Karlsruher Dienstag, 18. Dezember. X 2SS. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl-, durch die Post im Großherzogthum Haben 4 fl. >5 kr. und 2 fl. 3 kr. EiurückungSgebühr: dir gespaltene Petitzeile oder deren Raum 3 kr. Briefe und Gelder frei. Erpeditio.n: Karl-FviedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang gmommen werden. L8«2 Unsere auswärtigen HH. Abonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß sämmtliche Abonni- rungen bei den großh. Posterpeditionen mit Ende dieses Monats ablaufen. Wir ersuchen deßbalb, damit keine Unterbrechung im Bezug eintritt, dieselben baldgefällig bei den betreffenden Poststellen erneuern zu wollen. Der Abonuiruugspreis beträgt, die Postboten- und Briefträger-Gebühr eingerechnet, in den Orten des Landpost- Bezirks Karls ruhe vierteljährlich 2 fl. 4 kr. und halbjährlich 4 fl. 8 kr., in allen andern Orten des Großherzogthums vierteljährlich 2 fl. 23 kr., halbjährlich 4 fl. 45 kr., für welche Beträge die einzelnen Nummern vollständig franko den HH. Abonnenten zuznsteüen sind. Die Bestellungen aus den Landorten können den Landpost-Boten anfgegeben werden. Amtlicher Theil. Karlsruhe, den 14. Dezember. Durch Allerhöchste Ordres vom 12. d. M. wird den: Leutnant FranzFi scher vom 3. Infanterieregiment die- unter- thänigst nachgesuchte Entlassung aus dem großherzoglichen Armeekorps ertheilt; Oberleutnant Weizel im Generalstab wird znm Artille- riebataillon, und Oberleutnant Kirchgeßnerim2. Füfilierbataillon zum Generalstab versetzt: Leutnant Schrickel im Jägerbataillon wird zum Oberleutnant, und die Portepeefähnriche Rudolph Broglie im 5. Infanterieregiment, Karl von Schilling im 1. Füfilierbataillon, mit Versetzung zum 3. Infanterieregiment, Ferdinand Klein im 2. Infanterieregiment König von Preußen, werden zu Leutnanten befördert. Nicht-Amtlicher Theit. Telegramme. 2^ Wie«, 1ä. Dez. Das Abgeordnetenhaus hat die Bankakte, und das Herrenhaus das Finanzgesetz in dritter Lesung angenommen. Am Mittwoch Abend Empfang des Reichsraths beim Kaiser. Kopenhagen , 12. Dez. (W. T.-B.) „Faedrelandet" nimmt an, die holstein'schen Stände würden aus den 20. Jan. einberufen. — Die durch Schneetreiben hervorge- rusene Stockung des Verkehrs mit dem Süden dauert fort. Madrid, 13. Dez. In der heutigen Senats- fttzung ergriff General Prim wiederum das Wort, um sich gegen die vom französischen Minister Billaukt hinsichtlich MeMo's wider ihn erhobenen Anklagm zu vertheidigen. In einem geschichtlichen Rückblick aus die mexikanische Expedition hob er die Hindernisse hervor, welche sich dein glücklichen Erfolge derselben entgegengestM hätten, und schob die Verantwortlichkeit für die eingetretenen Heimnnifse den Bevollmächtigten Frankreichs zu, die unberechtigte Forderungen gestellt hatten. Der General sprach ferner sein Bedauern darüber aus, daß er keine Unterredung mit dem Kaiser der Französier gehabt habe; hätte eine solche stattgefunden, so würde er dem Kaiser dargethan haben, daß die Mexikaner nichts von einer Monarchie wissen wollten. Kaiser Napoleon habe sich getäuscht, und hätte, wie in Italien, eine liberale Politik befolgen sollen. Schließlich beschwor Prim die Regierung, kpne spanischen Tnrppen wieder nach Mexiko zu schicken. ' Athen, 6. Dez. (W. T.-B.) Die Nachrichten aus den Provinzen lauten beruhigend, nur in Patras und Korinth finden fortwährend kleine Reibungen statt. — Artemis Mich öS, Chef der Nauplianer Bewegung, ist hier eingetroffen und glänzend empfangen worden. Chadziskosist zurück- gekehrt. . " Athen, 13. Dez. Die Gesandten von Frankreich, England und Rußland haben der provisorischen Regierung den Beschluß der drei Mächte mitgetheilt, das Protokoll von 1830 aufrecht zu erhalten. ES sind demgemäß Prinz Alfred und der Herzog von Leuchtenbrrg vom griechischen Throne ausgeschlossen. Hr. Elliot ist in besonderer Mission von Konstantinopel angekommen. England empfiehlt den Griechen den König Ferdinand von Portugal und tritt ihm die Ionischen Inseln ab. Die bis jetzt für Prinz Alfred gesammelten Unterschriften belaufen sich auf 110,000. K»«sim»ti«opel , 6. Dez. (W. T.-B.) Eine neue Anleihe vv» 6 Millionen Psd. Sterling ist abgeschlossen worden. — Demonstrationen für deR PrinM Alfred wurden von der Regierung untersagt. — Der russische Gesandte Fürst Labanofs ist in einem mehrmonatlichem Urlaube nach Italien und Frankreich gereist. Deutschland. * Frankfurt, 14. Dez. Dem offiziellen Bericht über die Bundestags-Sitzung vom 11. d. M. entnehmen wir noch Folgendes: Für Oesierrrich wind« bezüglich der über einige Punkte der deutschen Wechselordnung von der Nürnberger HandelSgesrtzgebungs-Kommisfivn gemachten Vorschläge eine im Allgemeinen zustimmende Erklärung abgegeben. Vom Königreich Sachsen wurde in Betreff der Kvnvnissionsvorschläge wegen Einführung gleichen Maßes und Gewichts in den deutschen Bundesstaaten eine im Wesentlichen zustimmende Erklärung zum Protokoll gegeben. Für Baden wurde die Vollendung und Ausrüstung der dortseits zu beschaffenden Fortifikativnen an der Brücke zu Kehl zur Anzeige gebracht. Jxaykjurt machte die Anzeige, daß das deutsche Handelsgesetzbuch unverändert angenommen sei und mit dem 1. Januar 1863 im Staatsgebiet gesetzliche Kraft erhalte. Es erfolgte sodann die Abstimmung über die in einers,srühern Sitzung von dem betreffenden Ausschuß wegen Aushebung der öffentlichen Spielbanken in Deutschland eingebrachtcn Anträge. Dieselben lauteten: »Hohe Bundesversammlung wolle, unter Bezugnahm» aus dns vom Ausschuß in seinen Vorträgen vom 10. Mai 1853 und 6. November 1862 Angeführte, die höchsten und hohen Regierung,'» ersuchen, zu dem Folgenden ihre Ansichten, beziehungsweise ihr Einverftändniß auszuspre- chen und, so weil dieses letztere reicht, eine gemeinsame Erklärung darüber in das öffentliche Protokoll der Bundesversammlnng niederlegen zu lassen : I. Die össentlichen Spielbanken sind rin soziales und volkswücthschast- licheS Nebel, dessen Bestehen aus dem Gebiet des Deutschen Bundes mehr und mehr Bedenken und Bcsorgniß jür das öffentliche Wohl erregt. II. Es ist demnach zu wünschen, daß nicht nur keine neuen öffentlichen Spielbanken mehr gestattet, sondern auch die noch bestehenden so bald als möglich beseitigt und daß bis dahin Heren nachtheilige Wirkungen durch angemeffene Beschränkungen in aller lhunlichen Weise gemindert werden. lU. Es wird wechselseitig als bundeSsrenndlich mit Dank anerkannt, i wenn die einzelnen höchsten und hohen BundeSvegieruugen ihre Behörden und Organe in diesem Sinn« (unter 1. und ll.) wirHrw werden lassen." Von der großh. hessischen Regierung waren dagegen die nachstehaaden veränderten Anträge eiugebracht und zur Annahme empfohlen worden: „Hohe Bnndesversammlnng wolle im Verfolg ihrer bisherigen deß- sallsigen Verhandlungen, insbesondere der AusschußauUäge vom 16. Mai 1855 und in erneuter Erwägung, daß die öffentlichen Spielbanken ein soziales und volkswirthschastliches Uebel sinh, dessen Bestehe» aus dem Gebiete des Deutschen Bundes als gemeinschädtich zu erachten ist, beschließen : I. Die Bejeiligung der öffentlichen Spielbanken auf dem deutschen Bundesgebiet ist mit allen rechtlich zulässigen Mitteln anznstreben und die Bundesversammlung wird ihr anhaltende« Bestreben dahin richten, dehhalb eine Vereinbarung unter sämmtliche» Bundes gliedern zu bewirken. II. Demgemäß spricht die Bundesversammlung zunächst die Erwartung aus, daß keine neuen Konzessionen zu öffentlichen Spielbanken mehr er- lheilt und die bestehenden nicht über die Zeit, für welche sie ertheilt sind, verlängert oder erneuert werden. Diejenigen Regierungen, welche sieh hiermit einverstanden erklären, übernehmen damit die sörmliche Verpflichtung, dieser Erwartung zu entsprechen. III. In gleicher Weise wird sodann denjenigen Regierungen, in deren Gebiete zur Zeit noch öffentliche Spielbanken bestehen, drmgcird empfohlen, jede sich darbietende Gelegenheit zur Beseitigung derselben zu benützen und bis dahin deren nachtheilige Wirkungen durch angemessene Beschränkungen in aller lhunlichen Weise zu mindern." Dck sich weder für die einen, noch für die «Leven Anträge die «forderliche Slimmenzahl ergab, so beschloß man, sämmtliche Abstimmungen und Erklärungen dem Ausschüsse mit dem Äuflr.ig zuzuweilen, baldigst einen Beschlußeniwurs vorzulegen. Darmstadt, 13. Dcz. (Fr. I:) I» der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer werden verschiedene Anträge eiit- gcbracht, darunter ein Antrag der Abgg. Lothäry und Metz auf baldigen Erlaß einer allgemeinen und unbedingten Amnestie für alle politischen Verbrechen und Vergehen; Antrag des Abg. Hoffmann ll. auf Beseitigung gewisser zu Gunsten der beiden hiesigen Banken erlassenen verfassungswidrigen Bestimmungen bis nach erfolgter ständischer Zustimmung; Antrag des Aba. Volhard auf Wiedereinführung des alten verfaffungSmäßrgen Wahlgesetzes von 1849; Antrag der Abgg. Brenner u. Gen. auf Abschluß eines Staatsvertrags mit Baden wegen Erbauung eurer Odenwald-Eisenbahn mit direkter Verbindung nach Offenbach. Außerdem wird eine Reihe von Wahlen genehmigt. Eine längere Diskussion erhob sich über den Handelst) er- tr a g mit Frankreich gelegentlich der Berathuug der Regierungsvorlage wegen Erstreckung des Finanzgesetzcs von 1860 auf 6 Monate. (Uebcr den Ausschußantrag s. Darmstadt Beilage.) Nach Eröffnung der Diskussion hält Fiuanzminister v. Schcnck unveränderte Annahme des Regie rungsantrags für unbedenklich, da Verträge, welche nicht vom ganzen Zollverein abgeschlossen werden und Zolländernngen enthalten, nach Ansicht des Finanzministeriums unbedingt d er Zustimmung der Stände bedürften. Aeußerften Fallis wolle er übrigens auch den Gesetzentwurf dahin Lnd ern fassen, daß alle tveiteren Zoll- und Handelsverträge, welche überhaupt nach der Derfassungsurknnde der Zustimmung der Ständet bedürften, vor deren „Ratifikation" der Kammer vorgelegn würden. Die Worte vor deren „Abschluß" machten dagege^ jedes Unterhandeln der Regierung unmöglich und müsse daher darauf beharren, daß statt „Abschluß" dasWort „Ra^ sikation" gesetzt werde. Metz fragt hieraus, ob die Wo,^ des Hrn. Finanzministers „nach Ansicht des. Fiuanzmi^ steriums" gleichbedeutend seien mit dem Satz „nach Ansicht Staatsregierung", was wesentlich sei, weil der Hr. nanzminister im Ausschuß die Rücksprache mit seinen Kolleg für nöthig erklärt habe. Ebenso verwahrt sich Metz gegen e' Unterscheidung des Hrn. Finanzministers zwischen Zoll- u" Handelsverträgen, welche nach der Verfassungsurkunde übe'' Haupt der Zustimmung der Stände bedürften, und zwische" andern Zoll- und Handelsverträgen. Nach seiner Ansicht gehörten alle Zoll- und Handelsverträge zum Ressort der Stände. Nachdem der Finanzminister v. Schenck erklärt hatte, daß unter „Ansicht des Finanzministeriums" diejenige der „Staatsregierung" zu verstehen sei, und daß er alle vom Abg. Metz im Auge gehabten Verträge als zur Kompetenz der Stände gehörig nachgebe, beantragte Mg. Hofmann von Friedberg, um die Aktion der Regierung nicht allzu sehr einzuschränken , Annahme des Modus „Ratifikation" statt „Abschluß". Der Finanzausschuß erklärt sich hiermit einverstanden. Er wird hierauf die Regierungsvorlage, auf deren Abstimmung der Finanzminister besteht, einstimmig verworfen, und der Ausschußantrag mit einer vom Abg. Thudichum beantragten und vom Ausschuß angenommenen Verbesserung dahin einstimmig allgenommen, daß „zu allen neuen Zoll- und Handelsverträgen vor deren Ratifikation die bei dem Abschluß vorbehaltene Zustimmung unserer getreuen Stände eingeholt werden wird." Kassel, 12. Dez. Der Bericht des Abgeordneten Wiegand über den Sunkel'schen Antrag, den Handelsvertrag betreffend, hebt in klaren bündigen Worten die Bedeutung des Vertrags für den Zollverein hervor, berührt die Gefahren der Ablehnung des Vertrags, die Schwierigkeiten beim Abschluß desselben, und die gerechte Berücksichtigung der verschiedenartigen Interessen aller deutschen Staaten^ welche darin Ausdruck gefunden. Gegenüber dem Widerspruch Bayerns und Württembergs wird hervorgehoben, daß die betreffenden Landesvertretungen dem Verhalten der Regierungen sich noch nicht angeschlossen haben. Ein Recht Oesterreichs auf Widerspruch gegen den Vertrag wird bestritten und ein Eintritt Gesammtösterreichs in den Zollverein für unmöglich erklärt. Die Bedeutung des baldigen Beitritts Kurhessens wird betont und für den Fall der Tettnung des Zollvereins nachgewicsen, daß für Kurhessen eilte freie Wahl des Anschlusses nicht bestehe. Die geographische Lage habe unabweisbare Konsequenzen, und es könne ein kleinerer Staat, von einem größern cingeschlossen, keine seinen Nachbarstaaten cntgegenstehende Handelspolitik üben wollen. Was die besondere Stellung der kurhessischen Jndüstrie zum Handelsvertrag aubelangt, so spricht sich der Bericht dahin aus, die Lage Kurhcssens sei insofern eine günstige, als es keine durch Schutzzölle künstlich großgezogene Industrie besitze. Damit solle indeß nicht gesagt sein, daß es unfern Fabrikanten gleich- giltig wäre, die seitherigen Begünstigungen fortzugenießen, und noch weniger, daß dem so sei, weil unsere Industrie bei uns eine „ansnahmliche Ueberlegenheit" erlangt habe. Die industrielle Entwicklung des Landes sei vielmehr — aus hier nicht zu beleuchtenden Gründen — gegen andere Länder zurückgeblieben, Ulld unsere Gesetzgebung und Verwaltung trage daran keinen geringen Theil der Schuld. Auch insoweit sei unsere Lage günstig, als nicht der eine oder andere Industriezweig ausschließlich die Unterlage der Volksernährung im ganzen Lande oder doch in größeren Bezirken bilde. „Wir haben vielmehr recht eigentlich diejenige Form der wirthschastlichen Entwicklung, welche mau die individuelle, die decentralisirte Arbeit nennt." Endlich werde uns die Entscheidung zu Gunsten des Handelsvertrags dadurch erleichtert, daß eine Anzahl Industriezweige , und zwar gerade diejenigen, bei denen der Streit um den Zollschutz am heftigsten entbrannt sei, bei uns gar nicht oder doch nur höchst untergeordnet vertreten sind, so z. B. Baumwollspinnereien, Weinproduktion. Die Ermäßigung des Schutzzolles für seidene und halbseidene Gewebe, für die feineren Gewebe von Baumwolle, Leinen und Wolle werde bei der geringen Bctheiligung an diesen Industriezweigen auch kaum einen Widerspruch Hervorrufen. Die Schmalkalder Eisenindustrie dagegen, der die Zollermäßigung von Roheisen zu Gute komme, verspreche sich von der Eröffnung des französischen Marktes erheblichen Aufschwung. Kassel , 13. Dez. (Fr. I.) Der wichtigste Gegenstand der heutigen Sitzung der Ständeversammlung betraf den Bericht des volkswirthschaftlichen Ausschusses über den Handelsvertrag mit Frankreich. Der Abstimmung (deren Resultat bereits telegraphisch mitgetheilt worden ist) ging eine ausführliche und lebhafte Debatte voraus, obgleich keinerlei Widerspruch erfolgte und das Resultat schon nach Vortrag des Berichts und heute noch mehr nach einer eben jo beredten wie ausführlichen Ergänzung, die der Berichterstatter, Abg. Wiegand, Nachfolgen ließ, gewiß war. Wie- gand schildert unter Anderm das Wese» des Si schon aus diesem neue Ar^hmte-MiHen-Mtz zu entnehmen. Er zeigt dl für die Entwicklung d«LJi Beziehung die vereinte - werde, was noch fehle. )utz»lles,^m klichUMMt luuMl HMr. nion^schaffen hildert die fortgeschrittene Entwicklung gerade der deutschen Industrie, ihre bedeutenden Erfolge auf dem Weltmarkt, den uns die Verwerfung des Vertrags verschließen werde, und weist auf die Notwendigkeit hin, daß umgekehrt die Annahme des Vertrags die Sprengung derjenigen Fesseln in ihrem (Aefolge haben werde, die jvchjetzkMiAer hessischen Industrie lasten. — Abg. Har - streik'schindet ausführlich Entstehung und Bedeutung des Zollvereins. Aus allen Stadien dieser Entste hung ergeben sich dem Reimer neue und gewichüge Momenke"furden Vertrag. Würde es schließlich doch so weit kommen, daß der Zollverein aus Rand und Band gehe, so könne Kurhessen gar nicht anders, es müsse von neuem sich an Preußen anschließen, um so zu abermaliger Herstellung des Zollvereins dir Grundlage zu geben. Den Uebelständen aber, dre freilich trotzdem mit der Auslösung unvermeidlich seien, solle man zuvorkommen durch unbedingten Anschluß an den Vertrag. — Abg. Reischauer, ebenfalls für dm Vertrag , weist , ans die Gefahren hin, die die Verwerfung deßhalb mit sich führe, weil sie den Stand der Arbeiter zu einem großen Zhell brotlos machen werde. — Ziegler hält die Gründe für'den Vertrag so allgemein anerkannt, daß er deßhalb' aufs Won verzichte. — Abg. Reifert (Fabrikant) schildert den Stand der deutschen Eisenindustrie, ihre Konkurrenzfähigkeit re., und weist die Nichtigkeit der Eiinvände nach, die man gegen den Vertrag in Betreff dieser Industrie vorschützt. — Herrlein schließt sich in feinem Unheil den Fachmännern an, hoffend, daß Kurhessen nie in die Lage kommen werde, zwischen einem Bündniß mit Süd-und Norddeutschland wählen zu müssen. — v. Bischoffshausen zeigt die Gehaltlosigkeit derjenigen Einwände, die ans dem 8-25 des Handelsvertrags entnommen wurden, und erklärte sich ebenfalls für den Vertrag. — Abg. Tr aber t: Wenn es von den Regierungen jetzt schmerzlich empfunden werde, daß trotz ihrem „souveränen" liberum Veto, das jede Reform unmöglich mache, Preußen mit einem zwingenden Ja oder Nein vor sie trete, so hätten sie das selber verschuldet. Warum auch hätten sie nicht längst mit Handan gelegt zur Beschaffung eines deutschen Parlaments «ttd einer deutschen Zentralgewalt ? Redner bespricht dann insbesondere die hessische Industrie und die polizeiliche Bedrückung derselben. die in Folge des Grundsatzes eingeführt worden fei, daß sie Noch zu Gott führe. Gesetzt, daß die Annahme des Vertrags noch weit mehr Nachtheile mit sich führe, als von den Gegnern behauptet «erde, so könne der Industrie- und Gewerbestand doch „glücklich wie die Götter" «gemacht werden, weuiz man nur die Arbeit und das Talent entfessele. «-- Der Landtagskommissär bemerkt, der Regierung könne es wohl nur erwünscht sein, zu erfahren, wie die Versammlung von dem Vertrag denke. Einen Entschluß der Regierung könnte er hoffentlich bald mittheilen. - Abg. Sunkel freut sich der befriedigenden Erledigung, die der von ihm angeregte Gegenstand im Schoße der Versammlung gesunden habe, und spricht letzterer seinen Dank aus. Roch einmal ergreift der Berichterstatter, Mg. Wiegand, zu einem kurzen, beredten Schlußvortrage das Wort, woraus zur Abstimmung geschritten wurde. Koburg, 14. Dez. (A. Z.) Ueber das Gewerbegesetz har ein neuer priväter VerstäNdigungsversuch zwischen der koburgischen Regierung m;d dem Landtag stattgefunden. Zur Beseitigung des Regierungsbedenkens: daß volle Konzessions- fteiheit ddrPreßge werbe auch den wegen gemeiner Verbrechen der staatsrechtlichen Ehrenrechte verlustigen Personen zu gut komme, hat die Landtagskommission für diese Kategorie Konzessionspflichtigkeit als Ausnahme zugestanden. Die Negierung hat aber diesen Vorschlag als ungenügend abgelehnt. Die Landlagskommission hat hierauf die Verhandlung abgebrochen, weil Konzessionszwang für gutbeleumundete Staatsbürger unzeitgemäß und ohne rationellen Grund sei. DreS-e«, 10. Dez. Die'hiesige Handels- und Gewerbekammer hat in Betreff des Handelsvertrags folgenden Beschluß gefaßt: Dir Handels- und Gewerbrkammer zu Dresden erklärt sich mil den Grundsätzen de» deutsch-französischen Handelsvertrag«, weil dieselben geeignet sind, dem Gebiete de« deutschen Handels und der deutschen Industrie eine ersprießliche Erweiterung zu verschaffen und den Gefahren vorzu- deugen, daß andere Nationen durch ähnliche Verträge einen Vorsprung gewinnen, einverstande«; sie hält aber den Fortbestand de« Zollvereins und dessen Ausdehnung aus die ihm noch nicht angehörenden deutschen Länder sür eine volkswirthschastliche Nothwendigkeit, beziehentlich dir Gefährdung de« Zollvereins für ein unheilvolles Ereigniß, und darf zu der könizl. fächsischen Staatsregierung das Verträum hegen, daß hochdieselbe «nadläsfig bemüht sein werde, die in diesen Wünschen wenigstm« nach den jetzigen Zeitverhältnifsm liegenden Widersprüche zu befriedigender Lösung zu bringen. Berlin, 13. Dez. Die „Kreuz-Ztg." bespricht den kö- nigl. Erlaß und zieht aus demselben sehr kühne Folgerungen in ihrem Sinne. Sie schreibt zuletzt: Der königl. Erlaß läßt darüber keinen Zweifel,, wie mau an betreffender Stelle die Ueberzeugung gewonnen, daß die Zahl der unbedingt Treuen im Lande noch groß genug ist, um azich einer dunklen Zukunft mit Zuversicht und ohne Zweifel entgegensetzen zu könnm, und daß, wenn schon so Viele ungerusen erscheinen, nur Wenige fehlen werden, sobald der Ruf des Königs erschallt. Dasselbe Blatt schreibt: „Dem mehrfach verbreiteten'Gerücht, daß unter den Ministern Graf Jtzenplitz, v. Selchvw und Gras zu Eulenburg noch ein Ressortwechfel stattfinven werde, können wir aus das bestimmteste widersprechet!." Das „Preuß. Volksblatt" — eine Art Absenker der „Kreuz-Ztg." — gibt ein neues Programm, dem wir Folgendes entnehmen: Der Staat zerfällt, wenn nicht ein einziger oberster Wille in ihm herrscht. Die Herrschaft ist das Lebensfernem des Staates. Je stärker der ode s ParlanMt NHüvalt,'wrlche von der preußischen Geschichte zu Nutz und Frommen des Volkes herausgebildkt^worden, ist. stlnjer KisistgGpm ist «tzer Parlament. Unjir wsckA N «n'ssk-VSM,*unfer lMäg HNknsn Wille, ist unser Gesetzgeber. Der sächsische Provinziallaudtag hal den Schwe- rin'schen Entwurf der Kreisordnung mit 36 gegen 31 Stimmen angenommen. Dänemark hat die letzte englische Note noch immer nicht beantwortei, was auf die Verlegenheit Hinweis^ ttttwclcher marttsich' in Köpenchagen^befWetz Zu einer europäischen Konferenz, mit deren Erörterung sich die dänischen Organe früher viel wußten, hat man dort jetzt aus begreiflichen Gründen viel weniger Lust. H Berlin , 14. Dez. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten v. Bismarck trat gestern^Mittag dasStaats- ministerium zu einer Berathunss Zusammen. Um 4 Uhr Nachmittags hatte Hr. v. Bismark Vrrtrag beim Könige. Wie es heißt, sind in dem gestrigen Ministerrach mehrere sür die innere Verwaltung wichtige Fragen zur Erörterung gekommen Namentlich spricht man von Verhandlungen über die Beamteu - Opposition. Gestern war das Staatsministerium in seinem jetzigen Bestände zum erstell Mal zur gemeinsamen Besprechung von Regierungsangelegenheiten vereinigt. — Die gestern von der „Kreuzzeitung" gebrachte Nachricht, daß die Regierung in Bezug aus den Pvftdebit der Zeitungen Maßnahmen beabsichtige, wird auch von anderen Seilen bestätigt. Es handelt sich dabei um die auswärtige Presse, in Betreff deren bekanntlich der Verwaltung die Entziehung des Pvstdebits gesetzlich zusteht. Besonders sollen dabei mehrere größere Organe der süddeutschen und der außerdeutschen Presse in's Auge gefaßt sein. Bei den Preßprozessen, welche hier in neuerer Zeit stattgesunden haben, sind auch verschiedene auswärtige Blätter wiederholt verurtheilt worden. — Der Handelsminister Gras v. Jtzenplitz ist gestern in das Hotel seines Ministeriums eingezogen. Auch die nett ernannten Minister des Innern und der landwirchsch. Angelegenheiten, Graf v. Eulen bürg und Hr. v. Selchow, haben gestern von ihren Amtswohnungen Besitz genommen. Der nunmehrige Oberpräsi- dent der Provinz Brandenburg, Geh. Rath v. Jagow, ist nach Potsdam übergesiedelt und hat sein neues Amt angetreten. Schon gestern wohnte derselbe als Chef der Prvvinzial- verwaltung einer Sitzung des hiesigen Provinzial-Schulkolle-- giums bei. — Im Ministerium des Auswärtigen ist nunmehr der Geh. Rath v. Thile zum Unterstaattzsekretär ernannt worden. Derselbe hat bereits gestern diese Stelle übernommen. Gestern früh traf der diesseitige Gesandte am großh. hessischen Hofe, Frhr. v. Canitz und Dallwitz, hier ein. Hr. v. Canitz kommt aus Rom, wohin er sich kürzlich von Darmstadt aus zu seinem erkrankten Bruder, dem diesseitigen Gesandten beim päpstlichen Stuhl, begeben hatte. Wie verlautet, wird der zum Bundestags-Gesandten ernannte Geh. Rath v. Sydow wahrscheinlich noch im Lause dieser Woche seinen Posten in Frankfurt antreten. Der bisherige Vertreter Preußens beim Bunde, Frhr. v. Usedom, kommt binnen kurzem nach Berlin. Zn hiesigen politischen Kreisen wird fortdauernd mit großer Bestimmtheit versichert, Hr. v. Usedom werde an Stelle des Grafen Brassier de St. Sinion den preußischen Gesandtschaftsposten in Turin erhalten. Der seitherige Vertreter Preußens in Brüssel, Geh. Rath Graf v. Red ern, welcher bekanntlich für die Gesandtenstelle. i» St. Petersburg bestimmt ist, hat bereits am 7. d. M. dem König der Belgier sein Abberufungsschreiben überreicht. Der Graf trifft alsbald hier ein. Auch der- diesseitige Gesandte am kaiserl. russischen Hofe, Graf v. d. Goltz, wird binnen kurzem hier erwartet. Wie es heißt, soll derselbe noch vor Neujahr den ihm verliehenen Botschasterposten in Paris übernehmen. — II. KK. HH. der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin verlassen heute Abend Venedig, um sich über Triest nach Wien zu begeben. Dort werden Höchstdieselben morgen eintreffen , und am Donnerstag früh nach Breslau weiter reisen. Wien, 12. Dez. Hie, Zeitungen haben schon mehrfach die eine oder die andere Persönlichkeit, in neuester Zeit mit großer Sicherheit und Ucbereinstiinmung den Ministerialrath Hrn. v. Hock als designirt genannt, bei den bevorstehenden Zollvereins-Konferenzen in München als Vertreter Oesterreichs zu sungiren. Die „Südd. Ztg." kann positiv versichern, daß Oesterreich zu diesen Konferenzen weder eüigelcchen ist, noch eingeladen werden wird, noch auch nur auf eine Einladung sich Rechnung macht, und daß es also nicht m der Lage ist und keine Veranlassung hat, irgend einen Repräsentanten dorthin zn senden. Einer von den eifrigsten Vorkämpfern des Liberalismus in Tyrol, der Bürgermeister Streiter von Bozen, der seiuen kriegerischen Namen nicht vergeblich führt, hat zwei Hefte „Studien eines TyrolerS" im Druck erscheinen lassen. Er kommt auch auf die österreichische Verfassungsfrage und das Verhältniß zu Deutschland gelegentlich zu sprechen, und erklärt sich für die Ansicht, die wohl gegenwärtig von den liberalen Derttfch-Tyrolern ziemlich allgemein getheilt wird. Sie läuft auf eine Spaltung des österreichischen Reichsraths in zwei Gruppen hinaus, deren erste ausschließlich die zum Bund gehörigen Länder vertreten soll, während die andere von den Abgeordneten der ungarischen und slrvischen Länder gebildet wird.' Die beiden Körper hätten sich „nur etwa zur Verhandlung der Finanzfrage" einmal im Jahr zu vereinigen. Bei dieser Einrichtung, glaubt man, könne Deutsch- Oesterreich seine bisherige Stellung zu Deutschland behaupten ; der gegenwärtige Zustand dagegen sei auf hie Dauer nicht haltbar: Die deutschen Bundesstaaten könmu e« nie dulden, daß der österreichische ReichSrath, sei es nun der gejammle »der der engere, auf die Kest- KriegSsalleS und dePE»»öeMlst, aus die Zoll-, Handel«- chEgDinflW nehme «der die Wirksamkeit dieser ZtzHii^miunz, abhs^k Treten hingegen nur die -.^^.-,-7,^—....»^en ErEnder A nWreMziehungen zu Deutschland, -so veränmrt sichre Stellung zustrPseffnmntstaat wesentlich; sie erhalten eigene Gesetze, ein eigenes Krieg-recht und Bundesgericht,s.und scheiden somit von selbst aus dem engern ReichSrath. * Wie«, 13. Dez. (Zur Bankjrage.) Die gemischte Kommission der beiden Häuser des Parlaments ist rascher zum Ziele gelangt, als man vermuthete. Man hat sich gestern in allen Punkten geeinigt und «irischem MyttzM im Abgeordnetenhaus!:, Dienstag oder HWBff M Hause die Annahme beantragen. Ueber me Bedeckung war .man bereits, wie wir gemeldet»vorgestern zu einem Beschlüße gelangt. Die Verzinsung wurde gestern nach einem Vermittlungsgutrage des Prof. Herbst mit einer Modifikation der Mitglieder des Herrenhauses angenommen. Bekanntlich hatte das Abgeordnetenhaus die Verzinsung der Anleihe vön 90 Millionen abgelehnt, das Herrenhaus hatkefeine jährliche Pauschsumme von 1,060,000 fl. votirt. Die Differenz entstand dadurch, daß die Ersteren von der Ansicht ausgingen, die Dividende der Bank werde sich auch ohne Verzinsung auf 7 Proz. belaufen, was als eine genügende Verzinsung desDänk- kapitals betrachtet wurde, während von der andern Seite und auch von dem Bankausschusst ein solcher Ertrag beim Ausfall der Anleiheverzmsung bezweifelt wurde. Diese Meinungsverschiedenheit ist nun durch den Antrag hes.Prof,Herbst dahin beglichen worden, daß man sich,darüber einigte, daß der Stallt.die Summe, weicht züm Behuf' einer jährlichen Dividende vön'7 Proz. abgehcn sollte, bis zur Höhe von einer Million zu ergäNzenffich verpflichtet. Es ist hiemit allen An-- sorderungeu entsprochen.' Erreicht die Dividende 7 Proz., so hat der Staat nichts zu zahle», und die Aktionäre haben keinen Äruud, sich zu beklagen; bleibt die Dividende unter 7 Proz., so wird dem Prinzip der Billigkeit entsprochen, daß dem Staat keine unberechtigten Opfer gebracht werdend Der Antrag des Prof. Herbst wurde mit 11 gegen die 1 Stimme des Abg. Posthorn angenommen. Die Frage der Notenbedeckung, welche gleichfalls eine Hauptdifferenz zwischen beiden Häusern bildete, ist nun durch die Annahme des heutigen Antrags gleichfalls als gelöst za bettachten, da der in der vorigen Kommissionssitzung vom Prof. Hasner gestellte Vermittlungsantrag von den Herrenhaus-Mitgliedern unter der Bedingung angenommen wurde, daß es auch in den übrigen Punkten zu einer Verständigung kommt. Nachdem diese Hauptpunkte erörtert worden waren, ging man zu den Einzelheiten des Uebereinkommens und dann zur Berathung der Statuten über. §. 1 handelt von der Privi- legiumsdauer; das Abgeordnetenhaus hatte dieselbe auf zehn, das Herrenhaus auf vierzehn Jahre verlängern wollen. Schließlich einigte man sich in der gemischten Kommission dahin, die Verlängerung für nicht länger als zehn Jahre zu bewilligen. Der Beschluß wurde einhellig gefaßt. Die andern, meist nur styüftischen Änderungen der Statuten wurden nach dem Antrag des Herrenhauses angenommen. Ebenso das Reglement. Der Schluß der Session des Reichsraths wird Donnerstag den 18. d. M. im Rittersaale durch Se. Mas. den Kaiser stattfinden. Oefterreicbtfche Monarchie. Venedig, 10. Dec. (Köln. Ztg.) Gestern Abend ist der Kronprinz von PreiLHen mit Gemahlin VM Mailand her an der Porta Nuvva in Verona eingetröfstÄ. -Der Kaiser von Oesterreich schickte ihnen zur Begrüßung einen Feldmarschall-Leutnant an die Grenze entgegen. Am Bahnhof in Verona, um den sich eine ungewöhnlich große Menge neugieriger Soldaten geschart hatte, wurden sie vsuchen Spitzen der dortigen Zivil- und Militär-Behörden empfangen. Der Feldzeugmeister Benedet stieg mit ihnen in einen bereit stehenden Hofwagei, ein und begleitete sie in den Gasthof. Eine Militärparadc, die ihnen zu Ehren für heute schon vorbereitet war, haben sie abgelehnt. Der Delegat führte»Heute die hohen Reisenden durch die Stadt, wobei sie für die architektonischen Sehenswürdigkeiten ein besonderes Interesse bezeigten. Sie verweilten lange im Amphitheater, in der Basi- lica S. Zeno und im Dom, und haben ihrem Begleiter ihre Überraschung wiederholt zu erkennen gegeben. Die Festungswerke waren umsonst zu ihrem Besuche vorbereitet. Heute Mchmittag sind sie von Verona abgereist und tverden am hiesigen Bahnhöfe, ebenso wie in Verona, empfangen werden. Nachdem sie in den nächsten drei Tagen die Kunstschätze vou Venedig werden besichtigt haben, gedenkt die Frau Kronprinzessin den Sterbetag ihres seligen Vaters in stiller Zurückgezogenheit zu begehen und mit ihrem Gemahl am 16. die Reise nach Wien fortzusetzen. Frankreich. K Paris , 13. Dez. Das Publikum verfolgt mit einem mehr als gewöhnlichen Interesse die Verhandlungen Ger Mexiko in den spanischen Cortes, und die vorgelegten Äepe- schen des Generals Prim sind nicht geeignet, diese selbst in der Armee wenig populäre Expedition populärer zu machen. Es wird fortwährend auf das bestimmteste versichert, daß General Forey 10- bis 12,000 Mann Verstärkungen verlangte, und die allmälige Absendung dieser Truppen soll bereits ganz im Stillen begonnen haben. — DiegriMische Frage steht unter den politischen Besorgnissen stets obenan. Wenn man auch mit England dahin einverstanden ist, daß der künftige König der Griechen nicht Prinz Alfred fein soll, so scheint man doch noch weit davon entfernt, sich wegen des den Griechen vorzuschlagenden Kandidaten verständigen zu können. England, bis zu einem gewissen Punkte auch Rußland sind bekanntlich für den König Ferdinand von Portugal, welcher übrigens, nach den neuesten Nachrichten aus Lissabon, entschlossen scheint, einen deßfallfigen Antrag abzulehnen. Frankreich dagegen, welches diesem Plan ^ welcher dem englischen Einfluß in Griechenland Thür und Thor öffnen würde, durchaus nicht geneigt ist, sucht eifrigst nach einem andern Kandidaten. Man soll auf den jungen Herzog Roberts VW Parma gefalle» Mn, welcher,, obgleich er ein Bomb« W. der kaisE Negierung zn paffM^ scheint. — 4 J« Resullat ergäben, mit den Fratrzosen gygen Mexiko zu mar - schirm. Redner wei-t di( Bezeichnung „unwürdig" zurück, welche Hr^ Billault der Ueheröinkunft von Soledad ertheilt gewisse» SalieMchen Meisen schreibt n« G qr ib a ld) Chatte. . TMsE-e lei ein Akt iser Großmuth gegen einen schwagroße Pläne zu; man sagt, daß er sofort nach seiner ^Gene- s>->- fung eine Reise durch Italien antreteu werde, um das erlöschende Feuer seines Anhangs neu anzufachen. Garibaldi aber ist noch, nicht hergestellt, seine Genesung wird lange ü«cM, rHd «D iA phr frch^lich, ob -er noch^Kraft Se aenpg LaieH wtrd^ Mm echlen Theil schneWiMlHk- sthichte, welcher mit AsprAnonte Mvß, dlnen zwenenwe fügen. Mittlerweile bemüht sich die Türmer Regierung, für Neapel eine Armee von 90,000 Mann auszustellen, um der Briganti Herr zu werden. General Lamarmora hat, wie mau aus Turin erfährt, auf Wunsch des Mpias und Ansuchen des .Hrn. Faririi einßewilltgt,. seinö iÄlÜassuvg Ls PrWktawn Neapel zurückKiziebeu. Z»dex Thflt scheint die Regleruüg M Mitwirküng dieses energischest GetieraA sehr nöthig zu haben. Die „France" will selbst im einem lste- montesischen Bericht aus Neapel die Worte''geksenhaMr': „Die neapolit. Bevölkerung ist uns ganz und gar feindlich, und wir besitzen im Süden lediglich nur den Boden, welche« unsere Truppen materiell besetzt halten." Mag das auch übertrieben sein, so ist die Lage im Süden Italiens doch jedenfalls sehr mißlich. — Nächste Woche wird eine Broschüre über die italienische Einheit bei Denlu erscheinen, welche man den Inspirationen des Hrn. Drouyn de Lhuys zuschreibt. Dieselbe stellt dieser italienischen Einheit ein schlimmes Horoskop. Der ungenannte Verfasser fleht kein Heil und keine Rettung für Italien, als in der Rückkehr zur Konföderation und zu den Verträgen von Zürich. Um diese Rückkehr zu ermöglichen und die sich bekämpfenden Einflüsse. der in der italienischen Frage zunächst betheiligten Großmächte zu beseitigen, schlägt er vor, daß sie mit in die Konföderation treten. Oesterreich für das venezianische Königreich ^Frankreich für Nizza, und- England endlich, kraft seiner Herrschaft über Malta. Natürlich ist dieser neuen Kombination nicht mehr Lebensfähigkeit zuzutrauen, als allen übrigen; doch ist diese Broschüre nicht ohne Interesse als Zeichen der Zeit! Der Statusquo ist übrigens Alles, was man hier will und bezweckt. „Erwarten Sie von mir nichts Besonderes — äußerte noch dieser Tage Hr. Drouyn de Lhuys — ich habe bei Uebernahme des Portefeuilles Nichts verlangt und Nichts versprochen." — Man bemerkt in hiesigen offiziellen Kreisen, daß der Kronprinz von Preußen, welcher bekanntlich über Wien reist, Turin aus-ieiner Reise durch Italien nicht berührte. — Zu dem Feste rm Schloß FerrHres werden sämmtliche Mitglieder der Familie Ro th- schild' aus London, Wien und Frankfurt erwartet. Unter den deutschen Bankers weiß man besonders viel von der Pracht eines neuen Saals zu erzählen, für welchen Rothschild für 800,000 Fr. Gemälde ankaufen ließ und welche«'er den Namen „ssloo Napoleon Hl." beizulegen gedenkt. — Die Börse war auch heute flau und geschäftslos. Rente 70.65, ital. Anl. 71.60. Cred. Mob. nominell IDA Spanien. * Madrid, 12. Dez. Senat. Marquis Miraslo- ^ r c s widerlegt die Rede Prim's. Er beklagt, daß derselbe' nicht mit den Franzosen nach Mexiko gegangen sei, und erklärt, daß er die Uebereinkunft von Soledad nicht hätte abschließen Men. Nach der Ansicht des Redners ist der Londoner Vertrag gebrochen. General Prim und der englische Bevollmächtigte, Wyke, hatten einen neuen Vertrag vorgeschlagen; Jurien hatte ihn nicht unterzeichnet. Marquis Miraflores verlangt, daß, wenn Mexiko seinen Verpflichtungen nicht uachkomme, Spanien es mit Gewalt dazu anhalten solle. Der Minister des Auswärtigen, Caldero n CoNantes, bedauert, daß der Parteigeist die mexikanische Frage so entstellt, und daß man bei dieser Gelegenheit gesucht habe, Kälte in die Beziehungen zwischen Spanien und den andern Mächte» zu bringen. Der Minister weist gewisse Befürchtungen Prim's zurück, der den französischen Bevollmächtigten nicht die Schuld des Bruchs der Konferenzen hätte geben sollen. Er erkennt an, daß «än im Londoner Vertrag über zwei Punkte einig wart - man mußte seine Forderungen Vorbringen und nicht mit Zuarez unterhandeln. * Madrid, 16. Dez. Senat. Der .Min ist er bemerkt weiter: Die leitende Idee des Londoner Vertrags sei ge- wesen: 1 ) Genugthuung zu verlangen, . 2 ) den traurigen Zuständen in Mexiko ein Ende zu machen, ohne sich in Vesten innere Angelegenheiten einzumischen/ Hr. Calderon liest eine Rote von Lord I. Russell vor, welche diesen Plan billigt. Er erinnert daran, daß dieselben Ansichten in den Eröffnungsreden der Kammern Frankreich-,-Englands und Spaniens au-gedrückt worden seien. Spanien mußte großmüthig gegen seine frühere Kolonie austreten. Die übertriebenen Forderungen Frankreichs waren die erste Ursache der Uneinigkeit. Die an Zuarez gerichtete gemeinschaftliche Note hatte zum Zweck, den schlimmen Eindruck dieser Forderungen zu vernichten. Diese Note war den von Madrid geschickten Weisungen nicht entsprechend; sie wurde von den drei Mächten mißbilligt, doch war ein Bruch nicht zu fürchten. Gin'zweiter Grund zur Uneinigkeit lag in der Ankunft Miramon's in Vera-Cruz und in dem Auftreten des englischen Bevollmächtigten Wyke, der ihn nicht an's Land gehen ließ. General Prim verlangte, daß man ihn landen laste; allein das Verlangen wurde zurückaewiesen. Da Juarez nunmehr sich zur Erfüllung 'seiner Verpflichtungen erbot, so nahm die Frage eine andere Gestalt an. Die Eröffnung dxr Feindseligkeiten wurde unmöglich. Der Minister billigt einen Theil der Bestimmungen von Soledad, und mißbilligt einen andern. Der französische Gesandte in Madrid schrieb, daß die spanische Regierung die Uebereinkunft von Soledad mißbillige , während die Depesche des Madrider Kabinets einfach zum Gegenstand hatte, der französischen Regierung von den Ansichten Spaniens in dieser Beziehung Kenntniß zu geben. ES erging der Befehl an General Prim, die Konferenzen von Orizaba abzuwarten, und wenn sie ein befriedigendes chen Äegner gewesen. "Niemals würde das Madrider binet sie gebilligt haben, wenn dasselbe sie als einen Spaniens „unwürdigen" Akt hätte ansehen können. Bade n. kommen in den Landorten dle'sog.'Wsthn'u^s-"ÄerHerb^rgsre.chte .^.Pforzheim, 14. Dez. Ich berichtete Ihnen kürzlich - übez Ist Anwesenheit und Thäügkeü des Mcthobistenpredigers H. zur Aa kö bs- mühlen dahier. Die Mission dieses Abgesandten seiner Glaubensgenossen war eine nur kurze, denn heute findet, dessen Begrähnisthirr statt. Möge ihm auch in fremdem Lande die Erde leicht stm!. ' h , ' - , * Ans dem MittLlr heinkreis, 13. Dez. Nach «nein an dle^ evangeßschen Pfarrämter ergangenen Erlaß der oberste« Kirchenbehörd« hat die aus das erste Weihnachtsfest vorigen Jahres für die An stallen zur,Rettung sittlich verwahrloster Kinder in den Kirchen erhobene Kollekte 2723 fl. 20 kr. ertragen. Davon erhielt der Verein zu Rettung solcher Kinder 1350 fl., die Hardtstiftung zu Welschneureuth 30sttfl., das Lahrer Waisen- und Rettungshau« zu Dinglingen 240 fl., das-RetMngshaus Nstfernburg bei Pforzheim 240 I« die verein igle Odenwälder undWeinheimer Rettungsanstält, Pilg'erhäus bei Weinheim, 240 fl., das Rettungshaus Friedrichshöhe zu Tullingen 175 fl., das Rettungshaus in Mannheim 130 fl-, und das Waisenhaus Georgshilfe bei Wertheim 45 fl. A Vom Neckar, 14. Dez. Hm Tabaksgaschchft äst fortwährend: viel Leben, und die Preise erhallen sich aus ihrer bisherigen Höhe, 15 bis 18 fl. für'geringere,-23-25 ff. süf bess«-echH Preist ckürjf neue Tabake, die erst iu einiger;Ze»HL»ß«i«»<üchch'Wgr>r«, sind) seit 10 Jahren nicht mehrwrzielt > worden, und beweisen, wie sehr das Produkt in Folge SeS ameiuamschm Bürgerkriegs überall gejucht ist. In der Thal sind es hauptsächlich dis Niedezjaiitz^, BslFien und Hvltzmdgsdie sonst fast ausschließlich amerikanische HrbackerAp«Nieus unverbrauchten, wohin gegenwärtig unsere Pfälzer Tabake ihren Hauptabsatz finden. Dagegen ist der englische Markt fit uns,ziemlich flau, geworden, da das diesjährige Gewächs gegen die im Heidst gehegte» Erwartungen beim 'Abhängen ziemlich fetthaltig sich zeigt, was man in England nicht liebt. Im übrigen Produktenhandel ist es stille, besonders im Getreideha n- del, der sonst um diesöPichreszeit besonders belebt war. Die Fruch^ preise zeigen auch bei uns, wie auf den bayrischen Märkten, vorherrschend Tendenz zum Fallen. Weinheim, 14. Dez. Sieben Kandidaten sind bereits für den Wahlbezirk Weinheim-Ladenburg zur Abgeordnetenstelle in Vorschlag gchracht worden, vier aus Mannheim, (Baumann, Eller, Knnz- mann, Schröder), zwei von hier (Heintze, Weisbrod), und einer von Heidelberg (P^genstecher). Einen achten Kandidaten stellt das „Mannh. Zoäim."'»Ns»Aen Hrn. Obergerichtsadvokaten vr. Ladenburg in Mannheim. Mannheim, 14. Dez. In der gestrigen Versammlung des Nationalvereins hielt Hr. vr. Ule als Gast einen ausgezeichneten und von den Zuhörern warm aufgenommenen Vortrag über die Bestrebungen des deutsche» Volks seit den Befreiungskriegen von 1813 zur Geltendmachung der ihm verheißenen Rechte und mahnte zu nachhrucklicher Unterstützung des hohen Zwecks des Vereins. Hr. Protests»-D « uniaitn knüpft« hieran, und unter Beziehung auf die in der letzten Versammlung gegen den Vorstand geschehenen Angriff«, an, dir Mitglied zu der den VereinSzweflen ersprießlichen Theilnahme aufzufordern, wornach Hr. vr. LadeNburg die, mach mehreren Zwischenreden genehmigte, Unterstützung der preußische» Volkskajse vorschlug. Der Umstand, daß bei der letzten Dorstandswahl statt des siebenten Ausschußmitglied» drei mit Stimmenzleichhnt gewähtt wurden, von die sin . aber zwei ablehnten, so daß für das fehlende Hr: Vr. Ellen: dftrch" Kooptation in den Ausschuß berufm wurde, gab , durch eine Erklärung Eller 's veranlaßt, Ursache m einer sehr unerquicklichen Debatte, wobei sich Hr. Eberfiadt sM'Skrutatoren hex der letzten Vorstandswahl rc. betheiliglen, und den Vorstand veranlaßt«,» aus ihre Stellung, die der Rosen wenige, der Dornen aber ötellbvten, zu verzichten, so daß in der nächsten Versammlung eine neue Wahl vorzunehmen ist. Mannheim, 14. Dez. (Mannh. A), Von der sürnnsere Stadt so wichtigen Frage der stehenden Nh« in b-HUck e sind des Personenbahnhof« war es seit einiger Zeit so still geworden, daß begreiflicher Wffse die Nachricht der gestern deßhalb zusammenberufenen Gemeinderathrsttzung großes Interesse erregte, und können wir, hen find gewordenen Mittheikungen zufolge, die zur Begutachtung vorHkH«' sechs Pläne wie folgt näher bezeichnen. Plan 4 hat eine geraste BMle über,den Rhein, von da durch die Mühlaninsel, die Bahn unt'die Erbt zum jetzigen Bahnhos im Auge; Plan k bezieht sich aus eine schräg.ül>V den Rhein, am Eingang des HafenbasfinS nächst dem Europäischen Hof herüberkommende Brücke, die Bahn von da durch das Lyceum vor dem Schloß vorübergehend in'einen .Bahnhof in den Baumschulgärten; nach Litttt! ginge die Brücke in einem Winkel von 72° schräg über den Rhein, an der RheiHust herüber, von der die Bahn durch de» botanischen Garten um bie Sfaot zum jetzigen Bahnhof geht, ein« Einsteighalle würde dabei am RHlinthor errichtet; nach LU. v soll die Brückt ebenfalls schräg bei der Rhrinkftst herüber kommen, dieVerbiudung zu dem in den Baumschulgärten zu errichtenden Bahnhos käme durch das Lhcrum und vor dem Schloß vorbei; Lit. L will eine Brücke etwas mehr oberhalb, in gerader Richtung, bei den auf dem Rheindamm stehenden vier LiUden herüber, die Verbindung zu dem alten Bahnhof durch den botamschcn Garten und um die Stadt herum, auch dabei ist eine Haltstation am Rheinthor vorgesehen; der letztest»» s will dieselbe Brückenrichtung, die Bahn aber rechts Äbiegetzb durchD« Schloßgarten zu dem am Heidelberger Thor zu -errichtenden Bahnhof, der aber Kopsstativn würde. — Ueher diese Pliisie hat sich der Gemeinderath, der deßhalb eine ^Kommission, UuS den HH. Held, Jörger, Löwcnhaupt, Reiß und Ritter bestehend, ernannt hat, und die großh, Handelskammer binnen 8 Tagen gutachtlich zu äußer». Vermischte Nachrichten. LJ Frankfurt, 14. Dez. Das Zentralkomitee des deutschen Schützenfestes hatte auf gestern Abend den Gesammtsestausschuß zu einer Sitzung eingeladen, um den Rechenschaftsbericht abzulegen und die Schritte zur Deckung des Defizits zu berathen. Die Versammlung war von kaum mehr als IM Theilnehmern (Komiteemitgliedern) besucht. Aus dem Vortrag des Vorstandes des Zentralkomitee'«, vr. S. Müller, theilen wir nachstehende Zahlen von allgemeinerem Interesse mit: Die Gejammtunkosten des Festes belaufen sich in runder Dumme auf 366,OM fl. (die Baukosten, 119,OM fl., haben den Voranschlag am meisten überschritten; der Sturm am 6. Juli verursachte einen Schaden von 25,305 fl.p. Das wirkliche Defizit stellt sich aus 46/548 fi. (Die Schießkarten erzielten nur eine Einnahme von 10,000 ff., da« Abonnement 24,000 fl.) Der Pächter des Rothschild'schen Gutes, aus dem die Schirßhalle stand, macht eine nachträgliche Forderung von 3000 fl. geltend, deren Uebernahme Rothschild ablehnle. Der Senat, dem das Zentralkomitee die Rechnungen ablsgi«^. erklärte, „Weiteres-x>ersügm" 'zu wollen, wenn von Seile der Garantiezelchner 3Ü,000 fl. gezahlt seien, d. h. also, 17,OM fl. auf die Stadikasse zu übernehmen; eS hätten dip-Aklionäretzsomit 25 Jirotz ihrer Unterzeichneten Summe zu decken. —- Eine lange »nd mitunter Hjrsizte Debatlte entstand nach dem Vortrag des Hrflfldlrenden darüber, ob'du LMte des Senats angenommen werhe» solle oder nicht, vr. F'r) e d le b en stellt m Dieser Beziehung en Antrag, ^ daß ip» Anerbieten desLstnqts abgkwiesep und daeAtn-HDesizit, mit Erstes»ahme de« TturnlfthadeNS ,'vbn lüifl Äfiivneste^ übirtkommtn werheu solle,-. »Der Antrag wftrde.-nül siner schwachen Majorität verworfen. E gleiches Schicksal hatte der Antrag von vr. Stern: «Die Versammlung ist .nicht berechtigt, die 17,OM fl. des Senat«, abzulehnen, ohne die Aktionäre zu betragen.-" Auch ein Antrag von ifi Passava nt, der Senat solle vorher eine definitive Resolution fassen, wie viel er zahlen wolle, wurde abgelehnt, vr. S. Müller resu- mirte. den.Inhalt, der, Debatte, machte darauf aujmerksam, daß das Defizit an Zinsen bei der Meininger Bank (welche di« Geldgeschäfte besorgt), täglich um 7 fl. wächst, u»d beantragte schließlich, die Sesiais- proposition anzunehmen, 25 Proz. bei den Garantiezeichnern «»zuziehen, und das Weitere dem Senat zu überlassen. Dieser Antrag wurde dann mit einer kaum ftennenSwerthen Majorität "zum Beschickst Erhoben. Div . Versammlung ging hiuaus. jzisinsich «lbestoedigt auseinander. > Berlin, 13. Dez. Dfi is^edige^^ch^ppe utchsieHm Sphn ''drr"Student Schöppe stand» srit ÜRsntag vor dem Schtbwffjericht^äan- geklagt der Urkundenfälschung und eines Diebstahls von ca. 20tATHlrn. zum Nachthelle des Grafen Blankensee. Rach piertZgigep^Verhstndlung wurde der Sohn zu fünf Jahrm Zuchthaus und der Vater wegen einfacher Hehlerei unter mildernden UnMftdm zu neun WmSrtSlpGe- fängniß verurtheilt. ^ ' — Köslin, 9. Dez. Der hier im aktiven Dienst.bestndli^e Ba- taillons-Commandeur, Major v. Sack, erließ dieser Tage, wie man der „Ostsee-Ztg." mittheilt, an den Major a. D. 0. Beitzke-.(Abgeordneter für Dortmund) die Anfrage: ober derselbe Beitzke setz welcher vor ca. 14 Tagen in Gemeinschaft der Kaufleute Behrmd und Brose sich bereit erklärt habe, Beiträge fiir den National-Gonds anzunehmen. Beitzke antwortete hierauf in kurzen Worten, daß er allerdings derselbe sei. Man ist hier jetzt gespannt, wb irgmd ein Schritt gegen Beitzke geschehen wird. Danksagung. Nachdem uns unterm 10. d. M. durch das hochwürdige evangelische Dekanat Schopfheim das Ergebniß der allgenieinen Landeskollekte, welche der hohe evangelische Oberkirchenrath zu Gunsten unseres Kirchbaucs auf den Monat Oktober angeordnet hat, mit 2914 fl. 6Vr kr. eirigehändigt worden ist, folgen wir dem Drang unseres Herzens, wenn wir hiermit sämmtlichen Gebern und Förderern dieser brüderlichen Handreichung, insonderheit der obersten Kirchenbehörde selbst, unseren herzlichen Dank dafür aussprechen. Möge dieselbe, wie sie eine That der Liebe und des Glaubens gegen solche Glaubensgenossen ist, welche vieler kirchlicher Einrichtungen noch ermangeln, auch eine Quelle bleibenden Segens sür unsere theure Landeskirche und unsere eigene Gemeinde sein! Säckingeu, den 12. Dezbr. 1862. Im Namen des evangel.-protestantijchen Kirchenvorstaudes. K. Siegrist, Pfarrer. Verantwortlicher Redakteur: vr. I. H«m. Kroenlein. 4 - «roßherzogliches HostheLte«. Dienstag 16. Dez. Mit allgemein ausgejhobenev Aby»sie- ment, zum Vortheil der hiesigen Armen, neu ein- studirt: Doktor Faust's HauSkäppchen, oder: Die Herberge iur Walde; Posse mit Gesaftg in 3 Men, von F. Hopp. Musik voll Hebenstreit. - - Theater i» DaVett. Müfivych, 17. Dez.: Die Räuber ; Trauerspiel in 5 Akten, von Schiller. ^ Z.q.919. Emmendingen. Ent- ^^^fernten Verwandten und Freunden wir. die schmerzliche Nachricht, I daß unser lieber Gatte, Vater, Schwie- gervater, Großvater, Präzeptor I. Renck dahier, am 12. d. M. nach längerem Leiden, 68 Fahre 11 Monate alt, sanft entschlafen ist. Emmendingen, den 13. Dezember 1862. Kath. Renck Wwe. Ludwig Renck, Oberamtmann. Minne Renck, geb. Becker. F. L. Wurth, Mlitärarzt. Frieda Wurth, geb. Renck. Phil. Bauer, Pfarrer. Babette Bauer, geb. Renck. August Winther, Referendar. geb. Renck. .,L ^ Z.q.99s. Kärlsruhe. Entftrnten *GEVerwandtdn Und Freunden Zehe ich hier- R mit die Trauerkunde von dem am 11. -^^d. M. erfolgten Hinscheiden Weiner Schwägerin, Fräulein Elise von Dawatts, mit der Bitte um stille Theilnahme. Karlsruhe, den 15. Dezember 1862. vr. S ch r i ck e l, Geh. Rath und Leibarzt. Itz Z.q.991. Basel. Entfernte Ver- *^*wandte und Bekannte benachrichtigen R wir, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager, Kaufman Wilhelm Sevin in Basel, den 7. Dezember nach längeren Leiden in einem Alter von 48 Jahren sanft entschlafen ist. Basel, den 13. Dezember 1862. Die Hinterbliebenen. Verein M Rettung Mich verwahrloster Kinder im Großherzogthum Baden Beim Herannahen der heiligen Weihnachtszeit, in welcher di« Herzen guter Menschen sich so freudig bewegt und gehoben fühlen, darum auch willig und gerne der Unglücklichen und Verlassenen gedenken , erlauben wir uns auch dieses Jahr wieder, die uns zur Rettung aus leiblicher und geistlicher Roth übergebenen armen Kinder, der so oft schon bewährten Mildthätigkeit glücklicher Bewohner unseres engeren theuern Vaterlandes angelegentlichst zu empfehlen. Mochten doch recht viele Wohlthäter durch Gaben der Liebe für unsere Kinder sich selbst und diesen eiste recht isiuige Wckhkachtsfreude bereiten. Die Unterzeichneten Mitglieder des Verwaltungsraths nehmen auch die kleinste Gabe, bestehe solche in Geld, Kleidern, Kleiderstoffen, oder in was immer, dankbarst entgegen. Karlsruhe, den 12. Dezember 1862. Deimling, Kassier der gr. Amortisationskasse. Forch, Geheimer Finanzrath. Gaß, Geistlicher Rath. Gerwig, Finanzrath. Helm, Oberkirchenraths-Assessor, als Sekretär des Vereins. vr. Hamburger, praktischer Arzt. Kachel, Münzrath. C. Kol i tz.Revisor, als Vereinskassier. La »bis, Oberschulrath. Roos, Gemeinderath. Roth, Dekan und Kirchenrath. Sachs, Oberamtsrichter, als Direktor des Vereins. von Stockhvrn, Geh. Regierungsrath, von Stösser, Geheimcrrath. Vogel, Buchdruckereibesitzer. Millstätter, Rabbiner. Z.q.S31. Zu Feftgescheukeu hält die H.. Oessnsr-'sche Buchhandlung in Lai-Isi ulie ihr mit großer Sor-gfalt reich ansgestattetes Weihnachtslager von Mchem, Mnstsachen u.s.w. für jedes Alter und jeden Stund geneigter Berücksichtigung bestens empfohlen und kadet zum Besuch ihres Lokals höflicher ein. Sendungen zur Ansicht und Auswahl werden auf Verlangen bereitwilligst ansgeführt. DWk- Sämmtliche, von anderen Buchhandlungen anaezeigte n. s. w find bei ihr um dieselben Preise zu finden. ^ußMäsokrittsn von 1001 ««cm. 16 *» ULö 17 *» A8 8eitv« Mit «storirte-n Lüstern. Linbanst in orientalischem 8t)I. OlancllTis: Mährcheuschah »ns 1 WI Vrntll. 6I86LL6N6N. 290 8sitsn mit colorirte» Liickern. Lindau ck in orieo- tniiscbem 8t)'t. Drei, 25 8Fr. — l^ ttnlck. rbein. kreis 25 8gr. l'/r 6ulck. rdein. Kolter «ck» «tu laLrtamsnck i»t Sie 1001 Kaobt, aoer nie virck «e veralte», noob inunsr srü-eut «ob lang unck Kit an äiooen xba»ta»ier«ivbell lilttbrvben, Sie»«» eobt orieutaiieedeu Vioktnvge». Lein Ingenck- trewaS vtrS aber cka, Verk in »einer nraxriingUobsn Oertstt cksr Zug-saS in ckis Lanck geben, er virck e« ck»bsr äem bevabrten InxenckiebriktiteUer kluuckiu-. Sanken, Sa», er Sie 1001 R»ebt Ser Inxenck in einer S«»t»lt Snrdietst, Sie -Ls» kiir »i« «ttreNK Vvrmetüet, Sie Sie jnxenSllokv ptumtiwi« snrext obn« »ie »n erbit»en, Sie unter Ser NW« Se» IlLdrobeubakten eins» »ittiiok rereckelncken Inbnlt distet. L»ob ssbrsi»ng»n Lemübungen i»t s» Ser VsrI»g»k»nS1unF gsluuxen, sscke« cksr bsiäe» NLbrokon- büeLer bei einem Vmümxe von l»»t 300 Seiten »eben oolorirten lliltsrn, reiebem unck »olickem LinbwaS» kvr nur 25 8Kr. kl' i, SutSeN) Sem rublibum Sardiete» «I biinnen; e« sinck cki«8 cklo veidlltnlss- dNUxstv» steutaeken stuKenekekrikten. i« -er R. L-Sssiivr f^en Buchhandlung Z.q.935. in V4«rI«rRi> Natlitzkram 8k. Duroklckuekl öes kitten 6rlr> k^on 2 u kstD^tenherx, zeigt hiermit ergebenst an, daß sei Ausstellung eröffnet ist, und ladet zu deren Besuch höflich ein. Auswärtige Bestellungen werden pünktlich und wohlverpackt ausgeführt. Aq.954. Karlsruhe. Schöne KstlchMlMN zu sehr ermäßigten Preisen empfiehlt Z.q.955. Karlsruhe. 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Geßner'schen BuchhaMtmg in Karlsruhe Z.q.896. Karlsruhe. Aufforderung. Da in der zweiten Hälfte Dezembers die Revision der großh. Hvfbibliothek vorgenommen wird, so werden alle Diejenigen, welche Werke entliehen haben, hiermit aufgffordert, dieselben zurückzugeben. Karlsruhe, de« 14. Dezember 1862. Großh. Hvfbibliothek. Döll. A.q.929. Karlsruhe. Ganz frische Schellfische, Eabelja», Frankfurter Brat-, Leberwürste, Wertheimer Blut-, Leberwürste k 4 kr. per Stück, Blut- und Leber- Schwartenmagen per '/. Pfund 8 und 9 kr. rc., «chite Straßburger GLnsekbcrivürste mit Perrigorptruffel, Gänseleberterrinen mit Perrigordtrüffel, kleine und größere Fasanen, welche sich zu Weihnachtsgeschenken etgnen, sowie auch kleine und größere westph. Schinken, Ssräiaos ä I'klltl», Oliven, Kapern, Sardellen, Strsedino äl Nils»» , krowsxs äs Sri«, äs Vsuk- ekLIsI, KogllSkort, Ehester, Stiltvn, Eidam er, fein- stenRahm- und Emmenthaler Käs empfiehlt Psh. Dcuairl. Meyere, großh. Hoflieferant. Z.q.997. Karlsruhe. C. Arleth, A.q.952. Osten bürg. Voni 31. Dezember d. I. an kann die an diesem Tage fällig werdende 7te halbjährige Ziirsanwcisnug unserer Aktien bei einem der bekannten Bankhäuser oder bei der GesellschaflSkasse eingelöst werden. Offenburg, den 15. Dezember 1862. Spinnerei Lk Weberei Offenburg Z.q.ÄB. Karlsruhe. Fürstliche Vereins-10-fl.- Loose, welche in den nun beendigten Verloosungen nicht gezogen würden , werden von niir bis auf Weiteres zu 9 fl. 30 kr. per Stück bezahlt. Einsendungen von Auswärts werden mit Umgang der Post realisirt, auch aus Verlangen jede andere Art von Loosen oder Slaatspapieren angeschafft. L,«nl8 8te»rS>> am Spitalplatz in Karlsruhe. Offene Lehrlingsstelle. Z.q.98I. In einem Kolonial- und Cigarrenge- schäst en ckewii wird ein Lehrling gesucht, der die nöthigen Borkenntniff« besitzt. Auswärtige Offerten erhalten den Vorzug, ünd bittet man, solche unter der Ziffer 1050 an die Expedition dieses Blattes franko senden zu wollen. Groffherzoglicher Hoflieferant, empfiehlt da» so eben eingetroffenr — «t« 1 re tzto »«HU««, frischeAustern, Caviar, Homards, Straßburger Gänseleberpasteten von Henrh, ger. Rheinlachs, — vorzügliche mar'. Aalroulade, Bricke«, «iss. mar. Sardellen und Sardine« in Ocl, Häringe rc., sowie ganz frische Schellfische, Eabelja«, franz. Turbot», Solle«, srische Yvll. SvlleS (billig), Bückinge zum Rohesten und Braten, Anchovis rc. rc. Z.q.996. Karlsruhe. C. Arleth, Großherzoglrcher Hoflieferant, empfiehlt wieder frisch geräucherte Echte Frankfurter Brat- und Leberwürste, feinst« Gänseleberwurst mit Perrigordtrüffel, frisch ger. Brainischweiger und GßttnMer KnackVÜrstche» , Göttinger Zungenwurst, Mailänder Salami, frische echte Lyoner, westph. Schinken und Schinkenroüläde rc. Z.q.8t>3. Rastatt. Bei Blechner D. Unkel in Rastatt find srlbftge- sertigte tragbare, eiserne, aus Füßen stehende Kochheerde (Schicnenheerde) neuester Konstruktion mit Bratofen und Wasserschiff zu Holz-, Tors- und Stttn- kohkcnseuerung in verschiedenen Größen zu haben. Die Heerde zeichnen sich vor allen andern durch schnelles Kochen und Ersparung an Brennmaterial aus, und gewähren durch ihre Transpot Labilität noch den Vortheil, daß weder Hafner noch Maurer bei Aus- uüd Einzügen nöthig werden. Aus Wunsch werden diese Heerdt auch probeweise gegen billige Vergütung abgegeben. Z.q.365. Ba d en