auf das kräftigste zu unterstützen. Diese Unterstützung ist eine Natiönalangclcgeiiheit. 4) So lange die sud 3 bezeichnet? nächste Ausgabe noch so weil wie gegenwärtig von ihrer Erfüllung enlst,nt ist, kann ein für die Neugestaltung Denlschlands ausgestellte« bestimmtes Programm nur verwirrend wirken. Der Streit nm die künftige Zentralgewall eines deutschen Bundesstaates, dem sogar noch die Vorbedingung der Existenz fehlt, kommt dem Absolutismus zu Gute, indem er die Aufmerksamkeit von dem Kampf gegen denselben ablenkt. Nicht allen, hier, sondern auch m Weftphalen ist man bereus varaus bedacht, die demnächst hrunkehrenven Volksvertreter würdig zu empfangen und ihnen rhalsächtich dar- zulhun, daß die Wähler mit der An und Weise, wie VieDe- putirreu ihr Mandat ausgefaßi, völlig einverstanden sind. t). Koburg, 6. Okt. Die heule durch Hrn. v. Bennigsen eröffnen Generalversammlung des Na- tionalvercins widmete aus die Aufforderung ihres Vorsitzenden ccm Andenken Lehmann's ln Kret den Ausdruck ihrer Verehrung, und vernahm hieraus um lebhafter Befriedigung die Mttthciiung des Vorsitzenden, daß der Ausschuß m der deutschen Frage folgenden Antrag einst»mmtg ge« stellt: Gegenüber den von deutschen Regierungen an den Bundestag gebrachten Vorschlägen eiklän aus der Grundlage des Programms vom 4. Sept. 1860 die Generalversammlung des Natwnalvereins: Das deutsche Volk kann nicht mit dürftigen Ausbesserungen einer Bun- desversassung abgesunden werden, deren innerstes Wesen die Zersplitterung und politische Ohnmacht ist. Es kann nimmermehr befriedigt oder beschwichtigt werden durch das Zerrbild der Delegirtcnöersammlung und ähnlicher Erfindungen, welche die inneren Schäden nur zu verschleiern, nicht zu heilen bestimmt sind. Dem RechlSbewußtsein der Nation und ihrem Verlangen nach Macht und Freiheit «nlsplicht nur Eines: die Aussühruiitzder Reichsveriassung vom 28. März 1849, s a m m t G r u n dr e ch t e n und Wahlgesetz, wie sie von den legal erwählten Vertretern des Volks beschlossen sind. Aus die Verwirklichung dieses Rechts, v„r Allem aus die Berufung eine» nach den Vorschriften des RcichS-WahlgesctzeS gewählten Parlaments uiit Ernst und Kraft zu dringen, ist sie Aufgabe der nationalen Partei. Alle Redner, welche über den Ausschußantrag sprachen, und msonders der Berichterstatter Brarer ans München, vertraten denselben mit großer Beredsamkeit, und nur Bür-' gers aus Köln machte an der Fassung des Ausschußantrags einige Ausstellungen. Letzterer wurde hierauf einstimmig angenommen, nachdem v. Unruh aus Berlin die Ucberein- stimmung ferner politischen Freunde im preußischen Abgeord- nelenhause mit dem Antrag konstatirt hatte. Vorher hatte die Versammlung durch Akklamation v. Bennigsen zum Vorsitzenden und Fries und Streit zu Stellvertretern gewählt. ' In der Nachmiltagssitzung beschäftigte sich die Versammlung mit der F l otlenange legenheil und nahm schließlich den deßfallsigen Ausschußantrag mit allen gegen 4 Stimmen an. Derselbe lautet: In Erwägung, daß der von der Generalversammlung des Nalional- verein« zu Heidelb erg in Betreff der Flottenangelegenheit gefaßte Beschluß den doppelten Zweck hatte, erstens der Nation selbst die Nothwendig- keit der Wehrhaftigkeit zur See wieder zum lebhaften Bewußtsein zu bringen, und zweilens, den Kabinetten nnv insbesondere der preußischen Regierung einen schärsern Anlrieb zur endlichen Erfüllung des maritimen Machtbedürsnisses des deutschen Volkes zu geben, in Erwägung, daß der erste Theil dieses Zweckes, wie der gute Fortgang der veranstalteten Sammlungen während der ersten Monate nach erlassenem Aufrufe bezeugt, erreicht ist, der zweite Theil desselben aber bei der beharrlichen Unthäligkeit, wenn nicht Mißgunst der preußischen Regierung gegenüber den nationalen Bestrebungen, bei der Lauheit oder Eifersucht der Mittelstaaten, und bei der gegenwärtigen Zerfahrenheit der öffentlichen Zustände Deutschlands überhaupt zur Zeit sich als uner» reichbar darstellt: Billi gl die Generalversammlung den Beschluß des Ausschusses, die Ablieserung der gesammelten Flottengelder an das preußische Marineministerium bis auf Weiteres einzustellen; ermächtigt aber, da die Herstellung einer großen deutschen Kriegsflotte ein unter allen Umständen vorhandenes nationales Bedürfniß ist, in der Ueberzeugung, daß die erwähnten vorübergehenden ungünstigen Umstände vor dem unerbittlichen Gang der nationalen Enlwicklung verschwinden werden, den Ausschuß: auch ferner Beiträge sür die Begründung einer deutschen Kriegsflotte entgegenzunehmen, uno dieselben mir den bereits vorhandenen Fonds einstweilen zinslich und sicher zu belegen. Bremen, 5. Okl. (W,-Z.) Heute Vormittag übergibt im hiesigen Museum Hr. Staalsauwatt Slerzing von Gotha und Hr. Kaufmann Wenige von vork, Elfterer als gewesener Präses, Letzterer als RechllUllgsführer des „Deutschen Schützcndundes", dem nun hier sich befindenden Vorstände die Akten und Kaffe des Bundes. Abends wird den beiden Herren von Gotha zn Ehren im Raihskeller ein gemeinsames Essen statlfindcu. Berlin, 5. Okt. Die „Sternztg." macht dem Abgeordae- teuhaus zum Vcnvurf, die Berathung des diesjährige« Staatshaushalts nrcht mehr beschleunigt zu haben. Wenn die Regierung sich auch noch so beeile , könne sie das Budget für 1863 vor 1. Jan. 1863 nicht feststellen, „in so fern das Abgeordnetenhaus dabei mitzuwirken hat." Der Staatshaushalts-Etat komme nun am 10. Oklbr. ins Herrenhaus. Von demokratischer Seite werde zwar behauptet, die Regierung dürfe das Budget, da sie dasselbe in der modifizirten Gestalt für unannehmbar erklärt, gar nicht erst ins Herrenhaus gelangen lassen; die Regierung werde aber der ordnungsmäßigen Berathung deS von ihr vorgelegtcn Budgetentwurfs durch das Herreuhaus nicht Einhalt thun. Erst nach erfolgter Beschluß- nahme im Herrenhaus werde die Regierung in der Lage sein, ihr ferneres Verhalten in der Budgetangelegenheit definitiv festzustellen. Die „B. Börs.-Ztg." schreibt: Der neue Finanzmiüister v. Bodelschwiugh ist früher ein entschiedener Gegqer der Vermehrung des Militäretats gewesen; der Forderung von Ausgaben zur Befestigung von Berlin, die in der Zeit der schlimmsten Reaktion ventilirt wurde, bat er sich mit Entschiedenheit widerscyt. Ob Hr. v. Bodelschwiugh auch den auftauchenden Reorganifatiousibeen abgeneigt gewesen ist, wie mau jetzt versichert, ist nicht zu verbürge». — Wie demselben Blatt von guter Seile versichert wird, beabsichtigt Hr. ».Bismarck in der Zeit zwischen dem Schluß der gegenwärtigen und dem Beginn der Nächsten Laudtagssession in Bezug auf den Militäretat und wahrscheinlich in Bezug auf die Dienstzeit mit einem Zugeständnis vorzutreten, das den Charakter der Freiwilligkeit tragen und wenigstens einer kleinen Fraktion des Abgeordnetenhauses genügen soll, so daß der Konflikt ei» wenig von seiner Schärfe verlieren würde. Stralsund, 3. Okl. (Köln. Ztg.) Die hiesige Kauf-^ mannsdeputation (Handelskammer) wird sich durch' ihren Vorsitzenden, Gewandhaus-Altermann Kruse, bei dem Handelstage in München vertreten lassen. Derselbe ist aus den Tarisverhandlungen des Jahres 1848 in Frankfurt a. M., 1850 in Berlin, und in den Kommissionen des Hauses der Abgeordneten seit 1849 als ein entschiedener Freihändler bekannt. Im ganzen nördlichen Deutschland wünscht man nur einen solchen Zollverein erhalten, welcher mit den schutzzöll- nerischen Tendenzen xin- für allemal bricht. 1. Wien, 6. Okt. Morgen hält der Finanzausschuß für das Budget von 1863 eine erste Sitzung. Es gelangt darin das Budget des kaiserl. Hofstaates und der Centralkanzlei zur Berathung. — Gestern Abend ist der FZM. Graf Gyulai von seiner mehrmonatlichen Reise ins Ausland wieder in Wien eingetroffen. — Von Seite des n. ö. Gewerbevereins wurden die Herren vr. Jos. Nenmann, Prof. Arenstein, Weinwurm und Ouaglio zu Abgeordneten für den Handelstag in München gewählt, ferner von der Brünner Handelskammer die Herren Max Gomperz, K. Turntschek und der Präsident der Kammer, Ritter v. Herring. In Maros-Basar hely im Siebenbürger Szeklerlande haben bedeutende Exzesse gegen die dort wohnenden Juden ^stattgefunden. Die Synagoge wurde erbrochen und alles darin Befindliche zertrümmert. Am zweiten Tage wiederholten sich diese Ausschreitungen in verstärktem Maße. Alle Häuser, in welchen Israeliten wohnen, wurden mit Steinen bombar- dirt, die Wohnung und Spirituoscnniederlage eines geflüchteten Israeliten erbrochen und geplündert, zugleich die Fruchtkammer des katholischen Erzpriesters ausgeraubt, und um an dem Militär Rache zu nehmen, die Fenster der Bataillonskanzlei und des Werbbezirks-Ergänzungs- Kommando's zertrümmert. In Folge dessen erklärt das Platzkommando dem Magistrat, daß von der Feuerwaffe Gebrauch gemacht werden würde. Auch auf dem flachen Land, so io Akosfalva und in Bonpha, sind bereits Judenkravalle vorgefallen. Die Landbevölkerung ist gewöhnlich dem Dorfjuden Geld schuldig; das Vergleichsverfahren wird daher durch Vertreibung derselben auf die einfachste Art «n Szene gesetzt. Oesterreichische Monarchie. Pesth, 4. Okt. Toth Kalman, Redakteur des „Bo- lond Miska", wurde vom Kriegsgericht zu zwei Monaten Ge- fängniß, verschärft mit acht Fasttagen; Gustav E mich, als Verleger, zu einem Monat Gefängoiß vcrurtheill. Toth hat keine Berufung angemeldet. Italien. Turin, 5. Okt. Diesen Morgen bat der König das Amaestiedekret unterzeichnet. Die Deserteure der Armee sind ausgeschlossen. Das Dekret wird sofort offiziell veröffentlicht werden. * Turin ,' 6. Okt. Minister Pepoli reist morgen nach Weinburg iu der Schweiz ab. Sella ist interimistisch mit dem Handelsministerium beauftragt. Garibaldi hat in Folge der Schmerzen, welche ihm seine Wunde verursachte, eine unruhige Nacht gehabt. Frankreich. Z Paris , 6. Okt. Der Kaiser und die Kaiserin werden auf übermorgen Abend in Paris erwartet. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß nach Rückkehr des Kaisers die seit lange anzckündigre Kabinctsmodifikation Statt haben und die schlummernde Politik wieder Lebenszeichen von sich geben wird. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist großentheils auf die von Turin aus augekündigte Amnestie gerichtet. Nach der neuesten Meldung wäre diese Amnestie nun endlich unterzeichnet, doch schweigt der Telegraph über den Tag der Veröffentlichung. Privatberichte wollen nämlich wissen, daß in dieser Beziehung noch Nichts definitiv entschieden sei und daß ein endgiltiger Beschluß erst nach der Pariser Reise des Hrn. Rattazzi gefaßt werden dürfte. Gewiß ist so viel, daß vier Verschiedene Amnestieprojckte von dem Turiner Ministerium zur Genehmigung iu höchster Instanz dem Kaiser eiugeschickt wurden, ohne daß Se. Majestät sich darüber gutachtend ausgesprochen hat. Mit dem 5. Projekte ist der interimistische Vertreter B. Emanuel't am französischen Hofe Samstag nach Biarritz abgereist. — Uebrigens soll, wie mau versichert, dce Pariser Rerse Raltazz.'s noch cuira »adern Zw-ck haben. W:e es scheint, hat Prinz Napoleon dem Premier seines Schwiegervaters anvertraut, daß unmittelbar nach der Rückkehr seines kaiserlichen Vetters nach St. Cloud Beschlüsse in der römischen Frage gefaßt werden sollen, welche Hrn. Rattazzi, kurz vor Einberufung des italienischen Parlaments, höchst ungelegen kommen würden.» Dem Rache des Prinzen Napoleon entsprechend, würde nun Rattazzi denn Kaiser persönlich versuchen, daß diese Beschlüsse — deren Inhalt übrigens noch das Ge- heimniß des KaftecS ist — aufgehoben vser mindestens aufge- schobe» werden. — Aus Sizilien erfährt mau, daß eia englisches Geschwader, w«e man hofft zum Behufe einer Beietzung, -täglich dort erwartet ist. Sollte cs sich bestätigen, daß die zu veröffentlichende Amnestie nur de» Garibaldianern, mit Ausschluß der Bourbonisien, gelten sollte, so würde diese Maßregel auf Sizilien wie im Negpoluanischen einen schlechten Eindruck her- vorbringen. —Garibaldi befindet sich, nach Briefen seiner Freunde aus La Spezzia, bald in höchster Aufregung, bald m tiefster Abspannung; unter diesen fieberhaften Zuständen nehmen die Kräfte des gefangenen Generals sichtlich ab. — Der Köniz und die Königin von Portugal werden in der ersten Hälfte dieses Monats m Paris erwartet. ^— Die japane- siscdenGe sandten sind gestern nach Marseille abg.relSt. — Nach den neuesten Nachrichten aus Peru bereuet man dort Alles vor, um ,einer Zeit der mexikanischen Expedition eine 'Nachfolgerin zu geben. Am Jahrestage der Unabhängigkeit Peru's wurden französische Unicrlhanen mißhandelt, dreifarbige Flaggen mit Füßen getreten, und dazu nichts weniger als schmeichelhafte Rufe gegen die Franzosen und ihren Käfter ausgestoßen. Gleichzeitig wurde General Almvrfte im Bild- nlß verbrannt. Der französische Bevollmächtigte behauptet, die Regierung Peru's sei die Anstiftern! von all' diesem Unfug, und nach den letzten Berichten stand Hr. v. Lesseps auf dem Punkte, Peru zu verlasse». — Wie dce „Paule" aus Belgrad erfährt, hat die serbische Regierung, wahrscheinlich auf Anraihen des englische» Gesandten zu Koustaminopel, Sir Henry Bulwer, nach langen Bewachungen die Beschlüsse der Konferenz angenommen, worauf sodann der Gouverneur der Zitadelle dem Fürsten Michael den betreffenden kaiserl Firma«, behändigle. — Gestern spielten zum letzten Mal in diesem Jahre die großen Wasser in Versailles, und eine ungeheure Menschenmenge war dahin gegangen. Abends zwischen 7 und 8 Uhr stieß ein von Paris kommender leerer Zug m der Nähe der Brücke von Clagny auf den Versailler Zug, den er durchschmtt. 6 Wagen erster und 2 zweiter Klaffe wurden zertrümmert. Todt scheint, so versichert wenigstens die Administration der Wcstdahn Gesellschaft, Niemand geblieben zu sein, 11 Personen jedoch sind verwundet, darunter 4 lebensgefährlich. Die Schuld scheint den Lokomotivführer des Parijer Zugs zu treffen, der trotz der Signale nicht anhielt. — An der heutigen Börse trat eine sehr empfindliche Reaktion ein. Rente, welche Samstag zu 73 schloß, wich beule auf 71.95 und su comptant auf 71 60 , und schloß 72.20. Der Credit Mobitter lchwankie heftig zwischen 1180 und 1210, und schließt mit 75 Fr. Baisse. JlaUen. Anl. endlich fiel Plötzlich um fast 2 Fr. auf 74 Fr. Rußland und Polen. Warschau, 1. Okl. Die Rede, die der Großfürst- Statthalter heute Nachmittag um 2 Uhr bei der Eröffnung rer Sitzungen deS Staaisralhs gehalten, ist von großer Bedeutung, da sie so entschieden von eurer Systemänverung in der polnischen Politik des russischen Zaaccn Zeugruß gibt. Die Rede lautet: Meine Herren! Indem ich in dieser Versammlung zum ersten Mal meine Stimme erhebe, wünsche ich Ihnen ver Allem zu sagen, daß die letzten schmerzlichen Ereignisse mich in meinen guten Absichten sür das Land nicht wankend gemacht haben. Ich vcrnaue dem Schutz der Vorsehung, den rechtlichen und loyalen Gefühle», von denen der Staatsralh schon Beweise geliefert hat. Die mir durch den Willen meines erhabenen Bruders, unseres Monarchen, auserlegten Pflichten erfüllend, werde ich nicht aushören, über das Wohl des Königreichs Polen zu wachen. Die meiner Leitung anvcrtraule Regwcung wird vom Wege des Rechts nicht abweichen und Niemanden erlauben, das Recht zu übertreten. Am glücklichsten würde ich mich schätzen, könnte ich das schönste der mir verliehenen Prärogative, das Recht der Begnadigung, weit auödehnen; ich bin jedoch gezwungen, es mit Rücksicht aus die Gerechtigkeit und öffentliche Sicherheit mit Maß zu handhaben. Ich kann gleichwohl auch in dieser Beziehung erwähnen, daß von einer Anzahl von 499 seit der Erklärung des Kriegszustandes verurtheiltcn Personen 134 ihre Strafe schon erlitten haben, 289 begnadigt wurden, 7 Personen sich der Gerechtigkeit zu entziehen gewußt haben, und 69 noch ihre Strafe erleiden. Die dem Königreich im vorigen Jahr verliehenen Institutionen treten in's Leben. Im größten Theil des Landes haben die Kreisräthe ihre Sitzungen schon abgehalten. Die von ihnen ernannten Grundzins-Kommissionen beginnen ihre wichtige Thätigkeil der amtlichen Grundzins-Abschätzung, in welcher sie gewiß das von unserm Herrscher in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen werden. Die Arbeit der Stadlräthe trägt ihre guten Früchte. Die eben eingereichten Bittschriften von sieben Städten, ihnen gleichfalls Stadt- räthe zu bewilligen, sind ein neuer Beweis, daß das Land den Nutzen dieser Einrichtung anerkennt. Gleichzeitig mit Ihren Berathschlagun- gen werden die Hauptschule^ das polytechnische Institut und die andern wissenschaftlichen Anstalten im Lande eröffnet. Durch die väterliche Fürsorge Sr. Majestät des Kaisers hat die Selbständigkeit der Verwaltung des Königreich« neue Anerkennung erhalten durch die Abtrennung einiger Dienstzweige im Königreich von denen des Kaiserreichs, als da sind: die Poftvcrwaltung, die Kommuni- kalionsvcrwaltnng (d. i. Wege- und Brückenbau) u. a. — Die im vorigen Jahr ausgesührlen Reformen erfordem auch zum Theil eine Aende- rung im Finanzsystem. — Die Aufhebung der Frvhnarbeit, die also durchaus durch Lohnarbeit ersetzt werden mußte, ließen den Druck der Abgabe fühlen, die aus der ländlichen Bedienung beruht. Die „koscherne" benannte Abgabe entspricht, als eine rein konfessionelle, nicht dem Geiste der neuen Gesetzgebung über Gleichberechtigung der Juden, zu der die Regierung Sr. K. Majestät bei Ihnen, meine Herren, ein jo bereitwilliges Entgegenkommen gesunden hat. — Die Abschaffung der beiden erwähnten Abgaben ist projektirt worden, und zur Deckung der daraus entstehenden Ausfälle in den Staatseinnahmen soll eine Erhöhung der Abgabe aus Branntweinsabvikation stattfinden. Moralische Rücksichten, sonne der richlig ansgcfaßte Vcrtbeil sowohl der Grundbesitzer, wie r-r Kolonisten wreeben sür diese Aendeinnaen. — Außer diesen Projekten weroen verflossene Jahr, sowie das Budget der Einkünfte unv Ausgaben für das folgende Jahr vorgelegt werden. — Vorschläge zu einem Gesetz über Erpropriation, über Exekution von Abgaben und Forderungen des Staatsschatzes, über die Einrichtung einer Kassationsinstan; im Staats- rath in Grundzins-Angelegenheiten, endlich ein Projekt" zur innern Organisation des Staaisralhs werden Jhnrn der Reihe nach zur Bcra- thung vörgclegt werden. — Ich erkläre die Sitzung deS Slaatsralhs hiermit für eröffnet Großbritannien. * London, 6. Okl. Gestern halte sich eine (wie gestern bereits erwähnt) unermeßliche Menge in Hyde-Park einge- funden, obwohl das Gartbaldi-Komilee angezrigt hatte, daß kein Meeting am Sonntag stalifiaden werde. Nach dem „Morn. Star" waren 100,000 Menschen in Hyde-Park versammelt, darunter eine große Anzahl bewaffnet. Der Hügel, welcher vorigen Sonntag als Tribüne diente, war von den Irländern besetzt, auf deren Geschrei: „Es lebe der Papst!" mit dem Rufe: „Es lebe Garibaldi!" geantwortet wurde. Es kam zu einem Kampfe, der zwei Stunden dauerte. Der Hügel wurde abwechselnd von beiden Parteien erobert. Unter den Kämpfenden bcfanvcn sich auch mehrere Militärperso- ncn. Eine Abtheilung Soldaten wurde von der-Behörde zur Verhaftung derselben abgesandt, ergriff aber selbst Partei für die Garibaldiancr und belheiligte sich am Kampfe. Eine große Anzahl Personen wurden verwundet. Die „Times" schätzt die Zahl der Kämpfenden aus 90,000; der Sieg ist den Garibaldianern geblieben, die mehrere Reden gegen die Okkupation von Rom hielten. Die Kämpfenden waren mit Knütteln, Stöcken und Messern bewaffnet. Nach der „Times" nahmen die Sdldaten erst an dem Kampfe Theil, nachdem eia Soldat einen Schlag in das Gesicht erhalten hatte, w daß er blutete und bewußtlos uiederfiel. Den Unordnungen wurde durch das Einschreiten der Polizei eia Ende gemacht. Es fanden zahlreiche Verhaftungen stakt. Em Irländer wurde von einem Italiener erdolcht. Die „Times" bemerkt, daß die Soldaten am nächsten Sonntag in den Kasernen konsignirt sein sollten, da das Gerücht gehl, die irländischen Soldaten wollten sich mit ihren Kameraden, welche den Garibaldianern beistanden, schlagen. Der „Morn. Adverl." meldet, das Garibaldi-Komitee werde beute Abend eine Vvrsitzung ballen, um den Tag des Meetings, bei dem der Lord-Mayor den Vorsitz führen soll, zu bestimmen. Baden. ' /^Bruchsal, 6. Okt. Die Sammlung iiir das W e s je n b e r g - Denkmal hat, was bei den hiesigen Verhältnissen eine eben so be- merkenswerihe als erfreuliche Kundgebung ist, sür hier der Gemeinderath in die Hand genommen, indem derselbe durch eine in sehr warmen Worten abgefaßte Bekanntmachung im Lokalblatt zu Beiträgen einlud und sich zu deren Empfangnahme bereit erkläne. Dadurch wird hoffentlich eine rege Theilnahme hervvrgerufen werden. Die neue städtische Wasserleitung ist ihrer Vollendung nahe und verspricht, da sic von einem sehr tüchtigen Techniker angelegt wird, ganz ausgezeichnete Dienste zu leihen, Auch ist die Betheitigung von Privaten so stark, daß selbst die finanzielle Leite des bedeutenden Unternehmens alles Bedenkliche verloren.hat. Die Anlegung einer neuen Fahrstraße zum Bahnhof ist bereits beschlossen und wird verschiedene Neubauten von Seilen der Stadt und einiger Privaten zur Folge haben. Dagegen soll im Frühjahr ein alles Gebäude verschwinden, indem das unschöne und bausällige Hirschlhor in der Residenzvorstadt niedcrgerissen werden soll. Der allgemeine Herbst, welcher am vorigen Donnerstag begann, ist nun so ziemlich vollendet, indem nur noch einzelne große Weinbergbesitzer mit der Weinlese beschäftigt sind. Alle Stimmen sind darin einig, daß es sehr viel und sehr guten Wein geben wird. Von dem vorgelesenen Burgunder (dickrother.Wein) wurde ziemlich viel zu 60 fl. die Lutte (ein Lvkalmaß zu 279 Maß) verkauft, und auch weißer odct vielmehr Schillcrwein wurde schon zu 20 fl. die Ohm verkauft. G Vom Neckar, 4. Okt. Sonntag den 14. v. M., Nachmittags 2Uhr, feierte der Gustav-Adolph-Verein des BezirksMos- dach sein Jahresfest in der Kirche zu Mosbach. Dekan Höchstetter eröffnet- dasselbe mit einer kurzen Ansprache, worauf Pfarrer Freiburger von Neckarburken die Festrede hielt. Pfarrer Wilckens von Mittelscheff- lenz erstattete sodann den Jahresbericht, welcher leider darthat, daß der Verein in unserm Bezirk immer noch nicht den Eingang gefunden hat den>r verdiente. Pfarrer Wirth von Haßmershrim hielt darauf einen geschichtlichen Vortrag und schilderte mit kräftigen Worten, Ne von einem gründlichen Geschichtsstudium zeugten, die mannichfach wechselnden Geschicke der evangelischen Kirche im ganzen Lande, und im Besonder» im Bezirke Mosbach von der Reformation bis auf unsere Zeit. Besonders war es diese letztere Rede, welche die Zuhörer ansprach und ergriff. Den Schluß des Festes machte Pfarrer Fellmeth von Mosbach. Die Fest- kollckle betrug nicht ganz 30 fl. — Möge dieses Fest dazu beitragen, im Bezirk Mosbach eine regere Theilnahme an der heiligen und nothwen- digen Sache des Vereins zu wecken! — Mannheim, 7. Okt. (Mannh. I.) Die Feierlichkeit der Enthüllung des SchUler-Denkmals ist nach einem gestern vom Schillerkomitee gefaßten Beschluß auf den 10. November, Schiller'S Geburtstag, verlegt worden. ** Freiburg, 6. Okt. I» Oberried ist gestern ein jungen Mann ein Opfer von Slreithändcln geworden. Er crhiell einen Messerstich in den Hals, in Folge dessen er nach wenigen Minuten eine Leiche war. Ter Thäter, ein junger Bursche von Wieden, wurde verhaftet und hiehcr gebracht. Verantwortlicher Redakteur: Vr. I. Herrn. Kroenlcin. Theater in Baden. Mittwoch 8. Okr. Das Lüge«; Lustspiel in 4 Akten von Rvderich Denedir. « Z.o.729. Waldangelloch. Allen chMGFreunden und Bekannten geben wir die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Schwester Katharine Käß von Mannheim heute früh 2 Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Waldangelloch, den 5. Oktober 1862. Heinrich Käß, Pfarrer. Georg Käß, Registrator. ne Abenteuer und Kriegsthaten. Eine unparteiische Schilderung nach den besten Duellen von 8. v. Alvens leben. Mit Porträt Dritte vermehrte Auflage, fortgeführt bis auf die neuesten Ereignisse. Weimar, Boigt. 1862. Geh. 54 kr. Sv eben erschienen und zu haben in Z.o.727. in Z.o.728. Karlsruhe. Im großen 8aale der Gesellschaft Eintracht. Mittwoch den 8. ^kt. 1862, Abends 7 Uhr, Sraucts Soirss musi- oals st pU^sivals dxS Professors Preise der Plätze: Numerirter Sitz 1 fl. Nicht numerirter Sitz 36 kr. I I. Platz 24 kr. G-llerie 12 kr. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte auf erstem und zweitem Platz. Offene Lehrlingsstelle. Z.v.733. In einer Avotheke einer badi- > schen Amtsstadt ist eine Lehrlingsstelle zu besetzen. Näheres zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. kl'M)- Z.o.715. Bruchsal. Schuhmachergesellen. Mehrere gute Frauenarbeiter werden gesucht in die Bad. Schuh- und Stiefelfabrik. Keine grauen Haare mehr! t», ti« ->u«cn«ttckt>a> Haar und Pari t» alle» «uancra, adue adl t«r tie Haul ,u tardru.— r n„» tzardiMlllet ist da« Veite aUer »««»er da ,o»rle»l». Gm-Depot bei Sr. Wollt k s»h», hoslikftraii. tea in Karlsruhe. Z o.19l. Z.o.670. Baden. Unterzeichneter hat die Ehre, hohen Herrschaften und einem geehrten Publikum anzuzeigen, daß sein für kältere Jahreszeit auf das bequemste eingerichteter Gasthof zum Aäh- rinaer K»of über den Winter geöffnet bleibt. Täglich «> I»«1v, Pensions- Preise für längere Zeit. Baden, den 2. Oktober 1862. Heinrich Bayer, Besitzer zum Zähringer Hof. Z.o.724. Nr. 284. Bruchsal. Pferdeversteigerung. Am Freitag den 10. Oktober d. I., Bormittags 10 Uhr, werden vor den Dragonerstallungen in Rastatt 4 ausrangirte Dienstpferde, und am DienVerikreUAMri8ebinvN für Metall - und Holzbearbeitung, 8rttillir-lh e88ell für Photographen, Uüklv-LinriedtuuKen, '1'rnn8Ml88ivlien, 4elierliiiu-!gll8eliilielft kumMerLeo ete. in vorzüglicher Arbeit bei entsprechend billigen Preist». Z.o.520. Mainz. ^ _ Kanton Fretbmg 15-Frcs.- oder 7-fl.-Loose. Ziehung am IS. Oktober d. I. Haupttreffer F s ««,«««, S«,«««, ««,«««, SO,«««, S«»««« c Der geringste Treffer ist Frcs. LT. Originalloose sind kursmäßig zu haben, sowie Loose üb» obige Ziehung L 30 kr. per Stück, 10 Stück 4 fl. — auf Verlangen wird für jedes Loos eine besondere Serie gegeben — zu haben bei Sank- sc Wechselgeschäft in Mainz. Beträge können per Post nachgeuommen werdm._ Z.v.721. Nr. 5685. Epvingen. (Sckulden- liquidation.) Gegen den Nachlaß de«verstorbenen Andreas Rechkemmer von Slebbach ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellung-- und Vorzugsverfahren auf Dienstag den 11. Noveniber 1862, Vormittags 9 Uhr, aus diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpsandsrechte, welche sic gellend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkundrn »der Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Mafsepfleger und em Gläubigerausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, .und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Massepfiegers und Gläubiaerausschuffes die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Ferner wird den im Auslande wvhueuden Gläubigern aufgegeben, einen am Orte des Gerichts wohnenden Gewalthaber zur Empfangnahme aller Einhändigungen , welche nach den Gesetzen der Parthie selbst, oder an ihrem wirklichen Wohnorte geschehen sollen, in öffentlicher Urkunde autzustcllen, widrigens alle weiteren Verfügungen nur an die Gerichtstafel angeschlagen würden. Eppingen, den 4. Oktober 1862. Großh. bad. Amtsgericht. ' I a c o b i. vckt. Rautzrnüller. Z.o.698. Nr. 3294. Weinheim. (Erbvorladung.) In der Erdtheilung auf Ableben der Philipp Heinrich Sommer'S Ehefrau, Elisabeth«, geb. Keller, von Weinheim wird deren an unbekannten Orten sich aushaltcnder Sohn Johann Sommer hiermit aufgesorderl, sich zur Empfangnahme seine» Erbtheils . binnen drei Monaten dahier einzufindyl, oder Nachricht von feinem jetzigen Aufenthaltsort anher zu geben, widrigenfalls dessen Erbtheil Denjenigen zugethcilt werden würde, welchen er zukäme, wmn er, der Vorgeladene, zur Zeit des Erbansalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Weinheim, den 3. Oktober 1862. Großh. bad. AmtSrevisvrat. Hecht Der Notar: Greiner. Z.o.691. Nr. 9912. Heidelberg. (Erbvorladung.) Zum Nachlaß der am 29. Mai d. I. verlebten Ehristina Barbara, geb. Kälber, gewesenen Frankfurt, 6. Oktbr. 1862. Staatspaviere. Oestr. 50 /a Mer. i.S.b.R. Baden 4'/,o/a Obligation. 100-/« P. 8"/a do. in holl. St. - - 40 /a dto. lOt?/.. P. 50 /a do. 1852 i.Lst. 77-/. P. 3'/,o/a dto. v. 1842 95 V» P- 5"/a do. 1859 . „ 74'/, b.G. G.Hess. 50 /a Obligation. 103V. P. 50/0 Lomb. i. S.b.N. 86 G. 4"/a dto. 101-/« P- 50 /aVcnet.C.b.R.V, 77'/. P. 3V,o/a dto. 97V» P- 50 /a Nat.-Anl. 1854 66 b. > Nassau 5»/« Obliq. b. Rth. 103V. P. 50 /a Mer.-Obligät. 56'/sb. 4V,o/a dto. 102'/« P. 5'/a Hy. iggM.b.R. 56'/. b. 4»/a dto. 99V» P- 4'/,"/a Mct.-Oblig. 49'/» G. ^ /zO/o dto. 94 V» P- 40 /,, dto. 45V, P. Brschw. 3'/,°/aO.b.R.L105 93 P. Preuß. GZ« Oblig. b. Rth. 107'/» G. Lurbg. 4o/aO.Fr.L28kr.b.E. 94'/, P. 4V,V» dto. 4°/v dto. 102'/» G. Franks. 3'/,o/a Obligation. 99V« P- 990/. G. 30 /a dto. 95'/« P. 3'/,o/a Staatssch. — Span. 3»/a inl. Schultz 50 P. Bayern 50 /a 4. Emission 102 G. Vo Schuld 44V» G. 4'/-Vo Ijährig 103V.P. Belgim 4'/,o/aOii.Fr.L28ft. 100-/» P. 4V/V« V-lShrig 103V» G. Schwd. 4'/,"a Obligation. 10t?/« P. 40 /a 1 jährig 40/a Vrjähng 40 /a Ablös.-Rmte 101'/, P. 4'/,o/,Pfbf.b.B.LE. 98V« b. 101V« P- Schwz. 4'/,"/aE.O.Fr.ä28k. 102 G. 101V« P- 4'/,o/aBern.St.-O. 102 P. SV- 0/0 98V. P- 40/a tzto. ' 95'/-P- Wrtbg. 4'/,°/« Obl. b. Rth. 40 ^ ditto 105-/, P. 5o/aGf.St.O.Fr.28 98'/, P. * 104V» P- N-Am. 6o/aSt.i.D.äfl.2.30 - - 3'/,«/° ditto 99V. P. 50 /, do, 1871 u. 74 — — Dlverse Aktie», Eisenbahn-Aktien und Prioritäten. 3V» Frankfurter Bank 126-/« G. Friedr.-Wilh^-Nordb.-Akt. - - 3Vu Oesterr. Bank-Aktien 757 b. 50/aLiv.-FIor.420Fr.L28k. - - 5V° . Cred.A.i.O.W. 216 b. 30 /aOest. St.-Eisenb.-Prior. 54-/« b. 3»/o Bayr. Bank L fl. 500 4VÜ Darmst. B.-A. L fl. 250 - - 3»/aOest.Süd.St.u.L°m.EB 53 V» P- 229 G. 50 /a Elisabethbahn-Prior. V, 82'/«b.G. 4"/o Weimar. Bank-Aktien 84'/, P. 5"/aBöh.W.-B.P.i.S.b.RV- 81V. P- 4V»Mitteld.Cr.-A. L100TH. 96 G. 4'/,o/o Hess. Ldwgsb.-Prior. 102 P. 40 /a Nordd. Crcdit-Aktien — - . 5"/«Oest.Lld.1.Pr.-O.i.Silb. - - 4"/« Luremb. Bank-Aktim 104 P. . 2. , . - - Span. H. u. Jnd. Fr. 500Ü28 585 G. 5o/aLdwh.-Berb.Prior.-Obl. - - Taunusbahn-Akt. ü fl. 250 339 P. 4/-Vo » » » 103-/. P. 9 V- 0/0 Franks.Han.Esnb.-A. 73V, P. 4°/o 100 P. 5VoOesterr.Staats-Esnb.-A. 235 G. 4>/,o/aRhein-Naheb.Pr.O. 101V. P- 5VaElisab-B. fl.200pr.St.Vs 118'/, b. 4>/,o/„Frkst.-Han.Pri°r.O. - - Rbein-Nahe-Bahn 28V. P- 4»/aSüdd.Bnk.-A.30o/aEinz. 253 P. H/a Ldwh.-Bcrb. Eisenbahn 140 P. Span.Cr.b.Percire70'/u » 788 G. 4 /,o/aPs.Mar-Esb.-A.b.R. 107 G. 4>/,o/a Bayer. Ostb. 30o/a . 106V. P. 4' ,°/aBayer.Ostbahn-Aktim 107V. b. 3o/aDmtsch.Phönir20»/» . 148 G. 4"/« Hess. LudwigSbabn 127'/, P. 40/aFrkf.Providmt. 10"/, . Wittwe des Nikolaus Jung, Bürgers und Bäckermeisters in Petersihal, sind deren drei an unbekannten Orten abwesende, uneheliche Kinder: Albert Winter, Schneider, Jakob Winter, Steinhauer, und Elisabeth« Winter, gebürtig von Lienzingen, Oberamts Maulbronn, im Königreich Württemberg, sodann die diesseits unbekannten Abkömmlinge früher verlebter Geschwister der Erblasserin gesetzlich als Erben berufen. Dieselben werden andurch ausgefordert, ihre Erbausprüche binnen drei Monaten bei diesseitiger Stelle um so gewisser anzumelden mit» zu begründen, als sonst der Nachlaß so vertheilt werden würde, als wenn sie zur Zeit des ErbanfaUS nicht mehr am Leben gewesen wäreit. Heidelberg, den 5. Oktober 1862. Großh. bad. AmtSrevisvrat. Wolf. Fischer. ' F. Sommer, Notar. Z.o.677. Nr. 4956. Neckarbischofsheim. (Aufforderung.) Die Wittwe des Philipp Kon- rad Andreas Weller von Helmstadt, Susanne Mag- dalene, geb. Kreis, bat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft ihres Ehemannes. Einwendungen dagegen sind in vierWochen hier zu machen. Neckardischoksheim, den 30. September 1862. Großh. bad» Amtsgericht. Or. Fritschi. Z v.709. Nr. 11,571. Lörrach. (Aufforderung.) I. U. S. gegen den 23 Jahre allen Tag- löhncr Ruppert Riesterer von Hcrrischried, wegen Diebstahls und Fälschung seines Dienstbuches, ist die nochmalige Einvernahme des Angcsckiüldiglen, dessen jetziger Aufenthaltsort dahier nicht bekannt ist, erforderlich. Er wird deßhalb ausgefordert, sich binnen 3 Wochen dahier zu stellen , widrigens das Erkenntniß nach dem Ergebnis der Untersuchung erlassen würde. Lörrach, den 2. Oktober 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Losinger. rät. Derlittger. Z.o.722. Nr. 7334. Neckargemünd. .(Fahndungszurücknahme.) Nachdem Jakob Wxs- ninger von Weiicheim diesseits ei »geliefert wurde, nehmen wir die gegen ihn erlassene Fahndung anmit zurück. Neckargemünd, den 1. Oktober 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Thilo. Z.o.697. Nr. 9445. Staufen. (Urtheil.) I. U. S. gegen Josef Riesterer von Kirchhofen, wegen Unterschlagung. Urtheil. Wird auf gepflogene Untersuchung zu Recht erkannt : Josef Riesterer sei der Unterschlagung eines PaareS Stiefel, im Werth von 4 fl. 30 kr., und eines Hemdes, im Werth von 2 fl. 30 kr., zum Nachtheil des Eduard Fleck von Oberhausen schuldig, deßhalb zu einer AmtSgcfangniß- ftrafe von 14 Tagen, sowie zur Tragung der Kosten des Strafverfahrens unb der Urtheils- vollstreckung zu vdrsäüen. Auch habe derselbe dem Beschädigte» diese Gegenstände oder deren Werth mit zusammen 7 fl. binnen 8 Tagen bei Zwangsvcrmeidm zu ersetzen ; wogegen hinsichtlich der Entwendung weiterer Effekten, im Werth von 3 fl., und eine- Koffers, im Werth von 1 fl. 12 kr., zum Nachtheil desselben Beschädigten, wegen Unzulänglichkeit des Beweises erkannt wird: vaß kein Grund zur weitern gerichtlichen Verfolgung vorhanden und der Angeschuldigte von dm deßfallsigen Kosten des Strafverfahrens srei- zusprcchen sei. V. R. W. Dies wird dem abwesenden Angeschuldigten hiermit eröffnet. Staufen, den 19. September 1862. Großh. bad. Amtsgericht, olsinger. Anlehens-Loose. Oest.250fl.b.R1839 . 250 . . 1854 . 100 ,Pr.L.1858 . 500 „v. 1860'/, 3Vr»/»Preuß.Pr.A. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. 50-fl.-Loose Kurh.40Thl.L.b.R. Gr.Hess.50fl.L.b.R. . 25.. . Nass. 25 fl. L. b. R. Sch.-Lippe 25THI.L. Sard.36Fr. L.b.B. Mail. 45 Fr. L.b.R. 2'/,Lütt.Pr.-O.b.C Vereins-L. »10 fl. Ansb.-Gunzenh. L. 72 V. P. 124 P. 73V. b. 10V« P. 100>/, P. 55 P. 57V. P. 135'/- G. 39 P. ,3LV.G. 33'/. P. 52V. P. >36'/, P. ^/«P. 12V.P. Wechsel-Kurse Amsterdam k.S. Antwerpm , Augsbg.-ffl.100 . Berlin . Bremen , Brüssel ELln , Hamburg » Leipzig London , Maild. i. Fr. 200. München . Paris » Wim . Diskonte. 100V« B. 93V, G. 99V« G. 105 B. 96 V-b.G. 93 V, G. 105 B. 88-/, B. Z04V«B. 118'/« G. 93'/« B. 99'/. B. 93-/« B. 95-/. B. 3«/, G. Gold und Silber Pigo.cn Preuß. Friedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducatm 20-Frankmstücke Engl. Sovereign- Gold pr. Zollpsund Hochh.Silb. P.Apfd. Preuß. Eaffensch. Dollar» in Gold fl. 9 39V, . 957 . 946-/, . 533'/, ^ 924 . 1150 . 803—8 . 5230 . 145'/, . 226 Druck und Berla, der G. Braun'schen Hosduchdruckerei. (Mt einer Beilage.)