Karlsruher Zeitung. Dienstag, 18 . Februar. M LL. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 st., vierteljährlich 2 fl., durch di« Post im Großherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückung-gebühr: die gespaltene Petitzeile »der deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1862 Amtlicher Tcheil. Ordensverleihungen. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 29. Januar d. I. gnädigst bewogen gefunden: dem Geheimen Rath Professor vr. Chelins in Heidelberg das Grvßkrruz, und dem kaiserlich königlich österreichischen Baudirektor R u p- pert in Wien das Ritterkreuz mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben unter de« 8. d. M. gnädigst geruht: den Amtsrevisor Blat er in Breiten in gleicher Eigenschaft . nach Bühl, und den Hofgerichts-Kanzlisten Hettich in Bruchsal in den Ruhestand zu versetzen; ferner den Amtöchirurgen Vetter in Waldkirch, vr. Wil- helmi in Baden, vr. Wagemann in Offenburg den Titel als AmtSgcrichtSarzt, und den Amtöchirurgen Keppuer in St. George«, Sulzmann in Philippsburg, Winterhalter in Kenziugen, Gaum in Durlach, Speri in Lörrach, Vowinkel in Weinheim, Bürkel in Grafenhausen, Heck in Acher«, Goller in Kehl, Blas, Theodor, in St. Peter, Alt in Ladenburg, Luschka in Markdorf, Merz in Freiburg, Wittmer in Grießeu, Würth in Borberg, Schellenberger in Walldürn, Julius Blas in Freiburg, Wil- libald in Hüfingen, Roßknecht in Neustadt, Schmidt, Peter, iu Hilzingen, Riggler in Ueberlingen, Galter in Meßkirch, Magny in Wertheim den Titel als Assistenzarzt zu verleihen. ^ Leine Königliche Hoheit der Großherzog habe» Sich unter dem 8. Februar d. I. gnädigst bewogen gefunden: die erledigte Domänenverwaltung Oberkirch dem Oberein- nehmer und Domänenverwalter Tröger in Krautheim, und die dadurch in Erledigung kommende Obereinnehmerei und Domänenverwaltung Krautheim dem Hanptamtskontroleur B enz in Mannheim zu übertragen; den Bezirksförster Seybel in Kirchzarten auf die erledigte Bezirksforstei Altbreisach zu versetzen; der Bitte des Bezirksförsters Mezel in Wolfach um Entlassung aus dem großherzoglichen Staatsdienste zu willfahren; die Ernennung des Forstpraktikanten Gustav Hüetlin von Konstanz zum Bezirköförster der Stadt Freiborg zu genehmigen ; i die Lehramtspraklikanten Robert Salzer, EraSmuS Pfa ff und Sebastian Löhle am Lyceum iu Heidelberg zu Lehrern an dieser Anstalt, unter Verleihung der Staatsdiener« j Eigenschaft, zu ernennen; von den zwei am Gymnasium zu Offenburg erledigten Lehrstellen die eine dem Lehramtspraktikanten Leopold Stephan, die andere dem LehramtSpraktikante« Joseph Trunk daselbst zu übertragen, Beiden unter Verleihung der StaatS- diener-Eigenschaft; die erledigte Lehrstelle am Pädagogium und der höher» Bürgerschule in Durlach dem Lehramtspraktikanten August Dietz daselbst, unter Verleihung der Staatsdiener-Eigenschaft, zu übertragen. Dem Regens deS Priesterseminars zu St. Peter, vr. Kö s- sing, wurde am 20. d. M. durch Wahl deS erzbischöflichen Domkapitels die erledigte Stelle eines Domkapitulars übertragen. Der von Seiten des Freiherrn G ö tz von Derlichiug en erfolgten Präsentation des Vikars Julius Lindenmeyer zu Bruchsal auf die evangelische Pfarrei Merchingen ist unterm 21. Januar l. I. die kirchenvbrigkeitliche Genehmigung er- theilt worden. welches 30 Exemplare einer „offenen Klage" zur Kenntniß- nahme der Kammer einsendet. Das Sekretariat zeigt den Einlauf folgender Petitionen an: Die Büte der Erbbeständer des Lehenguts Stubeukatzeuhof um Aufnahme einer Bestimmung in das Gesetz über die Aufhebung des Lehenverbandes, wonach der Vasall daS Lehen ab- lösen muß, wenn er das Lehengut weiter in.Erbbestand gegeben hatte, und der Erbbeständer diesen ablösen will; , ^ Büte der Vvlksschullehrer aus den Bezirken Wertheim und Schopfheim, die Versorgung der Schullehrer-Wütwen und. Waisen betreffend; Beitrittserklärungen zu der Petition um Erbauung eineL Kiuzigthal-Bodensee-Eisenbahn, aus den Gemeinde»: Brüggen, Berghaupten, Bermersbach, Grüaingen, Hausen vor Wald, Jppingen, Kirchdorf, Klengeo, Marbach, Nußbach, Oberharmersbach, Oberkirnach, Ohlsbach, Offenburg, Pfaf« fenweiler, Reicheubach, Rietheiin, Riedböhringen, Schnellin- gen, Ueberauchrn, Uuadinge», Unterbaldiugen, Uuterharmers- bach, Unterkirnach, Wolterdingen und Zell am Harmersbach. Sie werden an die Petitionskommission verwiesen. DaS Gesetz über die Besteuerung des Zucker« nach der in der Zweiten Kammer demselben gegebene» Fassung kommt hierauf zur Berathung und wird einstimmig angenommen. Lauer will dabei die möglichst genaue Berücksichtigung der Rübenindustrie der Regierung wiederholt empfehlen. Dennig bemerkt, daß die Kommission einen besonder» Antrag in dieser Richtung zu stellen nur deßwegen unterlassen habe, weil sie der Ueberzeuguug war, und dies auch nach den bisherigen Vorgängen sein dürfte, daß die Regierung die Lage der Zuckcrindustrie kenne und das zu ihrer Unterstützung Nöthige thun »»erde. Die Kammer nimmt sodann die Wahl einer Kommission für die Motion des Frhrn. v. Stotzingen auf theilweise Abänderung des Weinsteuergcsetzes vor; gewählt werden die HH. Geheimerrath Fromherz, Lauer und Zvlldirektor Kirchgeßner. Aus den Antrag des Frhrn. v. Göler beschließt die Kammer die Wahl einer Kommission für Eiseubahnangelegeicheilen, die in der nächsten Sitzung stattfinden wird. Die preußische Antwort auf die identischen Noten. Berti», 15. Febr. Wie die „Sternzeitung" berichtet, ist gestern die (iu telegraphischem Auszug schon mitgethrilte) Note von dem k. preußischen Gesandten in Wien an den kais. österreichischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten gerichtet worden. Gleichlautende Noten sind an diejenige» deutschen Höfe abgegangen, welche sich dem Schritt der österreichischen Regierung in identischer Form angeschloffen hatten.. Wien, den 1^ Februar 1862. Der Unterzeichnete außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister Sr. Maj. des Königs von Preußen ist beauftragt, .die Note, welche der kaiserlich österreichische Gesandte Graf Karolyi unterm 2. d. M. an den königlichen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen v. Bernstorff, gerichtet hat, in nachfolgender Weise zu beantworten. Die Bemerkungen, welche der gedachte Hr. Gesandte der Erwägung der königlichen Regierung mittelst jener Note au- zuempfehleu beauftragt worden ist, beziehen sich auf die bei Beurtheilung der Bundesreform-Vorschläge des Frhrn. v. Beust preußischer SeitS der königlich sächsischen Regierung gegenüber ausgesprochenen Ansichten über den heilsamsten Weg zur Reform des Bundes. Diese Ansichten ginge» im Wesentlichen dahin, daß ei» Versuch, den ganzenBund durch Herstellung einer wirksamen Exekutive mit Volksvertretung und gemeinsamen Gesetzgebung in bundesstaatlicher Richtung umzugestalten, mit ernstlicher Gefahr für dessen Fortbestehen verbunden sein müßte; wogegen der Bestand des Bundes nicht gefährdet sein würde, wenn unter Festhaltung der völkerrechtlichen Grundlagen des Ganzen für eine engere Vereinigung seiner Glieder auf dem Gebiet des inner» Staatsrechts der Weg der freien Vereinbarung betreten und jene für das Ganze vorgeschlageueu Einrichtungen: Exekutive (militärischer Oberbefehl und einheitliche Vertretung nach außen), Volksvertretung und gemeinsame Gesetzgebung, innerhalb solcher engeren Grenzen gegründet würden. Die kaiserlich österreichische Regierung hat sich veranlaßt gefunden, dieser von preußischer Seite der königlich sächsischen Regierung kuudgegebeneu Auffassung gegenüber zu erklären, daß zu ihrem innigen Bedauern ihre Pflichten und ihre Ueber- zeugungen ihr gleich entschieden verböten, sich solchen Anschauungen anzuschließen. Die königlich preußische Regierung würde sich bei Entgegennahme dieser Erklärung, welche eine ihr auch vorher schon bekannte Thatsache bestätigt, auf die Versicherung haben beschränken können, daß sie jenes Bevauern ihrerseüs theile. Da aber die kaiserlich österreichische Regierung noch einen Schritt weiter geht und sich berufen fühlt, vom Gesichtspunkt der „allgemeinen Interessen Deutschlands", sowie von dem des „positiven Rechts", und unter Hinweisung auf die unheilvollen Folgen, welche Preußen« Reformbestre« bulmen iu früher» Epoche» gehabt hätten, eine förmliche Verwahrung gegen die preußische Auffassung einzulegen, so will Nicht-Amtlicher Lhril... Badischer Landtag. s- Karlsruhe, 17. Febr. Siebente öffentliche Sitzung der Ersten Kammer, unter dem Vorsitze des ersten Vizepräsidenten, Hru. Generalleutnants Hoffman u. Auf der Regieruogsbaok: Der Präsident des Finanzministeriums, Geheimerrath vr. Vogelmaun, und Miuisterial- rath Schmidt. Das Präsidium theilt das Einkommen von mehreren Mrttheilungen der Zwecken Kammer mit; ferner eine Eingabe eures Komitees von gabholzberechtigten Bürgern Freiburgs, die königliche Regierung nicht verhehlen, daß ihr weder ei» begründeter Anlaß, noch irgendeine Berechtigung zu einer solchen Verwahrung vorzuliegen scheint. Dieser Schritt, welcher dadurch «och auffälliger wird, daß er verabredeter Maßen iu identische« Noten gleichzeitig von mehreren Bundesregierung» getstau worden ist, entspricht so wenig dem Eharakter de« von der königlich sächsischen Regie« rung eingeleiteten Meinungsaustausches über die von viele« Seiten als dringend nochwendig anerkannte Bundesreform- daß die königliche Regierung sich nicht bewogen finde» ka»», darnach noch auf irgend eine Erörterung der in der Not« des kaiserlich österreichischen Gesandten ausgestellten Gege»a»sich- ten einzugehen. Die Bedeutung der letzteren hat übrigens von Gecken Preußens bereits in einer früher» Zeit ihre entsprechende Würdigung gefunden. Es wird jedoch in Bezug auf die uu- heckvollen Folgen, welche ähnliche Bestrebungen in jener Zeck über Deutschland heraufzubeschwören gedroht habe» sollen, daran erinnert «erde» müssen, daß es nicht Preußens Bestrebungen für die Reform der Bundesverfassung waren, welche jene Folgen herbeizuführeo drohten, sondern daß eS das Verhalten derjenigen Regierungen war, an deren Widerstand diese Bestrebungen damals scheiterten. Ihnen verdankt Deutschland die unveränderte Wiederherstellung der alten Bundesverfassung und damit einen dauernden Keim zu ähnliche» Wirren. Wen» jetzt von derselben Seite durch die erwähnte Bemerkung der Note vom 2. Februar Anlaß dazu gegeben wird, daß diese Thatsache wieder in ihrem volle» Lichte erscheint, und wenn man, sich dabei auf die Sorge um die Sicherheit und den moralischen Frieden Deutschlands beruft, welche man durch Preußen bedroht finden will, so ist der Augenblick dafür um so weniger glücklich gewählt, als mgn gleichzeitig gezwungen ist, das Reformbedürfniß einzuzestehen, dessen rechtzeitige Befriedigung man schon einmal verhindert hat. In der gewissenhaften Erfüllung der Bundespflichten, in der Vertretung wahrhaft deutscher Interessen, in dem erust- lichsteu Bemühen, wohlberechtigten nationalen Anforderungen selbst gerecht zu werden und ihnen bei den andern Bundesregierungen Geltung zu verschaffen, räumt die königlich preußische Regierung keinem ihrer Bundesgenossen den Vorrang ein. Sie hat aber aus dem Bewußtsein treuer Pflichterfüllung bisher keine Berechtigung zu einem Schritte hergeleitet, wie er mit der in Rede stehenden identischen Note von den betheiligte« Regierungen gegen Preußen gethan worden ist. Die königliche Regierung würde in der Verwirklichung der am Schluffe der Note angedeuteten Reformansichten, wonach für den ganzen Bund eine Verfassung mit wirksamer Exekutivgewalt, gemeinsamer Gesetzgebung und Volksvertretung begründ« werden soll, und an welche sich leicht das Streben nach einer weiter gehenden „politischen Konsolidation" mit anßerdeutschen Gebieten schließen dürste, wie dies in der Depesche deS kaiserlich österreichischen KabinetS vom 5. November v. I. bereits hervorgetreten ist, eine weit größere Gefährdung deS Bestandes des Bundes erkenne» müssen, als in Reformen in derjenige» Richtung, welche Preußen in der Depesche vom 20. Dezember v. I. bezeichnet hat. Dennoch ist die königliche Regierung weck davon entfernt, schon der bloßen Kundgebung jener Ansichten über die Grundlagen der Reform mit einer Verwahrung entgegenzutreten. Sie glaubt im Gegeatheil ihr jchließlicheS Urtheil darüber zurückhalten zu sollen, bis ihr ein bestimmt gestalteter Reformvorschlag mitgetheckt wird, welcher ihr das Verständniß der Absichten der kaiserlich österreichische« Regierung vollständig ermöglicht. Für jetzt erscheint der königlichen Regierung die Unausführbarkeit einer Reform nach den vorliegenden allgemeinen Andeutungen als unzweifelhaft, und da dieselben in vollkommenem Widerspruch mit dem Standpunkt stehen, zu welchem sie selbst sich bekennt, so muß sie ihrerseits de» Eintritt in Berathungen über riue Reform auf solchen Grundlagen für nnthunlich erachten. Der Unterzeichnete benützt diese Gelegenheit, um die Ehre zu haben, Sr. Excellenz dem kaiserlich österreichischen Minister der auswärtige» Angelegenheiten, Hrn. Grafe» v. Rechberg, die Versicherung seiner ausgezeichnetste« Hochachtung zu erneuern. (gez.) v.Wertster. Seiner Excellenz dem Hru. Grafen v. Rechberg. rc. rc. rc. Die kurhesfifche Frage im preußischen Abgeordnetenhause. Berlin, 15. Febr. Im Hause der Abgeordneten wurde heute die Debatte über die Anträge wegen KurheffenS fortgesetzt. Am Miuistertisch: Graf Bernstorff, v. d. Hepdt, v. Bernuth. Abg. ». Carlowitz erklärt sich gegen die Resolution, nicht weil seine Ansichten mit dem Inhalte derselbe» im Widerspruch stehe», so«deru weil ihm der Antrag nicht weck genug gehe. Er habe als Koinmissionsmit^ied verlangt, daß in der Resolution nach den Worten „mit allen ihren Mitteln" die Worte eingeschaltet würden: „und sollte es äußersten Falles zn einem bewaffneten Einschreiten in Kurhessen selbst gegen de« Willen der Mehrheit der Bundesregierung kommen." Dies habe die Kommission-abgelchnl, darum sei er gegen die Resolution. Er verlange, daß Preußen nicht vor den äußersten Konsequenzen zurückbebe. An einem energischen Einschreiten hindere Preuße« Nichts; Oesterreich sei lahm gelegt, und er hoffe, daß eine große Anzahl der ander» deutschen Regierungen sich anschließen würden. Befürchtungen vor Einmischung des Auslandes brauche man eben so wenig zu hegen, da die hessische Frage eine rein deutsche sei. Abg. ve. Frese: Die hessische Frage habe seit drei Jahren kesne Fortschritte gemacht. Dieselbe sei niemals eine bloS innere, rein hessische Frage gewesen, sie sei vielmehr eine deutsche Verfaffungsfrage. Preußen solle die faktische Wiederherstellung der kurhessischen Verfassung selbständig in die Hand nehme«. Die Politik Oesterreichs sei stets eine antipreußische gewesen, und Preußens Aufgabe müsse dahin gehen, sich vor einem neuen Olmütz zu wahren. Auf die letzte österreichische Rote sei eine entschiedene Antwort von Preußen nöthig gewesen; die beste Antwort würde die Anerkennung Italiens, der Zorücktritt Preußens vom Bundestage und eine selbständige Aktion Preußens in Kurheffen gewesen sein. Die Sprache des Redners streift öfters scharf in'S Persönliche hinein. Auf eine ironische Bemerkung des Redners, welche die Heimath des Grafen ». Bernstorff betrifft, bemerkt der Letztere in sehr energischer Weise, daß Preuß en seine Heimath sei, daß er sich als Preuße fühle und nichts weiter als ein Preuße sein wolle. Abg. Karsten ist gegen den Kommissionsantrag, da er überzeugt ist, daß die hessische Frage nur durch das preußische Schwert gelöst werde« kann, wobei Redner Oesterreich und die Würzburger für alles „Unheil" in Deutschland verantwortlich macht. Die beste preußische Antwort auf die letzten identischen Noten wäre die Anerkennung Italiens und das selbständige Einschreiten in Kurheffen gewesen. , Abg. Lüning: Ehre und Pflicht gebieten Preußen, den unglücklichen Hessen Hilfe zu leisten; Preußen müsse entschieden auf Einberufung der Landstände auf Grund des Wahlgesetzes von 1849 zur Wiederherstellung der Verfassung von 1Ä1 ohne Rücksicht auf andere Regierungen dringen. An eine sofortige Mobilmachung denke er nicht; er bemerke auch, daß, wenn von gewisser Seite geglaubt werde, daß die hessische Frage eine gute Lockspeise für die Abgeordneten sei, man sich in ihm und seinen Freunden getäuscht habe. Brächten die Würzburger Noten Preußen jetzt nicht zum Handeln, so möge dasselbe nur seine Abdankung in Europa unterschreiben. Abg. v. Malinkrodt protestirt dagegen, daß im Hanse Beamte, treue Diener des Königs ungerechtfertigten Angriffen ausgeseyt seien. (Widerspruch.) Er hofft, Graf Bernstorff werde Anlaß nehmen, seine Beamten gegen solche Angriffe zu schützen. Die letzte 50jährige Geschichte Hessens zerfalle in drei Perioden: in diejenige vor der Verfassung von 1Ä l, der Wirksamkeit derselben, und der Periode nach ihrer Suspension. In der ersten Periode liegen die Wurzeln der Verfassung; durch die Schuld des damaligen Fürste» ebenso wie durch die Verhältnisse sei die Verfassung so ausgefallen, daß die Stände souverän geworden (!). Der Fürst habe sich mit gebundenen Händen den Ständen ergeben, oder das Land in Anarchie verfallen, oder die Bundeshilfe in Anspruch nehme« müssen. Der Bundestag habe in seinem volle« Recht gehandelt, wenn er die Verfassung derjenigen Bestimmungen entkleidet, welche mit den monarchischen Prinzipien im Widerspruch stehen. Er habe nur darin gefehlt, daß er zu «eit gegangen sei. Die ganze Wirksamkeit der Verfassung biete ein Bild kleinlicher Zänkereien. Ende der 40er Jahre habe selbst ein liberales Ministerium nichts erreichen können. Und da wolle man alle Schuld der Regierung zuschreiben und den Ständen keine? Der Deutsche Bund mußte interveniren, schon um die Staats- Maschine wieder in'S Getriebe zu bringen. Daß keine Einigung zwischen der hessischen Regierung und den Ständen zu Stande glommen, schreibt der Redner der deutsche» AgitationSpartci zu. Wer leidet, ist das hessische Volk, und es wird seine Leiden nicht enden sehen, so lange es als Prügeljunge der deutschen Frage behandelt wird, so lange es noch der Zankapfel in Deutschland bleibt. Man spreche immer von Rechten; in Italien werde daS Recht mit Füßen getreten wie nirgends, und doch jubeln gerade Die, welche fortwährend von verletztem Recht in Kurheffen spreche«, Beifall Denen, die daS Recht in Italien täglich mit Füßen trete«. Di« hessische Frage sei der Fortschrittspartei ein brauchbarer Zündstoff; ijfte Politik sei nicht die Politik, die sich auf dem Bode« rechtlicher Verhältnisse die Befriedigung berechtigter nationaler Forderungen zur Aufgabe macht; sie mache mit der Nationalschwindelei Geschäfte. „Eine solche Politik Eavour'S und Garibaldi's will ich nicht; ich will, daß sich die deutschen Regierungen die Hand bieten, daß nicht eine über der andern stehe, ich will den Sieg sichern, und darum empfehle ich Ihnen unser» Antrag." , Der Graf Bernstorff: Der Hr. Vorredner hat auf d»e Ausfälle htngewiesen, welche hier gegen Souveräne, Diplomaten u. s. «. gethau worden sind. Ich habe nicht nöthig zu bemerken, daß die Regierung dies« Ausfälle auf das tiefste bedauert und keine Solidarität dafür übernimmt. Was Hrn. v. Spdow in Kassel betrifft, so hätte ich denselben auch ohne die Aufforderung deS Hrn. Vorredners in Schutz genommen. Hr. v. Spdow ist der treuesten Diener einer; er befolgt seine Instruktionen auf das gewissenhafteste. Abg. Gchultze-Delitsch: Vollkommen müßig sei es, über, das Rechtsvekhältniß noch ein Wort zu verlieren. Die entschiedene Haltung der Regierung sei eS allein, welche den Konflikt zu einer gedeihlichen Lösung bringen könne. Bis jetzt sei diese Haltung anerkennenSwerth, aber sie schließe andere Stützpunkte nicht aus, deren die Regierung dringend den kommenden Eventualitäten gegenüber bedarf. Der Grund der Katastrophe von 1850 liege nicht lediglich in der freien Entschließung der damaligen leitenden Staatsmänner' Preußens. Sie sei begründet gewesen in ihrem politische« System, das zu keinen andern Konsequenzen führen konnte. Der Tag von Olmütz sei »othwendiz gewesen, denn eine Regierung, die mit berechtigten Volksinterrffeu im Kampfe steht, habe keine Kraft zu großen Aktionen nach außen. Zu solchen gehört Begeisterung deS Volkes; aber eben dem Volke mißtraute mau. Seitdem seien wichtige Schritte zum Bessern angebahut; andererseits aberchabe auch Stillstand und bedenkliches Schwanken stattgefunden, wodurch daS Erreichte wieder in Frage gestellt wurde. Und noch immer könne man sich betreffenden OrtS nicht entschließen, mit den bedenklichsten Traditionen deS alten Systems zu brechen. Es sei ein ernstes Zeichen der Zeit, in möglichen Krisen die einheitliche Leitung zu vermissen, und eine solche sei das Hauptbedürfuiß. Erst in dem Augenblick , wo der politische Bann gelöst ist, unter dem wir «och stehen, werden Frage» wie die vorliegende ihre endliche Lösung finden, ohne daß es vermehrter Bataillone bedarf. Aber daS Preußen, daS in seiner Halbheit verharrt, sei noch nicht «eit auS Olmütz herausgekommen. Ich bedauere, gestern nicht Hrn. Reichensperger geantwortet zu haben, wo der Eindruck seiner gewandten Ausführungen noch lebhafter war. Es ist mir bei ihm passirt, daß» wenn ich seine Prämisse» richtig fand, seine Folgerungen mir falsch erschienen, und umgekehrt. Er beweist die Kompetenz des Bundes im Jahr 1850, und daraus folgt, daß der Bund gegen den BerfaffungSbruch Haffenpflug'S auftreten mußte; aber er trat gegen das hessische Volk auf. Freilich ein im Irrgarten der Bundeskompetenz herumirrender Jurist werde nie darüber im Klaren sein, ob ein Volk jemals Recht, eine Regierung jemals Unrecht gehabt hat. Die Unsicherheit Europa'S ist für Hrn. Reichensperger ein Grund, zur Einheit zu ermahnen, und deßhalb fordert er Aufrechterhaltung des Bundestages. Aber das deutsche Volk will gerade Beseitigung deS Bundestages, um zur Einheit zu gelangen, die sonst unmöglich ist. Man warnt davor, an rohe Gewalt und an die Leidenschaften zu appelliren; aber man gestattet, daß mit Brecheisen und Nachschlüsseln die Geldschränke der Steuerverweigerer eröffnet werden. Ist das etwa keine Appellation an die Leidenschaften, keine rohe Gewalt? Mit den deutsche» Staaten, welche in dieser Frage Preußen niedergeworfen haben, soll eine Cooperation in Kurhessen stattfinden? 1813 bestand weder ein deutsches Reich, noch standen sich Oesterreich und Preußen einander gegenüber, e- gab nur die Rheinbund- Fürsten den deutschen Großmächten gegenüber; seitdem aber der Deutsche Bund hergesteüt worden, sei eine Einigung zwischen Oesterreich und Preußen nicht möglich; Preußen könne nur der Vasall Oesterreichs werden, und man verlange also mit der Einigung nicht« weiter, als daß Preußen sich selbst opfere. Gott bewahre Preußen davor, daß zur Zeit des entscheidenden Kampfes die Macht in den Händen Derer liegt, welche sich innerlich verwandt fühlen mit Oesterreich. Hr. v. Mallinkrvdt hat auf sozialistische und revolutionäre Umtriebe hingewiesen; dieses Rüstzeug der Reaktion gehöre in die alte Rumpelkammer, um da als historische Merkwürdigkeit aufbewahrt zu werten. Die Hessen seien wirklich die Prügelknaben gewesen und haben Prügelknaben sein wollen für daS deutsche Rechtsgefühl. Recht viele solcher Prügelknaben möchte ich Deutschland «fluschen, oder vielmehr Märtyrer; denn Märtyrer — ein Name, der bei jenen Herren ja so viel gilt — sind sie mit vollem Recht zu nennen, diese dem Recht treuen Hessen — nicht blos hessische, sondern deutsche Märtyrer. Der Bundestag hat sehr schätzbares Material gehäuft, aber eS ist in Kurheffen nicht z« verwerthen. Und was die Phrase» gegen Demokratie und Umsturzpartei betrifft, so mögen sie ein- für allemal ihre Abfertigung erhalten. Wer habe auf dem volkswirthschaftlicheu Gebiete so viel geleistet, als die deutsche Demokratie? Wohlstand und Bildung herbeizuführen — das sei die Aufgabe der Demokratie. Was die Hessen aufrecht erhalten hat in dem Kampfe, einzig in seiner Art, nur in Deutschlaud möglich, daS sei das Edle in ihrem Charakter, daS sei ihre Besonnenheit und Ausdauer.' „Die hessische Sache — sagt Redner schließlich — ist auch in sittlicher Hinsicht eine allgemeine deutsche (Bravo!) Noth von oben, Noth von unten — daS ist nicht hessisch, daS ist deutsch. Hier muß sich Preußen wiedererheben!" (Bravo.) Abg. v. Gottberg: Es sind hier die Prinzipien und die Ziele der Demokratie entwickelt worden. Ich bin der entgegengesetzten Meinung des Vorredners. Ich glaube, eS ist das Ziel der Demokratie, das monarchische Prinzip zu unterdrücken, das ich am höchsten stelle, die Fürsten, und ganz besonders unsere Fürsten zu beugen. (Heftiger Tumult. Der zwecke Vizepräsident K. v. Bockum-DolffS wird aufgefordert, den Redner zur Ordnung zu rufen. Der Präsident wahrt dem Redner die Redefreiheit. Prince-Smith: Es ist unS ein Verbreche» vorgeworfen, daS darf nicht »»gerügt hiugehen. Aufregung.) Der Redner fährt fort: Er sei zur Ueber- zeugung gelangt, daß mit der Revolution der Regierung kein guter Dienst werde geleistet werden; man solle sich doch auch der Erwägung nicht verschließen, daß unsere Regierung an dem Zustandekommen der oktroyirten kurhessischen Verfassung vom Jahr 1852 Theil genommen habe. Er wolle nicht unbedingt mit Oesterreich gehen, aber auch nicht eben so unbedingt gegen dasselbe. Die fortwährenden Angriffe gegen Oesterreich würde« das gute Einvernehmen in Deutschland wahrlich nicht herbeiführe«. Er halte eS mit seinem preußische» Gefühle un- vereinbar, nach dem Vorgänge der Vorredner in den Wunden der preußischen Ehre zu wühlen. Man spreche fortwährend von der Zeck der rechtswidrigen Reaktion, aber man möge doch an die Ursache, an das Jahr 1848 denken, das sei doch auch eia Fleck, der Preußen nicht zur Ehre gereichet Bei aller Theilnahme für Hessen könne man eS nicht längueu, daß der Kurfürst auf dem Rechtsboden gestanden habe, als er dm Buadesbeschluß zur Ausführung gebracht habe. (!) Eine freie Vereinbarung zwischen Fürst und Volk in Hessen unter Mitwirkung der dentschen Regierungen werde die Lösung der hessischen Frage am ehesten bewerkstellige». Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen sprechen die Antragsteller Virchow und Sänger für ihre Anträge; gegen die Insinuation deS Elfteren, daß der Reichensperger- sche Antrag österreichische Tendenzen enthalte, wird von dm Abgg. Reichensperger und Rohde u protestirt; sie seien Preußen und würden, wenn jene Insinuation wahr wäre, gegen ihr preußisches Vaterland einen Treubruch und Meineid begehen« Nach einer Rekapitulation deS Berichterstatters Abg. Behren d wird auf Antrag deS Abg. v. Hoverbeck zur uament- licheu Abstimmung über den KommisfionSantrag geschritten. E« stimmten für denselben 241 Abgeordnete, dagegen 58. Der Abstimmung enthielten sich 15 (die Polen). Der Antrag des Abg. Reichensperger wird abgelehnt. Schluß der Sitzung. Deutschl««-. Karlsruhe, 17. Febr. DaS heute erschienene Regierungsblatt Nr. 5 enthält (außer Personalnachrichten): I. Gesetz, die frühere Einberufung der Rekruten betr. II. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachungen deS großh. Justizministeriums: ») Die Modifikation des freiherrl. v. Horn« stein'schen Lehens Mittelstoffelu betreffend, d) Die Ernennung der Schwurgerichts-Präsidenten für daS erste Quartal l. I. betreffend. Es wurden ernannt: 1. für den Unter- rheinkreis: Hofgerichts-Rath Ruth in Mannheim, und für de» Fall seiner Verhinderung Hofgerichts-Rath Reinhardt daselbst; 2. für dea Mittelrhcinkreis: Hof« gerichtS-Rath Puchelt in Bruchsal, und für den Fall seiner Verhinderung Hofgerichts-Rath v. Stösser daselbst; 3. für jden Oberrheinkreis: Hofgerichts-Rath Obkircher in Freiburg, und für den Fall seiner Verhinderung Hofgerichts« Rath Weber daselbst; 4. für den See kreiS: HofgerichtS- Rath Bujard in Konstanz, und für den Fall seiner Verhinderung HofgerichtS-Rath Selb daselbst, v) Die Namensänderung des Karl Christian Hiller in Heidelberg betreffend. 2) Bekanntmachungen des großh. Ministeriums deS Inner»: s) Die Staatsgenehmigung von Stiftungen im Un- terrheiukreis betreffend, d) Die medizinische Vor- und Haupt- prüfung betreffend. Darnach wird im Frühjahr d.J. sowohl eine medizinische Vorprüfung , als auch eine medizinische Hauplprüfung stattfinbm. Diejenigen, welche an der eine» oder andern Theil nehmen wollen, habe» sich längstens bis 1. März d. I. bei großh. Sanitätskommission zu melden. III. Diensterledigungen. DaS Amtsrevisorat Staufen. Die Bewerber um die erledigte Amts- und AmtSge- richtSarztstelle in Schwetzingen haben ihre Gesuche durch die betreffende Kreisregierung binnen 14 Tagen bei großh. Sani- tätskommissiou einzureichen. ^ Karlsruhe, 15. Febr. In der Presse wird gegenwärtig die Frage, ob der alte Kirchengemeiuderath an dm Wahlen der neuen Kirchenältesten Theil zu nehmen habe, eifrig und eingehend besprochen, und in einem Leitartikel der heutigen „Bad. Landeezeitung" glaubt der Korrespondent sogar in der Mitwirkung deS Kirchengemeinde- raths eine Gefahr für die Verfassung und deren Grundsätze zu erkennen, und er fühlt sich deßhalb als treuer Anhänger der Verfassung verpflichtet, einen Sturm zu erregen. Einsender war stets der entgegengesetzte» Ansicht, und er ist auch durch diesen Nothschrei so wenig erschreckt, als durch die gegnerische Ausführung überzeugt worden. Er ist ein warmer Freund der neue» Kircheuverfaffung und wünscht deren Grundsätze zur vollen, wahren Geltung gebracht; glaubt aber gerade darum der in der „Bad. Landesztg." vertheidigten Ansicht eutgegeutre- ten zu müssen. In Nr. 35 der „Karlsr. Zeitung" ist, wie uns scheint, der richtige Standpunkt bezeichnet worden. Durch die Bestimmung des Z. 13 der Kircheuverfaffung, daß die Kirchen- gemeiude-Versammluug aus den Mitgliedern des Kirchenge- meiuderaths, welche vermöge ihres Amtes zu derselben gehören und aus einer Anzahl gewählter Vertreter bestehen, und durch die Vorschrift in §. 3 des Einführungsgesetzes, wornach die gegenwärtig im Amte befindlichen Kirchenältesten de« Dienst fortzuversehe» haben, bis die Neugewählteu eingetre- teu sein werden, ist dir ganze Streitfrage klar entschiede». Denn, wenn der bisherige Kirchengemeiuderath so lauge im Amt zu bleiben hat, bis ein neuer nach den Grundsätzen der Verfassung gebildet sein wird, hat er in der Zwischenzeit alle Funktionen auszuüdeo, welche die Verfassung dem Sircheu- gemeinderath zuweist, und da die neue» Kirchenältesten von der Kirchengemeiude-Versammlung gewählt werden, diese aber aus gewählten Vertretern und aus de« Mitgliedern des Kirchengrmeinderaths zusammengesetzt ist, müssen die vorhandenen Mitglieder des Kirchengrmeinderaths noth« «endig au der Wahl der neuen Kirchenältesten Thtil zu nehmen haben. Jede andere Auslegung thut dem Gesetz Zwang au. ES wird rutgegengehalten: 1) Die Bollzugsverordnung de- OberkirchmrathS sage: die ueugewählte Kirchcngemeinde-Versammluug habe die Wahl der Kirchenältesten vorzunehmeu; daraus folge, daß nur gewählte Müglieder Theil zu nehmen haben und nicht der alte Kirchengemeiuderath. Allein eine Vollzugsverordnung, welche dazu bestimmt ist, der Verfassung und dem Einführung-« gesetz die Anwendung zu geben und zu sicher«, kau» au diesen ihren Grundlagen nicht- ändern; wenn sie daher lückenhaft erscheint, ob« zweifelhafte Bestimmungen enthält, muß auf ihre Quelle» zurückgegaogen und au- diesen Aufklärung geschöpft werde«. Wen» wir auch zugeben, daß der Ausdruck „neugewählte Kirchenversammlung" nicht erschöpfend ist «ud zu einem Mißverständuiß Anlaß geben konnte, so bestreiten wir doch, daß daraus gefolgert werde« dürfe, es könne nun der Kirchengemeiuderath nicht Mitwirken; zu einer derartige«» gegen die Verfassung verstoßende» Anordnung würde der Oberkirchenrath gar nicht befugt sei». 2) ES wirb ferner angeführt: waS die Kircheuverfaffung von dem Kirchengemeinderaih sage, gelte nur von dem neuen» der alte könne aus der Verfassung kein Recht der Mitwahl ableiten. Das ist vollkommen richtig; die Verfassung kennt nur eine« nach ihren Vorschriften gebildeten Kirchengemeinderath, gibt also einem andrrn keine Rechte. Aber eine neue Berfas« sung kau« nicht mit einem Schlag in das Leben eingeführt werden, «nd bis zu Bildung der neuen Behörden und Organe müssen doch irgend welche vorhanden sein. Darum werden in solchen Fällen stets besondere Bestimmungen erlassen, welche de» Uebergang der alte» in die neuen Einrichtungen vermitteln, und diese Aufgabe erfüllt das Einführungsgesetz. Dasselbe gibt de» Mitgliedern deS alten Kirchengemeinderaths Vollmacht, bis zu Bildung deS neuen im Amt zu bleiben. Die Annahme aber, daß der alte «irchengememderath, so lange er noch thätig ist, nur die Rechte ausüben könne, welche ihm unter der Herrschaft der früheren Gesetze zukamen, ist eine ganz willkürliche und verstößt gegen alle Regeln der Auslegung; eS müssen ihm vielmehr alle Rechte und Pflichten zu- kommeu, welche die Verfassung dem Kirchengemeinderath gibt; Beschränkungen der allgemeinen Befugnisse dürfe» nicht vermuthet werden. 3) Endlich wird behauptet, das Prinzip der Verfassung Verlange, daß die Vertretung der Gemeinde aus Urwahlen, «nd daß an« dieser Vertretung der Kirchengemeinderath hervorgehe, die Mitwirkung einer der Verfassung ftemdartigen Korporation trübe das Prinzip der Vertretung. Mit diesem Satze kann man sich einverstanden erklären; aber folgt daraus, daß man den alten Kirchengemeinderath ausschließen dürfe? Gewiß nicht. Mau würde durch eine derartige Wahrung deS Prinzips der Vertretung die andere Bestimmung der Verfassung verletzen, daß der Kirchengemeindrrqth zur Kirchenge- meinde-Bersammlung gehöre, und würde gegen die bestimmte Vorschrift deS Einführungsgesetzes verstoßen. Sv löblich aber die Absicht ist, einen Grundsatz deS Gesetzes zu wahren, so unzulässig ist eS, denselben auch da zur Geltung zu bringen, wo daS Gesetz ausdrücklich erklärt hat, daß seine Anwendung noch suspendirt werde. Bevor die neuen Körperschaften sämmtlich gebildet sind, ist e- nicht möglich, daß alle Grundsätze der Kirchenverfassung voll und rein zur Durchführung kommen; man kann dies beklagen, aber man kann es nicht ändern, da die Natur der Dinge eS so mit sich bringt. Die Bestimmungen des Einführungsgesetze- und der VollzugSanordnungen sind aber im Geiste der Verfassung, und der Oberkirchenrath zeigt, daß eS ihm mit der gewissenhaften Durchführung dieser voller Ernst ifl. Wir wollen unS daher nicht beklagen, wenn für die kurze Zwischenzeit noch alte Organe Mitwirken, wie dies bei der Einführung der politischen Gemeindeordnung und anderer durchgreifender Aenderungen auch der Fall war und stets der Fall sein wird. Ueberhaupt sollte man Dem, was nur durch de» Uebergang in die neuen Zustände geboten ist und nicht den Charakter einer dauernden Maßregel annehmen kann, kein allzu große- Gewicht beilegen und nicht gleich die Grundsätze der Verfassung als in Gefahr befindlich darstellen. V Karlsruhe, 17. Febr. Gestern hat die in diesen Blättern angezeigte Versammlung von Mitgliedern und Freunden deS Nationalvereins im Saale der „Eintracht" dahier ftattgefunden. Der Saal war in allen seinen Räumen überfüllt. Zahlreicher Besuch war von auswärts gekommen, namentlich waren auS Pforzheim 70 und mehr Theilnehmer anwesend; Andere waren gekommen guS Mannheim, Weinheim, Heidelberg, Bruchsal, Baden, Oberkirch, Lahr, Freibnrg, Müllheim u. s. w. Am Büreautisch befanden sich die HH. Advokat B us ch von hieis, Metz von Darmstadt, v. Roch au aus Heidelberg, vr. Ladenburg von Mannheim, «ndGeorgii auS Eßlingen. Nacheinigen geschäftlichen Mittheiluuge«deS Vorsitzenden deS hiesigen Vereins, Hrn. Adv. vr. Busch, übernahm Hr. v. Rochau auf Aufforderung den Vorsitz. Derselbe forderte nach einigen formellen Bemerkungen de« Hr». Busch auf, die in Vorschlag gebrachten Resolutionen in der deutschen Frage vorzulcsen. Dieselben lauten: Dir heute versammelten Mitglieder und Freunde des deutschen Nationalverein- erklären gegenüber den von Oesterreich und mehrere» deutschen Negierungen in Berlin übergebenen gleichlautenden Noten vom 2. Hebr.d. I.: 1) Indem diese Noten die Umwandlung des deutschen Staatenbun- de» in einen Bundesstaat sür nnznläjsig erklären und eine sogen. Reform der bestehenden Bundesverfassung nnter Ansrrchterhaltung völliger Gleichheit und Unabhängigkeit der Einzelstaaten zugestehen, stehe» sie im Widerspruch nicht nur mit dem geschichtlichen und von allen deutschen Regierungen bereits anerkannten Recht auf nationale Einigung, sondern auch mit dem tief empsundenen Bedürsniß des deutschen Volks. * 2) Deutschland« innere Wohlfahrt und seine Stellung nach außen kann nicht durch rin« mehrgliedrig«, rmeinige nnd darum kraftlose Errkutivgewalt de- Deutschen Bundes unter Zuziehung von Delegirtcn der deutschen Ständeversammlungcn gefördert und gesichert werden, son dern nur durch eine einheitlich« Zentralgewalt und ein deutsches Par lament. 3) Die Versammlung drückt der großh. bad. Regierung ihre wärmste Anerkennung sür die großherzigen Gesinnungen au», welche sie in der Sache de- große» deutschen Vaterlandes kund gegeben, und knüpft daran die frohe Erwartung, daß die kräftigste Unterstützung der Abgeordneten, sowie de« ganzen badischen Volk- seiner erleuchteten Regierung nicht fehlen wird. 4) Freudig begrüßen wir die Bestrebungen der deutschen Fortschrittspartei in Preußen, und unser« wärmste Theilnahme begleitet ihre Vertreter im Haus« der Abgeordneten. Daß ihren Anträgen in der deutschen und kurhessischen Sache die entsprechenden Thaten folgen, fordert gebieterisch Deutschland« und Preußens Heil. ü) Der Borsttz«d« wird mit dem Vollzug von 3 und 4 beauftragt. Metz auS Darmstadt erhält zur Motivirung dieses Antrages daS Wort und bemerkt nach einigen einleitenden Worten: Heute handle es sich, wie schon vor ihm geäußert worden, um den vollen Fortgang aus dem Wege der Freiheit oder um volle Reaktion. Der Schritt, den Oesterreich und die Würzburger Regierungen in den identischen Noten gethan, bezwecke nicht- Geringere-, als Preußen ein zweites Olmütz und Br-nzell zu bereiten. Sache der Nationalpartei sel es dem gegenüber auszusprechen, es sei Pflicht Preußens, im «igenen wie im deutschen Interesse jetzt kräftig voranzugehen Eingehcitd auf den Inhalt der identischen Noten bemerkt der Redner, das deutsche Vaterland habe ein natürliches Recht, sich zu sammeln und zu kräftigen zur Erringung nationaler Selbständigkeit. Zu diesem natürlichen Recht komme aber auch die geschichtliche Berechtigung. Die deutsche Reichs- einheit habe bestanden, bis sie unter den Schlägen eines fremden Usurpators durch die Sriftnng des Rheinbundes aufgelöst worden. Auch im Jahr 1813 sei durch die Proklamationen der verbündeten Fürsten das Recht des deutschen Volkes auf nationale Selbständigkeit ausdrücklich anerkannt worden. Er wolle weiter an das Jahr 1848 erinnern, wo die Fürsten nicht gezögert hätten, viel größere Beschränkungen der Souveränetät sich anfzulegen, alS heute gefordert würden. Die später folgende Union und daS Erfurter Parlament seien ein weiterer Akt der Anerkennung des nationalen Strebens nach Einheit gewesen. Heute aber gebe man zwar die Schäden deS Bundestages willig zu, aber waS biete man dem Einheitsdrang — Steine statt Brod. Die identischen Noten erklärten, die Bundesverfassung müsse organisch fortentwickelt werden. Was verstehen sie unter „organischer Fortentwicklung" der Bundesverfassung, bei deren Gründung man sich schon eingestanden, daß sic nicht genüge? Redner erinnert an die Diplomatenkongresse von Laibach und Verona, an die Karlsbader Beschlüsse, an die Wiener Konferenzen mit ihren Folgen der Demagogenhetze der 20er und 30er Jahre, der Zensur, der Polizeivmuipotenz u. s. w. Im Jahr 1848 sei eine neue „Fortentwicklung" eingetreten: Bronzell. Wenn wieder eine „Fortentwicklung" zu Stande komme, so werde sie wohl durch Rothmäntel und Kroaten besorgt werden sollen. Heut zu Tage erkennen eS selbst die ruhigsten Männer an, daß der Schutz unseres Vaterlandes gegen äußere Feinde ein völlig ungenügender, daß die Sicherung unserer Grenzen ein dringendes Bedürsniß ist. Dies Alles kann aber blos durch eine einheitliche Zentralgewalt und ein deutsches Parlament erreicht werden. Die deutsche Reichsverfaffung verlangte statt des lockern Staatenbundes die Herstellung des Bundesstaates; die Würzburger Regierungen legen gegen die darin ausgesprochene Idee, als gegen eine Auflösung des Bundes Protest ein; sie verurtheilen die besten Bestrebungen, die heißesten Wünsche der deutschen Nation. Dies heißt muthwillig die schlimmsten Leidenschaften provoziren. In den Noten gebe man die Nothwendigkeit einer „wirksameren" Exekutivgewalt zu, ein Zugeständniß der Schwäche deS Standpunktes, das in die Augen springe. Das deutsche Volk, von dem in der ganzen Note weiter keine Rede sei, habe auch ein Wort mitzureden, und frage, wer sichert Vaterland und Familie, wenn Ihr eine wirksamere Exekutive in Eurem Sinn schaffen wollt, — wer sichert sie insonderheit gegen den äußern Feind? Die Note spreche ferner von den früher für hochverräterisch gehaltenen Ideen einer deutschen Volksvertretung, aber wie? Delegirte der deutschen Stänvekammern. Abgesehen von Oesterreich, das selbst ja gar keine deülsche Stände- versammluug besitze, welche Bedeutung hätte eine Vertretung, zusammengesetzt aus Abgesandten der Ständekammern und der verschiedenen deutschen Herrenhäuser, eine Vertretung, die zu Alledem noch beschränkt sein soll auf eine rein legislatorische Thätigkeit? Eine Note, die mit einem förmlichen Protest gegen die schönsten Träume des deutschen Volkes beginnt, die die geschilderte „organische Fortentwicklung" des Deutschen Bundes will, ist nichts als ein Machwerk zur Einschläferung und die um preußische Regierung, sowie das Volk von der richtigen Bah» abzulenken, die die erste«, obwohl noch etwas ängstlich, eingeschlagen hat; ist nichts als eine verzuckerte Vernichtung aller Hoffnungen des deutschen Volkes. Was hat der Nalional- verein und das deutsche Volk hiergegen zu thun? Der Patriotismus einzelner kleinern Staaten könne gegen die Ueder- macht nichts ausrichten, vielmehr müsse in dem Staate, wel cher durch seine Bevölkerung und Macht zum Bvrangehen berufen sei, der richtige Geist erweckt werden. So lange es nicht gelingt, in Preußen einen kräftigen Fortschritt zu erzielen, sei Alles vergebens. So lange in Preußen Freiheit herrscht, ist sie auch in Deutschland; wenn in Preußen Reaktion eintritt, wird sich auch die Freiheit in den kleineren Staaten nicht halten können. Einschüchte rung Preußens, das sei der Zweck der Noten, und dagegen müsse sich das deutsche Volk erklären, denn allein durch Preußen werde die deutsche Sache noch über dem Wasser erhalten. Preußen lasse freilich noch gar Manches zu wünschen übrig, aber mau müsse es zur Erkenntniß bringen, daß es voran müsse für die Sache des Fortschritts. So sehr Einzel ueS zu mißbilligen, was in Preußen geschehe, so erfreulich sei es, daß das preußische Volk durch seine entschiedenen Wahlen zum Abgeordnetenhaus die kühnsten Erwartung?« ühertroffen habe. Die preußischen Volksvertreter, deren Mehrzahl sich deutsche Fortschrittspartei nennt, werden dm Hoffnungen des Volks entsprechen, und wenn dann die Idee des Bundesstaats in Preußen einmal durchgedrungen, dann werden die identi scheu Noten schnell über Bord fliegen und die deutsche Sache rasch siegen. Und waS sind es für Männer, die die identischen Noten offerire»? 7 iawo V«NS08 et äonz sMnles könnte man von ihnen sagen. ES sei nicht mehr zweifelhaft, in diesem Kampf müsse jeder Patriot mitPreußen gehen. Redner selbst wünscht keine Spaltung, auch er ist sür eine Einigung des ganzen Deutschlands, und hofft, daß auch die Zeit dazu kommen werde Für jetzt aber sei nur an eine Einigung Dessen zu denken, waS geeinigt werden könne, und Das gehe in Bezug auf Oesterreich nicht an. Der Nationalverein habe keine Wahl, er müsse mü Preußen gehen und es dahin zu bringen suchen, daß jeder Preuße ein deutscher Fortschrittsmann werde. Lassen wir uns nicht durch dm Vorwurf „Kleindeutsch" beirren; lieber Klein deutschland, als kein Deutschland, denn das letztere würde die Folge der Siege des Hauses Habsburg und der Würzburger sein. Redner geht hierauf zu einer Erläuterung des Antrags über und bemerkt zu Nr. 3, das hierin Ausgesprochene bedürfe keiner Motivirung; Baden habe eine Regierung, wie sie nur in Preußen zu seist brauche, um schnell die ganze Sache fertig zu machen. (Langanhaltrnder Beißll.) Wir brechen für heute hier ab uud bemerken nur noch, daß, nachdem noch die HH. Georgii und Odergerichtsadvvkal Eller aus Mannheim sich über den ersten Gegenstand der Tagesordnung ausgesprochm, die obigen Resolutionen einstimmig angenommen wurden. Inder kurhessis.chen Frage wurde fvlgmde Resolution beantragt: Die heute versammelten Mitglieder und Freund« de- deutschen Nativ- nalvereins erklären: 1) Nurch durch Wiederherstellung der Verfassung von 1831 nnd de« Wahlgesetze» von 1349 kann der VcrfassungSbruch in Kurhessen gesühnt werden nnd dem tief verletzten Rechtsbewußtsein des deutschen Volk- Genüge geschehen. 2) Die Versammlung zollt ihre volle Anerkennung dem Much, der Ausdauer und der Aufopferung de« kurhessischen Volks in seinem Ver- ässungskampfe, und vertraut fest, daß seiner unerschütterlichen Beharrlichkeit ein naher Sieg nicht schien kann. 3) Dir Versammlung sprjcht der großh. badischen Regierung ihren wärmsten Dank aus sür die lhatkräftige Vertheidigung, welche sie dem guten Recht des kurhessischen Volks in der Bundesversammlung wiederholt gewährt hat. 4) Der Vorsitzende wird mit den, Vollzug von 2 und 3 beauftragt. Auch diese hauptsächlich von Hrn. vr. Ladend urg begründete Resolution fand einstimmige Annahme. (Schluß folgt.) Stuttgart, 15. Febr. (Bull.) Nachdem bei dem König in den letzten Tagen die Krankheitserscheinungen sich allmälig verloren haben, kehren auch die Kräfte in erfreulicher Weise zurück und er ist in der Genesung begriffen. Darmsta-t, 14. Febr. (Darmst. Z.) Heute ist von der dazu verordneteu Expertenkommission auch zur Ausgrabung und Untersuchung der Leiche der ersten, vor elf Jahren vcr« torbenen Ehefrau Jakobp's geschritten worden. L.L. Berlin, 15. Febr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses überreichten Twesten und Genosse« einen Antrag, der etwa folgendermaßen lautet: DaS Haus wolle beschließen, zu erklären: 1) daß es dringend geboten erscheine, daß die königl. Staatsregierung die volle Verwirklichung des unveräußerlichen Rechtes verbeut- chen Nation auf ein gemeinsames deutsches Parlament rc. offen als das Ziel ihrer Politik ausspreche und verfolge; 2) daß sie, um sich die zur Erreichung dieses Zieles nothwendige Sympathie der deutschen Volksstämme zu erwerben, vor Allem den Ausbau der preußischen Verfassung in ihrem ursprünglichen Geisternst und fest in die Hand nehme. — Der Antrag geht an die zur Borbcrathung der Anträge über die deutsche Frage gewählte Kommission. — Die Kommission zur Berathung der Anträge in der deutschen und italienischen Frage beseht aus den Abgg. v. Carlowitz, Vorsitzenden; v. Rönne (Solingen), Stellvertreter; Krüger, Schriftführer; Dahlmann, Stellvertreter; Techow, Schultze-Delitzsch, Lette, Panier, Ger- lich, vr. v. Rönne (Glogau), Twesten, Fubel, vr. Krebs, vr. Simson, Bürgers, v. Därst, v. Beughem, Behrend, Grohn, vr. Virchow, Jmmermann. — Der Abg. Waldeck hat dem von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurf einer neuen Städteordnuug ein Paroli gebogen, indem er, unterstützt von 54 Mitgliedern, einen Gesetzentwurf über Wiedereinführung der Gemeindeordnung vom 11. März 1850 eiagebracht hat. ** Berlin, 16. Febr. Die ministerielle „Sternzeitung" bringt in ihren neuesten Nummern eine kritische Beleuchtung der identischen Noten. Wir werden darauf zurückkommen. — Wie verlautet, sind zwischen dem diesseitigen und dem österreichischen Kabinet jetzt wieder Unterhandlungen über eine Regelung der kurhessisch enFrage im Gange. — Mit dem Fürstenthum Waldeck wird über eine Militär- konvention verhandelt. Es soll aller Grund zu der Annahme vorliegen, daß der Abschluß der Uebereinkunft schon in nächster Zeit erfolgen werde. Gestern traf der fürstlich waldeck'- sche Major und Kommandeur des Bundeskontingents, v. Dr- rtngshofen, aus Arolsen hier ein. Die Reise desselben nach Berlin soll mit der Militarkonvention in Zusammenhang stehen. — Was die Frage der Anerkennung des Kö- nigreichsJtalien betrisst, so ist dieselbe allerdings in neuester Zeit in den höchsten Regierungskreiscn zur Sprache gekommen, soll jedoch bis jetzt nicht zur Entscheidung gekommen sein. Oesterreichische Monarchie. Pesth, 15. Febr. Die Scharff'sche Korrespondenz vernimmt als glaubwürdig, die militärische Eintreibung der Steuern in Ungarn werde eingestellt und die Steuererhebung den provisorischen Komitatsbehörden überlassen werden. Italien. * Turin, 16. Febr. Die Abgeordnetenkammer hat den Gesetzentwurf bezüglich der Eisenbahn von Tarent «ach Reggio genehmigt. Turin, 16. Febr. (Mannh. I.) DaS „Diritto" ist beauftragt , zu erklären, daßGaribaldt die in seinem Namen versuchten gesetzwidrigen Anwerbungen weder autvrisirt noch empfohlen habe. Großbritannien. London, 15. Febr. Die Kronprinzessin von Preußen kam gestern Mittag direkt zu Schiff in Osborne an. Am Landungsplatz ward sie von der Prinzessin Alice und dem Prinzen Arthur empfangen. — In der gestrigen Sitzung des Oberhauses erwiederte Earl Russell als Antwort auf eine Interpellation Earl Stanhope's, daß Berichte über neue amerikanische Steinversenk ungen fehlten. England und Frankreich seien über die Barbarei derartiger Maßregeln einer Meinung. Verantwortlicher Redakteur, vr. I. Hcnn. Krornlein, M Z.g.316. Karlsruhe. Dem All« ^Mmächtizen hat es gefallen, heute Nach» » mittag V,2 Uhr unsere liebe, gute Toch« M ter und Schwester, Sophie Grosholz, in ein besseres Jenseits abzuberufen; wovon wir Verwandte und Bekannte mit der Bitte um stille Theilnahme in Kenntniß setzen. Karlsruhe, den 16. Februar 1862. Die Hinterbliebenen. , Z.g.293. Flehingen, Amts Bret- KWMten. Wir entledigen uns hiermit der » traurigen Pflicht, unfern Freunden und I Bekannten anzuzeigen, daß unsere liebe Gattin und Mutter, Barbara Feige n b u tz, geb. Stamm, nach langem Leiden am Montag den 10. Febr., Nachmittags 2Vr Uhr, in einem Alter von 28 Jahren sanft im Herrn entschlafen. Allen Jenen, welche die Verblichene zur Ruhestätte geleiteten und dieselbe während ihres Leidens besuchten, unfern schuldigsten Dank. Wir bitten um stille Theilnahme. Der trauernde Gatte neb st Kind. _ L Hohenheim. Ankündigung der Vorlesungen an der K. württembergischen land- und forst- wirthschaftlichen Akademie Hohenheim für das Sommerhalbjahr 1862. I. Hauptfächer. 1) Landwirtbschastliche: Direktor v. Walz: spezieller Pfanzenbau, Gütertaration mit Uebungen, landwirthschaft« liche Baukunde; Professor Siemens: land- wirthschaftliche Technologie; Professor Dr. Rau: Rindviehzucht, Schafzucht, Wein-, Hopfen- und Tabaksbau, Demonstrationen; Pros. Dr. Rueff: Pferdezucht, Seidezucht; Jnstitutsgärtner Konzelmaun: Gemüsebau, Demonstrationen im Obstbau; Inspektor Hiutz: praktische landwirthschaftliche Uebungen; Oberlehrer Kik: Demonstrationen über Bienenzucht. 2) Forstwirts» schaft- liche: Oberförster Prof. Dr. Nördlinger: Forstschutz, Forsttaration, Forstgeschäftspraris und Exkursionen; Prof. Fischbach: Forstge- setzgebung, Waldbau, Exkursionen und Repetitionen; Sekretär Schüßler: Rechtskunde. II. Hilfswiffenschaftliche Fächer. Oberstudienrath Prof. Dr. Riecke: praktische Geometrie, Stereometrie, Trigonometrie, Waldwerthsberechnung ; Prof. Dr. Fleischer: Einleitung in die Botanik, spezielle ökonomische Botanik, Geognosie, spezielle Zoologie der Wirbelthiere, Exkursionen; Prof. Dr. Wolfs: Agrikultur- Chemie, landwirthschaftlich-analytische Chemie, praktische Uebungen im chemischen Laboratorium; Professor Dr. Rueff: Thierheilkunde, allgemeine Zoologie; Professor Fi schbach: Forstbotanik, Planzeichnen. Ueber die Hilfsmittel der Akademie, die Eintrittsbedingungen ,c. gibt der gedruckte Prospekt Auskunft, der auf Verlangen mitgetheilt wird. Der Anfang der Vorlesungen ist auf den 1. April festgesetzt. Im Februar 1862. Direktion der K.land- u. forstwirthschaftlichen Akademie: _ Walz. _ Z.g.284. Nr. 136. Staufen. Bekanntmachung. Die in Krozingen stattfindende Wcin- ausstellung des Amtsbezirkes Staufen betr. Am Donnerstag den6. MLrz d. I. findet in der Post zu Krozingen eine Ausstellung 1861er Weinen deS Bezirkes von Morgens 10 Uhr bis Nachmittags 1 Uhr statt. Indem wir diese« öffentlich bekannt machen , bitten wir um zahlreiche Theilnahme hieran. Staufen, den 13. Februar 1862. Der landw. Bezirksverein. Metzger. vdt. Seyferle. Z.g.317. Karlsruhe. Circus Suhr H Hüttemann auf dem Schloßplatz in Karlsruhe, mit Logen, Sperrsitzen und Sitzplätzen, geheizt und die Logen mit FnßwSrmern versehen. Heute Dienstag den 18. Februar, große Vorstellung. Zum 3ten und letzten Male: Mazeppa's Verbannung, große historische Pantomime mit Manöver, Tänzen und Evolutionen ; beachtungswerth ist die Dressur des Ma- zrppa-Pferdes, welch«« aus einer Bahre im Triumph von 24 Kosackeu getragen wird, sowie die der 16 zügellosen Pferde. Mansouris, Pferd der hohen Schule, geritten von Mad. Suhr. Hr. Moritz Reiß in seinen außerordentlichen Arbeiten aus unge- sattelten Pferden, endigend mit dem koor» valans. Uranus, fizilianischer Wallach, Schulpferd in der Freiheit dressirt und vorgeführt von Herrn Sudr. Fräulein Sophie Sagrino iu ihren graziösen Tänzen und hoher Elevation zu Pferde. Der kleine 4- Hührige Albert Suhr in feinen graziösen Arbeiten zu Pferd. Mad.Glasenapp in ihren Parforcetouren, sowie das Durchspringcn verschiedener Reife, einer nach dem andern. Herr Ferdinands Sagrino in feinen Bor- u. Rückwärts-Elevationen und 8 »>,o mortale« zu Pferd. Morgen Mittwoch den 19. zum ersten Malest Die Räuber in drn Abruzzen, große historische Spektakel-Pantomime mit Tänzen, Evolutionen, Gruppirungen, au-gefiihrt von 120 Personen und 24 Pferden. Duhr LL HLttema»». Z.fBL4. Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Ueber die Geschäfisergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1861 kann vorläufig mitgetheilt werden, daß dieselben wiederum sehr günstig waren. Durch einen Zugang an neuen Versicherungen von 1365 Personen mit 2,603500 Thlr. Versicherungssumme ist der Versicherungsbestand auf ohngefähr 23550 Personen mit 38,775000 Thlr. und der Bankfonds auf 10,800000 Thlr. gestiegen. Bei einer Jahreseinnahme an Prämien und Zinsen von etwa 1,820000 Thlr. waren nur 860900 Thlr. für 544 gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag die rechnungsmäßige Erwartung nicht erreicht. Im Jahre 1862 wird der Ueberschuß des Versicherungsjahres 1857 mit 339189 Thlr. an die Versicherten zurückerstattet, welcher einer Dividende von 29 Prozent entspricht. Nach den bereits vorliegenden Ergebnissen werden sich die Dividenden für 1863 auf 33 Prozent und für 1864 auf 37 Prozent erheben, mithin den Theilnehmern noch größere Vortheile als bisher zu Gute kommen. Versicherungen werden vermittelt durch Bernhard Schweiz in ILarldrnhe, I. F. Kiefer in Bachen, Rentbeamter G. A. Braun in Constanz, F. X. Huber io Donaueschingen, Stift.-Sekret. Xav. Siefert in Freiburg i. B«, Louis Spitzer in Heidelberg, Geistl. Verwalt. Ludwig Kern in Lahr, Rabus Sk Stoll in Mannheim, Heinr. Helfrich in Mosbach a. N., A. A. Schaible in Offenburg, Rohreck-Vorholz in Pforzheim, Buchhändler H. Zemmermann in Waldshnt, Friedr. Louis Kiffet in Weinheim, Heuir. May in Wertheim. Z.g.289. LLI.VIK Gründliche Heilung -er eingeklemmten Brüche. Sofortige Linderung. Herr Helvig, Mitglied der kaiserl. Akademie der Künste in Pari« und der königl. Akademie in London, kaiserl. sranzös. patentifirter Brucharzt und Erfinder neuer anatomischer Bruchbänder, wodurch alle veralteten oder eingeklemmten Brüche geheilt werden , ferner neuer Unterleibszürtel, um das Verrücken der Gebärmutter zu verhindern, wird den 25., 26. und 27. Februar im Gasthaus zum Engel in Freiburg . den 28. Februar, 1. und 2. März im Deutschen Hof in Karlsruhe, den 3-, 4. und 5. März im Gasthof zum König von Portugal in Mannheim zu sprechen sein. Der Erfinder ist im Besitze mehrerer goldener und silberner Ehren- und Verdienstmedaillen, so wie mehrerer hundert Zeugnisse und Beweise, die zur Einsicht bereit liegen. Briefe werden schleunigst beantwortet. Arm e werden stets unentgeltlich behandelt. _ Kaltwafferheilanstalt Michelstadt i. O. Heilanstalt für chronische Kranke jeder Art mit Ausnahme von Geisteskranken. Bau und Einrichtung der Anstalt machen den Gebrauch der Kur zu jeder Jahreszeit möglich und könnm deßhalb Kranke stets Aufnahme finden. Michelstadt i. O., im Januar 1862. Hp. AA. Spieß. Februar, März und April bei weitem die günstigste Jahreszeit für Heilung chronischer Kranken. Z f.880. r.r.ssö. IV Ä 1l IN L 8 e I> 11I v » mit erllökter Oescdvvindiglceit. kerlin, Unter cken Linden 8 . Islirilc: vor äem Lclllesiscden Illore, emplleklt: Mr lVllscde mit kost verdoppelter Kescdvvinäigleeit .... 50 Idlr. vsmensedneiäer-4rbeiten do. do. .... KO „ Uerren8ckneider-4rbeiten.65 „ Mlilsrnrdeiten mit Seditkeden grösster Sorte.65 „ 8ekudmscker-4rbeiten in Lasting und Leder nscll Krover L Lsleer ..65 „ lambourirmssckioen rum Verlieren von vsmen- scüneider-4rdeiten, Nsadsellllden etc.45 „ Verpackung etc. in obigen Preisen einbegriKen. Kensue Kebraocds- 4nweisnngen sind stelz belgekvgt. Illnstrirte ?rels- 6 our»nte «erden jederzeit gratis übersandt, jede gevvünscbte Auskunft umgebend er- tbeilt und geneigte XuklrSge pünktlicd »usgekübrt. Z.g.140. Basel. Oessentliche Versteigerung -es Gasthofes nebst -azu gehörigem Casthaus „zum Engel" in Basel. Am Donnerstag den 6 . März 1862, Vormittags 10 Uhr, wird .wegen vorhandener minorenner Erben des verstorbenen Eigenthümers iu gerichtlicher Form versteigert werden, und zwar im Saale de« Civilgericht« in Basel: Die zur Erbsmaffe des Hrn. Johann Stößel, Vater, von Aspach (Frank- > reich) gehörige Liegenschaft Nr. 353 in der Spahlervorstadt zu Basel gelegen, genannt I Gasthof zum Engel , bestehend in zwei geräumigen ineinander stoßenden Wohn- ' behausungen mit Tavernenrecht, Gasthaus und Eafe, zwei geräumigen Stallungen und aller übrigen Zubehörde und Gerechtigkeit. Zur Besichtigung der Liegenschaft wolle man sich gefälligst im Gasthofe zum Engel melden, behufs näherer Auskunft über die Verkaufsbedingungen und haftenden Lasten sich aber in der CivilgerichtSschreiberei Basel oder an die Erben von Jean Stößel Vater sel. in Basel wenden._ _- Z.g.315. Karlsruhe. Unter Bezugnahme an mein jüngst erschienenes Samenverzeichniß benachrichtige ich die verehrlichen landwirthschaftlichen Bezirksstellen und Oekonomen, daß in 8—14 Tagen eine Parthie schönster Sommerroggenans Sachsen (Originalsaat) bei mir eintrifft, worauf ich frühzeitigen Aufträgen zur Vormerkung entgegen sehe. Preis per Pfund 8 kr., im Zentner billiger. _ I. SchvAeübertzer. Z.f.896. Baden-Baden. Anzeige und Empfehlung. Eine große Parthie der neuesten Pariser BallkrSnze in allen Sorten Blumen und Blüthen empfiehlt zur gefälligen Abnahme zu den billigsten Preisen von 2 Regina Wtttelsbach, GernSbacher Straße in Baden-Baden. Ebendaselbst werden auch alte Ballkränze wieder auf das eleganteste gerichtet., Z.gL70. Gesuch. Eine noch brauchbare Luftpumpe wird zu kaufen gesucht. Karlsruhe, poste rest. 8 . c. 37.__ Z.g.285. Mannheim. . Äpothekergeliilsenstelle. In einem Städtchen des bad. Oberlandes ist unter günstigen Bedingungen eine Gehilfenstell« in einer Apotheke zu besetzen. 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M., von Morgens 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr ausangend, zur Steigerung angeboten: Eine große Anzahl Schreinwerk, bestehend in Tischen beliebiger Größe, als runde, ovale und andere, Spiegel in Gold- und Holzrahmen, gepolsterte, Rohr- und Strohstühle, Ruhestühle und Sessel verschiedener Form und Größe, eine große Auswahl Kanapees, ebenso Kommoden, Schreibtische, Sekretäre, Kleiderschränke, Küchenschränke und Bettladen, eine Anzahl Bettung und Matratzen. — Auch werden Kanapee'« und die dazu paffenden Stühle, sowie Ruhestühle zu einer Zimmereinrichtung ausgeboten; ferner verschiedener' HauSrath, als: Flaschen, Gläser, Theemaschinen, Porzellan u. s. w. gegm gleich baare Zahlung versteigert. Heidelberg, den 15. Februar 1862. H. Ehrl«, Waisen richter. Z.g.2S6. Forst. Bekanntmachung. Da die am 4. d. MtS. abgehaltene Versteigerung, der Bauarbeiten zu einem neuen Schul- und Rath- Hause zu Forst me Gmehmigung nicht erhalten hat, so werden diese Bauarbeiten nochmals und zwar mittelst schriftlicher Angebote zur Ausführung übergeben und bestehen aus Maurerarbeit, im Voranschlag von 9318 ff. 32 kr. Steinhauerarbeit, , , 3005 fl. 56 kr. Zimmerarbeit , „ , 4835 fl. 34 kr. Schreinerarbeit , » , 1557 fl. 11 kr. Glaserarbeit , „ „ 494 fl. 44 kr. Schlofferarbeit „ „ „ 1421 fl. 49 kr. Schmiedarbert „ _ „ 177 fl. 46 kr. Blechnerarbeit „ „ „ 399 fl. 41 kr. Tüncherarbeit „ _ „ 559 fl. 31 kr. Pflästererarbeit „ „ „ 189 fl. 10 kr. Die Pläne, Kostenberechnungen und' Bedingungen find im hiesigen Rathhause zur Einsicht täglich aufgelegt, und sind die Angebote bis zum 24. Februar d. I. daselbst einzureichen. Forst, den 15. Februar 1862. Der Gemeinderath. Z.g.266. Nr.24. Schaffhausen. Eisenbahnbau von Waldshut nach Konstanz Die Bauarbeiten für die Herstellung des Haupt- undNebengebäudes der Station Hallau-Wilchin- gen sind im Submissionswege zu vergeben. Nach den Voranschlägen beträgt die Maurerarbeit beiläufig.3100 fl. Gypserarbcjt - 610 fl. Zimmerarben - 2220 fl. Schreinerarbeit - 845 fl. Schlosserarbeit - 325 1. Blechnerarbeit - 155 fl. Glaserarbeit - 510 fl. Anstreicherarbeit - 255 fl. Pläne, Ueberschläge und Bedingungen liegen auf dem Hochbaubureau (Bahnhof Schaffhausen) zur Einsicht auf, wo auch die Angebote bis Freitag den 21. Februar, Vormittags, versiegelt und kostenfrei einzureichen sind. Schaffhausen, den 14. Februar 1862. Großh. bad. Eisenbahn-Bauinspektivn, Hochbau- abtheilung. C. Dernfeld. Z.g.12I. Renchen. (Holzversteigerung.) Aus dem Domänenwald diesseitigen ForstbczirkS, Distrikt I. Mürich, Schlag Nr. 7, nahe bei der Stadt Renchen, werden nachbeschriebene Holzsortimentc in kleinen Loosen gegen Bezahlung vor der Abfuhr versteigert, Montag den 24., Dienstag den 25. und Mittwoch den 26. Februar, Scheiterholz: 6 V 2 Klafter hagenbuchenes, 47>/r Klafter eichenes, 10'/r Klafter eschenes, 9 Klafter gemischtes. Prügelholz: 216'/? Klafter erlenes, 128'/, Klafter gemischtes. Normalwellen: 4M Stück hagen- buchene, 16,850 Stück gemischte und 5 Loose Schlagraum ; Donnerstag den 27. Februar: 11 starke Holländereichen , 3 Stück vorzügliche eichene Spallklötze, geeignet für Küfer, Kübler und Glaser, 1 Nagelschmiedsklotz, 25 Bau- und Wagnereichen, 1 Weißrusche , 20 Hagenduchen, 51 Erlen, 2 Birken , 44 Eschen und 6 Klafter vorzügliches eichenes Spälterholz. Man versammelt sich jeden Tag Morgens 9 Uhr auf dem Schlag , in welcher Zeit mit der Steigerung der Anfang gemacht wird. Renchen, den 10. Februar 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. Lrndenmaier. Z.tz.299. Stein. (Holzversteigerung.) Wir versteigern bis Donnerstag den 20. Februar 1862 im Walde Sr. Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Karl von Baden, DistriktNeulinger Wald: 45 Stämme forlenes Säg-, Nutz- und Bauholz, 1 Stück eichenes Nutzholz, 250 Stück forlene Baumpfähle, 13 Klafter meist forlenes Scheit- und Stockholz und 3000 Stück meist forlene Wellen. Die Verhandlung beginnt früh 10 Uhr aus der Hiebsstelle. Stein, den 15. Februar 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. M e z g r r. Z.g.281. Nr. 2883. Heidelberg. (Fahndung.) Am 8 . d. Mts. hat eine Weibsperson mit blonden Haaren, in den 20er Jahren alt, die einen braunlackirten Hängkorb bei sich hatte, aber näher nicht beschrieben werden kann, in einem hiesigen Kaufladen die unten beschriebenen Halstücher in betrügerischer Weise sich zu verschaffen gewußt. Beschreibung. 3 Stück lang Olläles de Isine (fein, ganz wollen), grau und modesarbig karrirt, mit Etiquets, auf welchen der Verkaufspreis mit Zahlen angegeben ist: 14 fl., 13 fl., 11 fl. 2 Stück einfache Ollides de laine (sein, ganz wollen) , ebenfalls karrirt, mit dem Verkaufspreis 7 fl., 6 fl. 48 kr. .Die EtiguetS find von den beiden Fabrikanten k. L. LuckmutU L 14.