Beilage zu Nr. 163 -er Karlsruher Zeitung. Mittwoch, 14. Juli L81S. Deutschland. * Berlin, 9. Juli. Die schutzzöllnerische Agitation ist schon längst nicht auf die Eisenbranche beschränkt geblieben. Die „Nat.-Lib. Korresp." nimmt dieselbe heute zum Gegenstände ihres ersten Artikels. Sie schreibt in demselben: Die Schwere der Krise, welche auf der Industrie lastet, macht es allerdings begreiflich, wenn die Bedrückten nach dem ersten besten Mt- .el greifen, welches ihnen Hilfe verspricht. Um so mehr hat aber der ruhige Beobachter die Pflicht, an ihre Besonnenheit zu appelliren und sie z»m ernsten Nachdenken über die Frage zu ersuchen, ob durch die von ihr verlangten Maßregeln das Uebel denn wirklich an der Wurzel gefaßt werde. Wer als Heilmittel für unsere gegenwärtige wirthschast- stche Krankheit den Schutzzoll verlangt, der kann nur von der Ansicht ausgehen, daß die Krankheit eine Folge unserer freihändlerischen Politik, überhaupt unseres ganzen dermaligen WirthschaftssystemS sei; denn man ist nicht bei den Klagen über die Beseitigung der Zölle stehen geblieben, sondern man greift unsere Gewerbe» nnd Arbeiter-Gesetzgebung an und rekurrirt am letzten Ende auch auf die Wirkungen der fünf Milliarden. Nun wird freilich kein Verständiger bestreiten, daß unter de« Einflüsse aller dieser Verhältnisse die Krise sich schlimmer gestaltet haben mag, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre; aber daß die Krise selbst andere, außerhalb der spezifischen Eigenthümlichkeiten unserer Wirthschastspolitik gelegene Ursachen gehabt haben muß, ist doch durch die einfache Thatsache, daß sie nicht eine deutsche, sondern eine Weltkrise ist, unwiderleglich dargethan. Der bekannte Demokrat und Republikaner Karl Vogt hat jüngst in der „Frankfurter Zeitung" eine Parallele zwischen Deutschland und Frankreich gezogen. Nach derselben find die Deutschen durch ihre Siege und den Milliardensegen rein toll geworden; man setzte sich hochmüthig über alle Warnungsrufe hinweg, opferte mit zügelloser Leidenschaft dem Moloch MlitariSmus, verschmähte die ernste Arbeit, stürzte sich in die planlosesten Unternehmungen, und das Ende ist die heutige wirthschaftliche Mistzre. Dagegen die Franzosen! Da ist ein stilles, emsiges, planmäßiges Sichempor- arbeiten, ein Wetteifer aller volkswirthschaftlichen Kräfte, daß eS schon heute kein Zweifel mehr sein kann: materiell ist Frankreich der Sieg verblieben. Dieses Bild macht Hrn. Karl Vogt und seiner etwas absonderlichen Vaterlandsliebe vielleicht alle Ehre; aber es scheint, als ob von seiner Studirstnbe die Berichte der industriellen Organe Frankreichs gänzlich ausgeschlossen seien, denn sonst würde er wissen, daß Frankreich zur Zeit au einer volkswirthschaftlichen Krise leidet, die der unsrigen an Intensität nichts nachgibt. Daß Oesterreich und England unter derselben Kalamität seufzen, ist ebenfalls bekannt. Wie ließe sich also annehmen, daß unser Zollsystem und überhaupt unsere spezifische Wirthschastspolitik die gegenwärtige Lage unserer Industrie verschuldet habe? Wie wenig selbst der Schutzzoll geeignet wäre, vor der Wiederkehr solcher Krisen zu bewahren, beweist das Beispiel der vereinigten Staaten von Nordamerika, welche an einer fast noch stärkeren Erlahmung der wirthschaftlichen Thätigkeit kranken, als die europäischen Staaten. Unser moderner Verkehr hat eben an die Stelle der einzelnen Volkswirthschaften nachgerade eine große Weltwirthschaft gesetzt, gegen welche eine Abschließung schlechterdings unmöglich ist. Somit führt eine ruhige Betrachtung zu dem Resultat, daß in einer Wieder- einführung der Schutzzölle ein durchgreifendes Mittel gegen Krisen wie die heutige nicht gefunden werden kann. Dann verbietet es sich von selbst, einer augenblicklichen Unterstützung einzelner leidender Industriezweige wegen ein System aufzugeben, unter dessen Herrschaft unsere Vollswirthschast, wie doch nicht geläugnet werden kann, zu der höchsten bis jetzt erreichten Blüthe emporgestiegen war. Eher ließe sich freilich die von Eiseninteressenten gestellte Forderung einer Hinausschiebung der Aushebung der noch bestehenden Roheisen-Zölle diskutiren. Praktisch könnte den Freihändlern die Hinausschiebung ziemlich gleichgiltig sein; denn es ist kaum zu erwarten; daß die Preise des Roheisens in Folge der Aushebung noch weiter fallen würden. Alsdann ist die Prolongation aber auch für die Industriellen ohne Praktischen Werth; sie würde vielmehr lediglich die prinzipielle Bedeutung gewinnen, daß durch einen derartigen Akt der Gesetzgebung die Rückkehr zum Schutzzoll- System inaugurirt würde. Und aus diesem Grunde kann jene Forderung nicht erwarten, bei der Majorität des Reichstages eine wohlwollende Berücksichtigung zu finden. L Berlin, 10. Juli. Die Konferenz von technischen Eisenbahn-Beamten, welche unter dem Vorsitz des Geh. Ober-Regierungsrath Strecker während der Tage vom 26. bis 29. April l. I. in dem Reichs-Eisenbahn-Amte hier tagte und sich mit der Vorprüfung eines im Reichs-Eisenbahn-Amte gestellten Entwurfs der Bestimmungen über die Konstruktion und Ausrüstung der Eisenbahnen beschäftigte, war aus folgenden Beamten zusammengesetzt: Im Aufträge des Reichskanzler-Amts wohnte derselben für die Reichs- Eisenbahnen der Eisenbahn-Direktor Funke in Straßburg bei; für die preußischen Staatsbahnen waren deputirt Regierungs- und Baurath Brandhoff und Regierungs- und Baurath Oberdeck vom Handelsministerium; für die preußischen Privatbahnen der Baurath Quascowski von der Berlin- Potsdam-Magdeburger Eisenbahn; von der k. bayerischen Regierung der Oberingenieur F. Mohnier; für die k. sächsische Regierung der Direktionsrath Nowotny; für die k. württembergische Regierung der Baurath Brockmann; für die grvßh. badische Regierung der Oberbaurath Klingel; für die großh. hessische Regierung der Geh. Baurath Lichthammer; für die großh. mecklenburg-schwerinsche Regierung der Eisenbahn-Direktor Jacobi; für die großh. oldenbur- gische Regierung der Geh. Oberbaurath Buresch; für die Herzog!, braunschweigische Regierung der Oberbaurath Scheffler, und außerdem als Chef der Eisenbahn-Abtheilung im großen Generalstabe der Oberstlieutenant Keßler. Die Berathungen des Entwurfs bezogen sich auf die Herstellung normaler Bestimmungen, und zwar 1) auf die Konstruktion der Eisenbahnen, aus der freien Strecke bezüglich des Projektes, der Bauwerke, des Planums, der Spur weite, des Gefällwechsels, der Geleisentfernung, der Trockenlegung des Planums und Beschaffenheit des Bettungsmaterials, der Geleislage, der Form, Beschaffenheit und Befestigung der Schienen , der Tragfähigkeit der Schienen und der Niveauübergänge; ferner aus den Bahnhöfm bezüglich der Länge derselben, der Anordnung der Anlagen und Ausdehnung der Bahnhöfe, der gemeinschaftlichen Bahnhofs-Anlage, der Entfernung der Geleise, der Streichschienen, der Konstruktion der Weichen, Drehscheiben und der Perrons, der inneren Einrichtung der Empsangsgebäude, der Bmnnen, Abtritte und Pissoirs, Rampen, Güterschuppen, Ladekrahne, Lademaß, Brückenwagen, Löschgeräthe, Reinigungsgruben, Lokomotivschuppen und Löschgruben, Wafferstationen und Werk- stätten. 2) Betreffend die Ausrüstung der Eisenbahnen, lieber die Zahl der Betriebsmittel pro Kilometer Bahnlänge; über das Breiten- und Höhenmaß der Betriebsmittel. Ferner bei den Lokomotiven und Tendern bezüglich des Radstandes, der Gewichtsvertheilung bei der Konstruktion, der Kessel, der Laternenstützen, des Führerstandes und der Höhe des Wasserbehälters der Tender. Ferner bei den Personen-, Gepäck- und Güterwagen die Bestimmungen über die Breitenmaße, Höhenmaße, Radstand und die Beschaffenheit der Wagengestelle. Endlich erstreckte sich die Berathung auch noch über gemeinschaftliche Bestimmungen bezüglich der Beschaffenheit des Achslagers, der Tragsedern, der Bremsen, des Gewichtsdrucks, der Zug- und Stoßapparate, der Kuppelung, der Buffer, der Radreifen, der Stellung der Räder, des Spielraums für die Spurkränze, der Raddurchmesser, der Achsstärke, der Achsen und der Schraubensysteme. Diese Konferenz fand mit Rücksicht auf die Reichsverfaffung und deren in den Artikeln des Abschnitts 7 getroffene Vorschriften statt, welche darauf abzielen, eine Einheitlichkeit in den Bau und die Ausrüstung der deutschen Eisenbahnen zu bringen, sowohl im Interesse des allgemeinen Verkehrs als auch in demjenigen der Landesvertheidigung. Anfänglich ging die Absicht dahin, auf dem durch die Reichsverfaffung vorgeschriebenen Wege, durch Gesetz, diese Normen zum Abschluß zu bringen. Die nähere Erwägung hat indessen der Reichsregierung die Ueber- zeugung verschafft, daß es wenigstens vorerst zweckmäßig sein würde, diese Normen, welche sich an praktische Verhältnisse anschließen und mit der fortschreitenden Praxis in engem Kontakt bleiben müssen, nicht im Wege des Gesetzes, sondern im Wege administrativer Anordnung durch den Bundesrath, welche demselben auf Grund des Abschnittes 7 der Reichsverfaffung zustehen würde, in's Leben zu rufen. Würde dieser Weg nicht betreten, so würde den Normen nur ein geringer praktischer Werth beizumessen sein, indem dann der Rahmen so weit zu greifen wäre, daß man für alle Fälle damit ausreichte, wodurch aber wenig oder gar nichts genützt würde. Die Bundesregierungen haben sich auch alle ohne Ausnahme diesem Modus als dem besseren und praktischsten angeschloffen, und nur von einigen Seiten war die Frage aufgeworfen worden, ob es sich nicht empfehlen würde, den Entwurf des Reichs-Eisenbahn-Amtes zunächst dem deutschen Eisenbahn-Verein zur Erörterung zu überlassen. Hievon hat man jedoch Abstand genommen, und zwar namentlich deß- halb, weil dieser Verein vermöge seiner Zusammensetzung nicht in dem Maße die Interessen der Landesvertheidigung in's Auge fassen kann, wie das für Deutschland geschehen kann und muß. * Berliu, 10. Juli. Ueber das „Eisenbahn-Bataillon" schreibt der „Reichs-Anzeiger": Um iw Kriege ein dem Standpunkt der heutigen Verkehrsmittel entsprechendes Verbindungssystem für administrative und operative Zwecke Herstellen zu können, besteht in der deutschen Armee die Einrichtung des Feld-Eisenbahn-Wesens, für welches das Eisenbahn- Bataillon im Frieden den Stamm bildet. Den Organen des Feld- Eisenbahn-WesenS fällt zunächst die Thätigkeit zu, eine möglichst schnelle und genaue Rekognoszirung der zu zerstörenden oder herzustellenden Eisenbahn-Anlagen vorzunehmcn, um darnach einen Ueberblick über den Umfang der auszusührenden Arbeiten, sowie über den Bedarf an Material, Requisiten und Hilfsarbeiten zu gewinnen. Nachdem die betreffenden Dispositionen zur Zerstörung oder Erneuerung einer Bahn getroffen und ausgeführt sind, übernehmen andere Abtheilungen die Jnbetrieberhaltung der neu gewonnenen Bahnstrecken, während die ersteren zu baulichen Arbeiten der weiter vorrückenden Armee folgten. Nach diesem System wurden im Feldzuge von 1886 die Haupt- Eisenbahn-Linien von Sachsen nach Böhmen und die böhmischen Transversalbahnen nicht ohne Ueberwindung großer Schwierigkeiten wieder hergestellt, namentlich die Strecken Reichenberg-KLniginhof, Pardubitz. Brünn, Turnau-Kralup, welche vermöge ihrer das Gebirge und seine Kommunikationen durchziehenden Lage sehr leicht zu unterbrechen gewesen waren. Die in dem genannten Kriege zum ersten Male und mit Erfolg entwickelte organische Thätigkeit ans einem ganz neuen Gebiet des Kriegswesens gründete sich auf die Erfahrungen, welche der amerikanische Krieg an die Hand gegeben hatte. In jenem hatte die Zerstörung wie die Herstellung und Neueinrichtung bei beiden krieg- führenden Parteien einen bis dahin ungekannten Grad von Ausbildung und Vervollkommnung erreicht. Zu den hervorragendsten Leistungen dieser Art gehörten z. B. die Vernichtung der 1800 Fuß langen Teneffee- brücke bei Bridge-Port in 45 Minuten mittelst Bohrer und Feuer, sowie anderseits die in drei Tagen bewirkte Erbauung eines 80 Fuß über dem Wasserspiegel des Potomac liegenden Viaduktes, aus 4 Etagen bestehend, und die Wiederherstellung des fast total von General Lee abgebrannten RapahannockviadukteS in 19 Arbeitsstunden eines Sommertages. Die bedeuisamste Aufgabe, welche im. letzten Kriege gelöst wurde, war der Bau der Metz umg eh end en Verbind ungS bah n von Remilly nach Pont L Mouffon. Die Ausdehnung dieser Strecke betrug ungefähr 5 Meilen, dieselbe wurde in 33 Tagen von 4000 Arbeitern, darunter viele Bergleute aus den benachbarten Saarkohlenwerken, unter der Leitung von 2 Pionierkompagnien fertig gestellt. Eine der schwierigsten Herstellungsarbeiten war diejenige des Tunnels von Nanteuil, dessen westlicher AuSgang in einer Ausdehnung von über 40 Fuß ver- schüttet worden war. Um den Durchstich, den man neu angelegt, solide zu befestigen, bedurfte es ansehnlicher Holzarbeiter:, und als diese unter den Trümmern der einstürzenden Bergmaffen begraben wurden, der Anlage eines die schwierige Stelle umgehenden Schienenstranges. Auch die Wiedereröffnung des Tunnels von Armeutieres be; Meaux, die Reparatur der großen Marnebrücke auf der PariS-Straß- burger Bahn, die Herrichtung von Anstalten zur Ausschiffung und Auf. stellung des ganzen Belagerungsmaterials für den artilleristischen An. griff auf Paris, find technische Leistungen, welche von der umsichtigen Leitung und dem festen und sicheren Jneinondergreifeu dieser Organisation Zeugniß ablegten. Die während des Feldzuges reichlich eingesammelten Erfahrungen über die Nützlichkeit und Unentbehrlichkeit des Feld-Eisenbahn-WesenS wiesen bald nach Beendigung des Kampfes auf die Nothwendigkeit einer zweckmäßigeren Organisation desselben hin und ließen namentlich das Erforderniß erkennen, den technischen Dienst im Felde einer Truppe zu übertragen, welche, lediglich nach militärischen Grundsätzen formirt, schon im Frieden für diesen Beruf ausgebildet wurde. Diesem Zweck entspricht das am 19. Mai 1871 kreirte Eisenbahn- Bataillon, in welchem das für den Krieg erforderliche KonstruktionS- und Betriebspersonal in systematischer Stufenfolge und nach rationeller Methode ausgebildet wird. Dasselbe, im Frieden aus 4 Kompagnien bestehend, rekrutirt sich nach einem bestimmten Professionsverhältniß, in welchen, neben allen Zweigen des Eisenbahn-Wesens, einzelne Handwerker, wie Eisenbahn- Arbeiter, Zimmerleute und Bergleute in größerer Zahl vertreten find. Als einjährig Freiwillige nimmt das Eisenbahn-Bataillon nur Eisenbahnbau- und Maschinentechniker an. Die technische Ausbildung bezieht sich auf praktische Uebungen im Eisenbahn-Kon- struknonswesen, wie z. B. in Herstellung und Zerstörung des Oberbaues nach verschiedenen im In- und Auslande gebräuchlichen Systemen, im Einrichten von Bahnhöfen, im Tunnel-, im Eisenbahn-Brückenbau u. s. w. Um die Offiziere und Mannschaften mit den umfangreicheren und wechselvolleren Verhältnissen des permanenten Bahnbaues vertrant zu machen, hat das Bataillon wiederholt mit größeren Abtheilungen an Eisenbahn-Neubauten bei Staats- und Privatbahnen Theil genommen. In den Jahren 1872 und 73 wurden z. B. von solchen Detachements bei verschiedenen Bahnen 7 bis 9 Meilen Schienenstrecken gebaut und an 12 Bahnhöfen Erweiterungsbauten und Umbauten ausgesührt. Auch hat das Eisenbahn-Bataillon mehrfach Gelegenheit gehabt, bei besonderen Vorkommnissen und Unglücksfällen Staats- und Privat-Eisenbahnen auf deren Ansuchen bei der Wiederherstellung zerstörter Bahnstrecken und Brücken seine Unterstützung zu leihen, und dabei eine seiner Verwendung im Kriege ganz analoge Thätigkeit zu entsalten. Für die praktische Ausbildung im Betriebsdienst ist dix von Berliu nach dem neuen Artillerie-Schießplatz bei Zossen angelegte Militärbahn, welche bei einer Länge von etwas über 6 Meilen drei Bahnhöfe besitzt, bestimmt. Dieselbe gehört ausschließlich dieser Truppe und wird von derselben verwaltet und unterhalten. Durch ihren Betrieb soll ein ausreichender Stamm von technischen und Verwaltungskräften gewonnen werden. Bei einer Mobilmachung gehen aus dem Eisenbahn-Bataillon 6 Eisenbahnbau- und 4 -Betriebs-Kompagnien hervor. Bon den elfteren hat jede eine kleine Trainkolonne mit sich, welche tie zum Bau nöthigen Geräthe und Utensilien auf ihren Wagen sührt. Bon den 4 Betriebskompagnien nimmt jede eine Strecke von 6 bis 9 Meilen in ihre Verwaltung; die von ihnen bei dem weiteren Vorrücken verlassenen Schienenstraßen besetzt die Civil-Eijenbahn-Verwallung um ihrem Personal. In den Eisenbahnbetriebs-Kompagnien sind Zug- führer, Heizer, Telegraphisten, Bahnwärter, Weichensteller, kurz Alles, waS der praktische Eisenbahn-Dienst verlangt, vertreten. Die Augmentation des Bataillons behufs Aufstellung der Mobilformation erfolgt theils durch die aus demselben hervorgegangenen Offiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes, theilS aus sämmtlichen bei den Eisenbahn-Verwaltungen angestellten dienstpflichtigen höheren Technikern Beamten, ständigen Arbeitern, welche zu diesem Zweck als zur Reserve und Landwehr des Bataillons gehörig, in den betreffenden Listen ge- führt werden. Badische Chronik. ^ Mannheim, 11. Juli. Die Turnusausstellung von Sachse'S internationalem Kunstsalon wurde heute im Lokale des Kunstvereins eröffnet und fand ein lebhafter Andrang des Publikums statt. Wenn auch die Sammlung viele Stücke von untergeordnetem Werthe enthält, so sind andererseits auch ganz vortreffliche Bilder geboten, welche den Besuch der Sammlung als sehr lohnend erscheinen lassen. August von Heydcn's Ritt der Walküren, diese kühn Phantastische Glorifikation des deutschen Krieges, bildet den Hauptanziehungspunkt. Wir unterlassen ein näheres Eingehen, da Ihre Stadt bereits Gelegenheit hatte, aus eigener Anschauung diese großartige Schöpfung kennen zu lernen. Außer diesem Hauptflücke möchten wir Oehmichen'S Recon- valesccnten, Sonderland's Siegesdepesche, Pohle's Hochzeitszug, Lang'» Episode auS der Sedanschlacht, Becker's Improvisator besonders hervorheben, wogegen wir dem großen Bilde von Faber du Faur, Entwaffnung der französischen Kavallerie bei Sedan, keinen Geschmack abgewinnen konnten; der wüste Durcheinander der Verzweiflung erscheint als zu realistisch gepackt, uw noch im Bereiche edler Kunst zu bleiben. Hcnrdel «nv Verkehr. R uest.r Frankfurter Kurszettel im Hauptblatt Hl. Seite. Handelsberichte. Berlin, 12. Juli. Schlußbericht. Weizen per Juli 20S.—, per Sep br.-Oktbr. 206 50. Roggen Per Juli 148.50, per Sept.-Okt. ! 5t.50. Rüböl Per Juli-Aug. 59.40. per Septbr. - Oktbr. 60.40. Spiritus loeo 53.70. per Juli-Aug. 53.90, per September-Oktober 55.30. Hafer per Juli IM.—, per Septbr.-Okt. 153.—. Köln, 12. Juli. (Schlußbericht.) Weizen höher, loco hiesiger 21.—, loco kremder 20.50, per Juli 20.90, per Novbr. 21.85. Roggen behauptet, loeo hies. 17.—, per Juli 15.10, per Nov. 15.85. Haler —, loco 19.50, per Juli 17.85, per Novbr. 15.85. Rüböl höher, loa» 32.90, per Oktbr. 32.10. Hamburg, 12. Juli. Schlußbericht. Weizen ruhig, per Juli- August 198 G., per Septbr. - Oktbr. 199 G., Oktbr. - Novbr. 204 G. Roggen behauptet, per Juli-August 152 G., Per Septbr.-Oktbr. 154.— G., per Oktbr.-Novbr. 155.— G. Mainz, 12. Juli. Weizen fest, per Jnli 20.90. per Novbr. 21.70. Roggen fester, per Juli 15.50, Per Novbr. 16.20. Hafer unver., per Juli 17.75, per Novbr. 16.35. Rüböl fester, per Oktbr. 33.-. -f- Paris, 12. Juli. Rüböl per Juli 82 50, Per August 82.50, Per <Äptbr.-Dezbr. 83.—, per Jan.-April 83.50. Spiritus Per Juli 51.20. Per Septbr.-Dezbr. 51.50. Zucker, weißer, Nr. 3 diSp. per Juli 67.70, per Oktbr.-Januar 65.20. Mehl, 8 Mrk., per Juli 59.—, Per August 59.20, per Septbr.-Dezbr. 61.—, per Novbr.-Febr. —.—. Weizen per Juli 26.20, per August 27.—, per Septbr.-Dezbr. 28.20, per Novbr.-Febr. —. Roggen per Juli 18.70, per August 19.—, Per Septbr.-Dezbr. 19-—, Per Novbr^-Febr. -. Amsterdam, 12. Jnü. Weizen loeo höher, per Novbr.'299. Roggen loeo behauptet, Per Juli 182'/z, per Oktober 188'/z. Rüböl loeo 36'^, per Herbst 38'/g, per Dkai 1876 39^/g, Raps loeo —, per Herbst 409. Antwerpen, 10. Juli. Raffin. Petroleum still, blank diSp. frS. M /4 gez, u. Br., per Juli 23>/z bez. u. Br., Septbr. 25'/, bez., 25's, Br., Septbr.-Dezbr. 26 Br., Okt.-Dezbr. 26 bez., 26'/, Br. Amerika». Schmalz still, Marke Wilcox diSp. fl. 353/,. Amerikan. Speck unverändert, lang diSp. frS. 126—127, short diSp. 132. — Wolle behauptet, Umsatz 209 B. La Plata. — Kurz Köln 123.—. ? London, 11. Juli. sCity-Berichtder Woche./ Bei zunehmender Abundanz auf dem Geldmärkte gingen seit Anfang der Woche die Notirimgen des Platzdiskonts sichtbar zurück, und da sich gleichzeitig keine beunruhigenden Vorfälle von Bedeutung ereigneten und fortwährend Geldsendungen zuströmten, so befremdete es Nieman- den, daß am Donnerstag die Bankdirektoren den Zinsfuß von 3'/? auf 3 Proz. ermäßigten. Seitdem sind die Notirungen auf offenem Markte.sofort wieder ansehnlich gewichen, und bestes Papier wird heute 23/,, ja in manchen Fällen noch niedriger diskontirt, während Consols ü 2 Proz. belehnt werden. Im neuen Bankausweise zei?t sich die Rückkehr von ernster Besorgniß zu verhältnißmäßiger Ruhe in einer Verminderung deS Wechselportefeuilles um 4,627,000 Pfd. St. Da gleichzeitig durch die Dividendenzahlungen 4,610,000 Pfd. St. unter Staalsdepostten abgingen, so erfuhr die Lage der Instituts auch von dieser Seite her eine nennenswerthe Besserung. An der Fondsbörse kam die bessere Stimmung des Publikums auf den meisten Gebieten in einer ziemlich starken Hausse zum Durchbruch , doch liefen fortwährendkleinere Baissestöße nebenher, augenscheinlich in Folge des Wunsches zu realisiren. Ueberhaupt ist große Vorsicht noch allenthalben die Losung, und soweit von Kauflust die Rede sein kann, beschränkt sich dieselbe auf Effekten der besseren Klaffen, namentlich seit bekannt wurde, daß die Banken neuerdings ihre Vorschüsse auf Spe- ! kulationsfondS stark einschränken, was bezüglich der bevorstehenden Abrechnung allerlei unbehagliche Erwartungen erzeugt. London, 10. Juli. Kaffee fest. Zucker schwimmend stetiger. Talg loeo 44t/„ per Okt.-Dez. 47 sh. Getreide schwimmend fest. London, 11. Juli. (11 Uhr). TonsolS 943/^, Lomb. 8 '/ 4 , Italiener 70^, Türken 413/,, Amerikaner 103^/g. London, 12. Juli. (2 Uhr). Consols 94'/g, 1885r Amerik. —. London, 12. Juli. Englischer Weizen 1—2, ausländischer 1, Mehl 3 / 4 —I, Hafer und Mais >/, sh. höher. Zufuhren: Weizen 34,099, Gerste 22,190, Hafer 120,474 Q. Liverpool, 12. Juli. Baumwollenmarkt. Umsatz 10,000 Ballen, davon auf Spekulation und Export 2000 Ballen. Preise unverändert. New - D 0 rk, 10. Juli. Goldagio 115'/,. London 4,87*/,. Baumwolle middl. Upland 153/, cS. Petroleum Standard white 11'/, cs. Mehl extra State D.5,40. Rother Frühiahrsweizen D.1,26. Schmalz, Marke Wilcox 13>/z. Speck 11'/«. Baumwoll-Ankünfte in fämmt- lichen Häfen der Union 1000 B., Export nach England 2000 B-, ^ nach dem Continent 1000 B. WitterrmgSbeobachtunge» der meteorologische» Station Karlsruhe. i / Boro- Thermometer Feuch- , ügkeitin Wind. Himmel. Berner kunz. Juli i "E- m 0 . Proc. - s. bew. 12, Mttgs.rupri 753.0 17.8 53 SW. — Nacht« «Uhr! 755.5 12.8 83 „ „ — 13, Mrgs. 7 Uh- 757.0 13.0 83 t- » w. bew. Verantwortlicher Redakteur: Paul Kretzschmar in Karlsruhe. S.959. Gemeinde Nimburg, LmtSgerichtSbezirk Emmendingen. Oeffentliche Aufforderung zur Erneuerung der Einträge von Vorzugs- und Unterpfandsrechten. Diejenigen Personen, zu deren Gunsten Einträge von Vorzugs« oder UntersfandS- rechten länger als dreißig Jahre in den Grund- und UnterpfandSbüchern der Geweinde Nimburg, AmtSgerichtSbezirk Emmendingen, eingeschrieben sind, werden hiermit ans Grund des Gesetzes vom 5. Juni 1860, die Vereinigung der Grund- und Unter- pfandSbücher oetr. (Reg.-Blatt S. 213) und deS Gesetzes vom 23. Januar 1874, di« Mahnungen bei diesen Bereiuigungen betr. (Ges.- ü. Verordn,-Blatt G. 43), anfgefordert, di: Erneuerung derselben bei dem unterfertigten Gewähr- oder Pfandgerichle unter Beobachtung der im s 20 der VollzugSsersrdnung vom 31. Januar 1874 (Ges.- und BerorLn.-Blatt S. 44) vorgrschciebenen Formen nachzusuchen, falls sie noch Ansprüche auf das Fortbestehen dieser Einträge zn haben glauben, und zwar bet Vermeidung deS RechtSnachrheiliS, daß die innerhalb sechs Monaten nach dieser Mahnung nicht erneuerten Einträge werden gestrichen werden. Dabei wird bekannt gemacht, daß ein Lerzeichniß der in;deu Büchern genannter Gemeinde seit/wehr als 30 Jahren eingeschriebenen Einträgen dem Gemeindehause zur Einsicht offen liegt. Nimburg den 10. Juli 1875. Da» Gewehr-.und Pfandzericht. Der BereiniguugS-Kommiffär: Schn e i der, Bürgermeister. Gerber, Rathschreiber. Bürgerliche Rechtspflege. LaduugSvrrfüguogr«. S.954. Nr. 6073. Mannheim. In Sachen deS Philipp Hagenburgcr in Oggersheim, Klägers, gegen Kürschner Heinrich Ganß von Mannheim. z Zt. tm unbekannten Orten ab vesend, Beklagten, Forderung und Arrest betr., hat Kläger durch Anwalt FaaS Klage des Inhalts erhoben: Beklagter schulde ihm aus einem Darleihen vom 20. November 1874 mit 700 fl. noch restliche 500 fi., d. i. 857 Mark 14 Pf . nebst 5 ° , ZmS aus 1200 Mark vom 20. November 1874 bis 1. Januar 1875 und aus 857 Mark 14 Pf. vom 1. Januar 1875 und sei, ohne liegeufchaitlichen Besitz, nun flüchtig. Mit vescheinigung der Hauptsache und der Arrestgründe wird die Verurtheilang der Beklagten zur Zahlung und Arrest auf die rückgelaffeneu Fahruiffe i deS Beklagten beantragt. Hieraus »st der - Arrest verfügt und wird Tagfahrt zu dessen ! Rechtfertigung, sowie zur Verhandlung der 1 Hauptsache anderauwt auf I Donnerstag den 30. Septbr. d. I , - Vormittags 9 Uhr, wovon der Beklagte Nachricht erhält mit dem Anfügen, daß er, wenn er die klägerrschen Ansprüche bestreiten will, unverweilt einen Anwail auszustellen und durch solchen seine Vernehmlafillng auf die Arrestllage vorzu- - tragen har, widrigenS die darin behaupteten j Tharsachen iür zugestanden und alle Einre- , den, namentlich auch dce gegen die Rechtmäßigkeit deS Arrestes, für versäumt und der Arrest für statthaft uno fcn trauernd erklärt würde. UeberdieS wird demselben aujgegi- f den, einen hier rvohuenderr Gewalthaber/ auszustellen, widrigenS alle weiteren Versü- / gungea und Ekkenntniffe mit der gleichen ! Wirkung, wie wenn sie ihm eröffnet wären,, hier angeschlagen werden. / Mannheim, den 7. Juli 1875. / Großh. bad. Kreis- und Hofgericht. Civtlkammer. K. v. S t 0 e s s e r. Ur. Psafs. eftcurliciie Auifordr---ugr». S.922. Nr. 7035. Breisach. In Sachen deS Kapellcnfonks in Sasbach, vertreten durch die karhol. Stif- ' tungtkommisston vou da, gegen unbekannte Dritte, Aufforderung zur Klage betr. Beschluß. Kläger be tzr seit unvordenklichen Zelten folgende Liegenschaften: Die WallsahrtSkapelle und daS -- daran angebaule BruderschastShäuS- cheu auf dem Litzelberge bei SaSbach. Wesen mangelnden Eintrags rm Grund- buch rst eS ungewiß, ob Personen vorhanden find, welche persönliche oder kiv gliche, lehen- rechtliche oder ffoeikommifforische Ansprüche in Bezug auf diese Liegenschaften machen können oder wollen, und eS werden auf klä- gerischen Antrag alle diese Personen gemäß Z 684 ff. der b. P.O. aufgefordert, ihre Ansprüche binnen 2 Monaten hier geltend zu machen, wlorigenfallS solche dem neuen Erwerber gegenüber verloren gehen.. Breisach, den 4. Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. . Mößner. Wertheimer. 5.942. Nr. 14,126. Bruchsal. In Sachen Karl August Wörner Ehe fraa, Elisabetha Susanns, geb. Wörner, von UnteröwiSheim gegen Unbekannte, EigenthllmSrecht betr. Da in Folge der diesseitigen Aufforderung vom 4. März d. I., Nr. 4836, weder dingliche Rechte, noch lehenrechtliche oder fidelkommiffarische Ansprüche an dem dort bezeichneten Grundstück geltend gewacht wurden, sm.werden solcheden neuen Erwerbern gegenüber für erloschen erklärt. Bruchsal, den 6 . Juki 4875. Großh. bad. Amtsgericht. Schätz. S.894. Nr. 3788. Schönau. I. S. Weüdelirr Wuchner von Altenpein gegen unbekannte Berechtigte, Ei zeuch um betr. Beschluß. Nachdem aus die diesseitige Aufforderung vom 13. April d. I, Nc.2196, au die darin aufgesührteaLlkgenschaslen keinerlei der dort genannten Rechte geltend gemacht wurden, weiden solche dem Aufforderungskläger ge- genüber für verloren erklärt. Schönau, den 1. Juli 1875, Großh. bad Amtsgericht. W e i s s e r. Hall. S.893. Nr. 7136- Mosbach. I. S. der Erben deS verlebten PH. Müßig alt von HaßwerSheim gegen Uebekaunte, Aufforderung zur Klage betr. Nachdem auf die diesseitige Aufforderung vom 23. März d. I, Nr. 3l84, keine An- sprüche der in derselben bezeichnten Art an dem dort aufgcführren Grundstück innerhalb der gesetzten Frist geltend gewacht worden find, so werden die etwa doch bestehenden Ansprüche dem Kläger gegenüber als erloschen erklärt. MoSbach, den 6 . Juli 1375. Großh. bad. Amtsgericht. R ü t t i n g - r. S.892. Nr. 4795. Weinheim. Nachdem auf unsere Aufforderung vom 7. Januar d. I, Nr 79, Rechte der dort bezeich- rieten An an daS darin auigesührte Grundstück anher nicht geltend gemacht woroeri find, werter, dieselben dem neuen Erwerber Georg Stöhr von Lützelsachsen gegenüber für erlo/chen erklärt. Weiccheim, den 6 . Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. Diez. -'3 m:i>. 5.943. Nr. 4123. A ch e r n. das Vermögen deS Buchbiuders Josef Ei- jele von ücheru haben wir Garir rikauntz und eS wird nunmehr znm Rich.rgstellungS- nnd Vorzug-verfahren Tagfohrt anberaumt auf Donuerstag den 29. Juli d. I., Vormittags 9 Uhr, ES werden alle Diejenigen, welche au» «»§ immer für einem Grunde Ansprüche «l die Gantmaffe machen wollen, aufgesor- dert, solch« in der angesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung deS Ausschlusses von der Gau-, persönlich »der durch gehörig Bevsllmäch- iigte, schriftlich oder umndlich, anzruneldtu and zugleich ihre etwaigen Vorzugs - oder UnterpfandSrechte zu bezeichnen, sowie ihre S-weiSnrkundeu vorzulegen oder den Beweis durch ander« Beweismittel artzntreteu. In derselben Tagfahrt wird ein Masse- pfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt und ein Borg- oder Nachlaßvergleich versucht werden, und eS werde» in Bezug ans öorgvergleiche nnd Ernennung des Masse» Pfleger- nnd GläubigcranSschufseS die Nicht- erscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Die im Ausland« wohnenden Gläubiger haben längstens bis zu jener Tagfahrt einen dahier wohnenden Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigungen zu bestellen, welche nach den Gesetzen der Partei selbst geschehen sollen, widrigenfalls alle weiteren Verfügungen und Erkenntnisse mit der gleichen Wirkung, wie wenn sie der Partei er- öffnet wären, nnr an dem SitznngSorte dep Gerichts angeschlagen, beziehungsweise denjenigen im Auslände wohnenden Gläubi- gern, bereit Aufenthaltsort bekannt ist, durch die Post zugesendek würden. Achern, den 6 . Juki 1875. Großh. bad. AmiSgericht. Himmel. S.966. Nr. 17,860. Karlsruhe' Gegen Marie, geb, Hestermann, Ehefrau deS Bierbrauers Heinrich Schmidt von hier, haben Mr GaNl erkannt, und zum RichiizstellmtgS - must Vorzug-Verfahren Tagfahrt allberaumt auf Mittwoch den 28. Juli l. I., Vormittags 9 Uhr. ES werden alle Diejenigen , welche Ansprüche an die Ganlmaffe machen, aufgefordert, solche in der Tagfahrt bei Vermeiden deS Ausschlusses sckrifllich ober mündlich anzumelden, etwaige Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, Beweisurkunden vorzulegen oder den Beweis durch andere Beweismittel anzutreten. In derselben Tagsahrt wird ein Masse- pstcger und GlänbigerauSschuß ernannt, ein Borg- oder Nachlaßvergleich versucht und iu Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung deS MaffepflegerS uud GländigerauS- schusseS die Nichterscheincnden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Karlsruhe, den 2. Juli 1875 Großh. bad. Amtsgericht. Eilen. S.951. A.-G.-Nr. 18,013. Pforzheim. Gegen Bijouteriehändler Adolf Roller von hier haben wir unter Bestimmung deS 23. April d. IS. als TagS der Ausbruchs deS Zahlungsunvermögens Gant erkannt und Tagsahrt zum Richtigstellrings- und Vorzugsoersahrea auf Montag den 16. August d. I., Vorm. 9 Uhr, angeordnet. Alle Diejenigen, welche aus WaS immer für einem Grund Ansprüche an die Masse machen wollen, werden ausgesordert, solche in der Tagfahrt bei Vermeidung des Aus schluffeS persönlich oder durch gehörig Be- vollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzu- melden, ihre etwaigen Vorzug- und Unterpfand-rechte genau zu bezeichnen und zugleich die Beweisurkunden vorzulegen oder den Beweis mit andern Beweismitteln anzutreten. In der Tagsahrt soll auch ein Maffepfieger und ein Gläubigerausschuß er- nannt und ein Borg- und Nachlaßocrgleich versucht werden. In Bezug aus Borgver gleich und jene Ernennungen wird der Nichl- erscheinende als der Mehrheit der Erschiene- nen beitretend angesehen. Den Ausländern wird aufgegeben, bis dahin einen im Jnlaude wohnenden Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigungen, welche der Partei selbst geschehen sollen, zu bestellen, widrigenS alle weiteren Verfügungen mit Wirkung der Eröffnung an der Gerichtstafel angeschlagen, bezhw. dgp bekannten Gläubigern durch die Post zugesendet würden. Pforzheim, den 5. Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. I. B u ß. S.925. Nr. 16,922. Freiburg. Die Gant gegen den Nqchlaß deS P Schlosser Hermann F i n ck von Freiburg betreffend. Alle diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen vor und in der heutigen Tagfahrt nicht angemeldet haben, werden hier mit von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Fleiburg, den 2. Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. Gr äff. S.968. Nr. 22,060. Heidelberg. Wird daS gegen daS Bankhaus Gebrüder Zimmern hier, sowie das Privatvermö gen der Fron Sara Zimmern Witwe, geb. Tutp, eingeleitete Gantverfahren anfgehoben. Heidelberg, den 8 . Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. K a h. Berscholleohritsvrrfahre». S. 886 . Nr. 6815. Dur lach. Schu- ster Johannes Bogt und dessen Ehekau, Lhristine, geb. Knobel, von KöuigSbach, sowie deren Kinder Heinrich. Johann, Friedrich und Christine Bogt find im Jahr 1850 nach Amerik, auSgewandelt. Sie ließen seit dieser Zeit nichts mehr von sich hören uud werden deßhalb ausgesordert, binnen Jahresfrist entweder hier zu erscheinen oder Nachricht von sich zu geben, widrigenfalls sie für verschollen erklärt und deren muthmaßliche Erben in den fürsorglichen Besitz deren Ver mögenS gesetzt werden sollen. Durlach, den 5. Juli 1875. Großh bad. Amtsgericht. Gärtner. S.903 Nr 10,298. Rastatt. Karl Zoller von Rastatt, welcher vor ca. Jahren nach Amerika auSgewaudert ist und seither keine Nachricht von sich gegeben hat, wird ausgesordert, binnen Jahresfrist sich zu melden, ansonst er für verschollen erklärt und fein Vermögen feinen rnuth maßlichen Erben in fürsorglichen Lefitz ge- geben würde.- Rastatt, den 5. Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht, v. Weiler. F.Kuhn. Erbkiuwcisrmget» S. 904. Nr. 8562. Schwetzingen. Da auf die diesseitige Aufforderung vom 29. April d.J., Nr. 5416, keine Einsprachen erheben wurden, wird die Wittwe dcS Lamm- wirths Johann ThomaS Hvfmann, Eva Katharina, geborne Klumb, von Seckenheim in den Besitz und die Gewähr der Ver- loffenschast ihres Ehemannes eingewieseu. Schwetzingen, den 6 . Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht. Kiefer. Dietsche. Erbvorladuugea. S.910. Brqchsal. Jakob Göhringer von hier, seit Mehreren Jahren an rrnbe- kannten Orten in Amerika ab vesend, ist zu den VerlaffenschaftSakten auf Ableben seines Oheim», des Kammmachers Karl Wegmann von hier berufen und wird hiemit ausgesordert sich binnendreiMongten o-m heute an gerechnet, zur Empfangnahme seines ErdlheilS bei Unterzeichnetem dahier zu melden, andernfalls die Erbschaft Denen zufiele, denen sie zugekommen wäre, wenn er, der Borgeladene, zur Zeit deS ErbansallS nicht mehr gelebt hätte. Bruchsal, d:n 7. Juli 1875. Großh Notar Kirchgeßner. S.909.1. Nr. 18,089. Heidelberg. Die Gemeinde Ncuenheiiu besitzt seit unvordenklicher Zeitiu ihrer Gemarkung 138 Her- rar 16 Ar 17 Meter Wald, gegen Osten grenzend au die Gemarkung Ziegelhäuser«, gegen Lüden die Ziegelhäuserstraße und das Haarlaßgut, gegen West-.u mehrere Lustößer, gegen Norden die Gemarkung HandschuchS- geim, ohne daß hierüber ErwerbSurkunden eingetragen wäre». ES werde» nun auf /Antrag der Gemeinde Neuenheim alle Die -jenigen, welche in den Grund-und Pfand- büchera nicht eingetragene dingliche Rechte -oder lehenrechtliche oder fideikommifsarische Ansprüche zu haben glauben, ausgefordert, dieselben binnen 2 Monaten bei dem zuständigen Gerichte geltend zu wachen, widrigen- diese Rechte im Verhält- niß zum neuen Erwerberoder UnterpfandS- gläubiger verloren gehen würden. Heidelberg, den 7. Juli 1875. Großh. bad. Amtsgericht: " «ah. " I. HSnriinger. Strafrechtspflege. ürthetlSverkülldnugeu. S.934. Nr. 1933. Freiburg. I. A. S. gegen Franz Bürgenmeier'SEhefrau, Lhristine, geb. HodaPP, von Freiburg, wegen Kuppelei, wird auf gepflogene Hauptverhandlung zu Recht erkannt: „Die Angeklagte Lhristine Bür- gen meier, Ehefrau de» Franz Bürgenmeierdahier, sei der Kuppelei schuldig zu erklären, und deßhalb in eine Gesängnißstr afe von vier Wochen, sowie ra die Kosten deS Strafverfahrens und des UrtheilS- Vvllzirgs zu verurtheileu. V. R. W. Dies wird der flüchtigen Angeklagten hiermit öffentlich bekannt gemacht. So geschehen, Freidurg, den 25. Juni 1875. KreiS- u. Hofgericht, Strafkammer, v. Rotteck. Weber. Bern». Bekauutmachuugen. T.455. Nr. 826. Fr ei bürg. Holzvcrsteigerung. Aus den Domänenwaldnngeri auf der Gemarkung Waldau, Hinterstraß, St. Margen und St. Peter werden mit B 0 rg - srist bis 1. März 1876 öffentlich versteigert am Dienstag den 27. Jnli d. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Gasthau» zur Traube in Waldau: 233 tannene Sägklötze, 51 tannene Bauhölzer, 103 tanuerie Teicheln, 16 Buchenklötze, 3300 tannene Rebstecken (Erdkiemen), 22 Ster tanneneS Rebsteckenholz, sodann 106 Ster Buchen- und 194 Ster Taa- nen-Scheitholz, 36 Ster Buchen- und 107 Ster Tannen Klotzholz, 25 Gier buchene und 8 Sier tannene Rollen nnd 32 Ster gemischte Prügel, nebst dem sich hievon ergebenen Reisig- und Abfallholz. Mittwoch den 28. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Gasthaus zur Krone in S t.M ä r g e n: 185 tannene Sägklötze, 24 tannene Bauhölzer, 19 tannene Tetchettr, 26 buchene Klötze, 25 tauneue Gerüststangen, 5600 tannene Rebstecken (Erdkiemen) und 4 Ster tanneneS Rebsteckenholz; ferner 20 Ster Buchen- und 118 Ster Tannen- Scheitholz, 7 Ster Buchen- und 64 Ster Tannen-Klotzholz, 19 Ster buchene, 52 Ster tannene Rollen und 32 Ster gemischte- Prügelholz, sowie looSweise daS Reistg- und Adfallholz hiervon. Freitag den 30. Juli d. I., Vormittag» 10 Uhr, in dem GasthauS zum Hirschen inSt.Peter: 50 tannene Sägklötze, 9 tannene Bauhölzer, 5 tannene Tercheln, 3 buchene Klötze, 75 tannene Gelüststangen und 5 Ster tan- tieneS Rebsteckenholz, 2'/, Meter lang, 26 Ster Buchen- und 86 Step Tannen- Schenholz, 3 Sler Buchen- und 45 Ster Taimen Klotzholz, 6 Ster Erlen-Scheitholz, 30 Ster Luchen- und 90 Ster Tanlieu- Rollen, 4 Ster erleneS und 35 Srer gemischtes Prügelholz und da» sich hiervon ergebende Absall- und Reistghvlz in Loosen. Die Waldhüter Heilbock in Sl. Margen uud Dold in St. Peter werden auf Verlangen daS Holz »vrzeigeir. Freiburg, dea 9. Juli 1875. Großh. bad. BezirkSforstei. Bach. Druck nnd Verlag der G. Braun'sche» Hafbuchdruckere«.