Karlsruher Zeituu IS«. Dienstag, 2S. Juni. B«r-»Sber-hlilNg: vierteljährlich 3 M. SO Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwalt»-,, «riefträgergebühr emgerechnet, 3 Mark 65 Pf. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. EinrLckungSgebühr: die gespaltene Petitzeile «der deren Raum 18 Pfennige. Briefe nnd Gelder frei. 187S. Auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal der Karlsruher Zeitung nehmen alle Postämter Deutschlands, des Elsasses und der Schweiz fortwährend Bestellungen an. Preis, iur Großherzogthum Baden, die Briefträgergebühr eingerechnet, 3 Mark 65 Pf., in Karlsruhe 3 Mark 50 Pf. Jnsertionsgebühr 18 Pfennig die gespaltene Petitzeile. Amtlicher Weil. Seine Königliche Hoheit der Hroßherzsg haben unterm 23. d. Mts. gnädigst geruht, dem Bezirksförster Köhler in Oberweiler die Bezirksforstei Berghausen, dem Bezirksförster Mayerhöffer in Zell a. H. die Bezirksforstei Oberweiler, dem Bezirksförster Könige in Billingen die Bezirksforstei Gernsbach, dem Bezirksförster Staudinger in Meßkirch die Bezirks- forstei Billingen und dem Bezirksförster Gockel in Wiesloch die Bezirksforstei Hardheim zu übertragen. Wcht-U mllich er Weil. Telegramme. 1 Darmstadt, 27. Juni. Der König und die Königin von Sachsen trafm heute Vormittag zum Besuche des Großhcrzvgs hier ein. Der Großherzvg war zum Empfange auf dem Bahnhofe anwesend. Der König und die Königin setzten heute Abend ihre Reise nach Karlsruhe fort. 1 Brussel, 27. Juni. Der Strike in Bori nage ist beendet. Die Arbeiter sind überall zur Arbeit zurückgekehrt. 1 Konstantinopel, 27. Juni. Offiziell wird gemeldet: Die Veröffentlichung des Budgets ist bevorstehend. Dasselbe weist das verhältnißmäßig erhebliche Defizit von 5 Millionen Livres auf, welches durch die ausnahmsweise unglücklichen Verhältnisse (Hungersnoth, Viehseuche, Ueberschwem- mungen) entstanden ist. Zur sofortigen Deckung des Defizits sollen eine Stempelsteuer, eine Patentsteuer und andere Steuern Mitwirken. Eine nach der Veröffentlichung der Budgetkommission einzusetzende Permanenzkommission wird das Budgetgleichgewicht überwachen und in Ersparungen und der Entwickelung der Hilfsquellen des Reiches Elemente einer ernstlichen finanziellen Reorganisation suchen. Die Nachricht, daß die Regierung beabsichtige, die Zinsen der Staatsschuld zu reduziren, ist entschieden unrichtig. Die Regierung hat es stets als eine Ehrensache betrachtet, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, und niemals daran gedacht, die Besitzer türkischer Schuldtitel im Geringsten zu schädigen. Deutschland. Karlsruhe, 28. Juni. Ihre Majestäten der König und die Königin von Sachsen sind Sonntag den 27. Abends gegen 10 Uhr von Darmstadt zum Besuch der Großherzoglichen Familie hier eingetroffen. Ihre Majestäten wurden am Bahnhof von Ihren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin begrüßt und von da in das großh. Schloß geleitet. Ihre Majestäten sind begleitet von der Hofdame Gräfin Einsiedel, dem Oberstallmeister Senfft von Pilsach, dem Flügeladjutanten Oberst Freiherrn von Welck, dem Zeremonienmeister Kammerherrn von Helldorf und dem Flügeladjutanten Major von Minckwitz. Von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog sind Ihren Majestäten zur Dienstleistung beigegeben: der Generalmajor von Bonin, der Oberst Freiherr von Gemmingen und der Kammerherr von Kleiser. Karlsruhe, 28. Juni. Mit dem heutigen Tag tritt für die Großherzoglicht Familie der Beginn eines wichtigen Zeitabschnittes ein. Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog beschließt den Gymnastalunterricht mit der vorgeschriebenen Maturitätsprüfung, welche heute ihren Anfang genommen hat und am 5. Juli mit dem mündlichen Examen ihr Ende erreichen wird. Am 9. Juli, als am 19. Geburtstag, vollendet der Erd- grvßherzog sein achtzehntes Lebensjahr und tritt nach Recht und Gesetz in das Alter der Majorennität. Dieses für das Großherzogliche Haus so bedeutungsvolle Ereigniß hat Seine Majestät der Deutsche Kaiser mit der Großherzoglichen Familie zu feiern zuzusagen geruht und den Allerhöchsten Herrschaften dadurch eine große Freude bereitet. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat dm Zeitpunkt der Majorennität des Erbgroßherzogs (dessen Gymnastal- stuhien unmittelbar vor dem Eintritt in die Volljährigkeit ihren Abschluß erhalten haben) dazu ausersehen, Sr. Maj. dem Deutschen Kaiser den Wunsch zu Süßem, es möge Höchst- derselbe,den Erbgroßherzog zum Offizier ernennen und ihn in die Reihen der Armee aufnehmen. Demgemäß hat Se. Kaiser!. Majestät zugesagt, dem Erbgroßherzog zum 9. Juli Las Patent als Secondelieutmant einzuhändigen und ihn in das 1. Badische Leib-Grenadier-Regiment einzutheilen. Der feierliche Eintritt des Erbgroßherzogs in dieses Regiment wird nun wohl in Gegenwart des kaiserlichen Großvaters erfolgen. Der Erbgroßherzog begibt sich dann mit Höchstseinen Eltern auf 14 Tage nach Schloß Mainau, um dann, hierher zurückgekehrt, in der 1. Kompagnie des Leib-Grenadier-Regiments den Pflichten des Dienstes sich zu widmen. * Berlin, 25. Juni. Die in St. Petersburg versammelte internationale Telegraphenkonferenz debattirte in ihrer achten Sitzung am 18. Juni die Fragen in Betreff der Beförderung der Zeitungskorrespondenz in der Nacht, wenn die Linien zum großen Theil von der Beförderung privater Korrespondenz frei sind, und der Fixirung der größten Buchstaben- zahl, welche ein Wort bilden dürfe. In Bezug auf die letztere Frage zog die Konferenz besonders den Umstand in Erwägung, daß zur Verminderung der Depeschenkosten häufig in sprachwidriger Weise mehrere Worte künstlich zu einem verbunden werden, und beschloß, als Maximum der Buchstabenzahl eines Wortes für den telegraphischen Verkehr in Europa 15, für den außereuropäischen Verkehr 10 festzusctzen. Weitere Gegenstände der Verhandlungen in dieser Sitzung bildeten ein Bericht der zweiten Kommission über die obligatorische dienstliche Kontrole einzelner Theile der zu befördernden Telgramme nebst den Bestimmungen für diese Kontrole und Anträge Belgiens und Schwedens aus eine gewisse Bevorzugung gegen erhöhte Zahlung aufgegrbener Telegramme. * Berlin, 25. Juni. Der Bundesrath hielt heute Mittag 12 Uhr im Reichskanzler-Amte seine nunmehr letzte Plenarsitzung vor der längeren Vertagung unter dem Vorsitz des Präsidenten Delbrück. Nach dem einleitenden Geschäft folgte eine Mitthcilung betreffend die Einziehung des Papiergeldes in Preußen , Bayern, Königreich Sachsen und Mecklenburg-Schwerin. Daran schloß sich eine sehr eingehende Berathung über den Antrag der Ausschüsse betreffend die Ausführung des K 9 des Gesetzes über die Na- turralleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden; ferner die Schlußabstimmung über die Anträge Lübecks, Bremens und Hamburgs aus Beibehaltung der Handelsgerichte in der deutschen Gerichtsverfassung, von welcher sie nach Beschluß der Reichstags-Justizkonimission ausgeschlossen sein sollten. Zur Verhandlung standen ferner mündliche Berichte betreffend die Tarifirung von groben Schuhwaarrn, die bei der Eichung cylindrischer Hohlmaße zulässige Fehlergrenze, über Petitionen und endlich über die Vorlage betreffend die Tagegelder u. s. w. der Reichs-Eisenbahn-Beamten, sowie den Erlaß von vertragsmäßig festgesetzten Konventionalstrafen. Für den Wiederbeginn der Bundesraths-Arbciten, welche sich dann vorzugsweise mit den Vorlagen für den nächsten Reichstag zu beschäftigen haben werden, ist, wie bereits gemeldet, die zweite September-Woche, etwa der 10. Sept., in Aussicht genommen. Aus den Verhandlungen des Bundesrathes über die mehrfach erwähnte Unterstützung von 500,000 M. für die Zwecke der Welt-Ausstellung zu Philadelphia wird ersichtlich, daß die Reichsregicrung durch die wachsende Bedeutung, welche die Ausstellung im Laufe der letzten Monate auch für Europa erlangt hat, von der ursprünglichen Voraussetzung zurückgekommen sei, daß eine Ausstellung in Philadelphia für Deutschland nur ein geringes Interesse darbicten müsse. Nach den jetzt vorliegenden Mittheilungen gedenken zahlreiche europäische Regierungen, die Betheiligung ihrer Staatsangehörigen an der Ausstellung durch erheblich weiter gehende Unterstützungen zu fördern. Oesterreich bewilligt 150,000 fl. in drei Raten zur Bestreitung der Ausstellungskommissions-Ausgaben, für Ausschmückung des Ausstellungslokals, für Jury, Katalog und Bewachung der Ausstellungsgegenstände; davon sind 30,000 fl. zu Spezialsubventionen für die Betheiligung der österreichischen Kunst, 10,000 fl. zu dem gleichen Zweck für die Industrie ausgeworfen. In Schweden sind 400,000 Kronen (450,000 M.) bewilligt; davon sind 51,000 Kronen für die Spezialausstellungen der Regierung bestimmt. Die belgische Regierung hat einen Kredit von 200,000 Fr. für die Ausstellung beantragt. Die französische Regierung beabsichtigt dafür 5-—600,000 Fr. aufzuwenden. Die Ausgaben für die Leistungen, welche die britische Regierung zu übernehmen gedenkt, werden auf mindestens 40,OM L. veranschlagt. Endlich hat auch dir Schweiz noch in dieser Session der Bundesversammlung die Beantragung eines Kredits aus Bundesmitteln für die Ausstellung zugesagt. Aus diesen Gründen sind Seitens des Deutschen Reichs 500,OM M. zur Unterstützung der Ausstellungskommission in Philadelphia beantragt und bewilligt worden. Der größere Theil der Ausgaben wird erst im nächsten Etatsjahr verrechnet werden. Von der deutschen Ausstellungskommission ist übrigens so eben der Bergrath Ilr. Wedding Hierselbst beauftragt worden, sich mit den bedeutendsten Hüttenwerken direkt in Verbindung zu setzen, um eine würdige Vertretung der deutschen Stahl- und Eisenindustrie auf der Ausstellung vvrzubrreiten. — Auf Wunsch des Kaisers von Rußland wird bei den bevorstehenden Manövern der russischen Truppen die gesammte preußische Armee durch eine Deputation von Offizieren aller Grave uns Mayen verrrcren >em. -rne ^ssizrcre muffen am 27. Juni in Warschau eintreffen. fi Berlin, 26. Juni. Das Stadtgericht sprach im Prozeß gegen die Vorsteher der Berliner katholischen Vereine die definitive Schließung des katholischen Gesrllmver- eines als politischen, mit auswärtigen Vereinen gleicher Tendenz in Verbindung stehenden Vereins aus und verurtheilte den Geistl. Rath Müller zu 90 Mark Geldstrafe, die anderen Angeklagten, ausgenommen einen, welcher ganz freigesprochen wurde, zu geringeren Geldstrafen. Die polizeiliche Schließung der übrigen katholischen Vereine als nicht politischer wurde aufgehoben. * Berlin, 26. Juni. Die wichtigsten Arbeiten des Bundesrathes, welche demselben seit Beginn der neuen Session vor etwa 8 Wochen Vorgelegen hatten, sind durch die gestrige Plenarsitzung zum Abschluß gebracht. Zu erledigen bleibt nur noch eine Anzahl von Steuer- und Zvllangelegenheiten, welche sogar gestern noch eine Erweiterung erfahren haben, jedoch durch die Ausschüsse ihre Abwicklung finden können. Die letzteren treten ab und zu zusammen, um die laufenden Geschäfte zu besorgen. Die Mehrzahl der nicht in Berlin wohnenden Mitglieder des Bundesrathes verläßt heute oder morgen die Reichshauptstadt. In der gestrigen Sitzung hat die Feststellung der Sätze für die Naturalleistung an die Armee im Frieden noch mehrstündige und lebhafte Debatten hervorgerusen. Es handelte sich hauptsächlich darum, die Sätze mit den in den einzelnen Bundesstaaten verschiedenartigen Anforderungen und Gewohnheiten in Einklang zu bringen und ein festes System zu schaffen, welches man bei den bisherigen Aufstellungen vermißte. Die Angelegenheit wurde schließlich zu allseitigem Einverständniß gebracht. — Bezüglich des Antrages der Hansestädte um Befürwortung der Beibehaltung der Handelsgerichte in der deutschen Gerichtsverfassung wurde nach vollzogener Modifikation der ursprünglichen Form die vom Justizausschuß beantragte Resolution einstimmig angenommen. — Wir haben bereits mitgetheilt, daß unter dem 20. Mai d. I. ein Vertrag zwischen 17 europäischen und außereuropäischen Staaten zu Paris über Errichtung einer internationalen Institution für metrisches Maß- und Gewichtswesen unterzeichnet worden ist. Hiernach ist in Paris ein ständiges wissenschaftliches und internationales Bürcau der Maße und Gewichte zu errichten und zu unterhalten. Die Thätigkeit dieses Büreau's wird von einem aus 13 Mitgliedern zusammengesetzten Komits überwacht. Das Büreau fertigt die neuen Prototype aus und bewahrt sie auf, fertigt sämmlliche Kopien derselben aus und nimmt periodische Vergleichungen vor. Die Kosten der Einrichtung, sowie die Jahresausgaben für Erhaltung des Büreau's werden von den kontrahircnden Staaten nach Verhältniß ihrer Bcvölkcrungsziffer gedeckt. Nach 12 Jahren steht jedem Staate das Kündigungsrccht des Vertrages zu. Die Kündigung gilt zugleich als Verzicht aus das Miteigenthum an den internationalen Prototypen und an dem Büreau. Den beim Vertragsabschluß nicht betheiligten Staaten ist der Beitritt unter gewissen Bedingungen freigestellt. Die auf Deutschland entfallende Kostenrate beläuft sich auf 45,OM M. an einmaligen (Einrichlungs-) Ausgaben und auf 83M Ai. an laufenden Beträgen für jedes der nächsten drei Jahre, für spätere Jahre wird eine Ermäßigung dieser Summe auf 5600 M. erwartet. 51 Berlin, 27. Juni. Die Brunnenkur des Kaisers in Ems erreicht am Sonntage den 4. Juli ihr Ende. An diesem Tage Mittags begibt sich Se. Majestät zu der Kaiserin nach Koblenz, um daselbst bis zum 7. zu verbleiben. Nach dem schon erwähnten Besuche bei den grvßherzoglich badischen Herrschaften gedenkt Höchstderselbe am 13. k. M von der Insel Mainau auf dem Wege über München nach Salzburg zu reisen, wo das Nachtquartier genommen wird. Am 14. Juli fährt Se. Majestät von Salzburg nach Ischl, um dem Kaiser und der Kaiserin von Oesterreich einen Be- such ab.nistatten. Der dortige Aufenthalt dauert bis zum 15. Nachmittags, wvrauf die Rückfahrt nach Salzburg und dann andern Tages die Weiterreise nach Gastein erfolgt, i Nach vorläufigen Bestimmungen wird der Kaiser am 13. August von Gastein in Berlin wieder eintreffen. Zum 16. August begibt sich Höchstderselbe nach Detmold, um der Einweihung des Herrmanns-Denkmals beizuwohnen. — Der Kronprinz wird morgen Vormittag in Begleitung des - Chefs der Admiralität, Generals der Infanterie und Staats- Münsters v. Stosch, sowie mehrerer Offiziere der Admiralität und der Offiziere seines Stabes nach Swinemündt ab- reisen, um das daselbst vereinigte llebungsgeschwader zu besichtigen. Morgen Nachmittag, unmittelbar nach dem Eintreffen Sr. Kaiserl. Hoheit findet im Swinemünder Hafen eme Flaggenparadd sowie die Jnspizirung der kleineren Kriegsschiffe statt. Am Dienstag Vormittag 9 Uhr beginnt ein bis Nachmittag 3 Uhr dauerndes Seemanövcr des ac- sammtcn Geschwaders im Feuer. Nach Beendigung desselben ist auf den Schiffen ein Festdiner. An demjenigen auf dem Admiralisschiffc werden der Kronprinz und der Chef der Admiralität, sowie die als Gäste anwesenden Offiziere des nordameriksnischen Geschwaders Theil rieh- men. Mittwoch, den 30. Juni, von Morgens 8'/, bis Mittags 12 Uhr sollen aus der Rhede von Swinemünde Landungsmanöver ausgesührt werden. Allen Anzeichen nach wird die Zahl der Zuschauer bei diesen Produktionen der Marine eine sehr große sein. Auch von hier auS steht massenhafter Besuch für dieselben in Aussicht. Die Verwaltung der Berlin-Stettiner Eisenbahn veranstaltet mehrere Extrazüge, um in Verbindung mit einem Stettiner Dampfschiff- Unternehmer die Schaulustigen von Berlin nach Swinemünde zu führen. — Der Vizepräsident des Staatsministe- riums, Finanzminister Camphausrn, gedenkt anfangs Juli einen etwa sechswöchentlichen Urlaub anzutreten. Zunächst begibt sich derselbe nach der Rheinprovinz, und zwar wahrscheinlich bereits am 1. k. M. Der Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, reist dieser Tage nach Ems, um dort dem Kaiser Vortrag zu halten. Gegen Ende dieser Woche trifft derselbe wieder in Berlin ein. Anfangs September wird Gras Eulcnburg sich auf etwa drei Wochen nach Ostende begeben. ff Bonn, 26. Juni. Kultusminister 0r. Falk besichtigte gestern und heute sämmtliche Universitätsinstitute. Gestern Abend wurde demselben von Studenten und Bürgern ein ca. 1000 Fackeln zählender Fackelzug gebracht; der Minister hielt bei dieser Gelegenheit eine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache über die gegenwärtigen Verhältnisse und die Hoffnungen für die Zukunft und wohnte dann einem großen Studentencommers bei. Der Minister äußerte sich sehr befriedigt über den ihm in dem Rheinlande gewordenen Empfang. Heute Abend erfolgt die Abreise nach Köln. Aus Kurhrssen, 26. Juni. Das Polizeigericht in Fulda hat die Angeklagten, welche für gesperrte katholische Geistliche kollektirt hatten, wegen Mangel an Beweismitteln freigesprochen. — Eine Verfügung der k. Regierung zu Kassel vom v. I., daß es in denjenigen früher bayrischen Gemeinden, in welchen die Juden an die dortigen Pfarrer ein Neujahrsgeld zu entrichten hatten, nach wie vor damit sein Bewenden haben solle, ist durch neuere Verfügung der Ministerien des Innern und des Kultus aufgehoben worden. * Straßburg, 27. Juni. Die Mitglieder des Landesausschusses, sofern sie nicht hier in Straßburg domizili- ren, haben sich gestern Nachmittag über den heutigen Sonntag in ihre resp. Heimathsorte begeben und wird die Versammlung Dienstags Morgens ihre Thätigkeit wieder auf- nchmen. Die „Frankfurter Zeitung" tritt gegenüber dem erwähnten Hetzartikel, gegen den sich das „Elf. Journal" in so kräftiger Weise verwahrte, in ihrer gestrigen Nummer einen sehr kläglichen Rückzug an. Sie behauptet, im Grunde nur dasselbe gesagt zu haben, was auch das „Els. Journal" zugibt, und bemerkt dazu noch Einiges über die Gereiztheit, in welche die hiesige politische Atmosphäre die Gemüther zu versetzen scheine. So kalten Blutes, wie gewisse Korrespondenten, welche heute den Mephistopheles und morgen mit derselben Unverfrorenheit das Gretchen tragiren, ist hier freilich nicht Jedermann. * Metz, 27. Juni. Vor einigen Wochen war hier die von den hiesigen Militärbehörden beim Kriegsministerium in Berlin nachgesuchtc Genehmigung zur Abtragung eines Theils des zwischen dem deutschen und Chambierethor gelegenen Walles eingetroffen. Durch diese Abtragung sollte der enge Steinpanzer, in welchen Metz eingeschlossen ist, wenigstens nach einer Seite hin etwas gelüftet werden; durch Einebnung des Walles und Ausfüllung des Grabens wäre ferner die Möglichkeit gegeben, eine Reihe von Anlagen, die auf dieser Seite der Stadt vollständig fehlen, herzustellen, und damit einem schon zu französischen Zeiten oftmals von der Bevölkerung geäußerten Wunsche zu entsprechen. In Anbetracht, daß vorzugsweise dir Stadt ein Interesse an der Ausführung der projektirten Arbeiten habe, beantragte das hiesige Gouvernement, daß die entstehenden Kosten theilweise aus städtischen Mitteln bestritten werden sollten. Der Gemeinderath, welchem der betreffende Antrag vorgelegt wurde, faßte jedoch dieser Tage den Beschluß, demselben keine Folge zu geben, vielmehr jede pekuniäre Mitwirkung der Stadt zu versagen, da die geschwächten Finanzen derartige Ausgaben nicht erlaubten. Die Niederlegung des Walles wird daher wenigstens vorläufig unterbleiben, zumal die Militärbehörde kein näheres Interesse hat, dieselbe vollständig auf eigene Kosten ausführen zu lassen. München, 26. Juni. (Mg. Ztg.) Der König hat durch Entschließung vom 12. d., mit der Wirksamkeit vom 1. Aug. l. I., die Auflösung der Garnisonskompagnien Nymphenburg und Königshofen und die Bildung einer Halbinvalidenabtheilung bei jedem Armeecorps verfügt, und sind vom kgl. Kriegsministerium die näheren Bestimmungen zur Ausführung dieser — den Reichs-Militärpensions-Gesetzen entsprechenden — Aenderungen in der Formation der Armee bereits erlassen worden. — Wie man hier vernimmt, wird Papst Pius IX. schon in dem demnächst abzuhaltenden geheimen Konsistorium die Präconisirung des für Bamberg ernannten Erzbischofs, Geistl. Raths Schreiber, vollziehen. Der kgl. Staatsminister Hr. v. Lutz wird bis kommenden Mittwoch auS dem Urlaub zurückkehren und sofort die Leitung des Kultusministeriums wieder übernehmen. -j-München, 26. Juni. In der Versammlung des Vereins der liberalen Reichssreunde, welche gestern Abend stattgefunden hat, wurde von dm bisherigen Abgg. Wülfert, Dürrschmidt, Graf Rambaldi, Thomas und Henle der Rechenschaftsbericht über die abgelaufene Session erstattet. Auf Antrag des Vorsitzenden Veechioni wurde darauf beschlossen, den bisherigen Ausschuß als solchen aufzulösen und denselbm als Lokal-Wahlkomito mit dem Rechte der Kooptation zu kon- stituiren. Vecchioni schloß die Versammlung mit einem Hoch auf Bayern und das Reich. isst Leipzig, 25. Juni. (Aus der Rechtsprechung des Reichs-Oberhandelsgerichts.) Ein badisches Bank» institut in der Form einer Kommandit-Aktiengesellschaft hatte ^ sehr eigenthümliche Bestimmungen in seinem Statut, durch i welche die persönlich haftbaren Gesellschafter gewffsermaßen zu Beamten der Generalversammlung der Aktivnäch gemacht wurden. Der Eine der beiden persönlich haftbaren Gesellschafter hatte sich bei der Buchführung eine sehr tadelnswerthe Nachlässigkeit zu Schulden kommen lasten, weßhalb die Generalversammlung dessen Absetzung beschloß. In Ueberein- stimmung mit den beiden Vordergerichten wurde dieser Beschluß für ungiltig erklärt. Der persönlich haftende Gesellschafter bleibt, soweit nicht das Statut ausdrücklich ändert, immer noch Repräsentant der Gesellschaft und kann nur wegen grober Pflichtverletzung ausgeschlossen werden. Die persönliche Führung der Bücher gehört aber nicht zu den Obliegenheiten des Chefs eines großen Bankinstituts, also kann Mangel an Fähigkeit oder Pünktlichkeit hierin jedenfalls dann nicht zur Ausschließung genügen, wenn daraus, wie im vorliegenden Falle, kein Verlust für die Gesellschaft mtstanden ist. — Die Handlungsgehilfen einer Firma weigerten sich, als diese mit Aktiven und Passiven durch Kauf in andere Hände überging, unter dem neuen Besitzer fortzudienen, forderten vielmehr vom alten Prinzipal ihren Lohn für die kontraktliche Dienstzeit, weil dieser sie widerrechtlich außer Brod gesetzt habe. Es wurde zwar anerkannt, daß die Handlungsgehilfen nicht unter allen Umständen bei einem Wechsel des Inhabers der Firma ihr Engagement aushalten müssen; allein die Klage wurde doch verworfen, weil die Kläger gar keinen Grund angeführt hatten, weßhalb sie unter dem neuen Prinzipal nicht «ehr dienen wollten, vielmehr dem Anscheine nach dieselben nur die gute Gelegenheit benutzen wollten, um sich ihrer Verbindlichkeiten zu entledigen und ein Konkurrenzgeschäft zu errichten. Oesterreichische Monarchie. ^ Wien, 27. Juni. Das entschiedene Uebelwvllen, mit welchem die Pforte, ihren bestimmtesten Zusagen entgegen, dem Anschluß der türkischen und österreichischen Eisenbahnen immer neue Hindernisse in den Weg legt, scheint endlich die Geduld Oesterreichs erschöpft zu haben. Wiederholte freundliche Mahnungen haben nichts gefruchtet und so dürfte schon jetzt eine Note auf dem Wege nach Konstantinopel sein, die in dem dort allein verständlichen ernsten Ton die Einhaltung der übernommenen Verpflichtungen kategorisch fordert. Die Kaiserin von Oesterreich wird am 29. Juli auf der Reise in das französische Seebad Sassetot Karlsruhe berühren. Feldkirch, 24. Juni. (Mg. Ztg.) Gestern hat hier im Kollegium der Gesellschaft Jesu die diesjährige Session der hl. Exerzitien für Priester aus den Diözesen Augsburg, Brixen, Freiburg, Rottenburg, Chur, Basel und. St. Gallen begonnen. Diese Exerzitiensessivn, geleitet von dem französischen Jesuiten l'. Anton Minoux, dauert bis Ende September. Besonders zahlreiche Anmeldungen sind aus dem Deutschen Reich erfolgt. Rumänien ffff Bukarest, 26. Juni. Die Bureaux des Senats und der Deputirtenkammer überreichten dem Fürsten die Adressen der beiden Häuser in Beantwortung der Thronrede. Der Fürst sprach seinen Dank aus und hob besonders die fortdauernd zwischen der Regierung und der Gesetzgebenden Gewalt herrschende Eintracht hervor. Schweiz. ff Bern, 26. Juni. Der Nationalrath hat heute mit großer Majorität beschlossen, 250,000 Frcs. als Bundesbei- trag für die Betheiligung der Schweiz an der Welt-Ausstellung in Philadelphia zu bewilligen. ff Basel, 26. Juni. Den „Baseler Nachrichten" wird aus Lausanne vom 26. d. M. gemeldet, daß die Generalversammlung der Schweizer West bahn eine Kommission von 7 Mitgliedern gewählt hat, welche den Stand der Gesellschaft und die Ursachen für die gegenwärtige prekäre Lage derselben einer Prüfung unterziehen und Vorschläge über Mittel zur Abhilfe machen soll. Für ein finanzielles Arrangement wurden keine Propositionen gemacht. Italien. ff Rsm, 26. Juni. Senatssitzung. Auf eine bei der Diskussion des definitiven Budgets pro 1875 gestellte Interpellation Cambray-Dignys, welche Maßregeln die Regierung , den neuen von der Deputirtenkammer bewilligten Ausgaben gegenüber, zur Verhütung eines Defizits zu ergreifen gedenke, erklärt Ministerpräsident Minghetti: Die von der Deputirtenkammer bewilligten, pro 1875 7^/z Millionen betragenden Mehrausgaben würden durch Steuer- Mehreinnahmen gedeckt. Für 1876 rechne der Minister auf den Anlehenrückstand bei den Banken, auf die Erneuerung der Steuerverträge und auf Grenzzollreformen bei dem bevorstehenden Ablauf der Handelsverträge mit Frankreich, Oesterreich und der Schweiz. Ffraakreich. ff Paris, 26. Juni. Mac Mahon, Buffet und Ciffey kamen heute früh in Perigueux an und werden Nachmittags in Toulouse eintreffen. Die Verheerungen in den Niederungen der Garorme sind ungeheuer. Das Wasser sinkt anhaltend. ^ Paris, 27. Juni. Der Dreißiger-Ausschuß beschäftigte sich gestern mit folgendem Amendement des Hrn. Marcou: Die beiden Kammern, der Senat und die Deputirtenkammer, find permanent. Sie treten alljährlich am zweiten Dienstag der Januar zusammen; sie können sich auS eigener Machtvollkommenheit »er- tagen. Während ihrer Abwesenheit hat eine aus den Mitgliedern der beiden Borstände, zwölf Senatoren und zwölf Abgeordneten, die in geheimer Wahl ernannt werden, bestehende Kommisfion das Recht, die beiden Kammern in dringenden Fälle» einzuberufen. Der Präsident der Republik hat ebenfalls das Recht, die Kammern cinzuberufen. ^ Dieser Antrag wurde ohne Debatte verworfen. Hinsichtlich der Eintheilung der größeren Departements in mehrere Wahlsektionen entschied sich der Ausschuß für einen Vorschlag des Hrn. E.-Picard, nach welchem diese Zerlegung für die Departements Platz greifen soll, die mehr als neun Abgeordnete zu wählen haben. Dann nahm der Ausschuß die Frage des imperativen Mandats in Angriff, gelangte aber in derselben noch zu keinem Beschlüsse. Den Blättern wird folgende Note mitgetheilt: Die Vorstände der drei Gruppen der Linken haben sich heute^ über die geeigneten Maßregeln zur B ef chl e u ni g u n g der Arbeiten der Nationalversammlung und demnach ihrer Auslösung b-rathen. Eine Pflicht drängt sich allen auf: cS ist dies die Pflicht, die Verhandlungen ohne Rast fortzusetzen und nicht mit Amendements zu belästigen, welche nur dazu dienen können, die Lösungen zu verzögern, ohne übrigens die Debatten aufzuklären. Diese Pflicht scheint nicht allerseits genügend begriffen zu werden. Es ist daher nothwendig sie, wenn auch nicht aufzuzwingen, so doch im Namen der großen politischen Interessen, deren Schutz den Vorständen der Linken obliegt, in Erinnerung zu rufen. Die Vorstände halten den Augenblick für gekommen, in der Frage der Auflösung und mithin der Mittel, wie dieselbe her» beizuführen wäre, einen definitiven Entschluß zu fassen. Sie erachten, daß es die Pflicht eines Jeden ist, diesem Interesse alles Andere zn opfern, und sie erklären laut, daß sie denjenigen Mitgliedern der Linken, welche eine andere Verhaltungslinie einfchlügen, die Verantwortlichkeit überlaffen würden, die ihnen vor dem Lande zur Last fiele, wenn sie, ohne Zweifel gegen ihre Absicht, die Auslösung der Nationalversammlung verzögerten. — Laboulaye, Präsident des linken Zentrums. — Jules Ferry, Präsident der republikanischen Linken. — Laurent Pichat, Präsident der republikanischen Union. Der Oberbürgermeister von Berlin, Hr. Hobrecht, ist hier eingetroffen, um die Gemeindeeinrichtungen von Paris zu studiren. Er wurde gestern vom Fürsten Hohenlohe empfangen, der sich beeilte, ihn mit dem Seine- und dem Po- lizeipräfekten in Verbindung zu setzen. ff Toulouse , 26. Juni. Der Marschall Mac Mahon ist heute hier eingetrosfeu und von den Spitzen der Behörden auf dem Bahnhöfe begrüßt worden. Der Maire von Toulouse hielt eine Ansprache, in welcher er dem Marschall- Präsidenten seinen Dank ausdrückte, daß derselbe bei einer so schmerzlichen Gelegenheit hierher gekommen sei, um den Muth der Einwohner wieder zu beleben. Der Marschall Mac Mahon besuchte hierauf die von der Ueberschwemmung am meisten heimgesuchten Orte uud richtete ermuthigende Worte an die unglücklichen Bewohner. Die Truppen sind mit dem Aufräumen der Trümmer und mit weiteren Nachforschungen nach den Leichen der Verunglückten beschäftigt. Mit den Unterstützungen für die Bevölkerung ist begonnen worden. Egypten — Die Wiener „Presse" vom 24. schreibt: Wie aus Kairo gemeldet wird, beabsichtigt der Khedive, sich schon nächstens mit feinem Minister des Aeußern, Nubar Pascha, nach Konstantinopel zu begeben, um dort durch denselben eine in der Schwebe befindliche wichtige diplomatische Angelegenheit ordnen zu lassen. Ueber das Wesen der letzteren erfahren wir aus sicherer Quelle Folgendes : Im Herbst des vorigen Jahres ist ein Schreiben des Khedive an den Sultan eingelangt, worin er demselben seinen festen Entschluß mittheilte, das Königreich Darfur, dessen Beherrscher den Sklavenhandel ungemein begünstigte und Egypten dadurch viele Verlegenheiten und Unannehmlichkeiten bereitete, mit Krieg zn überziehen und wenn möglich dasselbe seinen Staaten gänzlich einzuverleiben. Der Padischah möge daher seine Einwilligung zu diesem Entschlüsse ertheilen. Zugleich stellte der Gesandte des Khedive in Konstantinopel, Ibrahim Bey, dem damaligen Großvezier Hussein Avni Pascha eine Erhöhung des egyptischen Tributs in Aussicht, falls es seinem Gebieter gelingen sollte, einen Theil Darfurs oder gar das ganze Königreich sich zu unterwerfen. Heute nun, nachdem letzteres der Fall war, fordert die hohe Pforte, der Khedive möge das Wort feines Gesandten einlösen und feinen Tribut an seinen Lehnsherrn vergrößern oder verdoppeln. Letzterer ist nun auch bereit, von nun an einen größeren Tribut zu entrichten; nur von einer Verdoppelung des bisherigen Tributs will er nichts wissen, indem er behauptet, die Einnahmen aus dem neu erobertm Königreiche gestatteten einen solchen Schritt noch nicht. Zur Schlichtung dieser Angelegenheit wird sich nun der Khedive mit Nubar Pascha nach Konstantinopel begeben. ff Alexandrien, 25. Juni. Das Gerücht, daß die egyp- tische Regierung die Ausnahme einer neuen Anleihe von 10 Millionen behufs Ausführung öffentlicher Arbeiten beabsichtige, wird offiziell dementirt. Asien. ff Mandoley, 25. Juni. Der König von Birma hat den Vertrag mit England betreffend die Garantirung der Unabhängigkeit des Territoriums von West-Karrenni unterzeichnet. Die britischen Gesandten reisen noch heute zurüH Brasilien ff Ri, de Janeiro, 26. Juni. Das seitherige Ministerium erbat und erhielt seine Entlassung. Im neugebll- deten Ministerium hat der Herzog Carias die Präsidentschaft und das Kriegsministerium, Baron Cortegipe das Ministerium des Auswärtigen inne. Badische Chronik * Karltruhe, S8. Juni. Z» Ehren der Anwesenheit Sr. Majestät de« Königs von Sachsen erscheint heute die hiesige Garnison nur im Helm ln der Straße. Gestern Abend hatte die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft der Sächsischen Majestäten eine zahlreiche Menge am Bahnhof versammelt. Als das sächsische Königspaar, zu dessen Ehren im Bahnhofe ein« Schwadron Dragoner und die Musik des Regiments postirt waren, in Begleitung der Kroßherzoglichen Herrschaften den bereitstehenden Hof-Galawagen bestieg und nach dem Schlöffe fuhr, ertönten aus dem trotz der späten Stunde der Wartens nicht müde gewordenen Publikum lebhafte Hochrufe. Nach Beendigung der Empfangszeremonie marfchirten die Dragoner unter klingendem Spiele zum Schlosse zurück, um dort ihre Standarte wie- der abzugeben. T Karlsruhe, 28. Juni. Der Vorstand der hiesigen Alt - katholiken hat kürzlich an Großh. Bezirksamt dahier zur Weiter- beförderung an Großh. Ministerium des Innern seine Vernehmlassung abgegeben auf die Erklärung der hiesigen kathol. Stistungskommisston, deren Beschlüsse er inSgesammt als seiner Sache dienlich annimmt, mit Ausnahme desjenigen, welcher die Ueberlassung der kathol. Stadt- kirche an die Altkatholiken verweigert und den letzteren eine Mieth. zinS-Entschädigung für eine Kirche und einen VikarSgehalt von 400 oder 500 fl. anbietet. Die Altkatholiken bestehen darauf, die kathol. Kirche mitzubenützen, wenn auch nur je den andern Sonntag aus «ine Stunde, für welche ohne alle Schwierigkeit die Kirche freigcmacht werden könne. — Demnächst wird der Hr. Bischof Reinkens hier eintrefsen, um das Sakrament der Firmung zu spenden, zu welchem Behufe Hr. Psarrer Hamp bereits den besonderen Unterricht erlheilt. — Hr. Psarrer Hamp hat seinen Dienstvertrag gekündigt und wird somit nur noch 3 Monate hier funktioniren, und der Vorstand der Altkatholiken hat bereits zwei tüchtige Geistliche als Nachfolger bei dem Bischof in Vorschlag gebracht. »Karlsruhe, im Juni. Am 1. k. MS. werden zu B a h l i n- g e n, Amtsbezirk Emmendinge», sowie zu Feudenheim, Amts- bezirk Mannheim, Reichs-Telegraphen-Stationen mit beschränktem Ta- geSdienste eröffnet. 8 Heidelberg, 26. Juni. Vorgestern wurde wieder eine Generalversammlung der Mtglieder des Konsumvereins abgehalten, in welcher der schon längst erwartete Rechenschaftsbericht endlich erstattet werden konnte. Nach der Darstellung des Vorstandes wäre der Stand des Unternehmens, wenn auch keineswegs glänzend, so doch erheblich bester als die Mehrzahl der Mitglieder nach den bisher laut gewordenen Mittheilungen erwartet haben mochte, weßhalb denn auch der vorgelcgte Rechenschaftsbericht genehmigt und dem Verwaltungsrath die gewünschte Decharge ertheilt wurde. Der Umsatz während der vom Berichte umfaßten Zeit vom Oktober 1873 bi» März 1875 betrug etwa 57,OM st., wobei sich ein Reingewinn von beiläufig 2000 st. ergab, so daß immerhin noch eine Dividende von 1'/§ Proz. zur Vertheilung kommen soll. Da von vorgenanntem Umsatz etwa 30,OM fl. auf die Lieferanten kommen, welche an Vereinsmitglieder gegen Marken verkauft haben, und da somit der Jahresumsatz im eigenen Vereinsladen nur 18,OM fl. erreicht, so findet man die unter den Aktiven aufgeführtcn Waarenvoräthe im Werth von 11,OM fl. allgemein etwas zu groß. Jedenfalls wird .sich für den neu gewählten VerwaltungSrath reichliche Gelegenheit zu reformatorischer Thätigkeil hinsichtlich deS Geschäftsbetriebs bieten und auch benützt werden müssen, wenn nicht über kurz oder lang der Verein sich in der gleichen Lage befinden soll, wie derjenige in Mannheim. — In der heutigen Sitzung des BürgerauSschusscS wurde eine sehr animirte Debatte über die projektirte Anlage eines freien Platzes an der neuen Bergheimer Straße geführt. Die Sache wurde schließlich wieder an den Stadtrath zurückgegeben behuss bestimmter weiterer Antragstellung. — In der weiteren Angelegenheit eines zweiten Beigeordneten erklärte sich die Versammlung des Bürgeransschuffcs für einverstanden damit, daß zunächst von der Anstellung und Wahl eines solchen gänzlich abgesehen werde. — In den Geschäftsräumen des »Pfälzer Boten" wurde vorgestern Mittag durch Hrn. Oberamtsrichter Süpfle in Begleitung deS Polizeikommissärs eine Haussuchung vorgenommen, da die Staatsanwaltschaft wegen einer in Nr. 70 deS genannten Blattes erschienenen Korrespondenz aus Freiburg, worin die Verhaftung eines Neupricsters in einer gegen ZA 110 und 111 deS R.Str.G.B. verstoßenden Weise geschildert war, einen auf vier Monate Gefängniß lautenden Strafantrag gestellt hat. A Mannheim, 27. Juni. Die Reichsbank hat unterm Gestrigen ein HauS für die hier zu errichtende Bankfiliale gekauft, daS vormals gräflich Jngelheim'sche Haus in li. 2 Nr. 3, und zwar um den Kaufpreis von, wie wir hören, IM,MO fl.; das Gebäude ist ein sehr stattliches und durch die Lage im Mittelpunkte der Stadt sehr zu diesem Zweck geeignetes. — Was die Reduktion des Aktienkapitals der Badischen Bank betrifft, so hat sich der Aufsichtsrath der Bank bereits mit der Bitte um Genehmigung dieses Vorhabens an Großh. Regierung gewendet. Nach einer anscheinend offiziösen Mittheilung liegen die Motive zu diesem Schritte lediglich in der bevorstehenden Errichtung zweier Reichsbank-Filialen im Großherzogthum und in der Wahrung der Interessen der Aktionäre. — An derselben Stelle des Stadtgrabens, an der jüngst eine hochbetagte Frau nur sehr mühsam vom Ertrinken gerettet werden konnte, ist vorgestern beim Spielen der neunjährige Knabe einer braven Familie ertrunken. Die Wandungen des Grabens sind dort wie an andern Stellen so baufällig, daß eine außerordentlich strenge Aussicht erforderlich ist, wenn weiteren Unfällen nachhaltig vorgebeugt werden soll. — Außer den nach unserem Berichte beim Keller ei nstnrz auf dem Feld- schlüßchen (Brauerei Stark über dem Neckar) Verunglückten sind noch 3 oder 4 weitere Arbeiter, aber glücklicher Weise nur leicht, verletzt worden. Ob die jüngste regnerische Witterung oder Fehler im Bau dar Unglück veranlaßt haben, wird durch die eingeleitete Untersuchung ermittelt werden. 2s. Mannheim, 27. Juni. Zwei volle Tage war daS Schwur. Sericht mit der Anklage gegen zwei hiesige, zum Betrieb von Kommissionsgeschäften in Landesprodukten associrte Handelsleute wegen Bankerott-, und gegen den Einen überdies wegen Betrugs »nd Wechselfälschung beschäftigt. Der Aeltere, Onkel deS an. der« Angeklagten, Bäcker von Gewerbe und gut beleumundet, wurde von der Anklage deS einfachen «ankerotts freigesprochen, da ihm offen- dar jede Qualifikation als Kaufmann abging. Der Neffe, der wenigstens alle schlimmen Praktiken des Handels in sich aufgenommen zu h-ben scheint, wenn ihm anch die rechte kaufmännische Bildung fehlte, wurde der mangelhaften Buchführung mit der Absicht, seine Gläubiger ju benachtheiligen, für schuldig befunden. Er betrieb unter der gar nicht «ingetragenen Gesellschaftsstrma eine große Wechselreiterei und konnte in der Gant nur mit vieler Mühe ein Statu- erzielt werden, der gegenüber 24,OM fl. Aktiva (darunter 22,OM fl. zweifelhafte Forderungen) 4L,800 fl. Schulden ausweiSt. Außerdem wurde er schuldig erkannt, einen mit ihm in Geschäftsverbindung stehenden Müller durch bezügliche Vorspiegelungen zu Ueberlassung eines Wechselrechts über 830 fl. verleitet, und ein Blancoaccept über 200 fl., welche- ihm eine in großer Geldverlegenheit befindliche und auf daS Schnödeste von ihm bewucherte hiesige Hausbesitzerin (als Quittung über eine empfangen« ! Teilzahlung) behändigt hatte, durch Erhöhung der Wechselsumme auf i 1200 fl. gefälscht and in Umlauf gesetzt zu haben. Dieser Angeklagte Samuel SinSheimer aus Kleinbischofsheim, wurde wegen betrüge ri sch e n Ba n k er o t tS, Betrugs und Urkundenfälschung zu 2 Jahren 4 Monat Zuchthausstrafe und 3 Jahren Ehrenverlust verurtheilt. "Baden, 27. Juni. Die Saison-Chronik des „B.-Vl." berichtet : Die ReunionS-Bälle haben am 24. Juni besonders glücklich begonnen. Während erfahrung-mäßig der erste Ball gewöhnlich sehr spärlich besucht zu sein Pflegt, war die diesmalige erste Neunion so außerordentlich stark frequentirt, wie in der hohen Saison. ES waren zwar, wie immer, mehr Tänzerinen als Tänzer, und viel mehr Zuschauer als Tanzende da; aber der Ball kam doch in flotten Gang und dauerte bis nach 11 Uhr. Dieser Erfolg hat bewiesen, daß der Zeitpunkt zur Eröffnung der Reunions gut gewählt war und hierdurch in der Thai einem Wunsche der Gesellschaft entgegen gekommen ward. Die ReunionS werden nun regelmäßig an den Samstagen fortgesetzt. Die nächste ist Samstag den 3. Juli. * Konstanz, 27. Juni. Der „Oberbad. Grenzb." meldet durch ein Extrablatt: Vor dem hiesigen Schwurgericht kam gestern die Anklage gegen Pfarrer Johann Martin Schleyer von Krumbach wegen öffentlicher Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten und Kanzelmiß- branchs zur Verhandlung. Herr Schleyer hatte nämlich in einer seiner Predigten seine Zuhörer aufgefordert, sie sollten, wenn je die Altkatholiken sich an ihre Kirche wagen wollten, die Räuber mit Sensen, Dreschflegeln und Mistgabeln empfangen und sie todtschlagen; er selbst würde sich an ihre Spitze stellen rc. In einem spätern Kanzelvor- trage bediente sich der Angeklagte unter anderen Schmähungen über die Altkatholiken auch des Ausdrucks: diese seien zu nichts gut als zu Pflastersteinen, um die Hölle damit zu besetzen. Herr Schleyer wurde in gestriger Sitzung, die bis spät in die Nacht andauerte, von den Geschwornen für sch ul digsbefunden, und deßhalb vom Gerichtshof zu 4 Monaten Festung und in die Kosten verurtheilt. Vermischte Nachrichten. — Metz, 23. Juni. Der „Nat.-Ztg." wird berichtet: Aus eigen- thümliche Weise wurde man hier der Person eines von einem französischen Polizeikommissär speziell gedungenen Spions habhaft. Ein nach Mainz adresstrter, aber wegen llnbestellbarkeit daselbst hierher zurückgekommener Brief wurde vorschriftsmäßig, um die Person des Absenders zu ermitteln, eröffnet. Er enthielt 250 Franken mit einem Schreiben des genannten PolizeikommiffärS an einen gewissen L. aus Lothringen. In demselben wurde L. aufgefordert, sich nach Mainz zu begeben, sich dort zu etabliren, zu heirathen rc. und dem Absender regelmäßige und genaue Berichte über den Stand und die Bewegun- gen der Truppen in Mainz, sowie über die Festungswerke dortselbst zu erstatten. Als Lohn wurden ihm, wie bisher, monatlich 250 Franken übersandt. Die beigeschloffene Summe trug diesen Charakter. Als der gedungene Spion L. diesen Brief aus hiesiger Postanstalt abholen wollte, wurde er sofort festgenommen und dem Untersuchungsgerichle übergeben. Voraussichtlich wird diese Sache vor das Kriegsgericht zu Straßburg zur Verhandlung verwiesen werden. s- Benthen, 26. Juni. Von dem hiesigen Schwurgericht ist ge- stern nach fünftägiger Verhandlung der Schlosscrgeselle P i st u l k a welcher im November 1873 auf dem Transport zur Schwurgerichts- Sitzung entsprang und seitdem eine ganze Reihe schwerer Verbrechen verübte, in allen unter Anklage gestellten Fällen für schuldig erkannt und darauf vom Gerichtshöfe wegen Raubmordes zum Tod verurtheilt worden. — Paris, 26. Juni. Der offiziöse „Moniteur" sagt: „Die äußere politische Lage ist sehr ruhig und friedlich geworden; daS ist ein Grand für die deutsche wie für die französische Presse, Alles zu vermeiden, was Empfindlichkeit in beiden Ländern erregen könnte. Aus diesem Grunde sehen wir uns veranlaßt, zwei Nachrichten zu widerlegen. DaS französische Journal „L'Jllustrativn" erzählt in seiner Nummer vom 19. Juni, daß zwei deutsche Ingenieur- offiziere, als Arbeiter verkleidet, im Festungsrayon von Belfort abgefaßt und zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden seien. An dieser Nachricht ist kein wahres Wort. Das „Franks. Journ." meldet, daß bei Mainz zwei französische Jngenieurosfiziere abgesaßt worden seien, während sie Pläne gezeichnet hätten. Diese Nachricht ist eben so falsch, wie die erste. L'Jullustration hatte ihre Erzählung mit einer Zeichnung verschönert, worin die Verhaftung der beiden deutschen Offiziere abzebildet war. /x Paris, 26. Juni. Die Nachrichten aus den überschwemmten Gegenden lauten heute etwas bester. Die Garonne war gestern Abend nahezu in ihr Bett zurückgetreten und der Eisenbahn- Verkehr zwischen Toulouse und Agen ist wieder hergestellt. Dagegen steht jetzt das untere Becken der Garonne, so namentlich das Arrondissement le Röole unter Master. In dem Departement Lot - et - Garonne wäre der angerichtete Schaden ganz unermeßlich; so sind in dem Städtchen M »issac 170 und inLaMagistöre fünfzig Häu- ser zerstört und unweit davon das ganze Dorf Golsich mit Ausnahme von nur vier Häusern vernichtet. In dieser Gegend allein schätzt man die Zahl der Ertrunkenen aus vierzig. In Tar b e S find der Menschenleben nur wenige zu beklagen, aber der materielle Schaden soll auch dort enorm sein. Uuter Anderem steht das Arsenal dieser Stadt unter Master. In Bagutzres-de-Bigorre wurden drei Fabriken fortgeschwemmt und die Straßen zwischen dem Badorte und Lotteret» und Baröge find an verschiedenen Punkten durchbrochen. Die Thäler von Luz und Argeläs haben ebenfalls viel gelitten. Eine eben aus der Bretagne in Lourdes eingetroffene Pilgerschar ist durch die Unterbrechung der Kommunikationen gezwungen, ihren Aufenthalt an diesem Snadenorte zu verlängern. Alles in Allem find sieben Departements von den Ueberschwemmungen bettoffen, nämlich: Haute-Gar- ronne, Lot-et-Garonne, Tern-et-Garonne, Ariege, GerS, HauteS-Py- rönöes und Baffes-Pyrönses. Nachschrift. ff Köln, 27. Juni. Bestem Abend gegen 7 Uhr traf der Kultusminister i-r. Falk mit dem Zug von Brühl hier ein und wurde auf dem Bahnhof von den Spitzen der Behörden empfangen. Das aus dem Perron und vor dem Bahnhof zahlreich versammelte Publikum begrüßte den Minister mit lebhaften Hochrufen. Am späteren Abend fand ein großer Fackelzug der Kölner Bürgerschaft statt, an dem über 3000 Personen Theil nahmen. Die Straßen waren vielfach beflaggt. Der Kölner Männcrgesang-Verein brachte ! dem Minister im Regierungsgebäude eine Serenade. Als ! der Fackelzug unter beständigen Hochrufen vorbeidefilirt war und sich vor dem Regierungsgebäude ausgestellt hatte, wurde der Minister von einer Deputation begrüßt. Der Führer derselben, Stadtverordneter Hampsohn, hielt eine Ansprache, in welcher er dem Minister den Dank der Stadt für dessen Wirksamkeit für die Wissenschaft und religiöse Toleranz aussprach und im Namen der Bürgerschaft die Versicherung gab, daß ihr Wahlspruch stets sein werde: „Treu dem Reiche und dem Baterlande". Der Minister dankte in bewegten Worten und hob namentlich hervor, daß er hier den Kern der Kölner Bürgerschaft vor sich sehe. Indem er sich die Be, strebungen der hier vertretenen Vereine vergegenwärtige, werde ihm Stärkung und neue Kraft zu Theil. Der Eindruck werde ihm unvergeßlich sein und er fordere auf zu einem „Alaaf Coeln". Die Rede des Ministers wurde mit stürmischen Hochrufen aufzenommm. f Eger, 28. Juni. Der Kaiser von Oesterreich ist heute um 6'z Uhr früh hier eingetroffen. Bei der kurz darauf erfolgten Ankunft des Kaisers vonRußland umarmten und Wßten sich die Monarchen wiederholt herzlichst. Nach Besichtigung der Ehrenkompagnie und Vorstellung der Suiten zogen sich Ihre Majestäten in den Wartesalon zurück und reisten um 9',z Uhr gemeinschaftlich in der Richtung nach Kommotau ab. London, 26. Juni. (Köln. Ztg.) Die radikalen Parlamentsmitglieder erklären sich zum größten Theil mit den vom Minister des Innern eingebrachten Vorlagen, betreffend die Arbeitergesetze, so weit einverstanden, daß sie dieselben in den wesentlichen Bestandtheilen unterstützen können. Sieht also die Regierung auf diesem Gebiete ziemlich freies Feld vor sich, so wollen ihr dafür die Homeruler den Weg zur raschen Erledigung der Geschäfte wieder einmal durch eine irische Debatte verlegen; sie sind gegenwärtig in Beratung, um noch in dieser Session einen Autonomieantrag für Irland zu stellen. Frankfurter Kurszettel. (Die fettgttwnckten Kurse find vom 28., die übrigen vom 26. Juni.) Staatspapiere. Preußen 4'/, »^Obligationen lOb-j^ Baden 5"/„ Obligationen 104-/« . 4<»,'. . 101 . . 98-/, . 3'/,»/,Oblig.v.184S 93 V« Bayern 4'/,°/, Obligationen 101'/, » 4»/, Württemberg S»/, Obligat. . 4'/-°/« . Nassau 4 <>/o Oblmationen Gr. Heften 4»/, Obligation. Oest. S»/, Silberreute Zins 4 -/,°,, S°/o Papierreut« Zins 4-,,i/, 96 101-/I 97 98 99-/, 69',, 64'/« Luxem- 4«/Ml.i.Fr.ä2Skr. 95-/, bürg 4°/o . i.Thl.L105kr. 95-/, Rußland S»/oObkgat.v.1870 ü 12. — , do. von 1871 103»/, . do. von 1872 — Schweden 4),,°,, do. i. THIr. 99»,z Schweiz 4 >/,lY„Bern.Sttsobl. — «.-Amerika BondS 188Srv.L8«rr 99 . ««/» dto 188Sr von 18SS 102-/. . 5-j, dto. ISSSr v. 1864) 99',, mische 18 ' Rente 105 Aktie« u«d Prioritäten. Badische Bank Franks. Bankverl» Deutsche BereinSbauk Provinzialdiskouto Darmstcidter Bank Oestcrr. Skatioualbanl Württemberg. BereinSbauk Ocsterr. Kredit-Aktie« Mitt.deutschKreditbank Rheinische Kreditbank Basler Bankverein Brüsseler Bank Berliner Bankverein Stuttgarter Bank Deutsche Effektcubaeck Ostr -deutsche Bank 4-/,«/,bayr.Ostb. »LOO fl. 4»/r«,'g psälz.Maxbahn SOOfl. 40/0 Hess. Ludwigsbahn SO,0/0 Oberheff. Eisnb.350fl. kßb/g östr. Krz.StnatSb. „ Süd Lombard. 5°/, „ Nordtvrstb.-A. S»,„Elisab.Eisab. L200^ S«/,Siud.-Eisenb. 2. E.200j S»,.BHHm.Westb.-». 200fl. sU FrzLos.Eisenbah« Galizwr 108 71 77 1S6-H 854 119 195-,« 82'/, 86 74^ 85'/, 105',, 78-,, 115-,, 115',« 102 '/, 73'/. 249',. 83 132 158-,. 119 170 142-,. 209'/. S»/^RSHr.Srmzb.-Pr. i. V. S«,„Bshm.Westb.-Pr.i.«ilb. S°Mi,ab.B.-Pr.i.S. I.Em. S"/o dto. , LEm. 5°/, dto. stcurrfr. neue , 5»/, do. (Neumarkt-Ried) 5»/„Donau-Drau 5°,vFrz. Jos.-Prior. 5f,oKronpr.Rud.-Pr.v.67/68 S"/gKronpr.Rud.-Pr. v.1869 5-j.östr.Nrdwstb.P.i.S. 5'/, . , 1-it.ö. Vorarlberger 5°/,,Ungcir.Osib.-Prior. i.S. 5-,„Ungar. Nordostb.-Prior. S»/„Ungar.-Galiz. Ungar. Eis.-Anl. b»/„östr.Süd-Loinb.-Pr.i.! 8»,«bstr.Siid-Lomb.-s 5»,«öst-rr.Staatsb.-Pr. S»,,8sterr.Staatsb.-Pr. 3°/„Lworn.Pr., im. v.» av. S»/, Rheinhche Hypothekenbank-Pfandbrief« ^ /2 ,6 a 6«/, Pacific Central «»/, South Miffmri 87. 83',, 85-,. 63-/, 88 76-/. 75',, 85-,. «S'j. 68 59-/. 63V, 76-/, 79'/- 46-/, 97',, 62'/, 39'/, 101 '/, 98-,, 86 V. 61',- Aulehensloose uud Prämienanleihe«. Eöln-Mindenrr 100-Lhaler- Loose IM'/, Bayr. 4»/, PrSmiea-Anl. 119',. Badische 4«/, dto. 117-/, . SS-fl.-Loose . . Braunschw. S0-Thlr.-8»ose 74.60 Großh. Hessisch« SO-fl.-Lsoft 600 . . 25-sl.- . 126.- «nSbach-Gmrzenhans. Loose 25-/. Oeftr.4^SS0siL»«f«,.iS54 . »"joSOOfl.- . »U86V , 10ö-fi.-L»»s« 1864 Ungar. Staatsloose 100 fl. 170.50 Wechselkurse, «old «nd Silber. 205.80! HollSnd.1v-fl.-St. Mk. 16Z5-R Paris - -- - !«S. 4-/, 31.30, Ducatm . Wie«1»«fl.oftt'W.4V,»/, 182.8 0^ ««-Franrs-St. ^ ML" Preuß.FriÄrichsd'«r Mk. — j Dollars in Gold Pistolen » 16.60—65s Dollarcoupon Tendenz: matt. 9.60-65 16.27—31 2VL2—57 16.80-85 4.1S—22 Berliner Börse. 28. Juni. «re»tt»kü-n SS4.—. SttttSbichn 501.—, Lombarde» 172.—, DlSc. Lommandit 153.75. Tendenz' ziem- lrch fest. ° ° Wiener Börse. 28. Jn«i. Krrditcküm 218.25, Lombarden 9^-75, «nglodank 115.— , Umonbauk . NapoleanSd'or 8.87'/,. LendexH: schwach. * Weitere HandelSnachrichte» in der Beilage Seite II. Verantwortlicher Redakteur: Paul «retzschmar in Karlsruhe. T.S54. ^ II und Bi Todesanzeige T.265. Rastatt. Meinen Verwandten, Freunden Bekannten widme ich schmerzerfüllt die Nachricht, daß mir heute früh 2 Uhr meine liebe Frau Josefiue, geb Virnstill, nach längerer Erkrankung durch den Tod entrissen worden ist. Ich bitte für mich, mein Kind und meine Schwiegermutter um stille Theilnahme. Rastatt, den 28. Juni 1875. Albert Stigler, Rechtsanwalt. R.797.3. Unterzeichnete empfiehlt die ihr von der Plankamwer de» großen Gene- ralstabe» in Berlin zum Debit übergebenen Sorten von Baden: Topographischer Atlas in 55 Blatt. Maßstab 1:50,000. Preis L Blatt : 1 M. 75. Uebersichtskarte in 6 Bl. Maßstab 1:200,000. Preis ä Blatt: 1 Mk. Geueralkarte mit Gebirge in einemBlatt. Maßstab 1:400,000. Preis 3 M. 50. -ohne Gebirge in einemBlatt. 1:400,001. Preis 1 M. 75. Karlsruhe. G. Braun'sche Hofbuchhdlg. 'I.2S7.1. Lurlarnirs. 14 V»K«. Mt Oenekwizni!? 8r. L. 8. äes Orvoolrsrrogs im Aaak« k> 1 ki 8 tLll 88 lk!IlM 8 11^ Lesonäers ksrvorrnZsoä: Otto v. V ad er «In nur: »blntvaiknung äer kraor. (,'nvallerie dsi 3eäs>n«. — ^.ut viel- ositigen Vsnnsed: »ttexävn's IVal- küren». ILgliod von 9—ISn. v, 2—7 lldr. Lntröe: SO klenmge; Sonntags S0 ktze. Texte gratis. Müderes äis klaeats. T25.3. Nr, 1695. Wald »Hut. Industrielehrerinstelle zu besetzen An der Bolkrsch-.!: der Stadt WaldShut ist die Stelle einer Jndustritlrhr-rin bi» aus I. Oktober d I. neu zu besetzen. Der An- fangSgehall beträgt 600 Mark jährlich bei S4— 26 wöchentlichen Ur.terriqtSstunden. Bewerberinnen, wi lche jedenfalls in der neuen methodischen UnierrichtLertheiluig, wie fie in dem vom badischen Frauenvereine eingerichteten Lehlku, je gelehrt wird, und bereit» seit 6 Jahren h,er eingejiihi t ist, ausgebildet sein müssen, wollen urrier Einsendung der zum Nachweise ihrer Ausbildung , oder bereit» stattgehabtec Lehrtätigkeit und ihres Leumundes dienenden Zeug Nisse an unleisertigte Stelle bi» IS. Juli d. I. ihre selbst gefertigten schriftlichen Gesuche unter Angabe der persönlichen Verhältnisse richten. WalbShi t, den 8. Juri 1375. Der Äewemderath. G. Strauvhaar. _ eint, Rathschrbr. L.193.2. Karlsruhe. Anzeige Ich habe meinen Wohnsitz hierher ver- legr und werde die Ausübung der Gesammt- heitkmr! e hier fo-.lsetzen. Meine Wohnung brfindrt sich ErdvrtL^rnßraßr Älr. L. Karlsruhe, Sen 2l. Jun> 1875. M«tr, prakt. Arzt, Wund- und Hcbarzt. '""Anzeige. Unterzeichneter har sich hier al» Anwalt niedergelassen. Karlsruhe, Langrstraße Nr. 213. __IZr tttuiu. Für Gemeinden. T.2S9.1. E n militärsreiec junger Mann, wetcher im GeweindeiechrisngSwesen und Gemeindeverwaltulig» Ge'chöflkN durchau» bewandert ist, sucht irgend in einer Gemeinde de» Lande» Anstellung. Gute Zeugnisse stehen zur Setre. Off. unter Nr. 100 besorgt die Expedit- on diese» Bl. _ Stellen-Anträge. T.267. G:>ucht werden: 1 Hotclkücheu- beschiießerm, 1 Putz- b ilerin, 1 Ladenjuag- fer, welche srai z. sprecht und in der Papier-, Schreib- usv .«unSwaarcn-Handluug gewandt ist, 2 deutsche Bonnen nach Pan», 1 Hotelköchin. bürgerlich: Köchinnen, Kellnerinnen und gewöhnliche Dienstmädchen. Anträgen, mit Zeugmffl» versehen, sieht entgegen I. Müller. Plac rnngi-Bareau, Zährmgerstr. 71 in Karlsruhe. T.262. Eine junge Dome, kathelisch, der franzöfischenSprache mächtig, sucht Stelle al» Erzieherin°b.Gesellschafterin Franco Offerten ch. L. an die Expedition diese» Blatte». M6ini86ll6 LMK686ll86ll3,kt Lg,rl8rull6. General-Bilairz pro 31. Dezember 1874. LeTlvt» fl- kc fl kr. I Kassel, b stand. 8982 41 I. Akiien-Kapital II. Lcibstkvsten d,r eigenen Fabriken und Stein- 50 °,o Einzahlung auf b üch' sammt Zubehör. 607,119 2/ 10,766 Aktien . . fl. 1,884,050. — Ili Selbstkosten der fertigen und im Bau begriffe- 40 */o Emzadlung auf neu Gebäude. 1312470 04 406 Aktien .... 56,810. — 1 940 890 IV. Kaufpreis der Bau-Areale. 792,689 35 ! 11. Aufgenommene Anlchen ...... Hl'441 11 V. Zr.vei.tarien und vorräthige Baumaterialien . 205,371 12 III. KaufsckillingSreste auf Liegenschaften.... 529 891 01 VI Betheiligusg lei fremdere Unternehmungen. . 40,000 — IV. Conlo-Corrent-Creditoren. 100 852 49 VII. Diverse Debitoren . 375 007 52 V. Diverse Creditoren. 122,112 47 VI. Abschreibungs-Conto .. 40,000 VII. Dividenden - Conto.. . 4,860 24 ' VIII. Gewinn-Saldo-Vortrag vom vorige.; Javr.... fl. 22). 13 Gewinn pro 1874 . . . 31,316. 26 31 542 39 3,341.640 51 3,341,'>40 51 Soll Gewinn- und Verlrik-Conto pro 31. Dezember 1871 Haben. fl- kr. st- kr. General-Unkosten ... . 1,869 52 Uebert'ag aus dem rorigen Jair .... 226 13 Geschäfts-Unkosten . 19.612 13 Letriebs-Ecgebniß der geweiblichen Etablisse- Zinsen. 34,654 — ments und des JmmobliengeschäflS . . . 48,960 56 Gewinn Saldo. 31.542 39 Gewinn an Bauten für fremde Rechnung . . 24,422 24 -- Mieth-Erträgnisse. 11,669 11 — —^ ' Dividende aus Betheiligring b i fremden Unter- — nehmiinqen.. . 2.400 — 87.678 44 87,678 44 T.268. Karlsruhe. Gräflich Mningen-Neudenlm Änlehen. Die per 1. Juli a. o. fälligen Coupon» «den genannten Lnlehen» werden von heute an an unserer Kaffe eingelSSt. Zugleich machen wir daraus ausmerksam, daß die Obligationen Nr. 133, 149 ... L fl. 100. — „ 64, 48 . . . „ „ 500. — de» gleichen Anlehen» zur Rückzahlung auf den 1. Juli a. v. gezogen wurden und deren Verzinsung von diesem Tage an anfhört. Karlsruhe, de» 28. Juni 1875. G. Müller Sk C«l T.22S. 2. Ossenburg. Lottem-GewiMste-Bersteigerung. Nochoerzeichnete, bi» heute noch nicht abverlaugte Gewinnst- der Osft»b»rger Juni-Markt Lotterie, und zwar: LsoS-Nro. 393. Gewinn Nro. 27, Eine rothscheckige Kalbin, 9719, „ „ 34, . rothe Kuh, 2723, „ „ 44, ein Bernerwägelchen, 887, „ „ 66, „ Rübknschnitzer, 1615, „ „ 73, , cowpletes Pferdgeschirr werden den VerloosungS-Bestimmungen zufolge am Donnerstag den 1. Juli d. I.» Vormittags 1« Uhr, vor dem Gasthaus zur Alten Psalz (E. Weil) hier, öffentlich meistbietend, gegen Baarzablung versteigert. Offeribnrg, den 24. Juni 1875. Die Markt-Commisfion. Heidelberg. T.199. 3. Dieses ganz neu erbaute, in nächster Nähe der Bahnhöfe gelegene Gasthaus II. Ranges empfiehlt sich unter Zusicherung freundlicher und pünktlicher Bedienung bei sehr mäßigen Preisen. — Bougies und Service werden nicht berechnet, Logis von 1 Mark an. Der Eigcnthümer (278 vi) Hs»««!»«« ILuIininiir»«!» HAtvt «»IN in 8ti'Ä88burx (LlE). Unterzeichneter erlaubt sich einem verehrlichen reisenden Publikum ergebenst an- zuzeigen, daß derselbe das ganz ne» wöblirte, mit allem Tomfort «»»gestattete am I. ^oll er übernimmt und wird derselbe bemüht sein, durch ausgezeichnete Küche, galen Keller, aufmerksame Bedienung den altbekannten Ruf de» Gasthauses wiederher- znstellen 90 Zimmer, Speise, Restauration»- und Lesezimmer. Zimmer z«m Preise a Mk. 1 S». — D»I»I« U liüt« Mk. 2 SV. Ft«««, (8.61598.) langjähriger GeschästSsührer T132.5.im Jähringer Kof in M den-Wabes. T.256.1. Gesuch. Ein junger Mann. 17 Jahre alt, der zwei Jahre die Handelsschule besucht und die Lehre testanden hat, sucht unter bescheidenen Ansprüchen eine Stelle, am liebsten in einem Comptoir, da er eine hübsche Schrick führt. Gest. Offerten snb Chiffre 1257 lj befördert die A noncen - Expedition von V» vyt«»-, Fkti- burg i. B. _ T.191.3. Badeu-Badr«. Pferdeverkauf. Zwei Reitpferde, Fuch» und Braunstute, beide achtjährig , eignen sich für OifizierSpferd«, indem fie vor der Front geritten sind Nähere- bei Bereiter Sulz er in Baden-Baden. Zu verkaufen T.224.3. Ein, in einer der größeren Städte in Bail n gebaute» große» Hau» mit vielen Hosränmlichkeitcn, worin seit Jahren (Laden-Lecale) Detril- Äeschäjt mit bestem Erfolg betrieb,» wird, ist zu verlausen. Dasselbe eignet sich,n jedem Geschäftsbetriebe und kann auch leicht in zwei' Theile getrennt werde«. Nur schriftliche Anfrage nimmt die Expedition diese» Blatte» entgegen. 1 IZr ILovIi, § kerlill, 3e!!e-4i!ianee8tr. 4, .beseitigt nach dem bereit» vor Gebricht als bewährt anerkannte» gantipathischeu Kursystem seine» LSjähri- rgen Vater», de» 1)r. meck. Koch, seit 1816 praktischer Arzt in Herrnstadt, Ber- faffer dcr Sur der Cholera re. bei normaler Bildung der betreffende» Organe — schnell sicher und angenehm: Die Folgen der Selbftbesle- ckung (Schwäche, Pollutionen, Weiß floß. Bleichsucht) sowie Blasenleiden geringfügiger Art. »ns» Auswärtige brieflich »nter strengster Discrctio«. liO. Behufs eines letzte» Versuch- Werden dir laut ärztlichem Attest für unheilbar erklärten Patienten beiderlei Geschlechts gratis behandelt. R.329 20. LaukmMii, ein tüchtiger, in den beste» Jahre», l iierheirathrt, der sra«zöfische» Spra- che mächtig und im Bankfache sehr erfahren, ' wünscht seine Stellung zn ändern. Eintritt per September, unter Umständen auch früher. Anerbieten empfängt unter Chiffre 8 Slk« ch die Annonce« - Expedition von «s F^»A- koo» in Ssti'eaaaVme-A. T 240.2. L) T.S27.j2. Lahr. HoL Fahrnißverstei- gcrung. Au» dem Nachlaß de» Herr« T. W. Jamm in Lahr werden in den zur Villa de» Erblasser» dahier gehörigen Räumen am Dienstag 29. Juni d. I. und den daraus folgenden Lagen bi» out Freitag 2. Inli d. I., jeweils Vormittag» '/z9llhr beginnend, gut erhaltene Fahrnisse aller Arr versteigert, und zwar: am Dienstag 29. Juni, Bor-».Nachmittag», und Mtttwoch 30. Iu »i, Vormittag»: 1 eiserner großer Kunstherd, 2Sü- chekästen mit GlaSanffatz, 1 Transchirtisch, reichhaltiges Küchcngejchirr der verschieden- sten An von Holz, Kupser, Eisen, Messing, Porzellan ic.; am Mittwoch 30. Juni, Nachmit- mittag» 2 Uhr: ca. 80 Kistchen feine ächte Havanna Cigarren und einige Tausend Paletchen feine Tigarretten; am Donnerstag 1. Juli: 1 neue» Billard mit umfangreicher Zngehör, 1 kost- barer Zimmerteppich von ca. 50 au»gesuch- ten silbergrauen FochSsellen, Bettstätten mit Stahl-, Pserbhoar- und Seegra-matra- tzea, Kommode, Spieltische, Waschtische, Rachitische, Rohrstühle, gepolst. Stühle, Reisekofser, Reisenecessaire», seine Rastrwes- ser, 1 Doppelstinte, 2 Ptüolen re.; am Freitag 2. Juli: Weißzeug, wollene Decken, einige» Bettzeug und ver- schiedener HauSrath. Lahr, den 24. Juni 1375. Der Waisenrichter Bürgerliche Rechtsflege^ Warnung. S.760. Nr. 16,393. Sarl»ruhe. Die von der Allgemeinen VersorgungSanstalt im Großhrrzoglhum Baden hier unterm 22. Juni 1868 auSgestrllte Police zum Leben»- verstchrruugS-Bertrag Nr. 1211 über ein Kapital von 5000 sl. für Herrn Kaufmann August Juliu» Ziebrrt von Emwenbin gen, z. Zl. in Offenbar», ist in Verlust ge- ratheri. Bor dem Erwerb wird gewarnt. Karl-ruhe, de» 22. Juni 1875. Großh. bad Amtsgericht. Dietz. W. Brunn. Strafrechtspflege. Labungen and Fahndnnge». S.7S0. See».Hl. J.Nr. 1825. Ra- statt. Wider nachgenannte Militärper- sonen 1. vom 3 badischen Jusaoterieregimeut Nr. 111: den Gefreite« Thomas Erdel von Büchenau. Amt» Bruchsal; den Musketier Antan Anker von Forchheim, Amt» Ettlingen; de» Musketier Karl August Sa tz von Psor heim; den Füsilier Christian Bland schun an» Gnwbinen; vom 6. badischen Infanterieregiment Nr. 114: den Musketier Mathias Huigi» anS Weilheim, Oberamr» Bahliugen (Württemberg); vom bad,schen Fuß-Artillerie-Bataillon Nr. 14: de» Kanonier Richard Beck au» Riedliugen (Württemberg); vom S. badischen lDragonerregiment Nr. 21: den Dragoner Vicior Franz Bevert au» Denting (Lothringen); vom Festung? gesängnrß in Rastatt: 1. S. 3. III. 1. IV. 1. den Militärgesaugenen Alfred Wilhelm Stenten an» Düsseldorf — Musketier im 4. Westfälischen In- fanterieregiweat Nr. 17; 2. den Militärgefangenen Hermann KSppen an» Berti» — Trompeter im 2. badischen Feld-Artillerie Regiment Nr. 30 — ist der förmliche DeserlionSprozrß im Lon- tamacialverfahren eröffnet worden. Dieselben werden hiermit uusgefordert, sich innerhalb drei Monaten, spätesten» aber in dem auf Sxrmstag den 30. Oktober 1875, Vormittag» 11 Uhr, in hiesigen Gouvernement»-Gerichtslokale anberaumten Termine zu gestellen, widri- geufall» dieselben nach Abschluß der Untersuchung in eontunmoism für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von 150—3000 Mark »ernrtheilt werden. Rastatt, den 25. Juni 1875. Königl. GouvernementS-Gericht. gez. v. Gayl, gez. Falger, Generallieutenant u. Gouvernement»« Gouverneur. Auditeur. Verwaltungssacheu. Aushebung. T.260. Nr. 3885. Eppiagen. Da» Ober-(Departement»-)Ersatzgeschäst in dem Au»heb»ng»bezirk Eppingen wird am Donnerstag den 29. Juli l. I., Vormittags 8 Uhr, in dem Rathhause dahier »orgenomme«. wo» wir hiermit zur öffentlichen Keuntniß bringen. Eppingen, den 26. Juni 1875. Großh. bad. Bezirksamt. M. Becker. Math,». Verm. Bekanurulachttritzeu. T.253. Nr.5S5I. Karlsruhe. BekannLurachung. Die ledige Amalie Joseph« B rehm von Jesteiten, zur Zeit in Schaffhausen, hat um Erlsubniß nachgesucht, ihren Familiennamen in „Waldvogel" umäuderu z» dürfen. Etwaige Einsprachen gegen die Bewilligung diese» Gesuche» find innerhalb dreier Monate dahier einzureichen. Karlsruhe, den 24. Juni 1875. Ministerium de» Großh. Hause», der Justiz und des AuSwärtigeu. Freydors. * eät.Kratt. T.266. Karlsruhe. Bekanntmachung. Mit dem 1. Juli l. I». werden lirekte Tarifsätze für Steinkohlen von der Saargrubenstation Malstatt nach diesseitigen Stationen in Kraft treten. Einzelne Exemplare de» betreffenden Tarifaachtlag» find bei unseren Güterexpe- bitionen unentgeltlich zu erhalte«. Karlsruhe, den 26. Juni 1875. Generaldirektio« der Großh. Staat».Eisenbahnen. Zimmer. Bayer. T.244. Schern. Bekanntmachung. Zur Ausstellung der Lagerbücher von den Gemarkungen Oedrbach, GicdenSbach und WSldeu, Amtsbezirk Oberkirch, ist Tagsahrt auf Montag den 5. Juli d. I. in da» RathSzimmer zu Oedrbach anbc- raumt. Die Grundeigenthüwer dieser Gemarkungen werden hievon in Kenntniß gesetzt und a»fgesordert, die RechtSbeschaffeaheit ihrer Grundstücke unter Vorlage der darauf bezüglichen Urkunden dem Unterzeichneten in der angegebenen Zeit vorzutragen, Achern, den 25. Juni 1875. Wolff, BezirkSgeometer. Mit einer Belage.) Druck und Verlag der Vra o'jcheu s-,fbsch»rn«kerei.