4 - Karlsruher Zeitung Sonntag, SL März. Vorausbezahlung: vierteljährlich 2 fl.; dmch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briesträgergebühr eingeichlosten, 2 fl. 7 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzelle oder deren Raum 5 kr. Briefs und Gelder frei. Expedition: Karl-Frieurichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. - ... --- - - 1872 . Des h. Osterfestes wegen erscheint unser nächstes Blatt am Montag Nachmittag. Telegramm. -j-Frankfurt, 29. Marz. Die Wechslerbank gründete im Verein mit angesehenen hiesigen finanziellen und industriellen Firmen, Julius Alexander in Berlin, Weiß und Fischhof in Wien die erste Frankfurter Bau bank. Das vorläufige Kapital beträgt zwei Millionen Thaler. Die Einführung der Aktien findet am 3. April statt. -j- Leipzig, 28. März. Die heute stattgehabte Generalversammlung der allgemeinen deutschen Kreditanstalt genehmigte sämmtliche Anträge des Verwaltungsrathes sowie die Vertheilung einer Superdividende von 7 Proz. pro 1871, welche vom 2. April ab ausgezahlt werden soll. -ff Bukarest, 28. März. Die Session der Kammer ist abermals um 15 Tage verlängert worden, da die Be- rathung über Feststellung der Anschlüsse der Eisenbahn- Linien und über die Ertheilung einer Konzession zur Errichtung eines CrLdit foncier noch erledigt werden soll. Bukarest, 29. März. Die Kammer votirte einen außerordentlichen Kredit von 9640 Dukaten zur Bezahlung der Bakaer Waffen an Oesterreich-Ungarn. -stfRom, 28. März. Der russische Postdirektor Velho ist zu Verhandlungen über eine zwischen Rußland und Italien abzuschließende Postkonvention in Florenz eingetroffen. -f Konstantinopel, 28. März. Der „Credit general Ot- toman" hat der Regierung 10 Millionen Pf. St. gegen drei- bis zwölsmonatliche Anweisungen auf London vorgestreckt. Deutschland. Karlsruhe, 30. März. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßherzog, sowie Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzessin Viktoria und der Prinz Ludwig Wilhelm haben gestern Abend Berlin verlassen und sind heute Nachmittag 2 Uhr dahier eingetroffen. * ^ Gebweiler, 28. März. Wir glauben im Interesse der hiesigen Industrie die Aufmerksamkeit des überrheinischen handeltreibenden Publikums auf einen vsrlheilhaften Importartikel lenken zu sollen. In den elsässtschen Webereien, Druckereien und Bleichereien wird jährlich für ungefähr 2 bis »6-Millionen Franken Kartoffelmehl verbraucht, welches zum größten Theil aus dem Vogesen-De- partement bezogen und von welchem jetzt ein Eingangszoll von 3 Franken 75 Cent, pro 100 Kilo erhoben wird. Die Fabrikation des Kartoffelmehls ist sehr einfach; in den Vogesen betreibt sie fast jeder Landmann, und dabei bringt sie einen bedeutenden Reingewinn. Au8 900 bis 1000 Liter Kartoffeln lassen sich ca. 100 Kilo Mehl gewinnen, welche zur Zeit in Mülhausen mit 55 Fr. bezahlt werden. Die Kartoffeln kosten 25 Fr., während die Fabrikationskosten ca. 3 Fr. betragen, so daß also 27 Fr. gewonnen werden. In Baden und Württemberg würde sich die Rentabilität noch besser gestalten, da dort die Kartoffelpreise und Arbeitslöhne niedriger als in dem Vogelen-Departement und im Elsaß stehen dürften. Metz, 26. März, Demnächst wird hier ein deutsches Zivilkasino errichtet werden, an welchem sich auch die Offiziere zu betheiligen gedenken. — Die italienische Operngesellschaft hat vor einigen Tagen ihre Vorstellungen eingestellt. Stuttgart, 28. März. (Sttsanz.) Se. Maj. der König ist heute früh aus St. Petersburg in erwünschtem Wohlsein hier eingetroffen. ** Darmstadt, 28. März. Statt des Abg. Huy, welcher sein Mandat niedergelegt hat, ist Bürgermeister Heidenreich (natioüal-liberal) zum Abgeordneten für den Wahlbezirk Waldmichelbach gewählt worden. Fulda, 28. März. (Fr. I.) Auf der Tagesordnung der nächsten Bischofskonferenz steht außer Maßregeln wegen des SchulaufsichtS-Gesetzes auch die Frage der Exkommunikation der Anti-Infallibilisten. Berlin, 28. März. (Berl. Bl.) Der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Großherzog und die Groß- Herzogin von Baden und der Kronprinz und die Kronprinzessin empfingen heute Morgen in der Haus- kapelle des Kronprinzen um der anwesenden königlichen Familie, das Abendmahl. Die Kaiserin wohnte mit der Großherzogin von Baden der liturgischen Andacht im Dome bei. Der Großherzog ertheilte gestern dem Ministerialdirektor WeiShaüpt, dem Prof. vr. Helmholtz, dem Wirkl. Geh. Leg.-Ralh Abeken,, dem Chef des Generalstabs des 14. Armeekorps, Oberst v, Lesczynski, Audienz und machte alsdann Besuche.,, Gleich nach dem Feste wird sich der Kronprinz zur Begrüßung seiner Schwiegermutter, der Königin Victoria, nach Baden-Baden begeben, aber nach kurzer Zeit hierher zurückkehren. — Der Präsident v. Ernst Hausen ist aus Straßburg hier eingetroffen und gestern vom Staatssekretär v. Thilc und dem Staatsminister Delbrück empfangen worden. BBerlin, 28. März. Fürst Bismarck wird bereits am Samstag von Varzin nach der Hauptstadt zurückkehren. Früher war es seine Absicht, auf diesem Landsitz am 1. April seinen Geburtstag im Kreise seiner Familie zu feiern. Neueren Bestimmungen zufolge wird aber diese Feier hier in Berlin stattftnden, weil eine Unpäßlichkeit der Frau Fürstin Bismarck die Reise der Familie nach Varzin verhindert. Das Centralbureau d s Zollvereins hat eine vergleichende Uebersicht der in den Jahren 1871 und 1870 erfolgten gemeinschaftlichen Zolleinnahmen aufgestellt. Aus derselben ergibt sich für das Jahr 1871 im Vergleich zum Vorjahre ein Mehrbetrag von 3,405,662 Thalern bei den Eingangsabgaben und ein Mindcrbetrag von 13,182 Thalern bei den Ausgangsabgaben. Die nicht unerhebliche Mehrcinnahme hat ihren Grund besonders in der Mehrverzollung von Baumwollen-Garnen und Waaren, von Eisen und Eisenwaaren, von unbearbeiteten Tabaksblättern, Oel, Zucker und Wollenwaaren. Diese Steigerung der Einfuhr erklärt sich zum großen Theil aus der nach dem Kriege erfolgten Wiederbelebung des Handels und der Industrie. Sie beruht aber auch noch auf speziellen Ursachen. So wurde durch den außerordentlichen Bedarf an Bekleidungsgegenständen für die deutsche Armee eine ansehnliche Mehreinsuhr von Wollenwaaren bewirkt. Die Einfuhr von Eisen wuchs in Folge der Zollherabsetzung. Der Mehrbezug von ausländischem Zucker hatte seinen Grund hauptsächlich in dem ungünstigen Ausfall der letzt- jährigen vereinsländischen Rübenernte. S Berlin, 29. März. Parteiblätter behaupten, die Regierung lasse ihren Worten gegen einige katholische Bischöfe keine Thalen folgen. In Wirklichkeit hat aber das sich streng auf dem Rechtsbvden bewegende Vorgehen der istaatsregierung keinen Stillstand erfahren. So ist neuerdings an den Bischof von Ermeland die Aufforderung ergangen, sich baldigst über die früher ihm gestellte Frage zu äußern: wie er den zwischen seinen Exkommunikations- Verkündigungen und den Landesgesetzen bestehenden Widerspruch zu lösen gedenke. Der Erzbischof von Köln hat auf die frühere Anfrage in Betreff seiner Exkommunikationen erklärt, dieselben seien nicht öffentlich verkündet, sondern den Betheiligten blos privatim übermittelt worden. Ihm liegt nunmehr von Seiten des Kultusministers die Frage vor: welche staatsbürgerliche Bedeutung und Tragweite er Angesichts gewisser neuerer Vorgänge in seiner Diözese den von ihm ausgesprochenen Exkommunikationen beilege? In Breslau sind Exkommunikationen vorbereitet. Vom dortigen Fürstbischof ist eine Antwort auf die ihm zugegangene Frage noch nicht erfolgt. Deßhalb wird mit Unrecht behauptet, seine Antwort sei gleich derjenigen des Erzbischofs von Köln eine ausweichende. Wie verlautet, hat der Kultusminister in den Verfügungen, welche in Betreff der Ausführung des Schulaufsichts-Gesetzes an die Oberpräsidien, die Bezirksregierungen und die Konsistorien ergangen sind, diesen Behörden es zur Pflicht gemacht, auf möglichst beschleunigte Weise über die Fälle zu berichten, in denen ein Wechsel in der Person von Schulinspektoren nothwendig oder wünschenswertst erscheint. Die außerordentliche Schulrevifion, welche für die Landestheile mit polnischer Bevölkerung in Aussicht genommen ist, soll nach den Absichten des Ministers eine sehr umfassende sein. Sie wird sich auf den Gesammt- zustand des Schulwesens in diesen Landestheilen erstrecken. Einen Hauptpunkt bilden dabei die Ermittelungen über die Förderung des deutschen Sprachunterrichts in den Volksschulen. Für Oberschlesien ist noch eine besondere Untckr- suchuugs- und Vorsorge-Maßregel beschlossen. Gleich nach Ostern wird hier in Berlin eine Kommission zusammentreten, welche über die geeignetsten Mittel zur dortigen Ausbreitung der deutschen Sprache berathen soll. OesterreichLfche Monarchie. -j-f Wien, 28. März. Die Eisenbahn-Frage scheint sich mehr , und mehr zu einem ernsten Konflikt zwischen der Pforte und Serbien zuzuspitzen. Die Pforte legt allen Nachdruck aus die Bahn durch Bosnien, Serbien aber kann an seine eigene Bahn keine Hand anlegen, bevor es sich nicht des Anschlusses und des Anschlußpunktes versichert hat. Die letzte Aeußerung aus Konstantinopel lautet nicht gerade abweisend, aber sie ist ausweicheno, und Serbien wurde seitdem nur durch das vermittelnde Dazwischentreten des ebenfalls unmittelbar betheiligten Oesterreichs abgehalten, einen Ton anzuschlagen, der alsbald zum Bruch führen müßte. ** Wie«, 26. März. Die Mittheilungen hiesiger Blätter von bevorstehenden Veränderungen im ungarischen Ministerium entbehren, wie von bestunterrichteter Seite versichert wird, jeglicher Begründung. — Der Minister vr. Unger begibt sich zu seiner Erholung auf einige Zeit nach Steyermark. ** Prag, 28. März. Die Statthalterei hat die patriotisch-ökonomische Gesellschaft aufgelöst; das Vereinslokal wurde versiegelt und der in der Kasse der Gesellschaft befindliche Baarbestand in amtliche Verwahrung genommen. -j-j- Pesth, 28. März. In der heutigen Sitzung des Unterhauses schilderte der Ministerpräsident Lonyay den Verlauf des Konfliktes, den stattgehabten Mißbrauch der Redefreiheit, die durch die Opposition begangenen Verstöße gegen die Geschäftsordnung des Hauses, betonte die Nothwendrgkeit, die Wirksamkeit des Hauses gegen ähnliche Vorkommnisse künftig durch Abänderung der Geschäftsordnung sicher zu stellen und hob dem entgegen die musterhafte Haltung der Majorität hervor. Nachdem derselbe die Nothwendigkeit einer Novelle zum Wahlgesetze, sowie die Gesetzvorlage über eine 5jährige Dauer des Abgeordnetenmandates sodann gerechtfertigt hatte, sprach er die Erwartung aus, daß die bedauerlichen Vorgänge hoffentlich ein engeres Aneinanderschließen der Deak-Partei zur guten Folge haben würden, und forderte schließlich die Opposition auf, aus dem eingeschlagenen Wege innezuhalten. Seine Rede wurde von vielfachem Beifall begleitet. Rumänien. ** Bukarest, 27. März. Die Kammer genehmigte das Budget, welches gleichmäßig mit 71 Millionen in Einnahme und Ausgabe abschließt. — Das Gesetz über Aufnahme der Anleihe von 10 Millionen zur Bezahlung der Eisenbahn- Coupons ist publizirt worden. Italien. Rom, 26. März. In der Umgegend von Adria und der von Cavarzere, beide der Provinz von Venedig zugehörend, ist ein Aufruhr unter der Landbevölkerung aus- gebrochen, der sich bis Rovigo ausgedehnt hat. Anlaß war ein vom Senate angenommenes Gesetz. durch welches ein altes Recht der dortigen Bevölkerung auf Rodung der Niederungen jener Provinz aufgehoben worden ist. So lange in jenen Senkungen des Bodens nur sumpfiges, dem Pfluge unzugängliches Erdreich war, hatte jenes unter dem Namen „Vagantivo" bekannte Recht einen Sinn. Seitdem aber die großen Gutsbesitzer angefangen haben, den Boden durch systematische Entwässerung für jede Art der Kultur brauchbar zu machen, kam der' alte, angeblich von einem der Ottonen herstammende Gebrauch in zu scharfen Konflikt mit den Rechten der Eigenthümer. Die über die vermeintliche Beeinträchtigung tief erbitterte Landbevölkerung beschloß, mit Gewalt das alte Herkommen zu wahren, die Colonen zu vertreiben und ihre Wohnungen und Pflanzungen zu verwüsten. Die Tumulte dauerten drei Tage, vom 20. bis zum 22., und drohten eine gefährliche Wendung zu nehmen, weil die Aufständischen von Cavarzere Miene machten, sich mit denen von Adria zu vereinigen. Der Präfekt von Rovigo hatte Unrath gewittert und bereits am 19. eine Kompagnie Liniensoldaten nach Adria geschickt. Am 20. wurde früh Morgens Ponte del Paffetto besetzt, wo die Vereinigung stattfinden sollte, und die aufständischen Bauern von Adria zurückgewiesen. Schlimmer standen die Dinge in Cavarzere, wo erst die von Venedig und Padua hin kommandirten Truppen Ordnung schafften. Ungefähr 40 Leute wurden verhaftet, doch ist die Gährung unter der Landbevölkerung so groß, daß die Obrigkeit die äußerste Vorsicht aufbieten muß, um neue Tumulte zu verhindern. Die ganze Provinz mit 200,000 Einwohnern hat nur 60 Soldaten regelmäßige Besatzung. Frankreich * Paris, 28. März. Die so eben wegen eines Artikels, „Die trockene Guillotine" (Deportation) überschrieben, unterdrückte „Constitution" brachte in der letzte» Nummer einen Artikel unter dem Titel „lws kvros «je leoäemsin", welcher im Wesentlichen lautet: Es herrscht in diesem Augenblicke in Frankreich eine Krankheit, welche, ^wenn sie nicht bald geheilt wird, das arme Land in Bälde zu Grunde richtet. ES ist die Schreibst» cht, welche nach und nach alle von dieser Plage bisher verschont gebliebenen Organe ergreift. Armee, Verwaltung, Marine, Polizei, Alles ist angesteckt. Ai jedem Kommissär steckt ein Dichter, in jedem Angestellten ein Prosaiker, in jedem General ein Schriftsteller. Wir suchen Vauban und VillarS und haben Racine gesunden; wir brauchten einen Kriegsmann und haben einen Geschichtenschreiber bekominen. Mit einem Worte, heute sind eS nur noch die Schreiber, die nicht schreibe». Alle kommen an ' die Reih«, Präfekten, Generale, Intendanten, Bischöfe. Jeder spitzt seine Feder ,nd macht sich an eine Broschüre, die ihn vollständig recht- > fertigt. Denn Jeder muß sich rechtfertigen und Jeder muß beweisen, . daß alle Andern Feiglinge oder Schwachkcpfe warrn, und daß nur e r allein muthig war wie Bayard und klug wie Sully. Bald kommt ^ dieser Vinvy und macht uns so klar wie der Tag, daß ohne ihn Frank- rttch verloren war; bald kommt der orleanistische Paladin und belehrt uns, daß ihm zu einer. Jungfrau von Orleans nur Eine« fehlte, da» man ihm doch ganz gewiß nicht zur Schuld anrechnen könne. Troch» und Ducrot haben ihre Arbeit noch nicht fertig, in welcher bewiesen wird, daß Flourens von Bismarck besoldet war, daß Blanqui des Tag- zweimal bei Moltke speiste, wo er, als Kammerfrau verkleidet, von Jules Favre getroffen wurde. Jule» Favre, da ich ihn doch einmal gmannt habe, setzt auseinander, daß er seinen Schwur gehalten habe: er hatte versprochen, keinen Stein auszuliefern, und in der That hat er auch nur Kanonen ausgeliefert. Jule« Ferry fällt in Ohnmacht über das Wunder bei der Belagerung von Paris; denn gleichwie Christus mit fünf Broden Tausend« von Menschen speiste und noch viel übrig blieb, so stellte sich bei der Kapirulation heraus, daß noch Lebensmittel für drei Monate vorhanden waren. Dann kommen die Bonapartisten. Der F hler von Sedan fällt Niemanden zur Last; die Generale haben Alle ausgezeichnet kommandirt. DuvernoiS behauptet, die Preußen hätten sich nicht halten können, wenn man ihn hätte machen lassen, und aus einem Winkel kräht der Mann mit dem leichten Herzen, daß man viel Lärm um Nichts gemacht habe, und daß «S nicht der Mühe werth sei, über ein paar Leichen mehr oder weniger so zu schreien. Und alles Das heißt man — historisch« Dokumente. Gott behüte mich davor, das Wort .Berräther* in den Mund zu nehmen; ein Verleumdungsprozeß würde mir sofort mein Unrecht beweisen. Alle Generale waren heldenmüthize und höchst weise Männer; alle Minister waren rechtschaffene und vorsichtige Leute; alle Intendanten haben ihre Pflicht gethan; der Krieg wurde bewundernSwerth begonnen und glänzend geführt; »jemals hat Frankreich mehr große Männer und Helden gehabt. >io« Herz pocht laut vor Freude, und Thränen des Glücks treten mir in die Augen! — Was aber den Leser in Verlegenheit bringen kann, das ist diejFrage: „Warum, zum Teufel, find wir denn so furchtbar geschlagen worden?' Da aber ertönt ein einziger Ruf, der Ruf der .schönen Helena' vor dem Bilde ihrer Mutter: .das ist das Schicksal!' ... Die eine dieser Broschüren scheint aus dem Theater .des Varietes' zu kommen. Sie stammt von einem gewissen Gramont her, der einmal die auswärtigen Angelegenheiten geleitet zu haben glaubt, eine Anmaßung, die von den Auswärtigen mit Recht belächelt wird. Man kann von Gramont sagen, was Desire in jenem Theaterstück von seinem Schwiegersohn sagt: .Er ist ein großes Vieh, aber er ist ein Mann von Auszeichnung." In der That, Gramont ist ein ausgezeichneter Mann. Im gegenwärtigen Augenblick zeichnet er sich durch die Behauptung aus, nach Sedan wäre Alles wie am Schnürchen gegangen, und ohne den 4. September wären wir näher an Berlin, als die Preußen an Paris. Der Mann weiß e« wohl sehr gut, da er vielleicht ein halbes Dutzend Allianzverträge in der Tasche batte. Nur, setzt er pfiffig hinzu, vom Augenblick an, wo man von meinem Bonaparte nichts mehr hat wissen wollen, da Hab' ich meine Allianzverträge schön in der Tasche behalten! Nun, für ein dummes Volk ist das gleichgiltig, und wir sind ein dummes Volk. Der Staatsschatz wird dem Finanzminister in einem Hute apportirt, «S find Feldmarschälle da, die vom Felde keinen Begriff haben, und zum Ueberfluß, wenn man den Leuten in die Taschen greift, so findet man Allianzverträge zwischen Briefmarken und Sou-Cigarren. Ich wundere mich nicht mehr darüber, daß die Polizei eine so feine Nase hat. Sollte dieser Gramont ein falscher Herzog sein und eigentlich zur Commune gehören? Das Werk des besagten Gramont bietet nicht einmal Neues, ich habe von Alledem bei dm Omnibus-Kon- troleuren. dm einzigen Bonapartisten noch in Frankreich, reden hören. Wahrlich, die Treue hat sich in die Herzen der Omnibus-Kontroleure geflüchtet! Sollten diese einst StaatSräthe werden? Oder Gramont eines Tages OmnibuS-Kontroleur? Lkl Paris, 28. März. Der „Siecle" kommt heute auf die Verhandlungen der badischen und sächsischen Kammern, betr. die Zurückdrängung des klerikalen Gnflusses aus Leitung und Geist der Volksschule zu sprechen und sagt bei diesem Anlaß: Diese Bestätigung der Rechte der bürgerlichen Gesellschaft verschafft einem nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, selbst in Ländern mir fast ganz katholischer Bevölkerung gefühlten Bedürfniß Genugthuung. Wollen unsere Gesetzgeber darauf bestehen, in der Unterrichts-Frage eines der hauptsächlichsten Prinzipien des modernen Frankreichs zu zerstören, indem sie die kommenden Geschlechter der moralwidrigen und entwürdigenden Erziehung der jesuitischen Internationalen überliefern? Der Herzog von Aumale, der an einer heftigen Bronchitis erkrankt war, ist auf dem Wege der Besserung. — Prinz Napoleon berührte gestern Bellegarde auf der Durchreise nach der Schweiz. — Der zweite Band des Werkes von Jules Favre, worin er seine Ehrenrettung als Mitglied der Regierung der nationalen Vertheidigung versucht, liegt schon seit mehren Wochen bereit, und der Verfasser wartet nur die Veröffentlichung der Verhandlungen der Enquete-Kommission des 4. Septembers und 18. März ab, die jedoch noch einige Wochen auf sich warten lassen wird. Dieser Band umfaßt die Zeit vom 31. Oktober bis zu den Friedenspräliminarien. ^ P -is, 28. März. Zu den zwischen den Delegirten der Stadt Paris und der Regierung eingeleiteten Unterhandlungen wegen Rückerstattung der von der ersteren geleisteten Kriegskontribution .von 200 Millionen erklärt das „Journ. des Deb.": die Stadt wäre nicht abgeneigt, folgenden Rückzahlungsmodus anzunehmen: 1) 20 Millionen im Laufe des Jahres 1872; 2) den Rest von 180 Millionen in 75 Jahresraten von 9 Millionen 610,714 Fr., auf welche Ziffer sich Verzinsung und Amortisirung jener Summe nach dem Muster des letzten städtischen Anlehens stellen würden. Hiergegen würde die Stadt sich verpflichten, jährlich wenigstens 7 Millionen Entschädigung an die Einwohner zu zahlen, welche durch die Ereignisse der Commune in ihrem Eigenthum geschädigt worden sind. — Die Regierung soll mit diesem Arrangement schon einverstanden sein. 08 Paris, 29. März. Die Mitglieder der Gnadenkommission wurden davon in Kenntniß gesetzt, daß sie während der Ferien über zahlreiche Gnadengesuche zu beschließen hätten. Die Anzahl der von ihr zu erledigenden Rekurse beträgt nicht weniger als 2000, doch ist die Mehrzahl derselben noch in den Händen der Militärbehörden oder des Präsidenten der Republik. Der Handelsvertrag mit Belgien, welcher am 1. Mai 1861 auf zehn Jahre abgeschlossen wurde, ist am 1. Mai 1871 abgelaufen. Hr. v. Remusat soll demnach auch die belgische Regierung bedeutet haben, daß er denselben vom 1. Mai 1873 an außer Kraft betrachten werde. (Vrgl. Brüssel.) Hr. Laboulaye wurde von der Kommission für den höhern Unterricht zum Berichterstatter gewählt. ** Versailles, 28. März. Die Nationalversammlung hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, daß die Ferien vom 30. d. M. bis zum 22. April dauern sollen. Morgen findet die Wahl des ständigen Ausschusses statt. Am Samstag wird die Versammlung noch zwei Sitzungen abhalten. — Die Kommission für die Berathnng des Post Vertrags mit Deutschand hat ihre Arbeiten bis nach dem Wiederzusammentritt der Nationalversammlung vertagt. Rußland und Pole». ** St. Petersburg, 28. März. Der Khan von Khiwr hat einen Gesandten mit Geschenken an den Kaiser gesandt, um eine freundschaftliche Verbindung mit Rußland einzuleiten. Großbritannien. T London, 27. März. Nicht Chichester Fortescue, der Handelsminister — wie es ursprünglich hieß —, sondern der Minister für Irland, Marquis of Hartington, wird der Königin während ihres Aufenthaltes auf dem Kontinente als dienstthuender Minister zur Seite stehen, und deßhalb ist er gestern Abend nach Baden-Baden abgereist. London, 29. März. Durch schlagende Wetter wurden gestern in einer Kohlengrube bei Atherton in Lancashire 28 Männer und Knaben getödtet und 11 verletzt. Badische Chronik. -j-j- Karlsruhe, 30. März. Wir schulden noch einem aus Anlaß des deutsch-französischen Krieges geübten edlen Akte der Hilfsthätigkeit eine Erwähnung in unserer Presse. Lord Beaumont, welcher sich bei Ausbruch des Kriegs in einem deutschen Badeorte aufhielt, verfügte sich bald auf den Kriegsschauplatz, richtete im Verein mit Major v. H a- villand im östlichen Theile Frankreichs Lazarelhe ein, in welchen verwundete und erkrankte Soldaten Verpflegung fanden. Nachdem vor Jahresfrist diese Lazarelhe ihre Dienste gethan, bot Lord Beaumont deren Einrichtungen und Vorräthe den badischen Lazarethen an, welche damals noch in Thätigkeit waren. Eine Erkrankung des Lords und andere Umstände verzögerten und vereitelten die Ausführung dieses Vorhabens; Lord Beaumont aber legte Werth darauf, seinen guten Willen den badischen Truppen gegenüber noch in anderer Weise zu bethätigen und sandte im Dezember v. I. von Rom aus dem Herrn Ministerialprä- sidenten v. Freydorf, mit welchem er die betreffende Korrespondenz geführt, die Summe von 1000 Thalern zur Ver- theilung an badische Soldaten, welche noch an Wunden oder Krankheiten darnieder lägen, und an Wittwen und Waisen im Kriege gefallener Badener. Durch gefällige Vermittlung des Königl. Generalkommandos des XIV. Armeekorps wurde diese Summe im Sinne des Gebers in 29 Theile von 50 fl. und 100 fl. an die Hinterliebenen von gefallenen badischen Unteroffizieren und Soldaten und an schwer verwundete badische Unteroffiziere und Soldaten vertheilt. Es wurden hiebei besonders Solche berücksichtigt, welche einzelne Glieder oder den Gebrauch derselben verloren, welche das Augenlicht ganz oder theilweise eingebüßt und welche anderer Setts noch weniger sonstige außerordentliche Unterstützungen Erhalten hatten. Die dankenden Bescheinigungen der Beschenkten gehen mit einer gnädigen Anerkennung Seitens Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs dem edlen Geber zu. 8* Pforzheim, 29. März. Im Laufe dieser Woche und zwar an zwei Tagen hat Hr. Professor vr. Wiener von der grvßh. Polytechnischen Schule als außerord. Mitglied des großh. Oberschulraths die Prüfung der hiesigen Gewerbeschule vorgenommen. Wie au« der beim Schlußakte der Prüfung gehaltenen Rede des Hrn. Prüfungskommissärs zu vernehmen war und wie auch die Ausstellung der Schülerarbeiten im Zeichnen und Modelliren beweist, hat die genannte Anstalt auch dieses Jahr wieder sehr befriedigende Resultate geliefert. Insbesondere berechtigen die zum Theil ausgezeichneten Proben im Zeichnen nach Gyps und im ornamentalen Modelliren, daß die hiesige Anstalt ganz geeignete Kräfte für einen höheren kunstgewerblichen Unterricht, wie er nun eingeführt werden soll, besitzt. Die Schülerzahl war im letzten Jahr eine ganz außerordentlich starke. Dieselbe erreichte nach dem ausgegebenen Jahresbericht die Höhe von 945, wovon am Ende des Schuljahres noch 828 die Schule besuchten. Die Zahl der Lehrer betrug 7; darunter find zwei technisch gebildete Lehrer, zwei Lehrer für Freihandzeichnen und Modelliren, zwei Fachlehrer für französische und englische und ein Fachlehrer für deutsche Sprache. — Nach einer Mittheilung des betr. Komitee'S sind für das auf dem Niederwald am Rhein zu errichtende Nationaldenkmal hier, obwohl die Sammlung noch nicht vollständig ist, schon über 1170 fl. eingegangen. Da« von den HH. Hoforganist Barner und A. Mohr von Karlsruhe unter Leitung des Hrn. Musikdirektor Mohr von hier und unter Mitwirkung de« hiesigen MufikvereinS veranstaltete Kirchenkonzert war sehr stark besucht und fand vielen Beifall. /?. Heidelberg, 29. März. Heute Morgen während de« Früh- gottrsdienstes brach in dm in der Unteren Neckarstraße belegenen Maurermeister Strauß'schen Häusern ein heftiges Feuer aus, welches in kurzer Zeit die Speicherräume mit dem Dach in Asche legte. Eigen- thümlich ist die Art und Weise, in der das Feuer entstand. Eine Katze, die am heißen Ofen lag, wurde vom Feuer ergriffen, rannte mit brennendem Fell auf den Speicher und trug so den Zündstoff dahin. Zur schnellen Verbreitung des Feuers trug der Umstand bei, daß das Haus in Folge des Gottesdienste« fast von allen Bewohnern verlassen war. 2j. Mannheim, 29. März. Die Generalversammlung der BereinSdruckerei, in welcher fast alle Aktien vertreten-warm, hat außer 5 Proz. Zinsen nach Vornahme von Abschreibungen und Bertheilung von Remunerationen den Aktionären noch eine Dividende von 3 Proz. bewilligt, so daß also der Aktienertrag im Ganzen 8 (nicht, wie wir aut Grund mündlicher Mittheilung berichteten, 10) Proz. beträgt. Indem wir den Unternehmern diesen Erfolg von Herzen gönnen, möchten wir an dieser Stelle dem Wunsch« Ausdruck geben,' daß der Berwaltungsrath dem durch die Vereinsdruckerei verlegter^ Blatte, der .N. Bad. Landeszeitung", eine etwas vaterländischere Richtung gebe. Es handelt sich hier nicht um ein Ausgeben demokratischer Anschauungen gegenüber der konstitutionell-monarchischen Auffassung. Ueber der Formfrage sollte für alle Theile da« Vaterland mit seinem unantastbaren Anspruch auf Liebe und Anhänglichkeit stehen. Die Haltung de« Blattes unter der Leitung des jetzigen Redakteurs der, weil er selbst im Jahre 1868 wegen eines höchst unpaffenden und., ehrverletzenden Artikels anläßlich der königlichen Geburtstags-Feier iu eoolumsciom zu Bromderg verurtheilt wurde, als selbstherrlicher Repräsentant seiner Partei dem Leserkreis jede Nachricht über die erste GeburtStagS-Feier des Deutschen Reiches vorenthalten zu dürfen glaubte, läßt seit lange jegliche Spur von Liebe zum großen Vaterlande vermissen. Sicher ist aber der Verwaltungsrath nicht verpflichtet, sich mit dieser rein persönlichen Rancüne des Redakteurs zu identifiziren; er scheint uns vielmehr eher moralisch gehalten, einer Alterirung de« Berichts über die Tagesereignisse durch Todlschweigen wichtiger Ereignisse entgegenzuwirken, um nicht eine Mitschuld an der Unterlassungssünde des Redakteurs zu übernehmen. Hat, wie jüngst in Stuttgart betont wurde, die süddeutsche Demokratie die Pflicht, die Reichsbildung als etwas Geschehenes anzuerkennen, so darf ihre Presse die Wiegenfeste diese» in der Person de» Kaisers sich dem Auge darstellenden Reiches nicht einfach ignoriren! Der .Anzeiger" hätte die« Heuer um so weniger gedurft, da außer den beiden Bürgermiistern auch zwei höchst demokratische, aber offenbar deutschgesinnte Gemeinderäthe da« Festmahl durch ihre Gegenwart zu einer über den Parteien stehenden vaterländischen Feier gestalteten. Durfte der.Anzeiger', ohne sich gerechtem Tadel auszusetzen, dies dem großen Leserkreise des Blattes vorenthalten ? XBühl, 29. März. Beim Entleeren der Kloake eines seit kurzem dahier unbewohnten Hauses wurde der Leichnam eines Kindes zu Tage gefördert, daS 6 bis 7 Monate alt und ungefähr 6 Wochen in der Senkgrube sich befunden haben mag. Die eingeleiteten gerichtlichen Schritte werden das Weitere ergeben. Vermischte Nachrichten. — Kol mar, ,28. März. Dem „Als.' zufolge ist das gesammte Opernpersonal bereit« hier eingerroffen und wird unsere Th-aterfaison am 1. April mit der Oper .Freischütz" eröffnet. — Aus dem Steinthal (Elsaß), 23. März, schreibt man dem .Niederrh. Kurier", daß in Walderbach, unter zahlreicher Betheiligung aus der ganzen Umgegend, eine Enkelin Oberlin' s, die verwittwcte Frau Pfarrer Rauscher, begraben wurde. U Der frühere bayrische Staatsministerj des Innern F. v. Voltz, Staatsrath i. a. o. D-, ist im 81. Lebensjahre in München gestorben. — Die Professoren Knoodt undReinkenS haben, wie die .Kobl. Ztg." dort, beim Kultusminister und beim Provinzial-Schul« kollegium Beschwerde gegen den Religionsiehrer Beinroth in Bop- pard erhoben. * Berlin, 28. März. Gestern ist der Abg. l)r. Kosch im hiesigen jüdischen Krankenhause gestorben. Er war eines der namhaftesten Mitglieder der Fortschrittspartei. — Linz, 28. März. Die „Tagespost" meldet: «in Benediktinermönch, welcher Professor der Chemie an dem Ober- Gymnasium Kremsmünster ist, hat sich konfessionslos erklärt und eine Privatbedienstung in einer Fabrik genommen. Prozeß Trochu eouirs „Figaro". Paris, 28. April. Vor den Geschworncn des Seine-Departements begann gestern der Prozeß, welchen der General Trochu gegen den Herausgeber des .Figaro", Hrn. V il lem e ss a n t, und gegen den Mitarbeiter dieses Blattes, Hrn. Vitu, wegen zweier von ! dem Letzteren herrschender, .MinoS" gezeichneter Artikel angestrengt > har, durch welche der Kläger sich verleumdet und beschimpft glaubt, i Den Vorsitz führt Hr. Legendre; dem Kläger steht als Anwalt Hr. Allou, den Beklagten stehen in derselben Eigenschaft die HH. Lachaud, Grandperret und Mathieu zur Seite. Die inkri- minirten Artikel enthalten eine scharfe Kritik des Verhaltens des Generals Trochu seit Beginn des Kriegs: wie er aus dem Lager von ChalonS seine Ernennung zum Gouverneur von Paris zurückgebracht, im kaiserl. Ministcrrath eine äußerst zweideutige Haltung beobachtet, am 4. September die Kaiserin trotz seine« Versprechens, ihr als Bretone, Soldat und Katholik unwandelbar treu zu bleiben und lieber auf den Stufen de« Gesetzgeb. Körpers zu sterben, als da« Kaiserreich einstürzen zu lassen, verrätherisch im Stiche gelassm und noch an demselben Tage die oberste Gewalt aus den Händen der revolutionären Regierung angenommm habe, wie er später in einer feierlichen Proklamation erklärt habe, Pari« werde nicht kapituliren, und wie er gleichwohl gewußt habe, daß Paris binnen wenigen Tagm kapituliren müsse — da« Alles wird als eine Kette von Treubruch, Ehrlosigkeit und Heuchelei stigmalisirt. Nachdem die Jury gebildet, die Personalien festgestellt und die Zeugen aufgerufen sind, werden die Beklagtm vernommen. Hr. v. Vill r- messant: Obgleich ich mich zur Zeit de« Erscheinens der beiden Artikel in Nizza befand, trage ich doch kein Bedenken, die Mitverantwortlichkeit für dieselben zu übernehmen. Der erste erschien mir allerdings im Tone etwa« hart; ich machte Hrn. Bitu telegraphisch darauf aufmerksam, und der zweite Artikel fiel denn auch gemäßigter au«. In der Sache bi» ich ganz mit ihm einverstanden, so daß ich, als ich die Artikel las, wahrhaft Milch zu schlürfen glaubte. (Heiterkeit.) Alle« konnte ich dem Vertheidiger von Paris verzeihen, nur nicht sein Benehmen gegen eine seinem Schutze anvertraule Frau; diese« schien mir die nachdrücklichste Geißelung zu verdienen. — Hr. Vitu: Ich hatte mit dm Artikeln lediglich die Absicht, historische Wahrheiten auszuführen; ich schrieb lediglich nach meiner Ueberzeugung und ohne verleumderische Absicht. Meine Sprache war hart, wie es der Gegenstand verdiente; ob ich die Grenzm der erlaubten Kritik überschritten habe, darüber wolle» die HH. Teschwornen entscheiden. General Trochu: Ich war mein Leben lang ein Anhänger der freien Diskusston und habe nie einen Angriff, der meinen öffentlichen Leistungen galt, erhoben oder erheben lassen. Die Artikel de- .Figaro" vergehen sich aber gegm meinen Charakter, gegm meine Ehre: darum muß ich auf eine Genugthuung dringen. Die Zeugenvernehmung wird eröffnet. General Cousin de Mont auban, Gras Pwtkao, ehemaliger Ministerpräsident r W« ich das K^egsministerium übernommen hatte, trug ich dem General TrockK, dessen Verdicnfich zu schätzen wußte, da- Kommando de» 12. Armeekorps an. Tvchu ging zur Armee ab, schon zwei Tage darauf wrachte mir ade- der Minister de- Innern, Hr. Chevreau, einen Dekretmtwurs de» Kiser«, durch welchen Trochu zum Gouverneur von Paris ernannt wurde. Ich machte einige Schwierigkeiten, die Ernennung, welche ncht im Ministerrathe beschlossen worden war, zu unterzeichnen; aber Chevreau sagte mir, die Kaiserin lege den größten Werth «ms eine schleunige Erledigung der Sache, und so gab ich meine Unt-schrist. ZS waren noch nicht zwei Stunden vergangen, al» man «.ir zu mener höchsten Ueberraschung meldete, 12,000 Pariser Mobile, meisten» den radikalen Vorstädten angehörig, seien auf Veranlassurz de« Generals Trochu aus dem Lager von ChalonS ab und nach Pari« berufen worden. Der neue Gouverneur verfuhr auch sonst ganz eigenmächtig; ich habe nie einen Rapvort von ihm erhalten. Im Ministewatb wurde er nachmal» befragt, wie er eintretenden Fall» die bestechliche Regierung vertheidigen wolle. Er erwiederte ausweichend : mit moralischen Mitteln, und als man ihn darauf aufmerksam machte, daß diese nicht immer genügen könnten, eutgegnete er in- dignirt: .Ich werde mich auf den Stufen der Tuilerien oder des Gesetzgeb. Körpers lödten lasten!" Am 3. Sept. erkundigte ich mich bei dem General Soumain, welche Befehle Trochu gegeben hätte. »Noch immer die alten!" hieß eS. Am 4. Sept. befand ich mich den ganzen Tag in der Kammer und war der Letzte, der sie nach der Invasion verließ. Ich eilte nach den Tuilerien, die ich von ihrer militärischen Bedeckung geräumt und von der Menge schon besetzt fand. In tiefster Niedergeschlagenheit kehrte ich nach meinem Ministerium zurück. Um 5 Uhr ließ sich Trochu bei mir anmelden. .General — sagteer—, ich komme, um an Ihre Stelle als Kricgsminister zu treten/ Mein Schmerz war so groß, daß ich ihm keine Antwort gab und noch weniger daran dachte, ihm sein Betragen vorzuhalten. Er verließ sogleich wieder mein Kabinet. Ich wußte damals noch gar nicht, daß eine neue Regierung ausgerufen, Trochu auf dem Stadthause gewesen und dort zum Kriegsminister emannt worden war. Als ich es später erfuhr, schien cs mir mehr als sonderbar, da» Trochu am 4. Morgens Stadtgouverneur des Kaiserreichs und Abends Kriegsminister der entgegengesetzten Regierung war. Hr. Henri Chevreau, Minister des Innern unter der Re- gentschast von 1870. In der Nacht vom 17. zum 18. Aug. erschien Trochu selbst bei mir mit dem kaiserl. Dekret, welches ihn an die Spitze von Paris stellte. Er drang darauf, daß das Dekret sofort bestätigt würde, und wir fuhrm zusammen nach den Tuilerien, ließen die Kaiserin au» dem Schlafe wecken und trugen ihr die Sache vor. Trochu bethcuerlc der Kaiserin, nachdem er die Lage in den schwärzesten Farben gemalt hatte, seine unwandelbare Hingebung, und die Kaiserin beauftragte mich, da« Dekret von dem Kriegsminister gegenzeichnen zu lassen, der sich nicht ohne Bedenken dazu verstand; er habe, sagte er, alles Vertrauen zu dem Militär, aber nur geringes zu dem Politiker Trochu. Als Trochu der Kaiserin den Entwurf seiner ersten Proklamation vorlas, der mit den Worten begann: »Vom Kaiser ernannt, dem ich nur um wenige Stunden voraneile" u. s. w., sagte die Kaiserin: „Streichen Sie da«; Se. Mas. hat beschlossen, bei der Armee zu bleiben und mit ihr alle Gefahren zu theilen." (Unruhe im Zuhörerraum.) Im Ministerrath versprach Trochu wiederholt, mit seiner Person für die herrschende Ordnung einzustehen. Am 3. Sept., Abends 5 Uhr, hatte ich auf nicht offiziellem Wege die Niederlage von Sedan erfahren. Ich ging nach den Tuilerien und dort theilte mir der Telcgraphendirektor Hr. v. Vougy die Depesche mit, in welcher der Kaiser selbst seine Kapitulation und Gefangennahme anzeigte. Die Kaiserin war wie vernichtet; bald aber sagte sie: „Ich habe nicht daS Recht, mich meinem Schmerze hinzugeben; lassen Sit den Ministerrath einberusen!" Die Minister traten zusammen und beschlossen eine Proklamation. Nach aufgehobener Sitzung, die nur kurz währte, sprach ich -der Kaiserin im Vertrauen meine Besorgnisse wegen eines Aufstandes aus; sie erwiederte, um ihrer Person willen solle kein Tropfen Blut in Paris fließen. Ich ging dann in's Louvre zum General Trochu. Ich konnte nicht ohne Mühe zu ihm Vordringen und fand ihn von den Nachrichten aus Sedan nicht weiter überrascht- Da ich ihm die schmerzliche Lage der Kaiserin vorstellte und ihn bat, ihr einigen Trost zuzusprechen, erwiederte er, er sei für den Augenblick zu müde, werde aber noch im Laufe des Abends in den Tuilerien versprechen. Dies geschah nicht; Trochu erschien erst am andern Morgen, Sonntag, bei der Kaiserin und hatte mit ihr eine Unterredung, die etwa 20 Minuten dauerte. Als ich dann die Kaiserin leise fragte, welchen Eindruck sie von diesem Gespräch empfangen habe, gab sie mir Lurch Zeichen zu verstehen, daß sie kein Vertrauen zu Trochu gewinnen könnte. Hr. Lachaud: Um welche Zeit verließ die Kaiserin die Tuilerien? Zeuge: Genau kann ich eS nicht sagen; jedenfalls aber zwischen 3'^ und 4 Uhr. Hr. Magne, ehemaliger Finanzminister: DaS Ministerium hatte von Anfang an ein gewisse« Mißtrauen gegen Trochu und mehr als einmal Kompetenzkonflikte zwischen ihm, der sehr empfindlich war, und dem Kriegsminister beizulegen. Trochu stellte die Lage im Conseil immer als sehr beunruhigend dar; das Versprechen „aus seine Ehre als Bretone, Katholik und Soldat" habe ich nicht gehört; doch habe ich wegen des Anlehen« mehrerm Sitzungen nicht beigewohnt. Hr. Busson-Billault, ebenfalls Minister unter der Regentschaft: Al« man Trochu im Conseil fragte, ob er eine Erhebung nöthigcnfalls auch mit Gewalt Niederhalten werde, bejahte er dies entschieden und wandte sich im Eifer seiner Rede zu der Kaiserin mit dm Worten: „Ich werde nöthigenfalls auch mein Leben für das Heil Ew. Maj. und Ihrer Dynastie opfern." Ein anderes Mal erklärte er nicht minder entschieden, er werde sich für die bestehende Ordnung, wmn es sein müsse, auf den Stufen de« Gesetzgeb. Körpers oder der Tuilerien tödten lassen. Am 4. Sept. eilte ich, als ich dm Gesetzgeb. Körper der Menge preisgegebm sah, nach den Tuilerien, wohin mir Hr. Jerüme David schon vorangegangen war. Die Kaiserin wollte noch bleiben, aber wtr machten ihr begreiflich, daß sie nichts mehr zu hoffen habe. Die Kaiserin verließ die Tuilerien gegm 3'/, Uhr. Ich ging nach meiner Wohnung, um einen Brief an meine Familie zu schreiben. Bald hörte ich von der Straße einen großen Lärm, trat an da« Fenster und sah von da dm General Trochu in Begleitung mehrerer Offiziere und einer Volksmenge, welche rief: „ES lebe Trochu! ES lebe die Republik!" au« dem Louvre reiten. Ich glaubte, er zöge nach dem Gesetzgeb. Körper; aber bei der Rur Castig- lione schwenkte er nach dem BendSme-Platze ab; für die Befreiung der Tuilerien oder der Kammer hatte er nicht da« Geringste gethan. Hr. Brame, ein anderer Erminister, sagt dasselbe ans, wie seine ehemaligen Kollegen. Hr. Rouher, zuletzt Senatspräsident, wohnte in dieser Eigenschaft den Conseils bei und hatte mehrfach Differenzen mit Trochu,' unter Anderem weil dieser einm preußischen Spion hatte erschießen lassen, ohne dm Ministerrath davon in Kenntniß zu setzen. Auch er hörte ans dem Munde Trochu's die Bethenerung, daß er sich für die Kai- serin-Regentin und ihre Dynastie auf dm Stufen der Tuilerien werde tödten lassen; die Worte: «ich verspreche e» als Bretone, Katholik und Soldat" habe Trochu dabei nicht gebraucht. Als ich, fährt der Zmge fort, später die Kaiserin in der Verbannung wieder sah, befragte ich sie wegen der Haltung, welche Trochu am 4. Sept. beobachtet hätte. Ihre Maj. antwortete mir: „Ich hatte aus ihn gerechnet; denn noch einige Tage zuvor hatte ich mit ihm eine längere Unterredung gehabt, und da sagte er zu mir: „Wmn Ew. Maj. von Ihrer Polizei gut bedient find, so müssen Sie wissm, daß ich einen gewissen Verkehr mit der Opposition unterhalte; es ist meine Pflicht, der öffentlichen Meinung dm Puls zu fühlen; aber seien Sie unbesorgt: meine Hingebung gehört Ihnen. Sie können auf mich zählm; ich bin Soldat, Katholik und Bretone." Zeuge bekundet ferner noch vom Hörmsagen, daß auch in dem Vertheidigungsausschuß, der unter dem Ministerium Ollivier eingesetzt wordm war, Trochu bei seinen Kollegen durch sein eigenmächtige« Verfahren Anstoß und Verdacht erregte. Hc. Schneider, ehemaliger Präsident des Gesetzgeb. Körpers: Ich hatte mit dem General Trochu zu unterhandeln, als davon die Rede war, ihm das Portefeuille des Kriegs zu übertragen. Er lehnte dasselbe ab, weil er, wie er sagte, die ganze bestehende Organisation mißbillige und gewissermaßen damit beginnen müßte, dm bisherigen Minister vor der Kammer in Anklagezustand zu versetzen. Dabei verblieb es. Am 3. Sept. ließ ich dem Gouverneur von Paris durch Hrn. Valette meine Besorgnisse für die Sicherheit des Gesetzgeb. Körpers aussprechen und am folgenden Tage in aller Frühe diese Vorstellungen wiederholen; gleichwohl waren wir noch um 10'/- llhrc ohne jede militärische Bedeckung; auch konnte ich nie erfahrm, wer die Truppen geschickt hatte, welche später erschienen. Der General hat mir keine einzige Mittheilung gemacht. Für die Sitzung vom 4. Sept. hatte sich General Trochu zwei Karten ausbitten lasten und einer seiner Vertreter wohnte in der That allen Vorgängen von Anfang bis Ende bei. Hr. Pie tri, ehemaliger Polizeipräfekl: Am 3. Sept., auf die Nachrichten von Sedan, gerieth die Bevölkerung von Paris in große Aufregung. Es kam schon zu einigen untergeordneten Konflikten: am Boulevard Montmartre wurde in einem solche» ein Mobilgardist verwunde:; die Mmge führte ihn zum Gouverneur nach dem Louvre, und eine Deputation beschwerte sich bei demselben über die Polizei. Trochu erwiederte: „Die Brutalitäten werden jetzt aufhören, das Volk wird bewaffnet werden und selbst seine Polizei machen"... „Es lebe der Gouverneur I" rief die Menge und zerstreute sich. Am 4. traf ich ernstere Vorkehrungen und schickte 800 Polizeisergeantm nach dem Gesetzgeb. Körper. Dieselbm lhatm ihre Pflicht und wehrten den andringenden Volkshaufen die Zugänge des Gesetzgeb. Körpers, bi« sie von dem General den Befehl erhielten, sich zurückzuziehen; der Kommissär, der sie befehligte, hat mir später oft gesagt, daß er mit diesen 800 Mann allein die Kammer hätte den ganzen Tag vertheidigen können. Kaum hatte ich von der Invasion des Palais Bourbon gehört, als ich auch schon nach den Tuilerien berufen wurde. Die Menge hatte dort schon die Gitter «„gerissen und nur mit größter Mühe konnte ich in die Gemächer der Kaiserin gelangen. Ich fand sie von dem Minister des Innern, den HH, v. Metternich und Nigra umgeben und muße Ihrer Maj. erklären, daß da« Volk binnen wenigen Minuten in das Palais eingedrungen sein werde; sie entschloß sich darauf, dasselbe zu verlassen. Allou: Wer war der General, welcher im Gesetzgeb. Körper befehligte und die Stadtsergeanten anwies, sich zurückzuziehen ? Zeuge: Ich glaube, es war der General de Caussade. Graf Cossv-Brissac hörte einmal in Gegenwart des Schiffsleutnants Conneau und des Fürsten Poniatowski den General Trochu sagen: „Ich habe alles dieses Unglück voransgesehen und meine Prophezeiungen in einem Testamente verzeichnet, welches bei meinem Notar Doulour niedergelegt ist. Ich muß mich in dieser schweren Roth für die Zukunft aufsparen u. dgl.!" — Die HH. Vaitry, de Guilloutet und Camille Doucet haben zu verschiedenen Malen au« dem Munde de» Hrn. Thiers selbst gehört, er hätte Ende Oktober von den Deutschen viel bessere Bedingungen (Abtretung von Elsaß allein und Kriegsentschädigung von zwei Milliarden) erwirken können, wmn damals nicht Trochu sich geweigert hätte, auf diese Bedingungen einzugehen. Hierauf wild die Sitzung geschloffen. N achsfchrift. Insterburg, 30. März. Pfarrer Grunert hält, der Aufforderung der Altkatholiken entsprechend, den Sonntagsgottesdienst in der Jnsterburger Gymnasialaula ab und benachrichtigte hiervon in einer offenen Erklärung den Bischof von Ermeland, Hrn. Krementz. Grunerts Nachfolger in der Pfarrei, Biasky, beanspruchte die Abhaltung des Militärgottesdienstes, wurde aber von der Militärbehörde mit Hinweis auf Grunerts Seelsorge-Amt abgewiesen. -s-s- Leipzig, 29. März. Heute hat sich hier unter der Firma „Leipziger Diskonto-Gesellschaft" eine neue Bank mit einem Kapital von 15 Millionen konstituirt. Zu den Gründern gehören unter Anderen Becker u. Co. hier, sowie die allgemeine böhmische Bank in Prag und die Anglo- bank in Wien. Versailles, 29. März. Nationalversammlung. Der Berichterstatter der Budgetkommisston schlägt vor, 19 Millionen, welche sich aus den Vortheilen verschiedener, mit der Bank von Frankreich abgeschlossener Verträge ergeben, von den 200 Millionen der Bankamortisation zu streichen. Thiers erklärt sich damit einverstanden und sagt, man dürfe dem Lande nicht verhehlen, daß das Budget für 1872 nur durch gewisse, in der Verwaltung der schwebenden Schuld vorzunehmende Operationen in's Gleichgewicht gebracht werden könne. Die Hilfsmittel, zu denen man greife, seien keine ständigen, sondern würden nur auf 1 Finanzjahr angewendet. Man werde dauernde Hilfsquellen in neuen Steuern finden. Die Versammlung nimmt das Budget des Finanzministeriums an und schreitet hierauf zur Ernennung der Permanenzkommisston. st Versailles, 30. März. Nationalversammlung. ThierS gibt eine Schilderung der Lage und sagt u. A.: Die Ordnung läuft keine Gefahr; sie ist vielmehr gesichert — Dank der Tüchtigkeit der Armee, welche eine Armee des Gesetzes ist. Die Armee ist bereit, das Gesetz zum Vollzug zu bringen. Die Regierung wird Alle» thun, um mit der Majorität in Eintracht zu leben. Der Frieden Europa's ist nicht bedroht. Frankreich ist nicht isolirt und nicht ohne Allianz. Europa verlangt nicht, daß wir diese oder jene Regierungsform annehmen. Europa weiß, daß wir uns rekonstituiren; es weiß, daß wir unsere Armee reorganisiren. Die wahre Vergeltung ist: Frankreich wieder Herstellen, es dazu machen, was es sein soll. Niemand will den Frieden stören. Zurückhaltung herrscht überall. Niemand denkt daran, sich mit Jemanden oder gegen Jemanden zu engagiren. Sie haben nichts zu fürchten weder für die Ordnung noch für den Frieden. -j- Brüssel, 29. März. Das „Journ. de Bruxelles" meldet die so eben erfolgte Kündigung des französisch-belgischen Handelsvertrages. Vorläufige« Wochenrepcrtoir des Großh. Hoftheaters. Montag: „Undine." Dienstag: „Die Gouvernante"; „Mißverständnisse"; „Der Hausschlüssel." Mittwoch (in Badm); „Ieffonda." Donnerstag: „Die Gouvernante"; „Mißverständnisse": „Der Hausschlüssel." Freitag: „Meder", Oper. Frankfurter Kurszettel vom 30. März. Staatspapier«. Deutschland 5"/,Bundesoblig. 100V« , 5Vo Schatzscheine - Preußen 4'/,°/, Obligation. 103V, Baden 5"/o Obligationen 103'/« . 4'/,°/o . 99'/« . 4°/o . 94-/. . 3'/,«/oOdlig.v.1842 89 Bayern 5"/« Obligationen 100'/, . 4'/, «Za . 99'/, . 4°/, . 95V. Württemberg »"/«Obligation. 103V« . 4'/,°/, . 99'/, E ^ _ Nassau 4'///- Obligationen IM . 1"/, . 83V. Sachsen 5"/° Obl. 104V. S.-Gotha5V, . 102 Gr. Hessen 5°/, Obligatton. 103V, . 4°/g . 97'/, Oesterreich 5"/« Silberrente Zins 4'/«°/» 64-/, Oesterreich 4"/« Papierrente Zm- 4'/,"/° 58'/, Lurem-4Vi>Obl.i. Fc«. S28kr. 90'/, bürg 4«/„ dto. i. Thlr. »105 kr. 90'/, Rußland 5«/a Oblig. v. 1870 K » 12. 89V, . 5»/i> dto. v. 1871 89V« Belgien 4'/,Vg Obligatton. 101 Schweden 4'/,"/« dw i. Thlr. 95'/° Schweiz 4'/,V, Eid. Oblig. 101'/« . 4'/, Bern. Sttsobl. 100'/, N.-Amerika 6°,o Bonds 1882r von 1862 96 . 8"/o dw. 1885r von 1865 96'/, , 5"/o dw. 1904r (">/«vr v. 1864 94V, 3"/o Spanische 30V, Bolle tzanz. R-n:- 87V« Leere , „ 91 Aktie« «nt Prioritäten. Badische Bank.... — Franks. Bank L 500 fl. LVo 145'/, , Bankverein »Thlr. IM, 40V, Einz..148-/, „ BereinSkaffr m. fl. 100 135 Darmstädter Ban? 489'/, Oest. Nationalban? 891 Oesterr. Credit-Aktien 367'/, Stuttgarter Bank'Akiien 123'/, 4'/,°/<,bayrDstb.» 200fl. 151'/, 4'/,°/»pfälz.Marbhn.500fl. ISO-/, 4°/oLudwigsh.-Berb.500fl. 207'/« IVoHefs-LudwigSbahn — 3V,VoOberhess.Eisnb.350fl. 86-/, 5Voöstr.Frz.Staalsb.i.Fr. 414'/, 5°/« . Süd.Lmb.-St.-E.-A. 220'/« 5V« „ Nordwestb.-A.i.Fr. 226V« 5°/oElisab.-Eisnb.s200fl. 264V. 5°/oGaliz.Carl-LudwigSb. 274'/, 5«/oRud.EisnbL.E.200fl. « 5°/,Böhm.Westb.-A. 200fl. 279 5°/»Frz.Jos.Eisnb.steuersr. 224'/, 5«/,AlfSld-Fium.Eisnb. V, 184-/, 5°/oHeff.Ludwigsb.Pr.i.Thlc. 102'/« BaSler Ban 5"/«Böhm. Westb.-Pr. i. Silb. — 5 VoEsisab.B. -Pr. i. S ««. — 5°/o dto. . »-s°>. 83'/« 5"/o dw. steuerst, neue , — 5"/o , (Neumarkr-Ried) 92V, 5°/a Frz.-Jos.-Prior. steuerst. 91'/« 5VoKronpr.Rud.Pr. v.67/68 — 5"/°Kronpr.RudolfPr.v.1869 85'/» 5°/oöstr.Nordwestb.-Pr. i. S. 91'/« 5°/aUng.Ostb.-Pr.i.S. 78V« ho/« Ungar. Nordostb.-Prior. 82 3V> Lstr.Süd.-Lornd.-Pr. i-FcS. 51'/« SVa .... 87V« 3°/„östr.Staalsb.-Prior. , 60'/, 3"/«Livornes.Pr.,llt.c>.vav/, 40'/« 5Va preuh. Bodenkredrt-Eentral- Pfandbricfe 103 7Vo New-Dork-Eity-Bond« 97 6°'/v Pacific Central 83V» 6V,i South Missouri 75'/, 5°/» Ungar.-Galiz. 83'/, Oesierr.-deutsche Bank 129'/, Pfälzer Bank 116 Rheinische Credit-Bank 124'/, kverein 115. Aulrhrnsloosr ««d Prämienanleihen. Bayr. 4"/g Prämien-Anl. 114 Badische 4°/» dw. 113V, . 35-fl.-Loose . . 70'/, Braunschw. 20-Thlr.-Loose 20'/, Großh. Hessische 50-fl.-Loose 181 „ „ 25-fl.- „ 53 Ansbach-Gunzenhausen.Loosc 13'/, Oestr.4"/,250-fl.-Loosev.1854 84"/» . 5°/o500-fl.- . v.1860 93'/. . 100-fl.-8oose von 1864 — Schwedische lO-Thlr.-Loose 12'/, Finnländer 10-Thlr^-Lsose 8'/« Meininger fl. 7. 6"/, 3°/, Oldenburger Thlr.-40-L — Wechselkurse, Gold n«d Silber. ArnsterdamlOO fl. 3"/a k.S. W'/, Berlin 60 THIr., 4«/o „ 105 Bremen 50 Thlr. 3«/o G. „ 96'/, Hamburg 100 M.-B.3'/,"/« 87'/« London 10 Pf. St.3°/o „ 118'/« Paris 200 FcS. 6«/« „ 93'/, Wien100fl.östr.W. 5V-, , 106'/, Preuß.Friedrichsd'vrfl. 9.57—58 Pistolen ... „ 9.40-7-42 Holländ. 10-fl.St. . 9.53—55 Ducaten .... 5.32—34 20-Francs-Stücke. , 9.21—22 Engl. Sovereigns ,11.47—49 Russische Imperial. „ 9.40—42 Dollars in Gold . 2.25V,-26'/, Dollarcoupon ... mg: Fest. Kredit 210'/«, Staatsbahn 236'/,, S6V«, Rumänier 56, Mer Loose 93. Kredit 347, Staatsbahn 388 Lom- apoleonSd'or 8.79, Anglobankaktien Nme Anleihe 89.05, Staatsbäh» 30. »er Redakteur: Kroenlein.. »e- Hoftheater. emein aufgehobenem Abonne- feenoper mit Ballet in 5 Ak- /,7 Uhr. mrtal. 41. Abonnementsvor- Die Gouvernante, Lustspiel Neu einstudirt: Mißver- lkt, von Steigentesch. Zum sek, oder Kalt gestellt, Poffe ng V,7 Uhr. DiScortto .... US. 3'/,Vo Stimm, Berliner Börse. 30. März. Lombarden 126, 82er Amerikaner Wiener Börse. 30. März. Karden 207, Papierrente 64°", N 330. Fest. Pari-, 28. März. Rente —, 887.50, Lombarden 480, Jtal. 69. Verantwortliä vr. I. Herrn. Großherzogltch Montag 1. Apr. Mit allg ment. Undine, romantische ? ten, von Lortzing. Anfang * Dienstag 2. Apr. 2. Qri stellung. Zum ersten Mal: in 1 Akt, von G. v. Moser ständnisse, Lustspiel in 1 - ersten Mal: Der Hausschlü in 1 Akt, von Hirthe. Anfa Theater in Bade«. Mittwoch 3. Apr. Ieffonda, große Oper mit Ballet in 3 Akten, von Spohr. Anfang */»7 Uhr. Todesanzeige. H.901. Karlsruhe. Diesen Morgen verschied nach Lurzem, aber schwerem Krankenlager in seinem 46. Lebensjahr Carl Tramnann, Brauereibesitzer in Schwetzingen. Alle, die den DahingHchiedeneu kannten, werden unser» Schmerz zu ermessen wissen und ein stilles Beileid widmen. Karlsruhe, den 30. März 1872. Namens der Hinterbliebenen, als Schwager: E l l st L1 t e r, Ministerial-Präsident. H 953. Baden. Gott dem All- hMächtigen hat es gefallen, unsere ^liebe unvergeßliche Schwester und: Tante, Sophie Eisen, „ geboruc Thiergärtner, gestern Abend 8 Uhr unerwartet schnell zu sich zu rufen. Verwandten, Freunden und Bekannten geben wir diese schmerzliche Nachricht mit der Bitte um stille Theiknahme. Baden, den 26. März 1872. Die irauernden Hinterbliebenem _ H.947. Offenburg. Heute -.früh */,2 Uhr entschlief sanft nach ^kurzem Krankenlager, versehen mit den hl. Sterbsakramenten, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Wilhelmine, geb Gönner, Wittwe des verstorbenen SpitalverwalterS August König, in ihrem 74. Lebensjahre. Offenburg, den 28. Mär; 1872. Die trauernden Hinterbliebenen. H.962. Karlsruhe. Heute Oster-Sonntag, Abends 7 Nhr, im Großen Eintrachts-Saale Zweites md letztes Violiü-OüQOtzrl ecr Frau unter gütiger Mitwirkung ddr Hvf-Opern- sängerin Frl. Ther. Schneider und einiger hiesigen geschätzten Künstler. Bikteis zu relervirten Plätzen 1 fl. 30 kr., nicht« resersirre 1 fl., Gallerte 36 kr. in der Hofmufikalien- handlmig des Hin. Frey. Programme «erde» außerdem ausgegeiea, H.963. Karlsruhe. Bekanntmachullg. Um irrigen Mitlheilungen über den bei uns am 26. dieie» Monats ausgebrochenen Brande zu begegnen, berichten wir hiermit untern auswärtigen Freunden und Bekannten, daß durch vorhandene Löschapvarate, Wasserleitung und rasche Hilfe unserer hiesigen Fener- webren der Brand bald bewältigt wurde, der Schaden gering, da« Geschäft geregelt sorkgesühri wird . beim Brande selbst keiner unserer Herren Gäste genölhigt war, das Haus zu Verlagen. Karlsruhe, drn 29 März 1872. Th. Grosse und Soh«, Besitzer de« Hüte! Grosse. H.952. >. bahr. Lehrlings-Gesuch. Bei Kupferschmied I. A.IIaffoy kann ein Junge unt»r günstigen Bedingung^ in die Lebre treten Areis-Aypothekenölmk Lörrach. Hon Dividenden-Zahlung. Wie beziehen uns auf nachstehende Gewinn- und Berluflrechnung und Schluß-Bilanz unserer Anstalt und zeigen hierdurch erg. an, daß dieselben in letzter Generalrerjammlung genehmigt worden find, und folglich die Dividende pro 1871 vo« 13 fl. 4S kr. (d. i. 5'/?/o P. s.) gegen Rückgabe des 3ten Aktien-Coupons, vom 31. März d. I. an im Banklokal dahier bezogen werten kann. Lörrach, den 27. März 1872: Die Direktion. Gewinn- und Verlust-Rechnung per Lk.Drz. 1871. Passiv-Zinsen: Bezahlte laut Cassa . fl. 6,924.02. Gutgeschriebene . . , 2,953. 1. Schuldigepro31.Dezember 1871 . . , 9,592.29. »b: Borgeiragene von 1870 .... Unkosten . . . Neiro-Ueberschuß . fl. 19,469. 32. 3.779. 9. Aktiv-Zinsen: Eingegangene laut Cassa.fl. 26,041. 5l. Belastete. 989.18. Uns gutkommende pro 31. Dez. 1871 . . . 20,518. 56. fl. 47,550. 5. ab: Vor getragen« von 1870 .... . . 15,982-55. Provision .... Valoren .... fl 15,690. 23. . 2,840.56. . 17.856.52. -N. 36 3*8. 1t. Gewinn-Saldo v. 1870 fl. 31,567.10. . 2,665.18. . 1,133.21. . 114. 4. . 908. 18. N 36,388. 11. Verthrilaug des Retto-UeberschuffeS Per 1871: Derselbe beträgt . fl. 17,856. 52. ab: 4 pCt. Zins von 250,000 fl.oder 1000 Aktien ü fl. 250 . . 10,000. —. ab auf neue Rechnung de» Gewinn- una Verlust Comv . . fl. 7,856. 52. . 1.606. 52. fl. 6,250. - An letztem Betrag participiren: die Aktionäre mit W pEt. oder . . . fl. 3,750.—. »er Reirrvcfor.d mit 20 pEt. oder .... 1,250. —. die Direktion mir lOpCt. oöer., 625. —. die Angestellten mit 10 PC:, oder . . . . 625. — . g, 6 , 250 . —. Die Aktionäre erhatlen somit an Zins und Dividende zusammen fl. 13. 45. per Aktie, oder 5'/r pCt. p. u. Schluß-Silan; per 31. Dezember 1871 der Kreis-Hypotheken-Bank Lörrach. Aktiven Taffa. Hypothekar-Darlehen . . Gautrödel .... Lonto-Eorreot-Debitoreu Balore« ...... Zinsen. fl. 11,211 514,095 129,627 70,479 61,688 10 926 798 029 40 Passiven Aktie» . Bauk-Obligatiomn . . Couto-Corrent-Ereoitoreu . Depofiieu. Sparkassen ...... Reservefonds. Dividrodeu. Gewinn- und Verlust-Couto fl- kr. 250,000 _ 397,719 - 26,937 15 103,470 16 412 03 2,455 14 15,437 30 1,606 52 788,029 40 H.957.1. Das Haus Nr. L8L -er Hauptstraße Ln Rastatt, nebst -em dazu gehörigen Garten ist wegen Sterbsalls zu verkaufen. Dasselbe ist sehr gut erhalte», hat große Räumlichkeiten »sehr gut gewölbte Keller un- ist wegen seiner vortheilhasten Lage (a. n. Marktplatz) zu jedem Geschäftsbetrieb ganz vorzüglich geeignet ; früher wurde eine Tabakssabrik darin betrieben. Die Kaufbe-iugnuge« sind so vortheilhast als nur möglich für den Käufer gestellt. Näheres bei -er Eigeuth ürnerin im Hause selbst. Schwarzwaldbad Unteres Bad. Wirthfchafs Mobiliar Verkauf. Das seil alten Zeiten vielbesuchte und in weiten Kreisen bekamt- vMrre Bad v» NedevzeL kommt in der ersten Woche des April zum Lei kaufe""' Solch'«, welche sich für diesen Verkauf interessuen, ist eS vielleicb; nichr"Ni'- crwünscht zu vernehmen, daß daS Wvrchschafttz»MvMv»r, einschließlich der Ausstattung aller Zimmer, — zu verhältvißmäßig zeSr bill^'-n Preis n — nrilerworden werden tzann. Mau wolle sich deßhalb wend»n an den vieljährigen bisherige« Inhaber dieses CuranwesenS Hermann Wetzel H 908 2. vn ^vedenzeA. «LS als ZimMfbalieV oder Zeichner wird gesucht. Näheres zu erfragen bei der Expedition dieses Blatte«. H.9Z1.2. H.950.1. Badea-Ladeu. Gastwirthschast, eine kleine, frequeirtc, insehr guter Lage der Stadl, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näh-re« im Commü- sivnsbuteau von E Frevele in Baden-Baden, Kreuzstraße 11. ___ H 712. 5 B aden. Specialität. — — garantire ächt ueapoliisnischc I» Waare , zu den billigst!« Lu-gros-Prrtsrn zu beziehen von Florian Kühn, Baden. H.932.2. Triberg, dad. Schwarzwald. Fabrikation - Geschäfts-Verkauf. Unterzeichneter ist Willens, sein an der Wallfahris- straße gelegenes, neu. massiv von Stein erbautes, dreistöckiges Fabrik- und Wohngebäude mit Gießerei- Einrichtung, Wasserkraft, nebst den zum Uhrenrädec- zahnen gehörenden selbstarbeitenden Zahnschneidmaschinen aus freier Hand zu verkaufen. Bemerkt wird noch, daß ein Mann sechs solche Maschinen versehen kann. ES können auch die zum Geschärt gehörenden Drebbänkc rc. miterworben werden. Ferner wäre Untcrz ichneler auf Verlangen erbotig, sein ebenfalls daneben stehendes, dreistöckiges Wohnhaus mit dem Fabrikgebäude, beide Theilc ein ge» ichloss'ne« Ganzes bildend, zu verkaufen. Neben dem Fabrikgebäude befindet sich noch Wirssrld und könnte dasselbe wesentlich vergrößert werden. Das Ganze eignet sich sowohl der Größe wegen, al» sonst zu jedem gcrr erblichen Etablissement oder andern G-sLäste. DaS Geschäft, seit einer Reihe von Jahren erfolgreich betrieben , erfreut sich einer großen Kundschaft, und wäre einem mit den nöthigen Mitteln versehenen tüchtigen Geschäftsmann«: Gelegenheit geboten, sein reichliches Auskommen zu finden. Da« Fabrikgebäude mit Maschinen verkaufe ich sowohl allein, als mit Wohnhaus. Auch bin ich bereit, dasselbe ohne die Maschinen z» verkaufen. Der Preis und die Zahlungsbedingungen stnd günstig und werden je nach Umständen gestellt. Es kann daher jeden Tag «in Kauf mit mir aus freier Hand abgeschlossen werden. Christian Traenkle ****** Nervenschwäche u Appetit-: lostgkeit. * An den Kgl. Hoflieferant! n Hrn. Johaun Hoff L in Berlin. rcSlau, 10. Januar 1872. Ihr Malz- Extrakt hat mir bei meiner Nervenschwäche und Appetitlosigkeit überaus gute Dienste geleistet. Ich habe diesem edle» Fabrikat meine Genesung» ja mein Leben zu verdau» lru. Schon nach der 12. Flasche verlsißmich mein sünfwkchentliche« Krankenlager. Ich bin jctzt der gesündeste Mensch und fühle mich zu innigstem Dank für die Rettung meint« Leben« bewogen. Allen Leidensgenossin, hauptsächlich allen Nervenleid-enden emplebte ich darum da« Hoss'sche Malzextrakt ab» daS einzige Mittel» welches mit Sicherheit zur Sevesuug führt. Rl. Hikvtnort. Verkaufsstelle bei Kreuz straße Nr. 3 in H.586. Sommer, ^ Straßburg, Ecke des Guttenbera-. , Eingang Krämergaffe Nr. 1 Künstliche Zähne und Gebisse in Kautschuk oder Metall. AuSfüll-m hohler Zähne mittelst eines Zah«- EemeutkS, den natürlichen Zähnen täuschend ähnlich. Hü lfe grgr« Zahnschmerz, ohne Ausziehen. H. 137.8 , H.946.1. Bruchsal. »Anzeige und Ge- -schästscmpfehlung. ^ Der Unterzeichnete har sich als Or- 'tgftlbauer dahier Niedergelassen und ..ZrHWfi-hlt sich zu Anfertigung neuer Repgr^tur^Kuik jährlichen Unterhaltung von bereit« Wehenden Kirchenorgeln untev Zusicherung schneller, giitcr und billiger Ausführung. Bruchsal, den 25. März 1872. I. G. Bvhler, Orgelbauer, Wohnhaft bei Herrjz Anton Müller, Distrikt L. Hauptmarklstraßr Nr-37. r z r : r * Zahnarzt ierg-PlatzcS, erste < Etage, H 955.1.- B a d-e n. Pferde-, Wagen- und Geschirr-Versteigerung. Wegen Aufgabe de« Fuhrwesens läßt der Unterzeichnete Doaarrsta, den 4. April d I., Vormittags 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr, anfangend, in seinem Hause, Hardtstraße Nr. 7, Folgendes gegen Baarzahlung öffentlich versteigern, als: Zwei Pferde, Schimmel-Wallache«, 8 und 9 Jahre alt, ein- und zweispännig eingefahren, 1 «euer eleganter Povhwagru mit Patmt- achsen, zum ein- und zweispännig fahren, 1 Break, ebenfalls ein- und zweispännig, 1 Bauernwagen, 1 Paar Heuleikern, 1 Einspänner- und ein Zweispänner-Schlitten nebst neuem Rollgeschirr, 1 Paar melsingplattirte, 1 Paar stlberplattirte und 1 Paar Sieten, 1 Paar Bauerngeschirre und 1 Einspänner-Geschirr, Ivollständige Mehlladen-Einrichtung, 1 Brückenwaage mit Gewicht, 1 Parthie Säcke, Mehl- und Habersäcke, wozu die Liebhaber einladet Adolph Görger, _ zum „Deutschen Kaiser'. H.958. I. R a st a t t. ^ Steigerungsankündigung. In Folge richterlicher Verfügung werden am Douoerftag den 11. April d. I. und den darauffolgenden Tagen jeweils Morgens 9 Uhr anfangend nachstehende zur Gantmasse des Kaufmanns C. A. Lang dahier gehörigen Waarenvor- rätbe im Hause selbst gegen Baarzahlung öffentlich versteigert: Verschiedene Sorten feine und ordinäre Gewürze, feiner und ordinärer Senf, grüner Thee, Vanille, Chokolade, Bonbons, eingemachte Früchte, marinirte Fische, verschiedene Sorten Käse, feine Würste, Erbswürste, Stockfische, Kaffee, Cichorien. Reis, Gerste,-Sago, Stärke, Bouchons, Wichse, feine und ordinäre Streichhölzer, verschiedene Sorten Rauch- und Schnupftabake, Rollenkanaster, eine Parthie Cigarren, feine und ordinäre Seife, Wachsstöcke und Wachskerzen, Bettwachs, Schiefertafeln, Kölner Pfeifen, 1 Parthie Düten, verschiedene Farb- waaren, Firnisse und Lack, «Schellack, Pech, Colophonium, Zunder, Schwämme, Wetzsteine, Putzpulver, Kreide in Stücken, verschiedenes Packpapier, Säcke, Fässer, Kisten, Körbe, Flaschen und Krüge, verschiedene Oelsorten, Spirituosen, Liqueure und Essenzen, mehrere Sorten Flaschenweine, Champagner, Mineralwasser und sonst verschiedene Ladenwaarm. Rastatt, den 28. März 1872. Der Mafsepfleger _ I. Müller. _ ÄZermiscdlke Bekannt,- cxzerrq»».. Z H.960 Nr. 2757. Karlsruhe. Das Großh badische 4 »/«, Eisenbahn - Prämien - Anlehen vom Jahr 1867 betr. Die Ziehung derjenigen 10 Sersin, welche die in der 5ten Prämienziehung obigen Anlrhens mitspielen- den 500 Obl'gationcnnmnmern bezeiSsen wird Dienstag den 2. April l. I., Nachmittags 3 Uhr, im StändibauS dahier öffentlich vorgenowmen werden. Karlsruhe, den 30 Mi, z-1872. Großh. bad. Eisenbahn-Schuldentilgungs-Kaffe. Helm. H.905. ^Karlsruhe. von Holzschnittwaaren für die Großh. Bad. Staatseisenbahnen. Die Lieferung von 800 Stück Pappeldielen 3-5m. lang, 27—36rw. breit, 99mm. dick; 2000 . . 3—5m. lang, 27—36rw. breit, 84mm. dick; 200 Stück ganz reine Erlendielen 3—4,5m. lang, 30—45rm. breit, 48mm. dick; soll im Offertwege mit einem Termin bis Ende April in Lieferung gegeben werden. Diejenigen, welche sich an der Lieferung bctheilige» wollen, werden emgeiadm, ihre Angebote bis einschließlich Dienstag de« 2 April bei Unterzeichneter Stelle eiuzureichen. Die Lieferung hat franco in das Hauplmagazin zu geschehen, woselbst auch die Ueberuahme stattfinden wird. Karlsruhe, dm 25. März 1872. Großh. bad. Hauptverwaltung der Eismbahnmagazine. _M e i ß l i n.g e r._ Steuerperäquations Gehilfe, ein geübter, findet bei gutem Gdhalt stäiidize Beschäftigung. Nähere« bei der Erpedilion dieses Bl. H.370.2. ^Druck uudlBerlag derDG. BrünEche» Hofhuchd.ruSereli. lMit einer Beilage.)