Karlsruher Zeitung. Dienstag, 4. Jnui. Also. Vorausbezahlung: vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingeschloffen, 2 fl. 7 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 6 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. - . . > - . , . - 1872 Amtlicher Sheil. Seine Königliche Hoheit der Sroßherzog haben Sich unter dem 29. Mai d. I. allergnädigst bewogen gefunden, tzem Oberrath Veit Ettling er in Karlsruhe das Ritterkreuz Ir Klaffe Allerhöchstihres Ordens vom Zähringer LSwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grogherzsg haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, dem Großh. Ministerial- Prästdenten Franz Freiherrn vonRoggenbach die unter- thänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Königl. Kronen-Ordens Ir Klasse mit dem Emailleband des Rothen-Adler-Ordens zu ertheilen. Seine Königliche Hoheit der Äroßherzog haben Sich allergnadigst bewogen gefunden, den Nachbenannten die unterthänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der ihnen von Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Auszeichnungen zu ertheilen, und zwar: dem Großh. Oberpostrath Scheyrer, Mitglied der Direktion der Main-Neckar-Eisenbahn in Darmstadt, für den Königl. Kronen-Orden 3r Klasse am Erinnerungsbande und dem Telegraphen-Jnspektor Lambert Bern eck in Karlsruhe für den gleichen Orden 4r Klasse am Erinnerungsbande. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, dem Hofrath und Professor Or. Fritz in Freiburg die unterthänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Hessen verliehenen Ritterkreuzes Ir Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu ertheilen. Leine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, dem früheren Feldarzt des 3. Feldlazareths vom XtV. Armeekorps, Hermann Schäfer in Lörrach, die unterthänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Eisernen Kreuzes 2r Klaffe am weißen Bande zu ertheilen. Zufolge Allerhöchster Kabinets-Ordre vom 17. Mai ist Nachstehendes bestimmt worden: Von der 9. Artillerie-Brigade wird der Haupt- mann und Batterie-Chef Baron von Eynatten in die 14. Artillerie-Brigade versetzt. Von der 14. Artillerie-Brigade wird derHaupt- mann Engler zum Batterie-, resp. Kompagnie-Chef ernannt. Der Premierlieutenant von Wänker wird zum Hauptmann, und der Secondelieutenant von Ehrenberg zum Premierlieutenant befördert. Ferner wurde durch kriegsministerielle Verfügung vom 15. Mai or. der Kasernen-Jnspektor Fiedler, bisher kon- trolführender Beamter bei der Garnisons-Verwaltung in Wittenberg, in gleicher Eigenschaft zur Garnisons-Verwaltung in Konstanz versetzt. Nicht-Amtlicher Eher!. Telegramme. -s-s Rom, 31. Mai. Der neue österreichische Gesandte heim päpstlichen Stuhle, Baron Küb eck, hat dem Papste sein Beglaubigungsschreiben überreicht. — Prinz Hum- Lert ist anläßlich seines Besuchs in Berlin vom Könige Viktor Emanuel mit der Ueberr'eichung des Großkordons des Militärordens von Savoyen an den Deutschen Kaiser beauftragt. s-s Rom, 1. Juni. In der heutigen Kammersitzung wurde die Aufforderung an die Regierung gerichtet, sich für die Freigabe der noch in Frankreich befindlichen inhaftirten Römer zu verwenden. Der Minister des Auswärtigen, DiSconti-Venosta, erklärte darauf, daß er sich zwar mit der Angelegenheit weiter befassen werde, daß dieselbe indeß eine reine Rechtsfrage sei und mit der Politik nichts zu thun habe. -s Christiania, 1. Juni. Die Ministerkrisis ist beendigt. Das norwegische Amtsblatt veröffentlicht eine königliche Entschließung, welche das Entlassungsgesuch der diffentirenden Staatsräthe Broch und Irgend annimmt und die übrigen Mitglieder des Ministeriums beibehält. -s London, 31. Mai. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung die Ballotbill mit 274 gegen 216 Stimmen an. London, 2. Juni. „Observer" meldet: Der gestern stattgehabte Kabinetsrath berieth die gestern Morgen eingetroffene Washingtoner Mittheilung betreffend den Zusatz artikel zum Washingtoner Vertrag. Ueber das Resultat der Berathung liegt keine Mittheilung vor. In gutunterrichteten Kreisen wird jedoch erwartet, daß Amerika bei dem am 15. Juni zusammentretenden Schiedsgericht die tatsächliche Zurücknahme der indirekten Ansprüche gutheißen werde. Die Eiuwände Englands gegen die gegenwärtige Fassung des Zusatzartikels wären darauf gerichtet, daß die Ausschließung zukünftiger indirekter Schadenansprüche in zu ausgedehnter Weise hingestellt sei. j-s Reu-Aork, 1. Juni. Die Staatsschuld hat sich im Monat Mai d. I. um etwa 7 Millionen vermindert. — Die gestrige Rede des Senator Sumner im Senat, welche die Politik des Präsidenten Grant bezüglich der Waffenverkäufe heftig angriff, erregt großes Aufsehen in den politischen Kreisen. Nach Sumner sprach sich noch Karl Schurz in zweistündiger Rede über den Gegenstand in demselben Sinne aus. Deutschland. Karlsruhe, 3. Juni. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin haben Sich heute Nachmittag 12 Uhr 35 Min. nach Baden begeben, um bei den dort anwesenden fürstlichen Personen die empfangenen Besuche zu erwiedern, und sind am Abend hieher zurückgekehrt. Straßburg, 1. Juni. Nach dem „Niederrh. Kur." hat der Munizipalrath von Straßburg in seiner Abendsitzung vom 29. d. folgenden Protest gegen den Tadel, den der kraft Art. 264 des Dekrets vom 13. Oktober 1863 berufene französische Untersuchungsrath über die Straßburger Nationalgarde betreffs ihres Verhaltens während der Belagerung auszusprechen sich veranlaßt gefunden, einstimmig angenommen: Der Munizipalrath von Straßburg, Nachdem er von dem Gutachten des Enqueteraths über die Kapitulation von Strahburg Kenntniß genommen. Ohne sich weiter bei den in diesem Dokument in militärischer Hinsicht ausgesprochenen Erwägungen aufzuhalten, als um zu bedauern, daß Straßburg, dieses Bollwerk Frankreichs, gleich in den ersten Tagen der Invasion von dem Kaiserreich ohne Truppen und ohne ernstliche Vertheidigungsmittel im Stich gelassen wurde, In Anbetracht, daß der Enquöterath nachsichtig mit Denen, welche so schändlicher Weise ihre Pflicht, für die Vertheidigung unserer Grenzen zu sorgen, vernachlässigr haben, die Opfer dieser strafbaren Sorglosigkeit seine ganze Strenge fühlen läßt, und besonders die Haltung der Straßburger Nationalgarde während der Belagerung dieser Stadt tadelt, In Anbetracht, daß die» Urtheil sich auf Berichte stützt, welche der Munizipalrath, als gesetzlicher Vertreter der Bevölkerung, als unwahr zurückweist und welche der republikanische Präfekt von Straßburg, Hr. Valentin, wenn er vor den Enquöterath berufen worden wäre, sicherlich dementirt hätte, In Anbetracht, daß Tags nach der Schlacht von Fröschweiler die wrffentüchtige Bevölkerung, worunter eine große Anzahl früherer Militärs sich befanden, energisch und mehrmals verlangt hat, an der Vertheidigung des Platzes aktiv, Theil nehmen zu dürfen, daß jedoch diese patriotische Bewegung von den Behörden gehemmt und erstickt wurde, weil sie, obwohl mit Unrecht, absolut anarchische Manifestationen darin erblickten, Daß in der Thai die Autoritäten, genöthigt, dem Druck der öffentlichen Meinung nachzugeben, nur zu einer unvollkommenen Organisation der Nationalgarde schreiten ließen, indem sie selbst sowohl die Offiziere als die Mannschaften auswählten und sich bei dieser Wahl oft mehr durch politische Erwägungen als durch das Interesse der Vertheidigung der Festung leiten ließen, In Anbetracht, daß die Behörden der so improvifirten Nationalgarde nur 2000 Gewehre alten Modells zur Verfügung stellten (eine lächerliche Waffe, wenn sie wirklich zur Vertheidigung des Platzes benutzt werden sollte), und daß sie ferner niemals ernstlich daran gedacht haben, den Dienst, welchen diese Bürgergarde versehen sollte, zu regeln, In Anbetracht, daß trotz dieses unverdienten Mißtrauens, dem die Zivilbevölkerung von Seiten der Behörde ausgesetzt war, und worüber die Verantwortlichkeit hauptsächlich dem Administrator des Departements, dem damaligen Präfekten, Hrn. Pron, zuzuschreiben ist, niemals ein Bürger den ihm gesetzlich zugetheilten Posten verlassen hat, daß besonders die Spezialkorps, die nur aus Freiwilligen bestanden, wie PompierS, deren Zahl verdoppelt wurde, die Artilleriekompagnien, die FranctireurS und die Compagnie franche, sich bis zum letzten Augenblick dem feindlichen Feuer ausgesetzt und bei den FeuerSbrün- sten, auf den Wällen, sowie bei den Ausfällen zahlreiche, grausame Verluste erlitten haben, In Anbetracht, daß die andern Bürger, welche der Nationalgarde angehörten, freiwillig, anstatt der Garnison» die innere Polizei aufrecht erhalten haben, und daß cs absolut unwahr ist, daß sie zu irgend einer Zeit sich geweigert haben, die Dienste, wozu sie kommandirt wurden, verweigert zu haben, In Anbetracht andrerseits, daß während der ganzen 40lägigen Dauer des Bombardements viele Bewohner, Frauen sowohl als Männer, ohne Furcht vor den Geschossen, fortwährend auf den Beinen waren, um der gänzlichen Unzulänglichkeit der Intendanz dadurch abzuhelf-n, daß sie entweder zahlreiche Ambulanzen organisirtcn und Sorge dafür trugen, oder um die 10,000 Bewohner, die ohne Asyl waren, in improvifirten Zufluchtsorten unterzubringm, oder endlich um Volksküchen für all' diese Familien ohne Brod, einzurichten; daß zweifelsohne diejenigen Bürger, welche ihre militärischen Pflichten oder andere Missionen im Gemeinüneresse nicht beschäftigten, Maßregeln trafen, um ihren Besitz und den ihrer Nachbarn vor der Feuersbrunst, welche unaufhörlich alle Stadttheile bedrohte, zu retten; daß eS jedoch unbegreiflich ist, wie sie dadurch eine Art Tadel oder Vorwurf wegen Feigheit, welche ihnen der Enquöterath zu machen scheint, verdient haben, um so mehr, als sie, indem sie diese Maßregeln trafen, ihr Leben gefährdeten und cs verhinderten, daß die Stadl ein ungeheurer Feuer- heerd ward. In Anbetracht, daß alle diese Thatsachen notorisch sind und nöthi- genfalls durch authentische Dokumente und durch Zeugen, die alle» Glauben verdienen, bewiesen werden können; daß ganz besonders der so einfache und so wahre offizielle Rapport des ehrenwerthen General Uhrich über die Kapitulation von Straßburg, «dem PatrotiSmuS der Bewohner, ihrer Selbstverläugnung und ihrer nicht genug zu lobenden Ergebenheit" alle Ehre widerfahren läßt, Daß eS daher befremdend ist, daß der Enqueterath davon keine Kenntniß gehabt und daß er geglaubt habe, in einer veröffentlichten Procedurakte und ohne alle dabei inleressirte Parteien vernommen zu haben, eine Bevölkerung brandmarken zu müssen, welche während und nach der Belagerung tapfer ihre Pflicht gelhan, und welche als unglückliche Ranzion Frankreichs es nicht erwartete, daß ein französisches Ehrengericht ihren patriotischen Schmerz durch ein ebenso ungerechte« als unverdientes Verdikt erhöhen würde: Aus allen diesm Gründen protestirt der Munizipalrath im Namen der Bewohner anf's nachdrücklichste gegen das vom Enquöterath ausgesprochene Urtheil über die Haltung der Nationalgarde, und folglich über die der Civilbevölkerung und drückt den Wunsch aus, daß eine Gegenuntersnchuug eröffnet werden möge, in welcher die Aussagen aller derjenigen anzuhören wären, welche in Betreff dieses Gegenstandes genau und authentisch unterrichtet sind. Köln, 1. Juni. Die „Köln. Ztg." schreibt: Aeußerem Vernehmen zufolge hat der Gouverneur Generalleutnant v. Frankenberg den Divisionspfarrer Lünnemann heute von seinem Amte suspendirt und demselben die Kirchen- schlüffel und Kirchenbücher abnehmen lassen. Diese Maßregeln sind, wie wir hören, von dem Hrn. Gouverneur getroffen worden, weil Pfarrer Lünriemann sich auf Grund der bekannten Verfügung des Feldpropstes Namszanowski geweigert hat, den Militär-Gottesdienst in der Kirche St. Pantaleon abzuhalten. Weimar, 31. Mai. (Nat. Z) In Eisenach tagen gegenwärtig die Abgeordneten der Kirchenregierungen, welche zur d eutch-evangelisch en Kirchenkonferenz verbunden sind. Diese Konferenz verbindet auch Oesterreich mit den deutschen Staaten; der österreichische Kirchenrath ist durch ein weltliches Mitglied, Rath Schlenker, in Eisenach vertreten. Die Mehrzahl der deutschen Kirchenregierungen hat Abgeordnete entsendet, Preußen deren 8, von denen 3 (Hoffmann, Dorner und Hermes) auf die alten, 2 (Wilhelmi und Gost) auf die neuen Provinzen entfallen; Bayern ist durch Hrn. v. Harleß, Württemberg durch die HH. v. Kapff und v. Kraus vertreten. Auch unter den Abgeordneten für Sachsen, Baden, Oldenburg, Sachsen-Weimar, beide Mecklenburg, Braunschweig, die sächsischen Herzogtümer, Anhalt, Schwarzburg, Waldeck, Lübeck befinden sich Männer von bekannten Namen. In der ersten Verhandlung wurde zunächst das Präsidium gewählt, welches Hrn. Landesbischof Wilhelmi aus Wiesbaden und Hrn. Oberkonsistorialrath Hermes aus Berlin übertragen wurde, alsdann referirte Hr. Hermes über die „kirchliche Versorgung der ausgewan- derten Deutschen". ** Dresden, 1. Juni. Das „Dresden. Journ." publi- zirt eine Verordnung des Finanzministeriums, durch welche die königl. Kassenstellen zur Annahme von Reichs- Goldmünzen verpflichtet, zugleich aber auch ermächtigt werden, Zahlungen in Reichs-Goldmünzen nach deren festem Werthe zu leisten. Berlin, 1. Juni. Die „Spener. Ztg." enthält heute einen mit vieler Sachkunde geschriebenen Artikel über die Mittel des Staates gegen den Bischof vonErme- land. Nachdem im Eingang darauf hingewiesen, daß die Anerkennung des vom Papst eingesetzten Bischofs durch den Staat keine bedingungslose, vielmehr von der Erfüllung der eidlich übernommenen Verpflichtungen von Seiten der Bischöfe, wozu auch die Beobachtung der Landesgesetze gehöre, abhängig sei, heißt es dann wörtlich weiter: Die Staatsregierung wird demnach mit Fug und 'Recht dem ermc- ländischen Bischof gegenüber die ertheilte staatliche Anerkennung zurückziehen, d. h. so weit es sich um das staatliche Gebiet handelt, die Amtssperre gegen ihn verhängen können. Wenngleich dadurch dem Bischof seine bischöfliche Stellung nicht entzogen wird, derselbe vielmehr für das rein kirchliche Gebiet alle seine bischöflichen Amtshandlungen weiter zu vollziehen im Stande ist, so macht sie ihm doch alle Verfügungen für das staatliche Gebiet unmöglich und gewahrt gerade darum der Regierung eine besonders vortheilhafte Position, weil von vornherein jedem Vorwurf, sie greife durch ihre Maßregel in das innere kirchliche Gebiet ein, der Boden entzogen wird. Vergegenwärtigen wir uns die Folgen einer zu verhängenden Amtssperre, so würde der Bischof nicht mehr im Stande sein, Paro- Htalveränderungen mit irgend welchen staatlichen Wirkungen einzu» richten, d. h. die von ihm für n e u e stellen ernannten Pfarrer würden nicht mehr ZivilstandS-Akte (namentlich Trauungen) mit bürgerlicher Wirkung vornehmen können, die von ihnen geführten Kirchenbücher würden keinen öffentlichen Glauben genießen, weder ibnm noch den neu errichteten Gebäuden die staatlichen Privilegien zustehcn, end- lich hätte der Staat auch nicht die mindeste Verpflichtung, seine ere - kutivifche und gerichtliche Hilfe für die Beitreibung ihrer Gebührm und der Kosten zur Unterhaltung der neu begründeten Psarr- systeme zu gewährm. Ganz dieselben Folgen würden auch für diejenigen Pfarrer eintretcn, welche der Bischof etwa nach stattgehabter Amtssperre für schon bisher bestehende Pfarreien ernennt- Weiter brauchte der Staat alle Verfügungen, welche der Bischof hin. sichtlich der Verwaltung und Veräußerung des DiözesanguteS trifft, nicht anzuerkennen, und ebensowenig würden die Staatsbehörden in der Lage sein, dm Requisitionen des Bischofs, z. B. bei der Vollstreckung von DiSziplinarerkenntnisfen gegen Geistliche, Folge zu leisten. Endlich besitzt die Regierung auch nicht mehr die Verpflichtung, dem Bischof die staatlich ausgesetzte Dotation für die Diözese, welche nach dem diesjährigen Etat 35,080 Thlr. beträgt, auSzuzahlm, d. h. sie kann gleichzeitig mit der Amts- auch die Temporaliensperre verhängm, soweit nicht aus der Dotation etwa Besoldungen an schon vor der Zurückziehung der Anerkennung angestellte Geistliche zu zahlm find. Sicherlich sind diese Maßregeln von schwer wiegender Bedeutung, da sie dem Bischof einen wichtigen Theil der Diözesanverwallung unmöglich machen, sie sind aber wahrlich nicht zu hart für die nackt und unumwunden ausgesprochene Auflehnung desselben gegen die StaarS- gesetze. Insbesondere erscheint eS uns geboten, daß die Regierung von ihrem Recht, die Temporaliensperre auszusprechcn, Gebrauch macht, da das Land verlangen kann, daß die durch Steuern aller Unterthanen aufgebrachten Staatsgelder nicht dazu verwendet werden, eine offene Opposition gegen die Gesetze zu unterstützen. Mit der Führung der Diszipkinarunterfuchung gegen den katholischen Feldpropst Namszanowski ist, wie die „Kreuzztg." hört, der Oberauditeur Geh. Justizrath Schlitte beauftragt. Berlin, 1. Juni. (Köln. Z.) Bei den von Spanien seit dem Februar d. I. angeregten Besprechungen wegen der sozialen Frage hat namentlich Oesterreich eine Verständigung zunächst mit Preußen gewünscht. Es haben deswegen bis in die jüngste Zeit Besprechungen zwischen Berlin und Wien stattgesunden, deren Resultat noch nicht im Einzelnen bekannt ist. England hat übrigens" die spanische Depesche vom 9. Februar nicht nur in der publizirten Antwort Granville's ablehnend beantwortet, sondern auch in einigen andern vertraulichen. Spanien wurde dadurch gegen England, wie es scheint, etwas verstimmt. Bei den vertraulichen Besprechungen zwischen Oesterreich und Preußen soll es sich nicht um Repressivmaßregeln handeln, sondern um organisatorische Dinge. Wie weit das Alles in naher , oder ferner Zeit Gestalt gewinnen mag, steht dahin. Berlin, 2. Juni. Klerikale Blätter bestreiten der Staatsregierung das Recht, den Feldprobst Namszanowski von seinem priesterlichen Amte zu „suspendiren." Der Sache nach kommt dieser Einspruch auf eine Wortklauberei hinaus. Es handelt sich im vorliegenden Falle lediglich um die Ausübung der Befugnisse, welche durch das Disziplinargesetz vom Jahre 1852 den Staatsbehörden beigelegt sind, nicht aber um.Eingriffe in Rechte und Ordnungen der katholischen Kirche. Der Feldprobst ist einstweilen seiner staatlichen Amtsstellunz enthoben, wie das Vorgehen mit dem Disziplinarverfahren es mit sich bringt. Von dem Beschluß des Staatsministeriums, die Diszipli- nar-Untersuchung gegen ihn einzuleiten, hat Hr. Namszanowski in aller Form durch ein gemeinsames Schreiben des Kriegsministers und des Kultusministers Kenntniß erhalten. Das Abgeordnetenhaus ist nunmehr von seinem Präsidenten zum 6. Juni einberufen. Wahrscheinlich wird dasselbe mehrere Tage zu Sitzungen versammelt bleiben. Außer der bereits angegebenen Tagesordnung bildet die Frage wegen einer etwa viermonatlichen Vertagung des Landtags einen Hauptgegenstand der Verhandlung. Auch sind noch einige dringliche Regierungsvorlagen von nicht bedeutendem Umfang zu erwarten. Das Herrenhaus tritt am 10. d. M. zusammen. Es ist Aussicht vorhanden, daß bis dahin der Bericht seiner Kommisston über die Kreisordnung durchberathen und festgestellt sein werde. Bekanntlich geht die Mehrheit der Kommission mit einem rein negativen Votum vor. ** Königsberg, 1. Juni. Der Probst Dinder hat die Eintragung eines von dem Pfarrer Grunert getauften Kindes in das Kirchenregister verweigert. — Amtlichen Mittheilungen zufolge hat die Rinderpest in den russischen Gouvernements Lublin, Siedlce und Radom vollständig aufgehört. Oesterreichische Monarchie. -j-s Wien, 31. Mai. Die diesseitige Regierung hat dem Prof. v. Windscheidt in Heidelberg, dem derzeit unbestritten bedeutendsten Pandektisten, Anträge zur Übernahme des durch den Abgang Jhecing's nach Göttingen in Erledigung kommenden Lehrstuhls des römischen Rechts an der Universität Wien gemacht. Windscheidt hat sicherem Vernehmen nach, natürlich höflich dankend, aber bedingungslos mit umgehender Post abgelehnt. ** Wien, 31. Mai. Nach einem Bericht des „Pesti Naplo" sind in Kroatien bisher 28 Unionisten und 47 Nationale gewählt. Von den Virilstimmen dürften 4 der Nationalpartei, 23 der Regierung zufallen. Somit wäre die Majorität den Unionisten nahezu gesichert. ** Wien, 31. Mai. Prinz Luitpold von Bayern ist heute Vormittag hier eingetroffen und vom Kaiser am Bahnhose empfangen worden. Der Kronprinz Albert von Sachsen wird heute Nachmittag erwartet. ** Wien, 1. Juni. Das Leichenbegängniß der Erzherzogin Sophie fand heute unter Theilnahme der Kaiserlichen Familie, der anwesenden fremden Prinzen, der Minister, der Mitglieder des diplomatischen Korps, aller Nota- bilitäten und eines zahllosen Publikums auf die feierlichste Weise statt. -f-f Wien, 1. Juni. Während die für Südwestdeutschland in Aussicht genommenen 'neuen österreichischen Konsulate noch auf sich warten lassen, sind für die Schweiz zwei solcher Konsulate — bisher gab es nur ein Konsulat in Genf — so eben ins Leben zetteten, und zwar in Zürich und in St. Gallen. Die Handelsleute Schindler-Escher in Zürich und August Schneider in St. Gallen sind mit der Führung dieser Konsulate betraut. Der Kaiser wird, vielleicht schon in der nächsten Woche, persönlich auf dem Ueberschwcmmungsterrain in Böhmen erscheinen, und möglicherweise Hilst sein unmittelbares Eingreifen die tiefe Kluft überbrücken, die uns heute noch politisch von Böhmen trennt. Rumänien. ** Bukarest, 31. Mai. Nach hier eingegangenen zuverlässigen Nachrichten ist in den letzten Tagen in ganz Rumänien ein so ausgiebiger Regen gefallen, daß die Besorgniß einer Mißernte vollständig geschwunden ist. Italien. P Rom, 31. Mai. Die liberalen Blätter Italiens stimmen überein in dem Ausdruck der Befriedigung über den herzlichen Empfang, den das Kronprinzeupaar in Berlin gefunden hat. Als eine Probe der Sprache, die sie führen, theilen wir einige Stellen aus einem bezüglichen Artikel der „Gaz. d'Jtalia" mit: In dem Augenblick, in welchem wir diese Zeilen schreiben, befinden sich Prinz Humbert und Prinzessin Margherita schon in der Hauptstadt des neuen Deutschlands. Gleichwie der Kronprinz von Preußen der Festfcier beiwohnte, mit welcher Italien die Vermählung des Thronerben beging, so ist diesmal unser kronprinzlicheS Paar bei der Tauszeremonie der kleinen preußischen Prinzessin zugegen. Es liegt darin ein Höflichkeits- und Freundschastsaustausch, der beweist, daß die zwischen den Dynastien Savoyen und Hohenzollern bestehende Intimität eine herzliche und dauernde ist, die sich nicht geändert, vielmehr im Laufe der Zahre und der Aufeinanderfolge der Ereignisse sich befestigt hat. Unser jugendliches Fürstenpaar wird einen Hoß sehm, der ein Vorbild strenger Tugmd ist; es wird ein ernstes, sittliches, arbeitsames Volk, ein vollkommenes Heer sehm und in dem Schatten des Potsdamer Parks wird eS sich begeistern in dem erhabenen Andenkm an dm Philosophen von Sanssouci. Und diese» Andmken wird auf ihre edlen Gesinnungen einen Einfluß auSüben, der mächtig genug ist, um fernerhin jedem Konflikt zwischen dm beiden großen Nationen vorzubeugen, die sich achten und liebm, gleich dm Souveränen, welche sie beherrschen. ** Rom, 31. Mai. In der heutigen Sitzung der De - putirtenkammer wurde der Antrag Cairoli's, daß alle politischen Wahlen künftig auf Grund des allgemeinen Stimmrechts vorgenommen werden sollen, in Erwägung gezogen. Ministerpräsident Lanza behielt sich für die spätere Berathung die entschiedene Bekämpfung dieses Antrages ausdrücklich vor. G Rom, 1. Juni. Im Vatikan zeigen sich schon seit einigen Tagen Befürchtungen über den Gesundheitszustand Pius IX. Wir glauben zu wissen, daß Se. Heiligkeit auch in der letzten Nacht von sehr heftigen Schmerzen an den unteren Gelenken, verbunden mit einer Verstärkung der Geschwulst, heimgesucht wurde. Diese Symptome erregen bei den Aerzten Besorgniß, besonders rücksichtlich des hohen Alters von 80 Jahren des Kranken. Frankreich« Paris, 1.Juni. (Köln. Z.) Hr. Thiers ist entschlossen, in der Militärde batte nur über die Frage der Dienstdauer das Wort zu ergreifen, da ihm der rein theoretische Verlauf der Generaldiskussion keinen Anlaß zur Intervention geboten. In allen Detailfragen soll der Kriegsminister Namens der Regierung sprechen. Man sagt, daß die Offiziere der Armee von Paris Hrn. Thiers ersucht haben, gegen die Theorien des Obersten Denfert über den passiven Gehorsam der Soldaten zu protestiren. Der Kriegsminister ersuchte wahrscheinlich in Folge dessen den Minister des Innern, dem Obersten für seine Rede den Kolportagestempel zu verweigern, falls er dieselbe apart veröffentlichen wolle. — Man vertheilte heute einen Bericht an die Nationalversammlung, welcher den Antrag Haentjens auf Untersuchung der Kapitulation von Paris zurückweist, so wie zwei andere Rapporte, welche die Errichtung medizinischer Fakultäten in Bordeaux und Lyon empfehlen. — Der „Moniteur" versichert, daß die Schwierigkeiten wegen der Grenz ab- steckung betreffs der Gemeinden Raon-Saint-Jean und Raon-La-Pleine nächstens eine billige Lösung erhalten. ^ Paris, 1. Juni. Die Kommission Bamberger nahm gestern die Verlesung einiger partieller und Nachtragsberichte über die Kapitulation von Straßburg entgegen; desgleichen eines Schreibens deS Generals Uhrich, in welchem derselbe anzeigte, daß er dem Kriegsminister eine Denkschrift als Entgegnung auf das motivirte Gutachten des Untersuchungsraths unterbreitet habe. (S. Beil.) Die Kommission entschied — dem Wunsch des Generals entgegen —, daß sie sich mit diesem Schriftstück nicht zu befassen habe. Was nun die Veröffenüichung der Berichte über die verschiedenen Kapitulationen überhaupt betrifft, so machen sich drei verschiedene Ansichten geltend: Die HH. Pascal Duprat und Albert Grevy erklärten sich für Publikation aller Berichte ohne Ausnahme; die HH. Keller und Bamberger wollen eine Ausnahme, und zwar aus politischen Rücksichten wenigstens für die Gutachten über die Kapitulationen derjenigen Plätze gemacht sehen, welche sich zur Zeit noch in der Gewalt der Deutschen befinden; der General Chanzy, Baron Decazes und Hr. Pernolet endlich meinen, daß die Veröffentlichung des Berichtes über Sedan genügen würde, weil diese Kapitulation allein ein bedeutendes militärisches und politisches Interesse biete. Zu einer Entscheidung ist die Kommission in dieser Sitzung noch nicht gelangt. Der Pariser Schwurgerichtshof verurtheilte gestern drei Individuen, dm Fleischergesellen Bothrau, den Gärtner Do re und den Tagarbeiter Josef Maier (einen Elsässer)^ welche in der Nacht vom 9. Januar 1871, also während der Belagerung, den Pöbel von Grenelle gegen einen ehemaligen Stadtsergeanten und dessen Bruder, die harmlos ihres Weges gingen, aufgehetzt, den Elfteren mit Gewehrschüssen tödtlich verwundet und den Letzteren mit Kolben- schlügen und andern Mißhandlungen auf das llebelste zugerichtet hattm, zum Tode. Oll Paris, 2. Juni. Die Eröffnung der Lyoner Ausstellung findet hmte statt; die feierliche Inauguration aber ist bis auf den 16. Juni verschoben. Seit der letzten Rede des Herzogs von Aumale spricht man wieder viel von einer Fusion des linken und des rechten Cent rums. Dieses würde die parlamentarische Republik annehmen und der Herzog von Aumale würde sich in diese neue Vereinigung einschreiben lassen, die, wie man hofft, viele Mitglieder der gemäßigten Rechten und der republikanischen Linken anziehen würde. — Man bereitet im Justizministerium einen Gesetzentwurf zur Errichtung einer speziellen Jury für Preßvergehen vor. — Der Gemeinderath von Lyon hat in der Frage der Communalschulen die Vorschläge des Präfekten zurückgewiesen und beschlossen, den Statusquo bis zum bevorstehenden Untcrrichtsgesetz aufrecht zu erhalten. Dev Akademierath hat jedoch diesen Beschluß einstimmig kassirt und ein dem Maire gestern zugekommener Erlaß des Präfekten stellt die am 4. Sept. aufgehobenen kongreganistischen Schulen wieder her. Spanien. ** Madrid, 31. Mai. In der heutigen Kongreßsitzung wurde ein Antrag, daß keine Veranlassung vorliege, auf die Berathung des gegen das Ministerium beantragten Tadelsvotums einzugehen, angenommen. Zorilla erklärte in Folge dessen seinen Austritt aus der Deputation, welche den Antrag gestellt hatte. — In den hiesigen offiziellen Kreisen wird die Insurrektion in der Provinz BiScaya und in den baskischen Provinzen als beendet angesehen. Riederlande. Haag, 30. Mai. (Köln. Ztg.) In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer wurden die Rektifikation des Budgets der inneren Angelegenheiten für 1871 und noch einige Gesetzvorlagen von geringerer Bedeutung angenommen, darunter die Gewährung eines zeitweiligen Kredits für die Amsterdamer Kanalgesellschaft. Die Kammer hat sich dann aus unbestimmte Zeit vertagt. Sie läßt nocheine ganze Reihe von wichtigen Angelegenheiten unerledigt; da aber der Ausgang der Ministerkrisis noch gar nicht abzusehen ist, so konnte für jetzt eine regelmäßige Thätigkeit der Kammer nicht wohl forlgeführt werden. Der Gesundheitszustand des Hrn. Thorbecke ist nicht so günstig, wie die „Arnh. Cour." ihn geschildert hatte. Amerika ** Reu-Aork, 31. Mai. Gutem Vernehmen nach ist in Betreff des Zusatzartikels der Alabama-Frage Seitens Englands bis jetzt noch keine definitive Antwort eingelaufen. — Anläßlich der Strikes haben sich mehrere Meister veranlaßt gesehen, den Arbeiterassociationen die geforderte achtstündige Arbeitszeit zu bewilligen. Badisch« Ghronik. " Karlsruhe, 3. Juni. Der Verkehr mit Frachtgütern nach Stationen der böhmischen Westbahn und über dieselbe ist in Folge von Betriebsstörungen durch Hochwasser ans die Dauer von 14 Tagen eingestellt. V Karlsruhe, 2. Juni. Vor zahlreich versammeltem Publikum, unter welchem die Jugmd den nicht kleinsten Theil bildete, wurde gestern Nachmittag im Saale de» Bürgervercins der jährliche Schlußakt der Musik-Bildungsanstalt gehalten. Das reiche Programm bot vielseitige Proben der jungen Künstler und Künstlerinnen: Klavierstücke, zweihändig, vierhändig, für ein, für zwei Klaviere, wechselten ab mit Soloparthien für Violine und Cello und drei- und mehrstimmigen Gesängen, deren Vortrag durchgängig Zeugniß ablegte von den schönen Leistungen der Anstalt und natürlich von den zahlreich anwesenden Schulkameraden, Freunden und Freundinnen der Vortragenden enthusiastisch beklatscht wurde; fast nicht enden wollte der Beifall beim Vortrag eine» Violinsolo'S, in welchem ein Knabe mit überraschender Keckheit, Frische und Sicherheit den Bogen führte. Unter den Gesängen befanden sich vier dreistimmige Motive von Hrn. Konzertmeister Will, mit Tert au» der Bergpredigt, und eine Kantate auf das Johannesfest von Musikdirektor v. Radepki. Hervorzuheben ist noch ein Streichquartett von Haydn, mit dem die Aufführung begann. Der Konzertflügel wurde der Anstalt für die Schlußfeier von Hrn. Trau unentgeltlich für diesen Tag zur Verfügung gestellt. Auch Ihre König!. Hoheit die Frau Großherzogin Luise hatte die Güte, der Schlußfeier anzuwohnen. Von der Weschnitz, 30. Mai. (Frbg. Z.) Gestern kam ein Deutscher hier an, der während des letzten Kriege» bis 1. Mai d. I. in der Fremdenlegion in Afrika diente. Dieser bestätigte, daß sich keine deutschen Kriegsgefangenen mehr in Algier befinden. Die während des Krieges dorthin Verbrachten seien nur kurze Zeit dort gewesen und hätten sehr gute Verpflegung erhalten. Heidelberg, 31. Mai. (Fr. I.) Der hiesige geschäftsführende Ausschuß des deutschen Protestantenvereins hat sich hinsichtlich de« Orte», wo der diesjährige deutscheProtestantentag zu halten, nicht für Kitzingen, sondern vorläufig fürOldenburg entschieden, welches sich angelegentlich selbst darum beworben hat. Vorläufig, denn es könnten sich, ehe ein cndgiltiger Beschluß gefaßt werden muß, Dinge in Berlin ereignen, welche eS zur Nothwendigkeit machen würden, dm Protestantentag dort abzuhalten. - Heidelberg, 1. Juni. (Heid. Zig.) Unser erster Bürgermeister, Hr. H. Krausmann, feiert heute den Tag seine» dreißigjährigen Amtsjubiläums. Die Theiluahme des Gemeinderath» daran wurde durch ein musikalische» Morgcnständchen und um 11 Uhr durch eine Abordnung au denselben begangen. In ähnlicher Weise wurde des Gefeierten von Seiten der Feuerwehr und de» Theaterkcmitee'S gedacht. Mannheim, 31. Mai. (Mnnh. I ) So cbm geht un» die Nachricht zu, daß in dem benachbarten Orte Sandhofen der Rheindamm auf dem sog. WilhelmSwörth brach. Mit furchtbarer Gewalt und Schnelligkeit wälzte sich eine ungeheure Wassermasse auf die hoffnungsvoll dastehenden Fruchtselder. Fast zwei Drittel der Gemarkung, und zwar da» beste Feld, stehen unter Wasser. Die Frucht- «rnte ist somit für diese» Jahr eingeheimst. Es war ein herzzerreißender Anblick, in wenigm Minuten die Hoffnung des Landmanns verschwinden zu sehen. Der Schaden dürfte sich auf viele Tausend Gulden belaufen. n Mannheim, Ende Mai. Daß in Mannheim neben dm Angelegenheiten des Handel» und des Gewerbfleißes auch die Pflege der idealerm Güter nicht ganz vernachlässigt wird, das zeigt neben der regen Theilnahme, deren sich unsere Kunstinstitute erfreuen, das Erscheinen eines Bändchens Gedichte eines unserer Mitbürger, des Hm. P. Krauß (Mannheim, Schneider'scher Verlag). Lyrik liest sich freilich nicht so leicht, wie ein Roman oder eine Novelle; nicht Jeder hat die dazu nöthige Stimmung, namentlich in unserer ruhelos geschäftigen Zeit, doch nach dem Spruch: .Wer Vieles bringt, wird Allen Etwas bringen", wird gewiß so Mancher in diesen Gedichten verwandte Saiten anklingen hören und sich gern auf einige Zeit mit dem Dichter aus dem Getriebe des Tages in die Stille der Natur oder in die Tiefen de» menschlichen Herzen» versenken. Namentlich bürsten die mehr im Balladenton gehaltenm Sagen aus der Umgegend von Baden-Baden, die auch in Betreff der Form nach dem Ur- theil kompetenter Kunstlichter auf Mustergiltigkeit Anspruch machen können, vielen Besuchern diese» schönen Fleckchens Erde eine willkommene Gabe sein. (u) Altlußheim, 1. Juni. Der Rhein hat bei und eine solche Hohe erreicht, daß er in unserer Gemarkung den Damm an einigen Stellen zu überschreiten und zu durchbrechen drohte, indem sich der Wafferstand nur 2 Zoll unter jenen vom Jahr 1824 seststellte. Am 30., Nachts gegen 1 Uhr, rissen die anströmenden Finthen die an unserem Rheinufer befestigte Rheinmühle los und trieben solche bis gegen die Schiffbrücke bei Speier. Ein großer Theil unserer Wiesm und Felder wurde überschwemmt, und man war genökhigt, zu dem Hilferuf der Sturmglocken zu greisen. ES gelang auch den hiesigen Einwohnern unter Mitwirkung unserer Nachbargemeinde Neu- lußheim unter der tüchtigen Leitung des Hm. Dammmeisters Schreiber von hier und dessen Dienstpersonal weiteren größeren Schaden abzuwenden. Auch der Vorstand des Amtsbezirks, Hr. Oberamtmann Richard, erschien alsbald an Ort und Stelle und griff mit Rath und That ein. Der Dank an beide genannte Herren ist hier ein ganz allgemeiner; ebenso gegen unsere Nachbargemeinde Nculußheim. — Von Seiten der Universität Freiburg wurde der Beschluß gefaßt, sich bei der Frohnleichnamsprozesfion ferner nicht mehr zu betheiligen. Thatsächlich war dies schon seit vielen Jahren der Fall, insofern nämlich außer den Professoren der theologischen Fakultät kaum einer oder zwei der übrigen Dozenten an dieser kirchlichen Feier Aniheil nahmen. Durch den nunmehr gefaßten Beschluß ist auch dieser letzte Rest offizieller -Betheiligung der Universität bei der erwähnten Feier beseitigt. (Fr. I.) V Konstanz, 2. Juni. Nach der seiner Zeit erfolgten Erkom- munikation des Bürgermeisters Stromeyer weigerten sich die Pfarrämter, denselben in seiner Eigenschaft als Mitglied der Stiftungskommissionen anzuerkennen. Es erfolgte darauf die Beschlagnahme der Depvsttenkisten und deren Uebergabe an das großh. Bezirksamt. Die StistungSkommisfion der Münsterpfarrei unterwarf sich den Anordnungen. Seitdem aber sind die Mitglieder — meist durch Tod — abgegangen und deßhalb wurde jüngst vom großh.Landeskommiffär eine Neuwahl angeordnet. Das ultramontane Organ bemüht sich nun, diese Wahl als den gesetzlichen Bestimmungen widersprechend und damit für nichtig zu erklären, natürlich — vergebens, und dies mit Fug und Recht, da die hiesigen Verhältnisse eben auf einem Ausnahmsfall beruhen. Gestern erplodirte in der Herose'schen Fabrik ein Siedrohr, wodurch drei zufällig anwesende Bedienstete, ein Heizer, ein Färber und ein Schlosser, dermaßm verbrüht wurden, daß zwei derselben ihren Wunden schon erlegen sind. Der dritte schwebt noch in Lebensgefahr. Der Unglückrsall ist um so mehr zu bedauern, da die Getödteten Familien hinterlafsen. Heute kam, 350 Personen stark, der .gemischte Chor" von Zürich nach Konstanz auf Besuch und wurde am Bahnhof von der Sänger- runde Bodan empfangen. Leider war das Wetter so zweifelhaft, daß ein beabsichtigter Ausflug aus die Insel Mainau unterbleiben mußte. Die Unterhaltung findet jetzt in dem großen Saal des Kaufhauses (Konziliumsgebäude) statt. Vermischte Nachrichten L6. Straß bürg , 1. Juni. DaS „Journ. des Deb." vom 30. v. M. meldet von einer in Straßburg erfolgten Beschlagnahme des Blattes: .La Renaissance literaire et artistique". Nach eingezoge- nen Erkundigungen ist hier von einer solchen Beschlagnahme nichts bekannt. Die demnächst zur Vollendung gelangenden Telegraphenverbindungen find im Kreise Rapp oltSweil er: Die Stationen Beblenheim, Reichenweier, Gemar und Les trois bpi», wo ein vielbesuchtes Pensionat und sonst wegen der vorzüglichen Lust ein gem gewählter Aufenthalt von ständigen Gästen ist. Äußer diesen wird im nächsten Monate die Telegraphenstation Avricourt, deutscher Grenz- punkt an der Eisenbahnlinie Straßburg-Nanzig zur Eröffnung gelangen. II Der Vorstand der Kreis-Irrenanstalt von Oberbayern, vr. A. Solbrig, k. Hosrath und Univerfitätsprosessor in München, ist am 31. v. M. in dem Alter von 63 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. » Der Vorstand des katholischen Bauernvereins von SchLnfeld in Mittelftanken (Bayern) hat sich in der am 26. Mai abgehaltenen Vereinsversammlung folgendermaßen ausgesprochen: .Kaiser kann Jeder werden, und Derjenige hat die Zukunft für sich, welcher dem heil. Vater wieder zu seinem weltlichen Reiche verhilft und ihn für alle Zukunft schützt, c» ist dann ganz gleich, ob es der türkische Sultan oder ein anderer ist." — Darmftadt, 1. Juni. (Fr. I.) Die Nachrichten aus dem Ried lauten ungemein düster, und zwar, wir wir un» durch Augenschein überzeugt, mit allem Grund. Der Schaden, welchen der bei Erfelden erfolgte Dammbruch verursacht, entzieht sich zunächst aller Berechnung. Da« Wasser ist zwar heute etwa« gefallen, eine Folge der theilweism Durchstechung der Sommerdämme, bedroht jedoch einzelne Gemeinden, z.B. Stockstadt, noch fortwährend. Die Verbindung zwischen Rosengarten und WormS ist unterbrochen. * Die — wegen ihrer Gesinnung und Haltung päpstlicher Seit» bekanntlich als korrekt und Lcht katholisch anerkannte und belobte — .Genfer Korrespondenz" bringt einen Artikel über den „Eid der preußischen Bischöfe", dem wir nachfolgende Sätze entnehmen: .Nicht nur Pflicht der Bischöfe allein, sondern auch Pflicht jedes Katholikm und jedes Christen überhaupt ist eS, die Rechte der Kirche höher zu stelleil als jene de« Staates. In den Fällen, wo menschliche Leidenschaft einen Kampf heraufbeschwört, muß da« göttliche Recht voranstehen; der Kirche gehorchen, kann nimmermehr einen Akt der Felonie begründen, dmn die Rechte de« Staates find durH das göttliche Recht vorgezeichnet und werden durch die Rechte der Kirche begrenzt.... Jenen, welche die StaatSrechte zu verthei- digen glauben, indem sie deren Unvereinbarlichkeit mit der der Kirche schuldigen Treue betonen, haben wir schon oft gesagt, daß sie, weit entfernt, dem Staate zu nützen, ihn vielmehr in« Verderben stürzen. Denn in der That, die Könige oder Regierungen» welche so unglücklich wären, diese Theorien zu adoptiren und darnach zu handeln, könnten fortan weder auf Treue noch Gc- horsamauch nur eines einzigen Katholiken rechnen...... Ein böser Genius hat Preußen eingegeben, sich mit dm Subalpiner» gegen Rom zu verbünden und gleichzeitig zu versuchen, mit diesen Alliirten zweifelhaften WerthcS Frankreich zu hindern, daß eS sich von seinen Niederlagen wieder auftichte. Seither begann der Stern der preußischen Monarchie zu erbleichen (?!): Dieselbm deutschen Katholiken, dir aus Pflichttreue für das Vaterland auf den Schlachtfeldern dem Tode getrotzt haben, wissen auch, daß der Tod der Untreue gegen Gott vorzuziehen ist, und werden deßhalb aus den Werkzeugen des Fürsten Bismarck vielleicht seine gefährlichsten Gegner werden." — So das allerhöchst patentirte „katholische" Organ. Was so viele seiner Kollegen inferiorer Ordnung „ver- mimbeln und vermambeln", sagt eS mit plattester Offenheit gerade heraus. ES ist dies eine Tugend, die alle Anerkennung verdient. — Die .Chemnitzer Freie Presse" erschien am 29. Mai mit schwarzem Rande wegm des am 29. Mai v. I. erfolgten Untergangs der Pariser Commune. Der Leitartikel „Am Todestage der Commune" beginnt folgendermaßen: .Zwei Monate waren vergangen, nachdem das arbeitende Vo'k von Paris sich die Herrschaft errang, seitdem es das Banner der allgemeinen Menschenliebe aufgepflanzt rc." ' Berlin, 1. Juni. Geh. Oberreg.-Rath Stiehl, Verfasser der Regulative, hat sür die am 11. d. zusammentretende Schul- und Seminarkonserenz eine Denkschrift versaßt, die unter dem Titel: „Meine Stellung zu den drei Regulativen" dieser Tage veröffentlicht werden wird. — Berlin, 1. Juni. (Frkf. I.) Gegen den Prediger Sydow ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet und Termin auf den 6. Juni vor dem Konsistorium angesetzt, jedoch ohne Zuziehung des Angeklagten, zum Behuf der Feststellung der amtlichen Anklageschrift. * Am 1. d. M. stand Fräulein FlorenceKöchlin von Mülhausen im Elsaß, 16 Jahre alt, eine groß und schlank gewachsene Tochter des Hrn. Alfred Köchlin-Schwarz, vor dem dortigen Polizeigericht, angeklagt, vor einigen Tagen nach einigen an dem Rebgut ihres BaterS vorübergehenden Steuer- und Eisenbahn-Beamten mit Steinen geworfen zu haben. Der Versuch des Läugnens und des Alibi-Beweises mißlang, und die junge Sünderin gegen den Grundsatz von der Sicherheit der Person in einem zivilisirten Staate wurde, da eine Geldstrafe in diesem Fall nicht als angemessen erscheinen konnte — zu 1 Tage Haft und in die Kosten verurtheilt. — Paris, 31. Mai. (Köln. Ztg.) Die Ueberschwemmun- gen in Frankreich dauern noch fort. Besonders gelitten hat das Saone-Thal, welches nur noch einen großen, 4 bis 5 Kilometer breiten See bildet. Die Thäler der Mosel, der Meurthe, des Doubs und der übrigen kleinen Gewässer sind alle ausgetreten und haben das Land Stunden weit unter Wasser gesetzt. Die Rhone hat auch ziemlich große Verheerungen angerichtet. Der Loir ist ebenfalls aus seinen Ufern getreten. Der Schaden ist enorm. Menschenleben sind jedoch glücklicher Weise nicht zu beklagen. Die Seine steht nicht sehr hoch. Nachschrift. S Berlin, 2. Juni. Unter dem Vorsitz des Kriegs- ministers Grafen v. Roon vereinigte sich gestern Mittag das Staats Ministerium zu einer Berathung. Als den Hauptgegenstand derselben bezeichnet man eine Angelegenheit der Reichs-Gesetzgebung. Während früher die Meinung bestand, daß es nicht mehr angänglich sei, zur Ausführung der Beschlüsse über die Jesuiten-Petitionen noch in der jetzigen Session des Reichstages Schritte zu thun, hat neuerdings das Reichskanzler-Amt eine Vorlage in Erwägung gezogen, deren Zweck es ist, einige wichtige Punkte dieser Beschlüsse zur baldigen Ausführung zu bringen. In Betreff der ganzen Sache wird zunächst das Votum des preußischen Staatsministeriums eingeholt. ff Berlin, 4. Juni. Ein Anschlag an den Säulen meldet: „Die auf den 4. d. M. einberufene Generalversammlung aller Gewerbe und Gewerke zur Berathung eines Generalschiedsgerichts ist im Einverständniß mit dem Magistrat auf unbestimmte Zeit vertagt worden." ü München, 3. Juni. Der Minister des Auswärtigen, Graf Hegnenberg, ist gestern Abend 6 Uhr gestorben. ff München, 3. Juni. Die Universität München hat laut Senatsbeschluß vom 31. v. M. erklärt, daß sie auf die für das Gründungsfest in das Budget eingestellte Summe von 26,000 fl. verzichten müsse, falls die Verwendung derselben an die Ausführung des vom Landtage beschlossenen Wunsches bezüglich der Berufung Infallibilist i sch er Professoren für Ktrchengeschichtc und Philosophie geknüpft werde. Der Kultusminister soll bereits erklärt haben, daß er genannte Summe nicht ausfolgen kaffen werde, wodurch die ganze Jubelfeier in Frage gestellt wird. ffff Madrid, 2. Juni. Gutem Vernehmen nach sollen die vom Marschall Serrano bisher abgegebenen Erklärungen bezüglich der Konvention von Amorovieta als befriedigend angesehen werden, zumal Artikel 4 der Konvention schon deßhalb keine hervorragende praktische Bedeutung haben dürste, da kein Offizier der aktiven Armee zu den Karlisten übergetreten sei. Nur drei ehemalige Offiziere der Armee haben sich an dem Aufstande betheiligt und werden jetzt wieder in ihr früheres inaktives Verhältniß zurückversetzt werden. — Eingelaufenen Nachrichten zufolge haben drei neue Banden ihre Unterwerfung vollzogen und die Waffen ausgeliefert. ff Washington, 2. Juni. Beide Häuser des Kongresses beschlossen die Verlängerung der Session bis zum 10. Juni. — Dem Senate ging eine Botschaft des Präsidenten Grant zu, worin derselbe sein Veto gegen die Bill über die Entschädigung der Unionsbürger Kentuckys sür die Zerstörung ihres Eigenthums während des Secesfions- krieges ankündigt. Die Botschaft führt aus, daß die Zerstörung ein Akt militärischer Nothwendigkeit gewesen sei und die Befriedigung der erhobenen Ansprüche ein Präce- denzfall sein würde, welcher zahllose andere übertriebene Forderungen veranlassen könnte. " Wien, 1. Juni. Bei der heutigen Ziehung der Loose von 18 6 4 fiel der Hauptgewinn von 250,000 fl. auf Serie 1389 Nr. 95; 25,000 fl. auf Serie 1389 Nr. 12; 15,000 fl. auf Serie 479 Nr. 51; 10,000 fl. auf Serie 1706 Nr. 40. Die weiteren gezogenen Serien sind 223, 1802, 3648. Das Hamburger Post-Dampfschiff .Allemannia", Kapitän Brandt, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Paketfahrt-Aktien-Gcsell- schast, ging, erpedirt von Hm. August Bolten, William Mil- ler's Nachfolger, am 1. Juni von Hamburg nach Neu-York ab. Außer der Brief- und Paketpost hatte dasselbe 384 Passagiere im Zwischendeck, sowie 300 Kubikmeter Ladung. Krarrkfurter Kurszettel vom 3. Juni. Ttaatöpapierr. Deutschland 5"/« Bundesvblig. 101 . 5-/« Schatzscheine Preußen 4'/,°/« Obligation. 103'/» Baden 5«/o Obligationen 103-/« . 4-/,°/« . 100 . 4«/, . 93-/. . 3'/z°/°Oblig.v.!842 89 Bayern 5°/, Obligationen 100'/, . 4'/-°/» . 100-/. » 4Vo . 94>/z Württemberg 5°/gObligation. 103'/, . 4'/-°/. . 99-/. . 4°/o . 93-/» Nassau 4'/,°/, Obligationen 99'), . 4«/. . 93'/, Sachsen 5°/n Obl. 105'/, S.-Gotha5°/, . 102'/. Gr. Hessen 5°/« Obligation. 102'/, . 4°/, . 98'/» Oesterreich 5°/« Silberrente Zins 4'/,«/, 65 Oesterreich 4»/« Paprerrente „ Zins 4'/?/o 58-/« Luxem- 4°/->Obl. i. FcS. L 28 kr. 91'/. bürg 4°/« dto. i. Thlr. »105 kr. 91-/« Rußland b°/g Oblig. v. 1870 K » 12. 90'/» . 5-/« dto. v. 1871 90 Belgien 4'/,°/« Obligation. 108'/, Schweden 4'/,«/« dto i. Thlr. S5-/, Schweiz 4'/,°/„ Eid. Oblig. — , 4'/?,0Bcrn.Sttsobl. 100 N.-Amerika 6"/g Bonds 1882r von 1862 96'/« . 6"/o dto. 1885r von 1365 96-/» . 5-/« dto. 1SV4r C°i»«r v. 1864 95'/» 3°/, Spanische 29-/« Volle ftanz. Renn 86-/« Leere . . 88-/» Aktien and Prioritäten. Badische Bank. . . , 114-/, Franks. Bank ü 500 fl. 3°/g 142 , Bankverein «Thlr. 100, 40"/^ Einz. .... 134 Darmstädter Bank 475 Oest. Nationalbank 881 Oesterr. Eredit-Aktien 353-/» Siuttgarier Bank'Akiicn 115'/» 4'///obayrL>stb. i>200fl. 144-/. 4'///opfSlz.Marbhn.b00fl. 14g 4°/^8udwigdh..Berb.500fl. 204 4°/oHess-Ludwigsbahn 184 3'/,°/oOberycff.Eisnb.350fl. 82-/» 5°/«östr.Frz.Staat«b.i.Fr. 372'/, 5°/o , Süd.Lmb.-St.-E.-A. 211'/» 5°/o . Nordwestb.-A.i.Fr. 228-/, 5u/oElisab.-Eisnb.»20vfl. 265 5"/oGaliz. Carl-LudwigSb. 270 5°/oRud.Eisnb.2.E.200fl. - 5°/»Böhm.Westb.-A.200fl. 270-/. 5°/oFrz.Jos.Effnb.steuerft. 222 5«/oAlföld-Fiuul.Eisnb.«/, 189-/. 5°/oHeff.8udwigsb.Pr.i.Thlr. 102-/» 5°/„Böbm. Westb.-Pr. i. Silb. 82'/. 5-/,Eksab.B.-Pr.i.S 82-/« 5-/« dto. , r.«-». 82'/» 5-/« dto. steuerft. neue , 92-/» 5-/« . (Neumarkt-Ried) 92-/, 5°/o Fr;--Jos.-Prior. steuerft. 91'/, 5°/«Kronpr.Rud.Pr.v. 67/68 — 5°/gKr°npr.RudvlfPr.v.1869 85-/« 5°/oöstr.Nordwestb.-Pr. i. S. 91 -/» 5-/«Ung.Ostb.-Pr.i.S. 73-/» 5"/a Ungar. Nordostb.-Prior. 88'/, 3-/oöstr.SLd.-Lomb.-Pr.i>FcS. 51'/, 5°/-> «... 85-/. 3«/,Ltzr.Staatsb.-Prior. , 58'/, 3»/«Livomes.Pr., m». o, v»v/i 39-/» 5- /, preuß. Bsdenkredit-Emtrat- Pfandbriefe 103'/» 7-/g New-Vork-Eity-Bond« — ö-/g Pacific Central 86-/« 6- /« South Missouri 73-/» 5°/« Ungar.-Galiz. 80-/» Ungar. Eis.-Anl. 82'/, Deutsche Vereinsbank 40»/« 132-/» Oesterr.-deutsche Bank 120-/« PsLlzer Bank 109 AnlrheaSloosr und Prämienanleihen. Bayr. 4«/« Prämim-Anl. 113 Badische 4°/« dto. 111-/, . 35-fl.-Loose . , - Braunschw. 20-Thlr.-Loosc 20-/» Großh. Hessische 50-fl.-Loose 182 , , 25-fl.- , 53'/, AnSbach-Gurymhausen.Loose 13'/, Oestr.4"/o25»fl.-Loosev.18S4 — . 5°/«5S0-fl.- . v.1860 94 . 100-fl.-Loose von 1864 — Schwedische 10-Thlr.-Loose 12-/. Finnländer 10-Thlr^-Loose 9'/. Meininger fl. 7. 6-/, 3-/» Oldenburger Thlr.-40-L — Wechselkurse, Aolt und Silber. StmüerdamlOO fl. 3-/« k.S. 98-/, Berlin 60 Thlr., 4»/o . 105 Bremen 50 Thlr. 3°/, G.. 96-/, Hamburg 100 M.-B.3'/,°/o 87-/, London 10 Pf. St.4«/« . 113-/» Paris 200 Fc». 5'/„ . 93-/, Wien100fl.Lstr.W. 5°/« . 105'/« Preutz.FriedrichSd'or fl. 8^7'/,-58-/, Pistolen .... 9.40—42 Holländ. 10-fi.Sl. . S.5S—55 Ducaim .... 5.33—38 20-FrancS-Stücke . , 9.21'/,-22'/, Engl. Sovereigns »11.51—53 Russisch- Imperial. . 9.42—44 Dollar» in Gold , 2.26—27 Dollarcoupon ... — fest. Schluß: günstig. DiSconto . . . . I.S. 4°/o Stimmung: Anfang: Berliner Börse. 3. Juni. Kredit 202-/„ Staatsbahn 212'/-. Lombarden 123-/«, 82er Amerikaner 97'/«, Rumänin 52-/«, 60» Loose 94. Fest. Wiener Börse. 3. Juni. Kredit 336.80, Staaisbahn 356 Lombarden 204.75, Papierrentr 64.70, Napo!wn«d'or 8.95, Anolobank- aklteii32S. Still. Verantwortlicher Redakteur: Vr. I. Herrn. Kroenlein. Todesanzeige. K.985.1. Mannheim. »Heute früh 5 Uhr versched^ 'rach langem Leiden unsere in-/ ) nigstgeliebte Mutter, Sch«':e-^ germutter, Schwester u. Tante j! Frau Emilie Rothschild Wwe. >im Alter von 79 Jahren. Freunden und Bekannten l j widmen diese Trauerkunde/ statt jeder besonderen Mitthei- i I lung, um stille Theilnahme ' .bittend, Mannheim, 1. Juni 1872, ' Die Hinterbliebenen. K.9t7. 2. Krrlsruhe. Großh. Hoftheater. Mittwoch den s. Juni 1872 Hroßes Konzert zur Abschiedsfeier des Hofkapellmeisters Herrn Hermann Levi gegeben vom Großh. Hof-Orchester. Unter freundlicher Mitwirkung der Frau Clara Schumann, des Herrn Julius Stockhaufen, des Philharmonischen Vereins, des Großh. Hoftheaterchors und hiesiger Dilettanten. Todesanzeige K.987. Michelfeld. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht von dem plötzlichen Hinscheiden unseres Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, Bruders und Schwagers, Siegmuud Oppenheimer, im Alter von 68 Jahren. Um stille Theilnahme bitten, Michelfeld, den 2. Juni 1872, Die trauernden Hinter- . _ bli ebenen. _ K.991. Karlsruhe. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, welche mir bei dem so schweren Verluste meines Sohnes Grnst so tröstend und hilfreich zur Seite gestanden, auch allen Denen, die seinen Sarg so reich mit Blumen schmückten, sowie für den erhebenden Grabgesang meinen herzlichen und innigen Dank. Karlsruhe, den 3. Juni 1872. - Die tiefgebeugte Mutter: _L. Seyfried Wittwe. K.989.1. Karlsruhe. Errichtung von Arbeiter-Wohnungen. Die Raschineabausesevschaft dahier beabsichtigt auf einem in der Beienheim« Gemarkung gelegenen, an die verlängerte Karlsstraße anstoßenden Grundstücke, eine größere Zahl von Arbeiterwohnungm zu errichten. Da im Laufe dieses Somm-rs noch 4 Stücke derselben aufgeführt neiden sollen, so laden wir hiermit zur Einreichung von Offerten wegenUebrrnahme der dazu nöthi- gen Bauarbritcn ergebenst ein, und bemerken dabei gleichzeitig, daß diese Wohnungen mit unwesentlichen Abweichungen denen gleichen sollen, welche d e hiesige Gesellschaft für die Errichtung billiger Wohnhäuser in der Uten Reihe des an der Angartenstraße gelegenen Hiiusercsmplercs hingestellt hat. Auf unserem technischen Bureau können die Zeichnungen jederzeit eingesehen und nähere Erklärungen enigegengenommen werden. Karlsruhe, den 1. Juni 1872. Die Direktion drr Maschmtubaogestüschaft Karlsruhe. Große Preisherabsetzung während der Mess-. Berliner Herren« kleider Eiadbffement, Karlsruhe, Lanqe- straße 84, nächst Lammstraße. K.930.1. K.986.1. Hornbcrg. Kellnerstelle-Gesuch. Ein junger gewandter Kellner, welcher der französischen Spreche ganz mächtig und im Besitze guter Zeugnisse rst, lucht dis Mitte nächsten Monats eine Jabresstelle in einem Gasthofe. Geiällize Offerten unier Chiffre 1. 1. poste röslsnte Cornberg. Programm. 1. Sinfonie von Beethoven (k-ckar, Nr. 8). 2. Klavierkonzert von Schumann. 3. Arie aus Ezio von Händel. 4. Klavierstück«, 5. Lieder von Schubert. 6. Triumphlied (Offenb. Johannis, C-P. 19) für achtstimmigen Chor und Orchester komponirl von I. Brahms. (Manuskript.) Anfang 7 Uhr. Ende nach 9 Uhr. Die geehrten Abonnenten können ihre Plätze Montag den 3. Juni, von 11—1 Uhr, zum Ksfsenpreise in Anspruch nehmen. Vormerkungen werdm von der Großh. Hoftheaterverwaltung entgegmgmommm. Die auf Vormerkung reservirten Billete werden Dienstag Nachmittag von 3—4 Uhr abgegeben. K.9S1.1. Vribüiw erscheint: Dreimal wöchentlich in Berlin, bringt: Tagesschau, pikante Notizen aus Slam, Gesellschaft. Theater, unparteiische Börsenberichte, bunte Zeitung, intereffrnte Gerichtsverhandlungen » Zeitgeschichtliches, Romane, Novellen u. s. w.. und kostet bei allen Postanstalten, Zeitungsspediteureu Mit der illustrirten bumoristisch-satirisLcn Gratisbeilage: „MvmIIrevr Vvapvm" znsammeu nur 1 Thaler vierteljährlich. JnsertionSargaa erste» Ranges.; »Preis der Petitzeile 3V- Sgr. K.975. Nr. 4916. Karlsruhe. AllgemeineBersorgungsanstaltimGroßherzogthumBaden. D arlehens-Kafse. In Gemäßheit des Art. 5 des Gesetzes vom 29. Juli 1870 bringen wir nachstehend den Abschluß auf 31. vorigen Monats zur allgemeinen Kenntniß: Kasseabestand: in baar . . invorräthigen Scheinen . fl. kr. 3925 4b «uSgelieheae Kapitalien mit statutenmäßiger Sicherheit (8 37 der Etat.) aus Unterpfand in Liegenschaften *) aufObligationen von Gemein- kr, 3925 4b 1,559,177 — dm ... 36,OM — auf Faustpfänder und zwar: in Schuld- und Pfandurkun- dm*) . . 19,500 - in Staats- und anderen Werthpapieren **) 778,503 43 in Waaren ***) 5,300 - Diverse Debitoren -— 43 I?«88LV». «n die Darlehens-Kaste anSgefalgtt Darlehens-Kassenscheine i): fl. kr. fl. kr. in Stücken zu 10 fl. . . 1,500,000 — in Stücken zu 5 fl. . . . 900,000 Diverse Lreditore» 2,400.000 — 2,406 28 K.915, 3. Karlsruhe. Zins-Coupons pr. 1. Juli amerikanische werden von heute ab an unserer Kasse emgelöst. Straus K Co. K.972. In der heutigen Generalversammlung der NolMauer VaumwolWimekei und Weberei in WaMirch find folgende Beschlüsse gefaßt worden: 1. Von dem Gewinn d s Betriebsjahres 1?7l (bei 7monat« lichem volle» Betrieb) von. 137,242 fl. 25 kr. soll, nach Abrechnung des statutenmäßigen Abschriebs, der Tantiemen und der statutarischen Doniung der Reservefonds im Betrag von. 43,389 fl. 14 kr. von dem übrig bleibenden Reingewinn ron .... 93,853 fl. 11 kr. «ine Dividende s 5"/o oder 70 fl. für die Aktie g'gcn den Coupon Nr. 1 mit.. . 49,000 fl. — kr. auSbezahlt werden. 2. von de» verbleibenden. 44,853 fl. 11 kr. sollen 35,479 fl. 42 kr. zur vollständigen Ausgleichung des Inbetriebssetzung»- Conto, 1,373 fl. 29 kr. für Renumerationen und Beitrag zur Krankm- und Unterstützungskaffe der Arbeiter verwendet, 6,000 fl. — kr. dem Tilgungsfcnd der Arbeiterwohnungen zugrtheilt, und 2,000 fl. — kr. auf neue Rechnung zu Gunsten des Jahres 1872 übertragen werden. 3. Dem Verstände und dem AufsichtSrath wird nach 8 19 der Satzungen die Entlastung ertbeilt. 4. An di« Stelle des aus dem AufsichtSrath ausgetreten-« Herrn W. Bourry wurde Herr L. Knecht in Mülhausen zum Mitglied des AufsichtsraihS ernannt. Wir bringen diese Beschlüsse zur Kenntniß der Herren Aktien-Jnhaber mit der Bemerkung, daß di- Auszablung der Dividende bei der Gesellschaflskafse in Wald« kirch oder nachstehenden Bankhäusern statifindet: In Frankfurt a. M. bei dm Herren GruurliuS L Co, 2,402,406 28 4,343,062 fl. 30 kr. K.979.1. Landau. Tapeziergehilfegesuch. Gesucht wird een gewandter Tapeüerge- hilfe in Polsterarbeiten bei hohem Lohn und dauernder Beschäftigung von H. Doll jr.. Tapezier in Landau. __ Zu kaufen wird gesucht eine mittlere Brauerei oder Wirtschaft mit geeignetem Bauplätze. Offenen sab Chiffre I. k. 483 nehmen entgegen die Herren Hänfenster» SL Rvtzler in Stnttgart._K.976.1. K.940. 2. Karlsruhe. Samen - Empfehlung. Zur Ansaat für Oekonomie- und Futterpflanzen empfehlen die Unterzeichneten: Kleesameo in allen Sorten, Esparsette, Pserdezahumais, «ckerspörgrl, »uch- waizen, englisch, italienisch und französisch Navgras, Thimotigras rc. rc.; sowie Grassamen in zubcreitetm Mischungen für ttockene und feuchte Bodenarten. »rach- over Stoppelrnbru u. s. w. unter Zusicherung reeller Ausführung. "Zollikofer L Schollenberger in Karlsruhe. 2,402,406 28 *) Der Schätzungswerth der sämmtlichen verpfändeten Liegenschaften beträgt. ") Der CourSwerth der Staats- und anderen Werthpapiere beträgt. 1.462.434 fl. 30 kr. ***) Der Schätzungswerth d'er Waaren beträgt ..... 8,408 fl. 58 kr. 1) Werden von dem Betrag der an die Kasse auSgefolg- ten Darlehens-Kassenscheine die in der Kaffe vorräthigm Scheine in Abzug gebracht, so ergibt sich als Rest die Summe der in Umlauf befindlichen Scheine mit . . 2,400,000 fl. — kr. Karlsruhe, den 1. Juni 1872. Der BerwaltungSrath. Junghanns. vckt. Rheinbold. K.973.1. Nr. 1347. F r e i b u r g. Brückenmaterialieu-Liefernug. Der Bedarf an Materialien für die Unterhaltung der Brückt zu Alt-Breisach pw 1872 soll im SubmissionSwcge vergeben werden, und zwar: k. Farlenhol» 17 Stück G-länderschwellen 6 M. lang, 18/18 C.M. stark, 17 bl . 34 . 4 . 16 . 8 „ 16 . 8 . 60 . 10 . 20 . 200 H>M.. 300 (UM.. Metten » Pfosten , Riegel Unterzöge Ständer Kappen Büge Satrelhölzer Balkm Balken Balken Brückendielen Brückmbielcn 5,7 1,1 ^ 2.4 5.7 3.6 1 2.4 3 9.6 7.8 6.9 6.6 4,8 ll. 11/12 10/10 - » 6/6 „ 30/36 . 13/24 . . 18/24 , . 18/18 , . 18/18 - . 18/21 > . 18/21 , . 18/21 . 6/75 .. 6/75 Eichenholz dick. Mannheim n Karlsruhe . . Pforzheim . Stuttgart . . Freiburg i. Br. . . Basel „ Mülhanse» «aldkirch, den 29. Mai 1872. Köster L Co.» Hetnr. Müller, «ug. Unserer L Cie.» »stau« L Cie.» «rbr. «Eiferer L Christ. M Oswald Gebrüder L Lie.» Freres Oswald. Der Vorstand: Ker-l>. h.alvriislar 1'. G ß- LIitLSvI» Halle a./S. „Reif- und Korbwaaren-Fabrik, Lager von „geschälten Korbweiden, und Reifstangen der „Saale und Mulde" empfehlen sich bei Bedarf un;er Zusicherung killigSer Preistzellung. K.977. Ein herrsch. Landsitz in der Mitte des badischen Lander, bei einer größer» Bahnstation, mit massiven Gebäuden , schönster Aussicht. 5V- Hektaren umsaffend, ist um 14,000 Thlr. zu verkaufen. Anfrage« unter v 1928 befördert die Annon- cm-Ervedition von Muelair Slossv in Straßburg i. Elf. (92/V) K.978. 27 Cubikmeter Bergeichm (rund). III. Eisenwaare« 12000 Stück kleine Sendeleisen pr. 1000 Stück 4,5 «.Gr. 6000 . SchiffSrägel 15 C.M. lang, pr. 1000 Stück 50 K.Gr. IV. 500 Kilogramm Pflanzentheer. Die Submissionen sind franko und verschlossen mit der Bezeichnung . Brücken- materialien-Lieferung" längsten» bis Montag dm IO. Juni l. I.» Bormittags 1v Uhr, an da» Hauptßeueramt Freiburg emziifmdm, die Angebote werdm zu genannter Stunde in Gegenwart der erscheinenden Submittenten eröffnet, und kömrm später einlaufende Angebote nicht mehr berücksichtigt werden. Die Lieferungsbedingungen können bei dem Hauptsteueramt Freiburg und bei dem Brückenmeister zu Alt-Breisach eiugesehen werdm. Freiburg, den 31. Mai 1872. Großh. Hauptsteueramt. Strafrechtspflege. Ladungen oad Fvharuozm. L. 437. Nr. 1225. Ma nnheim. J.U.S. gegen Johann Wip fler und 29 Genossen wegen Diebstahls und Hehlerei ist Tagfahrt zur schwurgerichtlichm Hauptverhandlung nn Saale des Kreis- und Hof- gerich sgebäudes dahier auf: Freitag den 14. Juni und die folgenden 4—5 Tage jeweils Vormittags t/z 9 Uhr, angeordnet, und wird hiezu der flüchtige Angeklagte Friedrich Uff von Feldberg, zuletzt als Signalbläser bei der Eisenbahn hier angestellt, mit dem Anfügen vorgela- ben, daß er er sich alsbald dahier zu stellen habe, und daß die Hauptverhandlung und Aburtheilung auch im Falle seines Ausbleibens stattfinden werde. Mannheim, den 3. Juni 1872. Großh. bad. Kreis- und Hofgericht. Schwurgericht. Wassermann. Heinrich L.427. Nr. 15,075. Mannheim. Am 25. d. M. wurde bei den Dragonerstallungen die Leiche eines Kindes männlichen Geschlechts aufgefunden. Nach dem Ergeb- niß der Seclion sind von der Geburt des Kindes bis zur Auffindung der Leiche etwa 14 Tage verflossen. Die Leiche selbst muß während dieser Zeit an einem trockenen Orte gelegen haben. Wir bitten um Fahndung nach der zur Zeit unbekannten Mutter, und ersuchen alle Diejenigen, welche Ausschlüsse zu geben in der Lage sind, solche dahier zu er- theilen. Mannheim, den 27. Mai 1872. Großh. bad. Amtsgericht. Fr. Waltz. L.425. Nr.6192. Emmendingen. Schuster Franz Anton Huber von Griesbach, dessen dermaliger Aufenthaltsort uns nicht bekannt, und der eines am 14. Februar d. I. zwischen Heimbach und Mundinaen verüblm Versuchs eines schweren Raubes angeschuldigr ist, wird aufgefordert, sich binnen 4 Wochen bei uns zu stellen und sich über diese Anschuldigung zu verantworten, andernfalls das Urtheil gegen ihn nach dem Ergebniß der Urtersuchung gefällt würde. Emmendingen, dm 29. Mai 1872. Großh. bad. Amtsgericht, v. R o t t e ck. FahuvmrgSznrncknahMe. L.422. Nr. 5114. Triberg Die Fahndung auf Leopold Falk von Badm wird zurückgenommen. Triberg, den 30. Mai 1872. Großh. bad. Amtsgericht. L e d e r l e. Berm. Bekanutwachunge» K.992. Karlsruhe. Das Badische Cisenbahn- Lotterie-Anlehen gegen 33- fl.-Loose vom Jahr 1843 betreffend. Bei der heute stattgehabten Serienziehung des oben genannten Lotterie-Anlehens find nachstehende Nummern hcrausgekommen, welche an der planmäßig am 28. Juni d.J. stattfindenden 10k. Gewinnziehung Theil nehmen: Serie Nr. 470. 848. 1204. 1959. 1990. 2860. 4116. 4919. 4962. 5014. 5550. 5621. 5793. 6305. 6466. 6948. 7069. . 7171. 7375. 7783. Dieses wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Karlsruhe, den 31. Mai 1872. Großh. bad. Eisenbahn-Schuldentilgungs- Kasse. _ Helm. K.951. 2. Bekanntmachung. Mit dem 1. k. Mts. wird für di« Beförderung von Caarkohlen nach diesseitigen Station«« vis Mannheim und vis Maxau ein neuer Tarif in Wirksamkeit treten. Einzelne Exemplaren desselben sind bei dm Gü- terexpeditioum unentgeltlich zu haben. Karlsruhe, den 30. Mai 1872. Gcncraldirection der Großh. bad. Staats- Eisenbahnen. Zimmer. Heitlinger. K.929.2. J Nr. 654II1. Karls- Wagen-Versteigerung. Die Unterzeichnete Stelle bringt Montag de» 10. Juni, Bonn. S Uhr, 30 ausrangirte Wagen gegen Baarzahlung zur öffentlichen Versteigerung. Karlsruhe, den 29. Mai 1872. Königlich«» Train-Depot. K.995. Gortesaue. Dültgerverstcigerung. Am Mittwoch den 5. Juni er.» 11 Uhr, werden in GotteSaue ungefähr 10 Wagen Dünger gegen gleich baare Bezahlung an dm Meistbietenden öffentlich versteigert. Königl. Kommando der 1. leichten Batterie bad. Feld-Artillerie-Regimmt Nr. 14. Druck und Verlag der S. vrauu'lche« Hofbuchdruckerer. (Mit einer Beilage.)