Karlsruher Zeitung. Samftag, IS. Juli. U16L. Vorausbezahlung: vierteljährüch 2 fl.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, BrieftrLgergebühr eingeschloffen, 3 fl. 7 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 6 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1872. Amtlicher Theil. Anne königliche Höhnt drr Großherzog haben nach höchster Entschließung vom 9. Juli gnädigst geruht, den Professor Lr. Georg Weber, Vorstand der höhern Bürgerschule in Heidelberg, auf sein unterthänigstes Ansuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen. Nicht-Amtlicher Theil. Telegramme si Berlin, 11. Juli. Der Reichsanzeiger" trägt zu der gestern publizirten Ausführungsverordnung zum Jesuitengesetze folgende B und esraths-B e- schlüsse nach: Die Bundesrathsregiernngen mögen die Jnternirung auf Fälle beschränken, wo der zu Jnternirende außer Stand ist, selbst einen bestimmten, ihm nicht versagten Aufenthaltsort zu wählen; die Regierungen mögen ferner jeden einzelnen Fall der Auflösung einer Niederlassung, der Ausweisung oder Jnternirung unter Nennung der Namen und Personalverhältnisse dem Reichskanzleramte anzei- gen wie binnen dreimonatlicher Frist über das Resultat ihrer Erhebungen betreffs der verwandten Orden und Kongregationen berichten. j- Langknschtvalbach, 10. Juli. Nachmittags 5 Uhr traf der Deutsche Kronprinz zum Besuche der Kronprinzessin von Italien hier ein und reiste am Abend wieder ab. j- Bern, 11. Juli. Entgegen dem Nationalrathsbe- schlusse von voriger Session beschloß der Ständerath, daß der Bund die durch den Einfall der Nathan'schen Jn- surgentenbande in Italien dem Kanton Tessin verursachten Truppenaufgebotskosten zu übernehmen habe. si Paris, 11. Juli. Die Gerüchte von Pourparlers der katholischen Mächte behufs einer Verständigung für die Eventualität der Papstwahl werden als unbegründet betrachtet. -ff- London, 10. IM. „Times" enthalten folgende telegraphische Nachrichten aus Konstantinopel vom gestrigen Tage: Ungeachtet der Auseindersetzung Lesseps' betrachtet die Pforte den neuen Tarif für den Suez-Kanal als der Konzession zuwiderlaufend und wird ihre Ermächtigung nicht ertheilen. — Der rumänische Minister Costaforü bat die für den Fürsten Karl nachgesuchte Erlaubniß, einen speziell rumänischen Orden einzuführen, nicht erhalten. Die Pforte hat sich jedoch bereit erklärt, auf Empfehlung der rumänischen Regierung, ottomanische Orden zu verleihen. Die Pforte hat ferner in dringendster Weise den Wunsch ausgesprochen, daß Rumänien, um eine auswärtige Einmischung zu verhindern, die Israeliten auf besseren Fuß stellen möge. Deutschland. Straßburg, 11. Juli. Seit einigen Lagen werden die letzten 40 Prozent der Kriegsentschädigungs- Felder im Nordkanton theilweise schon ausbezahlt; bis Ende dieses Jahres hofft man auch die übrigen Kantone hiesiger Stadt desfalls bereinigen und sämmtliche 50 Mill. Entschädigungsgelder auszahlen zu können. X Schlettstadt, 11. Juli. Als Ersatz für das uns entzogene Tribunal werden wir noch in diesem Herbste ein katholisches Lehrerinnenseminar, welches schon in einigen Jahren auf 75 Zöglinge erweitert werden soll, mit reichlich ansgestatteten Lehrkräften erhalten. Der Hr. Be- zirkspräsident des Unter-Elsaß hat bereits vorgestern die von der Stadt hiefür bereitgestellten Gebäude miethen lassen und sind die Einrichtungsarbeiten schon eingeleitet. Wenn auch im Ober-Elsaß und in Lothringen ähnliche Se- minarien errichtet werden, so dürfte doch unser Seminar immerhin eine große Frequenz schon deßhalb erhalten, weil die Schulschwestern künftighin wegfallen, die Lehrerinnen also in den vom Bezirk errichteten, übrigens streng konfessionell getrennten öffentlichen Seminarien ausgebildet werden sollen, worin wir eine entschiedene Verbesserung der Schulverhältnisse erblicken. )( Schirmeck, 10. Juli. Auch unser Breuschthal hatte seit einigen Monaten in Folge der Umtriebe der lügus slsaoieimö arg am Optionsfieber gelitten und waren die Bureaux des k. Kreisdirektors zu Molsheim bei den hiesigen Amtstagen von Optirenden förmlich belagert. Eine offizielle Erklärung des k. Kreisdirektors über die Freilassung der vor dem 1. Jan. 1851 gebvrnen Jünglinge vom Militärdienst, welche in allen Mairien angeschlagen und gehörig verbreitet wurde, hat jedoch über alle Erwartungen hinaus derart beruhigend gewirkt, daß der Optionsschwindel in unserm Kreise jetz tsein Ende erreicht hat. Von den mehreren Hundert Optirenden wollen jetzt keine 20 auswandern, da sie es vorziehen, im Lande zu bleiben. Die Lügen der Flugschriften des Ingas slbsoienne werden nicht mehr geglaubt, da die Verheißungen eines bessern Looses in Frankreich nicht mehr recht ziehen wollen. Gerade wir Grenzbewohner können durch den Vergleich der Steuerlast die Schattenseiten der französ. Verwaltung am besten kennen lernen, indem wir hier keine Steuererhöhung hatten. ^ Neubreisach, 10. Juli. Kaum ist der Bau der Bahn von Altbreisach nach Kolmar, welche, sofern nicht die Rheinbrücke und die Fortifikation größeren Schwierigkeiten begegnet, bis Ostern 1874 vollendet sein soll, gesetzlich festgestellt und durch die niedergesetzte Bausektion eingeleitet, so tritt auch bereits schon das Bahnprojekt Neubreisach- Markolsheim-Schlettstadt mit großer Bestimmtheit in den Vordergrund, zumal nun auch der sofortige Ausbau der direkten Linie von Schlettstadt über Barr, Dambach, Wasselnheim, Romansweiler und Mauersmünster nach Za- bern feststeht. Nimmt man hiezu die Linie Zabern-Saar- burg und die längstens am 1. Okt. l. I. zu eröffnende Bezirks-Eisenbahn von Saarburg und Saargemünd, sowie j die bereits im Betrieb befindliche Strecke Saargemünd- ! Saarbrücken-Trier-Köln, so würde die Liuie Schlettstadt- s Neubreisach im Anschlüsse an eine Bahn über Freiburg ! und durch's Albthal nach Waldshut allerdings die kürzeste i Eisenbahn-Verbindung von den Niederlanden und dem Nie- j derrhein an den St. Gotthardt bilden. Selbst für das französische Lothringen würde diese Bahn eine große Bedeutung als nächste Zufahrtsstraße an den St. Gotthardt gewinnen, wenn einmal die Bahn Lüneville-St. DLL über Markirch, beziehentlich über Saales und Weiler nach Schlettstadt airsgebaut ist, was die Generalräthe der Vogesen, des Oberrheins und des Niederrheins schon seit vielen Jahren beantragt haben. Das Departement Niederrhein hat schon im Jahr 1868 die Strecke Schlettstadt-Markolsheim derart projektiren lassen, daß ihre Fortsetzung über Burgheim nach Freiburg in Aussicht genommen war; auch sollte damals mit großem Umweg noch der Marktflecken Sundhausen in die Bahnlinie hineingezogen werden; dies Projekt bedarf jetzt allerdings der Umarbeitung, weil die Wichtigkeit der Reichsfestung Breisach erheischt, daß die Schlettstadt-Markolsheimer Bahn durch den Breisacher Brückenkopf über den Rhein geführt werde und weil jetzt die direkteste Linie gewählt werden muß. Wir verkennen nicht, daß vor Eröffnung der Gotthardt-Bahn der Bau der Bahn von hier über Mar- kolsheim nach Schlettstadt kaum begonnen werden wird, weil im Reichslande noch wichtigere Bahnen vorerst aus- zuführen sind; übrigens glauben wir die Interessen dieser Bahn einstweilen schon dadurch genügend gewahrt, daß bei der Anlage des Neubreisacher Bahnhofes, wie wir vernehmen, besondere Rücksicht auf den Anschluß über Markols- heim nach Schlettstadt genommen wird. Mülhausen, 8. Juli. Das „Jvurn. de Belfort" schreibt: Die gegen die Jesuiten ergriffenen Maßregeln werden im Departement Oberrhein sich auf die Insassen der Klöster Oehlenburg und Jsseuheim, sowie auf die andern Kongregationen beziehen, welche dem klösterlichen Regime nicht unterworfen waren. Eine Frist von 6 Monaten ist ihnen gewährt, um sich aufzulösen und wegzuziehen. U München, 10. Juli. Der Staatsminister des Innern, v. Pfeufer, hat eine Dienstreise angetreten. Derselbe wird sich vorerst nach der Pfalz begeben, um am 14. d. im Aufträge des Königs die pfälzische Industrie-Ausstellung zu eröffnen. — Vor einigen Tagen weilte in München der ehemalige italienische Ministerpräsident Minghetti, der 1864 die September-Konvention abschloß. Er besuchte die Sehenswürdigkeiten der Stadt und mehrere hervorragende Persönlichkeiten; so machte er eine Visite beim Stiftspropst Ur. v. Döllinger und beim ehemaligen Ministerpräsidenten Fürsten v. Hohenlohe-Schillingsfürst, der von Berlin zurückgekehrt ist, sich jedoch nunmehr auf seine Güter begeben hat. — Der Kultusminister v. L utz hat einen mehrwöchentlichen Urlaub angetreten und sich nach Feldafing am Starnbergersee begeben. — Auf die vom Rektor und Senat der Münchener Hochschule ergangenen Einladungen zur Theil- nahme an der Jubiläumsfeier hat die Mehrzahl der deutschen Universitäten bereits Deputirte angekündigt. Vom Rhein, 9. Juli. (Allg. Ztg.) In Folge des Erlasses von Seiten des Kriegsministers an die katholische Militärgeistlichkeit vom 29. Mai d. I. hat am 5. Juni zu Münster am Stein (bei Kreuznach) eine Versammlung von Militärgeistlichen stattgefunden, woran sich je einer der beiden von Straßburg und Koblenz, die beiden von Mainz, der von Trier und der von Saarlouis betheiligten. Ueber das Resultat ist noch nichts Näheres vekannt geworden, aber nach den Elementen der Versammlung laßt sich fast mit Gewißheit schließen, daß das Verhalten des Feldprvpstes Namszanowski dem Staate gegen- Eia vtrhällgmßvoüu Motto. (Schluß.) Ben uni> die Uebrigen schauten mit angehaltenem Athem dem Auftritt zu; sie wagten nicht, sich ins Mittel zu legen, aus Besorgniß, durch ihr Einschreiten dem Streit eine schlimme Wendung zu geben. Das Leben ist ein kostbares Gut für Jedermann, und weder Ben noch leine Gefährten waren geneigt, dasselbe unnütz aufs Spiel zu setzen. WaS Clyde anbelangte, so hatte er sich noch nicht so vollständig erholt, um für den Augenblick etwas bei dem Auftritt, der sich vor seine» Augen abspielte, thun zu können. So fuhr denn das Boot fort, hin und herzuschaukeln unter der Bewegung der Streitenden, bis es plötzlich sich im Kreise drehte — dann umschlug und unterfank. Jetzt wurden drei menschliche Körper sichtbar, die auf dem Wasser schwammen und mit den Wellen kämpften — einer davon, ein weiblicher, mit langen, herrlichen Flechten, war der Körper der armen Myrl Meredith, welche jedoch nur ein einziges Mal die Arme in die Hohe hob und dann wie eine schwere Bleimaffe unterfank. Einige kräuselnde Wellen, einige Lustblasm bezeichneten die Stelle, wo ihre liebliche Gestalt für immer in der Tiefe des Meeres verschwunden war. Ein Schrei des Entsetzens entrang sich den Lippen des braven Ben und der Polizisten, und der Mond bedeckte sein bleiche» Gesicht mit einem dunkeln Wolkenschleier, al» ob er trauere über dies entsetzliche Schauspiel. »Was ist, was giebt's?" rief Clyde jäh auffahrendßund sich zu seinen Begleitern wendend. »Das andere Boot, Sir!" sagte Ben zögernd. .Was ist damit?' sagte Elyde. »E« ist untergesunken, Sir!' erwiederte Ben mit einem Schauder und kaum vernehmbarem Tone. Jetzt richtete sich Clyde ganz in die Höhe und starrte verstört über dns Wasser. „Das andere Boot — wo ist'«?" frug er in heiserem, angstvollem Tone. „Es ist untergesunken, Sir," erwiederte Ben, welcher geduckt am Buge seines Bootes, mit weit offenen Augen und in angstvoller Spannung auf das Wiedererscheinen Mvrl's harrte. Aber keine Gestalt zeigte sich mehr, und der erfahrene Schiffer vermuthete richtig, daß die anschweäcnde Fluth die drei Körper mit fortgerissen habe. „Wo ist Myrl — wo ist Myrl?" schrie Clyde Wentworrh halb wahnwitzig, die Arme in die Luft streckend und sich vorwärts schleifend. „Ich kann nichts sehen — nichts I" murmelte er, mir weil auf- gerissenen Augen in eine öde Leere starrend, oh Gott der Barmherzigkeit, wo ist Myrl — was ist aus meiner Myrl geworden? Laßt mich ihr nach — ich muß sie finden!" fuhr er fort, als die Männer, seinen wahnwitzigen Zustand bemerkend, ihm die Hände auf die Schulter legten und ihn festhaltend — bis sei» rasendes Schreien, sein Ringen, sich frei zu machen, ihn völlig kraftlos gemacht hatten. Nach Verfluß einer halben Stunde rudcrte Ben on's Ufer zurück, wo er den tragischen Vorfall erzählte und dem armen Vater die furchtbare Wahrheit, daß ihm sein einziges Kind entrissen sei, so schonend deibrachte, als es möglich war. Ein Gchirnfieber raubte Clyde die Besinnung und befreite ihn für den Augenblick von Schmerz und Kummer. Am folgenden Tag wurde Myrl's Leichnam an dey Strand gespühlt; die Leiche der beiden Schurken Richard Hentley und des EigenthümerS der „Jenny" find nie aufgefunden worden. „Er schwebt in großer Gefahr; seine Angehörigen sollten von dieser Thatsache in Kenntniß gesetzt werden", sagte der Arzt, welcher an dem Lager des armen Clyde stand. Job Meredith, der auch zugegen war, schüttelte den Kopf und sagte: „Ich weiß gar nicht« von seinen Angehörigen, Doktor! Alle», Waich von ihm weiß, ist: daß er ein grundbraver, nobler junger Herr ist. Doch halt," fügte er nach kurzem Nachstnncn hinzu; „ich glaube, ich kann mich des Namen« und der Adresse von Einer entsinnen, die eine gute Bekannte von ihm ist. Sie heißt Mrs. Dethfell und wohnt in derHarley Street in London." „Harlcy Street? Welche Nummer?" „Ja, auf die Nummer kann ich mich nicht mehr besinnen, Doktor." „Das ist mißlich," sagte der alt- Praktikus; „allein da Dethfell ein bekannter Name ist, so wird es wohl keine großen Schwierigkeiten haben, die Dame aufzufinden. Ich will ihr sofort schreiben, denn ehrlich gesprochen — ich glaube nicht, daß de: Herr wieder aufkömmt.' Job wandte sich in tiefer Traurigkeit hinweg. Heiße Thränen rollten eine um die andere an seinen gefurchten Wangen herab — Thrä- ncn tiefster Trauer um seinen Liebling, der im Grabe ruhte, und um Clyde, der voraussicktlich bald an dessen Seite gebettet wurde. Fünf Jahre sind seil den oben erzählten Ereignissen verflossen. An einer hohen GlaSthüre, welche auf einen Balkon mündet, der von duftenden Rosen und Gaisblatt umwachsen ist und von wo aus der Blick eine entzückende Aussicht über einen breiten, silbernen Strom beherrscht, sitzen zwei Personen. Die Eine erkennen wir leicht, denn obgleich der Ausdruck ihres Gesichte« ein anderer ist, al« ehedem, so ist sich Margaret Dethfell doch ganz gleich geblieben, ja sie ist sogar schöner al» früher, denn die edeln, aber einstens so seelenlosen Züge tragen jetzt da« Gepräge tiefer Empfindung — sie find vergeistigt und verklärt durch di« geläuterte Seele. Margaret'« schönes Auge ruht mit liebevollem Blick auf Clvde Wentworth, der in einem Lehnstuhl liegt und schlummert. Sein Haar ist ergraut, sein aschfahles Gesicht eingefallen, und könnten wir das Auge sehen, so fänden wir einen seltsamen Ausdruck in demselben, der uns ahne» ließ, daß der Geist nicht immer klar ist! Die Gestalt in dem Seff-l ist nur noch die Ruine de« Clyde Wentworth, der einstens Margaret so leidenschaftlich liebte; sie ist aber trotz seines veränderten Aussehen« und Wesen« seine Gattin geworden, um chm nahe zu sein, für seine Bedürfnisse sorgen zu können und seinen über die Billigung der genannten Mililärgeistlichen gefun- i den hat. Vielleicht in Folge dieses Vorgangs wurde von ! Berlin aus gemeldet, daß s'ämmtliche Militärgeiftliche (mit nur zwei Ausnahmen) das Schicksal des Feldpropstes zu theilcn bereit seien. Dies ist jedoch irrig, und es haben denn auch jetzt mehrere Milttärgeistliche in einem Schreiben an das Kriegsministerium erklärt: daß sie in richtiger Auffassung und Würdigung ihrer Stellung, nach Nr. 1 der Instruktion vom 29. Mai handeln und in treuer Anhänglichkeit an Kaiser und Reich auf ihren Posten bleiben werden. Fulda, 9. Juli. (Fr. I.) Ueber den Zweck der neulichen Konferenz des Präsidenten der Centrumssraktion, Hrn. v. Savigny, mit dem hiesigen Bischöfe verlautet so viel, daß der Erstere bei seiner Durchreise die unwandelbare Hingebung seiner Parteigenossen für die Kirche, welche jetzt von allen Seiten verfolgt werde, dem in der Bonifazius- stadt residirenden Prälaten persönlich habe versichern wollen. * Berlin, 10. Juli. Wie schon erwähnt, führt die „Prov -Korresp." in ihrem heutigen Artikel über die Räumungs-Konvention vom 29. v. M. den Gedanken aus, daß sich Deutschland zu deren Abschluß keineswegs durch den Wunsch, früher in den Besitz der Kontribution zu kommen, bestimmen ließ, sondern weil es in dem Wunsch und Anerbieten Frankreichs ein Anzeichen und eine Bürgschaft einer Friedenspolitik sah, und fährt dann fort: Um die Bedeutung der jetzigen Verhandlungen und ihrer Ergebnisse zu ermessen, möge man sich erinnern, wie weit verbreitet noch vor einem halben Jahre der Wahn in Frankreich und die Meinung in Europa war, daß Frankreich die erst zum März 1874 fälligen drei Milliarden überhaupt nicht zahlen, sondern es auf einen neuen Krieg um dieselbm ankommen lassen würde. Diesen früheren Stimmungen gegenüber, welche in gewissen thatsächlichen Maßnahmen und Vorgängen eine Bestätigung zu finden schienen, war es an und für sich von Bedeutung, daß die französische Regierung sich ernstlich anschickle, die Schuld Frankreichs an Deutschland abzutragen. Von dem Augenblicke, wo die französische Regierung nicht nur im eigenen Namen, sondern in der Zuversicht auf die Billigung Frankreichs sich zu Anträgen entschloß, welche nur auf dem Beden friedlicher Absichten begründet sein konnten, hielt es die deutsche Regierung ihrerseits für eine Pflicht aufrichtiger Friedenspolitik, diesen Anträgen so weit entgegenzukommen, als es die Fürsorge für die Sicherung der eigenen Interessen irgend gestattete. Ueber die Natur der an Stelle der territorialen Garantie nach Zahlung der vierten Milliarde etwa zu nehmenden finanziellen Bürgschaft heißt es zum Schluß «der ganzen Auseinandersetzung: „Es versteht sich von selbst, daß Deutschland irgend welche finanzielle Bürgschaften nur dann als ausreichenden Ersatz für die jetzige Okkupation wird erachten können, wenn in den Zuständen und in dem Verhalten Frankreichs zugleich Bürgschaften für eine aufrichtige Friedenspolitik gegeben find. S Berlin, 10. Juli. Das lange erwartete Werk des Generalstabes über den deutsch-französischen Krieg 1870—71 hat (wie bereits erwähnt) heute zu erscheinen begonnen, indem das 1. Heft des ersten Theiles zur Ausgabe gelangt ist. Dieser wird die Geschichte des Krieges bis zum Sturze des Kaiserreiches führen; jenes umfaßt die Ereignisse im Monat Juli und enthält zunächst eine Einleitung über die politische Veranlassung des Krieges, sodann eine Darstellung der Organisation der franz. Armee, des Operationsplanes und Aufmarsches derselben, ferner die gleichen Verhältnisse beim deutschen Heere und endlich eine Darstellung der Ereignisse zur See bis bis zum 31. Juli. Von ganz besonderem Interesse ist in diesem ersten Hefte die Mittheilung des von dem General v. Moltke in großen Zügen im Voraus aufgestellten und im Wesentlichen durchzeführten Operationsplanes, welchen derselbe bereits im Jahre 1868 in einer besonderen Denkschrift dargelegt hatte, die, entsprechend dem Zwecke des Generalstabes im Frieden, alle Eventualitäten schon damals ins Auge gefaßt und richtig beurtheilt hatte. Besonders hervorgehoben wird in diesem ersten Hefte noch, wie weitreichend der schnelle Entschluß der süddeutschen Fürsten und der Umstand war, daß dieselben vertrauensvoll ihre Lande von Truppen entblößten, und so eine schnelle KonZentri- gebrochenen Geist durch liebevollen Zuspruch und ihren heileren Sinn aufzurichten. Sie weiß, daß Myrl Meredith ihres Gatten Herz mit in- Grab genommen, allein sie läßt sich genügen an der Dankbarkeit, welch« Clyde in vollstem Maße für sie empfindet; sie liebt ihn mit unveränderter Zärtlichkeit und hat sich mit Ergebung in das Motto finden gelernt: „k-tts otwlsnt!" ^Mannheim, 11. Juli. Wie bestimmt verlautet, beabsichtigt Hr. Hoskapellmeister Karl Reiß in Kassel, seine dortige Stellung mit der gleichen an der Mannheimer Hosbühne zu vertauschen. Wie jedoch die hiesigen Blätter versichern, soll für die hiesige Bühne auch die Möglichkeit vorliegen, Nr. H an s v. B ül o w unter sehr günstigen Bedingungen zu gewinnen. (Vergl. F. Art. Mannheim.) Mannheim, 11. Juli. (Mnnh. Anz.) Die Stelle deö Hof- kapellmcister« am hiesigen Theater wird demnächst vakant, da Hr. Lachner seine Penfionirung beantragt hat. Das Hoslheater- Komite hat bereit« verschiedene Unterhandlungen zur Gewinnung eines tüchtigen Nachfolgers angeknüpst, die jedoch bis jetzt ohne Erfolg geblieben sind. Wie wir hören, ist die günstige Aussicht vorhanden, Hr». ». Bülow zunächst auf ein Jahr zu gewinnen. — Jülich, 7. Juli. Der mit der katholischen Militär-Seelsorge für die Garnison Jülich beauftragte Zivilgeistliche, Hr. Kaplan Grase kam p, wurde gestern durch den zeitigen Garnisonältcsten aufge- fordipt, über lein zukünftiges Verhalten gegenüber dem vom preußischen Kriegs minist .r suspendirten Armeebischvf Namszanvwski eine bestimmte Erklärung abzugeben. Die Unterredung endigte damit, daß Amtsbüchec und AmtSstegel gegen Quittung den Militärbehörden ab- geliefert wurden. rung dcr Heere ermöglichten. Wesentlich betheiligt an der Redigirung des gewaltigen Stoffes war bisher der Oberst v. Berdy, dcr in diesen Tagen zum Chef des Generalstabs des l. Armeekorps ernannt worden ist. Die „Prov. Korresp." widmet heute ihren ersten Artikel der Stein-Feier, und gibt sodann eine treffliche Uebersicht der sich auf die jüngste Vereinbarung mit Frankreich beziehenden Verhältnisse. Endlich widmet das halbamtliche Blatt nochmals der Ansprache des Papstes an den deutschen Leseverein in Rom einige Worte, denselben einen längeren Passus der „Schles. Volksztg.", eines streng ka- j tholischen Blattes, anschließend. Berlin, 10. Juli. Ueber das so eben erschienene 1. Heft des 1. Theils des Generalstabs-Werkes über den deutsch-französischen Krieg schreibt die „Spen. Ztg.": Zwei Momente sind es insbesondere, welche diesem ersten Heft« ein ganz eminente- Interesse verleihen: der ursprüngliche, aber durch die deutsche Strategie vereitelte Operalionsplan des Kaisers Napoleon Ikl., ! wie er, im Anschluß an die bekannte vom Kaiser selbst verfaßte Broschüre, hier noch einmal in kritischer Beleuchtung dargelegt wird, und ferner der deutsche Operationsplan, oer bereits im Winter 1818/69 fir und fertig war und vom General Moltke dem Kaiser in einer Denkschrift vorgelegt wurde. Was den französischen Kriegsplan betrifft, so kannte man in Frankreich die Ueberlegenheit der vereinigten deutschen Streit- kräfte, Hostie sie aber durch Schnelligkeit der Bewegung zu paralysiren. Die Bedingung hiefür war, daß es gelänge, den Rhein in seinem oberen Laufe überraschend zu überschreiten, und dadurch Süd- und Norddeutschland von einander zu trennen. Das isolirte Preußen berechnete man mit einer Wehrkraft von 350,000 Kombattanten, und als Ergebniß eines ersten Erfolges wurde der Anschluß Oesterreichs und Italiens erwartet. Seinem Plane gemäß, von welchem der Kaiser in Paris nur den Marschällcn Mac Mahon und Le Boeuf Mittheilung machte, sollte die erste Konzentration der Armee mit 150,000 Mann um Metz, mit 100,000 Mann bei Straßburg und mit weiteren 50,000 Mann im Lager von Ehalons erfolgen. Alsdann war beabsichtigt, die Armee von Metz näher an die von Straßburg heran- zuzichen und in einer Stärke von 250,000 Mann den Rhein bei Maxau zu überschreiten. Nachdem man hierauf die süddeutschen Staaten zur Neutralität gezwungen, sollte die preußische Armee ausgesucht und bekämpft werden. Während dieser Operationen fiel dem aus dem Lager von ChalonS auf Metz dirigirten Reservekorps die Aufgabe zu, den Rücken der Armee zu decken und die Nordostgrenze zu überwachen. Gleichzeitig erwartete man, daß das Erscheinen der Flotte im Baltischen Meere einen Theil der feindlichen Kräfte zur Sicherung der Küste festhaltcn würden. Allerdings bafirte dcr so aufgestellte Plan auf dcr richtigen Anschauung, daß die Ueberlegenheit des Gegner- nur durch Schnelligkeit der Bewegung auszugleichen sei, aber man täuschte sich über die Solidarität der Verhältnisse Süd- und Norddeutschlands, wie man die Selbstthätigkeit und die Ziffer der preußischen Streitkräste unterschätzte. Letzteres war um so auffallender, als man wissen mußte, daß Preußen bereits im Feldzuge von 1866 ca. 350,000 Mann in's Feld geführt und daß seine Streitkräfte seitdem eine nicht unbeträchtliche Vermehrung erfahren hatten. Fernerhin aber verkannte man, wie wenig gerade die französische Armee in ihrem damaligen Zustande für schnelle Eröffnung des Feldzuges und rapide Führung der Operationen besonders geeignet war. Die französische Diplomatie hätte den Ausbruch de« Konfliktes verzögern können, bis man zum Schlagen bereit war, aber sie erklärte den Krieg, noch bevor die Regierung in der Lage war, dieser Erklärung unmittelbar Folge zu geben; und so geschah es denn, daß die Streitkräfte Frankreichs, noch ehe sie völlig versammelt und zu Offensivoperationen bereit waren, von den deutschen Armeen auf eigenem Gebiete angegriffen wurden. Den auf Unkenntniß des Gegners sowohl wie der eigenen Kraft und Bewegungsfähigkeit basirten französischen Planen gegenüber hatte nun die deutsche Heeresleitung schon seit Jahren die Grundideen festgcstellt, welche unter den gegebenen Verhältnissen die Basis ihrer Operationen gegen Frankreich werden sollten. „Zu den Aufgaben des Generalstabs im Frieden', — so beginnt dieser höchst interessante Abschnitt, — „gehört eS, für alle wahrscheinlichen Eoeutualitäten die Gruppirung und den Transport der Truppenmassen in detaillirtester Weise zu bearbeiten und die Entwürfe dafür im Voraus bereit zu halten." Die detaillirten Vorschläge für die Versammlung aller deutschen Streitkräste im Fall eines Krieges gegen Frankreich und für Ausstellung und Gliederung der einzelnen Armeen, als Basis jeder weiteren Operation, finden wir niedergelegt in einer höchst interessanten Denkschrift des preußischen Generalstabes, welche Moltke schon im Winter 1868/69 dem König überreicht hat. Als nächstes Lperationsziel wird in demselben bezeichnet, „die Hauptmacht des Gegners aufzusuchen, und wo man sie findet, anzugreifen". Bei diesem einfachen Plan wird jedoch auf die Schwierigkeit hingewiesen, welche aus der Handhabung der dafür erforderlichen, „sehr großen Massen" erwächst; und als leitender Gedanke, schon von den ersten Bewegungen an, läßt sich unschwer das Bestreben erkennen, die feindliche Hauptmacht in nördlicher Richtung von ihrer Verbindung mit Paris abzu- drängen. Die Denkschrift prüft zunächst die Stärkeverhältniffe der beiderseitigen Feldarmeen. Indem hierbei von der Annahme ausgegangen wird, daß in Folge der Transport- und vielleicht auch politischer Ver- 'hältnisfe Norddeutschland zunächst über 10 Korps verfügt, werden dieselben auf 330,000 Mann heziffert, welchen Frankreich im ersten Augenblick nur 250,000, nach Einreihung seiner Reserven aber 343,000 Mann entgegenstellen werde. Dieses anfängliche Stärkeverhältniß mußte bedeutend zu unfern Gunsten Umschlagen, wenn, wie damals noch nicht feststand, die süddeutschen Staaten gleichfalls am Kriege Theil nahmen, oder wenn demnächst auch nur die drei noch disponiblen Reservekorps und einige der zu formirenden Landwehrdivisionen aus Norddeutschland rechtzeitig herangezogen wurden. „Es leuchtet ein," sagt die Denkschrift, „wie wichtig es ist, die Ueberlegenheit auszunützen, welche rM gleich Anfangs allein schon in den norddeutschen Kräften besitzen. Diese wird am entscheidenden Punkte noch wesentlich gesteigert werden, wenn die Franzosen sich auf Expeditionen gegen die Nordseeküste oder nach Süddeutschland einlafsen. Zur Abwehr dcr rrsteren find die ausreichenden Mittel im Lande verblieben. In Betreff der letzteren Operation halten bereits früher Besprechungen zu Berlin mit den Vertretern der süddeutschen Kontingmte stattgefundm. Man hatte sich überzeugt, daß bei direkter Vertheidigung des oberen Rheins und des Schwarzwaldes Norddeutschland eine wirksame unmittelbare Hilfe im ersten Augenblick, schon der Entfernung nach. nicht zu leisten in der Lage sei, daß eine weit größere Sicherung de- deutschen Südens aus dcr Vereinig-ing aller Streitkräste am mittleren Rhein erwachse, welche von dort, sei eS auf dem rechten oder dem linken Ufer, offensiv in die Flanke der feindlichen Invasion vorgingen und diese nothwendig sehr bald zum Stehen oder zur Umkehr zwingen mußten. Es verdient ausdrücklich hervorgehoben zu werden, daß die süddeutschen Fürsten, diesen Ansichten beipflichtend, in Hingebung an die gemeinsame Sache und im Vertrauen auf die obere Heeresleitung nicht zögerten, das eigene Landesgebiet von ihrer aktiven i Militärmacht zu entblößen, um sie dem norddeutschen Heere unmittelbar anzureihen. Um so schwerer wog dabei die Verpflichtung, welche der Norden übernahm. Die Neutralität Belgiens und der Schweiz beschränkt da« KriegSlheatcr auf den Raum zwischen Luxemburg und Basel. Wir dürfen daher mit Wahrscheinlichkeit annehmen, daß die Franzosen ihre erste Versammlung auf der Linie Metz—Straßburg bewirken werden, um mit Umgehung unserer starken Rheinfront gegen den Main vorzudringen, Nord- und Süddeutschland zu trennen, Mit letzterem ein Abkommen zu treffen, und basirt auf dasselbe, gegen die Elbe vorzuschreiten. Auch dann ergibt sich eine Versammlung südlich der Mosel und zwar aller verfügbaren Streitkräste in der bayrischen Pfalz als das geeignetste Mittel, solchen Plänen enlgegenzutreten. Die Aussicht auf leichte Erfolge könnte wohl die Franzosen bestimmen, mit einem Theil ihrer Streitmacht von Straßburg aus gegen Süddeutschland vorzugehen. Eine Operation rheinaufwärts in die Flanke dieses Marsche- wird indeß jedes weitere Vordringen über den Schwarzwald hinan» verhindern, und den Gegner zwingen, sich erst gegen Norden Luft zu machen. Hat das Badisch-Würtlembergische Korps sich unserm linken Flügel angeschlossen, so sind wir in der Lage, von der Pfalz au» dasselbe so zu verstärken, daß eine nahe Entscheidung schon in der Höhe von Ra statt gesucht werden darf, bei deren glücklichem Ausgang der Rückzug dem Gegner verderblich werden muß. Zur Erreichung eines solchen Zweckes können wir unbedenklich von unserer Hauptmacht detachiren, da ja auch der Feind vor unserer Front um so viel schwächer geworden ist wie er zu seiner Unternehmung am oberen Rhein bestimmt hatte. Wollen die Franzosen ihr Eiscnbahnsystem behufs schneller Versammlung aller Streitkräste völlig ausnützen, so sind sie genöthigt, in zwei Hauptgruppen zu debarkiren, bei Straßburg und Metz, getrennt durch das Vogesenbirge. Wird der erstere, voraussichtlich kleinere Theil nicht gegen Süddeutschland bestimmt, so kann die Heranziehung zur Hauptmacht an der oberen Mosel wesentlich nur durch Fußmärsche bewirkt werden. In der Pfalz stehen wir auf der inneren Operationslinie zwischen beiden feindlichen Gruppen. Wir können uns gegen die eine wie die andere, oder, vorausgesetzt, daß wir stark genug sind, gegen beide gleichzeitig wenden. Die Versammlung aller Kräfte in der Pfalz schützt den untern wie den ober» Rhein, und gestattet eine Offensive in Feindesland, welche, rechtzeitig ergriffen, wahrscheinlich jedem Betreten deutschen Bodens durch die Franzosen zuvorkommen wird. Es fragt sich also nur noch, ob wir ohne Gfahr, in unserer ersten Versammlung gestört zu werden, diese über den Rhein hinaus in die Pfalz und bis hart an die französische Grenze verlegen dürfen, und diese Frage ist nach meiner Ansicht mit „I a" zu beantworten. Unsere Mobilmachung ist bis in das letzte Detail vorbereitet. Sechs durchgehende Eisenbahnen sind für den Transport nach der Gegend zwischen Mosel und Rhein verfügbar. Die Fahrtableaur, aus welchen jeder Truppentheil Tag und Stunde des Ausbruchs und des Eintreffen« ersieht, liegen fertig. Schon am 10. Lage können die ersten Abtheilun- gen unweit der französischen Grenze debarkiren, und am 12. Tage die kombattanten Truppen von zwei Armeekorps sich dort versammeln. Am 18. Tage beläuft sich die Ziffer unserer Streitmacht auf 300,000 Mann- und werden dieselben am zwanzigsten Tage mit fast allen Trains versehen sein. Wir haben durchaus keinen Grund anzunehmen, daß die Versammlung der französischen Armee in mobilem Zustande, für welche bis jetzt die Erfahrung fehlt, schneller bewirkt werden könnte. Seit Napoleon l. hat Frankreich nur partielle Mobilmachungen gekannt, bei welchen der ausrückende Theil des Heeres aus dem zurückbleibenden ergänzt wurde. Allerdings könnten die Franzosen, bei der Anhäufung von Garnisonen und Lagern gerade im nordöstlichen Theil des Landes, bei der Vollständigkeit ihres Systems von Eisenbahnen und deren Reichthum an Betriebsmaterial, ohne vorher die Augmentation abzuwarten, eine Armee von 150,000 Mann in sehr kurzer Zeit an der Grenze versammeln. Dies Verfahren einer raschen Initiative würde dem Nationalcharakter zusagen und ist in militärischen Kreisen besprochen worden. Gesetzt, eine so improvisirle Armee, die immerhin mit Kavallerie und Artillerie reichlich auSgestattet sein würde, befände sich bereit« am 5» Tage um Metz versammelt und überschritte am 8. Tage die Grenze bei Saarlouis, so würden wir es in der Hand haben, unsere Eisenbahn-Transporte rechtzeitig zu inhibiren und unsere Hauptmacht schon am Rhein auszuschiffcn. Dorthin hätte die Invasion noch 6 Märsche und würde am 14. Tage überlegenen Kräften gegenüber zum Stehen kommen. Im Besitz der Stromübergänge, würden wir wenige Tage später schon die Offensive mit mehr als doppelter Ueberlegenheit ergreifen. Die Nachtheile und Gefahren eines solchen Vorgehens aus französischer Seite in seinem weiteren Verlaus sind zu augenscheinlich, als daß man sich leicht dazu entschließen möchte. Wird sonach der Aufmarsch in der Pfalz und an der Mosel als ausführbar erkannt, so wird auch ein Einwurs gegen die Versammlung aller verfügbaren Streitkräfte dort aus der scheinbaren Entblößung unserer Rheinfront nicht abzuleiten sein." Diese Denkschrift vom Winter 1868/69, welche sich dann weiter mit der Gliederung der Armee beschäftigt, hat unverändert die Grundlage für die bei dem plötzlich entbrennenden Krieg zunächst zw treffenden Anordnungen gebildet. In der Voraussetzung ihrer Gutheißung waren die Vorarbeiten in jeder Richtung bi« in das letzte Detail fortgeführt, mid als der König beim Eintreffen in Berlin die Genehmigung ertheilte, war nur erforderlich, das Datum des ersten Mobilmachungstages in die, von der Eiser.bahn-Abtheilung im Generalstabe für jeden einzelnen Truppentheil ausgear beiteten Marsch- und Fahrtableaur einzufügrn und so den Transport beginnen zu lassen. - Frankreich. LH Paris, 10. Juli. Die Kommission für die Erneuerung der Staatsrathe wird gegen Ende der Woche der Nationalversammlung die Liste von 33 Namen vorlegen, aus welcher diese 22 auszuwahlen hat. 162 Kandidaten hatten sich gemeldet, welche die Kommisston durch successtve Eliminirung auf 33 reduzirte. Unter denselben soll sich nur ein einziger Republikaner, Hr. Herold, befinden. Die Regierung hat sich, entgegen der allgemeinen Erwartung, fast vollständig enthalten, ihren Einfluß bei der Zusammenstellung der Liste geltend zu machen; nur was den General Apperl betrifft, so hat ihn Hr. ThierS auf's wärmste der Kommission empfohlen. Das Verhör des Marschalls Bazaine ist beendet, und steht die Vernehmung der zahlreichen Zeugen bevor. Der Marschall soll die ganze Verantwortlichkeit für das Unglück von Metz auf den Kriegsminister geschoben haben, indem er behauptete, daß es den Armen an Allem mangelte, das Nöthigste unter dem Feuer eines überlegenen Feindes improvisirt werden mußte, und mit Rücksicht darauf alles Mögliche geschehen sei, um die Katastrophe zu verziehen oder ihr vorzubeugen. In militärischen Kreisen ist man sehr erstaunt über die geringe Anzahl von Kandidaten, die sich Heuer zu den Aufnahmsprüfungen für St. Cyr gemeldet haben. Mit Rücksicht auf vie zahlreichen Lücken, welche auszufüllen sind, wird man genöthigt sein, die Hälfte der Kandidaten aufzunehmen. ^ Paris, 14. Juli. Die Kommission für das ! Budget von 1873 hielt gestern ihre erstkBerathung über ! die Anleihe-Vorlage. Der Finanzminister erschien nur ! einen Augenblick und versprach, sich mit dem Präsidenten ! der Republik heute wieder einzustellen und alle Aufklärungen zu geben, die man von ihm verlangen würde. Einstweilen unterhielt sich die Kommission auf eigene Rechnung über den von der Regierung gewählten Typus von 5 Proz., der nur wenig angefochten wurde, über die Mittel, wie für die Emissionsepoche einer Geldkrisis vorzubeugen wäre, u. dgl. m. Man glaubt, daß Hr. Gouin zum Berichterstatter ernannt werden wird. — Hr. Raphael Felix, der auch in Deutschland bekannte Theater-Unternehmer und Bruder der berühmten Rachel, ist zu London, wo er mit einer französischen Truppe in dem S. James-Theater Vorstellungen gab, gestern an den Folgen eines Karbunkels gestorben. — Blanqui wird morgen Früh, wenn der „Cour, de France" gut unterrichtet ist, von Versailles nach dem Fort Quelern gebracht werden, um dort seine Einschiffung nach Neu-Kaledonien zu gewärtigen. Belgien. Brüssel, 11. Juli. (Fr. I.) 450 Grubenarbeiter haben in der Kohlengrube Borinage im Hennegau die Arbeit eingestellt. Man befürchtet, der Strike werde Ausdehnung gewinnen. Die Ruhe ist bis jetzt ungestört. Antwerpen, 10. Juli. (Fr. I.) Die Klerikalen beantragen die Nichtigkeitserklärung von 21 Wahlzetteln, wodurch, sofern dieselbe erfolgt, 10 gewählte Gemeinderaths- Mitglieder die Ballotage passtren. Badische Thron». I Karlsruhe, 12. Juli. StaatSminitzer vr. Iollh ist gestern Vormittag von München wieder hier eingetroffen. »*» Hagsfeld. Bez.-A. Karlsruhe, 10. Juli. Heute fand dahier die Pfarrwahl statt. Von den 42 Wahlberechtigten der Kirchengemeinde Hagsfeld-Rintheim waren 40 erschienen. Einstimmig wurde aus den 6 vorgeschlagenen Geistlichen der seitherige Pfarrver- weser Wcymann zum Pfarrer erwählt. Diese Einmüthigkeit beider Orte bei dem Wahlakte ist sowohl für die Gemeinden selbst ein ehrendes Zeugniß, als auch ist dadurch der Tüchtigkeit und Beruf-treue des noch jugendlichen Geistlichen die beste Anerkennung und Auszeichnung zu Theil geworden. * Wie schön erwähnt, macht der IlltramontaniSmuS gegenwärtig in dem Artikel «Prozessionen für unsern bedrängten hl. Vater Piu» IX." Die nächste findet Sonntag, 14. d., auf dem Kreuzberg bei Tie senk ach (A. Eppingen) statt, verbunden mit der Grundsteinlegung einer neuen Kapelle daselbst. Die letzte Mission — in MooSbrunn — scheint dem Prediger derselben indeß nicht gut bekommen zu haben. Wenigstens erzählen die geistlichen Blätter, daß eine Untersuchung auf Grund des Kanzelstraf-Paragraphen gegen denselben eingeleitet sei. Der Mann heißt Kraus und ist Pfarrverweser in RothenfelS. Heidelberg, 1l. Juli. Der „Heidelb. Ztg." zufolge hat Professor Sachs in Würzburg den an ihn ergangenen Ruf an die Stelle deS nach Tübingen berufenen Professors Hofmeisters abgelehnt und find nun mit dem Privatdozenten Fitzner in Bonn Unterhandlungen cingeleitet worden. Mannheim, 11. Juli. (Mnnh. I.) Dem Vernehmen nach wird gegenwärtig im Gemeinderath ein sehr bedeutungsvoller Akt beralhen; es handelt sich nämlich um die sofortige Uedernahme des städtischen Gaswerkes auf städtische Rechnung, welches erst 1876 zu geschehen hätte, durch ein außergewöhnlich günstiges Offert dcS Pächters indeß jetzt schon vor sich gehen könnte. Der Letztere hat sich aus persönlichen Rücksichten entschlossen — unter Verzicht auf jeden in den nächsten 4 Jahren ihm zufallenden Geschäftsgewinn —, da« Gaswerk heute schon an die Stadt abzutreten, und ist dchhalb vom Gemeinderath eine Kommission gewählt worden, welche die Vorlage zu prüfen har. Aus dem Renchthale, 11. Juli. Unter die kleineren Bädern unsere- lieblichen RenchthaleS, die einen recht angenehmen Aufenthalt für Hilfesuchende bilden, gehört mit allem Recht das Stahlbad in Oppenau. Durch schöne freundliche Lage inmitten reizender Berggruppen ausgezeichnet, durch die Heilkraft seiner Quellen, welche auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen und durch langjährige Erfahrung erwiesen ist, dürfte diese« Bad in ziemlich gleiche Reihe mit unseren übrigen BLdenr gestellt werden. Dazu kommt noch die zweckmäßige Einrichtung des Hause», die zuvorkommende und billige Be- wirthung und das gemüthliche Zusammenleben der Kurgäste. Auch ist in's Auge zu fassen, daß Oppenau den Stützpunkt bildet für die Ausflüge nach dem berühmten Allerheiligen mit seinen großartigen Wasserfällen, für das nahe Antogast und die Bäder PrtcrSthal, Griesbach und Sulzbach. Das Städtchen selbst hat reizende Spaziergänge mit. prachtvollen Aussichten und ist in demselben Aller zu haben, was die Bedürfnisse der Badegäste erheischen, dabei ist besonders zu bemerken, daß frisches Mineralwasser von den Quellen der Kniebisbäder jeden Morgen eigen» herbeigeführt wirb. Seit einer Reihe von Jahren erfreut sich das Stahlbad in Oppenau ein?« zahlreichen Besuchs und find auch für Heuer schon viele Bestellungen gemach'. Im Interesse aller Erholungsbedürftigen möchten wir auf diese- Bad aufmerksam gemacht haben. — Die Handelskammer in Freiburg bringt Folgende» zur öffentlichen Kenntniß: Von den badischen Zehngulden- Noten de» StaatS-Papiergeldes (also nicht Bankscheine) befinden sich Falsifikate im Umlauf. Dieselben sind hauptsächlich daran leicht erkennbar, daß ihnen der Wafferstempel entweder ganz fehlt oder daß er nur ganz malt erscheint. Der Druck, die Umrisse der Bilder find nicht so ausgeprägt und scharf als bei den echten Scheinen; da« Papier ist auch etwas dünner. Die Anfertigung scheint auf photographischem Wege bewerkstelligt worden zu sein. Konstanz, 11. Juli. (Konst. Z.) Se. König!. Hoheit der Großherzog ist heute früh 5 Uhr 15 Min. mit dem Schweizerzug nach St. Moritz abgereist. Konstanz, 11. Juli. (Konst. Ztg.) Letzten Sonntag sollte in Stadel (bei Markdorf) eine von einem dortigen Bürger neu errichtete Feldkapelle kirchlich eingeweiht werden. Allein in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag wurde dieselbe auf die roheste Weise zerstört. Das schöne, mehrere Fuß hohe ChristuSbild, welches in der Kapelle hing, wurde vom Kreuze gerissen und ihm dabei Arme und Füße abgebrochen. Die Trümmer der letzter« wurden liegen gelassen, da« verstümmelte Christusbild selbst wurde mehrere hundert Fuß von der Kapelle entfernt in einen Roggenacker geworfen, wo es am Montag aufgefunden wurde. Zwei hölzerne Säulen an der Kapelle wurden auf eben so rohe Weise herausgeschlagen und ebenfalls fortgeschafft. Die ganze Gemeinde ist über diese unerhörte Thal des rohesten Vandalismus sehr entrüstet und es herrscht nur eine Stimme, eS möchte der Urheber dieser Frevelthat entdeckt werden. Vermischte Nachrichten. Mülhausen, 11. Juli. Fortwährend geschehen Zeichen und Wunder bei uns. Die an den Fensterscheiben zwar sind nach° gerade doch zu fadenscheinig geworden, und die Erscheinungen der hl. Jungfrau mit zwei Gesichtern, einem weinenden und einem lachenden, sind alsbald sogar dem boshaften Humor der Menschen elendiglich erlegen. Die transcendentalen Kräfte lassen sich jedoch nicht irre machen, sondern werfen, all der armseligen Naturgesetze spottend, ihre Wunder stet« von neuem in dieses endlich irdische Dasein herein. Seit einigen Tagen nämlich wachsen Rosen von allen Farben des Regenbogens an den alten Weidenbäumen längs der Ufer der Jll. Sic lassen sich übrigens nicht von Jedermann pflücken, sondern müssen von besonders bevorzugten Personen gepflückt werden. Diese Erscheinung — so fügt die Volkssage bei — sei auch in den 90er Jahren vorgekommen, aus welche bekanntlich'große kriegerische Ereignisse folgten. Dcßhalb werden wir auch in nächster Zeit wieder solche erleben, — denn Wunder geschehen nicht umsonst. Eine Frau brachte mir heute Morgen eine solche Wunderrose in's Haus und war entzückt darüber, in den Besitz derselben durch Vermittlung einer vornehmen Person gekommen zu sein. Die Rose unterscheidet sich zwar von andern in keiner Weise, — indeß „der Glaube macht selig". Ich gab mir deßhalb auch keine Mühe, die Frau von ihrem Glauben abzubringen, sondern bemerkte ihr nur, nach meiner Ansicht gehöre sie in die Klafft der „Rosen von Schiras". — Metz, 9. Juli. Der Korrespondent des „Niederrh. Kur." berichtigt seine gestern gebrachte Nachricht von dem Feldgeistlichen, wornach die Obermilitär-Behörde sich mitten in der Kathedrale einen Feldaltar gebaut. Letzteres ist zwar geschehen, aber auf bereitwillig cr- theilte Erlaubniß des Bischofs, und nicht, weil dieser dem Felv- geistlichen verboten, die Messe vom Hochaltar zu zelebriren. — Tarasp, 8. Juli. (Schw. M.) Ein entsetzliches Unglück, das zwei Kurgästen das Leben kostete, hat sich gestern Abend in unserer Nähe zugetragen und Aller Herzen mir Schreck und Trauer erfüllt, zugleich aber auch mit Entrüstung über die Fahrlässigkeit Derer, welche unmittelbar das Unglück verschuldet haben. Zwei Damen auS dem Kurhause, Frau vr. Schräder von Hamburg und Fräulein v. Deutsch aus Dresden, erste« Wittwe, letztere ziemlich bejahrt, waren mit einem Bergwägelchen, das von einem etwas störrigen Pferd gezogen wurde, vom Kurhaus über Schuls (4000' über Meer) nach Fettan (5100') hinaufgefahren. In der Mitte zwischen beiden Dörfern bildet ein Tobel, über das eine Brücke führt, die Grenze zwischen den Markungen derselben; das Sträßchen auf der Markung von Fettan ist neu und gut gebaut und mit Schutzpfosten versehen, die andere Hälfte auf Schulser Markung ist ein schlechter Feldweg, zwar ohne bedeuten« Steigungen, aber auch sehr schmal und ohne allen Schutz. Als nun die Damen auf der Rückfahrt von Fettan die Brücke bereits pasfirt hatten und etwa 60 Schritte längs der Schulser Seite des Tobels hingefahren waren, wurde das Pferd trotz aller Bemühung des als zuverlässig anerkannten Kutschers gerade an der Stelle störrig, wo sich ein Erdrutsch, dicht vom Sträßchen ab, steil zum Bach des Tobels ab- senkt; es drängt gegen den Rand de« Wegs und als der Kutscher es mit der Leine zurückziehen will, macht e« mit den Vorderbeinen einen Sprung abwärts, reißt da« Wägelchen um, während der Kutscher noch nach der andern Seite abspringen kann, und nach wenigen Sekunden liegen Wagen, Pferd und die eine Dame ca. 150' tief zerschmettert unten im F-lsbette des Tobelbachs, indeß die andere Dame von einem Stoß des Wagens am Schädel getroffen ca. 40' abwärts vom Weg aus dem Erdrutsch röchelnd hängen bleibt; zwei andere, ebenfalls aus einem Bergwägelchen herabfahrende Damen mußten das Unglück aus nächster Näh« mit ansehen, sie uno der durch seinen raschen Sprung gerettete Kutscher brachten so schnell als möglich auf dem ganz nahen Fußpfad die Kunde vom Geschehenen ins Kurhaus; Aerzte waren j augenblicklich zur Stelle, aber Hilfe war nicht mehr möglich, auch die i zweit- Dame gab nach kurzer Zeit den Geist auf. So viel bis jetzt ! amtlich ermittelt ist, trifft die Hauptschulv einen Wirth von Vulpera, ! der das Pferd zur einspännigen Fahrt geliefert hat, während er wohl ! wußte, daß e« kaum zwetspännig sicher gehe. Nachschrift. ! x) Berlin, 11. Juli. Die Nacbricht, daß Fürst B i s- ^ marck sich nach Gastein begeben werde, ist irrig, dagegen ! ist es höchst wahrscheinlich, daß er gelegentlich der Anwe- ! senheit des Kaisers Franz Josef in Berlin zum Besuch ! hierher kommt. -j Wien, 11. Juli. Der Kaiser empfing die kroa- j tische Adreßdeputation. Mazuraniec hielt die Ansprache. Der Kaiser antwortete, indem er seine Befriedigung über die glückverheißende Abhaltung des Landtags aussprach und berechtigte Wünsche zu berücksichtigen verhieß. Prag, 11. Juli. Nach einer aus Königinhof ein- gegangenen telegraphischen Meldung ist gestern in den Ortschaften oberhalb Königinhof ein Wolkenbruch niedergegangen und hat auch die Vorstädte von Königinhof theilweise unter Wasser gesetzt. Menschenleichen von oberhalb wurden durch die Flüthen an- und vorbeigetrieben und in Königinhof selbst sind Menscken durch die Wassersnoth ums Leben gekommen; die Zahl derselben steht aber noch nicht fest. Versailles, 11. Juli. Die Nationalversammlung hat in ihrer heutigen Sitzung mit 361 gegen 310 Stimmen das Amendement Ducarres, enthaltend die Grundzüge einer Steuer auf die Geschäftsumsätze, welche von der Regierung bekämpft worden war, verworfen. LH Paris, 11. Juli. Man erwartet für heute oder morgen die Vorlage eines Gesetzentwurfs, welcher die Summe der zirkulirenden Bankbillete von 2 Milliarden 800 Millionen auf 3 Milliarden 200 Millionen erhöht. Der Regentschaftsrath der Bank hielt heute eine Sitzung, um über diese Maßregel zu berathen, welche als nolhwen- dig angesehen wird, um einer Geldkrise vorzubeugen, wie eine solche beim letzten Anlehen eintrat. — Es ist unrichtig, daß die französische Regierung die deutsche benachrichtigt hat, daß die erste halbe Milliarde bereit liege. — Die protestantische Synode fordert die Kirchen auf, sich auf die Trennung der Kirche vom Staate, die im Prinzip angenommen sei, vorzubereiten. Die Synode, die sich am 15. d. vertagen wird, hat eine pennanente Kommission ernannt und ein Synvdalschreiben an die Kirchen gerichtet, welches die Liberalen nicht anerkennen. -f London, 11. Juli.. Unterhaus. Enfield erklärt in Beantwortung einer Anfrage Dodsen's, daß Lord Lyons beauftragt sei, die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die Landung gewisser Ausländer zu lenken, welche die französische Polizei auf dem Dampfer „Marseille" einschiffte. Er könne das Resultat noch nicht mittheilen. Frankfurter Kurszettel vom 12. Juli. TtaatSpapierr. Deutschland 55'oBundesobltg. 100'/» . 5Vo Schatzscheine — Preußen 4'-/-°/o Obligation. 103'/, Baden 5°/o Obligationen 103-/» . 4-/-«/o . 99'/, . 4«/° . 93-/. . 3M^Oblig.v.1842 87-/. Bavern 5°/g Obligationei! 100'/, . 4-/r°/o . 100 '/, » 4"/s . 94'/ Württemberg 5°/oObligation. 103'/, . 4»,,«/» . 99-/, . 4«/o . 93'/. Nassau 4'/,"/, Obligationen 99-/» . 4»/. . 93 Sachsen 5«/» Obk. 105 L-.-Gotha 5-/, „ — Gr. H essen 5"/g Obligation. 101 . 4«/° . 98 OenerreiL b'/g Silbcrrente Zins 4V.-7 64-/. Oesterreich 4"/g Papierrente Zins 4'/,»/o 57' « Lurem- 4°/, Obl. i. Fcs. L 28 kr. 90 bürg 4»/o dw. i. Thlr. «105 kr. 91»/. Rußland 5-/o Oblig. v. 1870 K s 12. 91-/. . 5»/o dto. v. 1871 89-/. Belgien 4»/,°/, Obligation. 101 Schweden 4'/,°/o dw i. Thlr. 95-/. Schweiz 4»/,°/, Eid. Oblig. 100»/, . 4-.',' 7 g Nein. Sttsobl 100 N.-Amcrika 6-/0 Bonds 188Lr von 1862 96 . s-/„ dto. 1s85r von 1865 96'/g , 5"/, drs. 1904r C--.gr v. 1864 94»/, 3-,'g Spamschk 29- ,x Bolle sranz. Rm.-c 84'/, Leere . . — Aktien und Vrior-rsreu. Badische Bank.... 115 Franks. Bank ü 500 fl. 3«/o 141-/, . Bankverein äThlr. 100, -M/» Einz. .... 140'/, Daimstädrer Bank 479'/, Oeft. Nationalban! 891 Oesterr. Eredit-Aktien 344'/, Stuttgarter Bank'Akticn 113'/. 4»/,°/gbayrQ>üb.» 200 fl. 138-/, 4V?/oPfälz.Marbhn.500fl. 143-/, 4"/FudwigSh.-Berb.500fl. 201-/, 4"/oHefs.LudwigSbahn — 3»/F,Oberh-ss.Eisnb.350fl. 82-/. 56/oöAr.Frz.StaatSb.i.Fr. 354 5°/o . SudLmb.-St.-E.-A. 218'/, 5°/v „ Nordwestb.-A.l.Fr. 229'/. 5°/,Elisab.-Eisub2>200fl. 264 5«/«Galiz.Carl-Lut>wigsb. 257-/, 5°/,s>rud.EisnbL.E.200fl. 193-/, 5°/stBöhm.Westb.-A.200fl. - ö°/°Frz.Jos.Eisnb.steuersr. 231 5«/,Möld-Fium.Eisnb. 192'/. 5°/uHess.LudwigSb.Pr.i.Thlr. 102-/, 5°/,Böhm. Westb.-Pr. i. Silb. 84-/, Vorarlbei d°/,Elisab.B.-Pr.i.S i-»«- 85-/° 5°/s dto. . ». r«. 84»/. 5°/g dto. geuersr. neue , 93'/y 50 /, . (Neumarkt-Ried) 93-/» a"/o Frz.-Jos.-Prior. steuitfr. 92 5°/oKronpr.Rud.Pr.v. 67/68. 86-/, 5"/üKrvnpr.RudolfPr.v.1868 86-/° 5°//iöstr.Rordwestb.-Pr. i. S 9 l»/, 5o/,Ung.Ostb.-Pr.i.S. 74-/° 5- /, Ungar. Nordostb.-Privr. 87-/7 3"/o östr.Süd.-Lvmb.-Pr. i-Fcs 51-/° . . . 86-/g 3-',östr.Staarsb.-Prior. , 59»/, i^Livornes.Pr., o.vLv/s 39-/, 5°,'z preuß. Bodenkredit-Eentrai- Pfandbriefe 104 71g New-Uork-Cich-Bonds — 6"/o Pacific Central 86-/, 6- /g South Missouri 72 5°/o Ungar.-Galiz. 81'/, Ungar. Eis.-Anl. 82 Deutsche Vereinsbank 40 -/« 134'/, Oesterr.-deutsche Bank 121- ^ Pfälzer Bank 105-/. qer 91'/,. AnlehenSloos, »sr Prämienanleihe». Bahr. 4''/., Pramien-Anl. 113'/. Badische 4'/o dto. 111'/. , 35-fl.-Loose . . 69'/, Braunschw. 20-Thlr.-Lcose 21'/, Großh. Hessische 50-fl.-Loose 181 . . 25-fl.- . Ansbach-GunzenhausenLoose 14 Oestr. 40/.250-fl.-Loose v.1854 85'/. . 5"/o500-fl.- . v.1860 94»/. . 100-ch-Loof- von 1864 155-/, schwedische lO-Thlr.-Lovse 12'/^ Finnländer 10-Tblr^Loose — Meininger S. 7. 7»/, 3"/° Oldenburger Tblr.»40-L — Wechselkurse, Gold «nd Silber. «mkerdamlOO fl. 2>/,-/.k.S. 98-/, Berlin 60 Tdlr., 4°/o . lob Br-m-n 50 Thlr. 3»/, G.. - Hamburg 100 M.-B.3'/,^ 87-/, London 10 Pf.St.3"/, . Ug-/, Paris 200 FcS. 5' - . 93-/, Wi«n100fl.SSr.W. 6»/o . 105-/. Preutz-Friedrichsd'or fl. 8.5«»/,-59 Pißeler! ... . 8.41—43 Holländ. 10-fl.Lt. , 9.53—57. Ducrten .... 5.33—85 M-FrancS-Stucke. . S.S2—23 «?ng!. Severeigns . 11^49—51 Russische Imperial. . 9.42—44 Dollars m Gold . LS5»/,-26»/, DoLcrwupcn . . . : Malt. kiscouto .... l.S. 4/o Stimmung Berliner Börse. 12. Juli. Kredit 197'/., Sraatsbc-Ln L02'/„ Lombarden 125»/, . 82er Amerikaner 96'/«, Rumänin 43'/«. üb.r Looje 94'/i- Mats. Wiener Börse. 12. Juli. Kreon 726 Staatsbahn — Lvv - brrder. 206.88. Papierrenle —, NavoleonSd'er 8.88, A»A banl- a tt- 302. Matt. Verantwortlicher Redakteur: vr- I. Herm. Krvenlein. 4 L"/o lhpvtkekeninikfe e>8te pupj!lUi8kki 8iek6i ekl^potkek. 10°/a ^luorti8ati»ll8-Liit8eIiLnditius 6er Lank, lieedtsanuslt Vtldslw kustar Volks voll des Koisrs, lusiirrstd hilckiefls. Stattxelunden. Ls vurdeu ausgeloost: 3 8tück ä 1000 I dir. I.tt. g. Kr. 25. 311. 776. 6 Stück s 500 Idlr. (it. 8. Kr. 493. 738. 926. 1708. 1973. 3660. 13 Stück s 200 IKIr. Kit. 0. Kr. 595. 1030. 137S. 1462. 2118. 2399. 2532. 2684. 3024. 3472. 4223. 5144. 6346. 56 Stück L 100 lülr. Kit. v. Kr. 391. 507. 1555. 1571. 2793. 2992. 3121. 3209. 3599. 4120. 4342. 4737. 4877. 5622. 5748 6054. 6639. 7722. 8013. 6389. 9440. 9607. 9806. 10199. 10461. 10477. 11458. 11511. 11659. 11833. 12194. 1238S. 13077. 13173. 13601. 14050. 14306. 14600. 15365. 15542. 15568. 15631. 15956. 16606. 16690. 16843. 16975. 17114. 17304. 17720. 18285. 20944. 21510. 22092. 22879. 24048. 33 Stück k 50 75!r. Kit. L. Kr. 146.187. 511. 622. 672. 896. 1199. 1236. 1256. 1616. 1915. 1935. 1957' 1977. 2416. 2311. 3569. 3586. 3927. 3940. 4039. 4120. 4122. 4217. 44 !9. 4673. 5381. 5621. 570.. 6144. 6620. 6733. 6771. 29 Stück s 25 751 r. 1.0. k. Kr. 10. 42. 92. 1(0. 816. 865. 962. 1229. ,395. 1578. 1731. 1852. 2447. 2676. 2698. 3056. 3197. 3537. 3304. 3915 . 3957. 4603. 5375. 5419. 5464 . 5473. 5600. 6004. 6236, vvelcde »in 2. Isvusr 1873 radldar sind und mit 10 ,0t. chmsrtisslions-LntscdL- diguvg rur gnsradlung xelsvxen. Die susxeloosten Stücke werden scdon ietrt eioqelöst, und rwsr so, dass kür 25. 50. 100. 500. 1000 75Ir. „ 27V-- 55. 110. 550. 11.sch fieberrcht pro 1871 ist erschienen und wird auf dem Bureau der Anstalt, sowie bei allen unfern Geschäftsfreunden und Agenten unentgeldlich abgegeben. Karlsruhe, im Juli 1872. Der BerwaltungSrath. Hamburg-Amerikanische Packeifahrt-Actien-GeleUschast. Directe Post-Dampfschifffahrt zwischen Hamburg und New-Jork Havre anlaufcnd, vermittelst der Post-Dampfschiffe: Thuriugia, Mittwoch, 17. Juli» )» I Silefia, Mittwoch» 14. August,> s Hawmoaia, d«. 24. Juli, IZ I Frifia. do. 21. August.IZ Limbria, do. »1. Juli. Z I Westphalia, do. 28. August, Z Baudalia, do. 7. August» I ^ I Holsatia, do. 4. Septbr.l Passagepreise r l. Cajüte Pr. Crt. Thlr. 163, Il.Eajütc Pr. Crt. Thlr. 106, Zwischendeck Pr. Crt. Thlr. SS. zw chen Hamburg m Westin-ien Grimsbh und Havre anlausend, nach St. ThomaS» La Guayra, Puerto Eabello, Lurayao, Eolou, Sabauilla und von Eaton (Aspiuwall) mit Anschluß vis Panama nach alle» Häfen des Stillen OceanS zwischen Valparaiso und Sa« Francisco Dampfschiff Germania, C-pt. Hebich, am 23. Juli. . . Bavaria, . Kehn, . 23. August. Näheres bei dem Schiffsmakler August Bolten, Wm. Mister's Nachfolger, Hamburg, und den bevollmächtigten Agenten für das Großherzogthum Baden: Herren Walther Sk v. Reckow, Mich Wirsching, Nabus Sk Stoll, Gundlach Sk Bärenklau, und Gebr. Bielefeld in Mannheim und in Freiburg i. Br. , Eisenbahnstraße 26, C. Schwarzmann in Kehl a. Rhein, C E Ehemann in Strastburg und Conrad Herold in Mannheim. M 204.2 Alle« Kranken Kraft und Gesundheit ohne Mediein und ohne Kosten. „kevLw8vitzi'e vn kbri^ von l,vnüy»." Die delikate Heilnahruvg kevslesciere du ksrrx beseitigt alle Krankheiten, die der Medizin widerstehen; nämlich Magen-, Nn Tabletten für 12 Taffen 18 Sgr., 24 Taffen 1 Thlr. 5 Sgr. , 48 Tassin 1 Tblr. 27 Sgr. - Zu beziehen durch Barry du Barry .r Verhaft erkannt. Mannheim, den 29. Juni 1872. Großh. bad. Amtsgericht. F. W a l z. Stoll. N.79. Nr. 7254. Baden. Am Samstag den 6. d. M., Vormittags, wurden au« einem Privathause dahier folgende Gegenstände entwend t: 1) Eine kleine braunlederne Brieftasche mit Mctallschlößchen, Briefe und Fa- milienpavirre enthaltend. welch letztere häufig den Namen .EmilKnecht' tragen; 2) eine filber beschlagene, noch nicht stark artzerauchte Meerschaumpfeife, auf deren Kopf ein Hund in liegender Stellung, mit einem goldene» Reif- che» um den Hals, geschnitzt ist . an dem Silberbeschläg ist der Name .Emil Knecht 1869' eingrarirt, das Rohr ist von gelbem Holz und hat ein« Hornspitze; 3) ein grünledernes Etui mit Messing- beschläg , in der Größe eines Geldtäschchens, in welchem sich ein Augenspiegel befindet; 4) ein schwarzes Etui, welche« den Na- w !' eines Nea-Yerkec Fabrikanten trägt, enchatt' nb eine kleine GlaS- spritze m:r zwei vergoldet.!, Nadeln; 5) ein Mmiatur-Overnzucker, wie solche an Uhrenkctten g-irag.n werden, zwei Bilder emhaliend. Wir bitten Um Fahndung aus das Entwendete und den Tbäler. Baden, den 8. Juli 1872. Großh. bad. Amtsgericht. Fr. Mallebrein. Beck. BeerrrrntMerüSLr«.«-««. M 532. Nr. 6607. Karlsruhe. Bekanntmachung. D>e Stelle eine« Kanzleidieners bei Großh. K«eie- und Hofgcricht Mannheim ist in Erledigung g-kommen. Bewerbungen sind unler Vorlage der crforderlichcn Zeugnisse binnen 14 Tagen dahier einzureichen. Karlsruhe, den 4. Juli 1872. Ministerium des Großh. Hauses, der Justiz und des Auswärtigen, v. Freydorf. Reinhard. M.506. 1. kr u h e. Karls- «Hausversteige- rung. Aus dem Nachlaß der verlebten Hof» metzgek Albert Fünfte Wittwr dahier wird Mittwoch den 31 Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Waldhornstraße Nr. 21 dahier, nachbeschriebene Behausung sammt Zugehörd«, nämlich: das in der Ritterstraße dahier um-r Nr. IO , neben Geschwister Ettlinger und Sattler Gaffel gelegene zweistöckige WohnhanS mit zweistöckigem Seiten- und Querbau, sammt aller sonstigen liege ns christlichen Zugehörde, mit dabei liegendem Garrcrr, einschließlich des Grund und Bodens, im Schätzern gsprei« von. 14,000 fl. zu Eigenrhum Lfsintlich versteigert; wozu die Liebhaber eingeladen werden. Die VersteigerungSbedingungen können inzwisch'n bei dem Unterzeichneten einge- sehen «erden. Karlsruhe, den 8. Juli 1372. Großh. Notar _ P h i l i V V i. _ M.529.1. Karlsruhe. Häuserverstet- gcrung. Die Erben des verstorbenen Handelsmanns Maier Auerbacher und seiner Wittwe Fanny, ged. Levis, von hier lassen am Mon-ag den 22. Juli 1872, Nachmittags 3 Uhr, in meinem GeschäfrSzimmer (Langestratzr Nr. 147, gegenüber dem Museum) öffentlich zu Eigenlhum versteigern: 1) Ein zweistöckige» Wohnhaus mit Mansardenwohnung, nebst Quer- und Seit:»gebär: de, Nr. 6 drt Schießplatzes dahier, am Eck der Adlerstcaße, durch seine freundliche Lage und große Räumlichkeiten sowohl zuangenehmen Wohnungen, als auch zum Betrieb eines Geschält« geeiguel, gerichtlich tarnt zu . 2) Ein zweiüöckiges Wohnhaus, Nr. 32 der Langenstraße dahier, mir Hintergebäude u- d sonstiger Zugehörde, in frequenter Geschäftslage, tarnt zu Der Zuschlag wird auf da« bot, wenn solches mindest.«,« tzungswerth erreicht, alsbald endgfltig er« lheilt. KailSruhe, Sen 10. Jult 1872. Großh. Notar Sevin. 40.000 fl. 15,500 fl. höchste Gaden Schll» M.395.3. J.Nr.777. Straßbura. Submission. Der Bau eines Ponton-Wagenhause» t» der Citadelle zu Straßbnrg soll im Weg» der Submission am 20. Juli er.» Var» mittags IO Uhr verdungen werden. Bau-Unternehmer sowie sonstige quall- fizirte Werkmeister werden aufgefordert, ihre Offerten versiegelt mit der Aufschrift: Offerte sür den Ban eines Panton- W-grnhanseS versehen, bi« zu oben genanntem Termin im Bureau der Garnison > Bau - Direktion zu Straßburg, Schiffleutstrahe Nr. 11 ab- zugeben und zu dem Submissions-Termin sich einzustnden. Kostenanschlag, Zeichnung und Submissions-Bedingungen liegen im genannt« Bureau zur Emsicht bereit. Straßdurg, den 1. Juli 1872. Kaiserliche Garnison-Bau-Direktion. M.534.1. Nr.257. Forbach. (Holz- Versteigerung.) Ans den Domänen- waltungrn de» Forstbezirk» HerrrnwieS werden am Dien stag den 23. d. M. mit halbjähriger Borgfrist versteigert: 149 Sägstämme, 2019 Bauhslzfiämme, 1958 Sägklötze, 1335 Lattevklötzc. 10 Lpalt- klötze und 697 Stangen. Zusammerckunst tm Löwen zu Lichte» tbal, Vormittags 10 Uhr. Forbach. den II. Juli 1872. Großh. BezilkSwrstei Herrenwic«. Schweickhard. s ruck an» Verlag b < G. BH»Ibachbrn«rre>, Mit einer Beilage.)