Karlsruher Zeitung. Donnerstag, 18 September. Vorausbezahlung: halbjährlich 4 fl., vierteljährlich 2 fl.; durch die Post im Großherzogthum, Briesträgergebühr einzeschloffm, 4 fl. 6 kr. u. 2 fl. 3 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzelle oder deren Raum 5 kr. Briefe und Gelder frei. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang gmommen werden. 186 S. Karlsruhe, den 15. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, das Großherzogliche Haus und das ganze Land sind von einem schmerzlichen Verlust betroffen worden, welcher die fürstliche Familie von Fürstenberg in die tiefste Trauer ver- ! setzt hat. Ihre Großherzogliche Hoheit die Fürstin Amalie Christine Karoline zu Fürstenberg, geborene Prinzessin ! und Markgräfin von Baden, ist am 14. d. M. kurz nach 1 Uhr Nachmittags nach langem und schwerem I Leiden dahier im fürstlichen Palais entschlafen. Die Verblichene war die am 26. Januar 1795 geborene Tochter zweiter Ehe des Höchstseligen Markgrafen und nachmaligen Großherzogs Karl Friedrich, gesegneten Angedenkens. Am 19. April 1818 wurde sie mit Karl Egon, Fürsten zu Fürstenberg, vermählt, an dessen Seite ihr beschicken war, lange Jahre in glücklicher reich gesegneter Ehe zu verleben, umgeben von der innigen Liebe der Ihrigen und getragen von der Hochachtung und Verehrung Aller, welchen vergönnt war, die edlen ! Gaben des Geistes und des Gemüthes der hohen Frau kennen zu lernen. Im Jahre 1843 fand der Segen des fürstlichen Ehe- bundeö nach fünfundzwanzigjährigem Bestehen in der Feier der silbernen Hochzeit eine würdige und freudige Bestätigung. Aus weiten Kreisen trafen zu diesem Feste die Beweise aufrichtigster Theilnahme in der fürstlichen Residenz Donaueschingen zusammen. Durch den am 22. Oktober 1854 erfolgten Tod des I Fürsten Karl Egon wurde die Ehe aufgelöst. Tief gebeugt durch diesen schmerzvollen Verlust, verbrachte oie Fürstin die Tage ihres Wittwenstandes sodann in stiller Zurückgezogenheit, theils in Karlsruhe, theils auf den fürstlichen Besitzungen, theils im Kreise ! der Familie der in Schlesien lebenden fürstlichen Töchter. Vor etwa zwei Jahren zeigten sich die Anfänge der Krankheit, welche in stetiger Entwicklung nunmehr die Auflösung herbeigeführt hat. Mit standhafter Ergebung und Lchtester christlicher Frömmigkeit hat die Verblichene durch viele Monate die schweren Leiden dieser Krankheit getragen, bis sie von denselben, umgeben vom Kreise tieferschütterter Kinder und Enkel, durch einen sanften Tod erlöst wurde, nachdem sie ihr Leben gebracht hatte auf 74 Jahre 7 Monate und 19 Tage. Im ganzen Lande wird dieses trauervolle Ereigniß ! die Gefühle aufrichtiger uird verehrungsvoller Antheil- nahme Hervorrufen, ganz besonders aber in den Bezirken der Besitzungen der fürstlichen Standesherrschaft, welche in dem Tod der Fürstin Amalie den Verlust einer wahrhaft gütigen und unermüdlichen Wohl- thäterin der Armen und Hilfsbedürftigen zu beklagen haben. Hofausage. In Folge höchst betrübenden Ablebens Ihrer Großherzog- lichcn Hoheit der durchlauchtigsten Frau Fürstin Amalie Christine Karoline von Fürstenberg, Großherzog- liche Prinzessin von Baden, legt der Großherzogliche Hof von heute an die Trauer auf sechs Wochen an, und zwar die vier ersten Wochen vom 14. September bis incl. 11. Oktober nach der 3., die folgenden 14 Tage vom 12. Oktober bis incl. 25. Oktober nach der 4. Stufe der Trauer-Ordnung. Karlsruhe, den 14. September 1869. Großherzogliches Wberstkammerherren-Amt. Freiherr von Reischach. Telegramme. j- München, 14. Sept., Abds. Franz deAssisi, der Gemahl der Exkönigin Jsabella von Spanien, ist heute hier eingetroffen. — Der österreichische Reichskanzler Graf Beust kam heute Morgen hier an und setzte am Abend seine Weiterreise nach der Schweiz fort. — Fürst Hohenlohe wird morgen hier zurückerwartet. * Madrid, 14. Sept. Die „Madr. Ztg." wird nächstens drei Dekrete veröffentlichen. Das eine wird auf Cuba die Kultusfreiheit einführen, das andere wird die Formen feststellen, nach welchen die Wahlen der Abgeordneten zu den Cortes vorgenommen werden sollen, und das dritte endlich wird die Freiheit der Kreditanstalten einführen. — Eine Karlisten- bande in Katalonien hat sich nach Frankreich geflüchtet. Deutschland Karlsruhe, 14. Sept. Wir haben in unserem gestrigen Blatte nach dem „Staatsanzeigcr" die Liste der Herren mit- getheilt, welche von Sr. König!. Hoh. dem Grobherzog für die bevorstehende Landtags-Session in die Erste Kammer berufen wurden. Wir können nicht umhin, unserm Bedauern einen Ausdruck zu geben, in derselben die Namen zweier Männer nicht wieder zu finden, die seit Jahren einen hervorragenden Antheil an den Geschäften des hohen Hauses genommen hatten; wir meinen die HH. tlr. Bertheau von Mannheim und Fabrikant Faller von Lenzkirch. Beide gehörten zu den einsichtigsten und den zuverlässigsten Vertretern der national-liberalen Politik, welche die Regierung im Einver- ständniß mit dem Lande befolgt. Um so mehr haben beide Letztere zu beklagen, dastder Erste durch seine geschwächte Gesundheit, der Zweite durch geschäftliche Rücksichten gehindert ist, sich an den Verhandlungen des bevorstehenden Landtages zu betheiligen. Daß Beide nach wie vor für die nationale und die liberale Sache eintreten werden, bezweifeln wir nicht. München, 13. Sept. (Schw. M.) Die Exkönigin Marie von Neapel hatte, wie man sich erinnern wird, schon vor Jahren einmal mehrwöchentlichen Aufenthalt im Ursuli- nerinncn-Klosier zu Augsburg genommen und ist damals nur mit Mühe wieder daraus entfernt worden. Seit vorigen Freitag weilt sie wieder daselbst; doch wird sie diesesmal schwerlich lange bleiben können, da sie ihrer Entbindung schon bald entgegensieht. — Bis übermorgen werden sämmtliche Staatsminister aus ihren Urlauben hier wieder cinge- troffen sein, und dann die Schlußberathungen über die Vorlagen stattsinden, welche dem in nächster Woche zusammentretenden Landtag zu machen sind. — In Augsburg ist die Eröffnung der Volksschulen bis 1. Okt. vertagt worden wegen der dort herrschenden Scharlachepidemie. — JnWürz- burg hat der Blitz in das Zuchthaus eingeschlagen und das dadurch entzündete Feuer großen Schaden angerichtet. Regensburg, 13. Sept. Die Angelegenheit der vielbe- rufenenen Ansprache des Bischofs Senestrey in Schwan- dors soll nunmehr, wenn man einer römischen Korrespondenz der ,-Donauzeitung" glauben darf, durch einen diplomatischen Schriftenwechsel zwischen dem bayrischen Gesandten und dem Kardinal-Staatssekretär Antonelli zu einem endlichen Abschluß und zur Beilegung — in welcher Weise, wird nicht angedeutet — gelangt sein. (Man erfährt hier von einem Abschluß, ehe man von einem Anfang gehört hat. Bisher hatte nicht das mindeste darüber verlautet, daß die fragliche Angelegenheit von bayrischer oder von römischer Seite zum Gegenstand einer diplomatischen Verhandlung gemacht worden sei.) HI Darmstadt, 15. Sept. Die Mitteilung verschiedener Blätter, daß der Zusammentritt unserer Stände in nächster Zeit zu erwarten sei, ist ohne Zweifel verfrüht, da die Vorarbeiten noch nicht so weit gediehen sind. Vor Mitte November dürfte kaum mit einiger Sicherheit auf eine Einberufung zu rechnen sein. — Um als Zeuge in der mehr- erwähnten D isziplinaruntersuchnng gegen die Hof- gerichts-Anwälte Wedekind, Hoffmann und Dernburg (wegen der Erklärung in dem Metz-Fendt'schen Prozeß) vernommen zu werden, ist nun auch das Nedaktions- und Druckereipersonal der „Mainzeitung" vorgeladen worden, was um so auffallender erscheint, als die genannten drei Advokaten die Autorschaft der Erklärung von Anfang an ohne Weiteres zugegeben haben und nur die Kompetenz zur Einleitung einer Disziplinaruntersuchung bestreiten. Kassel, 13. Sept. (Hess. M.-Z.) Der Verwaltungsausschuß der KommunalstLnde ist zum 20. d. M. einberusen worden. * Fulda, 13. Sept. Die hier versammelt gewesenen deutschen Bischöfe haben eine Ansprache an ihre Diö- zesaucn, Geistliche wie Laien, veröffentlicht, welche die von Seite deS liberalen Katholizismus lautgewordenen Bedenken gegen das Konzil zu zerstreuen sucht. (Der „Württ. Staats- anz." veröffentlicht in seiner neuesten Nummer den ersten Theil dieses Aktenstückes. Was hier gesagt wird, hält sich so sehr in allgemeinen, blindes Vertrauen heischenden Redensarten, daß die bischöfliche Kollektivansprache höchstens diejenigen Katholiken „beruhigen" kann, die keine Beruhigung brauchen, weil sie — schon vorher dieses blinde Vertxauen besitzend — sich gar nicht beunruhigt gefühlt hatten. Doch, wir wollen nicht vorgreifen: der Schluß der Ansprache fallt vielleicht besser aus.) Dresden, 10. Sept. Die Administration der freiherrlich v. Burg'schen Werke veröffentlicht im „Dresdn. Journ." folgende Erklärung: Ein Theil der Presse sowohl als zumal Aeußerungcn in der jüngsten Volksversammlung haben eine scharfe und ladelnde Kritik der auf dm Burgker Werken bestehenden Einrichtungen und Maßnahmen geübt. Wenn seitens des Besitzers der Werke und der Unterzeichneten Administration bis jetzt von einer Widerlegung und Abwehr jener Angriffe abgesehen worden ist, so geschah dies aus dem Grunde, weil man dm Bericht »nd das Urtheil der vom königl. Finanzministerium bestellten bergamtlichen Kommission und das Ende der gerichtlichen Untersuchung abwarten zu müssen glaubte. Auch jetzt noch und trotz allen neu her- vorgetreteuen Angriffen werden wir von dem gefaßten Entschlüsse nicht abweichen, müssen jedoch so viel erklären: daß die aufgestellten Vorwürfe und Beschuldigungen eine große Unkenntniß sowohl der lokalen Verhältnisse und Einrichtungen als der getroffenen Maßnahmen an den Tag legen. (I Berlin, 13. Sept. Das Zentralbureru desZollver ' eins hat eine Uebersicht der während des ersten Quartal^ 1869 in den Zollverein importirten Waarenmengen ausgestellt, und zwar in Vergleichung mit der Einfuhr während derselben Periode des Jahres 1868. Danach wurden im diesjährigen ersten Quartal importirt: 696,000 Ztnr. rohe Baumwolle gegen 770,000 Ztnr. im Vorjahre; 418,000 Ztnr. Roheisen gegen 371,000Ztnr.; 768,000Ztnr.Eisenerz gegen 662,000 Ztnr.; 555,009 Ztnr. Flachs, Werg, Hanf und ^ Der VeldmSklrr. Frei aus dem Englischen übersetzt von B. M. Diejenigen, welche Dinglewood erst gesehen haben, nachdem es reno- virt worden, können sich kaum eine Vorstellung machen, wie es war, che die Gresham's davon Besch nahmen. Ich sprach von Renovirung, well alle Leute so sagten, kann jedoch nicht sagen, daß das Haus wirklich dadurch gewonnen hätte. Es war ein altmodisches Haus von ro- them Sandstein, im Style von Kensington-Palace, Kew, und den sonstigen alten gemütblichen königlichen Häusern. Die hohen, schmalen Fenster des EmpsangzimmerS mündeten auf eine kleine Terrasse, welche sehr grün, grasig und hübsch war. Es würde schwer sein, zu sagen, warum eS Dinglewood hieß; sein damaliger Besitzer, Mr. Coventry, machte immer seine Witze über den Namen und pflegte zu behaupten, er käme daher, weil keine Bäume vorhanden seien. Dies war jedoch streng genommen nicht ganz richtig, denn obgleich es gegen den Fluß hin offen und ganz kahl da lag, so befand sich doch ein kleines Lust- Wäldchen zwischen der „Aue", wo wir wohnten, und dem Hause, das gleichsam Dinglewood von der Gemeinheit der Nachbarschaft absonderte. Das Haus war beim Volke beliebt, und eS ging dort stets Alles seinen ruhigen, gleichförmigen Gang, so lange die Covenlry's dort wohnten. Sie gaben keine Gesellschaften, nahmen auch wenig oder gar keinen Antheil am geselligen Leben, well Lady Sarah stet« leidend gewesen war. Wenn uns jedoch die einförmige Aussicht auf Wiesen und Obstbäume vor unserm Hause langweilte, dann waren wir stets willkommen auf der Dinglewood Terrasse, wo die zwei alten Leute an warmen Sommertagen zu finden waren — Lady Sarah auf einem kleinen Sopha sitzend und Mr. Coventry neben ihr auf einem Stuhle mit der Zeitung in der Hand und einem zottigen Neufundländer zu seinen Füßen. Der freie Platz vor dem Hause senkte sich sanft abwärts gegen den Fluß, der ruhig und glänzend im Sonnenschein dahinfloß und auf dem sich eine kleine Insel mit einem weißen Häuschen befand, das den Mittelpunkt des lieblichen Bildes bildete. Dicht an der Mauer des Hauses stand ein alter Maulbeerbaum, der seinen Schatten auf das Sopha warf, auf welchem die alte Lady saß, während ein düsterer Eibenbaum dasselbe für Mr. Coventry that, der übrigens ein Indier, ein wahrer Salamander war und einen guten Theil Sonnenhitze anShalten konnte. Lady Sarah's fortwährende Beschäftigung war Stricken. Sie strickte allerhand Sachen von deutscher Wolle, in sehr lebhaften F arben mit dicken Elfenbeinnadeln, wobei ihr Galle ihr die Zeitung vorzulesen pflegte. Lady Sarah konnte alsdann mit ihrer dünnen, aber Hellen Stimme sagen: „Er hätte dort ein besseres Beispiel anführen können", oder: „ich finde nicht, vaß er die Sache richtig begründete — ich stimme damit ganz und gar nicht überein" u. s. w., worauf Mr. Coventry im Vorlescn inne hielt, die Zeitung aus die Knie fallen ließ und dm Gegenstand sodann recht nach Muße mit seiner Gattin erörterte — war ja doch kein Grund vorhanden, weßhalb sie dies nicht ganz nach Bequemlichkeit hätten thnn sollen. Auf diese Weise wurde der größte Theil der Sommcrtage von dem friedlichen Paare verlebt. Die Sonne schien hell und warm auf die Beiden herab, die Blätter rauschten leise um sie herum und das saftige Gras wuchs üppig unter ihren Füßen. Diese Füße treten längst nicht mehr auf jenen Boden, und Alles dieses hat gar nichts mit meiner Erzählung zu thun, allein es war iu seiner Art ein gar liebliches Bild, wir warm dem Mr. Coventry und seiner Frau so von Herzen gut und es war Alle» so ganz verschieden von dem wie es nachmals wurde, daß ich mich um dieses Kontrastes willen länger bei der Erinnerung an die alte» gute Zeit verweilt habe, als ich es vielleicht hätte thun sollen. Nach Mr. Coventry's Tod waren wir in wahrer Sorge darüber, wer da« Haus kaufen würde (Lady Sarah wollte nicht darin wohnen bleiben, nachdem ihr keuer Lebensgefährte von ihr geschieden war; sie starb auch schon ein Zahl nach ihm), und als es bekannt wurde, daß Mr. Gres- ham der Käufer sei, so erregte dies wahre Smsation bei uns. Er war der Sohn de« alten Gresham, welcher eine prachtvolle Besitzung in Coaksley hatte, der aber sein ganzer Vermögen als Mäckler erworben hatte, und zwar, wie man sich erzählte, nicht auf die beste Art. Sein Sohn war sein Nachfolger in dem Geschäfte geworden und hatte vor kurzem ein Mädchen seines Standes geheirathet. Er war ein ganz hübscher junger Mann, uud natürlicherweise auf drr Schule zu Etoq Heede gegen 506,000 Ztnr.; 2,711,000 Scheffel Weizen gegen 4,222,000 Scheffel; 1,613,000 Scheffel Roggen gegen 3,771,000 Scheffel; 1,378,000 Scheffel Gerste gegen 1 Mill. 580,000 Scheffel; 1,004,000 Scheffel andere Getreidearten gegen 1,938,000 Scheffel; 213,000 Scheffel Hülfenfrüchte gegen 247,000 Scheffel; 525,000 Ztnr. Mühlenfabrikate gegen 491,000 Ztnr.; 305,000 Ztnr. Oeljämereien gegen 359,000 Ztnr.; 166,000 Ztnr. Felle gegen 113,000 Ztnr.; 64,000 Ztnr. Wein in Fässern gegen 43,000 Ztnr.; 17,000 Ztnr. in Flaschen gegen 15,000 Ztnr.; 352,000 Ztnr. roher Kaffee gegen 344,000 Ztnr.; 169,000 Ztnr. Reis gegen 213,000 Ztnr.; 163,000 Ztnr. Salz gegen 233,000 Ztnr.; 137,000 Ztnr. unbearbeitete Tabaksblätter gegen 288,000 Ztnr.; 3,038,000Ztnr.Braunkohlen gegen2,951,000Ztnr.; 5,166,000Ztnr. Steinkohlen gegen 4,364,000 Ztnr.; 458,000 Ztnr. Petroleum gegen 463,000 Ztnr.; 173,000 Ztnr. Wolle gegen 193,000 Ztnr. im ersten Quartal des Vorjahres. Berlin, 14. Sept. (Bert. Bl.) Die Feier, welche die städtischen Behörden Berlins zum Gedächtuiß des 100. Geburtstages Alexanders v. Humb oldtveranstalteywurdeheute Vormittag um 11 Uhr ans dem zwischen der Brunnenstraße und der Gartenstraße südlich von dem Gesundbrunnen bele- legenen Terrain, welches zu der Anlage des projektirten Humboldt-Hains ausersehen ist, abgehalten. Das gesammte Terrain war mit Flaggenmasten abgegrenzt und in der Mitte desselben links von der Wiesenstraße war der durch Flaggen, Bannerund Fahnen bezeichucte Festplatz belegen. Das Wetter, welches den ganzen Morgen über trübe gewesen, behielt auch diesen Charakter während der Feier und ein starker Regen hielt während der zweiten Hälfte derselben an. Nachdem Magistrat uud Stadtverordnete vor der Baugrube und in weitem Umkreise Deputationen verschiedener Innungen, Vereine und Korporationen Aufstellung genommen, wurde nach einer Instrumental-Einleitung von den Gesangvereinen Beethovens Hymnus: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet. Dann ergriff der Oberbürgermeister, Geh. Rath Seydel das Wort: „Alle Gauen unseres Vaterlandes in lebhafter Freude und unmittelbar aus unserer Nation heraus begehen heut die Feuer des hundertsten Geburtstages Alexanders v. Humboldt. Unsere Stadt hat sich nicht versagen wollen und versagen dürfen, das Andenken ihre» großen Mitbürgers zu ehren. Sie hat geglaubt, nicht nur ihr lebendiges Anrecht an ihren Mitbürger bekunden zu müssen, sondern vor Allem ein Wahrzeichen aufrichten zu sollen, das von Geschlecht zu Geschlecht verkünde, daß sein Genius unser und unserer Nachkommen Bcsitzthum bleiben und in uns wirken soll. Indem das Vorrecht meines Amtes mir das Recht gibt, die Versammlung zu begrüßen, ist >es mir nicht gegeben, die Verdienste Hnmbolet's zu besprechen!" Redner verweist sodann auf die Thäligkeit Humboldt'ü auf wissenschaftlichem Gebiete. Der treibende und gestaltende Kern in ihm sei die sittliche Kraft und die Liebe zum Vaterlande gewesen. Die« sei der im Gesammtgeiste unseres Volkes wirkende Zug des großen Gelehrten. Mit Beharrlichkeit strebte er danach, die Gesetze der Natur aujzusuchen. Der Forscher und Gelehrte habe stets voll und frei die Lust des vsient- lichen Lebens geathmet, und hatte sich voll und ganz der Veredlung und Erhebung und der geistigen Befreiung seines Volkes zugewendet. Die Tage, wo man meint, die Kette der Nalurbegebenheiten zu zerreißen und andere Entwickelungen zu juchen, als sie die Natur selbst vorschreibe, diese Tage seien gezählt. Die Werke und Thaten von Humboldt'« Geist werden im deutschen Volke bestehen bleiben und nicht aufhören, in ihm Blüthen und Früchte zu treiben. Hieraus verlas Stadtsyndikus Duncker die Urkunde, welche in den Grundstein des Gedenksteines gelegt werden sollte. Bevor dieser Mt der Feier vor sich ging, verlas Oberbürgermeister Seydel noch eine telegraphische Depesche, welche heute früh von II. KK. HH. dem Kronprinzen und der Kronprinzessin eingetroffen war. Darin heißt es: „Berlin ehrt sich selbst, indem es seine« großen Mitbürgers ehrend gedenkt; de« Manne«, der, ein Streiter und Held auf dem Felde der Wissenschaft, ein Freund und treuer Diener seiner Könige, des Volkes Wohl stet« innig und warm im Herzen trug und der, wie Wenige, den Dank seiner Zeit und der kommenden Geschlechter verdient. Friedrich Wilhelm. Victoria." Hierauf intonirten die Gesangvereine den Kreutzer'schen Chor: „Ich suche Dich, Allmächtiger" rc. erzogen worden, wie so manche Söhne von Leuten dieses Schlags, allein demungeachtet fühlte man, daß mit den neuen Bewohnern ein neue- Element auf die „Aue" kommen würde. Wäre seine Gattin die Tochter eines Gentleman gewesen, so wäre da« etwas anderes gewesen, allein sie war nur die Tochter eines Handelsmanns wie er selbst, und eS wurde deßhalb hin und her unter uns überlegt, wie man sich ihnen gegenüber zn benehnien hätte, wenn sie ankämen. Einige Familien beschlossen sogleich fest, keinen Besuch bei den Neuankommenden zu machen, indessen andere behaupteten, daß solche reiche Leute sicherlich bald die ganze Grafschaft beherrschen würden, und daß Jedermann ihr Haus gern besuchen werde. „Wären sie nur ein wenig reich, so würde das weiter nichts zu sagen gehabt haben, allein sie sind reich wie Crösus und wir werden uns Alle vor ihnen beugen müssen", sagte Lottie Stoke. Sie war überhaupt am begierigsten, die neue Bekanntschaft zu machen, denn ihre Blüthezeit war vorüber und sie hatte keine Aussicht mehr, eine gute Parthie zu machen, da die Sloke's arm warm, aber auch ich, das gestehe ich — war recht neugierig, wie die Dinge sich gestalten würden. (Fortsetzung folgt.) * Unter den GesangSkräftcn der diesjährigen musikalischen Saison in Baden nimmt Frln. Nilson von der Großen Oper in Paris die erste Stelle ein. Schwedin von Geburt, hat sie ihre GesangS- studien in Paris vollendet und sich auf dem Theatre lyrique daselbst rasch einen bedeutenden Namen gemacht. Von hier wurde sie bald zur Großen Oper hcrübergezogen, als man in ihr die beste Vertreterin der „Ophelia" in der neuen Oper „Hamlet" von A. Thomas erkannt hatte. In der That ist diese Rolle sowie die „Mignon" in der gleichnamigen Oper desselben Komponisten für sie wie geschaffen. Wir sahen sie als Mignon. Hier war Alles in dem vollkommensten Ebenmaß: persönliche Erscheinung, Stimme, Gesangskunst, Darstellung, so daß man sagen muß: Frln. Nilson deckt ihre Ausgabe vollkommen, und zwar in jenem eminenten Sinn, wo Nachdem sodann unter der Aufsicht des Oberbürgermeisters und des Stadtverordneten-VorsteherS die bezüglichen Dokumente, die Berliner Zeitungen vom 14. September, der Kosmos rc. in den Dokumentenkasten gelegt, setzte der Stadtrath Dunckc: denselben in den Grundstein, und nachdem derselbe verlöthet worden und Oberbürgermeister Seydel noch einige Worte über die Bedeutung des auf demselben zu errichtenden Wahrzeichens gesprochen, wurde der Schlußstein eingefügt. Den ersten Schlag that der Oberbürgermeister Seydel, dann folgten der Stadtverordneten-Vorsteher Kochhann, Graf Wrangel, Bürgermeister Krausnick, Graf Bismarck-Bohlen, die Prediger Sydow, Lisco, Schulrath Kießling, vr. Ruthner, Or. Bastian u. s. w. — Unter strömendem Regen hielt darauf Stadtverordneten-Vorsteher Kochhanndie Schlußrede. Er sagte u. A.: Wir begrüßen heute den 100jährigen Geburtstag Alexanders v. Humboldt als die Morgenröthe einer besseren Zeit, als die Aufforderung, alle Vorurtheile und allen Aberglauben zu bekämpfen. Da« ist eben das große Verdienst des Mannes, den wir heule feiern, daß er seine Forschungen nicht nur dem engen Kreise der Gelehrten, sondern aller Welt zugänglich macht. Wollen wir ihn in diesem Sinne ehren, so müssen wir Finsterniß, Dummheit und Aberglauben überall bekämpfen, wo sie offen oder verdeckt das Haupt zu erheben wagen. Möge von Geschlecht zu Geschlecht der Name Humboldt eine Mahnung sein, die Wahrheit zu suchen und für dieselbe einzustehen! Möge Gottes Gnade walten über dieser Schöpfung jetzt und immerdar! Sodann brachte der Oberbürgermeister Seydel ein Hoch auf den König aus, in welches die Anwesenden stürmisch eiu- fielen, worauf die Festlichkeit mit einem Gesang ihren Abschluß fand. Königsberg, 13. Sept. Bei dem heute stattgefundenen Provinzialfest brach durch den Andrang der Volksmenge das Brückengeländer des Schloßteichs. Es wurden bis Abends 10 Uhr 24 Todte aufgcftscht. Oeßerreichifche Monarchie. Wien, 13. Sept. Den drei schon eröffneten Landtagen folgt am Mittwoch eine Serie von Landtagen. Der galizische und böhmische kommen indeß erst später an die Reihe. „In Böhmen, sagt die „N. Fr. Pr.", als Vorspiel für die Nachwahlen terroristisches Treiben der Czechcn, so sich durch Zertrümmerung von Fensterscheiben in den Häusern der Gegner geistreich manifeftirt. In Lemberg aber eines der lächerlichsten Schauspiele, das die konstitutionelle Welt gesehen hat, da die polnischen Radikalen jetzt inne werden, daß das von ihnen reformirle Wahlgesetz sie völlig lahm legt. Nun verlangen sie Vertagung der Nachwahlen, was natürlich widersinnig ist, denn helfen kann ja doch nur der Landtag. Die radikalen polnischen Komitees sind in der Auflösurg begriffen. Prag, 13. Sept. Es verlautet, der Erzbischof und der Bischof'von Leilmeritz werden zuverlässig denLandtags- Sitzungen beiwohnen. DaS Landtags-Komitee des nichtfideikommissarischen Großgrundbesitzes hat Norbert Graf Pötting und Wenzel Ritter v. Bohusch als Kandidaten aufgestellt. Lemberg, 13. Sept. Der Laudesausschuß wird dem Laub- tage in der ersten Sitzung einen Antrag auf Abänderung der Wahlordnung vorlegen. Statthalterei-Leiter Possinger stellte die Sanktion der Regierung in Aussicht. Schweiz. Basel, 11. Sept. Heute faßte der internationale Arbeiter kongreß folgenden Beschluß: Der Kongreß erklärt, daß alle Arbeiter ble Bildung von Gewerksgenossenschaften in den verschiedenen Gewerken anstreben sollen. Sobald sich solche Genossenschaften bilden, sollen die Sektionen die verbundenen Gruppen und die Zcntralausschüsse diejenigen Vereine, welche dem nämlichen Gewerke angehsre», davon unterrichtet werden, damit die Bildung nationaler Verbände der Gewerksgenosscnschaflen in Angriff genommen werden kann. Diese Verbände sollen beauftragt werden, alle« ihren Industriezweig Betreffende zu sammeln, die gemeinschaftlich zu ergreifenden Maßregeln zu berathen und aus die Durchführungen und das Gelingen derselben hinzuarbeiten, bis das heutig Lohnsystem durch die Assoziation der freien Arbeiter verdrängt worden ist. Der Kongreß beauftragt den Generalratb, im Fall, daß das Be. die Leistung anscheinend aufhört, Kunst zu sein, und dem Zuschauer als Naturwahrheit erscheint. Selbst unserer spezifisch deutschen Auffassung der wundersamen Gestalt der Eöthe'schen Phantasie entsprach Das, was Frln. Nilson bot, vollkommen, was wir uns nur aus dem germanischen Blut erklären können, welches in ihren Adern stießt. Sie ist ohne allen Zweifel eine der allerersten Sängerinnen der Gegenwart, und es ist ein wirkliches Verdienst der Administration, sie in Deutschland bekannt gemacht zu haben. Neben ihr glänzte in erster Linie Hr. Bataille, seil vielen Jahren eine der ersten Stützen der Opera comique in Paris. Entbehrt auch die Stimme des jugendlichen Schmelzes, so treten dafür andere Momente, namentlich vollendete Gesangs- und Darstellungskunst, um so wirksamer auf. Gerade hieran jedoch zeigte der Tenor, Hr. Genevois, keinen Uebersluß; auch die an sich weiche und schöne Stimme erwies sich nicht überall nach Bedürfniß willig. Er ist übrigens ein noch junger Mann und hat an der Stelle, wo er steht, volle Gelegenheit, da- Fehlende sich noch anzueignen. Die andern Mitwirkende» traten mehr oder weniger gegen die Genannten zurück. Chöre, Ballet und Orchester verdienten alle Anerkennung. Die Musik der Oper „Mignon" enthält im Einzelnen manches Schöne und Pikante, erhebt sich jedoch im Ganzen nicht über das Niveau einer anständigen Pariser Arbeit. — Im Feuilleton der Wiener „Theater-Chronik" erscheint so eben eine neu- Erzählung von F. I. K - Ppncr, dem bekannten Verfasser des Romans Friedemann, Novellencyklus in der Wildniß, Familienverhängniß u. s. w. Dieselbe führt den Titel: „Künstlerleben in Amerika", ein Lebensbild. Bremen, 10. Sept. Der norddeutsche Lloyd beschloß heute eine Dampsschiffsverbindung von Bremen nach Westindie » einzurichten und hat bereits über den Bau dreier Dampfer für diese Linie kontrahier. Die Emission der letzten Million des Grundkapitals wird nunmehr erfolgen. dürfniß sich herausstellr, die internationale Verbindung der Gewerkt genofsenschaften zu vermitteln. Sodann trennt sich der „Kongreß" unter dem Ruf: „Es lebe die sozialdemokratische Republik!" Luzern. Die Staatskanzlei des Kantons macht Folgendes' bekannt: In Nr. 251 der ,N. Zürich. Ztg." wird in Besprechung des Schacher« um das Schweizer Bürgerrecht gemeldet, daß eurem jungen Stuttgarter, welcher in Folge eines im „Schwäb. Merk."'erschienenen Inserats eine Einsrage wegen Erwerbung des Bürgerrechtes stellte, von A. Ni es per und Komp, in Luzern das Anerbieten gemacht wurde, dieses um 800 fl. zu verschaffen. Zu Händen des Publikums müssen wir erklären, daß der Chef des sog. Hauses A. Niesper und Komp, in Luzern ein übelbeleumdetes, kriminalistrte« Subjekt ist und den daherigen Korrespondenzen und Ankündigungen desselben betrügerische Absichten zu Grunde liegen müssen, indem nach K28 unserer Staatsverfassung das KantonSbürgerrecht nur an solche Personen kann ertheilt werden, welche ein Gemeindebürgerrecht im Kanton besitzen, und endlich dieses nur von solchen kann erworben werden, welche sich über ein dreijähriges Domizil im Kanton Luzern aus- weisen. Die hiesigen Behörden werden sich angelegen sein lassen, dem Unfuge gehörig zu steuern. Frankreich. * Paris, 14. Sept. Der „Moniteur" bezeichnet den Kaiser als „nunmehr wieder vollkommen hergestellt," was natürlich cum Krsno sslis zu verstehen ist. Seine Ausfahrten scheint er wohl mit in Folge der ungünstigen Witterung vorerst ganz eingestellt zu haben. Die Reise der Kaiserin in den Orient scheint jetzt beschlossen. Sie wird Ende dieses Monats abreisen und zwar zu Lande nach Venedig. Drei Tage werden darauf verwendet, diese Stadt zu besichtigen. Hierauf Einschiffung nach Konstantinopel und Besuch von Alexandrien, Kairo und Suez. Nach Einweihung des Kanals wird die Kaiserin über Korfu nach Frankreich zurückkehren. Dem „Gaulois" zufolge scheint die Ernennung eines Unter- staatssekretär im Kriegsministerium beschlossen und der General Ca stelnau dafür bestimmt zu sein. Auf diese Weise würde der Kaiser an der Spitze des Kriegsdepartements zwei Officiere haben, mit denen er in den intimsten persönlichen Beziehungen steht. — Der „Gaulois" berichtet, daß der Marschall Prim morgen in St. Cloud vom Kaiser empfangen werden, Hr. Silvela hingegen eine Konferenz mildem Prinzen Latour d'Auvergne haben wird. Die Ankunft beider spanischen Staatsmänner in Paris soll mit den Zwischenfällen zwischen Spanien und Nordamerika wegen Cuba's Zusammenhängen. Der französ. Gesandte in Rom, Marquis v. Banne- ville, wird ehestens wiederauf seinen Posten zurückkehren.— Die Regierung hat den Beschluß gefaßt, daß die Ernennungen der Präfekten, die bis jetzt direkt durch das Ministerium des Innern geschah, fortan dem Ministerrathe unterbreitet werden. — Gestern Abend fand inMarseille die Vermählung des Hrn. Emil Olli vier mit Fräulein Gramer statt. — Rente 71, Cred. mob. 210, ital. Anl. 52,55. Portugal. * Lissabon, 13. Sept. Das „Diario" veröffentlicht das Programm der Bewerbung um den Zuschlag der Errichtung einer unterseeischen Telegraphenlinie zwischen England und Portugal. Dieser Zuschlag ist auf den 29. Sept. festgesetzt. — Ein aus 14 Panzerschiffen bestehendes englisches Geschwader hat soeben an der Mündung des Tajo Anker geworfen. Rußland und Polen. * St. Petersburg, 9. Sept. Die neuste Nummer der russischen Gesetzsammlung veröffentlicht einen kaiserl. Befehl vom 7./19. Aug. d. I., nach welchem versuchsweise vom Jahre 1870 an durch die russischen Postämter Abonnements auf in- und ausländische Zeitschriften angenommen werden sollen, ohne daß die Postämter hierzu verpflichtet sind. Periodische Schriften zur Versendung an auswärtige Abonnenten werden nur unter Streifband angenommen. Für die Versendung in Rußland erscheinender Zeitungen erhebt die Post 10 bis 20 Proz. Zuschlag zum Abonnementspreise, für die Versendung ausländischer Zeitungen jährlich 2 Rubel. Auch werden vom 1. Januar 1870 an einzelne Nummern einer Zeitschrift, sowie Kataloge, Anzeigen und ähnliche durch mechanisches Verfahren vervielfältigte Sachen zur Versendung unter Streifband von den Posten angenommen, sofern die Sendungen 20 Loth nicht übersteigen. Für 3'/« Loth derartiger Sendungen beträgt das Porto 2 Kopeken. St. Petersburg, 10. Sept. Ueber den religiösen Wahnsinn der Skopzen laufen wieder neue und noch schauerlicher klingende Nachrichten ein. So z. B. schreibt das Blatt „Don": „Am 13. d. begaben sich 400 Skopzen aus Balaschow nach dem nächstgelegenen Orte, um zu beten und sich zu geißeln. Nackt, mit zerfetzten Kleidern und blutrünstigen Körpern langten sie schon dort an, doch sollte es auf dem Heimwege noch ärger und toller zugehen. Einer unter ihnen, Namens Wasiloff, erklärte sich als Gottgesandter und Christus in Person und viele andere riesen sich nach ihm als Heilige aus. Sic erklärten, es sei uothwendig, Menschenopfer zu bringm, und rissen fünf aus der Menge heraus, warfen sie zwischen mehrere übereinander gestürzte Holzkarren und zündeten diese letzteren an. Ein Weib, das sich zur heiligen Paraskina auS- gerufen hatte, geißelte eine Magd mit einem Wagenleisten so lange, bis dieselbe den Geist aufgab. Ein anderes Weib wurde von den Wüthenden förmlich zu Tode getreten. Mit einem Worte, eS kamen dabei Scheußlichkeiten vor, wie sie die Feder nicht wiederzugeben vermag. Das Gericht hat bereits eine Untersuchung eingeleitet und viele der Hauptschuldigen verhaftet." Großbritannien. * London, 13. Sept. Der Prinz von Wales ist, vom Norden kommend, in der Hauptstadt eingetroffen und wird sich heute oder morgen zu seiner Familie nach Wildbad begeben. Hr. Gladstone, obwohl von seiner jüngsten Un- Häßlichkeit noch sehr schwach, ist insofern wieder hergeftellt, daß e: den Earl Granville als dienstthuenden Minister bei Hof ablösen konnte. Er ist zu diesem Behufe von Schloß Raby, wo er beim Earl of Cleveland zu Gast war, in Balmoral eingetroffen. Auch Hr. Bright, der Präsident des Handelsamtes, «eilt augenblicklich in Schottland; er ist für einige Tage bei dem bekannten Brauereibesitzer und Parlamentsmitglied Hrn. Baß auf dessen Landsitz in Glen Tulchan am Gpey-Flusse zu Besuch. In dem hohen Alter von 83 Jahren ist Lady Palmerston nach nur zwölftägiger Krankheit in Brock et Hall gestorben — woselbst ihr Gemahl, der berühmte Staatsmann, vor 4 Jahren seinen letzten Athemzug gethan. Die Krankheit — ein Anfall von Diarrhöe, wurde erst vor zwei Tagen für lebensgefährlich und es für nöthig befunden, den Earl of Sha'^esbury, welcher sich nebst Familie in Homburg aufhielt, hieh» zu berufen. Heute erst werden die Letzteren hier erwartet. Die Verstorbene, eine Tochter des ersten Viscount Melbourne, heirathete im Jahre 1805 den fünften Earl Cowper, welcher 1837 starb, und darauf in zweiter Ehe den verstorbenen Lord Palmerston. Die Nachricht von dem Rücktritt des Bischofs von Exeier unter den Bestimmungen des neuen Pensionsgesetzes bestätigt sich, obwohl diejenigen, die sich seines energischen Protestes gegen eine ähnliche Maßregel vor 13 Jahren erinnern, einen derartigen Schritt nicht für möglich gehalten hätten. Aber damals stand Or. Phillpotts, obwohl schon 77 Jahre alt, noch im vollen Gebrauche seiner Manneskraft, während jetzt, wo er das 91. Jahr bereits hinter sich hat, die Umstände dazu beigetragen haben mögen, ihm über die im Wege stehenden Prinzipien wegzuhelfen. JnDundalk fand gestern eine Massenkundgebung zu Gunsten der Freilassung der noch in Haft befindlichen Fenier statt, bei welcher nicht weniger als 20,000 Personen anwesend waren. Zu Ruhestörungen kam es nicht, im Gegentheil waren die Vorgänge durchaus parlamentarischer Natur, und die verschiedenen Reden in einem der Regierung gegenüber respektvollen und versöhnlichem Tone gehalten. , Der Statthalter von Irland, Lord Spencer, nebst Gemahlin ist von seiner Rundreise im Westen von Irland nach Dublin zurückgekehrt. Daß die irische Kirchenbill auf der grünen Insel als eine lang ersehnte Wohlthat mit Dank ausgenommen worden sei. dafür bürgen die zahlreichen Adressen und Denkschriften, die ihm fast in jedem Städtchen überreicht wurden, und die herzliche Aufnahme, welche er allenthalben fand. Egypten. Aus Port Said wird telegraphisch gemeldet, daß am 12. Septbr. die egyptische Dampf-Fregatte „Latis" die erste Fahrt auf dem Suez-Kanal gemacht und die Strecke von Port Said bis Kantara mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern in der Stunde zurückgelegt hat. Fünfundzwanzig Gelehrte und Künstler Norddeutschlands haben nach der „Spener. Ztg." durch den norddeutschen Konsul vom Vizekönig von Egypten Einladungen erhalten, der bevorstehenden Feier der Einweihung des Suez-Kanals beizuwohnen. Es befinden sich darunter aus Berlin die Professoren Dove, Mommsen, Drake und Richter. Sie begeben sich nach Paris, um von dort mit den anderen Gästen aus Kosten des Vizekönigs die Reise nach Egypten anzutreten. Or. Petermann in Gotha ist ebenfalls dazu eingeladen. Amerika * Neu-Aork, 4. Sept. Die Schuld der Verein. Staaten ist im Monat August um ungefähr 6 Mill. Doll, vermindert worden. Nachrichten aus dem Süoen kündigen große Ernten von Baumwolle und von Reis an. — In Mexiko ist der Bürgerkrieg in Tamaulipas beschwichtigt, aber man spricht von Empörung in Mechoacan und von den aufreizenden politischen Diskussionen in San Luis de Potosi. — Die Revolution nimmt überhand auf der Insel Cuba. Die Unabhängigen haben Verstärkung erhalten. Balmaseda ist zum Oberbefehlshaber der spanischen Truppen ernannt worden. Die Regierung erklärt in Havanna, daß Spanien nie und nimmer die Unabhängigkeit oder die Loslösung zugeben werde. * Neu-Aork, 11. Sept. (Kabeltelegramm.) Die Kommission, welche mit Regelung der Ansprüche der Hudson's Bay und der Puget Sound Compagnie betraut worden war, hat denselben 450,000, bezw. 200,000 Doll, zuerkannt. * Dem „Buenos Ayres Standard" zufolge wäre große Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß der Krieg in Paraguay ein unverhofftes Ende nähme. Das genannte Blatt versichert, aus bester Quelle die Nachricht zu haben, den Feldzug unverzüglich abzuschließeu, da doch nichts weiter zu gewinnen sei und das Versteckenspiel zwischen Lopez und der alliirten Armee elfteren gar nichts, dem brasilianischen Schatze aber ungezählte Summen koste. Von Verhandlungen mit Lopez sei allerdings nicht die Rede. Ueber den Diktator Lopez läßt sich in den Spalten des Londoner „Morn. Star" Hr. Washburne, bekanntlich früher amerikanischer Gesandter inParaguay, vernehmen und zeiht denselben vor dem englischen Publikum abermals unerhörter Grausamkeiten. Der Einsender versichert, daß Lopez vor 18 Monaten seinen Bruder, seinen ausw. Minister, seinen Oberrichter, seine beiden Schwäger, seinen Bischof, viele Priester und nahezu 500 Ausländer habe umbringen lassen. Vermischte Nachrichten. — München, 12. Sept. (Schw. M.) Da« hiesige Hoftheater wird in dm nächsten Tagen einer seiner Zierden beraubt und einer seiner größten Plagen entledigt. Fr. Mailing er, die ausgezeichnete, zugleich die eigenwillige und unbotmäßige Sängerin spielt Donnerstags ihre Abschiedsrollt. Trotz ihrer hohen Begabung nimmt sie wenig Sympathien von hier mit nach Berlin. - München, 14. S-Pt. (Schw. M.) Der Obermedizinalrath vr. Karl v. Pfeufer, der berühmte Therapeut (früher in Heidelberg) ist aus einer Ferienreise am Achensee plötzlich gestorben. — Die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat im großen Saale zu Bellevue bei Rostock ein Monitor-RettungSfloß aus- stcllen lassen, das, obwohl es 40 und im Nothfalle sogar 60 Menschen fasten kann, doch mit seinem ganzen Inventar nur 500 Pfund wiegt, wegen seiner Leichtigkeit allen Gefahren einer Brandung und einer aufrührischen S«r trotzt, und mit dem man seines geringen Tiefgangs, wegen überall zu landen vermag. Getragen wird das 22 Fuß lange Floß von zwei 26 Fuß langen, spitz auslaufenden, luftgcfüllten Kaut- schuk-Cylindern von 2'/r Zoll Durchmesser und V« Zoll Stärke, die mit starkem Segeltuch umspannt sind. Auf dem Holzstoß befinden sich 7 von Querbalken getragene Bänke von 10 Fuß; 6 Ruder außer dem Steuerruder setzen das Floß in Bewegung. Zur Füllung der Cylinder dienen 2 Ventile. Zur Sicherheit der mit Korkfacken bekleideten Mannschaft sind die Bänke mit starken Tauen eingesriedigt. Berlin, 13. Sept. Vr. ».Schweitzer ist am Freitag aus seiner Haft mtlassen, nachdem die 3 Monate Gefängnih verbüßt waren, zu denen er wegen der Brochüre „Der Arbeitslohn und der Kapitalgewinn" verurtheilt war. Er hat nach der Entlassung ein Manifest an die Mitglieder seines Vereins erlassen, worin er die Partei von Liebknecht und Bebel bald al« „kleinstaatliche Bourgeoisie" und .Jesuiten der bürgerlichen Demokratie," bald als .Verräther," .alte Weiber," .ungezogene Jungm," .feiles Bettelvolk" und „verkommene Literaten" betitelt. .Die Arbeiter haben nur sich selbst zu Freunden, denn bei uns allein ist demokratisches Wesen und bei uns allein ist ruhige Kraft." — Liegnitz, 12. Sept. Die „S«bl. Ztg." enthält folgende Erklärung des Hrn. Geh. Rath- Iacobi: .So unerwünscht es mir ist, bet der öffentlichen Erörterung des schmählichen BankerottS der englischen Lebensversicherungs-Gesellschaft „Albert" meinen Namen überhaupt hineingezogen und mir eine .Stimme der Kassandra" zuge° schrieben zu sehen, fühle ich mich doch leider selbst wider Willen zu einer öffentlichen Erklärung in dieser Sache nothgedrungen. Man macht mich nämlich darauf aufmerksam, daß ein gewisses Blatt, die .Nordd. Allg. Ztg.", sich bemüßigt gefunden habe, mit besonderer Absichtlichkeit in gesperrtem Druck zu erzählen: „daß die Rückzahlung der Kaution an die Gesellschaft „Albert" bereits im Beginn des Jahres 1862 erfolgt sei, also zu einer Zeit, als Graf Schwerin dem Ministerium des Innern Vorstand und Geh. RegierungSralh Jacobi selbst Decernent in Versicherungssachen war." Außer Stande, die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieser Angabe von hier aus festzustellen, kann ich doch auf das Bestimmteste bezeugen und glaube mir solches schuldig zu sein, daß die Rückzahlung der von den ausländischen Versicherungsgesellschaften bestellten Kautionen eine unter dem Ministerium Schwerin beschlossene landkundige allgemeine VerwaltnngSmaß- regel war, indem man aus wohlerwogenen Gründen den persönlichen Schein einer besonderen Sicherheit, welchen da« Kautionssystem zu erzeugen geeignet war, beseitigen wollte. Der Gesellschaft „Albert" wird also einfach nur dieselbe Maxime wie andern fremden Versicherungsgesellschaften zu Gute gekommen sein. Im Uebrigen sollte es der gedachten Zeitung zu begreifen nicht schwer fallen, daß man mit Fug im Beginn des Jahres 1862 „gegen den Stand und die Sicherheit einer Gesellschaft keine wesentlichen Bedenken haben und doch l'/r Jahre später sich bestimmt finden kann (wie jenes Blatt sich ausdrückt), aus seiner ungünstigen Meinung über dieselbe kein Ge- heimniß zu machen." Liegnitz, 8. Sept. 1869. L. Jacobi." — Krakau, 13. Sept. Die Versammlung polnischer Mediziner und Naturforscher wurde heul« bei großer Theilnahme seitens der Mediziner Galiziens, Posen«, einiger Professoren aus Warschau, sowie der Mediziner Polens im Magistratssaale durch den llniverfitätSprofesso: und Präsidenten des hiesigen GelehrlenvereinS, vr. Mayer, eröffnet. In einer längeren Rede begrüßte derselbe die zum ersten Male versammelten Naturforscher aus den historischen Landen Polens; er sprach von der Aufgabe der Zusammenkunft und fügte hinzu, daß er die Versammelten im Namen der Wissenschaft, aber auch als Landsleute und Brüder begrüße. Nach de» Begrüßungs- Erwiederungen wurde zum Präsidenten für die ferneren Sitzungen vr. Mayer, zum Vizepräsidenten vr. GalenzowSki aus Paris gewählt. Nachmittags findet die feierliche Eröffnung der nalurhistorischen und medizinischen Ausstellung stall. 'London, 13. Sept. Die Aequinoctialstürme, welche sich am Sonnabend eingestellt haben, wülhen mit ungewöhnlicher Heftigkeit durch das Land, und ist der Schaden, den sie bisher schon angerichtet haben, jedenfalls größer, al« sich zur Stunde übersehen läßt. Und dock kommen aus den verschiedensten Gegenden, zumal aber aus dem Südweften, bereits Berichte über ungewöhnlich starke Beschädigungen zur See und aus dem flachen Lande. Die Zahl der Schiffbrüche für diese Woche wird die von voriger zweifelsohne stark übersteigen. Badische Chronik. Karlsruhe, 10. Sept. Das Verordnungsblatt der Großh. Vcr- kchrsdirektion Nr. 49 enthalt Verfügungen und Bekanntmachungen: 1) Die Organisation des Betriebsdienstes auf der Bahnstrecke Stockach- Meßkirch betr. Aus dieser Bahnstrecke haben folgende Betriebsstellen in'S Leben zu trelen : 4. für den Postdienst: die Post- und Eisen- bahnexpedition Meßkirch; 3. für den Ei s en b a h n d i enst: die Billetausgabebüreaux in Zizenhausen, Mühlingen, Schwakenreuthe und Sauldsrf mit Personen- und Güterabfertigung, die Post- und Eisenbahnerpedition Meßkirch; L. für denTelegraphendienst: die Telegraphenstationen Zizenhausen, Mühlingen, Schwakenreuthe und Sauldorf. Die Eröffnung der Bahnlinie ist auf den 20. d. M. festgesetzt. Ueber den Beginn des Gütcrdienstes auf den Stationen Mühlingen, Schwakenreuthe und Sauldorf wird später Bekanntma- machung erfolgen. 2) Nachweis über die rechtzeitige Vorlage der Dienstrechnungen betr. 3) Den direkten badisch-württembergischen Güterverkehr betr. 4) Weiterbeförderung der Telegramme durch die Post betr. In Folge des Beitritt« von Frankreich zu der unter dem 30. Dez. v. I. bekannt gegebenen Vereinbarung der Telegraphenverwaltungen über die unentgeltliche Weiterbeförderung der Telegramme durch die Post hat diese Vereinbarung nunmehr auch auf die mit Frankreich gewechselten telegraphischen Depeschen Anwendung zu finden. 5) Darstellung des Verkehrs auf den badischen Eisenbahnen im Juli 1869. Karlsruhe, 15. Sept. Zur Zerstreuung etwa noch vorhandener Besorgnisse, welche, durch das Auftreten der Maul- und Klauenseuch.e hervorgerufen, die Landwirthe von Beschickung der nach dem Programm des landwirthsch. Aentralsesies am 22. bis 24. Sept. statl- sindenden Zuchtviehausstellung abhaiten könnten, möge die Nachricht dienen, daß zur Verhütung der Verbreitung ansteckender Krankheiten nicht nur bezüglich der Unterbringung der Thiere auf dem AuSstel- lungsplatze, sondern auch für den Transport dahin geeignete Vorkehrungen getroffen worden sind. In letzterer Richtung hat, wie wir miüheilen können, das großh. Handelsministerium die Anordnung erlassen, daß Seitens der Eisenbahnverwaltung nur solche, für die Zuchtviehausstellung bestimmte Thiere zum Transport hierher zugeiasten werden, welche mit Gesundheitszeugnissen versehen sind, daß ferner die Vi-Htransportwagen vor dem Einladen der Zuchtthiere desinfizirt, und daß gleichzeitig mit letzteren nur solche andere Viehstücke verladen, transportirt und in Karlsruhe ausgeladen werden, welche ebenfalls durch mitfolgende Zeugnisse als gesund bezeichnet sind. v. Karlsruhe, 1b. Sept. S. K. H. der Großherzog, der durchlauchtigste Beschützer und Förderer der Kunst, hat zu bestimmen geruht, daß das von Hrn. Hofmaler August «.Bayer, Großh. Konservator der Alterthümer und Kunstdenkmale, im Jahr 1842 vollendete Oelgemäldc, den Straßburger Münster und eine mittelalterliche Frohn- leichnamSprozession darstellend, für die Großh. Kunsthalle angekauft werde. Künstler ersten Ranges und anerkannte Kunstkritiker haben dieses Bild als ein Meisterstück der Architekturmalerei anerkannt. Bereits besitzt die Großh. Kunsthalle Hrn. v. Bayer'« Freiburger Münster und es war daher für sie erwünscht, auch da« beste Werk des vaterländischen Künstlers zu erwerben. — Zu Ni efern fand am 12. d. unter Betheiligung einer großen Menschenmenge die Fahnenweihe der dortigen freiwilligen Feuerwehr statt. Baden, 13. sept. (Warte.) Unter den Sehenswürdigkeiten, welche die diesjährige äußerst glänzende Saison Baden-Badens darbietet, nimmt gegenwärtig eine Arbeit unseres berühmten Landsmannes Bauerkeller aus Paris eine unbestreitbar hervorragende Stelle ein. Es ist dieses ein prachtvoll ausgeführter großer Reliefplan der Stadt Paris nach ihrer heutigen Gestalt; dieses Reliespano- rama umfaßt einen geographischen Raum von 24 Quadrat-Stunden und ist vollständig der Natur nachgebildet, indem jedes einzelne Haus, jeder Pallast, alle Kirchen und öffentlichen Gebäude in ihrem cigen- thümlichen Styl, ebenso alle Villa'« mit ihren Parks und Gärten deutlich zu erkennen sind und zwar in der Weise, daß jedes Bäumchen sozusagen seinen natürlichen Platz einnimmt. Diese interessante und mühevolle Arbeit hat der bekannte Geograph während der letzten 10 Jahre mit unermüdlicher Sorgfalt und gleichzeitig mit Berücksichtigung der vielen Umgestaltungen der Stadt Paris ausgeführt, und damit seinen staunenden Landsleuten abermals gezeigt, was andauernder Fleiß, gepaart mit dem nölhigen Verständniß und Kunstsinn zu leisten im Stande ist. Die vielen Besucher dieser eigenartigen Ausstellung werden völlig zur Bewunderung hingerissen und kann man sich am leichtesten da« ausgestellte Kunstwerk vergegenwärtigen, wenn man sich in einen Luftballon versetzt glaubt, von dem man dann einige tausend Fuß über der Erde schwebend die untenliegende Stadt und Umgegend durch ein gutes Fernglas betrachtet. Zu einem ähnlichen Meisterwerk hat Hr. Bauerkeller bereits die nöthigen Vorarbeiten begonnen und als Gegenstand seiner Darstellung unsere Stadt Baden nebst Umgebung ausersehen; er wird zu diesem Zwecke, wie wir hören, einen längeren Aufenthalt in hiesiger Gegend nehmen und steht zu erwarten, daß auch die Stadt Baden als würdiges Gegenstück des ausgestellten Riesenwerkes unter der geschickten Hand des Erfinders der Reliefkarten hervorgchen wird. Die Stadt Heidelberg wurde bereits in ähnlicher Weise von Hrn. Bauerkeller ausgenommen und hat der auf dem Heidelberger Schloß ausgestellte Plan durch sein- kunstreiche Ausführung schon vielfache Bewunderung erregt. — Au« dem Kinzigthale wird von einer schrecklichen Mordthat berichtet. Die schwer erkrankte Frau eines dortigen reichen Hofbauern starb, angeblich am Starrkrampf. Verschiedene verdächtige Umstände führten jedoch zu einer Untersuchung der Leiche, wobei sich heraus- stellle, daß die Unglückliche von ihrem Gatten unter schweren Mißhandlungen ermordet worden ist. Der Thäler, ein Vater von 6 Kindern und sittlich übel beleumundet, läugnet hartnäckig. befindet sich aber schon hinter Schloß und Riegel. Holtingen. A. Säck., 9. Sept. (Mb.) Gestern wurde hier da« Fest der Eröffnung der Murgthalstraße gefeiert. Der Mittelpunkt desselben war in Hottingen. Besonder« bemerkenswerth ist noch, daß während dem Bau dieser Straße kein Menschenleben verloren ging, ja nicht einmal ein Arbeiter eine Hand, oder einen Fuß verletzte, und doch wurden über 250 Zentner Pulver verbraucht. Hier kann man niit Recht sagen, daß der Himmel Liese« Werk gesegnet hat. Hamburg, 10. Sept. Das Hamburg-Neu-Uorker Post-Dampfschiff „Silesia", Kapitän Trautmann, am 31. August von Neu-York abgegangcn, ist nach einer Reise von 9 Tagen 7 Stunden heute Morgen 9 Uhr in Plymouth angekommen und hat, nachdem es daselbst die Verein.-Staaten-Post, sowie die für England bestimmten Passagiere gelandet, um 11 Vr Uhr die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt 200 Passagiere, 80 Briefsacke, 1200 Tons Ladung, 72,(XX) Dollars Contanten. Frankfurt. 15. Sept., Nackm. Ocsterr. Kreditaktien 245. Slaats- bahn-Aktien 359, Silber-Rente 56'/«, 1860r Loose 77'/., Amerikaner 87 Vs- Witterungsbeobachtungen der meteorologisch«» Zentralstation Karlsruhe. Feuchü«. Himmel. 14. Sept. Thermometer. keit in Prozenten. Wind. Witterung. MrgS.7Uhr 27"10,0"' -i-10,8 0,71 S.W. gz- bed. trüb, kühl, stürm. Mig«. e. 27"10,5'" -i-14,5 0,50 bn. bed. Nachts S „ 27"10,2"' -,-13^ 0,64 " ° . wind., kühl Verantwortlicher Redakteur: vr. I. Herm. Kroenlein. Großherzogliches Hoftheater Donnerstag 16. Sept. 3. Quartal. 90. Abonnementsvorstellung. Zum ersten Mal wiederholt: Herzensadel, Schauspiel in 5 Akten, nach dem Französischen von Jda Schuselka. Freitag 17. Sept. 3. Quartal. 91. Abonnementsvorstellung. Die Jüdin, große Oper in 5 Akten, von Halevh. „Eleazar" — Hr. Deutsch vom Stadttheater zu Breslau als Gast. M D.686. TauberbischvfSheim Heidelberg. Verehrlichen Ver- wandten, Freunden und Bekannten I widmen wir die schmerzliche Nachricht, daß unser geliebter Gatte, Sohn und Schwager, Eduard Stortz, nach längerem Leiden im Alter von 30 Jahren in ein besseres Jenseits abgeschieden ist. Tauberbischossheim u. Heidelberg, den 8. September 1869. Die trauernden Hinter- _ bliebeuen. Im Verlage der Unterzeichneten erschien so eben und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen: Das landwitthschaMcheVemuswesen in Baden. Geschichtliche Darstellung. nach amtlichen Quellen bearbeitet und bei Gelegenheit - der 50jährigen Jubelfeier des landw. Vereins herausgegeben von vr. Victor Funk, Generalsekretär der Centralstelle des landw. Vereins. Preis l fl. G. Braun'sche Hofbuchhantlung in Karlsruhe. ilttll Ult» « Warum und Weil. Fragen und Antworten aus den wichtigsten Ge- bielen der Naturlekre. Mit 8? Hvlzicdnitten. 54 kr„ elegant gbd. 1 fl. 18 kr. (.Verlag v. Klcmanu in Berlin.) Die bedeutendsten Pädagog. Zeitschriften haben »Ule'S Warum und Weil" als ein ganz vorzügliches Lehrbuch der Physik anerkannt, welches Lehrern wie Lernenden angelegentlichst zu empfehlen sei. — Das Buch ist ins Russische, Schwedische und Holländische übersetzt, sein Werth also aueb in fernen Ländern gewürdigt. Vorräthig in olle» Buchhandlungen. D.644. D.630. Karlsruhe. Institut Spies. Kpitalstraße 51 . Der Unterricht für das Winterhalbjahr beginnt Montag den 4. Oktober. Anmeldungen neuer Schüler wolle man gefälligst bis zum 20. d. M machen. SpieS, Rector. B.32. 1'ltv Kredit»!». Engl. Lebensversicherungs-Gesellschaft 37 Olä Hauptbureau für Baden: Friedrichsstraße Nr. 36 Mannheim (Eigenthum der Gesellschaft). Fres. 28,000,1)00. Fres. 8.000.000. 21,875,000. 5,000,000. Angelegtes Aktivkapital Jahreöeianahme der Gesellschaft . Gemachte Auszahlungen für verfallene Policen, Sterbfälle r«rc. ........ Gewinne vertheilt (seit 1848) wovon 80"/g den Versicherten . Die Gesellschaft hat in ihrem letzten Geschäftsjahre, welches nur 11 Monate umfaßt, für eine Summe von Fres. 41,516,300 neue Anträge erhalten, wovon für Fres. 35,953,700 angenommen wurden. Um Prospekte und Auskunft sich zu wenden an das Hauptbureau fiir Boden, Friedrichsstraße Nr. 36 Mannheim, oder an die Agenten der Gesellschaft. Die Generalagentur in Mannheim: Die Hauptagentur in Karlsruhe: Verkäuferin - Gesuch. D.595. Ein Frauenzimmer von guter Familie, der französischen Sprache kundig, wird gesucht als Verkäuferin in ein Spezerei-, Delicalessen- und Cigarren- gesLLft. Auch in dieser Branche nicht erfahrene, aber gut recommandirt, finden Berücksichtigung. Gefällige Off erten besorgt die Expedition dieses Blattes. _ D.520. Schwäche, Frauenkrankheiten jeder Art, Weißst., Syphil., auch ganz veraltete Fälle, heilt bestimmt der homöopathische Specialarzt Giers» dorff, Kochstrabe Nr. 46. II., Berlin. Von 8 — 11'/- und 3 — 5'/- Uhr. Auch brieflich. _ D.8. 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I, Vormittags 11 Uhr, in dem Fabriklokale anberaumten ordentlichen Henerat-Versammtung eingeladen. Die nach § 20 der Statuten erforderlichen Eintrittskarten können bei den Herren Banquier G. Müller L Cons. in Karlsruhe» „ Christian Mez in Freiburg i. B. und bei der Direktion in Emmendingen in Empfang genommen werden. Karlsruhe, den 30. August 1869. ^ _ Der Verwaltungsrath. D.575. Neu w e i c r. Wein-Bevsteigermirg. Donnerstag den 30. September 1889, Mittags 1 Uhr, werben im Schloßkeller in Menweier bei Baden-Baden (Eisenbahnstation Steinbach) felgende Weine guter Qualität «versteigert. 1) 8V6 Ohm Weiße Weine, worunter einige Stück Mauer weine; 2) Ltttt Ohm Rothwein (Affenthaler). Liebhaber werden hiezu höflichst eingeladen. NkNweirr, den 10. September 1869. (0 2517.) D.450. 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I. wird die Bahnstrecke Stockach—Meßkirch mit den Stationen Zizenhausen, Mühlingen, Schwakenreuthc, Sauldorf und Meßkirch dem regelmäßigen Betriebe für die Personen-, Gepäck-, Equipagkn-, Thicre- und Güterbeförderung übergeben werden. Der Fahrplan für diese Bahnstrecke wird auf sänyrnt- lichen diesseitigen Eisenbahnstationen alsbald durch Anschlag zur öffentlichen Kennlniß gebracht werken. Karlsruhe, den 14. September 1869. Direktion der Großh. Verkehrs-Anstalten. B. B. d. D.: Poppen. Hartmann. D.675. Karlsruhe. Die Vergebung -er Druckarbc^en der Zweiten Kammer. Die Herren Druckereibesitzer, welche geneigt sind, die Druckarbciien der Zweiten Kammer während des nächsten Landtags zu übernehmen, werden hiermit eingeladen, ihre Preise in geschlossener Eingabe längstens bi« Montag den 20. September, Vormittags 11 Uhr, bei der Unterzeichneten Stelle einzureiche», woselbst die Bedingungen eingesehen werden können, welche dem Vertrage zu Grunde gelegt werden. Karlsruhe, den 14. September 1869. Großh. Archivariat der Zweiten Kammer. D.677. Karlsruhe. Versteigerung abgängiger Leinwand. Im Großh. Militärmagazin, gegenüber dem Güterbahnhof, werden am 22. September d. I.. Vorm. 10 Uhr, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert: 170 Stück Mitteltheile von Leintüchern, 209 „ Küchenschürze, 90 Fenstervorhänge, 1 Parthie weiße Abfallleinwand, im Gewicht von 780 Pfund, 400 Lagersäcke, 1195 Kopfpolsterüberzüge, 24 Malttrjäcke und 1 Parthie grauer Abfallleinwand, zusammen 2120 Pfund wiegend. Karlsruhe, den 15. September 1869. Großh. Garnisons-Verwaltung. D.673. Lichtcnthal. Offenlegung des Lagerbuchs der Gemarkung An am Rhein. Sämmtliche Liegenschaften in obiger Gemarkung sind in dem ausgestellten Lagerbuche beschrieben und dasselbe ist gemäß Art, 12 der Verordnung vom 26. Mai 1857, vom 19. d. an, während zweier Monate im Nachhause daselbst zu Jedermanns Einsicht aufgelegt, was mit der Aufforderung öffentlich bekannt gemacht wird, daß etwaige Einwendungen gegen den Inhalt der eingetragenen Beschreibungen der Liegenschaften und ihrer Rechtsbeschaffenheit innerhalb dieser Frist dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich vorru- tragcn sind. Lichtcnthal, den 14. September 1869. Brugger, Bezirksgcometcr. Frankfurt, 14. Septdr. StnatSpapierc. Preuß. 50/. Obligationen ! Oester« OVMnh.Stssch. i. P. 50 G. 4-/-V« dlo. 93-/. G. 5°ch Obl. 1852 i. Lst. — Franks. 3 V-o/o Obligationen 79-/. b.G. 5V« dto. 1859 . . 63V. G. Nassau 4-/,"/» Obligationm 93 P. 5"/» Met. v. 1865 V, — 4°/o dto. 85 G. 5°/s Nat.-Anl. 1854 — dtv. 83'/. P. 5°/sMet.-Obl.stfr. 66 .... Krheff. 4°/oOblig.L105 — „ 4-/,V„Metall.-Oblig. — Bayern 5Vo Obligationen 101V« G. 5V» Unq. Eiso.-Aktn. — 4-/,o/„ ijährig — Rnßld. 5°/»Obl.inL.Lfl.12 S3V« G. 4-/-°/o - -lährrg 93-/. P. Finnld. 6VsObl.inR.L105 68 be« G. 4Vo Ijährig — Belgien 1'«VObl.i,Fr.L2ökr 103- 8 G. 4 Vv '/-jähr-g — Italien 6-7oOb. d.Tabakstener 85-. G. Sachsn. 5Vv Oblig. L 105 102-/. G. 5Vs Vcnet. 72 P. Wttbg. 4-/-Vo Obligationen 92 P. Schwo. 4'/-"/s O. i. N. L 105 85 G. 4°/o, dio. — Schwz. 4-/r"/sEdg.O.i.F.L28 103-/8 G- 3-/-o/, dto. 81P. 4V-V»Vern.Sladt-O. 100-/- P. Baden 4-///«Obligationen 93 P. 4Vo dto. 93 G. 4°/o dto. 85-/8 P. N.-Am. 6VsSt.i.D.1881v.61 87>/,G. 3-/,V« dto. v. 1842 80-. P. 6"/s dto. r. 1831 v. 64 87-^ G. G.Heff. 5>'/o Obligationm 102 P. 6Vs dto. «1882 v. 62 874 8 b.G. 4°/o dto. 92-/, P. 6"/s dto. r. 188dv. 65 86-/. G. 3'/,o/° dto. 87-/, P. 6°/s dto. r.1887v. 67 86- 8 G. Lurbrg. 4Vß Obligationen 81-/. G. 5°/n dto. r. 1871 v. 61 94'/. G. Oester. 5°/oEmh.Stssch.i.S. 56V. bez. 5°/ado.r.1874v.58/59 87V. bez. 5°/o . „ i.P. 50 G. 5V« dto. r. 1904 y. 64 80V. G. Diverse Aknen, Elsenvahn-Akile» und Prioritäten 120 P. 308 G. 113 P. 706 G. 243 bez. 94 G. 101P. 100V. P. 76 P. 81Vs G. 80 P. 82'/s G. 3"/o Frankfurter Bank 4°/g Darmst. B.-A. L fl. 250 4°ch Mitleid. Cr.A.L 100TH. 3"/g Oester« Bank-Aktien 5Va . Cred.-A.i.O.W. 4-,/g Luxemb. Bank-Akt. 4- /,°/o Pfdb« d. Frks.Hyp.-B. 4'7g Pfdb« d. bayr. Hyp.-B. 5O/0 Pfdb« d. würt.Rentcn-A. 50/0 Pfdb« d. würt. Hyp.-B. 50/0 Pfdb« d. öfter« Cred.-A. 5"/o ue«k do. i. oste«. W. 5- >/oPfbr.rufs.B.-E.-B.i.S.R. 4-/,°/, Pfdbr. stnnl. i.R. L 105 4'/,°/s . Mwed. . . 3'V/o Frkf.-Han. Eisnb.-A. Taunusbahn-Aktien L fl. 250 Rhein-Rahc-Bahn Thlr. 200 4°/, Rhein. E.-B. Slamm-A. 112 G. 40« do. E.-B.-A. Lit. B. — 3- /-Vs Magdb.Halbrst. St.Pr. 71«/, P. 4- /,°/g Bayr. Ostbahn 125«/, bG 4-/2"/-. Psälz. Marbahn - 4°/g Ludwh.-Berb. Eifenb. 164'/« G. 4"/o Neustadt-Dürkheimer — 4°/o Heft. LudwigSbabn 137 P. 3-/,"/oOberh.Lisi>.-A. L fll350 67° . P 5°/a Oester. StaatSeisb.-A. 3 >7'/,bez. 5°/° Oest. Süd.Lmb, S l. E.-A 234bez.G. 5'/« Slisabetb-Bah« st. 200 178-, 5°/n Rud.-EOb, 2. Em. 200 st. 159 G. 50. Sohin. Weirb.-A. ft. 2r-,> 211-/, G. 5°/o Fr.Jos.Eisb.Akt. steuerst. 5°/» Siebend. ELZ. steuerst. °/, Alföld-FiumanerEisb.-A. 4-/,"/o Rhein-Nahcb. Pr.-Ob. 4V,«/oOberschlcs.Pr.-Obl. 4°/g Berl.Stett.Prior.-O.6.E. 4-/,°/o Ludwh.-Bexb.Pr.-Obl. 4Vg » » , 5°/o Heff.Ludwb.-Prior. i.Thr. 4- /,°/o » . , 5°/gBSHm.W.-B.-P.i.S.°/, 5°/g Msabethb.Pr. 1. Em. °/, 5'/° , 2. . «/, o°/o Fr. Jos. Pr.-Ob. steuerst. 5°/a Kronp. Rudolf Eisb.-Pr. 5»/g Gal.Karl-Ldwb.PrO>.°/, 50/0 Lemb.Czern.S.-P.v.67«/, 5Vv Siebmb. Eismb.-Pr. °/, 6->/o östr. Südst.«. Lomb.Eisb. 3°/, östr. Südst. u. Lomb.Eisb. 3°/, östr. St^Eisenb.-Prior. 3°/, Liv. C.D.u.D.2Fr.ä28kr. 57, ToSc. Cent« Eisd.-Pr. 57o Schweiz. Centt.P« Kr.28 5- /oSchuja-Jvauovo E.-P.O. 5--/. Kursk-Charkow E.-P.-O. 4-/, Doutjch. Phönix 200/.«». 4°/. Frks. Provrömt. 20°/. . 5°/,Ocst.Nordwestb.25°/» . 50 oUnaar.Creditbank-tOVo, 4°/oPfÄz.Aij-B.-A.40«/° ' 3-/,0„ Oberh. E.-A. 50»/^ . 168 G. 164-/, G 100 G. 99 P. 100-/, G 94 G. 74 bez. 74-/. P. 77 P. 75°/zP. 72-/, G. 71 P. 48 P. 56V. b.G 31V. P. 51-/8 P. 102 G. 67'/, S. AttlehcnS-Loose. Kurh.40Thlr.-L. Nass.25-fl.-L. Brschw. 20-Thlr.-L. 4°/,Bayr. PrLm.A. AnSb.-Gunzenh. L. l'/o Badische Bad.35-st.-Loose Gr. Hess. 50-fl.-L. . 25-fl.-L. «250fl.v.1859 250 fl. v.1854 500fl.v.60V, 100st.v.1861 100fl.Pr.L.58 Bord. Fr. 100 v.1868 r.L28 55-/. G. 16-/« G. 104-/. P. 11V, G. 101V» P. 55'/, P. 71V» P. 77V« b.G 110-/, G. 152 G. 12-/»P. 7V. bez. 96 P. Wechstl-Knrse. Amsterdam Antwerpen Augsburg Berlin Bremen Brüssel CLln Hamburg Leipzig London Mailand München Paris Wim k.S, BankdiSconto I.S. k.S. 99-/. B. 95 G. 99V. G. 104-/8 B. 97-/- B. 95 G. 104-/, B. 88 G. 104-/8 B. 119V, bG 99V. G. 95Vs G. 95V, G. 98 be». 3'/,VoG. «old and Sitter. PreußAdasssch.fl. 144'/»-45 !^?chs: » » — Drd. K.-Rnw. . — Preutz.Frd'or. , Pißolm , doppelte. Holl.10-fi.-St. . Ducaten 20-Frankenst. Engl. Sovcr. Rufs. Jmper. Gold prLoltpch- 5-Kr.-Thlr. Alteöstr.20Aw. rauhPf.500gr. Doll, in Gold 9 58-59 9 49-51 9 50-52 954-56 5 37-39 9 32-/,-33-/, 1156-12 9 50-52 228-29 Druck und Verlag der s. Braun'sche» Hofhuchdruckrrei. (Mit einer Beilage.)