Karlsruher Zeitung. Mittwoch, L». April. N. ss. V«r«uSbezahlunz: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl., durch die P»st im Croßherzogthum Baden 4 fl. 15 kr. und 2 fl. 8 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile »der deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. 1862 Der Handelsvertrag. Die „Allg. Ztg." veröffentlicht von den Aktenstücken, welche bezüglich deS preußisch-französischen Handelsvertrags den Zollvereins-Regierungen mitgetheilt worden sind, zunächst drei, wovon das eine den Wortlaut des Handelsvertrags, das zweite daS Schlußprotokoll, und das dritte den Wortlaut des Schifffahrts-Vertrags enthält. Wir lassen hier den Text des Handelsvertrags folgen. Derselbe lautet: Ce. Maj. der König von Preußen und Se. Maj. der Kaiser der Franzosen, von dem gleichen Wunsche beseelt, die freundschasilichen Beziehungen zwischen den Zollvereins-Staaten und Frankreich zu befestigen, und die gegenseitigen Handclsverhältnisse zu erweitern, haben beschlossen, einen Vertrag zu diesem Zweck abzuschließen, und zu ihren Bevollmächtigten ernannt... :c., welche, nach Austausch ihrer, in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten, über nachstehende Artikel übereingekvm- men sind. Art. 1. Die in dem Tarif X zu gegenwärtigem Vertrag verzeichneten, aus dem Zollverein herstammenden oder in demselben verscrtigten Gegenstände sollen in Frankreich bei ihrer unmittelbaren Einfuhr zu Land wie zur See unter der Flagge eines Zollvereins-StaatS oder unter französischer Flagge zu de» durch diesen Tarif scstgestelllen Eingangsabgaben, mit Einschluß der Ausatzdecimen, zugelajsrn werden. Art. 2. Die in dem Tarif 3 zu gegenwärtigem Vertrag verzeichneten, aus Frankreich herstammenden oder daselbst verfertigten Gegenstände sollen im Zollverein bei ihrer unmittelbaren Einfuhr zu Land wie zur See unter der Flagge eines ZollvereinS-LtaatS oder unter französischer Flagge zu ten durch diesenTaris sestgesteltten EingangSabgaben zugelassen werden. Art. 3. Dir aus dem Zollverein herstammenden oder in demselben verfertigten Maaren, welche entweder über die Häfen der Hansestädte an der Elbe oder Weser, oder mittelst der belgischen oder schweizerischen Eisenbahnen in Frankreich eingehen, sollen als unmittelbar eingesührt angesehen werden , und zwar ,n letzterm Fall, wenn die Eisenbahiuvagcn oder Colli, welch« di« Waaren enthalten, von dem vereinSländischen Zollamt amtlich verschlossen oder verbleit sind, die Vorlegschlösser oder Bleie bei der Ankunft in Frankreich al« unversehrt erkannt werden, und die Beförderung nach Maßgabe der unter den hohen vertragenden Theilen für den internationalen Eilenbahndienst getroffenen Abreden ersolgt. Die aus Frankreich herstammenden oder daselbst verscrtigten Maaren sollen bei ihrem Eingang in den Zollverein unter denselben Bedingungen genau die gleiche Behandlung genießen. Art. 4. Die aus dem Zollverein nach Frankreich und die von Frankreich nach dem Zollverein au-gesührten Waaren jeder Art sollen beiderseitig von allen AuSgangSabgaben frei sein. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind nur die nachstehend verzeichneten Lumpen und Absälle zur Papirrsabrikatio«. Sie bleiben einer AuSgangSabgabe unterworfen, deren Betrag sestgestellt ist, wie folgt: in Frankreich: für Lumpen und Abfälle aller Art zur Papiersabrikalion, nicht von reiucr Wolle, und für Halbzeug 12 Fr. für 100 Kil., für altes Tauwerk, gctheert oder nicht gelheert, 4 Fr. für 100 Kil.; im Zollverein: für Lumpen und Abfälle aller Art zur Papiersabrikalion, nicht von reiner Seide, mit Einschluß von Makulatur und PapierspLnen und für Halbzeug 1^, Thlr., 2 fl 55 kr., für den Zollzentner, für altes Tauwerk, alte Fischcrnetze und Stricke, gelheert oder nicht gelheert, '/z Thlr., 35 kr., für den Zollzentner. Art. 5. Der aus dem Zollverein heistammende Spiritus und Wein- geistfirniß soll in Frankreich, außer den in dem Tarif 1. zu gegenwärtigem Vertrag festgesetzten Eingangsabgaben, der für die gleichartigen französischen Erzeugnisse bestehenden Verbrauchsabgabe unterworfen werden, nämlich: reiner Alkohol, Liqueure, Branntweine in Flaschen, vom Hektoliter der Abgabe von 90 Fr., Weingeistfirniß, vom Hektoliter reinen in dem Firniß enthaltenen Weingeistes, der Abgabe von 90 Fr. Bis dahin, daß das zur Darstellung chemischer oder anderer gleichartiger Fabrikate verwendete Salz in Frankreich von der Verbrauchsabgabe befreit sein wird, sollen die nachstehend verzeichneten, mit Verwendung von Salz dargestellten Erzeugnisse zollvereintländischen Ursprungs bei ihrer Einfuhr nach Frankreich, zur Ausgleichung der von den französischen Fabrikanten zu entrichtenden entsprechenden Abgaben, folgenden Zusatzatzgabrn unterliegen: (für je 100 Kilogr.) Rohe Soda 4 Fr. 35 Cent.; krystalli- firte Soda 4 Fr. 35 E.; schwefelsaureS Natron: reines, wasserfrei 6 Fr., krystallisirt oder mit Wasser verbunden 2 Fr. 40 C.; unreines, wasserfrei 5 Fr. 40 C.; krystallisirt »der mit Wasser verbunden 2 Fr. 10 C.; schwefligsanres Natron 8 Fr.; kalzinirte Soda 11 Fr.; Salzsäure 3 Fr.; Chlorkalk 7 Fr. 50 C.; Chlorsäure« Kali 66 Fr.; Ehlormagnesium 4 Fr.; Spiegelgläser, große, 1 Fr. für den Meter Oberfläche; H»hlglaS, Fensterglas und anderes weißes Glas 2 Fr.; Glasflaschen 80 C.; Ultramarin, künstlicher 6 Fr. 75 C ; Salmiak 10 Fr.; Vareksoda 1 Fr. 50 C.; gebrannte Rüben, Preßlinge, rohe 1 Fr. 25 C.; Ainnsalz 3 Fr. Art. 8. Im Fall der Aufhebung oder Ermäßigung der bei der Ausfuhr französischer Erzeugnisse gegenwärtig gewährten AuSfuhrvergütun- gru sollen die nach dem vorangehenden Artikel von den Erzeugnissen zollvereinsländischer Abstammung oder Fabrikation zu entrichtenden Zusatzabgaben ansgehoben oder um den nämlichen Betrag herabgesetzt werben, um welchen jene AuSsuhrvergütungen ermäßigt worden sind. Wenn bie Aushebung ersolgt, die Regierung aber die Darstellung gewisser sran- iosischer Erzeugnisse einer Ueberwachnng, Kontrole oder Verwaltungs- Aussicht unterwirft, so sollen die unmittelbaren oder mittelbaren Lasten, welch« die französischen Fabrikanten zu tragen haben, durch eine entspre- *bt»be Zusatzadgab« aus die gleichartigen vereinSländischen Erzeugnisse ""«geglichen werden. UebrigenS ist eS verabredet, daß, wenn AuSsuhr- Uergütungcn für andere Erzeugnisse französischer Fabrikation bewilligt, ^brr wenn die gegenwärtig gewährten Ausfuhrvergütungen erhöht wer- m, di, ans dm Erzeugnissen zollvereinsländischer Abkunst oder Fabri- atron ruhenden Abgaben eintretenden Fall- um «ine, dem Betrage dieser AuSsuhrvergütungen oder Erhöhung der Vergütung gleiche Zusatzabgabe erhöht werden können. Die bei der Ausfuhr französischer Erzeugnisse bewilligten AuSsuhrvergütungen sollen genau nur die innern Steuern ersetzen, welche auf den gedachten Erzeugnissen oder aus den Stoffen, aus denen solche verfertigt sind, ruhen. Dem Zollverein sollen dieselben Befugnisse zustehen, welche Frankreich sich in den vorstehenden Bestimmungen vorbehält. Art. 7. Wenn einer der hohen vertragenden Thrile es nöthig findet, aus einen in den Tariscn zu gegenwärtigem Vertrag verzeichneten Gegenstand einheimischer Erzeugnisse oder Fabrikation eine neue innere Steuer oder einen Zuschlag zu der innern Steuer zu legen, so soll der gleichartige ausländische Gegenstand sosvrt mit einer gleichen oder entsprechenden Abgabe bei der Einfuhr belegt werden können. Art. 8. Die aus den Gebieten des einen der beiden Theile herstammenden und in die Gebiete des andern TheilS ringesührten Waaren jeder Art sollen keinen höheren inneren oder Verbrauchssteuern unterworfen werden dürfen, als die gleichartigen Waaren einheimischer Erzeugung solche entrichten oder entrichten werden. Jedoch sollen die Einganzeabgaben um so viel erhöht werden dürfen, als die den einh.imischen Produzenten durch da« innere Steuersystem verursachten Kosten betragen. In Gemäßheit der im Zollverein bestehenden Verabredungen sollen französische Weine, Branntweine und Fette, welche der Eingang-Verzollung unterlegen haben, auch in Zukunjt von jeder weitern, für Rechnung des Zollvereins, einzelner Vcr- einSstaalen oder einer Kommune oder Korporation erhobenen Steuer frei bleiben. Art. 9. Waaren aus Gold, Silber, Platin oder andern edlen Metallen sollen, bei der Einsuhr aus demZvllverein nach Frankreich oder umgekehrt, dem für die gleichartige» Waaren einheimischer Fabrikation bestehenden Konlrvlversahren unterliegen, und eintretenden Falls die StempclungS- und Garauliegebühren nach denselben Grundsätzen wie diese bezahlen. Art. 10. Unbeschadet der über die Behandlung von Erzeugnissen nicht zollverein-ländischen Ursprungs bei deren Einfuhr in Frankreich durch den gegenwärtigen Vertrag getroffenen Bestimmungen sollen diese Erzeugnisse den Zujchlagzöllen unterliegen, welchen dee unter französischer Flaggt au« andern als den Ursprungsländern nach Frankreich eingesührlen Erzeugnisse jetzt oder in Zukunjt unterwerfen werden. Art. 11. Die auSFraukceich über dieLandgrenze eingehenden Waaren jede» Ursprungs sollen bei dem Eingang in den Zollverein zu denselben Abgaben zugelassen werden, als wenn sie daselbst direkt au« Frankreich zur See und unter französischer Flagge eingehen. Die aus dem Zollverein über die Landgrenze eingehenden Waaren, mögen solche in dem Art. 22 des Gesetzes vom 28- April 1816 aufgeführt sein oder nicht, sollen zum innern Verbrauch in Frankreich gegen Entrichtung derjenigen Abgaben zugelassen werden, welche für die unter französischer Flagge aus andern als den Ursprungsländern kommenden Waaren bestehen. (Schluß folgt.) 1l Der „Monitor". Der Kampf zwischen der von den Südstaatlichen zum Panzerschiff umgcdauten Fregatte „Merrimac" (früher Umons- fregalle „Virginia") und den Guuvesfregailen „Congreß", „Cumberland" und „Minesota", und schließlich mit einem ebenbürtigen Gegner tst von der größten Bedeutung und kann nicht genug bis ins kleinste Detail untersucht und verfolgt werdet). In den letzten Jahrzehnten wetteiferten in erster Linie Engländer und Franzosen mit einander im Bau, Ausrüstung und Bewaffnung von Kriegsfahrzeugcn, was Beide fadelhafte Summen kostete und ihnen nebenbei viel Aergcr und Verdruß verursachte. Der Eine suchte den Andern zu überbieten; wurde hier rin Schiff pvn neuer Konstruktion gebaut, mit schweren gezogenen Geschützen armirt und furchtbaren Maschinen ausgcstattet, so wurden dort die Dimensionen verdoppelt; wurden von dem Emen Zzöllize Eisenplatten benützt, so nahm der Andere 8- bis lOzöllige. Mit dem Dekannimachen der Versuche und Resultate wurde es auch nicht sehr genau genommen; der Eine fürchtete sich vor dem Andern; Keiner wollte zugedcn, wenn er sich wirklich verrechnet, oder auch dlamirt Halle. Eben deßhalb erfuhr man nie etwas Bestimmtes und Zuverlässiges ; wenigstens waren alle, selbst die pomphaftesten Ne- sultatSankündigungen mit großer Vorsicht aufzunehmen. Da zu solchen großartigen und kostspieligen Versuchen ein französischer oder richtiger gesagt englischer Gelvdemel und noch verschiedenes Andere gehörte, was uns in Deutschland leider abging, so blieb für uns weiter nichts übrig, als uns aufs Warten zu verlegen, bis einmal der Zufall ein paar solche eiserne Haifische zusammenführle. Dies ist nun geschehen, und das Resultatist (wenn die bedeutenden Vorzüge der Schiffs- bepanzerung auch nicht angezweifelt werden konnten) so großartig und überraschend, daß jeder Gegner der Panzerschiffe verstummen muß. Selbst der Spezialkorrespondent der „Times", von dem man sonst eben nicht gewohnt war, daß er amerikanische Dinge besonders herausstreicht, sagt, daß die Resultate bei kühnsten Erwartungen des Erbauers wohl übertroffen haben. Hr. Ericjou beabsichtigte, in kurzer Zeit und für wenig Geld ein Schiff zu bauen, um es hauptsächlich gegen Uferballerien und Fortisika- tioncn zu verwenden; er bewies aber in der Thal, was ein solches Schiff gegen einen ähnlichen Gegner vermag. Der „Merrimac" siegte über eine Flotte, und der „Monitor" siegte alsdann über den „Merrimac". Die Eroberungen der Süd- staatlichen wurden durch daS kleine Schiff des Hrn. Ericson vereitelt und wicdergewonnen — es schlug den Sieger und Eroberer. Gegen dieses 1200 Tons große, nur mit 2 Kanonen armirte und in 3 Monaten für 420,000 Thalcr gebaute Schiff' waren die eisernen Schnäbel und gepanzerten Seiten des „Merrimac" ungefährlich; derselbe zog sich zurück, vielleicht nicht allzu sehr beschädigt, indeß mit dem augenscheinlichen Bikennluiß, daß er den Kamps nicht weiter fortsetzen könne (die späteren Nachrichten bestätigen, daß er sehr gelitten hat). Ter „Monitor" blieb Sieger und im Besitz der See, und wäre der Verlust der Union noch größer gewesen, er war durch das Endresultat vollständig gerächt. „Was wäre — fragt die „Times" — aus unserer stolzen Flotte unter Admiral Milne geworden? Wäre es unsern „Ariadnes" und „Orlandos" bester ergangen, als dem „Cou- greß" und dem „Cumberland" gegen einen unverwundbaren Feind? Unsere Schiffe hätten vielleicht ihre Schnelligkeit benützt, um der Vernichtung zu entgehen; wenn sie aber den Kamps ausgenommen hätten, waS wäre das Ende gewesen? Die folgende Schilderung des „Congreß" nach 30 Minuten Gefecht beantwortet diese Frage: „„Das Schiff wurde bald ein wahres Schlachthaus, die Bomben hatten an mehreren Stellen gezündet, fast alle Kanonen waren demontirt, die Mannschaft «Heils getövtet, theils verwundet; das Innere des Schiffes sah auS, wie das Innere eines verbrannten und geplünderten HauscS. Alles lag in Trümmern, schwarz oder roth, verbrannt oder blutig. Die furchtbare Szene dauerte etwa eine halbe Stunde; um nicht zu sinken, trieb cs ans Land, um bald daraufzu erplodiren."" Nachdem wir einen solchen Bericht gelesen haben — heißt es in der „Times" weiter — müssen wir Hrn. Ericson unsern Dank für seine „Mahnung" wiederholen und dem amerikanischen „Monitor" unsern besten Respekt zollen. Wir nehmen die Warnung, wie sie gegeben wurde, und mit aller Freimülhigkeit bekennen wir, daß diese letzte „Jankee notion" die ganze Aufmerksamkeit verdient, die sie beansprucht. Der „Merrimac" war ein umgcbauteS Kriegsschiff, und wir können ähnliche Schiffe in kurzer Zeit haufenweise haben; wir haben nur die große Thatsache offen anzuerkennen, die vorlicgt: daß ein Panzerschiff, abgesehen von der Größe, mehr bedeutet, als ein Geschwader holzgebauter Schiffe." So sprach noch vor 12 Tagen die „Times" und mit ihr die hauptsächlichsten englischen Blätter; der Marincmimster und die Lords der Admiralität waren durch das außerordentliche und unerwartete Resultat dermaßen überrascht, daß man ihnen die größte Verlegenheit anmerkie; der Weiterbau von Holzschiffen wurde auf verschiedenen Werften sistirt und mehrere große Schiffe wurden zum Umbau in Panzerschiffe sofort in Angriff genommen. In einer ähnlichen, nur nicht so offenen Weise sprach sich die französische Presse darüber aus. Der dänische Marinemini- ster und mit ihm die vorzüglichsten dänischen Seeoffiziere waren vor ungefähr 3 Monaten aus verschiedenen Gründen noch gegen den Bau von Panzerschiffen; auch dort steht die Sache jetzt anders; der Marineministec hat vom ReichSraih Geld zum sofortigen Bau von Panzerschiffen verlangt, welches auch alsbalv bewilligt wurde. Aus dem Vorstehenden geht wohl zur Genüge hervor, welchen gewaltigen Eindruck diese MoniGr-Affaire allenthalben machte, und wenn auch die „Times" jetzt meldet, daß in England Versuche mit Armstrongkanonen gemacht worden sind, die jede gepanzerte Schiffswand durchschlagen; so darf wohl hierauf kein zu großer Werth gelegt werden, denn etwas Anderes ist doch der Schuß im ernsten Kampf auf offener See auf ein nach dem Prinzip deS „Monitor" konstruirtcs Panzerfahrzeug, als der Erperimentschuß auf eine auf dem Land einem bestimmten Zweck entsprechend ausgestellte, feststehende Panzerzielscheibe. Jedenfalls sollte uns Dies nicht abhalten, vorwärts zu gehen und Nutzen aus einer Sache zu ziehen, die uns nichts gekostet hat, und sehr viel eindringen kann. Mit einem oder mehreren „Monitoren" hinter uns wird z. B. unsere Stellung zu Dänemark eine ganz andere sein. Wirklich sieht das dänische Blatt „Dagbladet" in seiner Phantasie schon einen deutschen „Monitor" auf der Kopenhagen» Rhede liegen, und dieser Gedanke jagt ihm mehr Schrecken ein, als eine deutsche Armee auf dem dänischen Fcstlande. W. Deutschland. ^ Heidelberg, 22. Apr. Mit heutigem Tag ist das auch hier nach dem Vorgang anderer Städte errichtete Institut sogenannter Dienst inänner ins Leben getreten. Dies zeitgemäße Unternehmen ist um so willkommener, als das Jnsti- tut die Garantie für etwaige Beschädigungen, Verluste u. A. bis zu einer bestimmten Summe übernimmt. Auch ist der Tarif für die verschiedenartigsten Dienstleistungen sebc mäßig gestellt; z. B. für einen einfachen Gang in der Trakt 4 kr., mit 50 Pfund Gepäck 6 kr., für Garten- oder Hausarbeiten aller Art, den Tag zu 10 Stunden, 1 fl., per Stunde 9 kr., für eine Nacht 1 fl. 12 kr. u. s. w. Die Dienstmänner, a»S gut beleumundeten Leuten ausgewählt, sind an verschiedenen Orten der Stadt ausgestellt, um jederzeit für das Publikum bereit zu sein. Bei allen Aufträgen haben die Dicnstleute, die sich durch eine besondere Kleidung auszeichnen, eine entsprechende Marke abzugrben, die dem Auftraggeber znr Garantie und dem Institut zugleich zur Kontrole dient. H) Pforzheim, 21. Apr. Die verflossene Osterwoche zeigte wieder so recht, wie unzulänglich uuv in räumlicher Beziehung ungenügend die diesige katholische Kirche ist. Am Ostersonntag, sowie auch an den vorausgegangenen Feiertagen war daselbst während des Gottesdienstes bis unmittelbar an die Stufen des Altars buchstäblich kein Zoll breit freier Raum. Ja selbst die Stufen des Altars sind zum Theil den Kindern als Platz angewiesen, und mußte sich der funklionirenbe Geistliche beim Ein- und Ausgeben mit Mühe durch die Menge hindurchdrängen. Wie viele Andächtige mögen selbst nicht einmal ein Plätzchen in den Zugängen gefunden haben! Eme Vergrößerung der Kirche, ober, da diese schwerlich in zweckmäßiger Weise ausgeführt werben kann, der Gau einer neuen Kirche ist eine gebieterische Noihwendigkeir. Aber wer bietet die Mittel? Die Kirchengcmeinde ist ohne Vermögen, so daß selbst die Mittel für Ausstattung der Kirche und die Anschaffung der kostspieliger» Paramente durch freiwillige Beiträge der Gcmeindeglieder aufgebracht werden müssen. Hierin zeigt sich bei den meisten, namentlich bei den wohlhabcnvcrn Gc- meindeglievcrn eine idle Uneizennützigkeit, und wurde z. B. in allerjüngster Zeit von Seile eines einzelnen hiesigen Einwohners der Kirche eine massiv in Silber und der Bauart des Altars entsprechend in gordischem Style sehr schön ausgeführte Monstranz von hohem Werthe zum Geschenk gemacht. Bei aller Opferfreudigkeil können aber hier die Mittel zur Herstellung eines genügenden Gotteshauses nie aufgebracht werden. Hierzu muß von anderer Seite geholfen werden. ^ Vom Bruhrhein, 21. Apr. In den letzten Tagen sind bei beiden Kammern Petitionen einer Anzahl Aerzte um Aufhebung der Medizinaltarordnung, d. h. des bisher bestehenden gesetzlichen Maßes Dessen, was Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Wundarzneidiener, Hebammen und Thierärzte für ihre Leistungen und Bemühungen anzusprechen haben, eingereicht worden. Damit es aber nicht scheine, daß dies« Ansicht, weil bis jetzt die allein öffentlich ausgesprochene, auch die allgemeine oder überwiegende sei, scheint es uns nolhwendig, daß auch die entgegengesetzte Meinung öffentlich — wenn auch unmaßgeblich — ausgesprochen und begründet werde. Bei der Organisation des Sanitätswesens in dem aus sehr verschiedenartigen Bestandtheilen neu gebildeten Großherzogthum Baden wurde unterm 15. Juli 1806 auch eine Medizinaltarordnung erlassen, welche maßgebend blieb, bis unterm 7. Apr. 1836 eine neue erschien, die jedoch von der früher« nicht wesentlich verschieden war, außer darin, daß sie für jede Verrichtung nur einen unabänderlichen Gebührensatz aufstellte, während jene für die meisten Verrichtungen einen gewissen Spielraum zwischen einem Minimum und Marimum gestattet hatte, dabei jedoch verfügte, daß nur Stand und Vermögen des Patienten, nicht jene des Arztes zwischen dem höher» oder nieder» Tarsatze entscheidend sein sollen. Als dann in den letzten Jahren die enorm gesteigerten Preise aller Lebensbedürfnisse eine Erhöhung der Besoldungen fast sämmtlicher Angestellten und eine sehr bedeutende Erhöhung der Gebührensätze der Anwälte herbeigeführt hatten, glaubten die Aerzte sich zu der Hoffnung berechtigt, daß auch für sie durch Abänderung der auch sonst dem Stande der Wissenschaft immer angemessenen Tarordnung gesorgt werde; und es ward auch wirklich um jene Zeit an einzelne auserlesene ältere Physici ein Entwurf einer neuen Medizinaltarordnung zur Begutachtung gegeben , der aber in keiner Beziehung den gehegten Ansprüchen und Hoffnungen entsprechend gefunden worden sein, und also keine günstige Beurlherlung erfahren haben soll. Seitdem sind wieder mindestens drei Jahre verstrichen, ohne daß auf offiziellem Wege etwas Weiteres über eine Abänderung der Medizinaltarordnung kund geworden wäre, obgleich von Zeit zu Zeit das Gerücht sich verbreitete , daß eine solche im Werke sei und nächstens erscheinen werde. Inzwischen wurde von einigen Heidelberger Aerzten eine Agitation für völlige Aufhebung der Medizinaliarordnunz versucht, als deren Ergebniß die bei beiden Ständekammern und auch bei großh. Ministerium des Innern cingereichten Petitionen in dieser Richtung erscheinen. Es mag wohl zu dieser Bitte außer den angeführten Gründen im Stillen auch die Befürchtung mitgewirkt Huben, daß die gegenwärtige, allerdings nicht mehr passende Tarordnung noch lange forlbestehen, oder wenn endlich eine neue zu Stande kommt, dieselbe den gehegten Hoffnungen und Wünschen ebenfalls nicht entsprechen möchte. Allein wenn cS auch richtig ist, daß eine iuS Einzelne gehende Tare, d. h. die Feststellung eines einen und unabänderlichen Gebührensatzes für jede einzelne Verrichtung des Arztes beim jetzigen Zustande der Wissenschaft und den täglich neu auftauchendcn und wechselnden Apparaten, Uutcrsuchungs-, Heil- und Operationsmclhoden nicht möglich, und die bestehende Tarordnung hierauf gar nicht anwendbar ist, so ist damit die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit einer Tarordnung überhaupt noch nicht aufgehoben, und es sprechen für letztere viele und gewichtige Gründe. Die zahlenden Kranken lassen sich in drei Klassen eintheilen: in solche, von welchen wegen Bcschränkiheit ihrer Mittel oder wegen einer durch übermäßige Konkurrenz herbcigeführlcn örtlichen Herabsetzung der Preise nicht einmal die volle, jetzt bestehende Tare erhoben werden kann; in solche, welche freiwillig mehr bezahlen, als sie schuldig wären; und in solche, die gern oder ungern eben gerade nur so viel bezahlen, als ihnen gefordert wird. Gegenüber der ersten dieser Klaffen ist allerdings eine Revision der bestehenden, ja überhaupt jede Tarordnung überflüssig; weniger schon ist dieses der zweiten Klaffe gegenüber der Fall, denn wer mehr geben will, als er zu geben schuldig ist, der muß auch wissen^ wie viel er zu geben schuldig ist. DieS gilt auch für jene Fälle, wo in Folge eines stillschweigenden oder ausdrücklichen Uedereinkommens ein Jahresaver- sum gegeben wird; denn die alten Familien sterben allmälig aus, es gründen sich neue, mit denen neue Ucbcreinkommcn zu treffen sind, denen eben überall irgend ein fester Maßstab über Das, was der Arzt anzusprechen Hai, zu Grund liegen muß. Gegenüber der dritten Klasse aber, die für den Arzt auf dem Lande immer die bei weitem zahlreichste und wichtigste bleibt, ist eine Tarordnung nicht zu entbehren. Der kleine Handweikcr und La^dmann, die ihren Lebensunterhalt vorherrschend oder ausschließlich durch ihrer Hände Arbeit ve* dienen, sind gewöhnt, den Wcrih einer Leistung zunächst nach dem Maße der physischen Anstrengung zu schätzen, die sie erfordert, und also auch bei jener de» Arztes nicht an den Aufwand an Gele, Zeit und Mühe beim Sludiren und die aufreibenden Anstrengungen und Erschütterungen des Geistes und Gemüthes bei der Praxis zu denken, 'lonvern nur Das in Anschlag zu dringen, was vor ihren Augen geschieht; diesen Krankencramcn, Nezcplschreidcn und Operationen, Dinge, die ihm leicht und mühelos scheinen und also nach seiner Ansicht auch keine besonders große Vergütung verdienen. Es kommen darum auf dem Lande und besonders wo sich etwa noch Aerzte befinden, welche sich durch besondere Billigkeit ihrer Rechnungen zu empfehlen und Praris zu verschaffen suchen, auch jetzt schon häufig Fälle vor, wo nicht nur ärmere, sondern selbst wohlhabende Leute entweder sich offen über zu hohe Rechnung des Arztes beschweren, wohl auch zu feilschen versuchen, oder ihre Unzufriedenheit stillschweigend durch Wahl eines andern, wohlfeilern Arztes zu erkennen geben. So lange eine gesetzlich geregelte Tarordnung besteht, kann der Arzt in derartigen Fällen sich einfach auf diese berufen; wie würde es aber rn solchen Fällen, wenn keine Tarordnung bestünde, wo mit dem Wegfall des gesetzlichen Maßstabs cS einem Jeden anheim gegeben wäre, den Werth der Leistungen des Arztes nach seinem eigenen Belieben und Ermessen zu schätzen, und entweder zu feilschen oder Zahlung zu verweigern, wenn ihm die Forderung zu hoch er>chien, oder wenn er sonst keine Lust hat, zu zahlend Die Petition an die Kammern gibt eine Andeutung, wie es in solchen Fällen gehalten werden soll, durch Berufung auf eine Bestimmung der neuen herzoglich koburg-gothaischea Me- dizinalordnunz deS Inhalts: „Die Vergütung für die Mühewaltungen der Aerzte, Zahnärzte, Chirurgen, Hebammen und Thierärzte bleibt der freien Vereinigung der Bctheiligten überlassen. Beim Mangel einer solchen haben sie einen im Rechtswege verfolgbaren Anspruch auf ein dem Umfange, der Zeitdauer und der Schwierigkeit ihrer Bemühungen angemessenes Honorar." (Schluß folgt.) Stuttgart, 21. Apr. (W. Sttsanz.) Heute früh um 10 Uhr fand im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten über die neuesten Mittheilungen der k. preußischen Regierung in Handelsangelegenheiten eine mehrstündige Konferenz statt, welcher der k. preußische W. Geh. Oberregierungsrath und Ministerialdirektor v. Delbrück, die Departementö- chefs des Aeußern und der Finanzen mit ihren referirenden Rächen, dem Geh. Legationsrath Grafen v. Zeppelin und Mi« nisterialaffessor Riecke, sowie der Oberregierungsrath v. Bitz er vom Ministerium des Innern und Regierungsrath Pflei- dcrer von der Zentralstelle für Handel und Gewerbe anwohnten. München, 17. Apr. (Sch. M.) Am 30. und 31. Mai wird in Regensburg wieder ein bayrischer Anwaltstag gehalten werden. Auf ihm wird ein vom Advokaten Streit in Würzburg verfaßter Entwurf einer Anwaltsordnung zur Berachung kommen und dieser sodann dem Justizministerium mit der Bitte, ihn in's Leben zu rufen, überreicht werden. — Im Jahr 1861 sind in Bayern von den Schwurgerichten 20 gegen 27 Personen gerichte.e TodeSurtheile gefällt, davon aber nur em einziges vollzogen worden. München, 20. Apr. (Nürnb. Korr.) Sobald die Gutachten der Handels- und Gewerberäche in Betreff des preu- ßisch-französi>chen Handelsvertrags vorliegen und im Ministerium zusammengestellt sind, werden — so wird mir heute mit Bestimmtheit versichert — die Kammern zu einem außerordentlichen Landtag einberufen werden. Man nimmt an, daß der Zusammentritt desselben bis gegen Ende Juni erfolgen könnte. * Krefeld, 21. Apr. Prof. v. Syb el, der von namhaften Männern der konstitutionellen Partei aufgefordert worden war, wieder als Wahlkandidat für den hiesigen Wahlkreis aufzutretcn, hat sich in einer Zuschrift, ck. ä. Heidelberg, 17. d. M., dazu bereit erklärt. Wir entnehmen diesem (von der „Köln. Ztg." mitgetheilten) Schreiben, welches sich in ausführlicher Weise über alle Hauptseiten der jetzigen Lage in Preußen verbreitet, folgende, auf die deutschen und auswärtigen Angelegenheiten bezügliche Stelle: In der auswärtigen Politik Preußens ist, wie kaum der Bemerkung zu bedürfen scheint, der Alles entscheidende und maßgebende Punkt die deutsche Frage, lieber die Wichtigkeit dieses Punktes herrscht in dem übrigen Deutschland schlechterdings nur Eine Stimme. Dem österreichischen Kabinet gilt die Parteinahme in dieser Frage als der entscheidende Maßstab für die Erkenntniß von Freund und Feind. Sticht anders steht es bei den Mittclstaaten, welche trotz aller Verpflichtungen gegen Preußen auf die erste Andeutung einer ihnen mißliebigen deutschen Politik dieses Staates mit der massiven und beleidigenden Demonstration der identischen Noten antworteten. Unser früheres liberales Ministerium hat denn auch die Bedeutung dieser Frage nie aus dem Auge verloren und, wenn gleich keine erheblichen Fortschrittte gemacht, so doch nie der Würde und Ehre Preußens in dieser Richtung positiv geschadet. Nicht dasselbe kann man von dem jetzigen Kabinet sagen. Als grelle Bezeichnung des beginnenden Umschlages trat die sogenannte Verständigung mit Oesterreich über die kurhessische Frage ein, eine Verständigung unmittelbar nach der Insulte der identischen Noten, eine Verständigung, bei welcher das Prinzip des Rechts und der Gesetzlichkeit zu Gunsten des hessischen Adels aufgegebcn wurde, eine Verständigung, welche uns der Gefahr aussetzt, daß nur die Mittclstaaten als Vertreter der folgerichtigen Konsequenz die Sache des hessischen Volkes in die Hand nehmen, um Preußen vor den Augen der deutschen Nation damit auf das empfindlichste bloß zu stelle». Zu gcschweigen, daß nach Allen,, was Seitens der kurfürstlichen Regierung gegen Preußen geschehen, dieses nicht bloß mehr die hessische VcrfassungSsache, sondern auch die Sache seiner eigenen Ehre und seiner eigenen Interessen gegen den Kurfürsten wahrzunehmen hatte, — eine Rücksicht, welche bei jener Verständigung völlig in die Schanze geschlagen worden ist. Würde unscie auswärtige Politik in dem Style dieser Probe weiter sortge- ftihrt — und bei dem jetzigen Ministerium können wir schlechterdings nichts Anderes erwarten — so mühten wir in kurzer Frist bei der unbedingten Herrschaft des Bundestages über Preußen anlangen. Wozu wir daun, zu einem deutschen Mittelstaat degradirl, eine größere Armee als unser Bundeskontingent bedürfen, vermag ich in keiner Weise abzusehen. Ich meine also, daß auch für die geringste Geldbewilligung in Miliiärsachen eine fundamentale Aenderung der jetzt drohenden auswärtigen und insbesondere deutschen Politik die unerläßliche Vorbedingung sein muß. Es ist die Rede von irgend welchen Steuern oder Anleihen zur Beschleunigung unseres Floltenbaues, und hier und da hört man auch vom nächsten Zweck dieses Baues, einem etwaigen Kriege gegen Dänemark zu Gunsten Schleswigs, verlauten. Ich brauche Ihnen wohl nicht erst zu sagen, daß Niemand als ich ein wärmeres Herz für die Leiden Schleswig-Holsteins oder für die deutsche Flolteusache haben kann. Ader ich bekenne ohne Rückhalt, so lange die jetzigen Tendenzen in Berlin die leitenden sind, habe ich keinen heißeren Wunsch, als gänzliches Nichtbcrühren jener Angelegenheiten. Ein bitterer Friedensstand ist immer besser als ein tief unglücklicher Krieg, und von einer Regierung, welche die verhLltnißmaßig leichte kurhessische Sache so traurig verfahren hat, würde ich in der großen europäischen Frage Schleswig-Holsteins nur die schlimmsten Niederlagen erwarten. Aus freiwilligen Beiträgen des Natioualvereins werden wir freilich nicht gleich eine große Flotte erbauen, immer aber werden wir wohl thun, unsere Flotte nicht eher in See stechen zu lassen, als bis die sreie Begeisterung der deutschen Nation an derselben wieder ihren Anlheil nimmt. Dresden, 19. Apr. Der bereits telegraphisch gemeldete Artikel des „Drcsv. Journ." lautet: Der von der k. preußischen Regierung im Namen des Zollvereins mit der kaiserl. jranzösischen Regierung unlängst vereinbarte Handelsvertrag ist, wie uns aus verlässiger Quelle bekannt wird, Seitens der k. sächsischen Regierung bereits Gegenstand erschöpfender Prüsung gewesen, und es haben die bezüglichen Berathungen zu dem Ergebnisse geführt, dem Vertrag die diesseitige allerhöchste Zustrmmung zu sichern. Die Regierung beabsichtigt daher auch, einem bald eiuzuberufendcn außerordentlichen Landtage den Vertrag zur Annahme vorzulege». Vorstehende Mittheilung wird zwar genügen, um eine von der „Nalionalzeilung" gegebene, höchst tendenziöse Korrespondenz aus Leipzig auf ihren wahren Werth zurückzusühren, wornach „Unterhandlungen zwischen Oesterreich und den Unterzeichnern der identischen Note zu dem Zweck im Gang sein sollen, damit die großdeulschgesinulen Regierungen dem Vertrag sich nur unter der Bedingung der Erlangung von Zusagen Preußens in der Bun- deSresorm-Angelegenheit anjchkeßen." Indessen wollen wir doch nicht unterlassen, die thatsachliche Bemerkung entgegenzustellen, daß seit dem Abschluß des gedachten Vertrages irgend eine darauf bezügliche Mitlhci- lung des kaiserl. österreichischen Kabinets hicher überhaupt nicht ergangen ist. Hamburg, 17. Apr. (Köln. Ztg.) Mjt Befriedigung ist hier die Bestimmung des Handelsvertrags aufge- nommen worden, daß tue hanseatischen Häfen an der Elbe und Weser für alle dahln gehörigen Stipulalivnen des Vertrages zu Gunsten des duckten Verkehrs als nationale Häfen des Zollvereins auedrücklich anerkannt sind. Sobald oie definitive Unterzeichnung des französischen Vertrages mit dem Zollverein stattgefunden haben wird, sollen dem Vernehmen nach in Parts über emen sich hieran auschlicßcnden hanseatischfranzösischen Handels- und Schifffahrts-Vertrag Unterhandlungen eröffnet werben. Berlin, 21. Apr. Wie verlautet, wird Se. Königs. Hoheit der Kronprinz sich in den letzten Tagen dieses Monats nach London begeben, um der am 1. Mai dort stattfindenden feierlichen Eröffnung der Industrieausstellung beizuwohnen. Höchstderselbe gedenkt bis zur Mitte des nächsten Monats in England zu verbleiben. — Morgen trifft der Minister des Auswärtigen, Graf v. Bern stör ff, von seinem in Mecklenburg gelegenen Gute, wohin er für die Fcstzeit gegangen ist, in Berlin wieder ein. — Am nächsten Mittwoch wird der neu ernannte Vertreter Preußens am portugiesischen Hofe, Legalionsrach Harry v. Arnim, seine Reise nach Lissabon antreten. — Der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten, Graf v. Jtzenplitz, welcher die Festzett auf seinem Gute Kumersdorf bei Wrietzen verlebt, kehrt am Donnerstag nach der Hauptstadt zurück. — Die vor kurzem nach Kopenhagen abzegangene Antwort Preußens und Oesterreichs auf die letzten dänischen Erklärungen ist wieder auf dem Weg identischer Depeschen erfolgt. Inden Kundgebungen beider Großmächte soll mit Nachdruck auf die vom Kvpenhagener Kabinet mehr und mehr in Frage gestellten Verpflichtungen hingewiesen worden sein, welche Dänemark bei den Vereinbarungen von 1852 in Betreff des Herzogthums Schleswig auf sich genommen hat. Unter entschiedener Wahrung der Rechte Holsteins an Schleswig wird von beiden Bun- desmächken darauf gedrungen, daß Dänemark seine dem Deutschen Bunde gegenüber bestehenden Verbindlichkeiten nunmehr endlich in loyaler Weise erfülle. Dem Kopenhagcner Kabinet soll von den neuen Erklärungen Oesterreichs und Preußens schon in förmlicher Weise Keuntniß gegeben worden sein. Wien, 18. Apr. Man schreibt der „Köln. Ztg.": Die Majorität deS Bundestags wird den preußisch-österreichischen Antrag über Kurhessen nicht aunehmen. Hier in Wien scheint man darüber durchaus nicht ungehalten zu sein; wenigstens ist es gewiß, daß die diesseitige Regierung durchaus nichts gechan hat, um ihre deutschen Verbündeten für den zwischen ihr und Preußen vereinbarten Antrag zu gewinnen und diejenigen Regierungen, welche den Bundesbeschluß von 1860 aufrecht erhalten wollen, zur Verzichlleistunz auf diesen Standpunkt zu bewegen. — In der Sitzung des Landtages der vereinigten Fürste nthümer vom 1. April wurde der Antrag gestellt, daß dieselben künftighin in allen offiziellen Aktenstücken, sowie auch in dem Verkehre mit den fremden Mächten nicht mehr „vereinigte Fürstenlhümer," sondern „Remania" genannt werden. Der Antrag wurde jedoch auf die Bemerkung deS Ministers, daß die Aenderung des Namens die Raiion vor Europa kompromillircn würde, abgelehnt. Fürst Kusa wird im Laufe dieses Sommers nach Karlsbad kommen und sich später nach Paris begeben. — König Otto beschäftigt sich alles Ernstes mit der Idee, auf die Krone Verzicht zu leisten, s wovon jedoch die Königin Nichts wissen will. Man glaubt aber, daß es zuletzt voch dazu kommen werde. Defterreichische Monarchie. Lemberg, 16. Apr. (W. Dl.) Wie der heutige „Dzien- nik" berichtet, haben Fürst Lco Sapieha und Hr. Mawr o- jeni die Konzession zum Bau der Eisenbahn vonGalacz bis zur Grenze der Bukowina erhalten. Die molvo- walachische Regierung garantirt den Aktionären 6 prozentige Interessen und überläßt den Boden für die Bahn auf Slaals- und Kirchengründen kostenfrei. Venedig, l 8 . Apr. (Aklg. Ztg.) Die offizielle Zeitung veröffentlicht eine Liste von 334 Personen, welche ohne Genehmigung der Landesregierung das Land verließen und den am 3. Mai 1860 und dann wieder den 14. Zuli desselben Jahres dekretirten Aufforderungen zur Rückkehr kerne Folge leisteten, weßhalb dieselben in Folge richterlichen Erkenntnisses daö Bürgerrecht verlieren und ihre Güter und Vermögen mit Beschlag belegt wird. Italien. * Turin, 20. Apr. Der Klerus der Diözese Lecce (Provinz Otranlo) hat eine mit 700 Unterschriften bedeckte Adresse nach Rom gesandt, worin er den Papst bittet, auf die weltliche Gewalt zu verzichten und Italien und seinen König zu segnen. — Von Florenz wird der Zusammenstoß zweier Eisendahnzüge aus der Siena-Bahn bei ASkanio gemeldet. Der Zug, welcher am meisten gelitten hat, enthielt Infanterie; die Zahl der Tobten und Verwundeten beträgt 30. Rom, t5. Apr. (Köln. Ztz.) Die Kanonisation der japanischen Märtyrer, anfänglich auf den 9. Mai festgesetzt, ist bis zum 15. Juni vertagt. Der Grund des Aufschubs ist vorzüglich auf Wunsch vieler transatlantischen Bischöfe erfolgt, die nicht eher hier sein können. Kurz zuvor wird ein Konsistorium gehalten, worin die Prälaten Pentini, Ferrari, Matteucci den Purpur erhalten sollen. * Rom, 20. Apr. Heute Mittag hat der Papst von der Loge des Vatikans den feierlichen Segen urbi et ordi ertheilt. Die ganze französische und päpstliche Armee war auf dem Platz aufgestellt. Der Zudrang des Publikums war größer als jemals. Nach dem Segen jubelte die Menge dem Papst zu. Mailand, 16. Apr. (Sch. M.) Die liberalen Gesellschaften derGeistlichen sind fortwährend im Wachsen begriffen, und eS wird nicht lange dauern, bis in den meisten Diözeleu des Reiches solche Vereine gegründet find. Die Priester von Crema ersuchten Garibaldi, bei der Negierung dahin zu wirken, daß die sich bildende liberale Gesellschaft der Geistlichen von der Negierung geschützt werde, um nicht den Verfolgungen des römischen Hofes ausgesetzt zu sein. Der Bischof von Cremona stellte sich an die Spitze der Liberalen, oder er bildete vielmehr durch seine eigene Freisinnigkeit aus seinem Klerus lauter liberale Priester. Die Mailänder Gesellschaft der Geistlichen schickte eine Deputation an den noch immer von seiner Kurie entfernten Bischof Caccia, und ließ um eine Erklärung wegen der ohne Darlegung von Motiven von ihm verordacten Auflösung der Gesellschaft bitten. Caccia antwortete dem Präsidenten der Deputation : „Ich werde die Deputation nur dann empfangen, wenn sie mir die Auflösung der Gesellschaft anzeigt." Die Reibungen zwischen hohem und niederem Klerus werden somit eher noch zunehmcn. Caccia treibt indeß in Gemeinschaft des Mons. Ballcrini die Geduld der Bevölkerung auf^ den höchsten Grad und rächt sich an den Mitgliedern der Mailänder Priestergescllschaft auf jede Weise. Vakante Pfarreien besetzt er mit den verhaßtesten Priestern; nicht ein einziger Priester der Mailänder Gesellschaft wurde bei den letzten Ernennungen berücksichtigt. Der gesammte Klerus von Ter- ziero im Veltlin unterschrieb einen Protest gegen die weltliche Herrschaft des Papstes, in welchem er sagt, „daß der göttliche Lehrer keine Kronen und Diademe auf sein Haupt sammelte, da sein Reich nicht von dieser Erde." Frankreich. * Paris, 2 l. Apr. Aus Douai wird telegraphisch gemeldet: Das Urthcil der 6 . Kammer ist in allen Punkten verworfen. Mir es ist vollständig rehabilitier und in Freiheit gesetzt worden. Eine Manifestation fand zu seinen Gunsten statt. Graf Simeon ist gleichfalls freigesprochen worden. — Das „Pays" vernimmt, daß dcrBizekö nig von Egypten gegen den 15. Juni in Wien erwartet wird. — Die japanischen Gesandten wohnten gestern einer Abendgesellschaft in den für diese Verblassung mit wahrhaft orientalischer Pracht ausgestatteten valvnS der Prinzessin Mathilde bei. — Hr. Hec- stuard, der von Scutari nach Damaskus als französischer Konsul versetzt worden, ist an seinem neuen Posten angekom- mcn. — Gestern versammelten sich alle in Paris sich aufhal- tenden Polen im Lokale der polnischen Schule in Bati« 8 nolleö zu einem gemeinsamen Ostermahle, zu dem sie ^vu dem hiesigen polnischen Damenkomitee eingeladen wor- ven waren. Es wurden am Schluffe verschiedene Nativnal- Umnen gesungen. — Das Linienschiff „Turenne" und die Atgatten „Labrador", „Dänen" und „Cacique" sind mit den Erstarkungen für das m erik. Erpedi tionsko rps am 17 - März in Vera-Cruz angckommen. — 3proz. 70.60. K°>w. 69.70. Ost 595. Rußland und Polen. Tt. Petersburg, 20. Apr. Das heutige „Journ. de »7 Petersbourg" enthält ein kaiserl. Dekret, welches die «"er der Geburis- und Namenstage der Großfürsten jeder- . °"f den nächstfolgenden Sonntag zu verlegen und die ^hrestazsfeier der Nationalsiege, mit Ausnahme der des >»hrcslags der Schlacht bei Pultawa, abzuschaffen anbefiehlt. dj, „Börs.-Ztg." veröffentlicht ein Dekret, nach welchem Ausland bestimmten Postpakete einer zollamtlichen «°ntt°le nicht mehr bedürfen. Warschau, 11. Apr. Erzbischof Felin Ski wollte sich nach Nom zur Kanom'firung japanischer Märtyrer begeben. Die Negierung hat ihm die Erlaubniß dazu nicht ertheilt. Türkei. Mostar, 19. Apr. (A. Z.) In dem sechsstündigen Treffen bei Duga am 16. d. blieben 630 Montenegriner und Insurgenten lod! auf dem Platz. Die Türke» verloren 353 Todte und 77 Verwundete; 21 Offiziere sind lodt; sie verloren viel Proviant und Munttion. Die montenegrinischen Berichte dagegen geben den Verlust der Türken auf 2500 (?) an. Die türkischen Truppen unter Derwisch Pascha stimmt nachgescndeten Bataillonen konzentriren sich bei Krstac zu neuen Operationen. Amerika. *Neu-Bork, 1. Apr. Nach den letzten Nachrichten ist Charleston mit zw« Reihen starker Berschanzungen umgeben. Die Einwohner machen sich darauf gefaßt, gegen den 15. April von der Land- und Seeseite angegriffen zu werden. Die Frauen haben ihren Schmuck und ihr Silbergeräthe zum Bau von Kanonenbooten hergegeben. Man gießt Kugeln aus allem möglichen Material: Eisenbahn-Schienen, Packzeug von Theekisten u. s. w. An einigen Lebensmitteln ist Ueber- fluß; aber die meisten fehlen und sind sehr theuer. Ein Sack Salz kostet 15 Doll., ein Pfund Thee 4 Doll. 50 C.; für einen Schinken (kleinste Sorte) werden 10 Doll, gefordert. Stiefel wurden selbst zu 50 Doll, das Paar verkauft. — In Tennessee, wo nun der reguläre Krieg beendigt ist, haben sich verschiedene Parteigängerbanden eingcnifret, die das Land nach allen Richtungen durchstreifen und den Föderalisten viel zu schaffen machen. Der Kühnste dieser Guerillasführer ist ein gewisser Morgan. Am 18. März überfiel er mit 40 Mann Gallatin, 26 Meilen nördlich von Nashville, ander Louisville-Bahn. Er besetzte mit seinen wenigen Leuten die ganze Stadt, nahm einen Güterzug weg, zerstörte die föderalistischen Lokomotiven und VorrLthe und machte 5 »monistische Offiziere zu Gefangenen. — Am 21. v. M. wurde in der Fabrikstadt Tr o y, aus deren Werkstätten die Panzerbekleidung des „Monitor" hervvrgegangen war, der Erfolg dieses Schiffes in glänzender Weise gefeiert. Den Abend veranstalteten die 400 Arbeiter der Troy-Jron-Works einen großen Fackclzug. * Cadix, 21. Apr. Den Nachrichten ausVera - Cruz vom 23. März zufolge befanden sich an diesem Tag General Prim und die spanischen Truppen in Orizaba und die französischen Truppen in Tehnacan. Die Bevollmächtigten der verbündeten Mächte Hallen auf das vom Präsidenten Juarez ausgeschriebene Zwangsanlchen von 10 Millionen hin die Ablenkung eines Ultimatums beschlossen, worin sie mit dem Abbruch der Unterhandlungen und dem Wiederbeginn der Feindseligkeiten drohen, wenn die mexikanische Regierung die Bezahlung dieser Summe fordern würde. General Marquez befand sich in Cuernavacca und setzte den Bürgerkrieg fort. Juarez hatte Befehl zur Verhaftung des Generals Almvnte ertheilt. In Meriko war eine Verschwörung entdeckt worden; der Belagerungszustand wurde proklamirt und zahlreiche Verhaftungen vvrgenommen. Vermischte Nachrichten. ^Karlsruhe, 22. Apr. (Großh. Hoftheater.) Die Auf- ffenberg-Strauß'sche große Oper: „Die Schlittenfahrt von Now gorod" ist gestern zum ersten Male über die Breiter gegangen. Ohne für heute auf dieses komplizirte, lief angelegte und jedenfalls künstlerisch sehr bedeutende Tonwcrk, welches zum genauer» Verständlich ein öfteres Anhoren erheischt, näher einzugehen, koiistaliren wir nur, daß dasselbe einen sür den längst bewährten, wackern und allgemein verehrten Meister, der die Aufführung selbst leitete, äußerst schmeichelhasten Erfolg hatte. Der Beifall sprach sich in wiederholtem stürmischem Hervorruf, Lorbeerkränzcn und einem Hagel von Gedichten zu seinem Preise, dir aus den Höhen des Hauses aus das Publikum niederrrgrreten, aus. Auch die Sänger und Sängerinnen wurden vielsach durch Bestall ausgezeichnet und wiederholt aus offener Szene gerufen. Im Mittelpunk! stand die Trägerin der Hauptrolle, Frau Bvni, die sich ihrer äußerst schwierigen Aufgabe mit bewunderungswürdiger Kraft, Ausdauer, Wärme und dramatischer Lebendigkeit entledigte und dabei bis ans Ende jenen edeln und schönen Sümmklang bewährte, der schon so oft die freudige Anerkennung des Publikums gefunden hat. Auch die andern Milwrrkenden (Frau Hauser und die HH. Haus er, Stolzenberg, Oberhoser, EberiuS, K ürner, Hofmann) waren sichtlich von dem Hauch des künstlerischen Geistes ihrerParlhicn getragen und bemühten sich, dieselben zu voller Geltung zu bringen. Der dekorative Theil war prachtvoll, und namentlich die Szenerie des Schlusses des dritten AkleS reich an überraschenden und ganz neuen Esseklen. Sie ist eine der bedeutendsten Leistungen des Hrn. HvftheatermalerS Barnstedt, dem die Anstalt schon so viel Schönes im dekoraiivijchc» und szenischen Bereich verdankt. Kurz die ganze Vorstellung war eine Art musikalische Festfcier, deren Ehren von dem Publikum aus Denjenigen übertragen wurden, der sie ihm geschaffen — den Altmeister im Reich der Tone, den langjährigen musikalischen Leiter der Anstalt, Hrn. Hofkapellmeister JosephStrauß. Näheres behalten wir uns vor. 8* Pforzheim, 20. Apr. Die verflossene Woche hat uns hier Gelegenheit zu wiederholte» Kunstgenüssen geboten, die wohl verdienen, in Ihrem Blatte kurz erwähnt zu werden. ES war einmal das am Donnerstag im Reithause stattgefundene, von dem hiesigen „Musikverein" gegebene zweite AbonnementSkonzert, und dann das am Samstag von auswärtigen Künstlern veranstaltete Vokalkonzert. Im ersten, das sich hauptsächlich durch Beethoven'« Oratorium „Christus am Oelberg" auszeichneie, erwies sich die Tüchtigkeit deS hiesigen noch jungen Musikvereins in sehr überraschender, erfreulicher Wrije. Desgleichen aber auch fanden die Leistungen der von auswärts bcigezogenen Kräfte, nämlich der Hoffangerin Frl». Nabel, sowie der HH. Hofsänger Brandes und Brnlliot, ungelheilten Beifall, welcher denselben auch bei dem zweiten, gestern Abend flattgefundencn Konzert nicht minder reichlich gespeichen wurde. — Gehören derartige KunstleiSungen hier auch zu den selteneren Erscheinungen — übrigens wird der Muntrerem während des Jahres sechs bis acht Konzerte bieten — so sucht das hiesige kunstliebende Publikum dagege» in d>m Besuche des Karlsruher Hoflhca'erS Befriedigung, und es sind die von Seite der großh. Eisen- 1 bahn-Vcrwaltung hier seit einigen Wochen je am Sonntage abgegebenen Spensitzbilletc meistens sehr bald vergriffen. Aus Baden, 17. Apr. (AUg. Z:g.) Die Beschleunigung des Eisenbahn- und Postkurs, ö aus der Paris-Wiener Route war am 21. und 22. März in München Gegenstand der Berathung zwischen Bevollmächtigten der kais. Elisabeth-, der kön. bayrischen, der tön. würt- tembergischen und der großh. badischen Skaaiö-Eisenbahnen. Sichern, Vernehmen zufolge sind folgende Absahrts-, bezichunzweije AnkunflS- stunden sür zwei durchgehende Züge verabredet worden, deren definitive Genehmigung keinem Zweitel mehr unterliegt. 1) Paris Abg. 8 U. 10 Min. Abends. Straßburg-Kehl „ 9 U. Morgens. Karlsruhe „ 10 N. 56 Min. Bruchsal „ 11 U. 40 Min. Stuttgart „ 1 U. 45 Min. Nachmittags. Ulm „ 4 U. 50 Min. „ Augsburg Ank. 6 U. 50 Min. „ Abg. 7 U. München Ank. 8 U. 25 Min. Abends. „ Abg. 9 U. Salzburg „ 2 U. Morgens. Wim Ank. 10 U. Straßburg-Kehl Abg. 11U. Karlsruhe „ 1 U. 19 Min. Mittags. Bruchsal „ 2 U. 10 Min. . Stuttgart „ 4 U. 15 Min. . Ulm . 6 N. 55 Min. „ Augsburg Ank. 8 U. 50 Min. Abends. „ Abg. 8 N. 55 Min. . München Ank.ION.20 Min. Nacht». „ Uebernachten. /, Abg. 6 U. 30 Min. Morgen». Salzburg » 11 U. 45 Min. Wien Ank. 9 U. 40 Min. Abends. 2) Wien Abg. 4 U. Abends, Salzburg „ 1U. Morgens. München Ank. 5 U. 30 Min. . „ Abg. 6 U. Augsburg Ank. 7 N. 20 Min. . - Abg. 7 U. 25 Min. . Ulm , 9 U. 30 Min. „ Stuttgart „ 12 U. Mittags. Bruchsal . 2 U. Karlsruhe „ 2 U. 35 Min. Kehl-Straßburg Ank. 5 U. 14 Min. „ Paris „ 5 N. Morgen«. Wien Abg. 6 U. 30 Min. „ Salzburg . 5 U. Nachmittags. München Ank. 9 U. 30 Min. Abends. „ Abg. 10 U. Nachts. Augsburg Ank. 11U. 30 Min. „ „ Abg. 11U. 40 Min. „ Ulm „ 2 U. 10 Min. Morgens. Stuttgart « 5 U. Bruchsal . 7 U. 17 Min. „ Straßburg Ank. 10 U. 15 Min. . Paris „ 8 U. 50 Min. Abends. — Schiffer stabt, 20. Apr. (Psälz. Z.) Der wegen Jagdfrevels zu mehrjähriger Gefängnißstrafe verurtheilte Mühlarzt und Wilderer Kramer, auf dessen Beifahung ein Preis von 100 fl. gesetzt war, befindet sich jetzt, wie man hört, in Weißenburg, um von dort nach»* Nordamerika auSzuuxrndern. — Speyer, 20. Apr. (Pfalz. Zig.) Die Errichtung einer Tele- graphenverbindung zwischen den Bahnhöfen Ludwigshafen und Mannheim hat, unterm 3. d. M. die höchste Genehmigung erhalten. ^ — Der Magistrat dU Stadt Augsburg hatte das Ersuchen der Stadt Weil um eiiftnl'Beitrag zum Kepler-Denkmal kurzweg abgeschlagen : die Gevrckndebevollmächtigten aber haben den Beschluß gefaßt , daß sie, in Eltvlhstng , daß ein solches Verfahren gegenüber der Verehrung eines de» größten Tserrker^bkr Nation weder den Traditionen ihrer Stadt, noch d«en Stellung in der Gegenwart entspreche, gern zu einem Beitrag von IvO fl. die Zustimmung ertheilen wollten. * Paris, 19. Apr. Die französischen Blätter rühmen da« neue Panzerschiff „la Couronne", welches als ein Meisterstück der Konstruktion einzig dastehe und dessen Probefahrten sehr günstig ausgefallen seien. Die „Couronne" — sagt ein Blatt von Lvrient — ist durchaus gepanzert, und vermag mit einer Geschwindigkeit von 14 Knoten gegen rin Fahrzeug anzurennen. Ihre 40 gezogenen Kanonen können beim ungünstigsten Wetter benützt werden. Sie gehorcht vollkommen dem Steuer und geht, wie dar leichteste Hvlzjchifs, mit dem Wellenschlag. Kurz die „Couronne" besitzt alle Eigenschaften, um gleichzeitig ein furchtbare» Kriegsfahrzeug und ein sür den transatlantischen Dienst geeignetes Schnellschiff zu sein. I » Das Hamburger Post-Dampsschiff „Hammonia", Kapitän SchWense n, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Paketiahrl-Aklien-Ge- scllschasl, ging, erpedirt von Hrn. August Bolten, William Millcr's Nächst, am 19. April von Hamburg nach Neu-York ab. Außer einer starken Brief- und Paketpost hatte dasselbe 200 Tons Güter und 233 Passagiere an Bord. Verantwortlicher Redakteur: 0r. I. Herm. Kroenlein. Großherzogliches Hostheater. Mittwoch 23. Apr. 2. Quartal. 53. Abonncmentsvör« stellunz: Der Barbier von Sevilla; komische Oper in 2 Akten von Rossini. — „Rosine" — Frl. Genast als Gast. Freitag 25. Apr. 2. Quartal. 54. Abonnementsvorstellung: Maria Stuart in Schottland; Schauspiel in 5 Akren von M. v. Eschenbach. Sonntag 27. Apr. 2 . Quartal. 55. Abonnementsvorstellung. Zum ersten Male wiederholt: Die Schlittenfahrt von Nowgorod; große Oper in 4 Men von Frhrn. Joseph v. Auffenberg. Musik von Joseph Strauß. Z.i.520. Donaueschingrn, Gestern, den 19. April, Nachmittags 3 Uhr, verschied nach göttlichem Rachschluß in Folge eines Lungen- und Herzschlages bei Ausübung seines ärztlichen Berufs unser unvergeßlicher 'Gatte und Vater, der großh. bad. M edizknalrach und Amtsarzt I)r. Johann Martin, in einem Alter von 61 Jahren 9 Mona ten. Wir bitten dessen entfernte F reunde und Bekannte um stille Theilnahme. Donauesch ingcn^ den 20. April 1862. Die Hinterbliebenen. Z.i.542. Nr. 4744. Karlsruhe. Bekanntmachung. Es wird hiemit zur Kenntniß gebracht, daß die Anmeldungen zum Umtausch der auf 1. Oktober und s. November 1862 gekündigten 4'/a' prozeutigeu badischen Eisenbahuvbli- gatioueu gegen 4prozentige Eiseubahtt- obligatiouen jeden Tag in den gewöhnlichen Bnreaustundcn bei der Unterzeichnete» Stelle stattfiuden könne». Karlsruhe, den 23. Avril 1862. Großh. Eisenbahn - Schnldentilgungs- Kasie. _ Harre r. _ Z.i.492. Freiburg. Giuladuug zunl Oberländer Sängertag. Da auch diese« Jahr kein allgemein badische» Gesangfest stattfindct, haben sich die hiesigen Gesangvereine entschlossen, Sonnt» g d en 6. Juli d. I. einen Sängerlag dahier in Freiburg zu veranstalten. Es sind hiezu bereits Einladungen an alle uns bekannten Gesangvereine de- Oberlandes ergangen und bitten wir hiemit diejenigen Vereine, die keine solche erhalten haben sollten, aber unseren Sängertag mitseiern möchten, uns schleunigst Anzeige hievon zu machen, um alsbald das Nöthigc ordnen zu können. Freiburg, den 16. April 1862. _Das Comit«. KiZ.i.519. Ich zeige hiemit an, daß ich das Pauspapiergeschäft deS Hrn. F^Ka rcb^r unterder^Firma: fortsühre, und verspreche bei mir zu Theil werdenden Aufträgen die sorgfältigste Bedienung, s- Durch zweckmäßige Einrichtungen bin ich in den Stand gesetzt, bei ausgezeichneter Waare dennoch die billigsten Preise beibehalten zu können. Karlsruhe, im April 1862. Live 8LwmlunZ grösstentlieils belisnnter Llterer Geister in jeäem »eure, ist in Lsrtliien sedr billig (sa«ie sucd «IiiLvIi») ru verksuken bei ^deivlpii SHoIck- »eliinlckt, LLI>rInxvr8tr»88v^br 79 in llarlsruke. 7 , 1 . 55 t. t —l mucWik ttarltrube fl fl. M kr Keine grauen Haare mehr! ,on Vivez«»»»»*« »nein >»»»«»» g^irtk t» Nousn, ru» St-ktieolai, >9. Um Haar und Bart t» allen «mmce-, ohne Sesa»r für die Hant ,« färbe«. — Liese» Sarbemittel iß da» «rß» all« »»her »« »rmefen«. Pari«: 307 ruo öt. Louors. A» bs Woist, Vrifl Pr»,e pr. sti. con: . und L fl. iS kr._ g i 319. _ Handelsschule zu Offenbach a. M. Z.i.254. Das neue Semester beginnt am 16. Juni d. I. Auskunft und Prospekte ertheilt der Direktor _ I»I. C. Nagler. >Z.i.474. Mannheim. für Versicherung» - Gesellschaften mit verschiedenen Branchen werden in den verschiedenen Städten Badm« zu engagiren gesucht. Offerten erbittet man unter -1. L. IV. 5. poste restante Mannheim. Z.i.486. Ein junger Mensch, ans dessen Ehrlichkeit und willigen Gehorsam jederzeit gerechnet werden darf, wünscht die Kellnerei gründlich zn erlernen. Zu erfr agen bei der Expedition der Karlsruher Zeitung. Z.i.478. Pforzheim. In ein ftequenteS Ellenwaarengeschäft suche ich einen Eommi«, welcher schon in einem ähnlichen Geschäfte servirte oder seine Lehre in einem solchen gemacht hat. Tduard Hoff«»««, Lsfentl. Geschäftsbureau. ^ Z.i.463. Heidelberg. Eine Herrschaft sucht eine perfekte Köchin, die schon in HerrschaftShäusern gedient hat, günstige Zeugnisse vorlegen kann, und sich allen in die Küche einschlagenden Arbeiten willig unterzieht. Eintrittszeit zwischen dem 1. und 4. Mai. 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Langenbrücken. ^ Liegeleschafts-Bersteigerung. ^ In Folge richterlicher Verfügung werden dem ehemalige» RechnungSsührer Ludwig Gäbet von MingolSheim die unten beschriebenen Grundstücke Montag den 5. Mai 1862, Nachmittags 2 Uhr, im Gemeindehaus zu MingolSheim öffentlich versteigert; wobei der cndgiltige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften. 1) 30 Ruthen Acker im Altenacker . . 200 fl. 2) 1Viertel20 Ruthen Wiesen in den Enden, 150 fl. Dies wird dem flüchtigen Schuldner ans diesem Wege bekannt gemacht. Langenbrücken, den 7. April 1862. Der VollstrccknngSbeamte: Merk. Z.i.527. NeuhauS. Holzversteigerung. Aus dem Freiherrlich von Degenfeld'schen Forstdistrikt Dombach werden bis Donnerstag den 24. und Freitag den 25. April l. I., jeweils Morgens 9 Uhr anfangend, versteigert: 149'/r Klafter buchenes Scheitholz, 43 - eichener dto., 2'/r - aspeneS dto., 47V» - Stockholz, 18750 Stück Wellen, 24 Stämme zu Bau- und Nutzholz taugliche Eiche», 11 Stämme Naubuchen, 3i - Aspen nnd 8 - Birken; wozu die Steigliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß das Stammholz erst am Nachmittage des zweiten Versteigerungstages aufgeboten wird. SinShsim, den 19. April 1862. Freiherr!, von Degenfeld'scheS Rentamt. F l e i s ch m a n n. Z.i.530. Nr. 299. Staufen. (Holzversteigerung.) Au» Domänenwaldungen werden, mit halbjähriger Borgfrist, versteigert, Montag den 5. Mai d. I., in den Distrikten Diezelbach und Metzendach, Gemarkung Untermünsterthal: V» Klftr. eichene Steckspälter, 9'lang, '/^ Klftr. eichenes Nutzholz, 4'lang, 25V, Klftr. buchenes, 10'/, Klftr. eichenes, 84"/, Klftr. tannene» Scheit- nnd Klotzholz, 31"/, Klftr. gemischtes, 7 Klstr. tannenes Prügelholz, 2175 buchene nnd 1600 tannene Wellen und 6 Lvo« Absallreis; Dienstag den 6. Mai d. I., im Distrikt Riggenbach: 2"/, Klftr. buchenes, 98"/, Klftr. tannenes Scheit- und Klotzholz, 7 Klstr. tannenes, 11 Klstr. gemischtes Prügelholz, 575 tannene und 1200 gemischte Welle»; Donnerstag den 8. Mai d. I., inr Distrikt Glasersgrund: 91"/, Klftr. buchenes, 18'V Klftr. tannene- Scheit- und Klotzholz, 29 Klstr. buchenes, 7 Klftr. tannene« Prügelholz, 875 buchene und 800 tannene Wellen, und in den Distrikten Schindler und Pfafscnbach: 45"/, Klftr. buchenes, 20 Klstr. tannenes «Lcheit- und Klotzholz, 30 Klftr. buchenes, 10 Klftr. tannene« Prügclholz, 1400 buchene und 750 tannene Wellen; Montag den 12. Mai d. I., im Distrikt GlaShoswald, Gemarkung Obermünsterthal : 71 Klftr. buchenes und 15 Klftr. tannene« Schcit- und Klotzholz, 22 Klftr. buchene» und gemischte» Prügelholz, 1200 gemischte Wellen nnd 1 LooS Abfallreis. Die Zusammenkunft ist am 5. im Diezelbach, am 6. im Riggenbach, am 8. in der Neumühle zu Untermünsterthal und am 12. im Spielweg zu Obermünsterthal, jeweils Vormittags 10 Uhr. Staufen, den 19. April 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. Meel. Z.i.525. Pforzheim. (Holzversteigerung.) Au« DomLneiiwaldungcu diesseitigen Forstbezirks werden in dem Distrikt tt. 2 Heidacherthälein, sowie in sämmtliche» Ablheilungen des oberen Forste» versteigert, bis Mittwoch den 30. April 1862: 33 Stämme Nadelholz - Flößholz, 329 Stämme Bauholz, 140 Stück Bauholzstangen, 1446 Stück Sägklötze, 26 Stück eichene Klötze, 16 Stück buchene Klötze, 2 Stück Laubholzstangen und 14 Stück starke Lindcnklötze. Zusammenkunft Morgens um 10 Uhr auf dem. Sechause. Pforzheim, den 21. April 1862. Großh. bad. Bezirksforstei. v. DawanS. Z.i.500. Nr. 3294. Ossenburg. (Entmündigung.) Dem ledigen Josef Michel von Hofweier wurde wegen Verstandesschwäche dessen Bruder Karl Michel von da als gerichtlicher Beistand bestellt, ohne dessen Mitwirkung Erstercr die im L.R:S. 499 bezeich- neten Rechtsgeschäfte nicht vornehmen darf; was hiemit veröffentlicht wird. Offenburg, den 19. April 1862. Großh. bad. Oberamt. v. Fa der. Z.i.503. Nr. 3406. Ettenhein» (Ausforderung.) Augustin Burbach von Kippenheim ist schon seit dem Jahre 1851 abwesend u»d sein Aufenthalt unbekannt. Derselbe wird aufgefordert, sich innerhalb Jahresfrist dahier zu melden, und über sein in circa 40 fl. bestehendes Vermögen zu verfügen, andernfalls er für verschollen erklärt und dessen erwähntes Vermögen seinen nächsten Anverwandten gegen KautionSleistüng in fürsorglichen Besitz «uSgefolgt werden wird. Ettenheim, den 19. April 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Pfister. Z.i.335. Nr. 2456. Tauberbischofrheim. (Aufforderung.) Die gesetzlichen Erben de» zu Külsheim verstorbenen Handelsmann» Jakob Held haben auf die Erbschaft verzichtet und die Wittw« desselben hat um Einsetzung in die Gewähr der Verlassenschaft gebeten. Etwaige Einsprache hiergegen ist innerhalb 14 Tagen dahier zu erheben, widrigenfalls dem Gesuch entsprochen werde» soll. Tauberbischofsheim, den 10. April 1862. Großh. bad. Amtsgericht. B u l st e r. vckt. Bauer. Z.i.539. Nr. 1875. PhilippSburg. (Schulde nliquidation.) Der noch minderjährige Eugen Schöpslin von Rhemhausen hat mit Zustimmung seiner gesetzlichen Vertreter um Erlanbniß zur Auswanderung nach Nordamerika nachgesucht. Wenn Einsprachen dagegen nicht in der auf Mittwoch den 30. d. MtS., Vormittag» 10 Uhr, anbcraumten Tagfahrt dahier vorgebracht werden, wird dem Gesuche stattgcgeben werden. Philippsburg, den 19. April 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Hübsch. Z.i.496. Nr. 1489. Karlsruhe. (Erbvor- laduna.) Wilhelmine Elisabeth» Paulus, welche vor 14 Jahren nach Amerika anSgewandert ist und sich dort verehelicht haben soll, wird, da ihr Aufenthaltsort unbekannt ist, hiermit aufgefordert, sich zur Eröffnung der Theilung auf Ableben ihrer Mutter, Elisabeth» Raupp, Ehefrau des Maurer» Johann Jakob Pau- luS von Spöck, allhier innerhalb dreier Monate zu melden. Dabei wird bemerkt, daß ihr Erbantheil in 105 fl. 46 kr. bestehe, sie also nach Aufrechnung de« empfangenen Reisegeldes von 160 fl. schon 54 fl. 46 kr. mehr empfangen habe, als ihr Erbantheil auSmacht, abgesehen von den Zinsen au» dem Reisegelde. Karlsruhe, den 16. April 1862. Großh. bad. LandamtSrevisorat. Schuster. Z.i.495. Nr. 2582. Krautheim. (Erbvorladung.) Die beiden GeschwisterHeva Durlacher und Rosine Durlach er von Eubigheim, welche unbekannt wo schon seit vielen Jahren abwesend sind, sind nebst ihren Geschwistern zur Erbschaft ihre« am 26. Oktober 1861 in Eubigheim verlebten Bruder» Ascher Durlacher berufen. Sie werden andurch aufgefordert, sich binnen 3 Monaten über Annahme oder Ausschlagung dieser Erbschaft dahier zu erklären, widrigenfalls letztere Denjenigm würde zugetheilt werden, denen sie zukäme, wenn die Vorgeladenen zur Zeit de« Erbansalls gar nicht mehr am Leben gewesen wären. Krautheim, den l 6. April 1862. Großh. dad. AmtSrevisorat. S ch l e i n k o f e r. Z.i.494. Nr. 6629. Freiburg. (Aufforderung.) Joseph Reber von Kirchzarten, der unerlaubter Weise nach Amerika ausgewandert sein soll, wird aufgefordert, sich binnen längstens zwei Monaten dahier zu stellen und zu verantworten, widrigenfalls er des badischen Staatsbürgerrechts verlustig erklärt und in eine Strafe vvn 3 Prozent seine» Vermögen» verfällt würde. Zugleich wird sein Vermögen mit Beschlag belegt. Freiburg, den 15. April 1862. Großh. bad. Landamt. H i p P m a n n. Z.i.509. Nr. 4147. A ch er n. (Aufforderung.) Joseph Hund von Mörbach hat sich heimlich vvn Hause entfernt und soll nach Nordamerika anSgewandert sein. Derselbe wird aufgefordert, sich inner 6 Wochen über diesen ihm zur Last gelegten Staat-ungehorsam zu verantworten, ansonsten er der großh. Staats- und GemeindebürgerrcchtS für verlustig erklärt und in die gesetzliche Vermögensstraf« verfällt würde. Zugleich wird sein Vermögen mit Beschlag belegt. Achern, den 15. April 1862. Großh. bad. Bezirksamt. W e tz e l. vckt. Bau mann. Z.i.528. Nr. 4110. Staufen. (Aufforderung.) Die unerlaubte Auswanderung der Michael Bernhard Eheleute von Unterambringen betr. Michael Bernhard und seine Ehefrau Theresia, geb. Gntmann, von Unterambringen, sind im Jahr 1850 unerlaubt nach Nordamerika anSgewandert. Dieselben werden aufgefordert, sich binnen 3 Monaten hierüber zu verantworten, widrigenfalls gegen sie der 3proz. BermögenSabzug erkannt und sie de« OrtS- und Staatsbürgerrechts verlustig erklärt würden. Zugleich wird ihr zurückgelaffcncS Vermögen mit Beschlag belegt. Staufen, den 17. April 1862. Großh. bad. Bezirksamt. Metzger. Z.i.501. Nr. 2148. Walldürn. (Aufforderung.) Franz Karl Pfrang von Hardheim, Reservist des großh. IV. Infanterieregiment« in Mannheim, wird ausgefordert, binnen 6 Wochen dahier oder bei seinem Kommando sich zu stellen, widrigenfalls er wegen Desertion in eine Strafe von 1200 fl. und in dieKosten verfällt, auch seine» StaatS- bürgerrechtS verlustig erklärt werde. Zugleich wird die Beschlagnahme seine« Vermögens verfügt. Walldürn, den 14. April 1862. Großh. bad. Bezirksamt, v. Krutheim. Z.i.464. Nr. 60l. Villingen. (Dienstantrag.) Bei diesseitigem kombinirten Dienst ist di« erste Gehilfenstellc in Erledigung gekommen, und so« längsten» bis 16 . Maid. I. wieder besetzt werden. Bewerber au» der Zahl der Kameralpraktikanten «der Assistenten, welche namentlich im Forst-nnd Amt») kassenrechnnngSwesen geübt sein muffen, wollen st§ unter Vorlage ihrer Zeugnisse melden. Villingen, den 16. April 1862. Großh. Domänenverwaltung. Forst- und AmtSkasst- M u n ck e. Druck und Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei. (Mit einer Beilage.)