Karlsruher Zeitung. Mittwoch, 12. März. «<». Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die Post im Eroßherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werben. 1862 Telegramme. ^ Berlin, Dienstag 11. März. Durch königl. Ordre vom Heutigen, gegengezeichnet von sämmtlichen Mitgliedern des Staatsministeriums, mit Ausnahme v. Bethmann - Holwegs, wurde das Abgeordnetenhaus aufgelöst und daS Herrenhaus vertagt. Die Versammlung trennte sich mit einem dreimaligen Hoch auf den König.*) Polnische Grenze, 10. März. (A. Z.) Am gestrigen Jahrestage der Thronbesteigung enthielt ein Extrablatt der Dziennick 41 Strafbefreiungen, 32 Milderungen sämmlich leichter Vergehungen. Warschau ist ruhig. Weimar, 10. März. (A. Z.) Der Landtag hat mit Majorität den Antrag auf Aufhebung der nach den bekannten Bundesbeschlüssen ergangenen Gesetze über Preß- und Vereinswesen angenommen. Parts, 10. März. (Mannh. I.) In der heutigen Sitzung des Gesetzgeb. Körpers antwortete der Minister Barsche auf eine Interpellation Darimon's über die jüngsten Verhaftungen. Er sagte: Wollte ich die Debatten leidenschaftlich machen, so würde ich der Kammer Tatsachen mittheilen, worüber die Justiz eben Untersuchung anstellt. Man hat das „Programm der künftigen Regierung" beschlagnahmt, in welchem Stellen enthalten sind: „Fort mit dem Kaiserreich! Fort mit dem Kaiser I Künftighin wird der Staat allein die verstorbenen Bürger beerben." Barsche hofft, die Verhafteten werden sich rechtfertigen, da sonst die Artikel fünf und sechs des Sicherheitsgesetzes gegen sie angewendet werden müssen. * Madrid, 8. März. Die von der „Patrie" gebrachte Nachricht, die Regierung beabsichtige General Prim zurückzurufen, ist falsch. — Mehrere spanische Prälaten werden sich nach Rom begeben. Wien, 10. März. (A. Z.) Der Gemeinde-Gesetzentwurf wurde sanktionirt. Ragusa, 10. März. (A. Z.) Die Unterh andlun- gen sind an Vukalovich's zu weit gehenden Forderungen gescheitert. Die türkischen Truppen rücken heute gegen Zubzi vor. * Alexandria (Egypten), 9. März. Der Vize-König hat mit dem Haus Oppenheim den Vertrag wegen eines Anlehens von 40 Millionen Franken unterzeichnet. Die von der egyptischen Regierung zu Rath gezogenen alexandrini- schen Bankiers erklärten, daß die Serghis eine von den Schatzscheinen verschiedene Gattung Titel von geringerem Werthe ist. *) Aus einem gestern (11. d.) Nachmittags expedirten Ertrablatt wiederholt. Badischer Landtag. -j- Karlsruhe, 10. März. Neunte öffentliche Sitzung der Ersten Kammer, unter dem Vorsitze des durchlauchtigsten Präsidenten, des Hrn. Fürsten Wilhelm zu Löwenstein. Auf der Regierungsbank: Der Staatsminister der Justiz, Hr. Geh. Rath vr. Stadel; der Präsident des Handelsministeriums, Hr. Geh. Rath vr. Weizel; die HH. Mini« sterialräthe v. Freydorf und Nicolai. Das hohe Präsidium macht einige Mittheilungen der Zweiten Kammer bekannt, und theilt ferner mit, daß Frhr. v. Gö« ler wegen Augenleiden um Urlaub aus unbestimmte Zeit bitte; die Kammer ertheilt denselben. DaS Sekretariat zeigt den Einlauf folgender Petitio- MN an r 1) Bitte der Bezirke Meßkirch, Radolfzell und Stockach, die Erbauung einer Eisenbahn von Radolfzell nach Meßkirch zum Anschluß an die projektirte Donauthalbahn. 2) Bitten um Untersuchung der Elzthallinie behufs Erbauung einer Schwarzwaldbahn von den Gemeinden Furt- Wangen (sowie dem Komitee für eine Elzthal-Schwarzwald- Eisenbah» daselbst), Schönenbach, Neukirch, Bregenbach, Hammereisenbach, Bubenbach, Langenbach und Vöhrenbach. Der Präsident eröffnet die Diskussion des Kommissionsberichts über den Gesetzentwurf, die Aufhebung deö Lehenverbandes betr. Grafv. Berlichingeu ist bei dem vorliegenden Gesetz nicht betheiligt, da er seine Lehen längst abzelöst hat. Er hat den Gesetzentwurf an sich mit Freude begrüßt; er findet ihn für die Vasallen in mancher Beziehung wohlwollend. Allein die in §. 3 aufgestellten Taren seien zu hoch und drückend und deren Herabsetzung nach dem Kommissionsantrag deßhalb begründet. Zwei Punkte vermisse er jedoch in dem Gesetzentwurf und in dem Kommissiousbericht, daß kein Unterschied gemacht werde, ob der Lehensherr oder der Vasall kündige, und daß uicht zwischen eigentlichen und aufgetragenen Lehe« unterschieden werde. Den ersten Punkt anbelangend werde ja auch in andern Ablösungsgesetzen, z. B. beim Erbbestaud, der Schäfereigerechtigkeit, ein Unterschied gemacht; warum nicht auch hier? Den zweiten Punkt betreffend, seien die aufgetragenen Lehen nie Eigenthum des Lehensherrn gewesen, und dieser könne zudem seinen Verpflichtungen heute nicht mehr Nachkommen, was wohl zu berücksichtigen gewesen wäre. Freilich wäre bei vielen Lehen sehr schwierig gewesen, nachzuweisen, ob sie eigentliche oder aufgetragene Lehen seien, und da der Kommissionsantrag, auf Recht und Billigkeit gegründet, annehmbar erscheine, wolle er keinen besondern Antrag stellen, sondern den Kommisfivnsantrag empfehlen, dem er vollkommen beistimme. Bezüglich eines Passus in der Begründung deS Gesetzentwurfs, der wohl zunächst die Beiträge zu den Gemeindelasten im Auge habe, wolle er noch den Wunsch und die dringende Bitte an die Regierung richten, daß bei Pcivatübereinkommen der landsäßige Adel dem reichsunmittelbaren gleich behandelt werde. Die Rechte beider seien im Grunde genommen dieselben; der Mangel des Rekursrechts an den Bund begründe keine Zurücksetzung des landsäßigen Adels. Eine Regelung der Beiträge der Grundherren zu den Gemeindelasten sei nothwendig; er wünsche der Regierung den besten Erfolg bei Privatübereinkommen zu diesem Zweck; ja er gestehe ihr bas Recht zu, einseitig in dieser Sache vorzugehen, wenn sie die Nichtvcrpflichtung, zu den Gemeiudelasten beizutragen, so behandle, wie jedes andere Eigenthum, nämlich es durch Expropriation acquirire. Manche Ehrenrechte, die den Grundherren in der Gemeinde noch zustehen, lassen sich freilich nicht abschätzen noch abkaufen, weil es Ehrenrechte seien; ein Verzicht darauf werde enge mit den Stellung im Zusammenhänge stehen, die die Regierung der Grundherren überhaupt einzuräumcn gedenke. Eine Aenderung hierin sei nöthig, und der Redner wünscht, die Regierung möge auch hierüber bald eine Gesetzvorlage machen, die Alle befriedige. Frhr. v. Türckheim hat nicht das Glück, bei dem Gesetze nicht persönlich interessirt zu sein; denn er sei Lehenbesitzer. Er habe dies in der Kommission geltend gemacht, diese aber ihn dennoch zum Berichterstatter gewählt, weil eben ein Betheiligter die Verhältnisse am besten kennen müsse. Er will nur bemerken, daß die Kommission es streng vermeiden zu müssen geglaubt habe, eine Frage hereinzuziehen, die nicht speziell auf das Gesetz Bezug habe. Frhr. v. Stotzingen hat bei Einbringung des Gesetzes geglaubt, die Regierung wolle jene Mitglieder des Adels, die im Besitz von Lehen sich befinden, für die vielen Verluste, die sie durch Ablösungen verschiedener Art erlitten, durch das Gesetz einigermaßen entschädigen. Dies sei aber nicht der Fall. Denn es sei nicht billig, daß auch der Lehensherr aufkündigen könne und nicht einmal ein Unterschied gemacht werde, ob der Lehensherr oder der Vasall kündige. Die Motivirung der Regierungsvorlage mache aber die Sache noch schmerzlicher. Die wenigen Vorrechte, die der Adel noch habe, seien zum Handclsgegenstand gemacht und das Gesetz dazu bestimmt, ihm dieselben abzunehmen; denn es könne eine Familie in einer Lage sein, daß sie auf alle Bedingungen eingehen müsse, wenn die Kündigung Seitens des Le- hensherrn erfolge. Der Redner sieht in dem Gesetz nur einen neuen Schlag, der den Adel und indirekt dieses hohe Haus treffe, und kann demselben nicht zustimmen. (Forts, folgt.) ^ Karlsruhe, 11. März. Zweiundzwanzigste öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer, unter dem Vorsitze des Präsidenten Hildebrandt. Von Seiten der Regierung anwesend: Der Präsident des Kriegsministeriums, Generalleutnant Ludwig; der Präsident des Finanzministeriums, Geh. Rath vr. Vogelmann; Geh. Referendär v. Böckh. Das Sekretariat zeigt den Einlauf folgender Petitionen an: 1) Bitte der Gemeindemitzlieder und Einwohner von Kinzigthal und Gutach um Erbauung der Kinzigthal- Bodensce-Eisenbahn; übergeben vom Abg. Eckhard. 2) Gleiche Bitten von P e t e r z e l l, Stock bürg, Amts Villingen, und Burgberg; eingekommen beim Sekretariat. 3) Bitte der Gemeinde Tiefenbronn, wegen Umgehung oder Abgrabung der sog. Käfersteige und gegen die Erbauung einer Würmthalstraße; eingekommen beim Sekretariat. 4) Bitte der Gemeinderäthe zu Schönau, Heiligkreuzsteinach, Hilsenhain, Lampenhain und BärSbach, um baldige Herstellung eines fahrbaren Wegs durch den Odenwald; übergeben vom Abg. Allmang. 5) Bitte der Bezirke Meßkirch, Radolfzell und Stockach, die Erbauung einer Eisenbahn von Radolfzell nach Meßkirch zum Anschlüsse an die projektirte Donauthal- bahn betr.; übergeben vom Abg. Schwarzmau u. 6) Bitte verschiedener Gemeinden des Tauberthales und der anstoßenden Landschaften, die Zugsrichtung der Oden - Waldbahn betr.; übergeben vom Abg. Schmitt. 7) Bitte der Gemeinde Thiergarten, Amts Oberkirch, die Errichtung einer Telegraphenstation in Renchen betr.; übergeben vom Abg. Kimmig. 8) Bitte mehrerer Bürger zu Griesheim um Abänderung der Gefahr der Ueberschwemmung der Kinzig; eingekommen beim Sekretariat. 9) Bitte einer Anzahl Bürger von Oberkirch um Erwirkung einer allgemeinen Amnestie für die an den Aufständen von 1848 und 1849 Betheiligten; übergeben vom Abg. Kimmig. 10) Wiederholte Bitte deS Gemeinderaths und engcru Ausschusses der Stadt Eberbach um Rückgabe der bei der allgemeinen Entwaffnung im Juni 1849 dort abgenommenen Waffen; übergeben vom Abg. Schaaff. 11) Bitte des Gemeinderaths von Buchen, die Abschaffung der Wasenmeisterei betr.; übergeben durch den Abg. Spohn. 12) Bitte einer Anzahl von Wittwen großh. Staatsdiener um Erhöhung ihrer Wiltwenkasse- und PensionSgehalte; übergeben vom Abg. Frick. 13) Bitte der Gemeindevorsteher des Amtsbezirks Eber- bach, Einführung von Kommunalschulen betr.; übergeben vom Abg. Schaaff. 14) Bitte mehrerer Gemeinden des 2. Wahlbezirks um Abänderung des Gesetzes vom 19. März 1858, die anderweite Bestimmung der Accise und des Ohmgeldes vom Wein betr.; übergeben vom Abg. Schwarzmann. 15) Bitte des Rechtsanwalts Latterner von Mosbach, zur Zeit in Heidelberg, Entschädigung wegen Suspension von der Anwaltschaft betr.; übergeben vom Abg. Allmang. 16) Bitte des Gemeinderaths und engeren Ausschusses der Stadt Eberbach für die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten; übergeben vom Abg. Schaaff. 17) Lithographirte Petitionen gegen die Gleichstellung der Israeliten von den Gemeinden Rüppurr, A. Karlsruhe, übergeben vom Abg. v. Stockhorn; Stetten, Bühl B.-A. Waldshut, übergeben vom Abg. Rutschmann; Hei- tersheim, B.-A. Staufen, übergeben vom Abg. Feder er; Schriesheim, B.-A. Ladenburg, übergeben vom Abg. MayS; Hochhausen, B.-A. Mosbach, übergeben vom Abg. Fröhlich ; Kirchzartcn, L.-A. Freiburg, übergeben vom Abg. Käst fe rer; Wolfcnweiler, L.-A. Freiburg; Schonach, B.-A. Triberg; Ehrsberg, Böllen, Präg, Häg, B.-A. Schönau; Oberharmersbach, D.-A. Gengenbach; Bodensweier, Linr, Zierolshofen und Hausgereuth, B.-A. Kork; Neckarelz, B.-A. Mosbach; Dohlsbach, B.-A. Offenbnrg; Darlanden, L.-A. Karlsruhe; Fürstenberg, B.-A. Donaueschingen, und eine gleichlautende geschriebene Petition der Gemeinde Ebersweier, Amts Offenburg; sämmtlich eingekommen beim Sekretariat. Der Präsident bringt einige geschäftliche Miltheilungen der Ersten Kammer zur Kenntniß; die Abgg. Moll und Fauler erhalte» auf einige Tage Urlaub; die Abgg. Schmitt und Achenbach zeigen druckfertige Berichte an. Der Präsident des Kriegsministerinms, Generalleutnant Ludwig, legt der Kammer hierauf einen Gesetzentwurf über die Aufstellung der Ersatzmannschaft vor. Als Rezierungökommiffäre hiefür sind Oberstleutnant Götz und Ministerialrats» v. Dusch ernannt. Den Wortlaut des Gesetzentwurfs werden wir nachtragen. In der kurzen Begründung, welche der Präsident des Kriegsministeriums der Vorlage hinzufügte, bemerkte derselbe, die Verpflichtung zum Kriegsdienste sei bereits au eine Grenze gediehen, wo die Regierung es ernstlich in Erwägung ziehen zu sollen glaubte, ob nicht eine allgemeine Wehrpflicht einzufahren sei. Dem nächsten Landtag würde ei« dahin zielendes Gesetz vorgelegt werden, dessen Grundzüge allgemeine Wehrpflicht bei einer Dienstzeit von 4—5 Jahren und mit der Einrichtung der Einsteher bilden würde. Die Tagesordnung führt zur Derathung des Berichts des Abg. Fi sch ler über das Budget des großh. Finanzministeriums für die Jahre 1862 und 1863, und zwar zunächst I. Kameraldomänenverwaltung. Nach einigen kurzen Bemerungen des Abg. Lenz bezüglich der Verzinsung der Grundstockskapitalien, sowie des Abg. Friderich und des Präsidenten des Finanzministeriums, Geh. Raths Vogelmann, wird der Kommissionsantrag, die Einnahmen mit jährlich 1,345,724 fl., die Ausgaben mit jährlich 742,080 fl., die Reineinnahme mit 603,644 fl. für jedes der Jahre 1862 und 1863 genehmigen zu wollen, angenommen. II. Forstdomänenverwaltung. Hier veranlaßt eine Bemerkung der Kommission, sie müsse es bedauern, daß die um 300,000 fl. erhöhte, aus dem Verkauf von Holz herrührende Einnahme nicht eine Steuerverminderung im Gefolge gehabt habe, eine kurze Diskussion, an der sich die Abgg. Schaaff, Friderich, Kirsner, sowie der Präsident des großh. Finanzministeriums, Geh. Rath Bogelmann, und der Berichterstatter Fischler betheiligen. Die Abgg. Friderich und Hoffmeister befürworten, der Letztere namentlich in Beziehung auf die Hardtgemeinden, eine größere Ausdehnung der Streuverwilligung. Der Präsident des Finanzministeriums, Geh. Rath Bogelmann, bemerkt hierauf: Die Streuabgabe sei in liberaler Weise geregelt; Klagen über eine zu geringe Streuabgabe seien nur in dem Fall vorgekommcn, wo die Landwirthe ihre ganze Wirthschaft auf die Waldstreu einrichteten, wie es leider in der Pfalz geschehe. Für die Hardtgemeinden namentlich aber sei schon mehr geschehen, als für den Forst und für die Gemeinden selbst gut sei. Eine vermehrte Abgabe sei schon deßhalb uuthunlich, weil ein großer Theil des Hardtwaldes durch Raupen gänzlich zerstört sei. Abg. Gsch rep: CS sei für die Landwirthe so viel in dieser Beziehung geschehen, daß sie sich nicht wohl beklagen konnten. Bei §. 11, Besoldung der Forstinspektoren 14,700 fl., bemerk! der Kommissionsbcricht: „Nachdem bei der Berathnng des Kommissionsberichls über die Rechiiungsnachweisungen wegen Aufhebung der Forst- inspeklionen Erörterungen staltzefnnden haben und dabei geäußert worden ist, daß dieser Gegenstand bei Berathung des Budgets angeregt werden könnte, hat auch Ihre Kommission demselben ihre Aufmerksamkeit gewidmet; allein es sind ihr keine Mängel über das Institut bekannt geworden, welche die Kommission bestimmen konnten, die geforderte Summe zu beanstanden." Abg. Schwarzmann: Die unlängst über diesen Gegenstand stattgefundene kurze Diskussion sei Veranlassung gewesen, daß verschiedene Bezirksförster ihre Ansichten dem Präsidenten des Finanzministerinms geäußert hätten, welcher in loyalster Weise Berücksichtigung zugcsagt habe. Die Regierung werde sich mit der Sache beschäftigen. Nach seiner Ansicht, die weder durch politische noch finanzielle Rücksichten geleitet werde, sei daS Institut der Forst- inspeklionen nicht zu billigen, da nach zwei Richtungen hin für ein und dieselbe Funktion zwei verschiedene Organe thälig seien, während jeder lebenskräftige Organismus seine selbständige Funktion haben müsse. Die der Theorie nach zu mißbilligende Einrichtung habe sich auch in der Praxis nicht bewährt ; Thatsache sei es, daß fast alle und gerade die tüchtigsten Dezirksförstcr sich dagegen ausgesprochen haben. Das deute auf vorhandene Mißstäude. Diese letzteren beständen hauptsächlich in der Abhängigkeit der Bezirksforsteien von einer Behörde, die keine eigentlich übergeordnete sei und doch in Alles hinein sehe, in der dadurch veranlaßten Weitläufigfeit und Verschleppung der Geschäfte. Nach oben bestehe ein Mißstand darin, daß die Forstdirektion durch diese Mittclstelle die Angelegenheiten nicht selbst sehe, sondern erst durch die Brille eines Andern. Diesen Mißständen sei nur dadurch zu begegnen, daß man die Forstinspeklioneu aufhebe und die Bezirkförster selbständig mache. Die Funktion der Forstinspeklionen, nämlich zunächst die Kontrolle des Holzes, sei eine unnöthige und geschehe viel besser durch die Konkurrenten; die weitere Funktion, Genehmigung der Wirthschafls- und Kulturpläne, sei eben so überflüssig, weil, wenn Gemeinde und Bezirksfrstöer in der Be- wirthschaftung einig sind, dies vollständig genüge, und eine weitere Bevormundung der Gemeinde der Zeilrichtunz widerspreche. Die übrigen Funktionen der Forstinspeklionen seien gleich mit denen der Direktion der Berg- und Hüttenwerke; warum aber diese Funktionen zweimal und von zwei verschiedenen Behörden geschehen sollen, sei nicht einzusehen. Durch die Aufhebung der Inspektionen würde die Forstdirektion mit eigenen Augen überall sehen und ihre Oberaufsicht würde eine viel wirksamere sein. Abg. Spohn: Nach seiner Erfahrung sei das Institut der Forstinspeklionen, als reiner PrüfungS- und Visitationöbehör- den, ein zweckmäßiges und nothwendigcS. Eine eingehende Prüfung durch die Direktion selbst sei nicht gut möglich, man müßte dann doch die Forstinspektorcn zu Mitgliedern der Direktion, zu Forsträthen machen, und damit wäre weiter nichts erreicht. Auch solle man die Aussicht auf Avancement durch Aufhebung der Forstinspektionen nicht abschneiden. Der Präsident des FiuanznnmsterrumS, Geh. Rath Vogelmann: Das von den Bezirksförstern eingereichte Promemo- ria werde geprüft und darnach entschieden werden, nicht ob die Forstinspektioilen aufgehoben werden, sondern ob und in welcher Richtung Blenderungen in der Kontrollbehörde eintre- ten sollen. Abg. Schmitt: Der Umstand, daß die meisten Bezirks- förster gegen das Institut der Forstinspektionen seien, spreche seiner Ansicht nach eben so gut, wenn nicht mehr, für, als gegen das Institut. Abg. Krausmann spricht vom Standpunkt der Gemeinden aus, für die eine genaue Kontrolle sehr wichtig sei, für Beibehaltung der Forstinspektionen. Nachdem noch die Abgeordneten Seiz, Kirsner, Heide n r e i ch, Kusel, KnieS, der Präsident des großh. Finanzministeriums, Geh. Rath Logelmann, und der Berichterstatter Fischler gesprochen, wird §. 11 angenommen. In §. 15 werden für Gehalte der Bezirkssorsteigehilfen verlangt 6000 fl. Der Bericht bemerkt hierüber: „Bewilligt waren früher nur 5000 fl.; der Aufwand pro 1860 war nur 4918 fl., 1859 4,899 fl. 28 kr., und pro 1858 4012 fl. 11 kr. Bis jetzt bestund eine Gehaltsklasse von 350 fl., welche jetzt als zu nieder erachtet wird. Sie sollen jetzt zu 400 fl., 450fl. und 500 fl. festgesetzt werden. Gegen diese Gehaltsaufbesserungen hat man nichts zu erinnern, dagegen hält man 600 fl. für Aushilfe in ErkrankungSfällen für zu hoch, bisher war gar nichts vorgesehen, und wenn der seitherige Gehalt von 5000 ft. auf 5400 fl. erhöht wird, so wird damit auszureichen sein, da hier immerhin, wie bisher, Vakaturen Vorkommen, woraus sich die nöthigen Mittel schöpfen lassen werden; wir schlagen daher vor, statt 6000 fl. zu bewilligen 5400 fl." Diesem Antrag tritt die Kammer ohne Diskussion bei. Ebenso wird der Schlußantrag, die Einnahmen mit 1,929,010 fl., die Ausgaben mit 803,826 fl. genehmigen zu wollen, angenommen. III. Berg-und Hüttcnverwaltung. Tit. II. Allgemeine Verwaltungskosten, §. 6. Gehalte, werden verlangt 9300 fl., im letzten Budget waren 300 fl. weniger genehmigt, und pro 1860 sind auch nur 8844 fl. 58 kr. verausgabt; da aber ein Dienstverwcser auf den Gehaltsctat übernommen tvordcn ist, derselbe jedoch wegen Verkaufs des einen Hüttenwerks disponibel geworden ist, so ist ein Gehalt von 800 fl. von 9300 fl. abzuzichen, und es werden zu genehmigen beantragt nur 8500 fl. Dieser Antrag, sowie der Schlußantrag, die Einnahmen mit 623,911 fl., die Ausgaben mit 586,178 fl., die Reineinnahme mit 37,733 fl. genehmigen zn wollen, wird ohne Diskussion angenommen. Schluß der Sitzung. si Karlsruhe, 11. März. Zehnte öffentliche Sitzung der Ersten Kammer. Tagesordnung ans Donnerstag den 13. März, Morgens 10 Uhr: 1) Anzeige neuer Eingaben. 2) Diskussion des Berichts des Negierungsraths De. Jolly über die Einführung des allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuchs im Großherzogthum. 3) Wahl einer Kommission für den Gesetzentwurf, den allgemeinen Schnllehrer-Wittwen- unv Waiseufond betreffend. Deutschland. * Karlsruhe, 11. März. Inder Müller Göll'- schen Sache gehen uns abermals zwei Zuschriften zu, eine Replik des Hrn. Bezirksingenicurs Barck auf die Gegenerklärung des Abg. Thoma, und eine sehr umfangreiche Erklärung des Hrn. Göll selbst. Weiteres wird uns gleichzeitig noch in Aussicht gestellt. Nachdem wir jedoch die eingehenden Verhandlungen der Zweiten Kammer in möglichster Ausführlichkeit gebracht, und nachdem wir dann noch den Aeuße« rungen zweier direkt betheiligten Techniker Raum gegeben, müssen wir die Debatte, die sich ins Endlose fortzuspinnen droht, in unserm Blatt jetzt für geschloffen erklären. ss Durlach, 10. März. Am 7. d. hat uns der nach Heck- lingen bei Keuzingen ernannte kathol. Geistliche Hr. Kamm verlassen, um seine neue Stelle anzutreten. Man bedauert hier allgemein seinen Abgang, da er sich während seiner 5- bis 6jährigen Wirksamkeit in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung, ohne Unterschied des «Standes und des Bekenntnisses, eine allgemeine, ungetheilte, aufrichtige Achtung erworben hat. lieber der letzten Ruhestätte eines andern Ehrenmannes hat sich vorgestern die Erde geschloffen. Hr. Hofgerichtsrath C a - merer, welcher nach langjährigem, treuem Dienste bei dem Gericht des Landes seit einigen Jahren hier die wohlverdiente Ruhe genossen hatte, ist am 7. d. in Folge eingetretener Altersschwäche und hinzugekommener Lungenlähmung gestorben. Ehre seinem Andenken! ^ Mannheim, 10. März. Die Tagesordnung für die bevorstehende Schwurgerichtssitzung für das l. Quartal d. I. wurde einstweilen festgesetzt, wie folgt: 1) Mittwoch den 26. März d. I.: die Anklage gegen Johann Philipp Stumpf von Eberbach wegen Tödtung; Vertheidiger: Hr. O.G.Adv. Or. Ladenburg; 2) Donnerstag den 27.: Anklage gegen Heinrich Götzin- ger von Hüngheim wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit. Ob noch ein dritter Fall wegen gefährlichen Diebstahls zur Verhandlung kommen wird, ist noch ungewiß. » Von -er Rench, 9. März. Ein frecher Diebstahl hat unsere Gegend in den letzten Tagen in unangenehme Aufregung versetzt. In der Nacht vom 6. auf den 7. d. M. wurde im Löwen zu Oberkirch eingebrochen und dem Bijoutier Krieger, wie wir hören, sein ganzer Vorrath an Gold- und Silberwaaren geraubt. Leider beschränkt sich das Verbrechen nicht auf diese Unthat. Die Diebe nahmen auch die heiligen Geräthe der Oberkirchcr Protestanten, werthvolle Abcndmahlsgefäße, welche Hr. Krieger in Verwahrung halte, mit, so daß der Frevel, wenn man will, den Charakter eines Kirchenraubs annimmk. Unser innigster Wunsch ist, daß es dem Arm der Gerechtigkeit gelingen möge, der Thäter habhaft zu werden, ehe sie ihren Raub in Sicherheit bringen. Aus dem huuensteinischen Rheinthal, 9. März. Das heurige Fridolins fest ist, vom schönsten Vorfrüh- lingswetler begünstigt, heute unter ungewöhnlichem Andrang von Wallfahrern und Schaulustigen aus dem Hauensteinischen, dem Rhein- und Frickthalc in der alten Waldstadt Säckin- g e n gefeiert worden. Seit der Eisenweg mit seinen Dampfrossen den Verkehr so ungemein erleichtert, mehren sich bei günstiger Witterung die Fcstbesucher von Jahr zu Jahr. Außer den gewöhnlichen Bahnzüzcn brachte ein außerordentlicher Zug zwischen Waldshut und Säckingen in mehr als 20 dichtgefüllten Wagen einen Theil der Festgäste an ihren Be- stimmungsort und wieder zurück. Von dem Zudrange wird man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß auf der Station Laufenburg am Morgen etwa 300 Personen ein- stiegen. Säckingen war fast überfüllt. Lä Konstanz, 8. März. In der gestrigen öffentlichen Sitzung des großh. Hofgerichts wurden für die I. Quartalsitzung des Schwurgerichts des Seekreises folgende Haupt- und Ersatzgeschworne gezogen: I. Hauptgcschworne: 1) M. Frei, Wirth von Hüfingen. 2) W. Baumann, Bürgermeister von Hohenbodman». 3) I. Bauer,' Gerber von Pfullendorf. 4) F- Buggle, Müller von Jinmcndingen. 5) C. Schneble. Gastwirth von Riedheim. 6) A. Munding, Bierbrauer von Metzkirch. 7) Fr. I. Degen, Gemeinderalh von Engen. 8) W. Senn, Bürgermeister von Schwäbliöhaujen. 9) M. Trümmer, Wirth von Wollmatingen. 10) V. Färber, Bürgermeister von Worndors. 11) W. Creuzburg, EtiilnngSrevisor von Konstanz. 12) M. Benz, Ge- meinderath von Allmannsdors. 13) G. Schroff, Bürgermeister von Tettingen. 14) V-. Meck, Buchhändler von Konstanz. Id) L. Schmidt, Buchhändler von Donaueschingen. 16) I. Brumme!, s. f. Hosralh von Donaucschingen. 17) I. Js-le, Gastwirth und Gemeinderalh von Brunnadern. 18) A. Graf, Landwirth von Bettnang. 19) U. Gehler. Gemeinderalh von Ittendorf. 20) I. W. Kalliwoda , f. f. Kapellmeister von Donaueschingen. 21) L. Schoch, Gastwirth nnd Gemeinderalh von Schlingen. 22 ) I. Kaiser, Bürgermeister von Neuhansen. 23) Fr. Schmidt, Kunsthändler von Konstanz. 24) A. Kaiser, HauptanrtSverwaltrr von Randcgg. 25) A. Fischler, Kaufmann nnd Gemeinderalh von, Stockach, 26) A. v. Ow, Gemeinderalh von Büsingcii. 27) I. Sohle, Gemeinderath von MecrSburg. 28) K. I. PH- Beck, Hauptamt-Verwalter von LudwigShascn. 29) K. Ruf, Gcmeinderath von Steißlingen. 30) I. Ebner, Gastwirth nnd Gememderath von Brenden. 31) D. Orsingcr, Bürgermeister von Eigcltingen. 32) B. Wiedenhorn, Gemeinderath von Sipplingen. 33) I. Rnf, Müller von Gaienhofen. 34) I. Faller, Private und Gemeinderalh von Oberlenzkirch. 35) K. Thum, Gemeinderalh von Homberg. 36) S. Wollmann, Gemeinderath von Oberuhldingen. II. Ersatzgeschworne: 1) B. Mors, Pens. Amtmann. 2) K. Schalter, Posthaller. 3) B. Milz, Zimmermeister. 4) B. Näf, Handelsmann. 5) N. Gebhard-Pol, Privale. 6) K. v. ChriSmar, Private. 7) I. B. Osburg,' Gemeinderalh. 8) X. Knaus, Zimmermeister. Sämmtlich von Konstanz. Die Schwurgerichts-Sitzung beginnt am Donnerstag den 27. d. M., und wird die Tagesordnung drei Fälle, uämlich zwei Brandstiftungen und einen Versuch eines gefährlichen , Diebstahls, umfassen. Kassel, 8. März. Der Bescheid des Ministeriums an die Mitglieder des in der Gründung begriffenen Schützenvereins lautet der „Ztg. f. Rordd." zufolge wörtlich folgendermaßen : Die Regierung dahier, an welche die dorthin gehörigen Akten rc. zurückgchen, hat den Mitgliedern des dahier in Bildung begriffenen Schützenvereins zu eröffnen, daß, da sie sich in Anschluß an den sogenannten deutschen Schützenbund zu konstituiren beabsichtigen, dieser aber ausgesprochener Maßen politische Tendenzen verfolge, während man eine solcher Art unabhängig von der Staatsgewalt organisirte bewaffnete Macht in keiner Weise dulden könne, die Bildung ihres Vereins nicht zugelassen werde. — Bolmar. Kassel, 9. März. Es läßt sich denken, daß bei der Ungewißheit der Lage die Stadt mit Gerüchten angefüllt ist. Ministerlisten zirkuliren in großer Zahl. So viel ist gewiß, daß, nachdem gestern im Bunde der gemeinschaftliche Antrag Oesterreichs und Preußens wegen Wiederherstellung der Verfassung von 1831 gestellt ist, das Ministerium in seiner jetzigen Zusammensetzung sich nicht mehr halten kann. Welcher Art das neue Ministerium sein wird, weiß man nicht; aber in Illusionen wiegt sich kein Mensch. Denn Das weiß man, daß der Kurfürst ein liberales Ministerium, wie es dem Geist der Verfassung von 1831 entspräche, gewiß nur zögernd und ungern scheu würde. Die Hauptfrage ist indessen jetzt weniger: welches Ministerium werden wir erhalten, als: welches Wahlgesetz wird als das rechtmäßige anerkannt? DaS Land steht wie ein Mann für das Wahlgesetz von 1849, nicht um es zu behalten, sondern um es an den neuen Rechtszustand anzuknüpfen. x Koblenz, 8. März. Die Städte und Landgemeinden der rechten Rheinseite haben schon zu verschiedenen Malen Zusammenkunft gehalten, um sich über die Schritte zu verständigen, die in ihrem gemeinschaftlichen Interesse einzuleiten wären, um ihrer Gegend die schon seit langer Zeit gewünschte Eisenbahn zu verschaffen, die als eine Fortsetzung der Lahnbahn (welche bekanntlich bei Ehrenbreitstein endigen soll) nach Siegburg geführt und dort in die Köln-Gießener Bahn einmünden würde. Da die bisherigen Bemühungen für diesen Zweck ohne Erfolg geblieben sind, so wird in diesen Tagen zu Neuwied eme Versammlung der Vertreter aller bei dieser Bahn intcressirtkn Orte statthaben, auf welcher der Antrag gestellt werden wird, Alles aufzubieten, was zum Ziele führen kann, selbst namhafte Opfer zu bringen, um die Sraalsregie- rung zu Gewährung der zu erbittenden Zinsgarantie zu vermögen. Es ist bemcrkenswerlh, daß auch viele naffauische Orte an der Versammlung Theil nehmen werden. Von den bei unserer Artillerie einzuführenden leichten Vierpfündern sind bereits einige hier eingetroffen. Die schöne Arbeit an denselben ist auffallend, sowie auch der Umstand, daß diese Gcschützart bestimmt ist, der Bedienungsmannschaft auf der Protze einen Sitzplatz zu gewähren, also die bei uns noch nicht bekannte fahre ndeArtillerie einzuführen. Erhält jede der 9 Artilleriebrigaden auch vorläufig nur eine dieser leichten Batterien, so hört man doch, daß die sehr günstig ausgefallenen Versuche, welche damit angestellt worden und die sowohl, waS die Wirkung als auch die Beweglichkeit derselben betrifft, eine im Felde sehr brauchbare Waffe in diesen Kanonen gezeigt habe, eine größere Anwendung zur Folge haben werden, so daß jede Brigadeeine leichte Abthcilung von vier Batterien Vierpfünder erhalten wird. Damit wäre denn zugleich die schon lange beabsichtigte Vermehrung der Artillerie in unserer Armee bewerkstelligt, die danach 36 Bat- terien betragen würde. Weimar, 9. März. (Fr. I.) In der gestrigen Land- tagssitzung wurden die zur Tagesordnung gekommenen Propositiouen der Staatsregierung über das Berhältniß der Staatskasse zur Werrabahn, über das Verfahren bei Vollstreckung von Geldstrafen, über die Wiedereinsetzung der Parteien in den vorigen Stand, wenn Fehler der Anwälte einen Nachtheil veranlaßt, über den Etat der Landesgymnasieo,, nach den Vorträgen der betreffenden Ausschüsse ohne Debatte angenommen. Dem Germanischen Museum in Nürnberg wurde ein jährlicher Beitrag von 60 Thalern aus Staatsmitteln vcrwilligt. — In der morgigen Sitzung kommt der Antrag von Fries und Genossen, die Aufhebung der Hundes« mäßigen Bestimmungen über diePresse und dasBere inswes e n betreffend, zur Berathung. Die Kommission ist ge« theiller Ansicht. Die Majorität will die Zurückziehung der Bestimmungen bei der Staatsregierung beantragen, die Minorität hingegen einen solchen Antrag nicht einbringeu. Breme», 6. März. In der gestrigen Versammlung der bremischen Mitglieder des Nationalvereins, welche ungewöhnlich zahlreich besucht war, wurde folgende Resolution gefaßt und beschlossen, dieselbe an das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin zu senken: Die hiesigen Mitglieder des deutschen Nationalvereins erblicken darin, daß das preußische Abgeordnetenhaus seine wichtige Stirn nie in der- deutschen Frage, der wichtigsten aller Zeitsragen, zu erheben im Begriff steht, ein zeitgemäßes und ersrenlicheS Zengniß dafür, daß die preußifche Volksvertretung ihrer Stellung und ihrer Pflichten gegen das deutsche Volk eingedenk ist; sie erklären ihre volle Zustimmung zu dem in der deutschen Kommission des Hauses vereinbarten und demnächst zur Berathung zu bringenden Antrag, in welchem sie einen rückhaltslosen und unumwnn- denen Ausdruck der Gesinnungen nnd Erwartungen erkennen, von wel» chen das deutsche Volk seit dem Wiedereiwachen seiner nationalen Bestrebungen erfüllt und getragen ist; sie hassen zuversichtlich, daß, wie die liberale Mehrheit des deutschen Lölkes in den nationalen Forderungen, welch« in dem gedachten Antrag einen so unzweideutigen Ausdruck erhalten, einen Einigungspunkt gefunden hat, auch die liberale Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses bei den Verhandlungen über die deutsche Frage alle Parteirückstchten bei Seite setzen, alle Spaltungen vermeiden, und durch einen einmüthigen Beschluß jenen Forderungen Nachdruck und Gewicht verleihen werde; sie erwarten aber auch nicht minder zuverstcht lieh, daß das preußische Abgeordnetenhaus darüber wachen und mit allen ihm zu Gebot stehenden Mitteln dazu Mitwirken werde, daß die preußische Regierung, ihres deutschen Berufes eingedenk, diejenige Umgestaltung der deutschen Bundesverhältnisse, welche dem nationalen Bedürsniß des deutschen Volkes und den Forderungen der deutschen nationalen Partei entspricht, offen als das Ziel ihrer Politik hinstellen und für die Verwirklichung desselben thatkrästig eintreten wird. Berlin, 9. März. Die ministerielle „Sterriztg." erklärt: „Inder kurhessischen Angelegenheit hat Oesterreich sämmtliche Vorschläge Preußens acceptirt, d. h. die sofortige Restituiruug der Verfassung von 1831 und die Aufhebung der Verfassung von 1860 zugestanden; das Zweikammersystem, den Landtag sä troo und die Etablirung eines Provisoriums aber aufgcgcben. An preußischen Vorschlägen ist nichts modisizirt, viel weniger sind sie zurückgezogen worden. Das Wahlgesetz von 1849 ist eine offene Frage. Den Entschließungen der Landesregierung ist in dieser Beziehung nicht vorgegriffen. Damit fällt die treuliche Angabe der „Kreuzzeitung", daß Preußen das Wahlgesetz von 1849 fallen gelassen." Die „Kreuzzeitun g" spricht sich gegen die Maßregel einer etwaigen Kammerauflösung aus, weil die Neuwahlen ohne Vorbereitung selbst unter einem „bessern" Ministerium ein „besseres" Ergebniß schwerlich liefern würden, geschweige denn unter dem jetzigen Ministerium. Zhr Rezept ist vielmehr folgendes: Wenn man verändern und verbessern will, so muß Beides mit der Regierung selbst anheben. Hier liegt die Wurzel des Nebels und hier allein kan» dasselbe gründlich beseitigt werden.Nur ein festes, in sich einiges und geschlossenes, aus den rechten Prinzipien fußendes, nur ein Ministerium, welches den Liberalismus nicht achtet und die Demokratie nicht sürchlet, nur ein solches vermag unsere Situation wesentlich und nachhaltig zu verbessern. Und einem solchen wird «S auch gelingen, das zeitige Abgeordnetenhaus so zu verbrauchen, daß seine Beseitigung nicht als ein gesuchter und gewaltsamer Art, sondern als eine Maßregel der gesunden Vernunft und der politischen Nolhwendigkeit erscheint. Nur keine Uebereilung I Noch ist Nichts verloren, wenngleich schon Manches aus dem Spiele steht. Die „Berl. Allg. Ztg.", das Organ der „Gouvernemen- lalen", beklagt, daß man die Krisis durch einen Angriff nicht auf den reaktionären, sondern auf den liberalen Theil des Ministeriums herbeigeführt habe. — Die „Nationalztg." dagegen steht für die Haltung der Majorität unbedingt ein; sie rekapi- tulirt die „Sünden" des Ministeriums, erinnert daran, daß Angesichts des Herrenhauses, das man nicht anzutastcn gewagt habe, alle liberalen Vorlage» Schaugerichte gewesen seien und sagt: ES mag nun von der Regierung selbst schon dieser erste ganz unzureichende Anlaß ergriffen werden, um den Konflikt herbeizusühren, oder sie mag ihn für den Augenblick noch umgehen: so viel steht sest, daß der gegenwärtige Zustand ein unhaltbarer geworden ist, und daß die Harmonie nur durch ein bestimmtes und klares System wiederhergestellt werden kann. Dem Vernehmen nach hat der König das erste Erkenntniß gegen die Leutnante v. Sobbe undPutzki nicht bestätigt, sondern die Sache einem andern Armeekorps überwiesen. * Berlin. Wie man aus telegraphischen Mittheilungen weiß, gelangte die Krisis am 11. d. zur Entscheidung. Die schriftlichen Nachrichten, die uns heute vorliegen, sind vom 10., wo noch völlige Ungewißheit herrschte und ein Gerücht daS andere jagte. Zur Charaklcrisirung der Lage thei- lcn wir einiges Hauptsächliche von diesem Tage mit. Unser H - Korrespondent schreibt uns: Eine definitive Entscheidung über die hiesige Kabinelskrisis ist bis heute Mittag noch nicht erfolgt. Als Thatsache steht jedoch fest, daß Se. Maj. der König daö EntlaffungSgesuch des Ge- sammtministeriumS ablehnend beantwortet hat. Seit der Kenntuißnahme von dem Gesuch wird über das Verbleiben der Minister verhandelt. An höchster Stelle soll entschieden der Wunsch verwalten, sämmtliche Kabinetsmitglieder in ihren Aemtern zu erhalten. Gestern Mittag trat das Staatsministerium unter dem Vorsitz deS Hrn. v. d. Heydt zu einer Beratung zusammen, welcher auch der Kronprinz beiwohnte. Heute Vormittag wurde wieder eine Ministerkonferenz abge- hälten. Bei den Verhandlungen, an welchen auch der Staat-minister v. Auerswald Theil nahm, war abermals der Kronprinz zugegen. Mancherlei Gerüchte, die in den hiesigen politischen Kreisen umlaufen, sprechen von einer neuerdings in Frage stehenden Modifikation des jetzigem Kabinets. Bald wird behauptet, die liberalen, bald, die konservativen Minister würden ausscheiden. lieber die Glaubwürdigkeit dieser Gerüchte vermögen wir bis jetzt nicht zu urtheilcn. Bemerkenswerth erscheint es, daß lebe Partei Neigung zeigt, diejenige Aenderung für wahrscheinlich zu halten, welche ihren Wünschen nicht entspricht. Auch von parlamentarischer Seite sollen noch fortdauernd Ausgleichungsbemühungen im Gange sein. 'Namentlich spricht man von lebhaften Anstrengungen der gemäßigt-libcralenFraktioncn, um eine gütliche Beilegung des vorhandenen Konflikts zu bewirken. Ob dies gelingen werde, läßt sich nicht absehcn. Versuche zu einer Verständigung zwischen dem Ministerium und dem Ab geordnctenhause werden von mehreren weiten mit angelegentlichem Eifer unternommen. Dabei erhalten sich aber die Gerüchte von noch fortdauernden Berathungen über eine Auf lösung oder eine Vertagung des Abgeordnetenhauses. Ein klares Urtheil über den eigentlichen Stand dieser Frage läßt sich bei dem Gewirr von einander widersprechenden Behauptungen noch nicht gewinnen. ^ Die „Korrcsp. Stern" schreibt: Es steht fest, daß S. M der König die eingcreichtc Entlassung des Gesammtministe- riums nicht angenommen hat, daß das ganze Ministerium im Amte verbleibt und seit heute Vormittag 10 Uhr die Modalitäten berätst, unter denen daö Bleiben möglich ist. Zu diesen Modalitäten gehört die Auflösung des Abgeordnetenhauses, welche durch eine Vertagung eingeleitet werden wird. Wtan behauptet ferner, die Negierung werde der neuen Kammer eine neue Militärvorlage einbringen, in welcher von dem Zuschläge von 25 Proz. zu den Steuern Abstand genommen wird. Die Ausführung des Hagen'schen Antrags schon pro 1862 wird von Finanzautoritäten für praktisch unausführbar gehalten. Beide Häuser des Landtags sind auf morgen zur Entgegennahme von Mittheilungen Seitens der Regierung zu Plenarsitzungen zusammenberufen. Gloga«, 7. März. Der „Nat.-Ztg." wird geschrieben: Der Telegraph hat Ihnen bereits die Flucht der Leutnante v. Sobbe und Putzki gemeldet. ES ist bis jetzt keine Spur vorhanden, wie und durch welche Hilfe dieselbe möglich war und welche Richtung die Flüchtigen eingeschlagen haben. Sie befanden sich in einer Untersuchungshaft, die milde gehandhabt wurde; denn sie konnten täglich in Begleitung eines Offiziers sich auf den öffentlichen Promenaden ergehen und befanden sich in ihrem Zimmer nicht eingeschloffen. Man nahm hier an, daß Beide ihr Ehrenwort gegeben hätten, nicht zu entfliehen. Als gestern Nachmittag ein Offizier sie zu einem Spaziergang abholen wollte, war das Zimmer, welches sie bewohnten, leer. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Man vermuthet, daß Beide bereits am gestrigen Morgen die Festung verlassen und das Weite gesucht haben. Die allerhöchste Entscheidung über das kriegsgerichtliche Urtheil ist bis heute noch nicht hier eingetroffen. Wien, 8. März. (A. Z.) Hiesige, sowie auch ausländische Blätter wollten von der Abberufung des österreichischen Gesandten in Kassel, Grafen Karnizki, wissen. Die Sache ist gänzlich aus der Luft gegriffen. Graf Karnizki hat sich stets, und besonders in der letzten Zeit, zur vollsten Zufriedenheit seiner Regierung benommen. — Der K a iser wird einige Zeit in Venedig verbleiben, erneuerte Truppeninspektionen werden stattfinden; auch spricht man von einem Sceausflug längs der dalmatinischen Küste und Besichtigung der verschiedenen Hafenbefestigungen. Unterdeß wird Erzherzog Rainer hier in Wien als ^ller ego den Kaiser vertreten. Die Mi- nisterkonferenzen finden täglich statt, so auch heute. Oesterreichifche Monarchie. Pesth, 8. März. „Jdök Tanuja" meldet die Freilassung des Erdeputirten Virgil Szilagyi. Derselbe soll dur ch nichts kompromittirt erscheinen. Pesth, 8. März. Ein allerhöchstes Reskript an die königl. Kurie überträgt die Entscheidung der appellirtcn summarischen Repositions- und Grenzregulirungs-Prozesse in Zukunft den Appellhöfen des Landes. ^ >VL. Lemberg, 2. März. Heute in der Nacht starb hier der Bischof von Przemysl, AdamJasinski. Frankreich. K Paris, 10. März. Der Finanzminister veröffentlicht heute im „Moniteur" seinen Vortrag über das Ergebniß der Rentenumwandlung. Diesem Bortrag zufolge wurden ungefähr ^ der 4'/zproz. und 4proz. Rente umgewandelt, d. h. es sind noch 42,893,616 Fr. von der Totalsumme von 174,151,366 Fr. übrig. Wie man sich erinnert, glaubte Fould in seinem ersten Berichte an den Kaiser, daß 300 Millionen in die Staatskasse fließen würden. Es ergeben sich jedoch nur 155 Millionen. Inzwischen ist der Finanzminister der Ansicht, daß der erstrebte Zweck im Wesentlichen doch erreicht sei. Es wird übrigens nicht angegeben, wann diese Erleichterung der schwebenden Schuld um 155 Millionen eintreten wird, da bekanntlich eine Frist von 18 Monaten für Einzahlung des Aufgeldes eingeräumt wurde. Was die restiren- den 42 Millionen Rente betrifft, so behält Hr. Fould sich weitern Vortrag vor. — Ter Direktor des „PreßdepartementS", Hr. JmhauS, ist an einer Brustentzündung erkrankt.— Zu der in Paris, Rue Notre Dame de Nazareth, bestehenden Synagoge sollen nun noch zwei israelitische Tempel gebaut werden, der eine im 9. Arrondissement, Rue de la Victoire, der andere im Marais, wo ein großer Theil der jüdischen Bevölkerung wohnt. Die Kosten für den Grund und Boden und den Bau dieser beiden Synagogen sind auf 3 Millionen veranschlagt. Die eine Hälfte, den Grund und Boden, gibt die Stadt, die übrigen 1,500,000 Fr. sollen mittelst Emission von Obligationen, wie jene der Eisenbahnen, aufgebracht werden. 500,000 Fr. wurden nach Beschlußfassung sofort gezeichnet. Rothschild subskribirte 200,000 Fr., das Haus Kann 45,000 Fr. u. s. w. — Bon den Verhaftungen ist es wieder still geworden, doch ist die Polizei thätiger und wachsamer als je. Man versichert in der That, daß, den Meldungen der Gesandtschaft zufolge, drei beim Orsim'fchen Attentate kompromittirte Individuen London am Samstag verließen, um dem Kontinente einen Besuch abzustatten — ein Umstand, welcher die Besorgnisse der Polizei allerdings rechtfertigt. — Seit der Ernennung des Hrn. Ra- tazzi sind die Beziehungen zwischen Hrn. v. Nigra und Hrn. Thouveuel sehr häufig geworden. Zn den Tui- lcrien würde man es sehr gern sehen, wenn die auswärtigen Angelegenheiten Hrn. v. Villamarina übertragen würden; man behauptet sogar, der Kaiser habe in dieser Beziehung einen Brief an Viktor Emanuel gerichtet. Darüber — daß bei der Versammlung des Komitee's der Gesellschaft „Provedimento" in Genua, Angesichts der französischen Fahnen, welche mit den italienischen den Saal schmückten, ein einstimmiges Hoch auf Mazzini ausgcbracht wurde, dürfte man dagegen in den Tuilerien wenig erbaut sein. — Zn diesem Augenblick befinden sich Verdi, Tamberlick, Meyerbeer, Dickens und Liszt in Paris. — Die heutige Börse war abermals sehr geschäftslos. Rente, welche zu 70 05 eröffnet hatte, fiel auf 69.75, um zu 69.90 zu schließen. Italienische Anleihe flau zu 67.90. Dänemark. Kopenhagen, 7. März. (H. Bh.) Der Neichsrath hat m zweiter Lesung nnt 45 gegen 3 Stimmen das Gesetze wegen Verleihung deS Indigenatsrechts an verschiedene Ausländer unter der Bedingung angenommen, daß gleichzeitig mit der Sanktion deS Gesetze- dieselbe Bestimmung für Holstein gegeben werde. Ionische Inseln. Corfu, 4. März. Das Parlament hat seine erste Sitzung abgehalten. Der Alterspräsident Livada ermahnte die Depulirten, ihre Wünsche wegen der Vereinigung der Ionischen Znseln mit Griechenland auszusprechen; fast alle Deputirten thatcn dies. Man glaubt, die Versammlung werde sich einstimmig in diesem Sinne aussprechen. Großbritannien. London, 10. März. (Mannst. I.) In der heutigen Sitzung des Unterhauses beantwortete Layard die Inter» pellation über Meriko. Er sagte: England sei mit der Proklamation bezüglich der künftigen Negierung Meriko's nicht einverstanden. England wolle nur die Vollziehung der Verpflichtungen Meriko's reklamiren. Der Präsident Juarez sei disponirt, zu unterhandeln, und er hoffe, daß extreme Maßregeln unnöthig sein würden. Amerika. Neu-Nork, 26. Febr. Ueber die Räumung Nash« ville's durch die Separatisten und die Besetzung desselben durch Unionstruppcn zirkuliren widersprechende Gerüchte. Man erwartet jedoch eine Schlacht in der Nähe von Nashville. Vera-Cruz , 9. Febr. Die Krankheiten in den Armeen der Alliirten haben besonders die Spanier betroffen. Bis jetzt hat noch keine Vorwärtsbewegung der Alliirten statt- gefunden, dieselben werden erst am 20. Febr. vorwärts rücken. General Primist sehr streng gegen die Bewohner von Vera- Cruz und hat ihnen starke Steuern auferlegt. Eine Revolution ist in Honduras ausgebrochen; daS erste Opfer war der Präsident, welcher ermordet worden ist. Vermischte Nachrichten. * Karlsruhe, 11. März. DaS Konzert von Frln. Emilie Genast, anfänglich aus Montag 10. d. bestimmt, wird nun morgen, 12. d., im Foyer der großh. Hostheaters stattfinden. Wir glauben noch einmal darauf aufmerksam machen zu müssen, da wir inzwischen Gelegenheit hatten, uns selbst davon zu überzeugen, daß Frln. Genast eine ganz ungewöhnliche Erscheinung aus dem Gebiete de« Lieder- und Roman- zciupsangeS ist. ^"7 Karlsruhe, 10. März. Hr. Ringfabrikant I. Petry dahier ist so eben in den Besitz eines FundeS aller Münzen und Brakteaten gekommen, aus welchen wir Münzkabinette, Münzensammler und Alter, thumosorscher ausmerksam machen. Hr. Petry. welcher die Silbermünzen zuni Einschmelzen gekauft hat, soll sich auf Zureden bereit erklärt haben, den Fund abzugeben und dcßhalb mit dessen Einschmelzung noch zuzuwarten. — Konstanz, 5. März. (Sch. M.) Der gestern von unserer Sängerrunde Bodan trotz rauher und ungünstiger Witterung veranstaltete Maskenzug war einer der schönsten, die seit Jahren in Konstanz zur Aufführung gelangten. Au diesem Schauspiel hatten sich eine Menge Zuschauer aus der benachbarten Schweiz eingesunden, so daß die Straßen der Stadt, durch welche der stattliche Zug sich bewegte, dicht besetzt waren. Die Trachten der Völkerschaften Europa'« gewährten einen bunten, malerischen Anblick; auch Frau Germania, nach dem bekannten Bilde aus der Wacht am Rhein, sowie der deutsche Büchel mit den vielen Staaten fehlten nicht im Zuge. DaS Ganze war, wie gesagt, sehr gelungen und hat überall befriedigt. — München, 8. März. Der von Seiten des Papstes an die Bischöfe ergangenen Einladung nach Rom werden von Seiten de« bayrischen Episkopats der Erzbischof von Bamberg und die Bischöfe von Würzburg und Speier Folge leisten. 'Dumvllard, welcher, wie bekannt, vergangenen Freitag hinge- richtet wurde, war in seinen letzten Augenblicken eben so unbekümmert wie bei den Gerichtsverhandlungen. Sicher ist es aber, daß diese Gleichgiltigkeit eher der Dummheit als einer außerordentlichen Willensstärke zuzuschreiben ist. Kurz vor seinem Tode gab man ihm ein Glas spanischen Wein und eine Tasse Kaffee zu trinken, die er in kurzen Zügen und mit sichtbarem Behagen schlürste. Er unterhielt sich dabei mit den anwesenden Personen über seine Aecker und Weinberge, und that, als wenn er bei der ganzen Sache am allerwenigsten betheiligt wäre. Ein Arzt besohlte ihm mehrmals den Puls und sand ihn normal, obwohl ein wenig häufig, aber sonst auch nicht das Geringste von nervösem Schauder, Krampf u. dgl. Trotz inständiger Bitten ließ sich Dumollard auf kein Gestäudniß ein , und al« man ihm Hoffnung machte, daß dasselbe einen Aujjchub der Strafe, auch vielleicht eine Umwandlung derselben zur Folge haben könne, so erklärte er, lieber sterben zu wollen, als im Bagno zu leben, wo man schlecht genährt werde und vor Hunger umkäme. Als er am Fuße deS Schaffst- angekommen war, konnte er sich aber doch des Gejühls nicht erwehre», mit den beiden Geistlichen niederzuknien und ein langes Gebet zu verrichte». Der Nachrichter mußte ihn daran erinnern, daß eö Zeit sei. Er umarmte die Geistlichen und stieg die Stufen d«S SchaffotS hinaus, wobei ihn ein leichter Schwindel überfiel. Er hals seine Obcrkleider auSziehen, und sü»s Minuten später war sein Verbrechen gesühnt. Im Augenblick, wo der Kops fiel, erhob sich ei» vielstimmiges Geschrei, das einem Hurrah nicht unähnlich war; auch sah man Hüte und Stöcke schwenken. Die Zahl der Zuschauer betrug ungefähr 0- bis 6000, worunter sehr viele Frauen. Der Kops deS Delinquenten wurde an die medizinische Fakultät in Lyon gesandt. * Hamburg, 7. Marz. Das Hamburg-New-Dorker Postdamps- schiff.Teutonia", Kapitän Taube, welche« am 28 . Jan. von hier und am 1. Febr. von Southampton abgegangen, ist nach einer Reise von 10 Tagen am 16. Febr. wohlbehalten in Neu - Dork an- gekvmmen. Verantwortlicher Redakteur: k>r. Z. Herrn. Kroenlein, Z.H.71. Altbreisach. Tiefbetrübt »ercheilen wir auswärtigen Verwandten und Freunden die schmerzliche Nachricht, daß unser innigft geliebter Gatte, Vater und Schwiegervater, der großh, Hauptamts- Verwalter Johann Jakob Serauer dahier, gestern Abend 10 Uhr in Folge eines Schlaganfalls schnell und unerwartet im Aller von 59 Jahren in das bessere Jenseits abgerufen worden ist, und bitten um stille Thcilnahme. Altbreisach und Kehl, den 8. März 1862. Im Namen der Hinterbliebenen. Die Wittwe: Barbara Ser auer, geb. Mayer. d Z.H.98. Baden. Allen entfernten I Verwandten, Freunden und Bekannten *V*theilen wir die schmerzliche Nachricht I mit, daß unser vielgeliebter Gatte, Vater, Schwieger- und Großvater, AloisBertsch, früherer Gastwirth zum Stephanienbad, in einem Alter von 74 Jahren, heute sanft im Herrn entschlafen ist. Wir bitten um stille Theilnahme. Baden, den 8. März 1862. Die Hinterbliebenen. « Z H-100. Freiburg. In tief- geben wirVerwand- len und Bekannten die Trauerkunde, I daß unser lieber, guter Vater, Gat- te, Großvater, Bruder, Schwiegervater, Onkel und Schwager, FreiherrHannibal von Schauenburg in Freiburg, Grundherr zu Gaisbach, in einem Alter von 81 Jahren unerwartet schnell am 6. dieses Monats sanft im Herrn entschlafen ist — und bitten um stille Theilnahme. Freiburg, den 9. März 1862. Die Hinterbliebenen. Z.H.117. Karlsruhe. Circus Suhr H Hüttemann auf dem Schloßplatz in Karlsruhe. Heute Mittwoch den 12. März: Große Vorstellung in der höher» Reitkunst, noch nie gesehener Gymnastik und besonderer Pferdedrcssur. Zum ersten Male: Der Berggeist oder Clvthilbens Raub, schottische Sage, große Spektakel-Pantomime mit brillantem Waffentanz, Evolutionen, Gefechten und Tableaur, ausgeführt von 120 Personen und sämmtlichen Pferden, endet mit brillantem Feuerwerk. Personen. Der Gaugraf: Herr Eapite. Clothilde, dessen Tochter: Fräulein Sophie. Graf Udo, deren Geliebter: Herr Hüttemann jun. Ein Bedienter: Herr Hintz, Herr Sagrino. „ Glasenapp. , Warnecke. Ritter zu Pferd im Ge- f „ Nagels, folge des Grafen: s Mad. Capite. „ Glasenapp. , Kvpal. „ Nagels. Herr Neznamy. „ Samson. , Antoni. „ Frechen. , Eh arles. . M. Neiß. » Fernando. „ Thomas. „ Hollebars. „ Kopal. » Herrmann. „ Karl. Mad. An tont. „ Hvllebars. „ Frechen. ' „ Thomas. Herr A. Neiß. , Franyois. Herr Tessedre. . Moritz. „ George. „ Wilhelm. „ August. Kobolde: 2 . Jean , August «'""SelS. , Anselm. , Henry. , Thomas. Kopal. Ritter und Tänzer im Gefolge des Grafen Udo: Ein Eremit: Der Berggeist: Morgen große Vorstellung. Z.g.772. Karlsruhe. Allgemeine VkrsorgmigsimM im Großherzogthum Baden. Bekanntmachung. Die im Monat Mai 1862 abzuhaltend« Generalversammlung betr. Diejenigen Mitglieder der Versorgungsanstalt, welche seit Mai 1660 ihren Wohnsitz in hiesiger Residenzstadt oder in deren Umkreis von zwei Stunden genommen haben, werden ersucht, sich mündlich oder schriftlich dahier anzumeldcn, damit dieselben in danach Maßgabe des 8- 16 der Berwaltungsordnung aufzustellcnde Verzeichnih über die in den Verwal- tungsrach und Ausschuß wählbaren Mitglieder ausgenommen werden können. Karlsruhe, den 26. Februar 1862. Verwaltungsrath. _ Z.g.450. Mannheim. Guano aus den Anfuhren der Peruanischen Regierung, unter Garantie der Echtheit, billigst bei G. Köhler Lf Koch in Mannheim Z.g.980. Karlsruhe. Äulehen der Stadt Genf. Die Unterzeichneten nehmen Subskriptionen aus dieses Anlehen entgegen zum Cours von 98",,, inclusive der Zinsen vom 31. Dezember 1861. Prospekte sind auf deren Bureau zu haben. Karlsruhe, den 4. März 1862. G. Müller Sf Cons. Z.H.49. Baden. Rechnrmgs Gehilfenstelle offen. Die Gehilfenstelle bei diesseitiger Stadtver- rechuung wird auf 1. April d. I. erledigt und soll mit einem im Gemeinderechnungswesen tüchtigen, zuverläsfigenManne wieder besetzt werten. Gehalt 6- bis 700 fl. Gehörig belegte Bewerbungsgesuche sind innerhalb 8 Tagen portofrei anher ein- zusenden. Baden, den 8. März 1862. Gemeinderath. Gaus. Z.H.43. Eine kleine Familie wünscht auf den 1. Mai d. I. ein junges Mädchen aufzunehmen, welches sich im Französischen, in der Musik und in der Haushaltung weiter auszubilden wünscht. Anmeldungen beliebe man bei der Erpedition der Karlsruher Zeitung abzugeben. DE" Z.H.115. In einem Gasthof ersten Rangs dahier wird ein Kellner gesucht, welcher französisch und englisch spricht und gute Zeugnisse besitzt. Das Nähere bei der Erpedition dieses Blattes zu erfahren. Z.H.118. Mühl bürg. Gefch afts eroff- nuuq. Einem geehrten Publikum mache ich hiermit die Anzeige, daß ich das Geschäft meines verstorbenen Mannes unter der Leitung des seit mehreren Jahren in Karlsruhe in Arbeit gestandenen Schreinergesellen Karl Bauschlicher von Eppingen wieder angefangen, und bitte daher um geneigte Aufträge zur Fertigung aller Art Möbeln, sowie Bauarbeit, unter Zusicherung schneller und billiger Bedienung. _ Wilh. Deck Wittwe. Z.H.97. Baden im Aargau in der Schweiz. Der Badort Baden im Kanton Aargau in der Schweiz wünscht für die Badesaison eine tüchtige Musikgesellschaft von 10—14 Mann zu cngagiren. Dies- fällige Anträge mit Ausweisen nimmt der Unterzeichnete entgegen, der über das Weitere Auskunft erthei- len wird. Baden im Aargau in der Schweiz, den 8. März 1862. Sellersberger, _ Stadtrach. _ Pachtgefuch. Z.H.94. Von einem tüchtigen, kautivnsfähigen Oekonomen wird ein Hofgut von ungefähr 100 Morgen Ackerfeld mit Wiesen zu pachten gesucht Gefällige Offerten unter Chiffre V. V. besorgt die Erpedition dieses Blattes. Z.g.702. Heidelberg. Das Gasthaus zum „Prinz Mar" in Heidelberg ist vom 1. Juli 1862 an auf 6 Jahre zu verpachten. Das Nähere zu erfragen bei Ritterwirth Hormnth daselbst. Z.g.946. Wies loch. Versteuernd. Montag den 17. März, Morgens 9 Uhr, laßt die Badische Zink-Gesellschaft zu Wiesloch auf der Hessel das neue Zechenhaus mit den Nebengebäuden, nebst 9 Morgen Land, auf dem Platze (Hessel) zu Eigenthum versteigern. Die Verwaltung. Hamb.-Amerik. PackG-Ict.-Gesellschaft Direkte Post-Dampfschifffahrt zwischen Hamburg und New-Aork, eventuell Southampton anlaufend: Post-Dampfschiff Bavaria, Capt. Meier, am Sonnabend den 22. März, Post-Dampfschiff Teutonia, Capt. Taube, am Sonnabend den S. April, Post-Dampfschiff Borussia, Capt. Trautmann, am Sonnabend den IS. April, Post-Dampfschiff Hammonia, Capt. Schwensen, am Sonnabend den 3. Mai, Post-Dampfschiff Saxonia, Capt. EdlcrS, am Sonnabend den 17. Mai. Passagepreise: Nack New-'Aork Erste Kajüte Pr. Crt. Thlr. 156, Zweite Kajüte Pr. Crt. Thlr. IW, Zwischendeck Pr. Crt. Thlr. 66. Nack Southampton Erste Kajüte Pfd. St. 4, Zweite Kajüte Pfd. St. 2. Iv, Zwischendeck Pfd. St. 1.5. Die Erpeditionen der obiger Gesellschaft gehörenden Segelpacketschiffe finden statt: nach New-?jork am 13. März per Packet/ schiff Donau, Capt. Meyer; 'nach Quebec am I. April per Packetschiff Öder, Capt. Winzen. Näheres zu erfahren bei August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Hamburg, und dessen Agenten: Karl Hund in Ackern und dem Central - Expedition- - Bnrea« Mannheim Uralter, Reinhardt di Müller. Z.e.327. Z.H. 101 .UH eidklberg. Pferdeversteigernng. Donnerstag den 13. MSrz,Vor- miittags 11 Uhr, werden im Badischen Hof in Heidelberg 4 Pferde, 2 Schimmel, üjährig, und 2 Braunen, 8jährig, öffentlich versteigert. Z.H.102. Nr. 532. Karlsruhe. Vekarlntmachimg. Höherem Auftrag zufolge sollen die Arbeiten für Herstellung der Straße von Pforzheim nach Wildbad, auf badischem Gebiete, in Akkord gegeben werden. Die Erdarbeiten und Herstelluug des Grundpflasters, im Anschlag von ca. 9000 fl., werden in 3 Loosabtheilungen, die Maurer- und Stcinhauerarberten für 4 Gewölbdohlen und 1 Deckeldohlen, im Gesammtanschlag von ca. 3000 fl. für jeden Dohlen, einzeln der Versteigerung ausgesetzt. Zur Verhandlung wird Tagsahrt aus Dienstag den 18. März d. I. anberaumt. Ueberschlag und Akkordbedingungen können am 14. und 15. d. Nt. auf diesseitigem Geschäftszimmer eingesehen werden. Die Verhandlung findet auf den: Platze selbst statt und ist die Zusammenkunft auf dem Rathhause zu Brötzingen Vormittags 10 Uhr festgesetzt. Karlsruhe, den 9. März 1862. Großh. bad. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. Obermüller. Z.H.113. Karlsruhe. Soumissionsbegebung. Die Herstellung einer neuen Zugaugstreppe für die Kirche zu Knielingen soll im Soumissionswege in Akkord begeben werden. Die Pläne und Kostenberechnung sind von Donnerstag an bei diesseitiger Stelle einzusehen, und sind die schriftlichen Angebote spätestens bis Dienstag den 18. d. M. allda einzureichen. Hiezu werden die betreffenden Maurer- und Stein- hauermcister eingeladen. Karlsruhe, den 10. März 1862. Großh. Bezirks-Bauinspektion. C. Kuentzle. Z.g. 931 . Karlsruhe. Bekanntmachung. Zufolge höheren Auftrags soll die Lieferung von 4000 L-tück 5' langer, tanneuer oder forlener Ernfrie- digungspfähle im Soumissionswege vergeben werden. Schriftliche Angebote sind- versiegelt und mit Aufschrift Lieferung von Einfriedigungspfähle» - versehen, bis zum 17. März d.I. bei Unterzeichneter Stelle cinzureichcn, woselbst die Lieferungsbedingungen zur Einsicht aufliegen. Karlsruhe, den 1. März 1862. Verwaltung der großh. Eisenbahn-Hauptwerkstätte und des Hauptmagazins. Der Vorstand. Der Verwaltungsbeamte. Obser. Adam. vckt. Biesele. Z.H.93. Adersbach. Verlaus von Föhrenftämmen. Im Frciherrlich von Gemmingen'schen Walddistrikt Raufthal bei Adersbach sind 78 Stück zu Boden liegende, sehr starke und meistens rothharzige Föhrenstämme mit einem Kubikgehalt von 5,120 Kubikfuß — und einer durchschnittlichen Länge von 45 Fuß — zum Verkauf ausgesetzt. Die Kaufliebhaber werden hiermit eingeladen, diese ausgezeichnet schöne Hölzer im genannten Walddistrikt cinzusehen, und ihre Angebote hierauf längstens bis zum 20. dieses Monats bei Unterzeichnetem Rentamte abzugeben. Treschklingen, den 7. März 1862. Freiherrlich von Gemmingen'sches Rentamt. Wolf. Z.H.56. Forchheim. Eichcngerberrindc-Ver- steigerunfl. Die Gemeinde Forchheim, Amts Kmzingen, versteigert am Donnerstag den 20. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, im Stubenwirthshause aus dem diesjährigen Gabholz- schlag circa 9 Klafter Eichengerberrinde,s,vorzüglicher Qualität; wozu die Liebhaber einlad et,> Forchheim, am 7. März 1862, Der Gemeinderath. Gerber, Bürgermstr.W vckt. Gerbest, Rathschr. Z.H.53. Jöhlingen. Holzversteigerung. Am Donnerstag den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden im hiesigen Gabenschlag Lchr- wald 35 Stämme Eichen, zu Holländer-, Bau- und Nutzholz tauglich, 161 buchene Wagnerstangcn» 5 Klafter gemischtes Prügelholz und 4650 buchene Wellen öffentlich versteigert; wozu die Liebhaber eingeladen werden. Jöhlingen. den 8. März 1862. Bürgermeisteramt. rät. Rathschr. Unger. Z.h.120. Durmersheim, Ober- Rastatt. Forlenstammholz - Versteigerung. Montag den 17. und Dienstag den 18. März d. I. läßt die Gemeinde Durmersheim in ihrem Gemeindewald auf der Hardt 806 Stämme Forlen, welche sich zu Sägklvtzen,' Bauholz und Brunnen- deickeln eignen, öffentlich versteigern. Die Zusammenkunft ist jeden Tag Morgen-8 Uhr im Walde im diesjährigen Holzhieb, im sogenannten Stangenschlag. Durmersheim, den 8. März 1862. DaS Bürgermeisteramt. I. A. d. B.: Gemeinderath A b a t h. vät. Mastel, Rathschr. Z.H.6. Nr. 95. Friedrichsthal. (Holzversteigerung.) Aus großh. Hardtwalde, Abtheilungen Häuscrhüttenschlag und Dielacker, werden versteigert, Samstag den 15. d. M.: 43 Stämme forlenes Bau- und Nutzholz; V, Klftr. buchene«, 2'/« Klftr. forlenes Scheitholz; 21 Vr Klftr. buchener, 23-/i Klftr. eichenes, 13V» Klftr. forleneS Prügelholz und 325 Stück buchene Wellen. Die Zusammenkunft ist früh 9 Uhr auf der Grabr- ner Allee am Lchröck-Stafforter Weg. Friedrichsthal, den 7. März 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. von Merhart. Z.H.65. Karlsruhe. (Holzversteige- run g.) In großh. Hardtwald werden aus mehreren Abtheilungcn am 13. d. M. versteigert: 15 tannene Bauholzstämme, 24 Traubenkirschen, 42 Akazien-Nutzholzstämmchen; 43 tannene Sprieß- und Gerüststangen, 90 tannene Leiter-, Hopfen- und Rebstangen; 33 Klftr. eichenes, 21 Klftr. forlenes und gemischtes Prügelholz; 6000 eichene, fvrlene und gemischte Wellen. Zusammenkunft früh 9 Uhr auf dem Hag-felder- Eggensteiner Weg an der Stutenseer Allee. Karlsruhe, den 7. März 1862. Großh. bad. BezirkSforstei Eggenstein, v. Kleiser. Z.g.878. Waidstadt. Jagd- uu- Fischerei Verpachtung. Montag den 17. März I. I., Vormittags 10 Uhr, wird auf dem Rathhause dahier die Ausübung der Jagd und Fischerei auf hiesiger Gemarkung im Steigeruugswege in sechsjährigen Pacht vergeben. Waibstadt, den 27. Februar 1862. Bürgermeisteramt. Wacker. vckt. Selber. Z.H.79. Nr. 2235. Schwetzingen. (Gläubigers ufruf.) I ohann Georg N a g e l, ledig, von Altlußheim will auswandern. Forderungen sind am Samstag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, hier anzumelden. Schwetzingen, den 8. März 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Waag. Z.H.25. Nr. 2820. Lahr. (Aufforderung.) Franz Storz von Friesenheim, welcher noch während seiner Minderjährigkeit vor mehr als 30 Jahren nach Nordamerika gereist und dessen gegenwärtiger Aufenthaltsort dortselbst seit 15 Jahren unbekannt ist, wird aufgefordert, innerhalb Jahresfrist seinen Aufenthaltsort hieher anzuzeigen und über dahier noch vorhandene Vermögen zu verfügen, widrigenfalls er für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen nächsten gesetzlichen Erben in fürsorglichen Besitz überwiesen werden soll. Lahr, den 5. März 1862. Großh. bad. Oberamt. W Un t e r. krsnlrk. üörssnrvttvl nach clom Kursblatt« äs« W«chsslwastior-Lxnclist. «»»«»», io. Stsstspepiere. 0»»t5. r«/. m. i.». ».«. l— E 3»/. .4ll>.5.I834 5-/, »»«.031. 3'/, s». >8« s, . . p,»»»»3'/, kr»»»», . , »-/.'/. oon,. 3- /»'/, 8t»»t»»»3, 0««5 3«/,0. 183« 8. N. »V.'/. Ij»l>5. . 4- /.'/. . »'/. ... »»/. 431«». «. . «-/»'/. .. . NVtp. 4-^'/. o^I. ». N. , 0p.d.k. 3-/.'/. . 7i-a o, ssv. r>. 81'/. ». 7L'/, n. ss'/. n.'/. o. «9-/. t>. «»>/. «3'/. N. >01'/. i>. 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