Karlsruher Zeitung. Samstag, L8. Oktober. M 2LS. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die Post im Großherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Erprdition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang gmommen werden. 18 «S Teleftrar«« sj- München , Freitag 17. Okt., Nachmittags 4 Uhr. Der deutsche Handelstag hat so eben den Antrag der Minorität des Ausschusses in Betreff des H and els- vertrags mit Frankreich mit 100 gegen 96 Stimmen angenommen. (Derselbe geht bekanntlich dahin: Der deutsche Handelstag erklärt: ES ist höchst wünschenswerth, die oben angedeuteten (einzelnen) Nachtheile (de« Handelsvertrags) durch Verhandlungen der vertragschließenden Regierungen zu beseitigen; das schleunige Zustandekommen des Handelsvertrags aber darf nicht in Frage gestellt werden.) 1-j- Deutscher Herndelstag. Münch«», 16. OK. Heute Vormittag 10 Uhr wurde in der dritten Sitzung des deutschen Haudelslags mit der Generatdiskusfivn fortgefahrcn. Zunächst spricht sich Direk.or Schröder von Mannheim vom Standpunkt eines Süddeutschen entschieden für den Handelsvertrag aus. Wenn die österreichischen Vorschläge von der badischen Regierung abgclehnt wurden, so habe dre Letztere darin entschiede« das ganze badische Volk hinter sich, welches, wir in allen, so auch in den vorliegenden wichtigen Fragen mit sreudiger (Überzeugung zu seiner Regierung stehe. kreuzberg aus Prag nimmt die österreichischen Propo- sitionen in Schutz. Die Oesterreicher sind bereit, den Zollverein z« erhalle«, nar nicht «in den Preis des französischen Handelsvertrags. ES gibt noch ankere als die blos materiellen Zntcreffe«, die Selbständigkeit eines Volkes, und diese gebt Drutschlatw durch die Annahme des Vertrags an Frankreich hi«. Der Vertrag ist nicht eine Frage der Machtstellung Preußens; letztere beruht in dem Volke in Waffen, in dem moralischen Einfluß, de« Preuße» in Deutschland ausübt. Der gestern von einem Redner erfolgte Ansspruch: „mit Oesterreich werde eine Zvlleinigung nie möglich sein", wider- strrrche nicht allem dem Recht, — er sei auch vom Standpunkt staatsmännischer Klugheit nicht zn rechtfertigen. Dem Einwand , daß eine Zolleinizung mit Oesterreich wegen der verschiedenen Nationalitäten des letzter» unmöglich sei, hält Redner entgegen, daß die Geschichte des Handels bezeuge, wie auf dem Gebiet deS Verkehrs nicht die Sprache, sondern das wahre Interesse entscheide. Auch Preußen, erklärt Redner, ist keine rein deutsche Macht; es hat Posen, unv sein König führt den Titel „Herr der Wenden und Kaffubeu". Oesterreich bringt einen großen Gewinn mit sich , nach dem schon lange die Sehnsucht Deutschlands geht: die Anfänge einer Kriegsflotte. Schließlich erinnert Redner daran, daß heute der Jahrestag der Schlacht bei Leipzig sei. Damals hätten die Scharnhorst und Gneisenau auch nicht gefragt, ob mit ihnen Kroate«, Ungarn und Polen sind. (TheilweiseS Bravo.) Brau» aus Wiesbaden: Er sei kein absoluter Verehrer, aber rin Anhänger des französischen Vertrags schlechthin, saus xkras«. Es fragt sich dloS: überwiegen die Mängel, dann müsse« wir nein, überwiegen die Vortheile, dann müssen wir ja sagen, entschieden, nicht verklausulirt, denn dieses Letztere kommt einer Ablehnung gleich. Wollen wir dem westeuropäischen Zoll- und Handelsbund den Absagebrief schreiben? Dann werde« wir auf de« osteuropäischen Markt, der wenig ? Dir Eisenbahn von Karlsruhe nach Maran. Nachdem die städtische Eisenbahn dem allgemeinen Verkehr übergeben, wird «S dem größer» Publikum von Interesse sein, etwas Näheres über die Anlage und den Bau der Bahn zu erfahren, und wir benützen die uns von maßgebender Seile zugekommenen Notizen, um den Karlsruhern über dieses „Karlsruher Kind" einige Einzelheiten mitzutheilen. Die technischen Leser mögen verzeihen, wenn einem trockenen technischen Bericht einige Zulhaten gegeben worden sind, dke ihn auch für einen nichttechnischen Magen genießbar machen. Betrachten wir zuerst: Die Richtung der Eisenbahn. Die ausgeführte Bahn hat bekanntlich als Nebenbuhlerin einer anderen, daS Mühlburger Thor nicht berührenden Linie den Vorzug erhalten. Die Richtung ist kein Geheimnrh mehr; wem sie aber nicht bekannt ist, der kann sie vermittelst eines Retourbilletts und eines Kostenaufwand»« von 18 kr. vor- und rückwärts kennen lernen, bei weichen Beobachtungen ihm die Aufenthalte ans den Awischenfiativnen, bi« zu der Geduld deS Publikum« und zu der Länge der Bahn in einem sehr umgekehrten Verhältnisse stehen, trefflich zu statten kommen. Nicht bekannt aber ist es, daß die Behauptung, diese Eisenbahn habe mit keinen Hindernissen zu kämpfen gehabt, eine böswillige Verleumdung ist. Daß di« Bahn mit wirklichen und wahrhaftigen Hindernissen zu kämpfen hatte, wird aus Nachstehendem Nar werden. Die Bahn zweigt von der Hauptbahn beim Ettlinger Thor ab, und schon in den Beiertheimer Anlagen stößt sie, nachdem sie die Zweigbahn in die Maschinenfabrik mitten entzwei geschnitten, auf die ersten Hindernisse. Und gewaltige, trotzige Hindernisse sind es, Hindernisse, die alle Erfordernisse haben, einer prosaischen Eisenbahnlinie Respekt ein- zuflößen. Diese Hindernisse find aber die alten ehrwürdigen Eichen, di« Lieblinge der Karlsruher Spaziergänger, der Stolz der Karlsruher konsumirt, beschränkt sein. Wir müssen mitmarschiren, wo die ganze Welt vorwärts schreitet. Was den Art. 31 betrifft, so hofft Redner, daß der Handelsvertrags-Tarif so modifizirt wird, daß auch nach Ablauf des Februarvertrags ein enges Zollverhältniß mit Oesterreich bestehen werde. 3« manchen Artikeln gewinne Oesterreich durch den Handelsvertrag ganz entschieden. Der Einwand, der Vertrag beschränke die Autonomie Deutschlands, beweise zu viel unv deßwegen nichts. Zeder Vertrag beschränke die persönliche Freiheit, indem man eben dadurch gebunden ist; das Gegentheil wäre die Auflösung jedes Völkerrechts, der Krieg Aller gegen Alle. Die Bemerkung, daß der Vertrag die Gegenseitigkeit verletze, sei unbegründet; dieselbe Klage höre man von französischer Seite; diese Klagen aus beiden Lagern bewiesen eben, daß man sich in der richtigen Milte befinde. Redner beruft sich aber auch auf einen Ausspruch v. Kcrstors's, der selbst den Handelsvertrag als einen volkswirthschaftlichen Fortschritt bezeichnet habe. Die Zolleinigung mit Oesterreich betreffend, sei es richtig, daß dieses ein vertragsmäßiges Recht hat, aber nur auf den Eintritt mit seinen deutschen Provinzen; dazu sind wir jederzeit vollständig bereit. Ein Recht auf den Gesammteintritt habe es nicht; letzterer wäre auch kein Glück für den Zollverein. Er wünsche diesen Eintritt Gesammtösterreichs nicht, sage aber auch nicht „niemals." Wenn die Verhältnisse in Oesterreich sich bessern, wenn Oesterreich die Krise glücklich überstanden habe, dann wollen wir ihm die Hand reichen. Auf den Repartitions- mvdus des österreichischen Vorschlags übergehend, bemerkt Redner, nach dem Maßstabe, wonach Oesterreich beanspruche, müsse Preußen ^ haben, wo bleiben aber dann wir? (Heiterkeit und Zustimmung.) Der Handelsvertrag habe seine Mängel, jede Reform habe aber solche, und man müsse dieselben in den Kauf nehmen, wenn man die Reform selbst will. v. Kerftors aus Augsburg: Er schließe sich der Mahnung zur Versöhnlichkeit an. Die Versöhnung müsse aber auch in der Resolution ausgesprochen werden. Er kündigt einen Antrag an, der diese Absicht der Versöhnung habe: Der Handelstag solle an der Spitze der Resolutionen aussprechen, daß die Regierungen zu gemeinsamer Verhandlung der schwebenden Fragen und Verständigung auch über die österreichischen Vorschläge zusammentreten mögen. Richtig sei, daß er sich für den Tarif des Vertrags erklärt habe; er sei überzeugt, daß derselbe für Nyrddeutschland ein naturnoth- wendiger Fortschritt sei; er sei aber auch in gewisser Beziehung dagegen, denn die vaterländische Arbeit verlange ihren Schutz. Redner bekämpft nun die Resolutionen des bleibenden Ausschusses, da diese nicht geeignet seien, eine Versöhnung herbeizuführen, ausgenommen der Antrag, welcher die Noth- wendigkeit der Fortdauer des Zollvereins ausspricht, und worüber Alle einverstanden seien. Behrend aus Danzig: Als entschiedener Freihändler müsse er erklären, daß er in dem Handelsvertrag nicht eine Verwirklichung des Freihandelsprinzips erblicke, und daher alle von anderer Seite dahin gerichteten Angriffe auf den Vertrag gegenstandslos seien. Der Vertrc^ sei vielmehr ein Kompromiß zwischen beiden entgegengesetzten Lagern, und nur als einstweiliges Zugeständnis, nicht als eine vollständige Erfüllung ihrer Ansichten nehmen ihn die Freihändler an. Redner weist nun die Vorwürfe zurück, die gestern Preußen Künstler und Dilettanten, diese schon unzählige Male abgemalten, abgezeichneten und abphotvgraphirten (das letztere, wenn der Wind nicht geht). Dieselben Eichen, denen, wie die Sage berichtet, schon ein Mal Verderben gedroht hatte, als die wahnbethörten Beiertheimer die eigenthümliche Ansicht hegten, die poetische Seite dieser Bäume bringe der Gemeinde geringeren Nutzen, als ihre prosaischen Eigenschaften und ihr himmelanstrebendes Schattcndach, das geheimnißvolle Flüstern, wenn der Westwind durch ihre Blätter säuselt, der Vollmond, tyenfl er schmunzelnd zwischen ihren Zweigen niederschaut und ein Liebeshärchen belauscht, das mir seinen von der Welt verkannten und verjolgte» Gefühlen unter ihren Schutz sich flüchtet, seien sür den Gemeindc-Däckel minder schätzenöwerthe Tugenden, als ihre eigentlichen hölzernen Eigenschaften, als das solide Eichenholz ihrer Stämme, dessen Werth sich aus eine weit reellere Weise nach Quadrat- und Ku- bikfußen berechnen läßt, und als die Eichenrinde selbst, welche als Gerbcpoff für Lohgerber und Bierbrauer gesuchte Artikel sind und mit theureni tKelde bezahlt werden. Dieselben Eichen, an welchen die Beiertheimer in Folge dieser höchst verdammungswürdigen Ansichten ihr sogenanntes Eigenthumsrechl geltend machen und die sie twrribite llretu, laut Gcmeindebeschlich umhauen, die sie sällen wollten, welchem ftevelhasten Beginnen nur dadurch Einhalt gethan werden konnte, daß die Karlsruher in gerechter Entrüstung erklärten, in diesem FällungS- salle ihren Bedarf an gewässerter Milch in Zukunst eher von der Milchstraße als von den Beiertheimer Kühen beziehen zu wollen, von deui Rahm gar nicht zu reden. Jetzt drohte diesen Eichen die zweite Gefahr und zwar durch die Eisenbahn. Die Industrie gerieth abermals in Kollision mit der Kunst. Die Eisenbahn befand sich inmitten dieses poetischen Eichenhaines in nicht geringer Verlegenheit, denn das war ihr furchtbar klar geworden, daß sie, wenn sie nicht gleich in ihrem Anfänge alle und jede Popularität einbüßen wolle, sich durch diese eichenhölzenien Hindernisse hindurch winden müsse, ohne die Gefühle für Kunst und gemacht worden, als habe man Oesterreich durch Kniffe aus Deutschland hmausklügeln wollen. Dem preußischen Volke sei er die entschiedene Abwehr dieser Verdächtigung schuldig. Preußens Machtstellung zwar nicht, aber Preußens Ehre fordere die Aufrechterhaltung des Vertrages; Preußen habe sein Wort gegeben, und es müsse es halten. Und deshalb sei auch der angekündigte sog. versöhnliche Antrag nicht möglich, wenn er die Aufrechterhaltuug des Handelsvertrages tu Frage stellt. Redner geht nun aus die Geschichte des Handelsvertrags ein und sucht nachzuweisen, daß zu Verhandlungen die vertragschließenden Theile schon im Jahr 1860 verpflichtet waren; damals aber habe sich Oesterreich nicht herbeigelassen, es habe 13 Monate lang auf eine preußische Note keine Antwort gegeben. Jetzt erst komme eS mit seinen Vorschlägen, nnd nun spricht man diesen Thatsachen gegenüber von preußischen Kniffen, um Oesterreich hinauszudrängen. Man habe von dem Phantom der Auflösung des Zollvereins gesprochen; möge es nur ein Lustgebilde sein, wenn eS aber die» sein soll, dann sei nöthig, daß die Regierungen sich noch in der zwölften Stunde zur Annahme des Handelsvertrages entschließen. Denn durch nichts Anderes, nur durch die Annahme des Vertrags werde die Sprengung des Zollvereins verhütet. Die versteckte Drohung, Oesterreich werde zum zweiten Male nicht wiederkommen, schrecke ihn nicht. Redner geht nun zur Kritik des Majoritätsantrages über, den er durchaus nicht so klar als den Minoritälsantrag findet. Unter großem Beifall verweist Redner schließlich auf das deutsche Parlament der Zukunft, das, wie so manche andere Schwierigkeit lösen, so auch leicht das richtige Verhältntß zu Oesterreich finden werde. Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung erhält Ammermittle r aus Stuttgart das Wort: Der letzte Redner habe behauptet, daß die preußische Ehre engagirt sei. Damit sei den süddeutschen Staaten die Pistole auf die Brust gesetzt, und er müsse als Angehöriger eines süddeutschen Staates diese Zumuthungen zurückweisen. Er glaube, man werde auch in Preußen zn der Ueberzeugung kommen, daß man so seine Verbündeten nicht behandeln dürfe. Aus den Handelsvertrag selbst kommend, will Redner das Maß Dessen, was dagegen gesagt worden, nicht vergrößern. Er hält den Handelsvertrag für einen Rückschritt. Die erwünschte Tarifreform werde nicht dadurch verwirklicht; es sei vielmehr ein Vertrag, wodurch dem Ausland der Löwenantheil zugeschieden werde. Die Behauptung des Redners, gegen Frankreichs Ansprüche gebe es ein einfaches Mittel, nämlich ihm gegenüber unsere Grenzen fester zuzuschtießen, verursacht lebhaften Widerspruch in der Versammlung. Der österreichische Markt ist, fährt Redner fort, ganz unzweifelhaft wichtiger für uns, als der verbarrikadirte französische Markt, wie er durch den Handelsvertrag uns geboten wird. Ritz Haupt aus Heidelberg wünscht, daß die bevorstehenden Beschlüsse mit möglichster Majorität gefaßt werden, da sie nur dann in die Wagschale fielen. Szabel aus Olmütz: Der österreichische Standpunkt werde verkannt, da man daS «tte, nicht das sich verjüngende Oesterreich im Auge habe. Der Standpunkt Oesterreichs sei durchaus nicht der des absoluten Schutzzolls. Auch er sage, man müsse vorwärts marschiren; eS frage sich aber, wer an- i führe; nicht Preußen, sonder» das ganze Deutschland ^ müsse die Fahne sein. Die verschiedenen Kutiurverhält« Nisse Oesterreichs seien kein Hindcrniß sür den Eintritt Ge« sür Liebe zu verletzen. Fast erging es ihr wie dem überhöslichrn Manne, der sich durch eine Gesellschaft hindurch kemplimenüren wollte, und wenn er vornen seine Verbeugung machte, stet« hinten Anstoß erregte, und schließlich hinauSgewvrsen werden mußte, über welches Ercigniß er sich nur mit dein Gedanken zu trösten vermochte, daß er ohnedies bald gegangen wäre. Doch so schlimm sollte es hier nicht werden, und schon nach einigen mißlungenen Verbeugungen gelang es der Eisenbahn, sich mit einem Höslichkeilsbogen von 1200 Fuß Halbmesser aus dieser schwierigen Lage zu ziehen. Ihr zum Opfer fielen nur zwei alte wurmstichige Bursche, die schon lange nicht mehr taugten, der Kunst zu dienen nnd die verfolgte Liebe zu beschützen, die überhaupt nicht mehr in so anständige Gesellschaft gehörten und im Falle des Nichtsällens wohl bald in den Fall gekommen wären, von selbst zu fallen. Das lieblich« Awillings-Eichenpaar konnte glücklicher Weise gerettet werden. Nachdem die Eisenbahn sich durch diese ersten Schwierigkeiten glücklich durchgewnnden, tritt sie bei der Wagenfabrik von Schmied» und Maier, diese mit einem Seitengeleis« zu beschwichtigen suchend, etwas schüchtern und zaghaft in den Holzhof der Murgschifferschaft ein, den sie aber so schnell als möglich mit dem gleichen Berlegenheils- und HLflichkeitsbozcn wieder verläßt, denn sie fühlt instinktmäßig, daß sie hier noch nicht das Bürgerrecht erworben habe und als frculdcr Eindringling nicht gern gesehen werde. Von dem Schuberg'schen Bierkeller hält sie sich in respektvoller Entfernung, denn die Eisenbahnen tragen ohnedies schon so viele Verantwortung, zum Beispiel, sür die Kartossclkrankheit, sür da« Scheuwerden der Militär- pserde und sür noch vieles Andere, und mochte insbesondere die Rhein - cisenbahn, als Karlsruher Kind, nicht auch noch schuld sein, wenn die Karlsruher umgestandenes Bier trinken müssen. Von hier tritt dir Bahn endlich in das freie Beiertheimer Feld hinaus, welches sie, ihrr gekrümmte Richtung verlassend, in einer behaglichen' geraden Linie bis an die Bandsabrik durchzieht. (Fortsetzung folgt.) sammtösterreichS. Welches sei denn der Maßstah für die Kulturfähigkeit der österreichischen Völker? Handel, und Industrie gruppiren sich nicht nach Nationalitäten; wenn aber auch, so muß Deutschland gerade um so mehr seine kulturhistorische Mission den Ftcmden gegenüber erfüllen. Der Behauptung, daß der Vertrag, von Preußen abgeschlossen, eine Ehrensache für Preußen sei, könne er die Berechtigung nicht zugestchen. Es sei unrichtig, daß die Politik in dieser Sache von österreichischer Seite hereirrgezogen wurde; es sei schon von dem Berichterstatter (v. Sybel) geschehen. Für Preußen selbst waren die Einzelbestimmungen des Vertrags nicht so fast maßgebend, als vielmehr die politischen Prinzipien des Vertrags. Es mache auf ihn den Eindruck, daß ein großer Theil der deutschen Negierungen und Stämme bereits viel von ihrer Selbständigkeit verloren haben (großer Widerspruch), daß die Mediatisirunz bereits vorgeschritten sei (oh, vH), und daß cs hohe Zeit sei, daß Oesterreich in den Zollverein eintrete. (Erneuerter Widerspruch.) v. Sybel aus Düsseldorf setzt noch einmal den Standpunkt der Majorität und Minorität auseinander. Dann aber will er Akt nehmen von der Bemerkung des Vorredners. Er wie kein Anderer habe über das wahre Verhältniß zu Oesterreich sich klar ausgesprochen. Dagegen sei zu bemerken, daß nicht allein die Minorität des Ausschusses, sondern auch die Majorität mit allen Stimmen bis auf zwei sich gegen den Eintritt Oesterreichs in den Zollverein erklärt habe. Eine solche Vereinigung würde eine zweite Auflage deS Bundestags sein. Dem Gespenst der Mediatisirunz durch Preußen sei die Thatsache des Fortbestehens der Staaten, welche mit Preußen schon lange im Zollverein sich befinde», entgegenzuhalten; die Gefahr, daß die kleinen Staaten ihre Selbständigkeit einbüßten, sei bei dem Eintritt Oesterreichs eine viel größere. Was den Handelsvertrag betrifft, so habe sich die Majorität von ?/, per Zollvereins-Bevölkerung bereits für den Handelsvertrag ausgesprochen; die wahre Opserfreudigkeit und Versöhnlichkeit bestehe denn doch wohl darin, daß die Minorität sich eher der Majorität füge, als daß sich die Majorität ihrem Willen zu beugen suche. Durch die verschwommenen Vorschläge des Hrn. v. Kerstorf werde aber gar Nichts erreicht, am wenigsten den Regierungen klar ausgesprochen, was sie wissen wollen, nämlich wie der Handelsstand über die brennenden Fragen denkt. Hansemann aus Berlin übergibt das Präsidium an den ersten Vizepräsidenten, und nimmt das Wort, zunächst die Bitte aussprechend, daß verletzende Aeußerungen der Debatte fern bleiben möchten. Er spricht sich dann für den Majoritätsantrag und gegen den Antrag der Minderheit aus; der letztere werde auf die Entschließungen der Regierungen erfolglos bleiben. Das Verhältniß mit Oesterreich betreffend, so sei zollfreier Verkehr mit einem Lande von 35 Millionen, ' dessen Konsumtionsfähigkeit eine große ist, höchst erwünscht. Wenn Preußen auf dem Weg des französischen Handelsvertrags nicht zum Ziel kommt, so solle es einen andern Weg Anschlägen. Ein großer Gewinn wäre es, wenn wir mit einem Brudervolk von 35 Millionen ein inniges Verhältniß herstelltett. Die Erklärung, es gebe keinen andern Weg, hieße der Diplomatie ein Armuthszeugniß ausstellen. Es gibt einen solchen Ausweg! Es ist eine ganz falsche Prämisse, wenn man von einem Vertrag mit Frankreich spricht; es liegt ja gar kein Vertrag vor; er ist nur unter Voraussetzung der all- festigen Zustimmung perfekt, und es ist deßhalb unrichtig, zu behaupten, Preußens Ehre sei engagirt. Er selbst halte auch streng auf preußische Ehre; es könne aber, ohne dieser im mindesten zu nahe zu treten, den bezeichnten Ausweg einschlagen. Nach dieser Rede wird die Sitzung unter allgemeiner Aufregung geschlossen. * Aktenstück, die serbische Angelegenheit betreffend. Die „London Gazette" vom 15. d. M. bringt eine von Sir H. L. Bulwer cingesandte Abschrift des Protokolls über die Angelegenheiten Serbiens, das am 4. Sept. von den Vertretern aller Mächte, die den Pariser Vertrag von 1856 geschloffen haben, unterzeichnet worden ist. In 12 Artikeln spricht dieses Aktenstück die Verbindlichkeiten aus, welche die hohe Pforte den Schutzmächte» gegenüber eingegangen ist, und welche sie in einem Ferman kundmachen wird, sobald die Serben die unlängst in der Vorstadt Belgrads oder zwischen der Vorstadt und den Mauern der Zitadelle errichteten Festungswerke geschleift haben werden. Laut Art. 1 wird die ottomanische Negierung alle in der Vorstadt von Belgrad befindlichen und muselmännischen Besitzern gehörenden Grundstücke und Häuser der serbischen Regierung überlassen, unter der Bedingung, daß die dermaligen Eigenthümer entschädigt werden. Unter denselben Bedingungen übergibt die hohe Pforte alle Gräben und Wälle, welche zur alten Ringmauer gehören, wodurch die alle von der neuen Stadt getrennt ist, und die vier Thore der Save, des Bares, von Slam- bul und Widdin. Die Serben sollen auf dem abzulretenden Grund und Boden keine Festungswerke bauen und alle darauf zurückbleibenden muselmännischen Gräber und kirchlichen Gebäude gewissenhaft respek- tiren. In Folge dieser Modifikationen wird sich künftig die ausschließliche Gerichtsbarkeit der serbischen Behörden über die ganze Stadt und Vorstadt Belgrad erstrecken. Der Art. 2 sagt, daß di« hohe Pforte entschlossen ist, ihre Rechte über die Citadelle von Belgrad in voller Integrität zu behaupten, daß sie aber die hiezu erforderliche Erweiterung der Esplanade in dem säst ausschließlich von Muselmännern bewohnten Quartier vornehmen werde. Sollten gewisse Häuser im ausschließlich serbischen Viertel, nach dem Urtheil von Fachkundigen, der Esplanade weichen müssen, so wird der Ankauf derselben Gegenstand einer freundlichen Unterhandlung sein. Nach Art. 3 sollen alle Muselmänner für die während der letzten Ereignisse in der Stadt zurückgelasjenen Mobilien von der serbischen und in gleichem Fall alle Serben von der ottomanischen Regierung entschädigt werden. Im Art. 4 betheuert die hohe Pforte, daß nicht der entfernteste Grund vorhanden sei, zu besorgen, daß die Citadelle von Belgrad, die zur Per- theidigung de« Landes bestimmt ist, als Mittel Lixmn könne, die von ^n Sultanen dem serbischen Volk« verliehene» Freiheiten zu verkürzen, s Ve hohe Psdrte hat keine Absicht, de, ArMrrung der Wälle «aH der Stadlseite zu einen drohendem Charakter zu geben; und sie zweifelt auch nicht, daß die Serben dafür Sorge tragen werden, daß die Citadelle nicht durch Akte der Feindseligkeit gezwungen werde, Gewalt mit Gewalt abzuwehren. Art. 5. Der neue Umkreis der Esplanade wird durch eine gemischte Militärkommissivn abgesteckt werden , bestehend aus einem von der otto- manischen Negierung zu ernennenden Offizier, und Offizieren, welche die „Schutzmächte" ernennen werden. Ueber die sich ergebenden Erpro- priätionSsragen wird eine gemischte Zivilkommission, die von der türkischen und serbischen Regierung zu ernennen ist, entscheiden. Art. 6. Die hohe Pforte hat die Absicht, die Festungen Sokol und Oujitza zu schleifen, und ohne gegenseitige Einwilligung der Türkei und Serbiens sollen dieselben nicht wieder hergestellt werden. Die Aufrechthaltung der Festungen Feth-Jslam, Ehubutz und Sein endria hält sie zur türkischen Landesvertheidigung für unumgänglich. Art. 7. In allen Festungen Serbiens wird die hohe Psorte Besatzungen halten, die im rechten Verhältniß zum Umfang der Plätze stehen und den wirklichen Erfordernissen der Vertheidigung angemessen sind. Art. 8. Die hohe Pforte wird im Einvernehmen mit der serbischen Regierung Maßregeln treffen, damit alle Muselmänner, die in der Umgebung der süns befestigten Punkte wohnen, welche sie vertragsmäßig be- setzt hält, so schnell als möglich ihr Eigenthum verkaufen und das serbische Gebiet verlassen können; doch wird es Muselmännern freistehen, Geschäftsreisen im Innern des Landes zu machen, unter der Bedingung, daß sie den Gesetzen des Landes Gehorsam leisten. Art. 9. Es ist die Absicht der hohen Psorte, zu sehen, daß der Gouverneur der Citadelle von Belgrad sich streng auf seine militärischen Funktionen beschränke, und weder mittelbar noch unmittelbar in die Angelegenheiten der Stadt oder des Fürstenthums mische. Dieselbe Rücksicht wird den Kvmmaudanten der andern Festungen eingejchärst werden. Art. 10. Jedes in Serbien angeworbene Korps, bas aus Ausländern besteht, wird entlassen werden, und die serbische Regierung wird sich sorgsam enthalten, durch mißbräuchliche Gewährung des Asylrechts Mißtrauen gegen die hohe Pforte zu erregen. Art. 11. Was die etwaigen Fragen betrisft, die in diesem Protokoll nicht vorgesehen sind, die aber aus das gute Einvernehmen zwischen der Türkei und Serbien Einfluß üben können, so hegt die Konferenz keinen Zweisel, daß die serbische Regierung sich von dem Wunsch beseelt zeigen wird, darüber mit der landesherrlichen Macht in Unterhandlung zu treten. Es ist namentlich wünschenswerth, daß'Fürst Michael sich bemühe, den Besorgnissen ein Ende zu machen, welche die neue Militärorgani- sation Serbiens in Konstantinopel erweckt hat; und die hohe Pforte erwartet natürlich, daß die serbische Regierung keine größere Truppenzahl halten wird, als zur Ausrechthaltung der Ruhe und Ordnung im Innern nölhig ist. Art. 12. Die Serben werden die hohe Pforte stets bereit finden, ihren etwaigen künftigen Forderungen in gerechtem und freundlichem Sinn Aufmerksamkeit zu schenken. Die Schutzmächte hatten, indem sie der hohen Psorte freundliche Rathschläge ertheilten, keinen andern Zweck im Auge, als durch weise Modifikationen für die Aufrechthaltung der Artikel 28 und 29 des Pariser Vertrags So rge zu tragen. Dieses Protokoll (daö wir in gedrängtem Auszug wiedergeben) istKanlidja, 4. Sept. 1862 datirt und unterzeichnet von: Fuad. Kali. Henry L. Bulwer. M. de Moustier. de Prokesch Osten. A. Lobanow. G. Wertzern. B ella-Caracciolo. Beigeschlossen ist eine Abschrift der Weisungen, die dem Gouverneur vou Belgrad ertheilt sind. Er hat sich nicht in die Verwaltungsangelegenheiten der Stadt oder des Landes zu mischen. Er soll keinem muselmännischen Einwohner Belgrads gestatten, außerhalb der Citadelle zu wohnen. Er soll der Artillerie auf den der Stadt zurückgekehrten Wällen kein drohendes Aussehen geben. Er soll nur im Fall eines ernsten Angriffs auf die Festung von seiner Artillerie Gebrauch machen; auch in diesem äußersten Fall nur auf jenen Theil der Stadt, von wo der Angriff ausgeht, feuern lassen; und vorher die fremden Konsuln und, wo möglich, die friedfertig gesinnten Einwohner von seinem Entschluß in Kenntniß setzen. Deutschland. Zweibrücke», 12. Okt. (Pf. Ztg.) Heute, an dem Namensfeste des Königs, sind tue mit Rücksicht auf das neue Strafgesetzbuch erfolgten Begnadigungen, welche die Pfalz betreffen, hier eingetroffei:. Dieselben erstrecken sich bloß auf wegen Verbrechen verurtheilte Personen. Dem Vernehmen nach sollen 15 Personen vollständig begnadigt, bei 43 die Strafen sehr bedeutend herabgesetzt oder die Restzeit in Gefängnißstrafe umgewandelk, und bei drei Sträflingen seiner- zeitige Berichterstattung angeordnet worden sein. Stuttgart, 15. Okt. Man schreibt der „Süddeutsch. Ztg.": Ueberschauen wir die Namen der Herren aus Württemberg, welche das „großdeutsche" Einladungsschreiben unterzeichnet haben, so freuen wir uns, daß auch nicht ein Name darunter ist, der in diesem Lande zu den Liberalen gerechnet wird. Größtentheils Staatsdiener und Junker sind es, die mit dem negativsten und nichtssagendsten aller möglichen deutschen Programme in der Hand zu der Frankfurter Zusammenkunft einladen. Von denjenigen Abgeordneten, welche in der Kammer seiner Zeit für den Antrag der Linken in der deutschen Frag? gestimmt haben, ist nicht Einer abgefallen, und selbst der Name Moritz Mohl fehlt auf der Einladung, um von Schott und Probst, die in Weimar und vorher schon bei der Pfingstversammlung gewesen waren, gar nicht zu reden. Man hat sich hier alle mögliche Mühe gegeben, einige liberale, ja demokratische Erwerbungen zu machen; es ist aber der charmantesten Courtoi- sie nicht gelungen, auch nur Einen von dieser Farbe zu verlocken. Man wird wohl auch jetzt schon als sicher aussprechen dürfen, daß die Liberalen Württembergs, wenn sie es überhaupt aus irgend einem Grunde für räthlich oder geboten erachten könnten, nach Frankfurt zu gehen, dort nicht als Einzelne, sondern als einige Partei erscheinen würden. A«s dem Fürste»thum >di ch t e«steiu, 14. Okt. Dem Fürstenthüm.ist (wie schon gsSIldeH ein neues Staats- Gr u n d g esrtz verliehen worden. Die hierauf bezüglichen, von Schloss EiSgrttb, 26. v. M., datirteu Aktenstücke lauten: 1) Wir Johann II., von Gottes Gnaden Fürst und Regierer des Hauses von und zu Lichtenstein rc. rc. Seit dem Antritt Unserer Regierung bildete die Wohlfahrt und das Glück der Unterthanen Unseres FürstenthumS das Ziel Unserer steten Bemühung und landesväterlichen Sorgfalt. Zur Erreichung dieses hohen Zweckes haben Wir daher auch über die Bitten Unserer getreuen Landstände wegen zeitgemäßer Abänderung der Landesverfassung vs» 9. November 1818 Berathungen angeordnet, und mit rKgrm Interne den Fortgang der dieSfälligen Verhandlungen verfolgt. Die zwischen Uns runden Ständen erzielte Vereinbarung setzt Un» nunmehr in die Lage, den Anforderungen der Jetztzeit im Einklang mit der Bundesakte Rechnung tragen zu können und auf verfassungsmäßigem Weg der künftigen Landesvertretung eine größere Einflußnahme aus die Gesetzgebung und aus die innere Verwaltung deS FürstenthumS zuzuerkeUnen. Aber auch rücksichtlich der von der Bevölkerung angestrebten Organisation der Staatsbehörden wurde es uns möglich, den Anträgen Unserer Landstände durch die Verlegung des Amtssitzes der obersten Verwaltungsbehörde innerhalb des FürstenthumS und durch Trennung der Domänenverwaltung von der politischen Administration zu willfahren. Indem Wir nun durch die Sanktion des neuen Staatsgrundgesetzes Uns Unseres gegebenen Versprechens entledigen und durch eine Organi- sationsvcrordnung Unsern fürstlichen Willen in Betreff der künftigen Einrichtung der Staatsbehörden kund geben, sprechen Wir die zuversichtliche Hoffnung aus, die Bevölkerung Unseres FürstenthumS werde wie bisher in Treue und Anhänglichkeit zu Unserem Fürstenhaus« verharren und durch bethätigtes Vertrauen die Bestrebungen der Regierung in der Förderung des Gemeinwohls unterstützen. 2) Wir Johann II. rc. rc. haben, von der Ueberzeugung geleitet, daß eS den Interessen Unseres Landes und sürstlichen Hauses mehr entspreche, wenn Wir die oberste Verwaltungsbehörde mit ihrem Amtssitz in das Fürstenthum verlegen und hiermit zugleich in objektiver Beziehung eine Trennung der fürstlichen Domanenverwaltung vou der Landesregierung in Vollzug setzen lassen, solgenden organischen Anordnungen Unser« Genehmigung ertheilt: 1) Als politische, Justiz- und Strasbehörde erster Instanz hat ein Landgericht zu sungiren. 2) Zur Besorgung der Geschäfte der öfsentlichen Verwaltung wird als Regierungsbehörde die Regierung in Vaduz mit der in der bcisolgenden Instruktion vorgezeichneten Amtswirksamkeit eintre- ten. 3) Unsere Hoskanzlei in Wien verbleibt Reknrsinstanz in politischen und Finanzangelegenheiten, sowie auch Appellationsgericht in Justiz- gegenständen, desgleichen 4) das dem bestehenden Uebereinkommen mit der kaiserl. österreichischen Regierung gemäß bestellte Oberlandesgcricht zu Innsbruck als oberster Gerichtshof. 5) Von der Regierung, jedoch vorerst nur in objektiver Beziehung getrennt, hat sür unsere Domänensachen die Rentenverwaltung zu Vaduz mit der unmittelbaren Unterordnung unter Unsere Hofkanzlei fortzubcstehen. 6) Die fürstliche Buchhaltung endlich wird sowohl sür die Staatsbehörden, als auch sür das Rentamt Unseres FürstenthumS die Rechnungskonlrol-Geschäste versehen. Schließlich setzen wir den 15. Oki. d. I. als den Termin fest, an welchem die Behörden Unserer gegenwärtigen Anordnung in Wirkung zu treten haben, und von welchem Zeitpunkte an die Amtswirksamkeit der einzelnen Aemler nach den Bestimmungen dieser Verordnung zu handhaben ist. 3) Wir Johann ll. rc. rc. verordnen hiermit: 1) Es habe noch im Monat November d. I. der Landtag zusammenzutreten ; 2) sei zu diesem Behufe gleich mit den Vorarbeiten zur Durchführung der Landtagswahlen zu beginnen; 3) erst in Anbetracht des schon weit vorgerückten Jahres auf Grund des Meinen Landständen im Monat Juni d. I. zur Einsicht mitgetheilten Staatspräliminars mit der Ausschreibung der landessürsilichen Steuern im Betrage von fünftausend Gulden österreichische W. vorzugchcn; jedoch behalten Wir Uns die Einholung der nachträglichen Zustimmung Unseres Landtags zu dieser Steuer- auSjchreibung bevor. 4) Unsere Regierung wird mit der Ausführung dieser Anordnungen beauftragt. Darmstadt, 15. Okl. (Südd. Ztg.) Hr. Metz und seine Anhänger beabsichtigen hier eine Landeszeitung zu gründen , der verschiedene Landtags-Mitglieder schon ihre Mitwirkung zugesagt haben. x Frankfurt, 16. Okt. Auch die heutige BundeS- tags-Sitzung war »och nicht vollzählig; es fehlten die Gesandten für Dänemark, Nassau und Otvenburg, welche durch die Niederlande, Großherzogthum Hessen und die sächsischen Herzvgthümer vertrete» waren. Der preußische Gesandte war wieder anwesend. Das Wichtigste aus den Verhandlungen war die Annahme der Anträge des Ausschusses wegen eines gemeinsamen Nachdrucksgesetzeö durch Stimmenmehrheit. Preußen bezog sich auf fern verwahrendes Votum vom 24. Juli zurück und stimmte gegen die Anträge. — Die mehrbesprochene Pensionsangelegenheit der Wittwe des ehemaligen schleswig-holsteinischen Artilleriemajors Jungmann wurde durch Bewilligung einer Beihilfe von 400 fi. poslnu- mersnäo erledigt. — Schließlich Festungsbau-Angelegenhei« teu. — Unter den Anzeigen befand sich die über die Akkrediti- rung des neuen spanischen Gesandten, Hrn. v. Rascon; unter den Privateingaben eine des Herzogs Aremberg gegen die Krone Hannover. Kassel, 15. Okt. (Fr. I.) Der Generalstaatsproknra- tor Schüler ist zum Lanvtagökommiffär bestellt worden, und eö wird heute oder morgen das amtliche Blatt diese Ernennung veröffentlichen. Schüler ist ein Mann von konservativer Gesinnung; allein man würde ihm Unrecht thun, wollte man ihn mit den Anhängern des Heffeuvereinö zusam- menstelleo; zu diesen steht er vielmehr in entschiedenem Gegensatz. — Die Stellung deS Hrn. v. Stiernberg soll sich einigermaßen befestigt haben, und diesem Umstand soll die frühere Einberufung des Landtags zu verdanken sein. — Ober- appellationsgerichts-Rath 11r. Buff ist als Vertreter Kur- heffenS in der Kommission für gemeinsamen deutschen Zivilprozeß in Hannover bestellt worden. Son-ershausen, 14. Okt. Die hiesige Zeitung bringt das fürstliche Dekret, dem zufolge der Staatsmiuister und Wirst. Geh. Rath Oskar v. Elsner hier auf sein Ansuchen seinen Funktionen als Chef des fürstl. Ministeriums, sowie als Miuisterialabcheilungs-Vorstauh, unter Bclaffung in seinen Titel» und seinem Range, enthoben, der Staatsrach Keyser Hierselbst mit diesen Funktionen interimistisch betraut wird. Hannover, 14. Okt. Im hiesigen Gewerbevcrein hat sich gestern Graf Borries beiläufig über den Handelsvertrag ausgesprochen. Gelegenheit dazu bot ein Vortrag eines Or. Bärens über den deutsch-französischen Handelsvertrag, in welchem der Redner eine Gefahr für die Unabhängigkeit und EiMlt Deutschlands sah. Fabrikant Meyerhof machte dagegen geltend, daß der Handelsvertrag mehr mit Ri cksicht auf die Finanzen unseres Landes , auf die Lage uu- ^er.r produzn enden und konsumircnden Bevölkerung geprüft wc.den muffe, — eine Ansicht, der sich der frühere Minister des Innern, Graf Borrics, mit dem Bemerken anschloß, daß der Hauptgesichtspunkt bei Prüfung des Vertrags der sein müffe: welchen Einfluß äußert derselbe auf unsere Finanzen, auf unsere Industrie? Diese Frage möge jetzt erst einmal gründlich von sachkundigen Vercinsmitgliederu geprüft und in etwa 14 Lagen die Frage nochmals zur Berathung verstellt werden. Der Präsident des Vereins leistete dieser Aufforderung Folge. Der Handelsverein für Elze und dessen Umgegend sandte auf einstimmigen Beschluß folgendes Telegramm an den Handelstag zu München: „Der heute hier versammelte Handelsverein erklärt sich für die unbedingte Annahme des preußisch- französischen Handelsvertrags." Hannover, 15.Okt. Die Celler Pastoralkonferenz hat rm ganzenLande einen mächtigen Eindruck hinterlassen. Schon rühren sich die Gemeinde- und die Kirchenvorstände, um durch Zustimmungserklärnngen die Wucht jener Beschlüsse zu verstärken. Die erste derartige Erklärung ist von der Gemeinde Banteln ausgegangen. Unter den Persönlichkeiten, welche sie Unterzeichneten, findet sich der Graf Bennigsen, der Präsident unseres Märzministeriums. — Der. General v. Hedc - mann wird in nächster Zeit nach dem General-Militär- Hospital gebracht werden. Das Arrestlokal auf der Hauptwache ist eine so schlecht angelegte Lokalität, daß dort Jnhaf- tirte während eines Winters, ohne an ihrer Gesundheit Schaden zu nehmen, nicht verbleiben können. Zn den Verhören gibt Hedemann auf jede gegen ihn gemachte Anschuldigung die Antwort, daß er von der in Frage stehenden «Sache gar nichts wisse, da sein Gedächtniß gelitten. Man glaubt, daß wegen des Kolossalen des vorliegenden Materials die Voruntersuchung bei angestrengter Thätigkeit erst in drei Monaten zu Ende gebracht werden könnte. * Berlin,15. Okt. Die „Stern - Ztg." beginnt heute eine Rückschau auf die vergangene Landtags-Session; sie betont dabei noch einmal die Aufgabe, welche das Ministerium durch königl. Erlaß vom 19. März erhielt: „in allseitiger Wahrung der Verfassung, in gleicher Weise, wie den Rechten der Landesvertretung die volle Geltung gesichert ward, auch die Rechte der Krone in der ungeschmälerten Kraft zu erhalten, welche für Preußen zur Erfüllung seines Berufs noth« wendig ist, und deren Schwächung dem Vaterlande zum Verderben gereichen würde." — Zn der „Kreuzzeitung" ra- bulict ein alter Säbel gegen die „Weinerlichkeit" und „gedrückte Stimmung" unter den Feudalen. Anno 13 am 15. Oktober sei das anders gewesen; damals sei die große Landes- kalamilät — die Franzosenherrschast — kein Gegenstand des Jammerns gewesen, sondern man habe sich in hoffnungsvoller Stimmung befunden. Heute sei die Demokratie diese Kalamität. Mit weinerlichen Redensarten und gedrückter Stimmung sei diese nicht zu überwinden u. s. w. — Die „Volkszeitung" bleibt standhaft in ihrer ruhigen Auffassung der Lage. Sie sagt heute u. A.: Je greller die Krisis, desto ruhiger kann das Volk dem Ausgang entgegensetzen : . . Das Peinvolle, das wir empfinden, beruht in der That nicht in irg^id welcher Befürchtung, die wir hegen, sondern in dem Gefühl der Scham, welches die Vaterlandsliebe in uns wach ruft, daß überhaupt eine Krisis, wie die jetzige, noch ein Gegenstand ernster Betrachtung in einem so gebildeten Staate wie dem unsrigen sein könne. Die eine Wahrnehmung hätten selbst dir verrottetsten Geister schon machen müssen, daß eine Reaktion ohne Volk ganz unmöglich, und daß es eine Lächerlichkeit sonder Gleichen ist, wenn man vermeint, die Bevölkerung des Staats durch einen neuen preußischen Vvlksverein, die der Hauptstadt durch einen Goldarbeiter Namens NeuhauS, einen Schuster Namens Kasska und einen Lehrer Namens Fiege als Reaktionsstütze repräscnliren zu können. Wir befinden uns in der peinvollen Situation, über Bürge sprechen zu müssen, die selbstverständlich sind, in der peinvollen Situation, gegenüber haltlosen Staatschimären noch immer staatsrechtliche Ausführungen aufzustellen. Es widerstrebt dem Rechtsgesühl, noch ein Wort über eine Lage zu verlieren, welche der Abgeordnete Gneist richtig mit der Bezeichnung charakterisierte, daß man in derselben nur ruhig an das Staatsgewissen zu appel- liren brauche. Aber in dieser Appellation haben wir auch nicht den allerleisesten Hauch eines Zweifels, daß der Prozeß für uns entschieden ist, und um so entschiedener für uns entschieden, je greller das Reaktionsgewühle wird und je ruhiger, rechtsbewußter, sicherer, fester, verfassungstreuer und gesinnungsklarer das Volk dabei in seiner übergroßen wuchtvollen und jede Willkür niederschmetternden Einmüthigkeit ist. Bei der vorgestrigen Abstimmung im Hause der Abgeordneten fehlte außer den fünf Konservativen auch Hr. v. Patow. Hr. v. Patow hat auch nicht, gleich dem Grafen Schwerin, den Simson'schen Antrag unterzeichnet. — Die am Samstag erschienene Nummer der „Tribüne" istkonfiszirt worden. Gegen die „Deutschen Jahrbücher" von Oppenheim sind zwei Preßprozesse anhängig. Die „N. Stettin. Ztg." vom 12. Okt. ist wegen des Leitartikels („Die Debatten im Herrenhause") und einer Berliner Korrespondenz von der Polizei mit Beschlag belegt, und zwar auf Grund des §. 100 des Strafgesetzbuchs (Störung des öffentliche» Friedens), welcher durch den Leitartikel, und des §.75 (Verletzung der Ehrfurcht gegen den König), welcher durch die Korrespondenz verletzt sein soll. Im „Görlitz. Anz." befand sich ein Artikel über den v. Ja- gow'schen Wahlerlaß unter dem Titel: „s In Manteuffel", der zu einem Preßprozeß Anlaß gab. Der Redakteur wurde in erster Instanz frei'gesprochen, von dem Appellationsgericht für strafbar erklärt; am 9. Okt. hat daS Obertribnnal die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Von Nr. 240 der „Magdeburg. Ztg." ist das Worgenblatt polizeilich in Beschlag genommen. Italien. Turin, 12. Okt. (Köln. Ztg.) Der Kriegsminister hat nunmehr, dem Antrag oes Visziplinarralhs gemäß, eine Kommission von Generalen niedergesetzk, welche über den General Mella und sein Verfahren beider Verfolgung Gari- baldi's ein Urtheil fällen sollen. Präsident dieser Kommission ist General della Rocca. — Die bis jetzt entlassenen, meist dem Süden angehörigen Garibaldianer werden in kleinen Abtheilungen nach ihrer Heimath zurückgesandt; man behauptet, es fehle an Transportmiteln, um sie Alle zusammen überzusetzen ; wahrscheinlich aber hat man die jetzt befolgte Methode aus Gründen der Vorsicht gewählt. — Es scheint kaum noch zweifelhaft, daß die Kugel noch nicht aus Garibaldi'S Wunde entfernt ist. Der neue Bericht der zur Konsultation berufenen Acrzte erklärt dies allerdings nur für möglich, aber andere Sachverständige behaupten es mit größter Bestimmtheit. Uebrigens verdient bemerkt zu werden, daß Or. Zanetti, welcher sich unter den Unterzeichnern des Berichts befindet, früher behauptet hatte, die Kugel sei wieder zurückgeprallt; er ist also in seiner Ansicht jetzt mindestens schwankend geworden. Turin, 15. Okt. Die „Monarchia Nazionale" meldet, daß der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen sich wahrscheinlich nach Italien begeben werden; sie würden den Winter in Catania zubringen und auf der Rückreise die bedeutendsten italienischen Städte besuchen. Dem Vernehmen nach werde der Prinz von Wales seine Schwester nach Sizilien begleiten. — Man will wissen, das der König einen Theil des Winters in Neapel zubringen werde. Frankreich. K Paris, 17. Okt. Der „Moniteur" bestätigt heute die gestern gemeldete Ernennung des Hrn. Drouynde L'H uys zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten an Stelle deö Hrn. Thouvenel. Es ist dies zum vierten Mal seit 1848, daß derselbe an der Spitze des auswärtigen Amts tritt. Die „France", deren Politik heute einen glänzenden Sieg davonträgt, erinnert daran, daß Hr. Drouyn de Lhuys Minister der auswärtigen Angelegenheiten war, als der Präsident der Republik jene Politik in Angriff nahm, welche Pius lX. die Thore Roms öffnen sollte. „Unter dem Ministerium eines Mannes, welcher erne solche Erinnerung in seinem Leben hat, wird der heil. Vater nicht durch die Revolution besiegt werden, und der Minister, welcher dazu beitrug, den Papst nach Rom zurückzuführen, übernimmt nicht wieder die Geschäfte, um ihn fortzutreiben.'" — Wie bereits gestern in einer Nachschrift bemerkt, bleiben die übrigen Minister, einschließlich Persigny, vorläufig im Amt. Dem Vernehmen nach ist es Fürst Morny, welchem es gelang, eine gänzliche Auflösung des Kabinels zu verhindern, denn Graf Walewski war bereits mit der Neubtloung eines Ministeriums beauftragt. Dennoch behauptet man fortwährend, daß Lagueronniere oder Hr. v. Bourqueney demnächst an die Spitze des Ministeriums des Innern treten und Hr. v. Persigny wieder als Gesandter nach London gehen werde. — Durch die Ernennung des Hrn. Drouyn de L'Huys und die damit entschieden betretene papstfreundliche Politik wird auch die Ernennung des Fürsten Lato urd'Auvergne zum Gesandten in in Rom sehr wahrscheinlich, und man versichert in der That, daß dies schon dieser Tage der Fall sein wird. Hr. Benedetti wird aus Turin abberufen werden und Ende der Woche in Paris eintreffen. — Uebrigens kommen die kaiserl. Beschlüsse in Turin nicht unerwartet, denn schon Dienstag und gestern war Hr. Rattazzi vom bevorstehenden Rücktritt des Hrn. Thouvenel in Kenntniß gesetzt worden. Die Nachricht vom Rücktritt Rattazzi'S würde hier kaum mehr überraschend kommen. Die Dampsyacht „Jeröme Napoleon", an deren Bord Prinz Napoleon und seine Gemahlin sich befanden, ist am 14. in Lissabon eingetroffen. Zwischen dem 20. und 25. ist die Nacht in Nochefort zurückerwartet. — Die „Amazone", welche zu Vera-Cruz als Spital diente und nach dem Gutachten der Sanitätsbehörde „verpestet" ist, soll versenkt werden. — Der Kaiser wünscht den Genera! Montauban, welchem die Palikao-Dotation so unvermuthet entgangen ist, an die Stelle des Marschalls Castellane zum Befehlshaber der Armee von Lyon zu ernennen; der Kriegsminister Marschall Randon wiversetzt sich jedoch diesem Vorhaben auf's lebhafteste. — Wie man versichert, hat die chinesische Regierung sich erkoren, mehrere oder alle Ratenzahlungen, welche sie auf Grund der mit Baron v. Gros und Lord Elgiu abgeschlossenen Verträge zu leisten hat, im voraus zu zahlen. — Hr. v. Mon scheint definitiv wieder als spanischer Gesandter nach Paris kommen zu sollen. — Graf A. Zamoyski wird heute Abend, von Berlin kommend , in Paris erwartet. — Man glaubt, daß derKönig und die Königin von Portugal im November dem Kaiser einen Besuch im Schlosse zu Compiezne abstatten werden. Die Börse nahm die Ernennung des neuen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, freilich nicht sowohl um Roms, als um der Rückkehr des Kaisers zu einer konservativen Politik im Allgemeinen willen, günstig auf, und die 3proz. Rente stieg bis auf 71.35. Die italienische Anleihe fiel im ersten Schrecken allerdings bis auf 72.60, doch erholte sie sich gleichfalls wieder auf 73. Cred. Mob. benützte die Gelegenheit, um auf 1185 mitzusteigen. — Der Papst hat dem kleinen Prinzen, welcher nun Unterricht im Katechismus erhält, einen, wie man sagt, sehr werlhvollen Rosenkranz zum Geschenk gemacht. Großbritannien. * London, 15. Okt. Die preußischen Vorgänge machen hier einen starken Eindruck. Die Sprache aller Blätter sieht sich auf ein Haar ähnlich, wie dies bei einer so einfachen konstitutionellen Frage nicht anders sein kan». „Seit Karl X. — sagt die „Times"'— die bekannten Ordonnanzen erließ, ist eine summarischere Verletzung der verfassungsmäßigen Freiheit in keinem der größeren Staaten Europa's erlebt worden. Die preußischen Liberalen müssen sich auf einen langen und schwierigen Kampf gefaßt machen." Der toryistische „Herald" spricht von Karl I. von England. Er glaubt nicht, daß, wie es in der Schlußrede heißt, daS Verfahren des Ministeriums Bismarck später „die Billigung der Kammern erhalten werde"; denn sagt er —, wir haben vom preußischen Volk keine so schlechte Meinung, um anzunehmen, daß es politischen Selbstmord begehen will. Wir erwarten andererseits keinen Revolulionsversuch in Preußen. ES ist die intelligente Mittelklasse, die in diesen Kamps verflochten ist. Die niedere Klasse ist's, die Revolutionen macht. Die Deutschen sind überdies geduldig und langmüthig, sollen aber deßhalb nicht von einer aristokratischen Camarilla verachtet und mit Füßen getreten werden. Der „Advertiser" sagt: Es ist ein regelrechter Staatsstreich, wie er im Buche steht. Somit ist die „Politik des gezogenen Schwertes" eingeweiht. Für den Augenblick wird das Volk sich wahrscheinlich nicht rühren. Alles, was vielleicht geschehen dürfte, ist, daß, wie dies selbst in KuiHessen geschah, hie und da ein preußischer Bürger lieber sein Haus und seine Kasse erbrechen lassen, als die von der Kammer nicht bewilligten Steuern entrichten wird u. s. w. Amerika. ^ Neu-Uork, 4. Okt. (Per „Etna".) Der Kongreß in Nichmond hat die Lincoln'sche Emanzipaiionsproklama- tion als einen Angriff auf die Rechte des PrivakeigenthumS und als eine Aufstachelung zum Bürgerkriege erklärt, welche den Abscheu der ganzen Welt verdiene. Er wurde das Aufziehen der schwarzen Flagge und andere außerordentliche Ver- gcltungsmaßregeln angeralhen, damit der Krieg geradezu ein Vernichtungökampf werde. — Es sind Gerüchte von einer Vorrückung der M'Clellan'schen Armee gegen General Lee in Umlauf. — Der Präsident hat in Begleiiung von Sekretär Chase gestern das Lager besucht und die Armee Revue passiren lassen. Er kehrt heute nach Washington zurück. — General Beauregard hat sein Hauptquartier in Charleston, als dem Mittelpunkt des Milltärkommando's von Süd- Carolina und Georgia, aufgeschlazen. In einem Aufrufe au die Bevölkerung bemerkt er u. A., es dürfte demnächst seine Aufgabe sein, zwei der bedeutendsten Städte der Südstaalen, nämlich Charleston und Savannah, zu verlheidigen. Er fordert semc Armee auf, ihm dabei kräftig zur Seite zu stehen. Die SütOchen unter General Bragg bedrohen noch immer das von General Buell besetzte Louisvllle, und von Tag zu Tag wird eine große Schlacht erwartet. * Neu-Bork, 4. Okt. Der „Nichmond Enquirer" schreibt: „Llncoln 's Proklamalion wird die Neger einfach in's Verderben stürzen. Jetzt sind sie wohlgemutst und glücklich, Lincoln aber beabsichtigt ihren Ruin; denn das ist ihr Schicksal, wenn ein Aufstand unter ihnen ausbrechen sollte. Sobald der Neger keinen Herrn mehr fürchtet, wird er zur Bestie und stürzt sich und Andere in's Verderben." Dasselbe Blatt sagt: „Unsere mililänschen Operationen werden von nun an in größerem Maßstabe geführt werden. Lincoln's Proklamation schneidet jede Möglichkeit einer Verständigung ab; der nächste Feldzug wird, was den Charakter und die Ausdehnung des Kampfes betrifft, ein fürchterlicher werden." — Andersens spricht auch „New-Aork World" in seiner letzten Nummer die Ansicht aus, es werde der Krieg in Folge der Proklamation nur schrecklicher werden. Die Schwierigkeiten, den Süden zu besiegen, seien durch sie vermehrt, und der Erfolg werde zeigen, daß das Emanzipationsdekret einer der größten Mißgriffe des Kriegs gewesen sei. — Südstaaklichen Angaben zufolge steht M'Clellans Armee auf der Südseite des Potomac und rückt auf der Straße von Harpcrs Ferry und Shephcrdstown vor. Eine Schlacht ist im Anzuge, denn General Lee trifft Anstalten, sich dem Feinde entgegenzustellcn. Dem „Nichmond Whig" zufolge betrugen die Gesammtver- lufte der Südlichen in Maryland nicht über 5000 bis 7000 Mann. — General Butler hat verordnet, daß Jeder, der sich weigert, der Union den Bürgerciv zu schwören, als Feind der Vereinigten Staaten rcgistrirl werde. Die ihn leisten, will er zur Begnadigung empseblen. Vom 1. Nov. angcfangen sind Fakturen für Importartikel im neuen Zollamte nur dann gütig, wenn sie durch die Konsuln an den betreffenden Verschiffungshäfen beglaubigt sind. — Der Unionsgeneral Morgan, der zuletzt in Cumbcrland Gap gestanden war, ist an den Ohio, gegenüber von Portsmouth, vorgerückt. Die neuesten Blätter aus Louisville bestätigen die Nachricht, daß der Unionsgeneral Nelson von seinem Kollegen, General Jefferson C. Davis aus Indiana, erschossen worden ist. Die Veranlassung wird auf verschiedene Art erzählt, die That- sache aber bleibt in allen Berichten dieselbe: daß die beiden Generale einen Streit mit einander hatten, daß General Nelson den andern öffentlich beleidigte und von diesem mit einem Revolver niedergeschossen wurde. Vermischte Nachrichten. — Nürnberg, 15. Okt. Gras Giech, „früh» (wie cs in dem bezüglichen Schreiben des Grasen heißt) in Frankfurt selbst Mitglied der kleindeutschen Partei", hat sich „in Betracht der großen politischen Umge» staliung in Oesterreich und der neuen Stellung, welche dasselbe zum übrigen Deulschland eingenommen", unter die Mitglieder des grvßdeuischen Vereins ausnehmen lassen, der in München gegründet wurde. Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herrn. Kroenlein. Großherzogliches Hoftheater. Sonntag 19. Okt. 4. Quartal. 112. Abonnementsvor« stellunq. Der Prophet; große Oper mit Ballet in 5 Allen, von Mcyerbeer. Z.p.20. Karlsruhe. Verwandten und Freunden geben wir die betrübende Nachricht von dem gestern Nacht halb zwölf Uhr erfolgten Ableben unserer theuern Schwester und Tante, Karoline, geb. Ludwig, Wittwe des großherzoglichen Finanzdirektors Karl Gerstlacher. Karlsruhe, den 17. Oktober 1862. Die Hinterbliebenen. Z. p. 25. Zize n h ausen. Unser innigst geliebter Vater, Schwiegervater und Großvater, Johann Baptist vr. Bader, großh. bad. Geheimerrath, ist heute Vormittag 11 Uhr, mit den heiligen Sakramenten versehen, nach längerem Leiden in seinem 75. Jahre sanft und gottergeben verschieden. In tiefster Trauer bitten wir um frommes Andenken für unfern theuern Verblichenen. Zizenhausen, am 16. Oktober 1862. Bertha Freifrau vonDuol-Be- renberg, geb. Bader. Friederich Freiherr v o n K r a s f t - Ebing, großh. bad. Oberamtmann a. D., Ritter des Zähringer Löweu-Ordens, als Stiefsohn. Rudolph Freiherr von Buol« Berenberg. Luise Freifrau vou Kr afft- Ebing, geb. Mittermaier. Z.0.984. Karlsruhe. Im großen 8aate der Gesellschaft Eintracht. Sonntag den 19. u. Montag ! den 20. Oktober 1862, Abends 7 Uhr: Unwiderruflich die letzten Zweigroßen musikalischen«, physikalischen Vorstellungen des Professors Alles Nähere durch die Zettel. W^ Anerbieten. Ein Knabe von 7 bis 10 Jahren findet sogleich Aufnahme in einer Beamtenfamilie, deren Kmder durch einen Hauslehrer unterrichtet werden. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. Z.».411. Gengen bach. äger-Gesuch. fleißige Säger finden beständig. eo Mehrere geübte und fleißige Säger finden beständig« Arbeit gegen gehörigen Lohn auf den mechanischen Sägmühlen in Gengenbach bei Z.o.992. Hagenau (Elsaß). El» B»Hdr L Ä nig im Setzen aushelfen kann, findet dauernde Kon- dition bei V. Edler in Hagenau (Elsaß). Z.o.427. Mannheim. Nach (Australien) finden ledige Schäfer, Bauern, Knechte, Schmiede, Metzger und Zimmerleute, sowie auch einige Bauern- famiiien unter Vorschuß der Seeüberfahrts- koften Annahme bei ÄtklouÄ 8L DtzvA in Mannheit» und deren bekannten Herren Bezirksagenten. Z.p.19. Karlsruhe. Läden zu vermiethen. In der Ritter- und Langenstraße Nr. 155 find mehrere schöne Läden sogleich oder auf den 23. Januar zu vermiethen. Z.p.22. Karlsruhe. Schuhmacherwaaren- und Fahrnißverfteigerung. AuS dem Nachlasse der Frau Schuhmachermeister Daniel Schönberger Wittwe, Karoline, geborne Kühnle dahier, werden in der Karlsstraße Nr. 4 am Mittwoch den 22., Donnerstag den23.und Freitag den 24. Oktober d. I., jeweils von Morgens9 Uhr und Nachmittags2 Uhr an, die nachbmannten Fahrnisse gegen Baarzahlung zu Eigenthum öffentlich versteigert, als: Ein großer Vorrath gefertigter Herren-, Damen- und Kinderschuhe und Stiefel, sonstige Ledervorräthe, Schuhmacherhandwerksgeräthe; ferner Gold und Silber, Manns- und Frauenkleider, Bettung, Weißzeug, Schreinwerk und allerlei Hausrath. Mit den Schuhmacherwaaren und den Ledervor- räthen wird der Anfang gemacht. Karlsruhe, den 16. Oktober 1862. Großh. bad. Stadtamtsrevisorat. G. Gerhard. vckt. Ankener. Z.o.996. Nr. 1751. Säckingen. I Weinverftei'gerung. Am Montag den 27. d.M., Nachmittags 3 Uhr, wird in !dem herrschaftlichen Keller zu Beuggen der daselbst lagernde 1862r Wein vom Bergle-Rebberg zu Beuggen, nämlich: 49 Ohm rother Wein und 10 Ohm weißer Wein, in schicklichen Abtheilungen öffentlich versteigert. Säckingen, den 14. Oktober 1862. Großh. bad. Domänenverwaltung. So eben ist in der Unterzeichneten erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Gewerbegefetz für das ÄriHeiMthilm Waden nebst Vollzugsvorschriften, Erläuterungen und Verweisungen ans die einschlagenden Gesetze und Verordnungen. Im Anhang das Gesetz über Niederlassung und Aufenthalt, sowie die KZ. 11—13 der Mühlenord nung. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von L. Turban, Ministerialrath im großherzoglich badischen Handelsministerium. Preis 3V kr. Wiederverkäufer erhalten entsprechenden Rabatt. Karlsruhe, 1. Oktober 1862. Z.o.989. Karlsruhe. Die keier «It'818. M«ber8. Die vereinigten Karlsruher Turner beschlossen, den denkwürdigen 18. Oktober durch einen solennen Fackelzug und ein Banket mit Ansprachen , Gesängen und Musik (in der Geiger'schcn Trinkhalle) zu feiern. Zur Thcilnahme wurden die hiesigen und auswärtigen Vereine eingeladen, und haben dieselben ihre Mitwirkung auch freundlichst zugesagt. Man versammelt sich an genanntem Tage zum Fackelzuge vor dem Durlacher Thore Abrnds 7 Uhr. Der Abgang erfolgt präzis 8 Uhr. Der Zug bewegt sich durch die Langestraße, KarlSstrahe in die Geiger'sche Trinkhalle. Der beiderseitige Turnrath. Gründliche Heilung der eingeklemmten Brüche. Sofortige Linderung. Herr Helvig, Mitglied der kaiserl. Akademie der Künste in Paris und der königl. Akademie in London, kaiserl. französ. patentisirter Brucharzt und Erfinder neuer anatomischer Bruchbänder, wodurch alle veralteten oder eingeklemmten Brüche geheilt werden, ferner neuer Unterleibsgürtel, um das Verrücken der Gebärmutter zu verhindern, wird den 24. und 25. Oktober im Gasthof zum König von Portugal in Mannheim, den 26. und 27. Oktober im Gasthaus zum Rothen Haus in Karlsruhe, den 28. und 29. Oktober im Gasthaus zum Engel in Freiburg, den 30- und 31. Oktober im Gasthaus zmn Rebstock in WaldShnt zu sprechen sein. Der Erfinder ist im Besitze mehrerer goldener und silberner Ehren- und Verdienstmedaillen, so wie mehrerer hundert Zeugnisse und Beweise, die zur Einsicht bereit liegen. Briefe werden schleunigst beantwortet. Arme werden stets unentgeltlich behandelt. Z.ö.924. Altbreisach. Versteigerung im Herbftischen Rheinbad Mittwoch den 22. Oktober, Vormittags 10 Uhr: Zwei fehlerfreie, ein- und ziveispännig eingeführte Pferde, nämlich eine sehr schön gebaute, zur Nachzucht sich eignende Stute, und ein kräftiger Wallach, Braun, sammt Stallhalftern; Mittwoch den 29. Oktober, Vormittags 9 Uhr anfangend: Fuhr-, Hand- und Feldgeschirr aller Art mit sonstigen rielcrlei Hausgerälhschaften, ein aufgerichtetes, leichtes Bauernwägelchen mit eisernen Achsen, ein niederer Rollwagen, ein Schlitten, ein Schiebkarren, eine leichte viersitzige Chaise, eine kleinere Droschke, beide neu lackirt und ansge- fütlert, ein- und zweispännig eingerichtet, mit Schraubenschlüssel; den; wozu wir die Liebhaber unter dem Ansitzen eiu- laden, daß das rothe Zeug gesondert geherbstet worden ist, und daher auch 4 Ohm s. g. Weißarbst zur Versteigerung gebracht werden. Bemerkt wird noch, daß vom Rebhos an bis zu der nach Varnhalt führenden Straße ein neuer Abfuhrweg hergestellt worden ist. Bühl, den 17. Oktober 1862. Großh. bad. Domänenverwaltung. Z.o.956. Mannheim. Versteigerung. Kommenden Montag den 20.d. MtS., Vormittags 10 Uhr, werden im hiesigen Flußbaumagazin bei der Hafenschleuße circa 135 Ztnr. altes Guß- und circa 48 Ztnr. altes Schmicdeisen von abgängigen Fluß- und Eisenbahnban-Geräthschaften öffentlich versteigert. Mannheim, den 14. Oktober 1862. Großh. bad. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. Binder. vckt. Hcnecka. Z.o.1000. Karlsruhe. Wellellverstekgerung Mittwoch den 22. d. M., früh 9 Uhr, we^ den in der großh. Fasanerie dahier 9100 Stück sorlcne Wellen öffentlich versteigert, und versammelt man sich im Innern Zirkel am Fasanengarten-Thor. Karlsruhe, der» 15. Oktober 1862. Großh. bad. Hof-Forstamt. v. Schönau. Z.o.997. Durlach. Versteigerung. Die Lieferung von 10,000 Steinen zur Einsteinung der EigenthumSgrenzen wird Frcitagden 24. Oktober, Vormittags 10 Uhr, im Rathhausc zu Dnrlach öffentlich versteigert. Durlach, dm 15. Oktober 1862. Bürgermeisteramt. Wahrer. Z.o.964. Nr. 3307. Rheinbischofsheim. (BersäumungSerkenntniß.) In Sachen des OchsenwirthS Wilhelm Scherwitz von Neufreistelt gegen unbekannte Berechtigte, Aufforderung und Eigenthumsfreiheit bctr., werden auf klägerrsche« Anrufen alle diejenigen Ansprüche, deren Geltendmachung an dem, von Ochscnwirth Scherwitz von Neusrei- stett erworbenen, zweistöckigen Wohnhaus, nebst Garten und Zugehör dortselbs), gegenüber unserer Aufforderung vom 24. Juli l. I., Nr. 2278, unterbliebe« ist, hieinit dem neuen Erwerber gegenüber für erloschen erklärt. Rheinbischossheim, den 10. Oktober 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Eisen. Z.o.934. Rr. 13,929. EmmendingeU. (Ur- theil.) Nachdem Jäger Friedrich Wiedemann von Nimburg sich auf die unterm 5, September d. I., Nr. 12,155, an ihn ergangene Aufforderung weder dahier noch bei seinem Kommando gestellt hat, wird derselbe — vorbehaltlich seiner persönlichen Straf« im Betretungsfalle — des Orts- und StaatSbürger- rechts für verlustig erklärt, in die gesetzliche Strafe von 1200 fl., sowie in die Tragung der Kosten dieses Verfahrens verfällt. Emmendingrn, dm 13. OktiKer 1862. Großh. bad. Oberamt. F i n a a d o. Z.P.9. Nr. 19,052. Heidelberg. (Aufforderung und Fahndung.) Der Aufenthaltsort des wegen Diebstahls und Betrugs angcschuldigten August Wallraff von Grötzingm ist unbekannt. Derselbe wird aufgefordcrt, sich zum Zweck seiner Vernehmung dahier binnen 3 Wochen zu stellen, da sonst nach Lage der Akten da- Evkmntuiß gegen ihn würde gefällt werden. Zugleich bitten wir um Fahndung. Heidelberg, dm 9. Oktober 1862. Großh. bad. Amtsgericht. Z.o.861. Nr. 7841. Lahr. (Erbvorladung.) Georg Ruder von Mietersheim, der von Cincinnati im Staate Ohio die letzte Nachricht von sich ertheilte, wird zu dm Erbtheilungen auf Ableben seines Bruders Jakob Ruder, ledig, von Mietersheim, und seiner Mutter Jakob Ruder's Wittw«, Katharina, ge- bornm Schillinger, von da, mit Frist vpn 3 Monaten mit dem Bedeuten öffentlich vorgeladen, daß im Nicht- erschcinnngsfakkr die Erbschaft lediglich Denjenigen werde zugetheklt werden, welchen sie zufiele, »«nn der Voraeladene zur Zeit des Erbanfalls gar nicht mehr am Leben gewesen wäre. Lahr, dm 10. Oktober 1862. Großh. bad. AmtSrevisorat. Fingado. Z.P.16. Nr. 17,211. Karlsruhe. (Erledigte Aktuars st eile.) Bei diesseitigem Gerichte ist eine Aktuarsstelle mit einem Gehalte von 4M fl. in Erledigung gekommen. Bewerber mögen sich baldigst, unter Vorlage ihrer Zeugnisse, dahier melden. Karlsruhe, dm 17. Oktober 1862. Großh. bad. Stadtamtsgericht. Sach«. zwei ,cyr zur eryaume zwcifpanmgePferdegelchlrre, ein vollständiges Reitzeug mit Pistolenhalfter und Bärenpelz. Altbreisach, den 12. Oktober 1862. _ Oberzolllnspeklor Ringer. Z.o.805. Karlsruhe. Häuser-Versteigerung. Auf Antrag der Erben und Rechtsnachfolger des Handelsmanns Kaufmann Wormser, des Handelsmanns Abraham Aron Ettling er, und der Handelsmann Jonas Ettlinger's Wittwe, Karoline, geb. Marr, von hier werden die unten beschriebenen Wohnhäuser am Donnerstag den 30. Oktober 1862, Nachmittags 3 Uhr, im Geschäftszimmer des Notars Süß, Innerer Zirkel Nr. 33, öffentlich zu Eigenthum versteigert, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Anschlag oder darüber geboten sein wird. Beschreibung der Häuser. I. Ein dreistöckiges Wohnhaus mit dreistöckigem Seitenbau links in Verbindung mit einem zweistöckigen Hintcrbau (Plattform), einem zweistöckigen Seitenbau rechts mit einer einstöckigen Holzremise, Nr. 20 b in der Herrmstraße, neben Schneidermeister Günth und Apotheker llr. Riegel, im Wcrchanschlag von . . .. 32,OM fl. II. Ein zweistöckiges Wohnhaus von Stein mit gewölbtem Keller, zweistöckigem Seitenflügel, rechts von Holz, nebst Hofranm , Innerer Zirkel Nr, 3 (Eck des Innern Zirkels und der Waldhornstraße), neben Hofgoldsticker Heimerdinger Erben und Schuhmachermeister Georg Streb, tarirt zu .... 16,OM fl. Karlsruhe, den 8. Oktober 1862. Großh. bad. Stadtamtsrevisorat. G. Gerhard. vckt. Ankener. Z.P.4. Nr. 2605. Bühl. UWeinverkaus.) Das dies- Ijährige Weinergebniß des ärari- Ischm Rebhofs Nägelsförst bei iBarnhalt, ungefähr 50 Ohm beitragend, wird Donnerstag den 2 3. Oktober d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Hofe selbst in schicklichen Abtheilungen versteigert wcr- Frankfnrt, 16. Oktbr. 1862. Staatspapiere. Oestr. Preuß. Bayern Wrtbg. 5"/o Met. i.S.b.R. 5V« do. in holl. St. 5V, do. 1852 i.Lst. 5'Vo do. 1859 . . 50/gLomb.i. S.b.R. 5«/gVenet.C.b.R.«/7 5°/a Nat.-Anl. 1854 5»/a Met.-Obligat. 50 /a do. 1852C.K.R. 4'/-"/, Met.-Oblig. 40/a dto. 5°/, Oblig. b. Rth. 4>/-V° dto. 4"/a dto. 3'/-V, Staatssch. 50/a 4, Emission 4'/,Vo Ijährig 4'/rV, '/-jährig 4»/a Ijährig 4°/a '/-jährig 40/a Ablös.-Rente 3'/-Va 4'///a Obl. b. Rth. 40/a ditto 3'/-°/, ditto 77'/« P- 74V« G. 87 G. 77 V. P. 66 b. 56-/« P. 56-/« P. 49V« G. 108 P. 102'/- P- 99V. P. 90V« G. 102V- G. 102V. P. 103V« G. 101V- P. 101V. P. 101'/. G. 105'/« G. 104'/- P. 99V« P. Baden G.Hess. Nassau Brschw. Lurbg. Franks. Span. Belgien Schwd. Schwz. N-Am. 4'/,"Za Obligation. 40/a dto. 3'/-«/„ dto. v. 1842 50/a Obligation. 40/a dto. 3'/?/a dto. 5»/o Oblig. b. MH. 4'/-»/a dto. 40/a dt«. 3'/-°/» dto. 3'/-VaO.b.R.L105 4»/aO.Fr.L28kr.b.E. 3'/-"/o Obligation. 3°/« dto. 3°/a ml. Schuld 20/a Schuld 4'/-V°O.i.Fr.L28kr. 4'/-"o Obligation. 4'/-VMbs.l>.B.LE. 4'/-»M.O.Fr.L28k. 4'/-°/aBern.St.-O. 40/a dto. 5»/oGf.St.O.Fr.28 6VaSt.i.D.Lfl.2.30 5°/, do. 1871 u. 74 100'/- P 101P. 94V« P 403V« P 101V. P 99 P. 109V. P 102V« P IM P. 94V. P. 93 P. 94'/. G. 99'/-P. 95'/« P. 49-V. G. 44V. G. 100'/-P. 100'/« P 98'/-P. 102 G. 102 P. 94'/- G. 98'/-P- Diverse Aktien, Eisenbahn-Aktien und Prioritäten. 30/a Frankfurter Bank 3°/, Oesterr. Bank-Aktien 5"/» . Cred.A.i.O.W. 3»/a Bayr. Bank L fl. 500 4°/a Darmst. B.-A. ü fl. 250 40/a Weimar. Bank-Aktien 4°/aMitteld.Cr.-A.L1MTH 4"/a Nordd. Eredit-Aktien 4°/a Luremb. Bank-Aktien Span. H. u. Jnd. Fr. 5ML28 Taunusbahn-Akt. ä fl. 250 3V-VoFrankf.Han.Esnb.-A. 50/aOesterr.Staats-Esnb.-A. 5o/aElisab-B.fl.200pr.St.V- Rhein-Nahe-Bahn 4"/a Ldwh.-Berb. Eisenbahn 4/-"/»Pf.Mar-Esb.-A.b.R. 4VjO/»B«yer.Ostb«hn-Aktien 40/a Hess. Ludwigsbahn 127 G. 756 P. 213'/- b. 231P. 89'/- G. 97'/-b.G. 104'/- P. 590 P. 333 P. 73 G. 233 P. 123V.G- 28 V« P. 139'/« G. 107-/.P. 107-/-bG 127 P. Friedr.-Wilh.-Nordb.-Akt. 5VaLiv.-Flor.420Fr.L28kr. 30/a Oest. St.-Eismb.-Prisr. 3°/aOest.Süd.St. u.Lom.EB 5Va Elisabethbahn-Prior. V, 5»/aBöh.W.-B.P.i.S.b.R«/' 4'/-0/o Heff. Ldwgsb.-Prior. 5°/aOest.Ad.1 .Pr.-O.i.Silb. 2 . 5VaLdwh.-Berb.Prior.-Obl. 4°/°"^ ' ' ' 4V-VuRhein-Nah«b.Pr.O. 4'/-V„FM^Han.Prior.O. 4°/aSüdd.Bnk.-A.30V^mz. Span.Cr.b.Pereire70Va . 4'V-V° Bayer. Ostb. 30»/, 3o/aDentsch.Phömr 20Vä 4"/aFrkf.Provident. 1S"/a 55'/.b.G. 53'/-P. 84'/. P. «4P. 101V« P- 102 P. 103'/. P. 99'/« G. W1V. P. 254 P. 800 P. 106'/. G. 150 G. ÄnlehenS-Loose. Oest.250fl.b.R1839 . 250 , . 1854 , IM Hr.L.18S8 . 500 „v. 1860V, 3'/-VaPreuß.Pr.B. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. 50-fl.-Loöse 35- Kurh.40Thl.L.b.R. Gr.Heff.üOst.L.b.R. Nasf. 25P L. b. R. Sch.-Lippe 25THI.L. Sard.36Fr.L.b.B> Mail.45,Fr. L.b.R. 2V-Lütt.Pr.-O.b.G VereinS-L. rt 10 fl AnSb.-Gunzmh. L: Wechsel-Kurse. 109 P. 72-/«P. 125'/. P. 7S-/-P. 127 P. 10'4 P. 101V-D. 55 P. !S?V« P. 137-/-P. 3SV.P. 34'/. P. 5LV.P. 34'/, P. 36'/-P. SV«P- 12V« P. Amsterdam Antwerpen AugSbg.'ffl.lM Berlin Bremen Brüffel Cöln Hamburg Leipzig London , Maild. i.Fr.2M München , Pari« , Wien , k.S. Disconto. ido^.B. 93'/, D. 1MB. 104V« B. 96'/, B. MV. G. 104V« B. 88V- B. 104'/«». 118'/. B. 93-/. B. SSV« B. S3V«B. 95-/« b. 3«/, G. Gold und Siltzer Pistolen Preuß. Friedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Kranken stück« Engl. Sovereign« Gold pr. Zollpfund chh.Silb. P.Zpfd. Preuß. Eaffensch. Dollar« in Gold l. 9 39'/- 956 946 534 9L3 1148 803—3 5230 145 225'/- Druck und Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei. (Mit einer Beilage.)