Karlsruher Zeitung. Samstag, LS. Januar. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briefträgerzebühr eingeschlofsen, 4 fl. 6 kr. u. 2 fl. 3 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzcile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 187 «. Amtlicher Theil.j Durch höchsten Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großhrrzog» vom ll. d. Mts. wird Hauptmann Karl vonPierron vom Armee-Corps, Adjutant beim Bezirkskommando des Landwehr-Bataillons Heidelberg Nr. 2, wegen andauernder Kränklichkeit dieser Funktion enthoben. Nicht-Amtlicher Theit. Telegramme. s München, 14. Jan. Der Regierungspräsident von Oberbayern, Frhr, v. Zu-Rhein, ist gestern Abend am Gehirnschlag verschieden. In den parlamentarischen Kreisen wird eine neue Ministerkrisis für nahe bevorstehend gehalten. Die Landtags-Eröffnung findet wahrscheinlich nächsten Montag statt. Tarmstadt, 14. Jan. Prinz Ludw ig ist seit einigen Tagen unwohl; er ist am Scharlachfieber erkrankt. Ein Hofball ist deshalb abgesagt worden. Bremen, 13. Jan. Die Bürgerschaft hat den Vertrag mitPreußen, betreffend die Gebietserweiterung Bremer- Hafen-, einstimmig angenommen. Wien, 13. Jan. Der AdreßausschnßdeS Abgeordnetenhauses nahm einen Adreßentwurf an, welcher im wesentlichen mit dem von dem Abg. Tinti ausgearbciteten Adreßentwurf übereinstimmt.. Paris, 13. Jan. In der ganzen Stadt herrscht vollständig R u h e. — Im Senat erklärte der Handelsminister heute, daß der Handelsvertrag mit England nicht gekündigt werde, seine weitere Geltung aber der Beurtheilung einer parlamentarischen Untersuchung unterstellt werden solle. Paris, 13. Jan. Abends. In allen Theilen von Paris herrscht seil gestern vollständige Ruhe. Alle militärischen Maßregeln find dem „ConstitutionGl" zufolge zurückgenommen worden. — Led ru Nollin wird heute erwartet.— Die Verhandlungen des Gesetzgeb. Körpers über die Gestattung einer gerichtlichen Verfolgung gegen Nochefort sind auf Montag festgesetzt. Paris, 14. Jan. Die Regierung wird heute oder morgen im Gesetzgeb. Körper einen Gesetzentwurf einbringen, wodurch alle politischen Verbrechen und Vergehen, welche durch die Presse oder auf anderm Wege begangen worden, den Geschwornen - Gerichten zugewiesen werden. — DaS „Jöurn. des Deb." widerlegt das Gerücht, daß Dar» seine Entlassung eingereicht habe. Deutschland. Karlsruhe, 14. Jan. DaS heute erschienene Gesetzes- und Verordnungsblatt Nr. 2 enthält Verordnungen des Ministeriums des Innern: «) die sanität-polizeilichen Maßregeln in Bezug auf Leichen und Begräbnißstätten betreffend; b) den Vollzug und die Überwachung der Leichenschau und die statistischen Erhebungen ans den Standeöbüchern betreffend. . - München, 12. Jan. (Bayr. Bl.) Die Kammer der Abgeordneten wird am Freitag mit der Wahl ihrer Ausschüsse beginnen; man bezweifelt, ob die feierliche Eröffnung des Landtages noch in dieser Woche stattfinden wird. Berlin, 12. Jan. Die Behauptung eines Pariser Blattes, der franösische Botschafter am Königl. Hofe, Graf Benedetti, werde alsbald von Berlin abberufen und durch einen andern Diplomaten ersetzt werden, begegnet in den hiesigen politischen Kreisen starken Zweifeln. Als entschieden unwahr bezeichnet man das Gerücht von einer angeblich von Seiten Rußlands hier erfolgten Anregung der nord- schleswig'schen Frage. — Ueber die Frage wegen Zulassung von Nealschul-Abiturienten zu den akademischen Fachstudien ist vor kurzem auch von Seiten der Berliner Universität ein Gutachten abgegeben worden. Alle Fakultäten derselben haben sich einmüthig gegen diese Zulassung erklärt. In gleichem Sinne ist auch noch ein Volum von Rektor und Senat erfolgt und dem Gutachten der Fakultäten beigefügt. Rückständig sind noch die Erklärungen der Universitäten Göttingen und Kiel. Die übrigen Universitäten des preußischen Staates haben mit Ausnahme einiger Fakultäten sich bereits sämmtlich übereinstimmend gegen die Zulassung von Realschul - Abiturienten ausgesprochen. B Berlin, 13. Jan. Die Nachrichten über das Befinden Sr. Maj. des Königs lauten auch heute günstig. — Gestern Abend, waren die Mitglieder des Staatsministeriums beim Ministerpräsidenten Grafen v. Bismarck zu eitler vertraulichen Besprechung vereinigt. Hiesige Blätter bezeichnen als den Gegenstand derselben die KreiSordnungS-Frage und behaupten: die Regierung sei mit ernsten Erwägungen darüber beschäftigt, ob der Entwurf einer neuen Kreisordnung im gegenwärtigen Stadium seiner Berathung wieder zurückgezogen werden solle, oder nicht. Zugleich wird das Ausfallen der heutigen Sitzung de-Abgeordnetenhauses, sowie die Absetzung der Kreisordnungs-Debatte von der früher für morgen bestimmten Tagesordnung des Hauses mit solchen angeblichen Erwägungen in Zusammenhang gebracht. Sicherem Vernehmen nach ist aber diese Auffassung und Darstellung unrichtig. Die gegenwärtige Unterbrechung der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses hat ihren Anlaß nicht in Schritten oder Wünschen der Regierung. Wie von wvhl- orientirter Seite verlautet, ist in Folge von Anregungen aus parlamentarischen Kreisen die heutige Sitzung des Hauses vom Präsidenten v.Forckenbeck ausgesetzt worden, um den verschiedenen Fraktionen Zeit zu geben, in Betreff der Kreis- ordnungs-Angelegenheit gründlich mit sich zu Rathe zu gehen und möglichst eine Verständigung über deren weitere Behandlung herbeizuführcn. Die Regierung — wird hier geäußert — habe ihrerseits in jedem bisherigen Stadium derBerathung über diese Vorlage den thatsächlichen Beweis geliefert, daß es ihr eifriges Bestreben sei, das Reformwerk in der jetzigen Session zum vollen legislativen Abschluß bringen zu helfen. An diesem Bestreben halte sie auch unter den obwaltenden Umständen noch unverändert fest und werke darin selbst durch Vorgänge, wie diejenigen in der Dienstagssitzung, nicht wankend gemacht. Deßhalb habe sie auch keinen Grund, schon jetzt über eine etwaige Zurückziehung ihres Entwurfs in Be- ralhung zu treten. Desto mehr dränge sich aber den Fraktionen deS Abgeordnetenhauses, welchen an dem Zustandekommen einer neuen Kreisordnung wirklich gelegen sei, die Nothwendigkeit auf, für die Verwirklichung dieses Wunsches auch das Erforderliche zu thun. In der bisherigen schleppenden Weise könnten die Verhandlungen nicht rechtzeitig zum Ziele führen. Außerdem komme der noch wichtigere Punkt in Betracht, daß der Ausgleichungspunkt und Einigungsweg offen gelassen werden müsse. Mehrheitsbeschlüsse, denen das Herrenhaus und die Regierung nicht zustimmcn könnten, würden unvermeidlich das ganze Werk in Frage stellen. Im Ganzen sind hier die Hoffnungen auf das Zustandekommen der Kreisordnung wesentlich gesunken. Der Anlaß zur Einholung von Gutachten der Universitäten über die Frage wegen Zulassung von Realschnl-Ab itu- rt enten zu den akademischen Fachstudien liegt in Anträgen der Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses. Dem Hause waren mehrere auf die Befürwortung solcher Zulassung abziclende Petitionen zugekommen. In Folge dessen beantragte die Unterrichtskommission, den Minister um Befragung der Universitäten zu ersuchen. Berlin, 14. Jan. (Sch. M.) Durch Rundschreiben vom 10. d. M. hat Graf Bismarck als Minister des Auswärtigen den hiesigen Gesandten der norddeutschen Bundesstaaten das bekannte Rundschreiben an die auswärtigen Minister wegen der Umwandlung des preußischen Ministeriums des Auswärtigen in ein auswärtiges Amt des Norddeutschen Bundes zur Kenntnißnahme mitgetheilt mit dem Hinzufügen, daß in den Formen des geschäftlichen Verkehrs bezüglich aller Verhandlungen zwischen dem Ministerium des Aeuhern und den norddeutschen Bundesstaaten eine Aenderung nicht eingetreten ist. Oesterreichifche Monarchie. Wien, 12. Jan. Wie schon erwähnt, veröffentlicht die „Wien. Ztg." die Memor anda der beiden Mmistergrup- pen. DaS der Majorität will eine strenge Durchführung der Verfassung von Seiten einer einheitlichen Negierung. Veränderungen der Verfassung seien allerdings prinzipiell nicht abzulehnen, doch sei geltend zu machen, daß die Autonomie der Länder nicht ohne Gefahr für die Kraft des Reiches erweitert werden könne. In Betreff der angestrebten Wahlreform stellt die Majorität kein Programm auf; die bisherigen persönlichen Vermittlungsversuche seien mißlungen und hätten die Kraft der Regierung wesentlich geschwächt. — In dem Memorandum der Minorität werden zunächst die bisherigen Gewährungsversuche unter Hinweis auf die Nothwendigkeit, die nationalen Parteien mit der Verfassung auSzusöhnen, vertheidigt. Die Minorität verwirft jede einseitige Wahlreform ohne gleichzeitige durchgreifende Aenderung der Verfassung, welche auf verfassungsmäßigem Wege durchzuführen sei. Das Memorandum empfiehlt die Auflösung des Reichraths und der Landtage, die Einberufung eines neuen, voraussichtlich vollständigen Reichsraths, die Revision der Verfassung und die Wahlreform. Leide Memoranda schließen mit Entlas- I sungSgesuchen. stsi Wien, 13. Jan. Es mögen noch einige wenige Tage vergehen, bevor die „Wien. Ztg." wirklich den Austritt derjenigen Minister verkündet, welche das Memorandum der Minorität unterzeichnet haben; aber es leidet schon jetzt keinen Zweifel, daß die Majorität fortznregieren berufen sein wird. Sie wird sortregieren, bis der praktische Beweis vorliegt, daß sie und ihr Programm der Lage nicht gewachsen ist. Agram, 11. Jan. Man telegraphirt dem „Wanderer" : Laut einem so eben aus Rom angekommenen Privatbriefe haben am Donnerstag Abend zwei unbekannte Individuen gegen den kroatischen Bischof S t r o ß m a y e r ein Attentat versucht, als derselbe in seine Wohnung im illyrischen Konvent San Girolamv heinikehrte. Durch Dazwischenkunft mehrerer Personen wurde der Mordanfall vereitelt. Die Angreifer entkamen. Die römische Polizei sucht den Vorfall zu vertuschen. Fiume, 12. Jan. Der Bericht derNegnicolar-De- putirten wurde der Kongregation vvrgelrsen. Er lautet: „Indem die Forderungen der kroatischen Delegirten als unannehmbar zurückgestoßen wurden, haben diese ihr Mandat niedergelegt, daher die Verhandlungen eine Unterbrechung erlitten. Die ungarischen Delegirten werden dem Parlamente die Nothwendigkeit auseinandersetzen, daß die ungarische Regierung die direkte Administration von Fiume übernehme." Die Kongregation zollte den Dele- girten Beifall und machte deren Operat zu ihrem eigenen. Sie petitivnirt um Tr ennung von Kroatien. Rumänien Bukarest, 10. Jan. (Presse.) Der Generalkonsul und diplomatische Agent Oesterreich-UngarnS, Hr. v. Zulaus, verläßt den hiesigen Posten, Er hat wiederholt dringend um seine Abberufung gebeten. Bukarest, 13. Jan. Der Senat ging anläßlich der Interpellation Teils, bezüglich der Unordnung beiden Peiisions- fvnds, sowie deren Zahlungsunfähigkeit zur Tagesordnung über, indem er gleichzeitig die Regierung zur Befolgung der Gesetze aufforderte. Es geht das Gerücht von einer bevorstehenden Ministerkrisis. Schweiz Bern, 13. Jan. (Sch. M.) Der Große Rath hat heute das Monopol der schweizerischenMvbiliarversicherungS- Gesellschaft aufgehoben und die Mobiliarversicherung frei gegeben. Frankreich. Paris, 12. Jan. Wir entnehmen einem Bericht der „Französ. Korresp." über die Tragödie von Auteuil Folgendes: Erst gegen 4 Uhr erreichte der Leichenzug Noir'S den in der Rue de» Gravier« gelegenen Friedhof. Nicht blo« durch die Eingänge, sondern über die Ringmauern und Gitter stürzt« sich die Menge auf den Friedhof. Ohne jede weitrre Zeremonie wurde die Leiche Noir'S in da» Grab gesenkt. Da« Gedränge war fortwährend so stürmisch, da« Geschrei, in welches sich politische Ruse, Drohung««, Schmähungen aller Art mischten, war so groß, daß Niemand daran denken konnte, da« Wort zu ergreifen. Um vier Uhr war e» Roche- son möglich geworden» den Friedhof zu verlassen; einige tausend Arbeiter geleiteten ihn, die Marseillaise singend, an seinen Wagen und bis an das Gitter der Porte Maillot. Hier sah man ein Geschwader von mindesten- SOS Stadtsergeanlen postirt; in Reuilly selbst war weder in den Straßen und Boulevards, noch auf dem Friedhof auch nur ein einziger Agent der SicherheitSbehörde sichtbar. Bei «inbrechender Dunkelheit waren der Friedhof und die anstoßenden Straßen noch mit Menschenmassen bedeckt, und man war nicht ohne Sorge, daß die zurückkehrenden Arbeiterscharen mit dem an den Thoren von Paris ihrer harrenden Polizeigeschwader in Konflikt -erathen konnte». Im Ganzen hatte die Feierlichkeit trotz de« Imposanten der anfge- botenen Massen durchaus keinen würdevollen, sondern einen undi«- ziplinirten Eharakter; von Sammlung weder noch von Begeisterung war eine Spur zu finden. Der Prinz Peter Bonaparte befindet sich noch immer in der Conciergerie, wo er den Salon de« Direktor« de» Gefängnisse», Gro- bon, selbst bewohnt. Er ist nicht, wie einige Blätter gestern meldeten, nach MazaS verlegt worden, weil die Untersuchungshaft der vor den SlaatSgerichtshof zu stellenden Angeschuldigtm die Ernciergerie ist. Der Prinz hatte sich diesem Gefängnisse, wie schon gemeldet, in Begleitung des Polizeikommissärs von Auteuil, um d Uhr Montag» gepellt; er fand dort nur einen jungen Protokollgehilfen, der e» ohne höheren Befehl nicht auf sich nehmen wollte, ihn in Haft zu nehmen. Bald kamen der Direktor Grobon, der Staatsanwalt Desarmants und der Untersuchungsrichter Bornter; der Prinz bestand da« erste''Verhör und wurde in einem der historischest Thürme, welche der Direktor bewohnt, untergebracht. Gegen Abend wurde dann auch Ulrich v. Fon- vieüe verhört. Er soll u. a. anerkannt- haben, baß er e« war, «elchidr nicht nur eine Pistole, sondern auch einen Stockdegen zum Prinzen mitgenommen hatte, Victor Noir sei mit keiner Waffe versehen gewesen. Peter Bonaparte hielt in seinem Verhör die gestern von dem .Figaro' mitgetheilte Darstellung ausrecht. .Ich bin schwer beschimpft worden', schloß er, .und habe nur mein Leben vertheidigt,. welche» mir ernstlich bedroht schien." Die Untersuchung hat auch ergebe«, daß Gevroy Santo» nicht zufällig den Kartrllträgrrn in Auteuil begegnet, sondern von ihnen dorthin beschieom worden war. Die ärztlich« Autopsie des Leichnams hat ergeben, baß der Schuß in einer Entfernung von sechs oder acht Schritt gefallen sein müsse. Personen au» der Umgebung de« PHnzm sollen auSgesagt haben, daß derselbe gewohnheitsmäßig stets einen kleinen Revolver bei sich getragen hätte; «l« großer Wafsenlwbhab« war er übrigens schon lange bekannt. * Paris, 13. Jan. Der „Constitutivnnrl" berichtet üb« die gestern bei Gelegenheit der Beerdigung D. Noir'S von Seiten der Regierung getroffenen umfassenden Vorbereitungen Folgendes: Di« gan-t Garnison von Pari«, d. h. 3 Divisionen Infanterie zu je 13 Bataillonen, 1 Infanterie-Division der Garde, ferner da- S. Husaren-, 12. Chasseur-, Garde-Dragoner- und bas Garde-Lancier- Regiment standen zum AuSinarsch bereit und waren noch wesentlich durch die Paris Nächstliegenden Garnisonen verstärkt worden. Das Zuavenregiment war von Versailles herbeigezogen worden und hielt den Tiiilerienhof besetzt, die Grenadiere von St. Eloud, Rueil, dem Mont Valerien und Conrbevoie bildeten an letzterem, Neuilly sehr nahegelegenen Orte eine Reserve von ungefähr 6000 Mann. Die ganze Kavallerie-Division von Versailles, 8 Schwadronen Husaren und 8 Schwadronen Jäger, hielt die Esplanade der Invaliden und die Elysäischen Felder besetzt. Die Kürassiere von St. Germain-en-Laye waren vom Marscha.t Bazaine nach der Militärschule am Marsfelde beordert worden; 4 Batterien der Artillerie von VincenneS waren in den großen strategischen Kasernen inmitten der Stadt aufgefahrcn. Dank dem gesunden Sinne der Bevölkerung brauchten die Truppen nicht ällekn nirgends einzuschreiten, sondern sich sogar nirgend« zu zeigen, mit Ausnahme einer Abtheilung Husaren, welche einen vom Begräbuiß zurückkominenben Volkshaufen, der nach dem Gesetzgeb. Körper sich bewegte, zurückdrängen mutzte. Das Palais de« letzteren war übrigens von einem Garde-Voltigeur-Regiment besetzt. Im Lauf drS Abends wurden die Stadtsergeanten in Montmartre angegriffen und sollen einige Verwundete gebabt haben. Auf dem Boulevard Se- bastopol wurden einige Wagen umgeworsen, um einen Barrikadenbau zu »ersuchen; einige Verhaftungen, welche die Polizei vornahm, reichten jedoch hin, dem Unfug ein Ende zu machen. Ein lärmender Volkshause begleitete Hrn. Rochefort von der Begräbnisfeier nach Paris zurück und schien denselben zum Palais des Gesetzgeb. Köpers begleiten zu wollen. Derselbe wurde jedoch am Thore von derPolizeizurückgewieseu. Rochefort erzählte die Sache im Grsetzgöb. Körper so: Indem ich die ChampS Elysdes zurückfuhr, ward mein Fiaker von einem Trupp Stadtsergeanten angehalten, an deren Spitze sich ei» Polizeikommifsär befand. Ich stieg aus dem Wagen und sagte ihm: .Ich kehre ruhig nach Pari« zurück, Sie haben nicht das Recht, mich und meine Freunde aufzuhalten." .Wenn Sie sich nicht zmückziehen", erwiedertc der Kommissär, „so werden die Truppen einschreiten." „Aber ich bin Abgeordneter und mithin unverletzlich." „Ich kenne Sie, und weiß, daß Sie Abgeordneter sind; da« wird aber die Truppen nicht abhaltcn, auf Sie, wie auf die Andern zu feuern, wenn Sie Widerstand leisten." Ich redete hierauf zu der mich umringenden Volksmenge und forderte sie auf, ruhig auseinander zu gehen. In diesem Augenblick fing die Kavallerie an, im Schritte vorzugehen, die Menge zerstreute sich sodann. Der „Patrie" zufolge überschreitet die Zahl der gestern verhafteten Individuen nicht 15 oder 16 vollständig unbekannte Leute. Heute Mittag wurde Hr. v. Fo nv ielle mit dem Prinzen Peter Bonaparte konfrontirt. Es sollen noch 10 Zeugen verhört werden. 'Der „Temps" glaubt behaupten zu dürfen, daß das neue Ministerium der Kammer einen Gesetzentwurf vorlegen wird, welcher dem Schwurgericht alle politischen Verbrechen und Vergehen überweist. — Hr. Aylio Longle, Präfekt des Meuse-Departements, ist gestern Abend in Paris gestorben. — Das Kassationsgesuch Traupmann's ist von dem Kassationshof verworfen worden. Mau glaubt, daß der Mörder nächsten Montag hingerichtet werden wird. — Rente 73.62'/-, Cred. mob. 211.25, ital. Anl. 55.45. * Paris, 13. Jan. Sitzung des Gesetzgeb. Körpers vom 13. Jan. Hr. Nogent St. Laurens verliest den Bericht, die gerichtliche Verfolgung Rochefor t 'S betr. „Die Kommission — heißt es darin — hat sich nicht mit der Strafwürdigkeit des Artikels zu beschäftigen, allein die Haltung de« inkriminirten Artikels hat sie zn der Ansicht geführt, daß er geeignet ist, verfolgt zu werden. Die Kommission wünscht, daß die Kammer fick nicht eher entscheidet, bis sie den Artikel gelesen hat." Der Berichterstatter liest den Artikel vor und füg», dem Wunsche der Kommission gemäß, keine Bemerkung bei, die Kommission hält aber dafür, daß der Artikel nicht unbestraft bleiben könne. Was die parlamentarische Immunität anlangt, so sei sie keine persön liche Bürgschaft, sondern dazu bestimmt, die Vertreter der Nation sicher zu stellen. Die Kommission spricht deßhalb die Ansicht aus, die Verfolgung zu gestatten. Der Marquis de Pir 6 verlangt hierauf da« Wort. Der Präsident bemerkt, daß sein Verlangen unzeitgemäß sei und die Kamm« will ihn nicht hören. Marquis de Pirö protcstirt hierauf gegen die Verlesung des Artikel« von Rochefort als gegen eine Ungeschicklichkeit. — Nach diesem Zwischenfall geht die Kammer zur Fortsetzung der Diskussion über die Geschäftsordnung über. Spanien. Madrid, 11. Jan. Indem er den C or teS das neue Mi- sterium vorstellte, erkläne der Ministerpräsident Prim, daß er mit Ruhe die Lösung der Thronfrage betreiben werde. Rivero betont die Nothwendigkeit, die Versöhnung der Parteien aufrecht zu erhalten. Die zurückgetretenen Minister Marios und Zorrilla erklären, daß sie der Regierung nach wie vor ihre Unterstützung leihen werden. * Madrid, 12. Jan. Heute fand in den Cortes eine lange Diskussion statt bezüglich der gerichtlichen Akten des unlängst verurtheilten republikanischenAbgeordneten Serra- clara. Die Wahl des Präsidenten und eines Vizepräsidenten der CorteS an Stelle des Hrn. Rivero und des Admirals Topete wird wahrscheinlich Montag stattfinden. Belgien. Brüssel, 11. Jan. (Köln. Ztg.) Die Bewegung zu Gunsten einer Ausdehnung des Wahlrechtes fängt an, Gestaltung zu gewinnen, und zwar ist es die klerikale Partei, welche den Anfang macht. Sie ist im Begriffe, eine Assoziation zu bilden, deren leitendes Komitee in Brüssel seinen Sitz hat und welche sich über das ganze Land verzweigen soll. Der Zweck ist die Wahlreform, die Mittel sind Versammlungen, Petitionen, Publikationen und dgl. Die Liberalen stehen dieser Frage bisher unschlüssig gegenüber; während die sogenannten Radikalen und die vorgeschrittenen Liberalen überhaupt für eine Ausdehnung des Wahlrechtes, theilweise sogar für das allgemeine Stimmrecht sind, scheuen sich die gemäßigten Liberalen davor, da bei dem Bildungsgrade der unteren 'Volksklassen höchst wahrscheinlich nur sie Klerikalen davon Nutzen ziehen würden. Augenblicklich würde eine Ausdehnung des Wahlrechtes in Belgien schwerlich dem Fortschritte in liberaler Richtung günstig sein. Großbritannien. * London, 12. Jan. Wie leicht erklärlich, enthalten unsere Blätter sich bisher jedes Urtheils bezüglich der Affaire des Prinzen Peter Bonaparte, und sind sogar im Gegentheil der Ansicht, daß eine klare Einsicht in den wirklichen Thatbestand nicht zu erwarten stehe, da es auf beiden Seiten blos einen Zeugen gebe. Nur das hebt unsere Presse fast einstimmig hervor, daß es sonst bei Duellen für Sekundanten nicht üblich gewesen sei, mit geladenen Waffen ihre Botschaft ausznrichten, noch auch andererseits für Duellanten die zu allen Zeiten geheiligte Person des Herolds mit Waffen in Bereitschaft zu empfangen. Es erinnere dies an die Zustände in Amerika und sollte in einem zivilisirten Lande nimmermehr Vorkommen. Dem „Scotsman" zufolge hat die Regierung sich letzter Zeit eingehend mit der Frage beschäftigt, auf welche Weise sich eine Verbesserung des Oberhauses in seiner Eigenschaft als Rechtötribunal erzielen lasse, und wird, obwohl die Verhandlungen bisher noch zu keinem bestimmten Ergebniß gediehen sind, der Beginn der nächsten Session einen wichtigen Gesetzvorschlag betreffs dieses Punktes sehen. Amerika * Washington, 11. Jan. Dem Senate wurde eine Resolution vorgelegt und an den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten verwiesen, dem zufolge der Staatssekretär angewiesen werden sollte, zu untersuchen, in wieweit ein Vorschlag zur Abtretung Britisch Kolnmbia's an die Verein. Staaten als Vertragsbedingung für die Schlichtung der zwischen der Union und England schwebenden Differenzen zeitgemäß wäre. Die Einleitung behauptet, die Bewohner jenes Gebietes seien für eine solche Abtretung. * Die neueste westindische Post bringt die Nachricht von einer großen Feuersbrunst in Val Para is o, die am 19. Dez. eine ganze Reihe Gebäude verzehrte, vielen Menschen das Leben kostete und unter anderem auch das Archiv des britischen Konsulates zerstörte. Vermischte Nachrichten. München, 13. Jan. (A. Z.) Der vormalige Staatsminisier der Justiz, vr. v. Ringelmann, Staatsrath im außerordentlichen Dienst und Mitglied der Kammer der Reichsräthe, ist nach längeren Leiden heute gestorben. — Grünstadl, 11. Jan. Vorgestern ist auch hier die höhere Genehmigung zur Einführung der Kommunalschulen eingc- troffen. — Berlin, 13. Jan. (Berl. Bl.) Die Kommission zur weiteren Ausbildung der Statistik des Zollverein« hat gestern ihre eiste Sitzung abgehalten. Den Vorsitz der Kommission hat der Kön. preußische Geh. Oberftnanzrath Hasselbach übernommen. Zu Mitgliedern derselben sind bis jetzt berufen worden: Preußischer Seit« der Geh. OberregierungSrath Herzog, der Direktor des statistischen Bureaus, Geh. OberregierungSrath Dr. Engel, der Regierungs- rath Schede und als Protokollführer der Regierungsrath Böckh; ferner der Vorstand des K. bayrischen stalist. BureauS, Universitäts- Professor Nr. Georg Mayr; der Vorstand des K. würltembergischen statist.-topoqraph. Bureaus, StaatSrath a. D. l>r. v. Blümclin und der K. würltembergische Oberfinanzrath Nr. v. Zeller; der K. sächsische Geh. Finanzrath Wahl; der Vorstand des Großh. badischen statist. Bureaus LegationSrath vr. Harbeck; der Großh. hessische Obersteuerrath FabriciuS; der Vorstand des Großh. olden- burgischen statist. Bureaus Becker; der Großh. mecklenburgische Mi- nisterialrath Dippe; der Großh. mecklenburgische Oberzollrath B » c- ciuS; der Vorsteher des Hamburgischcn steuerstatistischen BureauS Neßmann und der Vorsteher des BureauS für Bremische Statistik H. Frese. * Aus Plymouth wird der Schiffbruch des Kohlenschiffes „King Lear", von Cardiff nach Hongkong unterwegs, mit einem Verlust von 28 Menschenleben telegraphisch berichtet. Das Schiff scheiterte am vergangenen Freitag während des Sturmes, und 4 Mann, die einzigen Ueberlebcnden, wurden am Montag von einigen Planken, die sie zum Floß verbunden hatten, gerettet. Badische Chronik. O Karl Mathy. Geschichte seines Lebens, von Gustav Freitag. Leipzig bei S. Hirzel. 1870. (Fortsetzung.) In Baden hatte sich zu jener Zeit bereits ein bedenklicher Umschwung vollzogen; Winter war gestorben, Nebenius 1839 zurückgetreten, der Großherzvg hatte dem Druck der Metter- nich'schen Politik nachgegeben und es begann jenes System, welches heute noch mit dem Namen v. Blittcrsdorff lebendig in unliebsamer Erinnerung steht. Zu einer Zeit, in welcher dem französischen Ministerium Thiers gelungen war, durch seine Gelüste nach der Rheingrenze wenigstens in Süddeutschland die nationalen Bedürfnisse und Wünsche wieder neu zu beleben, und in welcher die Liberalen aus dem Thronwechsel in Preußen neue Hoffnungen schöpften, wurde in Baden zum Theil mit den kleinlichsten Mitteln der Versuch gemacht, die Verfassung zu untergraben. Aber das gesammte Volk war dadurch wieder zu reger Theilnahme an der Politik aufgerufen worden, das Beamtenthum wurde besorgt und unzufrieden, die alte Opposition durch neuen Muth belebt. Das war der rechte Boden für Mathy's journalistische und politische Talente. Die von ihm redigirte „Badische Zeitung" (sie mußte später auf Verlangen der Regierung in „Nationalzeitung" umgetauft werden) gewann bald Beifall und ungewöhnliche Verbreitung. Man hatte erwartet, Mathy werde auS der Schweiz einen feindseligen und gereizten Ton gegen das bestehende Staatsleben mitbringen, aber man täuschte sich. Er hatte in der Schweiz so Manches gesehen und erlebt, was ihn mit den Zuständen in der deutschen Heimath versöhnte. Aber seine Prüfungszeit war noch nicht vorüber. Im Februar starb seine Mutter, im Juli starb sein Verleger, Buchhändler Gross, die Vormundschaft erklärte für die Hin- terlasseneu, daß die Zeitung mit Ende des Jahres aufhören müsse; im Oktober innerhalb 4 Tagen starben seine zwei jüngsten Kinder an der Ruhr. „Die Schweiz liegt mir immer im Sinn. Kann ich Gelegenheit finden, so gehe ich wieder hin. Wäre ich geblieben, die Kinder lebten noch." i So schrieb er damals einem Freunde. -» Mitte Januar 1842 beschloß die Opposition des Landtags auf Vorschlag von Sander die Herausgabe einer Landtags- zeitung und übertrug Mathy die Redaktion. Man hätte keinen geeigneteren Mann dafür finden könne; er verstand die längsten Reden in kurzen Sätzen so genau und charakteristisch wiederzugeben, daß der Redner zuweilen Ursache hatte, sich bei der Logik seines Berichterstatters zu bedanken. Die Wirkung des Blattes, welches im ganzen Lande begierig gelesen wurde, war augenblicklich und außerordentlich. Mit freudiger Ueberraschung sah die Opposition, welche bedeutende Kraft sie gewonnen halte, und als am 19. Febr. die Kammer aufgelöst wurde, rief man Mathy von allen Seiten zu, haß er in die Kammer müsse. Er wurde denn auch in Konstwtiz mit großer Majorität zum Abgeordneten gewählt. „Wer die Verhandlungen der badischen Kammer in jenen Jahren durchliest", meint der Biograph (S. 211), „der wird, auch wenn er frei von der Vorliebe eines Biographen ist, zuverlässig finden, daß Mathy, der Journalist, unter allen badischen Liberalen vom Jahr 1842 und den folgenden fast der einzige Abgeordnete war, welcher nicht als Journalist, sondern als Politiker sprach und handelte. Die gesammte badische Opposition jener Jahre krankte an dem bedenklichen Umstand, daß sie die Tribüne der Kammer in der Hauptsache nur benutzte, um dem gepreßten Herzen Luft zu machen; weil das gedruckte Wort unfrei war, wurde das gesprochene Wort der Volksvertreter zu einer rhetorischen Lllylübung, die an den Ministertisch gerichtet, im Grunde für die Wähler bestimmt war. Durch das Sprechen befriedigten sie Gemüth und Gewissen. Auch wo sie forderten, thate» sie das wie Zeitungsschreiber. Sie adresstrten offene Briese in Form von vagen, hoffnungslosen Anträgen an die eigene Regierung, den Bundestag, die Großmächte. Sie waren in der Lage, unablässig ihrer Regierung Heldenthaten-zuzumuthen, obgleich sie recht gut wußten, daß die Ausführung unmöglich war: Und sie gebrauchten dieses Mittel zu wirken im Uebermaß, weil sie sich mit Grund sagten» daß ihnen nichts übrig bleibe, als unablässig ihre Unzufriedenheit kund zu geben. Es ist wahr, diese Gewöhnung an das Pathos weitgehender Anträge ward ihnen durch die elende politische Lage nahe gelegt, aber sie selbst wurden die Opfer. Da sie mehr auf den Beifall außerhalb des Hauses als auf unmittelbare Erfolge arbeiteten, wurden sie Sklaven ihrer Popularität; da sie die Regierungsbeamten unablässig bedrängten und den Geoßherzog und seine Räche durch die Zumuthung beunruhigten, gleich Lafayette oder Sir Robert Peel zu handeln, so kamen sie uiit den Führern des Beamtenthums durchaus iy; kein gesundes Einvernehmen, auch wo diese im Stande waren, der Kammer Konzessionen zn machen. Immer waren sie Angreifer, die Regierung immer im Verthcidiguugszustand, bis eine große Krisis beide ralhlos fand. Da standen die Mitglieder der Opposition betäubt und widerstandslos vor den Konsequenzen ihrer eigenen tönenden Volksreden, die Beamten knickten halllos wie Rohrhalme im Hagelsturm. Unter den Wenigen, welche dieser Taktik einer schwachen Zeit nicht nachgsben, nicht in den Reden und nicht in der Methode, war Mathy." Wie dem auch sein mag, jedenfalls nahm er den lebhaftesten Antheil an allen großen und kleinen Fragen, welche das parlamentarische Leben der vierziger Jahre auf die Tagesordnung brachte. Er wurde in die Budgetkommission gewählt und übernahm die Berichte über ven MilitLretat. Er erörterte mit Vorliebe die national-ökonomischen Seiten der Staatsverwaltung, Ordnung und Sparsamkeit im Haushalt, Einführung einer Kapitalsteuer, Verbesserung rer Verkehrsmittel durch Eisenbahnen und Dampfschiffe, Ermäßigung der Schutzzölle, Gründung einer LandeSbank. . Er brachte eine Motion aus Herstellung des freien Gebrauchs der Presse ein, deren geistvolle Begründung in weitern Kreisen Aufmerksamkeit erregte. Auch der' deutsch-katholischen Bewegung, welche im Jahr 1845 von Oberschlesien aus einen vielversprechenden Anfang nahnl, widmete er eine warme Theilnahme. Er sprach gegen einen Freund die Hoffnung aus, es möchte gelingen, eine freie deutsche Kirche aufzubauen, welche alle wackern Deutscheil in einer großen und freien Gemeinschaft zu versammeln bestimmt wäre. Die Hoffnung wurde nicht erfüllt. Der Biograph fügt (S. 227) die treffende Bemerkung hinzu: „Wer durch sie Selbstwilligkeit eigenen Geisteslebens aus den Dogmen seiner Kirche gehoben wird, hat in unserer Zeit gewöhnlich kein starkes Bedürfniß, sich in neue Gemeindeordnung einzufügen; die Versöhnung der katholischen Kirche mit der modernen Staatsordnung aber mag nicht durch Austritt Einzelner oder ganzer Gemeinden bewirkt werden — solcher Austritt ist der herrschenden Partei sehr willkommen — sondern dadurch, daß sich in der Aristokratie der Bischöfe selbst, d. h. unter den Vollpriestern in irgend einer Zeit die Macht unseres VolkS- thums und unserer Bildung äußert. Der alte Beamtenstaat der Deutschen, ja noch der Verfassungsstaat in seinem Aufsehen war zu schwach, um solche Einwirkung auf das Gemüth Derer auszuüben, welche das Recht des heiligen Salböls und' der Priesterweihe haben. Es steht dahin, ob größerer Verfall der päpstlichen Herrschaft, eine völligere Entwicklung des nationalen Stolzes und größere Festigkeit der Staaten einmal einem deutschen Erzbischof den Muth geben werden, im Verein mit seinen Suffraganen und der Pfarrgeistlichkeit die alten apostolischen Rechte der Priesterschaft von der römisches Partei zurückzufordern." Am 1. Jan. 1843 war Mathy mit seinem Freunde Bassermann in Kompagnie zetteten, um eine Verlagsbuchhandlung zu gründen, und nahm zn diesem Zweck seinen Wohnsitz in der Vaterstadt Mannheim. Seine Thätigkeit theilte sich zwischen Comptoir, Kammer, Landtagsberichten und andern litera-' rischen Arbeiten. Als im Febr. 1846 die Kammer aufgelöst wurde, erfolgte trotz starker Agitation seine Wiederwahl in Konstatrz. NcbeniuS wurde jetzt zum Präsidenten, Geh. Rath Bekk zum Mitglied des Staatsministeriums ernannt; inan durfte hoffen, daß das Land nunmehr einer ruhigeren und friedlicheren g 'unden Entwicklung entgegengehe, zumal da auch im übrigen Deutschland ein frischer lebendiger Geist erwachte. Aber die badischen Liberalen trieben einer bedauerlichen Spaltung zu. Schon zu den Zeiten des Hambacher Festes waren in der Partei zwei grundverschiedene Auffassungen bemerkbar. Die Entschiedenen neigten sich den damals von Frankreich auS verbreiteten demokratischen Lehren, der Solidarität der liberalen Interessen von Europa zu, waren nicht frei von Kommunismus und begünstigten den Kampf gegen das Kapital. Die Gemäßigten standen auf dem deutsch-nationalen Standpunkte, waren gegen die demokratische Bewegung mißtrauisch und dem Treiben der Sozialisten abhold. Jetzt gewannen, zum Theil unter dem Eindruck des Mißwachscs in den JKrcn 1846 und 1847, die sozialistischen Lehren und revolut mären Schriften Verbreitung. Gerade m Mannheim und der Pfalz war die Abtrennung der Fraktionen nicht mehr zu verhüten, und während die Einen, darunter vornehmlich Hecker, Brentano, Jtzstein und in der Feme Fickler, schürten und agitirten, beschlossen die Andern, voran Mathy, Ssiron und Bassermann, streng an der Verfassung und an dem gesetzlichen Wege festzuhalten. Die „Deutsche Zeitung" unter der Redaktion von Gervinus im Verlag von Bassermann wurde in's Leben gerufen und im Oktober 1847 in Heppenheim mit Gesinnungsgenossen anderer Länder über den Weg, zum deutschen Staate durchzudringeu, berathen. Am 5. Februar 1848 brachte Bassermann in der Kammer den berühmten Antrag ein auf Einführung eines nationalen Parlaments. Doch der gewaltige Eindruck dieses Antrags wurde überboten durch die Kunde von der französischen Revolution, welche wie ein Wettersturm über das deutsche Land fuhr. „Laut jubelten die Radikalen, die Massen wogten auf den Straßen, jede Stunde schlugen neue Nachrichten wie Sturmwellen gegen das Gefüge des Grenzstaats Baden. In wenigen Wochen drängten sich jetzt Ereignisse, gewaltiger als in ruhigen Zeiten durch ein langes Menschenleben ziehen; auch Mathy erlebte und th'at, was für seine ganze Zukunft entscheidend wurde. Alle Energie, deren seine Natur fähig war, arbeitete jetzt nicht mehr gefesselt durch kleine Rücksichten und in tosender Brandung griff er mit fester Hand an das Steuer.-Der Sturz eines unhaltbaren Systems durfte nicht die verfassungsmäßigen Gewalten mit sich reißen.- Durch mehrjährigen angestrengten gesetzlichen Kampf hatte die Opposition in Baden Erfolge errungen; dieser Gewinn für die Freiheit sollte nicht durch Zügellosigkeit verloren gehen. Die ganze Energie des Freiheit liebenden, entschlossenen Mannes erhob sich zürnend gegen das wüste Gebahren der knabenhaften Demagogen. Unerschütterlich stand ihm die Uebcrzeugung fest: was immer geschehen sollte, es mußte im Einklänge mit der Verfassung durch die Regierung und Kammern geschehen." Die Anlässe sollten nicht fehlen, diese Ueberzeugung durch Thaten zu beweisen. Aus den 1. März wurde von Mannheim aus eine Sturmpetition an die Kammer um Volksbewaffnung, Preßfreiheit, Schwurgerichte und Parlament orga- nisirt. Aufgeregte Menschenmaffen umwogten das Ständehaus und drangen sogar in den Sitzungssaal. Die Regierung hatte die Forderungen bereits bewilligt. Da formulirte Hecker mit acht Gesinnungsgencsscn unter dem Beifall der Menge neue Forderungen, um solche sofort durch die Kammer dem Ministerium übergeben zu lassen. Die Abgeordneten schwankten, der Präsident schien rathlos; in diesem Moment erklärte Mathy ruhig, der Antrag sei nach der Geschäftsordnung in die Abtheilnngen zu verweisen, die Kammer lasse sich von Volksmassen nichts «bringen. Die Besinnung kehrte zurück und die Gefahr war für diesmal abgewendet. Am 5. März beschlossen 51 Patrioten, darunter Mathy, in Heidelberg, ein Vorparlament der deutschen Nation nach Frankfurt zu laden. Den 13. März gingen Mathy und Straub von Stockach auf Ansuchen der Regierung in ihre Wahlkreise und hielten Versammlungen, in di.nen eS gelang, die Schreier nach Republik vorläufig zur Ruhe zu bringen. Die Ereignisse drängten sich; am 19. März, Volksversammlung in Offenburg; die Regierung beschließt, Truppen vom achten Armeekorps einmarschiren zu lassen; am 31. März Eröffnung des Vorparlaments in Frankfurt, in welchem die badischen Radikalen unterlagen. Nun wurde der Aufstand vorbereitet, die Regierung hatte Kunde und Beweise davon, wagte aber nicht, die Führer verhaften zu lassen. Fickler hielt am 7..April in Mannheim eine Volksversammlung: die Zeit sei gekommen, den Großherzvg zu vertreiben, er (Fickler) gehe jetzt nach Konstanz, den Aufstand zu beginnen. Aus die Kunde davon machte sich Mathy auf den Weg nach.Mannheim; aus dem Karlsruher Bahnhof sah er in einem Wagen des von Mannheim nach Konstanz gehenden Zuges Fickler und ließ ihn verhaften; er schrieb darüber einige Zeilen an den Minister und setzte sich in den Zug nach Mannheim. Dort rechtfertigte er, unbeirrt um das drohende Rachegcschrei des Pöbels, mit dem vollständigsten Erfolge sein Verhalten. Auch die Kammer fühlte sich von einem beängstigenden Alp befreit. Mathy hatte durch die Verhaftung Fickler's und sein entschlossenes Austreterl in Mannheim dem Ausstandsversuch die Spitze abgebrochen. Aber die Radikalen und ihre Presse fluchten ihm, selbst viele Gemäßigte wurden irre an ihm; „er hatte gethan, waö nur der Polizei gebührt, und ihnen schien, als ob solches Thun in ähnlicher Weise die Ehre vermindere, wie in alter Zeit das Eingreifen in das Henkersamt." Aus andern Theilen Deutschlands dagegen kamen ihm Haufen von Zustimmungsadreffen, Grüßen und Danksagungen. Am 28. April, nachdem auch in Mannheim kurze Zeit die Partei des Aufruhrs die Oberhand gewonnen und die Regierung die Nothwendigkeit eingesehen hatte, sich durch eine freisinnige und entschlossene Kraft zu verstärken, erhielt Mathy die Ernennung zum Staatsrath und Mitglied des Staatsministeriums und nahm an. „Eine innere Stimme", schrieb Mathy im Jahre 1851 an seine Wähler,.« sagte mir, daß dieser Schritt meine Wirksamkeit lähmen werde, indem er das starke Vorurtheil gegen mich aufrufe, daß wer sich der Regierung anschließe, sich vom Volke trenne. Ein bedauerliches Vorurtheil allerdings, ein Zeugniß politischer Unreife; aber damals eine Macht, der ich nicht hätte Trotz bieten sollen." Der Biograph bemerkt aber mit Recht, daß die Sache damals anders lag: wäre er zu einem Führer und nicht blos zu einem Rad der bereits unbrauchbar gewordenen Regierungsmaschine berufen worden, hätte er eine Herrschaft in dem höchsten Beamtenkreise, eine Herrschaft über das Gemüth des Grotzherzogs gewinnen können, so würde er das Opfer nicht vergeblich gebracht und dem Laude seiner Heimath wesentliche Dienste zu leisten vermocht haben. Indessen hatte seine Thätigkeit bereits eilw andere Richtung nach einem größeren Arbeitsfelde erhalten. Am 29. April erhielt er die Nachricht, daß er von dem würtlembergischen Wahlkreise Calw-Neuenbürg-Wildbad zum Abgeordneten für das deutsche Parlament gewählt worden sei. Den wackern Schwabeil erschien auch die Ernennung des Erkoreneil zum badischeil Staatsrath kein Hinderniß für ihr volles Vertrauen. Von nun gehörte die politische Arbeit Mathy's, mit Ausnahme einiger durch die Reaktionszeit ihm anfgenöthigter Jahre unfreiwilliger Muße, der großen Aufgabe der Aufrichtung eines deutschen Staates. (Schluß folgt.) 'Karlsruhe, 14. Jan. Die heute erschienene Nummer der autographischm .Badischen Korrespondenz" enthält drei Aufsätze über 1) da« Gemeindegesetz, 2) die Kampfweise der ultramontanen Presse und 3) die Karlsruher Zusammenkunft national gesinnter Freunde aus Württemberg, Hessen und Bade». Dem letzten Artikel, einem . gut geschriebenen Bericht über den thatsächlichen Verlaus der Begegnung vom vorigen Samstag und Sonntag, entnehmen wir folgende Sätze: .Durchdringender Grundton aller Reden war: die Einheit, Macht und Freiheit des Vaterlandes müsse und werde in unserer Zeit sür de» Süden wie sür de«'Norden eine Wahrheit werden. Hiezu Alle« beizulragen sei Pflicht und Entschluß aller deutschgefinnten Männer diesseits wie jenseits des Mains. Da« mächtigste Hilfsmittel der nationalen Parteien in Süden, insbesondere in Baden, sei die gleichzeitige und entschlossene Durchführung einer ehrlich liberalen inneren Politik. Diese werde, in untrennbarer Verbindung mit der nationalen Ausgabe, das Volk mit dem Selbstgefühl einer höheren politischen Bestimmung und hierdurch mit den Gesinnungen beseelen, deren unsere schwere, aber in mächtigem Zuge, vorwärts ringende Zeit bedarf. Mit gerechtem Stolze durften die Männer der Regierung und der Volksvertretung Badens die Worte de« Lobes vernehmen, welche ihnen für die Treue gegen die deutsche Sache und sür die rüstigen Arbeiten de« gegenwärtigen Landtag» an einem neuen freiheitlichen Aufschwünge unserer inneren Staatszustände, von den Freundm aus Württemberg und Hessen wetteifernd gespendet wurden.... .Mancher befruchtende Gedanke ist ausgetauscht, reiche Früchte politischer Erfahrungen gesinnungSverwandter Parteien find gesammelt. In diesem Geiste eine« brüderlichen Zusammenstrebens wird man, jeder in den Bedingungen seine« Wirkungskreises, fortfahren, an devi gemeinsamen höchsten Ziele, dem Aufbau des deutschen Vaterlandes, zu arbeiten. Auch die freundlichen Erinnerungen an dir Tag« von Karlsruhe werden hiezu Kraft und Aufmunterung verliehen haben." Weinheim, 12. Jan. (N. B. Ldsz.) Aus der Rechnung de« hiesigcn Kranken-UnlerstützungSvereinS entnehmen wir Folgende«. An wöchentlichen Beiträgen gingen 1869 ein: 1380 fl. 56 kr. Die bei Sterbfällen eingesammelten Sechser betrugen 1229 fl. 24 kr. Verausgabt wurden 1884 fl. 30 kr. bei Krankheitsfällen, 580 ft. 24 kr- bei Slerbfällen. Eine VermögenSvermehrung von 104 fl. 41 kr. hat sich ergeben. Mitgliederstand beläuft sich auf 550. LauberbischosSheim, 13. Jan. (Taub.) Der Vorschuß- Verein hiesiger Stad! hielt gestern seine jährliche Generalversammlung ab, um Rechenschaft über das abgclausene Rechnungsjahr abzu- lcgm und Bericht über den derzeitigen Bestand des Vereins zu erstatten. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht, indem von 73 Mitgliedern 58 erschienen waren. Die RechnungSnachweisung zeigt für da« Jahr 1869 einen Umsatz von 4268 fl. in 58 Vorschüssen, die Gesammlumsatzsumme des noch jungen Vereins beträgt 7195 fl., und besitzt der Verein ein eigenes Verinögen von 1500 fl. Bei der vor- genommencn Neuwahl wurde der'seitherige Verwaltungsrath einstimmig wieder gewählt. Es wurde sodann der Beschluß gefaßt, auch auswärtige Geschäftsleute aus den umliegenden Ortschaften als Mitglieder aufzunehmen. ^ Villingen, 13. Jan. Da« Grsßh. Justizministerium ist auf die Bitte der Brüdergemeinde KönigSseld um Belastung der bürgerlichen Standesbeamtung für ihre Angehörigen nicht eingegangen, sondern hat dem Bürgermeister des nahe gelegenen Marktfleckens Mönchweiler die Standesbeamtung sür Königsfeld übertragen. Wie wir bereit« angeführt, konnte der Umstand, daß Königsfeld eine eigene Gemarkung besitzt und gewisse Vorrechte genießt, gegenüber dem allgemeinen Gesetze über die Standesbeamtung nicht entscheidend in's Gewicht fallen. , 0 Pilling en, 13. Jan. Ingenieure find mit Plänen und Karten in da« Kropperthal gewandert, um die endgiltige Vermessung der Eisenbahnlinie V i ll in g en - S t. Georgen vorzunehmen. Bekanntlich haben die nordöstlich gelegenen Gemeinden Mönch- weiler, KönigSseld und andere die Richtung der Bahn durch ihre Gemarkung gewünscht. Die jetzt gewählte Linie ist aber um 10 Prozent billiger zu bauen. Im Mai l. I. soll der Bau in Angriff genommen und noch in diesem Jahre beendigt werden. — Die »Freie Stimme" berichtet aus Konstanz Folgende«: „Unter der hiesigen katholischen Geistlichkeit treten große Veränderungen ein. Pfarrer Römer von Weinheim wurde auf die Pfarrei St. Stephan präsentirt. Der bisherige Psarrverweser an St.' Stephan, Hr. Burger, kommt in gleicher Eigenschaft nach Weinheim, Hr. BenefijiumSverweser Häring als Psarrverweser nach Hochsal und Hr. Vikar Wacker bei St. Augustin als Coopcrator an die Münsterpfarrei in Freiburg." . ' wie hier. .Weit über 400 Rezensionen (die auch zusammengedruckt erschienen sind), nicht selten au« den berufensten Federu, bekunden den einstimmigen Beifall und das eminmte Interesse, welche man überall au diesen Rhapsodien genommen hat. Um so mehr freuen wir uns, mittheilen zu können, daß Hr. W. Jordan in nächster Woche hierher zu kommen und an drei Abenden ebensoviele Rhapsodien »u« dem zweiten Theil seines Werkes, „Hildebrant'S Heimkehr", vorzutragen beabsichtigt. Von dem poetischen Werke selbst, besten erster Theil seitdem im Buchhandel erschienen ist und die günstigste Aufnahme gefunden hat, nehmen wir Umgang, betonen dagegen die Vortragsweise, worin Hr. Jordan seitdem, übeieinfiimmenden Zeugnisten zufolge, die größten Fortschritte gemacht hat, — was um s, mehr bedeuten will, als gerade auch diese Seite der Leistung unsere« Rhapsoden damals schon vielfach bewundert worden ist. Machte er damals noch da« geschriebene Heft zur Folie seines Vortrags, so läßt er nunmehr jeden äußern Anhalt fort und spricht ganz frei au« dem Gedächtnisse. Uebereinstimmenden Urtheilen d,r Presse zufolge ist dadurch die Macht und Plastik der Sprache außerordentlich gesteigert. Zur Erhärtung unserer Mitthcilung wolle» wir einige Stimnien der Presse hören. Laube sagt in der „N. Fr. Presse": „Vor zwanzig Jahren halte ich dieselbe Gestalt zum letzten Male gesehen und gehört gerade wie jetzt. An seinem blassen Antliz, an dem dunkeln Haare, an der mächtigen umfänglichen Stimme hatten zwanzig Jahre nicht« geändert. Auf den, Kirchhofe zu Frankfurt war'S, wo ich ihn zum letzten Male gesehen und gehört. Derselbe Wilhelm Jordan, jetzt als Rhapsode vor mir stehend, stand damals als Parlamentsmitglied vor den Särgen AuerSwald's und LichnowSky's, der ermordeten Parla- menlSmänner, und hielt ihnen die Leichenrede. Furchtbar anklagend drang seine mächtige Stimme über die Tausende von Menschen hin; seine Hand wies zum Himmel hinauf, — der Eindruck war außerordentlich. Und jetzt hörte ich dieselbe Stimme von Sigfrid'« Ermordung im Odenwalde erzählen, — er war mir wie ei» Traum, ein . Mär chm. ES ist eine merkwürdige Idee, welche I. da in'« Werk setzt: als solch ei» Rhapsode durch'« Vaterland zu ziehen und die Dichtung uralter Zeiten den Landsleuten vorzutragen, ohne ein Buch, ohne einen Zettel, frei, ganz frei wie ein Sänger de« Mittelalters, der eben von der Wartburg kommt. Der ganze Eindruck ist wirklich poetisch und dadurch originell abweichend von dm zahlreichen heutigen Vorträgen. Welch ein Gedächtniß! Da« Gedicht strömt hervor, rastlos und ohne Stocken wie ein Quell, der nie versiegt. Nach einer Viertelstunde findet man'« auch ganz natürlich dies rastlose Strömen, wie man den ununterbrochen rauschenden - Quell natürlich findet. Es klingt nicht auswendig gelernt, er klingt als ob e« eben entstünde im Kopfe und Gedächtnisse des Rhapsoden. Die verschiebmen Personen, welche sprechend eintreten in die Erzählung, werden durch verschiedenartige und doch nicht theatralische Betonung von einander unterschieden; man ist wie in Faust'« Zaubermantel tingehüllt und wird durch die Lüste getragen zu fernen Zeiten und Räumen." Hr. E. Kuh schreibt in der „Wien. Ztg.": .Der warmen Theil- nahme an den Gesängen de« msdecnen Epiker« ist Enthusiasmus gefolgt. In dichten Reihen saßen Männer und Frauen vor dem Rhetor ; es wimmelte von Studenten und ganze MSdchenpenfionate hatten ihre anmuthigm Geschwader in's Tressen geschickt. Der Saal de« akademischen Gymnasiums war bi« an den Rand gefüllt. Ein Heerbann sagenfroher Menschen halte sich «„gesunden. Und diese Zuhörerschaft lauschte den Gesängen J.'s in gläubiger Stille mit kü»st- lerischer Andacht, wie wir eine solche noch bei keinem öffentlichen Vortrag in Wim wahrgenommm haben. Wenn der Dichter eine Pause machte, so wogte ihm gleichsam der Beifall entgegen, und als er geschlossen, da wollten die Zeichen begeisterter Anerkennung kein End« nehmm. Jeder Vers behält bei I. sein Recht, ja, jede« Wort da« ihm zukommendc Gewicht, ob er an den Stabreimen eilend hingleitet oder gelassen auf ihnen ruht. Nirgend« da« Bestreben, di« Kunst der Sprache oder des Vortrags zu zeigen, nirgend» ein Bloslegen der Virtuosität, nirgends übertriebene» Betonen des Sanftm oder Erschütternden. Und gerade dieser Schein der Gleichgiltigkeit, der über den Vortrag J.'s gebreitet ist. läßt »ns vergessm, daß wir auch einen Schauspieler und Gedächtnißkünstler vor unS haben, und erweckt uns die Täuschung, als erzähle uns der Dichter all die Mären in einer glücklichen Stunde." v' Karlsruhe, 14. Jan. Nächsten Sonntag beginnt Hr. Ferenczy einen Gastrollencyklu« auf der hiesigen Hofbühne. Hr. Ferenczy gehört zu de» namhafteren heutigen deutschen Tenoristen, welcher sich auf den Bühnen Sluttgait, Wien, Berlin, Hamburg u. s. w. längst seine Sporen verdient und überall einen sehr geachteten Namm gemacht hat. Wir machen die hiesigen Kunstfreunde auf diesen hervorragenden Sänger aufmerksam. j-j- Karlsruhe, 14. Ja». 42. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Tagesordnung auf Montag den 17. Jan., Vormittags 9 Uhr. 1) Anzeige neuer Eingaben. 2) Berathung des Berichts des Abg. 1>r. G r i m m über den Gesetzentwurf, die Rechtsverhältnisse und die Verwaltung der Stiftungen betreffend. Kranklurt, 14. Jan., Nachm. Oesterr. Areditaktieu 253'/«, StaatSbahn-Aklien 387'/,, Silberrente 58, 1860c Loose Sl'/y, Amen« kamr 92. Wittrruugsbeobaehtungen der meteor«l«tzischm Zentralstation Karlsruhe. 13. Jan. Barometer. Thermometer. Sülcht!«-' lei» i» Pro- Wind. Himmel. 27" 9,0"' zerrten. Arg«. 7 llyr -t- 1.2 0,81 S.W. St- beb. Mtg«. r „ 27" 9,0 ' 1- 2.7 0,84 Rächt« S . 27" 9.8"' 4- 2.1 0,90 . - . Witterung» wnd., rh., N. Schn, trüb, rauh regnerisch, kühl ^ Verantwortlicher Redakteur: vr- I. Herm. Kroenlein. Karlsruhe, 14. Jan. Vielen unserer Leser find gewiß noch die genußreichen Abende in bester Erinnerung, an denen uns Hr. Wilhelm Jordan vor 5 Jahren größere Abschnitte ans dem ersten Theil seiner Nibelungen rezitirle. Sr hat dieselben seitdem in mehr als 80 deutschen Städtm — darunter auch Wien unb Berlin — re- zitirt und überall die gleich« oder noch gesteigerte Wirkung erzielt, « GroßherzogUches Hoftheater. Sonntag 16. Jan. 1. Quartal. 10. Abonnementsvsr- stellung. Die Stumme von Portiei, große Oper mitBallet in 5 Alte», von Ander. „Masaniello" — Hr. F r r,e kl (z i vom. Königs. Hofchcater zu Berlin als Gast. erber'schm Vcrlag-Hanblung in Freiburg iß »schienen imb durch alle MovLrctuL Sievla." Eine historisch-canonistifche (VH u. 302 S.) Preis: 1 Thlr. 10 sgr. — K.441. Zn der Buchhandlungm zu dqii Eentis, Vr. Fr. I., die „ Untersuchung, gr. 8 ° 2 fl . 18 kr. . , Die deutsch« Kritik — Wiener Mg. Literaturzeitung, Bonn. Theol. Lit.-Blatt, Tübipger theol. Quartal - schrist, Würzburger Ehilzaneum, Literar. Cmtralblatt für Deutschland von Zarnke, GLttingische gelehrte An- zeiam, Zeitschrift für Kirchenrecht von Dove und Friedberg, Archiv für kath. Kirchenrecht von Moy und Bering. Köln. BolkSzeitung, AugSb. Mg. Zeitung (in rvtlcher der mit der italienischen Literatur und Geschichte vertrauteste deutsche Gelehrte, der berühmte vormal. preuß. Gesandte am Hofe in Florenz, Ritter de Alfred von Reumont, sein überaus anerkennende« Urtheil abgab) — hat das vorliegende Buch als eine höchst zeitgemäße, auf gründlichem Quellenstudium beruhende, in den Resultaten sehr wichtige Arbeit über eine actucll brennende kirchenpolitilche Frage von allgemeinem Interesse begrüßt. .Das belehrende und anregende Buch von Sentis", sagt Prof. Friedberg in Leipzig (Dove's Zeitschrift), .behandelt einen Stoff, der noch nicht zur Geschichte gehört, sondern ein Stück kirchlichen Leben« de« Königreichs Italien begreift, ... und ist mehr als irgend ein andere« moderne« Werk geeignet, den deutschen Leser in die italienischen Verhältnisse einzusühren." .Wir begrüßen", schreibt Prof. Kober in Tübingen (Theol. Quartalschrift), .mit aufrichtiger Frpudc dieses Werk, denn er ist in hohem Grade geeignet, über einen wichtigen Gegenstand, der bisher kaum in reinen allgemeinen Umriffen bekannt war, Licht zu verbreiten-und die zahlreichen Voruitheile zu zerstören, welche selbst in seiner Hei- math an ihn sich knüpfen. E« ist ein Werk, welche« in der kirchenrechtlicheu Literatur stet« eine hervorragende Stell« eianehmen wird, «»«gezeichnet durch gewissenhafte Benutzung der Quellen, durch Unparteilichkeit des Unheil«, erschöpfend« Behandlung de« Stoffe« sowohl in historischer als canonistischcr Beziehung, interessant und lehrreich durch viele neue Mittheilungen und überraschendes Detail, ein Werk Schtdeutschen Fleißes und umfassender Gelehrsamkeit." ^ . „llis Orssliam." Englische Lebens- L Reuten-Bersicherungs-Gesellschaft in London. Filiale für Westdeutschland, Friedrichstraße 36 in Mannheim (Eigenthum der Gesellschaft.) Ärtkung-fapital (Aktiva) der Gesellschaft am SO. Juni 1869: 30 Millionen Kranken. Jährliche Einnahme an Prämien.FS. 8,393,168.30 Ct l qr-t-ras? m « . , , Zinsen au« den angelegten Kapitalien Fs. 1,060,219.40 Ct.s » ' ' ' Seit dem Jahr 1848 hat die Gesellschaft für Sterbfälle und verfallene Policen bezahlt...F«. 24,618,388. 50 C. Während dem letzten Geschäftsjahr hat dieselbe neue Anträge erhalten für die Summe »ou...F«. 41,894,575. — C. Näheres bei den Herren Agenten. Für Abschluß von Versicherungsverträgen empfiehlt sich Friedrich Aal, Hauptagent für Karlsruhe und Umgegend, Waldhornstraße Nr. 21. K.141. K.421. Staats -kramlsn Ititr. 20. — I^oosv 4 LLsLaassL Lm FaUro mit von VI»Ir. 8V,V00, 30,000, 23,000 sie Rüyhlsts LLsLunL 1. I'sdruar mit vui» 80 SDOV weräen »Io billige liapitslanloxe empkodlen voll sinil bei allen Ueodslern ru baden. Hamburg-Ämerlkanische PalLktsahrk-^icticn-) Morgen, eig- «l sich sehr gut zu einem Fruchrmagazin zu ebener Erbe in Mitte ber Stadt. Zu erfragen bei der Erpe- bttivn birst« Blatte«. K.44S. 2 möblirte Zimmer mit oder ohne Küche, Parterre, «sonnenfeile, mit Porzellanöfen, werden sogleich gesucht. Adressen sud 8.1 nebst Preis an die Expedition dieser Zeitung. K.439. 6 ^ Bierbrauerei-Verkauf. In einer Stadt wo Militär liegt, wird aus freier Hand eine Bierbrauerei verkauft.- Zu erfrage« bei der Expedition dieses Blatte«. _ /c K.392. Mannheim. Apotheke-Verkauf. Sine sehr frequente Apotheke einer größeren Stadt Baden» unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nähere» durch Jmhoff L Stahl »„ Mann» heim. K.383. Osfenburg. Nutz- und Brennholz- Versteigerung. Lus ven Offcilburger Sladtwaldungen, dem sog. Neumattenschlag, unmittelbar an der Goldscheurer Straße gelegen, werden mit halbjähriger Borgfrist- dewilliguitg auf dem Platze versteigert, Montag den 17. Januar l. I.: 26 starke und 74 mittlere und geringe Sichenstämme und Klötze, 7 Ruschen (Rolhulmeit), worunter 2 starke, 7 Birken, 11 Erlen, 3 geringe Lirschbäumc und IFich- , tenstaMmchen, sowie 93 grötztml Heils eschene Nutzholz- ! stangeu. ! Dienstag den 18. Januar l. I.: ! 28 Klftr. eichene«, 50 Klftr. birkene«, 4'/, Klftr. erlenes und 3'/» Klftr. hagenbuchenes Scheitholz, 22'/. Klftr. eichenes, 19*/, Klftr. birkenes und 81'/» Klftr. erlenes Prügelholz, 16 Klftr. zur Papierfabrikation geeignetes, «spenes Rollholz und 63 Klftr. gemischte« Stvckhotz. Mittwoch den 19. Januar l. I.: 2') Klftr. eicheue» Küferholz, 11',) Klftr. eichene«, 20 Klftr. birkeue« und 4 Klftr. erlene« Scheitholz, 7 Klftr. eichenes, 23') Klftr. birkenes und 54') Klftr. erlenes Prügelholz, 4') Klfir. aspenes Rollholz und 36') Klfir. gemischtes Stockholz; ferner 8525 gemischte Hartholzwcllen, sowie einige Loose Schlagraum, Begznn der Versteigerung jeweils Vormittag« 9 Uhr bei dcLWaldhütte im Schlage. Waldhüter Grein er auf dem Spitalhof zeigt die Hölzer auf Verlangen vor. Offenburg, den 7. Januar 1870. Städtische Bezirkssorstci. _ Ganter. _ K.418. Durmersheim. Stamm-, Klafterholz- und Wellen-Versteigerung. Bis Mittwoch den 19. d. Mts., Morgen« 9 Uhr anfangend, läßt die Gemeinde Durmersheim in ihrem Oberwald 96 Eichenstämme, welche sich theil« zu Holländer-, therls zu Bau- und Nutzholz eignen, und 13') Klafter eichenes Oberholz nebst 1355 Stück eichene Wellen öffentlich versteigern. Die Zusammenkunft ist bei der Oberwaldbrücke. Durmersheim, den 12. Januar 1870. Bürgermeisteramt. A b a t h. vät. Schlager, Rathschr. K.451. ElchcSheim. Mudsaffel-Ber- steigeruug. Die hiesige Gemeinde wird Freita'g den 21. d. M., Mittags 1 Uhr, einen ausgezeichnet schönen, 2 Jahre allen, zum Sprung guten Rindfaffel, ebenso einen 1'/» Jahre allen Rind- fassel, beide Rigi-Rasse, versteigern. Beide können für Gemeindefaffelhalter bestens empfohlen werden. Elchesheim, den 12. Januar 1870. Bürgermeisteramt. Altenbach. ««»Kerliche Rechtspflege. Erbvvrlavuageu. G.612, Mannheim. Zur VerlassenschaftSver- handlung des am 29. Dezember 1869 verstorbenen Daniel Bo den heim, Bürgers und Kaufmanns in Mannheim, wird der seit längeren Jahren vermißte Sohn Sigmund Bodenheim mit Frist von drei Monaten unter dem Bedeuten vvrgeladen, daß, wenn er nicht erscheint, die väterliche Erbschaft den 8 übrigen Kindern allein zugeiheilt würde, wie wenn der Vorgeladene beim Tod de« Vater« nicht mehr gelebt hätte. Mannheim, den 11. Januar 1870. Der Großh. Notar Theodor Trefzer. > Strafrechtspflege. Lav««gr« imv Fahuvuuge». ! G.634. Nr. 407. A ch e r n. Kameralassiftenl August Kistner von Hohenstadt, GerichtSbezirkAdels- heim, wird der Verführung eines Kindes nach 8 360 Sl.G.B. beschuldigt. Derselbe ist fluch!'--' und wird aufgefordert, sich binnen 4 Wo ch"'. dahier zu stellen, als sonst nach dem Ergebniß der Untersuchung da« Erkenntniß würde gefällt werden. Zugleich wird das Vermögen desselben mit Beschlag belegt. Bchern, den 12. Januar 1370. Himmel. G.639. Nr. 344. Breiten. Johann Stein- Id ilp er von Gölshausen, lediger Dienstknecht, geb. am 6. September 1846, steht, bei uns wegen Betrugs in Untersuchung, da er sich im Novemher v. I. in Helmsheim unter falschem Namen als Knecht'verdingte, sich 2 fl. 42 kr. Aufgeld zahlen ließ und feinen Dienst nicht antrat. Da sein Aufcnthall«»rt unbekannt ist, so bitten wir um Verhaftung upd Einliefc- rung desselben. Ebenso wolle», un» etwaige weitere Betrügereien, die der Beschuldigte verübt hat, angezeigt werden. Breiten, dcn ll. Januar 1870. , Großh. bad. Amtsgericht. 'tf Kamm. FahulttmgSzurücknahmr. G.648. Heidelberg. Die Fahndung gegen Karl vonEstorfs aus Barnstett bei Lüneburg wirs zurückgenommen. Heidelberg, den 13. Januar 1870. Großb. bad. Amtsgericht. H. Süpflc. Vermischte Bekanntmachungen. K.430. Nr. 17. Friedrlchsthal. (Holz- versteigerung.) Aus Großh, Hardtwald werden versteigert, Mittwoch den 19. d. M., aus Abth. V. 5'Weinsuhl: 100 Stämme Eichen, Nutz- und Bauholz , 10') Klftr. buchenes, 7') Klftr. eichene« Scheitholz, 2'/» Klftr. buchene« Prügclholz und 165 Klftr. eichenes Stockholz. Die Zusammenkunft ist früh 9 Uhr auf der Frie- drichslhalcr Allee an der Stutenseer Querallee. Friedrichslhal, den 12. Januar 1870. Großh. bad. Bezirksforstct. von Merhart. K.331. Nr. 33. Berg Hausen. (Ho lz Verfiel gern ng.) In dem Domänenwald Ritinerl, Ablheilunz 8 Kühbusch und folgende, versteigern wir, mit Borgfrist bis Martini d. I, am Dienstag den 18. d. M., früh 9 Uhr, folgendes Holz: Nutzholz: 1 Klftr. eichene«; Scheiterholz: 60 Klfir. buchene«, 11 Klftr. eichene«, 12') Klftr. tannene« und 7 Klftr. gemischtes; Priigelholz: 5 Klftr. buchenes, 2 Klftr. eichenes, 1 Klfir. nadelne« und 25 Klftr. gemischte«; 40 Klfir. Laub- und Nadel-Stockholz; 4800 Siück buchene, gemischte und Nadelholz-Wellen und 4 Los« Schlagraum. Zusammenkunft im Kühbusch. Berghausen, den 8. Januar 1870. Großh. bad. BczirkSforstei. G a m e r. K.429. Nr. 337. Pfullendorf. (Erle- digte Stelle.) Die diesseitige 2. Aktuarstrlle mit einem festen Gehalte von 480 fl» und ungefähr 40 fl. Accideutien ist erledigt und bi« 11. April d. I. wieder zu besetzen. Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse anher melden. Pfullendorf, den 11. Januar 1870. Großh. bad» Amtsgericht. ^ Schleh »er. Frankfurt, 13. Januar? StaatSpapwre. Preuß. Franks. Nassau Krhess. Bayern Sachs». Wrtbg. Bade» G.Hefs. Lurbrg. Oester. 5") Obligationen 4')»/« Ko. 3'//) Obligationen 4')") Obligationen 4°) dto. 3')») dto. 4°) Oblig.il 105 5") Obligationen 4')") Ijähriz 4')") '/-jährig 4«) Ijährig 4 V« '/-jäbn-l 5V«, Oblig.L 105 4')") Obligationen 4»/a dto. 3'/,°/o dto. 4')Vo Obligationen 4") »tr 3')°/, dto.v 1842 5") Obligationen 4«) dto. 3')V° dto. 4°) Obligationen 5V,Einh.St«sch. i.S. 5°/n » » i.V. kvr ooyrpt. 93'/» P. 81'/,b.G 92 P. «3-)P. 81°) P. 84 P. 91') G. 91') G. 86'/, G. 100°) P. tt'/. P. 84 P. 82'/, G. 92 bez. 85'/» P. 81') G. 102») P. 87°) G. 82°) G. 58 G. 49') G. Oestcrr, Rußlo. Kinnld. Belgien Italien Schwd. Schwz. Nt-Am. 49°/. G, 5°)Einy.Stssch.i.P. 5°) Obl. 1852 i. Lst. 5°) dto. 1859 . . - 5») Met. v. 1865 V» — 5°) Nal.-Airl. 1854 — 5°)Met.-Obl.flsr.66 — 4')")Metall.-Oblig. - 5")Ung.Eisb.-AkM. 73')G 5VoObl.inL.äst. 12 83») G. 6°) Obl. inN.il 105 lOObez.G 4')"/,Obl.i.Fr.it28kr 104-) G. 6VoOb.d.Tabaksteuer 88») P. 5") Venet. — 4-)V-,O.i. N.it lOff 89 G. 4»)VoEdg.O.i.F.il28 103°) P, 4>)°)Bern.Stadt-O. 99° .G. 4") dto. 93'/» G. 6«)St.i.D.1881v.61 94') P. 6") dto. r. 1831 v. 64 94°) bez. 6°)dto.r.1882v.62 92 bez. 6") dto. r. 1885». 65 91') G. 6°) dto. r. 1887V. 67 91°,s bez. 5") dto. r. 1871 v. 61 95'/, G. 5Vödo.r.1874v.58/59 90°)b.Ä 5") dto. r. 1904v. 64 88°/« bez. ksroowxt Diverse Mlicn, Etirubahtt-Arilr« uns Ptlortlätea. 3Vo Frankfurter Bank 4°)Darmst.B.-A.itfl.250 4°) Mttteld. Er.A.älOOTH. 3Vo Ochcrr. Bank-Aktien 5») . «red.-A.i.O.W. 4Vg Luxemb. Bank-Akt. 4'/,«)Pfdbr.d.Frks.Hyp.-B. 4°) Pfdbr. d. bayr.Hyp.-B. 5V-, Pfdbr. d. würt.Rmten-A. 5°) Pfdbr. d. würt. Hyp.-B. 5°) Pfdbr. d. österr. Cred.-A. 5°) nme do. i. österr. W. 4'-^Vu . schweb. . , 3')V° Frkf.-Han. Sijnb^A. Taunn« bahu-Aklieu L fl. 250 Rhein-Nahe-Bahn Thlr. 200 4"/, Rhein. E.-B. Stamm-A. 4") do. E.-B.-A.Lit.B. 3'/,Vs MagdbHalbrst. Sr.Pr. 4'/,°/,Bayr.Oüb°hn 4'/,°)Psälz.Marbahn 4") Ludwh.-Bcrb. Eisend. 4') Neustadt-Dürktzeiiner 4°) Hess. Ludwigsbahn 3-)"/° Oberh.Eisb.-A. it fl.350 5°) Oester. Staatteisb.-S. 5V« Oest. Süd.Lmb.Et.-E^A. 5°) Elisabeth-Bahn fl. 200 5°)Rud.-Eisb.2. Em. 200fl. 5°) Böhm. W«ftb^A.st.200 122 bez. 313 G. 116 bez. 716 P. 253>/,bez 94°) G. 90'/,b.G 75-) P- 83'/»b.G 77°) P. 85bez. 324») G. 69'/, P. 122-) G. 106'/, P. 162') G. 68') P. 389>/,b«z. 246'/^»«z. 158'/,bez. 5V° Fr.Zos.Eisb.Akt. steuerft. i - 5°) Siebend. EÄ. steuerft. °/, — Alföld-Fiumaner Eisb.-A. 166 Ä. 4'/,V° Rhein-Naheb. Pr.-Ob. — 4')°) Oberfchles. Pr.-Obl. 87') G. 4»)Berl.Stetl.Prtpr.-O.6.E. 80») P. 4')°) Ludwh^Verd.Pr.-Obl. - 4*/a » » » — ^/gHeffLudwb.-Prior. i-Thr. — 4'/,Vs. . . 94') G. 5Vs Böhm. W.-B.-P.i. S.«) 75 G. Vo Msabethb.Pr. 1. Em. «/» 75') S. 5°) . 2. . V,73°)G. 77 P.. 76') P. 83°/ 74°/, 74 G 100') E 50») P. 58 G. 32 bez. G _52'/. P^ 5V. Schweiz. «entr.Pr. Fr.28 101'/, G 5")Schuja-Jvapovo E.-PL. 5V, Kur-k-Eharkow E.-P.-O/ 4«) Deutsch. Phönix 20°) Sz. 4°)Frkf.Providmt. 20°) . 5°)Ocß.Nordwestb.40°) . 5«/^l»gar.Credttbank40°) , 4°)Pfälz.»l,.B.-A.40°) . 85') P. 3'/,°/«, Oberh. S^A.50°) . 67'/. G. 5°) Kronp. Rudolf Eisb»-Pr. 5°) Gal.Karl-Ldwb.PrK?) 5°) Lemb.Ezern.E.-P.v.67 «/, 5°) Siebend. Eismb.-Pr. °) 6°) östr. Südst. u. Lomb.EiO. 3°) östr. Südst. u. Lomb.Eijb. 3°) östr. St^Sismb.-Prior. Alllehells-Looft. 3')V«Preuß.Pr.A. Kurh. 40 Thlr.-L. Nass. 25-fl.-L. Brschw.20-Thlr.-L, 4°)Bayr. Präm.A. AnSb.-Gunzenh. L. 1') Badische Bad. 35-fl.-Loose Gr.Hess.50-fl.-L? . 25-fl.-L. Oestr.250fl.v.1839 . 250fl.v.1854 50Sfl.v.60°) . IOOfl.v.1864 . 100st.PpL.58 Schweb. Thlr. 10-L. Finnl.Thlr.10-L. l°)Bord. Fr. 100 3°)Antw.v.1867 3°) Brüssel v. 1862 3°) . v.1868 4«) Florenz Fr. il28 Mailänd. Fr.-45-L 56'/»b.G. 39'/» G. 18») G. 106°) Hz. 12'/. P. 105°) G. 57') P. 46'/, P. 81') G. j114P. 154 P. 12',) P. 7') G. 99') Ä. 30°) bez. Wechsel-Kurse. Amsterdam k.S. Antwerpen Augsburg Berlin Bremen Brüssel Wln Hamburg Leipzig - Loadpn,- Maijgnh E MüNcheri E Pari« l.S. Wim k.S. Bankdiscont» 100'/» G, 94°) G. 99°/» G. 104') G. 97°) B. 94',.G. 105 Ä. 87') G. 104')G. 119 bez. sovTs. 94)b.G. 96') be». . 4°) G. »vtt un» Silber. PreuLK« SSchft . )iv. K^Anw. Preutz.Krd'or. Pistolen . doppelte ' >oll.10-st.^St. Oucate» 20-Frankenß. EnA. Sover. Ruff.Jmper. Gold prLslchst- 5-Kr.-Thtr. StteöstrLO^r. rauhPs.50^r. Doll, i« Gold iaM.fl. 144')-45') . S57')-58') . 947-49 . 948-50 , 9 54-58 . 536^8 . 927-28 . 1153-57 . 9 48-50 227-28 Vr»< und Verlag brr G. vraiin'sche« Hrfbuchdruckerri.