Karlsruher Zeitung. Freitag, S Dezember. N. 28 «. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl-, durch die Post im Großherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briese und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. » Amtlicher Lhcil. Karlsruhe, den 4. Dezember. Ordensverleihungen. Keine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aich unter dem 12. November d. I. gnädigst bewogen gefunden: dem Grafen van der Straten Ponthoz, Oberhofmarschall Seiner Majestät des Königs der Belgier, dem Vicomte v o n Conway, Intendanten der Zivilliste Seiner Majestät des Königs der Belgier, und dem Grafen von Lannoy, Obersthofmeister Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Brabant, das Großkreuz; ferner dem General Bor mann, Flügeladjutant, und jem Sekretär Seiner Majestät des Königs der Belgier, Jules Devaux, das Konimandeurkreuz mit Stern; dem Major Burnell, Flügeladjutant Seiner Königlichen Hoheit des Grafen von Flandern, das Kommandeurkreuz, dem Baron Chazal, Leutnant im königlich belgischen Guidenregiment zu Brüssel, und dem Grafen Filippi, mspevteur prinoipsl s la eompsgniv ^'1! > ! ! ! dje ihn zur Auswanderung nach Illinois trieben, au« denen ihn aber in der Folge seine rechtliche ehrenhafte Denkungsart und seine beharrliche Betriebsamkeit gänzlich befreiten. Er fand in Illinois, in Chicago, bei der Centraleisenbahn, an welcher sein Westpoiuter Mitschüler Mac Clellan die Stelle als technischer Direktor bekleidete, eine An- stellgNH und hatte später als Kassier jener Eisenbahngesellschaft seinen Wohnort in New-Pork. Beim Ansbruch des Bürgerkriegs übernahm er, arzf die Aufforderung des Gouverneurs Sprague von Rhode-Jsland, das Kommando de« ersten Regiments Freiwilliger dieses Staats, mit welchem er — bereits zum Titular-Brig-degeneral wegen ausgezeichneten Verhaltens in vorangegangenen Gefechten ernannt — die Schlacht von -Bull Run (worin die Bewaffnung der ersten Kompagnie seines Regiments mit der Burnstde-Büchse aujs beste sich erprobte) mitmachte und er als Befehlshaber der zweiten Brigade der zweiten Division trotz des für die Unionifien so unglücklichen Ausgangs jener Schacht so sich hervorthat, daß er zum wirklichen Brigadegeneral ernannt wurde. Seine späteren Wafsenthaten und kriegerischen Verdienste bei der ihm, aus des damaligen Oberbefehlshabers Mac Clellan Empfehlung, übertragenen Leitung der aus Land- und See-Streitkrästen gemischten Expedition nach Nordcarolina, sein folgenschwerer Sieg bei Newbern, u. s. s., sowie seine in der allerneuestcn Zeit erfolgte Ernennung zum Oberbefehlshaber der Unions-Potomac-Armec an Mac Clellan's Stelle find au» den Zeitungen hinlänglich bekannt. — Burnside ist rin schöner Man»; mit einer hohen, durchdringenden Verstand ausdrückenden Stirn«; mit Zügen, in denen sich Festigkeit und Entschlossenheit aus- ^prägt; und dabei von sehr gewinnenden Manieren. Er wird übrigen» in militärischen Dingen als ein strenger Zuchtui-eister, ein unversöhnlicher Feind jeder Unregelmäßigkeit, nnd doch at« allgemein bei seinen Nn- jtergebemn beliebt, dargestellt. John Pope, au« Kentucky, Kadett von 13jj8, und 1842 Untor- lieutenaut der Typographen-Jngenieure; wurde im Mexikanische« Krieg wrgm auSgezuchMter Tapferkeit zweimal (und zwar bei Monlerey zum dem Forstrathe Lelbach den Charakter eines Oberforst- rathes zu verleihen; den Bezirksförster Wagner in Waldkirch zum Forstrathe bei der Direktion der Forste, Berg- und Hüttenwerke zu ernennen; den Domänenverwalter Welte zu Stockach zum Finanz- inspektor, den Buchhalter Futterer bei der Amortisationskasse zum Domänenverwalter in Stockach, den Kameralpraktikanten Karl Keim zum Buchhalter bei . der Amortisationskasse, den Zollverwalter Friedrich Hofmann in Waldshut provisorisch zum Hauptamtskontrolcur bei dem Hauptzollamte Kehl zu ernennen; ferner den Baupraktikanten Jakob Hemberger von Karlsruhe zum Bezirksbauinspektor in Donaueschingen, und den Baupraktikanten Friedrich Federle von Hammereisenbach zum Bezirksbauinspektor in Lörrach zu ernennen; den Bezirkssörster Friedrich v. Selben eck in Lahr wegen körperlicher Leiden bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. Seine Königliche Hoheit -er Großhrrzog haben Sich unter dem 29. November d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem praktischen Arzt Or. Karl Kusel dahier den Charakter als Medizinalrath zu verleihen. Nicht-Amtlicher Lheit. Deutschland. Karlsruhe, 4. Dez. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 59 enthält (außer Personalnachrichtrn): I. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien, 1) Bekanntmachung des großh. Ministeriums des großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten. Den Bau der fortifikatvrischen Anlagen bei der Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Kehl betreffend. 2) Bekanntmachungen des großh. Ministeriums des Innern, s) Die badische Zweigstiftung der deutschen Schillerstrstung betreffend. Derselben wird juristische Persönlichkeit verliehen, b) Die Aufhebung des katholischen Oberkirchenraths und die Errichtung des katholischen Oberstiflungsraths betreffend. Erstercr wird mit dem 9. Dezember d. I. sein Geschäft einstellen. Nach Vereinbarung mit dein erzbischöflichen Ordinariat wird mit dem gleichen Tage der katholische Oberstiftungsrath seine Wirksamkeit beginnen. 3) Bekanntmachung des großh. Handelsministeriums. Die Patentertheilung an die Maschinenfabrikanten Ernst Förster nndKomp. in Neustadt-Magdeburg betreffend. (Für die von ihnen erfundene Cichorienpresse.) 4) Bekanntmachung des großh. Finanzministeriums. Das Ergebniß der im Oktober d. I. stattgehabten Prüfung der Kameralkandidaten betreffend. Darnach wurden von den Kameralkandidaten, welche sich im Oktober d. I. der Staatsprüfung unterzogen haben , nachstehende neun unter die Zahl der Kameralpraktikanten ausgenommen: Edmund Wohnlich von Löffingen, Max Hildebrand von Gerlachsheim, Adam Steiner Oberlieutenant, und bei Buena Vista zum StabShauptmann) befördert. 1881, beim Ausbruch des Bürgerkriegs, war er noch Hauptmann in seiner Waffe, durch nichts ausgezeichnet; wie denn der Verfasser sich durchaus nicht erklären kann, was eigentlich Pope n zu seiner hohen militärischen Stellung verholfen hat, da ihm — so weit wenigstens tägliche persönliche Beobachtung während mehrerer Monate in den Jahren 1845 und 1846 zu einem solchen Urtheil berechtigt — irgend eine hervorragende Fähigkeit nicht inwohnt. (Fortsetzung folgt.) * (Gute Geschäfte.) Aus der diesjährigen Londoner Industrieausstellung sind bekanntlich manche Gegenstände zu sehr hohen Preisen verkauft worden. Zu diesen gesuchten Artikeln gehörten u. A. die Präparate eines sehr geschickten Anatomen, wovon manche zu 300 Pfd. St. oder 3500 fl. süddeutscher Wahrung abgegeben wurden und nicht einmal in hinreichender Anzahl zu haben waren. Es waren fast sämmtlich Gegenstände, welche zur Veranschaulichung des innern Baues der einzelnen Organe des menschlichen Körpers dienen und namentlich die feinsten Verzweigungen des Blutlaufes darstellcn. Sie zeigen unter dem Mikroskope sehr deutlich, wie die Schlagadern in ihren feinsten Verzweigungen, wo sie die ernährenden Stoffe an den Körper ab geben, das sogenannte Haargefäß-System bilden nnd unmittelbar in die feinsten Anfänge der Blutadern übergehen, welche die verbrauchten Stoffe aus dem Körper ausnehmen und sertjchaMn und sich dabei allmätig zu immer stärkeren Aederchen und Adern in ähnlicher Weise vereinigen, wie an der Oberfläche der Erde die Quellen des Wassers sich zu Bächen, Flüssen und Strömen verbinden. Die Hauptausgabe bei der Herstellung dieser belehrenden Präparate besteht darin, daß man einen flüssigen oder leicht schmelzbaren Stoff aujfindet, welcher in Verbindung mit einer ebenfalls sehr theilbaren färbenden Substanz in das Haargefäß-Netz, ohne dasselbe zu verletzen, eindringt und die überaus seinen Kanälchen desselben wahrnehmbar macht. Man begreift leicht, welche Belehrungen daraus für die Wissenschaft hervorgehen, besonder» wenn man noch in Erwägung zieht, daß auch viele Veränderungen, welche die Krankheiten in den einzelnen Organen verursachen, dadurch erkennbar werden, und so der Weg zur Heilung der letzteren »llmälig angebahnt werden kann. von Helmstadt, Arthur Blaile von Konstanz, Adolph St oll von Staufen, Philipp Schember von Adelshofen, Franz Buhlinger von Leiberstung, Wilhelm Glaser von Mannheim, Georg Will von Weinheim. II. Todesfälle. Gestorben sind: Am 29. Okt. d. I. Amtsrevisor Senfe rt in Adelsheim. Am 31. Okt. d. I. Kanzleirath Mayer in Bruchsal. Am 4. v. M. der kathol. Pfarrer Sebastian Freyrich in Höpfingen. Am 12. v. M. der evangel. Pfarrer Gebhardt in Niedereggenen. Am 19. v. M. der großh. Forstinspektor, Forstmeister v. Schilling in Offenburg. Karlsruhe, 4. Dez. Nach einer Bekanntmachung des evangel. Oberkirchenraths sind von neun Kandidaten der Theologie, welche sich der diesjährigen Spätjahrsprüfung unterzogen haben, folgende sechs in nachstehender Ordnung unter die Zahl der evangelischen Pfarrkandidaten ausgenommen worden: Heinrich Röckh von Heidelberg, Albert Lindenmeyer von Pforzheim, Ludwig Bähr von Karlsruhe, Albert Lindenlaub von Friesenheim, Robert Bark von Karlsruhe, Maximilian Sauer von Sinsheim. Mainz, 3. Dez. (Fr. I.) Die hiesigen Wahlmänner sind eingeladen, morgen einen zweiten Abgeordneten für Mainz zu wählen. Hr. De. Dumont wird wieder gewählt werden, da er durch Hinterlegung von Staatspapieren sich wählbar zu machen bereit ist. Kassel, 3. Dez. (W.T.-B.) Die „Kassel. Ztg." veröffentlicht die Antwort des Hrn. v. Dehu-Rotfelser auf die Depesche des Hrn. v. Bismarck. Sie ist vom 1. Dez. da- tirt und erhebt in ihrem Schluß im Namen der kurhessischen Regierung, im Namen des Landes und im Interesse aller souveränen Staaten Deutschlands Verwahrung gegen die eventuelle einseitige Einmischung Preußens in die inneren Angelegenheiten eines unabhängigen und selbständigen Bundesstaates. Kassel, 3. Dez. (W. T.-B.) Zn Äntwort auf die öffentlichen Aufforderungen des Generalleutnants v. Hay- nau erklärt in der heutigen „Morgcnzeitung" der Hauptmann a. D. Dorr, er sei der Verfasser der Broschüre „Staatsdiener und Staatsschwächen", und wolle die Wahrheit des Inhalts derselben durch das Zeugniß des Offizierkorps beweisen. Düsseldorf, 29. Nov. Wie die „N. V-Z." vernimmt, hat eine vertrauliche Besprechung unter Mitgliedern des Provinziallandtagcs gestern Abend im Breidenbacher Hofe Hierselbst den Erfolg gehabt, daß von Vorführung einer Loyalitätsadresse, als für Zeitpunkt und Zustände nicht geeignet — Abstand genommen würde. , Münster, 27. Nov. Man schreibt den „Köln. Bl." : „Es läßt sich nunmehr mit Bestimmtheit behaupten, daß an das Zustandekommen einer Loyalitätsadresse Seitens des westfälischen Provinziallandtages, trotz bedeutender einflußreicher Anstrengungen, nicht zu denken ist. Nicht einmal einfache Majorität war zu gewinnen." Kiel, 1. Dez. (N.-Z.) Das dänische Ministerium hat die Stadt Plön zum Sitz der neuerrichteten holsteinischen Regierung erkoren. Die Uebersiedlung von Kopenhagen wird am 1. Jan. k. I. stattfinden und das Plöner Schloß bis dahin in seinem Innern umgebaut sein. — Die holsteinischen Pro v in zialstän de werden jetzt definitiv im Lauf des Januarmonats zusammentreten. Später wird der schles- wig'sche Landtag einberufen werden. Berlin , 2. Dez. Die „Kreuzztg." veröffentlicht wieder eine Antwort des Königs an eine Ergebenheitsdeputation, und zwar an die aus dem Löwenberger Kreise. Der König erwiederte dieser: Ihnen Allen kann ich nur danken für die patriotischen Gefühle, welche Sie am Throne niederlegen. Ich hoffe, daß die konservativen Grundsätze, welche ich als die Grundlagen in meinem Programm vom Jahr 1858 ausgesprochen habe, welche aber vielfach unrichtig ausgelegt worden sind, wieder mehr und mehr zur Geltung kommen werden. Die Verfassung, welche ich von meinem hochseligen Bruder überkommen und beschworen habe, bildet die Grundlage des Staats; ich werde aber nie zugeben, daß Wege betreten werden, die eben so wenig in der Verfassung begründet, als mit den Rechten der Krone verträglich sind. Sie haben mir besonders für die Armeereorganisation Ihren Dank gesagt. Ich habe es wiederholt hier ausgesprochen, daß dieselbe mein eigenste« Werk ist. Ich werde nie vergessen, daß die Landwehr in früheren Jahren Großes geleistet hat; aber bei dem industriellen Aufschwung, den das Land seitdem genommen hat, und aus anderen volkswirthschaftlichen Gründen ist sie in dieser Form nicht mehr zu halten, und ich mußte deßhalb andere Wege betreten, um die allgemeine Wehrhaftigkeit zur Wahrheit zu machen. Gegen meine Erwartung habe ich dabei großen Widerstand gesunden; und das ist eine schmerzliche Erfahrung für mich gewesen, da da« Werk der Armeereorganisation ebenso zum Wohle des Ganzen als jedes Einzelnen gereichen muß, und eine Finanzüberbürdung nicht stattfindet, wie man dies darzustellen versucht. Die Widersacher wollen theilweis« freilich überhaupt keine Armee, weil sie auch keine Regierung mit Macht und Autorität wollen. Meine Herren, ich weiß, daß die konservative Gesinnung in Ihren Kreisen ihre Vertretung findet; seien Sie nun aber auch bemüht, dieselbe in anderen und weiteren Krrisen zur Geltung zu bringen. Dann können wir gewiß sein, daß wieder bessere Zeiten kommen werden. Vertrauen Sie daraus mit mir, meine Herren. Denn Gott hat Preußen noch nie verlassen. Bei dem Ausscheiden des Stadtältesten Hrn. Appelius aus dem Amte als unbesoldeter Stadtrath ist das nachstehende huldreiche Schreiben der Königin an denselben erlassen worden: Ich habe erst nach meiner Rückkehr erfahren, daß Sie nach Ihrer langen und aufopferungsvollen Thätigkeit aus dem Kommunaldienste, in dem Sie sich um das Wohl Ihrer Mitbürger so wesentliche Verdienste erworben haben, nunmehr ausgeschieden find, und ich beeile mich, den vielen Beweisen der Anerkennung, die Ihnen bei dieser Gelegenheit zu Theil geworden sind, den Ausdruck meiner Gesinnung hinzuzufügen, Ihnen Glück zu wünschen, daß es Ihnen vergönnt war, so lange und so segensreich zu wirken, und zu versichern, daß meine Thrilnahme , die Ihrer bisherigen Thätigkeit gewidmet war, Ihnen in's Privatleben folgt. — Berlin, 28. November 1862. Augusts. Der Fürst und die Fürstin von Hohenzollern werden im Januar auf einige Zeit zum Besuch an den Hof nach Berlin kommen. — Die Mittheilungen über angebliche neue Anordnung in Betreff der Ergebenheitsadressen sind, wie die „Kreuzzeitung" berichtigt, völlig aus der Luft gegriffen. Es stehe auch in den nächsten Tagen der Empfang mehrerer Deputattonen bevor. — Die Mitglieder des Nationalvereins in Breslau haben am 30. Nov. eine Versammlung abgehalten, in welcher folgende Resolutton einstimmig angenommen wurde: Die heute zu Breslau versammelten Mitglieder des deutschen National- vereinS erklären in vollster Zustimmung zu dem am 6. Okt. d. I. von der Generalversammlung des deutschen Nationalvereins in Koburg gefaßten Beschluß: 1) daß dem RechtSbewußtsein des deutschen Volks und seinem Verlangen nach Macht und Freiheit nur die Ausführung der Reichsverfassung vom 28. März 1849, sammt dem Wahlgesetze, wie sie von den legal gewählten Vertretern der Nation beschlossen sind, entspricht; 2) daß dagegen die von einigen deutschen Regierungen bei dem Bundestag eingebrachten Anträge auf Einsetzung einer Delegirtenversammlung und eines BundcsgerichtS nur dazu dienen, die Nationalbewegung von ihrem Ziel abzuleiten und die Ohnmacht und Zerrissenheit Deutschlands zu verewigen. H Berlin, 3. Dez. I. M. die Königin nahm heute Mittag zum Geburtstag I. K. H. der Großherzogin Luise von Baden die Glückwünsche der Mitglieder des Königshauses, sowie der Hofchargen und anderer hochgestellten Personen entgegen. Nachmittags war zur Feier dieses Festes bei den König!. Majestäten größere Tafel. — Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten v. Bismarck trat heute Mittag das Staatsministerium zu einer Berathung zusammen. Dem Vernehmen nach sollen jetzt häufigere Plenarsitzungen der Kabinetsmitglieder stattsinden, um die in den einzelnen Ministerien ausgearbeiteten Landtags-Vorlagen der Schluß- bcrathung zu unterziehen. Am Freitag den 5. d. M. wird der hier versammelte brandenburgische Provinziallandtag mit seinen Arbeiten zu Ende kommen. — Wie verlautet, ist der diesseitige Gesandte am kaiserl. russischen Hof, Graf v. d. Goltz, nunmehr zum Botschafter für Paris ernannt worden. Als sein Nachfolger auf dem bisherigen Posten geht der Vertreter Preußens am belgischen Hof, Geh. Rath Graf v. Rede r n, nach St. Petersburg. Auch dessen Ernennung ist bereits vollzogen. Der bisherige brittische Gesandte am hiesigen Hofe, Lord Loftus, hat heute Berlin verlassen, um sich auf seinen neuen Posten nach München zu begeben. —- In den nächsten Tagen kehrt der diesseitige Bundestags-Gesandte, Geh. Rath v. Usedom, aus seinen Posten nach Frankfurt zurück. Das vor kurzem hier aufgetauchte Gerede von der angeblich zu gewärtigenden Versetzung des Hrn. v. Usedom in eine andere Gesandtenstelle ist wieder verstummt. — Gutem Vernehmen nach sind die Arbeiten zur Aufstellung eines Grundplans für die Erweiterung der prcußischenFlotte schon wesentlich vorgeschritten. Der betreffende Entwurf wird wahrscheinlich zusammen mit dem Budget beim Landtage eingebracht werden. — Mehrere Petitionen, die man schon jetzt in den Provinzen für den nächsten Landtag vorbereitet, enthalten das Gesuch um eine anderweite gesetzliche Regelung der Angelegenheiten der Festungsrayons. Namentlich beziehen sich dieselben auf eine Modifikation der den Bauunternehmungen auferlegten Beschränkungen. Wien, 1. Dez. Nach der „Wiener Ztg." hat der Kaiser mit Entschließung vom 30. v. M. den Beginn der Session der Landtage für Dalmatien, Galizien mit Krakau und für die Bukowina auf den 12. Jan. k. I., die Eröffnung der übrigen einberufenen Landtage aber auf den 8. Jan. k. I. festgesetzt. Zu vorstehender Nachricht gibt das amtliche Blatt folgende Erläuterung: Die Vertagung der mit dem allerh. Patente vom 4. Nov. 1862 auf den 10. Dez. d. I. ausgeschriebenen Landtage auf einen nahe gelegenen Zeitpunkt des nächsten Monats findet ihre Erklärung vor Allem in dem Umstande, daß ungeachtet der anerkennenSwerthen, aufopfernden Thätigkeit des Reichsrathes und der Anwendung aller geschäftsordnungsmäßigen Mittel der Beschleunigung mehrerer der in Verhandlung gmommenen wichtigen Arbeiten der Gesetzgebung in den wenigen bis zu dem 10. Dez. noch übrigen Tagen nicht mehr gänzlich zu Ende geführt werden können, während solches bei einer noch durch kurze Frist fortgesetzten Wirksamkeit des Reichsrathes anstandslos erfolgen kann. Hierzu kommt ferner die gewichtige Erwägung, daß eine Vertagung der Eröffnung der Landtage auf einen andern Tag des Dezembers wegen der sodann ganz nahe heranrückenden Weihnachtsfeiertage eine mit mannigfachen Nachtheilen verbundene alsbaldige längere Unterbrechung der Sitzungen zur Folge habm müßte. Der Schluß der Reichsraths-Session ist vorläufig auf den 15. Dezbr. in Aussicht genommen. — Nach einer Mittheilung der „Presse" hätte sich die Mission des Hrn. v. Schmerling nach Kassel allerdings zunächst auf den Versassungsstreit, zugleich aber auch auf die Handelsvertrags- Angelegenheit bezogen. — Im Staats-, Polizei- und Justizministerium wurde gemeinschaftlich eine Vollzugsverordnung zum neuen Preßgesetze und des Gesetzes über das Strafverfahren in Preßsachen entworfen, und liegt bereits zur Berathung vor. Schweiz. Bern, 1. Dez. Der Bundesrath hat das Handelsdepartement ermächtigt, unter gewissen Bedingungen den Handelsvertrag mit Belgien zu unterzeichnen. Italien. Turin, 30. Nov. Aus der Rede des Generals Duran- do am 29. Nov., welche nebst der Rede Rattazzi's den Höhepunkt der langwierigen Debatte bildete, tragen wir noch einige hervorragende Punkte nach. Der Minister begann damit, sich gegen den Vorwurf zu vertheidigen, daß er ausschließlich auf die französische Allianz sich gestützt und darüber die Freundschaft Englands verscherzt habe. Ja, die Regierung habe großes Vertrauen auf die französische Allianz gesetzt, und mit England befinde man sich im Zwiespalt, was die orientalische Frage, besonders was den Suezkanal betreffe, und in diesem Punkt gestehe er, der Minister, sehr hartnäckig gewesen zu sein. Allein in den wichtigsten Fagen habe man sich stets mit England verständigt. In der römischen Frage denke England ganz wie Italien, daß die fremde Okkupation, die nun 10 Jahre lang daure, dem Grundsatz der Nichtintervention zuwiderlaufe und aufhören müsse. Die Politik des Grafen Cavour habe er als Journalist, als Abgeordneter, als Minister stets gebilligt. Rica- soli sei zu loben wegen seiner hartnäckigen Energie, mit welcher er die Verhandlungen beim römischen Hof betrieb; allein diese seien von vornherein aussichtslos gewesen; man mußte sich vielmehr mit Frankreich verständigen, man mußte sich im Innern organifiren und inzwischen von den Großmächten die Anerkennung des Königreichs Italien und auf dies? Weise indirekt die Anerkennung der Rechte auf Rom zu erlangen suchen. Diesen Weg habe er eingeschlagen, und auch Rußland und Preußen zur Anerkennung vermocht. Aber dies sei erst nach den Vorfällen von Sarnico möglich gewesen, und was dort bei Sarnico geschehen, das habe sich bei Aspromonte wiederholt. Man hat uns gesagt, fuhr er fort, wir hätten damals, als Garibaldi mit den Waffen in der Hand nach Rom ging, ihn aus diplomatischem Wege unterstützen sollen; wir glaubten gerade das Gegentheil thun zu müssen. Sowie Garibaldi die Fahne des Aufstandes aufgepflanzt hatte, haben wir sofort alle Unterhandlungen mit Frankreich eingestellt. Nach Aspromonte haben wir im Gegentheil Frankreich zu verstehen gegeben, daß wir durch Unterdrückung des Aufstandes große Opfer gebracht hätten und deßhalb eine schleunige Lösung verlangten. Sie kennen die Antworten, die uns zugeschickt wurden. Der Minister schloß mit den Worten, daß die zukünftigen Unterhandlungen mit Frankreich auf der durch die bekannte Note bereits gelegten Basis geführt werden sollen. „Das Ministerium — sagte er — hat Anspruch auf die Dankbarkeit des Landes, weil es die römische Frage auf ihre eigentliche Basis zurückgeführt hat. (Unruhe.) Ich kann den Tag nicht angeben , an dem sich die römische Frage lösen wird, eben so wenig den Monat, oder das Jahr. Ein Jahr, meine Herren, ist Nichts in dem Leben der Nationen. Sehen Sie nur, welcher Zeit Frankreich und England zu ihrer Konstituirung bedurften. (Unruhe.) Dennoch kann ich Ihnen sagen, daß die Lösung nicht sehr ferne ist. Die Ungeduldigen schlagen andere Mittel vor: Agitation, Protestationen rc., aber die gegenwärtige Verwaltung weist solche Mittel zurück. Sie wird beharrlich dem bisher von ihr verfolgten System treu bleiben, und ich bin versichert, daß wir durch Beharrlichkeit und Ausdauer den Sieg davontragen werden." * Turin, 1. Dez. Ueber die heutige Sitzung der Abgeordnetenkammer berichtet die „Italic": Nach Vorlegung des Budgets von 1863 erhebt sich Rattazzi. Allgemeine Aufmerksamkeit. Er hat den früheren Erklärungen noch Einiges beizufügen. Er wolle nicht lange bei der Verhaftung der drei Abgeordneten verweilen. General Lamar- mora habe Beweise davon gegeben, daß er nicht nur ein tapferer General, sondern auch ein ehrenhafter Staatsbürger sei; derselbe hätte gewiß lieber seinen Degen zerbrochen, als das Gesetz verletzt. Er (Rattazzi) wolle nicht die Schuld der Abgeordneten darthun; er müsse jedoch dabei bleiben, daß schwere Verdachtsgründe gegen dieselben Vorgelegen. Mor- dini behaupte, er sei in die südlichen Provinzen gegangen, um zur Aufrechthaltung der Ordnung beizutragen, und sei als an der Insurrektion betheiligt verhaftet worden. Nun habe Lamarmora sehr wohl glauben können, diese Herren seien nach Neapel gekommen, um die Stadt auszuwiegeln, und man könne daher demselben kein Verbrechen daraus machen, zur Verhaftung Befehl gegeben zu haben, da er für die Verwaltung des Landes verantwortlich gewesen. Man habe nur diese drei Herren verhaftet, da nur sie sich in aufgeregten Landestheilen befanden. Außerdem hätten Mvrdini, Fabrizi und Calvini alle Auslassungen verweigert, während Pulsky in Freiheit gesetzt worden, da er bewiesen habe, an der Insurrektion nicht betheiligt zu sein. Was die Vorwürfe gegen seine Gesetzgebung und Verwaltung betrifft, so habe er in ersterer Nichts ohne die Kammern thun können, in letzterer zwar Manches verbessert, sei aber durch die politischen Ereignisse verhindert worden, mehr zu thun. Nach einigen weniger wichtigen Bemerkungen geht Rattazzi aus die Vertheidigung seiner auswärtigen Politik über. Man solle doch Beweise geben für die so schwere Beschuldigung: er sei Frankreich gegenüber servil gewesen. Sei er in mancher Beziehung nachgiebig gewesen, so müsse man auch nicht vergessen, daß Frankreich sein Blut für Italien vergossen, daß beide Länder gemeinsame Interessen haben. Er sei dankbar, aber nicht knechtisch gewesen. Italien müsse sich bereit machen, Rom selbst zu nehmen. Es könne nicht zu Frankreich sagen: Gib uns Rom; weil Rom nicht Frankreich, sondern Italien angehört. Rattazzi bekämpft darauf die Anschuldigung, er sei durch Koalition zur Regierung gelangt. Er habe auf dieselbe Art eine Majorität zu bilden gesucht, wie dies im Jahr 1852 geschehen; erhübe das Seiniae dazu gethan; es sei ihm aber nicht geglückt. Da nun im jetzigen Augenblick die Persönlichkeit der Minister ein Hinderniß zur Bildung der Majorität sei, so hätten dieselben ihre Entlassung eingereicht. Sie hätten das Bewußtsein, ihre Pflicht gethan und das Land vor der Anarchie gerettet zu haben. Sie würden das nachfolgende Ministerium unterstützen, und wünschten, dasselbe möge loyalere und gerechtere Gegner finden. (Unruhe.) Die Sitzung wird auf einige Zeit unterbrochen. Finzi protestirt dann gegen Rattazzi's letzte Worte. Derselbe erklärt , sie seien ihm unversehens entschlüpft und er habe sie gleich berichtigt. Finzi schlägt darauf folgende Tagesordnung vor: „Die Kammer, im vollen Vertrauen auf die freien Einrichtungen bes Staates und fest gewillt, die Prärogative der Krone unverletzt aufrecht zu erhalten, geht zur Tagesordnung über." (Unruhe und Lärm.) Crisp i versucht vergebens zu sprechen. Lafarina zieht seinen Vorschag aus einfache Tagesordnung zurück. Die Kammer geht um 4^ Uhr auseinander. Turi« , 4. Dez. (Mnnh. I.) Die amtliche „Gazetta" meldet: SartigeS überbrachte in einer Audienz die Versicherungen des Kaisers der Franzosen aufrichtiger beständiger Gewogenheit für den König und Italien. Der Türmer Präfekt,P asaline (?) hat den Auftrag zu einer Kabinets- bildung angenommen. Frankreich. K Paris, 3. Dez. Der Kaiser und die Kaiserin werden Samstag Abend von Compiegne kommen, um am Sonntag der feierlichen Einweihung des Boulevard du Prince Engine beizuwohnen. Der Kaiser wird am sog. Chateau d'eau des Boulevard du iemple zu Pferd steigen und das 3 Kilometer lange neue Boulevard bis zum Thronplatz durchreiten; die Kaiserin wird in offenem Wagen folgen. Am Thronplatz wird der Seinepräfekt eine Anrede halten und der Kaiser, wie man glaubt, darauf antworten. Auf dem Rückweg wird der Kaiser auch das neue Boulevard der „Reine Hortense" besichtigen, welches sich über den nun überwölbten Kanal St. Martin hinzieht. — Der „Constitution- nel" bezeichnet vor einigen Tagen die Komplottgerüchte, welche man an die Vertagung dieser Einweihungsfeier geknüpft hatte, als abgeschmackt. Ich habe diesen Gerüchten niemals eine übertriebene Wichtigkeit beigelegt; daß sie aber nicht so ganz aus der Luft gegriffen waren, wie das Organ des Ministers des Innern versichert, geht daraus hervor, daß ein Pvlizeiagent aus der Umgebung des Kaisers nach Turin geschickt wurde, um dort die Fäden dieser Angelegenheiten weiter zu verfolgen. — Die Ursache, wegen welcher, nach Nachrichten aus Turin, die Auflösung des italienischen Parlaments unterblieben wäre, lautet eigenthümlich. Es scheint nämlich, daß die meisten Provinzen des Königreichs Neapel beabsichtigten, keine neuen Abgeordneten nach Turin zu schicken — ein Schauspiel, welches man dem übrigen Europa ersparen wollte. — Fürst de la Tour d'Auv ergne, welcher sich gegenwärtig in Compiegne befindet, wird gegen den 10. in Rom erwartet. Die Ziehung der großen päpstlichen Lotterie ist auf den 8. Febr. verschoben. Sie wird mehr als 1 Mill. eintragen. Der portugiesische außerordentliche Gesandte, Herzog von Saldanha, wurde am 29. vom Papst empfangen, und stattete an demselben Tag dem Kardinal Antonelli einen Besuch ab. * Paris, 3. Dez. Der „Moniteur" spricht in seinem heutigen Tagesbericht mit sichtbarer Gcnugthuung von dem Timesartikel, der sich so entschieden gegen die Kandidatur des Prinzen Alfred erklärt, und von dem der „Morn. Post", indem dieselbe „ziemlich gutwillig auf die praktische Wirklichkeit zurückkommt." Außerdem schneide auch ein Artikel des „Jvurn. de St. Petersbourg" die Möglichkeit weiterer Mißverständnisse ab, da das offizielle Blatt erkläre: „Unter andern Umständen hätte Rußland nicht ungern einen seiner Prinzen auf den griechischen Thron steigen sehen — da es weiß, daß man bedauerliche Rivalitäten fern halten muß, die Griechenlands Entwicklung nur hindern würden." — Das „Pays" theilt unter allem Vorbehalt mit, daß die englische Regierung nicht den Zusammentritt des Parlaments abwarten werde, um das Aufgcben ihrerseits der Kandidatur des Prinzen Alfred der provisorischen Regierung und den übrigen Schutzmächten Griechenlands mitzutheilen. Diese Erklärung würde noch vor dem Beginn der griechischen Wahlen (15. Dezemb.) veröffentlicht werden. Der „France" wird aus London geschrieben, der Gedanke der Kandidatur des Prinzen Alfred, unterstützt von den drei bedeutendsten Ministern: Palmerston, Russell und Gladstone, habe überwogen, trotz der entgegenstehenden Ansichten ihrer Kollegen. Man hatte der nach London gekommenen hellenischen Abordnung günstig geantwortet; man hatte Hrn. Scarlett, brittischem Gesandten in Athen, dahin gehende Weisungen gegeben; man hatte die Zustimmung der Königin endlich erlangt, als zwei Thatsachen die Lage der Dinge vollständig änderten. Erstens nämlich der Verzicht Rußlands auf die Kandidatur des Herzogs von Leuchtenberg, zweitens die Ankunft des Dampfbvots „Scotia" von Amerika, welches für die englischen Interessen sehr beunruhigende Nachrichten brachte. Es sei dort große Entrüstung gegen England vorhanden; der Handel von Neu-Dork, so außerordentlich wichtig für England, sei höchst gereizt wegen der Alabama-Angelegenheit und des energischen Auftretens des Bermuda-Gouverneurs. Hätte sich England hier in Verwicklungen wegen der griechischen Frage eingelassen, so hätte es Alles von Amerika zu fürchten gehabt. Deßwegen habe sich das englische Kabinet entschlossen, die Wahl des Prinzen abzulehnen, nachdem es seinen Einfluß durch die Cinmüthig- keit der Griechen bewiesen, mit der sie sich für den Prinzen ausgesprochen. Es wird versichert, Baron Talleyrand-Perigord, der sich nach Berlin begibt, erhalte den Titel und Rang eines „Botschafters". Ein Gleiches geschehe von preußischer Seite in Bezug auf Graf v. d. G oltz, der für Paris bestimmt ist. — Nach einem aus Livorno eingelaufenen Telegramm haben sich der Kronprinz und die Kronprinzessin vonPreußen heute daselbst nach einem nicht bekannten Ziel an Bord des englischen Schiffes „Magicienne" eingeschifft. — Emil v. Girardin tritt heute rn der „Presse" wieder auf. Außer seiner Eintrittserklärung sind noch drei andere Artikel heute von ihm unterzeichnet. — 3proz. 70.60. Ost 532.50. Jtal. Anl. 71.20. * Marseille, 3. Dez. Die Rhone hat die Quais von Avignon überschwemmt und verschiedene Punkte des Vau- cluse - Departements. Die Ueberschwemmungen haben auch viel Verwüstungen in der Gegend von Beaucaire, in verschiedenen Theilen der Provence, und auch in Marseille selbst hervorgebracht, wo sogar Einstürze stattgefunden. Heute ist das Wetter besser. Man zeigt fünf Schiffbrüche aus der Küste von Mam- fredonia, in der Capitanata, an. Spanien. * Madrid, 2. Dez. Ballesteros ist beinahe einstimmig zum Präsidenten der Abgeordnetenkammer gewählt worden; die Opposiüon hat sich der Abstimmung enthalten. Es ist nicht richtig, daß General Prim seine Entlassung eingereicht hat. Nach Berichten aus Canton vom 15>Oktbr. ist die europäische Bevölkerung daselbst gefährdet. Dänemark. Kopenhagen , 2. Dez. (W. T.-B.) Die „Berlinische Zeitung" erklärt, die dänische Regierung habe des Earl Russell Depesche vom 20. November noch nicht beantwortet. Kopenhagen, 3. Dez. (Köln.Ztg.) Die gestern Abend erschienene „Berlinische Zeitung" erklärt, die dänische Regierung habe die Russell'sche Depesche vom 20. Nov. noch nicht beantwortet. Rußland und Polen. Warschau , 27. Nov. (A. Z.) Vorgestern sind zwei hiesige Mitglieder dergeheimenPolizeiin einem Kaffeehaus vergiftet worden. Großbritannien. London, 3. Dez. (Köln.Ztg.) Die amtliche „London Gazette" veröffentlicht Earl Rufsell's an die dänische Regierung gerichtete Depesche vom 20. Nov. Earl Russell dringt darin abermals daraus, daß den Klagen Schleswigs abzuhelfen sei, bedauert, daß Englands von Frankreich und Rußland unterstützte Vorstellungen fruchtlos geblieben seien, und räth zur Annahme eines Planes, welcher ans die von ihm bereits vorgeschlagene Basis gegründet sei, zumal Rußland denselben ebenfalls empfehle und Frankreich ihn für berücksichtigungswerth halte. Eine hier aus Amerika eingetroffene Nachricht, welcher zufolge General Sigel eine Niederlage durch General Jackson erlitten haben sollte, hat sich als falsch herausgestellt. Malta. Malta, 2. Dez. Der Herzog von Brabant ist gestern nach Alexandrien abgereist. Amerika. Neu-Nork, 10. Nov. (Fr. P.-Ztg.) Großes Aufsehen erregt in den Südstaaten die Gefangennahme des secessioni- stischen Generals Hindmann, welcher bereits nach Rich- mond abgeführt worden ist, um sich gegen eine Reihe schwerer Anklagen zu vertheidigen. Es wird ihm zur Last gelegt, eine Million Doll, aus der Bank von Memphis, angeblich im Aufträge des Generals Beauregard, verlangt zu haben, und zwar unter dem Vorwand, daß diese Summe für die militärischen Operationen in Arkansas verwendet werden solle. Beim Einrücken in diesen Staat erließ er ferner eine Reihe außerordentlicher militärischer Befehle. Zuerst proklamirte er unbefugter Weise das Kriegsgesctz, dann ließ er im Namen, der südstaatlichen Regierung alle Baumwolle mit Beschlag belegen, befahl Nahrungsmittel aller Art zu vernichten, damit sie nicht in die Hände der Unionisten fallen möchten, ließ alle Quellen, an welchen die nordischen Soldaten möglicher Weise vorübermarschiren könnten, vergiften (!), und gestattete keinem Bürger von Arkansas, die Grenzen des Staats aus irgend einem Grunde zu überschreiten. Man ist sehr gespannt auf das Urtheil des Kriegsgerichts. Folgender Brief über die finanziellen Verhältnisse des Landes, welchen der Finanzminister Chase an einen der bedeutendsten Bankiers gerichtet hat, dürfte unter gegenwärtigen Verhältnissen von besonderm Interesse sein. Finanzministerium, den 23. Okt. 1862. Mein lieber Herr! Ich bin sehr erstaunt über die Behauptung-eineS nach Ihrer Ansicht Sachkundigen, daß die Regierung die baare Zahlung der bproz. und 4proz. Depositen verweigert habe. Meinerseits habe ich niemals den Gedanken gehegt, daß dieselben anders als in Noten oder Gold bezahlt werden. Der Glaube, daß solche ausschließlich in Papiergeld bezahlt werden sollen, ist eben so grundlos als die Behauptung, die Staatsschuld belaufe sich aus 2 Milliarden Doll., wie dies neulich bei einem Meeting in Franeuil - Hall ausgesprochen worden ist. Die Staatsschuld beträgt jetzt 650 Mill. Doll., einschließlich der 70 Mill. Doll., welche noch von der Verwaltung deS Präsidenten Buchanan herrühren. Ich betrachte dieses Ergebniß keineswegs mit Wohlgefallen, noch weniger kann ich es als ermuthigend betrachten , daß die nationalen Verpflichtungen sich täglich um 1V» Mill. Doll, vermehren werden, aber 650 Mill. sind noch lange keine 2000 Mill., so daß eine so beunruhigende Mittheilung, welche vorsätzlich einen gänzlichen Mangel von Vaterlandsliebe bekunden würde, nur irrthümlich gemacht worden sein mag. Sie mögen von dem Inhalt des gegenwärtigen Briefs beliebigen Gebrauch machen. S. P. Ch as e. *Neu-Bork, 18. Nov. Man schreibt der „Times": Wo Stonewall Jackson steckt, weiß Niemand, der nicht zu seiner Armee gehört; aber im Norden glaubt man allgemein, daß er bereit sei, aus dem Shenandoah-Thal auf Washington vorzuspringen, um den Präsidenten, die Senatoren mit Sack und Pack gefangen zu nehmen (!) oder von neuem in Maryland oder Pennsylvanien einzufallen. General Halleck wird, wie man glaubt, für die Sicherheit der Hauptstadt sorgen, während General Sigel die Aufgabe hat, die ober« Potvmac- Pässe zu hüten. General Sigel ist ein erfahrener Offizier und einer der allerbesten Soldaten in der Unionsarmee. Man hat ihn bis setzt systematisch in den Hintergrund zurückgeschoben, weil er kein Westpointer, wenn nicht, weil er ein Deutscher ist; aber es ist ihm endlich gelungen, durch die Kraft seines Verdienstes und die Macht seiner Popularität Halleck'S Vorurtheile zu überwinden. Wenn der südliche Cromwell die 40,OM Mann hat, die er haben soll (nach der Behauptung der Südlichen hat er 60,000), so wird Sigel Gelegenheit erhalten, sein Lwldatengenie zu zeigen. Wenn es zu einer Schlacht zwischen den Beiden kommen soll, so wird es wohl eher in Maryland oder Pennsylvanien, als im Shenandoah-Thal oder auf dem östlichen Abhang der blauen Berge sein. Neu-Bork, 22. Nov. (Mnnh. I.) Es heißt, die Kongreßmitglieder aus dem Süden beabsichtigen die Wied er- eröffnung des Kongresses, und eine Veröffentlichung von Briefen, welche Waffenstillstand und Frieden fordern. Bad««. 4 Baden, 4. Dez. Gestern, am hohm Geburtsfeste I. K. H. der Großherzogin Luise, fand die festliche Einweihung und Taufe des neuen Geläutes statt, welches für unsere Stiftskirche von den Gebrüdern Rosenlächer in Konstanz gegossen wurde. ES sind dies 4 Glocken im Gewicht von 5300 , 2500 Pfd. rc. Die Kosten dafür werden zumeist durch freiwillige Beiträge beritten, welche durch den hiesigen Pfarrverwalter Diez zusammengebracht werden. Die Einweihung war um so feierlicher und ward mit um so allgemeinerer Theil- nahmebegangen, als II. KK. HH. der Großherzog und die Großherzogin die Pathenstelle bei den zu taufenden neum Glocken übernommen hatten und sich zu diesem Zweck bei der Feier durch dm Stadtdirektor Frhrn. v. Göler vertreten ließen. Die ganze Feierlichkeit war in ihrem gesammten Verlauf eine entsprechende, würdevolle, welche keinen geringen Theil ihres Weither durch die schöne, gediegene Festpredigt des Hrn. Pfarrer Brougier aus Rastatt erhielt, während Frl. Anna Zerr durch ihre Mitwirkung bei dem Gesang während des feierlichen Amtes dm Gottesdienst verherrlichen half und dabei eben so überraschend als glänzmd bestätigte, welch herrliche Stimmmittel der einst so gefeierten Sängerin noch immer zu Gebote stehen. Drei von diesen neum Glocken werden in Verbindung mit der größten der bisher vorhandenen, und der von nun an .die zweite Stelle zugewiesm ist, ein eben so harmonisches als imposantes Geläute bilden, wofür eines Theils der rühmlich bekannte Name der Verfertiger im voraus bürgte, andern Theils die vorgenommenm Proben dm überzeugenden Beweis geliefert habm. Auf dm auf dm nächsten Montag fallenden katholischen Feiertag wird das festliche Einläuten stattfinden. Der Glockenweihe wird alsbald die Ausstellung der neum Thurmuhr auf der Pfarrkirche folgen, die aus der berühmten Fabrik von Schwilgue in Straßburg hervorgegangen und schon längere Zeit ihrer Verwendung entgegensteht. Endingen am Kaiserstuhl, 2. Dez. (Frbgr. Ztg.) Die Preise der neuen Weine sind in fortwährendem Ausschlag begriffen und gingen in letzter Woche so namhaft in die Höhe, daß selbst am »ordern Kaiserstuhl, wo doch größtentheils geringere Sorten wachsen, bis 20 fl. per Ohm bezahlt worden ist. Es ist gegen das Vorjahr gerade das umgekehrte Berhältniß eingetreten. Die Weinbesitzer, die sich damals auf das geringe Erträgniß stützten und mit dem Verkauf zurückhielten, erlitten bedeutenden Schaden, und die, welche jetzt in Anbetracht des überaus reichlichen Herbstes sogleich losgeschlagen haben, fügten sich weit größcrn Verlust zu. Freiburg, 3. Dez. (Frbgr. Ztg.) Die Tagesordnung der Schwurgerichts-Verhandlungen des Oberrheinkreises für das IV. Quartal ist nun folgendermaßen festgesetzt: 1) Montag den 15. Dez., Vormittags 9 Uhr, die Anklagesache gegen Martin SPohn von Brvmbach, wegen falschen Zeugnisses. (Geheime Sitzung.) 2) Dienstag den 16. Dez., Vormittags 9 Uhr, die Anklagesach« gegen Karl Keller und Xaver Utz von Thiengen, wegen Münzfälschung. 3) Mittwoch den 17. Dez., Vormittags 9 Uhr, die Anklagesache gegen Clemens Brunnervon Wieden, wegen Tödtung. 4) Donnerstag den 18. Dez,, Vormittags 9 Uhr, die Anklagesache gegen Valentin Helde von Jechtingen, wegen Brandstiftung. 5) Freitag den 19. Dez., Vormittags 9 Uhr, die Anklagesache gegen Alexander Trcfzger von Wehr, wegen Vergehens gegen dir Sittlichkeit. (Geheime Sitzung.) 6) Freitag den 19. Dez., Nachmittags 3 Uhr, die Anklagesache gegen Johann H üßle von Birndorf, wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit. (Geheime Sitzung.) 7) Samstag den 20. Dez., Vormittags 9 Uhr, die Anklagesache gegen Xaver Ja nz von Kappel, wegen Tödtung. Vermischte Nachrichten. — Stuttgart, 3. Dez. (Sch. M.) Das Interesse für das Uhland-Dcnkmal ist allerwärts ein sehr rege«. Wie wir aus Tübingen hören, find dort bei dem Verein für daö Denkmal schon namhafte Beiträge «ingcgangen, darunter (nach der „Tüb. Kr.") 100 Thlr. von I. Maj. der Königin von Preußen. Der Ausschuß des deutschen Sängerbundes in Stuttgart hat u. A. von Ulm als Ertrag der gemeinschaftlichen Produktion der dortigen Singvercine 136 fl., von der Silesia in Wien (durch vr. Fr. Pfeiffer) 136 fl. 30 kr., und vom Wiener MLnner.Gesangverein 200 fl. österreichische Banknoten für das Denkmal erhalten. »Wir verloren in ihm eines unserer Familienglieder, eines unserer ältesten Ehrenmitglieder des Vereins", schreibt der Wiener Männer-Gesangverein. Die deutschen Liederkränze schicken sich allerwärts zu erfolgreicher Thätigkeit an. — Bamberg, 1. Dez. Gestern traten hier 54 Männer aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft zur Gründung eines großdeutschen Vereins zusammen. Dieselben veröffentlichen folgenden, von Frhrn. v. Lerchenseld entworfenen Aufruf: „Die Gebrechen der deutschen Zustände im Allgemeinen und der Bundesverfassung insbesondere nehmen von Tag zu Tag mehr die Aufmerksamkeit aller Derer in Anspruch, denen Deutschlands Ehre, Macht und Geltung am Herzen liegen, und rufen die verschiedenartigsten Vorschläge zur Abhilfe hervor. Vielfach wird als Heilmittel die Bildung eines Bundesstaates unter der Leitung, vielmehr Obergewalt eine« der deutschen Großstaaten gepriesen. Bei genauerer Erwägung aller Verhältnisse aber ist — ganz abgesehen von allem Andern — unverkennbar, daß dadurch der andere Großstaat ausgeschlossen, daß dadurch Deutschland zerrissen und unendlich mehr geschwächt werden würde, als «S jetzt ist. Deßhalb haben denn Jene, welche Deutschland ungespalten in seinem ganzen Umfang eichalten wissen wollen, welche glauben, daß auch so eine seinen Bedürfnissen und Ansprüchen genügende Verfassung gefunden und aus den bestehenden Verhältnissen im Weg friedlicher Entwicklung ohne Umsturz und Rechtsbruch herauSgebildet werdm könne, sich zusammengeschart, um auch ihre Ueberzeugung «uszusprechen und zur Geltung zu bringen, und vielfach bilden sich Vereine zu diesem Zweck. Ueberzeugt. daß auch die Bewohner unserer Stadt in großer Zahl, ja selbst in ihrer Mehrheit gleicher Ansicht huldigen, laden die Unterzeichneten ihre Gesinnungsgenossen zu einer Versammlung auf Dienstag den 2. Dez. l. I., Abends 6 Uhr, im großen Saale der Ge- werbschule ein, um über die Bildung eine« großdeutschen Verein» sich zu berathm. Bamberg, den 30. November 1862." Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herrn. Kroenlein. Z.q.511. Karlsruhe.. Bekanntmachung. Vom 5. d. M. an wird der Postommbus-KurS I von Gernsbach nach Rastatt erst um 9*- (statt bisher 9'") BormittagS abgehm, und daher in Ra- Katt nicht mehr an den Zug 8, sondern nur noch an die Züge 11 und 12 anschließen. Karlsruhe, den 2. Dezember 1862. Direktion der großh. Verkehrs-Anstalten. Zimmer. Schneider Z.q.457. Karlsruhe. Die Lieferung des Bedarfs an Impressen (Papier und Druck) für die im Lande aufzustellenden Lagerbücher soll im SounnsfionSwege vergeben werden; dies wird den Steindrucken! mit dem Ansügen eröffnet, daß die Angebote his zum 31. d. Mts. auf diesseitiger Registratur einzureichen sind. Man bemerkt hierbei, daß die nöthigcn Lieferungen sich auf mehrere Iah« vertheilen werden, die Größe d«S ganzen Bedarfs aber im voraus nicht bestimmt werden kann, und daß Muster von Impressen auf diesseitig« Erpevrtur zur Einsicht aufliegen. Karlsruhe, den 2. Dezember 1862. Sekretariat des großh. Justiz-Ministerium». W ü st e n f e l d. Z.q.506. Freiburg. Bekanntmachung. Durch das Ableben des städtischen Grund- und Pfandbuchführers WNHelm Fisch t r ist dessen Stelle neu zu besetzen. ' Mit derselben find ein fester Gehalt von jährlich SW fl., welcher mit der Zeit noch erhöht werden kan», und die gesammten Pfandschreibereigebühren verbunden. Dagegen ist eine Dienstkaution, im Betrage von 1060 fl. bis 2000 fl., einzulegen. Bewerber wollen ihre Gesuche über Befähigung binnen lOTagen bei uns einreichen, und wird auf solche vorzugsweise Rücksicht genommen, die schon im Grund- und Pfand- buchweseu erfahrm sind, auch den Dienst alsbald an- treten können. Freibnrg, den 1. Dezember 1862. Der Gemeinderath. Ed. Fauler. vllt. Fischer. Z.q.480. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, in Karltzrrch« durch die Et. Braun'fÄe HvsPnchhantzlnng -. Meihuachte» für I«vg «Nd M 1862 alte ^Vunäerlauä der Pyramiden f Von IZr. Li»rL Oppvl. keoßrgpkiselle, Kesokioklliolte unä kuliurKS- sekictztliefte öilcler sus äer Vorreit, äer keriocks 6er öliits unä 6es Verfalls äes alten tens. >tt ISO ln stell lext xellrucklen Lbbilstallgeo, rtslvll Ion- »»st ülllltstraolrdilstarll, wsdrsrea Lartsll ». s. v. l-reis elegant xedektet IVa IKIr. — fl. 3. lu eleg. engl, krsedteindsnst 2 IKIr. --- ü. 3. 36 Lr. ln origineller unst scknunxvoller 4Veise Wbrt sties von einem linncli geistiger kriselte sturetinedte kucli sten I-eser in /tegzptens geiteimnissvoile 2au- bern-elt ein. Dskireieke lilllstrstionen erläutern stie lVorte stes konüixen Verfassers. Vsrlax von Otto Spumsr in I-sixrix. Z.qLü3. Bei Rudolph Mayer in Freiburg ist erschienen und in allen Buch- und Kunsthandlungen zu haben: Potträt Sr. Großh. Hoheit des Markgrafen Wilhelm von Waden. Groß FÄlio, lithogr. von Schmidt. Preis 1 fl. 12 kr. Ferner ist erschienen: Porträt des Herrn vr. Mies, ^Direktors des Oberschulrathes. Lithogr. von Straub, gr. Folio. Preis 1 fl, 12 kr. Z.q.532. Karlsruhe. Drei Vorträge zu meinem Leckre» - - Sllltroslivp, welche« bei 1200 Linear - Vergrößerung zarte Tbeise und Lehm nicht durch seine Hitze zerstört. Hm großen verfinsterten Saal deS-yceum» bei Tage von 3—4 Uhr nach Allerhöchster Bestimmung. Montag, Dienstag und Mttwoch. Lntree l fl. Kinder 36 kr. Einzelne BillctS (per Abend) 4L kr., drei oder mehr ä36 kr. in der Buchhandlung des Hrn. A. Biele- f ebd. Sechs oder mehr s 24 kr. und drei für 36 kr. für Schüler und Schülerinnen, welch« de» Eyclus mit Nutzen durchmachen möchten, bei Prof. d. Mathent. u. Ratunv. aus Hamburg, d. Z. dn Englischen Hof. Für wiffensch. Männer »der solche, die sich für die Sach« interessiren wollen, stehe ich in meincrWohnung zu Gebote, denselben dm Apparat zu zeigen von 3 bi« 4 Uhr. Z.q.529. Karlsruhe. Bekanntmachung. Die Herstellung eines Neubaues für die großh. Hofbibliothek, das großh. Naturalienkabinei und verschiedene andere Sammlungen betr. In dem südlichen Lheile des Erbprinzengartens in der großherzoglichen Residenzstadt Karlsruhe soll ein Bau aufgeführt werden, in welchem die großh. Hofhibliothek mit Münz- kabinet , das großh. Naturalienkabinet, die ethnographische, sowie die Sammlung von Alter- thümern, nebst den erforderlichen Zimmern für die Benützung dieser Anstalten zum Studium, Platz finden sollen. Für diesen Dan sind 300,000 fl. verwilligt, und soll der Plan zu demselben im Wege der Konkurrenz erhoben werden. Zur Einsendung des Planes wird Frist bis zum 1. Mai 1863 gegeben. Diejenigen Herren Baumeister, welche hierbei zu koukurriren beabsichtigen, werden ersucht, sich an Unterzeichnete Stelle zu wenden, von welcher ihnen sodann das Programm und die Situationspläne werden mitgetheilt werden. Karlsruhe, den 1. Dezember 1862. Großh. bad. Ministerium der Finanzen. Vogelmann. Glock. In der G. Brarmschen HofbuSchaadlmitz in KKrVtzruhe ist zu baden: Badischer Geschäfts-Aalender 1863 In Leinwand 3« kr. Mit Papier durchschossen 48 kr. In Leder 48 kr. Mit Einnahme- und Allsgabetabellen kr Z.q.502. Achern. Porträt aus Item und Papier. Da von mehreren Seiten Nachfragen nach mir geschehen sind, so beehre ich mich hiemit anzuzeigen, daß ich meinen Aufenthalt in hiesiger Stadt genommm habe, und empfehle mich im Lithographiren und Zeichnen nach der Natur, nach KelgemLlden und nach Photographien (nach Belieben vergrößert), und btzi auch bereit, von hier aus entfernte Aufträge anzn- nehmen. Achern, den 27. November 1862. A. Kohrnntzler, koitrsiteur. Z.q.525. Baden. Gesuch. Es wird eine noch in gutem Zustande befindliche Ladeneinrichtung für eia Spezereigeschäft gesucht. Anträge unter der Adresse D. Ad. Marr'sche Hof- bnchh. für 6. ki. franko Baden-Baden. Tabak-Verkauf. Z.q.498. Lah r. Anzeige. ALL Justizministeriums vom 18.Ol- > tober v. I. ist dem Unterzeich- i neten die Ermächtigung zur Ausübung der Anwaltschaft mit j dem Wohnsitze in Lahr ertheilt worden, und hat sich derselbe heute hier niedergelassen. ! Lahr, den 1. Dezember 1862.! _ Rechtsanwalt, l Z.q.SOI. Pforzheim. i ans guter Familie sucht eine St! Z.q.512. Es sind 6 Rollen ganz alter arinas pon vorzüglicher Qualität, s 1 fl. 45 kr. per Pfund, zu versaufen. Offerten besorgt die Expedition dieses Blattes. Z.q.545. agh « usel. Schwrinx-VerÜeigernng. Nächsten Dienstag den 9. d. Mt»., Vormittags 10 Uhr, läßt die Unterzeichnete Verwaltung 12 Stück fette Schweine ans ihrem Comptoir öffentlich versteigern; wozu sie Sie Liebbaber cinladet. VkrwaUllvg der Fockkrsabrik Vaghässcl. Z.q.533. R a st a t t. Wohnhaus-Versteigerung. Ein zwlistvckiges Wohnhaus nebst erci, Stallung, Holzremise, geräumigem Hofplatz, ungefähr ?5 Ruthen Garten und geräumiger Scheuer, in der Gngelstraße Nr. ZOG läßt der Unterzeichnete auf Donnerstag den 11. d. Mt s., Nachmittags 3 Uhr, zu einem Eigenthum im Gasthaus zum Engel öffentlich versteigern. Rastatt, den 3. Dezember 1862. Heinrich Glattfelder, Bäckermeister, in der Georgenvorstadt Nr. Itzt. Ein Mädchen ans guter Kamille sucht eine Stelle als Ladenjungfer oder Stubenmädchen, wobei weniger auf Lohn als gute Behandlung gesehen wird. Der Eintritt könnte gleich geschehen. Schriftliche Offerten beliebe man gef. franko unter der Chiffre 6. 8. posle restante Pforzheim einzusenden. _ HMUMUMRMMMUUUUMSUWMM MG M r.o.ssr. Usmbllrk. O W Reue beäemenck verwestet« große ZeiÄ-vertoojung von 2 Mime» 7 « 0 , 00 t> Mart, in »velcker llllr ksvillll« xeroxen verllen, zrrLlltirt nncl bsLuMloblixt von t»rk 230,000, 130,000, 100,000, 30,000, r mal 23,000, r mal 20,000, 2 mal 15,000. 2 mal 12,500, S mal 10,000, 1 mal 7300, l mal «250, « 4 mal 3000, k mal 3730, 1 mal 300», M 85 mal 2300 , 5 mai 1230, l05 mal 1000 D älsrll, 5 mal 730, 130 mal 300 , 245 mal M 230 etc. etc. M i xrllies OrixillrUov» ßostst 4 Idlr. kr. Ort. fff l daws, „ 2 „ „ 2 Viert«! „ looro ßosts» 2 „ „ ^ kexinn cker Liedunx cien II. VvL«inI»«r. üiur om iler verstärkten siacbü'Lxs ru xe- llvgen, ist neben Vvrgr-srorllvx äes So- vinll-Oapttals ä« 1oosen-4nral>l vermedrt, odllo äs» kreis cksrseldsL sa «rdüksll. Unter meiner Olienkel nurile am 2. >Isi ä. 1. rum L7. silllls, am 25. luli 0. 8eptdr. <1.1. iler Grösst« 8s»pt- xevlllll bei wir gewonnen. iuswärtige guUröG« mit liimessen oller Gexell kostvarsekllss. selbst nack llen ent- kernbestch, Kegenllen. kübre ick prompt unll verrckviexe» aus, unll senlle »wltwll« Le- M kllllxsUstell unll KevillllGkIllvr sokprt nack Uvtzckeillung rn. ß 8ruii8. (Mil, Z.q.522. Nr. 1441. Freiburg. LonmisfionSbegeblsua. Uebcr die Lieferung von beUSufig 70 Zentner Frankfurt, 3. Dezbr. 1862. Oestr. Preuß. Bayern Wrtbg. Baden 5»/o Met. i.S.b.R. 50/, do. in holl. St. 5°/« do..1852i.Lst. 5»/, do. 1859 . , 50/« Lomb. i.S.b.R. 5°/,Venet.E.b.R.°/, 5»/a Nat.-Anl. 18.54 b"/a Met.-Obligat. 5»/o do. 1S52E.H.R. 4>///a Met.-Oblig. 5°/a Oblig. b. Rth. 4-/,°/a dto. 40/a dto. 3V//a Staatssch. 50/a Emission 4V-°/a Ijährig 4'/-"/° V-Mtig 4°/a Ijährig 4»/a V-Iähng 4°/, Ablös.-Rente 3V-°/a 4'/,°/a Obl. b. Rth. 40/a ditto 3'/,"/, ditto 4y,Va Obligation. WtTä? 1- Sprengpulver wird hiermit Soumisfion eröffnet.. Das Pulver mnß den bei uns zu erhebenden Bedingmsien entsprechen, imd in Parthien von 15 biS 20 Zentner frei in sie Magazine bei Sponeck und Sasbach adge- licferi werden. Angebote sind bis Samstag den 20. s. MtS. dahier einzureichen, an welchem Tage dieselben Bormittag« 11 Uhr eröffne! werden sollen. Freibnrg, den 3. Dezember 1862. Großh. bad. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. Durban. vllt. Kretzer. . . ^ . Z.q.510. Nr. 12,512. KarlS- ^ ^ LZN.L ruhe. Liegenschasts-Ver- steigerung. Aus deni Nachlaß des verlebten Leibkutschers Phi,: lipp Hambrecht dahier wird Dienstag den 23. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer des großh. Notar» Philippi, Waldhornstraße Nr. 30 dahier, nachbeschriebene Liegenschaft zu Eigenthm» versteigert werden und der Zuschlag ertheilt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Garten. Ein Viertel Morgen vor dem Friedrichsthor in dem II. Gewann der Augärten, neben Stallbedienten Schaab und Bäckermeister Wolfs gelegen. Schätzungspreis. 800 fl. Me BersteigerungSbedingungen können inzwischen bei Herrn Notar Philippi eingesehen werden. Karlsruhe, den 1. Dezember 1862. Großh. bad. Stadtamtsrevisorat. G. Gerhard. vllt. Ankener. Z.q.508. Nr. 1261. (BrennholzVersteigerung im Forstbezirk Schwetzingen.) Aus dem Distrikt Neubruch, an der Staatsstraße gelegen, versteigern wir loosweise am Mittwoch den 10. Dezember im Adler zu Oftersheim: 710 Klftr. forleneS Scheit-, Klotz- und Prüg«lh»lz, und werden früh 9'Uhr mit der Verhandlung beginnen. Schwetzingen, den 2. Dezember 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. A. Cron. Z.q.357. Nr. 9512.8. Mannheim. (Erbvorladung.) Karl August Zöller, ledig, Musikus von hier, und schon seit vielen Jahren in Amerika an unbekannten Orten abwesend, ist als Erbe an dem Nachlasse seiner Mutter, Gerhard Zöller's Wittwe, Auguste, geb. Maas, gesetzlich berufen, und wird derselbe hiermit aufgefordert, sich binnen 3 Monaten zur Erbtheilung zu melden, andernfalls der Nachlaß lediglich Denjenigen wird zngewiesen werden, welchen er zukäme, wenn der Vvrgeladene zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Mannheim, den 26. November 1862. Großh. bad. Stadtamtsrevisorat. W i n t h e r. Z.q.496. Nr. 5612. Ueberlingcn. (Aufforderung.) Der wegen Diebstahls bereits öffentlich vvrgeladene Julius Baumann von Hödingen ist auch der Entwendung eines Paars Hosen, im Werth von 4 fl., und einer Weste, im Werth von 1 fi. 24 kr., sowie von 4 fl. 32 kr. Geld, znm Nachtbeile des Johann Stengele zuSalem, ferner eines Paar» Hosen, im Werth von 2 fl, 30 kr., und eines Rocke?, 4m Werth von8 fl., zum Nachtheil des Georg S«Hobel daselbst, angeschuldigt und wird aufgefvrdert, sich binnen 14 Tagen zur Einvernahme hierüber zu stellen, widrigenfalls nach dem Ergebniß der Untersuchung das Erkenntniß würde gefällt werden. Neberlingen, den 30 November 1862. Großh. bab. Amtsgericht. Merz. Z.q.519. Emmendingen. Eine Aktuars- stelle bei großh. Amtsgerichte Emmendingen, mit einem Gehalt von 400 fl., ist zu vergeben; der Eintritt kann sogleich, MUß aber längstens' bis 1. März 1863 geschehen. Emmendingen, den 2. Dezember 1862. Großh. bad. Amtsgericht, v. Rotte ckl 78V» P. 77 G. 89 G. 78-/sG. 66'/° b. 59 P. 59 G. 50 V. P- 108 P. 102 G. 99V» P. SOV»P- 103- /- G. 103 G. 103'/s G. lOI'/sP. 101V« P- 101-/» P. 105'/» G. 104- /2 P. V8-/»P. Baden G-HG ^ Nassau Brschw. Lurbg. Franks. Ru'ßl. Span. Belgien Schwd. Schwz. N-Äm. 40/g Obligation. 3'/-°/o dto. v. 1842 5"/o Obligation. 4°/» dto. 3'/-Vo dto. S°/a Oblig. b. Rth. 4V-Vo dto. 40/, dto. 3'/rVo dto. 3-/2°/» O.b.R.ä 105 4VoO.Fr.L28kr.b.E. 3- ///g Obligation. 30/, dto. 5VoObl.inL.afl. 12 3°/o inl. Schuld 2»/o Schuld 4V-V«O.i.Fr.L28kr. 4- /,o, Obligation. 4'/-VuPfbf.b.B.LE. 4-/V'/oT.D.Fr.ü28k. 4'/rV,Bern.St.-O. 40/, dto. 5»/„Gs.St.O.Fr.28 6o/oSt.i.D.Lfl.2.30 5Vo do. 1871». 74 101P. 95'/» P. 103VsP. lOOVsG. 97- /2 P. 103V» P 102V» P 99'/° G. 94'/. P. 93 G. 93'/» G. 98V. P. 93'/, G. 91V, P. 49-/2 P. 46'/» P. 100'/» P- lOO'/.P. 98V, P. 102 P. 102 P. 95-/» G. 98- /. G. Diverse Aktie«, Eisenbahn-Aktien und Prkoritätry. 3d/, Frankfurter Bant K-/<, Drsterr. Bank-Wien S'7» . Cred.A.i.O.W 3»/o Bayr. Bank L fl. 500 4->/o Darmst. B.-A- ü fl. 250 4"/o Weimar. Bank-Wien 4«/,MittÄd.Cr.-A.L 100TH 40/, Nordd. Credit-Aktien 4Vo Luremb. Bank-Wim Span. H. u. Jnd. Fr. 500L28 TannuSbahn-M. ü fl. 250 3>/,Vo Frankf.Han.Esnb.-A. 5V,>Oestcrr.Staats-Esnb.-A. 5"/o89 b. 5VoBLH.W.-B.P.i.S.b.RV, 98V» 4>/,°/g Hess. LdwgSb.-Prior. — — !5VvOest.Ad.1.Pr.0.i.Silb. 106-/»G.' . . . 2. . . 660 P. 5"/oLdwh.-Berb.Prior.-ObI. 306 P. 4-/;°/g 96V»b.G.4»/a . 230P. 4-/2»/,Rhcin-Naheb.Pr.O. 121V» G. 4-/2»/oFrkft.-Han.Prior.O. 337/, tz. 4°/gSüdd.Bnk.-A.M"/aEinz. 142-/2 G. Span.Cr.b.PerefteTOVo » M'L' ^°BaV"'Ostb.30«/o . 108V.G. 3°/gDmtsch.PHSnir20»/a . 12M/, P. 4°/oFrkf.Providmt. 10--/, . 55'/, P. 53'/. P. 82'/, P. 83-/-P. 101V» P. 103 P. 99'/. P. 101-/, P. 253-/2 G. 760 G. 109 P. 154 P. Oest.250fl.b.R1839 . 250 . . 1854 . 100 .Pr.L.1858 . 500 „v. 1860V, 3V-"/o Preuß.Pr.A. Schwed.Rthlr. 10L. Bad. 50-fl.-Loose .35-, . Kurh.40Thl.L.b.R. Gr.Hess.50fl.L.b.R. 25 Nass. 25 fl. L.'b. R. Sch.-Lippc25Thl.L. SS-/» Sard.36Fr. L.b.B. MaU.45Fr. L.b.R. 2-/2Lütt.Pr.-Ö.b.G Vereins-L. ä 10 fl. AnSb.-Gunzenh. L. I16 G. 73-/» G. 129 G. 73-/, b. 127-/. P. 9V, P- 104'/- P. 55 P. 138 P- 39'/» P, SSV, 34V» P- 36 P. 12V, P. Wechsel-Kurse. k.S. Amsterdam Antwerpen Augsbg. --fl. 100 Berlin Bremen Brüssel Cöln Hamburg LnGg ' London Maild. i. Fr. 200 München Pari« Wien 100V, G. 83'/, Ä. 8SV, B. 105 B. 96- /» B. D'/,B. 105 B. 88V» G. 105 B. 118'/, B. 93V» «. 99'/, B. 93V, B. 97- /, b. Disconto. 3--/«G. Gold und Silber Pistolen Preuß. Friedrd'or. Holl. fl. 10 Stücke Rand-Ducaten 20-Frankmstücke Engl. Sovereign« Gold pr. Zollpfund Hvchh.Silb.p.Zpfd. Preuß. Cafsensch. Dollar» in Gold fl, 9 38 . 956 . 946 . 5 33-/, . 922'/, . 1148 . 803—8 . 5230 . 145'/, Druck und Verlag der G. vraun'schen Hofbuchdruckereß Mit emer Beilage.