Karlsruher Zeitung. Samstag, 7. September. M 211. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briefträgergebühr eingeschlofsm, 4 fl. 3 kr. u. 2 fl. 2 kr. Einrücku mg s gebühr: dir gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briese g;rd Gelder srei. Expedition: Karl-FriedrichS-StraßS Sir. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1867 . Badischer Landtag. Ich Karlsruhe, 6. Sept. 1. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer der Landstände. Unter dem Vdrsttz des Alterspräsidenten B e ck. Auf der Regierungsbank: Der Hr. Präsident des Ministeriums des Innern, vr. Jvlly. Der Hr. Regicruugskommissär legt die Akten über die bis jetzt vorgenommenen Erneuerungs- und ErgänzungS- wahlcn vor. Sodann begrüßt der Hr. Alterspräsident die Mitglieder der Kammer mit folgenden Worten: Hochgeehrteste Herren! Ein Privilegium, nach dessen Besitz man nicht zu geizen pflegtund gegen dessen Ablösung und Übernahme wohl von allen Seiten Protest erhoben würde, gestaltet mir, als ihr derzeitiges Organ, zugleich aber auch, des bin ich gewiß aus ihrer Aller Herzen uns gegenseitig ein freundliches Willkommen zuzurufen. Meine Herren! Wie wir gestern aus erhabenem Munde vernommen, erwarten uns viele schwere und gewichtige Arbeiten. Der Landtag, den wir jetzt beginnen, verspricht für die Zukunft unseres Landes einer der wichtigsten und solgereichsten seit Einführung der Verfassung zu werden. Im Innern sollen wir an dem Ausbau unseres Rechtsstaates rüstig fortarbeiten. Anderseits sind wir endlich dem von allen deutsch-patriotischen Herzen längst heiß ersehnten Ziele nahe gekommen, unser Heimathland, das wir uns in langer Arbeit zu einem wohnlichen und stattlichen Haus hergerichtet, in dem Haupt und Glieder durch ein und denselben Geist innig verknüpft und wohl sich fühlen, das nur, so wahr Gott im Himmel waltet, auch für alle Zukunft in dieser edlen, von der ganzen Nation geachteten Eigenart erhalten wissen wollen, ist jetzt so vorzubereiten, daß es seinerseits als ein tüchtiges und lebendiges Glied, in den Aufbau des großen deutschen Vaterlandes einzutreten, fertig daftehe. Glücklicher Weise bedarf es bei uns nach der ganzen Lage der Dinge weniger der Worte und Rede, als des entschlossenen und umsichtigen Handelns; es bedarf der rechten Manneslhat, die an diesem Platze, an den uns das Vertrauen unserer Mitbürger berufen, das Erzeugniß der gleich lauteren und wahren Liebe zum Fürsten wie zum Volke aber auch des festen Willens und des vielleicht nicht geringen Muthes sein wird, und selbst zu verläugjreu, zu mäßigen und im eigenen Hause uns zu beschränken, um die Opfer bringen zu können, die überall unausbleiblich sind , wo ein großes Werk geschaffen werden soll. Je entschlossener wir uns zu solchem Thun wenden, desto rascher und besser werden wir unsere Aufgabe lösen und durch Handeln mehr als durch Reden dem Vertrauen und der Hoffnung des Landes entsprechen, zugleich aber auch die berechtigten Erwartungen unserer Mitbürger befriedigen. Dem Alter geziemt, mit gutem Beispiel voranzugehen, und so will ich Sie einladen, sofort unsere Geschäfte zu beginnen. Es wird nun zur Bildung der provisorischen Abtheilungen geschritten. Aus der Wahlurne gehen hervor für die l. Ab- theilung: Eckhardt, v. Feder, v. Freydorf, Fxick, Friderich, Gerwig, Hummel, Kirsner, Kusel, Lindau, Mörstadt, Schmetzer; II. Abteilung: Gerbet, Heilig,'Hennt, Kkmuikg, Lamey, Lenz, Poppen, Ree, SachS^ Schupp, Straub, Wundt von Mannheim; UI. Abtheiluug: Beck, Busch. Conrad, Federer, Hufsschmidt, Mathy, Mühlhäu- ßer, Ntkolai, Paravicini, Seiz, Wundt von Heidelberg; IV. AhHeiluug: Eijenlohr, Fröhlich, Heb- ting, Heideureich, Hzff, Holzmann, Kayser, Kölle, Lichtenberger, Roder, Roßhirt; V. Abteilung: Frei, Gerber, Haust, Hildehrand, Kiefer, Kunz, Moll, Richter, Stöcker, Tritscheller, Turban. sodann verliest der Hr. Mstlistcrialprästdent vr. Jolly zwei allerhöchste Reskripte. Das erste bestimmt, daß die durch mündliche Rücksprache zwischen dem Präsidenten der ständischen Kammeru und der Regierung zu erledigenden, den Gang der Verhandlungen im Allgemeinen betreffenden Geschäfte, was die Erste Kammer betrifft, durch een Präsidenten des StaatSmimsheriums, was die Zweite Kämmer betrifft, durch den Präsidenten des Ministeriums des Innern zu besorgen sind. Das zweite Reskript ernennt zu ständigen Regierungs- kommissären 1) für das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten: Geh. Legationsralh v. Pfeuffer, 2) für tzaS Justizministerium: die Ministerialräthe v. Seyfried und Walli, 3) für das Ministerium des Innern: Geh. Referendar Cro n und Ministerialrach von Du ich, 4) für das Handelsministerium: Geh.Refereudär vr.D i etz und Mimsterialrath Muth, 5) für das Finanzministerium: MiuffterialrätheR«- genauer und Stüber, 6) für das Kriegsministerium: den Obersten Götz, Geh. Rath Brauer und Kriegürath Ekert. Die Sitzung wird unterbrochen; nach Wiedereröffnung derselben verkündet das Präsidium, daß in den Abtheilungen die Abgg. Kirsner, Lamey, Mathy, Fröhlich und Hildebrandt zu Präsidenten, die Abgg. Schmetzer, Wundt von Mannheim, Wundt von Heidelberg, Eiseulohr und Kiefer zu Sekretären ernannt worden sind. Der Abg. Lamey erstattet hierauf Bericht über die im 22. Aemter-Wahlbezirk Kork-ijcheinbischossheim, im 23. Aemter- Wahlbezirk Achern-Bühl, und im 4. und 9. .Städte-Wahl- bezirk Lahr und Durlach vorgenommeuen Wahlen, wo die HH. Hauß, Konrad, Mörstadt und v. Freydors gewählt worden sind. Dieselben werden für unbeanstandet erklärt. Ebenso die Wahlen im 34., 32., 33. und 29. Aemter- Wahlbezirk, worüber der Abg. Mathy berichtet; gewählt wurden in diesen Bezirken die Abgg. Gerber, Wundt von Dkannheim, Schupp und Hildebrandt. Ueber die Wahlen im 37., 30. und 35. Aemter-Wahlbezirk (Frei, Paravicini, Schmezer) erstattet der Mg. Fröhlich Bericht. Die Wahl des Professor Schmezer wird beanstandet, weil er ein Weinpatent erst am 31. Aug. gelöst hat, während hie Wahl bereits am 19. Aug. statlfand, er also die Eigenschaften, welche der 8 37 der VerfassungSurkunde seinem Wortlaut nach enthält, zur Zeit der Wahl nicht besaß. Der Abgeordnete Gerbet stellt den Antrag, die Wahl für unbeanstandet zu erklären. Der Hr. Ministerialprashsent I)r. Jolly spricht sich lm SLamen der Negierung für diesen Antrag auS; der Abg. Kölle unterstützt denselben, während der Abg. Kusel ihn bekämpft, ebenso der Abg. v. Feder, welcher der Regstrung gegenüber den Wunsch ausspricht, weitere Erneuerungen in der Verfassungsurkunde vorzunehmen, ats in der Thronrede zugesagt sind; man solle mindestens die Wahlordnung anuehmeu, welche jetzt schön für die Kreisver- sammlungs-Wahlen bestehe. Der Abg. Turban ist sür den Antrag des Abg. Gerbet, weil die Verfassungsurkunde ihrem Sinn nach mehr nicht verlange, als daß hftm Gewählten die Eigenschaften des § 37 vorhanden seien, wenn er in Tätigkeit tritt. Für den Gerbet'jchen Antrag sprechen noch die Abgg. Lamey, Huffschmrd; gegen denselben die Abgg. Frick und Roßhirt. Ueber die im 8. Städte-Wahlbezirk Karlsruhe (Mühlh äußer) vorgenommöne Wahl muß die Koutmifsion nochmals in Berathung treten; es kann daher erst später über dieselbe berichtet werden. Der Vorstand der 5. Abtheilung berichtet über die Wahlen im41., 34. Armier- und im 8. Städte-Wahlbezirk(Lind au, Holtzmaun, Nicolai, Kölle). Dieselben werden für unbeanstandet erklärt. Endlich berichtet über die Wahlen im 3. Städte-Wahlbezirk Freiburg (Abg. Straub), im 8. Aemter-Wahlbezirk Schopfheim-Kändern (Abg.L.ich.tenberge r), im 12. Städte-Wahlbezirk Mannheim (Abg. Hoff) und im 11. Städte-Wahlbezirk Bruchsal (Abg. Ree) der Abg. Kirs- ner als Präsident der ersten Abtheilung. Die Kommission stellt zu der Wahl des 12. Städte-Wahlbezirks den Antrag, dieselbe für ungiltig zu erklären, weil der Gewählte den Bestimmungen des § 37 der Verfassnngsurkunde nicht vollständig genügt, weil er wohl die Bezahlung einer bedeutenden Kä- pitalsteuer, nicht aber die einer der in dieser GesetzeSstelle genannten Steuer von 10,000 fl. nachgewiesen hat. Zu dem Antrag über die Wahl im Städte-Wahlbezirk Bruchsal beantragt der Abg. Lamey, daß über diese Wahl nicht in abgekürzter Form berathen, sondern die Konstituirurtg der Kammer zuerst vorgenommen und eine Kommission, gewählt in den definitiven Abtheilungen, über die Wahl Bericht erstatte und hiebei sich auch mit der Frage beschäftige, in welcher Weise gegen die Wahlmännyr von Bruchsal vorgegangen werden soll, die in böswilliger Weise die Wahl zu vereiteln suchten ; dieselben seien durch ihreHandlungsweise der Rechte eines badischen Staatsbürgers verlustig geworden und oeßhalb strafbar. Die Kammer beschließt Berathung in abgekürzter Form. Die Diskussion darnher wird auf Nachmittag 4 Uhr verschoben. Schluß der Sitzung UM 1 Uhr. Deutschland. Karlsruhe, 6. Sepk. Seine Königliche Hohxit der Großherzog Hy,! sich heute Vormittag 11 Uhr nach Baden begebest, um Seine Königliche Hoheit den Pristzeu von Wales im Lauf des Tages zu best Rennen bei Jjjezheim zu Meilen. Am Aberch findet zu Chren des Thronerben von Großbritannien ein großes Diner im größherzvMchen schloß zu Badest statt, an welchem auch Ihre MajeMt die Königin iflstgusta von Preußen und Ihre Eroßherzogliche Hoheiten die' Prinzen Wilhelm und KM, sowie ändere hohe Herrschaften Lheft nehmen werdest " ' Morgensruh gehenkt der Großberzoz Baden zu verlassen, um sich zur Besichtigung der GeMLöausstellstng nach Lahr zu begeben, sodann aber dir Reffe nach der Insel Mainau sortzusetzeu, wo Höchstderjelbe ungefähr acht Tage zu verwesten beabsichtigt. x Frankfurt, 5. Sept. Preußen ist in der Zusammenstellung der Aktiven und Passiven derLiquidationskafse mit folgenden Posten aufgeführt: 'Ersatz der an den kurhes- sifchen Bundeskommissär geleisteten Vorschüsse 381,906 fl., nebst 1991 fl. Zinsen; für in Festungen übernommenes Bettzeug und Bunves-Proviauworräthe 372,201 fl.; für übernommene Proviantvorräthe 277,935 fl.; Ersatz der an die Kontingente von Hannover, Kurhessen und Nassau geleisteten Vorschüsse 238,160 fl.; Ersatz des Autheils von Kuryesfen und Nassau an dem gemeinschaftlichen Aufwand des 8. Armeekorps 12,424 fl.; Ersatz des österreichischen Mtheils a» den Ausgaben sür Festungsdanten un September und Oktober v. I. 24,198 fl.; rückständige Matriknlarumlagen 113,217 fl.; zur Abfindung für Oesterreich und Luxemburg 1,135,014 fl.; für Ueberlassung der Baarbestände der FestuugS-Hauptkassen 175,949 fl.; für in Luxemburg übernommene Proviantgegenstände 42,352 fl.; für daselbst übernommenes Artilleriematerial 885,912 fl. In der summarischen Uebersicht über die im Abrechnungsbuch vorgemerkten Aktiven und Passiven der sämmtlichen Regierungen ist Preußen vorgemerkt mit einem Guthaben von 2,095,571 fl., einer Schuld von 3,972,602 fl.; Oesterreich: Guthaben 5,384.060 fl., Schuld 2,090.051 fl.; Hannover: Guthaben 338,604fl., Schuld 479,244 fl.; Kurhessen: Guthaben 263,108 fl., «schuld 632,356 fl.; Holstein und Lauenburg haben ein Restguthaben von 96,035 fl.; Nassau von 61,175 fl.; Homburg von 5691 fl.; Frankfurt von 14,633 fl., die beiden Hohenzollern eine Restschuld von 3197 fl.; Preußen und seine neuen Landestheile sind also mit einer Restschuld von 2,212,582 fl. im Abrechnungsbuch vorgemerkt. Stuttgart, 4. Sept. (Sch. M.) Bei dem ständischen Ausschuß ist nunmehr der Gesetzentwurf, betreffend die Erhebung einer Abgabe von Salz, und ein Vortrag der Ministerien der auswärtigen Angelegenheiten und der Finanzen, bctr. die neuen Zollvereins-Verträge, eingebracht worden. Beide sind vom ständ. Ausschuß der volkswirth- schafttichen Kommission zvr Begutachtung übergeben worden, welche zur Wahl der Berichterstatter aus den 9. Sept. einbe- rujen ist. Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Erhebung einer Abgabe von Salz, enthält, wie bereits bekannt, die Freigabe des bisherigen Salzmonopols und die Einführung einer Produktionssteuer von 2 Thalern per Zentner. Frei von dieser Salzabgabe ist nach Art. 20: 1) daö zur Ausfuhr nach dem Zollvereins-Ausland und das zur Natron- sulphat- und Sodasabrikation bestimmte Salz; 2) das zu landwirthfchaftl. Zwecken, d. h. zur Fütterung des Viehes und zür Düngung, bestimmte Salz; 3>das zum Einsätzen von Häringen und ähnlichen Fischen, sowie das zum Einsalzen, Einpökrln u. s. w. von Gegenständen, die zur Ausfuhr bestimmt sind und ausgesührt werden, erforderliche und verwendete Salz; 4) das zu allen sonstigen gewerblichen Zwecken bestimmte Salz, jedoch mit Ausnahme des Salzes für solche Gewerbe, welche Nahrungs- und Genußmittel sür Menschen bereiten, namentlich auch mit Ausnahme des Salzes sür die Herstellung von Tabaksfabrikaten, Mineralwassern und Bädern; 5) das von der Staatsregierung oder mit deren Genehmigung zur Unterstützung bei Nothständen verabfolgte Salz. Ucbcraü ist die abgabenfreie Verabfolgung abhängig von der Beobachtung der von der Steuerverwaltung angeordneten Kontrolmaßregeln. Die durch die Kontrole erwachsenden Kosten können in den Befreiungsfälle» unter Skr. 2, 3 und 4 mit einem Maximalbctrag von 7 kr. für den Ztnr. von den Salzempfängern erhoben werden. Hamburg, 5. Sept. Das „Hamb. Fremdcnbl." bringt die Antwort des «Senats auf die dringlichen Bürgerschaftsanträge bezüglich der Revision der Hamburgei: Verfassung gemäß der Verfassung des Norddeutschen Bundes. Der senat lehnte die Revision ab und will den Ausbau der norddeutschen Bundesverfassung abwarten. Berli«, 4. Sept. Der telegraphisch bereits stgnalisirte Artikel der „Prov.-Korresp.", der von den Berathungen der hessischen Vertrauensmänner handelt, lautet im Wesentlichen, wie folgt: In Betreff der Kreisverfassung ist nach eingehender Berathung ein wesentliches Einverständniß dahin erzielt worden, daß (in Erweiterung der bisher sür jedm landräthlichen Kreis bestehenden BezirkS- rälhe) eine Kreisverlretung in ähnlicher Weise, wie in den alten preußischen Provinzen, aus Vertretern des großen Grundbesitzes, der Städte und des kleinen ländlichen Grundbesitze« gebildet werden soll. — Eine Provinzialvertretung, wie sie in den alten Provinzen besteht und wie sie auch für Hannover demnächst in's Leben treten soll, konnte sür Hessen schon deßhalb nicht in's Auge gefaßt werden, weil die Bildung eines Prsvinzialverbandes sür Hessen, Nassau u. s. w. bisher nicht erfolgt ist. Von den Vertrauensmännern aber wurde überdies ein besonderer Werth darauf gelegt, daß die kurhessi scheu Lande zunächst in ihrem natürlichen Verband belassen werden. Es handelte sich daher um die Bildung von Kommunalständen sür das ehemalige Kurfürstenthum Hessen (den jetzigen Regierungsbezirk Kassel), welchen jedoch zugleich die Ausgaben der «irländischen PrvviNzialkänd« zuzuweisen sein werden. Die Absicht der Regierung, diese Vertretung, ähnlich wie in den alten Provinzen, aus de» Kreiöständen hervorgehen zu lassen, wurde zwar an und für sich als berechtigt anerkannt, doch sprachen die Vertrauensmänner Namens der hessischen Bevölkerung vor Allem den dringenden Wunsch auch daß die bisherigen kur- hessischen Landstände (wie sie aus Grund des Gesetze« vom Jahr 1849 in Folge des Einschreitens der preußischen Regierung im Jahr 1663 wieder hergestellt worden sind) fortan in die Stelle der Kommunalstände treten möchten. Obwohl die Regierung eS für nicht unbedenk- lich erachtete, einen Wahlmodus, welcher mit Rücksicht auf die politischen Aufgaben einer allgemeinen Ständeversammlung festgestellt ist, auf ein- dloS provinzielle Körperschaft zu übertrage«, so ist doch mit Rücksicht auf den überwiegenden Wunsch der hessischen Bevölkerung die Gewährung des gestellten Antrags in Aussicht genommen worden. Im Zusammenhang mit der Erörterung der Ausgaben der hessischen Provinziaivertretung ist aus den dringenden Antrag der Vertrauens» uiännrr die Frage von neuem erwogen worden, ob es angemessen und zulässig ist, den früheren kurhesfischcn Staatsschatz als Proain- zialverwögcn zur Verfügung der zu bildenden kommunaiständischen Vertretung zu überlassen. Der Finanzminister Frhr. v. d. Heydt legte den Vertrauensmännern die allgemeinen politischen Gründe dar, auS welchen eine Bereinigung des in Rede stehenden Vermögens mit dem allgemeinen Staatsvermögcn gerechtfertigt sein würde, stellte jedoch in Berücksichtigung des einstimmig geäußerten Wunsches die Ucberweisung deS Fonds zu provinziellen Zwrcken in Aussicht. Von den Vertrauensmännern waren endlich noch Anträge auf Abänderung einzelner Anordnungen auf dem Gebiet der GerichtSorganisrtion, namentlich in Betreff der Stellung des LppellationSgerichkS zu Kassel und dr« Verfahren« im Zivilvrozeß, gestellt worden. Nachdem fidoch der Justizminiiier Graf zur Lippe in eingehender Weise die Gesichtspunkte erörtert hatte, von welchen die StaatSrezierung bei ihren Anordnungen auSgehcn zu müssen geglaubt habe, wurden weitere Einwendungen von keiner Seite erhoben. Berlin, 4. Sept. Die provinziale Trennung der Zivil- von der Militärverwaltung in Hannover ist bevorstehend und die Ernennung eines Oberpräsidenten in unmittelbare Aussicht genommen. Die Regierung wird einen Mann erwählen, dessen unabhängige Stellung, anerkannte Tüchtigkeit und persönlichen Beziehungen zu Hannover wie zu Preußen Vertrauen erweck-nd sind. Nach der „Kreuz-Ztg." wäre Graf Otto Stollberg dazu ausersehen. Auch von G. v. Vincke ist die Rede. Berlin, 5. Sept. Der „Staatsanz." publizirt eine königi. Verordnung vom 24. Aug, daö Münz wesen in den neuen Landestheilen betreffend. Dieselbe bestimmt unter Airderm, daß kurhessische Kassenanweisungen den preußischen gleichgestellt werden und daß die Noten der „Nassauischen Landrsbank" aus naffauischem Gebiet bei den Staatskassen zulässig sein sollen. — Die preußisch-dänischen Bevollmächtigten werden noch nicht erwartet; nach der „Bank- und Haudels-Ztg." soll Kopenhagen die Schuld tragen. — Der „Publizist" meidet, daß die Bildung eines Blindes- warine-Deparlements nahe bevorsteht. Berlin , 5. Sept. Die Erwartungen derRegierung in Betreff der Wahlen legt die ministerielle „Provinzial- Korresp." wie folgt dar: Das Ergebniß der Reichstags-Wahlen ist im Augenblick noch nicht vollständig zu übersehen. Doch lassen die bisher vorliegenden Nachrichten bereits erkennen, daß der Erfolg im Großen und Ganzen für die Politik der Regierung und für die weitere Entwicklung der nationalen Sache eben so günstig ist, wie es die Wahlen im vorigen Februar waren. Die Betheiligung an den Wahlen ist im Allgemeinen nicht so zahlreich gewesen, wie damals: in vielen Bezirken hat nicht die Hälfte, hier und da ein noch geringerer Theil der Wähler das Wahlrecht ausgeübt. Die Ursache dieser geringeren Theilnahme ist gewiß vorzugsweise in der eingelretenen Beruhigung und Zuversicht des Volks in Bezug auf die angcbahnte Entwicklung, theilweise in äußeren Verhältnissen, in der dringenden Beschäftigung der ländlichen Bevölkerung u. s. w. zu finden. Die Ergebnisse der Wahlen in den einzelnen Landestheilen entsprechen im Wesentlichen der Patteistcllung bei den letzten Wahlen. Die Fortschrittspartei hat nur in der Hauptstadt und in einigen größer» Städten ihre Herrschaft behauptet. Dagegen hat die Fortschrittspartei in den Provinzen fast überall die entschiedenste» Niederlagrn erlitten. Selbst in Königsberg, früher einem ihrer Hauptsitze, ist cs ihr nicht gelungen, die alte Herrschaft wieder zu gewinnen; die altprcu- ßische Residenzstadt bat eS sich zur Ehre gerechnet, den General Vogel v. Falckenstein auch diesmal zu wählen. Auch in den übrigen Wahlbezirken der Provinz Preußen, welche noch vor Zahr und Tag fast nur fortschrittliche Abgeordnete wählten, hat die konservative Partei das bei den letzten ReichStags-Wahle» gewonnene Uebe.gewicht auch jetzt behauptet. In dec Provinz Posen wird die Mehrzahl der Abgeordnete» jetzt wieder wie früher dec polnischen Nationalität angeboren, doch scheint in einzelnen Bezirken, namentlich in Stadt und Kreis Posen, die deutsche Bevölkerung diesmal den Sieg errungen zu haben. Die Provinz Schlesien bat auch diesmal überwiegend konscrvakio gewählt. In einzelnen Bezirken, wo früher liberale Abgeordnete gewählt waren (in Wartenberg-Oels-Wald:nburg, Hirschberg-Schönau rc.il, hat jetzt die konservative Sache gesiegt. In den Provinzen Brandenburg, Sachsen, Pommern haben die Freunde der Regierung fast durchweg den Sieg davongelragerr. In Neu-Vorpomrnern, wo früher in beiden Bezirken liberal gewählt war, sind diesmal entschieden konservative Wahlen vollzogen worben. Zn Westfalen und Rheinland scheint die liberale Partei einzelne Erfolge errungen zu haben, doch wird dort theilweise erst die engere Wahl zu entscheiden haben; im Ganzen hat sich auch dort das Verhäitniß der Parteien nicht r.e sentl'ch verändert. In den neuen LandeStheilen dürften sich die Wah len im Gesammrergebniß etwa ebenso stellen, wie im Februar. Dasselbe gilt von den übrigen Staaten des Norddeutschen Bundes. Wenn hiernach das Zahl.nverhällniß der Parteien im Reichstag im Wesentlichen dasselbe sein wird, wie früher, so ist dagegen adzuwarlen, in wie weit die Veränderung, welche inzwischen in der Stellung der Parieren unter einander eingclreien ist, einen Einfluß aus die Gestaltung der Verhältnisse im Reichstag üben wird. Mit einiger Zuver sich! aber in anzunehmco, daß die Slellung der Abgeordneten aus den neuen Landestheilen zur Negierung durch die inzwischen angebahnle Regelung der dortigen Verhältnisse vielfach erleichtert sein werde Die „Köln. Ztg." schreibt: AuS einer Uebersicht über da« Resultat der Wahlen zum Reichs tag dürfte erhellen, daß die äußerste Rechte gegen früher einige Plätze, und zwar an di« Bänke der Fortschrittspartei und an die Gruppe der Altlweralen,. verloren, die freie koirscrvalive Vereinigung dagegen gewonnen hat und die Nationällrberalen sich aus der früheren Mttglie- derzahl erhalten haben. Die „Vslks-Ztg." schreibt in dem gl ichen Betreff: Die weitaus größere Hälfte der Wahlen ist nun bekannt. Im Ganzm wird die Physiognomie de« neuen Reichstags von der de» srühecn nicht wesentlich verschieden sein; die liberale Partei hat einige alte Zitze verloren, dafür aber mindestens die doppelte Zahl neuer Sitze erworben. Der Zuwachs kommt fast anSfchließlich der Fort schrittspartei zu Gut, welche im neuen Reichstag eine ganz statt Kche Fraktion bilden wird. Von Mitgliedern des ersten Reichstage« find bi« jetzt wiedergewählt 115, und zwar von der konservativen Fraktion 2ü, von der freikonfervatioen 16, von der national-liberalen , 31, von der Linken 11, von der freien Bereinigung 7, von den bun- > drSstaailich Konstitutionellen 7, vom Zentrum 7, von den ,Wil- ! den' 8; endlich ein Däne. (Die Polen find nicht eingerechnet.) i Doppelt gewählt find Dr. Löwe-Colbe, v. Forckenb-ck, Miquel, Planck und Weigel; dreifach: Wolbeck und Camphausen; Waldeck steht außerdem in zwei Kreisen zur engern Wahl. Die Zahl der unentschiedenen Wahlen beträgt IS. Oesterreichifche Monarchie. -j-j- Wie«, 4. Sept. Sie haben vielleicht schon von der Meldung Notiz genommen, daß am 15. September in Wien ein Kongreß von Geistlichen „auch zur Erörterung der Konkordatsfrage" sich versammeln werde. Es möchte hinzuzufüzen fein, daß auf demselben nur der österreichische Episkopat vertreten sein wird und daß weder die Zuziehung des nieder« Klerus, noch gar von Laien in Aussicht genommen ist; des Weitern aber, daß von Seiten dieser Versammlung eine Vermittlung zwischen dem Staat und der Kurie nicht erwartet wird, sondern allen Anzeichen nach lediglich eine Kundgebung in Szene gesetzt werden soll, welche das Konkordat qusnä mvino zu stützen berechnet und geeignet ist. Auch diese Herren also scheinen Nichts gelernt und Nichts vergessen zu haben. Mit besonderer Spannung wartet man übrigens, ob auch die ungarischen Bischöfe sich betheiligen und eventuell welche Haltung dieselben einnehmen werden. j-j- Wie«, 5. Sept. Baron Hübner wird, wie ich mit Bestimmtheit höre, seine Abwesenheit von seinem Botschafterposten in Rom auf unbestimmte Zeit verlängern und er geht noch heute zu einem Landaufenthalt nach «Steiermark ab. Als ein besonders günstiges Omen für die Konkordatsverhandlung wird dieser Aufschub schwerlich erscheinen können. Der Kaiser befindet sich augenblicklich zur Zagd auf einer Besitzung des Grafen v. Meran in Obersteier mark, und dahin ist heute Morgen, sehr wahrscheinlich zur Berichterstattung über die Arbeiten der Äusgleichsdeputalioneu, der Reichskanzler- Baron Beust abgegangen. Der französische Minister Rouher hat — und damit mögen sich die Konfcrenzgerüchte gründlich erledigen — Wien verlassen, ohne den Reichskanzler auch nur gesehen zu haben. Hr. v. Beust traf Dienstag Abend in Wien ein, und Hr. Rouher reiste Mittwoch (gestern) Morgens ab. Pesth, 5. Sept. Wie das „Naplo" erfährt, soll nach dem neuesten Entwurf der ungarischen Deputation Ungarn zu den gemeinsamen Angelegenheiten 28 pCl. und zu den Zinsen der Staatsschuld 25 pCt. beitragen. Italien. Florenz, 1. Sept. (Köln. Ztg.) Der Herzog von Aosta hat so eben an das KricgtzmiMerium ein Schreiben gerichtet, in welchem er erklärt, daß er keinem Andern im Wege stehen wolle, und daß er bei der bevorstehenden Reduktion der höheren Posten in der Armee seine Demission als General gebe. — Die klerikale Partei in Italien bereitet sich vor, eine große Anzahl von Obligationen über die Kirchengüter zu nehmen, um die letzteren so viel wie nur möglich im Besitz ergebener Personen zu bewahren. Der italienischen Regierung wird dieser Entschluß gleichfalls nicht unangenehm sein. — Ans Neapel, der Terra di Lavora, und besonders von der päpstlichen Grenze kommen zahlreiche Nachrichten über Kämpfe der Truppen mit den Räubern. Eine harte und dabei nicht allzu erfolgreiche Schlacht fand gegen die drei vereinigten Banden des Guerra, Pace und Fuoco statt, die schon seit sieben Jahren rm Felde stehen. Man nahm ihnen Geld und die Unglücklichen ab, die sie gefangen genommen hatten, aber die Räuber selbst entkamen. Schon mehr als 30 solcher Kämpfe hat Guerra geliefert; er ist 26 Jahre alt und betreibt sein Gewerbe bereits seit 1860. Kraukreich. * Paris, 5. Sept. Wie die „France" meldet, wird Hr. Rouher diesen Abend in Paris erwartet. Hr. v. M ou sti e r, der die Rückkehr des Hrn. Rouher abwarten wollte, wird wahrscheinlich morgen nach dem Donks-Departement abrci- sen. — Dasselbe Blatt meldet, daß Fürst Metternich nach der Abreise des Hofes nach Biarritz seinen Urlaub auf seinen Gütern in Böhmen fortsetzen wird. Nach der ersten Hälfte Oktober wird er aus seinen Posten zurückkehren und den Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich nach Paris begleiten. Hr. v. Beust und Graf Andrassy werden die österreichischen Majestäten begleiten. Der Marineminister, Hr. Rigault de Genouilly, wird einen Urlaub nehmen und wahrscheinlich wird Hr. v. La Valette mit dem Interim des Marineministeriums beauftragt werden. Das Interim des Staats- und Finanzministeriums wird morgen aushören. Der kl. Moniteur meldet, auf Grund von Briefen aus San Sebastian, daß in den Nordprovinzen Spaniens die Ruhe wieder hergestellt ist. Eine thätige Ueberwachung wird gchandhabt, um jede Landung an der Küste zu verhindern. — Rente 69,85, Cred. mob. 300, i.al. Anl. 49,45. Spanien. * Madrid, 3. Sept. Das Komitee der Nationalgüter hat 1899 Grundstücke im Werth von 29 Millionen verkauft. — In der Havana beträgt das Bankkapital IM Millionen Realen. Dänemark. Kopenhagen, 4. Sept. Der König hat den Bischof Lr. Kierkegaard in Aalborg zum Kultusminister ernannt. Gegenüber den in „Faedrelandet" neuerdings aufgetauchten Angaben wird iu unlerrichteten Kreisen wiederholt versichert, daß der Verkauf der westindischen Besitzungen hier nicht beabsichtigt wird. Großbritannien. Lo«doa, 5. Sept. Sir Moses Montesiore meldet telegraphisch aus Bukarest vom 31. Aug., daß seine Bemühungen zu Gunsten der Juden mit Erfolg gekrönt seien. Amerika. Neu-Bork, 4. Sept. Eine Proklamation des Präsidenten Johnson ordnet an, daß Niemand die Ausführung der Beschlüsse der Bundesgerichte verhindere, wie eS unlängst in Carolina der Fall gewesen. Die Proilamation beauftragt die Offiziere und die Zivilbehörden, zur Ausführung dieser Maßregeln behilflich zu sein. Französische Note über die Salzburger Ausammenkuuft. * Paris, 5. Sept. Die „Patrie" theilt — als „von einem ihrer Korrespondenten herrnh-end" — die vertrauliche Note mit, welche der Marquis v. Moustier über die Salzburger Zusammenkunft an die Vertreter Frankreichs im Ausland gerichtet hat. Sie lautet: Paris, 25. Aug. Mein Herr! Indern sich der Kaiser und die Kaiserin nach Salzburg begaben, waren sie von einem Gesühl geleilet, über welches die öffentliche Meinung nicht in Jrrthum geralhen konnte, und ich würde mich deshalb jeder weitern Mittheilung über die Zusammenkunft der beiden Herrscher enthalten, wenn sie nicht der Gegenstand von Deutungen gewesen wäre, die ihren Charakter vollständig emstellen. Die Reise J.J. M.M. wurde einzig von dem Gedanken eingegeden, der kaiserlichen Familie von Oesterreich, die ganz kürzlich so schwer von einem Unglück betroffen wurde, einen herzlichen Beweis ihrer Sympathie zu geben. Sicherlich konnten die Häupter zweier großen Reiche sich nicht mehrere Tage in vertraulicher Intimität (conüsnte ivtimite) befinden, ohne sich gegenseitig ihre Eindrücke mitzuthellen und ohne ihre Gedanken über die Fragen von allgemeinem Interesse auszulauschen. Allein ihre Unierrednungen hatten die Feststellung von Kombinationen, die durch Nichts in der gegenwärtigen Lage Europa'S gerechtst» !igt wurden, weder zum Gegenstand noch zum Ergebniß. Sie erinnern sich, mein Herr, der Sprache, welche di« Regierung jedes Mal geführt hat, wenn sie sich über die durch die militärischen Ereignisse deS vergangenen Sommers geschaffene Lage der Dinge aus- zusprcchen halte. Unsere Haltung war scst bestimmt, zuerst durch das Rundschreiben vom 16. Sept., später durch die Worte Sr. Maj. bei Eröffnung deS Senats und des Gesetzged. Körpers, endlich durch die Reden des StaalSministers während der parlamentarischen Debatten der letzten Session. Wir haben uns stets in allen unfern Handlungen den Absichten treu bewiesen, die wir von Beginn der in Deutschland eingelretenen Veränderungen an kuudgegöden hatten. In einer neuern Konjunktur haben wir gesehen, daß die europäischen Kabinette der Loyalität unserer Politik Gerechtigkeit w dcrsahrcn ließen und den Ihren der Beschwichtigung ihre Mitwirkung gewährten. Was damals vorgegangcn, ist ein Unlerpsand für die Unterstützung, welche nötigenfalls die Ideen dir Mäßigung noch immer bei ihnen finden würden. Die Unterredungen de« Kaiser« Napoleon mit dem Kaiser Franz Josef konnten also den Charakter nicht darbietcn, den gewisse Neuig- keitshascher (nonvellistes) ihnen beigclegt haben. Lange bevor sich beide Souveräne in Salzburg trafen, hatten sie schon beiderseitig bmch ihr« Akte für die friedfertige Gesinnung, welche ihre Regierungen leitet, Zeugniß abgelegt. Bei ihrer Zusammenkunft konnlcn sie keinen andern Plan hegen, als den, dasselbe Verhalten auch fernerhin za beobachten. Auf diese gegenseitig ertheilte Zusicherung habest sich ihre Unterredungen über die allgemeinen Angelegenhekteil beschränkt. So darf man also, weit entfernt, die Salzburger Zusammenkunft als einen Gegenstand der Sorge und der Beunruhigung für die andern Höfe anzusche», darin nur eine« neuen Grund zum Vertrauen auf die Erhaltung des Friedens erblicken. ES kam mir darauf an, meine Ansichlen über die Veröffentlichungen , welche einer entgegengesetzten Meinung Glauben zu verschaffen suchen, zur Kenntmh zu bringen, Mid Sie können sich von diesen Anschauungen leiten lassen, um irrige Ansichten, die sich vielleicht in Ihrer Umgebung kundgeben könnten, zu berichtigen. Genehmigen Sie rc. v. Moustier. Kart Josef Aston Mittermaier Ein Nekrolog. Heidelberg, Anfang Sept. Einer der ersten akademischen Lehrer und Schriftsteller, der hochherzigsten Bürger, der edelsten Charaktere, die älteste Zierde der Universität Heidelberg, Mittermaier, dessen Leistungen für humane Gesetzgebung, für gesetzlich freie Entwicklung des deutschen Volkes und für vergleichende Erforschung des Rechtes der Völker zweier Welttheile unvergänglich bleiben, weilt nicht mehr unter uns. Sein Tod ist der vierte Harle Schlag, der die hiesig« Universität in dem Zeitraum von einigen Monaten eines Koryphäen beraubt. Karl Josef Anton Mittermaier wurde am 5. August 1787 zu München geboren. Er studirte zu Landshut und Heidelberg. Den größten Einfluß hatte auf seine juristische Ausbildung und den Gang seiner spätern Studien der berühmte Kriminalist Fenerbach, dessen Sekretär er war. Im Jahr 1809 wurde er Pri- valdozent in Landshut und zwei Jahre nachher Prosesso* der Rechte ebendaselbst. Acht Jahre nach seiner Anstellung in Landshut (1819) erhielt er, bereits als Lehrer und Schrift-, steiler mit Achtung g nannt, einen ehrenvollen Ruf nach Bonn. -Schon im Jahr 1821 wurde er unter glänzenden Bedingungen an die Universität Heidelberg berufen. Hier ..„ „ .. Universität Heidelberg berufen. Hier war von nun an der Hauptsitz seiner unermüdeten 46jährigen Wirksamkeit. Er war und blieb in dieser langen Zeit vom ersten Auftreten bis zum Tod einer der beliebtesten akademischen Lehrer und versammelte eine immer gleich große Anzahl von Zuhörern um sich. Ein einnehmendes, kräftiges, volltönendes Organ, ein abgerundeter Vortrag, drr nicht nur von tief r allumfassender juristischer Gelehrsamkeit, von scharfsinnigem , in das Wesen deS Rechtes eindringendem Urtheile, sondern auch von allseitiger philosophischer, besonders psychologischer Bildung zeugte, ein unbestechlicher Rechts- und Frei- heitssinn und eine glühende Begeisterung für Humanität zeichneten seine Vorlesungen aus, welche sich auf das deutsche Privatrecht, das Kriminalrecht und den Prozeß vorzugsweise erstreckten. Vielfach wurde das trockene juristische Material durch geistvolle und witzige Beleuchtungen dem Zögling an« stehend gemacht. Tausende von Schülern in allen Theilen Deutschlands und viele außerhalb unseres Vaterlandes, selbst jenseits des Atlantischen Ozeans nennen den Namen chres Lehrers mit Liebe und Verehrung. Noch als hochbetagter Greis wirkte er mit dem Feuer der Jugend. Stoch im letzten Winter hielt er seine trefflichen Vorlesungen üver den gemeinen deutschen und französischen Prozeß und zwei öffentliche, ungewöhnlich zahlreich besuchte Vorlesungen über das Schwurgericht und das deutsche Strafverfahren. Im gegenwärtigen Sommer hatte er seine Vorträge über das Kriminalrecht begonnen, als eine durch Erkältung entstandene Brustkrankheit ihn auf das Krankenlager warf. Es war rührend, den Schmerz zu sehen, den Mictermaier fühlte, als er von seiner geliebten Lehrkanzel für das Sommerhalbjahr Abschied nehmen mußte. Noch einmal hatte sich sein Gesundheitszustand gebessert. Als Rekonvaleszent versuchte er es wieder, eine Vorlesung zu halten; aber die zunehmende Körperschwäche gestattete ihm nicht, die begonnene Stunde zu beendigen. Aufs neue von der Krankheit ergriffen, die seinem langen Wirken ein Hiel setzte, kündigte er noch auf dem Krankenlager für den Winter 1867/68 zwei öffentliche Vorlesungen über das englische Strafverfahren und ein Kriminalpraktikum an. Es war ein Lehrtrieb in ihm, als wollte er auf der Kanzel sterben Eben so rastlos und unermüdet, eben so vielseitig und em- driugcnd war seine schriftstellerische Thätigkit. Sein Name wurde durch sie ein europäischer; selbst jenseits des Weltmeeres war er rühmlich b kamst und wurde von Kundigen als gewichtiger Gewährsmann genannt. Wie seine Lehrtätigkeit, so bezog sich auch sein schriftstellerisches Wirken auf deutsches Privatrccht, Kriminalrccht und Prozeß. Sein Lehrbuch des deutschen Privatrechis erschien 1821. Es wurde von ihm unter dem Titel: „Grundsätze des gemeinen deutschen Privalre-Iks" (2 Bde. 1837 und 1838) umgearbeitet und erreichte 1847 die siebente Ausgabe. Die Theorie des Prozesses (der gemeine deutsche bürgerliche Prozeß) wurde seit 1820 in einzelnen Beiträgen herausgegeben, später in zweiter, therlweise dritter Auflage. Seine Umarbeitung des Feucr- bach'schen Kriminalrechts erlebte bis 1840 die 13. Ausgabe und wurde eben noch in 14. Ausgabe angekündigt. Sein Strafrecht (Handbuch des peinlichen Prozesses, 2 Bde. 1810) erschien umgearbeitet als „deutsches Strafverfahren in der Fortbildung durch Gcrichtsgebrauch und Part kulargesetz- gebung" (2 Bde. 1832, 4. Aufl. 1847). Noch nennen wir seine Theorie des Beweises im peinlichen Prozeß (1821), die Lehre vom Beweise im deutschen Strafprozeß (1834, auch in französischer und spanischer Ucbersetzung), seine Anleitung zur LerlheidigungSkUl.st im Kriminalprozeß (1814, 4. Aufl. 1844), das englische, schottische und nordamerikanisch: Strafverfahren (1851), die Gesetzgebung und Rechtsübung über Strafverfahren (1856), die Schrift über Gesängnißverbes- serung (1858). Bis in die letzten Jahre seines Lebens setzte Mitterm ater seine vom gleichen Geiste der Gründlichkeit und Freisinnigkeit getragene schriftstellerische Thätigkeit fort. So erschienen sein „gegenwärtiger Zustand der Gefängmß- frage" (1860), seine fast in alle europäische Sprachen übersetzte Schrift „über Beseitigung der Todesstrafe" (1862), seine „Erfahrungen über die Wirksamkeit der Schwurgerichte in Europa und Amerika" (1865), und seine neuesten Beitrage über Secler.störungen und die Anwendung ihrer Lehre auf die Rechtswissenschaft. Er ist der Begründer der kritischen Zeitschrift für Rechtswissenschaft und Gesetzgebung des Auslandes (1829 —1856), Mitherausgeber des seit 50 Jahren bestehenden civilistischen Archivs, der neuen Folge des Archivs des Kriminalrechts, ins GerichtSsaales. In diesen und vielen andern Werken wirkte er für dieselben edlen Zwecke, für welche er als akademischer Lehrer unermüdet thätig war, für freiheitliche und gesetzliche Entwicklung des Rechts, für Humanität in der Gesetzgebung, in der Beurtheilung und Bestrafung L,r Verbrecher. Oeffent- lichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens, Verbesserung des Gefängnißweseas, Benützung alles auf die Besserung des Verbrechers Abzieienden in der Strafgejetzung anderer Länder, Aufhebung der Todesstrafe waren die Ziele, die er verfolgte. Nicht die Vernichtung, die Besserung des Verbrechers war ihm der letzte Zweck der Strafe. Seine zahlreichen Korrespondenzen mit gelehrten Männern vom Fach aus den verschiedensten Ländern, seine Reisen, seine vielseitigen Sp-ach- kenntnisse erleichterten seine vergleichenden Forschungen über Gesetzgebung und Gerichtsverfahren. Das letztere wird mit Recht als ein Hauptverdienst feiner wissenschaftlichen Arbeiten bervvrgehoben. Eme solche Wirksamkeit erhielt auch die wohlverdiente äußere Anerkennung. Er wurde Milglied vieler gelehrten Gesellschaften, er erhielt die höchsten Titel und Orcen, welche einem akademischen Lehrer zu Theil «erden können. An seinem 80. Geburtstag wurde ihm von d»m Kaiser von Oesterreich das Großkreuz des Franz-Joseph- Ordens und am 21. Aug. d. I. von dem Grvßherzog von Baden das Großkreuz des Zähringer-Löwen-Oroens als Zeichen der Anerkennung seiner großen Verdienste verliehen. ^ _ (Schluß folgt.) Dermisckte Nachrichten. — Nus Auftrag der wü-.ttcw.berhischm Regierung hat der Baurath Ebman« erneu Plan zur Bewässerung der bekanntlich sehr wasserlosen rauhen Alb.ausgearbeitet. Dem .Schw. M.' zufolge gchr der Plan dahin, durch ein Druckwerk da- Wasser aus dem Thal in ein hochgelegenes Reservoir zu führen und durch RSHren an die Gemeinden zu vertheilcn; KO Gemeinden sind in den Plan ausgenommen, je 7—8 Gemeinden werden zu einer Gruppe vereinigt mit gemeinsamer Leitung. Je »ach dem Wajferbcdar, würde sich der Kostenaufwand einer Gemeinde auf 10,000—20,000 fl. belaufen. — München, 4. Sept. Anscheinend offiziös schreib! man der »Nllg. Zig.« : Heber da- Berhältniß de- Fröbel'schen Zeitungsprogramm» zur bayrische Regierung scheinen verschieden« irrige Meinungen zu herrschen. Meines Wissen- hat di« reale Politik nur Das mit Hin. Ftddkl'c Ansichten gemein, daß einerseits die Gründung eine- süddeutschen Bundes nicht durchführbar, der Anschluß an den Norddeutschen Bund andererseits aber nicht im Interesse Bayerns gelegen erachtet wird. Daß Bayern an der Spitze der süddeutschen Staatengruppe steht, ist «ine auf dem MachtverhLltniß beruh-nde selbstverständliche Thatsachc. Alle andern politischen Erwägungen und publizistischen Kombinationen de« Programm» find lediglich Eigenthum des Hru. Fröbel, der auch ferner seine Anschauungen in der Süddeutschen Presse selbständig und unabhängig vertreten wird. Nach eben ausgegebener Anzeige wird die Süddeutsche Presse vom 1. Ott. an täglich zweimal (Sonntags einmal) auSgegeben, und in der Wolf'schen Hofbuchdruckerei gedruckt werden. Das Personal der .Bayer. Zig." wurde (mit Ausnahme de» Hrn. Siegert, der wieder als Lehrer in da» Kadettenkorps tritt) von Hrn. Fröbel übernommen, und wird wohl noch Verstärkung erhalten. — Wiesbaden, 4. Sept. (Fr. I.) Der hiesige Gemeinderath hat in heutiger Sitz >ng einstimmig beschlossen, die als Kriegsentschädigung angewiesene Summe von 80,300 fl. unter dem Vorbehalt anzunehmen, daß der zur Befriedigung der Quartierträzer im vorigen Jahr zrrgefichert« Betrag von 30 kr. pro Mann und Tag vollständig vergütet wird. Bekanntlich sind nur 17V, kr. pro Mann und Tag (und hierzu auch die Offiziere zu rechnen) angewiesen; es werden also noch 12V, kr. pro Mann reklamirl, was für die Stadt Wiesbaden ungefähr 20,000 fl. beträgt. — Wien, 3. Sept. Hiesigen Blättern zufolge ist ein Attache der ehemaligen österreichischen Gesandtschaft in Mexiko, Hr. Schmidt v. Tavera, in Wien angekommen. Er brachte die blutgetränkten, von Kugeln durchlöcherten Kleider, die Blouse und die Weste, mit, welche Kaiser Mar im Augenblick getragen, als seinem Leben ein Ende gemacht wurde. Es sollen sie Kleidungsstücke nicht Eigenthum des Kaisers gewesen, sondern, da die eigenen Kleider bereu« von dem Gebrauch in der Gefangenschaft beschmutzt waren, von einem Diener für den letzten Gang geborgt gewesen sein. Der Kaiser hal Hr«. Schmidt empfangen und dann zu seiner Mutter, der Erzherzogin Sophie, die gegenwärtig in Possenhofen am Starnberger See verweilt, gesandt. — Wien, 4. Sept. Das Krregsministerium beabsichtigt, wie die .Militäc-Zlg/ meldet, noch im Lauf dieser Woche die Brigade Rln- gelSheim zu Wien (tue Jnfanterieregimenter König von Hannover und Herzog von Württemberg) mit denWänzi'ichen Hinterladern nicht nur auf den Lekvstand zu betheilen, sondern auch die Augmen- tationsvorräthe dieser beiden Regimenter zu decken. In der nächsten Woche wird die zweite Brigade der Division F ML. v. Philippovich mit Wänzi'S Hinterladern versehen und dann die>e Belheilung brigadeweise in der Wiener Garnison vorgenvmmen werden. Das Bataillon Hannover-Infanterie, welches im Brücker Lager mit RemingIon-Gewehren versehen war, erhält hiesür Wänzi'S Hinterlader und werden erster« als Vorrath aufbewahrt. Weiler ist auch ein Bataillon des Infanterieregiments Baron Maroicic zu Graz mir Wänzl's Hinterladern bereits ausgerüstet. Neben der Umgestaltung dieser Gewehre wird die Neube- schafsung der Wörndl'jchen nunmehr auch kräftig vorbereiret, so daß von beiden Systemen in etwas mehr als Jahresfrist der cfseklive Stand der Armee Mit Hinterladern wird versehen werden können. — Pera, 27. Aug. Der ,Mz. Z." schreidt man von hier über den Untergang des Arkadien: Oer kühne Biokadebrecher Arka- dion, dessen Fahrten in der Geschichte der türkisch-griechischen Kämpfe einen denkwürdigen Platz einnehmen werden, hal endlich aus seiner vierundzwanzHsten Fahrt seine ruhmreiche Laufbahn mit einem ehrenvolle» Ende abgeschlossen. Nach monatelangen Verfolgungen ist es dem Jzzedin, Kapitän Hassan Bey, gelungen, seinen behenden Gegner zu vernichten. Die letzte Expedition Omer Pascha's gegen Aya Rumeli, den gewöhnlichen Landungsplatz des Arkadion, harte den Zweck gehabt, den Insurgenten die Zufuhren von der Seescite her abzuschneioen. und bei seinem Abgang war eine gepanzerte Fregatte zurückgeblieben, um dort beständig Wache zu Hallen. Wenige Meilen entscrni in der Bucht vnu SlavroS lag am 20. Aug. der Jzzedin unterhald eines hohen VorgebirgS, um dem Arkadion, welcher seither nicht mehr an seinem frühen Landungsplatz anlegen konnte, auszuiauern. Im Lauf des Tages hatte der französische Admiral Simon in der Nähe mehrere kretische Flüchtlinge ausgenommen, und bei dieser Gelegenheit sich dem türkischen Kapitän gegenüber verpflichtet, dem Arkadion, dessen Erscheinen man erwartete, der einer etwaigen Begegnung die Gegenwart des Jzzedin nicht zu verrathen; der französische Admiral ^begegnete später wirklich dem Arkadion, und hielt sein gegebenes Wort. Es war gerade anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang, als die Mannschaft des Jzzedin sich zum Nachlgebet anschickte, als man aus der Ferne die Räderschlage eines Dampfschiffs vernahm. Obwohl Hassan Bey eher glaubte, daß es eines der europäischen Schisse sei, welche die Rundfahrt um die Insel machen, ließ er dennoch die Maschine in Bereitschaft setzen. Es war in der Thar der Arkadion, welcher diesmal, ohne von der Gegenwart eines feindlichen Schlsss durch Feuersignale urtterrichlet zu sei», arglos herandampsle. Der gerade ausgehende Mond beleuchtete die Seestächc dis aus weite Entfernung hinaus, während der Jzzedin, durch den Schalten des Vor- gebirgs verborgen, die Bewegungen seines Gegners genau beobachten konirlc. Erst durch die feindlichen Schüsse aufmerksam gemacht, wendete der Arkadion sofort um, und versuchte, aus siine größere Schnelligkeit vertrauend, zu entfliehen. Allein eS war zu spät. Ser cs, daß die Kugeln des Jzzedin die Maschine in Unordnung g.brachl, sei es, baß das Schiss dem Steuer nicht gehorchte, es wurde dato vom Jzzedin überholt, obwohl man große Leinwanddallen, Fässir und ähnliche Dinge über Bord warf, um den Rädern des Verfolgers Hindernisse zu bereiten. Nach Verlaus einer Vierrelstuudc sah sich der Arkadion von der Secseite adgejchnitten; er befand sich gerade zwischen dem Strand und dem türkischen Schiff. Gleichzeitig fuhr man sorl sich aus der nächsten Nähe zu beschieße». Ohne rane zu halten, versuchte der Jzzedin seinen Gegner gleich im ersten Anlauf durch einen gewaltige» Stoß mederzurermen; cS handelte sich darum, ihm von vornchercin die Möglichkeil des Eiurinnens adzuschueidm. Da deide Schisse ziemlich von gleicher Größe sind, der Arlaüivn ist sogar stärker gcbaul, so war da- Unternehme» ein sehr gewagtes; eS gelang jedoch dem Jzzedin, das feindliche Schiff heran zu beschädigen, daß cs in fernem Laus innehallen mußte. Während beide S>chisse so aneinanderlagen, versuchten die Griechen, mit Beilen bewaffnet, aus das türkische Schiss hinüberzusteigen, was in Anbetracht ihrer überlegenen Zahl, „ r Arkadion hatte außer seiner Mannschaft 200 Freiwillige an Bord, Aussicht auf E.solg Halle, zumal da die türkische Besatzung nicht daraus vorbereitet war. Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, in weichem die Türken mit Kanonenwischern und hölzernen Stangen die hereindringende» Hellenen zurückdräligtea. Da der Bordrand de« Jzzedin etwa drei Fuß höher war, als der des Arkadion, so gelang eS ihnen, die Angreifer zum Theil in'S Meer zwischen beide Schiffe hinunterzustürzen. Während des Handgemenges schleuderte der griechische Kapitän Khodja seine Axt auf den türkischen Kommandanten, welcher durch dieselbe am Armgelenk leicht verwundet wurde; ein neben Hassan Bey stehender türkischer Soldat streckte den griechischen Kapitän durch einen wohlgeziclten Schuß sofort nieder. Jetzt machte sich der Jzzedin von seinen, Gegner los und führte einen zweiten Stoß gegen die Steuerbordselle b-S Arkadion, welcher Radkasten and Rad völlig zertrümmerte und dem Rumps einen tiefen Riß bcibrachle. Die Hellenen, welche während des Kampfes Kapitän, Steuermann und einen Theil der Mannschaft verloren hatten, sahen jetzt ein, daß ein weiterer Widerstand nicht mehr möglich sei; sie stellten daher da- Feuer ein und ließen das Schiff mit voller Dampfkraft, soweit eS die arg- geschädigten Räder zuließen, auf den Strand laufen, wodurch es dem größten Theil der Mannschaft gelang, sich an'S Land zu retten. Der Kampf hatte von 10 Uhr Abends bis 3 Uhr Morgen« gedauerl und endete mit der Zerstörung des Arkadion. Zeuge desselben war nur der Admiral Simon, welcher beim Laulwerden de« GeschützfeuerS wieder umgekehrt war und nach Beendigung de« Gesichts mit An bruch des Tages »ach dem PiräeuS abfuhr. Erft gegen 4 Uhr Morgen« erschien die Panzcrfregatle Mahmudie auf dem Kampfplatz. Der Admiral Ibrahim Pascha begab sich sogleich an Bord de« Arkadien , von weichem der Vordertheil hoch ausgerichtet stand, während das Hintertheil im Wasser versunken war. Die Mannschaft hatte eS beim Verlassen »»gezündet. Die Geschütze des Arkadion wurden an Bord der Mahmudie gebracht, während die Maschine in der nächsten Woche hier erwarlei wird. Der Jzzedin selbst lies am 23. August, Morgens, in vollem Flaggenschmuck in'S Goldene Horn ein und verkündigte seine siegreiche Rückkehr mit 21 Kanonenschüfsen. Der Sultan ernannte den Kommandanten Hassan Bey, welcher nicht, wie die Griechen behaupten, aus Psara von griechischen Ellern gebürtig, sondern ein schlichter auatolischer Tüike ist, sofort zum Linienschiffs-Kapitän und ließ unter die Mannschaft 1000 Pso. St. ver- theilen. Gegenwärtig liegt der Jzzedin im inner» Hafen zur Reparatur und wird von zahllose» Besuchern besichtigt. Seine aus 70 Elitesoldalen bestehende Besatzung hat »erhällnißmäßig wenig gelitten. An Tobten verlor er 3 Mann, während im Seehvspitat nur 12 Verwundete urtter- gebrachl sind. Von diesen sind zwei durch Flintenschüsse verletzt. Außerdem zersprang während des Kampfes ein Geschütz, welches in der Eile doppilte Ladung e, halten, und richtete die nebenstehende Mannschaft arg zu; eine andere Expicsion war durch eine in einen offenen Pul- verbehäl ee gefallene Granate veranlaßt; die dadurch bewirkten Verbrennungen sind jedvck nicht zahlreich. Da« Schiff selbst ist mehrfach von Kug ln durchbohrt, konnte jedoch seine Reise nach der Hauptstadt unmittelbar nach dem Gefecht antreten. Da« Bugspriet und da» Boideitheil sind durch die beiden Stöße natürlich fast ganz zersplitteit. Verehrlickstc Expedition der Karlsruher Zeitung. Den Empfang der »nS für die Wittwe de« verunglückten I o a ch t m Mutter von hier güligst übersandten 27 fl. 30 kr., schreibe mit Worten: Zwanzig sieben Gulden 30 kr., besten- bescheinigend, sagen wir lammt der milunterzeichneten beschenkten Wittwe den freundlichen Gebern unfern herzlichsten Dank. Wiechs, den 4. Sept. 1867. Meyer, Bürgermeister. Joachim Mutter'« Wittwe. Nachschrift- Telegramme. -j- Wiesbaden, 6. Sept. Die Generalversammlung der Spielbank-Aktionäre lehnt die Regierungsvorschläge einstimmig ad und beschließt mit 341 gegen 50 Stimmen die Niedersetzung einer Kommission von 7 Mitgliedern, die wegen Aenderung d.s Vertrags mit der Regierung unterhandeln und im Fall der Einstimmigkeit definitiv Beschluß fassen soll. ^ Wie», 6. Sept. Oesterreich ist durch eine am 31. v. M. Unterzeichnete Konvent on mit Frankreich den Beschlüssen der internationalen Münzkonserenz beigetreten. Die Goldwährung wird demnächst gesetzlich eingeführt weroen. Hannover, 5. Sept. (Reut. T.) Aus den hannoverschen Wahlkreisen liegt jetzt, mit Ausnahme eines einzigen, das Gesammtresuliat der Reichstags-Wahl vor. Hiernach hat in 12 Kreisen die national-liberale Partei, in den fünf übrigen die Partiknlaristen den Sieg davongetragen. Berlin, 6 Sept. Die „Börsenzeitung" hört, Dänemark habe Qna ad e mit der Führung der Verhandlungen in Berlin beauftragt. Kopenhagen, 5. Sept. Landgraf Wilhelm von Hessen- Kassel, geboren 1787, Vater der Königin von Dänemark, ist heute 4 Uhr 30 Min. Nachmittags gestorben. Konstaatinopel, 5. S pt. Der russische General Ig - natiefs reist am Sonntag nach der Kr>.m. — Der „Le- vante-Heralo" meldet: Die Redifs erhielten Befehl, wegen der Agitation in Serbien nach Rumelien abzugehen. Nrn-Dork, 27. Aug. Es geht das Gerücht, sämmt- Uche Mitglieder ees KabinetS halten Johnson benachrichtigt, daß sie bereit seien, ihre Entlassung zu geben, falls es gewünscht wüdre. MatamoroS. 15. Aug. Canales hat sich für Octega erklärt. Eöcobedo zieht mit 5000 Mann gegen ihn. Verantwortlicher Redakteur' vr. I. Hcrm. Kroenlein. Großherzogliches Hoftheater. Sonntag 8. Sept. 3. Quartal. 87. Abounementsvor- stellnng. Di- Jungfrau von Orleans; Tragöoie in 5 Akten und einem Vorspiel, von Frieorich Schiller. Montag 9. Sept. 3. Quartal. 88. Abonnementsvorstellung. Zur F.-ier des Allerhöchsten G-bnrtsfestcs Sr. königlichen Hoheit des Hroßherzogs, bei festlich beleuchtetem Hause, neu emstnolrl: Richard Löiveaherz; Oper in 3 Akten, von Gretry. 2b.!7 Stuttgart. In der E. Schwei,rrbart- ichen N-rlagshandlvng erschien so eben und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen : Mahnruf zur Bewahrung Hüddeutschlauds vor dt» SoßerAeu Gesahrr». Eine Deuksckrift für die süddeutschen Volksvertreter von Moriz Mohl, Württemdergischem Abgeordneten. Preis 1 fi. 12 kr. Die entscheidende Wichtigkeit des Augenblicks ist ein- leuchlcnd, und dürfte es jgenügen, den Inhalt dieser Schrift kurz anzusügen: Der Berus Preußens; Allianz-Verträge; Milit 8 rlast; Zollver - einsfrage; Salz- u. Tabakssteuer; der Salzverbrauch in Preußen und Süddeutschland und deren Staatseinnahmen sür Salz. _ _ Z.b.50. Oberkirch. Dienstantrag. Ein gewandter Ksnzleigehilse kann sogleich dahier eintreten. Verdienst 500 fl. Oberkirch, den 5. September 1867. Großh. Gerichltznotar ^_ Grcifscnher g._ Ab61. Adelsheim. Dienstantrag. Die bei dem unterfertigten Rentamts zu besetzende Stelle eines weiteren rechnungsverständigen Gehilfen wird hiermit abermals mit einem Gehalte von 6vvfl. und freier Wohnung zur Bewerbung ausgeschrieben. Eintritt baldmöglichst. Adelsheim, de« S. Sept. 1867. Grundherrlich v. Adelsheim'fches Rentamt. Hibfchenberger. _ MW- Für Aerzte. Z.b.51. Käferthal (Bezirsamk Mannheim). Die hiesige Gemeinde sncht einen Arzt mit dem Wohnsitze im Orte. — Gehalt 500 fl. — Anmeldung und Auskanftsertheikung bei dem Gemeinderath in Käferthal. Ab.64. St. Leon. Ein lüchliger findet Geometerkandidat glM Beschäftigung bei Geometer Jung in St. Leon. _ Ägenten-Gefuch E?- L den ausgebreitete und gut fondirte Leiensverficheruugs- Gesellschaft sucht in allen Städten und größeren Orltn leistungsfähige Agenten. Gut empfohlene Bewerber, die sich einem ähnlichen Aufträge mil Thäligkeil widmen könne», belieben ihre, mit V. W. bezeichnen Offerten, unter Angabe ihrer Verhältnis s e , franco an dia Expedition dieses Blattes zu senden. _ Zz.791. Mannheim. HaarieliilMlililkiiMiMli von In Js Grullamann's Pwe in Uoord- wigk-Iinnk» bei Ka-rlem, in Kommission. Bestellungen werden entgegen genommen bei V>. KvhVer 8L 8t vch in Man nheim. Mr Oirthe. Pachtgesuch. Bis spätestens 1 Oktober öder 1. November wünscht man in einer größer» Stadt deS Grotzberzogthum« Bade» eine kleinere Wirthschaft, deren Rentabilität nachgewiesen werben kann, pachtweise,» übernehmen. Gefällige frankirte Offerten unter Chiffre V. k 115 beiördert das Annoncenbureau der HH. Haasenstrin L Vogle r in Basel. _ Z .z .878 . ^2.r.9zo. Lsckeu-Ksckeu. Voitultz eda88e L vevüre, 8'ollresser l-ouiseu-Strssse kir. 36 s ßrlSN-ÜLlsn. ,8.d.54. Nr. 514. St. Leon. FaffelverHeigeruAg. Montag de« 18. d. M., , Mlttagslllhr, versteigern wir hier auf dem Rath- haus einen fetten Riudssasscl; wozu wir Liebhabix hiermit einladen. St. Leon, Amt« WicSloch, den 5. Sept. 1867. DaS Bürgermeisteramt. Sieger. __ vckt. Kle venz. Z.b.57. Zwcibrücken. ^ Pferdeyersteigerung. ^Freitag den 13. September d. I., Vormittags 11 Uhr, im GestülShofe dahier, werden 2 Wallache, gefahren, 2 Stuten, hievon eine Sjährig, fehlerfrei, ange- rilten, öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Zweibrücken, den 5. September 1867. König!. GestütS-Hlrektion. v. R a d. Z.a.96. Donaueschiugen., Orgelversteigerung. x. In Folge richterlicher Verfügung wird dem unirten Kirchenfond ,u Oestnqen am Dienstag dey 24. L. Mts., -Vormittags 11 Uhr, ruf dem RalhbauS daselbst dessen Kirchenorgel gegen Sosrzahlvng öffentlich versteigert. Donaueschiugen, den 4. September 1867. Der Gerichtsvollzieher: Gagel. 8 Mi»Ir«L von 8 tr» 88 d»r 8 iu»el> karl 8 . Hin- utld Rückfahrt j 2- Masse 3-Klaffe j Hin- und Rnckfahrt Mammen i SO Fr. 2V Fr. s zusammen. Außer dem Handgepäck 20 Pfund Freigepäck. irr Abfabrt in Straßburg Sonntags IS. September 1 Uhr Nachmittags. Ankchnst in Paris Montags 16. .. 7 „ 10 Morgens. Rückfahrt: . Abiahrt in Paris Donnerstags 19. September 10 Uhr 55 Abends, Ankunft m Straßburg Freitags 20. „ 2 „ 55 Nachmittags. Di- Ausgabe der Billele erfolgt am Straßburger Bahnhofe von heut» an, und, so weit der Vorrath reicht, bis Sonnabend 14. September Milt»««. _ ^ _Z.b.12. PrSumll-Anleihk drr SM Mailand von 1866. Gewinne: Frcs. 1««,«V6. Fres. S«,ü«0. Fres. 3«,V0«. FrcK 1«,6V« Fres 166« re. re. Vierteljährige Ziehungen, die nächste am 18. September 1867. Original-Obligationen zu Fr. 10. — fl. 4.' 40. — Thlr. 2. 20. (größere Parthim billiger) zu babeu bei 8* ^ F'Nlh E"' Frankfurt a. M. Die Stadt Mailand ist bekanntlich reich und obig« Anleihe außerdem eine solid fundirte. Die Gewohnheit, statt Gold- oder Silbermünzcn kleine Anleyensloose in Sparbüchseu zu legen, macht sich imrtrer mehr geltend; auch für Ersparnisse, die.zu unbedeutend find, um verzinslich angelegt werde» zu können, eignen sich derartige kleine Obligationen, die viermal im Jahre Chance haben, große Prämien zp erlangen, während sie jedenfalls mit dem auSgelegten Kapital zurückbezahlr werden müssen. > Die meisten derartigen kleinen Anlehensloofe sind theils ganz vergriffen, theilS kosten sie bedeutend über Nominalwerth, und sind deren Course auch ohnedies durch das Aushören des ^ Promessenspiels fest und steigend. j Mailänder Frcs. 10. Loose sind — weil die zuletzt emittirlen — vorerst noch die billigsten. Z.z.859. Z.z,8i2.z Erste k. k. privilegrrte DoMU-DaM-WWHts-Gesellschast. Man beehrt sich, einem verehrlichen reisenden Publikum bekannt zu geben, daß die seither bestandenen Personenfahrten zwischen Regensburg, Paffau und Linz für dey, Monat September eingestellt wurden; dagegen folgende FahrordnungPlatz greift. Von Donauwörth nach Regensvurg: jeden Tag geraden Datums, Abfahrt 8'/z Uhr früh. Von Regensburg nach Donauwörth: jeden Tag geraden Datums, mit Nachtstation in Neuburg, Abfahrt 6 Uhr früh. Von Pafsau nach Linz täglich 1 Uhr Nachmittags. Von Linz nach Paffau täglich 7 Uhr früh. Regensburg, den 25. August 1867. Djx AtzeNlik. Z.b.67. Nr. 435. Her re» wies. (Holzversteigerung.) Aus den Domänyrwaldabtheilungen Mühlbach, Dreibrunnen, Wgck:r«brunncn, Langegründe, Tanzplatz, Netzhlünnen, Schindelbrunnen, Ppvchlleich, Harmersbrunnen, Gartenbach, Kohlscheuer >y»d Jägzrrain versteigern wir di« Donnerstag den 19. September 1867 .4. Nadelholz: 581 Säg-, 3275 Baüholzstämme; 3015 Säg-, 38 Spaltklötzc; 1200 Lailenklötze; 584V» Klftr. Scheit-, 4M Klftr. Prügelbolz; 16,000 unaufbe,eitet« Wellen. 6. Buchen: 111 Klftr. Schell-, 37 Nutzholzklötze. Die Zuiammcnkunft ist Morgens 9 Uhr im Gasthaus zam Löwen in Lichlenlhal. HerrenwieS, den 4. September 1867. Großh. Bezirksforstei. M o z e r. Z.b.69. Nr. 7451. Oberkirch. (Schulden- liqizidatian.) Maurer Josef Amrhein von Oppenau will mit seiner Familie nach Nordamerika auSwanbern. Etwaige Gläubiger haben sich innerhalb der Frist von 14 Tagen entweder außergerichtlich mil Josef Amrhein abzufinden oder ihre Ansprüche an denselben vor Gericht zu wadtrn, indem sonst nach Ablauf der Frist der Reisepaß verabfolgt würde. Oberkirch» den 5. September 1867. Großh. dad. Bezirksamt. Metzger. Schätz. Z.a.100. Nr. 11,029, Radolfzell. (Fahndung.) In der Nacht vom 16. auf den 17. v. Mts. kam de« Herrn Pfarrer Sledert von Hemmenhofen vom Secufer daselbst ein« Gondel, im Werth von 40 fl., abhanden, und vermuchel der Eigcnlhümer, daß sie an eine tiefe Stelle des SeeS verbracht und dort versenkt worden sei. Die paare grün angestrichen, und trägt außerdem auf einem schwarzen Blechschild die Ziff. VI in weißer Farbe, Wir bitten um Fahndung mit dem Bemerken, daß Pfarrer Siebert Demjenigen, der sichere Spuren zur Entdeckung der Gondel, dezw. des Thäiers namhaft machen kann, eine Belohnung von 8 fl. zuge- stchert hat. Radolfzell, den 4. September 1867. Großh. bad. Amtsgericht. ^ Heiß. Z.a.93. Nr. 8777. Schwetzingen. (Beschlag und Fahndung.) Der wegen Körperverletzung zu einer zehnmonatlichen KreiSgefängnißstrafe verurteilte Karl Ullrich von Nculußheim — 24 Jahre alter, ledrger Landwinh — hat sich hem Strafvollzug durch die Flucht entzogen. Wir bilten um Fahndung und Einlieferung des Verurteilten im Beiretungsfalle. Zugleich wird das Vermögen des Karl Ullrich mit Beschlag belegt. Schwetzingen, den 3. September 1867. tzfroßh. bad. Amtsgericht. Diez. Kappes. i Gondel hat drei Sitzbänke, ist sür zwei Ruder- nngstichtet, innen rvlh und außen gelb und Z.äLI. Rr. 12,653. Offendurg. (Fahndung.) Hm Dienstag den 27. d, M., Nacht» zwischen 7 und 8 Uhr, wurde im Wald zwischen Bürbach und Bottenau ein Frauenzimmer von einem ihr unbekannten Manne angesallen, der sie zuerst zu notzüchtigen versuchte und ihr sodann eine Reisetasche von schwarzem Wachsleder ynt Mahlschloß gewaltsam enlriß. Die Reisetasche enthielt ein wollenes Kleid, ein Frauenhemd, roth gezeichnet, ein Paar baumwollene Strümpfe, ein Korsett, zwei leere Flaschen und ein Frankfurt, 5. September. GtaatSPapiere, Stück Brod. Der Unbekannte wird als ein ziemlich großer, starker Mann geschildert, der etwa 50 Jahre alt ist, eine Narbe im Gesicht hat und einen schwarzen Rock und schwarzen Strohhut trug. Wir bitten um Verhaftung und Einliefernng dieses Mannes. Offenburg, de« 30. August 1867. Großh. bqh. Amtsgericht. Fieser. A.a,92. Nr. 7883. Eppingen. (Diebstahl und Fahndung.) Am Mittwvch den 10. Juli d. I., Nachmittag« zwischen 1 und 3 Uhr, wurden aus einem hiesigen Priyalhause folgende Gegenstände entwendet: 1) ein Stück hänfenes, weißgebleichtk« Tuch von 33 Ellen; 2) ein Stück rotb-. blau- Und wnßgesteinker Kölsch von 18 bi« 19 Ellen; 3) drei Bettüberzüge, wovon 2 weiß und blau, und der dritte roch, blau und weiß gesteint ist; 4) zwei Psglben, der eine mit weißbeinernen Knöpfen; 5) zwei Leintücher. DaS Weißzeug Ziff. 3, 4 und 5 ist mit öl. U roth gezeichnet. Wir bitten um Fahndung auf diese Gegenstände und de« z. Zt. noch unbekannten Thätcr. Eppingen, den September 1867. Großh. bad. Amtsgericht. Kugler. Z.a.95. Nr. 11,296. Donaueschiugen. (Vorladung.) Korporal, Andreas Nopp er von Oefingm wird der Desertion beschuldig«, und haben wir Tag- , fahrt zur Hauvtverhandlung Hinwegen an/ Sgmstag den 21 . Septe.mber, Vormittags 9 Uhr, angevrdnet; wozu derselbe unter dem Bedrohen vor- gelade» wird, daß bei seinem Ausbleiben Urtheil nach Aktznlage erpehf. Donaueschiugen, den 3. September 1867. Großh. bad. Amtsgericht. W o l k i n g e n Z.a.30. N». 9248. Emnvendingen. (Aufforderung,) Andreas Spöri von Sezqu, Salbst im 5. Infanterieregiment, hat seinen Hcimachs- ort vhye tzrlaubniß verlassen und soll sich nach Amerika begeben haben. Derselbe wird aufgcfvrbert, sich b inwe«, 4 Wo ch en datier yder^ bei seiryzn. Kommando zu stellen, widrigen« die Einleitung des gerichtlichen Strafverfahren- Wegen Desertion gegen ihn beantragt wurde. Zugleich wird dessen Vermögen mit Beschlag, belegt. Cmmendingen, den 31. August 1867. Großh. bad. Bezirksamt. Fing ä d o. Aa.89. Nr. 8520. Lörrach. (Bekanntmachung.) Am 29. August wurde im Rhein bei Kirchen, diesseitigen Bezirks, die Leiche eine« wahrscheinlich beim Baden ertrunkenen, unbekannten Mannes gelandet. Dieselbe mag schon etwa 14 Tage im Was- ftr gelegen haben. Jude» wir uchten, soweit möglich, da« Signalement, beifügen, ersuchen wir die verehrtzchen Behörden, uns Nachricht zu geben, wenn Etwas über die Persönlichkeit des Vcrünalücklen ermittelt werden sollte, Signalem?iit: Alter, etwa 30 Jahre; Größe, 5' 6"; Haare, dnnkblttiaun, IV," lang; schwacher Schnurrbart; Zähne, gut und vollständig. Lörrach, den 2. September 1867. Großh. bad. Bezirksamt. I. A. d. M.: Baumüller. Z.a.79. Nr. 10,888. Emmendingen, (llr- theil.) In Anklagesachen gegen Soldat Johann Rübling von Denzlingen wegen Desertion wurde durch diesseitiges Nrtheil vom Heutigen, Nr. 10,868, zu Recht erkannt: Der Angeklagte stt d« Vergehender Desertion für schuld», zu erkläre» »nd beßhald, dessen persönliche Bestrafung im B/tr«IungSfalle, Vorbehalten , m eine GMsirast von 1200 fl. und in die ^ ' ens und der UrtheilSvollstre- Kosten de« Slrafversi cknng zu verurtheilen. Emuzcndingen, den 3. September 1887» bah. Amtsgericht, N a u. Brecht. Prcuß. Franks. Naffau Krhcss. Bayern Sachsn. Wrtbg. Baden G.Hess. Brschw. 5^/, Obligation. 4V?/° o°. b. Roths. 4°/„ do. do. 3V-°/o Staatssch. 3V?/o Obligation 3°/, d°. 4V-°/°Obl.b.Rothsch. 4°/o do. 3V-V» do. 4°/„Obl.Rthlr.L105 5°/oObligation. L. R. 4'/-°/o Ährij) „ 4Vr°/o V-jährig „ 4°/« 1 jährig 4°/o V-jährm „ 4°/o Ablös.-R. „ 3'/r do. „ 5°/oObl.b.Rths.L105 4V2°/°Obl.b. Roths. 4«/o do. 3V-°/° do. ' 4'/?/o Obligation 4«/« do. 3V,°/o do.v.1842 4o/g Obligation 3'/-°/° do. 3V?/»Obl.b.R.L105 98 P. 84V« G. MP. 93 G. 84-/« P. 81-/« P. 90V, P. 100V, P. 93V» P. 94V« P. 88bez. 88 V. P. 88V« G. Lvrbrg. Oesterr. S2'/«P. 91V, P. 84V« b.G. Rutzld. Finnld. Belgien Italien Schwb. Schwz. — — >N.-Am. 84 G. 4°/,O,Fr.L28kr.b.R. 4^do.ä105kr.b.R. 5°/« Met. i. S. b. R. b°/» do. 1852 i. Lst. 5«/« do. 1859 „ „ 5«/« do. 1864 , „ 5°/« Met. v. 1865 «/, 5»/« Nat.-A. 1854 5°/« Met.-ObligaL 5°/,do.1852C.b.R. 30/0 do. steuerst. 66 4V-V« Met.-Obligat. 5o/„Obl.inL.äfl.12 4V-°/oOb.i.R.L105 4V,°/oPsdb.i.R^1V5 4V-V«O.i.Fr.L28kr. 5°/oLomb.i.S.b.R. 5°/oVaiet.C.b.R.°/, 4 -/z °/° O. i. R. K105 4V,°/vdo.i.L.»12fl. 4V-°/°Pfbf.r.R.ä105 4V,V°EOwFr.L28 4V,VoBern. Std.-O. ,4°/o do. 6V0 do. r.1882 78V» G. 79 V« P- 65V» P. 60V« P. 59-j.G. 65V» P- 53 V« bez- 48V« G. 39V« P. 84V. P. 83V» G. 82V, P. 72 G. 68'/« tS. 83V, G. '83 P. IM'/« G. 93-/« G. L7V« G. 77V« 77V» b.G. 8V2VoPre1ch.Pr.-A. Kurh.403Llr.L.b,R». Nass. 25-st-L. b R. 3V«St.Hmb. v.1866 4°/« Bayr. Präm.-A. Bad. 35-fl.-Lo»se Gr.Hcss.50fl.L.b.R. , 25fl., „ , Ansb.-GUnzenh. L. OestL50fl.b.R.183S ydOfi. . 1854 100fl.PrL.1858 400fl.v.1 Schweb. Rthlr.lOL. Sard.36-Fx/L.b.N. Mail.45-Fr.-L.bM. 2 V2Lütt.Pr.O.b.G. Mrchjel-Knrse. Diverse Aktien, Eisenbahn-Aktie» S»d Priorität«. 126V» P- 661 G. 177 bez. 86V, G. 89 P. 201b.u.G 3"/» Frankfurter Bank 3Vo Oesterr. Bcück-Aktim 5°/o , Cred.A.i.O.W. ho/o Pfdbr. d. österr. Ered.-A. 3°/o Bayer. Bank L fl. 500 40/gPfandbr. d. bayr.Hyp.-B. 4°/o Darmst. B.-A. L fl. 250 4°/« Weimar. Bank-Aktien 4»/« Mitleid. Cr.-A. ä 100 Th. 40/oLuremb. Bank-Mim Rhein-Nahe-Bahn Thlr. 200 TaunuSbcchn-Aktien ü fl. 250 3 V,°/o Frankf.-Han.-Eisnb.-A. 4V,"/o Franks.-Han. Prior.-O. 4°/g Bfandbr. d. Frkf. Hyp.-Bk. 50/oOesterr. Staals-Eisenb.-A> 229V, bez. 5/,Pfälz.Nordb.15»/° . 127V. P. 49-/, G. 44V« P. 29V-P. 46 G. 95 bez. 76 G. 73V» G. 76V, G. 81 G. 102V, G. 94V, P. 116-/, P. GilrheuS-Loose. 52'/« G, 34 G. 78 G. S7V«b.G. 51V« P. 142V» P. 37Vz P. 10V» P. 111V, P. 59V. P. 121V» G. 69V,b.G. 74V. P. 9V«G. 70V. P. Amsterdam r.S. 100 G. Antwerpen 94V« B. Augsburg 100 B> Berlin 105 B. Bremen E 97'LB. »' 94V« B. 105 B. Hamburg 88V« G. Leipzig 105V« L London 119 V« B. Mailand E -- - München 100 B. Paris 95 B. . 60L90T. - - Wien k.S. 96 G. Diskonts. 3«/,S. SolS n»l> Silber. Preuß.Kässsch.fl. 144'/«-4ö' Preuß. Frd'or.. 958-59 Pistolm . 946-48 , doppeüe, 947-49 Holl.10-fl.-St. . 951-53 Rand-Ducat. , 535-37 20-Frankenst. . 929-30 Engl. Sovcr. , 1153-57 Ruff. Jmper. , 947-49 Gold pr.Zollpst. , -- — Me österr. 2>)r., — — Raud-20r. , — — HH.Silbw.Zpsd.» — — Doll, in Gold . 227-28 Druck und Verlag der G, Braun'schen Hosbuchdruckerei. (Mit einer Beilage.)