arlsruher Zeitung. Donnerstag, 17 September. 218 . Vorausbezahlung: vierteljährlich S fl.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträger qebrißr eingefchloffe», S fl. 7 kr. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen «erden. H - Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 6 kr. »riefe und Gelder frei. E Auf das mit dem 1. Oktober beginnende vierte Quartal der Karlsruher Zeitung nehmen alle Postämter Deutschlands, des Elsasses und der -Schweiz fortwährend Bestellungen an. Preis im «Mroßherzogthum Baden, durch die Poll bezogen, 8* r «eftragergelmhr eingerechnet, vierteljährlich Lst. 7 kr. Die Bestellungen aus den Land orten könnm dm Landpoll-Boten aufgegebm werden. 'Amtlicher Weil. »eine SSnigliche Hoheit der »ro-her,-, haben unterm 13. d. MtS. gnädigst geruht, dem ordentlichen Profcfsor der Mathematik an der Universität Heidelberg, llr. Leo König-berger, die unter- thävigst nachgesuchte Entlastung aus dem badischen Staatsdienste auf Ostern 1875 zu bewilligen und dm Profeflor Ferdinand Rothmund am Gymnasium in Konstanz in gleicher Eigenschaft an das Progymnastum in TauberbischofSheim zu versetzen. »eine »Snigliche Hoheit der «rsßherzog habm »ich unter dem 8. September d. I. allergnädigst bewogen gefunden, dm nachbeuannten Hofbediensteten, und zwar dem Kellermeister Fauth die kleine goldene Verdienstmedaille, sowie dem Schloßwächter Rauch und dem Lakai Fahrbach je die silberne Verdienstmedaille zu verleihen. KichL-Umtücher Weil. Telegramme -f Thor«, 15. Sept. Der Prozeß gegen Pfarrer Jard- rewski und Genoffen wegen KauzelmißbrauchS ist beendet. TolkowSki wurde zu 50, Druckereibesitzer BuszczpeSki zu 15 Thalern Geldstrafe verurtheilt, die Uebrigen freigesprochen. -j Prag, 15. Sept. Der Landtag wurde heute eröffnet. Miuisterprästdmt Auersperg und die Minister Uuger, de PretiS und BauhanS waren anwesend. Sieben czechtsche Leputirte nahmen ihre Sitze in der äußersten Linken und dem linkm Zentrum ein. Der Ober-Landmarschall bewtll- kommt die Abgeordneten, insbesrndere die Ezechen. -f Bern, 15. Sept. Vormittag- 11 Uhr eröffnete der Buudesrath Borel den internationalen Postkon- greß. Die Verhandlungen, welche nicht öffentlich find, waren heute der Feststellung der Geschäftsordnung gewidmet. -f Konstantinopel, 15. Sept. Ein kaiserlicher Jrade ist erschienen, welcher die offizielle Anerkennung Serra- «o'S verfügt. , London, 15. Sept. Die erste Sitzung des Orienta- ^isten-KvngresseS fand heute de« Programm gemäß statt. j- London, 15. Sept. Einer Depesche der „Times" au» Hendaye vom 14. zufolge savdm dort meuterische Kundgebungen der republikanischen Nordarmee unter dm Rufen '»Meder Laferna", „Hoch Morivnes" statt. fS. Nachschr.) s-Neu-OrleanS, 15. Sept. Die Liga der Weißen jerließ eine Proklamation, worin sie Gouverneur Kellog für Äuen Usurpator erklärt und die Wiedereinsetzung des Gouverneur- Mac Hmry verlangt. Die Partei der weißm Liga bewaffnete sich, bemächtigte sich des Stadthauses und errichtete Barrikaden. General Lovgstreet mit 500 Polizei- foldateu, meisten- Farbigen, forderte die Weißen vergebens uns, sich zu zerstreüen. Ein heftiger Kampf entbrannte darauf in Kanal-Street, wobei 6 Bürger und 30 Polizei- .lente todt blieben. Letztere zogen sich darauf nach Jakson- sqnare zurück. Die Bundestruppen blieben neutral und besetzten das Zollhaus. Gouverneur Kellog verlangt die Intervention de- Präsidenten Grant. Deutschland. Berlin, 14. Sept. Vollständig lantm die gestern telegraphisch grmeldetm Mittheilungen der „Rordd. Allg. Ztg." über die Vorfälle bet Guetaria, wie folgt: »Heber den Vorfall bei Guetaria ist vuomehr ei« Bericht He» ^schwaberko»»a»danten, Kapitän zur See Zewbpch, eiugegangm. Wir find in brr La-e, ussem Leser» au» bieskw ««richte Falzendes «ttzutheilen. »« 3. «nb 4. Septewber füllte» .Rmüilu-' und .«lbatro«' Dafler a«s i« Pasiage«, und a« 5. d. M. Margen« um ü Uhr giugr» . die Schiffe i» See, zuerst au der Küste entlang östlich bt» vor de» Bidaffsafluß« um die Gegend kenn« zu lerne», und daun ebensalldicht mter Land westlich »«rück nach Santander zu. «l» sie in der Nähe der klein«» befestigt« Stabt Guetaria. welche von Regierungstruppm besetzt ist, kam«, hörte mau Geschütz- und Bewehrfeuer »nb sah näh« kommend, daß die Stabt Guetaria von dm Karlistm, die ein« naheliegenden B.lgrückm besetzt hatten, mit Gewehrfeuer beschoss« wurde. Die Stadt hat nach dieser Seite hin eine alt« Mauer, Himer «elcher Jafavteriste» der Garuisou standen und auf die Karlist«, welche ihrerseits in niedrigem Gebüsch hinter Steinen gedeckl lag«, feuerte«. Eine hohe, auf dem Berge dominireud gelegene Batterie feuerte mit einem Geschütz nach den Karlistm, aber scheinbar ohne Erfolg. Die letzter« hatten, wie e« schien, kein Geschütz. Die Schiffe gingen aus ihrem Kurse dicht cm der Küste entlang unbeirrt weiter, und hatten da« Kort und die Stadt Guetaria längst pasfirt, mochten aber etwa 800 Meter quer ab von den nächstliegmden Karliste» entfernt sein, als diese ihr Feuer auf sie richteten. Die Kugeln pfiffen der Mannschaft um die Köpfe und .durch die Lakelage, zum Theil schlugen sie dicht vor und hinter dem Schiff in'« Wasser; glücklicherweise wurde Niemand getroffen. Ein Mißverständnis konnte hier gar nicht obwalten, die Flaggen weht« klar aus; e« war gegen 11'/» Uhr Vormittags und Heller Sonnenschein. Die Schußrichtungen von den Karlifi« aus gegen die Stadt Guetaria und gegen »Albatros* und »Nautilus* waren mehr al« 90 Grad auseinander, so daß auch in dieser Beziehung ein Versehen der Karlistm unmöglich war. Als die Schiffe das Feuer bekam« und der Kapitän Zembsch merkte, daß die Gewehre der Karlistm bi» an di« Schcffe heran und über dieselben binweg trug«, drehte er in einem Bozen langsam vom Lande ab und l eß Klar Schiff schlagen, machte auch an »Aldatroß*, der i» diesem Augenblick etwa« weit ab war, da» Signal »Klar zum Gesecht*. Gleichzeitig bat er den Koroettenkapitäa v. Nostiz, an Bord zu kommen, und verabredete mit ihm, ans »elchi Weis- sie de« von den Karlistm besetzten Bergrücken beschießen wollt«, und daß dafür zu sorgen sei, baß keine» der in der Umgegend liegend« Bauernhäuser getroffen werde. Nachdem die« geschehen, feuerten beide Schiffe einige Schuß mit dem vorderen Geschütz aus der Bugpforte, mit dm mittler« Geschütz« au« den Leiimpsorten und mit dem Heckgeschütz ans der H-ckpsorte, während sie in einem Bog« langsam auf dmchichaitt- lich 1300 Meter Entfernung pasfirt«. Der erste Schuß de» »Nautilus* ging etwa« zu niedrig, der zweite ging über dm Berg hinweg, der dritte aber und der vierte saßen vortrefflich, und man konnte vom Schiffe au« sehen, daß die Karlift« check« nach dem Innern zu, theil- »ach dem Wsss-r in ein Seitemhrl flöhe». Da nach 3 weiteren Schöffen da« Amcr der Karligm aüfhLite, so stellt« die Schiffe auch da« ihrige ein und nahmen ihren all« Kur« wieder auf. Auch »Albatros*, der auf wettere Eniiernung schoß, glaubt einig« Treffer erzielt zu haben. »Nautilus* »ers-ue-te 7, .Albatros* 8 Schuh. So viel au« dem amtlichen Berichte. Wir können eS füglich unterlass«, denselben mit einem Kommenrar zu begleiten. Die Thatsachen sprechen in diesem Falle für sich selbst. Der Angriff der Karlift« auf unsere Schiffe charakteristct sich in mehr al« einer Beziehung al« gänzlich außerhalb der Satzungen des Völkerrecht« stehend und kann daher nur auf die gleiche Linie mit dem Angriff einer Räuberbande auf ruhig ihres Weges dahinziehende Reisende gestellt werden.* * Berlik, 14. Sept. In Gemäßheit einer während des letzten Reichstages gemachten Zusage wird auch ein Gesetz über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden in der bevorstehenden Session zur Erledigung kommen. Dem BnndeSrathe liegt bereits der ^bezügliche Entwarf vor. Derselbe umfaßt 18 Paragraphen sind zerfällt in drei Gruppen: 1) Leistungen durch Vermittlung der Gemeinden: verpflichtete Personen, Voran-- setzung und Umfang der Verpflichtung für Vorspann und Reitpferde, Schifftfahrzeuze, Nrturalverpflegunz, Fonrage, Eintritt der Verpflichtung unv Erfüllung derselben, Vergütung; 2) besondere Verpflichtungen der Grundstücksbesitzer; 3) besondere Verpflichtungen oer Eisenbahn-Verwaltungen; endlich Schlußbkstimmungen, wonach die Entschädigungsansprüche bei dem Gemeindevorsteher bezhw. der zuständigen Zivilbehörde in bestimmten Friste» anzumelden sind. Das Gesetz soll mit dem 1. Januar 1875 in Kraft treten, und mit demselben Zeitpunkte kommen alle zuwider- laufenden Bestimmungen in Fortfall. Die Ausführungsbestimmungen werden für das gelammte Bundesgebiet mit Ausschluß Bayerns durch kaiserliche Verordnung erlassen. Im Weitern mögen aus dem Inhalt des Entwurfs noch die Bestimmungen der Naturalverpflegung für Mann und Tag mitgrtheilt werden. Diese Sätze betragen s. für die volle TageSkost, einschließlich Brod. 65 Pf., ohne Brod 50 Pf.; b. für die Mittagskost allein 30 oder 25 Pf.; v. für die Abendkost allein 20 oder 15 Pf.; <1 für die Morgenkost allein 15 oder 10 Pf. „Bei außergewöhnlicher Höhe der Preise der Lebensmittel kann der BundeSrath diese Sätze für das ganze Bundesgebiet bezhw. für einzelne Theile desselben zeitweise angemessen erhöhen; die Vergütung für verabreichte Fonrage erfolgt nach dem Monats-Durchschnitt«- preise zur Zeit der Lieferung. Bei Feststellung diese« Durchschnittspreises werden die Preise des H-uptmarktorteS desjenigen LieferungSverbande« zu Grunde gelegt, zu welchem die betheiligte Gemeinde gehört." Ja den Motiven des Gesetzes wird als Absicht desselben einerseits die Feststellung einheitlicher Bestimmungen über die Materie für da» ganze Reich in derselben Weise, wie sie hinsichtlich der Krieg-lei- stungen bereits bestehen, und Beseitigung der Mängel der gegenwärtigen Gesetzgebung, deren dringende Abhilfe schon Wiederholt im Reichstage gefordert worden und welche theils in den ungenügenden Entschädigungssätzen, theils in mangelhafter Anordnung der Leistung-Pflicht, endlich in der fehlenden Uebersichtlichkeit der die Leistungen regelnden Vorschriften liegen. Bei Beseitigung dieser Mängel sei der Gesetzentwurf von folgenden Grundsätzen ausgegangen: 1) Beschränkung der Verpflichtung zu Naturalleistungen auf das im Interesse der Erhaltung und kriegerischen Ausbildung der bewaffneten Macht unerläßliche Maß; 2) Inanspruchnahme der leistenden Individuen als verpflichteter Subjekte» und — so wett die Natur der einzelnen Leistungen e» erfordert — der Gemeinden als vermittelnder Organe; 3) Vergütung der Leistungen nach DurchschnittSsätzen, bezhwc Preisen, welche dem Werthe der Leistungen möglichst gleichkommen. k) Berlin, 15. Sept. Wie aus Hannover gemeldet wird, hielt der Kaiser in Begleitung der König!. Prinzen und der erlauchten Gäste gestern Vormittag bei Beunerode über die Truppen de» 10. Armeekorps eine Parade ab. Derselben wohnte auch die Frau Kronprinzessin zu Pferde bei und zwar in einem die Farben de« 2. Letb-Husareu- regimentS tragenden Anzüge. Die Frau Prinzessin Albrecht war in einer Hofequipage anwesend. Nachmittag« 5 Uhr fand im k. Rrstdrnzschloffe ein Galadiner statt, bei welche» der Kaiser einen Toast auf da- Wohl des 10. ArmeccorpS, auf das Wohl der Provinz, welcher dies Corps angehört, und aus da- HSohl des kommandirenden Generals Prinzen Albrecht auSbrachte. Dem Diner folgte Abends eine Galavorstellung im Hoftheater. Heute Vormittag wohnte der Kaiser mit den Prinzm und den andem hohen Herrschaft« einem in der Nähe von Hannover abgehaltenen Manöver de- 10. ArmeecorpS bet. Für de« Abend ist großer Zipfeu- streich angesagt. Darauf findet bei Sr. Majestät im Residenzschloß eine SoirLe statt. — Heute Vormittag trat« die BuudeSrathS-Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen zu einer Sitzung zusammen. De« Vernehmen nach bildet der Entwurf eines Reichs-Bank« ge setze« den ersten Gegenstand der Verhandlungen dies« vereinigten Ausschüsse. Wegen der mannichfache» Bedenken, welche gegen mehrere Ausstellungen der Vorlage erhob« worden sind, wird dieselbe anscheinend schon bei den Aus- schußberathungen wesentliche Abänderungen erfahren. Auf das Zustandekommen eines Rei bs-Bankzesetze» in der nächsten Reichstags-Session legt man in hiesigen politisch« Kreisen großen Werth. Deßhalb soll auch die betreffende Vorlage mit in erster Linie beim Reichstage eingebracht werden. Bei den jetzigen Berathungen de« Staatsministerium» über die Verlegung des preuß. EtatSjahreS wird di« Nothwendigkeit einer solchen Verlegung von allen betheiligten Seiten anerkannt. Wie verlautet, handelt es sich n„ n- mehr hauptsächlich um die Frage, möglichst schon für da« Jahr 1875 eine Aenderung des RechnnngStermims eintret« zu lasten. Es besteht die Absicht, da« Etatsjahr mit dem 1. Juli zu beginnen. Für da» erste Quartal der Jahre» 1875 ist bekanntlich durch Vereinbarung mit dem Landtage eine provisorische Wetterführung des diesjährigen Etats gesichert. LZ Aus Nassau, 14. Sept. Der Herzog Elt mar von Oldenburg wird von Mitte Oktober an seinen ständig« Wohnsitz in Wiesbaden nehmen — Ein katholischer Pfarrer in einem Dorfe an der Lahn hat all die Schulkinder, welche unter Beistimmuug ihrer Eltern am Sedan- Tage der Festpredigt i« der evangelischen Kirche zugehört (in der katholischen mußte „wegen Abwesenheit des Pfarrer«*» eiu Fest Gottesdienst unterbleiben) — fkörperlich züchtig« lasten. — Die politischen Vereine in RüdeSheim und Hochh'im und der Gesellenvereia in Lorch find nun definitiv geschloffen und gegm die Vorsteher ist Anklage erhob» worden, weil gegründeter Verdacht vorlag, „daß diese Vereine mit andern Vereine« der gleichen Art durch Mtttheilun- vo« Druckschriften und in sonstiger Weise, wie namentlich durch persönlichen Verkehr, zur Förderung ihrer Bereit« zwecke in Verbindung zetteten find. I Straßburg, 15. Sept. Noch am vergangen« So«»- tag wurden mit mehreren Bahnzügen die zu den Manöver« einberufenen Reservetruppen nach Kehl, Metz, Stuttgart, Aachen u. s. f. zurückbefördert. Die Kavallerieabtheilungen rücken erst-mit Ende dieser Woche wieder i» ihre Garnisonen ein. Auch das in Schlettstadt garuisoni- rende Bataillon des sächsischen Infanterieregiment« Nr. 105 ist seit Samstag bereits wieder daselbst eiagerückt. Nachträglich erfährt man, daß sich Se. König!. Hoheit Prinz Friedrich Karl gegenüber de» Kommandeur de- 5. bayr. ChevauxlegerSregimentS, Hru. Oberstleutnant von Eg- loffstein, über die Haltung und Tüchtigkeit diese« Truppentheil« in der schmeichelhaftesten Weste aussprach. Eine Beifall errr- gende Episode aus den letzten Mauövertage« bildete es, daß eine Schar von 15—20 gut berittenen uud strammen Elsässer Baaernbmschea sich dem Geaeralstabe de» Prinzen cm- schloß und über Stock und Stein überall hin folgte, wa der Prinz mit seiner Suite den Verlauf der Manövers i« Augenschein nahm. Ju dru Zwischenpausen tummelten diese Reiter ihre Rosse in theilwcste kunstgerechter Uebung vor - den Offizieren, wobei eS, nach der „Hageuauer Zeitung", i der wir hierin folgen, ganz gemüthltche und unterhaltend«. Szenen absetzte. Dasselbe Blatt zieht hieran« Schlüffe auf die bekannte Kriegs« und Soldatenluft de« Elsässers. — Die erwähnte erste Vorstellung de« hiesigen Theater«: .Maria Stuart* war geeignet, sehr günstige Hoffnungen für die Schauspiel-Vorstellungen der begonnenen Theater- stlisou zu erwecken. — Nach neueren Mittheilunge» wird die Weinernte im Elsaß, bei der Richtigkeit der sonst darüber gemachten Angaben, doch nur theitweise bi« zum L. Oktober im Gange oder gar beendet sein. Die genaueren Zeitpunkte dafür sind nach dm verschiedenen Lagen und Bodeubeschaffenheiten auch hierzulande wie anderwärts verschiedene. Frankreich. ^ Pari«, 15. Sept. Hr. Thier«, dann der Minister de« Innern, General v. Ehabaud-Latour, endlich der Vicomte v. Harconrt, der Letztere als Vertreter des Marschalls Mac Mahon, find nach Bal Richer abgereist, «« dem Begräbniß des Hr«. Guizot beiznwohneu. Obgleich der Hingeschiedene sich jede Leichenrede verbeten hat, will der General v. Ehabaud-Latour doch am Grabe das Wort ergreifen, um, wmn nicht dm praktischen Staatsmann, doch wenigstens dm Denker, Schriftsteller und Ehrt- stm zu feiern. — In mehreren Blättern, so auch in der .France*, welche in gewissen Beziehungm zur italienischen Gesandtschaft steht, wird aufs neue die Abberufung de« «Öriuoque* aus den römischen Gewässern als bevorstehend «mgeküudigt. Das „Journ. de Pari«* scheint der Meldung Glauben zu schenken. ^ Pari», 1b. Sept. Vor dem Zucht-Poltzeige- rtcht von Grasse begannen gestern die Verhandlungen gegen die acht Individuen, welche der Mitschuld an der Entweichung Bazaine's angeklagt find, nämlich dm Oberstleutnant Billette, de» Gefängnißdirektor Marchi, dm ehemalige» Kapitän Doineau, dm Kammerdiener Barseau und die Gefängnißwärter Gigoux, Planti», Leterme und LcfrancoiS. Gegm dm neunten Angeklagten und Haugtmitschuldigm, den Mexikaner Alvarez Rull wird in Loatuwsoiam verhandelt. Dem Oberstleutnant Billette steht Lachaud, den übrigen Angeklagten stehen verschiedene Advokaten von Graste und Nizza zur Seite. Ein sehr zahlreiches Publikum hatte fich eingefunden; unter dm Zuschauern bemerkte man dm Ingenieur Bazaine, Bruder Le« Ex-MarschallS. Vit Anklageschrift eröffnet mit einer eingehenden Beschreibung deSvo« H«u Sr-Marschall Bazaine bewohnten Theil« de» Fort« Ste..Margmrtte. Der Sr-Marschall Bazaine, führt sie fort, war mit zwei «n«oahmeu dem Regime der Slrasaniialten unterworfen, welche Au«nahmen sich m»s Nahrung und Kleidung und aus die Besuche, die er stet empfange» durste, bezogen. Die Militärbehörden der Insel standen unter »er Oberleitung de» GefLuguißdirektorS, der alle Maßregeln zur Bewachung de» Gefangenen zu treffe« hatte und den deßhalb in der Ent» weichungSaugelegmheit eine so schwere Verantwortung trifft. Die Schild- wachen sollten Lag uud Nacht die Zugänge zu der Wohnung de» Gelangen« hüten; eine dieser Wachen bezog ihren Posten erst um zehn Uhr Abend« und verließ ihn um fünf Uhr Morgen« wieder. Den in. »rre» Dienst »ersahen sechs Gesängnißwärter. Di« Entweichung war da« Resultat einer verabredeten Handlung, die theil« außer dem Fort, «heil« tu demselben spielte. Wa« geschah im Fort, während Frau Ba- V»ine und ihr Letter Rnll, die gegen acht Uhr Abend« aus der Land- z-ng - La Avizette einen Kah« gemiethet hatten, fich der Insel näherten? Um halb zehn Uhr verließ« der Sr-Marschall und sein Freund Billette den Gesänguißdirektor Marchi, mit dem sie ihren gewohnte» Abend» spaziergang auf der Terrasse gemacht hatten. Dieser legte fich sogleich ßchlase». Der Kammerdimer Bazaine'« unterhielt fich noch «ine Weile Im Freien mit dem Obergefängnißwärter und drei seiner Untergebenen- Er will bemerkt habe», daß der Oberst Billette gegm zehn Uhr, statt erst gegen elf Uhr, wie er die« sonst zu thun pflegte, die nach West« Fenster der Wohnung schloß. Kur, nachdem Bazaine und «illette da« Hau« betreten hatte», hörten dir Wächter ein starke« Geräusch in dem über ihre« Lokal gelr-eum Sprisesaal. Diese« verstummte bald wieder, und um zehn Uhr bezog ein Soldat die Wache ans der Terrasse und der Gesängnißwärter Planti« schloß beide »ach der Wohnung Bazaine'« führenden THLrm ab. Rach der Au«sage de- Kapitän Eecchi langten Frau Bazaine und Hr. Rull gegen Mitternacht mit einem dritten Paffagier an Bord de« ihrer in Sicht der Zusel harrenden .Barone R'casoli' an, und stellt »« all« bekannten Thatsachm zusammen, so hat die Flucht au« dem Fort nur zwischen halb zehn uud zehn Uhr, d. i. nachdem Bazaine »nd Billette fich vom Gesängoißdirektor Marchi verabschiedet hatte» und ehe dir Schildwache die Terrasse bezog, stattstudm könne». Später hätte sie ,icht ohne dm Beistand de« Wärter« Planti», der di« Schlüffe! in seinen Händen hatte, vor fich gehen können. Dieser war in der Thal einen Augenblick in Verdacht gerathm, die Flucht begünstigt zu habe», denn er näherte fich kur» vor elf Uhr und um halb fünf Uhr Mor- gm« dem dieustthumde« Soldat« Delille und führte gegen diesen unanständige Rede». Aber abgesehen davon, daß diese« Mittel, ein« Soldatm von sein« Pflicht abzuwmdm. ein höchst unsichere« war, so wttsm alle andern Umstände darauf hin, daß Plautin'« Benehme» mit dem Gceigniß der Nacht in keinem Zusammenhang steht. Wie hat der «r-Marschall entweichen könne»! S« gab nur zwei Mittel: entweder wußte er durch eine« brr drei Pförtchm, welche an« dem Fort in« Freie führen, hinauSgekommm oder mittelst de» Stricke«, der Lag« »«auf gesunden wurdr, über die Fels« himmtergeklettert sei«, «ine genaue Untersuchung ergab, daß dir Pförtchm schon lange nicht mehr gedient hatten und »aß die Flucht nur mit Hilfe de« Oberstleutnant« Billette über dm Fels« hinunter stattsindeu konnte. Höchst wahrschein, kch ging sie folgendermaßen vor fich: Der Gefangene uud sei« Freund Hatten, nachdem sie d» Gefängnißdirektor Marchi verlassen »nd che eine Schildwache di« A»«führung ihre« Plane« auf der Terrasse tmch- kreuzen konnte, eine halbe Stunde für fich. Da« Schwierige war, ander Wohnuug wieder auf die Terrasse hinuntrrzugrlaugen. Wie schon In andern Bericht« au«gesührt Word« ist, führte eine brückmartige Gallerte, welche der Gefangene, um fich gegm die Sonne zu schützen, mit einer Marquise hatte vrrschm lassen, von unten nach der Wohnung. Diese Marquise verbarg Diejenige«, welche über dir Brücke ging«, dm Blick« brr Wach«, und dies« Umstand benützten die beiden Frruwdr, um fich über da« Geländer auf eine hölzerne, fich läng« der Terrasse hiuzichmdr Bank zu schwing« und von da ungesehen — die Macht war finster und stürmisch — ihr Vorhaben au«»«sührm, »»rauf Billette auf demselben Wege in die Wohnung zurückging. Dm nächsten Log wurden zwei Stricke gefunden, der eine, 23 Meter lang, «nßte dem G.faugmm beim Hinabklettern, der andere, der nur 2*/, Meter maß, aber dem Oberstleutnant Billette grdimt haben, welchem die Aufgabe oblag, ba« Seil, an welche« fich fein Freund hinunterließ, zu halt«. Sr hätte da« Seil, an dem ein Haken befestigt war, um seinen Leib geschlungen, da« lange SeU in dm Hakm eingehängt, diese« wieder in dm Wall «od mit beiden Händen zmückgehalte». Dalange Seil war au« dm Strick«, mit dme» die Koffer de» Warschau« zusamwmgebnvdm warm, geflacht«, da« andere einer Schaukel entlehnt. Die Mitschuld de« Hrn. Billette unterliegt keinem Zweifel, er allein kan» die Flechtarbeit vollzogen haben, dmn er ist eben so geschickt, al« der Marschall ungeschickt, und er mußte wissen, weßhalb er nicht antwortete, al« brr Kammerdiener Barreau fich kurz vor der Flucht zu ihm über da« Berschwindm der Stricke beklagte. Auch fanden fich in einem seiner Koffer die R/vgr de« Lrockettspiel«, da« teilweise zur Verfertigung der Hakm gedient hatte. Sbmso war er e«> der die Effekte« de« Marschall« verpackt und theilweise schon versandt hatte. Der Fluchtpla« gelang wahrscheinlich erst zur Reife, al« der Präsident der Republik ba« Gesuch der Matschallin Bazaine ablehnte; allein die v.ziehuagm, die zwischen Billette und dm Engländerinnen Eharlvtte Campbell und Mary Dickinson b.standen, beweisen, daß der Gefangene und sein Freund von Anfang an darauf bedacht warm» Verbindungen anzuknüpfev. Oberstleutnant Billette, dessen Bazaine fich währmd jmer Lage fich erlich mtledigt hätte, wen» er seiner nicht bedurft hätte» ist direkt bei der Entweichung betheiligt gewesen; nicht minder, trotz seine« Läugneu«, der Erkapttän Doineau, der am 4. August Bazaine die Nachricht brachte» Alle« fei bereit. Der Gefängnißdirektor und die Wärter fivd onr der Vernachlässigung ihrer Pflichten »»geklagt. Die Zeuge», die gestern verhört «mdm, warm Offiziere und Soldaten der Garnison von Str. Margueritr, Gesängnißwärter und Einwohner von Eanne«. Der kowmandirmde Hauptmann de« Detachement« de« 111. L.vimregiment«, Hr. Bbraud, führte au-, wie der Dienst besorgt wurde. Die fünfzehn Mann Wach« wurden jeden Lag nach ihrer Größe ausgestellt; di« fünf ersten an die verschiedenen Posten verthnlt; daß der Soldat Delille zweimal in derselbm Nacht Wache zu stehen hatte, ist dem Zufall, daß er die Nr. 3 zog, zuzuschreiben. Am 10. AiWvst zwischen 10 und 11 Uhr trat der Direktor zu dm beim Frühstück versammelten Offizieren w-d theilte ihnen die Kunde von der Eatweichung Bazaine'« «t. Nach einem Gang über die Uferfelsen, welcher z« der Entdeckung der Stricke uud eine« Fernglase» führte, ließ Zeuge ein Verhör mit dm Soldatm vornehmen und ihre Betten »nd Tornister untersuchen, fand aber nicht« Verdächtige« vor. Der Unterleutnant Heyraud ist über den Felsen himmtergeklettert und versichert, da« Unternehmen sei ein dichte« gewesen. Servai«, Wächter der Insel, ist überzeugt, daß Niemand dm Felsm erklettern konnte, um Bazaine den Strick zu halten. Der Portier Gabelle hat die Gosse, an der Bazaine den Strick befestigt haben will, untersucht und gefunden, daß dieselbe niemals in der besagt« Weise gedient haben kan». Mehrere Zeugen habe» Frau Bazaine «nd Hm. Roll, al« sie in Avizette dm Kahn bestiegen, erkannt. Die Soldaten, welche während der Nacht vom 9. zum 10. August auf der Terrasse Posten stand«, haben nicht« Verdächtige« bemerkt. Oberstleutnant Pt« und EekadronSchef Lefobre haken Billette am 10. August in Autiie« gesehen. Er sprach von den Leidm, welche die Hitze und di« strenge Behandlung dem Ex-Marschall auferlegtm, dessen Eatweichung er zu ignorirm schien. Zn einer zweitm (Na4mirtaz«-)Sitzung wurden einige weitere Zeugen vernommen. Der eine derselbm erwähnte die Thatsache, daß Bazaine zwei Tage vor seiner Flucht dm Besuch der Herzogin de la Torre empfing, welche von dem Präfekten de« Departement« za ihm geführt wordm war. Sin anderer Entlastungszeuge, der Geistliche Dmi«, hat einmal gehört, wie Marchi zu Bazai-e sagte: .Wen» Sie einen Fluchtversuch machten, würde ich Ihnen ein« Kugel durch den Kopf jagen/ Woraus Bazaine erwiedert hätte: »Und Sie hätten Recht, dm» Sie thätm damit nur Ihre Pflicht/ Erst nach vsllmdeter Bc- wettausnahme erfolgte da« Verhör der Angeklagten. Sie lehnten sämmt- elich jede Verantwortung ab «nd die Gefangevwärtec redeten fich gegenseitig au«. Mo» erwartet heute oder morgen das Urtheil. Spante«. — Ueber das beabsichtigte Attentat gegen die Gesandten Deutschlands und Oesterreichs schreibt der ,Jm- parcial*: »Die Schüsse, welche die Karlisten am Montag dm 7.d. zwischen Mave und Aguilar auf einen Eisenbahn-Zug feuerten, hätten von sehr ernsten Folgen für die allgemeine Lage unseres Landes sein könne». Die Kar- ltsten wußten, daß in einem der Züge am Montag die Vertreter Oesterreichs und Deutschlands, oder wenigstens der letztere, reism würde, und machten eine» Anschlag gegen sein Leben. Sie nahmen eine Stellung in der Nähe der Bahn, wobei sie Vorsichtsmaßregeln ergriffen, um von den wachehabenden Soldaten nicht bemerkt zu werden. Als der Zug von Station Mave weiter führ, stürzten sie gegen ihn vor und gaben eine Salve auf ihn ab, welche den Heizer tödtete uud einen Maschineugehilfen schwer verwundete. Die Karlisten hatten fich indessen in dem Zug getäuscht. Derjenige, welcher die beide« Gesandten führte, kam viel später und fand die Stationen anss beste bewacht von Gendarmen und andere« Waffengattungen. Die Gesandten hatten sofort Nachricht von dem Ereigniß erhalten, und der Herr, dem wir diese Mtttheilnngm verdanken uud der mit demselben Zug kam, sagt uns, daß der deutsche Gesandte an allen Stationen ausstieg und die Soldaten und andere Leute, die er antraf, spanisch anredete, um fich genaue Daten über das Geschehene zu verschaffen. Wir brauchen nicht hervorzuheben, von welcher Art und ernsten Bedeutung der Konflikt sein würde, der jetzt vorläge, wmn den fremden Vertretern ein Unglück widerfahren wäre. Wir glauben versichern zu können, daß der deutsche Gesandte seine Regierung von dem Hinterhalt, den die Karlisten ihm bereitet, benachrichtigt hat.* — Laut ausführlichen Mittheilungen über dm Sieg, welchen der General Lopez Domingnez bei Castell» erfochten und dessen Folge der Entsatz von Puycerda war, zählten die Karlisten dort nicht weniger als 6000 Manu «nter dem Befehl von Saballs; in Folge eines dicht« Nebels aber geriethrs sie zwischen zwei Feuer uud erlitten große Verlust«. 76 tobte Karlist«» wurden auf dem Schlachtfeld« gefunden. Die übrigen kailistlsche» Truppen, welche bei Ripoll standen, verloren ihre Artillerie. SabaÜS ist über die Niederlage sehr ergrimmt und plant einen neue» Angriff auf Puycerda. Es wäre indessen unveranlworljch, wenn von Seiten der Militärbehörde Kataloniens jetzt nichts geschähe, um der wacker« kleinen Stadt eine größere Sicherhett gegm dm wüthende» Feind zu verleihen, als sie bisher genossen hat. Nachdem einmal die französische Grenze etwas schärfe« bewacht werden soll, muß es die Karlisten sehr genirm, nicht im Besitze der steinen Ortschaften Jrun und Knen-j terrabia an der Bidaffoa zu sein. Wie der Korrespou^ dent der „Köln. Ztg.* hört, wird dieser Tage ein energischer Angriff auf dieselben stattfinde«. Die beiden Städtchen find sehr schwach befestigt und habm kleine Besatzungen von Freiwilligen und Soldaten. Badische Thron«. * Karlsruhe, 16. Sept. Zu dem am 27. September in Kar»« ruhe statistndmdeo erste» badischen Krteaerfest ist da« Programm heute mdgiltig sestgestellt wordm» «nd wird dessen Versendung am Freitag dm 18. d. M!S. erfolg«. Dank dem äußerst freundlichen Entgegenkommen der Karlsruher Gemeindebehörde war e« möglich, dasselbe so zu gestalt«, baß» wmn de» Himmel günstige« Wetter smdet, da« erste badische Krieger fest an Großartigkeit alle bis jetzt erlebtm Miliiärvereiitt-Feste eben so übertreff« wird, wie e« auch nach dm eintreffmden Anmeldung« da« zahlreich besuchteste unter dm bi« jetzt abgehaltmen derartigen Festen zu werde« verspricht. Bi« zum 15. September hatten 77 Verein« da« Erscheinen vo» 3372 Mitgliedern zugesagt, und find hierunter Anmeldung« von Me««» bürg am Bodenste bi« TauberbischofSheim und Walldürn cnthailm. Außerdem hat eine große Anzahl von Vereinen die Betheiltgung an» gemeloet, ohne, wa« baldigst nschgcholt werde» wolle, die Zahl der erscheinenden Mitglieder anzugebm. Man wirb deßhalb nicht fehlgehm, wenn man «»nimmt, daß am 27. Sept. mindeßm« 4500 alte Soldatm in Karttruhe io der Abficht zusammen kommen werden, in feierlicher Weise de« Bund zu best geln, welchen badische Mtlitärvereine vor einem Jahn zur Pflege der Liebe zu Kaiser, Fürst und Reich, zur Erhaltung der Kameradschast «nd zur Unterstützung bedrängter Vereine geschloffen habm. -G Karlsruhe, 15. Sept. Während zur Linderung der Noch, welche einen großen Theil der unbemittelter« Klaffe der Einwohner Meiningens so hart betroffen hat. die Sammlungen in htefiMe Stadt ihren rüstig« Fortgang nehmen, bereitet, wie wir hör«, auch da« Großh. Hoftheater eine Aufführung znr Unterstützung der Abgebrannt« vor, deren Besuch hoffentlich, mtgegm der Lebung, ei» recht zahlreicher sein wird. Sin ungünstiger Zufall ist hierbei, daß ei» großer Theil de« de» bessern Ständen angehörigm Publtkam« zur Zeit fich noch in seinen Sommerfrischen befindet. Sin gleichzeitig von dm vereinigte» MSnner-Gesang» vereinen im große» Eintrachtsaale, welcher zu diesem Zweck Seiten« der Gesellschaft bereitwilligst auf Mittwoch dm 23. d. zugesagt worden, in Aasficht genommene« »Kovzertbaukett' für dir Meininger Abgebranntm dürfte ebenfalls ein gute» Pekuniäre« Erträguiß find«, wenn man fich erinnert, welchen große» Beifall die gesanglichen Leich stungen dieser Vereine in ihrer Verbindung ^u einem gewaltigen Massenchor am Sedau-Abmd gesunden habm. -Karlsruhe, 16. Sept. Im heutigen Annoncmthetl unsere«! Blattes stad von Bischof Reinken« die beiden Pfründen vo» Sauldorf undStühlingrn zur Bewerbung ausgeschrieben; erste«, eine Pfarrpfründe, untersteht dem Patronate de« Prinzen Wilhelm, die zweite, die Loretto-Kaplaneipfründe, dem de« Fürst« ,n Fürstenberg. — Am letzten Freitag gelangte, wie die »Stb.-Ztg/ berichtet, an den Marineminister v. Stosch au« Mar au eine Postanweisung st» Betrag von 5 Gulden 15 Kr., ans derm Coupon «» hieß: »Diese Sendung bitte ich an denjenigen Kanonier de« deutschen Kanonenboote« »Albatro«' gelangen zu lassen, welcher dm ersten Schuß auf die Karlisten abgesenert hat. P. P/ 8 Au» Baden, 15. Sept. In den Tag« vom 27.-30. Seht! wird in Innsbruck die di« jährige Hauptversammlung deutsche« Philologen und Pädagogen stattstudm. Unter dm Vorträgen, di« auf der Tagesordnung verzeichnet find, erwähn« wir zive, de» Gymnafium-dtrektvr« H. Schiller in Konstanz, vo« desselben wird fich der rrstere über ei« historische«, der andere über «in schulmikn- »isch. praktische« Thema verbreiten. Die Einladung« zu der Versammlung find berett« ergangen und e« scheint, schon nach dm augekürrdigtar Vorträgen, au« allen Theilm Omtschlands Theiluahme zu erwart« zu sein. —n. Eutingeu b. Pforzh., 14. Sept. Der gestrige Tag brächte «n« eine schöne Nachfeier de« Sedan«- uud Großh. Geburtt feste«. Rach de« samstägigen, «olkeubruchartigm Regmgüffm, wider unser Hoff« und Erwarte», vo» schönstem Wetter begünstigt, wurde «nter r«Mr Theilnahme anSwärtiger Vetrranmveretne und große« Zustrom an» Stadt und Land, gestern der hiesige Krieger-Denkstein enthüllt^ Da« Festchm selbst verlief io gelungenster Ausführung de« Programm« von Tagwache uud ersten Böllerschüsse« an bi« zum Festmahl und tzstll ich Sie nicht mit ausführlichem Bericht behellig«: nur einige Warte ützer dm Denkstein. Entworfen von Hrn. Architekt Wirth, Assistenten am Großh. Polytechnikum, »nd ausgeführt von Hrn. Bildhauer Wielandt in Dürrmenz, baut fich der in einfacher Rmaiffauce gehaltene, zwölf Fuß hohe Stein auf dem Platze vor der sch-um neu« Dorfktrche wunderhübsch auf. Der obere, vbeliskartige Theil, ist von einer Lorbrergnir» lande umschlungen, darüber auf dem Medaillon der Vorderseite da» Eiserne Kreuz, aus den Medaille»« der übrigen Settm stehe» die Ramm Straßburg, Ruit« Md Belfort auf flatternder Kranzbinde. Bekanntlich setzte dir Gemeinde Eutingen tm Jahre 1783 dem Markgrafen KarlFriedrich bei Lufhebnng der Leibeigenschaft ein« Denkstein mit der Inschrift: »Wanderer, dieser Straße, verkünde de« Land ruck der Welt Ms« Glück: hier ist der edelste Manu Fürst.' Der mm in dm Grundlivim mit dem Atem Denkmal übereinstiuuumde nme Denkstein trägt außer einer kurzen Wibmuug und dm in die Seitenflächen eingehaumm Name« der Sulinger Veteranen auf der unter» Vorder- fläche dm Ver«: Wa« Jahrhunderte sonst kaum schufen, «Ir sahen e« staunend Ja dem einzigen Jahre herrlich, gewaltig ersteh'». »- xznm da» schbre Dorffest f lbst mft feinem Jabel länK vergesse» fein wird, so besitzt di« bksize Gemeind« noch zwei lautredrnd« Denk. ^ male der wichtigsten Epochen deutscher Geschichte, um welche sie von ! «ancher Stadt beneidet werden dürste: während in Frankreich di« Leibeigenschaft erst 1789 und in Preußin erst nach der Schlacht bei Jena aufzehoben wurde, ist in der badischen Maikgrast'chaft durch die hoch, herzig« Initiative eine» edeln Fürsten schon vor 91 I hren einer der Fundamentsteine zum Neuaufbau Deutschland« gelegt und dir Bedeutung zirser That von Dorfgemeinden erkanrt worden. Daß dir Grundsätze- die Kcps und Herz Karl Friedrich» geleitet haben, bald und in ganz Deutschland tui chschlugen, da» hat die Wiederanfrichtung de« Deutschen Reichs «wbglicht: Baden stand schon vor nahezu hundert Jahren im Bor» karnvf gegen den morschen Feudal« und Pfafstustaat. z Heidelberg, 15. Eept. Die deutsche Gesellschaft für Bolkrbildung, deren Zentralleitung sich in Berlin befindet, hat frit letztem Winter auch hier einen an Mitgliedern ziemlich reiche» Zweigverein aufzuweisen. Nachdem während de» Sommer» dir Thätig- keit desselben ?, ziemlich geruht hatte, wird morgen Abend ein Wan- drrlehrcr der Gesellschaft, Hr. vr. Waltemath. im Gartensaale der Harmonie einen Bortrag halten über »die Bildung in ihrer Bedeutung für die Volk-wirthschaft'. An der Spitze de» hiesigen Verein» steht vorläufig Hr. ReichStage-Abgeordneter vr. Blum, da die Wahl eine» Vorstände» oder ««»schusfe» bi« jetzt roch nicht ftattgefunde» hat. Wie man der .H-idelb. Ztg.' mittheilt, werden die hiesigen Mit- gl jeder nicht nur durch Veranstaltung von bfsentlichen Vorträgen» sonder» auch mit anderen gemeinnützigen Unternehmungen demnächst vor die Oessentltchkeit treten. Sine Besprechung der Mitglieder hierüber hat jedoch bi« jetzt »och nicht stattgefuliden. — Am nächsten Donner- stag findet wieder einwal eine allgemeine Schuhmacher-Berfa m m l u n g statt, in welcher ein gewisser Hr. Bock aus Gotha dm Zweck und Rotzen der Gewerkschaft klar zu macht» versuchen will. A Mannheim, 15. Sept. Die »Mannh. Ztg/ richtet heute an die hiesige Handelskammer und den HandelSstand in längerem Aufsatze die dringende Ermahnung» Angesichts de« Bankge» fetze« uuter Aufgebung der 1872 bet dem Vorschlag der »Normativ- befiiwmuvgen' eingenommen« Stellung sich in geeigneter Weise zu bemühen und ein Volum zu Gunsten einer großartigen Natioualbauk vor der Beschlußfassung des Reichstags in die Waagschale zu legen. Nicht die Seehaudlung, »diese würdige alte Matrone', wie Bamberg« sogt, mit ihren bedächtigen bnreaukratischen Gewohnheiten, auch nicht die preußische Bank, welche sich au« dem Entwurf des Hrn. G. R. vr. Michaeli» entwickeln soll, kann un« die, der neuen Zeit entsprechende Konstituirung und Konservirung solider GeldmarktSver- häl n ssr bieteu; da« kann nur eine Reichsbank nach dem Verbilde der groben Zentral-Vanktnstitute Englands und Frankreich« thun, alle kleinen uod großen Bankuotenpressen zusammen stad unfähig, dafür Ersatz zu bilden. Die Sach« ist allerdings von eminentester Wichtigkeit »nd liegt grö. ßeren kommerziellen Korporationen dringend die Verpflichtung nahe, zu solch weittragenden Fragen Stellung zu nehmen uod ihr Schärfleio zu richtiger Lösung beizutragen, und find wir deßhalb sehr begierig, ob jener Aufforderung in einer produktiven Weise nachgekommen wird. Ob e- jetzt schon möglich sein wird, ein« Rationalbank zu erzielen, ist freilich Angesichts der bestehenden Verhältnisse mehr als fraglich. Offenbar kann aber Deutschland nur durch sie zu jener behagliche» Sicherheit der Geldserhältnifse gelangen, welcher sich Frankreich bis jetzt auch in dm schwersten Tagen zu erfreuen hatte. - Ofsenburg, 14. Sipt. Gestern fand in Durbach unter zahlreicher vetheiligung der Umgegmd die Fahnenweihe des dortige« MilttärvereiuS statt. Außer dem Offenburger Militär verein hatten sich »och gegen 15 andere solche Korporatiovru eingesunken. Uebrr den Verlauf de» FestcS sprechen sich die Theilnehmer sehr günstig aus. — Wie bereit- gemeldet, wurde bet dieser Gelegenheit der erste Renwein verzapft. Mau erzählt un«, daß derselbe, gerade wie wir voranSgefagt, «och kein rechte« Urtheil über die zu erwartende Qualität zvlaste. Für den Viertelliter Neuen wmdm 10 Kreuzer verlangt (wohl »Festpreis'). — lieber die Traubeofülle im Durbacher Thale hört man immer Großartigere», um nicht zu sagen Wunderbare«. Ein einziger Stock soll 74 vollständig auSgrwachsene Trauben, «ine Neblaube im Dorf« 1505 Trauben zählen. Da steht nach manchen traurigen Herbsten auch wieder eine heitere Weinlese in Aussicht; e» ist die« dm durch da« ganze Jahr hindurch von Frost und Hagel -eängstigten Rebleuten um so mehr zu wünsche», als rin abermaliger Fehlherbst für viele Familien bedenktichr Folgen hätte bringen kSnneu. — Die Traubenkur soll bereit« viele Fremde nach Durbach und Umgegend geführt haben. Nur schade, daß die Temperatur au dm Morgen und Abende» bereit« zu sehr herabstnkt. Hmte früh hattm wir um 7 Uhr nur -s- 5° Reaumur; gestern früh zeigten die höher gelegenen Punkte einen schwache» Reif, der auf dem Schwarzwald schon ziemlich stark aufgetretm sein soll. — Nach einem Berichte de« »Ort. Bot,' wurden auf hiesige« Fruchtmarkte im Monate August 3682 Säcke Frucht verkauft und dafür 33.681 fl. erlöst. Gewiß ein schöne« Resnl- tat für einen Fruchtmarkt» der bisher nicht unter die erst« gerechnet wurde, aber nach diesen Zahlen einen Aufschwung dazu gmommm hat. — An« Kehl schreibt man dem »N. K.': »Die hiesige Gendarmerie hat einen recht hübschen Fang gemacht. Sin gut gekleideter Manu von etwa 2S—30 Jahr« kaufte sich von einer Frau, welche vor der früheren Brückengeld-Einnehmern ihre Aurlage hatte, einige Stück Cigarren und gab ihr einen neu« Thaler. Die Händlerin fand sogleich, daß sie r« hier mit einem Falsifikate zu thun hatte, und ..ging -- indem sie vorgab, sie wolle bet den Bewohoeru de« genannten Hause« da» Geldstück wechseln last« — in da« Bureau der Gendarmerie, da« fich im gleich« Hanse befindet, und veranlaßte auf diese Weise die sofortige Festnahme de« Falschmünzer«. Außer diese« Thaler hatte derselbe «och mehrere Stücke bei fich» dir ihm sofort abgenrmmen wurden. Ein Fluchtversuch de» Strolche» wurde rasch vereitelt und demselben die Handschellm angelegt, in welche« Zn« stand« er dem Großh. Amt«gerichte Kork alsbald überliefert wurde. Nach eigener Ar gäbe ist dieser Mann au« de« Elsaß «nd hat seither al« Gießer gearbeitet. Frriburg, 15. Sept. (Fr. Ztg.) Di« Witterung der zweitm Hälfte de« September, Monat« scheint eine für die Traube« besonder« günstige zu «erden. Heute früh halt« wir ein« starken Nebel, der bi« »ach 9 Uhr auhielt, und nachher warm« Sonnenschein. Diese Herbstnebel find für die Entwicklung der Traube» äußerst günstig, und so scheint Alle« znsammm zu wirken, dm Herbst, der jedenfalls Sude diese« Monat« sein« Anfang »chm« wird» zu einem ganz erfreuliche« »« gestatte». Singen, 13. Sept. Gestern brach in der Wohnung der Frau Psitzer Wittwe auf dem Hohentwiel Feuer au« und verbreitete fich bei dem orkanartigm Wstwindr mit rasender Schnelligkeit über dm ganzen Meierhsf, der auch vollüändig oiederbrannte. Die Bewohner konnten nur einen klein« Thril ihrer Habe retten, dm» da- Feuer war so furchtbar, daß die in der Scheuer stehenden Wagen und Chaisen nicht einmal mehr gerettet werden konntm und auch 4 Schwein« zum Opfer fielen. Die Gebäulichkeit«« gehören dem Staate Württemberg und sollen die Verunglückten versichert sei«. Konstanz, 15. Sept. (Konst. Ztg.) Gestern mit dem 3> Uhr-Zug kam Ihre Hoheit die Frau Her, oginvon Hamilton hier an und fuhr mittelst Equipage nach dem Arenabrrg zum Besuch der Kaiserin. — Letzten Samstag pasfirte der kaiserliche Prinz Frauenfeld auf der Rückreise von Chur «ach Arenaberg. «ermtfchte Nachricht-«. — Kassel» 15. Sept. Prirz FriedrichWtlhelm wurde für die Obersecunda de« hiesigen Gymnasium« angemeldet. Prinz Heinrich erhält vorerst roch Privatunterricht. — Der Abgeordnete LLwe > Calbe, der fich gegenwärtig zur körperlichen Erholung in der Schweiz aufhält, hatte, wie da« hiesige »Krem- deublatt' au« sicherer Quelle erfährt, da« Unglück, aus einem Spazierritt mit dem Pferde so unglücklich zu stürzen, daß er sich nicht «nbe- deutend am Schulterblatt verletzt hat. Leider ist noch zu befürcht«, daß der Fall auch nachrheilige Folgen für die Lungm habm könnte. — Der Oberleutnant Payer, der kühne Nvrdpolfahrer, hatte fich vor Antritt der Expedition mit der Sängerin de« Wiener Operntheater-, Frln. Troufil (jetzt Mitglied de« Strawpser Theater«) verlobt. Bor Antritt der Reise hatte Oberleutnant Payer sein Lestammt verfaßt und diese« Dokument sammt seine« Be-.mögen bei Bankier Sina deponirt. Man kann fich vorstell-n, mit welchen Gefühlen die Braut Pc yer'« die langen Monate her nach einer Botschaft au« dem Norden wartete, di« ihr sage, ob ihr B-rlobter noch lebe. Payer ist übrigen« während seiner Abwesenheit zum Hauptmanne ernannt. 1 Ne» Nork.15. Sept. Benjamin Curti« ist gestorben. Nachschrift. -j- Bonn, 15. Sept. Gestern wurden die Union»- konferenzen von Vertretern aller christlichen Konfusionen unter dem Vorsts Döllinger'S eröffnet «nd heute fortgesetzt. Anwesend find berühmte Theologen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Rußland, England, Griechenland, Nordamerika, im Ganzen über vierzig, darunter mehrere Bischöfe. Die Verhandlungen mit den Anglikanem und Amerikanern wurden in englischer, diejenigen mit den Orientalen in deutscher Sprache geführt. Döllinger und Bischof ReinkenS sprachen sich für die Giltigkeit des Bischofs und der Priesterweihe der anglikanischen Kirche aus. -j- Prag, 15. Sept. Im böhmischen Landtage erschienen sieben czechische Abgeordnete und überreichten eine Erklärung, wonach sie an dem böhmischen Staatsrecht fest« halten, jedoch überzeugt, daß nur durch ein kräftiges Zusammenwirken aller liberalen Elemente die Freiheit der Völker dauernd sicher gestellt werden könne. Im Innsbrucker Landtage find die national-liberalen Abgeordneten WälschtirolS und im Ezernowitzer Landtage die Abgeordneten des Großgrundbesitzes nicht erschienen. -j- Bern, 16. Sept. Der internationale Postkongreß ernannte den BundeLrath Borel zum Präsidenten, genehmigte das von der Schweiz vorgelegte GeschästS- reglement und wählte, eine Kommission aus den Vertretern Deutschlands, Oesterreichs, Belgiens, Egyptens, Italiens, Portugals, Rußlands, Schwedens und der Schweiz für die Vorberathnng des von Deutschland beantragten Postver« trags-EntwnrfS. s Paris, 16. Sept. Senart verwahrt fich in einem durch die Blätter veröffentlichten Briefe gegen die Behauptung des „Constitutionnel", er habe im Jahre 1870 Italien die Rückgabe Nizza'- angeboten. Senart sagt, daß, als er damals die italienische Regierung sondirt habe, wie ein Schritt der Bevölkerung Nizza'» selbst behuf» Wiedervereinigung mit Italien ausgenommen werden würde, der König und die Regierung erklärt hätten, sie fänden eS unehrenhaft, aus Frankreichs Unglück Vortheil zu ziehen. Ein Zugeständnis, das mit Einwilligung der Bewohner dem siegreichen und Italien unterstützenden Frankreich gemacht sei, könne nicht zurückgenommen werden. Senart bemerkt, die französische Regierung habe Italien für diese Erklärung gedankt. -j- AmienS, 15. Sept. Mac-Mahon traf hier Abends ein, von einer zahlreichen Menschenmenge, worunter viele Fremde, sympathisch begrüßt. -j- Graste, 15. Sept. In der Nachmittags-Sitzung wurde das Verhör der Angeschuldigten fortgesetzt. Doineau und Oberst Billette längnetm die Teilnahme an der Flucht, von deren Vorbereitungen sie nichts gewußt hätten. s Madrid, 15. Sept. Die „Polilica" erklärt: Die Regierung werde sich niemals herbeilafseu, einen Theil des Territoriums oder der Kolonien abzutreten. -ff Madrid, 15. Sept. Das von der „Times" gemeldete Gerücht von avgeblichen Meutereien bei der durch General Lasern« befehligte» Armee ist, nach Mit- theiluugen aus Regierungskreisen, unbegründet. E» wird hiuzugefügt, daß die Subordination und Disziplin bei den dem Befehle Laserna'S unterstellten Truppen nichts zu wünschen übrig laste. -j- Brussel, 15. Sept. „Etotle beige" erfährt aus guter Quelle, daß der hiesige spanische Gesandte bet der belgisch« Regierung Schritte grtha», um die Abseudung von Waffen für die Karlisten ab Antwerpen zv verhindern. Die Regierung habe dem Verlangen des Gesandten sofort entsprochen, indem fie geeignete Anordnungen nach Antwerpen ergehen ließ. Ein mit Waffen für die Karlisten beladener Dampfer hätte den Hafen jedoch in dem Augenblicke verlassen, al- der Befehl, das Auslaufe» zu verhindern, in Antwerpen eingetroffen sei. -j- London, 16. Sept. Aus Cambridge wird gemrl- ' det, daß zahlreiche Pächter ihre Arbeiter entlasten habe« und daß weitere Entlastungen in großem Umfang k«vor- stehen, um der Arbeiterunion entgegenzutreten. — Die „Times" meldet von einem neuen Sieg der Karlisten bei Songuesa. -j- London, 16. Sept. Die Bergarbeiter von Durha« beschlossen ihre Zustimmung zur schiedsrichterlichen Entscheidung. s Washington, 15. Sept. Das Resultat der Wahlen in Maine ergibt eine Vermehrung der republikanischen Majorität. -j- Washington, 16. Sept. Graut erließ eine Proklamation, welche die Aufständischen auffordert, Linnen einer fünftägige« Frist auseinanderzugehen, und die Bürger zur Mitwirkung bei Wiederherstellung der Ruhe ermahnt. Grant befahl dem Militärkommandanten, die erforderlichen Maßregeln zu treffen. s Neu-OrleanS, 15. Sept. Gouverneur Kellog befindet sich im Zollhaus unter dem Schutz von Bundestruppen. Das Stadthaus, die Polizeistation, das Telegraphenamt und das Arsenal sind in den Händen der Liga der Weißen. Für den verunglückte-, Heinrich Müßig tu HaßmerSheim (Aufruf in Nr. 213 der Karlsruher Zeitung) iS weiter bei nn« eingm gangen: von Ungenannt 1 fl., von L. v. S. 1 fl. 45 kr., von C. S» 1 fl. 45 kr., von H. F. 1 fl., von vr. A. B. 5 fl.; »usamvten 37 flL 15 kr. Zur Empfangnahme weiterer Geldbeträge find wir gern bereit. Karttruhe, den 16. September 1874. Expedition der Karlsruher Zeitung. Frankfurter Kurszettel. (Die fettgedruckte« Kurse find »sm 16, die übriger, vom 15. September.) r/rvchtu Obligation BrLW vVin Obligationen ' E' - - bMOblig.v.1842 Ssyem 4h,«/, Obligat. » 4«/, , Württemberg 5'/, Obligation. ' 4^' ' Raffau 4-/, Obligationen Gr.Heffm 4-/« Obligationen ^ Oesterreich. S°/. «ilberrente . «LL-S ZIn« 66«/, 105'/. 101»,. 99 98V 102 99^ 99V Äirem. 4« «Obi. i.Fr. d 2« L 95V. bura 4«/§ . i.Thkch10btt- 95'/. Rußland 5»/« Oblig.». 1870 100V, K d 12. 5«/„ dto. v. 1871 . dto. v. 1872 — Schweden 4V,«/, dw.i.Thlr. 98«/« Schweiz 4'/,V« Bern. Stttobl. — N -Amertka «»/, BonbS L88Tr 0.18«» 98V, «°/° dto. L88S» »vu 18« 102V, 5°/, dto. ISOSr («/«r v. 1864 99»/, 17V, loov. 4 v. 3°/° Spanische Bolle kan». Rente «Me« ««» Priorität«. «abische «an» ... - Krmeks. Bankverein 94V Dentsch« BereinSbank 98 ProviuzialdiSkonto/ 85V. Darnrftadter Bank 410 Oefterr.Natioualbank 1057V, Württemb. Bereinsbank 142V« Oefterr. Kredit-Aktie» 263V» »Ntt^»e«tfch.Kred.«a»k io?V Rheinisch« Kreditbank 104 BaSler Bankverein 91 Brüsseler Bank 105'/. Berliner Bankverein 93'/. Gtnttaarter Bank 90 Dentsche «ffekteudank 117-/. OestrZrntsch« Bank 93-/. 4M°bayr.Ostb.ii200S. 109'/. 4^' Heff^udwiM^n ^ 141 3V,«/n Oberheff. Eisnb. 350fl. 78'/. »V,Sstr.Krz.«taatSb. 340 SV, « Giw-Lombard. 150 »«/, « Nordweftb.-A. 180 '/, S°/o« 8 fa».«isenb.d 200 fl. 215 5«/oRui>.Sisnb^.«L00fl. 166'/, 5Möhm.Weftb^A.200fl.1 218'/, »VoSrrHvf.Pisenbahn 208 '/- Galizier 268 5ZMHmLLeftb..Pr. i.Silb. 5«/Msab.B.-Pr.i.S. ».«» 5V, dto. na» >Vo dto. steuerst. neue 5»/, dto. (NeummÄ-Ried) 5Vy Donau-Drau 5,°/o Frz.-Jof.ch»rior. 5°/oKronpr.Rud..Pr. v. 67/68 5^ Kronpr.Ru -olf-Prw.1869 Vorarlberger 5/göstr.Süd-Lomb.-Pr.i.! »Mr.Güd«o«b. 5VKfterr.Staat-b.-Pr. 3VKfterr.Staat«b^Pr. 3VöLivorn.Pr., iM. o. o, öVoRhemische Hypothekerchaul Pfandbriefe 8"/o Pacific Central SV° South Miffomi 76',. 91'/? 69',. N: 86',. 89',» 83 67V, 71'/, 74V» 7SV, SS'/, «Ä 63-', 37'/. S7 80 51 «nlehe»«l»»fe »nd Prämienanleihe». Cöln»Minden« 100 - Thlr. - Loose Ocstr 4Vo250-fl^Lo»se V.1W4 IÖ7 Nayr. IV, Prämieu-Anl. Badi/ch« 4'/, dt». , 35-fl>Loose . . vraunfchw. 20-THK>Loofe Großh. Hesfische 50>L-Loofe , , 25»fl^ » Srttbach-GmizenhausauLoose 106V. "Vz 24V 5°/«5Ö0-fl^ , »ä8S0 10S . 100-fl.-Lsose von 1884 172 Ungar. StaatSloosr 100 fl. 103'/, Raab-Grazer 100>Thlr.-Loofe 86V» Schwedische 10-Mr.-Loose 16V, Schwedylye i»Lhlr.-Loos< 246 Finnländer lO-Thlr^ooi« — Meininger fl. 7. IksZV» Oldenburger THK>4a«L. »V. 42 Aon»,» 1 » Mari«»«« « len Uw Dttwuto Wechfelknrse, Bold «nd Gilbe«. «t. « «,o 119°,,^olländ. lO^St.. il. 9.48-50" W st.Lstr.i «V ösir.W. Va 108'k Ducatm »»-Keane»-«. Sovereign« Preuß.Friedrich«d'or fl. — Pistol« .... 9.40-42 l.S.3'/, Vo Russische Imperial Dollar- in Gold vollarcoupon V.37-3S . S. 30-31 . 11.56- 56 , 9^8-50 . LL6-,,-27V, Tendenz! fest. Berlin«, «brfe. 16. Sept. Kredit 150'/« Staattbah« 194'/,; Lombarden 89, 82r Amerikaner —, 60« Sooft —» Rnmimrr , Galizier —. Tendenz r ziemlich fest. »den«, Bbrfe. 18. Sept. Kreditaktim 248.75, Staattbahn —, Lombarden 146L5, Auglobmck 166.25, Napsleouittkr 8.80'/^ Tmdenz: fest. W en ^D o rk 16. Sept. «olb (Schlußkur») 109-/«. AM»«««»« GanbelSnnchrtchten in der «eüa>e Gestell. Verantwortlicher Redakteur,! Paul Krrtzfchmar in Kmttrahe. «rotzherzogttches Hostheater. Donnerstag, 17. Sept. 3. Qartal. 85. «bonnementS- vorstellung. Ein Schritt vom Wege, Lnstspiel in 4 Akten, von E. Vichert. Anfang '/,7 Uhr. ^ ^ Frettag,18. Sept. 3. Quartal. 96. AbouuemeutSvor- stellung. Die Favorttin, große Oper mit Tanz in 4 Akten, von Donizetti. K.202.1. Wir sind von folgenden Hypothekar-Instituten mit dun Verkauf ihrer Pfandbriefe beauftragt, als: der Preuß Bo-en»Credit AetLemBank in Berlin Unkündbare 5*/, Stücke » 25, 50, 100, 200, 500 und 1000 Thaler ü 11V rückzahlbar, dergleichen ««kündbare 5°/. Stücke 1 100 , 200 , 500 und 1000 Lhaler »I par^ heimzahlbar. der frankfurter Hypotheken Bank Ln Frankfurt 5»/. Stücke s 100, 200, 500 Thaler. der Süddeutschen BodemCredit-Bank Ln München 4^/s und 4-/a Stücke ä 100, 200, 500, 1000 Thaler. der Oesterr Boden-Credit-Anstalt Ln Wien 5°/» Stücke ü fl. 100, 200, 300, 500, 1000 Silber. 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Dasselbe würde sich seiner günstigen Lage wegen besonders zu einer Weinhaudlung, Branntweinbrennerei, oder auch zum Be- trieb einer Wirthschast sehr gut eignen. Femer verkauft derselbe ein in unmittelbarer Nähe der Stadt Oberkirch gelegenes l'/zstöckigeS Wohnhaus, bestehend in zwei Familimwohnuugen, großem Keller rc., all- freier Hand um billigen Preis. Leopold Schmidt, Küfer. Oberbrauerstelle - Ge- L.196.1. Ein tüchtiger energi. h Uly. scher Oberbraner, welcher über Tüchtigkeit, Fleiß und gute» Bettagen gute Zmgmsse aufzuweisen vermag , sucht zum baldigen Eintritt Stelle. Gefl. Offerten steht mtgegm da» StellmvermittlungS- Büreau von I. Müller, Karlsruhe, Laugestr. 119. 'z L.167.2. Lariarnds. LedrsteLL« st Lin junger Nun«, cker böiwr« I-sbr- «nstrckten mit gutem Lrkolg besucht Hut, üncket unter seinen Kenntnissen kntsxreckenäsn Leckingungsn Entnahme rcks bankmünniscksr l-ebrling in ckem kapier - unck Schreibmaterialien - Osscbäkt von Notariatsgehilfe, «in gewandter, welcher, womöglich, selbständig arbeiten »nd sogleich oder bis Anfang nächsten Monats eintretm könnte, findet dauernde Beschäftigung und gute Be- zahkung. Zu erfragen bei der Expeditton dieses Blatte». L.178.2. L190. Bödigheim, Eubigheim, und Sennfeld. Eichen - «nd Bnchen- Nntzholz-Verkauf. Die Grundherrschast Rüdt von Tollenberg zu Bödigheim setzt im Submis- sionSwege dem Verkaufe aa»: 1) In Bödigheim, Distr. Grauer F »rst. 60 Nutzholz-Eichm, zur Hälfte erster Qualität; 400 Buchmblöcke, zur Hälfte van 45 und mehr Lenttm. Durchmeffer. Commis - Gesuch. L.183.2. ES findet ein junger Mann, ber in der Corrrespondenz bewandert ist, «ns einem Comptoir eine Stelle, die in ca. 14 Tagen ««getreten werdm kan». Wo? sagt di« Expedition diese» Blatte». H.925.U.4. Mannheim. Feinst raffiuirtes I' blaue pen- sylvamsches 2) I« Eubigherm, Distr. Finken- brrg. 6 Nutzholz-Lichen. 3) In Sennfeld, Distr. Höllen- wald. 11 Nutzholz-Eichm. Die Stämme werdm durch das Forscher- sonal vorgewiesm, und wollen Angebote per Kubikmeter längstens bis IS. Oktober 1874 schriftlich und versiegelt bei de» Grün d- herrl. Rentamt Bödigheim einye- reicht werdm, an welchem Tage Nachmittags 3 Uhr deren Eröffnung erfolgt. g«e auch in diesem Jahr faßweise vom hiesigen Lager ab und halte mich zu Auf- »ritzen besten» empfohlen. Gust. Schützeubach, Nannhei«. Bürgerliche Rechtspflege. Bekanntmachung. «.321. Nr. 30,028. Heidelberg. Wir berichtigen unser AuSschreibeu vom 14. v M., Nr. 27,255, dahin, daß nicht die dort beschriebenen Vramicuobligatioueu selbst, sondern nur die dazu gehSrigen l Coupons und Talons in Verlust gera- ^ theu find. l Heidelberg, den 15. September 1874. ! Großh. bad. Amtsgericht, j «ah. Oeffentliche Auffordermge». «L05. Nr. 83 l3. Staufen. Anna Katharina Danaer, ledig, von Schallstadt besitzt zufolge Ablebens ihres Vater- Johann Jakob D anner von da IS Ruthen oder 1 Ar 8 Meter Reben im Kitzenberg (vatzenberg) Pfaffenweiler Gemarkung, neben Jahann Jakob liüchlin'S Wittwe von Schallstadt und Johann Gutgsell von Pfas- seuweiler. Wegen mangelnder ErwerbSurkundm verweigert das OrtSgericht den Eintrag und die Gewähr zum Grundbuche. ES werden deßhalb alle Diejenigen, welche an genanntem Grundstücke dingliche Rechte, oder lehenrechtliche oder fideikommiffarische Ansprüche zu haben glauben, anfgesordert, solche innerhalb 2 Monaten dahier geltend zu machen , widrigen- diese Rechte der Anna Katharina Danner, lediz, von Schallstadt gegenüber für erloschen erklärt würden. Staufen, den 12. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. Zentner. Klotz. > K.306. Nr. 9710. Breisach. The- refia Webervon SaSbach besitzt als RechtS- nachfolgerin der Theresia Weber alt Ehe- leute dort nachbenannte Liegenschaft, bezüglich deren sich kein Eintrag im Grundbuch genannter Gemeinde findet: * 2 Morgen Acker am Wyhlerweg (Krenzgewann), neben Josef Eberenz Erben und Josef Fritz. ES werden nun alle Diejenigen, die in den Grund- und UnterpsandSbüchern nicht eingetragene dingliche Rechte, lehenrechtliche oder fideikommiffarische Ansprüche haben, anfgesordert, solche binnen 2 Monaten hier geltend zu machen, widrigen» sie der je- tzigen Besitzerin gegenüber für erloschen erklärt würden. Breisach, den 24. August 1874. Großh. bad. Amtsgericht. F l e n ch a u K.3S2. Nr. 10,359. Breisach. Nach- dem aus unsere Aufforderung vom 18. März 1874, Nr. 3262, in Nr. 82 dieses Blatte-, Rechte der benannten Art an die dort be- zeichneten Liegenschaften nicht geltend gk- macht worden sind, werden solche der jetzigen Besitzerin, der Ehefrau der Anton Hafner, Theresia, gebornen Hun, von Gottenheim gegenüber für erloschen erklärt. Breisach, den 6. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. F l e u ch a u S. K.309. Nr. 10,423. Breisach. Nach- dem auf unsere Aufforderung vom 30. Mai 1873, Nr. 6101, Rechte der genannten Art an die dort bezeichnten Liegenschaften nicht geltend geltend gemacht worden find, werden solche dem jetzigen Besitzer Karl Friedrich von Jechtingen gegenüber für erloschen erklärt. Breisach, den 8. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. F l e n ch a u S. K308. Nr.10,450. Breisach. Nach- dem auf unsere Aufforderung vom 5. März 1874, Nr. 2940, Rechte der genannten Art an die dort bezeichnten Liegenschaften nicht geltend gemacht worden sind, werde« solche dem jetzigen Besitzer GervaS Meier von KiechlinSbergen gegenüber für erloschen erklärt. Breisach, den 10. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. F l e u ch a u S. BermSgeusabsonderungen. K.319. Nr. 4407. Livilkammt. Freiburg. Die Ehefrau der Johann Wied- mer, Henriette, geborne Ger spach, von Wyhlen, z. Zt. in Lörrach, hat eine Klage auf Vermögensabsonderung gegen ihren Ehemann erhoben, zu deren Verhandlung in öffentlicher Gerichtssitzung Tagfahrt auf Mittwoch den 21. Oktober d. I., Vormittags 8'/, Uhr, anberaumt ist. Dies wird den Gläubigern hiemit bekannt gegeben. Freiburg, de» 6. September 1874. Großh. bad. Kreis- und Hofgertcht. v. Rotteck. Kaiser. HandelSregifter-Einlräge. K.3S5. Nr. 7768. Konstanz. Unter O.Z. 144 de» Firmenregisters wurde heute die Firma Mathias Kienle in Konstanz eingetragen. Inhaber ist Kaufmann Mathias Kienle hier, verehelicht mit Luise Schlegel von da. Laut Shevertrag vom 7. April 1873 bringt jeder Theil 50 fl. in die Gütergemeinschaft und schließt alle ge- genwärtige und zukünftige Fahrniß davon ans. Konstanz, den 4. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. Arnold. K.324. Nr. 7927. Konstanz. Nach Beschluß vom Heutigen haben wir unter O.Z. 61 in das diesseitige GesellschastSregi- ster eingetragen die Firma Bloch LKeru in Konstanz. Gesellschafter find 1) Theodor Kern hier, fett 12. August 1869 mit Lina Bett ich er von Uznach verehelicht, ohne Ehevertrag; 2) Gustav Bloch in Kreuz- liugen, verehelicht mit Regina Rei» von Trust. Ehevertrag vom 5. März 1855, «oruach dieselben m bewidmeter Ehe leben. Die Gesellschaft begann am 15. Juli l. I. und ist zunächst für die Dauer eine» Jahre» errichtet. Jeder Theilhaber ist zur Vertretung der Gesellschaft befugt. Konstanz, den 12. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. Arnold. K.284. Nr. 9tL8. Triberg. Zu O.Z. 35 de» GesellschaslSregisterS wurde heule eingetragen die Firma Wöhrle u. Gysin mit Sitz in Horuberg. Die Gesellschafter find: 1. Johann Wöhrle, Sägmühlbefitzer in Hornberg, verheirathet mit Maria Hildbrand von Gutach. Nach Ehe- vertrag ck. ä. Wolfach, den 2. Septbr. 1874, wirft jeder Theil 50 fl. in die Gemeinschaft ein, unter Ausschluß alles übrigen, liegenden und fahrenden, gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens. 2. Gottlieb Gysin, lediger Kaufmann von Hornberg; jeder Gesellschafter hat gleiches Vertretungsrecht und wird solches von Jedem einzeln auSgeübt. Triberg, den 5. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht. L e d e r l e. K.298. Nr. 5689. «chern. I, Zu O.Z. 8 de» GesellschastSregistcrS wurde heute eingetragen: Die Firma K. I. Stemmle in Oberachern ist erloschen. II. Unter O.Z. 87 de- Firmenregister- Würde heute eingetragen: Die Firma Herw. A. Stemmle in Oberachern. Inhaber ist der ledige Kaufmann Hermann Anton Stemm- le daselbst. Achern, dm 7. September 1874. Großh. bad. Amtsgericht, vr. Roller. K.292. Nr. 11,034. Lahr. Zu Ort».- Zahl 50 Gesellschaftsregister: Du offene Handelsgesellschaft „Gebrüder Rubin und Meurer in HugSweier" ist seit 1. August 1874 aufgelöst und die Firma erloschen. Die seitherigen Gesellschafter übernehme» du Liquidation. Unter Ord.-Zahl56 GesellschastSregister wurde eingetragen Firma: „Rubin und Schnitzlerin HugSweier." Inhaber dieser ofsen-n Handelsgesellschaft find Karl Rubin von HugSweier und Kaufmann August Schnitz lervon Lahr. Jeder Ge- sellschafter hat da» Recht, die Gesellschaft zu vertreten. Lahr, den 8, September 1874. Großh. bad. Amtsgericht Eichrodt. K.300. Nr. 27,268. Pforzheim. Zu O.Z. 564 des Firmenregisters wurde heute eingetragen die Firma: „Fr. Bohnen- berger" dahier; deren Inhaber ist Bijou- teriesabrikant Friedrich Bohnenberger daselbst. Pforzheim, dm 5. September 1874. , Großh. bad. Amtsgericht. ' I. Buß. Strafrechtspflege. Ladungen und Fahndungen. K.332. Nr.42,813. Mannheim. Der bereits wegen zum Theil schweren Diebstahls vor Großh. Strafkammer zur Aburteilung verwiesene, IS Jahre alte Ludwig Ußmann von hier ist weiter beschuldig^ daß er am 26. Mai d. I. dem Wendelin Heitzman» in Sutach-Oberthal etwa 2 Gulden in Münze entwendete. Der Beschuldigte wird aufgefordert, sich binnen 14 Tagen bei Unterzeichnetem Untersuchungsrichter zu stellen, da sonst nach dem Ergebnisse caS Erkenntuiß würde gefällt werdm. Mannheim, den 14. September 1874. . Großh. bad. Amtsgericht. Fr. Wal tz. Bern». Bekanntrnachnnse« L.197. Karlsruhe. Bekanntmachung. Mit Wirkung vom 12. k. M. ab kommen in Folge der eingetretenm Tariferhöhung im direkten Güterverkehr.' zwischen Stationen der Oesterreichischen Südbahn einer- seitS und Stationen der Badischen, Würt- tembergischm, Pfälzischen, Hessischen Lud- wig»-, Main-Neckar-Bahn und der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen anderseits neuberechnete Frachtsätze zur Anwendung und verlierm sämmtliche für dm bezeichnet«« Verkehr bisher bestandenen Frachtsätze ihre Gütigkeit. Der die neuen Frachtsätze enthaltmde Tarif (Nachttag 24 zum süddeutschen Ber- bandgütertarif vom 1. Juli 1870) ist bei dm diesseitigen Berbandstationen unentgeltlich zu beziehen. Karlsruhe, deu 16. September 1874. Gmeraldirektto» der Großh. StaatS-Eiseubahnen. Zimmer. Bayer. L.188. Bonn. Psründenailsschreibimg. Di« auf Grund de- Art. 4 Ziff. 2 und 3 de- Gesetze» vom 15. Juni 1874 der meiner Leitung auvertrautm (Alt-)Katholikm-Ge- meinschast inSauldorf, Großh. Bezirk», amt» Meßkirch, durch Erlaß de» Großh. Ministeriums de» Innern vom 20. August 1874, Nr. 12^06, überwiesene katholische Pfarrpfründe wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. Deren jährliche» Einkorn- mm. in Geld und Güternntzung bestehend, beträgt 1300 fl. Die Bewerber habm ihre Gesuch«, welche mit dm nöthigen Zeugnissen (in Original oder beglaubigter Abschrift) über Mer, Dienstalter, Pastoralprüfuug, bisherige Thitigkeit und sittliche» Verhalten belegt sein müssen, Seiuer Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm von Baden, Hlchftdessm Patronat-rechte die Stelle uu-! tersteht, behufs der Präsentation binnen sechs Wochen einzureichen. Bonn, dm 15. September 1874. Der katholische Bischof _ R e in ke n ». L.189. Bonn. "" Pfründenlmsschreibmlg. Die auf Grund des Art. 4 Ziff. 2 de» Gesetzes vom 15. Juni l. IS. der meiner Leitung anvertrautm (Alt)Katholikm-Ge- meinschaft inStühlingen überwiesene Lorettokaplaneipfründe wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. Deren Eru- kommm beträgt circa 844 fl. jährlich. Die Bewerber habm ihre mit dm Zeugnissen über Alter, bisherige Dienstleistung, fitt- licheS Verhalten u. s. w. belegtm Gesuche an Sein« Durchlaucht deu Herrn Fürsten von Fürstenberg als den.Patron zu richten, und bei der Fürstlichen Domänen- kanzlei in Douauefchingen binum sechs Wochen eiuzureichm. Bonn, dm 15. September 1874. Der katholische Bischof ReinkenS. L.176.1. Zella.H. Liegenschafts- Versteigerung. In Folge richterlicher Verfügung werde« au» der Gautmaffe de- Fabrikanten Bruno Prössel dahier, Firma „I. F. Lenz Nachfolger", am Montag den 16. November d. I., Vormittag- 10 Uhr, auf dem Rathhause in Zell a. H. die unten beschriebenen Liegenschaften öffentlich zu Eigenthum versteigert, und erfolgt der Zuschlag, wenn wenigsten» der Schätzungs- Preis geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften. I. Auf Gemarkung Zell a. H.: 1. Die Porzellan- und Steingutfabrik dahier, einen Komplex bildend, bestehend au» circa 23 Morgen 338 Ruthen Hau»- und Hosplatz, Garten, Wiesen, Aeckeru und Wegen, nebst sämmtlichm darauf stehenden Fabrik- und sonstigen Gebäuden, mit den daraus befindlichen 4 Wasserfällen, Wasserrädern und Mühlwerkm. Dieselbe bildet mit der aus UnterharmerSbacher Gemarkung liegenden Wiese Ziffer 8 rin geschloffene» Ganze-. 2. ca. 125 Ruthen Garten dahier, in der Vorstadt gelegen. II. Auf Gemarkung llaterharmersbach: 3. Dar von Holz und Stein erbaute Pochwerkgebäude, in Biberach gelegm, sammt Wasserfall und Rädern. Ein einstöckiges, von Stein und Riegeln erbauter Wohnhaus mit Balkm- keller daselbst. ca. 36 Ar Hofrailhe, um di« Gebäulichkeiten herum liegend, ca. 36 Ar Wiesen, dre sogenannte Has- nermatte. DaS Ganze mit dm zur Porzellan- nnd Steiugutfabrikalion gehörende« Maschinen gewerthet zu 135,250 fl. DaS Anwesen liegt an der Bahnstation Biberach—Zell a. H. und wird ausschließlich durch Wasserkraft betrieben, welch« bei verbesserter Einrichtung aus da» Doppelte gesteigert werden kann. Die SteigerungSbedinguogen können inzwischen auf dem Geschäftszimmer de» Unterzeichneten dahier eingesehm werden. Unmittelbar nach der LieamschastSverstei- gerung werden , falls der Zuschlag erfolgt, die vorhandenen Waarmvorräthe und Rohstoffe öffentlich gegen Baarzahluug, und zwar ebenfalls im Ganzen, versteigert Der Anschlag derselben beträgt 99,000 fl. Auswärtige SteigerungSliebhaber wolle« sich mit legalen BermögmSauSweism versehen. ES wird noch bemerkt, daß der Geschäftsbetrieb bi» zur Ertheilung de» end- giltigen Zuschlag» keine Unterbrechung erleidet. Zell a. H., dm 14. September 1874. Der Großh. Notar Rubi. 4 5. 6 . L.135.3. Str. 2600. Karlsruhe. Großh. bad. Staats- Eisenbahnen. Vergebung von Bau- Arbeiten. Die zur Reparatur der Dächer ans de» MaschinmhauS im Bahnhof Mühlacker und auf dem Güterschoppm der Station Enzberg erforderlichen uachverzeichuete» Arbeiten sollen höherer Anordnung gemäß an einen Uebernehmer in Akkord gegeben werdm: 1. Schieferdeckerarbeiten, veranschlagt zu . . 753 fl. 49 kr. 2. Zimmerarbeiten, veranschlagt zu . . . 238 fl. 20 kr. 3. Blechuerarbeiten, veranschlagt zu . . . 154 fl. 53 kr. zusammen zu . 1152 st. 2 kr Lustttagende Uebernehmer wollen ihre Angebote spätesten» bis Samstag den 19. d». Mt»., Bormittag» 10 Uhr, schriftlich, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, auf de« Geschäftszimmer Iw» Unterzeichneten einreichea, woselbst inzwischen der Borauschlag und die Akkord- bedingungm zur Einsicht anfliegm. Karlsruhe, den 18. September 1874. Der Großh. BezirkS-Bahu-Jngenieur für dm Bezirk Karlsruhe. Möglich. (Mit einer Beilage^ Krnck nn» Berka» »er G. Brann'sche« Hofbnchbrnckerri.