Karlsruher Zeitung , Dienstag, April. . N. 1«2. Vorausbezahlung: vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingeschloffen, 2 Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 6 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. fl. 7 kr. SSL 1872 . Bestellungen auf. die Karlsruher Zeitung für die Monate Mai und Juni werden bei der Expedition sowohl als bei fämwtlichen Postanstalten angenommen. Telegramme. t Neapel, 28. Apr. Seit heute Morgen Mt Aschenregen. Der Himmel ist dunkel. Unterirdisches Getöse ist weithin vernehmbar. ssss Neapel, 27. Apr, Die Phänomene des Ausbruchs des Vesuvs sind jetzt weniger beunruhigend. Die Lava, welche ihre Richtung auf Restna nahm, ist zum Stillstand gekommen. Ein Theil von S. Sebastians ist zerstört. Die Detonationen haben sich vermindert t St. Petersburg, 28. Apr. Großfürst Wladimir Alexandrowitsch ist zum Mitglied des Reichsraths ernannt. Der Minister der Reichsdomänen, Zelenoi, ist mit Ver- leihungtdes Alexander-Newsky-Ordens in Ruhestand versetzt. Deutschland * Straßburg. Die Festlichkeiten der Einweihung der Universität Straßburg nehmen nachgerade so große Dimensionen an, daß man sich um größere Lokalitäten Umsehen mußte, als die Ursprünglich in Aussicht genommenen. Statt des Saales im Schloß nimmt man den Schloßhof, der zu einem gewaltigen Zelt umgestaltet wird, welches gegen 2000 Personen aufnehmen kann, und der Kommers am zweiten Festabend wird statt in dem mehrerwähnten Lokal in der Feger-Gasse in die Artillerie-Werkftätte verlegt. Festredner ist Prof. Ilr. Springer (früher in Bonn). Auch die Reste der alten Akademie, die Mitglieder der theologischen und medizinischen Fakultäten und des protestantischen Seminars, sind speziell zur Theilnahme eingeladen worden. Der deutsche Gesangverein wird sich zum Beginn, wie am Ende der Festlichkeit vernehmen lassen. Vom deutschen Reichstag stehr eine Zuschrift in Aussicht, nachdem sich die Fraktionen über die Entsendung einer Deputation nicht estrigen konnten. Am Stadt-Bahn- hofe wird während der beiden Festtage ein Wohnuugs- nachweis-Bureau für die fremden Festtheilnehmer bestehen. Die Festkarten sind auf dem Universitäts-Sekretariat abzuholen. Mülhausen, 27. Apr. Eine deutsche Theatergesellschaft, die ihren Sitz in Kolmar hat, gab sich schon dreimal die Mühe, dem hiesigen Publikum die Abendstunden mit Opernvorstellungen zu verkürzen. Es heißt auch, es sei uns dieses Vergnügen von nun an wöchentlich einmal beschieden. Die bisherigen Vorstellungen fanden aber immer bei einem sehr spärlich besetzten Hause statt, woraus zu schließen, daß die hier anwesenden Deutschen an der Oper wenig Geschmack finden. Wahrscheinlich würde die Gesellschaft besser reüssiren, wenn sie ihr Glück mit Schau- und Lustspielen versuchen wollte. Scheinbar mehr Glück hat die Elsässer Liga mit ihren unablässigen Aufforderungen zum Optiren für Frankreich. Sie mutz hiefür wieder einen neuen Hebel in Bewegung gesetzt haben, denn wie auf Befehl marschiren die Fabrikarbeiter nach der Kreisdirektion, um die Optionskarten zu holen. Ein geheimer Druck ist dabei durchaus nicht zu verkennen, und wäre er auch nur darauf berechnet, die deutsche Verwaltung zu ärgern. Die wenigsten von den Optirenden haben die Absicht, das Land auch nur auf einen Tag zu verlassen. Ein Schenkwirth, der gefragt wurde, warum er eigentlich optirt habe, da er doch gegen Alles indifferent sei, was nicht in den Bereich seines Kellers und seines Buffets falle, erklärte sich dahin : seine Stammgäste hätten sonst seine Schenkstube nicht mehr betreten, aber fort gehe er so' wenig als besagte Gäste. Seitdem die Leute wissen, daß das Optiren nach Umständen keine allzu riskante Sache ist, lassen sie sich mit weniger Mühe zu dem Schritte bestimmen. Man sollte übrigens meinen, das Volk wäre durch die Presse über die Options-Frage vollständig aufgeklärt worden, aber es ist dies keineswegs der Fäll. Zu der deutschgesinnten Presse haben Diele kein Zutrauen, und von dieser Seite wollen sie nicht aufgeklärt sein; von Seiten der Liga aber wird ihnen der Standpunkt absichtlich nicht klar gemacht. Bei diesem Anlasse kann man wirklich bedauern, daß die seiner Zeit sich so feindlich gegenübergestandenen Blätter „Bolksbote" und „Volksrepublik" nicht mehr erscheinen dürfen. Letzteres Blatt hätte es in seiner Freimütigkeit jedenfalls nicht über sich gebracht, in dieser wichtigen Frage seinen Lesern etwas Anderes als klaren Wein einzuschenken, und seinen Worten hätten die Freisinnigen geglaubt. Der ultramontane „Volksbote" aber, dem ein großer Theil des Volkes unbedingt vertraute, würde sich nie den Anschauungen der Liga angeschlossen haben, sondern mit der letztem bald in Widerspruch gerathen sein. Zu einer Auswanderung aus dem Elsaß hätte das Blatt um so weniger anrathen können, als die katholische Geistlichkeit, deren Wortführer es gewesen, keineswegs gesonnen ist, den Platz zu quittiren, und auch kein Interesse daran findet, die ihr anvertraute Herde über die Grenze zu treiben. Ich habe das Bruchstück eines Brieses gelesen, der offenbar von einem katholischen Geistlichen herrührt, das mich in meiner in dieser Sache früher schon gewonnenen Ansicht noch mehr bestärkt. Darin heißt es: Ihr fragt mich, was Ihr bezüglich her Option, welche jetzt so viele Gemüther aufregt, thun sollet? Wenn ich diese Frage, die jetzt so vielseitig an mich gestellt wird, beantworte, so muß ich billigerweise in Betracht ziehen, wer sie stellt. Bei gar Vielen ist sie schon durch die Verhältnisse, in denen sich der Fragesteller befindet, genügend gelöst. Wer nicht hinreichend mit Gütern, dieser Erde gesegnet ist, der kann wohl nichts Besseres thun, als da zu bleiben, wo er sicher ist, für sich und die Seinigen doch wenigstens da« tägliche Brod zu verdienen. Weniger schnell ist die Antwort bei der Hand gegenüber Euch, der wie der reiche Jüngling im Evangelium, mit der Frage an mich herantritt: .Herr, was soll ich thun?" Da muß ich die Gründe für und wider abwagen. Ich habe das gethan, ich habe zu Gott gebetet, daß er meinen Sinn erleuchten möge, und nach reiflicher Erwägung rufe ich Euch zu: Bleibet im Lande! Ihr sollt nicht Euere Brüder verlassen, die ihrer Armuth wegen gezwungen find, gern oder ungern im Lande zu bleiben, um Euch wieder einer Nation anzuschließen, die sich zwar mit Vorliebe die katholische nennt und stolz darauf ist, als die Beschützerin unserer Religion zu gelten, — blos in der eigennützigen Absicht, ohne Kampf und Leiden den höchsten Grad religiöser Freiheit zu genießen (!). Abgesehen von der Wahrnehmung, daß sich über Frankreich ein bedenklicher Modergeruch verbreitet, der darauf hindeutet, daß auch Viel, was jetzt frisches Leben scheint, der Verwesung anheimfallen wolle, wäre das Verlassen des Landes eine Feigheit, die sich an uns und unseren Brüdern rachen müßte. Wir sollen nicht Denen beistehen, die zahlreich und mächtig sind, sondern Denen, die sich arm und verlassen fühlen. Prüfet meinen Rath und Ihr werdet finden, daß er ganz dem Bescheid entspricht, der dem reichen Jüngling im Evangelium geworden. St. Louis, 26. Apr. (Fr. I.) Heute Morgen wurde der kaiserl. Oberzollamts-Rendant Würthle, früher badischer Zollbeamter, nach mehrmonatlichem schweren Leiden beerdigt. Wie seiner Zeit berichtet, wurde derselbe vor einigen Monaten zwischen hier und Basel von drei Individuen — zwei Schweizern und einem Elsässer — auf der Landstraße überfallen und in einer Weise mißhandelt, .die mehrfache Amputationen zur Folge hatte, welchen er im Alter von 50 Zähren vorgestern erlegen ist. ** München, 27. Apr. Von gut unterrichteter Seite wird die Nachricht, der Prinz Leopold von Bayern werde in österreichische Dienste treten, als unrichtig bezeichnet und hinzugefügt, daß der Prinz diese Absicht auch niemals gehabt habe. lH Aus der Provinz Hessen, 27. Apr. Die Ultra- montanen regen sich in allen Ecken gegen das Schulaufsichtsgesetz und für die Jesuiten. In Fulda hat man sich einfach der Regensburger Adresse zu Gunsten der Jesuiten angeschlossen und in den Städten Hünfeld, Geisa und Hilders werden eben Petitionen gleicher Tendenz an den Reichstag kolportirt. So offen wagt man jedoch in Wiesbaden, wo der Altkatholizismvs immer mehr Boden gewinnt, nicht aufzutreten. Dort ist eine solche Adresse in dem kleinen Lärchen einer ganz obskuren Gaffe aufgelegt, findet aber schon aus diesem Grunde wenig oder gar keine Unterschriften. Der Bischof Blum in Limburg hat mittelst'Zirkular die Geistlichen seiner Diözese geradezu aufgefordert, Proteste gegen das Schulaufsichtsgesetz zu erlassen. Die Regierung ließ den Herrn bis jetzt gewähren. — In Niederwalluf a. Rh. haben die Schiffbauer Strike gemacht und verlangen höheren Lohn. * Kassel, 27. Apr. Die „Köln. Ztg." berichtigt die (auch in unser Blatt übergegangene) Notiz des „Frkf. Journ." über die Ehescheidung des Prinzen vonHessen- Philippsthal-Barchfeld von seiner Gemahlin, der Prinzessin Marie von Hanau, dahin, daß die Scheidung nicht nach dem einseitigen Antrag des Prinzen, sondern in Folge gemeinschaftlichen Uebereinkommens, und nicht von dem Gerichte, sondern von Sr. Maj. dem Kaiser und Könige, und zwar schon unter dem 18. März ausgesprochen worden ist. Berlin, 27. Apr. Se. Maj. der Kaiser und König hat dem Herzog von Sachsen-Meiningen 2 französische Feldgeschütze — einen 4-Pfünder und einen 12-Pfünder — mit folgendem, vom 18. d. M. datirten Schreiben zum Geschenk gemacht: „Zur Erinnerung an den ruhmreich beendeten demsch-sranzösischen Krieg und in dankbarer Anerkennung der von den Landeslindern Eurer Hoheit vollbrachten Thaten und errungenen Trophäen, habe Ich Eurer Hoheit 2 französische Feldgeschütze — einen 4-Pfünder und einen 12-Pfünder — überweisen lassen, welche von dem Artilleriedepot zu Berlin überkommen werden. Es gereicht Mir zum Vergnügen, Eure Hoheit hiervon zu benachrichtigen/ ** Berlin, 27. Apr. Professor Friedrich in München läßt der „Nordd. Allgem. Ztg." ein Schreiben zugehen, worin derselbe ganz entschieden den ihm von dem Konsistorium der Provinz Sachsen gemachten Vorwurf einer der sächsischen Geistlichkeit „öffentlich zugefügten Beleidigung" als ungerechtfertigt zurückweist und daran erinnert, daß daS Konsistorium eine Vernehmung des Bischofs von Paderborn nicht veranlaßt habe. Berlin, 27. Apr. lieber die Ernennung des Kardinals Fürsten Hohenlohe zum deutschen Botschafter beim Papste wird der „Köln. Ztg." aus Berlin geschrieben: Wir find es gewohnt, durch den Reichskanzler überrascht zu werden. Originelle Entschlüsse, die Niemand erwartet hat, geben den schwebenden Fragen plötzlich ein« neue Wendung und deroutiren seine Gegner. Zu diesen unerwarteten Entschlüssen rechnen wir die Ernennung eines Kardinals zum deutschen Botschafter bei der römischen Kurie. Die Ueberraschung ist um so größer, als man in letzter Zeit daraus gefaßt war, das Deutsche Reich der katholischen Kirche gegenüber in eine feindliche Stellung gerathen zu sehen. Statt dessen sehen wir plötzlich da« Reich beim hl. Stuhl diplomatisch vertreten nicht nur durch einen Katholiken, sondern durch einen priocepz liomsnse eccle- siae. Gewiß ein« große Konzession, welche der katholischen Kirche gemacht wird ! Und dennoch, wenn wir die Persönlichkeit des zum Botschafter ernannten Kardinals näher in's Auge fassen, können wir uns nicht enthalten, den Entschluß des Reichskanzlers als einen sehr glücklichen zu bezeichnen. Es kann im Interesse des Friedens zwischen den Konfessionen nicht oft genug hervorgehoben werden, daß die katholische Kirche und der Jesuitenorden nicht ein und dieselbe Sache sind. Die Bemühungen der Jesuiten gehen gerade jetzt mit besonderem Eifer dahin, diesen Unterschied möglichst verschwinden zu lassen. Bischöfliche Erlasse, die unter dem Einflüsse des Jesuitenordens erlassen werden, Petitionen von Laien, inspirirt von Jesuitenfreunden, geben sich alle Mühe, vergessen zu machen, daß die katholische Kirche bis zum Jahre 1540 ohne die Hilfe der genannten Gesellschaft bestanden hat. So wird eine Begriffsverwirrung geschaffen, die jeden Deutschen, der seine Heimath nicht zum Schauplatze konfessioneller Kämpfe werden lassen will, mit tiefer Beunruhigung erfüllt. Die Ernennung des Kardinals Prinzen Hohenlohe ist ein erfreulicher Beweis, daß die kaiserl. Regierung sich des oben erwähnten Unterschiedes bewußt und daß sie entschlossen ist, ihn festzuhalten. Der zum Botschafter ernannte Kardinal ist ein katholischer Priester, gegen dessen korrekte Stellung in der Kirche kein Zweifel besteht. Er Hai weder gegen die Proklamirung des Un- fehlbarkeits-Dogma's gestimmt, noch ist er den Schritten seines Lehrer» Döllinger gefolgt. Er ist ein in den dogmatischen Anschauungen der römischen Kurie gebildeter Geistlicher. Ec ist überdies ein anerkannt gläubiger und frommer katholischer Christ. Allein was ihn von vielen seiner Standesgenossen unterscheidet, ist seine Stellung gegenüber dem Jesuitenorden. Der Kardinal Hohmlohe ist unter den Freunden der Jesuiten einer der bestgehaßten Männer, denn er hat seit seinem Eintritt in den geistlichen Stand, also seit etwa t5 Jahren, die er sowohl am Hofe des Papstes, als in seiner Eigenschaft als Kardinal in Rom zugebracht hat, sich stets von dem Alles beherrschenden Einfluß de« Jesuitenordens frei zu halten gewußt. Er ist deutsch geblieben in seinem Denken und Thun, trotz jahrelanger Anfeindungen von Seiten Derjenigen, welchen deutsches Denken und Fühlen ein Gräuel ist. Daß er dies blieb inmitten einer Umgebung, die in der Wahl ihrer Mittel gegenüber ihren Feinden nicht zu wählerisch zu sein pflegt, das zeugt von einer Nachhaltigkeit des Charakters, die wir als eine Bürgschaft annehmen, daß er auch jetzt die Interessen des Reichs unabhängig von dem verderblichen Einfluß des mächtigen Ordens zu wahren wissen wird. Die Katholiken werden in dieser Ernennung den Beweis erblicken, daß es der leitenden Macht in Deutschland ernst ist, wenn sie erklärt, gerechten Forderungen der Katholiken entsprechen und den Frieden aufrecht erhalten zu wollen. Prinz Gustav zuHohenlohe-Waldenburg-Schil- lingsfürst, geboren den 26. Febr. 1823, Kardinal-Priester, der künftige Vertreter Deutschlands beim römischen Stuhl, ist ein jüngerer Bruder des Herzogs Piktor v. Ra- tibor und des Fürsten Clodwig zu Hohenlohe (früheren königl. bayrischen Ministerpräsidenten). Der jüngste Bruder, Prinz Konstantin, ist Obersthofmeister des Kaisers von Oesterreich. Oesterreichische Monarchie. ** Wien, 26. Apr. Von den österreichisch - ungarischen Ministerien ist beschlossen worden, den von Nordamerika angeregten, in London stattfindenden Kongreß zur Berathung eines internationalen Strafkodex durch Delegirte zu beschicken. ** Wien, 27. Apr. Die „Wien. Ztg." veröffentlicht den zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland abgeschlossenen Telegraphenvertrag. * Wien, 27. Apr. Vorgestern ist der Bischof Feßler von St. Pölten plötzlich gestorben. Hr. Feßler war einer der gelehrtesten und streitfertigsten österreichischen Bischöfe. Er war der Faiseur Rauscher's bei Schaffung des berüchtigten Konkordats und Sekretär, ja man kann fast sagen die SeÄe des vatikanischen Konzils, speziell der Unfehlbar- keitsmächerei. Man hielt ihn allgemein für den eventuellen Nachfolger Rauschers in Wien. Feßler war ein geborner Vorarlberger (aus Lochau am Bodensee). -j-j- Wien, 27. Apr. Nach dm bei der hiesigen türkischen Botschaft eingegangenen Mittheilungen würde die europäische Reise des Sultans aufgegeben und würde also auch von den in Aussicht genommenen Begegnungen mit dem einen oder dem andern Souverän keine Rede seht. Milthcilungcn auS anderer Quelle fügen erklärend und erschöpfend hinzu, daß schon für die nächste Zeit die neue Thronfolge-Ordnung im osmanischen Reich zur Lösung gebracht werden soll, was allerdings dem Großherrn kaum gestatten würde, in einem so entscheidenden Augenblick seine Staaten zu verlassen. Rumänien. Bukarest, 19. Apr. Das Schwurgericht zu Buzeu, welches am 15. April die fälschlich angeklagten fünf Js- mailer Israeliten, trotzdem daß der Staatsanwalt die Anklage fallen gelassen hatte, zu drei Jahren schwerer Kerkerstrafe verurtheilt hat, hat am 17. April sämmtliche Angeklagte von Vilcow, 29 an der Zahl, welche die dortigen Israeliten schwer gemißhandelt und deren Häuser geplündert hatten, vollständig fr ei gesprochen. Ebenso wurden am 18. alle die Subjekte, welche die Judenhetze zu Kahns in Szene gesetzt hatten, durch den Spruch der Geschworenen für unschuldig erklärt. An eben diesem Tage aber haben die Generalkonsuln von Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Großbritannien, Italien, Frankreich, Griechenland und Nordamerika (der von Rußland hat sich nicht daran betheiligt') folgende Kollektivnote an die rumänische Regierung gerichtet: Die Unterzeichneten halten es für ihre Pfliibt, gemeinschaftlich und in der formellsten Weise der fürstlichen Regierung die wörtlichen Bemerkungen in Bezug auf die israelitische Frage zu wiederholen, welche derselben vorzulegcn die Mehrzahl von ihren Regierungen beauftragt worden sind. Sie könnm in erster Linie nicht umhin, ihr Erstaunen darüber auszudrücken, daß das Ergebniß der Untersuchung, welche vor mehr als zwei Jahren in dem rumänischen Bessarabien angeordnet worden, ihnen noch nicht mitgetheilt wurde, trotz der in der Note des Hrn. Ministers der auswärtigen Angelegenheiten vom 7./19. Februar enthaltenen Zusicherung. Sie haben außerdem mit großem Bedauern erfahren, daß der Assisenhof von Buzeu, nachdem er mehrere Israeliten, in Bezug auf welche das öffentliche Ministerium selbst die Klage fallen ließ, zu strengen Strafen verurtheilt, alle die Individuen freigesprochen hat, welche angeklagt waren, Erzesse und die schwersten Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung von Vilcow begangen zu haben. Die Unterzeichneten sehen in diesem zwiefachen Ur- theilsspruche ein Anzeichen der Gefahren, welchen die Israeliten in Rumänien ausgesetzt bleiben und deren Dringlichkeit bei Herannahen des Osterfestes neulich ihre gleichzeitigen Schritte bei der fürstlichen Regierung gerechtfertigt hat. Die Regierungen der Unterzeichneten werden zu -bettachten haben, ob die den Angreifern der Juden gewährte Straflosigkeit nicht der Art ist, um die Wiederholung gewaltsamer Auftritte zu begünstigen, die eines zivilisirtcn Landes unwürdig find, welches als solches allen Religionsbekenntnissen Freiheit und Sicherheit gewährleisten muß. — Bukarest, 18. April 1872. (Folgen die Unterschriften.) ! Italien. j istom, 27. Apr. In der heutigen Kammersitzung theilte Sella eine Depesche Lanza's aus Neapel folgenden Inhaltes mit: Die zwei Ortschaften San Sebastians und Massa di Somma wurden durch die ausströmende Lava fast ganz zerstört, deren Bevölkerung jedoch gerettet. Es sind viel weniger Opfer zu beklagen, als gestern gemeldet worden; im Ganzen wurden, wie man versichert, 12 Personen getödtet und ebensoviele verwundet. Die Lavamassen ergießen sich nun mehr auf Ponticelli, Cercvla, San Giorgio, Portici, das von der Bevölkerung perlasscn wurde, dann auf Dorre del Greco und Resina. Für die Bevölkerung dieser Ortschaften ist reichlich vorgesorgt worden. Das Ausströmen der Lava, welches gestern mit der Geschwindigkeit von einem Kilometer per Stunde erfolgte, hat sich seit heute Morgens verlangsamt. Die Detonationen dauern fort, aber Erdstöße werden nicht verspürt. — Der König, die Minister und- die Munizipalität von Neapel haben dem Präfekten bedeutende Geldsummen zur Unterstützung der Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Die Kammer hat den Minister aufgefordert, der Bevölkerung mit allen Mitteln zu Hilfe zu kommen. ! ** Neapel, 26. Apr. In der Nähe des Observatoriums öffnete sich heute ein neuer Krater des Vesuvs. — Der Ministerpräsident und der Minister für öffentliche Arbeiten werden hier erwartet. Neapel, 27. Apr. Die Lavaströme ergießen sich unter furchtbarem Donner in der Richtung nach Oteiano, Torre del Greco und Sebastians.' Ersteres ist vom Lavastrom fest umschlossen, letzeres von den Einwohnern geräumt und bereits gänzlich zerstört (?). S. Giorgio ist in höchster Gefahr. Neapel ist von Flüchtigen überfüllt. Kurze Erdstöße werden verspürt. ** Neapel, 27. Apr. Der Vesuv wirst aus mehreren Schlünden Feuer aus. Die Lava ergießt sich nach verschiedenen Richtungen. Die Bevölkerung der benachbarten Orte flüchtet. Es herrscht die größte Bestürzung. Teano Scalo, 27. Apr. Durch den Vesuv-Ausbruch, den heftigsten dieses Jahrhunderts, wurde Sebastians gänzlich, Torre del Greco theilweise vernichtet. Direktor Seidler von der Anglo-Bank, Moriz Seidler, Or. Kolisch und Or. Josef Kratky waren die Letzten, welche das Observatorium am Vesuv glücklich verließen. Viele Menschenopfer sind zu beklagen. Die Eruption dauert fort. Frankreich. Paris, 26. Apr. (Köln. Ztg.) Hr. Thiers machte heute, da das Wetter äußerst milde ist, seine erste Ausfahrt um 4 Uhr nach Trianon und dem Lager Roquencourt. Nächsten Montag soll der Präsident nach der Ex-Haupt- stadt kommen, um den Parisern den Beweis zu liefern, daß er wieder vollständig gesund sei. Er wird das Oonservs- toirv lles Krts et Getiers und einig: Schulen besuchen und Jules Simon ihn begleiten. Thiers ist fortwährend sehr besorgt wegen der bonapartistischen Umtriebe, zumal er glaubt, daß gewisse Mächte dieselbe unterstützen. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß er alle bonapartistischen Elemente aus der Diplomatie ausmerzen will. Die Mitglieder der französischen Gesandtschaften gelten in ihrer ' großen Mehrheit den Bonapartes noch vollständig ergeben und als die eifrigsten Verbreiter der Idee, daß Frankreich doch wieder auf die kaiserliche Dynastie zurückkommen müsse. ! We sehr Hr. Thiers xon diesem Gegenstände in Anspruch ! genommen ist, -geht daraus hetHor, Paß er in seinem Or- ^ gan, dem „Bien public", über den „Bonapartismus" wieder einen Artikel veröffentlicht, worin darznthun gesucht wird, daß derselbe weder auf die Sympathie Frankreichs, noch auf die des Auslandes zählen könne. Was letzteres i anbelangt, so meint er: „Wer kann mit einer imperialisti- ! scheu Restauration sympathisiren? Deutschland wird es nicht ! sein, da es vor Allem bezahlt sein will. Noch weniger ! Rußland, das ganz Frankreich, mit Ausnahme des Kaiser- j reichs, liebt, das ihm Sebastopol genommen. Noch weniger j England, welches, allen Unglücklichen geöffnet, gleiche Ach- - tung für Napoleon 10 wie für die Orleans hat. Italien - kann es auch nicht sein, welches die Rückkehr des Kaiser- . reichs begünstigen und vergessen wird, daß es, nachdem > es ihm die Thore von Mailand geöffnet hat, ihm die von i Rom so lange verschlossen hielt." — In Chiselhurst ! haben sich wegen der Wahl eines Deputirten auf Cor- i sica Schwierigkeiten erhoben. Obgleich bis jetzt der Tag, - an welchem dieselbe stattfinden wird, noch nicht festgesetzt ! ist, so hat der Exkaiser doch schon seinen Kandidaten ge- ! wählt, nämlich CH. Abbatucci. Der Prinz Napoleon, der ! sich gegenwärtig in England befindet, protestirt nun gegen ! diese Wahl, da er selbst als Kandidat auftreten will. — j Der Pater Hyacinthe ist in Paris angekommen. Derselbe ! wird bei Mchaud, dem Haupt der Pariser Altkatholiken, ! predigen. — In Tours haben die Porzellanarbeiter und ! in Cognac die Maurer den Strike erklärt. — Nach den ! letzten Berichten aus Teheran ist in der Umgegend die- - ser Stadt die Hungersnoth in der Abnahme. Die ansteckenden Fieber sind fast ganz verschwunden. — In einer Sitzung der republikanischen Linken erstatteten die Mitglieder Bericht über den Stand der Dinge in den Provinzen. Hier kam auch auf das Elsaß die Sprache. Hr. Georges, Abg. der Vogesen, war dort und hat sich überzeugt, daß die Bewohner dieses Landes, wenn auch nicht der That- sache nach, doch zum wenigsten im Herzen Franzosen bleiben wollen. Sie widerstehen so viel als möglich dem System der Verdeutschung, das die Preußen anwenden. Die republikanische Idee gewinnt an Terrain. Die Elsässer sind überzeugt, daß die Republik sie allein wieder zu Franzosen machen kann. Sie wünschen lebhaft, daß die Stadt Belfort auf ernstliche Weise als Kopf der Vertheidigungs- linie Frankreichs hergestellt werde. ^ Paris, 27.Apr. Die republikanische Linke hielt dieser Tage eine Parteiversammlung, in der die aus der Provinz zurückgekehrten Abgeordneten sich ihre Eindrücke mittheilten. Man konstatirte gewohntermaßen die Fortschritte, welche das republikanische Prinzip im Lande gemacht habe, wie es in den Städten vollkommen befestigt sei und sich auch bei der Landbevölkerung mehr und mehr einbürgere, obgleich sich dort bisher das Vertrauen nicht eigentlich der herrschenden Staatsform, sondern vorwiegend der Persönlichkeit, in welcher dieselbe sich verkörpert, dem Hm. Thiers zuwende. In einigen Departements, z. B. im Puy de Dröme, in dem Loire und Dröme, in Ober-Savoyen und den Nieder-Pyrenäen, endlich in der Dordogne habe der Bonapartismus noch zahlreiche Anhänger, was die Abgeordneten hauptsächlich dem Verbleiben kaiserlich gesinnter Präfekten und sonstiger Beamten im Amte zuschreiben; in dem wichtigen und republikanisch gesinnten Loire-Departement walte ein, wie es scheint, orleanistisch, aber hauptsächlich anti-republikanisch gesinnter Präfekt, der es ruhig geschehen lasse, daß zwei Li- nienrcgimenter, die ehedem der kaiserl. Garde angehörten, sich in bonapartistischen Kundgebungen ergingen. Die Le- gitimisten seien vollkommen in Mißkredit gerathen und zählten einen großen Anhang nur noch im Gard-Departe- ment; in der Garonne seien die Bourgeoisie und der Handel orleanistisch gesinnt, deßgleichen in der Meurthe, während sich im Nord Orleanisten und Republikaner etwa die Wage hielten. Die Versammlung beschloß, das Protokoll über diese verschiedenen Berichte dem Minister des Innern zur Information mitzutheilen. Hr. Foucher de Car eil, zur Zeit Präfekt der Cöte du Nord, ist dem Vernehmen nach zum Präfekten von Versailles ernannt worden. — Graf d'Harcourt, welchem Hr. Thiers, da er in Rom etwas zu viel katholischen Eifer entwickelte, den Londoner Bothschafterposten antrug, hat diesen unter dem Vorwände, daß er seinen freihändlerischen Ueberzeugungen nicht untreu werden könne, abgelehnt. — Die Kommission zur Prüfung des Postvertrages mit Deutschland hat gestern den Finanzminister v. Goulard und den Generalsekretär Dufrayer vernommen und beschlossen, für ihre definitive Zustimmung noch die Erklärungen des Ministers des Auswärtigen abzuwarten. Die „Republ. Fr." schickt heute nach dem Vorgänge anderer Blätter ihren Abonnenten einen Bogen zur Sammlung von Unterschriften für die Petition zu Gunsten des unentgeltlichen obligatorischen Unterrichts durch Laien. Bei dieser Gelegenheit tbeilt sie mit, daß die Anzahl der bisher durch die Ligue de l'Enseignement erzielten Unterschriften mehr als eine Million beträgt. Dabei ist das Departement der Ardennen mit 25,000, Gard mit 20,000, Rhone und Saöne et Loire mit 25,000 und im Departement Doubs das Arrondissement von Montbeliard allein mit 10,000 Unterschriften brtheiligt. Lk Paris, 27. Apr. Briefe aus Havre melden, daß die dortige Munizipalität über die in Folge der Interpellation Raoul Duval's abgegebenen Erklärungen des Ministers des Innern sehr verstimmt sei. Man spricht selbst von einer formellen Protestation des Maires und der Adjunkten gegen die Entstellung der Thatsachcn durch den Minister, wie den behaupteten Antheil, den der Maire an der Organisirung des Bankettes genommen hätte. Das 1. Armeekorps unter dem Kommando des Generals v. Montaudon führte Heute große Manöver in der - Gegend von Chatillon aus, zusammen mir der Kavallerie- djvision von Versailles und der leichten Kavallerie- abtheiluyg des Lagers von Roquencourt. Zwei Regimenter Kürassiere, zwei Regimenter Dragoner und mehrere Artilleriebatterien, die dazu auszogen, defilirten heute Morgen vor den Fenstern des Präsidentschafts-Hotels in Versailles. Graf Arnim wird morgen oder Montag in Versailles erwartet. Die Gräfin ist vorgestern in Paris angekoiu- men. — Trotz der Behauptungen der legitimistischen Blätter scheint der Prätendent Don Carlos die spanische Grenze noch nicht überschritten zu haben. 'Die französische Regierung wenigstens, die seinen Aufenthalt kennt, glaubt dessen gewiß zu sein. — Albert Grewy, bisher Vizepräsident der republikanischen Linken, wun»e gestern zum Präsidenten derselben erwählt. ""Versailles, 27..Apr. Die Nationalversammlung ging in ihrer heutigen Sitzung über die'Jitterpelkärion Jaü? bert'S, betr. die Verpflichtung für Ausländer, zum Aufenthalte in Frankreich Erlaubnißscheine nehmen zu müssen, zur Tagesordnung über. Millaud, der Deputirte für Lyon, interpeüirte die Regierung über die dort stattgefundenen Verhaftungen. Der Minister des Innern antwortete, die Verhaftungen seien die Resultate der geregelten Tätigkeit der Justiz und würden dazu beitragen, die Gemüther zu beruhigen, va sie von dem wachsamen Auge der Behörden Zeugniß ablegten. Dieser Zwischenfall war hiermit beendigt. Spanien. Madrid, 28. Apr. Der karlistische Aufstand kon- zentrirt sich in Navarra, Guipuzcoa und Biscaya. Me anderen Provinzen sind ruhig. Die Insurgenten besitzen keinen einzigen wichtigen Punkt; sie halten sich bis jetzt in den Gebirgen und kein ernstlicher Zusammenstoß hat stattgefunden. Serrano ist gegen sie abgesendet, weil er das Land gut kennt, damit er die Aktion gegen sie beschleunige, bevor sie sich konzentriren können. Die spanische Eisenbahn ist bei Zumarraga abgebrochen; die spanischen Zeitungen und Briefe sind nicht angekommen; an den Grenzen findet eine strenge Bewachung statt. ** Madrid, 26. Apr. Die Karlistenbanden in Biscaya haben sich vermehrt; der Herd des Aufruhrs scheint jedoch Navarra zu sein. Die telegraphische Verbindung zwischen Pampelona und Alsasuä ist noch gestört, und es verlautet gerüchtweise, daß die Station der Nordbahn in Alsasua gestern von den Karlisten angegriffen wurde, daß letztere aber zurückgeschlagen worden sind. In der Provinz Valladolid wurden zwei Karlistenbanden in die Flucht geschlagen. Amerika. » Reu-Aork, 26. Apr. Die „Neu-Aork Tribüne" kündigt mit Bedauern an, daß die Angabe, die Ver. Staaten hätten ihre Position betreffs der Alabama-Frage bereits aufgegeben, wohl begründet sei. Staatssekretär Fish habe in einer Depesche an den amerikanischen Gesandten in London seinem Bedauern über das Mißverständniß Ausdruck gegeben, und gesagt, daß die Forderungen für die indirekten Verluste in der amerikanischen Denkschrift aufgestellt worden seien, weil Amerika geglaubt habe, kraft des Washingtoner Vertrages zu deren Aufstellung berechtigt zu sein. Die Denkschrift könne jetzt nicht mehr geändert oder zurückgezogen werden, weil der Washingtoner Vertrag nichts über eine Amendirung der Denkschrift bestimme, mit Ausnahme der Replik; aber Amerika erwarte und wünsche keine Entschädigung für diese indirekten Ansprüche und hoffe, daß die englische Regierung Angesichts dieser freundschaftlichen Stimmung das Schiedsgericht seinen Weg gehen lasse. Die „Neu- Aork Tribüne" fügt hinzu, eine solche Lösung würde für Gladstone und Granville höchst befriedigend und ehrenvoll sein, wenn aber das Volk der Ver. Staaten sie in diesem Lichte ansehe, so müsse dessen Charakter sich in den letzten Jahren sehr geändert haben. Badische Chronik. Bei der Reichstags-Wahl im 14. Wahlkreise fielen im Amtsbezirke Wertheim 1811 Stimmen auf Or. Herth, 1179 auf Or. Schulz; in den übrigen fünf Bezirken ist das Stimmenverhältniß 6438 für Or. Herth, 7514 für vr. Schulz. Gesammtergebniß somit: Or. Schulz mit 8693 Stimmen gewählt gegen 8249 Stimmen, welche auf Or. Herth fielen. Heidelberg, 27. Apr. Der .Heid. Ztg." zufolge werden sich als Vertreter der hiesigen Universidät zur Einweihungsfeier nach Straßburg begeben: der zeitige Prorektor, Geh. Rath Renaud, für den erkrankten Dekan der theyl. Fakultät Prof. Holtzmann, für den Dekan der jurist. Fakultät Geh. Rath Bluntschli, und die Dekane der beiden andern Fakultäten, die Professoren Delffs und Stark. I Mannheim, 27. Apr. In Fortsetzung ihres Leitartikels, .Zur Klärung. Wo stehen wird" schreibt die .Bad. Korrespondenz": .Jetzt stehen wir aus festem Boden, Dank dem gnaden- vollen Jahr 1870, welches uns den Kaiser gebracht hat und das Reich. Aber in allem Glanz des Tagesanbruchs deutscher Herrlichkeit wollen wir der Nacht nicht vergessen, die ihm voranging, ihrer Sorgen und ihrer Mühe. .In der bekannten Parabel Rückert'S hängt ein Mann in Todesgefahr zwischen einem wüthenden Kamee! und ejnem Krokodil an einem Strauche, besten Wurzeln von Mäusen benagt werden. Die Lage Deutschlands vor 1370 war kaum weniger unbehaglich. Die Ultra- montanen und Franzosen mögen unter sich entscheiden, wer von ihnen das Kamee! und wer das Krokodil war, die Thiere, welche die Wurzel unserer Hoffnung benagten, wollen wir mit dem alten und neue« Namen des reich-feindlichen Partikularismus, wir wollen sie mit dem Namen der Welfen belegen, mögen sie mit der weißen Kokarde der Legitimität erscheinen «der in den reihen Lumpen der Sonncmann'- jchcn Deviekcllne. .Von diesen Feinden Hai uns da« Jahr 1870 besrcii, aber sie sind uicht :odt, sie waren nur belaubt und sie beleben sich allmäliz wieder zu ihrem früheren Thun, daran gemahnt uns die Rüstung der Fran- zesen, das bissige Knurren der demokratischen Welfenprefse in Frankst und Mannheim, daran mahnt uns vor Allem die haßvolle Geschäftigkeit der Ultramontanen. .Gegen diest letzte Gefahr müssen wir uns zumeist wenden, denn sie trifft den L.'oensnerv der deutschen Einheit. Wir haben von dem zerrissenen Leibe unseres Volkes erfahren, welche Wunden der Glaubenshader schlägt, und es ist dringend zu wünschen, daß keine Religionspartei dies je ans den Augen verliere. Als die Reformation den neuen Glauben brachte, da war es ein Gebot der geschichtlichen Noth- Tendigkeit, daß zwischen diesem und dem als«; Glauben der Krieg losbrach, und es wäre ungerecht, in diesem Kampfe dem Eine» alles Recht und dem Andern alle Schuld zuzuschieben. Der letzte furchtbare Austrag der auseinandergehenden religiösen Meinungen, der dreißigjährige Krieg, bedeckte den Boden Deutschlands mit Ruinen und Leichen, aber er hat doch ein Gut geboren, kraft dessen das deutsche Volk zu neuem Leben,kam, den Religionsfrieden. Das Blut und das Leiden unseres Volkes haben der Menschheit die köstliche Einsicht verschafft, daß Menschen verschiedenen Glaubens in demselben Staat friedlich neben einander zu leben vermögen, daß die von dem geistigen Fortschritt überwundene Glaubenseinheit zum Bestand der menschlichen Gesellschaft nicht mehr nothwendig ist, ja daß der Glaube an innerem Werthe gewinnt, wenn er auf dem Boden der Gewissensfreiheit gewachsen ist. Aus dem Samenkorn der Freiheit, welches der westphä- lische Frieden in den deutschen Boden gelegt hat, erwuchs ein Geist der Duldung und der religiösen Verträglichkeit, an dessen milden und warmen Hauch wir Alle noch mit Sehnsucht gedenken, deren Jugendpfad sein Wehen gespürt hat, aber wir fühlen auch mit Schmerzen, daß dies anders geworden ist. .Es war im Jahre 1850, als die Jrrgänge der Reaktion die J-- suitemnisstonen in'S Land führten, in dem blöden Glauben des Polizeistaate-, mit ber Kirche die Frühest bändigen und dann beide meistern zu können. Damals, stand noD der ganze badische Klerus auf eine verschwindende Minderheit mitten in dem Leben des Staaies und mitten in der Gesellschaft mit jener wessenbergischen Freundlichkeit der Gesinnung für die Schule und für alle andern rein menschlichen Zwecke und Aufgaben, ja auch mit jenem Zuge lebensfroher Geselligkeit, mit welchem bei uns Süddeutschen der Mann erst ganz im Volke aufgeh:. In nicht ganz 20 Jahren ist dieser Klerus dem Staate fremd, wo nicht feindselig geworden; wir sehen ihn an die Ausgaben der Gesellschaft heranlreten nicht mit weltbürgerlichen Gesichtspunkten christlicher Gesinnung, sondern mit den tendenziösen Absichten der Kirche und auch seine Geselligkeit ist ausschließlich und in den katholischen Kafino's uns Gesellmvereinen ganz und gar tendenziös geworden. .Aber auch in dem Volke haben sich die konfessionellen Gegensätze > mehr und mehr ausgeprägt; man fragt sich vielfach nicht mehr, ob ! man ein guter Deutscher, sondern ob man katholisch oder protestantisch ^ sei, und richtet sich darnach in der Familie, in der Gemejizde, im ! Staate, ja selbst in der Geselligkeit. ! .Wir sehen in diesen bedauerlichen Wandlungen in Priester- und ! Laienstand eine bedenkliche Frucht jener von der Reaktion impörtirten ^ Jesuilenmisfionen, und wir überlasten es gern den demokratischen Be- ! wunderem des frommen Ordens, unter der Maske der Freiheit beifallklatschend zuzuschauen, wie der finstere Dämon des GlaubensfanalismuS ! großgezogen wird, um schließlich verheerend in den jetzt so gesegneten i Gauen unseres Landes loszubrechen. Wir sind vielmehr so frei, diesen ! Pfahl aus dem Fleische unseres Volkes zu ziehen, und damit nicht blos i dieses, sondern auch den Klerus von der Herrschaft und dem vergif- ! tenden Einfluß des Jesuitenordens zu befreien. .Der eingestandenc Lebenszweck dieses Ordens ist die Weltherrschaft des päpstlichen Absolutismus und die Niederwerfung jeder davon abweichenden religiösen Meinung; damit ist ihm für Deutschland als Lebenszweck die Anfachung des Glaubenskrieges gesetzt, c« wird damit nicht allein der mit dem Herzblute der Väter erkaufte religiöse Friede in Frage gestellt, sondern auch die mit dem Herzblute unserer Söhne erworbene Sicherheit des deutschen Boden». Dieser Gefahr gegenüber fühlen wir uns nicht kühl genug, unter scheinheiligen Freiheitsphrasen die Hände in den Schoeß zu legm. Wir wünschen nicht blos für die Freiheit, wir wünschen auch sür Deutschland zu handeln, und wir haben daher vorliegenden Falls wachsam und kräftig einzustehen sür die Erhaltung jener theuersten Güter unseres Volkes." Mannheim, 27. Apr. (Mnnh. J.) Bei der heutigen Abstimmung über die Frage: .Ob für die evangelisch-protestantischen kirchlichen Stiftungen ein besonderer Stiflungsralh bestellt werden sollte", sind 250 Mitglieder der Gemeinde erschienen, welche diese Frage sämmtlich bejahte». — In Buchen hat man es diesmal an keiner Mühe fehlen lassen, um bei dem Wahlgeschäft die Geister in die rechte Bahn zu leiten. Zur Unterstützung diente der Umstand, daß der von nationalliberaler Seite vorgeschlageue Kandidat, Hr. vr. H ert h, bekanntlich eine landwirthschaftliche Notabilität nicht bloS Badens, sondern des Reichs, ein geborener Buchener und Jedermann in Stadt und Land persönlich bekannt ist. Bei einer Wählerversammlung schlug Bürgermeister Schmitt den ausgezeichneten Landsmann zum Kandidaten vor und die Versammlung erNSrte sich allgemein damit eioverstanden. Auch das Lokalblatt, der „Buchener Anzeiger", hat während der Wahlagitation das Seinige gethan. Auch blieb der Sieg, und zwar ein glänzender Sieg nicht aus. In Folge dessen schreibt das genannte Blatt: »DaS ist ein Ehrentag für die Bürger unserer Stabt, welche bewiesen haben, daß die Stadt Buchen nicht zu jenen berüchtigten Städten gehört, die als Domäne der jchwarzen Partei im ganzen Lande, gelten unh j deßhalb ' verachtet "find. Der Fortschritt hat sich gestern mit Macht Bahn gebrochen und die Einwohner Buchen» haben durch ihre Wahl die Ehre und das Ansehen ihrer Vaterstadt gerettet." Vermischte Nachrichten. — K «lmar, 24. Apr. Dem .Niederrh. Kur." wird, berichtet: Durch das Gespräch der Leute aufmerksam gemacht, daß ein hier in der Nähe wohnender Gutsbesitzer seine ungefähr 40 Jahre alte Frau, die an einer nervösm Krankheit leide, in einer Art Keller eingesperrt habe, begab sich der Adjunkt des Maire« in die Wohnung dieses Mannes, um zu erfahren, ob da« Gerücht begründet sei. Der Mann war abwesend, die Tochter desselben jedoch führte den Adjunkten auf seinen Befehl, ihm ihre Mutter zu zeigen, in ein im Erdgeschoß de» Hauses gelegene« verscklossene» kleines Zimmer. Dasselbe war nur durch ein Fenster erhellt, dessen Glas durch zerrissene Papierstücke ersetzt, war. Ganz im Hintergrund Le» Raumes befand sich nebst allerlei allen Sachen ein schlechte« Beit, auf welchem d-ie Frau siöstelnd lag. Sie war barhäuptig, hatte die Beine an ihren außerordentlich mageren Körper gezogen, und war nur mit einem Hemde und einer alten Männerjacke bedeckt. Auf die mit großem Wohlwollen an sie gerichteten Fragen erklärte die Unglückliche, daß sie krank sei, seitdem sie Zwillinge geboren (ander» konnte sie den Zeitpunkt nicht angeben) und daß ihr Mann sie verlassen, nachdem sie ihm ihr Befitzlhum geschenkt. .Jip>. ständigst bar sie um Hilfe von der Behörde, die ihr der Adjunkt Mch' zuficherte. ** Ludwigshafen, 27. Apr. Die Generalversammlung der pfälzischen Bahnen genehmigte den Geschäftsbericht der Direktion, erhob keinen Einspruch gegen die Jahresrechnungen pro 1871 und setzte folgende Dividenden fest; Für die Ludwigsbahn 38"/,, die Marbahn 18'/., Nordbahn (Nnrsiaök-PsirHeiin-Lanbstuhl-KUsel 13-/„ Alsenzhahn (für 7'/, Monates . H-/, fl.' pro Aktie, einschließlich des PräzipuumS bei der Ludwigsbahtt mit LS, bei der Marbahn mit 5 fl. Die statutenmäßig ausscheidendc« Mitglieder de« VeryraltungSrathrs Achille Andreae, Joseph Benzino, Scligmann, Ladcnburg und Karl Ludwig Golfen wurden wieder gewählt. An Stelle des verstorbenen Mitgliedes Löw wurde RegierungSralch MeruhhKqiserslaulern) gewählt. — Au« Bacherach, 25. Apr», sendet ^General v. Göben der Redaktion der »Köln. Ztg." folgende Berichtigung: „Der geehrten Redakiion beehre ich mich, Angesichts der auch in die „Kölnische Zeitung" aufgenommenen kleinen Erzählung über meine intimen Beziehungen zu dem General Faidherbe ganz ergebenst mitzutheilen, daß ich zu meinem Bedauern bisher nicht die Ehre gehabt Hab«, die persönliche Bekanntschaft dieses Generals zu machen. Die Freundschaft in Spanien, die Besuche in Amiens — beide find gleichermaßen Phantasiegebilde. Mit ausgezeichneter Hochachtung — v. Goeben." — Kiel, 26. Apr. Die »Kiel. Ztg." schreibt: Wir haben gestern eines bestimmt austretenden Gerüchts über die Freisprechung de« Kadetten R. Erwähnung gethan, welche«, wie wir heute aus guter Quelle erfahren, der Begründung entbehrt. Aus dem Umstande, daß nach Fällung des kriegsgerichtlichen Urtheils, welche am 22. d. M. stattgefunden hat, dem Kadetten Reinhardt gestattet ist, frei umher zu gehen, mag die Bermuthung auf gänzliche Freisprechung desselben entstanden sein. Es ist aber zu bedenken, daß die Ur- theile des Kriegsgerichts bis zu ihrer Publikation streng geheim gehalten werden und daß dasselbe in diesem Falle erst im zweiten Drittel des Monats Mai bekannt werden kann. Sobald das Urtheil publizirt ist, wird auch die Veröffentlichung de« Thatbestandes möglich sein, aus der das Publikum dann endlich und hoffentlich klar wird erkennen können, wie diese unglückselige Geschichte zusammenhängt. Abnahme der Insurrektion. Mehrere Banden wurden geschlagen, andere unterworfen. .Serrano kam gestern in Toledo an. ... 's Ba-onnes 27. Apr. Die'spanische'Eisenbahn rstz bis Zuvarraga unterbrochen. Die spanischen Zeitungen sind ausgeblieben. Die Grenze wird streng überwacht. Hs Konstantinopel, 28. Apr. Das amtliche Blatt veröffentlicht den Wortlaut des zwischen der kaiserl. Regierung und dem Bankier Baron Hirsch übers den Eisenbahn» bau abgeschlossenen Präliminarvertrags. Danach wird der frühere Vertrag, hinfällig, die bereits angefangenen Bahnbauten in der Länge Don 1200 Kilometern müssen von Hirsch 'in zwei Jahren vollendet sein. Die Bergwerke, Wal- wMK, der GeMch^ft M tzMchWg uberlassen find, muffen sofort der Regierung zurüSgegeben w«ck>en. Die - Gesellschaft hat während dieser zwei Jahre die zum Betriebe des Dienstes, zur Verzinsung und zur Amor- tifirung erforderlichen Summen zur Verfügung zü stellen: Nach Ablauf der zwei Jahre fällt der Aufwand für den Betrieb der Regierung allein zur Last. Die fertigen 1200 Kilometer werden von der Regierung nach dem in dem früheren Vertrage festgesetzten Preise bezahlt. Der Zeitraum des Betriebs wird. .auf» M> Jahre herabgesetzt. Die Gesellschaft zahlt der Regierung stuf die Ausbeutung der Bahn 8000 Frcs. per- Kilometer und wird ihr eine Garantie von jährlich 6'/r Millionen Fr. zur Verfügung gestellt. Die hierauf schon gezahlten Summen sollen zurückgegeben werden. -s London, 29. Äpr. Einer Depesche der „Times" aus Philadelphia zufolge sind die Aussichten für die Beseitigung der indirekten Schadenansprüche bei dem fortwährenden Bemühen einflußreicher, der Regierung nahestehender Amerikaner günstig. Frankfurter Kurszettel vom 29. April. Lraarspapiere. Fachschrift. B Berlin, 28. Apr. Dem deutschen Bundesrathe ist neuerdings ein Gesetzentwurf xorgelegt, welcher die Einführung des BunheKgesetzßch übpp dip.ttyvatxschtliche Stellung. der Er,werbs- und WirtchfchcchtKgenosfeilsch a f t e n in Elsaß-Lothringen, bezweckt. Die Vorlage bestimmt) den 1. August 1872 als Ginsührungstermin. -j-s Rom, 27. Apr., Abends. Nach aus Portici einge- langten zuverlässigen Nachrichten sind die Lava ströme, welche Resina und Portici bedrohen, ziemlich zum Stillstand gekommen und die Eruption überhaupt im Abnehmen. Nur Ponticelli ist noch bedroht. -j-s Neapel, 27. Apr. Der Lauf der Lava ströme erstreckt sich bei Torre del Greco bis auf 5 Kilometer östlich von diesem Orte. Neapel, 27. Apr. Die Eruptions-Erscheinungen sind weniger beunruhigend. Der Lavastrom, der sich gegen Resina ergoß, ist erloschen. Ein Theil von San Sebastians ist zerstört. Die Detonationen lassen nach. j-j- Neapel, 28. Apr., Morgens. In der Umgebung des- Vesuv fällt seit heute früh ein starker Aschenregen; dir Horizont ist völlig dunkel; das unterirdische Getöse des Vesuvs läßt sich weithin vernehmen. s-s Neapel, 28. Apr., Vormittags 10 Uhr. Der heftige Aschenregen, welcher seit heute ftüh die Luft verfinsterte, hat nachgelassen; der Himmel fängt an sich aufznklären. -s-j- Neapel, 28. Apr., Nachmittags 2 Uhr. Die Lav a- ströme sind jetzt vollständig! zum Stillstand gekommen. Das unterirdische Getöse hat nachgelassen. In der Richtung ans Torcigno hat sich ein neuer Elfter geöffnet. 7 Neapel, 28. Apr., 6 Uhr Abends. Der Himmel hat sich von neuem verdunkelt. Der Aschenregen hat wieder begonnen; derselbe erstreckt sich bis Caserta hin. -s-s Neapel, 28. Apr., früh. Die hiesigen Zeitungen bringen über die durch den Ausbruch des Vesuvs verursachten Herstörungen nähere Nachrichten. Nach denselben ist es bis jetzt unmöglich, die Zahl der Getödteten genau festzustellen. In den dem Vesuv nahe gelegenen Ortschaften hat die Verwüstung sehr große Dimensionen angenommen. Der Lavastrom änderte verschiedene Male seine Richtung. In einigen Theilen des Ortes St. Sebastians soll die Lava eine Höhe von 6 Meter erreicht haben. Die Asche, sowie brennende Schlacken sind bis Salerno und Scasati geflogen. Au letztgenanntem Orte waren die Militärbehörden genöthigt, die Pulvervorräthe unter Wasser zu setzen, um eine Explosion zu verhüten. Seitens der Zivil- und Militärbehörden wurde große Thätigkeit entfaltet, um Hilfe zu leisten und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Im ganzen Laufe des gestrigen Tages war es unmöglich, den Vesuv, welcher in eine dicke Rauchwolke gehüllt war, von hier aus wahrzunehmen. — Der König hat sich gestern Abend nach St. Sebastians begeben. Hs Paris, 28. Apr. Die Regierung beschäftigt sich, wie aus guter Quelle verlautet, mit dem Entwürfe eines Reglements in Bezug auf die Besteuerung ausländischer Werthpapiere. Dem Vernehmen nach würde diese Steuer durch das neue Gesetz erheblich vermindert werden. Madrid, 28. Apr. Offizielle Nachrichten melden eine Deutschland 5"/„BundesobUg. 100 Vr 5-/, Schatzscheine - Preußen 4'/zt/o Ovligation. 102'/, Baden 5^» Obligationen 103'/, . - ioo'/. . 4°/, . 94 . 3>/r«/°Oblig.v.1842 89'/, Bayern 5°/„ Obligationen» 100'/, . 4'///° . 99-/. . 4°/« . 95 Württemberg 5°/o Obligation. 103'/, . 4'/,"/» . 99-/, „ 4°,o . 94 Nassau 4'/,°/> Obligationen 99'/, . 4»/, . tz3-/, Sachsen 5°/g Obl. 104-/, S.-Gotha 5»/« . 102'/, Gr. Hessen 5°/, Obligation. 103-/, , 4«/o . 98-/, Oesterreich 5°/g Sildcrrmle Zins 4'/,°/« 63-/, Oesterreich 4°/g Papierrente Zins 4-/?/, 57-/8 Lurem-4°/,Obl.i. Fcs.ii28kr. 90-/8 bürg 4^/o blo. i. Tblr. «105 kr. 91'/, Rußland 5Vg Odlig. v. 1870 ^ s I2i 89-/, , 5U dto. v. 1871 89'/, Belgien l'/A, Obligation. 100'/, chweden 4'/r°/o dw i. Thlr. 95'/, Schwei; 4'/,-/o Eid. Oblig. — . 4'/,"'»Bern. SttSobl. 99-/, N.-Amerika S"/„ Bonds 1882r von 1862 95-/, , 3"/o dlo. 1885r von 1365 §6'/, . du. 1904r ('»/«.r v. 1864 94-/8 3",v Spanisch^ 28'/, Botze ftarrz. Reme 87'/, Leere . ... — Aktien und Prinrnaren. Badische Bank . Franks. Bank L 500 fl. 3"/, 116'/, 143'/, Bankverein «Thlr. 100, 40°/ «Linz. .... 188 Darmstädter Bank 467 Oest. Nationalbank . 875 Oesterr. Eredit-Aktien 345-/. Slnrtgarter Bank'Akiien 117-/. ' 4H//übayrLstb. s 200 fl. 149-/ 4'/,°/opfälz.Marbhn.500». 146-/. 4°/^udwigsh.-Berb.500fl. 2.'3'/, 4"/«HessLudwigsbahn 180'/. 3'/,°/oOberheff.Eisnb.3S0fl. 84-/, 5"/uöstr.Frz.StaalSb.i.Fr. 386-/. 5°/n , Süd.L«b.-St.-E.-A. 207-/, 5«/o. Nordwestb.-A.i.Fr. 219'/, 5°/Misab.-Eisnb.«200fl. 5°/oGaliz. Earl-Ludwigsb. 5°/»Rud.EisnbL.E.200fi. 5°/oBöhm.Weftb.-A. 200fl. 5°/oFrz.Jos.Eisnb.steuersr. 5°/,Al;öld-Fium.Eisnb. -/, 5"/aHeff.LudwigSb.Pr.i.Thlr. 10Ä 5°/oBöbm. Weftb.-Vr. i. Silb 82'/ 26'-/. 266-/. 188'/. 270-/, 189'/ 5°/Misab.B.-Pr.i.Sä'.r«. 83'/, 5°/o dto. . sm. 82-/, 5^v dtp. fteuerfr.^en^. 92'/« »l/o - . (Ncumatkk'»Skied) 91-/, s"/o Frz.-Jos.-Pri»r. fteuerft. 90'/,, 5°/oKr°nvr.Rud.Pr.v.67/68 86'/, 5°/oKronpr.RutolfPr.v.1S69 86'/, 5°/oöstr.Nordwestb.-Pr. i. S. 90- 5°/„Ung.Ostb.-Pr.i.S. 74'/, 5^ Ungar. Nordokb.-Prior. SO'/, "N Lßr.Süd.-Lomb.-Pr. i-Ic«. 50?/, K-, . . . - 85«/,. ofrr.LraalSb.-Prior. . 59'/, 3°/,Livorues.Pr., u». o, vLv/, 40'/, 5"// preuß. Bodenkredit-Eentral- Pfandbriefe 104 7-/§ New-Nork-Eity-BondS — 74 67'/. 81 O-Vg Pacific Eentral 6°/, South Missouri 5°/o Ungar.-Galiz. 219-/. Deutsche Vereinsbank 40 Oesterr.-deuische Bank Pfälzer Bank Rheinische Eredit-Bank 112 «nt»>vn«!oolr ms» Prämienanleihe». Bayr. 4°/o KrSmiM' Bai>ische.4°L . 35-fl.-Loose . . 70-/ Braunschw. 20-Thlr.-Looje 2'-/, Großh. Hessische 50-fl.-Loose 181 . . 25-fl.- . SO-/. AnSbach-Gunzenhausen.Looje 13'/. 1)3 Oestr. ^PSt'-st.-Lvofe ».1854 84-/, . 5°/üS00-st.- . v.1860 91'/, . IVOA-Lqpse von 1864 — Schwedische 10-Thlr^Lmsv 12-/, Finnländer lO-Thlr-Loosc 9 Meininger st. 7. 6'/, 3»/„ Okenburger Thlr^40-L. — Wechsrlknrsr, «old «nv Gil»er. LmsterdamlOO fl. 3°/, t-S, Berlin 60 Thlr., 4"/, ^ Bremen 50 Thlr. 3°/, 8 '/, Pistolen ...» 9.40—42 HMstd. 10-fl.Ll. . 9.53-55 Dacaten ... . 5.33—35 20-Francs-Slücke. . 9^1—22 Engl. Sovereigns »11.43—50 Russische Imperial. » 9.48—50 Dollars >n Gold . 2.25>,.-26'/, Dollarcvupcn . . » — . . NS. 4-/„ Stimmung: Anfang unbelebt, Schluß matt. Berliner Börse. 29. April. Kredit 197'/,. St«-tsba,„ ^>20, Lombarden 118. 82er Amerikaner 96'/,, Rmnänier 53-/,, 60er Loose 92. Unentschieden. Wiener Börse. 29. April. KxM133Z, StadMStn.LMi Lombarden 199'-, Papicrreute 64", NapolunSd'or 8-98'/,, Anglodankaktirn 323. Fest. '_ Verantwortlicher Redakteur: Ur-Jl Hm». Kroenlcin. Gr»-h«z»,ticheS Hvfrheater. Dienstag 30. Apr.- 2. Quartal. 59. Abonnementsvor» stellung. Das Nachtlager 1» Granada, Oper in 2 Akten, von Konradin Kreutzer Anfang ^7 Uhr. > M, K.470. Stuttgart. Der Unterzeichnete gibt W den Freunden und Verwandten des Fr ei Herrn voll Köllitz-MiM0, i U K.. württembergischen Kammerherrn, die traurige Nachricht, daß derselbe heute dahier seiner z WW am 23. d. Mts. verstorbenen Gattin, - LillLliv, -°b°«- krLvllt voll I,l«